Kitabı oku: «Das Benimm-ABC - eBook»

Yazı tipi:

Josef Griesbeck
Das Benimm-ABC
Knigge für junge Leute


Inhalt

Vorwort

A

Anklopfen

Anrufbeantworter

Anstoßen

Arbeitsplatz

Aufstehen

Autofahren

B

Bahn

Begrüßen

Beifahrer

Beifall

Beileid

Betrug

Bewerbungsschreiben

D

Distanz

Duft

Duzen

E

Einladungen

Einschenken

E-Mail

Entschuldigen

F

Flaschen

Flüstern

Fotografieren

Fräulein

Freunde

Fußgänger

G

Gähnen

Garderobe

Gastgeschenk

Gedeck

Geschenke

Gespräche

Getränke

Grüßen

H

Handschlag

Handy

Heimbegleiten

Hosen

Hosentasche

Hunde

Hut

J

Jackett

Jugendsprache

K

Kaugummi

Kavalier

Kinder

Kino

Kirche

Kränze

Krankenbesuch

Krawatte

Kunde

L

Lächeln

M

Mitarbeiter

Müll

Mundgeruch

Musik

Nachbarn

N

Natur

Niesen

O

Ober

P

Partner

Pünktlichkeit

R

Rauchen

Reservierung

S

Schmuck

Schreibtisch

Schule

Servieren

Serviette

Sexualität

Sitzordnung

Sonntag

Speisen

T

Tanzen

Taschentuch

Telefon

Tischgespräche

Tischregeln

Titel

Trampen

Trauerkleidung

Trinksitten

V

Verneigung

Vornamen

Vorstellen

Vorstellungsgespräch

W

Witze

Z

Zahnstocher

Vorwort

Früher sprach man von Anstand und Benehmen. Damit wollte man die Regeln benennen, die nach damaligem Verständnis ein gutes Miteinander der Menschen ausmachten. Zu allen Zeiten und in allen Ländern und Kulturen entstanden und entstehen immer wieder neue Verhaltensnormen, weil

ir­gend­­­wie geregelt werden muss, was als allgemein verbind­lich gilt und was für alle Menschen gut ist.

Aus heutiger Sicht können wir allerdings manche Verhaltensregeln von früher nicht mehr nachvollziehen. Auch haben wir gelernt, dass morgen nicht mehr alles gelten muss, was heute noch für richtig gehalten und praktiziert wird. Hierzulande war es beispielsweise weit verbreitet, dass der Herr die Dame zum Tanz aufforderte und dabei vor ihr eine kleine Verbeugung mach­­te. Oder dass alle mit dem Essen aufhören mussten, wenn die Dame des Hauses das Besteck aus der Hand legte und dass

die Kinder beim Abendgebet-Läuten ins Haus mussten.

Hinter allen Verhaltensregeln und jedem guten Benehmen muss ein bestimmtes Menschenbild stehen, das der Würde des Menschen entspricht und Wertvorstellungen umfasst, die den Maßstab sowohl für den Einzelnen als auch für das Zusammenleben der Menschen vorgeben. Diese Verhaltensnormen verändern sich besonders in unserem heutigen Zeitalter der Globalisierung und der weltweiten Vernetzung deutlich und stetig. Vor wenigen Jahrhunderten haben wir in Europa beispielsweise noch mit den Fingern gegessen oder das Fleisch mit der Messerspitze in den Mund geschoben. Im asiatischen Raum z.B. wird dagegen von jeher mit Stäbchen gegessen, was heute auch in unserem Kulturkreis zunehmend Gefallen findet.

