Kitabı oku: «Artgerechte Partnerhaltung. Das Geheimnis glücklicher und beständiger Liebe»
Andreas Winter
Artgerechte
Partnerhaltung
Das Geheimnis glücklicher
und beständiger Liebe
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Andreas Winter
Artgerechte Partnerhaltung
Das Geheimnis glücklicher und beständiger Liebe
E-Book (epub): ISBN 978-3-86374-510-3
(Druckausgabe: ISBN 978-3-86374-508-0, 1. Auflage 2019)
Mankau Verlag GmbH
D-82418 Murnau a. Staffelsee
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Lektorat: Dr. Thomas Wolf, MetaLexis; Barbara Böhm,
Mankau Verlag GmbH (Taschenbuchausgabe)
Endkorrektorat: Susanne Langer-Joffroy M. A., Germering
Gestaltung Umschlag: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich
Gestaltung Innenteil: Mankau Verlag GmbH
E-Book-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheim, www.brocom.de
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Energ. Beratung: Gerhard Albustin, Raum & Form, Winhöring
Hinweis: Dieses Buch ist eine überarbeitete und in wesentlichen Teilen ergänzte Fassung der Bücher „Liebe, Sex und Partnerschaft. Warum Erfüllung so einfach sein kann!“ aus dem Jahr 2008 und „Artgerechte Partnerhaltung. Lieben ohne Stress“ aus dem Jahr 2014.
Wichtiger Hinweis des Verlags:
Der Autor hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr; Verlag und Autor können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch dargestellten Inhalte ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbsthilfe, und suchen Sie bei Erkrankungen oder auffälligen Verhaltensstörungen einen erfahrenen Arzt oder Therapeuten auf.
Für Ernst und Didi
Inhalt
Vorwort von von Bernhard Reicher
Vorwort des Autors
Am Anfang war der Regen
Über artgerechte Partnerhaltung
Der „Gute Grund“ für eine Partnerschaft
Was wollen Sie eigentlich von Ihrem Partner?
Erst mal richtig kennenlernen
Ich sehe was, was du nicht siehst: Projektion auf den Partner
Persönlichkeit und Charakter
Die Sternzeichen
Was sagt uns die Astrologie?
Steinbock
Wassermann
Fische
Widder
Stier
Zwillinge
Krebs
Löwe
Jungfrau
Waage
Skorpion
Schütze
Genauigkeit zählt
Ein Känguru hat keinen Rüssel
Memory – schnell gelöst
Der Charakter
Eine ganz alte, offene Rechnung
Die soziale(n) Rolle(n)
Die Suche nach dem verlorenen Zwilling
Der Einfluss der Geschwisterreihenfolge
Die Spielregeln
Ein Wort über die Liebe
Der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit
Physik und Liebe
Beziehungsstress kann krank machen
Herzinfarkt aus Einsamkeit
Prostatakrebs als Selbstbestrafung für Sex
Liebesfähigkeit kann man „reparieren“
Keine Liebe ohne Selbstliebe
Familie ist eine Burg
Hassen heißt geliebt werden wollen!
Angst ist das Gegenteil von Liebe
Sind Sie Vermeider oder Erreicher?
Liebe macht nicht blind, sondern schön
Bereichern oder belasten Sie?
Säen Sie „Liebessaat“!
Sex
Warum schämen wir uns für unsere Sexualität?
Die Rolle der Biologie
Die Pille als Beziehungskiller
Sex muss spannend sein
Sind Sie „Yin-Yang-verpolt“?
Homosexualität – eine Folge der Erziehung?
Was ist männlich, was ist weiblich?
Warum ist Sex so wichtig?
Macht Fruchtbarkeit sexy?
Sexprobleme – Frigidität, Impotenz, vorzeitiger Orgasmus
SM und Co. – gibt es „kranken“ Sex?
Sexsucht und Promiskuität
Liebe und Sex – eine Einheit?
Zeig mir, wie du tanzt, und ich sag dir, wie du im Bett bist!
Sex hält jung!
Liebeskiller Treueschwur
Dauerbeziehungen
Körper, Geist und Seele – die drei Säulen einer Partnerschaft
Prototyp einer unglücklichen Partnerschaft – der „Zwangsplatoniker“
Zeig mir, wie du aussiehst, und ich sag dir, wofür du geliebt werden willst
Wir heiraten zuerst unsere Eltern
Partnerschaftsmuster
Ehe ist eine Aktie
Sich liebevoll trennen erhält den Respekt
… bis dass wer uns scheidet?
Ein Beispiel aus meiner Praxis
Eifersucht
Liebesbeweis oder Minderwertigkeitskomplex?
Wie Sie endlich Erfüllung finden!
Partnerverständnis durch Hypnose
„Bastelanleitung“ für den Traumpartner
Nicht suchen – finden lassen!
Sich öffnen zieht mögliche Partner an
Entschuldigen Sie sich doch mal!
Kleiner Kompatibilitätscheck
Die perfekte Beziehung
„Liebeserklärung“ oder „Eine ungewöhnliche Ehe“
Ein paar Worte über die Treue
Sieben Tipps für eine glückliche Partnerschaft
Nachwort
Anhang
Zum Autor
Ausbildung zum Coach
Bestimmung des Aszendenten
Weitere Bücher von Andreas Winter
Audio-CDs von Andreas Winter
DVDs von Andreas Winter
Anmerkungen
Stichwortregister

Vorwort
von Bernhard Reicher
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie.
Die schlechte lautet: Menschliches Zusammenleben ist an einem Tiefpunkt angekommen. Wir alle beklagen den zunehmenden Verlust an Sozialkompetenz, Empathie und echtem menschlichen Kontakt in unserer Gesellschaft, haben aber eine fast instinktive Scheu davor, Gefühle zu zeigen. Wir sind top informiert, wollen in der Regel aber gar nicht wissen, wie es den Menschen in unserem Umfeld tatsächlich geht. Wir sind mehr interessiert an Likes als an Wahrhaftigkeit.
Sind wir dabei, die Verbindung zueinander endgültig zu verlieren? Oder haben wir sie überhaupt nie richtig kennengelernt? Ich vermute Letzteres. Schließlich beklagen sich Moralisten seit der Antike über den zunehmenden Verfall von Ethik und verbindlichen Werten. Soweit wir das überblicken können, mangelte es unserer Gesellschaft stets an dauerhaftem Mitgefühl und Vertrauen.
Ich nehme an, dass wir durch jahrhundertelange, kollektive Konditionierung Aufmerksamkeit, Nähe und Liebe als Mangelware empfinden. Wir haben als Gesellschaft unhinterfragt Konzepte zu Beziehungen und Sexualität übernommen, die nicht primär dem Leben dienen, sondern dem Machterhalt von unterdrückenden Systemen.
Immerhin bekommen wir Integralrechnung beigebracht, aber nicht, wie man wertschätzend kommuniziert. Wir lernen Königslisten, aber nichts über Persönlichkeitstypen. Wir üben Gehorsam, aber nicht, wie man die eigenen Bedürfnisse erkennt und mitteilt: „High-Tech im Krieg, Neandertal in der Liebe“, wie es Dieter Duhm formuliert, dessen Wunsch, unsere Intelligenz endlich in den Dienst der Liebe zu stellen, ich mich vollsten Herzens anschließe. Da ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten, mitunter sogar Pionierarbeit. Und dazu trägt Andreas Winter mit diesem Buch bei – die gute Nachricht lautet nämlich:
Beziehungsfähigkeit kann man lernen.
Und dafür ist es auch nie zu spät.
Allerdings fordert er uns dafür auch auf, uns einer der größten Herausforderungen zu stellen, der wir uns möglicherweise gegenübersehen: verletzlich zu sein und bedingungslos Ja zu uns selbst zu sagen. Echte Selbstliebe ist die Basis für erfüllte Partnerschaften.
Dafür muss der eine oder andere festgefahrene Glaubenssatz schon mal infrage gestellt werden – und das gehört zu den Spezialitäten von Andreas Winter. Dass er dabei gern auch mal provoziert, liegt in der Natur der Sache. Man kann bei einigen Themen auf den folgenden Seiten durchaus anderer Meinung sein als er oder ihm vorwerfen, nur an deren Oberfläche zu bleiben … doch „Artgerechte Partnerhaltung“ will ja auch keine akademische Arbeit sein, in der diese Teilbereiche erschöpfend behandelt werden sollen, sondern ein allgemeinverständlicher Ratgeber für den praktischen Alltag.
Für einen Alltag, der mehr und mehr geprägt sein kann von einem Miteinander, das wir ganz selbstverständlich und tief empfunden als respektvoll, einfühlsam, bestätigend, inspirierend, friedlich und lustvoll erleben – und zwar in jeder gewählten Beziehungsform, sexuellen Orientierung, Spielart und Identität – finden Sie hier wertvolle Anregungen, die Ihnen helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen. Und das kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Bernhard Reicher, Philosoph und Coach
Graz im März 2019
Vorwort
des Autors
Jeder Mensch braucht Liebe! Eine glückliche Partnerschaft gilt neben Wohlstand und Gesundheit als wichtige Zutat von Lebensqualität. Doch jeder weiß: Ausgerechnet hier kommt es oft zu großen Schwierigkeiten. Partnerschaftliche Beziehungen, die in Harmonie ein Leben lang halten, sind seltener als Gold. Vorwürfe und Erwartungen vergiften das „Betriebsklima“ zwischen Menschen, die einst gehofft hatten, auf ewig in Liebe zusammenbleiben zu können.
Doch das hat Ursachen! Ich behaupte, die meisten Probleme und Konflikte in Partnerschaften kommen allein dadurch zustande, dass die Partner sich selbst und den anderen nicht gut genug kennen und daher vom anderen etwas erwarten, das dieser gar nicht erfüllen kann. Eine weitere ernste Ursache von großen Schwierigkeiten in Beziehungen sind die eigenen versteckten Verhaltensmuster, mit denen man seine eigene Liebesfähigkeit sabotiert und vor allem: den falschen Partner anzieht. Hinzu kommen noch zahlreiche blockierende Glaubenssätze, veraltete Moralvorstellungen sowie Ängste und Vorbehalte.
Vor rund zehn Jahren schrieb ich ein kleines Büchlein mit dem Titel „Liebe, Sex und Partnerschaft“. In diesem versuchte ich, zu erklären, wie man aus Beziehungen den Stress hinaus- und die Harmonie hineinbringt und diese auch erhält. Nach einigen Jahren stellte sich heraus, dass einige Dinge in diesem Buch noch viel deutlicher und ausführlicher gesagt werden mussten, also schrieb ich es noch einmal neu, und es bekam den Titel „Artgerechte Partnerhaltung – Lieben ohne Stress“.
Nun, wieder einige Jahre später, zeigt sich eine Thematik, die mir zuvor in dem großen Ausmaß nicht bewusst war, die ich aber aufgrund meiner Forschung, Erfahrung und praktischen Arbeit hervorheben möchte. Es geht um ein Thema, das ich bislang in keinem mir bekannten Partnerschaftsbuch gefunden habe: verborgene gesellschaftliche Gründe für unseren oft hilflosen Umgang mit Partnerschaft. Gebrochene Herzen, Scheidungskriege und Einsamkeit sind nämlich ein Milliardenmarkt für Mediziner, Psychologen, Partnervermittler, die Unterhaltungsindustrie und die Kirche. Wer selbstsicher, aufgeklärt, aufgeschlossen und reflektiert ist, der ist ein verlorener Kunde für die Glücksversprecher-Wirtschaft. Nun haben Sie selbst aber sicher ein großes Interesse daran, gesund und glücklich zu sein und entweder mit ihrem Partner in Harmonie zusammenzuleben oder sich friedlich und liebevoll zu trennen, ohne sich einsam zu fühlen. Daher habe ich beschlossen, mein Büchlein erneut etwas umzuarbeiten, zu aktualisieren und Ihnen mit einem neuen Titel zur Verfügung zu stellen. Es geht um das Geheimnis glücklicher und beständiger Liebe!
