Kitabı oku: «Aktiviere Deine Selbst-Liebe in der Seelenakademie», sayfa 2

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Das Gefühl Hildegards, nicht gut genug zu sein, wollte einfach nicht vergehen. Der Kriegsschauplatz Hildegard verbarg hinter all der Dunkelheit ein großes Licht, welches sie sich mühsam wiedererwarb. Jeder noch so kleine Schritt brachte sie diesem Licht näher. Der Strahl des Urvertrauens, der göttlichen Anbindung, holte sie durch unmessbarem Geröll ins Licht. Er zog sie durch diese schweren Massen hindurch direkt ins Licht. Ihre Aufgabe zeigte sich nicht nur in der Führung ihres Klosters, sondern auch in der Führung ihrer Ahnen. Ein Ahnenfeld von sieben Generationen baute sich vor ihr auf. Und wieder war sie in der göttlichen „Pflicht“, hier Licht einfließen zu lassen. Energien von Tobsucht, kriegerischen Auseinandersetzungen, Hass, Missgunst, Folter und Unversöhnlichkeit ließen sie erahnen, welche Leistung sie zu erbringen hatte. Alles wartet auf Liebe, eine Liebe tiefer Vergebung und Versöhnung. Schubweise ließ sie diese in ihre Ahnen fließen, sodass alte Wunden heilen und Familien zusammengeführt werden konnten, die durch jahrhundertealte Fehden zerrüttet worden waren. Es war ein Akt größter Liebe und Anstrengung. Hier zeigte sich ihre große Seele mit unerschütterlichem Herzen für die göttliche Liebe. Hildegard wies genau diese Eigenschaft auf. All der unerlöste Schmerz ihrer Ahnen nagte auch an ihr und ließ sie für ihre Schwestern auch mal hart oder unnahbar erscheinen. Aber dieser Schein zeigte nur einen Aspekt. Die Liebe in ihrem Herzen versiegte nicht. Die Erfüllung ihrer Aufgabe verzehrte sie phasenweise, dennoch fand sie immer wieder zur Kraft zurück. Die Härte in ihr bereitete ihr Kummer und Selbstzweifel, die sie im Tanz mit den Seelenkräften aber wieder ablegen konnte. Der Mensch in ihr brachte alle Facetten zum Vorschein, die göttliche Liebe in ihr ließ sie wachsen und eine innere Zufriedenheit ans Tageslicht bringen.

Sie gewann an Selbstvertrauen durch ihr Urvertrauen, sie gewann an Selbstglaube durch ihren tiefen Glauben. Sie gewann an Gleichgewicht durch ihre Erfahrungen und ihrem inneren Verständnis über ein gesundes Maß. Sie blühte auf, das konnte auch ihr schwarzes Gewand nicht verstecken. Ihre Liebe durchbrach dieses Gewand, ihr Licht berührte die Menschen und füllte somit ihr Kloster. Ein Diamant erleuchtete sich und seine Umgebung in ein Lichtkleid der Heilung. Es gab kein Zurück mehr, all das Klagen hörte auf. Die Wände der heilenden Ur-Kirche, der Seelenakademie, bauten sich lichtvoll auf. Ein Engel auf Erden erstrahlte in vollem Glanz. Es gab nur noch ein Miteinander. Himmel und Erde vereinten sich in ihr. Sie erkannte, wenn auch zaghaft, ihr göttliches Ich-bin in ihr, ihre Ur-Kraft, die Ur-Frau in ihr bäumte sich auf. Das heilende Weibliche umgab sie und so gelang es ihr, all die Hürden zu überwinden und eine Persönlichkeit zu entwickeln, die ihres gleichen sucht. Sie lebte sich selbst, ihre Aufgabe, ihre Liebe, ihren Glauben, ihre Kraft als Heilerin.

In allen Werken der Hildegard von Bingen spiegelt sich ihre göttliche Liebe wider, der Glaube an Heilung, Gottes Wertschätzung dem Menschen gegenüber und das einzigartige Heilpotential. Eine ganzheitliche Heilkunde übergibt sie uns, die an Aktualität nicht verliert. Die Sprache mag ungewöhnlich erscheinen, aber das steht ihr nach fast 900 Jahren auch zu. Sie komplett zu entschlüsseln, stellt sich auch als Herausforderung dar, das Lesen und Erkennen zwischen den Zeilen ist notwendig. Dieses Geschenk Gottes, das Hildegard weitergeben darf, ist für alle Zeiten auf Papier gebracht. Alle Ebenen wurden einbezogen. Hildegard wusste um die heilenden Energien, die sich durch jedes einzelne Werk ziehen, aber nicht explizit als Wort zu lesen sind. Man kann sie spüren. All die Werke sind mit den Energiegesetzen durchflochten, den Gesetzen des Lebens. Hildegard wusste um diesen Schatz, der Offenbarung des Lebens durch Gott.

