Kitabı oku: «Der Handwerker und zehn andere erotische Erika Lust Geschichten»

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Diverse

Der Handwerker und zehn andere erotische Erika Lust Geschichten

Lust

Der Handwerker und zehn andere erotische Erika Lust Geschichten Übersetzt von

Joachim Benthin Mortensen, Kirsten Evers, Rebecca Jakobi

Copyright © 2018, 2019 Diverse und LUST

All rights reserved

ISBN: 9788726150087

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Lieber Schwager

Nur zwei Stunden, nachdem alle Gäste zu Bett gegangen sind, wache ich in dem großen, ländlichen Ferienhaus auf. Das liegt wohl vor allem am Rotwein. Ich habe den Überblick verloren, wie viele wir sind. Die ganze Familie ist hier zum jährlichen Treffen zusammengekommen. Es gab einen Haufen Gerede, Diskussionen und Wangenküsse. Manchmal fällt es mir schwer zu glauben, dass mein Mann Joel und ich wirklich zu dieser Familie gehören. Er legt sonst eine gewisse Verschlossenheit an den Tag, vielleicht ist die aber auch erst in letzter Zeit entstanden.

Im Haus herrscht Stille. Nur Jacob und ich schlafen im Hauptgebäude. Seit mehreren Jahren schlafen Joel und ich getrennt, er schnarcht nämlich. Wir behaupten jedenfalls, dass es daran liegt. Ich bin es gewohnt, allein zu schlafen. Ich bin es auch gewohnt, lange wach zu liegen und während der Sommermonate zu Schlaflosigkeit zu neigen. Ich war schon immer ein begieriger Mensch. Besonders in diesem Sommer habe ich mich nach Berührung und Intimität gesehnt. Jacob, Joels kleiner Bruder, hat irgendetwas. Etwas Drängendes, Freches. Einen Funken, der noch nicht verglüht ist. Eine Gefahr, die er noch nicht zu zügeln gelernt hat.

Die Bettwäsche ist schwer, im Zimmer herrscht kühle Luft. Ich schalte das Nachtlicht an. Über dem Bettrand hängt ein großes Gemälde italienischer Weinberge, wie man sie bei Tag auch durch das Fenster sieht. Auf der Bettwäsche sind große Blumen abgebildet und am Fußende liegt eine dicke Decke.

Mein gepunkteter Seidenkimono liegt auf einem Lehnstuhl. Ich stehe auf und schmiege ihn um meinen Körper, knote ihn locker zusammen. Ich betrachte mich im Spiegel an der Wand. So schlimm ist es nicht. Das Band des Kimonos betont die schmale Taille über meinem kurvigen Po. Ich streiche mir das Haar aus dem Gesicht und befestige es mit einer Spange. Danach gehe ich den langen Gang entlang zur Küche. Ich stehe meistens auf, wenn ich nicht schlafen kann und trage meist nichts als den Kimono. Die dunklen Stunden lassen mich aufblühen, sie gehören ganz allein mir.

Draußen scheint der Mond hell. Auf dem Weg schalte ich das Licht an, dann auch in der Küche, bevor ich mir ein frisches Glas Rotwein einschenke. Wie der Rest des Hauses strahlt die Küche eine ländliche Idylle aus. Ich glaube, eine Tante wohnt hier. Auf einem Landsitz, der seit Generationen weitervererbt wird. Dieser Bruch mit der Stadt ist angenehm. Die Klinkersteine auf dem Boden sind immer noch warm von der Hitze, die sie den Tag über aufgesaugt haben. Ich setze mich auf einen der hohen Stühle. Meine Nägel sind wegen des Festes rot lackiert. Ich spüre die Seide auf meiner Haut. Der Wein duftet stark, als ich an ihm nippe. Da höre ich ein Poltern von der Treppe und einen Augenblick später kommt Jacob zum Vorschein. Er wirkt verschlafen, fragt, ob ich nicht schlafen kann und nickt in Richtung meines Glases. Ich lächle und erkläre, dass ich im Sommer bei Vollmond oft unter Schlaflosigkeit leide. Er lächelt, nickt, und nimmt sich auch ein Weinglas aus dem Schrank hinter mir. Er ist barfuß, trägt dunkle Jeans und ein weißes Unterhemd. Während er sich einschenkt, bewegen sich die Muskeln unter seiner goldenen Haut. Zwischen uns war schon immer eine Art Flirt am Laufen. Lange Blicke, leichte Berührungen und so weiter. Als ich im Lauf des Tages ein Bad nahm, schloss ich die Tür nicht ab und Jacob platzte herein, während ich nackt auf dem Boden stand und gerade meinen Körper eingeölt hatte. Einen Moment zögerte er, ehe er die Tür wieder schloss. Seine Wangen erröteten, als ich ihn später zum Essen traf. Gleichzeitig bekam ich Appetit auf ihn. Die Beleuchtung in der Küche ist düster. Wir stoßen an. Unsere Blicke treffen sich. Jacob hakt nach, wie es mir eigentlich geht. Er meint, bemerkt zu haben, dass sein Bruder und ich uns voneinander entfernen. Versucht er etwas aus mir herauszukitzeln? Was er bemerkt hat, stimmt. So läuft es schon seit langem. Ich antworte ausweichend. Ich habe keine Lust, über Joel und unsere Beziehungsprobleme zu reden. Stattdessen lenke ich das Gespräch auf Jacob. Er führt ein sehr aufregendes Leben und hat immer unübertreffliche Anekdoten zu erzählen. Sein breites Lächeln ist blendend weiß. Sein Haar fällt ihm ins Gesicht, wenn er gestikuliert. Dabei kommt die italienische Abstammung zum Vorschein. Unsere Knie berühren sich unter dem Tisch. Ich lasse meine Beine ein wenig auseinandergleiten. Wärme schießt in meine Wangen. Das Gespräch läuft gut. Wir leeren den Wein. Unter der Haut spüre ich mein Herz, den Kontakt zu meiner Jugend, Freiheit. Zu der Frau, die ich war, bevor ich sesshaft wurde, bevor ich an ein Dasein mit Joel gekettet wurde, das wir scheinbar allmählich beide wieder verlassen wollen.

In einem der Schränke findet Jacob ein halbes Päckchen Zigaretten und eine Schachtel Streichhölzer. Wir teilen uns eine Zigarette, obwohl keiner von uns raucht. Wir tun es, weil wir es können. Ich fühle mich geschmeichelt, jung. Plötzlich steht Jacob auf, reicht mir die Hand und bittet mich zum Tanz. Er hält mich am gestreckten Arm, zieht mich zu sich, dreht mich. Er summt ein Lied. Sonst ist niemand im Haus, also brauchen wir nicht leise zu sein. Wir lachen. Die Flammen der zwei Kerzen auf dem Tisch tanzen. Wir wirbeln umher. Der Knoten meines Seidenkimonos löst sich und im nächsten Augenblick stehe ich Jacob halbnackt gegenüber. Meine eine Brust ist entblößt. Wir starren einander intensiv an, noch immer ein wenig außer Puste. Ich decke mich nicht wieder zu. Mit zwei schnellen Schritten ist er bei mir, legt die Hände um mein Gesicht und küsst mich innig. Er lässt die Zunge meinen Hals und die Brust hinabwandern, während seine Hände meinen Rücken unter der Seide entlanggleiten. Mein Körper zittert, öffnet sich gleichzeitig. Jacob kniet nieder und dreht mich zum Küchentisch, fegt den Kimono beiseite und küsst mich auf den Hintern, während er mich mit italienischen Vokabeln umschmeichelt. Ich kann hören, wie er seinen Gürtel öffnet. Er hebt eines meiner Beine und kommt näher. In der Spiegelung in den dunklen Fenstern kann ich uns sehen. Die Grenze zwischen uns ist aufgehoben. Die Spannung gelöst. Alles geht so schnell. Zu keinem Zeitpunkt fürchte ich, dass jemand hereinkommen könne. Hinter dem, was wir jetzt tun, steckt Absicht.