Andreas Winter
Iserlohn im März 2019

Am Anfang
war der Regen
Mein Vater war gerade 19 Jahre alt, als er meine Mutter zum ersten Mal sah. Sie stand mit einer Freundin im strömenden Sommerregen unter dem Vordach eines kleinen Schuhgeschäfts. Die beiden jungen Frauen kamen gerade aus dem Kino und hatten noch einen weiten Heimweg vor sich. Es war Sonntag. Mein Vater war mit zwei Freunden unterwegs, und ihm war sofort klar: Sie ist es! Sie und keine andere. Seine Freunde sollten die andere Dame nach Hause bringen, er würde sich um „die Blonde“ kümmern. Ein Weg von zehn Kilometern unter seinem Regenschirm wurde für beide eine viel zu kurze Ewigkeit. Höflich untergehakt, mit verlegenen Gesprächen und großer Schüchternheit, in der mein Vater meine 16-jährige Mutter noch siezte, nahm sie vor der Haustür seine Hand und gab ihm zum Abschied einen Kuss auf den Mund. Mein Vater war wie vom Blitz getroffen, und von ihm aus hätte nun in diesem Augenblick die Welt um ihn herum untergehen können. Ihm war klar: Dieses Mädchen wollte er nie wieder gehen lassen.
Es war ein kleiner elektromagnetischer Ausschlag im Gehirn. Er war auf dem Monitor im Krankenzimmer für jeden gut sichtbar. Ein kleiner Impuls, den meine Mutter aussendete und der die Nulllinie, die schon viel zu lange über den Bildschirm flimmerte, unterbrach, als mein Vater zum letzten Male ihre Hand nahm, sanft streichelte und ihr sagte, wie sehr er sie liebte und immer lieben werde. Dann, fast sechs Jahrzehnte nach ihrem ersten Kuss, musste er sie schließlich doch gehen lassen. Die Linie auf dem Monitor rührte sich nicht mehr. Das blonde Mädchen, seine Frau, meine Mutter, war nun verstorben und lag vor meinem Vater im Bett eines Krankenhauses. Die Welt um ihn herum ging unter.
Wenn man meinen Vater heute nach seinem Befinden fragt, so sagt er, er wäre ein sehr glücklicher Mensch, weil er das Glück hatte, so lange mit so einer wundervollen Frau zusammen sein zu dürfen.
Das bezeichne ich als eine liebevolle Partnerschaft.
Ich bin aufgewachsen mit einem seltenen Exemplar von Elternpaar – mit einem, das zusammenhält. Mit einem, das trotz mancher Schwierigkeiten jedes Problem miteinander gelöst hat. Der Umgang der beiden war stets respektvoll, auf gleicher Augenhöhe und immer konstruktiv. Und ich kann Ihnen nun fast zwei Jahre nach dem Tod meiner Mutter sagen: Die Liebe, die Menschen einst verbunden hat, stirbt nicht. Und es lohnt sich, nach ihr zu suchen, denn es gibt sie!
Über artgerechte Partnerhaltung
Aber was passiert, wenn man eine Beziehung eingehen will? Dann muss man diese ja hegen, pflegen und schützen wie ein zartes Pflänzchen. Man muss Kompromisse machen, auf den anderen Rücksicht nehmen, man darf nicht mehr so leben wie zuvor, schließlich hat der andere ja auch Bedürfnisse und Eigenschaften, die zu ihrem Recht kommen wollen… Doch ich glaube: Nein! Das ist der Denkfehler, den viele machen! Echte partnerschaftliche Liebe bedarf weder Vorsätze noch Disziplin. Sie verbindet Menschen, die wie Mond und Erde durch eine unsichtbare Kraft zusammengehalten werden. Wenn man an den richtigen Partner geraten ist, ist alles ganz einfach. Wenn etwas wackelt, stimmt da etwas nicht. Meist fehlt dann zumindest einem von beiden eine wichtige Eigenschaft: die (Selbst-) Liebe! Solche Menschen erhoffen sich, vom anderen geliebt zu werden, weil sie sich selbst nicht lieben. Das Gefühl, „falsch gehalten zu werden“, haben viele, die zu mir in die Beratungspraxis kommen. Daher der Titel „Artgerechte Partnerhaltung“.
Das klingt fast so, als wollte ich sagen, Ihr Partner wäre gefangen, abhängig und würde darunter leiden, dass er mit Ihnen zusammen sein muss? Stimmt! Genau darum geht es. Allerdings gilt das natürlich nicht immer und in jeder Situation – schließlich lieben Sie Ihren Partner und wollen ein Stück Ihres Lebens mit ihm teilen. Sie würden ihm nicht nur die Sterne vom Himmel holen, sondern sogar versuchen, seinen Lebensstil, seine Macken, ja sogar seine Freunde zu tolerieren – so gut es geht zumindest. Gesagtes bezieht sich also nur auf die wenigen Momente der Partnerschaft, in denen bestimmte Konflikte zwischen Ihnen auftreten. Konflikte, in denen man sich übereinander ärgert. Situationen, in denen man sich fragt, ob der andere noch „ganz dicht“ ist oder man selbst vielleicht eine Meise hat. Wenn Ihre Frau Ihnen ungerechterweise unterstellt, Sie hätten etwas mit der Buchhalterin – obwohl die gar nicht in Ihr Beuteschema passt. Situationen, in denen Ihr Mann wie selbstverständlich davon ausgeht, dass Sie den Bucheckernkuchen seiner Mutter perfekt und auf Verlangen nachbacken – Arbeitsaufwand ca. fünf Stunden –, anstatt zum inoffiziellen Firmendinner zu gehen, wo zugunsten eines besseren Betriebsklimas die sozialen Gefüge gemischt und neu gekittet werden. Kleine Konflikte, wie die berühmte Zahnpastatube, die SIE vorn zusammenquetscht, weil SIE dort das schnellste Ergebnis bekommt, damit allerdings SEIN „Von-hinten-aufrollen-und- bis-zum-letzten-Tropfen-ausnutzen-Sparprogramm“ zunichtemacht. Reibereien also, die wenn sie nur ausgesessen und verdrängt, aber nicht wirklich grundsätzlich gelöst werden, eine Partnerschaft schleichend und dauerhaft vergiften können. Eine vergiftete Partnerschaft ist das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sein sollte, oder? Schmetterlinge im Bauch, Euphorie, Gemeinsamkeit, Power ohne Ende und Unzertrennlichkeit, war das nicht das Gefühl, weswegen Sie diesen Menschen nach dem ersten Frühstück nicht rausgeschmissen haben, sondern am liebsten nie wieder gehen lassen wollten? Ein Leben lang den Himmel auf Erden haben, das war der Plan, und nun haben Sie diesen Menschen an der Backe und denken: Warum hat mich keiner gewarnt? Ich persönlich glaube, dass aber genau diese Konflikte einzig und allein dadurch zustande kommen, dass wir unsere Partner nicht gut genug kennen und dass wir vielleicht manchmal selbst nicht genau wissen, wer wir wirklich sind, was wir wirklich wollen, es also möglicherweise an Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen, kurzum, an Selbstliebe mangelt.
Klar: Wenn es mal „knirscht“, dann trennt man sich nicht sofort – schließlich ist Ihr Partner ja kein Tamagotchi (Sie kennen diese kleinen virtuellen Spielzeug-Haustiere aus Japan, die, wenn man sie auch nur einen Tag zu lang nicht beachtet, nicht mehr funktionieren. Alles, was man dann tun kann, ist, sie wegzuwerfen!). Aber wenn die Lösung ausbleibt, knirscht es so lange weiter, bis es kracht. Das muss nicht sein, und das will auch keiner. Wenn Sie jedoch wissen, welches „Tier“ Sie da zu Hause haben, wenn Sie selbst die Gelassenheit aufbringen, die fremdartigen Eigenschaften nicht nur zu tolerieren, sondern sogar zu akzeptieren, dann lebt es sich viel entspannter und harmonischer. Es geht also um Lieben ohne Stress.
Dieses Buch ist für Eheleute, Singles und Geschiedene, für Teenies und Senioren, für Schwule, Lesben, Heteros und Selbstmacher. Es ist ernst und humorvoll, differenziert und plakativ. Dieses Buch ist Psychologie für Partner und für die, die es werden wollen. Dieses Buch wird Sie nachdenklich, wütend und auch traurig machen, aber ohne Happy End geht keiner nach Hause – das verspreche ich Ihnen!
Wenn Sie wissen möchten, was genau hinter Einsamkeit und Beziehungsstress steckt und wie man diese dennoch überwindet, wenn Sie Spaß an tiefenpsychologischer Detektivarbeit haben und offen für ungewöhnliche Sichtweisen sind, dann wird dieses Buch für Sie eine erkenntnisreiche Lektüre sein. Liebe ist zwar ein recht philosophisches Thema, doch mit anschaulichen Praxisbeispielen werde ich Ihnen zeigen, was es Spannendes zu entdecken gibt bei der Suche nach dem Schlüssel zu partnerschaftlicher Erfüllung.
Natürlich ist dieses sehr vielschichtige Thema zu umfangreich, um es im Detail zu besprechen. Wenn wir über den Wald reden, besprechen wir auch nicht jeden Baum. Daher möchte ich mich auf einer formalen, übergeordneten Ebene bewegen; ich versuche jedoch, Sie nicht zu langweilen. Ich benutze beim Begriff „Partner“ stets die in der deutschen Sprache für Verallgemeinerungen gebräuchlichere maskuline Form. Gemeint sind natürlich beide Geschlechter.
Hörbuch mit Coaching

Für die Hörbuch-Version dieses Buches habe ich auch ein tiefenpsychologisches Audio-Coaching produziert. Damit können Sie ein paar Ihrer möglicherweise bislang nicht bewussten Eigenschaften entdecken und ergründen. Dieses Coachingprogramm wird Ihnen helfen, das Gelesene auf emotionaler Ebene nachzuvollziehen, damit Sie es im Alltag auch umsetzen können. So gelingt es Ihnen, Ihre Selbstsicherheit und damit auch Liebesfähigkeit zu verstärken. Auf Seite 225 finden Sie noch weitere Informationen.
Andreas Winter I Artgerechte Partnerhaltung I 978-3-86 374-511-0
Begeben wir uns nun in die spannende Welt der Tiefenpsychologie. Ich werde Ihnen Dinge zeigen, die Sie schon immer geahnt haben, aber vielleicht nicht wussten, dass Sie damit sogar recht hatten.
Ich erlebe in der Beratungspraxis immer wieder Menschen, die nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Partner überrascht sind, wie leicht sich Konflikte lösen lassen. Jahrelang sind sie mit ihren eigenen Problemen anderen zur Last gefallen und stellen nun fest, wie einfach deren Lösungen sein können. Allerdings ist es so, dass man oftmals mit viel Reflexionsarbeit einen „blinden Fleck“ sichtbar machen muss. Aber dann lebt es sich plötzlich leichter in der Partnerschaft. Wenn Streit, Eifersucht, Misstrauen und Verlustangst sich abmildern, Vorwürfe, Ermahnungen und Appelle seltener werden oder ausbleiben, dann ist das für die Betroffenen schon recht erleichternd.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich bin ein recht harmoniebedürftiger Mensch. Bereits als Teenie fand ich Zank und Streit albern und überflüssig, und so suchte ich, wenn es auf dem Schulhof wieder einmal zwischen zwei bis an die Zähne mit verbotenen Wörtern bewaffneten Siebenjährigen knallte, nach einer Konfliktlösung. Oft fiel mir sogar etwas ein, womit alle leben konnten.