Hildegard schaute die Tugenden, die Seelenkräfte als eine Art Leiter in der Seelenakademie „Ur-Kirche“. Jede einzelne stellte sich ihr vor und gab ihr die Antworten zur Heilung mit. Aus Sicht der Dualität von hell und dunkel (jeder Kraft ist eine Gegenkraft zugeordnet) erweisen sich die Tugenden als die lichtvolle Seite. Die sogenannten Laster, die krankmachenden Lebensmuster (die Gegenkräfte), offenbarten sich Hildegard ebenfalls. So schrieb sie auf, wie diese Muster unser Leben, unsere Gesundheit negativ beeinflussen. Gott schenkt uns diese. Hierdurch dürfen wir erfahren, wie es sich anfühlt, entfernt von Licht und Liebe (Kälte und Dunkelheit) zu leben. Und dennoch ist Sein Licht immer in uns. Durch unseren Verstand und unser Ego gibt Gott uns „Instrumente“, um Laster anzunehmen, sie zu spüren und mit ihnen zu leben. Geraten wir in ein Ungleichgewicht, sodass die Laster (Hass, Neid, Wut) an Stärke gewinnen, geben der Verstand, unsere Sinne, unser Körper Signale zur „Umkehr“. Hier entscheiden wir, in welche Richtung es geht. Das Geschenk von Leben in all seinen Facetten gibt sich uns hin. Die Seelenakademie ist als eine Lichtform zu verstehen, die altes Heilwissen in sich trägt und durch deren Berührung unser innerer Arzt aktiviert wird. Die Ur-Kirche als Seelenakademie präsentiert sich als große Heilerin und Lehrerin, ein Ort, an dem Erlösung geschenkt wird, Wissen vermittelt wird, die Seelen auf ihre Reisen vorbereitet werden. Sie ist Trägerin der Seelenkräfte und Arbeitsstätte geistiger Lehrer. Jeglicher Schmerz ist hier zur Transformation willkommen. Schicht für Schicht wird reingewaschen. Unser gesamtes Körpersystem und unsere Energiefelder dürfen sich reinigen. Die Auswirkungen dieser Reinigung lassen uns tiefste Liebe, Vertrauen, Glauben, Barmherzigkeit in unseren Herzen wiedererfahren. Ein Ort der bedingungslosen Liebe für jeden einzelnen offenbart sich.

Über die Leiter der Seelenkräfte (Stufe für Stufe) gelangen wir schrittweise in die Freiheit zurück. Krankmachende Lebensmuster lösen sich auf. Dafür ist Mut gefragt, Einsicht und Vertrauen. Es ist eine Freiheit, die uns die Leichtigkeit des Daseins schenkt. Unser Lichtkleid (unsere Aura) erhält eine Stabilität (Schutz), die uns niedere äußere Umstände abprallen lässt. Der Weg in diese Stabilität ist mit vielen Prüfungen gespickt, aber begehbar. Die Seelenkräfte warten nur darauf, ihn mit uns gemeinsam zu gehen. Keine der Seelenkräfte stellt eine Wertung dar, sie sind reine göttliche Liebe und tief im Seelennetz verknüpft. Hildegard bezeichnet die Tugenden als starke „Arbeitskräfte“ Gottes. Sie begegnen uns mit tiefer Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe. Wie Engel geben sie uns Impulse, ohne sich dabei auf ein Podest zu stellen. Sie sehen all das Göttliche in uns, aber auch unser Hadern als Mensch. Nichts macht sie glücklicher, als uns mit ihrer heilenden Liebe zu dienen und somit Gottes Liebe in eine noch größere Ausstrahlung zu bringen.