Vor dem Sofa zieht Jacob sich aus, während ich mich auf das Leder lege. Sein Körper ist jung und angespannt. Sein Penis ist steif. Er legt sich auf mich, während er mir in die Augen starrt. In einer ausladenden Bewegung gleitet er hinein, während er das Gesicht in Freude und Schmerz verzieht.

Seine Laute sind jung und voller Eifer. Das schmeichelt mir, ich bin Stille gewohnt. Ich schubse ihn weg, er lehnt sich nach hinten und ich neige mich über ihn. Selbst unten ist er nicht in der Lage, seine Begeisterung zurückzuhalten. Unter mir bewegt er sich, angespannt. Unsere Körper kleben am Leder. Der Stoff knarzt. Ich schließe die Augen, spüre seinen angespannten Körper unter meinem. Seine glänzenden Augen, die mich betrachten, in mir eine erfahrene Frau sehen. Eine verbotene Begierde. Die ganze Zeit steht er kurz vor dem Orgasmus. Seine Bewegungen sind elektrisch und seine Kehle jedes Mal gespannt, wenn ich mich senke. Er greift fest nach meinen Hinterbacken und gibt sich den Bewegungen hin. Er schießt mit den Hüften aufwärts und sein Blick bleibt leer. Wieder stoppe ich ihn, indem ich meine Hände auf seine Brust lege und ihn lang und feucht küsse.

Ich erhebe mich und Jacob setzt sich auf. Ich knie vor dem Sofa zwischen seinen Beinen nieder. Ich kneife die Lippen zusammen und befeuchte sie. Jacob dreht die Tischlampe so, dass sie mein Gesicht beleuchtet. Er hält seinen Penis fest umklammert. Ich spüre seine Wärme in meinem Gesicht. Ich lehne mich ein Stück nach vorn und öffne den Mund ein wenig. Während er sich selbst berührt, schaut er mich an. Es ist auf eine Weise charmant, dass allein mein Gesicht schon dazu einlädt. Ich lasse den Mund leicht geöffnet, lege die Arme um ihn und massiere seinen Hintern. Er weiß, wo er sich anfassen muss. Ich küsse die Innenseite seiner Oberschenkel entlang. Seine Haut ist feucht. Er kommt in drei langen Stößen. Er greift nach meiner Schulter, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Die warme Flüssigkeit läuft über meinen Bauch. Er setzt sich auf den Teppich neben mich.

„Jetzt bist du dran“, sagt er und führt seine Hand zwischen meine Beine. Ich bin feucht, er gleitet geradewegs hinein. Meine Beine gebeugt und gespreizt auf dem Teppich. Seine Hand drückt auf meinen G-Punkt. Er hat keine Angst zuzugreifen. Meine Atemzüge lassen ihn wissen, dass ich nah dran bin. Ich ergreife seinen Arm. Während ich komme, schließe ich meine Beine um seine Hand. Er lässt sie in mir, während ich mich sammle. Ich spüre meinen Unterleib um seine Hand hämmern. Wir küssen uns. Jacob besorgt Papiertücher und trocknet meine Brust und meinen Bauch. Danach hilft er mir auf und wir gehen in mein Zimmer. Er holt sein Handy und stellt den Wecker auf kurz vor Tagesanbruch. Ich hänge den Seidenkimono auf den Stuhl nahe dem Bett und krieche unter die Decke zu Jacob. Seine Haut ist warm. Der Mond scheint durch das Fenster. Ehe ich es mich versehe, bin ich eingeschlafen und schlafe so gut wie seit langem nicht mehr.

Als ich morgens aufwache, ist er fort. Am Frühstückstisch werfe ich ihm intensive Blicke zu. Die Gespräche sind heiter. Niemand weiß, was gestern Nacht in der gleichen Küche geschehen ist. Heute ist Tag der Abreise. Ich sitze auf der anderen Seite des Tischs. Jacob lässt seinen Fuß auf meinem weilen. Absichtlich lasse ich den Kimono ein wenig weiter nach vorn fallen und wir tauschen einvernehmliche Blicke über das Buffet hinweg. Jacob steht als erster auf und beginnt sich von der Familie zu verabschieden. Er duftet nach Rasierwasser, als er mich zum Abschied auf beide Wangen küsst. Jetzt ist sein Körper mir so vertraut. Ich gehe wieder in mein Zimmer und beobachte durchs Fenster, wie er den Hof verlässt. Energisch winkt er den anderen, die mit nach draußen gekommen sind, zu. Seine Energie zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. Ich widme mich wieder meinem Koffer, um fertig zu packen, wähle ein Kleid und falte es auf, sobald ich den Kimono ausgezogen habe. Ein kleiner Zettel fällt auf den Boden. Julia! Danke für heute Nacht. Ruf mich an, wenn du nicht schlafen kannst. Ruf mich an, wenn du dir ein anderes Leben wünschst. Ich stecke den Zettel in die Tasche des Kimonos und ziehe den Reißverschluss zu.

Auf der Heimfahrt schweigen Joel und ich. Er fährt, den Blick auf die Fahrbahn gerichtet. Keine anderen Autos in Sicht. Auf der Fahrt ins Tal der Gebirgskette stoßen wir auf vereinzelte Regenschauer. Ich schaue durch das Seitenfenster, lausche dem Regen auf der Scheibe und dem leisen Radio. Die Stimmung zwischen Joel und mir ist unverändert. Er hat nichts über den Besuch zu sagen. Trotz dessen muss ich wieder und wieder schmunzeln, während ich Regen und Sonne über den Abhängen betrachte. Meine rechte Hand fährt über das Leder des Autositzes. Mit dem Daumen versuche ich, das gleiche Geräusch von Haut auf Leder wie auf dem Sofa zu erzwingen, aber es gelingt mir nicht. Ich kann spüren, dass ich einen Fehler begangen habe. Ich habe etwas Verbotenes getan, aber es fühlt sich gut an. Solch ein Gefühl hatte ich schon lang nicht mehr. Ich denke an die Worte der Hellseherin letztens. An diesem Tag war ich traurig und niedergeschlagen gewesen. Sie hatte meine Karten betrachtet und gesagt, dass sich die Dinge bald ändern würden. Dieses Jahr sollte mein Jahr werden. Es würde etwas geschehen. Etwas, das ich mir seit langem wünschte, das aber nie in Erfüllung gegangen war. Das könnte alles Mögliche bedeuten.

Zu einem anderen Ort- und Zeitpunkt auf dem Heimweg denke ich an Jacob. Wie sein Gesicht aussieht. Welche Musik er hört. Wie er sich freut, wenn er sich meine Reaktion auf seinen Zettel vorstellt. Als Joel und ich unsere Wohnung in der Stadt erreichen, verziehe ich mich, nachdem ich ausgepackt habe, mit einem Glas Wein in mein Büro. Nachdem ich die Kleidung in den Schrank geräumt habe, schiebe ich den Koffer unters Bett. Unser Zuhause ist ordentlich aufgeräumt. Joel fragt nicht, warum ich mir wieder den Kimono anziehe, als ich durch das Wohnzimmer laufe.