Denn wozu soll Streit eigentlich führen? Genau: zum Frieden. Den kann man aber auch einfacher haben (damals wusste ich allerdings noch nichts über die Temperamente und Persönlichkeitseigenschaften). Nun bringt es ja in den meisten Fällen rein gar nichts, wenn man den Streithähnen sagt: „Auseinander, vertragt euch!“ Daraus entsteht bestenfalls ein Waffenstillstand, aber kein Frieden. So wurde mir schon früh klar, dass die Lösung eines Konflikts immer über den Grund des Streites führt und dieser Grund zudem bei fast allen Menschen der gleiche ist: Missverständnis! Als ich dann noch erfuhr, dass nicht nur die ganze Menschheit schon seit Tausenden von Jahren wie ein Ochs vor dem Berge vor der Frage stand, wie man miteinander konfliktfrei leben kann, sondern sogar Ehepaare, die eigentlich die stabilste Einheit des Zusammenlebens bilden sollten, war ich erschüttert.
Dabei ist das Geheimnis der harmonischen Partnerschaft und Liebe eigentlich längst bekannt – und gar nicht so schwierig.
Ich erinnere mich noch sehr gut, wie die zwölfjährige Heike sich heulend ihrer Freundin Petra anvertraute und untröstlich darüber war, dass ihr Freund Arne sie offenbar nicht genug liebte. Er hätte nie Zeit für sie, träfe sich lieber mit seinen Freunden, und das Schlimmste, er würde sie nicht küssen, obwohl sie schon seit drei Wochen zusammen seien (Heike war eine echte Furie). Da Petra damit völlig überfordert war, sie mit „Ach, der Arne ist doch sowieso doof“ offenbar nicht den gewünschten seelsorgerischen Effekt erzielte und Heike mir mit ihren verheulten Augen einen Hilfe suchenden Blick zuwarf, knüpfte ich mir innerlich meinen „Superhelfer-Umhang“ um und flog mit gestreckten Armen herbei, dazu berufen, eine weitere Seele aus dem Tal der Tränen zu retten. Ich fragte Heike: „Kann es sein, dass der gar nicht weiß, wie sehr du ihn magst, und sich das auch gar nicht vorstellen kann?“ Man musste allerdings dazu wissen, dass Heike damals in der Tat ein ziemlich steiler Zahn war und Arne ein Pickelgesicht mit kariertem Pullunder, Cordhose und fettigen Haaren. Sie blickte mich an, als hätte jemand das Licht in ihrem Kopf angeknipst. „Meinst du wirklich?“, fragte sie mit unsicherer Stimme. Ich sagte: „Klar, doch! Du bist seine erste Freundin, du bist eine der Klassenschönheiten, und das ist einfach zu hoch für ihn. Er ist viel zu verklemmt, um dich zu küssen. Schnapp ihn dir und küss ihn selbst. Und dann erkläre ihm, was du an ihm liebst!“ (Das hätte ich zwar auch gerne mal gewusst, aber das war nicht Teil meiner Aufgabe.)
Nun, die beiden haben zwar, soweit ich weiß, nicht geheiratet und vier Kinder bekommen, aber für ein paar Wochen waren sie tatsächlich ein regelrechtes Turteltaubenpärchen. Interessanterweise veränderte sich Arne in der Zeit etwas zum Positiven. Die Pickel verschwanden und der karierte Pullunder auch. Mission erfüllt!
Konflikte lösen – hieraus entstand mein Berufswunsch als Coach. Die Partnerschaftsberatung ist zwar nur ein Teil des gesamten Aufgabengebietes, doch er ist einer der schönsten. Zu mir kommen verzweifelte und Hilfe suchende Menschen, zerstritten, sexuell ausgehungert, wütend, resigniert und vor Kummer ganz krank. Menschen, die schon fast alles versucht haben, um endlich mit dem Partner glücklich zu sein. Ich gehe zwar nie mit einer Kettensäge an eine Partnerschaft – aber auch niemals mit Sekundenkleber! Wenn eine Partnerschaft am Ende ist, ist sie am Ende!
Manchmal ist es besser, sich freiwillig von einem falschen Partner zu trennen, als zu warten, bis man selbst am Ende ist. Doch meist, so zeigte sich, hatte die echte Liebe noch gar nicht begonnen, obwohl die Partner seit Jahren schon zusammenlebten.
Ich halte es bei der Partnerschaft ähnlich wie bei der Gesundheit – nicht die Dauer ist entscheidend, sondern die Qualität.
Es gibt also Hoffnung. Ich möchte Ihnen zeigen, wie man mit ein wenig Liebes-Psychologie viele Blockaden aus dem Weg räumt, die man in der Kindheit erworben hat. Mit diesem Wissen werden Sie Ihre Beziehung künftig ganz anders erleben können. Dann ist Schluss mit Eifersucht, Einsamkeit, Streit und Enttäuschung, und der Weg ist frei für eine gesunde Partnerschaft.
Wie schon gesagt, die Liebe ist zusammen mit Job, Wohlstand und Familie eines der zentralen Lebensthemen, worüber die meisten Menschen ihre persönliche Lebensqualität definieren und wovon die Gesundheit abhängen kann. Stimmt es mit der Partnerschaft nicht, kann einen das krank und unglücklich machen. Eine unharmonische Partnerschaft wird oftmals sogar schlimmer empfunden als ein unbefriedigender Job, vielleicht, weil man bei einem Job irgendwann Feierabend machen kann. Bei einer Beziehung ist das meist nicht so einfach. Sie können schlecht sagen: „Schatz, es ist Wochenende. Denk dran, dass mein Lover gleich kommt, und räum bitte deinen Kram aus dem Schlafzimmer.“ Umgekehrt kann eine erfüllte Beziehung den empfundenen Berufsstress durchaus ausgleichen, wobei es in der täglichen Beratungspraxis interessanterweise eine hohe Übereinstimmung zwischen Jobunzufriedenheit und Partnerschaftsnörgeleien gibt.
In den nun folgenden Kapiteln wollen wir sehen, wie wir nicht nur mehr Harmonie, sondern vielleicht sogar eine Win-win-Situation für beide Partner mit weitreichenden positiven Folgen hinbekommen, denn: Klappt’s in der Liebe, klappt’s meist auch im Leben.

Der „Gute“ für eine Partnerschaft
Partnerschaft ist kein Pflichtprogramm. Vielleicht haben Sie das immer gedacht, aber Sie müssen nicht unbedingt Ihr Bett und Ihr Leben mit jemand anderem teilen. Wenn Sie es trotzdem tun, tragen Sie damit ein Stück weit die Verantwortung für das Gefühlsleben eines anderen Menschen. Ihr Partner kann nicht einfach alles an sich abprallen lassen, was von Ihnen kommt, zum einen wollen Sie das bestimmt nicht und zum anderen sind Sie selbst wahrscheinlich nicht immun gegen seine Meinung, sein Verhalten, seine Stimmung und vor allem seine Schwächen und Ängste. Daher lohnt es sich einmal, einen Blick auf Ihre Partnerschaftsmotivation zu werfen.
Was wollen Sie eigentlich von Ihrem Partner?
Es heißt ja, „Gegensätze ziehen sich an“. Aber auch „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Was denn jetzt? Ich glaube, dass beide Sinnsprüche ihre Berechtigung haben. Sind Sie der Typ Mensch, der im Partner sein Spiegelbild sucht und sich wohlfühlt, wenn das Gegenüber genauso tickt wie Sie? Die Musik, die der andere hört, die Bücher, die er liest, und die Filme, die er guckt, die Reiseziele, die Klamotten und auch der Arbeitsplatz könnten bei einem Klonschaf nicht gleicher sein? Das ist nicht schlimm – es sei denn, der andere ändert sich im Laufe des Lebens. Dann gute Nacht.
Oder orientieren Sie sich an einem „Großen“, der Sie beschützt und den Sie dafür bewundern, dass er Ihnen alles Mögliche voraushat? Einen mindestens zehn Jahre älteren Papa oder eine Mama mit Reife, Geld und Lebenserfahrung? Bewundern Sie jemanden, dem Sie zeigen können, wie lieb, klug und fleißig Sie sind? Erhoffen Sie sich von ihm dafür stets Anerkennung und verachten im Gegenzug alles Jüngere?
Auch das ist nur ein klein wenig pathologisch und kann ein Leben lang halten, solange Ihr Liebster weiterhin Angst vor ebenbürtigen Partnern hat. Falls er sich jedoch aus diesem Muster heraus entwickeln sollte, wird bald eine Stelle im Haus frei – und zwar Ihre.
Vielleicht ist es aber auch genau umgekehrt, und Sie stehen auf jemanden, den Sie beschützen, versorgen und behüten können? Jemanden, der zu Ihnen aufschaut, von Ihnen lernt und dessen Sicherheitsbedürfnis Sie erfüllen können. Auch das ist okay, wenn Ihr Partner Peter Pan gleicht und niemals erwachsen werden will.
Dumm ist nur, dass Sie sich offenbar gern mit unreifen und hilfsbedürftigen Selbstwert-Zwergen umgeben – lassen Sie das bloß nicht Ihre Mitmenschen wissen, denn das sagt eine Menge über Sie aus. Aber auch das ist okay, solange Ihr Leben eine Steintafel bleibt, auf der sich niemals etwas ändert.
Es mag aber auch sein, dass Sie den Kampf brauchen, einen Sparringspartner, den Sie dreimal die Woche so richtig in Grund und Boden ringen können und danach das Gefühl haben, Ihre Liebe wäre unerschütterlich. Gehören zu Ihrem Liebesalltag Streit, Provokation, Szenen und vielleicht sogar Sabotageakte? So etwas wie: Sie machen Ihrem Mann extra viel Knoblauch ins Abendessen – genau dann, wenn er am nächsten Morgen ein wichtiges Gespräch mit seiner liebreizenden Kollegin zu führen hat.
Andersherum: Sie als Mann sehen es als beziehungsbelebend an, wenn Sie Ihre Frau, eine Ex-Bulimikerin, hin und wieder mit Blick auf den Bauch fragen, ob sie schwanger ist oder einfach nur eine altersbedingte Bindegewebsschwäche hat. Und vielleicht denken Sie verschmitzt, ein bisschen Necken kann ja nicht schaden, derweil Sie die Kotzgeräusche aus dem Badezimmer überhören. (Menschen machen solche schlechten Scherze entweder, um sich am Partner zu rächen oder weil sie ihn in seiner Stärke völlig überschätzen bzw. selbst Minderwertigkeitsgefühle haben.)
Vielleicht ist der Grund Ihrer Partnerschaft auch der, dass Sie partout nicht allein sein können bzw. wollen und sich irgendeinen Menschen halten, weil Sie einfach nur totale Angst vor Trennung haben.
Oder sind Sie der absolut Verständnisvolle, der für alles eine Entschuldigung hat und vor lauter Harmoniesucht schon vor langer Zeit seinen Stolz beerdigt hat – direkt neben Ihrer Ausstrahlung und Ihrem eigenen Willen. Dafür sind Sie aber der einzige Mensch, mit dem es Ihre bessere Hälfte länger als drei Jahre ausgehalten hat. Das ist doch Liebe, oder?
„Nein!“, sage ich. Jetzt werden Sie mich vielleicht hassen, aber: Das sind alles Beziehungen und keine Partnerschaften. Der Unterschied besteht darin, dass eine Beziehung danach trachtet, eine gewisse Stabilität herzustellen, und eine Partnerschaft diese Stabilität von allein erzeugt. Das bedeutet: Eine Beziehung ist meist ein Abhängigkeitsverhältnis, welches sich auflöst, wenn es seinen Zweck erfüllt hat, derweil eine Partnerschaft der Zweck an sich ist. Die Quittung für diesen Selbstbetrug bekommt man meist erst dann, wenn man schon fast zu alt ist, um auf dem Markt wirklich noch etwas Passendes zu finden, denn dazu gehört Zeit. Ich habe in meiner Beratungspraxis sehr viele Menschen erlebt, die sich nicht darüber im Klaren waren, warum genau sie mit ihrem Partner zusammen waren und nach dem Coaching etwas, sagen wir, gelassener mit dem anderen umgehen konnten, sich allerdings dann auch bald trennten, denn oftmals schlägt dann auch die Stunde der Wahrheit. In den Folgewochen zeigt sich dann immer, dass eine Partnerschaft mit Liebe viel stressfreier ist als eine Abhängigkeit.
