Kitabı oku: «Was geschah am 22 Juni 1941?»

Yazı tipi:

Wer die Belehrung mag, der mag auch das Wissen; wer aber die Beschuldigung hasst, der ist ein Ignorant

Das Buch salomonischer Gleichnisse, Kapitel 12

Einleitung des Autors

Worum geht es in diesem Buch?

Es geht um Mut und Verrat, um Tapferkeit und Hinterlist, um Ehre und Niedertracht, um Helden und Verräter, um Marschälle und Soldaten.

Es geht um den Krieg, der in der Menschheitsgeschichte den Namen „der Zweite Weltkrieg“ erhalten haben sollte. Und ein Teil davon war der Große Vaterländische Krieg des sowjetischen Volkes gegen Nazi-Deutschland.

„Noch einmal um den Krieg?“ wird sich ein Leser empören. Nicht schon wieder! Wen interessiert schon ein Krieg, der vor 60 Jahren endete? In 3–4, vielleicht in 10 Jahren wird der letzte Kriegsteilnehmer tot sein. Wozu die Vergangenheit wieder aufwärmen? Es fehlte noch, dass wir eine Diskussion über die Ursachen und den Ausgang des Krimkrieges (genauer gesagt eines Hundertjährigen Kampfes gegen die Türkei) veranstalten! Man sollte lieber heute leben, das Morgen planen und das Übermorgen voraussehen, statt in den vergilbten Archivpapieren herumwühlen und das tote Eisen der rostigen Panzer – und Kanonen jenes Krieges befühlen. Es reicht immer wieder nur über „Tapferkeit, Heldentaten und Ruhm“ zu reden! Es ist längst an der Zeit, uns zur Gewohnheit zu machen, dass in Europa bereits seit 60 Jahren Frieden herrscht. Zwar gab es vor etwa 6 Jahren ein Gemetzel im Balkan, aber dazu ist er ja auch da, der Balkan…

Denn die ganze Wahrheit ist schon dem sowjetischen (dem russischen, weißrussischen, ukrainischen usw. nach der Liste) Volk gesagt worden, genauer gesagt sogar zwei Wahrheiten.

Zum einen gibt es eine Version der sowjetischen Aufklärungspropaganda, – sie wurde von Tausend Geschichtsgelehrten, Memoirenschreiber, Schriftstellern, Filmregisseuren sowohl begabten (wie auch nicht besonders begabten) Schauspielern geschaffen.

Der Sinn dieser Geschichtsauffassung liegt im Folgenden: Deutschland war begierig auf die Vorherrschaft in Europa (künftig aber auch in der ganzen Welt); die kapitalistischen Staaten lieferten Hitler ein Land nach dem andren aus, und nur die Sowjetunion war ein ständiger prinzipientreuer Faschismusgegner. Gerade deswegen brachen die Deutschen bei Tagesanbruch am 22.06.1941 in unser friedliches schlafendes Haus ein. Ihr Ziel war: den ersten proletarischen Staat auf der Welt zu vernichten und die sowjetische Macht zu beseitigen. Wir fielen zum Opfer dem plötzlichen Angriff eines hinterlistigen Feindes. Unsere Armee war nicht bereit, diese Aggression abzuwehren und so gelang es den Deutschen zuerst bis nach Moskau, dann bis nach Wolga vorzudringen. Und nur durch übermenschliche Anstrengungen des ganzen sowjetischen Volkes konnten wir diesem Angriff standhalten und am Ende siegen.

Diese Sichtweise ist möglicherweise zu ideologisiert, aber dennoch relativ logisch – besonders wenn man bedenkt, dass Emotionen ebenfalls einen Teil von materiellen Gründen für einen Militärkonflikt ausmachen können.

Alles ist ziemlich einfach. Die deutschen Faschisten (die Tatsache, dass in Deutschland an der Macht, wenn auch eine nationalistische, aber immerhin eine sozialistische Partei war – wurde total verschwiegen) wollten unbedingt uns angreifen und unsere liebe kommunistische Macht vernichten, um daraufhin uns zu versklaven und das Land als Gutshöfe an die deutschen Bauer zu verteilen. Deutschland wurde nach allen Regeln der Militärpropaganda als eine dämonische Macht dargestellt: die Deutschen waren Monster, deren Lebensziel es war, „den ersten proletarischen Staat auf der Welt“ zu vernichten.

Durch diese Einstellung ließ sich die ganze Geschichte des zweiten Weltkrieges zum vierjährigen Blutvergießen auf der Ost-europäischen Ebene reduzieren, das ausschließlich (wenn man den sowjetischen Historiker Glauben schenken sollte) wegen eines tierischen Hasses der Faschisten gegen das sowjetische Land geschah. Wir „erlernten“ gigantische (nicht nach der Anzahl von Gewehren, sondern nach dem Ausmaß der Ereignisse) Schlachten im Pazifik, die Operationen unserer Verbündeten in Süd-östlichen Asien und Nordafrika als fakultatives Material. „Sekundäre Kriegsschauplätze“, was gibt's da noch zu besprechen?! Bei Stalingrad waren Millionenarmeen im Einsatz und Montgomery und Rommel zusammen hatten kaum zwei Dutzende Divisionen. Ist das denn eine Schlacht? Von Midway ganz zu schweigen, wo bloß ein Dutzend Schiffe und etwa 15 Tausend Matrosen gekämpft hatten. Der echte Krieg ist es nur dann, wenn das Blut in Strömen fließt und Berge von Leichen herumliegen.

So eine Einstellung zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges hatte über kurz oder lang bei den Leuten, die wenig mit der Geschichte zu tun haben – starke Abneigung und bei jenen, die ein wenig damit vertraut sind, – Misstrauen und Skepsis hervorrufen sollen. Also, bei uns steht in allen Büchern geschrieben, dass wir bessere Waffentechnik als die Deutschen hatten, dass unsere Soldaten Heldenmut und beispiellose Opferbereitschaft für die Heimat an den Tag legten, und trotz dieser Umstände zogen sie sich bis an die Wolga zurück! Na gut, „ein überraschender Angriff4 hätte das Heer an der Grenze in seinen Filzstiefeln erwischen können, – aber unsere übrigen Armeen waren doch 200, 500, 1000 km von der Frontlinie entfernt gewesen! Und sie hätten den angreifenden Deutschen einen gebührenden Widerstand leisten müssen!

Aus einem natürlichen Misstrauen gegen die sowjetische Propaganda entstand die zweite Doktrin, die den Angriff Hitlers auf die UdSSR zu erklären suchte.

Wladimir Resun (alias Viktor Suworow) ist natürlich ein großer Meister und ich werde nicht müde das zu wiederholen. Wie großartig führte er sein Täuschungsmanöver durch! Seine Bücher werden auch heute millionenfach herausgegeben, seine Versionen der Ereignisse vom 22.06.41 werden an den historischen Fakultäten gelehrt und beinah von der Kanzel gepredigt! Dieser Mensch ist ein Genie! Aber ein Lügengenie!

Seine Doktrin richtet sich auf das Unterbewusstsein des Lesers. Es ist unangenehm zu glauben, dass wir solche Schlamper wären! Der Feind steht vor unserem Tor, Diversanten schwärmen herum und schneiden die Drahtzäune weg, deutsche Panzer hatten an der Grenze bereits Stellung bezogen – und wir schlafen wie Murmeltiere! Wir unterschreiben Pakte mit den Faschisten und beliefern sie mit dem Weizen und Eisenerzkonzentrat!

Ganz anders aber wäre es, wenn wir unter dem Schein des Paktes den Deutschen Sand in die Augen streuten und einen schonungslosen Schlag ins Herz Deutschlands planten. Das ist ja cool! Stalin war der größte Politiker aller Zeiten und Völker! Allerdings war Hitler ihm ein bisschen zuvorgekommen, und aus diesem Grunde ging der Krieg nicht mehr so gut vonstatten, aber es wurde doch alles so schön geplant!

Die „sowjetische“ Interpretation der Geschichte stellte die Deutschen als Höllenbrut dar, die aufs russische Blut erpicht waren; Hitler wurde zum primitiven wahnsinnigen Mörder herabgesetzt und Stalin als ein vertrauensseliger gutmütiger Kerl dargestellt. Resuns Konzeption ließ wenigstens sowjetische, unnötig emotionale Beurteilungen des Kriegsanfangs fallen und hatte eine einigermaßen nachvollziehbare Erklärung für alle Ungereimtheiten und Absurditäten während der ersten Tage des Großen Vaterländischen Krieges geliefert.

Resun (Suworow) schildert Stalin als einen großen Denker und Strategen, der die Sowjetisierung Europas vorbereitete. Hitler ist bei ihm im Großen und Ganzen auch kein klinischer Idiot (wie er in mehreren sowjetischen Kriegsfilmen dargestellt wurde), sondern ein ganz vernünftiger Politiker. Stalin plante eine Invasion in Europa und Hitler war ihm zuvorgekommen – aber der Schlag war nicht tödlich, was Stalin gestattete, halb Europa an sich zu reißen. Das ist im Grunde eine großartige Theorie.

Also, mein lieber Leser. In diesem Buch wirst Du über die Existenz einer dritten Doktrin von Ursachen und Auswirkungen des Großen Vaterländischen Krieges erfahren, in der weder kommunistische Propaganda, noch antisowjetische Hysterie zu finden sind. Wir werden uns Mühe geben, der Geschichtslogik zu folgen, die trockene Zahlensprache und Pedanterie der echten Tatsachen zu beachten. Vielleicht werden die Schlussfolgerungen in diesem Buch manchen Lesern unerwartet vorkommen, doch der Autor hatte sich bemüht, aufrichtig und gewissenhaft zu sein. Möge dieses Buch über die Ergebnisse seiner Arbeit erzählen.

Das ist keineswegs eine geschichtliche Forschung. Hier wird es keine ausführliche Beschreibung vom Einsatz der 5 Panzerarmee in der Schlacht bei Prochorowka oder Erzählungen über den Kriegsweg der VIII Gardearmee im Großen Vaterländischen Krieg geben. Alle diese tatsächlichen Einzelheiten sind schon längst und sorgfältig von den sowjetischen Historikern und Memoirenschreibern geschildert worden und der Autor hatte nicht vor, ihnen das Brot wegzunehmen.

Dieses Buch ist ein Versuch, die Ereignisse von damals unvoreingenommen zu analysieren, eine Art „Seitenblick“. Die Leser werden selbst beurteilen, inwiefern es dem Autor gelungen ist.

Prolog

Musst du deinen Feinden dienen, die der Herr gegen dich ausgesandt hat. Hunger und Durst wirst du leiden, nackt sein und nichts mehr haben. Er legt dir ein eisernes Joch auf den Nacken, bis er dich vernichtet hat.

Deuteronomium, 28,48

Die alte Welt war zerstört.

Der Erste Weltkrieg beerdigte Standesmonarchien der Habsburger, Romanows und Hohenzollern (und zusammen mit ihnen die Königshäuser in ganz Deutschland). Stattdessen entstand in der Welt ein Konglomerat von neuen Staaten mit vorher unbekannten Bezeichnungen und einem unvorstellbaren Ideologie-Mischmasch. Es schien, dass jener Krieg (damals hieß er einfach „Weltkrieg“) den europäischen Kontinent gerade mit dem Ziel der Vernichtung der letzten Adelsimperien erschütterte, um den Platz für eine neue, bisher unbekannte Welt, „die besser, als die Vorkriegswelt sein wird“, freizumachen.

Diese neue, im Blutherbst 1918 geborene Welt wurde keineswegs besser als die alte. Der Lebensstandard im Jahre 1920 in allen drei besiegten Ländern war auf ein kritisches Existenzminimum gefallen. In Russland wurde dieser Fall noch durch den dreijährigen Bürgerkrieg verstärkt.

Den Bolschewiken – Internationalisten schien es nicht ausreichend, dem Adel und der Bourgeoisie einfach die Macht zu entreißen; die bolschewistische Ideologie in der trotzkistischen Auslegung (und die Logik der gewaltsamen Machtergreifung) verlangte eine physische Ausrottung von „Regierungsklasse“ der Urbevölkerung. Und die Russen ließen sich drei Jahre lang mit einer blindwütigen Verbissenheit ausrotten, dabei war das Land zum Zustand der permanenten Wildheit und Barbarei gebracht worden. Der Kannibalismus während des Wolgahungers 1921 ist ein natürliches Ergebnis einer beispiellosen Innenkrise, als die Millionen von Leben für die Erschaffung eines bisher einmaligen „proletarischen Staates“ geopfert wurden. Dieser Staat versicherte sich mittels eines blutigen Bürgerkriegs gegen die eventuelle Restauration und potenzielle Landaufstände in den weitentlegenen Randgebieten. Die Bolschewiken hatten alle diejenigen ausgerottet, die in der Zukunft zum Gärstoff des politischen Unmutes hätten werden können. Daraufhin konnten sie mit ihrem sozialen Experiment in einem politisch sterilen Land beginnen.

Weder in Deutschland, noch in Österreich haben sich neue Herrscher eine physische Vernichtung des menschlichen Bestandteiles von ehemaligen Standesimperien leisten können, da in diesen Staaten bei weitem nicht so extrem gestimmte politische Kräfte an die Macht kamen. Allerdings gab es in Bayern, Ungarn und in der Slowakei Versuche einer Machtergreifung durch den radikalen Flügel der sozialistischen Bewegung, doch diese Versuche waren schnell genug von nationalistisch gestimmten Kräften erstickt.

Deutschland hatte den Krieg verloren. Das Reich war zusammengebrochen. Eigentlich verschwand 1918 eine ganze Zivilisation, doch Menschen, die vergangene Größe des Reiches in Erinnerung hatten, waren nach wie vor da.

Einige von ihnen kämpften weiter, auch dann, als Deutschland bereits seiner Niederlage zugestimmt hatte.

Die „Freikorps“ aus ehemaligen Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren führten einen hoffnungslosen und deswegen auch undenkbar verbissenen Krieg an den vergessenen Randfronten. Gegen Bolschewiken und Letten kämpfte eine „Eiserne Division“, unter Führung von der Holz (sie wurde im August 1919 von Weimarer Republik verraten und von den Letten betrogen, denen sie praktisch die Unabhängigkeit geschenkt hatte), gegen die Polen in Oberschlesien (Ereignisse von Mai 1921) – Division „Oberland“, geführt von Josef Remer, gegen „Rote Armee von Ruhr“(nach dem Kappputsch im März 1921) kämpfte die Division „Stahlhelm“.

Für die anderen reichten einfach die Fronten nicht aus.

