Kitabı oku: «Deine Nahrung sei dein Heilmittel»

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Angelika Gräfin

Wolffskeel von Reichenberg


Ernährung im Biorhythmus

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg

Deine Nahrung sei dein Heilmittel

Ernährung im Biorhythmus

E-Book (pdf): ISBN 978-3-86374-028-3

(Druckausgabe: ISBN 978-3-938396-03-2, 3. Auflage 2012)

Mankau Verlag GmbH

Postfach 13 22, 82413 Murnau a. Staffelsee

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Gestaltung des Umschlags (Außenseiten):

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Heike Brückner, Grafikstudio Art und Weise, Regensburg

Hinweis des Verlags

Die Autorin hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr; Verlag und Autorin können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch dargestellten Empfehlungen ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbstbehandlung und suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker auf. Die vorgestellten Therapievorschläge sollen den Besuch beim entsprechenden Facharzt nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Inhalt

Vorwort

I. Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung

1. Einführung

Lebens-Mittel

Stoffwechsel

Energiebedarf

2. Bausteine der Ernährung

Proteine (Eiweiße)

Fette

Kohlenhydrate

Vitamine

Mineralstoffe

Spurenelemente

Antioxidantien (Radikalfänger)

Sekundäre Pflanzenstoffe

Gewürze und Küchenkräuter

Wasser

II. Ernährung im Biorhythmus

1. Der Beginn des Lebens

2. Berufstätige und ältere Menschen

3. Die Organuhr

Spätsommer/Frühherbst (Magen, Milz, Bauchspeicheldrüse)

Der Herbst (Lunge, Dickdarm)

Der Winter (Nieren, Blase)

Der Frühling (Leber, Galle)

Der Sommer (Herz, Dünndarm, Blut)

4. Seine Mitte pflegen – mit gesunder Ernährung

5. Psyche und Nerven – Nahrung für die Seele

III. Säure-Basen-Haushalt

IV. Allergien

V. Diabetes

VI. Rheuma

VII. Fasten und Kuren

VIII. Praktische Empfehlungen zur Ernährung

1. Goldene Regeln einer gesunden Ernährung

2. Allgemeine Ernährungsempfehlungen

3. Tagesablauf einer gesunden Ernährung

4. Diätanleitung zur Entlastung des Stoffwechsels

IX. Ausgewählte Rezepte

1. Rezepte für den Alltag

2. Besondere Empfehlungen

Anhang

A. Die wichtigsten Apfelsorten

B. Meine Wildkräuter-Favoriten

C. Bärlauch – eine wirkungsvolle Heilpflanze

D. Die Aspartam-Krankheit

E. Stevia – die süße Alternative zum Zucker

F. Trennkost bei Verdauungsschwäche

G. Grüne Mineralerde

H. Basen-Tipps

I. Kochen mit dem Dampfkochtopf

J. Hände weg von der Mikrowelle!

K. Gesundheitsgefährdung durch geopathogene Zonen

L. Das Immunsystem hört mit

Zur Autorin

Weitere Veröffentlichungen der Autorin

Literatur und Quellen

Stichwortregister

Vorwort

Eure Nahrung soll Euer Heilmittel sein.

Eure Heilmittel sollen Eure Nahrung sein.

Hippokrates (460 – 370 v. Chr.)

Schon die Ärzte in Antike und Altertum kannten die Heilkraft der Nahrung und arbeiteten gezielt mit dieser Heilkraft. Heutige Ernährungsberatung konzentriert sich meist auf einzelne Komponenten wie Vitamine, Mineralstoffe oder setzt bei Erkrankungen an, wie zum Beispiel erhöhtem Cholesterin. Das Wissen der Alten – „Eure Nahrung soll Euer Heilmittel sein“ – ist nach wie vor therapeutisches Fundament zum Erhalt der Gesundheit. Jeder, der ein Essen zubereitet, ist im Grunde ein/e „Medizinfrau/-mann“, wenn sie/er aus der Komposition der Lebensmittel und den dazugehörigen Kräutern und Gewürzen während des Kochvorgangs ein völlig neues Lebensmittel („Heilmittel“ – Mittel zum Heilen, zum Heilsein) erschafft.

