Kitabı oku: «Viruserkrankungen natürlich behandeln»

Yazı tipi:

Dr. Andrea Flemmer

Viruserkrankungen natürlich behandeln

Mit effektiven Wirkstoffen

gegen Erkältung, Grippe, Herpes,

Warzen, Magen-Darm-Infekt,

Pfeiffersches Drüsenfieber

und vieles mehr


Hinweise des Verlags

Dieses Buch dient der Information über Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge. Wer sie anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Autorin und Verlag beabsichtigen nicht, Diagnosen zu stellen oder Therapieempfehlungen zu geben. Die hier vorgestellten Vorgehensweisen sind nicht als Ersatz für professionelle Behandlung bei ernsthaften Beschwerden zu verstehen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt; alle Angaben beziehen sich selbstverständlich auf Angehörige aller Geschlechter.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

VAK Verlags GmbH

Eschbachstraße 5

79199 Kirchzarten

Deutschland

www.vakverlag.de

© VAK Verlags GmbH, Kirchzarten bei Freiburg 2017

Lektorat: Nadine Britsch

Layout & Satz: Goar Engeländer, www.dametec.de

Umschlagfoto: © kerdkanno

Umschlag: Sabine Fuchs, München

Druck: Friedrich Pustet GmbH & Co. KG, Regensburg

Printed in Germany

ISBN: 978-3-86731-187-8 (Paperback)

ISBN: 978-3-95484-390-9 (ePub)

ISBN: 978-3-95484-391-6 (kindle)

ISBN: 978-3-95484-392-3 (PDF)

Inhalt

Einführung – Viren: Plagegeister aus der Natur

Teil I Was sind Viren eigentlich?

Kleinstlebewesen verursachen unangenehme Beschwerden

Nicht alle Kennzeichen eines lebenden Organismus, aber nicht weniger gefährlich

Virusähnliche Lebewesen: Viroide, Virusoide und Prione

Warum und wie machen Viren krank und wie verhindert das unser Körper?

Verschiedene Virus-Typen

Viren und Antibiotika

Impfungen – der totale Schutz vor Viren?

Gibt es auch „gesunde“ Viren?

Teil II Krankheitserreger aus dem Reich der Viren und erste Gegenmaßnahmen

Erkältungskrankheiten und Grippe

Die neuen Plagegeister: Coronaviren

Magen-Darm-Viren

Hepatitis (Leberentzündung)

Herpes

Warzen und Humane Papillomviren (HPV)

Noch nicht vollständig entschlüsselt: Multiple Sklerose & Co.

Ein schwieriger Retrovirus: Aids und Ansätze einer natürlichen Behandlung

Viruserkrankungen bei Kindern

Pfeiffersches Drüsenfieber

Weitere virusbedingte Krankheiten

Teil III Heilpflanzen aus dem Regenwald

Register der Krankheiten und Heilkräuter aus dem Regenwald

Teil IV Gewürze

Register der Gewürze, die bei verschiedenen Beschwerden helfen

Teil V Heilsame Pilze – Shiitake und Co.

Register der Heilpilze, die bei verschiedenen Beschwerden helfen

Teil VI ABC der Pflanzen, die gegen Viren helfen

Register der Krankheiten und Heilkräuter bzw. Wirkstoffe, die gegen mehrere Virusarten helfen

Teil VII Mit kolloidalem Silber gegen Viren

Eigene Herstellung

Kolloidales Silberwasser und Herstellungsgerät kaufen

Wie werden Viren damit abgetötet?

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen

Haltbarkeit

Standardtherapie

Kolloidales Silber hilft bei folgenden Viruserkrankungen

Teil VIII Gesamtregister der Krankheiten

Gesamtregister der Krankheiten mit Verweis auf die jeweilige Heilpflanze oder -methode

Anhang

Lexikon

Quellen

Bilderverzeichnis

Über die Autorin

Einführung
Viren: Plagegeister aus der Natur

Ich bin Diplom-Biologin. Die Vielfalt der Natur hat mich bereits vor und auch während meines Studiums fasziniert. Das blieb auch danach so – im positiven wie im negativen Sinne. Zum eher negativen Bereich gehören Viren, zum positiven jene Organismen, die uns Hilfe gegen die mehr als unangenehmen Krankheiten bieten. Es ist einfach verblüffend, welche Werkzeuge uns die Natur in die Hand gibt, um gegen ihre „Plagegeister“ vorgehen zu können. Das ist auch bitter nötig, denn die Pharmaindustrie hat gegen Viren die wenigsten registrierten Arzneimittel. Würde das Buch davon handeln, wäre es sehr, sehr dünn. Kommt man auf die Nebenwirkungen zu sprechen – dann wendet man sich lieber ab.

Eines ist dabei vollkommen klar: Dieses Buch umfasst keine extrem gefährlichen Viren wie Ebola. Da braucht man gar nicht nachzudenken, ob Selbsthilfe besser wäre. Hier ist fachkundige Hilfe durch einen Arzt erforderlich, allein schon um die Ansteckung anderer zu verhindern. Hinzu kommt, dass es sich dabei um kein Virus handelt, das man schon lange kennt und gegen das Heilkundige schon immer etwas im Angebot hatten. Ich rate auch nicht von konventionellen Präparaten ab, wie Aciclovir, dem Aids-Medikament und Wirkstoff gegen viele Virenarten. Dies umso mehr, als es kein Medikament gibt, das gegen Aids lebensrettender ist. Aber ergänzende Maßnahmen, die den Patienten zusätzliche Lebensqualität verschaffen, finden Sie durchaus in diesem Werk. Dazu kommt, dass es viele Viren gibt, gegen die natürliche Wirkstoffe helfen.

Eine große Rolle spielen Heilkräuter aus der sogenannten Phytotherapie, also der Pflanzenheilkunde. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es sich dabei nicht um eine sogenannte „alternative“ Medizin handelt, „sondern um eine wertvolle Ergänzung zu den ‚klassischen‘ Therapiemaßnahmen“ (s. Quellen, Schilcher et al. im Anhang: Leitfaden Phytotherapie). Es ist das wissenschaftliche Fachgebiet der Pharmazeuten, die das im Studium lernen. Es gibt aber auch andere Heilkundige, die sich das Wissen um Heilkräuter erwerben oder von ihren Vorfahren mitbekommen haben. Die Fülle der bekannten Informationen sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Man benötigt ziemlich lange, bis man sich auch nur auf einem Teilgebiet auskennt.

Bei Pflanzenextrakten können sich durch die Vielzahl an aktiven Inhaltsstoffen Effekte ergeben, die sich gegenseitig in ihrer Wirksamkeit gegen die jeweilige Krankheit verstärken. Dies kann zum Beispiel zu einer Reduzierung der Medikamentendosen führen, womit wiederum Nebenwirkungen verringert werden. Durch ein Stoffgemisch kann man oft auch Resistenzen verhindern. Das ist bei Einzelsubstanzen in der Regel nicht der Fall. Pflanzliche Mittel haben in der Regel weniger bis keine Nebenwirkungen. Dies ist besonders interessant, wenn man weiß, dass pro Jahr etwa 25 000 Deutsche aufgrund von Neben- oder Wechselwirkungen sterben!

Und da sind wir auch schon bei den Viren. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnte man Bakterien als Krankheitserreger identifizieren, bei Viren dauerte es noch länger. Heilkundige Frauen als sogenannte „Hexen“ zu verbrennen, war dafür wenig hilfreich und warf die Medizin als Wissenschaft um Jahrhunderte zurück. Tatsache ist: Das Gebiet rund um die Viren ist weder intensiv erforscht, noch hinreichend bekannt. Deshalb enthält dieses Buch auch ein Kapitel über Multiple Sklerose, deren Ursache unbekannt ist. Immer wieder erscheinen Berichte, in denen Viren als Auslöser vermutet werden.

Oft kennt man auch den Wirkstoff nicht, der gegen das jeweilige Virus hilft: Man weiß es schlichtweg nicht. Im positiven Fall wird es gerade untersucht. Mit etwas Glück finden Sie die Lösung in der nächsten Auflage, eventuell dauert es aber noch ein bis mehrere weitere Generationen. Daher kennen wir bei manchen Heilpflanzen die Wirkungsursache, bei manchen aber leider nicht.

Dass Ihnen mein Buch bei den vorgestellten Viruserkrankungen helfen kann, wünscht Ihnen

Dr. Andrea Flemmer

Teil I
Was sind Viren eigentlich?


© Dr_Kateryna

Viele nutzen die Bezeichnung „Viren“, wissen aber eigentlich nicht, worum es sich dabei genau handelt. Um ein typisches Beispiel zu zeigen, sehen wir uns doch einen Befall bei Erkältungen an, die zu 90 % von Viren verursacht werden:

Gelingt es Erkältungsviren, in die Schleimhaut von Nase und Rachen einzudringen, entzündet sich diese. Dann haben die Viren das „Sagen“ und die Nase läuft, der Hals kratzt und schmerzt.

Meist gehören diese Krankheitserreger zu den Rhinoviren, von denen es mehr als 200 verschiedene Arten gibt. Sie beginnen ihr Zerstörungswerk oft zuerst in der Nasen- und Rachenschleimhaut. Von hier aus befallen sie dann die Bronchien, die Nasennebenhöhlen und/oder die Rachenmandeln. Haben sie auf diese Weise unser Abwehrsystem geschwächt, kann noch eine sogenannte bakterielle Sekundär-, also Zweitinfektion hinzukommen. Das heißt: Durch das geschwächte Immunsystem können sich Bakterien leichter im Körper einnisten, vermehren und ausbreiten. Nur dann sind die üblichen konventionellen Antibiotika sinnvoll, während sie gegen Viren nichts ausrichten können.

© Dr_Kateryna

Erkältungsviren verursachen typische Symptome wie Halsschmerzen, Heiserkeit, Schnupfen etc. Um diese Beschwerden zu lindern, sind pflanzliche Mittel, die sogenannten Phytopharmaka, ideal. Sie helfen immer, auch bei bakteriellen Zweitinfektionen. Dies wurde mithilfe von Studien nachgewiesen.

Entzündungsreaktionen machen einen Großteil der Beschwerden bei Erkältungs- und anderen Virusinfektionen aus. Ob eine Erkältung mild oder heftig verläuft, hängt auch davon ab, wie viele Erreger eingeatmet wurden und ob bereits eine gewisse Teilimmunität besteht, also ob die Abwehr des jeweiligen Betroffenen schon einmal Kontakt mit dem aktuellen Erreger hatte.

Kleinstlebewesen verursachen unangenehme Beschwerden

Für Laien ist es schwer, die Verursacher von Virenerkrankungen richtig einzuschätzen. Folgendes ist dafür wissenswert:

Das Reich der Lebewesen gliedert sich grob in:

– Lebewesen, die aus Zellen (s. Anhang, Lexikon) mit Zellkern aufgebaut sind: Tiere, Pflanzen, Pilze und einzellige Lebewesen (zum Beispiel der Malariaerreger),

– Bakterien ohne Zellkern,

– Viren,

– sonstige Lebewesen wie Viroide, Prione und alle, die wir noch gar nicht kennen.