Hildegard beschreibt in ihrem Werk „Scivias“ unter anderem sieben Tugenden als sieben Gaben des Heiligen Geistes. Hildegard sieht diese Tugenden als einen Turm von 4 Ellen Breite und 7 Ellen Höhe. Die Breite bilden die vier Elemente, die Höhe die sieben Gaben. Sie sieht die Vervollkommnung des Menschen durch die Tugenden, die Seelenkräfte. Eine starke Säule sollen sie sein in unserem Leben. Genau diese sieben Tugenden (von insgesamt 35) sind auf den nächsten Seiten beschrieben. Sie in unser Leben zu integrieren, erleichtert den Weg der Heilung und des inneren Wachsens und Wandels. Jede negative Konditionierung, jedes krankmachende Denk- und Verhaltensmuster wartet auf Auflösung, auf Umwandlung. Es ist eine Arbeit mit dem eigenen Innersten (unseren Schattenseiten), und hier warten schon die Seelenkräfte und Geistführer, um uns an die Hand zu nehmen. Charaktereigenschaften bauen sich oftmals wie eine Mauer auf und versperren den Weg. Muster vergangener Generationen gelangen immer intensiver ins Bewusstsein und das Gefühl von Fremdbestimmung zeigt sich uns. Der Weg ins eigene Ich, in unseren Ursprung, wartet darauf, betreten zu werden. Und hier bringt uns die eine oder andere Hürde ins Schleudern. Die Seelenkräfte dürfen aus ihrer Verbannung in uns befreit werden. Ihre Energien warten darauf, endlich wieder heilend auf uns einzuwirken. Geben wir ihnen die Möglichkeit dazu!

In den nächsten Kapiteln beschreibe ich genau diese sieben Seelenkräfte, die Hildegard als Tugenden aufzeigt. Ich möchte versuchen, die Sprache zu vereinfachen und so das negative Wertungsbild der Tugenden aufzubrechen. Die negativen Energien, die ihnen durch Moral aufgestülpt wurden, dürfen jetzt gelöst werden. Die Seelenkräfte sind an keinerlei Bedingungen gebunden, sie sind reine Liebe, genauso wie die Tugenden. Dennoch wurden die Tugenden in der Sprache über Jahrhunderte missbraucht (durch vorgegebene Werte und Bedingungen).

Teil 1 des Seelenprogramms - Arbeit mit den Seelenkräften

1. Seelenkraft Selbst-Wertschätzung (Tugend Demut)

In der Seelenkraft Selbst-Wertschätzung (Hildegards Bezeichnung = Demut) entfaltet sich die Königin der Tugenden. Die Demut präsentiert sich als das stärkste Fundament aller lebensbejahenden Muster im Menschen. Aber was verbirgt sich hinter dem Wort/Begriff Demut? Die Demut steht in starker Verbindung zu Achtung und Respekt Gott und sich selbst gegenüber. Demut heißt, in göttlicher Ordnung zu sein, Kommunikation auf Augenhöhe, den göttlichen Gesetzen zu folgen. Ich nehme mein Leben an, das Göttliche in mir. Ich schaue auf mein Leben. Was hat es mir zu bieten? Was darf ich erfahren, lernen? Wo besteht Bedarf für Veränderungen? Ich bin dankbar, mit diesem Leben, mit dieser Inkarnation, meiner Seele die Möglichkeit einer Weiterentwicklung geben zu können.

Die kraftvollen und heilenden Energien der Tugend-Begriffe sind durch die Moralpredigten zu einer Art leere Hülse geworden. Auf der einen Seite zeigen sich die Seelenkräfte mit ihren machtvollen Energien, auf der anderen Seite zeigen sich die vom Menschen „gemachten“ Tugenden (Werte und Bedingungen). Heute schrecken wir doch eher vor dem Begriff Tugend zurück, als dass wir dahinter eine Seelenkraft vermuten würden. Hier ist es wichtig zu unterscheiden. Die Tugenden aus Sicht von Moral, als Machtmittel, erzeugen keine heilenden Kräfte. Ganz im Gegenteil, hier werden Abhängigkeiten erzeugt, auch die einer Prägung. Die Seelenkräfte aber erreichen uns auf ganzheitlicher Ebene und stärken unser gesamtes Energiesystem – innen und außen. Alle Körper (physisch, emotional, mental, spirituell) profitieren von ihnen. Sind die Seelenkräfte aktiv, gerät das Netzwerk in Bewegung. Diese Kräfte können Wunder bewirken. Festsitzende Energien geraten in Wallung und können sich endlich zeigen. So gelangen alte Wunden, alter Schmerz, krankmachende Verhaltensmuster ins Bewusstsein. Die heilenden Schwingungen können endlich ihre Arbeit erledigen. Nun ist jeder einzelne gefragt, diese Seelenkräfte für sich in Anspruch zu nehmen. Die eine Kraft wird von der anderen „mitgerissen“, und das ganze Netzwerk beginnt zu tanzen. Es zeigt sich wie ein Freudentaumel, wie eine Befreiung aus einem Gefängnis.