Zu Recht wurden in den letzten Jahren manche altherge­brachten Verhaltensregeln zur Seite geschoben. Trotzdem wird – besonders auch bei der jungen Generation – der Wunsch immer lauter, einen allgemein verbindlichen Maßstab für das Miteinander zu haben. So manches, was früher Gültigkeit hatte, wird heute nicht mehr akzeptiert und praktiziert. Viele Menschen fragen sich beispielsweise zu Recht, ob man Titel und Anreden wirklich noch genau so benützen muss, wie es auch in der Gegenwart noch in man­chen Knigge-Büchern zu lesen ist. In diesen Benimmbüchern wird auch zu viel von der Höflichkeit geschrieben, die allein angeblich im Stande ist, den Frieden unter die Menschen zu bringen. Diese »Friedhöflichkeit« wollen aber viele Leute von heute nicht mehr so streng praktizieren, sondern sich lieber ehrlich und fair zeigen. Auch habe ich noch in keinem dieser »Anstandsbücher« gelesen, dass ein Erwachsener in die Hocke gehen sollte, wenn er mit einem Kind spricht – und das, obwohl diese Bücher doch übervoll sind mit Vorschriften für die richtige Reihenfolge bei Begrüßungen, für Sitzordnungen bei Tisch und für viele andere Verhaltensregeln aus vergangenen Zeiten.

Dieses Buch will kein Lehrbuch sein. Vielmehr ist es als Nachschlagewerk gedacht, das allgemein gültige Verhaltensregeln darstellen und Anstöße geben will. Statt langer Kapitel und weitschweifiger Abhandlungen wird deshalb alles im Stil eines Lexikons dargestellt, wobei auch die notwendigen Quer­ver­weise nicht fehlen. Den beinahe hundert Stichworteinträgen folgt dabei jeweils in einigen kurzen Sätzen eine Darstellung dessen, was in Bezug auf das jeweilige Thema heute als gängige Norm angesehen wird, bzw. wie ein richtiges Verhalten aussehen könnte. Dabei gilt jedoch immer: Kein Zeigefinger und keine Moral! Das Buch stellt keine verabsolutierten Vorgaben auf, sondern bringt lediglich viele beachtenswerte Punkte zur Sprache. Es soll nicht steif und konservativ sein, nicht »höflich« im althergebrachten Sinn, sondern dynamisch, also bestens geeignet für die junge Generation und alle offenen Menschen von heute.

Meinem Sohn Markus bin ich dankbar für Impulse und Anregungen. Er hat auch die Korrektur übernommen und das eingebracht, was für die heutige junge Generation von Bedeutung ist.

Josef Griesbeck

Anklopfen


Freust Du dich auch, wenn es bei Dir an der Türe klopft? Mit dem Anklopfen verbinden wir zumeist eine freudige Erwartung und erhoffen uns gute Begegnungen. Nach diesem Anklopfen an meiner Tür oder – im weiteren Sinne – an meine Person beginnt das Bemühen der meisten Menschen um ein gutes und richtiges Verhalten. Aber zuerst müssen wir festhalten, dass alle Menschen einen Ort oder eine Mög­lich­keit brauchen, sich zurückzuziehen: für ungestörtes Arbeiten, für Ruhe und Entspannung und für eine intime Mög­lichkeit, sich zu ent­falten. Dies sollte von allen Mitmenschen respektiert werden. Nicht nur Kinder sollen deswegen vor dem Betreten des Elternschlafzimmers anklopfen, auch die Eltern sollten dies natürlich beim Betreten des Kinderzimmers tun! Auch wenn man ins Badezimmer oder in die Toilette will, klopft man am besten vorher an.

In Betrieben und im Geschäftsleben sind die Gepflogenhei­ten oft andere: In vielen Büros stehen die Türen dauernd offen, um damit die unkomplizierte Abwicklung des Bürobetriebs zu gewährleisten oder Transparenz zu zeigen. Andererseits mag es auch hier verschiedentlich angebracht sein, die Türe geschlossen zu halten und nur nach einem Anklopfen zu öffnen. Leider ist die Praxis weit verbreitet, sofort nach dem Anklopfen einzutreten. Wer diese Unsitte pflegt, darf und soll ruhig gefragt werden, warum er überhaupt anklopft, wenn er die Aufforderung zum Eintreten ohnehin nicht abwarten will?