Ein großer Unterschied zwischen den Einzellern mit Zellkern, Bakterien und Viren ist die Größe: Einzeller sind zwischen 2 und 70 μm lang (μm = tausendstel Millimeter), Bakterien in der Regel maximal 5 μm. Viren sind deutlich kleiner: 10 bis ca. 250 nm (1 nm = 1 Millionstel Millimeter), sodass sie von einem Lichtmikroskop nicht mehr erfasst werden können. Um sie sichtbar zu machen, benötigt man daher ein Elektronenmikroskop.

Auch der Bauplan von Bakterien und Viren ist komplett anders. Bakterien besitzen zum Beispiel eine richtige Zellwand und eine Innenstruktur. Innerhalb ihrer Umgrenzung – der Zellwand – findet man die Zellflüssigkeit, die Ribosomen und das Erbgut des Bakteriums. Die Ribosomen helfen bei der Eiweißbildung. Außerdem tragen viele Bakterien eine oder mehrere Geißeln, die zur Fortbewegung dienen oder sogenannte Pili: kleine, kurze Anhängsel, die die Bakterien aussehen lassen, als hätten sie einen Pelz. Sie helfen bei der Anheftung an andere Bakterien, Oberflächen oder Zellen, z. B. an die Blasenwand.

Viren sind dagegen einfacher aufgebaut. Sie bestehen meist nur aus ihrem Erbgut, das in einer Hülle aus Eiweiß, dem Capsid, eingeschlossen ist. Manchmal haben sie eine zusätzliche Membran um das Kapsid, die unter anderem aus speziellen Fetten besteht.

Bakterienzellen vervielfältigen sich – genauso wie auch menschliche Zellen im Übrigen – in der Regel durch Zellteilung. Bevor sich eine Bakterienzelle teilt, kopiert sie ihr Erbgut. Dann schnürt sie sich in der Mitte durch und aus einer Mutterzelle werden zwei Tochterzellen. Viren können dies nicht.

Nicht alle Kennzeichen eines lebenden Organismus, aber nicht weniger gefährlich

Im Gegensatz zu Bakterien besitzen Viren keine eigenen Zellorganellen und auch keinen eigenen Stoffwechsel. Sie können Eiweiße also nicht selbst herstellen. Die Enzyme (s. Anhang, Lexikon) zur Energiegewinnung, über die jede Zelle von Tieren, Pflanzen und Bakterien verfügt, fehlen ihnen und sie können sich nicht alleine fortpflanzen.

Dringen bei einer Virusinfektion Viren in den Körper ein, ist ihr oberstes Ziel die Vermehrung. Dafür müssen sie fremde Zellen, die sogenannten Wirtszellen, befallen. Sie docken an sie an, heften sich also fest, und schleusen von da aus ihre eigene Erbinformation ein. Diese Erbinformation „programmiert“ das Erbgut der Wirtszelle für die Zwecke der Viren um, mit der Folge, dass sie viele weitere Viren produziert. Das heißt, dass die befallene Zelle beginnt, die einzelnen Virusbestandteile anhand des mitgelieferten Bauplans (der sich im Erbgut des Virus befindet) herzustellen. Die Einzelteile des Virus lagern sich schließlich ganz von selbst zu einem kompletten Virus zusammen. Auf diese Weise füllt sich die Wirtszelle mit immer mehr neu gebildeten Viren. Diese sogenannten Virione verlassen die Wirtszelle, indem sie zum Beispiel vorher ein Loch in der Zellwand erzeugen, die Wirtszelle platzt oder durch Knospung. Letzteres bedeutet, das Virus lagert sich an die Zellwand an, die Zellwand des Wirts umfließt das Virus und das entstehende „Bläschen“ wird abgeschnürt. Manche Wirtszellen gehen dabei zugrunde. Die neuen Viren können nun beginnen, weitere Zellen zu infizieren.

Aufgrund des fehlenden Stoffwechsels und der Tatsache, dass Viren sich alleine nicht vermehren können, sagt man, dass sie nicht alle Kennzeichen des Lebenden haben. Dafür setzen sie uns aber dennoch ordentlich zu!

Die Anzahl der neuen Viren variiert je nach Virus-Typ. Zum Beispiel bildet eine mit dem Polio-Virus infizierte Zelle etwa 1000 neue Viren pro Zelle. Dagegen bildet eine mit Herpes-Viren befallene Zelle (z. B. bei Lippenherpes) nur 50 bis 100 Viren pro Zelle.

Die Plagegeister sind in der Regel wirtsspezifisch, das heißt, ein bestimmtes Virus infiziert normalerweise nur bestimmte Organismen. Auch Bakterien oder Pflanzen können von Viren befallen werden. Dementsprechend werden Viren in vier verschiedene Gruppen eingeteilt, je nach infiziertem Organismus.

– Bakterien: Bakteriophagen

– Pflanzen: Pflanzenviren oder Phytoviren

– Tiere: Tierviren oder animale Viren (z. B. Schweineviren, Vogelviren usw.)

– Menschen: Menschenviren oder Humanviren

Virusähnliche Lebewesen: Viroide, Virusoide und Prione

Außer den Viren kennt man bislang noch virusähnliche Lebewesen, die ebenfalls krankheitserregend wirken können, obwohl sie aus noch weniger Bestandteilen als ein Virus bestehen. Zu diesen seltsamen Lebewesen zählen:

1. Viroide

2. Virusoide

3. Prione

Viroide

Viroide bestehen nur aus kurzen Erbmaterialstücken, genauer: aus einer ringförmigen RNA (Ribonukleinsäure). Auch sie besitzen keinen eigenständigen Stoffwechsel und können sich nicht selbst fortpflanzen. Sie sind auch nicht von einem Kapsid oder einer Hülle umgeben. Man kennt sie bislang nur als Krankheitserreger bei Pflanzen. Daher spielen sie in diesem Buch keine Rolle.

Virusoide

Virusoide, die man auch als Satellitenviren bezeichnet, bestehen ebenfalls aus einem kleinen Stück Erbmaterial, entweder einem RNA- oder DNA-Stück. Außerdem haben sie ein bis zwei Eiweiße, deren Bauplan sie auch in ihrem Erbmaterial tragen. Um es noch komplizierter zu machen, brauchen sie zu ihrer Vermehrung und Ausbreitung andere Viren (sogenannte Helferviren). Auch Virusoide führen vor allem bei Pflanzen zu Erkrankungen. Bislang kennt man nur ein Virusoid, das Menschen krank macht: das Hepatitis-D-Virus. Es kann nur Zellen infizieren, die bereits mit Hepatitis-B-Viren befallen sind.

Prione

Der Begriff Prione kommt von der englischen Bezeichnung proteinaceous infectious particle und heißt in etwa „eiweißartige ansteckende Partikel“. Sie bestehen nicht aus Erbmaterial, sondern aus Eiweiß (Proteinen). Sie kommen auch natürlicherweise im Körper von Mensch und Tier vor – vor allem in Gehirn und Rückenmark, aber auch in Geweben des Immunsystems (Lymphknoten und Milz). Trotz fehlendem Erbmaterial können Prione unter bestimmten Bedingungen krank machen und zum Beispiel bei Schafen und Ziegen zu Scrapie, bei Rindern zu BSE und beim Menschen zum Beispiel zur Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder zu Kuru führen. Diese Krankheiten wurden bekannt, als man vegetarisch lebenden Tieren Kadavermehl (Tiermehl) fütterte. Dadurch konnte sich die Krankheit erst richtig entwickeln und schließlich auch Menschen befallen.

Ist man gesund, liegen die Prione alle in einer bestimmten Struktur vor, der sogenannten PrPC-Form (C für engl. cell = Zelle). Ändert sich diese Struktur jedoch, entsteht eine infektiöse Form, die sogenannte PrPSC-Form (SC für Scrapie, die Art wurde zuerst bei Schafen entdeckt). Diese krankhafte Form kann das Immunsystem nicht abbauen. Dadurch sammelt sie sich nach und nach immer mehr im Gehirn an und schädigt es dadurch.

Warum und wie machen Viren krank und wie verhindert das unser Körper?

Viele Viren rufen durch ihr Eindringen in den Körper eine Abwehrreaktion hervor. Das Immunsystem kämpft gegen die Fremdkörper. Dies wird oft von typischen Krankheitssymptomen wie Fieber, Schwäche oder Appetitlosigkeit begleitet.

Viren können im Laufe ihrer Vermehrung Zellen in unserem Körper zerstören, oder unsere körpereigenen Abwehrzellen beseitigen die vom Virus befallenen Zellen.

In der konventionellen Medizin geht man gegen Viren in der Regel symptomatisch vor, man versucht also, die Beschwerden zu lindern und nicht die Viren abzutöten; den Rest muss die körpereigene Abwehr dann alleine schaffen. Es ist sehr schwierig, spezifische Substanzen oder Wirkstoffe zu finden, die nur auf Viren und nicht gleichzeitig auch auf den Menschen wirken. Bei Bakterien ist dies einfacher: Ihre Zellkörper haben Strukturen, die beim Menschen nicht vorkommen und dagegen kann man Antibiotika einsetzen.

Einige Substanzen, die speziell gegen Viren eingesetzt werden, gibt es dennoch: Sogenannte „Virostatika“ verhindern das Andocken oder das Eindringen der Viren in die Wirtszelle. Andere wiederum stören die Herstellung und Zusammensetzung des Erbguts oder der Hülle und somit des kompletten Virus.

Manche Virusinfekte wie Erkältungen klingen von alleine wieder ab. Dahinter steckt die Evolution: Mensch und Virus haben sich im Laufe der Zeit aneinander „gewöhnt“. Die Viren töten ihren Wirt nicht, denn dann blieben sie selbst auch auf der Strecke. So aber leidet man als Mensch nur vorübergehend, niest und hustet, verteilt den Erreger in der Umgebung und sorgt dadurch für dessen Weiterleben und Vermehrung. Der Virenbefall kann aber auch zu schweren Zellschäden und einer spürbaren Erkrankung führen, wenn weitere Auslöser hinzukommen.

Wie gelangen Viren in unseren Körper?

Viren gelangen durch verletzte Haut, Nahrung, Tröpfchen- (entstehen beim Niesen, Sprechen, Husten usw.) oder Schmierinfektion (s. Anhang, Lexikon) in unseren Körper. Zwei Meter weit gelangen die Viren damit und infizieren neue Opfer. Wenn sie an ihrem Zielort angekommen sind, wie dies zum Beispiel über die Blut- oder Lymphbahn bzw. die Nerven möglich ist, vervielfältigen sie sich.

Ob es bei einer Virusinfektion zu Symptomen (und damit zu einer Erkrankung, etwa einer Erkältung) kommt, beziehungsweise wie heftig diese sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:

– davon, wie stark die Viren die infizierten Zellen schädigen,

– von der Fitness des Immunsystems.

Letzteres kann geschwächt werden, zum Beispiel durch Stress, falsche Ernährung, bestimmte Medikamente oder auch durch Erkrankungen wie Diabetes oder der Viruserkrankung Aids.

Wie kommt es zu den Symptomen?