Über das Rezept für ein langes und gesundes Leben ist im Grundlagenwerk „Huang Di Nei Jing“ der Traditionellen Chinesischen Medizin und Akupunktur (verfasst u. a. vom Gelben Kaiser Huang Di, ca. 2698 – 2598 v. Chr.) Folgendes zu lesen:

„In alten Zeiten orientierten sich die Leute an den Gesetzen der Natur: Sie waren zurückhaltend in Essen und Trinken, gingen zu gleichen Zeiten ins Bett und standen ebenso auf, sie mäßigten ihre Begierden und gingen achtsam mit der Lebenskraft um. Sie vermieden krankmachende Einflüsse und waren reinen Herzens. Die Hauptaufgabe des Arztes ist, dies zu lehren und die Leute anzuleiten.“

Es ist bemerkenswert, dass dieser Kaiser seinerseits bei seinem Gesundheitsappell auf „alte Zeiten“ Bezug nimmt und diese als Vorbild für sein Publikum heranzieht, das schließlich im 3. Jahrtausend vor Christus gelebt hat.

Auch wir sollten uns nicht scheuen, aus der Vergangenheit Erhaltenswertes für die heutigen Menschen fruchtbar zu machen. Dieses Buch möchte einen Beitrag dazu leisten.

Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg

I. Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung

1. Einführung
Lebens-Mittel

Man verdeutliche sich den Begriff „Lebensmittel“: Mittel, um zu leben. Der menschliche Körper ist auf die Zufuhr von Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Wasser usw. angewiesen. Nur dadurch ist er lebensfähig.

„Lebensmittel“ bedeutet auch, dass das Lebensmittel selbst lebt. Ein Beispiel hierzu: Ein Boskoop-Apfel, der im September/Oktober geerntet wird, ist erst im Dezember/Januar genießbar. Würden wir ihn vorzeitig essen, bekämen wir Bauchschmerzen, Magenkrämpfe, ja eventuell sogar Durchfall. Wir wissen: Er muss zuerst reif werden. Im Keller bei ordnungsgemäßer Lagerung vollendet der Apfel seine Reife durch die weiter ablaufenden Stoffwechselschritte und wird dadurch erst genießbar und ein genussvolles Lebensmittel.

Die Suche beginnt bei den geeigneten Lebensmitteln. Und diese wachsen in der Regel vor unserer Haustüre, im Garten oder zumindest in der heimischen Region auf den Feldern. Unsere Nahrung sollte aus Lebensmitteln bestehen, die uns zur Gesundung dienen. Immerhin geht unser Wort „Nahrung“ auf den althochdeutschen Begriff „nara“ zurück, was so viel wie „Rettung“ bedeutet.

Lebensmittel – so naturnah wie möglich!

In § 5 regelt das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB): „Es ist verboten, Lebensmittel für andere derart herzustellen oder zu behandeln, dass ihr Verzehr gesundheitschädlich (…) ist (…).“

Doch wir essen und trinken uns krank, denn unsere Lebensmittel sind verstrahlt, genmanipuliert, denaturiert. Lebensmittel sollten so wenig wie möglich mit Schadstoffen belastet und frei von Konservierungsstoffen und Genmanipulation sein. Warum? – Wir wissen noch lange nicht, wie alle Stoffwechselvorgänge in den Pflanzen, Tieren und in uns selbst ablaufen. Im Labor kann ein Gentransfer gelingen, wie sich dies aber in der weiteren Entwicklung darstellt, bleibt uns verborgen. Es besteht eine große Gefahr für Lebensmittelallergiker: Bis jetzt konnten sie die bekannten allergieauslösenden Nahrungsmittel einfach

meiden. Nun aber laufen sie bei fehlender Kennzeichnung Gefahr, vielleicht gerade ein Lebensmittel zu essen, bei dem durch Genmanipulation ein Gen eingesetzt wurde, auf das sie allergisch reagieren. Nicht nur für Allergiker wird Gentech-Nahrung zunehmend zum „Russischen Roulette“!

Deshalb:

 Keine genmanipulierte Nahrung!

 Keine Konservierungsstoffe (wer lässt sich schon gerne konservieren?)!

 Keine Farb- und Zusatzstoffe (verändern die eigene Individualität)!

 Keine Antioxidationsmittel!

 Keine Weichmacher (machen mich weich und gefügig)!

 Keine Stabilisatoren (wer will mich erstarren lassen?)!

 Keine Geschmacksverstärker (kein Recht auf eigenen Geschmack?)!

 Keine Emulgatoren, Insektizide, Herbizide, Fungizide, Schwermetallbelastung, Abgase, Elektrosmog, Radioaktivität usw.!

Nun verstehen Sie, warum ich denaturierte Nahrung wie Weißmehle, Zucker, Fertiggerichte, Fast Food, Dosengerichte, gepökelte, geräucherte und geröstete Lebensmittel weder esse noch empfehle. Sie verdienen nicht das Wort „Lebens-Mittel“, denn sie rauben uns unsere Energie und machen geradezu aggressiv.