Eigentlich müsste ich arbeiten, aber ich kann mich nicht konzentrieren. Mehr als den Computer anzuschalten und meine Mails zu öffnen, schaffe ich nicht. Egal, wo ich ansetze, meine Gedanken wandern zu Jacob und mir in der Küche. Mein ganzer Körper schreit nach mehr als in dieser Nacht geschehen ist. Jacobs Zettel platziere ich in der Schreibtischschublade. Ich bin einzig und allein daran interessiert, die Flamme am Brennen zu erhalten und die Romanze fortzusetzen, den Weg zurück in seine Arme zu finden. Ich finde Jacobs Facebookprofil und füge ihn als Freund hinzu. Das habe ich mich zuvor nicht getraut, aber es ist doch vollkommen unschuldig. Darüber wird niemand nachdenken. Ich nehme ein Blatt Papier und gebe mir mit der Schrift Mühe. Lieber Schwager… schreibe ich.

Der Feminist

Wir redeten über alles und nichts. Wir lachten und sprachen über die Zukunft, aber nie über unsere. Wir sprachen über die Zukunft des Landes und Volkes. Wir sprachen über die Politiker, Studenten, Frauen, aber nie über uns zwei. Wir redeten über all das, was eine Zukunft zu haben schien. Die hatten wir nie, und vielleicht war es deshalb so intensiv, weil wir beide wussten, dass es nicht von Dauer war. Vielleicht konnten wir deswegen einfach loslassen. Weil wir wussten, dass wir uns in den dunkelsten Momenten des Lebens nie sehen würden, weil die abstrakten Gedanken, die ein Netz zwischen uns spannten und uns zusammenhielten, nie konkret wurden und sich nie zu zerlumpten Morgenröcken und einem Haus in der Vorstadt wandelten. In den Sechzigern waren die Träume groß, aber wir waren überzeugt, dass alles möglich war – selbst es mit seinem Professor auf dessen Schreibtisch zu treiben, während der Rest der Universität ahnungslos auf dem Flur vorbeilief.

Als ich den letzten Punkt setze, denke ich an ihn. Es ist nach und nach zur Gewohnheit geworden. Wenn ich einen Artikel beendet habe und mich zurücklehne, finden meine Gedanken den Weg zu ihm und seinem ernsten Gesichtsausdruck, seiner nassen Zunge, seinen starken Armen und seinem steifen Penis, der in mich gleitet. Ich speichere das Dokument und die Erinnerung verschwindet genauso schnell, wie sie gekommen ist. Genau wie auf einen Punkt die Erinnerung an ihn folgt, folgt einem fertiggeschriebenen Artikel ein wohlverdienter Kaffee und eine Zigarette. Damals als ich mich als Journalistin selbstständig machte, befürchtete ich, nicht genug zu tun zu haben, aber meine dunklen Vorahnungen wurden schnell beseitigt und ich habe eher zu viel Arbeit als zu wenig. Ich werfe einen flüchtigen Blick in den Spiegel im Flur und wühle das lange Haar auf, um ihm Fülle zu verleihen. Routiniert trage ich schwarzen Eyeliner auf und verwische die Linie ein bisschen, um den Ausdruck zu erweichen. Bevor ich mich vom Spiegel entferne, spitze ich die Lippen und betupfe sie mit Vaseline. Ich reibe die Lippen aneinander, um die Schicht gleichmäßig zu verteilen. Ich werfe einen kurzen Blick zur überquellenden Küche. Benutzte Weingläser mit festgetrocknetem, rotem Bodensatz stehen neben einer leeren Flasche, die ich einen Augenblick in Erwägung ziehe mit nach draußen zu nehmen. Ich schaue, dass ich die Tür schnell schließe, bevor mein Gewissen mich zum Aufräumen, Wegwerfen und Abwaschen zwingt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wohnung in Unordnung versinkt. Ich laufe Gefahr, mich zu isolieren, wenn ich arbeite. Ich kaufe Wein, Käse und gutes Brot, dann verbarrikadiere ich mich für ein paar Tage. Wenn der Artikel fertiggeschrieben ist, verlasse ich das Loch und gehe wieder raus.

Der Lärm auf der Straße überwältigt mich. Meine eigene kleine Gesellschaft hat mich im Lauf der letzten Tage empfindlich gegenüber dem Stadtlärm gemacht. Die Autoauspuffe wirken lauter und die Gespräche anderer Menschen nach tagelanger Isolation berauschend. Ich hole tief Luft und atme den Frühlingsduft ein. Der Flieder an der Ecke hat auf magische Weise zu blühen bekommen. Mit hellvioletter Farbe schmückt er die Südseite des Cafés. Ein paar Touristen gehen am Busch vorbei und ziehen den süßen honigähnlichen Frühsommerduft mit sich. Umständlich ziehen die Touristen die Stühle von einem Cafétisch zurück. Die eisernen Stuhlbeine kratzen lautstark über die Pflastersteine. Ich atme tief ein, so tief, dass sich meine Schulter im Takt der Atemzüge heben und senken. Dies ist die erste frische Luft, die ich seit Tagen einatme, aber so fühlt es sich nicht an, wenn mein Gesicht in langen Nächten vom Computerbildschirm erleuchtet wird, wenn meine Finger noch vor dem Kopf ermüden und Schultern und Rücken sich beklagen, ehe meine Ideen auf dem Papier Form annehmen können, während die Zeit zu verfliegen scheint. Ich vergesse, wann Tag und wann Nacht ist. Es ist mir auch egal. Ich mag den Klang der Tastatur, wenn meine Finger über die Tasten tanzen, als spielte ich auf einem alten Flügel. Wenn sich die Ideen von abstrakten und flüchtigen Gedanken in konkrete Argumente und überzeugende Geschichten verwandeln, erfüllt mich eine tiefe Zufriedenheit.

Ich denke an die Male, als wir in seinem Büro saßen. An das Essay, auf das ich so viel Zeit und Energie verwendet hatte und das ich für unverbesserlich hielt, an das Essay, das er korrigierte. Er schrieb mit seinem Kugelschreiber auf jede einzelne Seite. Er markierte einen Absatz und schrieb lange Kommentare an den Rand. Als er fertig war, war das Essay, das ich ihm stolz präsentiert hatte, mit Kreisen, Strichen und Buchstaben übersäht. In diesem Augenblick überkam mich eine unerträglich große Scham. Ich glaube, er konnte meine Enttäuschung spüren, obwohl ich nichts sagte, denn es verging nie viel Zeit, bis er meine Hand nahm. Bis er mir das Haar aus dem Gesicht strich und bis er mich über den ganzen Körper küsste, bis sich meine Haare aufstellten und mein Slip sich nahezu von selbst auszog. Wenn ich benutzt und befriedigt nach Hause kam und seine Anmerkungen durchging, zeigte es sich nach und nach, dass er recht hatte. All seine Kommentare und Anregungen machten die Sprache lebhafter, die Botschaft präziser und den Text schärfer.

Der Duft des frisch erblühten Flieders verführt meine Nasenlöcher und bringt mich zurück ins Café, zurück zu den plaudernden Touristen und hupenden Autos, die über das Kopfsteinpflaster rasen.

Luc heißt mich mit einem Kuss auf beide Wangen willkommen.

„Wo warst du?“, sagt er. „Wir haben dich die letzten Tage vermisst.“

Schnell bringt er den Tisch in Ordnung, an dem ich normalerweise sitze. Mit einem feuchten Lappen entfernt er nichtexistente Krümel. Danach trocknet er ihn mit einem weißen Handtuch ab.