Die Symptome einer Viruserkrankung entstehen in der Regel durch die Zellschäden, die die Virusvermehrung im Körper anrichtet. Wenn Viren das Immunsystem überwinden können, kommt es zu Symptomen. Kann das Immunsystem die Viren unschädlich machen, wie bei so manchen Erkältungsviren, bemerkt man gar nichts davon. Das Immunsystem hat die Plagegeister abgefangen, ehe die ersten Symptome überhaupt ausbrechen.

Leider kann es auch zu chronischen Virusinfektionen kommen, bei denen die Viren jahrelang im Körper bleiben und nur gelegentlich zu Beschwerden führen; ein Beispiel ist der Lippenherpes.

Unter einer Virusinfektion versteht man einen Befall mit Viren, also zum Beispiel mit Erkältungs- oder Grippeviren. Zu einer Virusvermehrung (Virusreproduktion) kommt es, wenn Viren die für sie passenden Wirtszellen gefunden haben und in diese eindringen konnten.

Die erste Abwehr: Schutzbarrieren unseres Körpers und wie wir ihm helfen können

Während Erkältungen die einen plagen, spazieren andere praktisch erkältungsfrei durch den Winter oder Sommer. Die einen sind von Herpesbläschen geplagt, die anderen kennen dies gar nicht. Unser Körper verfügt über Maßnahmen zur Gegenwehr – schutzlos sind wir also nicht. Unser Immunsystem ist unser biologisches Abwehrsystem (s. folgende Auflistung). Es ist sehr komplex und besteht aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. Man unterscheidet das „angeborene“ oder „unspezifische Immunsystem“ und die „adaptive“ oder „spezifische Immunabwehr“. Zum angeborenen Immunsystem gehören folgende ausgeklügelte Schutzbarrieren:

– Die Haut ist auf ihrer Oberfläche leicht sauer, sie hat einen pH-Wert von 5,7 (neutral wäre ein pH-Wert von 7,0). Durch diesen Säureschutzmantel beugt die Haut aktiv gegen das Eindringen von Krankheitserregern vor.

– Dazu kommt, dass die Hautzellen miteinander verzahnt sind, wie eine Art Schutzpanzer. Die Haut drückt auch ständig nach außen und Hautzellen wachsen immer wieder nach. Im Laufe der Zeit wird die alte Oberschicht abgeschält und nimmt dabei gewaltige Mengen von Bakterien, Viren und anderen Mikroorganismen mit sich. So werden pro Minute 30 000 Hautzellen abgestoßen und in knapp einem Monat erneuert sich unsere Haut komplett.

– Im Rachen gibt es Organe mit Abwehrfunktion, z. B. die Rachenmandeln.

– Die Magensäure tötet Keime ab.

– Die Schleimhäute von Nase, Luftröhre und Lunge produzieren Schleim. Er dient dazu, eindringende Krankheitserreger zu binden, und er wird weitertransportiert oder durch Reflexe abgehustet.

– Die Schleimhaut der Atemwege enthält feinste Flimmerhärchen. Sie transportieren den Schleim nach außen ab und erschweren es Krankheitserregern in die Atemwege vorzudringen.

– Grippe- und andere Viren lieben unsere Körpertemperatur von 37 °C. Also erhöhen wir diese Temperatur – wir bekommen Fieber. Dies reicht oft schon aus, um die Infektion zu verlangsamen.

Was ist eigentlich ein „Infekt“?

Der Arzt spricht – nicht nur bei Virenbefall – von einem Infekt. Davon oder auch von einer „Infektion“ spricht man, wenn Mikroorganismen (z. B. Viren und Bakterien) in einen Organismus eingedrungen sind, dort haften bleiben, sich vermehren und sogenannte Infektionskrankheiten (z. B. Erkältungen) hervorrufen. Ein sogenannter „banaler“ oder „einfacher“ Infekt ist eine Infektionskrankheit, die harmlos ist und meist ohne Medikamente innerhalb von wenigen Tagen wieder verschwindet.

Dem Körper helfen mit Küchenhygiene

Wir können dafür sorgen, dass so wenig Keime – also nicht nur Viren, sondern auch Bakterien und Pilze – wie möglich in unseren Körper gelangen. Dafür ist Küchenhygiene eine gute Möglichkeit. Vorab sollte man wissen, dass Hitze Viren abtötet und Wasser sie wegspült. Folgendes sollte man also in der Küche beachten:

Erst waschen, dann starten: Bevor man Speisen zubereitet, sollte man die Hände sorgfältig mit Wasser und Seife waschen. Auch Fingernägel und Kleidung sollten sauber sein. Langes Haar besser zusammenbinden. Nach der Küchenarbeit wieder die Hände reinigen – Desinfektionsmittel sind dafür nicht erforderlich, in der Regel reichen Wasser und Seife.

Obst und Gemüse putzen und waschen: Frische Lebensmittel sorgfältig reinigen, da Erdkrümel kritische Keime enthalten können. Rohes Fleisch und rohen Fisch mit kaltem Wasser abspülen und darauf achten, dass dieses Wasser nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommt.

Die Arbeitsbereiche getrennt halten: Bearbeitet man rohe tierische Produkte wie Fleisch, sollte dies nur in einem Bereich der Küche geschehen. Andere Speisen sollte man an einem anderen Ort verarbeiten. Jeweils eigenes Werkzeug für die verschiedenen Lebensmittel nutzen oder es zwischendurch heiß reinigen.

Benutztes Werkzeug säubern: Vor allem Werkzeuge, die mit rohem Fleisch, rohem Fisch und Gemüse Kontakt hatten, mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Nasse Lappen und Handtücher schnell trocknen, oft wechseln und heiß waschen. Auch Spülbürsten sollte man immer wieder reinigen und von Zeit zu Zeit austauschen.

Auf das richtige Brettchen achten: Rohe tierische Produkte nur auf Brettchen mit glatter Oberfläche bearbeiten. Kunststoffbretter haben den Vorteil, dass sie sich in der Geschirrspülmaschine leicht heiß reinigen lassen. Sowohl Kunststoff- als auch Holzbrettchen gehören in den Müll, wenn sie tiefe Ritzen aufweisen. Darin können Viren und andere Kleinstlebewesen, wie Bakterien, sehr gut überleben.

Auf die Temperatur achten: Hitze tötet nicht nur Viren – im Inneren sollte das Gericht mindestens zwei Minuten 70 Grad aufweisen. Mahlzeiten aus der Mikrowelle sollte man zwischendurch umrühren, um die Hitze zu verteilen. Das Essen nicht lange warm halten, sondern besser schnell abkühlen lassen und neu erhitzen.

Auch Kälte hält Mikroorganismen in Schach: Aber darauf muss man wirklich achten: Alles, was gekühlt werden muss, nach dem Kauf schnell in den Kühlschrank stellen – am besten direkt aus der Kühltasche. Fleisch und Fisch gehören ins kälteste Fach unten, Milchprodukte in die Mitte. Am wärmsten ist es oben. Dort hält sich z. B. Senf. Gemüse sollte im Gemüsefach lagern. Speisereste am besten in verschließbare Glasgefäße oder abgedeckt lagern. Der Kühlschrank darf nicht zu dicht bepackt werden, damit die Luft zirkulieren kann. Die Höchsttemperatur sollte 7 °C betragen.

Gefrorenes im Kühlschrank auftauen: Gefriert man Speisen ein, sterben Keime meist nicht ab, sie befinden sich nur im „Tiefschlaf“. Taut man Gefrorenes im Kühlschrank auf, kann man damit ihre Vermehrung verhindern. Dafür das Gefriergut in eine Schüssel oder ein Sieb legen. Das Tauwasser sobald wie möglich entsorgen.

Welche Möglichkeiten hat das Immunsystem, um sich zur Wehr zu setzen?

Sobald unser Immunsystem die Virusinfektion bemerkt, wendet es verschiedene Strategien an, um die Eindringlinge zu bekämpfen, zum Beispiel:

Phagozytose: Die sogenannten „Fresszellen“ unseres Immunsystems attackieren, fressen und verdauen die Viren. 400 000 weiße Blutkörperchen enthält ein Blutstropfen. Bruchstücke der Eindringlinge präsentieren diese Fresszellen nun auf ihrer Oberfläche. Erkennt eine T-Helferzelle diese Bruchstücke, beginnt sie andere Immunzellen zu aktivieren, die die eingedrungenen Viren unschädlich machen. Die sogenannten Antikörper heften sich an die von den Viren befallenen Zellen, die sie erkennen und miteinander verkleben. In dieser Form kann der Körper sie dann beseitigen.

Andocken verhindern: Antikörper und spezielle Eiweiße unseres Immunsystems heften sich an die Viren, die noch nicht in Zellen eingedrungen sind, und hindern diese so daran, an die Wirtszelle anzudocken. Diese „verhinderten“ Viren kann unser Immunsystem unschädlich machen; es ist Bestandteil der spezifischen Immunabwehr. Dazu gehören die Antigenpräsentierenden Zellen (APC) sowie zwei weitere Gruppen von Zellen: die sogenannten T- und B-Lymphozyten, die die Antikörper gegen Eindringlinge richten. Nach einem Befall durch Krankheitserreger bleiben spezifische Antikörper und Gedächtniszellen erhalten, um bei erneutem Kontakt mit dem Erreger binnen kurzer Zeit eine angemessene Abwehrreaktion zu ermöglichen.

Nachbarzellen informieren, Immunzellen herbeirufen: Befallene Wirtszellen schlagen sozusagen Alarm, indem sie den Botenstoff Interferon herstellen und ihn an Nachbarzellen abgeben. Dadurch werden die umliegenden Zellen, die ebenfalls von Viren befallen sind, gewarnt und das Interferon hemmt und verlangsamt die Vermehrung der Viren. Dazu kommt, dass das freigesetzte Interferon spezielle Immunzellen anlockt. Diese können die virusbefallenen Zellen zerstören und verhindern damit, dass weitere Viren in ihnen hergestellt werden.

Die Zellen des Immunsystems zirkulieren in den Blutgefäßen und Lymphbahnen; sie kommen in allen Geweben des Körpers vor. Das Immunsystem ist äußerst komplex. Dieses Abwehrsystem müssen die Viren ausschalten können, um uns krank zu machen.

Aufgrund unseres Immunsystems kommt es nicht immer zu einem Ausbruch der Vireninfektion. Es hängt davon ab, um welchen Erreger es sich handelt und wie unser gesundheitlicher Zustand ist. Folgende Faktoren sind dabei wichtig:

– Wie stark ist der Krankheitserreger? Man spricht in diesem Fall von „Virulenz“.

– Wie stark ist das jeweilige Immunsystem?

– Wie hoch ist die Anzahl der Erreger?

Nicht jede Virusinfektion erfordert zwangsläufig das Einschreiten eines Arztes. Kleinere Infekte (z. B. eine Erkältung) kann der Körper in der Regel selbst bewältigen, sodass Medikamente – sofern man überhaupt welche hat, die die Viren ursächlich bekämpfen –, meistens nicht notwendig sind.