Nach dem Anklopfen wird man normalerweise mit einer Aufforderung hereingebeten. Weniger geeignet ist es dabei, ein »Herein!« zu rufen. Besser ist dagegen ein »Ja, bitte!«. Oder man öffnet dem Gast die Türe.

Siehe auch: Arbeitsplatz.

Anrufbeantworter

Wenn sich bei einem Anruf am anderen Ende der Leitung der Anrufbeantworter meldet, sollte man die Nachricht und besonders die eigene Telefonnummer deutlich und langsam auf das Band sprechen, um dem Gesprächspartner Gelegenheit zum Mitschreiben zu geben.

Es ist immer schade, wenn man bei einem Anruf nur auf den Anrufbeantworter trifft. Wenn bei der Ansage aber zudem nicht einmal der Name des Angerufenen oder nur die angewählte Nummer genannt wird, dann sollte man den Telefonhörer sogleich wieder auflegen. Denn, wenn man nicht sicher weiß, mit wem man verbunden ist, dann ist jede Mitteilung sicherlich ein kleines Risiko.

Originelle Ansagetexte – bei ausschließlich privaten Telefonanschlüssen – machen Freude. Dies ist aber nicht der Fall, wenn zuerst Musik vorgeschaltet wird oder z.B. ein zu langer Reimtext gesprochen wird. Das verursacht dem Anrufer schließlich Gebühren!

Siehe auch: Telefon.

Anstoßen


Wenn »hell die Gläser klingen«, dann verbinden wir das gerne mit beschwingter Fröhlichkeit und der schönen Sitte, dass man im vertrauten Kreise ein Gläschen Wein oder ein Glas Bier trinkt. In diesem Zusammenhang gibt es unzählige Gebräuche, und diese sollten ruhig auch gepflegt werden. Aber darüber hinaus sollte auf Folgendes geachtet werden:

 Alle warten, bis alle Gläser gefüllt sind.

 Damit die Gläser richtig klingen, sollen sie am Stiel gehalten werden.

 Viele Menschen legen großen Wert darauf, dass man nicht nur miteinander anstößt, sondern sich dabei auch in die Augen sieht.

 Bei einer festlichen Tafel und wenn der Kreis der An­wesenden sehr groß ist, wird auf das Anstoßen verzichtet. Stattdessen erheben alle das Glas, schauen in die Runde und nicken sich freundlich zu, oder jemand bringt einen Trinkspruch ein.

 Man sollte jedoch nicht jedes Mal, wenn man trinkt, anstoßen, und auch nicht, wenn in der Runde verschiedene Gläser benutzt bzw. verschiedene Getränke getrunken werden.

 Übrigens: Schon mancher hat sich die Gesundheit dadurch ruiniert, dass er zu viel auf die Gesundheit anderer getrunken hat!

 Schön ist es auch, wenn zwei Personen aufgrund eines

Blick­kontakts spontan das Glas erheben und sich ohne Anstoßen der Gläser mit freundschaftlicher Miene »zupros­-ten«.

Siehe auch: Gläser, Trinksitten.

Arbeitsplatz

Einen großen Teil des Tages verbringen die Menschen am Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz oder in der Schule. Fast immer arbeiten dort auch andere Menschen. Am Arbeitsplatz sollten die richtigen Verhaltensregeln daher besonders genau beachtet werden, und dies auch, damit das Betriebsklima sti­­mmt. Wichtige Grundsätze können hier sein:

 Wer ein Büro oder seinen Arbeitsplatz betritt, grüßt die anderen.

 Wer immer oder oft zu spät kommt bzw. früher als erforderlich den Arbeitsplatz verlässt, der erzeugt bei den anderen Mitarbeitern Unmut.

 Rauchen darf man nur, wenn die Kollegen dem zustimmen und auch bei Besuchern kein Missmut hierüber entsteht. Wer zum Rauchen nach draußen oder auf die Toilette geht, handelt zwar rücksichtsvoll, nimmt dabei aber auch Arbeitszeit in Anspruch!