Also denken Sie bitte kurz nach:
Was erhoffen Sie sich von Ihrem Partner und warum?
Wünschen werden Sie sich Eigenschaften wie Loyalität, Gemeinsamkeit, Solidarität und Liebe im abstrakten Sinne. Im konkreten Sinne mag das dann so etwas wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, guter Sex, Zärtlichkeit, Gewaltfreiheit, Kinderliebe, Familiensinn, Treue usw. sein. Aha! Erwischt! Sie wollen eine Partnerschaft wie jeder andere auch. Aber leben Sie auch bereits in einer, oder hoffen Sie darauf, dass es endlich einmal eine wird? Und: Wer von Ihnen beiden hat nun eigentlich das große Defizit, das vom anderen ausgeglichen werden soll?
Lassen Sie mich Ihnen ein paar weitere Fragen stellen:
→ Warum gibt es so viele nette und attraktive Menschen, die partnerlos und einsam sind?
→ Wieso gibt es einige Menschen, die immer wieder an den falschen Partner geraten?
→ Wieso beteuert ein Mensch seinem Partner seine Liebe und wird dann in einem Eifersuchtsanfall gewalttätig?
→ Weshalb boomt die Branche der Partnerschaftsvermittlung, obwohl die Erfolgsquote in Bezug auf dauerhafte Beziehungen erschreckend niedrig ist?
→ Vielleicht haben Sie schon von Menschen gehört, die jahrelang in einer festen Beziehung lebten und von jetzt auf gleich ohne ersichtlichen Grund Reißaus nahmen. Wie soll das gehen, wenn Liebe doch angeblich ein Band fürs Leben ist?
→ Warum gibt es auch heute noch Menschen, die ihr Leben lang verheiratet sind, während viele Ehen schon nach kurzer Zeit geschieden werden? Und wieso macht eine Ehe allein noch keine glückliche Partnerschaft?
→ Warum fällt es einigen Menschen so schwer, sich endgültig zu trennen, obwohl die Beziehung von Streit und Misstrauen geprägt ist?
Und nun die Antwort: weil konfliktfreie Zwischenmenschlichkeit an Reife gebunden ist und erlernt werden muss. Wie eine Fremdsprache. Beziehungs- oder Liebesfähigkeit und Sexualität sind nicht automatisch perfekt, reifen nicht von ganz allein. Sie führen ohne Training nicht zur erfüllten Partnerschaft, sondern werden durch unsere kindlichen Erfahrungen beeinflusst. Erlebte Konflikte mit Eltern und Geschwistern verhindern oft echte Liebe. Menschen versuchen unterbewusst, durch ihren Partner einen alten Konflikt mit einem Elternteil, mit Bruder oder Schwester zu lösen, oder suchen in ihrem Partner etwas, das dieser gar nicht erfüllen kann, weil er oder sie gar nicht gemeint ist.
Hinzu kommt: Viele Menschen haben solch starke Minderwertigkeitsgefühle, dass sie sich selbst nicht mehr bedingungslos annehmen – und sich somit erst recht nicht auf andere einlassen können. Auch die Liebe zu sich selbst muss erlernt werden, um ein wertvoller Lebens- und Liebespartner zu sein. Je nachdem, von welchen Vorbildern wir lernen, leben, lieben – oder leiden wir.
So erklärt sich plötzlich das Unerklärliche. Alle oben gestellten Fragen werden beantwortet, wenn man weiß, dass die soziale Komponente der Beziehungsfähigkeit die biologische überwiegt. So etwa, warum eine Frau, die einen gewalttätigen Vater hatte, sich unbewusst einen gewalttätigen Mann sucht – weil sie gelernt hat, dass ein solches Verhalten offenbar zu einem durchsetzungsfähigen Mann gehört. Nicht selten suchen sich solch traumatisierte Frauen auch einen überaus sanften und „lieben“ Mann und provozieren ihn so lange, bis er gewalttätig wird – nur um unbewusst die Gewalt des anderen kontrollieren zu können. Auch die Abkehr von einem Mann und die Hinwendung zu einer Frau kann die Folge einer maskulinen Gewalterfahrung sein. Jetzt wird klar, weshalb eine attraktive Frau jahrelang erfolglos auf Partnersuche ist und plötzlich den „Richtigen“ findet. Nachdem sie den psychologischen Grund ihrer Isolation verarbeitet hat, hält sie nicht mehr länger nach einem Vaterersatz Ausschau, sondern ist offen für einen Partner auf Augenhöhe. Nun ist es nicht weiter verwunderlich, warum sehr viele Menschen lieber für Sex Geld bezahlen, anstelle sich auf das Abenteuer einer auch sexuell gleichberechtigten Partnerschaft einzulassen. Isolation in einer Beziehung ist meist kein Pech, sondern die Folge einer tief sitzenden Angst.
Erst mal richtig kennenlernen
Ein Freund von mir sagte neulich: „Ich habe meine Traumfrau gefunden!“ Er schwärmte zehn Minuten lang von der intelligentesten, reflektiertesten, schönsten, verständnis- und liebevollsten Frau in seinem ganzen fünfzigjährigen Leben. „Ach?“, fragte ich. „Wann, wo und wie hast du sie kennengelernt?“ Und er (mit strahlendem Blick): „Gestern Abend in der Buchhandlung!“ Okay…gestern Abend…, dachte ich und fragte vorsichtig erneut nach. „Und wie?“ – „Na, ich fragte sie, ob sie einen Kaffee haben möchte.“ – „Ja und …?“ – „Sie sagte Nein!’“ – „Ja, und dann?“ – „Dann habe ich sie gefragt, ob sie Portugiesin ist, da hat sie aber auch Nein gesagt. Und sie sei verheiratet.“
Jetzt traf mich wirklich der Schlag! Und obwohl diese Anmache an Direktheit wohl kaum noch zu überbieten war, ergab sich daraus ein stundenlanges und intensives Gespräch, und die beiden wollten sich wiedertreffen, obwohl sie verheiratet ist. Allerdings ist so etwas meines Erachtens eher die Ausnahme. Für gewöhnlich klopft man an, bevor man eintritt.
Also: Was machen Sie, wenn Sie einem Menschen zum ersten Mal begegnen? Geben Sie ihm sofort Telefonnummer, Autoschlüssel, einen Kuss und Ihr Portemonnaie? Natürlich nicht! Sie „checken“ ihn zunächst. Erst einmal beschnuppern. Bis dahin bleibt man an der Oberfläche, tauscht sich thematisch über Dinge aus, bei denen man sich hoffentlich nicht auf den Schlips tritt: das Wetter, Musik, das Weltgeschehen oder bestenfalls noch Hobbys und gemeinsame Bekannte. Man will sich ja schließlich erst einmal kennenlernen.
Kennenlernen? Wie lange dauert das eigentlich? Ein befreundeter Iraner erzählte mir diesbezüglich einmal: „Wir Moslems sagen, bis man jemanden wirklich kennengelernt hat, hat man ein Kilogramm Salz miteinander gegessen.“ In zeitliche Dimensionen übertragen, heißt das – wenn Sie nicht gerade eine Salz leckende Ziege sind – in etwa sieben Jahre. Sieben Jahre dauert es übrigens auch, bis ein transplantiertes Organ vom Empfängerkörper entweder angenommen oder abgestoßen wird. Also scheint das „Kennenlernen“ irgendwie tatsächlich an diese Zeit gebunden zu sein. Aber das auch nur, wenn Sie viel miteinander zu tun haben, weder Scheuklappen noch ein Brett vor dem Kopf haben und überdies nicht in die bösen Fallen der Projektion und der verzerrten Wahrnehmung tappen, denn diese verhindern echtes Kennenlernen.
Ich sehe was, was du nicht siehst: Projektion auf den Partner
Unser Gehirn ist zwar nicht dumm, aber faul. Es arbeitet ununterbrochen, aber nur so viel wie nötig. Unsere Abermilliarden von Nervenzellen beginnen bereits ab der dritten Schwangerschaftswoche, zu arbeiten und Umweltreize zu registrieren. Zu dieser Zeit – da weiß eine Mutter meist noch gar nicht, dass sie überhaupt schwanger ist – beginnt unser Herz zu schlagen, und unsere ersten Nervenzellen entwickeln sich. Mit Letzteren sind wir in der Lage, Neurotransmitter – das sind die chemischen Botenstoffe, die im mütterlichen Gehirn für Gefühle sorgen – zu registrieren. Allerdings gibt es in der Gebärmutter noch nicht allzu viele spürbare Erfahrungen – es ist für den Follikel immer einigermaßen gleich warm und gleich dunkel. Doch ab diesem Zeitpunkt ist der kleine Zellknubbel, der zweieinhalb Wochen später unser Nervenzentrum ist, bereits in der Lage, zu spüren, ob sich Stresshormone, Glückshormone, Schlafhormone oder etwa Drogen in seiner Umgebung befinden. Das Kind tritt in Interaktion mit dem mütterlichen Körper. Es beginnt, im weitesten Sinne, zu denken! Nach etwa weiteren sechs Wochen nennt man diesen kleinen „Haufen“ von Nervenzellen, der sich stetig weiterentwickelt, bereits „Gehirn“. Im Alter von etwa fünf Monaten bekommt das Kind sogar eine ganz genaue Vorstellung davon, ob es im Bauch willkommen ist oder etwa ungewollt. Es braucht sich lediglich beim mütterlichen Organismus bemerkbar zu machen, etwa indem es sich herumdreht oder von innen gegen Mutters Bauchdecke tritt. Das tut es ab diesem Zeitraum für gewöhnlich und bekommt darauf die Antwort seiner Mutter in Form von Neurotransmittern, die durch die Nabelschnur direkt zum embryonalen Gehirn rasen und ihm die gleichen Gefühle ermöglichen, die seine Mutter empfindet. Entweder sie freut sich, ihr Kind zu spüren, dann bekommt dieses einen Endorphinstoß, der als Glücksgefühl wahrgenommen wird, oder sie ist verzweifelt, weil sie gar kein Kind will; dann spürt der Embryo einen Adrenalinstoß. Dieses Stresshormon wird von einem Ungeborenen fast wie ein Stromschlag empfunden. Wenn das Kind diese Erfahrung ein paar Mal gemacht hat, schlussfolgert es, dass es offenbar eine ganz schlechte Idee ist, sich allzu deutlich bemerkbar zu machen.
Depressionen und Introvertiertheit nehmen somit ihren Ursprung bereits vor der Geburt, bedingt durch die sich zunehmend ausbildende Verschaltungsfähigkeit, „Intelligenz“ genannt. Und mit dieser Intelligenz ordnen wir unsere Welt. Wenn Sie also monatelang im Bauch Ihrer Mutter beispielsweise die Erfahrung machten, dass Vaters Stimme mit endorphinbedingten Glücksgefühlen einhergeht (Sie wissen ja nicht, dass es Mutters Gefühle sind), dann schlussfolgern Sie leichtfertigerweise, Ihr Vater würde Sie lieben – dabei war er lediglich in Ihre Mutter verliebt. Mit diesem Wahrnehmungsmuster werden Sie dann aber ein ganz langes Gesicht machen, wenn sich herausstellen sollte, dass Ihr Vater Ihnen nicht die „versprochene“ Beachtung schenkt. Denn nach der Abnabelung bleibt der gewohnte Endorphin-Kick aus, und Sie empfinden ein Aufmerksamkeitsdefizit.