Beten, das nicht aus dem Herzen heraus erfolgt, sondern nur vom Verstand her oder aus Pflichtgefühl, ist hohl, energie- und kraftlos. So eine Tat hat nichts mit Demut zu tun. Demut ist Hingabe zu mir selbst und meinem göttlichen Licht (meinen Seelenkräften) in mir, reine Dankbarkeit. Demut heißt: nicht kuschen, klein machen, betteln oder unterwerfen. Hier befinde ich mich völlig außerhalb der Demut, denn so zeigt sich die Opferrolle. Ich bin nicht in Einheit mit mir und meinem göttlichen Potential, meiner Seelenkraft. Aus der Demut können wir z. B. fallen, wenn wir aus der Kommunikation auf Augenhöhe geraten, wenn wir bewerten und urteilen. Aber auch ständiges Jammern und Kuschen zeugt nicht von Demut. Die Demut zeigt uns den Weg in die Selbst-Liebe. Sie erweist sich hier als große Lehrerin und öffnet uns das Vertrauen in unser lichtvolles Potential. Ihr Funke bringt dieses zum Leuchten. Jeder einzelne kleine und größere Schritt durch uns erfreut ihr Herz. Es ist reinste bedingungslose Liebe, die uns tief berührt. Das Annehmen von Krankheiten, Herausforderungen, neuen Aufgaben erweist sich als Türöffner zur Selbst-Liebe. Ich übernehme Verantwortung für mein Leben, meinen Seelenplan. So gelange ich in ein Gefühl von Sicherheit, von göttlicher Sicherheit. Alles ist in mir. Alles darf gesehen werden.

Demut lässt sich gut als dankbare Einheit von Gott und Mensch beschreiben. All das göttliche Potential in mir bringt mich in diese Einheit. Es gibt kein Warum mehr, nur noch das Annehmen, das Hinschauen, das Handeln. Das göttliche Potential in mir trägt all die Kraft und Energie, die ich für Veränderungen brauche. Zapfe ich diese Energiequelle an, öffnet sich ein Meer von Möglichkeiten. Auch wenn ich die Schritte allein gehen muss, bin ich nicht allein. Die Energiequelle in mir sowie die Seelenkräfte gesellen sich als ständige Begleiter hinzu. Ich erlebe wieder die Einheit von Himmel und Erde. Gott präsentiert sich uns nicht auf einem Podest.

Er kommuniziert mit uns auf Augenhöhe in reinster Liebe und schließt dabei niemanden aus. Er möchte gar nicht auf ein Podest gestellt werden oder dass wir vor Ihm knien. Er ist in uns. Respekt und Achtung sind die Werkzeuge dafür. Seine Wertschätzung ist eine Energie, die immer wieder unsere Wertschätzung ins Licht stellt. Wie sehr freut Er sich, wenn wir unseren Wert sehen, fühlen, ihn zu schätzen wissen und somit auch den Gott in uns. Eine ganzheitliche Kommunikation ist eine authentische, die bis auf Seelenebene erfolgt. Man kann sie als Seelenkommunikation bezeichnen. Verstandes-, Emotional- und Seelenebene kommunizieren miteinander. Diese Art von Kommunikation ist wieder zu erlernen. Es erfolgte zu einer Zeit eine Trennung, eine Abstufung auf Verstandesebene (Bewertungen, Denken in Schubladen, Beweise). Die emotionale Ebene wurde vernachlässigt und kaum noch miteinbezogen.

Die Demut (als erste der sieben Tugenden einer Säule – so Hildegard von Bingen) fordert uns auf, „auf die Niedrigkeit des Fleisches zu schauen“ und dann „mit freudigem und ruhigem Herzen stufenweise von Tugend zu Tugend fortzuschreiten“, dabei keinen Schritt zu überspringen, sondern an der Wurzel zu beginnen.1 Was versteht Hildegard unter Niedrigkeit des Fleisches? Es sind all die schmerzhaften Erinnerungen, Verletzungen, Hassgedanken, Selbstverleugnungen, aber auch Gier, Missgunst, Ich-Bezogenheit, Askese usw., die in unseren Zellen als Energie sitzen. Hildegards Sprache fühlt sich manchmal hart an, aber wir dürfen nicht die Zeit vergessen, in der sie lebte. Die Menschen brauchten genau diese Begrifflichkeiten, denn sie passten in die damalige Sprache der Institution Kirche. Auch heute spüren wir, dass es Phasen in unserem Leben gibt, in denen in uns das Gefühl des Feststeckens aufkommt. Wir holen uns Rat und schaffen es dennoch nicht, aus unserem Denkmuster oder dem sog. Hamsterrad auszusteigen. Die belastende Energie hält uns gefangen und wir geben uns ihr hin – es ist eine schwere Zeit für unsere Seelenkräfte. Gerade jetzt ist ein ehrliches Wort angesagt. Dies kann auch mal schmerzen, aber dieser „kleine Tritt“ bewirkt Wunder, wenn wir danach unseren inneren „Schweinehund“ überwinden. Plötzlich gelangen die Energien in Bewegung, und es geht weiter. Wir finden wieder Lösungen. Die niederen Energien transformieren sich in lichtvolle Energien. Das Herz strahlt wieder. Es sieht unsere Bereitschaft zur Veränderung. Die Demut als Seelenkraft nimmt uns an die Hand und führt uns ins Licht. Diese einzigartige weibliche Seelenkraft kennt den Weg. Altes darf gehen, Neues zeigt sich. Ein Glücksgefühl entspringt unserem Herzen. Das große Geschenk Gottes besteht unter anderem auch darin, dass wir jederzeit in diese Prozesse der Veränderung starten dürfen, auch wenn es nicht sofort gelingt. Wichtig ist, nicht aufzugeben. Aus alten belastenden Mustern dürfen neue lebensbejahende Muster entstehen. Eine Schulung in der Seelenakademie ist unumgänglich. Unsere Geistführer und spirituellen Lehrer reichen uns jederzeit die Hand.