Leider gibt es jedoch auch Fälle, in denen unser Immunsystem mit der Virusinfektion alleine nicht fertig wird. Das geschieht zum Beispiel dadurch, dass das Virus so schnell Zellschäden hervorruft, dass dem Immunsystem nicht genug Zeit bleibt, dem Virus mit einer Immunreaktion Herr zu werden (z. B. beim Ebola-Virus). Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass sich die Viren (z. B. bei Aids) in speziellen Zellen des Immunsystems vermehren und diese dabei zerstören. Dies schwächt das Immunsystem so stark, dass es sich nicht mehr wehren kann.

Welche Wirkungen lassen sich mit den hier vorgestellten Präparaten erzielen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Viren zu „bremsen“:

– Hemmung der Neuraminidase:

Das Enzym (s. Anhang, Lexikon) Neuraminidase benötigen manche Viren, um sich von der befallenen Wirtszelle zu befreien. Wird das Enzym gehemmt, bleiben die Viren in der infizierten Zelle „eingeschlossen“. Das führt zu ihrer Inaktivierung. Damit wird auch der Virenbefall benachbarter Zellen verhindert und eingedämmt.

– Steigerung der Interferonbildung.

– Steigerung der Phagozytenfunktion (Phagozyt, s. Anhang, Lexikon):

Wie Sie bereits gelesen haben, sind Phagozyten Bestandteil unseres Immunsystems. Sie „fressen“ sozusagen die Viren und andere Krankheitserreger. Eine deutliche Verbesserung der Funktion dieser Zellen im Blut konnte für Umckaloabo (s. S. 184) nachgewiesen werden. Hinzu kommt die Bildung sogenannter reaktiver Sauerstoffarten, die die phagozytierten Erreger zusätzlich schädigen.

– Hemmung der RNA- oder DNA-Polymerase: Dies entdeckte man zum Beispiel in dem Wirkstoffgemisch der Mariendistelfrüchte (s. S. 70, Silymarin). Im Modellversuch hemmte Silymarin die RNA-Polymerase. Dieses Enzym ist im Wesentlichen für die Vermehrung des Virus nötig.

Verschiedene Virus-Typen

Um sich bei der Fülle verschiedenster Viren leichter zu tun, unterteilt man diejenigen, die Menschen krank machen, nochmals in DNA- und RNA-Viren. DNA und RNA sind die Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure (DNA, mit A für engl. acid = Säure) und Ribonukleinsäure. Beide sind die biochemische Form der Erbsubstanz, die wir auch in unseren Zellen haben, die DNA im Zellkern, die RNA außerhalb davon. Sie unterscheiden sich etwas in ihrer Biochemie. Viren genügt zur Ausprägung ihrer Eigenschaften eine Sorte des Erbmaterials, also DNA oder RNA.

Neben der Form der DNA gibt es noch andere Einteilungskriterien, etwa die Symmetrie der Virushülle. Zahlreiche DNA-Virus-Kapside haben zum Beispiel eine kubische Form, ihr Kapsid gleicht also einem vielflächigen Würfel (lat. cubus = Würfel). Viele davon sind Ikosaeder (Zwanzigflächner). Andere Kapside haben zwar keine Würfelform, sind aber trotzdem regelmäßig gebildet (z. B. Pockenviren). Man unterscheidet drei große Gruppen:

DNA-Viren

DNA-Viren enthalten in ihrer Erbsubstanz nur DNA. Sie reicht aus, um sich in den Wirtszellen zu vermehren, die Zelle umzuprogrammieren, sodass sie nur noch Viren produziert. Sie haben eine Eiweißkapsel, das sogenannte Kapsid, um ihre DNA zu schützen. Auch die DNA kann in unterschiedlichen Variationen vorliegen. Dies ermöglicht es Wissenschaftlern, DNA-Viren verschiedenen Virusfamilien zuzuordnen. Die wichtigsten der 20 DNA-Virusfamilien sind:

4. Herpesviren (z. B. Herpes-simplex-Virus, Zytomegalievirus)

5. Papillomaviren (z. B. humanes Papillomavirus)

6. Parvoviren (z. B. Parvovirus)

7. Adenoviren (z. B. humane Adenoviren)

8. Pockenviren (z. B. Variolavirus)

9. Hepadnaviren (z. B. Hepatitis-B-Virus)

Die Struktur der DNA-Viren ist relativ stabil. Bei ihnen kommt es seltener zu Veränderungen im Erbgut (sogenannte Mutationen).

Außerdem nutzen DNA-Viren ein spezielles Enzym der Wirtszelle, die DNA-Polymerase, eine Art Korrektureinheit der Zelle. Auch diese Eigenschaft sorgt dafür, dass das Erbgut von DNA-Viren stabiler ist und es seltener zu Mutationen kommt.

RNA-Viren

Im Unterschied zu DNA-Viren besteht die Erbinformation dieses Virustyps aus RNA, der Ribonukleinsäure.

Auch bei den RNA-Viren gibt es um das Erbgut herum eine schützende Struktur: das Kapsid. Wie bei den DNA-Viren kann es unterschiedliche Formen haben. Bei ihnen findet man Kapside mit einer:

– kubischen Symmetrie: vielflächiger Würfel, z. B. Ikosaeder (Zwanzigflächner),

– komplexen Symmetrie: Kapside mit regelmäßiger Form, aber ohne eindeutige Symmetrie.

Manche dieser RNA-Viren sind, außer dem Kapsid, von einer weiteren Hülle umgeben. Je nach diesen Strukturmerkmalen teilt man die RNA-Viren in bestimmte Familien ein. Zu den wichtigsten Krankheitserregern beim Menschen gehören zum Beispiel:

– Picornaviren (z. B. Polio-Virus, Coxsackie-Viren; s. Anhang, Lexikon)

– Hepeviren (z. B. Hepatitis-E-Virus)

– Reoviren (z. B. Rotavirus)

– Coronaviren (z. B. SARS-CoV-2)

– Togaviren (z. B. Röteln-Virus)

– Flaviviren (z. B. FSME-Virus, Dengue-Virus)

– Arenaviren (z. B. Lassa-Virus)

– Filoviren (z. B. Ebola-Virus)

Das Erbgut dieser Viren ist aufgrund seiner chemischen Struktur nicht ganz so stabil wie das Erbgut von DNA-Viren. Die Folge ist, dass man bei Ihnen Erbgutveränderungen, also Mutationen, häufiger findet als bei DNA-Viren. Ihre Vermehrung läuft genauso ab wie die der DNA-Viren.

Retroviren

Bei den Retroviren (Retroviridae) handelt es sich um umhüllte, kugelförmige RNA-Viren. Sie transportieren im Viruspartikel zusätzlich ein Enzym (s. Anhang, Lexikon) namens Reverse Transkriptase, an dem alternative Heilmethoden ansetzen. Vermehrt sich das Virus, wird die RNA mithilfe dieses Enzyms in eine DNA-Zwischenstufe überführt, die in das Erbgut, also die DNA der Wirtszelle, eingebaut wird.

Typisch für Retroviren ist, dass von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung mitunter Jahre vergehen können. Einige Wissenschaftler meinen, dass Multiple Sklerose (MS) durch sie verursacht wird. Wie zum Beispiel für MS typisch, hat die Erkrankung selbst meist auch einen langsamen, chronischen Verlauf. Ein verwandtes Virus ist ein Vertreter der Lentiviren: das Aids-Virus (Humanes Immundefizienz-Virus = HIV), das ebenfalls zu den Retroviren gehört.

Viren und Antibiotika
Warum helfen konventionelle Antibiotika nicht gegen Viren?

Konventionelle Antibiotika wirken definitionsgemäß nur gegen Bakterien und sie enthalten üblicherweise nur einen Wirkstoff. Krankheiten wie Erkältungen, die durch Viren verursacht werden, können infolgedessen durch die üblichen Antibiotika nicht geheilt werden, da sie einer völlig anderen Gruppierung als Bakterien angehören. Aus sogenannten pflanzlichen Antibiotika wird üblicherweise jedoch keine einzelne Substanz isoliert oder chemisch entwickelt und angewendet, sondern ganze Pflanzen oder Teile davon – und einige Stoffe in diesem Substanzcocktail wirken auch gegen Viren. Daher ist der Begriff „pflanzliche Antibiotika“ eigentlich nicht korrekt. Keimhemmende – beziehungsweise keimtötende – Wirkung haben zum Beispiel ätherische Öle, wie sie in Gewürzpflanzen enthalten sind, etwa Thymian, Rosmarin und Salbei (s. folgende Kapitel). Ätherische, also flüchtige Öle, bestehen aus einer Mischung verschiedener Stoffe, die der Pflanze zur Selbstverteidigung und Selbstheilung dienen. Setzt sich das Pflanzentherapeutikum aus mehreren ätherischen Ölen zusammen, kann es meist ein sehr breites antimikrobielles Spektrum abdecken und gegen zahlreiche Krankheitserreger wirksam sein. Bekannte Beispiele für Pflanzen mit mehreren antibiotisch wirkenden Inhaltsstoffen sind zum Beispiel Knoblauch (es enthält u. a. Allicin, das eine dem Penicillin ähnliche Wirkung hat), Isländisch Moos (Flechtensäuren) und Efeu (Saponine).

Nicht nur, dass Antibiotika gegen Viren nicht wirken, es gibt auch Hinweise, dass Kinder, die sehr früh ein Antibiotikum verabreicht bekommen, im Alter von sieben Jahren etwa 2,5-mal häufiger an Asthma leiden und doppelt so häufig von einer Allergie betroffen sind. Das Problem der Resistenz (Unempfindlichkeit) beginnt oft schon nach Einnahme der ersten Tablette und hält lange an. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Man hatte mit Resistenzen jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich der Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel). Sie richten sich in erster Linie gegen Insekten – und auch sie werden relativ rasch resistent gegen die Wirkstoffe. Einer der unzähligen Nachkommen verträgt den Wirkstoff oder kann ihn chemisch verändern. Ja, es gibt sogar Exemplare, die abhängig sind von der Substanz und es nicht überleben würden, wenn man das Pestizid nicht mehr anwendet. Klar ist, dass Bakterien, die deutlich kleiner sind und eine wesentlich höhere Vermehrungsrate aufweisen als Insekten, umso schneller unempfindlich werden. Viren sind noch einmal kleiner und haben eine noch höhere Vermehrungsrate, daher werden auch sie gegen einen Wirkstoff (sogenannte „Antiviralia“ oder „Virostatika“) schnell unempfindlich. So liegen die Raten der resistenten Viren gegen das Virenmittel Oseltamivir zwischen 12,3 und 98 Prozent! Kein beruhigendes Resultat. Auch gegen Neuraminidasehemmer (s. S. 21) gibt es Resistenzen. Leider ist das auch schon für das Aids-Medikament Aciclovir bekannt. Es wirkt hauptsächlich dadurch, dass es die DNA-Polymerase (s. S. 22) der Viren hemmt und sie so an der Vermehrung hindert.

Gegen einzelne Wirkstoffe können Krankheitserreger – nicht zuletzt aufgrund ihrer riesigen Anzahl an Nachkommen –, offensichtlich immer Resistenzen entwickeln. Oder ein Exemplar ist es bereits von vorneherein und kann sich dadurch gnadenlos vermehren, da die Konkurrenz nun kleiner ist. Daher sind Phytopharmaka, mit ihrer Mischung aus verschiedenen Wirkstoffen, besser.

