Kitabı oku: «Der Berufsweg aus astrologisch-psychologischer Sicht»
astronova Sonderausgabe

E-Book
Inhalt
Einleitung
Arbeit und die Tücken mit der Zufriedenheit
Ein kleiner Exkurs zum späteren Verständnis
Wie sich Arbeit in unser Leben schleicht
Früh übt sich
Wo aber findet das Thema Arbeit statt?
Die tägliche Arbeit und das 6. Haus
Leere Sträucher machen nicht satt!
Der Elemente-Schock
Die Motivation
Was motiviert einen Arbeitnehmer überhaupt?
Lernen aus dem Tierkreis
Ein Blick auf das Tierkreiszeichen Stier
Vom Wert des Lobes
Emotionale Sättigung macht satt
Wild durch die Häuser
Eifersucht, Neid und Mobbing
In Würde dienen – Was braucht es dazu?
Die Kraft aus Haus 5 in Haus 6 nutzen
Eigenverantwortung für „Stolz und Würde“
Ist Haus 6 nicht intakt, fehlt die Kraft aus Haus 5
Wenn ich ein König wäre
Falls das eigene System zurückschlägt
Die Nebel des 12. Hauses
Frustabbau durch Selbstbedienung
Hier wird es dunkel
Es ist alles eine Frage der Perspektive
Beruf und Berufung im Licht der Öffentlichkeit
Zahlen die Zeche immer die Kleinen?
Das 10. Haus und die Gesellschaft
Und was ist mit der Berufung?
Der arme Unternehmer?
Unter dem Horizont
Nun geschieht etwas Faszinierendes
Niemand kann alleine erfolgreich sein!
Der Weg durch das 7. Haus ist ein wenig heikel
Der Hase in der Grube
Das 8. Haus ist kein gemütlicher Ort
Transformation und das 8. Haus
Mit der Kontrolle ist das so eine Sache …
Von Abteilungsleitern, Teamleitern & Co
Überall lauern Gefahren
Der Weg in das 9. Haus
Das ist das Geheimnis
Und schon wieder lauert Gefahr
Verbrannte Erde
Der Sprung über die Achse
Eine Reise durch die Tierkreiszeichen
Widder
Widder regiert über Ihr 2. Haus
Widder regiert über Ihr 6. Haus
Widder regiert über Ihr 10. Haus
Stier
Stier regiert über Ihr 2. Haus
Stier regiert über Ihr 6. Haus
Stier regiert über Ihr 10. Haus
Zwillinge
Zwillinge regiert über Ihr 2. Haus
Zwillinge regiert über Ihr 6. Haus
Zwillinge regiert über Ihr 10. Haus
Krebs
Krebs regiert über Ihr 2. Haus
Krebs regiert über Ihr 6. Haus
Krebs regiert über Ihr 10. Haus
Löwe
Löwe regiert über Ihr 2. Haus
Löwe regiert über Ihr 6. Haus
Löwe regiert über ihr 10. Haus
Jungfrau
Jungfrau regiert über Ihr 2. Haus
Jungfrau regiert über Ihr 6. Haus
Jungfrau regiert über Ihr 10. Haus
Waage
Waage regiert über Ihr 2. Haus
Waage regiert über Ihr 6. Haus
Waage regiert über Ihr 10. Haus
Skorpion
Skorpion regiert über Ihr 2. Haus
Skorpion regiert über Ihr 6. Haus
Skorpion regiert über Ihr 10. Haus
Schütze
Schütze regiert über Ihr 2. Haus
Schütze regiert über Ihr 6. Haus
Schütze regiert über Ihr 10. Haus
Steinbock
Steinbock regiert über Ihr 2. Haus
Steinbock regiert über Ihr 6. Haus
Steinbock regiert über ihr 10. Haus
Wassermann
Wassermann regiert über Ihr 2. Haus
Wassermann regiert über Ihr 6. Haus
Wassermann regiert über Ihr 10. Haus
Fische
Fische regiert über Ihr 2. Haus
Fische regiert über Ihr 6. Haus
Fische regiert über Ihr 10. Haus
Über die Autorin
Meine Gedanken führen mich
während des Schreibens immer wieder
zu meinem Vater,
von dem ich mehr über Arbeit gelernt habe,
als er für möglich hält;
zu meiner Schwester,
dank der Arbeit sehr oft keine Arbeit mehr ist;
und zu meinem Mann,
meinem ganz persönlichen Helden.
DANKE!
Einleitung
Arbeit und die Tücken mit der Zufriedenheit
Unsere Arbeit und unsere Berufswahl tragen viele unterschiedliche Aspekte und Wünsche in sich.
- Versorgen und versorgt sein, das heißt genügend Materie zu erwirtschaften, um sich selbst und die Familie zu ernähren.
- Ausdruck der eigenen Fähigkeiten und damit das Entwickeln von Stolz, Würde und Macht. Wir möchten zeigen, dass wir es „geschafft“ haben.
- Erfreulicherweise ist Arbeit für immer mehr Menschen ein Ausdruck das zu realisieren, was tief aus ihrer Seele kommt. Sie möchten tun, was sie gerne tun, was ihnen Befriedigung und Lebensfreude ermöglicht.
Doch was auch immer die Triebfeder für die Arbeit sein mag, praktisch oder ideell, irgendwann kommt der Punkt der Unzufriedenheit. Irgendetwas in diesem Spiel „Arbeit“ gerät in Schieflage.
Aus der Sicht des Mitarbeiters sind es die Kollegen, das Betriebsklima oder der Chef, die für die Unzufriedenheit verantwortlich sind.
Aus der Sicht des Chefs hingegen ist es der Mitarbeiter, der ständig nörgelt, hohe Kosten erzeugt, den man ständig kontrollieren bzw. ermuntern muss, damit er die Arbeit erledigt, für die er schließlich bezahlt wird.
Um uns ein wenig klarer darüber zu werden, welche Kräfte wirken, nähern wir uns in diesem Buch dem Thema Arbeit aus verschiedenen Blickrichtungen.
Die Qualitäten der Häuser des Tierkreises geben uns erstaunliche Hinweise über Anerkennung, Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit im Zusammenhang mit dem Thema Arbeit. Meist nehmen genau diese Vokabeln in unserer Gesellschaft einen geringen Stellenwert ein.