Jede Stufe ist als ein Entwicklungsschritt zu sehen. Mit jeder Stufe der Transformation erreichen wir mehr Lebensfreude. Was heißt das im Einzelnen? Jeder einzelne Schritt zeigt uns, was noch nicht gesehen wurde oder auch noch nicht gehört, gespürt, gefühlt werden konnte. Alte Muster klopfen immer wieder an und fordern uns heraus. Gott ermahnt und ermuntert uns gleichzeitig. Das nehmen wir unter anderem über unsere Sinne wahr. Die Erkenntnis von Gut und Böse liegt in uns. Gut und Böse sind hier mit hell und dunkel (höherschwingenden oder niedrigschwingenden Energien – krankmachenden oder lebensbejahenden Mustern) zu vergleichen – bleibe ich stehen oder gehe ich weiter. Die Entscheidung treffen wir allein mit unserer Einsicht und dem Verstand. Die Gefühle entpuppen sich als Impulsgeber.

Auf der Leiter der Tugenden – so wie Hildegard sie sehen durfte – kommen wir mit Schmerz in Berührung, der alte Wunden und Traumata aufbricht. Hier arbeiten die Seelenkräfte im „Hintergrund“. Sie lassen die Wunden aufsteigen. Jeder von uns kennt ihn, den Schmerz. Er zeigt sich in Form von Selbstkritik, Selbstironie, negativer Sicht z. B. auf die Kindheit oder auch Fehler der Eltern. Gerade Ereignisse aus der Kindheit gelangen ins Bewusstsein, das innere Kind wünscht sich Frieden, Erlösung oder auch Vergebung. Es möchte gesehen und gefühlt werden. Wie oft streckt es seine Hände aus und wartet darauf, in den Arm genommen zu werden? All die Ängste in ihm erschweren seine Leichtigkeit, die Unbeschwertheit eines Kindes. Es sehnt sich nach Heilung und wird sich immer wieder bemerkbar machen. Geben wir uns und ihm die Chance für die nötigen Transformationen. Gerade wenn uns die eigene Kindheit ein glückliches und unbeschwertes Kind-Sein versagte, erinnert uns das innere Kind an sein Dasein, an Leichtigkeit und Einfachheit. Nur so kann es gedeihen, befreit werden, in und mit uns leben. Wir tragen es immer in uns.

Dann heißt es, diese Wunden zu fühlen, sie zu sehen, sie auch mal in den Arm nehmen. Diese Wunden möchten berührt werden, liebevoll gestreichelt sein, damit sie gehen können. Ihr Schattendasein darf sich auflösen. Um Angst, Wut, Hass abzulegen, ist es wichtig, diesen Energien Aufmerksamkeit zu schenken, das heißt sie ohne Verurteilung zu sehen. Sie zu verdrängen, erhöht das Leiden. Dann kann die eigentliche Heilarbeit beginnen. Die Seelenkräfte stärken uns in diesen Momenten. Ohne diesen Schritt verdrängen wir diese und schieben sie in eine Ecke, ohne dass sie uns verlassen können. Zu gegebener Zeit werden sie sich wieder zeigen.