Aufgrund der bereits vorliegenden Erfahrungen verwundert der intensive Gebrauch von Antibiotika daher sehr. Klar ist: Da erzielt eine ganze Branche offensichtlich lohnende Gewinne auf Kosten anderer, zum Beispiel von Ihnen!

Aber sehen wir uns einen der pflanzlichen Wirkstoffe an.

Senföle gegen Lungenerkrankungen

Senföle und sogenannte Glucosinolate (spezielle Zuckerverbindungen, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören), sind charakteristische Inhaltsstoffe von Pflanzen aus der Familie der Kreuzblüten- und Kapuzinerkressegewächse. Sie kommen z. B. vor in verschiedenen Kohlarten, Brokkoli, Rettich, Senf, Raps und Kresse. Werden die Zellen dieser Pflanzen verletzt, setzt das pflanzeneigene Enzym Myrosinase (s. Anhang, Lexikon) durch die Spaltung der Glucosinolate die aktiven Isothiocyanate, die sogenannten „Senföle“, frei. Sie bieten der Pflanze einen Schutz vor Fraßschäden und mikrobiellem Befall. Diese Senföle können nicht nur die Vermehrung von Bakterien hemmen, sondern wirken auch gegen Viren und Pilze.

© ExCuisine

Senfsamen

Meerrettich und Kapuzinerkresse sind zwei typische Pflanzen, die Senföle und Glucosinolate enthalten. Die Inhaltsstoffe der beiden bekämpfen mehr als 13 Bakterienarten – sogar einige der besonders gefährlichen und resistenten Erreger wie die multiresistenten Staphylokokken, auch bekannt unter der Abkürzung MRSA. Und diese keimhemmende Wirkung macht sich auch der Mensch zunutze. Schon vor langer Zeit verwendete man Senf mit seinem hohen Gehalt an Senfölen als Arzneimittel. Zur schnellen Heilung strich man ihn auf Wunden. Diese Eigenschaft ist auch von anderen Scharfmachern bekannt.

© Jiri Hera

Meerrettich

Die Senföle zählen heute zu den am besten untersuchten arzneilich wirksamen Pflanzensubstanzen. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren wirken, wie verschiedene Untersuchungen belegen. Infolgedessen eignen sie sich sehr gut zur Behandlung unkomplizierter Atemwegsinfekte. Und im Gegensatz zu zahlreichen anderen Heilpflanzen, deren Wirkungsweise oft unklar ist, kann man die keimhemmende Wirkung von Kapuzinerkresse und Meerrettich eindeutig auf die Senföle zurückführen. Setzt man sie tatsächlich bei dieser Art von Atemwegsinfektionen ein, können mit ihrer Hilfe auch die hocheffektiven und überlebensnotwendigen chemisch-synthetischen Antibiotika für ernste und bedrohliche Erkrankungen aufgespart werden.


© Le Do

Kapuzinerkresse

Nach ihrer Aufnahme in das Blut zirkulieren die Senföle an Eiweiße gebunden in unserem Kreislauf und reichern sich schließlich in der Lunge und in den ableitenden Harnwegen an. Dort töten sie dann Erkältungsviren und Bakterien ab. Deshalb sind sie sinnvoll in der Anwendung von Atemwegs- (Erkältung, grippaler Infekt) und Harnwegsinfekten. Dadurch, dass diese pflanzlichen Wirkstoffe bereits im oberen Darmabschnitt ins Blut gelangen, greifen sie die „guten“ Darmbakterien nicht an. Die im Darm natürlich vorkommenden Bakterien sind für unsere Verdauung und ein funktionierendes Immunsystem wichtig. Während sie durch den häufigen Gebrauch klassischer Antibiotika nachhaltig geschädigt werden, trifft dies für Senföle offensichtlich nicht zu. Ihre gute Wirksamkeit und Verträglichkeit wurde auch in zahlreichen Studien belegt. Resistenzentwicklungen kennt man bisher trotz jahrzehntelanger Anwendung keine und sind aufgrund des breiten Wirkspektrums nicht zu erwarten.

Es gibt auch Studien, die zeigten, dass die Wirkstoffe wiederkehrende Harnwegs- und Atemwegsinfekte verhindern können. Eine Untersuchung wies deutlich nach, dass die Kombination aus Kapuzinerkresse und Meerrettich in der Vorbeugung von unkomplizierten Atemwegserkrankungen sehr wirkungsvoll ist. In der Vergleichsgruppe, die keine dieser Wirkstoffe erhielt, traten fast doppelt so häufig Erkältungen auf. Dadurch wurde die vorbeugende Wirkung von Kapuzinerkresse und Meerrettich bei Erkältungen deutlich.

Um ausreichende Mengen an Senfölen aufzunehmen, bekommt man Meerrettich und Kapuzinerkressenkraut in kombinierter und konzentrierter Form rezeptfrei in Apotheken. Es gibt auch ein Fertigpräparat (Angocin®), das in einer Tablette 200 mg Kapuzinerkressenkrautpulver und 80 mg Meerrettichwurzelpulver enthält.

Die Wirkstoffe des pflanzlichen Kombinationspräparates hemmen auch die Vermehrung des pandemischen Influenza-Virus H1N1 (aktuelles Influenzavirus) in menschlichen Lungenzellen. Dieses Virus gehört zu den Virenarten, die sehr schnell ihr Erbgut verändern und Resistenzen bilden. Erst durch die Kombination von Meerrettich und Kapuzinerkresse und der in ihnen enthaltenen ITC wurde ein besonders großes antiinfektives Erregerspektrum erreicht. (Für Fachleute: Die drei Isothiocyanate, kurz ITC, sind das Benzylisothiocyanat aus der Kapuzinerkresse sowie 2-Phenylethylisothiocyanat und Allylisothiocyanat aus dem Meerrettich.)

Die Senfölkombination ermöglicht eine direkte Bekämpfung der Erreger von Erkältungskrankheiten, insbesondere auch der Rhinoviren. Da sie außerdem gut vertragen werden – auch von Kindern –, lässt sich das pflanzliche Arzneimittel auch bei häufig wiederkehrenden Atemwegsinfektionen verwenden.

Impfungen – der totale Schutz vor Viren?

Impfungen bieten oft einen hervorragenden Schutz insbesondere vor tödlichen Viren und auch vor solchen, die die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Man denke nur an Kinderlähmung (Polio) und Pocken. Überlebte man Letzteres, war man anschließend oft so entstellt, dass man sich kaum mehr unter Menschen traute – eine schreckliche Vorstellung.

Da ich als Kind jede Impfung gut vertragen hatte, ohne Fieber oder sonstige Nebenwirkungen, war ich ein absoluter Impfbefürworter. Dies obendrein, da ein befreundetes Ehepaar meiner Mutter ihr einziges Kind durch Keuchhusten verloren hatte. Eine für mich wirklich schreckliche Vorstellung, die mich veranlasste, mein Kind dagegen impfen zu lassen.

Dann aber besuchte ich ein beruflich bedingtes Seminar und einer der Referenten arbeitete bei einer Firma, die Impfstoffe herstellte. Er berichtete von einem Kollegen, der im Selbstversuch einen Impfstoff testete. Das Ergebnis: eine geistige Behinderung. Seitdem sehe ich mir die Debatte um Impfungen sehr vorsichtig an und befürworte nicht mehr jede Impfung.

Die folgenden Erkenntnisse stammen aus einer hervorragenden Artikelserie zum Thema Impfungen aus dem Naturheilkunde-Journal (s. Anhang, Quellen). Hier kamen Ärzte zu Wort, die weder absolute Impfbefürworter noch Impfgegner sind, aber die hohe Anzahl an Impfungen kritisch sehen.

Was ist eine Impfung eigentlich?

Ein Impfstoff enthält entweder den abgeschwächten Krankheitserreger oder nur seine harmlosen Bestandteile. Unser Immunsystem erkennt die fremden Strukturen und bildet sogenannte Antikörper dagegen. Man lässt also sozusagen den Körper „lernen“, auf die für den Organismus gefährlichen Krankheitskeime erfolgreich zu reagieren. Gelangt nach der Impfung derselbe Erreger in den Körper, kann der Eindringling in der Regel schnell erkannt und unschädlich gemacht werden. Das ist zwar noch nicht bei allen viralen Erkrankungen möglich, aber bei vielen, z. B. bei der Kinderlähmung. Bei HIV (Aids) oder Hepatitis C ist dies aufgrund der komplizierten Eigenschaften der Viren bisher nicht gelungen.

Sogar Samuel Hahnemann, der Vater der Homöopathie, empfahl Impfungen.

Was ist kritisch zu sehen?

Säuglinge und Kleinstkinder erhalten innerhalb der ersten 14 Monate nach der Geburt 22 Impfungen mit insgesamt 35 Einzel-Impfstoffkomponenten – Tendenz steigend. Der Mediziner Dr. Hartmut Dorstewitz (s. Anhang, Quellen) sieht Fünffach- bzw. Sechsfach-Impfungen als kritisch an und vertritt die Ansicht, dass sie – wenn überhaupt – nicht vor dem sechsten Lebensmonat durchgeführt werden sollten. Eine Impfung stellt eine hohe Belastung für den jungen Organismus dar.

Dr. Klaus Hartmann (s. Anhang, Quellen) sieht es als Manko an, dass es in Deutschland für Autoimmunerkrankungen kein Register gibt. Deshalb haben es Betroffene sehr schwer, eine Impfung in Zusammenhang mit ihrer Erkrankung – so sie dennoch auftritt – zu belegen.

Hält eine Impfung ein Leben lang vor?

Leider hält der Infektionsschutz nicht ein Leben lang vor. Bei Masern zum Beispiel wirkt der Impfschutz immer kürzer. Dann sind Auffrischungsimpfungen erforderlich, denn als Erwachsener ist die Komplikationsrate doch relativ hoch.

Man weiß inzwischen, dass der Immunschutz anhaltender und auch kräftiger ist, wenn man eine Infektion durch sogenannte „Wildviren“ oder natürliche Viren in Form einer Kinderkrankheit durchgemacht hat. Dann ist es sogar möglich, dass man einen lebenslangen Schutz hat.

Eine allgemeingültige Aussage kann man hier kaum treffen, denn so unterschiedlich die Biologie von Lebewesen nun einmal ist, so unterschiedlich sind auch die Menschen. Nach einer Masernimpfung hat man zum Beispiel einen kurzfristigen Schutz von 90–95 %. Aber bereits nach einem Jahr hat jeder Fünfte keinen ausreichenden Impfschutz mehr.

Wie sinnvoll ist eine „Durchimpfung“?

Mithilfe einer „Durchimpfung“, das heißt, einer flächendeckenden Impfung der gesamten Bevölkerung, möchte man bestimmte Krankheitserreger ausrotten. Das klingt gut, funktioniert aber leider nicht so einfach. Tatsächlich konnte man bislang noch keine einzige Infektionskrankheit wirklich ausmerzen, obwohl das immer wieder behauptet wird. Als Beispiele wären die USA und Gambia zu nennen, die eine nahezu vollständige Durchimpfungsrate gegen Masern erreicht haben. Trotzdem treten in beiden Ländern regelmäßig Masernepidemien auf, zum Teil mit schwerem Verlauf.