„Einen Serienartikel für La Parisienne schreiben“, sage ich und strecke die Arme in die Luft. Mein Top rutscht nach oben und entblößt einen Teil meines Bauchs.

„Worüber schreibst du gerade?“, fragt er und schaut mir in die Augen.

„Über Frauen in der Politik“, antworte ich. „Ich begleite sie ein bis zwei Tage. In ihrem politischen Leben, aber auch daheim. Ja, und dann schreibe ich einen Artikel über den politischen Menschen. Schließlich ist nicht nur die Politik, sondern auch der Mensch dahinter interessant.“

Ich denke an den Artikel, den ich gerade beendet habe. Die Politikerin, die ich begleitet habe, war barsch und einschüchternd gewesen, sowohl mir, als auch ihren Kollegen und Kindern gegenüber, aber sie hatte unzählige Anträge durchsetzen können und das Paris, das ich kenne, zu einem noch besseren Ort gemacht. Ich wusste, wenn ich mich nicht auf sie als Mutter konzentrierte, würde sie ihre politischen Anhänger verlieren. Denn auch wenn eine Frau eine starke, tatkräftige und kompetente Politikerin ist, wird sie dennoch schnell als unverantwortliche Mutter abgestempelt. Eine Frau kann für noch so viel stehen und noch so viel äußern, denke ich, aber wenn sie keine gute Mutter ist, spielt das alles keine Rolle mehr.

„Ist er gut geworden?“, fragt Luc und unterbricht meine Gedanken.

„Ich glaube schon“, sage ich und zucke mit den Schultern. „Oder hoffe es zumindest“, füge ich hinzu, während die Erinnerung an den Konzentrierten Ausdruck des Professors und seine braune Lesebrille in mein Bewusstsein dringt.

Vor meinem inneren Auge sehe ich, wie er, unmittelbar, nachdem ich fertiggeworden bin, den Artikel überfliegt. Ich sehe, wie der Kugelschreiber das Dokument färbt und wie er den Artikel hastig durchblättert. Ich lächle bei dem Gedanken daran und setze mich.

Bevor ich länger darüber nachdenken kann, kommt Luc mit einem Cappuccino und einem Aschenbecher zurück.

„Du bist ein Schatz“, sage ich.

Er grinst so breit, dass seine Augen sich für eine Weile zu schmalen Schlitzen verformen. Lautlos verschwindet er in Richtung Bar.

Die Fenster des Cafés wurden aufgeschoben und lassen Innenraum und Terrasse miteinander verschmelzen. Ich spüre die warme Vormittagsluft auf meinem Gesicht und bringe den Milchschaum beim Pusten zum Zittern. Ich entzünde die erste Zigarette und lehne mich zurück. Der Rauch in meiner Lunge entspannt meinen Körper. Ich rauche schnell und ehe ich mich versehe, ist es Zeit für die Nummer Zwei. Der Rauch in meinem Mund und das kitzelnde Gefühl im Hals lenkt meine Gedanken unwillkürlich wieder zu ihm. Der Rauch, der sein Gesicht und seinen Körper wie ein zarter Schleier umgab. Der Rauch, der wie eine schöne Erinnerung in seinen frisch gebügelten Kleidern saß. Während der Schweiß auf unseren Körpern verdampfte und ehe wir uns wieder die Kleidung anzogen, die uns – Professor und Studentin – für gewöhnlich voneinander abgrenzte, teilten wir eine oder auch zwei Zigaretten.

Das Geräusch eines Tellers, der vorsichtig auf den Tisch gestellt wird, löst das Gespinst, das es nie gegeben hat, in Luft auf.

„Frisch aus dem Ofen“, sagt Luc und verschränkt die Hände hinter dem Rücken.

Die Wärme des Croissants trifft mich und mein Magen zieht sich beim Duft nach reichhaltiger Butter zusammen.

„Du bist ein Schatz“, teile ich ihm noch einmal mit und breche ein Stück ab.

Die Luft in der Wohnung ist dick und drückend. Eilig öffne ich sämtliche Fenster. Das warme Croissant liegt schwer im Magen und plötzlich macht sich Müdigkeit breit. Ich schmeiße mich aufs Bett. Der Wind bläht die weißen Vorhänge auf und das kühle Lüftchen erfrischt mich. Auf dem Rücken liegend schaue ich auf die Stadt. Die Geräusche aus der Seitenstraße steigen in den vierten Stock und bringen mich langsam zurück auf die Demonstration im Jahr 1968.

Der Lärm der hupenden Autos von der Straße wird durch sanfte Rufe und Gesänge ersetzt. Die Rufe kommen näher und der Klang vieler Schritte erschreckt mich, als ich das Fenster öffne. Sie demonstrieren. Ein Pulk aus bannertragenden Menschen in Miniröcken. Sie halten Schilder hoch und fordern schreiend Frauenrechte. Kurze Zeit später laufe ich zwischen ihnen. Ich bin es, die schreit, die geballte Faust hebt und die ein ganz besonderer Glauben an die Zukunft erfüllt, wie ich ihn nie zuvor erlebt habe. Plötzlich läuft er neben mir. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie sein Blick meinen Körper auf- und abwandert. Ich spüre den Blick an genau den richtigen Stellen verweilen. Schnell drehe ich mich um und schaue ihm in die Augen. Ich halte den Blickkontakt viel zu lang aufrecht, aber er schaut nicht weg. Wir marschieren im Pulk weiter, wie ein Heer gegen das System. Der Klang des Marschs berauscht mich. Es sind nicht viele Männer mit dabei.

„Toll, dass du hier bist“, rufe ich ihm zu.

„Toll, dass du hier bist“, ruft er lächelnd zurück. Er streckt die Hand aus, stellt sich vor und hält meine Hand lang fest.

Das hier sei wichtig, hatte ich gesagt, er hatte genickt und hinzugefügt:

„Es ist wichtig für uns alle und jetzt ist die Zeit reif, dass endlich was passiert.“Er gestikuliert und ich überlege einen Augenblick, ob er es gewohnt ist, über das Thema zu sprechen. „Frauen sollten wesentlich mehr Einfluss ausüben. Das ist das einzig Sinnvolle“, sagt er und fuchtelt mit den Händen. Ich nicke zustimmend.

„Ja, wir sollten bessere Möglichkeiten bekommen“, rufe ich, „gleichberechtigte Möglichkeiten.“ Ich fange seinen Blick ein, lächle und gemeinsam stoßen wir einen Schlachtruf aus.

Wir versammeln uns auf dem Rathausplatz. Wir stehen dicht aneinandergedrängt, der Platz ist eng. Er steht in einem T-Shirt mit V-Ausschnitt und brauner Hose neben mir. Ich weiß nicht, was passiert oder wie es passiert, aber wir werden nach vorne gedrückt. Jemand schubst mich von hinten und er bekommt mich zu fassen, als ich beinahe vornüberkippe. Als ich mich wiederaufgerichtet habe, schaue ich erneut direkt in seine Augen. Ich weiß nicht, ob es an der Stimmung oder der Ausbeulung in seiner Hose liegt, gegen die ich aufgrund des Menschengewimmels gepresst werde, aber ich muss ihn einfach küssen. Erst küssen wir uns sanft, dann intensiver. Er drückt sein Gesicht an meines und spielt mit meiner Zunge. Ich lege die Hände in seinen Nacken und neige ihn ein Stück nach hinten. Die Tür zum Balkon des Rathauses öffnet sich und der Bürgermeister tritt hervor.

