Kitabı oku: «Crooked Letter, Crooked Letter von Tom Franklin»
Tom Franklin
Crooked Letter, Crooked Letter
Lektüreschlüssel XL
für Schülerinnen und Schüler
Von Andrew Williams
Reclam
Dieser Lektüreschlüssel bezieht sich auf folgende Textausgabe:
Tom Franklin: Crooked Letter, Crooked Letter. London: Pan Books, 2014 [u. ö.].
Lektüreschlüssel XL | Nr. 15504
2019 Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen
Gesamtherstellung: Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen
Made in Germany 2019
RECLAM ist eine eingetragene Marke der Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart
ISBN 978-3-15-961485-4
ISBN der Buchausgabe 978-3-15-015504-2
www.reclam.de
Inhalt
1. Schnelleinstieg
2. Inhaltsangabe Kapitel 1 Kapitel 2 Kapitel 3 Kapitel 4 Kapitel 5 Kapitel 6 Kapitel 7 Kapitel 8 Kapitel 9 Kapitel 10 Kapitel 11 Kapitel 12 Kapitel 13 Kapitel 14 Kapitel 15 Kapitel 16 Kapitel 17 Kapitel 18 Kapitel 19
3. Figuren Larry Ott Silas Jones Carl und Ina Ott Alice Jones Cindy Walker Cecil Walker Wallace Stringfellow Angie Baker Andere Figuren
4. Form und literarische TechnikDie Struktur des RomansDie ErzählstimmeDie Gattungsfrage: Kriminalroman oder Thriller?Franklins Kunst, Spannung zu erzeugenSprachliche BesonderheitenSymbole und Motive
5. Quellen und Kontexte Parallelen zu To Kill a Mockingbird Der zeitgeschichtliche Hintergrund Die Südstaaten: The Southern United States
6. InterpretationsansätzeDer Ort der HandlungRassismusDas Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit
7. Autor und ZeitLebenWerke
8. Rezeption
9. Prüfungsaufgaben mit LösungshinweisenAufgabe 1Aufgabe 2Aufgabe 3
11. Literaturhinweise/MedienempfehlungenBezugstextÜbersetzungAndere empfohlene Werke Tom FranklinsWeiterführende Literatur
12. Zentrale Begriffe und Definitionen
Vokabelannotationen
1. Schnelleinstieg

Tom Franklins Roman Crooked Letter, Crooked Letter ist ein Roman von erstaunlicher Komplexität. Franklins bisher erfolgreichstes Werk wird gerne als Kriminalroman vermarktet – und hat einige Preise als herausragender Krimi bekommen –, aber der Roman ist weit mehr als die Geschichte eines schwierigen Kriminalfalls, der durch kluge Detektivarbeit gelöst wird: Der ›Fall‹, der in Crooked Letter, Crooked Letter aufgedeckt wird, ist nicht in erster Linie ein Kriminalverbrechen, sondern vor allem das Zugrundegehen einer Freundschaft und die bewegende Geschichte der Wiederentdeckung dieser Freundschaft zwischen zwei Menschen, die mehr gemeinsam haben, als sie je geahnt hatten.
Die Gattung des Krimis ist den meisten Lesern Eine vertraute Welt?vertraut, und die klar gezeichneten Charaktere in Crooked Letter, Crooked Letter kommen uns auch entsprechend vertraut vor: der Polizist aus der Provinz, der einen Mord aufklären muss und zugleich in die Sache persönlich verwickelt ist; die schöne und zugleich vernünftige Freundin, die ihm beisteht; ein etwas rauerer, hartgesottener Kollege, der verkennt, worum es eigentlich geht; dazu noch eine Reihe von Nebenfiguren. Man fühlt sich beim Lesen von Crooked Letter, Crooked Letter gut aufgehoben, als würde man eine Verfilmung anschauen. Und doch führt uns Tom Franklin zugleich in eine Welt, die vielen Lesern fremd sein wird. Ja, auch Leser, die mit den Vereinigten Staaten vertraut sind, genießen das Fremde, das Andere in Crooked Letter, Crooked Letter, denn der Roman gehört zur Literatur der Südstaaten, die als eigenes Genre gelten darf. Die Sprache ist aufgrund des besonderen Akzents und der kuriosen Verbformen fremd; die Atmosphäre von Verfall und Melancholie wirkt exotisch; der Konflikt zwischen den Rassen bekommt durch die historischen Hintergründe eine besondere Note; die Armut und Rauheit der Menschen fällt auf; und auch die Natur ist eine andere – Tiere und Pflanzen spielen in Crooked Letter, Crooked Letter eine bedeutende Nebenrolle.
In Crooked Letter, Crooked Letter werden mehrere Gewalttaten begangen, und es herrscht eine bedrohliche Grundstimmung. Besonders die Mischung aus Alkoholkonsum und Gewalt, die die beiden Männer Cecil Walker und Carl Ott prägt, sorgt für eine beklemmende Stimmung. Aber auch die vielen Anspielungen auf Horrorfilme bzw. auf Werke der Horrorliteratur fallen auf: Auf den berühmten Hitchcock-Film Psycho wird angespielt sowie auf Jay Ansons The Amityville Horror und auch auf Stephen King & Co.Stephen Kings Romane The Shining und Salems’s Lot. Der Einzelgänger Larry Ott ist begeisterter Stephen-King-Fan, wie auch sein Schöpfer Tom Franklin. Durch diese zahlreichen Anspielungen will Franklin einerseits die Allgegenwärtigkeit von Horror in unserer bzw. in der amerikanischen Unterhaltungskultur verdeutlichen, andererseits das Geschehen zeitlich fest verankern. Larry Ott selbst ist ironischerweise alles andere als eine Gefahr für seine Mitmenschen.