Die Mehrheit der Soldaten, die von der Front „unbesiegbar“(jedenfalls glaubten sie daran) zurückkamen, fingen damit an, sich zu verschiedenen Verbänden zusammenzuschließen, weil sie sich während des Krieges an Soldatenbruderschaft und Einheit im Namen der Erlangung eines Gesamtziels gewöhnt hatten und sich in der Nachkriegsrepublik nicht mehr finden konnten. „Stahlhelm“, „Kampfverein“ in München, Freikorps „Oberland“ Doktor Webers, „Reichskriegsflagge“, geführt von Kapitän Ernst Röhm, „Wikinger“, geführt von Korvettenkapitän Erhard (dieser führte Marineinfanterie nach Berlin während des Kappputsches) und mehrere andere Vereinigungen von ehemaligen Soldaten waren zu idealem Nährboden für die Entstehung der Revancheideen geworden.

Schmach und Schande Deutschlands – der Frieden von Versailles – war noch ein stärkerer Reiz für „200 000 arbeitslose Kapitäne und Leutnante“ als damalige jüdische Vormachstellung in der Wirtschaft und Politik in Deutschland. Das große deutsche Volk wurde auf das Niveau eines Straßenbettlers herabgesetzt! Man hatte ihm nicht nur Hab und Gut, Waffen, Gold und Kriegsschiffe entrissen, sondern die Ehre und Würde des deutschen Soldaten wurden zertreten! Und das war schon zuviel. Deshalb hatte so ein Versailles System nicht lange existieren können – die undenkbare Erniedrigung Deutschlands sollte zwangsläufig eine Gegenreaktion auslösen. Eine absolute Ablehnung der dem Land aufgezwungenen Fremdwerte; die Ausarbeitung einer seltsamen Mischung von Konservatismus und Sozialismus als Ersatz für die nationalen Werte, angereichert mit dickem Antisemitismus.

Wäre denn eine andere Reaktion möglich?

Die physische Ausrottung aller Träger des Reichsgedankens (wie in Russland) wäre das einzige Mittel, um den Machtantritt der NSDAP in Deutschland vermeiden zu lassen. Wenn man alle Offiziere der Kaiserarmee, alle Universitätsprofessoren, alle Landlehrer (kurzum alle, die lesen konnten und bis 1890 geboren wurden!) vernichten könnte, dann wären vielleicht die Nazis nicht an die Macht gekommen. Nach Versailles gab es kein anderes Mittel, um das Nachkriegssystem erhalten zu können!

Die Bolschewiken-Trotzkisten hatten in Russland in eben diesem Sinne gehandelt. Sie löschten aus dem Volksbewusstsein alles Positive, was in russischem Reich war. Sie überstrichen mit schwarzer Farbe die ganze tausendjährige Geschichte des Landes, indem sie sie bis zum ununterbrochenen Klassenkampf (von der Zeit Gostomysls bis zu seinem siegreichen Ende im Oktober 1917) herabgesetzt hatten.

Zu Helden des Landes wurden Gewalttäter und Mörder (Rasin, Pugatschöw, Bolotnikow und ihre Komplizen), Terroristen („Helden der Volkswillen“), Verräter und Meineidigen (Gerzen, „Dekabristen“ und andere Judas) ausgerufen. Und als ob es nicht genug wäre – sie ließen die ganze menschliche Geschichte als ein ununterbrochener Weg der Menschheit zum Schaffen des „proletarischen Staates“ (einer höchsten und vernünftigsten Art von menschlichem Gemeinschaftsleben) betrachten.

Die Deutschen jedoch hatten auf Selbstvernichtung verzichtet. Sie befassten sich mit Selbstorganisierung.

Wenn die ganze Welt dich für eine Höllenbrut, für einen „Hunnen“, für einen schwachköpfigen Kommisshengst und erbärmlichen Ignoranten hält – für wen wirst du dich selbst halten?

Wenn die ganze Welt sich stündlich an deiner Tasche vergreifen würde, um den Rest herauszuholen – wie würdest du dieser Sache gegenüberstehen?

Wenn man dir das Recht entzieht, ein Herr in eigenem Land zu sein, wenn in der Wirtschaft und Politik des „Weimarbastard“, der an der Stelle deines Deutschlands entstanden ist, am Drücker die Ausländer sitzen, die dich zu einem Gast in eigenem Haus erklärt hatten – was würdest du tun?

Die deutschen Kommunisten schlugen vor, alles „wie in Russland“ zu gestalten, Sozialisten – „wie in Frankreich“, und nur die Nazis – „wie in Deutschland“.

Hitler war keineswegs Erfinder der Ideologie des Nationalsozialismus. Man brauchte sie auch nicht zu erfinden – sie entstand in Tausend Geistern Deutschlands, als eine Gegenreaktion auf französisch-belgische Besatzung von Saar und Ruhrgebiet, auf einen himmelschreienden und zur Schau gestellten jüdischen Reichtum und auf die Raubbedingungen des Friedens von Versailles.

Hitler war auch kein Ideologe von Rassenüberlegenheit – dafür waren da Fichte („Das deutsche Volk ist von Vorsehung auserwählt worden, um den höchsten Platz in der Universumsgeschichte einzunehmen“), Hegel („Die Deutschen führen die übrige Welt zur glorreichen Spitzen einer Zwangskultur“), Nietzsche („Ein Übermensch ist über übliche Kontrolle erhaben“) und andere große Geister. Auch die „Thule-Gesellschaft“ entstand nicht in der Weimarer Republik, sondern noch im deutschen Kaiserreich.

Außer dem Nationalsozialismus gab es in Deutschland Anfang 20-er Jahre noch den National-Bolschewismus und es sei gemerkt, dass die kommunistische Doktrin ziemlich einflussreich war. Es mangelte nicht an Ideen! Es mangelte an Brot und Arbeit…

Das ist eine historische Tatsache, dass gerade der Nationalsozialismus eine große Resonanz bei dem passioniertesten Teil des deutschen Volkes fand: bei verzagten und zu allem fähigen Veteranen, bei der Jugend (erzogen im Sinne einer „großdeutschen Idee“), bei den Ladenbesitzern, die von mächtigerem jüdischen Kapital bedrängt waren, bei Industriearbeitern, die für ihre qualifizierte Arbeit schlecht bezahlt wurden.

Im Prinzip, wenn man sich der klugen Wörter bedient, war der National-Sozialismus als gesellschaftspolitische Strömung infolge der schweren Krise (traditionell für die Mehrheit des deutschen Volkes von konservativem Bewusstseinstyp) erschienen, die durch die Zerstörung des Kaiserreichs und strukturellen Reformen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland verursacht wurde. Das wiederum beeinflusste das Schicksal sowohl des deutschen Volkes, als auch der deutschen Elite.

Die Mehrheit dieser wirtschaftlichen Elite hatte Deutschland nach Meinung der Bevölkerung verraten und entwickelte sich in Richtung des von Entente aufgezwungenen Liberalismus. Sie hatte die Nebensache (in unserem Fall den „nationalen Geist“) aufgegeben, um die Hauptsache (stabile Profitgewinnung und Unveränderlichkeit der Eigentumsrechte) zu erhalten. Für diese Elitengruppe ließen sich die Werte aus der Kaiserzeit von liberalen Werten (falls es welche gab) ablösen. Die nationale Zugehörigkeit dieses Elitenteils ließ ebenfalls ein weites Feld für den Antisemitismus frei, denn die meisten aus diesem Elitenteil waren nicht der deutschen Nationalität.

Der andere Teil (im Grunde genommen die intellektuelle Elite, d. h. Lumpenproletarier mit Universitätsdiplomen) ging steil nach rechts. Wie man es heutzutage zu sagen pflegt – in Richtung des rechten Radikalismus, beziehungsweise auf die Position der totalitären Ideologie mit ausgeprägten nationalistischen Zügen.

Ohne Unterstützung der wirtschaftlichen Elite, die konsequent Friedensbedingungen von Versailles annahm, fing diese „intellektuelle Elite“(ohne einen Heller in der Tasche) schnell an, die soziale Basis neu zu gestalten; dabei suchte sie sich auf ein breiteres Kraftspektrum zu stützen, auf „das Volk“, wie die Bolschewiken gesagt hätten. Dafür übernahmen sie bei den Linken ihre populären und auffallenden Losungen.

1918–1919 findet in Deutschland ebendieser Prozess statt. Es wurden die ersten Gruppierungen und Organisationen gegründet, die Schritt für Schritt die Plattform einer „konservativen Revolution“ ausarbeiteten. Die Hauptidee der „konservativen Revolutionäre“ und der von ihnen hervorgebrachten „national-revolutionären Bewegung“ war, die Aufgabe die Schande des Versailles Abkommens und des Deutschland aufgezwungenen „demokratischen“ Regimes zu beseitigen, sowie die Macht und das Kriegspotential des Landes wiederherzustellen. Der kraftlose Staatsapparat der Weimarer Republik war nicht imstande diese Aufgabe zu lösen und deshalb sollte er durch eine starke militärpolitische Elite ersetzt werden. Außerordentlich wichtig war auch die Idee vom Kaisertum und Führertum. Die Adepten der neuen Bewegung ließen ihren Hass gegen „Weimarschande“ über die ganze westliche Zivilisation verbreiten.

Für die Theoretiker des „frühen“ Nationalsozialismus war sehr bezeichnend der Etazismus (eine Form der Gesellschaftsordnung, wo dem Staat die wichtigsten Funktionen gehören) und ein daraus folgendes hohes Niveau von staatlichem Paternalismus.

„National-Revolutionäre“ traten für Sozialisierung von Produktionsmitteln und für das Prinzip der „Volksgemeinschaft“ in der Wirtschaft ein.

Verzichtet man auf die ideologischen Dogmen, dann lässt sich eine einfache Schlussfolgerung ziehen: „Nazibierputsch“ 1923 in München war der erste Versuch von Restauration der deutschen Macht auf dem deutschen Boden, der von einer neuen politischen Kraft mit einer neuen Ideologie unternommen wurde.

In Bezug auf Bayern im November 1923 war es, seinem Wesen nach, die Vereitelung einer monarchistischen Verschwörung, an deren Spitze die damaligen Regierungschefs dieses Landes standen (Premier von Karr, Oberbefehlshaber von Lossow und Polizeichef Seisser).

Diese unbedeutenden Politiker aus der Provinzstadt München beschlossen unter den Verhältnissen der äußeren Instabilität der republikanischen gesamtdeutschen Regierung ihr Geschäft zu machen. Es sei erwähnt, dass sie dabei die Situation der allgemeinen Verwirrung, die ganz Deutschland nach den Novemberunruhen 1918 ergriff, sowie den Inflationsruin der meisten Haushalten, ausgenutzt hatten.

Von Karr und Co. hatten auf den Separatismus der ewig über das „preußische Berlin“ verärgerten bayerischen Bauern gesetzt und wollten die Souveränität über dem größten „Brotgebiet“ Deutschlands in ihre Hände bekommen; sie hatten auch vor, den bayerischen Kronprinzen als Oberhaupt auszurufen und zum „Dank“ für die Thronschenkung das Recht über die selbstständige Wirtschaftsführung in diesem fruchtbaren süddeutschen Land an sich zu reißen.

Die monarchistischen Traditionen waren in überwiegend bäuerlichem Bayern stark und die Kandidatur von Feldmarschall Prinz Rupprecht wurde in vollem Ernst von hiesigem Establishment fürs „Königsamt“ in Betracht gezogen. Denn die Familie Wittelsbach überließ die Macht der Republik erst vor 5 Jahren, und diese Republik, verkündet von Eisner am 8 November 1918, hatte bei der Volksmehrheit kein Vertrauen gehabt.

Die Separatisten hatten keine reale Militärkraft für sich – obwohl unter den Verschwörern der Oberbefehlshaber der bayerischen Armee und ihr Polizeichef waren, konnten sie die ihnen anvertrauten Streitkräfte nicht für die Trennung Bayerns von der deutschen Republik einsetzen, denn sowohl die Streitkräfte, als auch die Polizei sind dem Eid treu geblieben. Als Militärkraft ließen sich nur die Kampfabteilungen der politischen Parteien einsetzen – und allein die NSDAP verfügte damals über eine mehr oder weniger ernsthafte „Truppenanzahl“ (zusammen mit verbündeter „Reichskriegsflagge“ und „Oberland“). Deshalb fasste von Karr einen Entschluss, Hitler und Ludendorf „blindlings“ auszunutzen, indem er sie (und ihre Kampfabteilungen) als „Dietrich“ verwendete, um die Tür in die begehrte bayerische „Souveränität“ aufzumachen.

Ein monarchistischer Umsturz aber bedeutete die Trennung Bayerns von Deutschland und die Rückkehr zur Bismarcks Epoche. Hitler beschloss sein Spiel zu spielen: er hatte vor, das politische „Gewicht“ von Karr und Lossow auszunutzen und anstelle eines separaten Umsturzes einen Versuch zu unternehmen NSDAP in Bayern (und später auch in ganz Deutschland) zur Macht gelangen zu lassen. Hitler mit seinen Nationalsozialisten kam den Monarchisten in die Quere, vereitelte die separate Verschwörung und unternahm den Versuch von selbstständiger Machtergreifung. Dieser Versuch misslang (es konnte auch nicht anders sein), aber er fand Resonanz in ganzem Deutschland.

Von nun an bekam deutsches Volk eine Idee, die nach 10 Jahren zur Staatsideologie wurde.

Außerdem gab es noch ein wichtiges Detail, das die Entwicklung von Ideen des Nationalsozialismus unter Deutschlands Bevölkerung förderte.

Die Konzeption eines deutschen „national-sozialen Staates“ erhielt die mächtige informatorische „Speisung“ aus Sowjetrussland. Während Westeuropa sich nicht aus dem ideologischen Netz des Ersten Weltkrieges herausfinden konnte, bemühte sich Russland, das seinen Krieg verloren hatte, ihn möglichst schnell zu vergessen. Dem sowjetischen Volk wurde anstelle der pessimistischen Weltwahrnehmung (was eigentlich normal ist für das Land, das den Krieg verloren hatte) die Teilnahme an einem großen sozialen Experiment angeboten. Das Ziel dieses Experimentes war das Land zur gebildetsten (bei 90 % des Analphabetentums), industriell

entwickeltesten (beim allgemeinen Verfall in den 20-er Jahren), gefechtsbereitesten (bei der schlechtesten Ausrüstung der Roten Armee mit dem Kriegsmaterial) Großmacht zu machen. Die sowjetischen Erfolge auf diesem Weg (so ausgeschmückt sie auch immer waren) gaben den deutschen Nationalsozialisten Anlass, die Behauptungen über dem absoluten Erfolg des von ihnen vorgeschlagenen „nationalsozialen Staates“ aufzustellen.

„Ausschluss aus der Volkswirtschaft des spekulativen Bankkapitals“, „Nationale Produktion für nationale Interessen“ – solche Losungen waren gleichermaßen zugänglich und wahrnehmbar sowohl für die kleinen Ladenbesitzer, als auch für die industriellen Arbeiter. Nur die „Überlegenheit der arischen Rasse“ über den anderen Rassen war überhaupt außer Konkurrenz und wurde immer mit frenetischem Beifall quittiert. Es ist doch verdammt angenehm, sich als ein Teil der „Herrenrasse“ zu fühlen!