Durch das Hinsehen kann sich Heilung entfalten. Das fällt nicht immer leicht, weil viele Wunden auch aus eigenem Verhalten entstanden. Hier bedarf es oftmals Mut und die Bereitschaft zur Vergebung. Jeder von uns wurde und hat verletzt. Die Verletzungen anderer uns gegenüber sehen wir eindeutig, aber die, die wir anderen zugefügt haben, sind oftmals gut versteckt. Hier gelingt es uns auch noch, diese Verletzungen zu rechtfertigen. So zeigt sich die eigentliche Hürde. Rechtfertigung verhindert Vergebung und Versöhnung und lässt die Wunde sich nicht vollständig öffnen. Die heilende Energie der Seelenkraft trifft sie in unzureichender Intensität. Das Jammern hört nicht auf. Aber das Hinschauen ist wichtig. Wo Opfer, da auch Täter. Hinter jedem Opferbewusstsein steckt auch ein Täterbewusstsein. Die Demut weiß um diesen Zusammenhang und lässt ihn uns in ihrer ganzen Liebe erkennen. Dieser Prozess kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Die Taten sind sehr unterschiedlich. Missbrauch auf allen Ebenen ist hier oftmals zu finden. Beklage ich ständig meine Opferrolle, offenbart sich letztendlich eine Form von Missbrauch meinerseits, um Anerkennung zu finden. Das Jammern raubt Energien auf beiden Seiten – mir und meinem Gegenüber. Ich stecke fest und verharre in diesen belastenden Mustern. Hier ist es wichtig, ehrlich zu sein, um aus diesem Kreis herauszufinden. Beginne ich aus Liebe zu handeln, aus Liebe zu mir selbst und meinem Gegenüber, bricht die Wunde auf. Eine Transformation kann stattfinden. Die Selbst-Wertschätzung als Lehrerin führt uns genau in diese Transformation, in die Wundheilung. Der Samen eines inneren Friedens ist gelegt und der Wachstumsprozess beginnt.

Heilung ist auf ganzheitlicher Ebene erforderlich (seelisch, geistig, mental, emotional, körperlich, psychisch). Einen wichtigen Stellenwert nimmt die Seelenheilung ein. Hildegard erkannte dies. Solange die Seele wund ist, sind es auch Körper und/oder Psyche. Es wäre eine Symptombehandlung, die die Ursache nicht entfernt. Die Verletzungen der Seele wiegen schwer und erfordern intensive Heilarbeit. Die Selbst-Wertschätzung stellt sich hier als Basis zur Verfügung, als Anfangspunkt jedes Heilungsprozesses. Sie ist das Fundament, auf dem jeder Schritt aufbaut. Diese Wurzel in Hildegard ließ sie immer wieder aufstehen und weitermachen. Sie beherbergte all ihre Fähigkeiten zum Glauben, Vertrauen und zur Liebe. Die Energiefresser versuchten Hildegard dieser Wurzel zu berauben, aber es gelang ihnen nicht. Die Demut/Selbst-Wertschätzung ließ es nicht zu, sie ließ all die anderen Seelenkräfte in Hildegard heimisch werden und ein Netz der Liebe in ihr entstehen.

Hildegard erkannte auch den Missbrauch der Tugenden in Bezug auf Wertung und Bedingung. „Übe dich in Demut“, hieß es täglich. Aber diese Form von Demut erhielt ein unterdrückendes menschliches Kleid. Hinknien oder auf den Boden legen als falsch verstandene Demut brachte keinerlei Heilung. Hier ging es nur um Ausübung von Macht, hinter der sich letztendlich eigene Ängste verbargen, Ängste, von Gott bestraft zu werden oder auch nicht genügend Anerkennung zu erhalten, letztendlich handelte es sich um Mangeldenken. Es ähnelte einem Peitschenhieb, der verletzte. Hier wurde in sträflicher Weise hierarchisches Denken eingesetzt und somit das Ego kräftig gefüttert, so entstanden Abhängigkeit und Unterwürfigkeit. Diese „Prediger“ strotzten nur so vor Hochmut und Forderungen. Ihre Peitschen knallten im Stundentakt. Nur eine starke Persönlichkeit blieb hier aufrecht, auch wenn es oftmals nur im Inneren verborgen blieb. Dieses Erbe ist auch heute noch ausgeprägt zu finden. Die große Aufgabe besteht im Beenden des Machtmissbrauchs der Tugenden und somit auch der Seelenkräfte.