Hier scheint es vordergründig um ein Anforderungsprofil zu gehen, das nur den Einzelnen betrifft. Unzufriedenheit am Arbeitsplatz zeigt sich in hohen Krankständen, Fluktuation, Mobbing, Diebstahl durch Mitarbeiter u.v.m.
Ungleichgewichte – auch am Arbeitsplatz - sind immer die Folge von Unklarheiten und empfundenem Mangel. Die Astrologie kann uns darin unterstützen zu klären, welche Kräfte wirken, welche Position wir gerade einnehmen und welcher Mangel in uns schreit.
In diesem Erkennen, kann die Möglichkeit entstehen, dass wir uns selbst innerlich neu positionieren, so dass neue Bewegung in das Thema „Arbeit“ kommt und somit vielleicht sogar Zufriedenheit entsteht.
In der folgenden Untersuchung über die „Arbeit“ gehen wir auf eine spannende Erkenntnisreise quer durch den Tierkreis und seine Häuser.
Ein kleiner Exkurs zum späteren Verständnis
Ist ein Mensch von Situationen, die für ihn Gefahr bedeuten, überfordert, unternimmt er genau das, was er schon seit Anbeginn der Zeit zu tun gewohnt war: Er flüchtet!
Nun steht uns als Deutungs- und Verständniswerkzeug die Astrologie zur Verfügung. Alles, was uns begegnet – und vor allem die Art und Weise wie der Mensch mit diesen Situationen umgehen kann – finden wir in einem Horoskop.
Es wird folglich nicht verwundern, wenn auch die Vermeidensoder Fluchtwege in einem Horoskop zu finden sind. So kann der Mensch – der durch dieses wunderbare Rad des Lebens repräsentiert wird – lediglich innerhalb dieses Kreises versuchen, einem Problem auszuweichen.
Ausweichmechanismen gibt es so viele, wie es Menschen gibt. Jedoch gibt es eine so spannende wie auch schnelle Variante.
Stellen wir uns vor, in einer runden Koppel würde ein gefährliches Tier namens „Problem“ auf uns lauern. Dieses gefährliche Tier wäre nun an einer bestimmten Stelle (Lebensbereich) angebunden. Nur dort würde uns Gefahr drohen. Instinktiv versucht nun der Mensch, einer Gefahr großräumig auszuweichen. In dieser runden Koppel – sie entspricht einem Kreis von 360 Grad (unser Horoskop) – gibt es nur einen am weitesten entfernten Punkt von diesem „Problem“ und den damit verbundenen Gefahren.

Dieser Punkt liegt 180 Grad von jenem Geschehen entfernt, also genau gegenüber. Astrologisch gesehen in dem gegenüberliegenden Haus (Lebensbereich). So ist die Versuchung für den betroffenen Menschen sehr groß, dass er – um diesem wilden und gefährlichen Tier „Problem“ auszuweichen – unverzüglich an diesen Punkt direkt vor sich auf der anderen Seite entflieht. Dementsprechend wird er – astrologische gesehen – versucht sein, mit seinem Verhalten genau in das gegenüberliegende Haus zu flüchten, um dort möglichst sicher zu sein.
Wie sich Arbeit in unser Leben schleicht
„Alles, was wir tun, wird ein Teil von uns.“
- aus Nigeria -
Früh übt sich …
Schon sehr früh wird uns beigebracht, dass Arbeit unser Leben bestimmt. Viele Kinder lernen in ihrer Familie, dass sie das Taschengeld selbst verdienen müssen (Haus 2). Bereits in diesen jungen Lebensjahren wird oft schon eine Leistung gegen Geld gefordert: Autowaschen, Mülleimer ausleeren, für die Großmutter einkaufen gehen als Möglichkeit für einen kleinen Zusatzverdienst.
Funktioniert ein Kind nicht entsprechend den Erwartungen oder Erziehungsrichtlinien seiner Eltern, wird die Bestrafung recht schnell über das Taschengeld gesteuert. „Selbst schuld!“, heißt es dann achselzuckend aus dem 8. Haus – dem Schatten des 2. Hauses – und schon ist das Taschengeld für diesen Monat gestrichen oder doch zumindest gekürzt. In unserer Kindheit sammeln wir also schon die ersten Erfahrungen im Hinblick darauf, wie wir unser „eigenes Geld verdienen“. Ist das Kind „lieb“, bekommt es Geld, ist das Kind „böse“, bekommt es kein Geld.
Auch dadurch wird der erste Samen für Neid gesät und sogleich geerntet, falls der Bruder mehr empfängt bzw. die Schwester dem Anschein nach weniger bestraft wird. In diesem Zusammenhang erleben wir unsere ersten Ohnmachtsgefühle, wenn das Taschengeld, das uns zusteht und auf das wir so dringend warten, gekürzt wird und wir keinerlei Einfluss auf diese Entscheidung nehmen können. Oder die Puppe, mit der wir zur Strafe nicht mehr spielen dürfen. „Das ist gemein!“
Schon haben wir Gefühle wie Neid, Eifersucht und Hilfslosigkeit verinnerlicht. Geschah dies nicht schon früher in anderen Situationen, dann spätestens jetzt. Bei Geld hört der Spaß nämlich auf.
Mit unseren Freunden vergleichen wir die Höhe des Taschengeldes, später die Höhe der Ausbildungsvergütung. Über das Gehalt darf man vertragsgemäß nicht mehr reden, und doch tut es jeder. Es ist immer wieder das gleiche Spiel, denn die Erfahrungen um das Thema „Taschengeld“ hören nie wirklich auf. Bin ich ein liebes Mädchen oder ein netter Junge, bin ich auch mehr wert. Wenigstens als Startkapital, um einen Job mit einer guten Vergütung überhaupt erst einmal zu bekommen. Dann aber scheint uns das Berufsleben recht schnell beizubringen, dass man als knallharter Führungstyp mehr im Geldbeutel hat.