Unsere Zungen stoppen ihr Spiel und gemeinsam mit den anderen schenken wir unsere Aufmerksamkeit dem Bürgermeister und seinen erhobenen Händen. Er versucht vergeblich die Demonstration zu mäßigen. Ich kehre ihm den Rücken zu, er umarmt mich von hinten. Eine Hand halte ich in die Luft getreckt, die andere hinter mich. Alle Aufmerksamkeit ist auf den Balkon gerichtet und ich kann ungestört seinen Penis berühren und ihn wachsen spüren. Er lässt vorsichtig eine Hand unter meinem kurzen Rock verschwinden. Als die Hand meine Unterhose berührt, spüre ich, dass ich bereits feucht bin. Er zieht das Höschen schnell zur Seite und schickt seine Finger auf Entdeckungsreise. Mit der Hand hinter dem Rücken habe ich seine Hose aufgeknöpft und seinen Penis zu greifen bekommen. Ich bewege die Hand vor und zurück. Das Gefühl seines steifen Penis in meiner Hand, die schreiende Menschenmenge, seine Hand, die über meine feuchte Scheide gleitet und das Gefühl von Freiheit, das wie ein schützender Schleier über uns liegt, lassen mich einen Augenblick lang alles um mich herum vergessen. Ich lege den Kopf in den Nacken, zu ihm. Seine Zunge findet schnell die meine. Sein Mund ist warm, sein Nacken feucht. Sein Atem geht schneller und ich wimmere leise in seinen Mund. Eifrig melke ich seinen Penis, während seine Finger in mich stoßen. Eine befreiende Wärme breitet sich wellenartig in meinem Körper aus und ich keuche unkontrolliert. Sanft schlägt er gegen mein geschwollenes Geschlecht und die Wellen überwältigen mich.

Ich erwache schweißgebadet in meiner Wohnung. Der Wind hat sich gelegt und die hellen Gardinen hängen unbeweglich vor den geöffneten Fenstern.

Ich schaue auf die Uhr und schaffe es gerade so, meinen Lippenstift in die Tasche zu werfen, bevor ich auf die Straße laufe. Ich bin spät dran, aber glücklicherweise fangen sie selten pünktlich an. Es gibt immer jemanden, der sich noch ein Glas Wein oder einen Espresso besorgen will, ehe der Inhaber des Cafés gegen sein Glas klopft, das Thema des Abends präsentiert und den Redner willkommen heißt. Letzte Woche hielt ein Wissenschaftler der Barockliteratur den Vortrag und setze die Literatur, die mir immer Schwierigkeiten bereitet hatte, mit Gesten und Zitaten in Szene. Heute Abend ist ein Forscher für Sexualität und das Leben der Frau an der Reihe. Schon vor langer Zeit habe ich das Datum im Kalender dick eingekreist, deshalb ärgere ich mich, dass ich gerade dabei bin, zu spät zu kommen. Ich reiße die Tür zum Buchcafé auf, als das Publikum gerade applaudiert und eine ältere Frau aufsteht und die Anwesenden betrachtet. Ich nehme auf dem einzigen freien Stuhl Platz. Sie spricht über ein Thema, für das ich mich außerordentlich interessiere. Ich habe eine Menge Literatur gelesen, an der Universität alle Vorlesungen besucht, die auch nur im Geringsten mit Frauen in der Literatur, Sexualität und Freiheit zu tun hatten. Trotzdem beginne ich in letzter Zeit das Interesse zu verlieren. Sie räuspert sich, bevor sie sich mit eintöniger Stimme Freud vorknöpft.

Ich mache es mir auf dem Klappstuhl bequem und denke an seine Vorlesungen. Ich versuchte zeitig da zu sein, aber es kam immer etwas dazwischen. Entweder mein Haar, meine spröde Haut oder dieses ganz bestimmte Paar Schuhe, das ich nicht finden konnte. Immer kurz bevor er die Stimme hob und Ruhe im Hörsaal einkehren ließ, schlich ich mich durch die Tür. Wenn ich die Tür schloss, konnte ich spüren, wie sein Blick in meinem Nacken saß und meinem Weg zu einem freien Platz folgte. Seine Vorlesungen in moderner Philosophie waren immer ausgesprochen beliebt. Er sprach leidenschaftlich, und zog mit Gestik und Witz selbst den schläfrigsten Studenten in seinen Bann. Wenn er sprach, hielt ich an jedem einzelnen Wort fest und betrachtete ihn in den Pausen. Er war wesentlich jünger als die anderen Professoren und auch wesentlich hübscher. Meistens trug er eine enge Hose und ein Hemd, das über der Brust spannte und auf einen durchtrainierten Körper schließen ließ.

Erst nach der ersten Abgabe begann ich, ihn in seinem Büro zu besuchen. Ich wollte mir ein detailliertes Feedback abholen, die Fragestellungen diskutieren, die meine Kommilitonen selten interessant fanden. In seinem Büro erlebte ich nicht das gleiche Machtgefälle wie bei den anderen Professoren. Wir lagen in der Diskussion gleichauf. Wir argumentierten und hörten einander zu.

Das Publikum applaudiert und ich schlage die Hände aneinander, obwohl ich nicht weiß, für was wir klatschen. Meine Gedanken wandern zum ersten Mal, als wir uns in seinem Büro trafen.

Ich stehe davor und klopfe an. Das Geräusch meiner geballten Faust auf der schweren Holztür hallt laut und hohl wider. In der anderen Hand zerknittere ich meine korrigierte Arbeit. Ich hätte fast die Bestnote erhalten, aber möchte seine Anmerkungen gerne genauer hören und einen Absatz diskutieren, den er als besonders gut erachtete. Mein Herz klopft, während die Zeit verstreicht und plötzlich gerate ich in Zweifel, ob er da ist. Ehe ich näher darüber nachdenken kann, öffnet er die Tür. Er lächelt, als er mich sieht, tritt zur Seite und lässt mich herein. Ich werfe einen Blick in den Flur, um sicherzugehen, dass mich niemand eintreten sieht.

Ich lege meine Arbeit auf seinen Schreibtisch, beuge mich über die Tischkante und beginne in einem älteren Roman von Virginia Woolf zu blättern, den er da herumliegen hat. Er räuspert sich und macht mich darauf aufmerksam, dass er darauf wartet, dass ich das Wort ergreife. Ein wenig verlegen spiele ich mit einer Haarsträhne, plötzlich macht mich seine Anwesenheit nervös und als er sich nähert, weiß ich, dass ich nicht nur wegen seiner Anmerkungen gekommen bin.

Er setzt sich auf den Bürostuhl und betrachtet mich intensiv. Ich weiß nicht, ob er meine dunklen, markanten Augen betrachtet, ob es an meinen hinter dem engen, weißen T-Shirt verborgenen Brüsten liegt oder an dem Minirock, der einen so kleinen Teil meiner Oberschenkel bedeckt, dass er beinahe überflüssig erscheint. Ich spüre seinen brennenden Blick und wie sich die Wärme in mir ausbreitet.