Das liegt daran, dass der Impfschutz, den man im frühesten Kindesalter erhält, nicht zwangsläufig auch bis ins Erwachsenenalter anhält. Eine Schwangere kann dann unter Umständen nicht mehr genügend Antikörper an das Ungeborene und neugeborene Kind übertragen. Dadurch können beide erkranken und das oft noch in wirklich ungünstigen Zeiträumen und mit deutlich höherer Komplikationsrate. Das heißt: Es müssten immer wieder Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden, wie auch von offizieller Seite empfohlen. Da aber weltweit immer mehr Infektionen entstehen oder dazukommen, wäre man eigentlich das ganze Leben mit Impfungen beschäftigt.

Es gibt auch sogenannte „Non-Responder“, also Menschen, die nach einer Impfung überhaupt keine bzw. nur vernachlässigbar wenige Antikörper bilden. Dazu kommt, dass eine gewisse Anzahl an Menschen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen.

Das Immunsystem wird überlastet

Dr. Dorstewitz erklärt: „Je mehr Impfungen durchgeführt werden, desto stärker werden das unspezifische und spezifische Immunsystem überlastet. Und das führt zu einer deutlichen Zunahme von Infektanfälligkeit und Allergien. Zudem wird vermutet, dass sich viele Impfungen gegenseitig in Wirkung und Wirkungsdauer abschwächen.“

Wie können sich Schwangere und ihr Nachwuchs schützen?

Wichtig ist, bei aller Kritik an Impfungen, eine Röteln-Impfung von Frauen. Eine Röteln-Infektion kann sich bei manchen Schwangeren, wenn auch selten, in den ersten drei Monaten auf den Embryo übertragen und Missbildungen hervorrufen. Aber bestimmt muss man nicht sofort nach der Geburt impfen lassen. Bei Mädchen sollte zuerst eine Impftiterbestimmung durchgeführt werden, um zu sehen, ob aufgrund einer irgendwann vorher durchgemachten Röteln-Erkrankung der Schutz ausreichend ist. Gegebenenfalls sollten Mädchen in oder nach der Pubertät dann geimpft werden.

Weitere dringend erforderliche Impfungen

Zur Vermeidung von schweren Infektionen sollte man sich regelmäßig gegen Tetanus impfen lassen, dessen Erreger weit verbreitet ist. Aber auch hier ist eine Titerbestimmung vorab angesagt, um festzustellen, ob eine Auffrischungsimpfung überhaupt erforderlich ist. Mithilfe der Titerbestimmung kann man sogenannten Überimpfungen vorbeugen, vor denen gewarnt wird, da sie zu allergischen Reaktionen führen können.

Impfschäden real oder doch nicht vorhanden?

Von offizieller Seite wird ein Zusammenhang zwischen Impfung und Folgeschäden bestritten. Ob aber bestimmte Autoimmunerkrankungen inklusive Multiple Sklerose, Diabetes mellitus oder Hashimoto-Thyreoiditis auf eine oder mehrere Impfungen zurückzuführen sind, werden wir wohl so schnell nicht sicher wissen. Dies insbesondere auch deshalb, da dies schwierig festzustellen ist und die Krankheiten nach einer mehr oder weniger langen Latenzzeit (beschwerdefreier Zeitraum zwischen Infektion und ersten Krankheitszeichen) auftreten. Gerade die Vielfach-Impfstoffe scheinen nicht unbedingt harmlos zu sein. Immerhin wurde einer der Sechsfach-Impfstoffe vom Markt genommen, als man vermutete, dass einige Todesfälle die Folge waren.

Dr. Hartmann meint dazu, dass man sich die Empfehlung für eine neue Impfung vom Arzt genau erklären lassen sollte. In diesem Zusammenhang ist wichtig, ob die Sicherheit der Impfung wirklich belegt ist. Interessant ist auch zu erfahren, wie gefährlich die Erkrankung ist, gegen die geimpft werden soll. Auch die Studien dazu sollte man sich zeigen lassen, anhand derer man erkennen kann, wie die Sicherheitsnachweise durchgeführt wurden.

Eine gute Informationsquelle für Impfentscheidungen ist die Seite des Vereins der „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ unter: www.individuelle-impfentscheidung.de

Sind Mehrfachimpfungen sinnvoll?

Mehrfachimpfungen sind für viele Menschen sinnvoll: Sie sparen Zeit und damit Kosten und vereinfachen die Handhabung für den Hersteller und den Arzt; auch der Impfling muss nur einmal gespritzt werden. Dennoch wären zumindest individuelle Impfentscheidungen der Eltern möglich, gäbe es noch Dreifach- bis Vierfach-Impfungen. Aber die Pharmaindustrie bietet solche Möglichkeiten kaum mehr an.

Welche Impfungen sind überflüssig?

Dr. Hartmut Dorstewitz hält nach über 30-jähriger ärztlicher Praxis Impfungen gegen Windpocken, Influenza und Rotaviren für überflüssig. Auch Röteln bei Jungs und Mumps bei Mädchen sind seiner Meinung nach unnötig.

Röteln bzw. Mumps sollten ganz natürlich im Kindesalter durchgemacht werden, allerdings nicht nach der Pubertät, denn Mumps kann zu Unfruchtbarkeit beim erwachsenen Mann führen.

Umstrittene Impfungen

Bei Masern müssen die Eltern individuell entscheiden, da selbst Experten unterschiedlicher Meinung sind. Das gilt auch für Hepatitis, das FSME-Virus (übertragen durch Zeckenbiss) und HPV (Gebärmutterhalskrebs).

Wie gefährlich sind die Zusatzstoffe in den Impfpräparaten?

Ein moderner Impfstoff besteht in der Regel aus einer Mischung von einem Impfantigen (in der Regel der Bestandteil eines Mikroorganismus, hier eines Virus) und einem sogenannten „unspezifischen Immunverstärker“, als Adjuvans bezeichnet. Diese Hilfsstoffe benötigt man, da durch die ausschließliche Zufuhr des Impfantigens meistens keine ausreichende Immunreaktion hervorgerufen werden kann. Das Problem dabei ist, dass man ihre Wirkung immer noch nicht vollständig versteht. Vorwiegend werden als Adjuvans Aluminiumverbindungen eingesetzt. Durch diese Verbindungen können bei einer Reihe von Geimpften Autoimmunerkrankungen ausgelöst werden. 2009 trat bei einigen Jugendlichen, die mit dem Pandemie-Grippeimpfstoff Pandemrix geimpft wurden, die seltene Autoimmunerkrankung Narkolepsie auf.

Leider sollen in manchen Impfstoffen sogar Antibiotika enthalten sein, die aufgrund ihrer Gesundheitsschädlichkeit eigentlich gar nicht mehr zugelassen sind. Sie können Resistenzen und Allergien hervorrufen. Auch Aluminium kann möglicherweise zu Hirnschäden und Osteoporose führen. Selbst Hühnereiweiß (ein Ei pro Einzelimpfstoff) kann Allergien auslösen. Diese Zusatzstoffe können insbesondere bei sehr kleinen Kindern (bis zu drei Monaten) stärkere Auswirkungen haben als bei Erwachsenen. Je häufiger geimpft wird, desto mehr sollte man darüber nachdenken.

Die HPV-Impfung für Mädchen

Gebärmutterhalskrebs (im Fachjargon „Zervixkarzinom“) ist zweifelsfrei eine schlimme Erkrankung und ihre Ausrottung wäre mehr als hilfreich. Das versucht man mit einer Impfung. Der HPV-Impfstoff (HPV = Humanes Papillom-Virus) Gardasil ist allerdings umstritten. Aufgrund schwerer Nebenwirkungen wird er in Japan nicht mehr empfohlen, bei uns wird er jedoch immer noch angeraten.

Es ist ganz klar, dass es auch andere Vorbeugungsmaßnahmen gibt gegen die Erkrankung, etwa die Krebsvorsorge. „Um einem Zervixkarzinom vorzubeugen, kann z. B. allein durch den Lebensstil das Risiko einer Erkrankung gemindert werden“, so Prof. Dr. Wenderlein von der Universität Ulm. So steigt das Risiko, an einem derartigen Krebs zu erkranken, bei Raucherinnen um 70 Prozent!

Jede Frau sollte sicher sein, dass der Partner auf Sauberkeit achtet. Ist sie unsicher, sollte sie auf ein Kondom bestehen. Damit lassen sich Infektionen zu 70 Prozent und Hautveränderungen zu fast 100 Prozent verhindern.

Berücksichtigt man diese Vorsorgemaßnahmen, ist gemäß Prof. Wenderlein die Studienlage so unsicher, dass man keine generelle Risiko-Nutzen-Bewertung zur Impfung abgeben kann. Nimmt die Frau an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen teil und raucht nicht, ist ihr Sterblichkeitsrisiko für diesen Krebs sehr gering. Selbst durch eine Impfung wird sich dieses Risiko kaum senken lassen, zumal die Erkennungsmöglichkeiten für Krebszellen dieser Art ausgezeichnet sind.

Was kann man tun, wenn man an einer Nebenwirkung leidet?

Es ist schwierig, eine Nebenwirkung infolge einer Impfung anerkannt zu bekommen: Betroffene können sich an das Paul-Ehrlich-Institut wenden. Im Internet gibt es Meldeformulare auf der Internetseite www.pei.de. (In der linken Rubrik „Patienten und Verbraucher“ findet sich der entsprechende Link zu den Formularen.)

Was sagt die Stiftung Warentest zur Grippeimpfung?

Die Stiftung Warentest gibt zum einen Tipps für den richtigen Zeitraum: Oktober und November sind die besten Monate für den jährlichen Pieks. Dann weist sie darauf hin, dass es für Kinder von 2 bis 17 Jahren seit 2012 statt der Spritze die Möglichkeit eines Nasensprays gibt – für Erwachsene ist das nicht zugelassen. Außerdem werden Kinder durch die Impfung besonders gut geschützt, da ihre Immunantwort besonders hoch ist. Da die Youngsters auch viele soziale Kontakte haben, können sich die Viren in und an ihnen sehr gut vermehren. Zudem hätten die 0- bis 14-Jährigen die höchste Erkrankungsrate und die Komplikationsrate sei bei Kleinkindern „vergleichsweise hoch“. Infolge ihrer zahlreichen sozialen Kontakte wird die Verbreitung der Viren reduziert, was auch viele andere Personengruppen schützt. Dies zeigte auch eine Studie aus Florida, USA. Wenn die Krankheit dennoch ausbricht, verläuft sie bei Geimpften in der Regel meist milder.

Die Stiftung arbeitet in ihren Ratschlägen mit der „Ständigen Impfkommission“ (Stiko) zusammen, die ihre Empfehlungen im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht.

Für Erwachsene rät sie nicht generell zu eine Grippeimpfung. Bei Personen jenseits der 60 sei die Empfehlung schwierig, da das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer wird und immer schlechter auf die Impfung reagiert. Somit bietet sie keinen zuverlässigen Schutz. Deshalb sollte man sich hier an seinen Arzt wenden. Alle übrigen (Schwangere, chronisch Kranke, medizinische Berufe mit vielen Kontakten zu Erkrankten etc.) werden an ihren Hausarzt verwiesen.