Allerdings hatte die teilweise Stabilisierung des Weltwirtschaftssystems in Jahren 1925–1929 die Nazis mit Hitler an der Spitze an den Rand des deutschen politischen Prozesses geschoben. Es schien, das Leben käme in Ordnung und es werde keinen Bedarf mehr an den extremistischen Politikern geben. Hitler wird noch vor Weihnachten 1924 als ein harmloser „Extremist“ aus dem Gefängnis freigelassen (während der Wahl hatten die Rechten im Reichstag mehr als die Hälfte ihrer Sitze eingebüßt) und bekommt sogar offiziell ein grünes Licht für weiteres Funktionieren der Nazipartei. Die bayerische Regierung (ganz zu schweigen von der gesamtdeutschen Regierung) hält diese Partei für ungefährlich – von der ehemaligen feurigen Passion des Volkes Anfang 20-er Jahre ist wenig übriggeblieben.

Es gibt die Meinung, dass die Nazis ohne Weltwirtschaftskrise (sie fing 1929 in USA an) in Deutschland keine Chance gehabt hätten.

Mag sein. Nach der Wahl 1928 saßen im Reichstag nur 12 Abgeordnete der NSDAP! Aber das war die Oberfläche…

Das Leben der Deutschen wurde nicht besser. Die Armen blieben arm, die Reichen – reich, und die Kluft zwischen ihnen war noch größer geworden. Die Hauptsache ist, dass die Regierung nichts vorzuschlagen vermochte, was die schreiende Ungleichheit im Lande hätte beheben können. Und die Arbeit von Brüdern Strasser (anfangs musste Hitler ihre wilde für Bayern, aber äußerst fruchtbare für Nord – u. Ostländern „linksradikale Einstellung“ in Kauf nehmen) brachte ihre Früchte: Es kamen zu Nazis immer mehr elende, hoffnungslose, zu allem fähige Menschen – in Preußen, in Hannover, selbst in „rotem“ Sachsen und in proletarischem Hamburg. Georg und Otto Strassers führten ihre Tätigkeit für die Werbung von Neophyten auch mittels einer rein marxistischen Rhetorik, was allerdings mit dem Programmziel der NSDAP einigermaßen auseinander ging, aber dieser „Opportunismus“ wurde auf der bestimmten Entwicklungsetappe von der Parteiführung in München hingenommen. Das Wichtigste war der „Menschenfang“, und hier machten die Strassers Fortschritte; nach und nach wurden die Ideen des Nationalsozialismus für die ganze Bevölkerung Deutschlands zugänglich.

Es entzieht sich freilich unserer Kenntnis, was aus der politischen Situation in Deutschland geworden wäre, wenn es keine Weltkrise gegeben hätte.

Aber am 29 Oktober 1929 vollzog sich der Zusammenbruch der Wertpapierbörse in New-York, die westliche Welt erzitterte angesichts einer bisher undenkbaren wirtschaftlichen Katastrophe und der Machtantritt NSDAP in Deutschland wurde zum gesetzmäßigen Ergebnis. Die NSDAP wollte einen Austritt aus dem wirtschaftlichen Kollaps gekannt haben. Und je schwieriger die wirtschaftliche Lage Deutschlands wurde, umso größer wurden die politischen Aktien der NSDAP.

Die Wahlen im September 1930-18 % der Wähler gaben ihre Stimmen den Nazis.

Die Wahlen im Juni 1932 – schon 37 % der Wähler stimmten für die Nazis ab.

Zu jener Zeit brach das wirtschaftliches System der Weimarer Republik endgültig zusammen – der Produktionsrückgang erreichte 40 %, die Auslastung der Produktionskapazität machte im Maschinenbau – 27 %, im Autobau – 25 %, im Bau – 20 % aus, und insgesamt funktionierte die deutsche Industrie lediglich um ein Drittel ihrer Leistung. 44 % der Lohnarbeiter waren völlig arbeitslos und für 23 % der Arbeiter war eine verkürzte Arbeitswoche eingeführt. Armut und ausweglose Verzweiflung ergriffen erneut Besitz von Deutschland.

Der Zusammenbruch des wirtschaftlichen Systems ließ auch das politische System der Weimarer Republik zusammenbrechen. Deutschland musste von einer neuen politischen Kraft geführt werden, die einen Ausweg aus dieser Sackgasse kannte.

Reichspräsident Hindenburg und Reichskanzler A. Hitler


Die NSDAP verfügte Ende 1932 über eine Million Mitglieder. Die größte Partei des Landes! Es ist ganz natürlich, dass die verwirrte Führung Deutschlands gerade die NSDAP mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragte.

Die Nazis kamen an die Macht in Deutschland auf legalem Wege!

Das ist eine historische Tatsache.

Das deutsche Volk hatte die Schlüssel von seinem Schicksal der NSDAP ausgehändigt. Von nun an sind die Ziele der NSDAP und die der deutschen Nation zu gleichwertigen Größen geworden (obwohl nicht alle in Deutschland von dieser Aussicht begeistert waren).

Wenn die Bolschewiken in Russland die Macht usurpierten, indem sie die Konstituierende Versammlung auseinandergejagt haben (diese Versammlung hatte die Zukunft des Landes zu bestimmen), so erhielten die Nazis die Macht in Deutschland als Ergebnis von Willensbekundung des Volkes, als Folge von totalem wirtschaftlichem und politischem Zusammenbruch eines Systems, das eigentlich den Deutschen aus dem Ausland aufgezwungen worden war. Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Zukunft Europas und der ganzen Welt.

Bringen wir nun unser Prolog zum Abschluss.

Am 30 Januar 1933 fährt der Führer der NSDAP (die gesamtdeutsche Wahlen gewonnen hatte) Adolf Hitler vom Berliner Hotel „Adlon“ zum Reichspräsidenten Hindenburg, um von ihm zum deutschen Kanzler ernannt zu werden.

Er fährt, um Mein Kampf im Maßstab eines ganzen Staates zu beginnen und in die Praxis umzusetzen.

Er fährt, um die nationalsozialistische Umgestaltung Deutschlands zu verwirklichen.

Er fährt, um das Versailles System zu zerstören und das strahlende Gebäude eines „neuen Europas“ zu errichten.

Er fährt, um in sechs Jahren mit dem Mord an 50 Mio. Menschen anzufangen…

Erstes Kapitel

1

Apropos, 90 % aller Ärzte und Rechtsanwälte in Berlin 1929 machten die Juden aus. Die Minister der Weimarer Republik Rathenau und Warburg, die Führer der Bayerischen Sowjetrepublik (alle vier Minister: Nissen, Toller, Eisner und Landauer) waren Juden.

Der Autor will damit nichts sagen. Er versucht dem Leser einen ganz einfachen Gedanken nahezubringen: die sozial-politische Krise Anfang 20-er Jahre, Hyperinflation, die Einlagen der ganzen deutschen Bevölkerung entwertete, allgemeine Armut, totale Arbeitslosigkeit, der Sittenverfall – all das wurde in Gemüter des deutschen Volkes fest mit dem Wechsel der gesellschaftspolitischen Formation, deren Haupttriebkraft die Juden waren, in Verbindung gebracht.

Die Weimarer Republik konnte (wollte?) den Binnenmarkt nicht wirkungsvoll vor ausländischen Waren schützen. Als Folge daraus hatte die Arbeitslosigkeit unter den deutschen Industriearbeitern einen schrecklichen Höchstwert erreicht. Wem hatte der deutsche Arbeiter es zu verdanken, dass er nicht imstande war, seine Familie zu ernähren, dass seine älteste Tochter anschaffen ging, seine Ehefrau immer krank war und die jüngsten Kinder ihn mit hungrigen Augen ansahen?

Die Regierung konnte nicht (wollte nicht?) das starke Lobbying kosmopolitischer Absichten des kommerziellen Binnenkapitals bekämpfen – anders gesagt, sie stand nicht im Wege der Kapitalausfuhr und Ausblutung des Finanzsystems des Landes. Man tut gut daran, sich zu erinnern, dass der Banksektor Deutschlands jener Zeit zur Hälfte von den Juden kontrolliert wurde. Wem hatte der kleine Händler es zu verdanken, dass es ihm unmöglich war, einen Kredit für die Entwicklung seines Geschäfts zu bekommen? Wem hatte er sein erbärmliches Vegetieren zu verdanken, als er jeden Samstag seinen erfolgreichen Konkurrenten an der Synagogentür stehen sah?

Vor dem Krieg war Deutschland der stärkste und dynamischste Industriestaat Europas, der die industrielle Macht USA herausforderte, aber in den 20-er Jahren wurde es praktisch zur Kolonie der entwickelten Länder. Unstabiles und schwaches Deutschland konnte nicht (oder wollte nicht?) die ureigensten Interessen des deutschen Industriekapitals und industrieller Produktion wahren – und deutsche Industriellen waren gezwungen die Produktion und Preisschätzungen abzubauen, den „Gürtel enger zu schnallen“, während die den Juden gehörenden spekulativen Handelsgesellschaften immer mehr ihre Umsätze steigerten. Wem hätte ein Fabrikbesitzer diese Lage zu verdanken?

Ein Jude, der sich an Hunger und an der Armut eines Deutschen bereichert und während der Inflation (die auch durch Juden verursacht wurde) spottbillig deutsche Immobilien aufgekauft und von Geschäften, Werken, Wohnhäusern den Besitz ergriffen hatte – dieses Bild wurde dauerhaft von der nationalsozialistischen Propaganda nicht ohne Erfolg gepflegt. Wenn es bloß ein Propagandafetisch wäre, dann hätte er so eine Resonanz in Gemütern der Deutschen kaum gefunden.

Und antijüdische Thesen der Nationalsozialisten fanden ein lebhaftes Echo in Gemütern der Deutschen! Wo Rauch ist, da ist auch Feuer…

Hier sei zu erwähnen, dass der Autor keine Xenophobie und keinen Antisemitismus in Russland fördern will, sondern er unternimmt nur den Versuch objektiver Betrachtung der Geschichte und Aufdeckung der echten Entstehungsgründe des Zweiten Weltkrieges – dieser weltweiten Menschheitstragödie.

Dabei ist der Autor sich bewusst, inwiefern der Weg, den er nimmt, dornenvoll und gefährlich ist: er unterzieht einer Analyse die zwischenethnischen Beziehungen, einschließlich die der jüdischen Seite – die Beschuldigung der Volkshetzerei ist in diesem Fall so gut wie nicht zu vermeiden.

Lasst uns aber auf den gesunden Leserverstand bauen!

Haben die Juden Deutschland zur Armut getrieben? Das ist freilich ein wenig hergeholt. Die kolossalen Kriegsausgaben und erbarmungslosen Friedensbedingungen von Versailles hatten Deutschland in die Armut versetzt. Aber niemand kann leugnen, dass unter den damaligen Instabilitätsverhältnissen (Zusammenbruch von ehemaligen Idealen, finanzielle Verwirrung) die Juden sich wie ein Fisch im Wasser fühlten und nur in wenigen Jahren Riesenvermögen zusammengerafft hatten. Und die Inflation? Es versteht sich, dass das Schwungrad dieses zerstörenden Prozesses mit einfachem Ziel angelassen wurde, und zwar, um schmerzlos (für die Staatsfinanzen) die Innenschulden zu tilgen.

Der Erste Weltkrieg hatte den deutschen Staatshaushalt („dank“ ungeheuerlicher Inflation 1923) nur eine neue Mark aus dem Jahre 1924 gekostet!

Dafür vernichtete dieser Prozess die ganzen Ersparnisse des deutschen Volkes und die Bevölkerung war innerhalb von nur 1,5–2 Jahren in die totale Armut getrieben worden. Genauer gesagt – die deutsche Bevölkerung Deutschlands. Die Deutschen haben noch nie im Leben eine Inflation erlebt. Das Vertrauen in die Mark war absolut. Die Juden wussten nur zu gut, dass jegliches Papiergeld nichts mehr als ein schön ausgemaltes Papier ist. Durch die tausendjährige Wuchererfahrung haben sie gelernt, nur an die realen Werte zu glauben. Und so konnten sie unter den gegebenen inflatorischen Bedingungen den Mantel gut nach dem Winde hängen, den Schmerz und die Bitternis der Deutschen in klingende Münze umwandelnd.

Und nach alledem können Sie doch wohl nicht erwarten, dass die Deutschen sich freundlich den Juden gegenüber verhalten würden? Denn wenn dem so ist, dann wären Sie, mein lieber Leser, ein großer Idealist und unverbesserlicher Menschenfreund!

2

Adolf Hitler ist der prinzipientreueste Politiker des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Hauptprinzipien seines politischen Programms waren folgende:

1. „Säuberung“ Deutschlands von den Juden.

2. Kündigung des Versailles Vertrages.

3. Einrichtung der Vorherrschaft Deutschlands in Europa.

Der erste Punkt – „Säuberung“ – ist ihm fast gelungen, den zweiten hatte er in die Tat umgesetzt, den dritten konnte er nicht verwirklichen (aus nicht von ihm zu verantwortenden Gründen). Es ist nicht recht zu verstehen, wofür Hitler zum Ungeheuer und zur blutrünstigen Bestie gestempelt wurde. Dieser Mensch stand einfach zu seinem Wort: gesagt – getan! Er versprach dem deutschen Volk, es von den Juden zu erlösen – so ist es auch geschehen. Er versprach Deutschland von den Versailles Fesseln zu befreien – na bitte schön! Er versprach das deutsche Volk zur „Herrenrasse“ zu machen – das ist ihm zwar nicht gelungen, aber er hatte dafür alles getan, was in seinen Kräften stand!

Hitlers Partei erreichte die Mehrheit der Sitze im Parlament Deutschlands laut dem Willen des deutschen Volkes. Das deutsche Volk hatte das Wirken der NSDAP in der „jüdischen Frage“ gutgeheißen. Warum war dann die nationalsozialistische Partei nach dem Krieg verboten worden? Die NSDAP wurde ja von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung unterstützt!

Und überhaupt, wofür wurden in Nürnberg die Hauptnazis gerichtet? Es ist auch nicht zu verstehen. Die Leute hatten ehrlich ihr politisches Programm erfüllt, das vor der Wahl gut dem deutschen Volk bekannt war. Gerade das deutsche Volk ließ die Nazis ans Ruder kommen, d. h. es hatte ihren politischen Kurs gebilligt, folglich – man hätte in Nürnberg übers ganze deutsche Volk das Gericht halten müssen! Und dann irgendwohin nach Magadan für 10 Jahre verbannen, das ganze Volk: Kinder, kranke Alten, schwangere (von den alliierten Soldaten) Mädchen, traurige Greise und Krüppel in Rollstühlen.