Sätze wie „Brave Mädchen kommen in den Himmel; böse Mädchen kommen überall hin!“, sind wahre Motivationsbomben auf dem Weg ins 8. Haus, dem Schatten des 2. Hauses. Denn hier erwischt uns das Phänomen des Abrutschens ins 8. Haus.
Unser Verhalten in schwierigen Situationen ist ein spannendes Thema. Niemand möchte als der Schwächere unterliegen oder gar versagen. So ermöglicht uns ein kurzer Abstecher in das gegenüberliegende Haus (bzw. den gegenüberliegenden Lebensbereich) ein Gefühl von Kontrolle.
Unser eigenes Geld erwirtschaften wir im 2. Haus (abgeleitet von dem Tierkreiszeichen Stier). Denn dort geht es um Besitz und Werte. Dauert uns das Erarbeiten des eigenen Geldes durch Leistung jedoch zu lange oder ist es zu mühselig, führen uns die Verlockungen des gegenüberliegenden 8. Hauses (abgeleitet von dem Tierkreiszeichen Skorpion) schnell in den Bereich des Schattens. Dort beweisen wir unseren Wert anhand der Macht, die wir auf andere bzw. auf Situationen und Ergebnisse ausüben können. Allerdings haben wir uns selbst hierdurch auch ein echtes Problem generiert, denn wir haben uns zwischen die Häuser 6 und 10 gesetzt. Hierzu jedoch später mehr.
Wo aber findet das Thema Arbeit statt?
Archetypisch finden wir die Arbeit des Arbeitnehmers im 6. Haus (von dem Tierkreiszeichen Jungfrau abgeleitet), die Arbeit des Selbstständigen oder eines Vorgesetzten bzw. des Chefs im 10. Haus (von dem Tierkreiszeichen Steinbock abgeleitet). Treiben uns die Verlockungen des 8. Hauses voran (Gier, Neid, Eifersucht, Macht), sind wir weder das eine noch das andere, energetisch gesehen also weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber. Immer wieder gelingt es Menschen auf der Jagd nach mehr Geld mit den unterschiedlichsten Mitteln aus dem 2. Haus (von dem Tierkreiszeichen Stier) – in dem durch Fleiß und Ausdauer, durch eigene Arbeit Geld entsteht – direkt in das 8. Haus zu marschieren. Dieses Haus liegt genau gegenüber dem 2. Haus und scheint eine wunderbare Abkürzung zu sein. Denn der Weg direkt von Haus 2 in Haus 8 geht zunächst erheblich schneller, als der Weg in Etappen über die einzelnen Häuser durch den Tierkreis bis hin zu Haus 8. Diese Abkürzung birgt jedoch ein Dilemma in sich.
Auf diesem scheinbar schnelleren Weg im 8. Haus angelangt, fühlen wir uns von den Aufgaben und der Position des 6. Hauses unterfordert und erleben massive Unzufriedenheit. Von den Aufgaben des 10. Hauses sind wir jedoch überfordert. Denn hierfür fehlen uns noch einige Erfahrungen, die wir für eine erfolgreiche Existenz in Haus 10 zwingend benötigen.
Wählen wir in bestimmten Lebenssituationen eine energetische Abkürzung aus einem Lebensbereich in den gegenüberliegenden Lebensbereich – oder astrologisch gesprochen aus einem Haus in das gegenüberliegende Haus – können wir dieses beinahe nur noch geschwächt leben. Die unterstützenden Begriffe und Anteile eines Hauses kommen nicht mehr zum Tragen. Finden wir beispielsweise im 8. Haus Themen wie Wandlung, Transformation, gemeinsam genutzte Ressourcen usw., können diese kaum noch gelebt werden. Stattdessen greifen die schwächenden Eigenschaften dieses Hauses bzw. Lebensbereiches. Für das 8. Haus erwarten uns dann Erlebnisse und Gefühle wie Neid, Eifersucht, Gier, Ohnmacht, Erpressung, Kredite, Bestechungsgelder, das Bedürfnis nach Kontrolle usw. Es fehlt die gestärkte Entwicklung eines Menschen, die notwendig ist, um sich in den Tiefen eines Lebensbereiches nicht zu verirren.

Erst einmal in das 8. Haus eingetaucht – und das aufgrund einer Schwäche aus dem 2. Haus heraus – werden wir das Fehlen der Kompetenzen des 10. Hauses kaum anerkennen können. Im Haus des Skorpions lauern wir stets auf die Chance unseres Lebens. Und oft vergiften wir somit unser Gemüt, werden verbittert, sarkastisch und im schlimmsten Fall bösartig oder korrupt.
Jeder kennt bestimmt Menschen, denen es so ergangen ist. Deren Leben wirkt meist schon von außen betrachtet wenig freudvoll. Führen wir selbst ein solches Leben, benötigen wir ständig den monetären Beweis dafür, dass sich dieser Weg doch lohnt. Für die Lebensqualität nehmen wir diesen Aufwand allerdings nicht auf uns. Stattdessen erwarten wir diese zu einem späteren Zeitpunkt: „In fünf Jahren hab‘ ich es geschafft.“ „Noch drei Jahre durchhalten.“ „Mit 50 höre ich auf.“ „Wenn ich erst mal in Rente bin, dann …“. Unter der Woche nur für das Wochenende leben und während der Wochen des Jahres nur für den Urlaub. 60-Stundenwoche, warum nicht? Immer unterwegs. Den Fuß im Porsche dabei immer schön auf dem Gaspedal halten!
Unter Gleichgesinnten erntet man dafür sicher Bewunderung. Bei den meisten Mitmenschen hinterlässt dieses Verhalten dagegen eher den Eindruck eines unangenehmen und oft bedrohlich wirkenden Zeitgenossen. Einen Menschen mit diesem Lebensplan kann man vernichten, indem man ihm seine Prämien und den Status wegnimmt. Dann ist er schneller von der Bildfläche verschwunden, als er mit seiner Rolex am Handgelenk aufgetaucht ist. Denn es gibt immer einen anderen, der noch mächtiger und noch gieriger sein möchte. Erlangt jemand in seiner Position zu viel Macht, ist die Gefahr groß, dass ein Konkurrent durch eine gezielte Attacke für den Absturz sorgt.