Die ausgeklügelte Erzählstruktur ergibt einen Roman, der langsam gelesen werden will. Es wird aus sich abwechselnder Perspektive erzählt. Hinzukommen ausführliche Rückblenden und Erinnerungen an Ereignisse, die vor mehr als zwanzig Jahren stattgefunden haben und bis in die Gegenwart hineinwirken. Ohne den Anspruch, die Welt zu verändern, ohne einfache Botschaft, aber doch mit Nachdruck setzt sich Crooked Letter, Crooked Letter mit wichtigen Themen auseinander: Freundschaft, Verrat, Schuld und Versöhnung.
2. Inhaltsangabe
Crooked Letter, Crooked Letter besteht aus 19 Kapiteln. Die ungeraden Kapitel werden aus der Perspektive von Larry Ott erzählt; die geraden aus derjenigen von Silas Jones. Die Handlung von Kapitel 1 beginnt im Spätsommer 2007. Hierauf lässt Angies Bemerkung, Silas habe 25 Jahre lang mit seinem Geheimnis gelebt (S. 235), schließen. Rückblenden führen den Leser zurück ins Jahr 1979 (Kapitel 3, 5), ins Jahr 1982 (Kapitel 7) und ins Jahr 2006 (Kapitel 9).
Kapitel 1
Acht Tage nach dem Verschwinden eines Mädchens namens Tina Rutherford wird Larry Ott in seiner Wohnung von einem maskierten Täter angeschossen. Zunächst beginnt der Tag wie jeder andere auch: Larry widmet sich seinen Hühnern und geht dann zur Arbeit. Nach vier Stunden bekommt er einen Anruf vom Pflegeheim: seine Mutter hat einen guten Tag (S. 6) – ob er vorbeischauen möchte? Larry will ihr ein Fotoalbum mitbringen und fährt daher schnell nach Hause, um es zu holen. Im Wohnzimmer trifft er auf seinen maskierten Angreifer. Die Die MaskeMaske, die der Eindringling trägt, gehört Larry selbst (er besitzt sie seit der Schulzeit). Der Maskierte sagt, es wüssten alle, was Larry getan habe. Er schießt aus nächster Nähe auf ihn. Der Angreifer sieht zu, wie Larry das Bewusstsein verliert, und sagt »stirb!«.
Kapitel 2
Silas Jones, der einzige Polizist des Ortes Chabot, ist – wie auch viele andere Polizisten im Bundesstaat Mississippi – auf der Suche nach Tina Rutherford. In einer abgelegenen Gegend sieht er am Himmel kreisende Greifvögel. Er lenkt seinen Wagen dorthin und Ein grausiger Fundentdeckt eine von aasfressenden Vögeln und vom Verwesungsprozess verunstaltete Leiche. Dennoch erkennt er den Toten sofort als den ihm seit seiner Kindheit bekannten Morton Morrisette, genannt M&M (der Polizei ist er als Kleinkrimineller und Drogendealer bekannt). Er lässt per Funk den CI (criminal investigator) French kommen. French watet durch den Sumpf zur Leiche und inspiziert sie. Kurz darauf treffen zwei Sanitäter, eine Frau und ein Mann, und der Gerichtsmediziner ein. Die Sanitäterin, Angie, ist mit Silas liiert. Als er sie kommen sieht, muss er an die gemeinsam verbrachte Nacht denken. Der Gerichtsmediziner erklärt der Form halber M&M für tot, dann wird die Leiche weggetragen.
Einige Stunden später denkt Silas über seine Beziehung zum ermordeten M&M nach. French erwähnt beiläufig, er habe Larry Ott wegen des vermissten Mädchens bereits einen Besuch abgestattet, wolle ihn jetzt aber noch einmal befragen. Allerdings sei Larry Ott morgens noch nicht in der Autowerkstatt gewesen, was Silas merkwürdig findet. Ihm fällt ein, dass ihm Larry kurz nach seiner Rückkehr nach Süd-Mississippi eine Nachricht hinterlassen hat (etwa vor zwei Jahren). Er macht sich über sein offensichtlich schwieriges Verhältnis zu Larry Gedanken, ohne dass der Leser erfährt, worum es genau geht. Silas folgt seinem Bauchgefühl und fährt zur Werkstatt, wo er Larry jedoch nicht findet. Silas denkt an eine Ein alter Falldüstere Geschichte zurück, die ihn mit Larry verbindet: Vor vielen Jahren verschwand schon einmal ein Mädchen, Cindy Walker. Sie war damals zuletzt mit Larry gesehen worden, daher galt dieser als Hauptverdächtiger. Man ging von einem Mord aus, aber ihre Leiche wurde nie gefunden.
Auf dem Weg zu Larry wird Silas vom Dienstfunkgerät abgelenkt. Jemand hat in »White Trash Avenue« (S. 30) – einer heruntergekommenen »White Trash Avenue«Gegend, wo vornehmlich Weiße in armen Verhältnissen leben – eine Klapperschlange in einem Briefkasten gefunden. Silas soll sich darum kümmern. Er bittet daher Angie darum, an seiner Stelle bei Larry vorbeizuschauen. In »White Trash Avenue« zeigt die Postbotin, Olivia, Silas den Briefkasten. Er gehört einer attraktiven jungen Frau namens Irina Mott, mit der Silas ein wenig flirtet. Die Schlange wird entfernt und getötet. Silas fährt weiter, um sich um den Verkehr vor dem Sägewerk zu kümmern (dies gehört zu seinen täglichen Pflichten). Dort, inmitten des Schichtwechsels der Arbeiter, ruft ihn Angie an: Sie sei bei Larry Ott, wo sich offensichtlich etwas Schlimmes zugetragen hat.