Die Sache wäre anders, wenn die NSDAP in ihren Vorwahlversprechungen die jüdische Minderheit zu lieben, zu pflegen geschworen hätte, und daraufhin, an die Macht gekommen, finge sofort an Dachau zu errichten. In diesem Falle dann hätte man die Nazis streng richten und schonungslos ahnden sollen, weil sie das Volk betrogen und ihre Vorwahlversprechungen gebrochen hätten. Aber so zu richten – wozu diese Nürnberger Farce?

3

Apropos, die Nazis wollten gar nicht das gesamte jüdische Volk vernichten. Das Hauptziel der deutschen Regierung bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war die Auswanderung von Juden.

Tatsachen? Nach Herzenslust!

Die Tätigkeit der Zionisten während den Jahren 1933–1938 für die Organisation einer jüdischen Auswanderung nach Palästina fand bei den Nationalsozialisten eine starke Unterstützung. Ein Berliner Rabbi Joachim Prinz in seinem Buch „Wir, Juden“, das in der Reichshauptstadt 1934 veröffentlicht wurde, freute sich ganz offen über die nationalsozialistische Revolution, „durch die die Assimilation beendet würde und Juden wieder zu Juden werden“. Danach wanderte dieser Rabbi nach USA aus und wurde sogar zum Chef des amerikanischen jüdischen Kongresses, wobei niemand von seinen Landsleuten ihm dieses Büchlein zum Vorwurf machte.

Ab 1935 wurde die Auflage von der Zeitschrift „Jüdische Rundschau“ erheblich vergrößert. „Zionistische Tätigkeit in Deutschland nahm einen ungeahnten Aufschwung“, teilte mit Befriedigung das amerikanische „Jüdisches Lexikon“ mit. Was bedeutet der Euphemismus „zionistische Tätigkeit“? Er bedeutet eine Tätigkeit bezüglich der Organisation einer jüdischen Auswanderung nach Palästina.

Die Waffen-SS nahmen die Bedürfnisse der „neuen Israelis“ mit einem besonderen Eifer und Verständnis zur Kenntnis. Es schien eine durch und durch antisemitische Organisation zu sein, doch sieh mal, sie kümmerte sich täglich um die „Notwendigkeit der Bildung von jüdischem nationalem Bewusstsein, Erhöhung der Anzahl von jüdischen Schulen, jüdischen Sport. – u. Kulturorganisationen“ (F. Nicosia „Das Dritte Reich und palästinensische Frage“. Herausgabe der texanischen Universität, 1985).

„Der ehemalige Chef der zionistischen Föderation Deutschlands Hans Friedental in einem Nachkriegsinterview sagte: „Die Gestapo tat damals alles, um bei der Auswanderung mitzuhelfen, besonders wenn es um Palästina ging. Wir bekamen von ihnen des Öfteren verschiedene Hilfe…“ (F. Nicosia „Das Dritte Reich und palästinensische Frage “).

Als 1935 die Nürnberger Rassengesetze vom Kongress der NSDAP und Reichstag verabschiedet und gebilligt wurden, so hatte auch die „Jüdische Rundschau“ es eilig, ihnen beizustimmen: „Die Interessen Deutschlands stimmen mit den Zielen des jüdischen Weltkongresses überein. Die neuen Gesetze gewähren der jüdischen Minderheit ihr kulturelles und nationales Leben. Deutschland gibt uns eine glückliche Möglichkeit Juden zu sein und bietet einen Staatsschutz für das getrennte Leben der jüdischen Minderheit “.

In Zusammenarbeit mit der Nazimacht hatten die zionistischen Organisationen in ganzem Land ein Netz aus den ungefähr 40 Lagern und landwirtschaftlichen Zentren gebildet, wo diejenigen Juden lernten, die ins „gelobte Land“ auszuwandern beabsichtigten. Über allen diesen Lagern und Zentren flatterten stolz die weiß-blauen Fahnen mit dem Davidstern.

Der moderne britische Historiker David Irving hat vollkommen Recht, wenn er sagt, „Hitler wollte die Juden zwingen, Europa zu verlassen. Gerade darin sah er die „endgültige Lösung der Judenfrage“ (Valentin Prussakow „Hakenkreuz und Davidstern“, „Morgen“, № 32 (245), 11.08.98).

4

Strebte Hitler einen Krieg an? Von wegen! Ja, er bereitete sich auf einen Krieg vor, das stimmt; übrigens, wie auch alle seine Nachbarn. Aber sich auf einen Krieg vorzubereiten und einem Krieg zuzustreben – das sind die von dem Sinn nach zwei ganz verschiedenen Verben! In der Wirklichkeit strebte Hitler lediglich die Vorherrschaft Deutschlands in Europa und Wiederherstellung vom Status quo vor dem Krieg (das Deutsche Reich in Grenzen 1913) an, und er versuchte nach Möglichkeit dieses Problem auf friedlichem Wege zu lösen. Ich lasse mir die rechte Hand abhacken, wenn dem nicht so war.

Die europäischen Politiker kannten nur zu gut die Ziele der NSDAP, die der Führer des deutschen Volkes ausführlich in seinem Werk „Mein Kampf“ dargelegt hatte. Hitler log nicht, er wand sich nicht heraus, er seifte seine Gegner nicht ein – er erklärte offen und ehrlich, dass Deutschland (kraft der ethnischen Besonderheiten des deutschen Volkes, das von ihm der „Herrenrasse“ zugeschrieben worden war) ein unbestreitbares Recht auf Oberherrschaft in Europa habe, und seine Aufgabe wäre, diese Herrschaft sicherzustellen, wofür er auch den etlichen Verstoß gegen die internationalen Gesetze und Kündigung von mehreren Artikeln des Versailler Vertrages in Kauf nehmen musste.

5

Es sei erwähnt, dass sowohl die Innenpolitik, als auch die Außenpolitik Deutschlands absolut konsequent und organisch war, was sich keinesfalls über die Politik der anderen europäischen Staaten sagen lässt.

Zum Beispiel immer dieselbe unheilschwere „Judenfrage“.

Alle Handlungen der Naziverwaltung waren vollkommen voraussagbar – lesen Sie „Mein Kampf“!

Von April bis Oktober 1933 wurden die antijüdischen wirtschaftlichen Gesetze verabschiedet – das Volk forderte den Juden ihr widerrechtlich erworbenes Eigentum wegzunehmen und sie aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben des Landes auszuschließen. Das Volk fordert – also muss es geschehen! Man hatte angefangen die Juden aus deutscher Volkswirtschaft zu verdrängen, sie aus der Politik, aus den öffentlichen Organisationen und Zeitungsredaktionen hinauszuwerfen, wie es das deutsche Volk gefordert hatte.

Danach sollte erst mal eine Pause eingelegt werden. Man hatte die politische Stabilität des neuen Regimes sicherzustellen, die Reibungen zwischen den SA und Armee (im Hitlers Stil, mittels einer Durchführung der „Nacht der langen Messer“) zu überwinden, die Posten des Reichskanzlers und Reichspräsidenten zu vereinigen – Hindenburg war ja bereits verstorben!

Aber sobald das Naziregime dem Säuglingsalter entwachsen war, so war gleich die Arbeitslosigkeit (6000000) besiegt, Saarland zurückgegeben (90,8 % der Saardeutschen stimmten für den Beitritt zum Reich ab) und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt worden. Jetzt konnte man sich wieder die Juden vorknöpfen – und diesmal ernsthaft.

In besten Traditionen setzte die antijüdische Welle gleich an Ort und Stelle ein. Hitlerjugend Bayerns zettelte selbstständig die jüdischen Pogrome an, dort waren auch die Juden verhaftet, denen Intimitäten mit den arieischen Frauen zur Last gelegt wurden („Rassenschändung“ – können Sie sich das vorstellen?! Als ob diese Schändung nicht schon seit 500 Jahren in gutem Tempo vor sich ginge!). Die antijüdischen Volksaktionen fanden ihre Krönung im Pogrom am Kurfürstendamm am 15 Juni 1935.

Die Reichsregierung konnte nicht anteilnahmslos der Welle des „völkischen Zorns“ gegenüber stehen, und sie hatte innerhalb von nur zwei(!) Tagen drei Gesetze vorbereitet. Das erste Gesetz ließ einfach die Staatsfahne durch eine Naziflagge mit Hakenkreuz ersetzen, die zwei anderen waren rein antijüdische Gesetze.

„Das Gesetz über die Reichsangehörigkeit“ lautete einfach und klar: „Lediglich ein Staatsuntertan von deutschem oder ähnlichem Blut darf als Reichsbürger gelten, der durch sein Verhalten bewies, dass er gewillt und geeignet ist, in Treue dem deutschen Volk und Reich zu dienen“ (2.1.); und „der Reichsbürger ist der alleinige Träger der vollen politischen Rechte „nach Maßgabe der Gesetze“ (2.3). Das ähnelt übrigens sehr stark den modernen lettischen Gesetzen bezüglich der Staatsangehörigkeit, finden Sie nicht?

„Das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ verbot beliebige Eheschließungen sowie den außerehelichen Verkehr zwischen den Juden und Deutschen. Das Gesetz verbot den Juden die deutschen Bediensteten einzustellen, es verbot ihnen sogar „Reichsfahnen aufzuziehen und Deutsche Farben zu benutzen“. Sehr einfach und klar, auf gut deutsch.

Von nun an waren die Juden keine „Bürger“, sondern bloß „Untertanen“. Das Rassenprinzip, bisher größtenteils ideologischer Natur, wurde von jetzt ab zum Staatsprinzip und juristisch in die deutsche Gesetzgebung eingeführt. Alle antijüdischen Aktionen erhielten hiermit eine juristische Begründung.

Sind etwa in Mainz Unruhen ausgebrochen, wo das deutsche Volk forderte, den Juden ihre politischen Rechte zurückzugeben? Rebellierte Hamburg, weil die Juden von nun an keine Hakenkreuzflaggen aus ihren Fenstern hissen durften? Oder haben die Meutereien in Baden-Württemberg das Reich wegen dem Wunsch der Deutschen, die jüdischen Frauen zu heiraten, erschüttert? Gab es annäherungsweise etwas Ähnliches?

Worüber spricht das? Nur darüber, dass die Handlungen der nationalsozialistischen Verwaltung Deutschlands völlig im Einklang mit Geistesrichtung der Mehrheit der deutschen Bevölkerung waren, entsprachen voll und ganz allen ihren Erwartungen und Hoffnungen.

Die Deutschen haben grundsätzlich in ihrem Land keine Juden sehen wollen – diese traurige Tatsache bestätigt nur, dass die NSDAP keine Schuld an der Unterdrückung jüdischer Minderheit trug. Es gab aber ein einigermaßen begründetes Streben des deutschen Volkes diese Minderheit loszuwerden, was auch die an die Macht gekommene Partei realisiert hatte.

Apropos, weder europäische, noch amerikanische Länder waren damals darauf erpicht, die jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland bei sich aufzunehmen. Heutzutage sind sie alle Antifaschisten und die richtigen Nazibekämpfer, aber als es die vertriebenen, ihr Haus und Vaterland eingebüßten Menschen, bei sich aufzunehmen galt – niemand hat einen Finger gerührt, um ihnen irgendwie zu helfen!

6

Mit dem Anschluss Österreichs ist es auch nicht so glatt, wie wir immer zu glauben gewohnt sind – da sind die bösen Nazideutschen eingetrudelt und haben die gutmütigen Österreicher in ihre hinterlistigen menschenfeindlichen Pläne hineingezogen.

Lasst uns damit anfangen, dass die Idee des Anschlusses an Deutschland schon seit Herbst 1918 in der österreichischen Luft schwebte. Ja – ja! Dieser Anschluss ist gar keine maniakalische Idee Hitlers, wie es heute viele glauben, sondern ein Ergebnis von Erwartungen eines ziemlich großen Teils der österreichischen Deutschen.

Am 21 Oktober 1918 gaben deutsche Abgeordneten von ganz Österreich-Ungarn die Gründung von Deutsch-Österreich bekannt. Dabei hatten die vier deutschen Sudetenprovinzen, die nach 28 Oktober in die Tschechische Republik eingeschlossen waren, sofort ihre Unabhängigkeit von der Tschechischen Republik erklärt. Sie erklärten sich zum Teil Deutsch- Österreichs und außerdem gab die deutsche Mehrheit von Jihlava, Brno und Olomouc (Mähren) auch ähnliche Ansprüche bekannt. Und sie hatte einen guten Grund dafür!

Nach 28 Oktober 1918 gab es in der erneut ausgerufenen Tschechischen Republik 3.128.568 Deutschen gegen 8.760.937 Tschechen und Slowaken. Auf acht Bürger der „Titelnation“ – drei „Fremde“! Hinzu kommt, dass die sogenannte „nationale Minderheit“ noch gestern die regierende Nation war! Die Entente hatte eine solche Mine unter das Fundament der Tschechoslowakei gelegt, die einfach nicht umhin konnte, zu explodieren.

Am 12.11.1918 erklärte die österreichische Nationale Versammlung Österreich zum Bestandteil der Deutschen Republik. Das war der erste Anschluss!

Danach überstürzten sich die Ereignisse: am 22 November beschloss die Nationalversammlung die Aufnahme der vier deutschen Sudetenprovinzen (Deutschböhmen, Sudetenland, Böhmerwaldgau, Deutschmähren) in Deutsch- Österreich.

Erst Ende November rückten tschechische Streitkräfte gegen die deutschen Provinzen, die am Ende des Jahres endgültig von tschechischen Truppen besetzt wurden.

Streng juristisch gesehen – wenn die Naziregierung in Deutschland die zwangsläufig der deutschen Seite aufgehalste Bedingungen vom Versailler Vertrag nicht anerkennt, so sind alle nach diesem Frieden in Europa festgesetzten Grenzen nicht legitim.

Da liegt auch ein Präzedenzfall vom November 1918 vor!

Aber das ist noch lange nicht alles.

Zwischen Deutschland und Österreich wurde am 2 März 1919 ein Geheimabkommen über den Anschluss Deutsch-Österreichs an Deutschland abgeschlossen, unter Bedingung, dass das Friedensabkommen es nicht verbietet. Aber… Die Sieger spürten, dass von den Deutschen jede Gemeinheit zu erwarten wäre, deshalb waren im Voraus darauf gefasst. Die Deutschen (österreichische und deutsche) wurden nach Versailles vertrieben – wie einst der Papst den deutschen Kaiser nach Kanossa vertrieben hatte – um zu büßen. Man zwang sie dazu, ihr eigenes Urteil zu unterzeichnen, das bereits gefällt war und gegen das keine Berufung eingelegt werden durfte.

Inzwischen gaben in Versailles die habgierigen und rachsüchtigen Sieger den Ball.