Ein Leben, das im Schatten des 2. Hauses seine Finanzierung gefunden hat, kann nur im Schatten existieren und wird im Schatten enden. Es handelt sich also um ein kurzes, trügerisches Glück. Allzu oft können wir dieses Phänomen bei Bauherren beobachten.
Mit einem kurzen Blick in den eigenen Geldbeutel muss erkannt werden, dass das Kapital für die Anschaffung des Traumhauses oder die Traumwohnung nicht ausreicht. Also findet man den Weg zur Bank, die natürlich eine Finanzierung anbietet. Wie hilfreich diese Finanzierung tatsächlich ist, wird erst dann klar, wenn das 8. Haus seine Schatten wirft. In dem diffusen Licht dieses 8. Hauses überfordern dann die Zinsen und die monatlichen Raten das Familienbudget. Geht irgendetwas im Leben schief – z.B. die Kündigung oder das zweite Gehalt fällt durch die Schwangerschaft der Gattin weg – kippt der Traum vom Haus und wird zu einem Albtraum.
Heißt das nun aus astrologischer Sicht, man möge immer schön im 2. Haus verweilen? Keine Risiken eingehen? Immer ackern wie ein Stier und dann wird alles gut? Aber nein! Es ist wahr, im 2. Haus lernen wir durch Arbeit bzw. Leistung Werte entstehen zu lassen. Wir lernen, dass Geld existiert, dass man es braucht um Besitz aller Art zu erwerben. Wir lernen mit Materie in einer Form umzugehen, sodass der Wert möglichst erhalten bleibt oder sogar gesteigert wird. Wir lernen etwas über Qualität und Wertigkeit. Die tägliche Arbeit hingegen finden wir hier nicht.
Die tägliche Arbeit und das 6. Haus
„Die Arbeit, die man sich selbst vorgenommen hat, ist nie unmöglich.“
- Weisheit der Gikujua -
Den Begriff der „täglichen Arbeit“ entdecken wir im 6. Haus. Archetypisch wird die Arbeit von dem Tierkreiszeichen Jungfrau abgeleitet. Es ist bemerkenswert, dass gerade der Begriff der „täglichen Arbeit“ mit dem astrologischen Zeichen für die Ernte zusammenfällt.
Betrachten wir die Jahreszeit, die das Zeichen Jungfrau (ca. vom 21. August bis 21. September) durchdringt.
Die Fruchtstände der Natur tragen schwer. Die Regale des Supermarktes „Natur“ sind bis in die letzte Ecke aufgefüllt. Arbeit muss sich keiner suchen, sie drängt sich regelrecht auf. Der Geschäftsführer der Natur – wer das auch immer nach dem individuellen Glaubensbekenntnis sein mag – hat seine Aufgabe somit erfüllt. Die Auftragsbücher sind voll. Esser und somit Kunden sind genug da. Nun muss die Arbeit nur noch verrichtet werden.
Das ist die Zeit der Jungfrau. Gemeint ist die junge Frau. Und diese junge Frau im Konkreten war – und ist es in weiten Gebieten dieser Erde bis heute – die jüngste der Frauen. Somit das jüngste Mädchen einer Familie. Diese junge Frau war für die einfachsten Tätigkeiten der Familie zuständig. Was jedoch keineswegs bedeutet, dass sie für die Tätigkeiten mit der geringsten Verantwortung zuständig war. Für ein Mädchen im frühen 19. Jahrhundert bedeutete dies: Als Erste aufstehen, in der im Winter eisig kalten und dunklen Küche das Feuer entfachen, in den Ställen die Kühe melken. Erst wenn die Küche angewärmt war, stand der Rest der Familie auf, um das erste warme Getränk zu sich zu nehmen. Frühstück gab es damals erst nach der stundenlangen Grundversorgung des Viehs.
Dieses junge Mädchen war in erster Linie ein sogenannter „Kostfresser“. Mädchen bedeuteten für eine Familie eine Last. Sie verschlangen Geld, brachten jedoch keines. Nach der jahrelangen Erziehung verließen sie das Haus und die Familie. Dafür musste man der Familie des Bräutigams auch noch die Mitgift bereitstellen. Mädchen und Frauen mussten somit durch ihre duldenden, stillschweigenden Hände Arbeit Kost und Logis verdienen. Wer nichts taugte, wurde vom Hof gejagt. Was das für eine junge Frau in dieser Zeit bedeutet haben mag, muss kaum beschrieben werden. Diese junge Frau war also von sich aus sehr darum bemüht, den Anforderungen voll und ganz gerecht zu werden.
Die gesellschaftliche Position ist jedoch nur eine Ebene dieser Demut. Das Tierkreiszeichen Jungfrau wird dem Element Erde zugeordnet, welches wiederum stark mit existenziellen Fragen zu tun hat. Im Sommer, bis in die ersten Herbstmonate hinein, wird der größte Teil der Ernte eingebracht. Nach dieser Erntezeit sprießt uns frisches Grün erst wieder im nächsten Jahr, um den Frühjahrsbeginn, aus der Erde entgegen. Wir betrachten hier also einen Zeitraum von sechs bis acht Monaten, in dem die Natur Zeit hat, unsere Regale zu füllen. In der darauffolgenden Jahreshälfte heißt es von dieser Ernte zu leben.
Im 21. Jahrhundert kennen wir dieses Problem kaum noch. Wir schauen in den Kühlschrank, überprüfen mit einem kurzen Blick den Inhalt, steigen in unseren Wagen und decken uns im nächsten Supermarkt mit Nachschub ein. Was für ein Luxus in dieser wunderbaren Welt.
Unsere Jungfrau erfüllte in den kurzen Monaten der Ernte die unendlich wichtige Aufgabe, die Vorratslager der Familie zu füllen. Und dies in einer Konsequenz, Verantwortlichkeit, Gründlichkeit und Penibilität, sodass auch im Februar des kommenden Jahres alle Mitglieder des Hauses bzw. des Bauernhofes noch ernährt werden konnten. Hier ging es nicht um eine Kleinfamilie, denn neben Mutter und Vater gehörten alle Geschwister, die Großeltern, die ledig gebliebenen Tanten, die Mägde und Knechte zur Hausgemeinschaft. Es waren große Vorratsmengen an Lebensmittel und eine weitsichtige Planung in die Zukunft erforderlich. Um diese logistische Höchstleistung zu erbringen, durfte keine einzelne Beere am Strauch verkommen und jedes Weizenkorn war wichtig. Jede Kartoffel vervollständigte eine Mahlzeit und jeder Kürbis konnte über die Gesundheit eines Familienmitgliedes im Winter entscheiden.