Kapitel 3
Rückblende: Es ist März Rückblende: Ungewöhnliche Bekanntschaft1979. Larry besucht die 8. Klasse. Bei einem Kälteeinbruch passiert auf dem täglichen Schulweg etwas Ungewöhnliches: Larrys Vater hält den Wagen an und nimmt zwei Schwarze mit, die am Straßenrand stehen. Bei den beiden handelt es sich um Alice Jones und ihren Sohn Silas. Sie riechen nach Rauch und sind ärmlich gekleidet. Larrys Vater weiß, wie die Frau heißt, und Larry vermutet, dass die beiden in der kleinen Jagdhütte leben, die auf dem Grund seines Vaters steht. Ihm fällt Alices Schönheit auf. In der Schule angekommen, gehen die beiden Jungen sofort getrennte Wege – zu ungewöhnlich ist es, dass ein schwarzes und ein weißes Kind gemeinsam den Schulweg zurücklegen. Auch an den folgenden drei Tagen nimmt Larrys Vater die beiden mit, aber am Freitag fährt Larrys Mutter ihren Sohn zur Schule: Sie nimmt die beiden nicht mit, sondern gibt ihnen zwei alte Mäntel und macht dabei eine abfällige Bemerkung. Larry hat das Gefühl, seinen Vater verraten zu haben, da er der Mutter von den beiden erzählt hatte.
An einem Samstagnachmittag einige Wochen später ist Larry draußen unterwegs, wobei er wie immer ein Gewehr seines Vaters bei sich trägt. Meist hofft er, bei diesen Ausflügen Cindy zu erblicken, die schöne 15-jährige Tochter von Cecil Walker, die sich im Sommer gelegentlich vor ihrem Haus sonnt. Heute aber schlägt er eine andere Richtung ein, westwärts. Dabei erinnert er sich an einen Vorfall, der sich etwa ein Jahr zuvor zutrug: Um von seinen Schulkameraden akzeptiert zu werden, sollte er ein schwarzes Mädchen beleidigen. Der Streich ging schief, und er musste sich entschuldigen. Seine Klasse bewarf ihn daraufhin mit Büchern und quälte ihn. Die Erinnerung daran ist ihm unangenehm, zumal er an diesem Tag auch noch von seinem Vater verprügelt wurde. Diesen Gedanken nachhängend, nähert sich Larry nun der Jagdhütte, in der Alice und Silas leben. Silas, der gerade Holz sammelt, überrascht ihn dabei. Die Jungen sprechen miteinander, und Beginn einer FreundschaftLarry bringt Silas das Schießen bei. Darüber vergessen sie die Zeit. Bevor Silas schnell zurück zur Hütte rennt, wo das Feuer auszugehen droht, beschließt Larry, ihm bis auf Weiteres das Gewehr seines Vaters zu überlassen. Auch Larry geht nun nach Hause, jedoch nicht, ohne seine Handschuhe als Geschenk für Silas zurückzulassen.
Kapitel 4
Wieder in der Gegenwart: Silas telefoniert vom Auto aus mit Angie und mit French. Silas soll zu Am TatortLarrys Haus und nicht ins Krankenhaus fahren, worüber er erleichtert ist, denn so muss er den schwer verletzten Larry nicht sehen. Am Haus angekommen, zieht sich Silas Handschuhe an und betritt sehr vorsichtig den Tatort. Er sieht die Blutlache. Daneben liegt eine Pistole. Er Erinnerungendenkt an das eine Mal zurück, als er schon einmal hier gewesen war: Larry und er hatten gemeinsam Eidechsen gefangen und dann sogar eine Schlange gefunden. Er erinnert sich auch an die Waffensammlung von Larrys Vater, aber vor allem an ihre Spiele in der Scheune (S. 69). Als er diese nun betritt, hört er ein Geräusch und zieht seine Waffe – aber es sind nur die Hühner (S. 71), die ihn allerdings so erschrecken, dass er einen Schuss abgibt. Später trifft French ein, und sie untersuchen gemeinsam den Tatort. Auch jetzt kommen bei Silas ständig Erinnerungen an frühere Zeiten hoch: Hier sind nun die vielen Bücher, von denen Larry als Kind erzählte. Selbst an Kleinigkeiten, wie das Wort »owlet« (S. 77), das Larry ihm als Bezeichnung für junge Eulen beibrachte, muss Silas denken. Hinweise auf einen möglichen Täter finden sich allerdings nur sehr wenige. French ist der Meinung, Larry habe sich selbst umbringen wollen. Die beiden sichern den Tatort ab und gehen nach Hause.
Zu Hause trinkt Silas ein Bier und macht sich bettfertig. Er sieht, dass Nachricht auf dem Anrufbeantworterder Anrufbeantworter blinkt. Es ist eine Nachricht, die Larry am Vormittag hinterlassen hat, mit der Bitte um Rückruf, selbst wenn es spät sei, denn die Angelegenheit sei wichtig.
Kapitel 5
Rückblende: Es ist der erste Rückblende: Beginn der SommerferienFerientag im Sommer 1979. Larry ist gut gelaunt und voller Energie. Er holt mit dem Fahrrad die Post und mäht noch vormittags den Rasen, damit er für den Rest des Tages mit Silas spielen kann. Ihre Freundschaft hat sich in den letzten Monaten sehr entwickelt, obwohl Silas’ Mutter ihrem Sohn den Umgang mit Larry verbietet, was Larry nicht so recht versteht und auf ihre unterschiedliche Hautfarbe zurückführt. Dennoch sind die Jungen oft gemeinsam draußen unterwegs (auch mit den Gewehren) und gehen zusammen angeln.