 In vielen Betrieben ist Alkohol während der Dienstzeit nicht erlaubt!

 Wenn jemand neu in die Firma eintritt, ist oft ein so genannter »Einstand« üblich. Dabei ist es angeraten, nicht gleich am ersten Tag mit der »Tür ins Haus« zu fallen, sondern sich zuerst vorsichtig über die Gepflogenheiten zu informieren, die in dieser Hinsicht in der Firma geübt werden.

 Geregelte »Kaffeepausen« fördern das Klima im Betrieb oder Büro. Hierbei können dienstliche Angelegenheiten besprochen werden, aber auch Privates darf in einem gewissen, beschränkten Umfang seinen Platz haben.

 Einige sind beim Thema »Kaffeepause« allerdings schmunzelnd der Ansicht: »Alles, was nicht Kaffeepause ist, ist Stress!«

 Privatgespräche und ebenso Privattelefonate sollten im Betrieb nur in geringem Maße geführt werden.

Siehe auch: Anklopfen, Mitarbeiter, Schreibtisch.

Aufstehen

Aufstehen ist immer dann richtig, wenn man jemanden begrüßt oder wenn sich jemand verabschiedet. Auch wenn jemand auf mich zukommt, um mit mir zu reden, stehe ich selbstverständlich auf.

Früher war es üblich, dass die Dame bei der Begrüßung und beim Vorstellen sitzen bleiben durfte. Heute, im Zeitalter der Gleichberechtigung, wo Frauen ebenso wie Männer im Beruf und in der Öffentlichkeit stehen, erheben sich jedoch auch die Damen bei der Begrüßung. Eine schöne Umgangsform aus früheren Zeiten hat in manchen Kreisen auch heute noch Geltung: Wenn die Dame vom Tisch aufsteht, dann steht auch der Herr auf, um ihr unter Umständen behilflich zu sein und ihr zum Beispiel den Stuhl wegzurücken. Ähnlich sollte man sich aber auch gegenüber einem kleinen Kind, einem älteren und selbstverständlich auch einem behinderten Menschen verhalten.

Man sollte zudem auch aufstehen, wenn man in einer großen Feierrunde oder bei einer Versammlung vorgestellt wird. Alle sollen nämlich sehen, um wen es sich handelt.

Schließlich sei noch auf die Sitte hingewiesen, dass beim Applaudieren oft alle aufstehen. Damit soll die besondere Wertschätzung für die Person zum Ausdruck gebracht werden, der der Applaus gilt.

Siehe auch: Beifall, Begrüßen, Handschlag.

Autofahren

Was die Straßenverkehrsordnung nicht regelt:

 dass man jemandem die Autotür öffnet, z.B. einer Dame, einem behinderten oder alten Menschen oder auch einem Kind. Weil früher nur die Männer den Damen die Autotür aufhielten, entstand der spöttische Spruch: »Wenn ein Mann einer Frau die Autotür öffnet, ist entweder die Frau neu oder das Auto!« Es kann aber auch eine schöne Geste sein, wenn umgekehrt eine Autofahrerin ihrem männlichen Begleiter die Autotür öffnet,

 dass man nicht die Hupe benutzt, wenn man jemanden abholt und dabei genauso gut auch die Hausglocke betätigen könnte oder wenn das vor einem befindliche Fahrzeug nicht gleich im ersten Sekundenbruchteil losfährt, nach­dem die Ampel auf Grün geschaltet hat,

 dass man den anderen Verkehrsteilnehmer auch mal einfädeln lässt, selbst wenn man eigentlich Vorfahrt hat,

 dass ständige »Kavalierstarts« nicht von besonderer Persönlichkeit zeugen,

 dass laute Musik bei offenem Autofenster andere stören kann, besonders in Wohngegenden,

 dass besonders Kombi- und LKW-Fahrer bei Gelegenheit auch mal rechts rausfahren, damit sich hinter ihnen keine langen Kolonnen bilden,

 dass man nicht den Motor laufen lassen soll, wenn man das Eis von der Windschutzscheibe kratzt oder wenn man längere Zeit z.B. vor einer Schranke oder im Stau stehen bleiben muss.