Wollen die Deutschen unter einem Dach wohnen? Dann mögen sie in der Hölle schmoren! Diese Logik lässt sich nämlich bei den Franzosen während der Ausarbeitung von Friedensbedingungen zurückverfolgen (hauptsächlich bei den Franzosen, – das ist sehr wichtig!). Wilsons „Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ gilt nicht für „Hunnen“!

Es spielt keine Rolle, dass im März in Sudeten tausendfache Kundgebungen zugunsten der Teilnahme an der Wahl ins österreichische Parlament stattgefunden haben – dagegen war auch die tschechische Polizei da, die, übrigens, während dieser Kundgebungen in Kadan – 25 und in mährischem Sternberg – 16 Deutschen erschossen hatte.

28 Juni 1919.

Merken Sie sich dieses Datum! Von da an begann der Zweite Weltkrieg!

An jenem Tag war die deutsche Delegation gezwungen, das Friedensabkommen von Versailles zu unterschreiben. An diesem Tag fiel über Deutschland die Nacht herab…

Nach Abkommen von Saint-Germain hatte Österreich ebenfalls viel von seinem angestammten Territorium einbüßen müssen. Sehr viel sogar! Dem neugeborenen tschechischen Staat wurden Deutsches Böhmen, Sudeten, einige Gebiete von Böhmischem Wald und Deutschem Südmähren übergeben. Die katastrophale wirtschaftliche Lage Österreichs, dieses kläglichen Restes der Donaumonarchie, war noch dadurch verstärkt worden, dass die Wirtschaftsverbindungen im Inneren des Kaiserreiches bei lebendigem Leibe zerrissen wurden. Aus der permanenten Krise hatte Österreich bis zum 12 März 1938 nicht herauskommen können.

Es ist bezeichnend, dass noch im März 1931 deutsche (noch gar nicht nationalsozialistische) und österreichische Regierungen einen Vorschlag zur Bildung einer Zollunion gemacht hatten. Die „Sieger“ hatten aber frühzeitig sowohl in den Versailler Vertrag, als auch in den Vertrag von Saint-Germain Paragraphen eingeschlossen, die einen Anschluss in jeder Form verboten. Die Deutschen hatten sich damals zurückgezogen. Aber nicht für lange, wie es sich schon nach 7 Jahren herausgestellt hatte.

Eine Gruppe von österreichischen Nazis unternahm am 25 Juni 1934 einen Staatsstreichs Versuch, dabei wurde der damalige Kanzler Österreichs Dollfuß tödlich verletzt. Doch dieser Versuch misslang, denn zu jener Zeit stachen die wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands den von der Armut ermüdeten Österreichern noch nicht so ins Auge und es gab noch Menschen in Österreich, die der Idee eines Anschlusses misstrauten. Auch Mussolini hatte dem Führer ein Bein gestellt, indem er seinen 5 Divisionen an die österreichische Grenze schickte, damit die ihm zu jenem Moment gehörige österreichische Regierung sich an der Macht halten konnte.

Der neue Kanzler Schuschnigg ließ die österreichischen Nazis nicht so eifrig einsperren – 1937 haben sie sich in Österreich schon drastisch vermehrt. Außerdem war er gezwungen, mehreren Tausend österreichischen Anhängern der Nazi-Idee Straferlass zu gewähren.

Und weiter ging alles nach dem in Berlin geschriebenem Drehbuch. Da gab es zwar eine kleine Verzögerung – dem Anschluss standen immer noch die Bedingungen eines Friedensvertrags von Saint- Germain im Wege. Aber die Zeit hatte sich geändert – jetzt verteidigten die „Sieger“ ihre Rechte schon nicht mehr so eifrig. Man fing an, sich vor Deutschland zu fürchten…

Im November 1937 bewilligte Lord Halifax (damals Außenminister) den Anschluss. Das ist eine historische Tatsache. Denn nur nach der britischen Zustimmung gelang es, die Deutschen unter dem Dach eines Staates zu vereinigen.

Am 13 März 1938 trat in Kraft das Gesetz „über die Wiedervereinigung Österreichs mit Deutschem Kaiserreich“, dessen Teil, übrigens, es ohnehin schon über Tausend Jahre lang war (einst hieß dieses Gebilde „das Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, wo Österreich eine Hauptrolle gespielt hatte). Dieser Anschluss war ohne einzelnen Schuss und mit voller Begeisterung Wiener Menschen vollbracht worden.

Am 6 April wurde der Anschluss von den Regierungen USA und Großbritannien anerkannt.

Gab es dabei viele österreichische Partisanen, die in die Berge geflohen waren, um die Nazibesatzung zu bekämpfen?


Es gab keinen einzigen!

Sechs österreichische Divisionen traten der Wehrmacht bei, dabei dürften Generale, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten alle ihre Dienstgrade und Dienstjahre behalten. Die Österreicher wurden zu den vollwertigen und gleichberechtigten Reichsbürgern (selbstverständlich nur die Deutschen; die anderen, wie auch in Deutschland, wurden zu „Untertanen“). Die österreichischen Deutschen hatten absolut gleiche Rechte wie Deutsche aus Sachsen oder Hannover.

Die Tatsache, dass bei einer von der neuen deutschen Macht durchgeführten Volksabstimmung über 90 % Bevölkerung Österreichs für den Anschluss gestimmt haben (nachträglich), ist dadurch zu erklären, dass selbst eine durch und durch autoritäre Macht die Bewilligung ihrer Handlungen von den Wählern braucht. Und je höher das Prozent der Wähler ist, die für diese Macht abstimmen, desto mehr wird ihr bewusst, dass sie mit ihrem Volk ins gleiche Horn bläst.

Bei seiner Rede am 15 März 1938 im Wiener Palast „Hofburg“ sagte Hitler: „Ich kann somit in dieser Stunde dem deutschen Volke die größte Vollzugsmeldung meines Lebens abstatten: Als Führer und Kanzler der deutschen Nation und Reiches melde ich vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich!“.

Vor 25 Jahren verließ er die Heimat als gänzlich unbekannter Wanderer, heute war er als Sieger zurückgekehrt. Es gab was, worauf er in schönem Wien (scharlachrot von den Reichsfahnen), das ihn auf dem ganzen Weg bis zum Palais der österreichischen Kaiser willkommen hieß, stolz sein konnte. In amerikanischem Stil ausgedrückt: „Er hat das geschafft!“

7

Aber noch lebten nicht alle Deutsche unter einem Dach. Nach Osten hin von der bayerischen Grenze litten über 3 Millionen ihrer leiblichen Brüder unter Unterdrückung, und die Pflicht des Führers der deutschen Nation gebot ihm sie vorm Leid und Schmerz zu retten.

Klingt das nicht sehr nach Übertreibung und einem dummen Pathos?

Seit 1620, von Weißem Berg an, gehörte Tschechien den österreichischen Habsburgs, und selbst das Wort „Tschechien“ war lediglich ein geographischer Begriff (wie „Böhmen und Mähren“). 300 Jahre lang waren Deutsche Herrscher über dieses Land und in den Gebieten Deutschböhmen und Sudetenland machten sie immer eine absolute Mehrheit aus – jedenfalls seit ihrer Umsiedlung nach Europa, etwa 300 Jahre vor Christi.

Erster Präsident der Tschechoslowakei Masaryk mit seinem Sohn


Und nun – da haben wir die Bescherung! Die Territorien, die von alters her von Deutschen besiedelt und die letzten 300 Jahre im Besitz der österreichischen Krone waren, übergehen auf einmal (wie hingezaubert von Hexenmeistern aus Versailles) unter Gerichtsbarkeit eines neugeborenen tschechischen Staates. Außerdem ließ man Deutschland einen Teil Schlesien und Landkreis Leobschütz an die Tschechoslowakei abtreten.

Anfangs schien alles in Ordnung zu sein. In der Verfassung TSR aus dem Jahre 1920 verpflichtete sich Tschechoslowakei, die Rechte und Interessen jener Einwohner einzuhalten, die sich durch ihre Rasse, Sprache oder Religion von der Mehrheit Bevölkerung unterschieden. Aber schon in dieser Verfassung verschwanden auf erstaunliche Weise die Versprechungen von einer weiten Autonomie für die Deutsche, oder, im äußersten Fall die Gewährung von Gemeinschaftsrechten für sie, wie auch all das, was den Deutschen bei Ausrufung der TSR versprochen wurde. Kurzum, bei der Ausarbeitung dieser neuen Verfassung gewann der tschechische Radikalnationalismus die Oberhand – den Deutschen wurde das Recht verweigert, irgendwelche

Organe der deutschen Selbstverwaltung außer auf einem Kommunalniveau zu haben. Nach tschechischen Gesetzen mussten zwei Beamte deutscher Nationalität untereinander tschechisch sprechen!

Es wurde kein deutscher Landsmannschaftsminister ernannt (für die Kontrolle der Einhaltung der Rechte einer nationalen Minderheit). Deutsch war nicht als eine zweite staatliche Sprache anerkannt worden.

Ich darf Sie nochmals daran erinnern, dass in der TSR auf 8 Tschechen und Slowaken 3 Deutsche entfielen! Und diese zweite der Zahl nach Bevölkerungsgruppe wurde aller Rechte auf eine nationale Selbstidentifikation beraubt! Auch das ganze System des tschechoslowakischen Rechtes in der nationalen Angelegenheit beruhte auf den individuellen Persönlichkeitsrechten, ohne die Gemeinschaftsrechte von den nationalen Minderheiten anzuerkennen. Die Krise 1929 traf erbarmungslos die ganze TSR, aber noch schlimmer traf sie die dort lebende deutsche Bevölkerung. Eine Million Arbeitslosen auf 3,5 Millionen Deutsche – das ist zuviel! Finden Sie nicht? Wenn ein jeder dritte Deutscher einer Möglichkeit beraubt war, sein tägliches Brot zu verdienen – über welchen Schuft Henlein reden Sie überhaupt?! Die Leute hatten einfach nichts zum Fressen!

Die Sudetendeutsche Partei Henleins belegte während der Parlamentswahl 1935 in den nordwestlichen Gebieten der TSR den ersten Rang. Natürlich fingen die Deutschen an auf eine Autonomie oder Föderation zu hoffen, aber denkste! Das Organ der damals oppositionellen Nationaldemokratischen Partei „Narodni Listy“ (gegründet von K. Kramarsh, dem eigentlich die Unterdrückungspolitik von deutscher Minderheit zuzuschreiben ist) berichtete, dass man den Deutschen keine Autonomie gewähren darf, denn in diesem Falle wären da 350000 Tschechen geblieben – als ob es nicht um eine Autonomie in Grenzen eines Staates, sondern um die Trennung Sudeten von der TSR ginge!

Wollen sie es nicht im Guten haben, dann werden sie es im schlechten haben. Am 12–13 September 1938 brach in Sudeten ein Aufstand der deutschen Bevölkerung unter Führung Konrads Henleins aus. Der Putsch wurde niedergeschlagen, die Partei aufgelöst, und die Teilnehmer gerieten ins Gefängnis, aber das bedeutete bereits gar nichts. Das war eine Agonie…

Hitler verlangte die deutschen Territorien der TSR unter deutsche Verwaltung zurückzugeben. Seine Forderungen wurden als gesetzmäßig anerkannt und am 29 September 1938 unterzeichneten Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien ein Abkommen über die Übergabe eines Sudetendeutschen Gebietes dem deutschen Reich. Die Tschechen wurden nicht einmal zur Aufteilung ihres eigenen Landes eingeladen!

Die tschechoslowakische Regierung stimmte am 30 September 1938 der Teilannektierung des eigenen Territoriums zu.

8

Wenn du dieses Land für deins hältst, dann kämpfe dafür!

Erst recht, weil am 23 September in der Tschechoslowakei eine Mobilmachung bekanntgegeben wird, die wiederum mustergültig durchgeführt wurde. Divisionen sind mobilisiert, Streitkräfte haben die Grenzbefestigungsanlagen besetzt.

Die Verbündeten zögern die Hilfe hinaus? Der Teufel soll sie holen! Man kann auch alleine kämpfen! Zumal die Deutschen gar keine kräftemäßige Überlegenheit haben! Im Herbst 1938 betrug die Gesamtstärke der deutschen Armee nur 2,2 Mio. Mann, dazu kamen 720 Panzer und 2500 Flugzeuge.


Tschechischer Panzer LT-35 im Dienst der Wehrmacht


Die tschechische Armee hatte eine Stärke von ungefähr 2 Mio. Mann, 469 Panzer, 5700 Geschütze und 1582 Flugzeuge.

Die Tschechen hatten Rüstungsbetrieb „Skoda“ – eines der größten Werke der Welt. Die Tschechen lieferten Waffen für die Hälfte der Erde – z. B. China und Uruguay kämpften mit ihren Waffen. Die Tschechen hatten Waffenvorräte für 30 Divisionen: 1200000 Mausergewehre, 50000 leichte Maschinengewehre und 12000 schwere Gewehre, 114000 Pistolen. Sie hatten über 2500 47-mm Panzerabwehrkanonen (Bauart 1936) P. U. V. Das war dreimal so viel, wie die Wehrmacht Panzer hatte.


LT-38 und seine (noch) Tschechische Besatzung


Die Tschechen besaßen 424 Panzer LT-35, 45 neue Panzer LT-38 (sie waren bei den Deutschen noch 4 Jahre danach im Einsatz!) und über 1500 Flugzeuge. Schlagt euch!

Nein.

Nein? Dann wozu braucht ihr überhaupt eine eigene Armee? Und ob ihr auch einen eigenen Staat braucht?

Es sei gesagt, dass Hitler nicht nur an Deutsche gedacht hatte. Ein Teschengebiet (liegt östlich von dem Industriegebiet Mährisch Ostrau) wurde Polen (die Polen machten dort einen Teil der Bevölkerung aus), und ein Teil von Süd – u. Südwestlicher Slowakei (wo die Mehrheit der Bevölkerung die Ungarn ausmachten) – Ungarn übergeben. Außerdem bekam Ungarn den südlichen Teil Karpatenrusslands (weil sie bis 1918 ein Teil Ungarns war). Im November wurden die Slowakei und Karpatenrussland durch ein Verfassungsgesetz mit Autonomie beschenkt.

Apropos, eine interessante Tatsache. In der Slowakei gab es auch Territorien, wo Deutsche kompakt wohnten. Zum Beispiel das Städtchen Partisanske in der Mittelslowakei (nach 1945 wurde es in Partisansk umbenannt; die Heimat eines Klassikers der slowakischen Literatur Rudolf Jaschiks) war 1939 zu dreiviertel deutsch. Aber Deutsche galten hier als ein zugewandertes ethnisches Element, und Hitler hat nie einen Übergang der slowakischen Städte mit deutscher Bevölkerung unter die deutsche Gerichtsbarkeit gefordert. Denn diese Städte gehörten nie Österreich (der Form nach lagen sie gewiss auf dem Land Habsburgs, hier aber standen sie in unmittelbarem Besitz ungarischer Könige) oder Deutschland…

Und noch etwas. Wenn Tschechen und Slowaken wie Pech und Schwefel zusammenhalten, warum gibt es dann heute keine einheitliche Tschechoslowakei? Die „zwei slawischen Brudervölker“ liefen auseinander, weil sie ohne Überwindung nicht miteinander zusammenzuleben vermochten. Ist es auch Hitlers Schuld? 50 Jahre später nach dem ersten Zerfall der „einheitlichen Tschechoslowakei“?