Leere Sträucher machen nicht satt!
Für die Jungfrau ist Nachhaltigkeit wichtig. Sie muss auf die Qualität achten. Definiert sie ihre Tätigkeit über die Menge der abgeernteten Sträucher und vernachlässigt dabei die Qualität der eingebrachten Beeren, wird die Familie möglicherweise krank und kann nicht ausreichend gesund genährt über den Winter kommen. Liegt die Aufmerksamkeit während der Arbeit jedoch auf der Qualität der Ernte, geht zwar alles etwas langsamer, der Strauch wird jedoch geschont, die Frucht geerntet und letztlich die Mägen gefüllt.
Mit dem reinen Ernten ist die Arbeit der jungen Frau allerdings noch nicht abgeschlossen, denn es ist lebenswichtig, die Vorräte zu konservieren. Haben Sie schon einmal Marmelade eingekocht oder Sauerkraut hergestellt? Wird dabei unhygienisch gearbeitet, indem z.B. die Gläser nicht gründlich ausgekocht wurden – wird die ganze Arbeit umsonst gewesen sein und alles landet im Müll. Unterlief unserer Jungfrau ein solches Missgeschick, stand damals aber das Leben der ganzen Familie auf dem Spiel!
Ihre Verantwortung für Leib, Leben und Gesundheit ist groß: Stellen Sie sich vor, wie Sie an einem Novembertag in die Speisekammer gehen und die eingelagerten Vorräte sind verschimmelt. Was für ein Schrecken! Nicht nur, dass die junge Frau hierfür in aller Verantwortung vor ihrer Familie dafür gerade stehen muss. Wie kann eine Familie mit dieser Versorgungskrise über die langen und kalten Wintermonate kommen? Einen Supermarkt gab es nicht und das vorhandene Vermögen reichte in den seltensten Fällen aus, diesen Verlust der Vorräte umgehend auszugleichen. Jede noch so kleine Nachlässigkeit der Jungfrau hatte gewichtige Folgen für die ganze Sippe. Dies ist ihr jeden Tag bewusst. Unter diesen Vorzeichen ist es leicht zu verstehen, warum Menschen, die unter dem Zeichen der Ernte geboren sind, oft in einem solchen Ausmaß pingelig und pedantisch sind, dass es ihrer Umgebung fast schon wehtut.
In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Paradebeispiel für eine Jungfrau-Sonne. Diese sortiert ihre Wäsche beim Aufhängen an der Leine nach Geschlecht, innerhalb des Geschlechts nach Thema und innerhalb des Themas nach Farben. So füllen diese Wäscheleine beispielsweise Socken, sortiert nach Herren- und Damensocken, der Größe nach und zusätzlich streng im Regenbogenfarbverlauf aufgereiht. Hier herrscht Ordnung.

Wenn nun in diesem Zeichen seit Äonen der Zeit die Verantwortung für die gesunde Ernährung liegt, damit die Familie gestärkt den Winter überleben kann, wen wundert es da, dass hier unglaubliche Ängste vor unerwarteten Veränderung lauern? Was ist, wenn das Wetter umschlägt und die Ernte verringert oder gar zerstört wird? Was ist, wenn jemand (eine Hilfskraft beispielsweise) durch falsche Handhabung oder Lagerung das Erntegut in Gefahr bringt? Was ist, wenn durch mangelhafte Überprüfung Beschädigungen nicht oder zu spät bemerkt werden? Immer ist Angst mit im Spiel. Immer ein Gefühl von Überforderung. Immer droht Gefahr von Krankheit oder Siechtum.
Aus dieser Entwicklungsgeschichte der Jungfrau-Sonne heraus, zeichnet sich die daraus resultierende Lebensangst als ein großes Thema ab. Diese Lebensangst entsteht durch die Gefahr des Abrutschens aus dem der Jungfrau archetypisch zugeordneten 6. Haus in das gegenüberliegende 12. Haus. Dort finden wir den Schatten der Jungfrau, mit all den Themen der Fische.
Der Elemente-Schock
Und dann wäre da auch noch der „Elemente-Schock“. Was fängt ein Erdzeichen (Jungfrau), das auf den Verstand, auf rationales Denken, auf Analyse, Messen, Zählen, Wiegen, auf alles Begreifbare spezialisiert ist und dort seinen Halt findet, mit dem Element Wasser (Fische) an? Sicher, ohne Wasser erleben wir eine tote und unfruchtbare Erde. Eine geschickte Bewässerung ist somit unerlässlich und im besten Falle ein Segen. Was aber, wenn bei der Jungfrau durch das Abrutschen in ihren Wasser-Schatten dieses Element überhandnimmt? Beispielsweise indem die aktuellen Lebensumstände ihr die Kraft für den Rückweg rauben? Was geschieht mit der Erde, wenn das Wasser sie überschwemmt? Sie wird matschig, schlickig, morastig – sie bietet keinen Halt mehr und keine Sicherheit.
Waren sie schon einmal am Meer und sind bei Ebbe durch den Schlick gewandert? Kennen Sie das Gefühl, wenn der Schlamm unter ihren Füßen wegschwappt und die Füße erst ins Rutschen kommen, bevor sie wieder ihren Halt finden? Plötzlich kommt die Flut schneller als Sie damit gerechnet haben. Sie versuchen zwischen aufsteigender Panik und Vernunft die Mitte zu finden. Die Panik hilft Ihnen, sich zu beeilen. Doch zu viel Panik führt zu kopflosen Aktionen. Die Vernunft analysiert die Situation. „Wo komme ich her? In welche Richtung muss ich gehen? Wo ist mein Ausweg?“ Zu viel Vernunft und Nachdenken ist zu langsam. Die Mitte zwischen Haus 6 und Haus 12, zwischen Jungfrau und Fische, ist eine fruchtbare Zone. Nehmen Haus 12 oder die Energie der Fische jedoch Überhand, droht die Jungfrauenergie zu ertrinken. Die Jungfrau-Sonne hat Angst vor der Angst und versucht diese durch planreiches und geordnetes Verhalten zu vermeiden. Kennt man die lebensbedrohlichen Folgen und die große Verantwortung, die sie trägt, ist dies leicht nachzuvollziehen.