Siehe auch: Beifahrer, Trampen.

Bahn

Ob in Fernzügen, in der Straßenbahn oder in der U- und

S-Bahn – überall gibt es ungeschriebene Regeln, die nette Reisende beachten. Dazu gehören:

 Man wartet mit dem Einsteigen, bis alle ausgestiegen sind.

 Damen, Kinder, behinderte und alte Menschen dürfen zuerst ein- und aussteigen. Wenn nötig, steigen die Männer aber zuerst aus und sind gegebenenfalls beim Aussteigen behilflich.

 Wer helfen kann, der hilft! – zum Beispiel beim Hinein- und Herausheben von Kinderwagen, Fahrrädern, schweren Koffern usw.

 Hat ein Fahrgast seine Tasche auf dem Nachbarplatz abgelegt, wo man sich setzen will, so stellt man die Frage, ob dieser Platz noch frei ist.

 Es ist noch nicht »out«, anderen einen Sitzplatz zu überlassen, und zwar nicht nur bei älteren Leuten oder einer Dame! Ebenso wenig ist es altmodisch, jemandem, der schon lange steht, seinen Platz zu überlassen.

 Wenn es kein Raucherabteil gibt, ist das Rauchen generell verboten. Wer im Zug auf dem Gang raucht, der sollte be­den­ken, dass der Rauch auch in die benachbarten Abteile zieht.

 Grundsätzlich hat immer derjenige Vorrang, der einen Sitzplatz reserviert hat.

 Freundliches Verhalten gegenüber dem Begleitpersonal ist immer angebracht. So sollte man z.B. Fragen stellen, anstatt sogleich Kritik zu üben und die Fahrkarte frühzeitig zur Kontrolle bereit legen.

Begrüßen

Früher galt die Regel, dass der Jüngere den Älteren grüßt, der Untergebene den Vorgesetzten, der Herr die Dame usw. Heute hat sich dagegen durchgesetzt, dass immer diejenige Person zuerst grüßt, die als Zweites oder als Nächstes am Ort ankommt oder derjenige, der den anderen zuerst sieht. Wenn Erwachsene beispielsweise an spielenden Kindern vorbeikommen und diese zuerst freundlich grüßen, ist ihnen die Sympathie dieser Kinder gewiss!

Wenn bei Feierlichkeiten oder Versammlungen die Begrü­ßungen gesprochen werden, so gilt immer noch eine gewisse Reihenfolge: Amtsträger der Kirchen, Amtsträger der Politik bzw. der Kommunen usw., und zum Schluss die Vertreter der Presse. Aber bei bestimmten Anlässen kann man auch einmal anders verfahren: Bei einem Fest zur bestan­denen Abschlussprüfung sind die Hauptpersonen doch die­jenigen, die nun das Diplom überreicht bekommen – und warum sollte man dann diese Personen nicht auch zuerst begrüßen? Auch derjenige, der in einem Kreise neu ist oder dort nur als Gast anwesend ist, kann und sollte als Erster genannt werden. Man kann die Anwesenden aber durchaus auch in der Reihenfolge der Sitzordnung begrüßen! In unserem heutigen Zeitalter der Flexibilität und der Innovation müssen starre Regeln nicht mehr die alleinige Richtschnur sein!

Bestimmte Gepflogenheiten, wie etwa der Handkuss, das Lüften des Hutes oder Verneigungen sind heute beim Begrüßen nicht mehr üblich. Je nach Vertrautheitsgrad kann man die andere Person auch umarmen oder ihr einen Wangenkuss geben – zuerst links und dann rechts.

Siehe auch: Aufstehen, Duzen, Grüßen, Handschlag, Titel, Verneigung.