Erfahrungsbericht:

Eine Klientin erzählte mir, wie sie immer wieder genötigt wurde, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Sie spürte oft ein großes Unbehagen und eine Form von Unehrlichkeit. Das Beten fiel ihr schwer, die vorgefertigten Texte erreichten nicht ihr Herz. Es erschien ihr wie eine Pflichtübung, die sie nur noch belastete und ihren Glauben schwächte. Als Erwachsene kämpft sie immer noch mit diesen Gefühlen der Wut und Ohnmacht. Durch mehrere Heilsitzungen kamen wir auch in andere Inkarnationen. Hier fand sie sich als Prediger wieder. Sie gab die „Befehle“ zum Beten und nutzte ihre Macht aus. Starke Schuldgefühle quälten sie noch heute. So konnte sie auch ihrer Mutter den Wunsch, sonntags in die Kirche zu gehen, nicht abschlagen. Zwei Seelen brannten in ihrem Herzen. Sie diente zwei Herren. Diese Gefühle konnte sie allein nicht auflösen. Sie fühlten sich wie eingebrannt an. Wir gingen unter anderem in die Vergebungsarbeit, Vergangenheitsbewältigung, Auflösung von Schuldgefühlen, Anerkennen aller Gefühle, um so nach und nach diese Schwere aufzulösen. Viele Tränen flossen, der Lohn hieß Freiheit. Sie ging letztendlich selbst in die Heiler-Ausbildung. Hier erfuhr sie, dass auch ihre Ahnen auf eine Aufarbeitung verschiedenster Themen warteten. Diese ging sie mutig an. Heute ist es ihr wieder möglich, friedvoll in eine Kirche zu gehen. Ihre Gebete erreichen Gott aus dem Herzen heraus. Ihre Seelenkräfte gehen Hand in Hand mit ihr. Sie erlernte ihre Art von Seelenkommunikation.

Hilfsmittel – Tagebuch

Das Schreiben von Tagebüchern gewinnt wieder an Zuspruch. So wäre hier das Erstellen eines Tagesbuches „Die Wiederentdeckung meiner Selbst-Liebe“ eine gute Variante. Es sind keine langen Texte erforderlich. Wichtig ist die Aufzeichnung des sogenannten Ist-Zustandes. Hier kann ich hinschauen, was mich in meinem Leben unzufrieden macht, worüber ich mich ärgere, wie ich andere Menschen verletze. Wichtig ist, auch in die Vergangenheit zu schauen. Welche Verletzungen trage ich noch mit mir herum? Wann wurde ich durch wen verletzt? Wen habe ich wie verletzt? Wie verletze ich mich selbst? Der aufgeschriebene Ist-Zustand bietet die Möglichkeit, die „Entdeckungsreise“ zu beginnen. Ich schaue auf das Jetzt und gebe so dem Morgen eine Grundlage zur Veränderung, zum Wandel. Es ist mein eigener Wandel in mir zu meinem Ich. Als ersten Schritt nehmen Sie alles ins Tagebuch auf, was Sie unzufrieden macht.

Schreiben Sie Ihre Fragen auf die linke Seite und die Antworten auf die rechte Seite, wie im Beispiel unten. Zu jeder Antwort fügen Sie Ihre Emotionen und Gefühle hinzu.

Notieren Sie auch, was Sie an sich selbst als störend empfinden. Das können bestimmte Gedanken sein, Verhalten in bestimmten Situationen, ein negativer Sprachgebrauch oder auch das Gefühl von Ohnmacht. Auch der Blick in den Spiegel verrät einiges. Welche Gedanken tauchen dann auf? Über wen regen Sie sich noch auf? Worüber an diesem Menschen ärgern Sie sich? Alles ist wichtig, um wiederkehrende Muster zu erkennen. Seien Sie nicht traurig, wenn sich hier viele Seiten füllen.

Unzufriedenheit


Ich bin unzufrieden:(Beispiele)
In der ArbeitDas Kommandieren meines Chefs, (nervt, ärgert mich, komme mir vor wie ein kleines Kind)
In der PartnerschaftStändiges Diskutieren, zu wenig Nähe
Bei den KindernUnpünktlichkeit
An mir selbstNicht sagen zu können, was ich sagen will. (Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit)
Bei den ElternBehandeln mich wie ein Kind …

Durch die Aufzeichnung des Ist-Zustandes besteht die Möglichkeit, in gewissen Abständen eine Inventur einzuräumen und Bilanz zu ziehen. Schauen Sie wöchentlich (ein fester Tag) hin, bei welchem Thema Sie Veränderungen vornehmen konnten (egal, ob groß oder klein). Ehrlichkeit ist die beste Voraussetzung, auch wenn sie schmerzt. Waren Veränderungen möglich, markieren Sie auf Ihrer Liste diese mit positiven Zeichen wie z. B. mit einer Blume, einem Smiley. Positive Ergebnisse notieren Sie sich so, dass Sie Ihnen ins Auge fallen. Der Faktor, Fortschritte erzielt zu haben, ist mit besonderer positiver Aufmerksamkeit zu markieren. Seien Sie stolz, wenn Punkte abgehakt werden konnten. Schritt für Schritt gehen Sie weiter. Dieser Stolz darf nicht mit Hochmut verwechselt werden. Rühren seine Energien aus der Herz-Ebene heraus, bleibt das Ego außen vor.