Mittags ist Larry mit dem Rasenmähen fertig. Weil er das ungute Gefühl hat, seinen Freund wegen ihrer unterschiedlichen Interessen (Silas ist sehr sportlich und spielt Baseball) möglicherweise zu verlieren, beschließt Larry, Cindy (sein Geheimnis) mit Silas zu ›teilen‹ (S. 87). Er bricht auf und findet seinen Freund ins Ballspiel vertieft: Er spielt alleine imaginäre Baseballszenarien nach. Larry ist von Silas’ Bewegungen und dessen Sportlichkeit beeindruckt und möchte ihn nicht stören. Stattdessen fängt er an zu lesen. Silas entdeckt ihn, und die beiden unterhalten sich über Larrys Lieblingsbücher (vornehmlich Horror-geschichten von Stephen King). Dann ziehen sie in Richtung von Cindy Walkers Haus los. Dort angekommen, sieht Larry seinen Vater, Carl Ott, auf der Terrasse stehen, was ihn sehr überrascht. Carl und Cecil Walker trinken und rauchen zusammen. Frisch aus der Dusche, mit einem Handtuch umhüllt, erscheint Cindy. Es gibt offenbar eine Auseinandersetzung. Cecil will ihr etwas verbieten, was ihr die Mutter laut Cindy aber erlaubt hat. Cecil zieht an Cindys Handtuch und Carl sieht belustigt zu. Silas verteidigt CindySilas, über die Belästigung des Mädchens empört, verlässt das Versteck. Er rennt zu den Männern und fordert sie auf, das Mädchen in Ruhe zu lassen. Diese lassen tatsächlich erstaunt von Cindy ab. Bevor die Männer ihm etwas tun können, rennt Silas davon. Larry will sich unbemerkt davonschleichen, als sein Vater plötzlich am Waldrand auftaucht, wohl um nachzusehen, ob sich dort noch andere »natives« (S. 94) aufhalten. Er erleichtert sich in unmittelbarer Nähe von Larrys Versteck, allerdings ohne seinen Sohn zu entdecken.
Auf dem Nachhauseweg fragt Silas Larry, ob er mit Cindy schon auf einem Date gewesen sei, und wundert sich etwas, dass sein Freund dem Mädchen nicht zu Hilfe eilte.
Zu Hause bei den Otts streiten sich Larry und sein Vater, denn Carl hat bemerkt, dass eines seiner Gewehre fehlt – die Waffe, die Larry seinem Freund überlassen hat. Carl ist wütend und will die Waffe zurück. Larrys Mutter mischt sich ein und fragt, wie lange Alice und Silas noch dort in seiner Hütte bleiben, denn es gehöre sich nicht, dass sie dort lebten. Sie droht, Larrys Vater zu verlassen, falls er diesen Zustand nicht ändere. Am nächsten Morgen geht Larry zu Silas. Er nimmt ein Buch mit (Nightshift von Stephen King) und fragt Silas, ob er die Waffe wiederhaben kann. Plötzlich taucht der betrunkene Carl auf. Er lacht Larry aus, weil dieser nicht bemerkt hat, dass er ihm gefolgt ist. Carl schlägt vor, dass die Jungen um das Gewehr kämpfen, weiß gegen schwarz. Der Gewinner darf das Gewehr behalten. Die Jungen wollen nicht gegeneinander kämpfen, aber Carl zwingt sie unter Gewaltandrohung dazu. Larry ist dem etwas jüngeren, aber athletischeren Silas hoffnungslos unterlegen. Carl, betrunken und noch aus der Whiskey-Flasche trinkend, feuert sie an und ermuntert sie auch noch dazu, mit unfairen Mitteln zu kämpfen. Der Verlierer, Larry, wird vom Vater verspottet. In seiner Wut und Enttäuschung nennt Ende einer Freundschaft?Larry Silas einen »nigger« (S. 103). Darauf schlägt ihm Silas ins Gesicht. Larry fällt zu Boden. Carl, betrunken, umklammert haltsuchend Silas, der sich jedoch befreien kann und davonrennt.
Kapitel 6
Wieder in der Gegenwart: Es ist nun Mittwochvormittag. Silas frühstückt bei »The Hub« und plaudert mit der Bedienung. Dann fährt er zu Larrys Larrys WerkstattWerkstatt »Ottomotive«. Dort ist alles gut gepflegt und in bester Ordnung. Wieder kommen Erinnerungen hoch: Silas denkt an eine Situation von vor vielen Jahren zurück, als er auf dem Weg zum Begräbnis seiner Mutter Larry einsam vor der Werkstatt stehen sah.
Von der Werkstatt aus fährt Silas ein weiteres Mal zu Larrys Haus. Auf der Einfahrt entdeckt er Glasstückchen. Er sammelt einige davon als mögliche Beweismittel auf und macht auch noch von einigen Reifenspuren einen Abguss. Beim Warten auf das Trocknen der Masse entdeckt er die Kippe eines Joints. Da Larry selbst keine Joints geraucht hat, hält er sie für eine nützliche Spur. Er schaut sich weiter um, wobei immer wieder Erinnerungen in ihm hochkommen. Er füttert die Hühner. Er inspiziert die Bücher, den Kühlschrank. Auf dem Speicher findet er diverse Unterlagen – und auch Fotos. Darunter sind Baby-Bilder von Larry, auf denen auch Arme und Hände einer schwarzen Frau zu sehen sind. Silas Ein Kindermädchen, eine Muttervermutet, dass sie zu einem Kindermädchen gehören. Dann entdeckt er auf einem dieser Fotos etwas Erstaunliches. Auf einem Bild ist ein Gesicht zu sehen: Es ist Silas’ eigene Mutter.
Rückblende: Als Silas 13 Jahre alt ist, gerät der damalige Freund der Mutter in Schwierigkeiten mit der Polizei, die dazu führen, dass Alice Jones mit ihrem Sohn aus ihrem Wohnort Chicago in den SüdenRückblende: Flucht in den Süden fliehen muss. Silas ist froh, nicht mehr mit diesem Mann, der ihn kaum beachtete, zusammenleben zu müssen. Die Flucht in den Süden, bei der sie hilfsbereiten Menschen begegnen, aber auch solchen, die Alice zu missbrauchen versuchen, endet just in jener Hütte, die Carl Ott gehört.
Wieder in der Gegenwart: Silas beschließt, das Foto Das entwendete Fotomitzunehmen, obwohl er damit gegen das Gesetz verstößt (denn er entwendet potentielle Beweismittel). Sein Handy klingelt. Es ist Angie. Sie wollen sich zum Mittagessen treffen.