Beifahrer


Einige Verhaltensweisen, die sich Autofahrer von ihren Beifahrern wünschen, sind:

 Sie sollten besonders bei langen Autofahrten und wenn Müdigkeit auftritt gute Gesprächspartner sein.

 Sie sollen ein Gespür dafür haben, wann gesprochen werden darf und wann man schweigen sollte.

 Dauerredner sind auch im Auto selten willkommen!

 Beifahrer sollten dem Fahrzeuglenker dann behilflich sein, wenn dieser das wünscht. Besonders beim Lesen der Landkarte oder des Stadtplans kann sich ein Beifahrer hilfreich betätigen.

 Beifahrer sollten sich nicht in die Aufgaben des Autofahrers beim Lenken des Fahrzeugs einmischen, also z.B. nicht selbst den Scheibenwischer betätigen.

 Nicht alle, die am Steuer sitzen, haben es gern, wenn der Beifahrer beispielsweise meldet, dass die Straße rechts frei ist. Manche Autofahrer wollen das lieber selbst überprüfen, denn schließlich sind sie ja für ihr Fahrverhalten

 juristisch verantwortlich.

 Bevor ein Beifahrer das Autoradio an- oder abstellt, sollte er das mit dem Fahrer abstimmen. Dies gilt aber auch umgekehrt!

 Beifahrer könnten während des Tankvorgangs z.B. die Autoscheiben putzen.

 Beifahrer können und sollen aber auch mitteilen, wenn sie Angst haben und bei unverantwortlicher Fahrweise des Fahrzeuglenkers protestieren oder ihn zum Anhalten auffordern.

Siehe auch: Autofahren, Trampen.

Beifall

Beifall ist eine Möglichkeit des Lobens ohne Worte. Men­schen, die aus vollem Herzen ihre Zustimmung geben kön­nen, strahlen nicht nur Lebendigkeit und Freude aus, sie demonstrieren damit auch ein gutes Selbstwertgefühl und zeigen, dass sie sich über die Erfolge anderer freuen können.

Einige Verhaltensregeln:

 Beifall muss nicht immer nur nach einem großen Konzert oder einer Rede erfolgen! Ein spontaner Applaus ist auch bei geringeren Anlässen oder bei kleinen Erfolgen der Mitmenschen angebracht.

 Man sollte auch den Mut haben, mal nicht zu klatschen, wenn man nicht zustimmen möchte!

 Aber: Bevor man jemanden verletzt, kann man durchaus auch aus Höflichkeit (mit-)klatschen.

 Eine noch größere Wertschätzung demonstriert man, wenn man zum Applaus auch noch aufsteht!

 Eine gute Sitte ist der so genannte »Nachklang«. Hier sollte man nicht sogleich nach Schluss der Rede, eines Musikstücks oder Vorstellung mit dem Klatschen beginnen – ausge­nom­­men vielleicht, wenn etwas wirklich hervorragend ist!

Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer antwortete einmal einem Freund, der ihn vor Menschen warnte, die ihn immer nur loben: »Aber, wenn s’e nun Recht haben!«

Siehe auch: Aufstehen.

Beileid

Es ist immer schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn jemand aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis gestorben ist. Hier muss man manchmal nach Gefühl und der jeweiligen Situation reagieren.

Trotzdem einige Regeln:

 Persönliche Worte zu finden, ist immer besser, als nur das übliche »Mein Beileid« aufzusagen! So könnte man zum Beispiel auch äußern: »Ich fühle mit dir! – Ich wünsche dir gerade jetzt viel Kraft!«

 Eine schriftliche Beileidsbezeugung muss in einem geschlossenen Brief erfolgen. Sie sollte möglichst auch handschriftlich verfasst und mit einer Sonderbriefmarke versehen sein.

 Es muss nicht unbedingt ein schwarz umrandetes Papier bzw. Kuvert benutzt werden. Man sollte aber auf jeden Fall ein stilvolles oder nur weißes Papier verwenden.