Dieses Frustrationserlebnis übertragen Sie als Frau, wenn Sie Pech haben, auf alle künftigen Männer, die einem Vater-Muster entsprechen. Die tragische Folge kann sein, dass Sie nun in Ihrer Partnerschaft wie ein Luchs darauf lauern, dass Ihr Partner Sie ignoriert, nur weil Sie ein neuronales Muster hierfür angelegt haben. Dass er sich möglicherweise für Sie mehr interessiert als für jeden anderen Menschen, entgeht Ihnen dann leider. Auch die Suche nach einem deutlich älteren Partner, der dem Vater-Muster entspricht, gehört in diesem Zusammenhang erwähnt. Diese vorgeburtlichen Verknüpfungen habe ich mit meinem Team in den letzten Jahren sehr gründlich erforscht, und ich kann Ihnen sagen, dass nahezu alle ungelösten Dauerbaustellen im Leben eines Menschen auf embryonale Traumatisierungen zurückzuführen sind. Mit dem passenden psychologischen Werkzeug sind sie dann auch wieder lösbar.
Projektion ist also eine schlimme Sache. Fast jeder Lehrer in der Schule weiß davon ein Lied zu singen, dass die meisten Kinder davon ausgehen, dass er autoritär ist, nur weil er der Lehrer ist. Egal wie lieb und nett der arme Kerl ist (es erwischt hierbei eher die männlichen Kollegen als die weiblichen – warum das so ist, dazu später mehr), die Kids gehen reflektorisch davon aus, dass da vorn eine bösartige Spaßbremse steht und nicht etwa ein von den elterlichen Steuergeldern bezahlter Bildungslieferant.
Und Sie kennen das sicher auch: Nur weil Sie sich als Frau für die Arbeit etwas stylen, die Nägel lackieren und gepflegte Garderobe tragen, ziehen Sie sich möglicherweise die Missgunst Ihrer Arbeitskolleginnen zu. Man glaubt, Sie wären opportunistisch, falsch und wollten mit weiblichen Reizen Ihrer Karriere auf die Sprünge helfen. Dabei denken Sie weder in Konkurrenzen, noch wollten Sie jemanden demütigen. Im Gegenteil: Sie empfinden ein gepflegtes Äußeres als Wertschätzung den Kunden, Kollegen und der Geschäftsleitung gegenüber. Die Personen, die Ihnen argwöhnisch unterstellen, Sie wären eine falsche Schlange, haben möglicherweise in der Kindheit erlitten, wie jemand, der optisch angenehm auffiel, sich damit zugleich Vorteile erschlichen hat. Dieses Muster bleibt im Unterbewusstsein wie ein Radar aktiv und schießt auf alles, was den abgespeicherten Kriterien entspricht.
Und das alles nur, weil das Gehirn Energie sparen will, denn neue neuronale Verschaltungen anzulegen, „kostet“ mehr, als die vorhandenen zu nutzen – selbst wenn das Ergebnis totaler Blödsinn ist. Solange man mit diesem Ergebnis nicht totalen Schiffbruch erleidet, wird nichts geändert. Glauben Sie mir nicht? Dann zeige ich es Ihnen.
Lesen Sie bitte den folgenden Text. Er wird Ihnen zeigen, dass unsere Erwartungshaltung sogar ganz extrem unsere Wahrnehmung bestimmt. Dieser Text kursiert seit Jahren im Internet, so etwa bei www.spiegel.de. Die Ursprungsquelle ist mir leider nicht bekannt. Lesen und staunen Sie:
„Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid. Das Ezniige, was wcthiig ist, ist, daß der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als Gseatems.“
Sie konnten diesen Text lesen, weil bei zu erwartenden Wörtern die Reihenfolge der Buchstaben bis auf wenige Schlüsselpositionen für das Verstehen völlig unerheblich ist – wir machen uns unseren Text im Kopf selbst. Je öfter Sie den Text lesen, desto mehr glauben Sie, dass da stünde: „Gemäß einer Studie einer englischen Universität ist es nicht wichtig, in welcher Reihenfolge die Buchstaben in einem Wort sind. Das Einzige, was wichtig ist …“ usw. Doch das steht da nicht, wie Ihnen jeder Erstklässler, der Buchstabe für Buchstabe liest, beweisen wird. Wir können das Ganze noch übertreiben.
D3NN W3NN 513 D3N FOLG3ND3N T3XT 383NF4LL5 NOCH L353N, D4NN W1RD 1HN3N L4NG54M KL4R, D455 35 1HN3N VÖLL1G 3G4L 15T, W3N OD3R W45 513 VOR 51CH H483N, D3NN 513 53H3N NUR, W45 513 M1T 1HR3N 4UG3N 53H3N MÖCHT3N – UNG34CHT3T D3R R34L1TÄT.
Ich wiederhole: Sie sehen nur, was Sie mit Ihren Augen sehen möchten – ungeachtet der Realität! Noch Fragen?
Es gibt eine Vielzahl von optischen Täuschungen, die uns ebenso zeigen, dass wir das sehen, was wir erwarten – und nicht das, was wir nicht kennen. So wird überliefert, dass die ersten Indianer die Schiffe der Konquistadoren nicht sehen konnten, weil sie für etwas so Ungeheuerliches kein Wahrnehmungsrepertoire hatten. Es soll Tage gedauert haben, bis der beobachtende Strandposten die riesige Santa Maria plus Begleitung optisch erfasste. In dem Buch „Bleep“1 finden Sie zwei Beispiele dafür, dass Wahrnehmung an Erfahrung geknüpft ist: Junge Katzen, die in einem Raum ohne vertikale Linien aufwuchsen, wurden nach einigen Wochen in eine „normale Umgebung“ gebracht und konnten keine Stuhlbeine sehen – sie liefen dagegen. Kleinflugzeuge, die auf einer Autobahn notlanden, werden oft nach dem Stillstand von Autofahrern gerammt, die zu Protokoll gaben, sie hätten kein Flugzeug gesehen. Die Ermittler der Versicherungen fanden heraus, dass Autofahrer einfach nicht mit Flugzeugen auf der Autobahn rechnen und sie deshalb nicht wahrnehmen können.
Wenn Sie noch immer nicht glauben, dass unsere sinnliche Wahrnehmung von unseren Erwartungen abhängt, dann machen Sie einmal folgendes Experiment: Sie setzen sich in eine Stadtwohnung, in der Sie bei geöffnetem Fenster den Autoverkehr hören können. Nun schließen Sie die Augen und stellen sich vor, das Rauschen des Autoverkehrs wäre das Rauschen der Wellen am Strand. Bauen Sie alle Geräusche in die geistige Strandszenerie ein. Man braucht keine trainierte, bildhafte Vorstellungskraft, um bereits nach ein bis zwei Minuten Urlaubsfeeling zu verspüren.
Und so „erfinden“ wir uns leider auch unsere Verliebtheit oftmals selbst, weil wir aufgrund von Erwartungen denken, unser Partner hätte bestimmte Eigenschaften, die wir für begehrenswert halten – dabei sind diese Erwartungen lediglich Muster aus Vereinfachungen unserer Erfahrungen.
Das Fatale am Kennenlernen ist: Je weniger Informationen wir von unserem Gegenüber bekommen, desto mehr Daten ergänzen wir aus unserem eigenen Repertoire. Das ist besonders verhängnisvoll, wenn wir beispielsweise durch das Internet jemanden „kennen“ lernen. Bei einer Begegnung vis-à-vis bekommen wir Millionen von Informationen, die wir alle gleichzeitig aufnehmen. So etwa allein bei der Stimme: den Klang, die Melodie, die Lautstärke, die Geschwindigkeit, die Tonhöhe, die Sprachrichtung – dazu kommen noch die Wortwahl, das Sprachniveau, die Grammatik und die Kommunikationskompetenz (also, ob man Sie ausreden lässt usw.). Weiter geht es mit den Augen: die Farbe, die Wimpernlänge, Wimpernfarbe, die Lidschlagfrequenz, die Blickrichtung, der Öffnungsgrad der Augen, die Pupillengröße, die Fältchen, die Tränensackbeschaffenheit. Sie registrieren Mund, Lippen, Nase, Kinn, Größe, Körperhaltung, Frisur, Bekleidung und und und. Im Internet-Chat haben Sie statt Millionen von Eindrücken nur ein paar elektronische Zeichen, die Wortwahl und die Antwortgeschwindigkeit – das war’s. Den Rest fügen Sie aufgrund Ihrer Erwartungen hinzu, verlieben sich bis über beide Ohren in Ihre eigenen Vorstellungen, und bis Ihnen dieser Irrtum auffällt, vergeht eine Ewigkeit.
Vor einiger Zeit schrieben die Zeitungen über das jordanische Ehepaar Bakr und Sanaa Melhem, das sich im Internet einen heimlichen Flirtpartner suchte – anonym natürlich – und prompt an den eigenen Partner geriet. Als es zum Blind Date kam, flog die Sache auf, und anstelle eines Happy Ends endete die Ehe mit Scheidung. „Beide waren durch einen Ortswechsel für mehrere Monate getrennt. Und beide hatten anscheinend dieselbe Idee. Ein kleiner Flirt im Netz würde die Zeit des Wartens sicher schneller vorübergehen lassen. Bakr, der sich beim Online-Dating Adnan nannte, lernte bald eine interessante Frau kennen. Ihr Name war Dschamila. Dschamila war eine kultivierte, unverheiratete Frau und strenggläubige Muslimin. Bakr ahnte nicht, dass Dschamila in Wirklichkeit seine Ehefrau Sanaa war. Nach drei Monaten intensiver Flirts im Netz war es um die beiden geschehen. Man wollte für immer zusammenbleiben. „Adnan“ und „Dschamila“ hatte es voll erwischt. Bei einem ersten Treffen wollten sie die Sache klarmachen und ihre Verlobung besiegeln. Als Bakr bei diesem Rendezvous zu seinem Entsetzen in Dschamila seine Ehefrau erkannte, rief er in voller Lautstärke: ‚Ich verstoße dich, ich verstoße dich, ich verstoße dich!‘ – die traditionelle Scheidungsformel des Islam. ‚Du bist ein Lügner‘, antwortete Sanaa noch. Dann fiel sie in Ohnmacht“ (zitiert aus: http://flirt.stuttgarter-zeitung.de/newsletter/61/).
Was für eine tragische Geschichte! Man sieht: Wenn Partner ihre gegenseitigen Vorurteile außen vor lassen, können sie sich durchaus erneut ineinander verlieben. Hätten sich Bakr und Sanaa besser ganz bewusst um den Abbau ihrer Vorurteile gekümmert, wären sie heute womöglich in den zweiten Flitterwochen.
Dahingegen ist es relativ einfach, einen Menschen beim ersten Blick auf Herz und Nieren zu checken. Eigentlich sind wir „innerhalb von einer Sekunde splitternackt“, wie ich auf meinen Vorträgen immer demonstriere. Allein, wie unsere Körperhaltung ist, ob und welchen Schmuck wir tragen, den Modestil, die Frisur und die Gesichtsfältchen liefern Millionen von verwertbaren Daten. Wir sehen so aus, wie wir sind – selbst wenn wir uns verstecken, so kann man wahrnehmen, dass wir uns verstecken. Jeder von uns verfügt über Intuition. „Bauchgefühl“ nennt man das. Dieses wird uns zwar leider oft aberzogen, weil man uns einbläut, die unterbewussten Wahrnehmungen und Körpersignale wären nur Vorurteile. Man sollte natürlich ein Buch nicht anhand des Covers beurteilen, aber mit ein wenig Selbstvertrauen können Sie die oft brachliegende Fähigkeit der Intuition wieder kultivieren und trainieren. Damit sind Sie als Menschenkenner klar im Vorteil.
Betrachten wir also nun noch genauer das fremde Wesen an der Bar gegenüber (oder liegt es schon in Ihrem Bett?). Mit einer einzigen Frage können Sie nämlich eine Fülle von präzisen Informationen bekommen (welche meist die eigenen Eltern nicht hatten): Sie fragen einfach nach dem Sternzeichen.