Kapitel 7
Rückblende: Ein Tag im Jahr 1982. Cindy Walker hat Larry Larrys erstes ›Date‹gefragt, ob er sie ins Autokino begleiten möchte und sich zu diesem Zweck ein Auto ausleihen könne. Seinen Eltern präsentiert Larry den Sachverhalt etwas anders: Er habe Cindy gefragt – und nicht umgekehrt. Carl ist belustigt, weil das Autokino dafür bekannt ist, dass dort Filme mit Sexdarstellungen gezeigt werden. Er rät Larry, den größeren Wagen zu nehmen, weil er auf dem Rücksitz mehr Platz biete, und gibt Larry sogar 20 Dollar, sehr zu Larrys Überraschung. Die Mutter, die sich für Larry freut, ist von diesem Aspekt der Verabredung nicht so begeistert.
In der Schule zeigt Cindy allerdings wenig Interesse an Larry. Dennoch erfährt er eine Art Endlich akzeptiertAkzeptanz durch die anderen Jungs, als er mit ihnen über das bevorstehende Date redet. Einer seiner Mitschüler gibt ihm ein Kondom.
Am Tag der Verabredung sind Larrys Eltern redselig und erzählen einige alte Geschichten. Eine handelt davon, dass Carl Ott als Jugendlicher Cecil Walker Geld für eine Mutprobe versprach. Cecil sollte sich bei völliger Dunkelheit an einem Seil von einem hohen Baum hinunterschwingen – was trotz eines Sturzes glücklicherweise glimpflich endete.
Larry schmuggelt einige Dosen Bier aus dem Haus und fährt zu den Walkers. Dort trifft er Cecil an, der ihm erklärt, Larry müsse ihn von nun an »Mr. Walker« (S. 143) nennen. Dann packt er Larry, drückt ihn gegen die Wand und droht ihm mit Gewalt: »If you so much as get a finger in her« (143). Er fasst den Jungen so hart an den Hoden, dass Larry meint, sich vor Schmerz übergeben zu müssen. Cindy geht dazwischen, und sie steigen ins Auto.
Im Auto wird sofort klar, dass das »Date«Alles geht schief anders sein wird, als sich Larry das vorgestellt hat: Cindy befiehlt Larry, auf den Beifahrersitz zu rutschen, und fährt selbst. Sie fragt sofort nach dem Bier, das Larry ihr mitbringen sollte. Sie beschwert sich, dass er nur zwei Dosen besorgt hat und diese auch noch warm sind. Cindy trinkt beim Fahren und erklärt Larry nun den eigentlichen Sinn ihres Ausflugs: Sie fahren nicht gemeinsam ins Autokino, sondern nach Fulsom, wo Cindy ihren Freund treffen möchte. Um die Dringlichkeit dieses Treffens zu unterstreichen, sagt sie Larry, sie sei schwanger und müsse mit ihrem Freund einen Plan schmieden. Während sie sich mit ihrem Freund treffe, solle Larry alleine ins Autokino fahren und sie dann nach der Vorstellung um 23 Uhr an einem Treffpunkt abholen. Larry ist zunächst nicht einverstanden (S. 147), aber Cindy fährt weiter, steigt bei ihrem Ziel aus und erinnert Larry, sie abzuholen. Sie rennt davon, um ihren Freund zu treffen, und verschwindet aus Larrys Blickfeld.
Larry fährt ins Alleine im AutokinoAutokino und schaut sich dort den zweiten Film des Abends an. Als einige Jungs aus seiner Schule auftauchen, tut er so, als wäre Cindy mit im Auto (indem er unter der Decke mit seiner Hand Cindys Kopf simuliert). Als einer der Jungen sich Larrys Auto nähert, startet er den Motor und fährt davon. Ab viertel vor elf wartet Larry am vereinbarten Treffpunkt auf Cindy, aber sie kommt nicht. Er fährt auf und ab, malt sich verschiedene Szenarien aus. Er fährt langsam zum Haus der Walkers, in der Hoffnung, dass Cindy schon zu Hause ist, aber dort ist alles dunkel. Plötzlich erscheint Cecil, betrunken, und beschimpft ihn. Er zieht Larry aus dem Wagen und würgt ihn. Just in diesem Moment kommt Cindys Mutter von der Spätschicht heim. Von Cindy gibt es keine Spur. Eine halbe Stunde später trifft der Sheriff ein. Er befragt Larry zum Verlauf des Abends. Einige Details (z. B. die angebliche Schwangerschaft Cindys) erwähnt Larry nicht. Der Sheriff rät abzuwarten. Cecil ist mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden. Doch der Sheriff geht wieder. Zuvor hat er Larry durchsucht und in dessen Hosentasche ein Messer entdeckt. Cindy kehrt nie mehr nach Hause zurück.
Larry gilt von nun an als Hauptverdächtiger in dem Fall. Niemand scheint von einem Freund Cindys zu wissen. Die meisten Menschen halten Larry für einen Mörder und Vergewaltiger. Das Familienleben der Otts bricht zusammen. Ein Jahr später geht Larrys Schicksal ist besiegeltLarry zur Armee. Beim Militär kommt Larry gut zurecht. Nach einigen Jahren stirbt sein Vater bei einem Verkehrsunfall – er war in den letzten Jahren zum Alkoholiker geworden. Larry, inzwischen ausgebildeter Mechaniker, wird ehrenvoll aus der Armee entlassen und übernimmt die Werkstatt seines verstorbenen Vaters. Allerdings kann er nicht von seinen Einnahmen als Mechaniker leben, sondern bestreitet seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf seines Grundbesitzes an das örtliche Sägewerk. Er führt eine einsame Existenz.