„Besänftigung des Aggressors“ – so wie es üblich ist, die Zugeständnisse dem Führer seitens westlicher Ländern zu nennen. Aber ich bitte Sie, meine Herren! 1938 hatte Wehrmacht kaum 500 Panzer, Frankreich dagegen hatte fünfmal so viel! „Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit“ – mit diesem Fachausdruck lässt sich am besten all das beschreiben, was im Mitteleuropa in den Jahren 1936–1940 vor sich ging.

Am 14 März 1939 verabschiedete Slowakischer Seim ein Gesetz über den selbstständigen und unabhängigen Slowakischen Staat, und am 15 März wurde eine „gemeinsame“ Deklaration von den Regierungen Deutschlands und der TSR veröffentlicht, wo es darum ging, dass von nun an das Deutsche Reich die Sorge um die weitere Existenz des „Protektorats Böhmen und Mähen“ übernimmt. Eine unabhängige Tschechoslowakei hörte auf zu existieren, ohne einen Schuss gegen die „deutschen Besatzer“ abgefeuert zu haben. Keinen einzigen Schuss!

Später, wenn die alleuropäische Katastrophe die Welt in einen endlosen Zug von Gewalt, Zerstörung und Tod verwandelt, wenn die Siege der Wehrmacht durch die technologische, zahlenmäßige Ressourcenüberlegenheit der Alliierten zunichte gemacht werden – dann wird diese Sudetenkrise wie ein Kinderfest für die anspruchslose Publik vorkommen. Und der friedliche Eintritt von Böhmen und Mähren (als Protektorate) in das Deutsche Reich wird als irgendeine weite, halbvergessene, undenkbare Fantasie in der Flamme des blutigen Weltbrandes gelten, der das „neue Europa“ Adolf Hitlers vernichtet hat.

9

Vorerst aber schreiben wir den März 1939, und es wird ans Reich noch ein Stück des deutschen Bodens angeschlossen, das ihm 1923 entrissen worden war.

Es ist kennzeichnend, dass Memel de jure ein Bestandteil Deutschlands auch nach dem Versailles Frieden blieb. Aber bis zur Auszahlung von Reparationen (ungeheuerlich enormen Reparationen, die zum Anfang 1923 Deutschland an den Rand eines Hungertodes getrieben haben) ließ man die Stadt, Burg und den Hafen unter gemeinsame Verwaltung der Alliierten – Sieger übergeben. Als Pfand, sozusagen.

Am 11 Januar 1923 führten die Franzosen ihre Streitkräfte ins Reingebiet ein – Deutschland zehrte all seine denkbare und undenkbare Ressourcen auf, beim Versuch, Reparationen auszuzahlen, und im Januar 1923 war es bankrott. Die Franzosen hatten in unglücklichem Land schon nichts zum Nehmen – dann sollten sie wenigstens großtun! Es ist bekannt, dass wohin das Pferd mit seinem Huf – dahin will auch der Krebs mit seiner Schere. Und Litauen (ein winziger Limitroph- Staat, noch eine absurde Ausgeburt von Versailles, eine Kleinrepublik am Rande der Karte) hatte es auch auf ein Stück des deutschen Territoriums abgesehen! Und innerhalb von 2 Tagen, vom 13 bis zum 15 Januar 1923, besetzten litauische Streitkräfte (wahrhaftig, mir selbst kommt die Wortverbindung „litauische Streitkräfte“ komisch vor – aber man kann ja bekanntlich nicht „die Worte aus dem Song entfernen“) Memel. Am 23 Januar waren die Stadt und der Hafen zügig in Klaipeda umbenannt und offiziell an Litauen angeschlossen worden. Der Akt eines unverhohlenen Banditentums und einer nicht provozierten Aggression. Deutschland war Litauen nichts schuldig, und wenn die Franzosen für die Besatzung des Reingebietes noch irgendwelche Rechte (mögen es auch die Siegerrechte sein, das ist unwichtig) hätten geltend machen können, so hatte der kleine, aber schrecklich aggressive Limitroph-Staat fürs Ansichreißen des deutschen Hafens Memel gar keinen Grund.

Es ist mitunter komisch, die sowjetischen Bücher zu lesen, besonders wo es sich um die Vorkriegszeit handelt.

Wir sind da immer so friedliebend! Wir haben uns so um die „kollektive Sicherheit“ gekümmert! Wir haben die ganze Welt aus vollem Halse vor der „faschistischen Aggression“ gewarnt, aber niemand wollte auf uns hören und als Folge war der Zweite Weltkrieg ausgebrochen!


Das Panzerschiff „Deutschland, mit dem Reichskanzler A. Hitler im März 1939 in Memel eintraf


Darüber hinaus stand in allen unseren Büchern, dass Deutschland im Jahre 1939 die „litauische Stadt Klaipeda ergriff“. Welch schlechte Menschen sind diese Deutsche! Österreich und Tschechoslowakei waren ihnen nicht genug – sie haben es noch auf ein armes, kleines Litauen abgesehen!

Am 22 März 1939 verlangte Hitler von Litauen, Memel Deutschland zurückzugeben. Einfacher gesagt: das Gestohlene zurückgeben.

Die Litauer beschlossen, dass es keinen Sinn hat, sich dem zu widersetzen, und sofort haben sie sich aus dem Staube gemacht… – pardon: sie haben ihre Verwaltung aufgelöst.

Am 15 Mai 1939 hatten Großbritannien und andere Mitglieder des Völkerbundes den Übergang Memels an Deutschland de jure anerkannt.

Also lasst uns vorläufig unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Mai 1939 richten.

10

Was fällt einem Menschen auf, der sich aus dem Würgegriff der Agitationspropaganda der „Sieger“ befreien konnte?

Alle „Territorialerwerbungen“ des Dritten Reiches sind nicht mehr als eine Eigentumsrückgabe dem wahren Besitzer. Mag sein, dass es etwas grob und aufdringlich, aber politisch vollkommen legitim durchgeführt wurde.

Der Anschluss von Österreich? Dies geschah jedoch nach beiderseitigem Einverständnis von Österreicher und der Seite, die Verträge von Versailles und Saint-Germaint seitens der „Sieger“ unterzeichnet hatte. Und das war schon der zweite

Anschluss, denn der erste Anschluss war, falls der Leser sich erinnert, bereits im März 1919 stattgefunden. Die durchgeführte (allerdings nach der tatsächlichen Wiedervereinigung) Volksabstimmung hatte Freiwilligkeit dieses Aktes des österreichischen Volkes bestätigt. Vom Standpunkt des internationalen Rechtes ist alles fair.

Der Anschluss vom Sudetengebiet an Deutschland? Dies geschah aufgrund von den „14 Wilson-Punkte (genauer gesagt eines von ihnen – „Selbstbestimmungsrecht der Nationen“)“ und mit Einverständnis von allen europäischen Garanten der tschechoslowakischen Unabhängigkeit. Und mit anschließender Bewilligung der tschechoslowakischen Regierung.

Protektoratserrichtung über Böhmen und Mähren? Auch dies geschah im Einvernehmen mit damaliger legitim gewählter Regierung Tschechoslowakei. Niemand hatte Präsidenten Hacha zu diesem Schritt gezwungen. Er hätte sich auch weigern können – bitte, ihr könnt mich erschießen, aber euer niederträchtiges Papier werde ich um nichts auf der Welt unterschreiben! Obendrein war er ein älterer Mann, dessen Leben schon zur Neige ging – er könnte sich in die Geschichte als Märtyrer des tschechoslowakischen Volkes eintragen lassen. Nein, er hatte mit Hitler eine gemeinsame Erklärung unterschrieben, und das nicht als Bürger Hacha, wohnhaft in Winogrady, Straße Waclaw Nepomuzkaja, Stoiberhaus, sondern als Präsident der Tschechoslowakischen Republik.

Es sei erwähnt, dass all die Nachkriegsfabeln über den tschechischen Widerstand, der angeblich nach 22.06.1941 ausgebrochen war, sind nichts weiter als eine zu 90 % plumpe Erfindung. Die Tschechen hatten fleißig fürs Deutsche Reich gearbeitet, sie bauten Schützenpanzerwagen und selbstfahrende Maschinen, sie nähten Stiefel zusammen und produzierten Millionen Patronen und hundert Tausende Geschosse, mit denen, übrigens, mein Leser, unsere Groß. – u. Urgroßväter getötet wurden!


Panzervernichter „Hetzer“


Die Ingenieure der tschechischen Firmen MWW (ehemalige „Prag“) und „Skoda“ konnten auf der Grundlage ihres Panzers LT-38 die ausgezeichneten Selbstfahrgeschütze („Marder“, ausgerüstet mit unserer 76-mm Beutekanone V-22, eine leichte selbstfahrende Panzerabwehrmaschine Hetzer – die beste bei der Panzerwaffe) schaffen. Und wenn sie sich nicht so tüchtig ins Zeug gelegt hätten – wie viele unsere Panzersoldaten wären dann am Leben geblieben! Vom April 1944 bis zum 9 Mai 1945 (ich mache keine Witze, bis zum 9 Mai (!) produzierten die Tschechen das Kriegsmaterial für die Deutschen!) rollten vom Fließband 2584 selbstfahrende Maschinen „Hetzer“, die äußerst wirkungsvoll die russischen Panzer bekämpft haben. Die Tschechen hätten wenigstens Schraubenmutter in die Motorzylinder werfen können. Aber nein – die „Hetzer“ zeichneten sich durch hervorragende Betriebseigenschaften aus, was die deutschen Panzergeneräle auch einstimmig bestätigten.

Die Wehrmacht brauchte vier Stunden, um den Rest der Tschechoslowakei zu besetzen. Vier Stunden! Ihr habt (der Teufel soll euch holen!) 1250000 Gewehre auf Lager liegen – verteilt doch mal die unter Bevölkerung! Macht doch den Deutschen zu guter Letzt die Hölle heiß!

Die dienstwilligen tschechischen Offiziere überließen Wehrmacht die ganze Ausrüstung und das Kriegsmaterial in einem mustergültigen Zustand.

Und nach alldem werden sie noch hartnäckig behaupten, dass das Protektorat Böhmen und Mähen gewaltsam ins Deutsche Reich eingeschlossen wurde?!


Deutscher (früher der tschechische) Pz-38(t) fährt Patrouille an der Küste des Ärmelkanals


Wenn eine Frau vergewaltigt wird, zerreißt sie dem Gewalttäter mit Zähnen und Nägeln das Gesicht. Nach dem Vorlesen des medizinischen Befundes, wo die Spuren dieses vergeblichen, aber verzweifelten Widerstandes festgestellt sind, urteilt das Gericht: „die Tatsache der Vergewaltigung fand statt, nun kriegst du, lieber Bürger Soundso deine 10 Jahre und fährst zur Holzaufbereitungsstelle, um dort deine Sünden zu büßen“. Falls aber die blühende Visage eines Angeklagten keine Spuren aufweist – da kann das beliebige Gericht nachdenklich werden: ob es überhaupt eine Gewalttat gäbe? Oder will die Dame einfach Geld leicht verdienen? Oder aber will sie ihren langweiligen Liebhaber dort einsperren lassen, wo der Pfeffer wächst? Damit er ihr nicht im Wege stünde und bei den neuen Liebesgeschichten störe?

Die Tschechen hatten gegen den in ihr Land eingedrungenen Feind keinen einzigen Schuss abgefeuert.

Sie können sich, soviel man will, rechtfertigen – wir werden trotzdem daran denken, wessen Hände in den Jahren 1939–1945 die Maschinengewehre zusammenstellten, aus denen russische Soldaten getötet wurden.

Also, mit Tschechien ist alles einigermaßen klar, und von Memel kann gar keine Rede sein – hier erweist sich Deutschland als die geschädigte Seite! Und die Wiedereingliederung der Hafenstadt in das Reich ist eine absolut legitime Prozedur, die als solche auch von allen internationalen Organen anerkannt worden ist.

Wofür denn empfanden die demokratischen Länder eine solche Abneigung gegen Hitler? Warum wurde er zu dieser Zeit, ohne viel Blut zu vergießen, zum Lesebuchbösewicht in Medien der ganzen „freien“ Welt gestempelt?

Für eine „Kristallnacht“!

Und um ganz genau zu sein – für den Ausschluss der Juden aus dem wirtschaftlichen Leben Deutschlands und ganz Mitteleuropas, für die nicht erhaltene Gewinne und arieirisierte Immobilien, für das Schaffen einer vom internationalen Kapital unabhängigen Wirtschaft.

Im Großen und Ganzen, für ein undenkbar gefährliches Beispiel für den Rest der Welt.

11

Wollen wir mal festlegen. Deutschland ist ein demokratischer Staat (allerdings zum Moment des Machtantritts der Nazis) und das deutsche Volk wählt mit Stimmenmehrheit zur Landführung eine Partei, in deren Programm die Vertreibung der Juden aus dem wirtschaftlichen Leben des Landes und eine planmäßige Gesundung der deutschen Wirtschaft an erster Stelle stehen. Das war der Wille des deutschen Volkes – lasst uns darauf Rücksicht nehmen.

Die NSDAP führt konsequent diese Linie durch: Die Gewerkschaften sind auseinandergejagt, ihr Eigentum ist verstaatlicht – stattdessen vereinigen sich sowohl die Industriellen als auch die Arbeiter zur Deutschen Arbeitsfront. Die Streiks sind verboten – von nun an werden alle Streitigkeiten zwischen den Arbeitgeber und Arbeiter von Sondergerichten gelöst. Die Arbeitslosigkeit ist liquidiert worden. Es wird ein kolossaler Auto – u. Eisenbahnbau gestartet, der restlos alle freien Arbeitshände in Anspruch nimmt.

1936 wird der Vierjahresplan verkündet. Der Andrang von geschäftlicher Aktivität und der Produktionswachstum ist beispiellos! Der Umfang von gesamter Industrieproduktion ist von 1936 bis 1939 um 27 % gewachsen, im Jahre 1939 erzeugte Deutschland 24 Mio. Tonnen Gusseisens (was 22 % der gesamten Weltproduktion ausmachte), 22,3 Mio. Tonnen Stahls (24 %), 333 Mio. Tonnen Kohle (17 %), und in der Herstellung vom Kunstkautschuk und von den Metallbearbeitungsmaschinen hatte Deutschland einen stabilen ersten Platz errungen. Der deutsche Export von Eisenmetallen war um viermal größer als der gleiche amerikanische Kennwert!