Persönlichkeit
und Charakter
Um einen möglichen Partner richtig einschätzen zu können und nicht von vorneherein „ins Messer“ zu laufen, ist es sinnvoll, einiges über ihn/sie in Erfahrung zu bringen. So manche Erkenntnis schützt vor Fehlentscheidungen oder gibt Sicherheit. Ich verwende seit Jahren hierfür ein Werkzeug, welches man, richtig angewendet, nicht hoch genug schätzen kann.
Die Sternzeichen
Ich kenne die Bedenken, die viele von Ihnen beim Thema „Sternzeichen“ äußern werden: „Astrologie ist unwissenschaftlich!“, „Horoskope haben das Niveau von Wochenblättern“, „Der Einfluss der Sterne ist Glaubenssache!“ – und so weiter. Doch erstens spreche ich hier nicht von Horoskopen, sondern von Persönlichkeitsmerkmalen. Zweitens arbeite ich seit mehr als 30 Jahren mit Menschen und benutze ebenso Hilfsmittel wie Grafologie, Traumdeutung, Physiognomie und andere, um Menschen möglichst schnell und gründlich einschätzen zu können. Doch das, was sich aus dem Sternzeichen ableiten lässt – wenn man es richtig datiert (!!) – ist das für mich hilfreichste Mittel, denn es erklärt, warum ein Mensch in gesellschaftliche, familiäre oder partnerschaftliche Konflikte gerät. Und drittens bin ich der Ansicht, dass es nicht der Einfluss der Sterne ist, der für diese Eigenschaften sorgt, so wenig, wie es der Einfluss des Kalenders ist, dass wir Weihnachten oder Ramadan feiern. Dennoch gibt es Zusammenhänge.
Ich bin sicher, Sie werden sich oder andere Menschen in der folgenden Auflistung der Persönlichkeitsmerkmale wiedererkennen, und spätestens dann wissen Sie, dass Erscheinungen/Zusammenhänge, deren Ursache wir noch nicht genau erklären können, nicht zwangsläufig Unfug sein müssen. Außerdem wollen Sie ja, dass die Partnerschaft ein wenig runder läuft, da kann man ruhig mal ein paar Buchseiten lang über seinen ideologischen Schatten springen. Übrigens benutzen Personalchefs, Mannschaftstrainer und Organisationspsychologen ebenfalls sehr erfolgreich das antike Wissen über die unveränderlichen Persönlichkeitseigenschaften.
Edutainment
Ein 13-teiliges Video zum Thema Sternzeicheneigenschaften finden Sie auf www.andreaswinter.de
Jeder Haustierbesitzer tut gut daran zu wissen, ob sein Schützling einen Hundekorb oder ein Aquarium braucht. Wussten Sie, dass ein Meerschweinchen aufgrund seines sogenannten Stopfmagens Verstopfung bekommt, wenn es nicht kontinuierlich frisst (der Magen muss ständig Nahrung aufnehmen, um sie im Darm weitertransportieren zu können)? Das, was wir als maßlose Völlerei verurteilen würden, ist für unser Meerschweinchen lebensnotwendig.
Wussten Sie, dass eine Katze einen extremen Versorgerinstinkt hat und Ihnen erlegtes Kleinvieh nicht als Trophäe vor die Haustür legt, sondern dann, wenn das Tier spürt, dass Sie in Not sind? Anstatt Herumgeschimpfe lieber einen leckeren Taubenbraten essen: Das wäre in Miezes Sinne die angemessene Reaktion. Außerdem sollten Sie sich fragen, wie das Tier wohl darauf kommen mag, Sie für unfähig zu halten, selbst etwas zu essen zu besorgen. Wenn Ihre Katze zudem den ganzen Tag im Wasser hockt, ist sie nicht krank, sondern gehört vermutlich zu der sehr seltenen Rasse „Türkisch Van“ – für die ist das nämlich normal.
Ein Hahn kräht nicht, weil die Sonne aufgeht und er Sie wecken will, sondern um sein Revier zu markieren – völlig unabhängig von der Uhrzeit. Er signalisiert: „Ich bin wachsam und kampfesbereit!“ und will damit seine Hühner beschützen – was ihn seit der Französischen Revolution 1789 zum Wappentier der Gallier machte. Mutig wie ein Löwe und völlig unterschätzt!
Dieser kleine Exkurs ins Reich der Tierwelt zeigt Ihnen, dass unsere eigene Abgeklärtheit rasch zu einer Quelle des Missverständnisses werden kann.
Dennoch, so scheint es mir, kennen wir die Eigenarten der meisten Tiere besser als unsere eigenen. Ausgerechnet bei der Spezies Mensch, dem komplexesten Wesen der Erde, gehen wir ganz selbstverständlich davon aus, dass unsere Mitbürger genauso ticken wie wir selbst und wir direkt von uns auf den anderen schließen können. Weit gefehlt! Nicht nur, dass es selbstverständlich Unterschiede zwischen den Prioritäten der verschiedenen sozialen Schichten, Kulturkreisen oder Generationszugehörigkeiten gibt, die gravierendsten – weil am tiefsten verborgenen – Missverständnisse entstehen durch die Unterschiede der sogenannten Sternzeichen-Persönlichkeit. Das Strukturbedürfnis einer Jungfrau passt nun einmal nicht zu der Freiheitsliebe von Zwillingen. Widder-Impulsivität und Krebs-Emotionalität gehen nicht mit Steinbock-Besonnenheit und Wassermann-Rationalität zusammen. Was andere schnell für ein übersteigertes Geltungsbedürfnis halten, ist für den Löwengeborenen ein unveränderlicher Bestandteil seiner festgelegten Persönlichkeit: Präsenz zeigen. Rachsucht oder Selbstschutz, Forscherdrang oder Besserwisserei, das alles wird je nach Sternzeichen völlig unterschiedlich bewertet und betrachtet. Ein Skorpion reagiert auf Bevormundung ganz anders als ein Schütze, und ein Wassermann oder Zwilling geht mit Gebrauchsanleitungen für technische Geräte anders um als ein Stier oder ein Steinbock.
Ärgerlich ist nur, dass wir in unserem Kulturkreis das Phänomen der Sternzeichen für unchristlich und unwissenschaftlich erachten und daher kaum darin geschult sind. Ich kenne Menschen, die bei dem Thema Sternzeichen fast hysterisch oder wütend werden – immer, wie sich dann herausstellt, aus Unwissenheit.
Wir laufen ins offene Messer, nur aufgrund von Vorbehalten und Angst. Lernen Sie also Ihr Gegenüber zunächst einmal gründlich kennen, bevor Sie urteilen – und sorgen Sie vor allem dafür, dass man Sie kennenlernt, denn nur so kann man sich für Sie oder rechtzeitig gegen eine Partnerschaft mit Ihnen entscheiden.
Nur, damit wir uns richtig verstehen: Ich selbst bin weder Astrologe noch sehe ich morgens in den Horoskop-Teil der Zeitung, um herauszufinden, ob ich heute heil über die Straße komme. Aber ich bin auch nicht blind und negiere ein beobachtbares Phänomen, nur weil es noch keine anerkannte Erklärung dafür gibt. Sonst dürfte ich keine Bücher über Liebe, Trauer oder Angst schreiben, denn die lassen sich auch nicht quantitativ messen. Dieser Abschnitt ist kein wissenschaftlicher, sondern entspricht der gegenpoligen Betrachtungsweise der Welt, die auch als die esoterische bezeichnet wird. Wissenschaft versucht, Phänomene kausal, also ursächlich zu begründen, was bei Sternzeicheneigenschaften derzeit nicht gelingt. Die wissenschaftliche Frage nach dem „Warum“ kann kein Wissenschaftler beantworten. Er weiß nicht, aus welchem Grund diese Eigenschaften zustande kommen. Die Esoterik versucht gar nicht erst, kausal zu begründen, sondern fragt nach dem „Wo noch?“ und beschreibt damit lediglich analogische Entsprechungen. Eine solche Entsprechung wäre etwa: Wenn alle Zeiger einer Uhr auf der Zwölf stehen, ist es Mittag. Es ist nicht Mittag, weil die Zeiger diese Position einnehmen, dennoch lässt sich beobachten, dass analog dazu Kirchenglocken läuten, die Sonne eine bestimmte Position am Himmel einnimmt und Mittagstische gedeckt werden. Die Frage nach dem „Warum“ wird gar nicht erst gestellt. Kausales Denken ist unser derzeitiges geistiges Paradigma, das macht die Esoterik auch für viele Menschen so schwer verständlich.
Bei meinen Analysegesprächen lasse ich mir immer das Sternzeichen meines Gegenübers nennen, um somit einen einfachen analogen Rückschluss auf seine grundsätzlichen Eigenschaften anbieten zu können. Das ist natürlich nur ein kleiner Aspekt. Aber wenn man sich etwas damit auskennt, ein sehr nützlicher. Machen Sie mit mir also nun einen Abstecher in ein Gebiet, das von den meisten Wissenschaftlern aus ideologischen Gründen ignoriert oder gar negiert wird, aber der Charakterisierung eines Menschen durchaus zuträglich sein kann.
Was sagt uns die Astrologie?
Die westliche Astrologie unterteilt die Menschen in zwölf Charaktertypen, die wiederum auf der Basis unterschiedlichster Aspekte differenziert werden.
Ich halte diese komplexe Differenzierung für wenig hilfreich, falls die genaue Erfassung des Menschen damit angestrebt wird, was genauso schwierig sein dürfte wie die Quadratur des Kreises. Es gibt selbstverständlich in anderen Kulturen andere Einteilungen und Deutungsweisen, wie etwa das Chinesische oder das Indianische Horoskop, Kabbalistik oder Numerologie, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte.
Gemeinsam haben die Horoskope, dass sich alle jeweils beschriebenen Eigenschaften bei Menschen beobachten lassen, unabhängig der dafür benutzten Symbolik.
Ich begreife mich selbst als Naturforscher und sage daher standesgemäß: Beobachtbares muss erklärbar sein, und Erklärbares ist anwendbar. Nur weil wir derzeit noch nicht die Erklärung für das Zustandekommen von Sternzeichen-Eigenschaften kennen, heißt das noch lange nicht, dass man diese ignorieren kann.
Die „astrologischen“ Eigenschaften sind nicht nur tatsächlich beobachtbar, sondern sogar kultur-, erziehungs-, spezies- und geografieunabhängig. Sie finden diese bei Mensch und Tier auf der ganzen Erde.
Ich empfehle für detaillierte Ausführungen das Buch „Sternenkompass“2 der australischen Astrologin Mystic Medusa. Sie beschreibt treffend und humorvoll mit scharfer Beobachtungsgabe und kosmopolitischem Background die Eigenschaften der Tierkreiszeichen. Wer sich für eine seriöse, aber nicht minder unterhaltsame Auseinandersetzung mit den Themen Esoterik, Analogien und Zeitqualitäten interessiert, dem empfehle ich Ruediger und Margit Dahlkes „Die Lebensprinzipien: Wege zu Selbsterkenntnis, Vorbeugung und Heilung“3.
Da angeborene Persönlichkeitsmerkmale oftmals im Verdacht stehen, nicht gesellschaftskonformes Verhalten zu begünstigen (so heißt es, die Widder seien Sturköpfe und die Löwen eitel), werden sie meist erzieherisch unterdrückt. Sie sind aber nach meiner Erfahrung immer vorhanden und niemals zu überwinden – wenn wir an dieser Stelle einmal mögliche „Wiedergeburten“ oder lebensverändernde Traumatisierungen außer Acht lassen. Und damit sind sie weder gut noch schlecht.