Kapitel 8
Wieder in der Gegenwart: Silas verbringt seine Mittagspause im Lokal, wo seine Mutter früher gearbeitet hat. Angie erscheint. Die beiden unterhalten sich über Larry Ott. Angie hält es für möglich, dass Larry töten könnte, aber Silas ist anderer Meinung. Er verrät, dass sie beide früher befreundet gewesen waren. Silas erzählt ihr die ganze Geschichte seines Umzugs von Chicago in den Süden und auch vom Beginn und vom Ende der Freundschaft mit Larry. Er fügt hinzu, dass Larry schon als Schüler als Larry – ein Außenseiterseltsam galt. Ausführlich berichtet er von einer Halloween-Feier, bei der Larry eine äußerst realistisch erscheinende Maske trug und große Anerkennung und Akzeptanz genoss – aber nur scheinbar. Denn kaum war die Veranstaltung zu Ende, kaum hatte Larry die Maske abgenommen, war er wieder der Außenseiter Larry, der die Feier, ohne Anschluss zu finden, wieder verließ und über den nachher alle redeten. Angie fragt Silas, ob er auch Cindy gekannt habe, was Silas verneint. Angie muss wieder zurück zur Arbeit.
Silas geht nun zum Krankenhaus, um Larry zu besuchen, der dort auf der Intensivstation liegt. Er ist immer noch bewusstlos und steht unter Medikamenten. Silas verlässt das Krankenhaus bald wieder und besucht Larrys Mutter im Pflegeheim. Er erfährt dort, dass Larry mehrmals in der Woche seine Mutter besucht. Eine Unterhaltung mit der dementen Mrs. Ott ist nicht möglich – zu fortgeschritten ist ihre Demenzkrankheit, und heute hat sie einen schlechten Tag. Silas geht zurück zum Auto.
Wieder verfällt Silas in Erinnerungen. Er denkt an einen Tag zurück, als er und Larry gemeinsam Rasen gemäht haben. Larry hatte ihm den Umgang mit dem Rasenmäher beigebracht. Silas mähte, während Larry zuschaute, aber als Carl Ott nach Hause kam, übernahm Larry. Um Ärger zu vermeiden, musste sich Silas zurückziehen, hörte aber noch, wie Larry für seine Arbeit gelobt wurde. In dieser Situation wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er keinen Silas’ VaterlosigkeitVater hat. Heute ist ihm allerdings klar, dass er doch einen Vater hatte, und zwar einen weißen, der sein Dienstmädchen geschwängert und daraufhin nach Chicago geschickt hatte. Er fragt sich, ob es die Hütte auf dem Grundstück der Otts noch gibt, in dem er und seine Mutter nach ihrer Rückkehr aus Chicago unterkamen, und beschließt, dorthin zu fahren.
Auf dem Weg dorthin kontrolliert er einen Quadfahrer. Der junge Mann hat wohl gerade erst Bier getrunken. Er heißt Wallace Stringfellow. Silas fällt ein schmutziger Kissenbezug auf, der hinter dem Rücksitz des Quads verstaut ist. Er verzichtet aber auf eine gründliche Kontrolle und spricht stattdessen eine Warnung aus. Auf dem Grundstück der Otts angekommen, läuft er zur Hütte. Sie scheint seit langer Zeit verlassen und mittlerweile zugewachsen. Doch an einem der Fensterrahmen ist deutlich zu erkennen, dass jemand vor kurzem das Fenster geöffnet hat. Silas sieht durch das Fenster und erkennt, dass jemand unter dem Bett ein Tina Rutherfords Leiche wird entdecktGrab geschaufelt hat.
Kapitel 9
Rückblende: Als Larry an einem Freitagnachmittag im November (vermutlich knapp zwölf Monate vor Tina Rutherfords Verschwinden) auf der Terrasse ein Buch liest, Unerwarteter Besuchtaucht ein junger Mann auf. Er erklärt, im Auftrag von DIRECTV unterwegs zu sein und preist Larry eine Satellitenschüssel an. Larry erkennt in dem jungen Mann einen Jungen, den er etwa zehn Jahre zuvor in seiner Scheune beim Spielen erwischt und mit seiner Horrormaske erschreckt hatte. Der Mann stellt sich nun als Wallace Stringfellow vor. Eigentlich hat Larry kein Interesse an weiteren Fernsehsendern, doch lässt er sich zum Kauf einer Satellitenschüssel überreden, die Stringfellow am kommenden Montag auf dem Dach montieren möchte. Kaum überraschend erscheint der junge Mann jedoch nicht zum vereinbarten Termin.
Erst zwei Monate später lässt sich Wallace Stringfellow – ein Freund?Stringfellow wieder bei Larry blicken. Dieses Mal kommt er jedoch nicht mit dem Lieferwagen von DIRECTV, sondern mit seinem Quad. Er bringt Bier mit, trinkt und erzählt von seinen Hunden. Er hört gern zu, als Larry davon berichtet, wiederholt von gewalttätigen Jugendlichen belästigt worden zu sein. Schließlich gibt Stringfellow zu, niemals für DIRECTV gearbeitet zu haben, stattdessen hat er den Lieferwagen genutzt, um mit Larry in Kontakt zu kommen. Er bietet Larry an, ihm seinen Hund als Wachhund zu überlassen und ihm eine Satellitenschüssel zu installieren, aber Larry lehnt ab.
Bei einem zweiten Besuch spricht Stringfellow in einer sehr direkten Art über Sexualität und macht dabei auch Larrys Jungfräulichkeit zum Thema. Larry wiederum sagt, dass er wisse, dass es Stringfellow gewesen war, den er vor zehn Jahren in der Scheune erwischt habe. Der junge Mann gibt das zu, sagt aber, dass er damals schon eine Woche später wiedergekommen sei, allerdings nicht um weiter in der Scheune sein Unwesen zu treiben, sondern um zu angeln. Zum ersten Mal hatte Stringfellow von Larry Ott in der 4. Klasse gehört. Langsam wird klar, dass Stringfellow ihn gezielt aufsucht, dass er also Larrys Nähe sucht. Stringfellow erzählt auch von einer Begegnung in einer Kirche, und tatsächlich erinnert sich Larry an einen Jungen, der ihm nach dem Gottesdienst einmal hinterhergerufen hatte.