Es gibt keine Arbeitslosigkeit mehr, im Gegenteil, es mangelt an Arbeitsressourcen. Und all dies bei ständiger Erhöhung des Wohlstandes der deutschen Arbeiter!

Der Arbeitslohn eines deutschen Arbeiters (abhängig von der Qualifikation) betrug im Jahre 1938 von 300 bis 500 Mark pro Monat. Ein Offizier im Range Leutnants verdiente 109 Mark wöchentlich, ein Kaderunteroffizier verdiente 56 Mark pro Woche. Der Mark Kurs zum Dollar war zu jenem Moment 1 zu 0,4, d. h. 40 amerikanische Cents für eine Reichsmark. Aber das hat nichts zu sagen.

Nur die Lebensmittelpreise und Industriewarenpreise haben was zu sagen.

1938 kostete ein Liter Bier in Deutschland 50 Pfennig, in der Kneipe – 1 Mark. Ein Kilo Weißwürstchen kostete 3–4 Mark (es gab auch billigere für 2 Mark). Für einen Herrenanzug zahlte ein Deutscher 40–60 Mark.

Das Auto DKB, später als „VW Käfer“ bekannt, würde den deutschen Bürger 1939 (wenn es zu seiner Massenerzeugung käme) 990 Mark ab Werk kosten.


Überseefahrgastschiffe der Deutschen Arbeitsfront – „Wilhelm Gustloff“ (im Vordergrund) und „Cap Arkona“


Apropos das Projekt des „Volkswagens“.

Am 26 Mai 1938 legte Adolf Hitler den Grundstein zu diesem Werk. Die Deutsche Arbeitsfront investierte in seinen Bau 300 Mio. Reichsmark und zum 1 Juli 1939 erzeugte schon das Werk die erste Produktion! Insgesamt wurde bis zum 1 September 630 „Käfer“ gebaut, dann begann das Werk das Kriegsmaterial zu erzeugen.

Es wurde geplant diese Autos auf Kredit zu verkaufen, dabei könnte jeder Interessente (nach dem Plan der deutschen Führung) in seinen Besitz einen „Käfer“ bekommen. Er würde dafür im Laufe von 4 Jahren wöchentlich nur 5 Mark bezahlen. Das kann man sich schön leisten, wenn der monatliche Durchschnittslohn 400 Mark ausmacht (davon 20 Mark im Monat für ein Auto).

Deutschland baut die Überseefahrgastschiffe für Arbeiter, beziehungsweise für die Organisation „Kraft durch Freude“, eine Abteilung von „Deutscher Arbeitsfront“, die sich um die Erholung seiner Mitglieder kümmern sollte. Das Schiff „Wilhelm Gustloff‘, das im Januar 1945 von russischem U-Boot C-13 unter Kommando von Kapitän Marinesko zugrunde gerichtet worden war, wurde anfangs als ein Überseefahrgastschiff für das einfache Volk gedacht.

Es hatte sogar in zwei Vorkriegsjahren geschafft, über 60 Tausend deutscher Arbeiter im sonnigen Mittelmeer spazieren zu fahren. Das kennzeichnendste Merkmal des Vertrauens der Bevölkerung in die Macht wurde das stürmische Geburtswachstum – Sie sollen es mit der gegenwärtigen demographischen katastrophalen Situation in Russland vergleichen.

12

Ein jeder mehr oder weniger gebildeter Federfuchser wirft gerne Adolf Hitler seine Phrase „Kanonen statt Butter“ vor. Und kein Funktionär will sich selber fragen: ob es tatsächlich statt Butter diese berüchtigten Kanonen erzeugt wurden?

Von wegen! Die Kanonen im nationalsozialistischen Deutschland wurden zusammen mit Butter produziert, und der große Finanzier des zwanzigsten Jahrhunderts Hjalmar Schacht hatte sich dafür viel Mühe gegeben und einige großartige wirtschaftliche Lösungen gefunden, die die Wehrmacht mit ausgezeichneter Waffe versorgen ließen, ohne den Lebensstandard des deutschen Volkes zu senken.

Von 1934 bis zum 01.09.1939 machten die Rüstungsausgaben Deutschlands 60 Mrd. Reichsmark aus, beziehungsweise – 59,1 % von Haushaltsausgaben. Scheint schrecklich viel zu sein?

In Wirklichkeit ist es aber nicht besonders viel.

Die Arbeitsproduktivität der deutschen Industrie damals war eine der besten auf der Welt. Die deutsche Wirtschaft könnte theoretisch leichter Hand die Armee mit Waffen und die Zivilbevölkerung mit allen nötigen Mitteln fürs Leben und für die Erholung versorgen, einschließlich der Autos und Wohnungen, innerhalb kurzer Zeit und über die notwendige Menge.

Dieser Prozess war lediglich auf Finanzmöglichkeiten des Staates (Rüstungsauftraggeber) und der Bevölkerung (Käufer von Nähmaschinen, Fahrräder, Hosen und Röcken) beschränkt. Weder der Staat noch die Bevölkerung hatte das Geld für den Kauf nötiger Panzermenge und Hosen bei der Firmen – Hersteller, dabei handelte es sich nicht um die schönen Regenbogenpapiere (man hätte sie nach Herzenslust in Umlauf setzen können), sondern es gab kein reales Geld – Gold, Silber, Erdöl, Buntmetalle – all das, was „reale Aktiven“ genannt wird. Man hatte wählen müssen: entweder Panzer oder Hosen. Eine dritte Variante, wie es schien, gab es nicht.

Was sollte gemacht werden, damit durch den massierten Bau von Panzern, Kanonen und Flugzeugen die Bevölkerung nicht ihre letzte Hose verlieren und dabei keine kolossale Inflationswelle ausgelöst werden würde? Noch heute plagen sich mit der Lösung dieser Aufgabe die verwegensten Keynesianer ab. Die deutschen Nazis aber (allerdings nicht selbst; dafür hatten sie die hochprofessionellen Wirtschaftsleute) konnten dieses Problem leicht gelöst haben.

Sie schufen das parallele Geld, das ausschließlich für Finanzierung der Rüstungserzeugung prädestiniert war und das keinen freien Umlauf auf dem Finanzmarkt außer Deutschland hatte. Kurzum hatten sie einen parallelen Blutkreislauf des deutschen Wirtschaftsapparates (es ist bekannt, dass das Geld ein Wirtschaftsblut ist) geschafft.

Als solches Geld zuerst (1934–1935) fungierten die Mefo- Wechsel, benannt nach der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH (Mefo). Sie wurden zur Bezahlung von Rüstungen für Firmen – Lieferanten emittiert, der Staat bürgte dafür. Die Wechsel waren ein normales Finanzinstrument, allerdings mit Vorbehalt. Sie durften nur von Industrieunternehmen, die für den Krieg tätig waren, benutzt werden.

Von 101,5 Mrd. Mark der deutschen Haushaltsausgaben in Jahren 1934–1939 stellten 20 Mrd. Mark die Mefo-Wechseln dar, d. h. Investitionsgeld, das kein Umlauf auf dem Markt hatte und deshalb keinen Inflationsdruck auf die Wirtschaft ausüben konnte.

Aber das war erst der Anfang.

Ab 1938 begann die Reichskreditverwaltung den FirmenHerstellern statt Gelder die „Geldüberweisungen für die Lieferung“ mit Tilgungsfrist von 6 Monaten auszuzahlen. Für ein Jahr solcher Überweisungen wurden über 6,5 Mrd. Reichsmark ausgezahlt und keine Mark davon war für den Einkauf von neuen Mercedes für Top – Manager der Rüstungskonzerne oder für den Erwerb von piekfeinen Villen und Jachten am Bodensee vertändelt worden. Das ganze Geld wurde zweckdienlich für die Waffen für Wehrmacht ausgegeben.

40 % der militärischen Aufträge wurden ab 1939 mit den sogenannten „Steuerquittungen“ bezahlt, mit denen die Auftragnehmer (Rüstungserzeuger) mit Lieferanten abrechnen durften. Insgesamt bis zum Kriegsanfang wurden anhand dieser Quittungen 4,8 Mrd. Mark ausgezahlt.

13

Um die „Kapitalflucht“ ins Ausland zu verhindern, wurde 1937 eine „Bestimmung über deutsche Banken“ herausgegeben. Laut dieser Bestimmung wurde die Unabhängigkeit der Staatsbank beseitigt; der freie Markwechsel in eine andere Währung, sowie die Vollmacht der Baselbank (diese Bank war von Alliierten, aufgrund der entsprechenden Artikel des Versailler Vertrages beauftragt worden, das deutsche Finanzsystem bis zur Auszahlung aller Reparationen zu kontrollieren) wurden eingestellt. Das „Gesetz über Staatsbank“ (1939) hatte überhaupt alle Beschränkungen für Gewährung eines Staatskredits aufgehoben. Der Bedarf am parallelen Geld entfiel. Von nun an wurde die Mark mit dem auf das Dreifache gewachsenen Eigentum des Dritten Reiches gesichert!

Damit die gerissenen Kaufleute unter dem Vorwand der Außenhandelsgeschäfte keine Währung aus dem Reich hinausführen konnten, war ein sogenannter „Neuer Plan“ angenommen worden, nach dem der Außenhandel ab 1934 völlig unter Staatskontrolle gebracht wurde und infolgedessen traten alle Unternehmen der Struktur von 7 „Reichsgruppen der Industrie“ bei.

Deutschland lässt fleißig die ausländische Währung aus seinem Außenhandelsumsatz ausschließen, da es aller Grund zu der Annahme besteht, dass den Hauptgewinn von der Ausnutzung seiner Währung in fremdem Außenhandel ihr Emittent hat. Deswegen schafft die nationalsozialistische Regierung ein System von

Clearingverrechnungen mit europäischen südöstlichen Ländern. Der Vorschlag der Deutschen nach einem Clearingsystem zu arbeiten, ruft bei Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien und Polen, die unter chronischem Auslandswährungsmangel leiden, eine echte Begeisterung hervor.

Zum Beispiel ist der deutsche Export nach Polen im Jahre 1939 im Vergleich zum Vorjahr um 27 %, und der polnische Export um 14 % gewachsen.

Der Geldumlauf Deutschlands ist, dank der Teilausschließung von Militärproduktion aus dem gewöhnlichen Geldwarenumsatz, monetaristisch geblieben, in besten Traditionen der Chicagoer Schule. Die deutsche Regierung hatte die Finanzierung der militärischen Aufträge durch Schaffung vom Investitionsgeld zustande bringen können, dabei wurde auch das Produktionswachstum ohne Schaden für den Wohlstand der Nation stimuliert.

14

Die Warenpreise für die Bevölkerung (egal, ob Nähmaschinen oder Zahnstocher) wurden einmal für immer festgesetzt, sie waren auch fest und ziemlich niedrig. Ein extra dazu ernannter Kommissar für die Preise (diese Dienststelle existierte ab 1936) hatte die Preise nicht nur zu kontrollieren, sondern auch festzusetzen (der Hersteller musste die Preise gewissenhaft begründen). Um das Defizit von diesen oder jenen Waren zu vermeiden, wurden die strengen Vorschriften von Ausgaben derselben Waren eingeführt. Das war noch kein Lebensmittelkartensystem, aber schon etwas Ähnliches. Nichtsdestotrotz wurden der Warenüberfluss und das Lebensmittel in deutschen Geschäften nicht vermindert, sondern ganz im Gegenteil.

Die Preise für viele Lebensmittelwaren waren im Reich absichtlich zu hoch festgesetzt, aber die Arbeiter bekamen jährlich 1 Mrd. Mark als Sonderzuwendungen für den Erwerb von Milch, Geflügel und Eier.

Außerdem erteilte die Deutsche Arbeitsfront kostenlos für seine Mitglieder die Sondergutscheine, für die man nur bestimmte Waren kaufen konnte.

Zum Beispiel: Die Kunststoffproduktion überstieg den geplanten Umfang, und die Bevölkerung kauft sie ungern – als Folge hiervon wird man überfüllte Lager haben. Sofort erteilt die DAF ihren Mitgliedern die Gutscheine für Kunststoffe, die auf dem Lager liegen ohne Chance erfolgreich auf dem Markt verkauft zu werden. Oder ein anderes Beispiel. Die Apfelsinenernte in Spanien hatte alle denkbaren Rekorde gebrochen, und Diktator Franco hofft sich damit mit Deutschland zu revanchieren für dessen Hilfe während des Bürgerkrieges, – in diesem Fall kriegen die Arbeiter Gutscheine für die Apfelsinen.

Um den Erfolg des nationalsozialistischen Wirtschaftsmodells zu veranschaulichen, muss mitgeteilt werden, dass das Großhandelspreisniveau von 1939 bis 1944 lediglich um 9 %, der Lebensstandard um 12 % und das Arbeitslohnniveau um 11 % zugelegt haben. Diese Zahlen sind undenkbar für ein Land, das einen erbitterten Krieg gegen die ganze Welt an mehreren Fronten geführt hatte!

1938 erreichte Deutschland einen Anteil von rund 20,8 % an der gesamten Weltindustrieproduktion und holte damit Großbritannien mit all seinen Kolonien ein!

15

Ein so erfolgreiches wirtschaftliches Entwicklungsmodell beruhte auf der Ideologie des Nationalsozialismus. Dabei ist die Ideologie im gegebenen Fall nicht die Gesamtheit von gewissen abstrakten Prinzipien, sondern ein Komplex von praktischen Maßnahmen in der Wirtschaft, Politik und im Sozialbereich.

„Hitlers Nationalismus war aus dem jüdischen Rassismus hervorgegangen. Die Juden glauben, dass nur sie eine von Gott erwählte Nation sind und alle andere Nationen Goi, d. h. Untermenschen wären; das hatte Hitler bei ihnen übernommen: Im Gegensatz zu ihnen aber war er der Meinung, dass die Arier eine oberste Nation der Welt, Germanen – ihr oberster Zweig, und die anderen Nationen – Untermenschen sind.

In „seinem“ Sozialismus verwarf Hitler entschieden die Dogmen von Karl Marx: den Klassenkampf und Internationalismus. Göbels klärte die deutschen Arbeiter auf, dass der sowjetische Bolschewismus – der Kommunismus für alle Nationen sei, und der deutsche Nationalsozialismus – der Kommunismus ausschließlich für die Deutschen wäre. (J. Muchin „Der betrogene Hitler”, „Duell”, № 34 (81), 13.10.1998).