Broschüren mit Informationen für Risikogruppen erhalten Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (im Internet unter www.bzga.de), oder über das Impfportal www.impfen-info.de. Wenn Sie sich über Empfehlungen der Stiko informieren wollen, so erhalten Sie diese vom Robert-Koch-Institut (www.rki.de/impfen). Beim Paul-Ehrlich-Institut erhalten Sie Informationen über Grippeimpfstoffe und ihre Zusammensetzung (www.pei.de/influenza-impfstoffe).

Fazit

Nach wie vor ist es schwierig, sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden. Auch die Lebensumstände müssen genau betrachtet werden. Ganz leicht ist es bei folgenden Impfungen, die selbst Dr. Dorstewitz empfiehlt:

– Tetanus

– Diphtherie

– Polio

– HIB (bakterielle Infektion, die bei Kleinkindern Hirnhautentzündungen hervorrufen und die im frühen Kindesalter zu schweren bis tödlichen Verläufen führen kann)

– Röteln bei Mädchen

– Mumps bei Jungs

Gibt es auch „gesunde“ Viren?

Bei den Bakterien gibt es viele, die gesund sind, etwa die Darmbakterien, oder direkt gesunde Nahrungsmittel für uns produzieren, z. B. die Milchsäurebakterien. So enthält ein Gramm Salami eine Milliarde Bakterien, die uns nicht schaden, sondern sogar gut für unsere Gesundheit sind. Von Viren kennt man dies nicht.

Zukunftsmusik sind Therapien, bei denen man Viren zur Heilung von Krankheiten einsetzen kann. Man forscht an Methoden, um mithilfe von Viren Krebs zu bekämpfen. Dafür will man Viren in den Körper einschleusen, die den Tumor auflösen können. Weitere Impfstoffe zur Vorbeugung und Therapie von Infektionskrankheiten sowie die Gentherapie, um Erbkrankheiten verhindern zu können, wären sicher interessant. Ob es dazu kommen wird, zeigt die Zukunft.

Einige Methoden, die mit Viren arbeiten, kennt man schon. So will man spezielle Bakteriophagenviren – das sind Viren, die auf spezielle Bakterien spezialisiert sind – einsetzen, um eine Waffe gegen multiresistente Keime zu haben. Der NDR berichtete in diesem Zusammenhang von einem ungewöhnlichen Therapieerfolg. Das Brisante daran war, dass die entsprechenden Bakterien einer jungen Frau fast ihr Bein gekostet hätten, denn sie hatte eine Wunde am Bein, die nicht abheilte. Kein Antibiotikum half, da die Bakterien gegen alle angewendeten Wirkstoffe resistent waren. Doch die Bakteriophagen befielen diese Bakterien und töteten sie ab. Inzwischen ist die Patientin wieder gut zu Fuß und ihre Wunden sind Geschichte.

In den früheren Ostblockstaaten wird schon lange auf Bakteriophagen gesetzt. Und das funktioniert so: Trifft ein Phage auf „sein“ spezielles Bakterium, heftet er sich an dessen Zellwand und injiziert sein Erbgut. Dieses programmiert die Bakterienzelle um, und sie muss Phagen-Erbsubstanz produzieren. Es entstehen zahlreiche neue Phagen. Schließlich sind so viele dieser Viren im Bakterium enthalten, dass es platzt. So werden die neuen Phagen freigesetzt und diese attackieren wiederum ihre Wirte, bis alle Bakterien abgetötet sind, auf die das Virus spezialisiert ist. Das ist dann das Aus der Bakteriophagen, denn sie haben keinen Wirt mehr. Um diese Viren als Medikament nutzen zu können, sind allerdings noch viele Studien erforderlich, die auch finanziert werden müssen. Das Leibniz-Institut in Braunschweig verfügt über die größte Phagensammlung in Deutschland. Dort lagern mehr als 450 verschiedene Phagen zu Forschungszwecken. Leider wird die entsprechende Therapie in Deutschland bisher nur in Ausnahmefällen eingesetzt – als individueller Heilversuch –, wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben. Auch da wird man selbst zur Kasse gebeten und die Krankenkasse zahlt nicht. Der Arzt trägt dabei außerdem das Risiko, ein nicht zugelassenes Medikament einzusetzen.

Völlig verblüffend sind Viren, die im Fruchtkörper des Shiitake-Pilzes in großen Mengen vorkommen. Man kann sie leicht aus den Pilzen gewinnen. Tatsächlich stellten Forscher anhand künstlich hervorgerufener Leukämie an Versuchstieren fest, dass die Tumorhemmung mit einem virushaltigen Pilzextrakt 80,7 Prozent betrug. Die Wissenschaftler folgerten, dass der antitumorale Infekt genauso hoch ist wie bei Lentinan, einer antitumoralen Substanz, die ebenfalls in Shiitake (s. Teil V) vorkommt. Möglicherweise verstärken sich die Viren und die Substanz gegenseitig.

Eine weitere Virusanwendung ist für den Menschen hilfreich: Man setzt Viren gegen Pflanzenschädlinge ein. Im biologischen Pflanzenschutz sprüht man zum Beispiel Viren auf die Blätter der Pflanzen, die man schützen will. Über die Nahrung der Larve gelangen die Viren in das Schadinsekt, kommen in dessen Darm, vermehren sich hier und töten das Insekt ab.

Durch das sehr enge Wirtsspektrum eignet sich diese Methode im biologischen Pflanzenschutz zur spezifischen umweltfreundlichen Bekämpfung von Schadinsekten. Eines der weltweit bedeutendsten Viruspräparate ist das Apfelwicklergranulovirus (CpGV), das seit Anfang der 1990er-Jahre spezifisch gegen die Larven des Apfelwicklers Cydia pomonella eingesetzt wird.

Teil II
Krankheitserreger aus dem Reich der Viren und erste Gegenmaßnahmen


© sounthip

Husten, Schnupfen, Magen-Darm-Infekte usw. werden in der Regel durch Viren verursacht. Sie können schmutzige Hände als Fähre nutzen, um über Lebensmittel neue Wirte zu erobern. Auf diese Weise gelangen oft die Noro- und Rotaviren in unseren Körper und lösen Brechdurchfall aus. Aber nicht nur diese Viruserkrankungen kann man selbst erfolgreich behandeln oder vermeiden. Im Folgenden lernen Sie durch Viren verursachte Erkrankungen kennen. Sie sehen, wie die Plagegeister gestaltet sind und welche Möglichkeiten es gibt, um sie wieder loszuwerden oder erst gar nicht zu bekommen.

Gibt es Heilpflanzen, die gegen Viren wirken, finden Sie diese auch in diesem Kapitel. Wirken Sie gegen verschiedene Arten, so sind sie in Teil VI dieses Buches zusammengefasst.

Erkältungskrankheiten und Grippe

Bei einer Erkältung handelt es sich um eine eher harmlose Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhäute. Meist bemerkt man ein Kratzen oder Kribbeln im Hals, dann bekommt man eine verstopfte und triefende Nase. Das Nasensekret verfärbt sich von farblos in gelblich-grün. Auch leichtes Fieber sowie Kopf- und Halsschmerzen können das Ganze begleiten, sodass man sich schlapp und lustlos fühlt.

Etwa 200 verschiedene Erkältungsviren kennt man, die 90–95 Prozent aller Erkältungskrankheiten verursachen, vor allem Rhinoviren. Diese RNA-Viren, die zur Familie der Picornaviren (Picornaviridae) gehören, sind die kleinsten RNA-Viren, daher auch der Familienname (ital. pico = klein). Das Kapsid ist hüllenlos und weist eine zwanzigflächige Form (Ikosaeder) auf.

Rhinoviren verursachen in erster Linie Schnupfen und werden vor allem über virenbehaftete Hände (Nasensekret) und Gegenstände übertragen oder durch Tröpfcheninfektion (beim Niesen, Sprechen, Husten usw.). In der Regel dauert es vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Ausbruch der ersten Symptome etwa ein bis vier Tage.

Eine weitere Virenfamilie kann ebenfalls an einer Erkältung, speziell dem Schnupfen, beteiligt sein: die Coronaviren (Coronaviridae). Auch bei ihnen handelt sich um RNA-Viren, deren Kapsid eine Hülle aufweist. Sie tragen auf ihrer Oberfläche kranz- oder blütenartige Strukturen, deshalb der Name (lat. corona = Kranz). Auch sie werden – wie ganz allgemein von Erkältungsviren bekannt –, vor allem durch Schmier- und Tröpfcheninfektion (s. Anhang, Lexikon) übertragen.

Zu dieser Familie gehört auch der SARS-Virus, der beim Menschen zu heftigen Atemproblemen führen kann. Er ist relativ selten und Betroffene werden im Krankenhaus isoliert und symptomatisch behandelt. Bei etwa zehn Prozent der Patienten endet diese Viruserkrankung tödlich. Es gibt jedoch auch milde Verlaufsformen, die fast symptomlos bleiben. Üblicherweise heilt SARS meist folgenlos aus.

Rund 200-mal im Leben wird man durchschnittlich von einer Erkältung geplagt. Besonders in der nasskalten Jahreszeit schlagen die Viren zu, denn der Aufenthalt – gemeinsam mit anderen Menschen in geschlossenen Räumen – bietet den Plagegeistern ideale Verbreitungsmöglichkeiten.

Grippe und Erkältung – welche Viren sind wofür verantwortlich?

Im Unterschied zu Erkältungen wird Grippe durch Influenzaviren hervorgerufen, die zur Familie der Orthomyxoviren gehören und zu weltweiten Grippewellen führen können. Diese RNA-Viren besitzen ein helikales (zylinderförmiges) Kapsid und eine Hülle. Es gibt sie in drei verschiedenen Typen: A, B und C. Sie gehören zu den Arten, die ihr Erbgut am schnellsten verändern, im Fachjargon „mutieren“ genannt. Zu den Grippeerregern gehört auch noch der Respirovirus, ebenfalls ein RNA-Virus.

Dass man sich eine Grippe eingefangen hat, erkennt man oft schon wenige Stunden nach der Ansteckung an:

– plötzlichem hohen Fieber, Frösteln, Schüttelfrost und Zähneklappern,

– einer laufenden Nase,

– Rasselgeräuschen beim Atmen,

– Mattigkeit und Appetitlosigkeit,

– Augenschmerzen und -tränen,

– trockener Kehle,

– Unruhe und Schlafstörungen,

– angeschwollener Nasenschleimhaut,

– Rachenbeschwerden, insbesondere Schluckbeschwerden und Heiserkeit,

– Kopf-, Glieder-, Muskel- und Kreuzschmerzen,

– Husten,

– gegebenenfalls Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall.

Die Erreger der Grippe gehören zu den ansteckendsten Viren der Welt. Sie attackieren zuerst die Rachenzellen.