Stringfellow raucht Marihuana und bietet auch Larry einen Joint an, aber er lehnt ab. An Weihnachten schenkt er Larry eine Pistole mit der Nachricht »Merry Xmas, Larry, from Santa‹« (S. 202). Auch am Silvesterabend sucht der junge Mann Larry auf, und bald kommt er regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche, auch um Bier zu trinken und zu rauchen. In den Gesprächen zeigt er sich vor allem an sexuellen Themen interessiert. Eines Abends fragt er nach dem Mädchen, das Larry ermordet haben soll, aber Larry hat nicht viel dazu zu sagen. Stringfellow kommt auch auf die Hütte zu sprechen, in der Silas mit seiner Mutter gelebt hatte. Als sie leerstand, sei er oft durch das Fenster in die Hütte geklettert. Im Rausch gibt er zu, darüber phantasiert zu Wallace’ krankhafte Gewaltphantasienhaben, dass Larry ihn würgt und festhält, dass sie dann aber Freunde werden. Seine Phantasien reichen noch weiter: Er beginnt über Vergewaltigung zu sprechen, in einer Art, die Larry abstößt, Stringfellow selbst aber sexuell erregend findet. Larry geht nicht auf das Gerede, geschweige denn auf die offensichtliche Erregtheit Stringfellows ein und zieht sich zurück. Stringfellow wird wütend, beschimpft Larry, zerstört die Scheinwerfer seines Autos und fährt auf dem Quad davon. Stringfellow bleibt in den nächsten Wochen fern. Larry versucht, ihn telefonisch zu erreichen, gibt aber bald auf. Er will seiner Mutter von seinem ›besonderen Freund‹ berichten, aber sie versteht ihn nicht.
Kapitel 10
Es ist nun Montag, und eine Woche ist vergangen, seit Silas in der Hütte das Nach der Entdeckung des GrabsGrab gefunden hat. Darin befand sich tatsächlich die Leiche des vermissten Mädchens Tina Rutherford, die inzwischen beerdigt wurde. Seit dem Leichenfund fährt Silas jeden Tag zu Larrys Haus und kümmert sich dort unter anderem um die Hühner. Zudem hält er vor Larrys Zimmer im Krankenhaus Nachtwache. Er sieht Angie nur noch selten, wohl deswegen, weil er sich scheut, ihr die Wahrheit über seine Beziehung zu Larry und Cindy zu sagen. Silas erfährt, dass sich bereits am Tag, als Larry ins Krankenhaus eingeliefert wurde, ein junger Mann nach Larry erkundigt hat, um zu erfahren, ob er wieder bei Bewusstsein sei. Der Mann sei mager gewesen und hätte irgendwie sehnig ausgesehen (»stringy-looking«, S. 218). Einmal, als Silas Larry nachts bewacht, meint er, eine Gestalt gesehen zu haben, ist sich jedoch nicht sicher, ob er vielleicht doch geträumt hat.
Silas muss wieder den Verkehr regeln. Sein Handy klingelt. Es ist Brenda vom Bei Mrs. Ott im PflegeheimPflegeheim, die ihm mitteilt, dass Larrys Mutter heute einen guten Tag hat. Silas fährt zu Mrs. Ott. Er fragt sie nach seiner eigenen Mutter und zeigt ihr das Foto, aber Mrs. Ott kann sich nicht erinnern. Sie weiß nur, dass Alice schwanger wurde und gehen musste.
Abends trifft sich Silas mit Angie und erzählt ihr die Wahrheit über Cindy: Silas’ Geschichte – und Angies ReaktionSilas und Cindy waren während ihrer Schulzeit ein Paar. Weil sie ihre Beziehung geheim halten mussten, trafen sie sich im Wald oder im Auto. Cindy hatte sich an dem Tag in Silas verliebt, als er ihr aus dem Versteck zu Hilfe eilte. Als Cindy sich mit Larry zum Autokino verabredete, wollte sie eigentlich Silas treffen. Silas ist somit die letzte Person, die sie noch lebend gesehen hat. Angie erkennt sofort, dass Silas Schuld trifft: Indem er schwieg, ließ er Larry im Stich, weil dieser nun als Täter gelten musste.
Am nächsten Tag fährt Silas wieder zu Larrys Haus. Beim Anblick des ungemähten Grases verliert er sich wieder in Erinnerungen. Dann bekommt er einen Anruf: Larry ist aus dem Koma aufgewacht.
Kapitel 11
Larry ist nun Larry wacht aus Koma aufwach und wird von French befragt. Auch ein Polizist, der sich damals mit dem Fall von Cindy Walker beschäftigt hat, ist anwesend. Beide halten Larry für den Mörder von Cindy Walker und Tina Rutherford und empfehlen Larry zu gestehen. Larry, noch sehr schwach und benebelt, kann sich nicht an alle Geschehnisse der letzten Tage erinnern und willigt halb ein.
Kapitel 12
Silas betritt nun Silas spricht mit LarryLarrys Krankenhauszimmer. Er ist besorgt, dass French Larry bereits zu einem Geständnis überredet haben könnte. Larry bittet Silas zu bestätigen, dass sie als Jungen befreundet gewesen waren. Silas kommt dieser Bitte nach und gibt zudem zu, dass er der Letzte gewesen sei, der Cindy Walker noch lebend gesehen hatte. French ist hierüber mehr als überrascht. Die Befragung Larrys wird beendet.
Die beiden Polizisten gehen mit Silas zum Polizeirevier, wo er die ganze Silas’ GeheimnisGeschichte über sein Verhältnis zu Larry und Cindy erzählt. Nur die Tatsache, dass er Larrys Halbbruder ist, erwähnt er nicht. Dennoch hält French nach wie vor Larry für den Hauptverdächtigen. Silas kehrt noch einmal zu Larry ins Krankenhaus zurück, um zu fragen, wer auf ihn geschossen hat, denn er vermutet, dass der Schütze auch der Mörder von Tina Rutherford ist. Larry beantwortet diese Frage jedoch nicht.