Er nimmt das Buch aus meinen Händen und legt es zurück auf den Tisch. Danach richtet er seine Aufmerksamkeit auf meine Oberschenkel, während er sich vornüberbeugt und sie zu küssen beginnt. Er küsst sich langsam bis zu meinem kurzen Rock. Einen Augenblick hält er inne, woraufhin ich den Unterleib erwartungsvoll seinem Gesicht entgegenschiebe. Seine Lippen setzen ihren Weg fort. Langsam knöpft er meinen Rock Stück für Stück auf. Die Vorfreude treibt meinen Puls in die Höhe. Er küsst meine Schenkel und meinen Slip, bevor er ihn mir auszieht und mein dunkles Geschlecht entblößt. Ich bewege den Rücken, um ihm meinen Wunsch klarzumachen. Er hält inne und hilft mir, das T-Shirt auszuziehen. Unter dem weißen Stoff hängen meine Brüste schwerfällig auf dem Brustkorb. Er umfasst sie mit beiden Händen und küsst sie, bis die Brustwarzen hervortreten. Mit einem Schmatzen entfernt er den Mund von meiner Brust und vergräbt sein Gesicht in meinem Geschlecht. Er zieht an den Hautlappen, damit sich meine Scheide für ihn öffnet. Er leckt mich wie eine Katze ihre Milch, während er den Blick aufrechterhält. Zufrieden lege ich den Kopf in den Nacken und lasse den Genuss Besitz von meinem Körper ergreifen. Erst als ich so durchgeleckt wurde, dass ich ausschließlich daran denken kann, ihn in mich eindringen zu lassen, beendet seine Zunge ihr Spiel. Wir küssen uns feucht und gierig, woraufhin ich mich auf den Boden knie, um ihm seine Belohnung zu geben. Kräftig schubse ich ihn in seinen Stuhl, als er mich wieder zu küssen versucht. Er gehorcht, lehnt sich zurück und betrachtet mich. Ich lecke über seinen behaarten Brustkorb, während ich mit großen Augen zu ihm aufschaue. Meine Zunge gleitet über seinen muskulösen Oberkörper. Die Haut unter seinem Nabel zittert unter der Berührung. Ich öffne seine karierte Hose, finde seinen Penis und umschließe ihn mit dem Mund. Er beginnt umständlich, die Hose auszuziehen, aber ich weigere mich, aus dem Weg zu gehen und behalte seinen Penis im Mund. Er rückt sich auf dem Stuhl zurecht. Erst zieht er die Hose über die eine Hüfte, dann über die andere, während sein Penis wiederholt in meinem Mund verschwindet. Als die Hose endlich auf dem Boden liegt, setzt er sich ordentlich hin und hält meinen Kopf fest, während er seinen Penis in meinen Mund presst. Ich jammere leise, doch seine Atemzüge werden schwerer und unkontrollierter. Mit seinem Geschmack im Mund stehe ich wieder auf und mache es mir auf dem Tisch bequem. Er tut es mir gleich und räumt seine Sachen eins nach dem anderen vom Schreibtisch, um Platz für unsere feuchten Körper zu schaffen. Das Holz fühlt sich hart an, als ich mich rücklings auf die Platte lege und die Beine in die Luft strecke. Er packt meinen Hintern, während er sein Gesicht aufs Neue in meinem feuchten Unterleib vergräbt. Ich stöhne leise, während ich zur Tür spähe und versuche mir auf die Lippe zu beißen, damit meine Laute die vier Wände des Büros nicht verlassen. Er hält inne und greift nach seinem Penis, führt ihn langsam ein. Als er den Anschlag erreicht, seufzen wir beide schwer erleichtert.

Er nimmt mich hart ran und bittet mich anschließend, mich umzudrehen. Meine Hände weilen auf der Tischplatte und er dringt von hinten in mich ein. Zuerst schaukeln meine Brüste zaghaft vor und zurück, doch schon bald schlagen sie vehement gegen meinen Brustkorb. Ich drehe den Kopf nach hinten und seine Zunge findet meinen Mund schnell. Wir küssen uns feucht und intensiv. Die Lust, die wir beide im Laufe der letzten Monate aufgebaut haben, entfaltet sich jetzt endlich mitten in seinem Büro, während die Studenten und Dozenten ahnungslos an der Tür vorbeilaufen.

Er stöhnt tief und dreht mich wieder zu sich. Wir schauen uns in die Augen und küssen uns leidenschaftlich. Ich lege mich auf den Tisch, während er meine empfindlichen Brüste festhält. Tröstend küsst und leckt er sie. Ich kann spüren, wie sich meine Scheide erwartungsvoll zusammenzieht. Er leckt über meine Brustwarzen und bewegt sich langsam abwärts, während ich den Kopf mit geschlossenen Augen in den Nacken lege und genieße, wie seine Zunge jeden Zentimeter meines Körpers in Anspruch nimmt. Als er sein Ziel erreicht hat, leckt er mich heftiger und fordernder; ich stöhne lauter als ich sollte. Plötzlich hört er auf und wir tauschen die Plätze. Er legt sich mit aufrechtem Penis auf den Tisch und zieht mich über sich. Sein Penis gleitet unbeschwert in mich, während ich nahezu auf ihm hocke und sanft wimmere.

Zum Abschluss legt er mich zurück auf den Schreibtisch, damit er bis zum Anschlag eindringen kann. Ich schaue ihm tief in die Augen. Mein ganzer Körper bebt und ich erzähle ihm stillschweigend, dass mein Körper dabei ist, nachzugeben. Er greift um meine Beine und stößt noch tiefer in mich. Ich spüre die Erlösung, die von meinem feuchten Geschlecht in meinen ganzen Körper strömt, woraufhin er mit einem letzten Hieb kommt und seinen Samen in mich spritzt.

Als mein Herzschlag allmählich fällt, kann ich den Schweiß von meinen Brüsten zum Nabel rinnen spüren. Wir lächeln, küssen uns innerlich und in diesem Augenblick bin ich sicher, dass wir nicht zum letzten Mal so eng umschlungen liegen.

Als ich losmuss, fragt er, ob ich nicht Lust auf eine Zigarette hätte. Wir rauchen und gehen schließlich auf mein Essay ein. Er liest Auszüge vor und betont ihre Stärken und Schwächen. Die Worte meines Essays klingen aus seinem Mund perfekt. Und ich kann mich erinnern, dass ich währenddessen dachte, dass das wirklich etwas hatte – ein männlicher Feminist, der sowohl an einem interessanten Gespräch teilhaben, als auch Mösen lecken kann, bis die Säfte fließen.

Das Publikum applaudiert erneut und entzieht mich der Erinnerung, der ich während des ganzen Vortrags verfallen war. Die anderen Teilnehmer machen sich aufbruchsbereit und verlassen nach und nach das Buchcafé. Er verließ Sorbonne im Jahr 1970 und sagte nie, wohin er ging. Ich fragte auch nicht. Die intensiven Begegnungen in seinem Büro sollten nicht zu einem schlichten Vorstadtleben in einer langweiligen Ehe werden. Die Erinnerungen an ihn, an uns, habe ich jedoch immer noch. Die Tür fällt knallend ins Schloss, als ein weiterer Gast das Café verlässt. Ich lehne mich mit dem Gefühl zurück, dass ich das erste Wort auf einer ganz neuen Seite schreiben sollte. Das erste Wort in meinem ersten Text über ihn.

Ein neuer Freund

Barcelona ist eine große Stadt. Ich kenne niemanden außer den Kollegen an meinem neuen Arbeitsplatz. Sie haben mir auch von dem Freibad erzählt. Es liegt nicht weit von meiner neuen und spärlich möblierten Wohnung entfernt. Die Kollegen hatten irgendwie herausgefunden, dass ich gerne schwimme. Seit ich denken kann, liebe ich Wasser. Das Schwimmbad. Den Fluss in meiner Heimatstadt. Besonders die Nordsee.

Es ist warm in Spanien. Ich radle in einem leichten Rock durch den Verkehr und tue mich immer noch schwer, den Weg zu unbekannten Orten zu finden. Schweißtropfen rinnen von den Oberschenkeln in die Kniekehlen.