Was aber hat dies alles mit dem Thema Arbeit zu tun? Der Arbeitnehmer gehört mit seinem Arbeitsplatz in das der Jungfrau zugeordnete 6. Haus. Hier finden wir Begriffe wie Ordnung und Struktur, Hygiene, Dienen, gesunde Ernährung und die Gesundheit im Allgemeinen. In der klassischen Astrologie nennt man dieses Haus auch „das Haus der Mägde und Knechte“. Für all dies ist die Jungfrau zuständig und nun können wir auch verstehen warum. Schauen wir uns diese Begriffe an, finden wir die perfekte Arbeitsplatzbeschreibung.
Ein Arbeitnehmer sollte aus dem Blick des Arbeitgebers zuverlässig, pünktlich, fleißig, ordentlich, vorausschauend, loyal, emsig, verbindlich und unauffällig sein. Er sollte eben genau jene Tugenden dieser jungen Frau, unserer Jungfrau, mitbringen. Wurden diese Eigenschaften in früheren Tagen mit Kost und Logis ausgeglichen, wird heute in barer Münze dafür bezahlt. Und hoffentlich mit eben diesen Tugenden als Hintergrund. Denn auch der Arbeitnehmer wünscht sich von seinem Arbeitgeber Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Fleiß, Ordnung, Voraussicht, Loyalität, Verbindlichkeit und immer mal wieder Unauffälligkeit. Kennen wir doch alle die Arbeitgeber oder Vorgesetzten, die laut tobend über den Flur rennen, um sich vor allem über die Lautstärke ihrer Stimme in Szene zu setzen, was die so „Angesprochenen“ eher nervt als motiviert.
Die Motivation
Was motiviert einen Arbeitnehmer überhaupt?
Motivation zur Arbeit?! „Natürlich das Gehalt!“ Das ist die Antwort, die regelmäßig wie aus der Pistole geschossen kommt. Warum aber erledigen dann so viele hochdotierte Angestellte einen so ungemein schlechten Job? Gerade in dieser Zeit berichten die Gazetten besonders von Managern, die zwar atemberaubende Gehälter und Provisionen kassieren, jedoch leider keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen wollen und müssen. Einer Bäckereifachverkäuferin oder der Floristin treibt das zu Recht die Tränen in die Augen. Das Lohngefälle könnte gegensätzlicher nicht sein.
Arbeiten diese Berufsgruppen etwa weniger? Schauen wir uns die Arbeitszeiten einer Floristin an, entspricht diese Vermutung kaum der Realität. Haben doch die meisten Floristikbetriebe sieben Tage in der Woche geöffnet, einschließlich der Feiertage. Ganz ähnlich erleben wir dies in Bäckereien. Auch am Sonntag freuen wir uns auf frische Brötchen oder eine Sahnetorte. Wo eine Fachverkäuferin Brötchen verkauft, muss es zuvor auch einen Bäcker geben, der diese gebacken hat. Wenn wir essen gehen, dürfen das Küchenpersonal und die Servicekräfte nicht fehlen. Klar, es gibt das Arbeitszeitschutzgesetz, und doch investieren diese Menschen eine Vielzahl unbezahlter Überstunden, um sich ihren Arbeitsplatz zu erhalten.
Ist die Höhe des monatlichen Gehaltes tatsächlich der ausschlaggebende Faktor dafür, dass ein Mitarbeiter motiviert und loyal an seinem Arbeitsplatz steht? Wie viel Begeisterung schlägt Ihnen bei einem Besuch ihrer Hausbank entgegen? Haben Sie schon einmal hochgestellten Kaufleuten über die Schultern geschaut? Vielleicht arbeiten Sie sogar in einem Unternehmen, in dem es eine größere kaufmännische Abteilung mit Betriebswirten und Assistenten der Geschäftsführung gibt. Hier sind in der Regel wirklich beachtliche Gehälter versammelt. Und wie ist das Betriebsklima? Darf ohne Strafandrohung gelacht und gescherzt werden? Wie gehen diese Kollegen miteinander um? Wo es an Motivation mangelt, gibt es selten Loyalität. Die Personalfluktuation und die Zahl der Krankenstände steigen in die Höhe und leider ist Mobbing häufig ein unvermeidliches Thema.

Kommen wir zurück zur Astrologie und zum Tierkreis, dort finden wir wunderbare Antworten.
Wenn es um das Geld geht, müssen wir uns das Erde-Trigon anschauen. Dieses Erde-Trigon verhilft uns zu einem stabilen, versorgten Leben. Sei es das Gehalt (2. Haus/Stier), die gesunde Ernährung (6. Haus/Jungfrau) oder aber die solide Anerkennung in der Gesellschaft (10. Haus/Steinbock), die wir benötigen. Denn ohne diese Anerkennung stehen wir am Rand und niemand wird uns eine Hand reichen, wenn wir sie brauchen. Schreiten wir innerhalb dieses Erde-Trigons (Stier/Jungfrau/Steinbock) nicht strategisch, vorausschauend und bedacht voran, ist es uns nur schwer möglich, fest verankert im Leben zu stehen.