Ein Abend in der BarAbends betrinkt sich Silas im »Chabot Bus« (dabei handelt es sich um einen zur Bar umgestalteten ausrangierten Schulbus). Er kommt dabei mit Irina ins Gespräch, mit der Frau also, in deren Briefkasten sich eine Klapperschlange befand. Sie trinken zusammen und flirten. Sie erzählt ihm von einem Erlebnis einer Freundin: Diese sei mit einem jungen Mann namens Wallace Stringfellow zusammengewesen. In seiner Wohnung hätten sich viele Schlangen und auch Waffen befunden. Stringfellow sei sehr aufdringlich und gewaltbereit gewesen. Obwohl Silas ziemlich betrunken ist, erinnert er sich an den Mann, den er auf dem Quad angehalten hat. Er erkennt, dass es sich wohl um eben jenen Mann handelte. Irina und Silas trinken weiter und fahren anschließend zu Irinas Wohnung. Dort zieht ihr Silas die Stiefel aus, und es kommt fast zu Intimitäten, aber er besinnt sich noch und geht nach Hause.
Kapitel 13
Larry sieht im Krankenhaus fern undDie Erinnung kommt zurück erinnert sich dabei an verschiedene Kindheitserlebnisse. Er denkt auch über Wallace Stringfellow nach und erinnert sich, dass dieser eines Nachts einige Tage nach dem Verschwinden Tina Rutherfords bei ihm auftauchte und sagte: »I done something« (S. 268). Er beschließt, French zu sagen, dass er eine klare Vorstellung davon hat, wer Tina Rutherford ermordet und auf ihn geschossen hat.
Kapitel 14
Silas hat einen Kater. Als er an Larrys Werkstatt vorbeifährt, sieht er, dass dort randaliert wurde und die Worte »Serial Killer« (S. 274) an die Wand des Gebäudes gesprüht wurden. Er fährt weiter zu Larrys Haus. Dort sieht er sich noch einmal die Reifenspuren genau an, die ihm bereits zuvor dort aufgefallen sind. Es sind die Spuren eines Quads. Er beschließt daraufhin, zu Wallace Stringfellow zu fahren.
Im Vorgarten von Stringfellows Haus ist ein großer Kampfhund angekettet. Über Funk teilt Larry seiner Kollegin Miss Voncille mit, dass er gleich mit Stringfellow sprechen wird. Als Silas und der MörderStringfellow auf der Veranda auftaucht, erklärt ihm Silas, dass er sich mit ihm über seinen Hund unterhalten möchte, und zwar im Haus. Sie gehen nach drinnen, und Silas sieht dort eine große Schlangensammlung – und eine Zombie-Maske. Er stellt Stringfellow viele Fragen – auch zu den Schlangen. Stringfellow schwitzt und ist sichtbar nervös. Er verlässt das Haus und lässt den Hund von der Kette, der Silas sofort angreift. Dann fallen Schüsse: Stringfellow schießt auf Silas, der mit dem Hund kämpft. Es gelingt Silas, seine eigene Waffe zu ziehen und den Hund zu erschießen. Stringfellow flieht. Silas schießt auf ihn, trifft ihn am Bein, aber Stringfellow kann im Wald verschwinden. Schwer verletzt, schleppt sich Silas zurück in die Wohnung und sucht ein Telefon (sein Handy kann er nicht finden). Er stürzt und reißt dabei ein Terrarium mit um. Nun liegt er blutend am Boden, neben seinem Kopf kriecht eine Klapperschlange.
Kapitel 15
Larry, der sich im Krankenhaus die Zeit mit der Lektüre von Kurzgeschichten von Stephen King vertreibt, will French sprechen. Er erfährt vom Aufseher, dass das momentan nicht möglich sei, da ein anderes Verbrechen stattgefunden habe. Silas sei bei diesem Vorfall von einem Kampfhund attackiert und schwer verletzt worden. Larry errät sofort, dass es sich dabei um Larry nennt den TäterStringfellows Hund handeln muss. Der Aufseher kontaktiert daraufhin French per Funk, und Larry erzählt ihm, dass Stringfellow von der Hütte, in der Tina Rutherfords Leiche gefunden wurde, wusste und dass er ihn, als er angeschossen wurde, anhand seiner Stimme und eines hinter der Maske sichtbaren Auges erkannt habe.
Am Abend kommt French ins Krankenhaus. Er bringt die Zombie-Maske mit und fragt Larry, ob sie ihm gehöre. Außerdem fragt er Larry nach seinem Verhältnis zu Wallace Stringfellow. Dieser antwortet, dass er ihn für einen Freund gehalten habe, was French überrascht. Larry vermutet, Stringfellow habe in ihm wohl eine Vaterfigur gesucht. French verlässt den noch mit Handfesseln gesicherten Larry Ott, der darüber nachdenkt, inwiefern er Schuld an den Ereignissen trägt. Wiedervereint?Eine Krankenschwester tritt ein und bringt einen neuen Zimmernachbarn: Es ist Silas.
Kapitel 16
Dass Silas nun bei Larry im Krankenzimmer liegt, war sein eigener Wunsch, der zudem von French abgesegnet wurde. Im Fernsehen kommt ein Bericht über die Ereignisse: Nach der Schießerei mit Silas hat sich Stringfellow umgebracht. Im Fernsehen erklärt French Larry Otts Unschuld, will aber keine weiteren Fragen beantworten. Silas Enthüllungenerzählt Larry, dass er herausgefunden hat, dass sie Halbbrüder sind. Larry hatte das allerdings schon vermutet. Silas erzählt, er habe Larry früher um den Vater, das Haus und das Land beneidet. Larry erwidert bitter, dass Silas ihn wohl in seiner jetzigen Situation nicht mehr beneide. Er lässt eine Krankenschwester kommen und äußert den Wunsch, in ein anderes Zimmer verlegt zu werden.
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