Das Freibad liegt in einem ruhigen Viertel. Umgeben von hohen Mauern und einem großen, roten Gebäude. Keine Schlange vor dem Eingang. Ich gehe direkt zu der Dame am Schalter. Sie teilt mir erst auf Spanisch, dann auf Englisch mit, dass die Becken in nur zwei Stunden schließen werden. Ich kaufe trotzdem ein Ticket.

Außer mir ist niemand in der Umkleide gerade am Ankommen. Nur eine ältere Dame und eine Mutter mit zwei Kindern machen sich gerade auf den Heimweg. Sie nicken mir lächelnd zu. Ich stelle mich unter die Dusche. Der blaue Badeanzug fühlt sich auf der Haut kalt, aber weich an und schmiegt sich eng an den Körper. Ich habe ihn vor meiner Abreise gekauft. Meine sonnengebräunten Beine lassen auf die Länge meines Rocks schließen, obwohl ich noch nicht besonders lang in diesem sommerlichen Klima lebe. Die Tür zur Umkleide öffnet sich und anhand der Schritte und Stimmen kann ich die kleinen Kinder und ihre Mutter verschwinden hören. Mein Magen zieht sich spürbar zusammen. Eine riesige Stadt wie diese, und doch so allein.

Die Sonne spiegelt sich grell auf dem Wasser. Ich schirme sie mit der Hand ab und verschaffe mir einen Überblick. Die Fliesen sind warm. Der Ort hat seinen Charme. Am untersten Treppenabsatz hat der seit vielen Jahren tägliche Gebrauch kleine Rostflecke hinterlassen. Es gibt zwei Becken. Das eine ist leer und still. Im anderen krault jemand – ein Mann. Zwischen den Becken steht eine weiße Hütte, in der ein Rettungsschwimmer auf seinem Handy Fußball schaut. Das Wasser ist angenehm kühl in der Hitze. Ich tauche unter und mache die Haare nass, sodass es eng anliegen. Ich lege mich auf den Rücken und lasse mich treiben. Die Sonne steht hoch am wolkenlosen, blauen Himmel. Mein Gesicht, meine Brüste und mein Schoß schauen gerade so über der Wasseroberfläche hervor. Die Nachmittagssonne wärmt den Körper und die Haut beginnt unter dem Badeanzug zu kribbeln.

Es knistert unter Wasser, genau wie zu Hause in Dänemark, als ich klein war und den Schwimmkurs besucht habe. Damals stand ich auf Tobias – zweifelsohne der Beste des ganzen Schwimmteams. Way out of my league. Ich gehörte damals nicht zu denen, die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Eines Tages stahl ich Tobias’ Badehose und versteckte sie in einer Schachtel unter meinem Bett. Für eine lange Zeit duftete sie nach Schwimmbad, wenn ich sie herausholte. Solange fischte ich sie immer wieder aus der Schachtel, um die Schmetterlinge im Bauch zu spüren. Meine aufkeimende Sexualität. Meine ersten erotischen Träume über Tobias und mich bis in alle Ewigkeit. Seitdem habe ich nie wieder gestohlen.

Mein Fuß stößt an den Beckenrand. Ich stoße mich leicht ab und treibe wieder in Richtung Mitte. Noch immer ist das Wasser ruhig und ungestört. Aus dem Augenwinkel nehme ich derweil Kontakt zu dem Rettungsschwimmer auf, aber das Fußballspiel nimmt ihn vollkommen in Anspruch. Ich spreize meine Beine ein wenig. Das kühle Nass fließt meine Waden und Schenkel entlang und schlägt in kleinen, sanften Wellen gegen meinen Schoß. Ich döse vor mich hin und lasse mich von Lust und Zufriedenheit verschlingen. Die Sonnenstrahlen färben die geschlossenen Lider dunkelrot. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal so einsam und so glücklich gewesen bin.

Irgendwann werden die Schwingungen im Wasser größer. Der junge Mann, der zuvor im anderen Becken geschwommen war, ist nun in meines gezogen. Er grüßt mit einem Nicken und beginnt wieder vor und zurück zu kraulen. Jetzt ist es nicht mehr möglich, sich treiben zu lassen. Ich betrachte ihn. Seine durchtrainierten Arme. Ich verstehe nicht, warum er das Becken gewechselt hat und bin genervt, dass er meine Ruhe stört. Träge schwimme ich ein paar Bahnen mit dem Kopf über Wasser und werde mehrfach überholt.

Zuletzt stelle ich mich in eine Ecke und trete Wasser. Ich tauche unter und öffne die Augen. Der Mann ist durchtrainiert und muskulös. Seine Hinterbacken sind gespannt, wenn die Beine ausschlagen. Ich tauche wieder auf und halte mich mit einer Hand am Beckenrand fest. Wenn der Mann sich von mir entfernt, lasse ich die Hand zwischen meine Beine gleiten. Während der ersten Bahn streichle ich den G-Punkt getrennt durch den Stoff des Badeanzugs. Als der Mann ein zweites Mal umkehrt und fortschwimmt, lasse ich die Hand unter den Stoff gleiten. Unter der Wasseroberfläche entblöße ich eine Brust und massiere sie sanft. Der Körper ist warm. Besonders mein Unterleib. Das Wasser ist kalt. Die Bewegungen werden stärker. Meine Wangen glühen und während meine Aufmerksamkeit abzuschweifen beginnt, hält er plötzlich inne. Er schaut mich von der anderen Seite des Beckens geradewegs an. Er nimmt Badekappe und Schwimmbrille ab und offenbart ein schönes Gesicht mit kräftigem, dunklem Haar. Er starrt. Meine Hand im Schoß ist wie erstarrt. Hat er bemerkt, was ich mache? Ich starre zurück. Ich habe Lust auf ihn. Ein Zufall kann es nicht sein, dafür hält er den Blick zu lang aufrecht. Dann nimmt er plötzlich die Leiter nach draußen. Er geht den ganzen Beckenrand entlang und bleibt genau hinter mir stehen. Erst sagt er etwas auf Spanisch. Als er sieht, dass ich ihn nicht verstehe, wechselt er ins Englische.

„They are closing soon.“

Ich lächle. „Thanks.“

Er lächelt auch, nimmt sein Handtuch von der Bank und geht auf die Umkleide zu. Ich schwimme zur Treppe und folge ihm. Bevor er die Tür zur Herrenumkleide öffnet, schaut er zurück. Er sieht mich. Ich bleibe stehen. Er lacht leicht und geht hinein. Ich bleibe im Flur stehen. Höre mein Herz schlagen. Sonst ist alles still. Durch die hohen Fenster im Flur kann ich den blauen Himmel über Barcelona sehen. Ich gehe an der Tür zur Damenumkleide vorbei und nähere mich der Herrenumkleide. Zuerst werfe ich einen Blick über meine Schulter, dann schiebe ich die Tür vorsichtig einen spaltbreit auf. Ich kann den Mann pfeifen hören, als wüsste er, dass er nicht allein ist. Die Wände hallen wider. Ich orientiere mich. Außer ihm ist niemand in der Umkleidekabine. In einem Sekundenbruchteil geht er am Türspalt vorbei zur Dusche. Sein Hintern ist nackt, über den Schultern hängt ein Handtuch. Das erregt etwas in meinem Unterleib. Ich werfe noch einen Blick nach hinten und betrete dann die Umkleidekabine. Obwohl ich das nicht tun müsste, bewege ich mich auf leisen Sohlen über die Fliesen. Im Hintergrund läuft die Dusche. Auf der Bank liegt die dahingeworfene Badehose des Mannes. Ich nehme sie in die Hand und rieche daran. Der gleiche schwache Geruch nach Chlor, wie als ich klein war. Ich will sie mit in meine neue Wohnung nehmen und in einer Schachtel unter meinem Bett verstecken. Etwas tun, das ich nicht darf. Etwas tun, das ich nicht mehr getan habe, seit ich ein Teenager war. Ich knäule den Stoff zusammen und bin schon auf dem Weg nach draußen, als der Mann aus der Dusche ruft:

„Hey, girl.“

Ich bleibe stehen. Er kann mich nicht sehen. Einen Augenblick glaube ich, mich verhört zu haben.