Im Folgenden finden Sie eine grob vereinfachte Typisierung. In einigen Tabellen gibt es teilweise unterschiedliche Anfangsdaten der Tierkreiszeichen – meiner Erfahrung nach können Sie das vernachlässigen, wenn wir in den Übergangszeiten von „Mischtypen“, also eigentlich von 24 Sternzeichen, ausgehen.
Grundsätzlich haben wir es bei den Erdzeichen mit „Machern“, bei den Luftzeichen mit „Denkern“, bei den Wasserzeichen mit „Fühlern“ und bei den Feuerzeichen mit „Stürmern“ zu tun. Was das bedeutet, zeigt sich, wenn Sie den Betreffenden in sozialen Stress bringen. Die Erdzeichen halten aus, die Luftzeichen argumentieren, die Wasserzeichen werden emotional, und die Feuerzeichen brausen auf.
Die meisten Astrologen messen dem Aszendenten (das ist der Aspekt, der durch das aufsteigende Sternenbild am östlichen Horizont angezeigt wird) ohnehin mehr Bedeutung bei als dem Sonnenzeichen (dem, was wir Sternzeichen nennen) – zum Erkennen und Verstehen des Aszendenten empfehle ich Walter Rotter: „Charaktere erkennen, Menschen verstehen… miteinander glücklich sein“4. Wenn Sie nicht wissen, was Ihr Aszendent ist, können Sie ihn mithilfe der Grafik auf Seite 267 bestimmen.
Ich denke: Es kann nicht schaden, über die Prinzipien im Allgemeinen Bescheid zu wissen, um in bestimmten Situationen weniger überrascht zu sein. Hierdurch vermeiden Sie Stress. Zur Veranschaulichung: Sie fahren mit Ihrem Auto auf eine große Kreuzung zu, und plötzlich biegt aus dem Gegenverkehr ein Fahrzeug links ab und zieht in Ihre Spur. Was tun Sie? Sie fluchen und ärgern sich vielleicht – aber nicht, wenn das Fahrzeug vorher links blinkte, denn dann wissen Sie ja, was Sie erwartet. Damit Sie also in etwa einschätzen können, wie Ihr Partner grundsätzlich tickt, schlagen Sie in der folgenden Tabelle nach. Bedenken Sie bitte, dass ein Mensch selten nur einen Aspekt in Reinkultur in sich trägt, sondern ihn oftmals ein Gemisch aus Sonnenzeichen, Aszendent und den angrenzenden Aspekten ausmacht.
Ein Mensch, der beispielsweise am 23.04. geboren ist, ist somit kein „reinrassiger“ Stier, sondern ein „Widder-Stier“. Wenn dann noch der Aszendent „Löwe“ hinzukäme, hätten wir hier schon mehr „Feuereigenschaften“ als „Erde“. Ein Mensch, der am 21.10. geboren ist, ist zwar eine Waage, aber die letzte Waage vor dem Skorpion, dessen Merkmale sich deutlich bemerkbar machen. Kommt noch der Aszendent „Krebs“ hinzu, so hätten wir es genauso mit einem Wasserzeichen wie mit einem Luftzeichen zu tun. Nur in der Mitte der Dekade des Zeichens finden wir die ungetrübten Eigenschaften des Sternzeichens.
Wie schon erwähnt, die Anfangs- und Enddaten variieren etwas, je nach Berechnung und astrologischer Auffassung. Es geht los:
Steinbock (21.12.–19.01. Erde)
Frage: Wie wohnt ein Steinbock?
Antwort Er meißelt sich in harter Arbeit einen Raum in einen Felsen – alles andere ist nicht solide und wertig genug.
Der Steinbock baut nicht auf Sand, sondern setzt auf solides Fundament. Er sichert seinen eigenen Standpunkt. Rutscht jemand neben ihm in die Tiefe, erntet dieser vom Steinbock bestenfalls Bedauern. Der Steinbock ist taktisch und furchtlos und hat einen Hang zum materiellen Luxus. Er möchte etwas erreichen, wobei ihm seine Ausdauer dabei ein nützlicher Begleiter ist. Der Steinbock ist verantwortungs- und pflichtbewusst und kann sich erst dann entspannen, wenn sein Tagespensum erreicht ist. Das Problem dabei ist nur, dass es selten erreicht wird, da er sich zu viel vornimmt. Tiefsinnige Gespräche lassen sich mit einem Steinbock gut führen. Er ist potenzieller Unternehmenskapitän, der andere arbeiten lassen kann. Verschlossen und diszipliniert glaubt er, er müsse sich alles hart erarbeiten. Der Steinbock braucht das Gefühl, dass er für Sie etwas bauen/sichern/erschaffen/organisieren darf. Er kommandiert gerne herum und kann gut delegieren. Im Gegenzug braucht der Steinbock viele Kuscheleinheiten, um seine Selbsthärte auszugleichen. Steinböcke erkennen Sie an der Größe oder der Liebe zur Größe.
Er ordnet seine Welt dadurch, dass er sie organisiert und Kapital daraus schlägt.
→ Sport: Erdige Leistungssportarten mit viel Arbeitseinsatz sind die Seinigen. Alles andere ist für ihn lächerlich.
→ Konfliktpotenzial Der Steinbock ist sehr materiell orientiert, schwer zu Entscheidungen zu bewegen und wenig kompromissbereit.
→ Und wenn’s mal knirscht …? Der Steinbock wird ein paar Tage nicht mit Ihnen sprechen und Ihnen keine Chance geben, etwas zu kitten. Er verhärtet seinen Standpunkt, wiederholt seine Argumente, macht dicht, bis der Stress vorbei ist.
→ Und wenn Sie selbst Steinbock sind: Zeigen Sie Ihre weichen Seiten.
→ Nutzen: Der Steinbock baut Ihnen etwas.
→ Preis: Sie können ihn nur mit Erfolg beeindrucken.
→ Partnertipp: Sex gehört dazu.
Wassermann (20.01.–19.02. Luft)
Frage Wie wohnt ein Wassermann?
Antwort: Wohnen? Er umkreist in seinem Labor die Erde, nein, die Sonne, ach was, die Milchstraße.
Der Wassermann ist das Verkopfteste der Luftzeichen. Er sprengt Grenzen, weil er die Vision einer freien Welt im ewigen Frieden hat. Alles Skurrile und Außergewöhnliche zieht ihn magisch an, weil es ein Kontrast zum Bestehenden ist. Er ist schwer einzuschätzen und manchmal auch unberechenbar, aber niemals langweilig. Die große Stärke ist sein Ideenreichtum, allerdings fehlt es ihm an Durchhaltevermögen – wenn Sie ihn langweilen, stellt er auf Durchzug, und Sie merken es oft noch nicht einmal. Wassermänner blicken weit voraus. Eine seiner sympathischsten Eigenschaften ist die Kameradschaftlichkeit, allerdings auch völlige Unverbindlichkeit.
Der Wassermann ist hilfsbereit und für seine Freunde immer da. Ein kreativer Denker, der leider seinen Körper oft ignoriert, da ihm der Geist wichtiger ist. Jedes Gesetz wird auf Tauglichkeit geprüft und gegebenenfalls durch eine sinnvollere Regel ersetzt – notfalls auch ohne die Zustimmung der anderen. Er ist bestrebt, etwas für die Ewigkeit zu schaffen, zweifelt diese jedoch per se an. Das Auswendiglernen eines Gedichts können Sie beim Wassermann vergessen – doch wenn er will, überfliegt er den Inhalt, begreift diesen und fasst ihn mit drei Sätzen zusammen. Lassen Sie ihn viel entscheiden, pochen Sie nicht auf Autorität. Er hat eine starke visuelle Wahrnehmung. Wassermänner erkennen Sie am chaotischen Haar!
Er ordnet seine Welt dadurch, dass er nach Optimierungsmöglichkeiten und Verbesserungen sucht.
→ Sport: Der Wassermann liebt alles, was mit Höhe, Fliegen und Luft zu tun hat, ohne aber dabei zwingend selbst sportlich aktiv werden zu müssen.
→ Konfliktpotenzial Der Wassermann fühlt sich oft durch Regeln bevormundet und unterschätzt. Ein Luftzeichen kann erschreckend pingelig sein (detailverliebt würde er es nennen), sodass Sie bei Diskussionen sorgfältig sein sollten, wenn Sie nicht auseinandergenommen werden wollen.
→ Und wenn’s mal knirscht …? Der Wassermann will sowieso nicht so viel Nähe von Ihnen, insofern haben Sie meist schon verloren, wenn Sie nur an eine Auseinandersetzung denken. Falls es Ihnen gelingen sollte, die überzeugenden Argumente zu finden, gibt Ihr Wassermann Ihnen recht, und es ist sofort wieder Frieden. Ein Wassermann hält Streit nicht für eine Lösung und wird daher im Konflikt nicht lauter, sondern immer sachlicher – bis hin zur Kühlschranktemperatur.
→ Und wenn Sie selbst Wassermann sind Respektieren Sie die Meinungen anderer Menschen, selbst wenn diese mit den Ihren nicht übereinstimmen.
→ Nutzen: Der Wassermann erfindet Ihnen etwas.
→ Preis Sie dürfen nichts von ihm erwarten.
→ Partnertipp: Sex geht auch alleine.
Fische (20.02.–20.03. Wasser)
Frage Wie wohnt ein Fisch?
Antwort: Vollgestopft mit Figuren und Büchern aus den Bereichen der Fabeln, Mythen, Fantasy und Träumereien. Irgendwo in seiner Wohnung finden Sie etwas Ähnliches wie einen Altar.
Fische sind emotional und sensibel. Inspiration und Eingebung sind ihre Stärken. Fische sind in der Mehrzahl, sie mögen nicht gern allein sein, sondern suchen den Verbündeten. Der Fische-Geborene ist sehr fantasievoll, gutmütig und hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Ein Forscher im Dienste der Menschheit. Familie ist nicht seine Stärke. Für Spirituelles ist er durchaus zu begeistern. Er zeigt sich feinfühlig und verträumt. Will alles ergründen – ist kein Befehlsempfänger und völlig glaubensresistent gegenüber neuen Erkenntnissen. Neigt bei Konflikten eher zum Rückzug in die tiefsten Nischen. Braucht ein eigenes Zimmer und Harmonie. Fische trinken viel – nicht unbedingt Alkohol, aber wenn er vorhanden ist, auch den. Irgendwo am Fische-Geborenen finden Sie auch die obligatorische Tätowierung oder das Piercing. Fische erkennen Sie am Hang zu Symbolen.
Er ordnet seine Welt, indem er nach Verbündeten sucht.
→ Sport: Der Fisch gibt sich lieber der Fantasie hin, als harten Sport zu treiben.
→ Konfliktpotenzial: Fische sind so spirituell und fantasievoll, dass alle anderen für sie unsensible Holzköpfe sind. Sie können sehr tief in Mysterien eintauchen – egal, ob es dort unten noch normale menschliche Gesellschaft gibt.
→ Und wenn’s mal knirscht…? Die Fische ziehen sich bei Konflikten und Kritik sehr zurück und verweilen dort auf unbestimmte Zeit. Kommen dann aber meist wieder.
→ Und wenn Sie selbst Fisch sind: Weihen Sie Ihre Mitmenschen in Ihre Gefühle ein und geben Sie denen eine Chance, Sie zu verstehen.
→ Nutzen: Der Fisch träumt Ihnen etwas.
→ Preis: Sie müssen mitträumen.
→ Partnertipp: Sex ist ein Trip.
Widder (21.03–20.04. Feuer)
Frage: Wie wohnt ein Widder?
Antwort Alles, was nicht sofort griffbereit ist, fliegt raus. Am liebsten hat er einen einzigen Schrank, in dem sich alles Nötige befindet und einen Kamin, um den ganzen überflüssigen Kram wie Steuererklärung, Testament, Feuerlöscher, Schwiegermutter und die Eieruhr zu verbrennen.