Lernen aus dem Tierkreis
„Arbeit ist gut, vorausgesetzt, du vergisst nicht zu leben.“
- afrikanisches Sprichwort -
Ein Blick auf das Tierkreiszeichen Stier
Die alten Astrologen habe diese Jahreszeit (ca. 21. April bis ca. 21. Mai) nicht umsonst dem Stier geweiht. Was für ein wunderbares Tier. Kraftvoll und stark – aber leider manchmal auch ungestüm und rasend. So war dieses Tier leider im Dienst für den Menschen beinahe nicht zu gebrauchen. Nach der Kastration geht es in der Tierwelt bis heute wesentlich ruhiger zu. Denn aus einem wilden Stier wurde ein Ochse und durch diese Veränderung wurde er gutmütig und ließ sich in der Landwirtschaft als Zug- oder Arbeitstier einsetzen. Wie wäre der Ackerbau ohne dieses treue und ausdauernde Tier denkbar gewesen? Vor den Pflug gespannt ist es gerade im Frühling seine wichtigste Aufgabe, die Felder für die Saat vorzubereiten. Der Ochse (der Stier) zieht nun den schweren Pflug durch die Krume, den Blick stets auf den Boden gerichtet. Langsam und beständig schreitet er seine Reihen ab und befördert Steine, Wurzeln und Knollen aus der Erde ans Tageslicht. Um diese Arbeit verrichten zu können, musste er seinen Trieb opfern. Für den Bauern kalkulierbar geworden, entscheidet dieser über das zu erfüllende Soll des Tieres. Der Stier hat keinerlei Einfluss darauf, auf welchem Feld er heute seinen Dienst verrichtet. Er entscheidet nicht über die Richtung, die er auf dem Feld einschlägt. Er hat keinen Überblick über die Gesamtfläche, die es zu beackern gilt. Der Bauer beschließt den Arbeitsbeginn, den Arbeitsablauf, das Tagewerk und das Arbeitsende des Tiers. Verweigert sich der Ochse der Arbeit, ist sein Ende besiegelt. Arbeit ist seine Existenzberechtigung. Dafür erhält er Futter und eine Unterkunft.
Nun nochmals zurück zur Ausgangsfrage: Was motiviert einen Arbeitnehmer wirklich, eine gute Leistung zu erbringen?
Stellen wir uns vor, der Ochse würde abends nach getaner Arbeit wieder in seinen Stall zurückgebracht. Wenn er 100 Ballen der besten Gräser und 100 Liter des reinsten Wassers bekäme, was würde geschehen?
Da dieser Ochse kein Mensch ist, steht zu vermuten, dass der Ochse gerade so viel zu sich nehmen würde, wie zum Stillen seiner Bedürfnisse vonnöten wären. Die restlichen Ballen würden wohl verrotten, falls sie niemand für andere Zwecke einsetzen würde. Auch das übermäßige Wasserangebot wird den Ochsen nicht in Begeisterungsstürme versetzen. Bekommt unser Tier nun aber immer einen Ballen zu wenig Futter und einen Liter zu wenig Wasser, wird er langsam vor sich dahindarben und immer schwächer werden. Ein dummer Bauer wird das Tier immer gerade an der Existenzgrenze halten. Vielleicht noch untergebracht in einem Stall, der zwar ein Dach über dem Kopf bietet, der jedoch unbequem und zugig ist. Tropft dem Tier der Regen immer mal wieder auf den Nacken, sind Krankheit und Erschöpfung nicht mehr weit. Dieser dumme Bauer wird erleben müssen, wie sein Arbeitstier immer kraftloser wird. Vielleicht sogar störrisch. Bei der nächsten Gelegenheit reißt der Bulle vielleicht aus. Denn an vielen Plätzen der Welt wird es besser sein als dort.
Unsere Ahnen haben dieses Tier in den Tierkreis gebannt und die Themen des 2. Hauses davon abgeleitet. Dort finden wir das selbstverdiente Geld und oft begegnet uns der Begriff Talent. Die Talente, die wir im 2. Haus finden, sind jedoch eine alte Währung und haben wenig mit Begabungen zu tun. In der griechischen Antike war ein Talent 60 Minen (eine griechische Münzeinheit) wert. So könnte man heute sagen, dass wir im 2. Haus auch die geldwerten Talente finden. Damit wird der Begriff Talent schöner und hilfreicher. Stellen wir unsere Begabungen bzw. Talente einem Arbeitgeber zur Verfügung, sind sie Geld wert. So wie dieser Ochse seine Kraft dem Bauern zur Verfügung stellt und hierfür seine Versorgung erhält.
Um einen Ochsen zu motivieren und bei guter Laune zu halten, bedarf es des angemessenen und gesunden Futters nebst Wasser, eines trockenen, warmen und schützenden Stalles sowie der Fürsorge des Bauern. Artgerechter Umgang mit dem Tier, Zuneigung, würdige Haltung und Arbeitsbedingungen werden ihm die Treue und Arbeitskraft des Ochsen versichern. Futter und Wasser im nutzlosen Überfluss hingegen werden das Tier zu keiner herausragenden Arbeit bewegen.
Vom Wert des Lobes
Emotionale Sättigung macht satt
Im übertragenen Sinne verhält es sich bei uns Menschen ebenso. Es ist wenig dienlich und noch weniger motivierend, wenn Arbeitskräfte gerade am Existenzminimum in Abhängigkeit gehalten werden. Nun glauben die „Menschen-Bauern“ auch noch, diese „Menschen-Ochsen“ müssten dankbar sein, dass sie überhaupt einen Arbeitsplatz ihr eigen nennen dürfen. Immer wieder wird mit Entlassung gedroht. Oft wird so getan, als würde der nächste Arbeitnehmer schon längst auf diese Stelle spekulieren. Die Arbeitgeber, die ihre Angestellten so sehen, werden auch eine beachtliche Anzahl von Neueinstellungen vorzuweisen haben – und mindestens genauso viele Entlassungen. Von Qualität kann hier jedoch keine Rede mehr sein.
Wechselt ein Bauer täglich das Tier vor dem Pflug, bedarf es immer wieder von neuem einer Eingewöhnungsphase. Das Arbeitstier muss sich an den Bauern oder den Knecht anpassen und umgekehrt. Auch die Arbeitsmaterialien sind für das Tier neu. Dies kostet Zeit und somit Geld – und zwar das des Bauern. Ein kluger Bauer hat also kein Interesse daran, ständig ein neues Tier einzuspannen.
Kluge Arbeitgeber sollten das genauso sehen. Um die Fluktuation zu minimieren und die Motivation steigern zu können, müssen Ideen entwickelt werden.