„Come here, girl“, sagt er bestimmt, aber verlockend.

Ich lege seine Badehose beiseite und begebe mich mit vorsichtigen Schritten zu den Duschen. Die Fugen zwischen den Fliesen sind weich, aber rau. Vorsichtig. Ich habe nichts Verbotenes getan. Was soll schon passieren? Mein Unterleib zieht sich zusammen. Der Mann steht nackt unter der Dusche. Die weiße Seife verteilt sich auf seiner dunklen Haut. Er berührt sich, streicht zaghaft mit der Hand über seinen Penis. Ich bleibe beobachtend stehen, obwohl ich überrascht bin. Es ist Sinn der Sache, dass ich ihn dabei sehe. Ohne ein weiteres Wort ziehe ich einen Träger von meiner Schulter, daraufhin den anderen, während ich ihm in die Augen schaue. Der Mann betrachtet mich. Meine Brüste schaukeln unter dem Stoff hervor. Ich schwanke die Hüften, um den Anzug weiter nach unten zu bekommen, und er fällt zu Boden. Der Mann lächelt.

„Cute“, sagt er.

Ich gehe zu ihm. Er zieht mich unter das warme Wasser, nimmt meine Brüste in die Hände und leckt über die Brustwarzen. Dann dreht er mich zur Wand und platziert meine Hände auf den kalten Fliesen. Er kniet sich zwischen meine Beine. Mit den Händen spreizt er meine Hinterbacken, ehe er sein Gesicht dazwischen versenkt und die Zunge vor und zurück fahren lässt. Ich bin frei, offen, glücklich und erschrocken über mich selbst. Meine Seufzer hallen von den Wänden wider. Meine Knie geben nach. Der Rettungsschwimmer oder die Frau vom Ticketschalter könnten jederzeit hereinplatzen.

Wieder und wieder stoppt die Dusche automatisch. Mein Unterleib bebt. Der Mann erhebt sich wieder. Ich knie mich hin. Er hält mit einer Hand meinen Kiefer fest, neigt meinen Kopf nach hinten. Sein Blick ist fern, aber intensiv. Das warme Wasser läuft von seinem Körper auf meinen.

Wir bewegen uns von der Duschkabine in die Umkleide. Er hält mich ein wenig auf Abstand. Ich beuge mich über die Umkleidebank. Der Mann streicht über meinen Hintern und die Oberschenkel abwärts, kneift liebevoll in meine weiche Haut. Er nimmt seine Badehose und legt sie vor mich.

„Did you want these?“, sagt er und zeigt auf mein Diebesgut.

Er kommt näher und dringt von hinten in mich ein. Ich greife nach der Bank, um das Gleichgewicht zu halten. Mein feuchtes Haar tropft und wippt sanft im Takt seiner Stoßbewegungen vor meinem Gesicht. Seine Hände umklammern meine Hüften. Es hallt von den Wandfliesen wider, wenn seine Hüften gegen meine Haut stoßen. Wir haben kaum miteinander gesprochen. So etwas habe ich noch nie zuvor gemacht. Sein Stöhnen ist tief und kehlig. Immer wenn er kurz vor dem Höhepunkt ist, zügelt er das Tempo und hält sich zurück.

Hinter uns liegt ein Stapel Turnmatten und eine Menge zusammengerollte Yogamatten. Der Mann nimmt mich am Handgelenk und führt mich dorthin. Ich lege mich auf den Bauch. Er schiebt eine Yogamatte unter meine Hüften und hebt meinen Po damit ein Stück an. Ich kann seine warme Haut hinter mir spüren. Vorsichtig streicht er das Haar aus meinem Gesicht und ich lege eine Wange auf die Matte. Er nimmt meine Hand und führt sie zwischen meine Beine. Die weiche Yogamatte entspannt, sodass es sich nach wie vor angenehm anfühlt. Der Mann setzt sich auf seine Fußsohlen und entblößt mich mit seinen Handflächen.

„Let’s try this“, sagt er auf mir liegend.

Ich werfe ihm einen aufrichtigen Blick zu und nicke. Er beißt in meine Lippe, bevor er die Eichel ansetzt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt anal experimentiert habe, jedenfalls nie mit einem Unbekannten. Der Mann legt sein ganzes Gewicht auf mich und spreizt meine Beine ein wenig mit seinen. Ich folge seinem Rhythmus. Er beginnt langsam. Dann nehmen die Stöße zu und werden hektischer. Die Matten verschieben sich unter uns. Diesmal hält er sich nicht zurück. Ich höre seiner Kehle an, dass der Höhepunkt herannaht. Er kommt lauthals. Wir lachen. Mir ist bewusst, dass jeder im Gebäude uns jetzt gehört hat. Er küsst meinen Nacken, kommt zu sich, steht auf und geht wieder in die Dusche. Mein Körper ist warm und zufrieden. Mit festen Bewegungen fährt meine Hand zwischen meine Beine. Ich stelle mir vor, dass der Mann noch immer in mir ist. Meine Hand schwitzt zwischen der Gummiunterlage und meiner warmen Haut. Ununterbrochene Gedanken an den Mann und mich. Das Begehren zwischen unseren Körpern, das laue Klima und die uns umgebenden nasskalten Elemente. Das verbotene Treffen und sein strafendes, doch verlockendes Verhalten. Als ich komme, bemerke ich, dass er Mann das Bad wieder verlassen hat und mich aus der Ferne betrachtet. Er hebt seine Badehose auf und kommt zu mir. Mit glühenden Wangen liege ich ganz ruhig da. Er legt die Hose neben mich und küsst mich auf die Wange.

„You can borrow these. Remember to bring them next week“, neckt er mich.

Er beginnt sich anzuziehen, als wäre es ein Badetag wie jeder andere. Ich schaue, dass ich in die Damenumkleide komme. Überrascht, was ich da gerade getan habe, halte ich die Hand vor den Mund. Anstatt zu duschen, zupfe ich den Badeanzug sorgfältig zurecht und kämme mein feuchtes Haar mit der Bürste fest nach hinten. Danach ziehe ich meinen Rock an und schlüpfe in die Sandalen, all das mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

Die Dame am Ticketschalter ist nicht mehr da. Die Temperatur hat sich seit meiner Ankunft nicht verändert. Ich gehe zu meinem Fahrrad. Während ich es aufschließe, höre ich den Mann plötzlich sprechen. Seine Stimme ist laut und fröhlich. Als ich einen Blick über die Schulter werfe, steht er vor den Türen zum Freibad und unterhält sich mit dem Rettungsschwimmer. Scheinbar sind sie beide auf dem Heimweg. Es sieht aus, als würden sie sich kennen. Der Mann schaut zu mir. Er hebt die Hand und winkt.

„Nice to meet you“, ruft er herüber.

”See you next week.”

Ich lächle, setze mich aufs Fahrrad und winke ihm über die Schulter zu. Es sieht aus, als hätte ich einen neuen Freund gefunden. Der warme Fahrradsattel zwickt und brennt angenehm an meinen Oberschenkeln.

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