 Wenn die Angehörigen es wünschen, sollte man von Beileidsbezeugungen am Grab absehen.

 Worte wie »die Hinterbliebenen« oder »… hat das Zeit­liche gesegnet« sollten vermieden werden. Besser ist es, sachliche Ehrlichkeit, also z.B. »Herr… ist gestorben.« zu verwenden

 Ausdrucksstark sind Blumen – oder auch nur eine Rose – die man in das offene Grab legt.

Siehe auch: Kränze.

Betrug

Man muss zwischen »aktivem« und »passivem Betrug« unterscheiden. Wenn sich jemand beispielsweise in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden, keine Fahrkarte kauft, dann ist das ein aktiver Betrug. Menschen mit einer hohen Selbstachtung und ausgeprägtem Wertegefühl vermeiden aber auch den passiven Betrug, der sehr verbreitet ist und teilweise sogar gesellschaftliche Anerkennung findet. Einige Beispiele dafür:

 Gesetzeslücken zum eigenen Vorteil ausnützen,

 sich vom Arzt krank schreiben zu lassen, um nicht arbeiten zu müssen,

 Schwarzarbeit beauftragen oder ausführen,

 Rechnungen, Zeugnisse oder Bescheinigungen ausstellen, deren Inhalte nicht den Tatsachen entsprechen,

 Waren oder Dienstleistungen anbieten, die den gestellten Anforderungen nicht entsprechen,

 etwas beschädigen und sich dann entfernen, ohne den Schaden zu regeln,

 etwas verschweigen, um eigene Nachteile zu vermeiden.

Bewerbungsschreiben

Bevor ein Bewerbungsschreiben abgeschickt wird, sollte man sich gut über den Arbeitsplatz oder die Firma, in der man arbeiten will, informieren und möglichst viel über die Voraussetzungen erfahren, die für eine Einstellung nötig sind. Ein oder mehrere Anrufe vor oder nach einer Bewerbung können dabei aber je nach Firma entweder als besonderes Interesse gewertet oder auch als lästig angesehen werden.

Das Bewerbungsschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Man sollte dafür weißes Papier in guter Qualität verwenden, das jedoch ungelocht und unliniert ist. Es sollte mit dem PC, und zwar mit einem Zeilenabstand von 1,5 geschrieben werden. Es ist immer gut, viele Zeugnisse und Zertifikate beizulegen, jedoch immer nur als Kopie. Der Lebenslauf sollte gesondert beigegeben werden. Nicht in den Lebenslauf gehören Angaben über familiäre und finanzielle Verhältnisse, über den eigenen Gesundheitszustand oder über die Zugehörigkeit zu einer Partei oder Religionsgemeinschaft. Es macht sich jedoch immer gut, wenn man in einem Bewerbungsschreiben auch darauf eingeht, warum man sich eine Beschäftigung gerade in dieser Firma gut vorstellen kann.

Siehe auch: Vorstellungsgespräch.

Distanz

Die meisten Menschen halten zu anderen einen ganz natür­lichen Abstand ein. Manche treten jedoch beim persönlichen Gespräch bis auf eine Distanz von dreißig Zentimetern an einen heran, und das wird oft als sehr unangenehm empfunden. Um dies zu verhindern und die Distanz wiederherzustellen, kann man dann z.B. die eigene Position verändern. Man könnte in diesem Fall etwa zurücktreten, sich zur Seite drehen, geschickt hinter einen Stuhl gehen oder den Vorschlag machen, sich an einen Tisch zu setzen.

Wenn es die Situation oder die Art der Beziehung zwischen den Gesprächspartnern erlaubt, kann und darf man das

Problem auch ansprechen. Eine gute persönliche Distanz liegt etwa zwischen fünfzig Zentimetern bis einem

Meter.

Wenn man zu einer Gruppe spricht, ist eine Distanz von zirka drei Metern angebracht.