Hitler verzichtete auf den Klassenkampf und ließ die im Privateigentum befindliche Industrieunternehmen keineswegs verstaatlichen, – so was gab es bei Nazis im Programm überhaupt nicht! Hitler nahm den Besitzern ihr Eigentum nicht weg und hatte nicht einmal in Gedanken solche bolschewistische Methoden geplant. Aber er wies die Werkbesitzer in die harten Schranken des einheitlichen wirtschaftlichen Staatsplanes und stellte unter harte Kontrolle ihr Gewinn; seinerseits wurde ihnen ein staatlicher Auftrag für ihre Produktion garantiert. Dabei konnten die Fabrikbesitzer kein Geld ins Ausland überweisen und da verstecken, gleichzeitig durften sie den Profit nicht für den überflüssigen Luxus ausgeben, denn sie waren ja verpflichtet die Erträge von ihrem Handel in die Produktionsentwicklung zum Wohl Deutschlands anzulegen.

Die Formel des international- bolschewistischen Sozialismus, die Hitler von Marx entlehnt hatte, war ausschließlich des materiellen Charakters und deshalb so armselig: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“. Nach Hitlers Auffassung war der Sozialismus etwas anderes:

„Sozialismus heißt: Das allgemeine Wohl steht über den persönlichen Interessen.

Sozialismus heißt: Nicht an sich denken, sondern ans Ganze, an die Nation, an den Staat denken.

Sozialismus heißt: Jedem das Seine, nicht allen das Gleiche“.

Die nationalsozialistische Ideologie sicherte eine beispiellose Vereinigung der Deutschen um ihren Staat. Als der Krieg begann, war ein Verrat der gegen Deutschland kriegsführenden Staaten zur gewöhnlichen Sache geworden: Zu den Deutschen überliefen Hunderte Tausend und Millionen Soldaten (will jemand das bestreiten? Rund 1,5 Millionen sowjetischer Bürger gehörten nach verschiedenen Schätzungen der Wehrmacht und SS!). Bei den deutschen Land – u. Luftstreitkräften hingegen hatten lediglich 615 Menschen (nach J. Muchin) in 5 Kriegsjahren ihren Eid gebrochen, und es war kein einziger Offizier unter ihnen!

Es gab noch einen Unterschied zwischen dem Nationalsozialismus und Marxismus. Ein grundlegender Unterschied, der bewies, dass der Marxismus eine aggressive Lehre war, die sich als falsches Spiegelbild der damals entstehenden „Globalisierung“ erwies; der Nationalsozialismus aber war eine ausschließlich autonome, geschlossene Lehre, die auf sein eigenes Innere gerichtet war und keine Neubekehrten anderes Blutes brauchte. Der Marxismus behauptet, dass der Sieg des Sozialismus in einem Land unmöglich sei und deshalb werden die Kommunisten aufgefordert, die kommunistischen Ideen in der ganzen Welt breitzutreten. Hitler wies aber ganz bestimmt darauf hin, dass der Nationalsozialismus nicht zum Export, sondern ausschließlich für den inneren Einsatz prädestiniert war. Nur für die Deutschen! Denn Hitler hatte keine anderen Völker in sein nationalsozialistisches Paradies eingeladen. Alle anderen Nationen waren ihm egal, und die undeutscheste aller Nationen, die Juden, sollte überhaupt aus Deutschland verschwinden, denn es gab im Dritten Reich keinen Platz weder für sie, noch für ihr Geld, noch für ihre Ideen.

16

Die wirtschaftlichen Erfolge des Dritten Reiches gingen Hand in Hand mit einem langsamen Ausschluss des jüdischen Kapitals aus dem wirtschaftlichen Leben des Landes.

Am 26.03.1938 wurde ein Erlass über das Registrierungsverbot eines jüdischen Eigentums für den Betrag über 5000 Mark verabschiedet. Am 12 November erschien ein Erlass über den Ausschluss von Juden aus dem deutschen wirtschaftlichen Leben und am 3 Dezember – ein Gesetz über die verbindliche Arisierung der jüdischen Unternehmen. Vorhin war die Arisierung (Verkauf der jüdischen Unternehmen an die Deutschen, der sehr von der Verwaltung „empfohlen“ war) im Großen und Ganzen eine private Angelegenheit gewesen, aber ab 03.12.1938 wurde sie zum allgemeinen deutschen Gewerbe.

Es ist allerdings anzumerken, dass die Arisierung des Vermögens keine Nationalisierung war. Das war der Form nach ein freier Kauf und Verkauf!

Jeder Durchschnittsdeutscher konnte sehen, dass die Wirtschaftslage des Reiches Tag für Tag gefestigt wurde. Jeder Deutscher sah, dass dieser Vorgang nicht vom allmählichen Ausschluss der Juden aus dem wirtschaftlichen Leben des Landes zu trennen war (es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass im Jahre 1938 immer noch über 40000 Unternehmen den Juden gehörten). Wenn eins nicht vom anderen zu trennen ist, dann heißt es: die Nazis hatten wieder recht gehabt?! Und alle Deutschen hätten sich die letzte Mühe geben müssen, um alle Juden zu bewegen, Deutschland für immer zu verlassen? Wollen sie trotz alledem nicht weg? Dann würde ein gesamtdeutscher Pogrom selbst die Unfügsamsten zum Weggehen antreiben!

Die Tatsache, dass am 7 November 1938 in Paris der deutsche Botschaftsrat vom Rath von einem polnischen Juden Herschel Grünspann erschossen und das quasi zum Anlass für eine „Kristallnacht“ wurde, zählt nicht. Er hat ihn erschossen, na und? Es war einfach ein sehr emotionaler Bursche, der einen Brief von seinen Eltern bekommen und sich dafür entschieden hatte Rache zu nehmen! Da gibt es nicht viel zu staunen – das kommt vor! Allerdings ist es eigenartig, dass er ausgerechnet einen Beamten vom deutschen Außenministerium erschossen hatte. Denn Grünspanns Eltern waren am 28.10.1938 aus dem Reich abgeschoben worden, als polnische Staatsbürger, denen das polnische Konsulat die Passverlängerung verweigerte. Der Logik nach hätte eigentlich das Bürschchen 5–6 Kugeln durch einen polnischen Diplomaten jagen sollen, denn gerade wegen der Einstellung des polnischen Staates mussten Grünspanns Eltern das relativ satte Deutschland verlassen und nach trostlosen und hungrigen polnischem Krähenwinkel ziehen!

Es sei erwähnt, dass die Nazideutschen auch schon früher von Juden getötet wurden. 1936 erschoss David Frankfurter den Führer von schweizerischen Nationalsozialisten Wilhelm Gustloff, trotzdem gab es keinen Pogrom, obwohl Gustloff ein persönlicher Freund von Hitler war!

Das Eigentum der Juden in Deutschland 1933 wurde auf 12 Mrd. Goldmark geschätzt und warf ständigen Gewinn ab. Und sie sollten dieses Clondike verlassen und in die palästinensische Wüste umziehen? Waren sie etwa so dumm? Und was auch immer die Nazis getan haben (sie hängten den Juden „Davidsterne“ an die Kleidung; die Juden mussten sich je nach dem Geschlecht mit dem ersten Vornamen „Israeli“ oder „Sara“ eintragen lassen), es half nichts. Bis zum 1938 hatten kaum 150000 Juden Deutschland verlassen – das war weniger als ein Drittel der ganzen Judengemeinde.

Die „Kristallnacht“ war eine formelle Kriegserklärung.

Am 10.11.1938 begann die Weltschlacht zwischen dem Nationalsozialismus und internationalem Kapital, eine Schlacht, wo nur eine Seite siegen und die andere verlieren konnte, denn es gab auf der Erde keinen Platz für zwei unversöhnliche Ideologien.

Kapitel 2

1

1939 wurde Polen das nächstfolgende Opfer des faschistischen Deutschlands.

Das ist eine bittere Wahrheit. In Berücksichtigung der Kriegsverluste, die das polnische Volk während des Zweiten Weltkrieges erlitten hatte – steht außer Zweifel, dass Polen ein Opfer war.

Opfer des faschistischen Deutschlands?

Kein Mensch, der wenigstens 5 Jahre der Mittelschule absolviert hatte, wird heute diesen Satz dem Zweifel unterziehen. Genauso, wie eine Behauptung, dass die Erde rund und Großbritannien ein Königreich ist. Das ist ein geschichtliches Axiom unter den anderen verschiedenen Axiomen.

Aber wir, lieber Leser, dürfen behaupten:

Das ist eine absolute, raffinierte Erfindung!

Denn die Wahrheit der Geschichte besteht darin, dass Polen im Jahre 1939 das nächstfolgende Opfer der englisch-französischen Sieger des Ersten Weltkrieges wurde!

Etwas stimmt nicht? Stimmt das Objekt mit dem Prädikat nicht überein?

Und ob das alles zusammenpasst!

Lasst uns, wie es sich gehört, von Erschaffung der Welt anfangen.

Zweites Polen war aus dem Nichts nach einer mehr als hundertjährigen Abwesenheit auf der politischen Weltkarte durch Ententestaaten (auch Kerenskiys Russland gehörte zu jenem Augenblick dazu) in Grenzen 1792, wie die Polen es zu sagen pflegen, wiederhergestellt worden.

Bemerkenswert ist, dass das „Kindchen“ sich nach der Geburt erstaunlich wild und aggressiv verhalten hatte.

Eben erst in Extrablättern erschienen, zettelte dieser neugeborene Staat sofort einige Grenzkriege an – praktisch gegen die ganze seine Nachbarschaft.

Ein sowjetisch-polnischer Krieg ist eine bekannte Sache, deshalb werden wir hier die polnische Invasion in Weißrussland und in die Ukraine und einen Gegenangriff der Ersten Reiterarmee, sowie den Feldzug Tuchatschewskiys an die Weichsel und sein blamables Scheitern keiner ausführlichen Analyse unterziehen. Auch das Rigaer Abkommen 1921, nach dem Bolschewiken leicht und zwanglos Westweißrussland und die Westukraine dem polnischen Joch überließen – werden wir nicht breittreten.

2

Wir werden beiläufig einige andere Kriege erwähnen, die Polen Anfang 20-er Jahre geführt hatte.

Es kämpfte gegen Litauen um Wilna und das Wilna-Gebiet.

Das erste Mal ergriffen die Polen Wilna am 01.01.1919, aber schon nach 5 Tagen wurden sie von sowjetischen und litauischen Truppen aus der Stadt vertrieben.

Zum zweiten Mal waren die Stadt und das Gebiet von der 1 Infanteriedivision des Generals Rydz-Smigly am 19.04.1919 erobert worden, diesmal ziemlich gründlich.

Es ist völlig wurscht, dass am 8 Dezember der Entente Rat eine Entscheidung bezüglich der östlichen Grenze Polens (sogenannte „Curzon-Linie“) traf, nach der Wilna und das Wilna-Gebiet Litauens Eigentum wurden. Die Polen hatten ihre eigene Meinung, was die Grenzberichtigung und territoriale Zugehörigkeit dieses Territoriums anging (apropos, dieses Territorium war hauptsächlich von den weißrussischen Katholiken besiedelt, deren Interessen von Entente, aus welchem Grund auch immer, ignoriert wurden).

Am 31.03.1920 bildeten Litauen und RSFSR ein Militärbündnis gegen Polen und am 14 Juli vertrieben sowjetische Streitkräfte die Polen aus Wilna. Und dann, gemäß dem Abkommen, wurde die Stadt am 26 August den litauischen Streitkräften übergeben.

Darauf antwortete Polen mit Invasion seiner Truppen in Litauen am 22 September – wenn Litauen de-jure ein Militärverbündete der „Roten“ war, so hatte es, nach der Meinung der polnischen Regierung, keine Rechte auf die aus den Bolschewikenhänden erhaltenen Wilna und Wilna-Gebiet. Das Vorrücken der polnischen Legionen ging ziemlich gut voran – aber nur bis zum Anfang Oktober. Das polnische Unterfangen (muntere Eroberung von Wilna und Umgebungen) ging schief, nicht wegen eines erbitterten Widerstandes der Litauer, wie es jemand zu denken vermag, sondern weil sich die „erwachsenen Onkel“ aus Europa in diese blutige Zwietracht mischten. Entente hatte ihrem „Limitroph“– Staat (der halb verrückt wurde durch die unerwartet gewonnene Freiheit, einen Krieg nach Herzenslust zu führen) mit dem Fingerchen gedroht und am 7 Oktober wurde in Suwalki auf Drängen der Sieger-Länder ein Friedensvertrag zwischen Polen und Litauen unterschrieben, nach dem Wilna an die „baltischen Radikalen“ fiel.

Aber Polen hatte nicht einmal in Albträumen geplant, Wilna und Umgebung in Besitz dieser fragwürdigen Litauern zu übergeben. Eine direkte Aggression der polnischen Streitkräfte, nach dem Eingriff der „großen Onkel“ von Entente, wurde jetzt wegen der außenpolitischen Erwägungen zu einem schwierigen Unterfangen. Aber keiner kann ja dem „aufständischen Volk“ verbieten, die Macht in seiner Heimatstadt zu ergreifen! Was hatte denn Mister Wilson ununterbrochen von allen Tribünen verkündet? Dass die jede Nation das Recht auf Selbstbestimmung hat!

Sehr gut! Nun muss man sich einfach dafür sorgen, dass eine ähnliche Nation erschaffen wird, alles Weitere läuft dann wie geschmiert!

Gesagt, getan.

Am 9 Oktober 1921 drang in Litauen die erste litauischweißrussische Division vom General Zeligowski ein, die angeblich gegen Pilsudski rebelliert und selbst den Entschluss gefasst hatte, das Land der „Väter und Großväter“ zurückzuerobern.

Dieses Vorhaben ist ganz fadenscheinig gewesen und die Fäden waren armdick!

Ins Wilna-Gebiet, das bereits von den Polen (Pardon, jetzt galten sie als „Litauer-Weißrussen“) ergriffen worden ist, treffen die Streitkräfte von Entente ein und bringen die Konfliktparteien auseinander, was nicht im geringsten den General Zeligowski stört, am 30 November ein Dekret über Seimwahlen und Volksabstimmung unter der Gebietsbevölkerung über die territoriale Zugehörigkeit von „Mittellitauen“ (so nennt er das besetzte Territorium) zu erlassen.

Nach dem schallenden Sieg Zeligowskis bei der Volksabstimmung am 20 Februar, fasst der Wilnaer Seim den Beschluss über den Beitritt Mittellitauens zu Polen. Ganz einfach und mit Geschmack, durchaus demokratisch und im Sinne der Einhaltung von Menschenrechten.

Am 24 März 1922 lässt der polnische Seim das Wilna-Gebiet zum Teil Polens erklären (Und was soll man denn schon machen? Ein Volksentscheid, damit ist nicht zu spaßen!).

Und am 15 März folgenden Jahres werden Wilna und WilnaGebiet von der Entente als Teil Polens anerkannt. Alles legitim!

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20 nisan 2021
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2019
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295 s. 42 illüstrasyon
ISBN:
978-5-043-42536-2
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