Wie alle Feuerzeichen können Widder austeilen und eine Menge einstecken, ohne etwas zu merken. Der Widder ist entschlusskräftig, hat Pioniergeist und strebt immer nach vorn. Ist dabei oft ungestüm („mit dem Kopf durch die Wand“), in unterdrückter Form regelrecht bockig. Macht seine Spielregeln selbst. Schwer zu führen. In jedem Widder steckt der Glaube an seine eigene Kraft. Er ist energiegeladen und voller Mut. Komplizierte Zusammenhänge liegen ihm nicht besonders, da er schnell zur Sache kommen will. Ein Widder ist risikobereit und schätzt ehrliche und offene Worte. Widder sind Draufgänger, weshalb sie oft Verletzungen davontragen. Der Widder will seine Grenzen erweitern, indem er sie austestet. Kommen Sie nicht auf die dumme Idee, einen Widder mit einem geplanten Kaiserschnitt zu holen oder mit Wehen unterdrückenden Mitteln an der Geburt zu hindern – sein Trotz verfolgt Sie bis ins Grab! Er hat einen wachen Geist, ordnet sich aber schwer ein. Widder erkennen Sie am schmalen Kinn.
Er ordnet seine Welt, indem er prüft, ob Grenzen halten.
→ Sport: Wettkämpfe sind seins! Ob als miteifernder Zuschauer oder mittendrin, der Widder liebt den Kampf.
→ Konfliktpotenzial: Der Widder fühlt sich durch die Vorsicht und Kompliziertheit anderer oft ausgebremst.
→ Und wenn’s mal knirscht…? Beim Widder knirscht es nicht, es knallt. Aber – das ist völlig okay. Streit ist ein Gewitter, und je mehr es blitzt und donnert, desto schneller wird der Himmel wieder klar. Widder mögen keine Weicheier und Langweiler. Er wird nach dem Krach durchaus mit Ihnen schlafen (umgekehrt geht’s auch: Nach dem Sex kann sich ein Widder ohne zu zögern mit Ihnen streiten).
→ Und wenn Sie selbst Widder sind Überrumpeln Sie nicht, sondern begeistern Sie Menschen.
→ Nutzen: Der Widder erkämpft Ihnen etwas.
→ Preis: Sie dürfen vor ihm nicht weglaufen.
→ Partnertipp: Sex ist ein Feuerwerk.
Stier (21.04.–21.05. Erde)
Frage Wie wohnt ein Stier?
Antwort: Ob in der Wellblechhütte, im Fachwerkhaus oder in der Burg – Hauptsache, er hat seinen Herd, sein Sofa, und es ist gemütlich.
Wie alle Erdzeichen ist der Körper für den Stier das Wichtigste. Er ist ein sinnlicher Mensch mit Geschmack und ein Genießer. Ein Stier kann sehr realistisch, also an der sinnlich erfassbaren Realität orientiert sein, strebt nach Besitz und Sicherheit. Er arbeitet hart an seinen Zielen, bis er sie erreicht hat – und immer schön eins nach dem anderen. Geduld und Kreativität sind seine Stärken, allerdings kann diese Geduld manchmal in Unflexibilität ausarten. Der Stier ist derart leistungsbereit, dass er sich oft zu viel Arbeit auflädt. Er neigt zu Übergewicht und Konsumstreben, wenn man ihn an seiner Verwirklichung hindert. Er liebt alles Körperliche, also auch Sport, Tanz und Sex, aber er versäumt, seine Mitmenschen rechtzeitig vor deren Grenzüberschreitungen zu warnen – und dann kann es oft zu Wutausbrüchen kommen.
Ein Stier lernt langsam, aber gründlich. Ermuntern Sie ihn – zu viel Druck schadet nur. Ein Stier kann es übrigens nur schwer verkraften, wenn man ihm widerspricht. Vielleicht, weil er sich dann etwas hilflos vorkommt oder einfach, weil er dann wieder umdenken muss. Stiere erkennen Sie an den schönen Kuhaugen, dem „Stiernacken“, der Ausdauer und dem gesunden Appetit. Stiere, der Venus zugeordnet, sind sehr genussfreudig.
Er ordnet seine Welt dadurch, dass er aufräumt.
→ Sport: Ausdauer- und Kraftsport ist beim Stier beliebt, damit spürt er seinen Körper.
→ Konfliktpotenzial: Der Stier verliert die Beherrschung, wenn er keine Zeit und Ruhe für seine Aufgaben bekommt. Er arbeitet wie ein Ochse und hat nicht immer Verständnis dafür, wenn andere nicht mitziehen.
→ Und wenn’s mal knirscht…? Wenn Stiere sich tatsächlich einmal beschweren, dann meinen sie es verdammt ernst. Der Stier hält keine Appelle und Reden – er zeigt lieber, was er fühlt. Klären Sie die Dinge, und am nächsten Tag ist alles gut. Klären Sie sie nicht, ist der Stier in spätestens IO Jahren auf und davon (dann, wenn Sie nicht mehr damit rechnen).
→ Und wenn Sie selbst Stier sind: Informieren Sie andere über Ihr Sicherheitsbedürfnis.
→ Nutzen: Der Stier kocht Ihnen etwas.
→ Preis: Sie müssen es auch essen.
→ Partnertipp: Sex ist Körperkult.
Zwillinge (22.05–21.06. Luft)
Frage: Wie wohnt ein Zwilling?
Antwort Egal – sobald die Wohnung fertig ist, zieht er wieder um.
Zwillinge sind ein wenig wie Schmetterlinge: unberechenbar und flatterhaft. Der Zwillinge-Geborene braucht Abwechslung. Größte Stärke: Kontakte knüpfen. Einen Zwilling zu beurteilen, ist schwierig, da er selbst nicht genau weiß, was er im nächsten Moment tun wird. Vielseitig, aber auch unruhig und ungeduldig. Deshalb wechselt der Zwilling gern seine Überzeugung oder auch den Beruf. Der Zwilling ist als Luftzeichen ständig in Bewegung, daher oft viel schneller als andere und erledigt viele Dinge auf einmal. Unparteiisch, aber kritisch. Er wird oft missverstanden, weil der Zwilling Grenzen und Konflikte ignoriert. Er liebt lange und gründliche Diskussionen. Er freut sich auf die Arbeit, ist voller Ideen (auch offen für Unsinn und Streiche) und braucht viele Anregungen. Er liebt die neuesten technischen Geräte und liest Bücher schneller, als er sie kaufen kann. Zwillinge erkennen Sie gar nicht.
Er ordnet seine Welt dadurch, dass er sich nach den Hinterausgängen umschaut.
→ Sport: In sportlicher Hinsicht ist der Zwilling eher von der technischen Seite des Sports fasziniert. Alle Formen der Bewegung faszinieren ihn.
→ Konfliktpotenzial: Der Zwilling ist für andere nur schwer einzuschätzen und entflieht der Eintönigkeit. Er wird manchmal der Lüge bezichtigt, weil er als Dualist nie nur eine Wahrheit akzeptieren kann.
→ Und wenn’s mal knirscht…? Zwillinge reden Sie in Grund und Boden. Haben Argumente wie Kugeln im Patronengurt. Und falls Sie sich doch einmal verteidigen wollen, wechseln die Zwillinge (dieses Zeichen steht im Plural) einfach den Standpunkt und argumentieren weiter oder gehen einfach gedanklich oder räumlich fort.
→ Und wenn Sie selbst Zwilling sind: Bleiben Sie bei einer Sache, und kosten Sie diese aus!
→ Nutzen: Zwillinge bewegen etwas.
→ Preis: Sie müssen Ihnen die Freiheit lassen.
→ Partnertipp: Sex ist eine Option.
Krebs (22.06.–21.07. Wasser)
Frage: Wie wohnt ein Krebs?
Antwort: In einem riesigen Bett voller Kuscheltiere. Und bloß keinen Besuch reinlassen!
Wie alle Wasserzeichen fühlt der Krebs eher, als zu denken, zu machen oder zu erleben. Der Krebs ist anhänglich, fürsorglich, harmoniebedürftig und kann einen um den Finger wickeln. Er ist bereit, zu verzeihen und Opfer zu bringen. Oft voller Schuldgefühle und Beschuldigungen. Er sucht die Fehler bedauerlicherweise immer zuerst bei sich statt bei anderen. Ein Krebs ist oft schüchtern und vorsichtig – will nie richtig erwachsen werden und tut sich mit dem Loslassen schwer. Sehr, sehr leicht zu verletzen. Krebse weinen viel. Zielstrebig, wenn er sich in Sicherheit fühlt, scheut seine Grenzen und überrascht durch Energieausbrüche. Krebse sind berechnend loyal, suchen oft die Sicherheit in Familie (und allem, was sie dafür halten) und zahlen dafür leider den hohen Preis der Gesundheit. Das ist nicht verboten, aber man sollte diesen Preis auch kennen, damit man entscheiden kann, was einem nun wichtiger ist. Sie sollten Ihren Krebs viel loben und unterstützen. Krebse erkennen Sie an den ausgedünnten Augenbrauen und der kindlichen Ausstrahlung.
Er ordnet seine Welt dadurch, dass er Größen vergleicht und Autorität einschätzt.
→ Sport: Der Krebs liebt Mannschaftssportarten, bei denen er andere unterstützen kann, oder, wenn sich die Sportler verletzen, man drei Hilfsbedürftige gleichzeitig versorgen kann. Er schwimmt gern.
→ Konfliktpotenzial: Der Krebs tut gerne so, als sei er ganz klein, nur um anderen nicht zu nahe zu treten. Das wird oft als Unterwürfigkeit missverstanden.
→ Und wenn’s mal knirscht…? Der Krebs reagiert auf Kritik und Harmoniestörungen mit Rückzugsstrategien und Minderwertigkeitsgefühlen. Meisterlich in emotionaler Erpressung! Nach einem Streit mit einem Krebs haben Sie garantiert entweder Mitleid oder Schuldgefühle.
→ Und wenn Sie selbst Krebs sind: Vertrauen Sie auf das Gute in Ihren Mitmenschen!
→ Nutzen: Der Krebs heilt Sie oder repariert Ihnen etwas.
→ Preis: Sie müssen ihn lieb haben.
→ Partnertipp: Sex ist ein Geschenk an Sie.
Löwe (22.07.–22.08. Feuer)
Frage: Wie wohnt ein Löwe?
Antwort: Jedes Zimmer ist ein prunkvoller Thronsaal, sogar Toilette und Küche. Je mehr Spiegel im Palast hängen, in denen die eigene Mähne bewundert werden kann, desto besser.
Der Löwe genießt den Mittelpunkt. Will eine Wirkung auf Menschen haben. Herrscht über andere als gütiger Regent und ist loyal – verlangt aber auch Loyalität. Schafft mit viel Herz Strukturen und Regeln. Hat Prinzipien und ist daher etwas stur. Ist gerne erwachsen, wenn man ihm seine Bühne lässt, die er spielerisch und gestenreich betritt. Ignorieren Sie einen Löwen, stehen Sie auf seiner Negativliste. Er ist meist eigenständig und übernimmt früh Verantwortung, überschätzt sich aber dabei oft. Ein Löwe braucht derartig viel Lob, dass Sie es damit gar nicht übertreiben können. Er sammelt gerne Auszeichnungen und Urkunden (im Gegensatz zum Widder, für den das alles oft wertloser Plunder ist). Löwen haben es schwer, weil sie als Egozentriker missverstanden werden – dabei brauchen wir alle jemanden, den wir bewundern können. Löwen erkennen Sie an der Mähne.
Er ordnet seine Welt dadurch, dass er seine Getreuen auf sich einschwört.
→ Sport: Eigentlich ist es dem Löwen egal, wofür er die Goldmedaille bekommt, Hauptsache, die Haare liegen.
→ Konfliktpotenzial: Der Löwe verkraftet es nicht, Rangletzter sein zu müssen, und lässt sich jedes Mittel recht sein, um dies zu kompensieren.
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