Beispiel:


In der PartnerschaftKommunikation: wenn mir etwas nicht gefällt, druckse ich herum (erzeugt Wut)Es ist mir nach langer Zeit geglückt, mit meinem Partner über … zu sprechen. Ich war nervös, spürte aber im Nachhinein, dass das Wutgefühl kleiner wurde.

Ist es Ihnen gelungen, mit dem Partner offen und ehrlich zu sprechen, sind Sie einen großen Schritt gegangen. Notieren Sie sich dieses Ereignis, auch wenn es klein erscheinen mag. Wiederholt sich diese Form von Kommunikation, wirkt sich das positiv auf die Partnerschaft aus. Die Unzufriedenheit baute sich unter anderem durch das Nichthandeln auf. So brodelte es im Innern und ließ Selbstzweifel entstehen. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass Selbstzweifel und ständige Unzufriedenheit auch an der eigenen Wertschätzung und Gesundheit nagen.

Heilstein-Kreis: Amethyst und Rauchquarz

Zur Unterstützung bei Veränderungen bietet uns Hildegard von Bingen Heilsteine an. Ihre Schwingungen übertragen sich in Sekundenschnelle positiv auf uns und wirken auf ganzheitlicher Ebene. Pure Heilenergie durchströmt unseren Körper und unsere Energiekörper. Die Seele wird berührt und streckt ihre Arme wie Energieäste aus, die uns den nötigen Schwung geben, der uns seit vielen Inkarnationen bekannt ist. Sie lässt uns wiedererkennen. Das Netz der Seelenkräfte beginnt zu pulsieren.

So schreibt Hildegard über den Amethysten: „Der Amethyst wächst, wenn die Sonne ihren Ring zeigt, als ob sie bekränzt wäre, und das tut sie, wenn sie ankündigt, dass eine Veränderung im Gewand des Herren … geschieht …“2

Ist doch passend für die jetzige Zeit der großen Veränderungen. Der Amethyst trägt die einzigartige Kraft in sich, den Willen zu Veränderungen in uns zu wecken und den Mut dafür aufzubringen. Dieser Stein berührt insbesondere das Scheitel- oder Kronen-Chakra, ein Energiezentrum, das für Spiritualität steht. Durch das Tragen des Amethysten als Kette, Armband oder auch als Trommelstein in der Tasche öffnen sich unsere spirituellen Fähigkeiten. Das Bewusstsein zur Transformation (Umwandlung/Veränderung) präsentiert sich von innen heraus. Wir wissen um Kräfte, die wir nicht sehen, aber fühlen können. Sie sind in uns und treiben uns jetzt an, Veränderungen vorzunehmen. Hildegard gab mir zu jedem Stein Informationen, für die ich sehr dankbar bin.

Der Begriff der Spiritualität ist immer noch mit Negativität behaftet, dabei ist das Wort „spirituell“ von „spiritus“ (lateinisch für Geist) abgeleitet. Es lässt sich übersetzen als: Das Geistige, das Göttliche betreffend. Jeder Mensch ist spirituell veranlagt, jeder trägt Göttliches in sich. Wird Spiritualität verunglimpft, erniedrigen sich diese Menschen selbst und erkennen ihr göttliches Potential, ihre eigene Größe nicht an.

In einer Meditation kann der Amethyst gerne auf das Scheitel-Chakra gelegt werden, es reicht auch aus, ihn auf der Haut zu tragen – zum Beispiel als Anhänger, Kette oder Armband. Die Energien zeigen ihre Wirkung. Da in Zeiten großer Transformation auch Träume häufiger vorkommen, ist es ratsam, einen Trommelstein unter das Kopfkissen zu legen. Die Träume verarbeiten sich schneller, und der Schlaf wird ruhiger.

Hildegard sieht in ihren Visionen die Ur-Kirche als ein Lebewesen, ein Heilzentrum. Das Potential der Ur-Kirche nimmt an Intensität zu und erreicht wiederum unser eigenes Heilpotential. Wir sind mit ihm verbunden, diesem himmlischen Wesen der Ur-Kirche, der Seelenakademie. In ihr finden die Tugenden, die Seelenkräfte, ihr Zuhause. Ihre Energie von bedingungsloser heilender Liebe erreicht uns täglich als Geschenk. Einen Teil der Energie trägt der Amethyst in sich. Nach dem Gesetz der Resonanz kann Liebe nur Liebe anziehen. Mutter Maria als der Spiegel der Ur-Kirche verwöhnt uns mit ihren heilenden Kräften, ihren mütterlichen Eigenschaften – den Seelenkräften.

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