Duft

Wenn in einer Wohnung oder bei einer Festgesellschaft ein guter Duft herrscht, kann dies die Stimmung wesentlich steigern. Ein feiner und unaufdringlicher Duft löst Span­nungen und erzeugt eine gute Atmosphäre bei den Anwe­­senden.

Düfte sind allerdings, wie vieles andere, von den Geschmä­ckern der Menschen abhängig. Der satirisch-­humor­volle Ausspruch: »Sprach das Schwein zur Rose: Du stinkst!« (nach: Tobias Inderbitzin) bringt das zum Ausdruck.

In Bezug auf den Duft können folgende Verhaltensregeln angebracht sein:

 Duftstoffe dezent verwenden! Für die Mitmenschen ist es immer unangenehm, wenn sie von einer ganzen Duftwolke eingehüllt werden.

 Jeder Mensch hat von Natur aus einen eigenen Geruch, der sich von dem der anderen unterscheidet. Miteinander vertraute Menschen erkennen diesen Geruch sogleich.

 Deshalb sollte man auch überlegen, ob nicht mit zu viel Parfüm die Natürlichkeit verloren geht.

 Seife, Shampoo und Spray sind für die Körperhygiene gut geeignet. Man sollte aber auch daran denken, dass dabei immer auch Chemie im Spiel ist.

 Keiner sollte sich übermäßig daran stören, wenn man beispielsweise nach einer Bergwanderung mangels Dusche noch in verschwitztem Zustand gemütlich beieinander sitzt. Oft ist es aber auch in solchen Fällen möglich, irgendwo ein wenig Wasser für das Gesicht und die Achselhöhlen zu finden oder die Kleidung zu wechseln.

Siehe auch: Garderobe, Schmuck.

Duzen

Es ist nie verkehrt, wenn man junge Leute ab 14 Jahren zunächst einmal mit »Sie« anspricht. Je nach Situation und Gelegenheit kann man dann jedoch vorsichtig die Frage anbringen, wie es das Gegenüber mit der Anrede halten will.

Oft wollen junge Leute lieber das »Du«, während sie zu den Erwachsenen weiterhin »Sie« sagen. Nach der Ausbildungs- oder Schulzeit erwarten sie aber dann zu Recht, dass Vorgesetzte und Erwachsene ihnen eine »gleichberechtigte Lösung« vorschlagen.

Manche Menschen legen großen Wert darauf, nicht sogleich mit dem vertrauten »Du« angesprochen zu werden. In vielen Bereichen des sozialen Lebens und des Geschäftslebens ist das durchaus auch die richtige Haltung. Andererseits stimmt es nicht immer, dass jemand, der mit »Du« angesprochen wird, an Autorität verliert oder beim »Sie« mehr Autorität gewinnt!

Im Allgemeinen gilt:

 Die ältere Person bietet der jüngeren das »Du« an.

 Die in der Hierarchie höher stehende Person bietet der niedriger stehenden das »Du« an.

 Auch dass, wie früher die Dame dem Herrn zuerst das »Du« anbietet, gilt nicht mehr ohne Ausnahme, sondern man kann es jetzt auch umgekehrt halten.

 Wenn jemand sich mit seinem Vornamen vorstellt, dann gilt das in der Regel als stillschweigende Erlaubnis, das »Du« zu benutzen.

 Wenn einem das »Du« angeboten wird, kann man das auch ablehnen, sollte es aber begründen.

 Es gibt auch eine Mischform: Man kann beim »Sie« bleiben, sich aber trotzdem mit Vornamen ansprechen.

 Auf der anderen Seite kann es in der Öffentlichkeit zuweilen auch richtig sein, dass sich »Duzfreunde« mit »Sie« anreden.

 Bei der Anrede in einem Brief ist unter Duzfreunden z.B. die folgende Anrede üblich: »Sehr geehrter Herr Landrat, lieber Robert!«.

Siehe auch: Begrüßen, Grüßen, Titel.

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