Was lassen die archetypischen Energien des Tierkreises diesbezüglich erkennen? Was der Stier bzw. Ochse benötigt, um einen gutes Tagewerk zu verrichten, ist genau das, was auch auf die Arbeitswelt übertragen ein Arbeitnehmer braucht. Ein Gehalt, das die Arbeit rechtfertigt. Gehaltserhöhungen oder Zusatzprämien über Gebühr motivieren nur kurzfristig. Wer meint, einen Angestellten auf diese Weise kaufen zu können, darf sich nicht wundern, wenn dieser für ein paar Scheine mehr ganz schnell zum Konkurrenten wechselt. Es ist großartig, wenn Gehälter erhöht oder Prämien ausschüttet werden. Dies soll kein Aufruf dazu sein, fortan darauf zu verzichten. Lediglich der Glaube an die Motivationsförderung dieser Maßnahme, bedarf nochmals der Überprüfung. Gehälter, die das Leben kaum zu finanzieren in der Lage sind, entsprechen dem unterernährten, entkräfteten Ochsen. Über Gehälter die 1 000 Ballen Gras entsprechen braucht an dieser Stelle kaum gesprochen zu werden. Die Sinnhaftigkeit dieser Gehälter schlägt uns täglich aus den Nachrichten und den Promi-Blättern entgegen. Hier scheint man leicht den Bezug zur Realität und den Respekt vor seinen Kollegen in niedrigeren Preissegmenten zu verlieren.
Lediglich die Angst vor dem Schlachthaus, sprich der nackte Überlebenstrieb, stützt die Arbeitsleistung.
Um motiviert in einen Arbeitstag zu gehen, ist ein gutes und gesundes Arbeitsumfeld sehr viel entscheidender als alle finanziellen Anreize. Ein Zugtier braucht einen geregelten Rhythmus. Ständig wechselnde Arbeitszeiten treiben es aus dem Ruder. Ebenso auch den Menschen. Hier werden benötigt:
- planbare Arbeitszeiten
- möglichst dem persönlichen Arbeitsrhythmus angepasst
- nutzbare Freizeit ohne dauernde Erreichbarkeit
- sinnvolle Erholungsphasen am Arbeitsplatz
Natürlich kann sich auch ein Ochse nicht aussuchen, wann er seine Arbeit verrichtet. Persönlich würde er vielleicht lieber im Herbst den Acker bestellen. Aber die Arbeit muss nun einmal getan werden, wenn sie sinnvoll ist. Tatsächlich gibt es inzwischen Firmen, die jeden Tag einen anderen Arbeitsbeginn einplanen. Montags wird um 11:20 Uhr mit der Arbeit begonnen, dienstags dann vielleicht um 14:15 Uhr, mittwochs erst um 18 Uhr usw. Hierdurch wird der Arbeitnehmer ständig auf den Arbeitsplan eingeschworen. Der Arbeitgeber erreicht dadurch eine ständige Wachsamkeit, die ganz massiv unter Druck setzt. So geschieht es, dass der Arbeitnehmer ständig seinen Arbeitsplan herauszieht, um zu überprüfen, ob er nicht vielleicht versehentlich seinen aktuellen Arbeitsbeginn übersehen hat. Die Firmen argumentieren klassischerweise, es wäre aus logistischen Gründen keine andere Planung möglich. Der hierdurch entstehende Druck zermürbt und verursacht einen enormen Verschleiß an Arbeitnehmern mit der Folge einer hohen Fluktuation. Letztlich ein teurer Spaß, muss doch jeder neue Arbeitnehmer wiederum neu eingearbeitet und geschult werden.
Zu einem gesunden Arbeitsplatz gehören auch Helligkeit, frische Luft, Bewegungsfreiheit, ergonomische Gestaltung, Farben an den Wänden, Pflanzen, Lachen und gute Laune. All dies ist mit sehr wenig Aufwand zu generieren. Es ist oft schon hilfreich zu erlauben, seinen Arbeitsplatz – in einvernehmlicher Rücksprache mit den Kollegen – selbst zu gestalten. Lässt man den Ochsen aus dem Tierkreiszeichen Stier seinen Platz im Stall selbst finden, wird er sich die für ihn beste Stelle aussuchen. Was für den Bauern gut ist, muss für den Ochsen noch lange nicht gut sein. Oder möchte der Bauer in den Stall einziehen? Möchte ein Chef etwa in das Büro einziehen?
Und das absolut wichtigste für unser Thema Motivation sind Anerkennung, Respekt und Lob. Gemeint ist nicht das blinde Ausloben. Aber es ist schlichtweg eine Leistung, wenn ein Mitarbeiter seit Jahr und Tag einen Arbeitsplatz ausfüllt. Werden doch oft gerade diejenigen übersehen, die schon seit vielen Jahren im Betrieb sind und reibungslos ihre Arbeit erledigen.
Wenn mit einem Ochsen morgens auf dem Weg zum Feld gesprochen wird und er zwischendurch zur Tränke geführt wird, von einem aufmunternden und anerkennenden Schulterklopfer begleitet … dann bleibt er ein treues Tier. Blumengirlanden und teure Auszeichnungen an seinem Halfter dienen ihm hingegen nicht. Ähnlich motiviert auch einen Arbeitnehmer die Auszeichnung mit Lorbeerkranz anlässlich seiner 40-jährigen Betriebszugehörigkeit wenig, wenn er all die Jahre zuvor für seine Leistung keine Anerkennung erhalten hat.
Lob, Respekt, Anerkennung und Wertschätzung steigern die Lebensqualität um ein Vielfaches. Genau darum geht es im Tierkreiszeichen Stier: um Lebensqualität. Um den Genuss, der nur durch Qualität möglich ist. Um die Freude an den Dingen, an der Materie, an dem erschaffenen Besitz und nicht zuletzt an dem selbstverdienten Geld.
Was ist das für ein Gefühl, wenn unter emotionalen Schmerzen die Auszahlungsbuchung auf dem Kontoauszug steht? Wenn das Gehalt vorne und hinten nicht zum Leben reicht? Wenn morgens der Wecker klingelt und man sich schon früh morgens nach dem Feierabend sehnt, weil man schon wieder in diese „Tretmühle“ muss – in der Gewissheit, dass dies ein Leben lang so weitergeht.
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