Die folgende Tabelle zeigt sehr schön die Unterschiede zwischen einer Erkältung, einer Grippe und bakteriellem Befall:


Quelle: Naturheilkunde Journal, 2/16 (s. Anhang, Quellen)

Antibiotika helfen nicht bei Grippe und Erkältungen

Antibiotika helfen nicht gegen Erkrankungen, die von Viren verursacht werden, somit also in der Regel auch nicht gegen Erkältungen und Grippe. Anders verhält es sich, wenn die Viren unser Gewebe usw. geschädigt haben. Dann kann es zu sogenannten „bakteriellen Sekundärinfektionen“ oder einer „Superinfektion“ durch Bakterien kommen. Gegen diese „Zweitinfektion“ wirken Antibiotika, sofern die Erreger nicht resistent sind. Man erkennt diese Infektion durch eine gelblich-grüne Verfärbung von Nasensekret und Auswurf, später einsetzendem Fieber und einer zunehmenden Verschlechterung des Allgemeinbefindens.

Gibt es Vorbeugungsmöglichkeiten?

Die Stiftung Warentest (s. Anhang) empfiehlt Folgendes, um eine Ansteckung möglichst zu vermeiden:

Häufiges Händewaschen: Wenn man von draußen kommt, vor dem Essen und dem Zubereiten von Speisen sowie nach dem Toilettengang immer die Hände waschen – auch zwischen den Fingern. Dies tut man am besten mit Seife, bei fließendem Wasser, 20–30 Sekunden lang. Desinfektionsmittel sind üblicherweise unnötig.

Richtiges Husten und Niesen: Früher hielt man die „Hand vor den Mund“. Dies ist überholt, denn die Viren bleiben an der Hand haften und übertragen sich so schnell auf Gegenstände und Mitmenschen. Deshalb sollte man in den Ärmel beziehungsweise die Armbeuge oder in ein Einmal-Taschentuch niesen oder husten.

Regelmäßiges Lüften: Regelmäßiges Lüften sorgt dafür, dass die Anzahl der Viren in der Luft geschlossener Räume nicht ins Unermessliche steigt.

Für weitere Hygienetipps empfiehlt die Stiftung das Internetportal www.wir-gegen-viren.de, einer gemeinsamen Aktion des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Um das Immunsystem ganz allgemein zu stärken, stehen zum Beispiel folgende Heilpflanzen (Näheres s. Teil VI im ABC der Pflanzen) zur Verfügung:

– Umckaloabo (Kapland-Pelargonie)

– Sonnenhut (Echinacea purpurea)

– Grapefruitkernextrakt (GKE)

– Grüner Tee

Verschiedene Beschwerden, die im Rahmen von grippalen Infekten auftreten, können mit Heilpflanzen gelindert werden.

Einfache Erkältung

Kopfschmerzen, Schnupfen, Halsweh, Husten, Gliederschmerzen und Co. – da will man erst gar nicht aufstehen. So ganz genau weiß man noch gar nicht, wie es zu den verschiedenen Beschwerden kommt, nur eines ist sicher: Viren haben dann die oberen Luftwege befallen.

Der Verlauf einer Erkältung ist individuell verschieden. Normalerweise sollten sich die Beschwerden nach drei bis sieben Tagen bessern und nach zwei Wochen praktisch verschwunden sein. Es kann jedoch länger oder kürzer dauern. Insbesondere können eine allgemeine Abgeschlagenheit und Erschöpfungsgefühle noch wochenlang anhalten.

Hat ein viraler Infekt das Immunsystem geschwächt, kann es im Verlauf der Erkrankung zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien kommen. Zu den Komplikationen einer Erkältung gehören Nasennebenhöhlen- sowie Lungenentzündungen. Auch Letztere gehen in der Regel auf eine zusätzliche bakterielle Infektion zurück.

Erkältungen heilen meist auch ohne Behandlung wieder aus, sodass pflanzliche Mittel in der Regel völlig ausreichen, um die Beschwerden zu lindern.

Hat man eine Erkältung „erwischt“, ist absolut zu empfehlen, sich körperlich zu schonen, damit die Viren nicht auf den Herzmuskel oder die Herzklappen übergreifen. Das kann dann wirklich gefährlich werden. Muss man in seinem Beruf körperlich arbeiten, sollte man sich zumindest für eine Woche krankschreiben lassen.

Körperlich zu schonen, bedeutet dabei nicht, sich rund um die Uhr ins Bett zu legen. Sich leicht zu bewegen ist wichtig, am besten an der frischen Luft. Große Menschenansammlungen sollte man meiden. Zum einen, um andere nicht anzustecken, zum anderen, um sich selbst keinen weiteren, neuen Virus zu holen.

Am besten macht man es sich so angenehm wie möglich. Ein heißer Kräutertee (geeignete Beispiele folgen) mit Honig, eine Wärmflasche, eine Nasendusche, Inhalieren oder ein entspannendes Bad mit ätherischen Ölen können wahre Wunder wirken.

Aus der Pflanzenheilkunde empfiehlt man schweißtreibende und fiebersenkende Teezubereitungen als sogenannte Schwitzkuren und Erkältungsbäder.

Folgende Heilpflanzen bzw. Wirkstoffe sind gut geeignet, da sie auch antiviral wirken (genaue Anwendungsbeschreibung folgt):

Holunderblüten wirken nicht nur schweißtreibend, sie steigern auch die Schleimbildung auf den Bronchien und wirken so auswurffördernd. Teerezepte finden Sie ab S. 49 in diesem Buch.

Keimhemmend, örtlich betäubend und entzündungshemmend wirkt Propolis. Imker kauen es gerne, da es eines der ältesten natürlichen Heilmittel der Welt ist. Nur etwa 60–100 g des kostbaren Naturschatzes können pro Jahr aus einem Bienenstock „geerntet“ werden, ohne das Leben der Bienen zu beeinträchtigen.

Propolis ist in seinem Wirkungsspektrum genauso vielfältig wie seine Inhaltsstoffe. Je nach Land variieren diese. Daher ist es besonders wichtig, dass bei seiner Herstellung auf eine einwandfreie Qualität geachtet wird. So kann beispielsweise ein mit Pestiziden (Schädlingsbekämpfungsmittel) belastetes Bienenvolk bereits eine Tonne Rohpropolis verunreinigen.

Folgende Heilkräuter helfen als Einreibungen oder inhaliert

Die Inhaltsstoffe der folgenden Heilpflanzen werden über die Haut oder die Atemluft aufgenommen. Reibt man sich die Wirkstoffe vor dem Schlafengehen ein, lindert dies das Symptom der verstopften Nase und erleichtert das Einschlafen. Die vorgestellten Zubereitungen sollten Erwachsene mehrmals täglich auf Brust und Rücken einreiben. Bei Säuglingen und Kleinkindern – sofern die Wirkstoffe für das entsprechende Alter zugelassen sind – entweder auf Brust oder Rücken aufbringen oder im Kinderbett am Fußende aufträufeln. Wichtig sind hier folgende Öle, zu denen Sie Genaueres in Teil VI dieses Buches finden (s. S. 151). Auch Kamillenblüten und Grapefruitkernextrakt gehören zu den bedeutenden Erkältungspflanzen.

Anisöl

Die Inhaltsstoffe der Anisfrüchte fördern das Abhusten von Schleim, wirken leicht entkrampfend, stark antibakteriell und gegen einige Virenarten.

Eukalyptusöl

Eukalyptusöl ist nur für Erwachsene und ältere (nicht unter 2 Jahren!) Kinder geeignet.

Pfefferminzöl

Pfefferminzöl tötet Bakterien, Viren und Mikropilze, kühlt, wirkt schleimlösend, durchblutungsfördernd und entkrampfend.

Teebaumöl

Das natürlich vorkommende Teebaumöl wirkt effektiv gegen Infektionen mit Bakterien, Viren und Mikropilzen. Es enthält Substanzen wie Terpene, Pinene oder Cineol, die gegen die Keime wirken.

Kamillenblüten

Man kennt Kamillenblüten als Tee oder Tinktur, Salbe, Dampfbad und Sitzbäder. Außerdem ist Kamille in vielen Fertigarzneimitteln enthalten.

Grapefruitkernextrakt (GKE)

Die Grapefruitkerne sind noch nicht lange als pflanzliches Heilmittel bekannt. Sie helfen auf alle Fälle vorbeugend, sollen jedoch auch bei vielen Erkältungsbeschwerden wirken.

Bewährte Erkältungstees aus der Erfahrungsheilkunde

Folgende Erkältungstees (nach Prof. Schilcher et al., s. Anhang, Quellen) haben sich bewährt. Sie enthalten mindestens eine Heilpflanze, die auch gegen Viren wirkt. Es gibt sehr viele Tees, sodass Sie nach Geschmack und Wirkung auswählen können. Die Zutaten erhalten Sie über Apotheken oder im Internet.

Erkältungstee mit Hagebutte

30 g Lindenblüten

30 g Holunderblüten

20 g Mädesüßblüten

20 g Hagebuttenfrüchte

Diese Heilpflanzen mischen und davon je 1 Esslöffel mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und absieben. Von diesem Tee mehrmals täglich 1 Tasse frisch zubereitet trinken.

Erkältungstee mit Süßholzwurzel

35 g Weidenrinde

30 g Holunderblüten

20 g Thymiankraut

5 g Hagebuttenfrüchte

5 g Süßholzwurzel

5 g Malvenblüten

Diese Heilpflanzen mischen und je 1 Esslöffel davon mit ca. 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, absieben. Von diesem Tee mehrmals täglich 1 Tasse frisch zubereitet trinken.

Schweißtreibender Tee mit Jaborandiblättern

20 g Weidenrinde

20 g Birkenblätter

20 g Holunderblüten

20 g Lindenblüten

10 g Mädesüßblüten

5 g Kamillenblüten

5 g Jaborandiblätter

Von dieser Mischung 1 Esslöffel bzw. 1–2 Teelöffel mit etwa 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, absieben. Davon mehrmals täglich 1 Tasse möglichst heiß trinken und sich anschließend warm einpacken.

Schweißtreibender Blütentee

25 g Holunderblüten

25 g Lindenblüten

Von dieser Mischung 1 Esslöffel bzw. 1–2 Teelöffel mit etwa 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, absieben. Davon mehrmals täglich 1 Tasse möglichst heiß trinken und sich anschließend warm einpacken.

Schweißtreibender Blütentee mit Kamille

30 g Holunderblüten

30 g Lindenblüten

40 g Kamillenblüten

Von dieser Mischung 1 Esslöffel bzw. 1–2 Teelöffel mit etwa 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, absieben. Davon mehrmals täglich 1 Tasse möglichst heiß trinken und sich anschließend warm einpacken.

Eine ungewöhnliche Methode gegen Erkältungen: Luftbefeuchtung mit Wasserstoffperoxid

Dr. Pies (s. Anhang, Quellen) schlägt folgende Maßnahme gegen Erkältungen vor: Für die Nacht pro Liter Wasser 250 ml 3-prozentiges oder 25 ml 35-prozentiges Wasserstoffperoxid (Apotheke) in einen Luftbefeuchter geben. Dann das Gerät über Nacht laufen lassen. Dies sollte dazu führen, dass die Erkältung am nächsten Morgen abgeklungen ist. Eine Untersuchung am Baylor University Medical Center zeigte, dass sich der Blutsauerstoffgehalt durch derart vernebeltes Wasserstoffperoxid (in Salzwasser) erhöhen lässt.

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