Ebenso wenig empfehlenswert sind verschiedenerlei Zusätze in unseren Lebensmitteln. Der deutsche Gesetzgeber toleriert mindestens 200 offiziell erlaubte Zusatzstoffe. Weitere 320 Stoffe dürfen gemäß EU-Richtlinien in unserem Essen verwendet werden. Nur ein Teil dieser Zusatzstoffe ist deklarierungspflichtig.

Auch Lebensmittel mit Rückständen von Spritzmitteln sollte man tunlichst meiden, sofern dies dem normalen Verbraucher überhaupt möglich ist. Ein Beispiel hierzu sind die krebserregenden Spritzmittel Lindan und E 605. Sie wurden zwar in Deutschland verboten. Dies führte jedoch nur zu einer Verlagerung der Betriebe ins Ausland. Die Gifte kommen über den Import von Obst, Gemüse, Lederwaren, Möbeln, Teppichen, Stoffen und Kleidern aus der „Dritten Welt“ zu uns zurück.

Lebensnotwendige Nährstoffe

Wir sollten unsere Lebensmittel stets so verarbeiten, dass sich der Gehalt an lebensnotwendigen Nährstoffen nicht vermindert.

„Lebensnotwendig“ deshalb, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann, sie aber braucht. Mit Hilfe der essentiellen Nährstoffe – wie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente – ist der Körper in der Lage, die Nahrung aufzuspalten, abzubauen und neue körpereigene Stoffe wie die Eiweißverbindungen Albumine und Globuline herzustellen. Die essentiellen Nährstoffe dienen als Katalysatoren im Stoffwechsel. Ein Mensch besteht aus Billionen von Zellen, die geteilt, erneuert, erhalten und aussortiert werden müssen. Dies läuft vom ersten Moment der Zellteilung bis zum Tode den eigenen Gesetzen folgend ab. Mineralstoffe und Spurenelemente steuern über eine Million verschiedener Stoffwechselvorgänge in unserem Körper – Tag für Tag. Als Beispiel sei Magnesium genannt, ein Mineralstoff, welchen der Körper nicht selbst herstellen kann, also über Nahrung aufnehmen muss. Alleine 420 Stoffwechselvorgänge sind an Magnesium gebunden.

Biochemische Salze

Das Zellenleben unseres Körpers hängt von den Mineralsalzen ab, die den Kräftezustand oder die Energie der Zellen bestimmen, man spricht deshalb von den biochemischen Salzen (Mineralsalze). Je mehr biochemische Salze der Zelle zur Verfügung stehen, umso mehr Vitamine und Lebenskräfte entwickelt sie, umso weniger Bakterien, Krankheitskeime und organische Leiden treten auf. Deshalb meiden wir jegliche Nahrung, aus der der Körper keinen Nutzen ziehen kann (z. B. Weißmehle).

Wenn unser Körper im Laufe des Tages Salze benötigt, halten wir uns an Körnerfrüchte und Gemüse, aber immer in bescheidenen Mengen. Denn je mehr Verdauungsarbeit der Körper zu leisten hat, umso mehr Tätigkeit müssen die Organe entfalten. Überanstrengen wir sie, leiden vor allem Milz und Bauchspeicheldrüse – und in der Folge schwächen sich Nieren, Harnkanäle und Blase. Damit beginnen Gesundheitsstörungen oder Leiden und das Denken wird unklar.

(Weitere Informationen zu den „Schüßlersalzen“ finden Sie in meinem Ratgeber „Die 12 Salze des Lebens – Biochemie nach Dr. Schüßler“.)

Das Eigenleben unserer Lebensmittel

Wenn uns etwas gelingt, weil wir eine Erkenntnis gemacht haben, so sagen wir: „Es ist uns ein Licht aufgegangen.“ Strahlungsenergie stellt die Grundlage für das Leben überhaupt dar. Doch wie können wir diese Strahlungsenergie außer durch das Sonnenlicht noch aufnehmen? – ... Natürlich über die Lebensmittel, die alle Spektralfarben des Sonnenlichts in sich vereinigen. Wenn nun Menschen glauben, sie könnten alle lebensnotwendigen Nährstoffe täglich in Form einer Pille zu sich nehmen, dann irren sie. Unser Essen dient nicht nur zur Nahrungsaufnahme und zur Kommunikation der Familienmitglieder untereinander, es dient vielmehr zur Lebensfreude und vor allem zum Lebenserhalt.

Lebendige Lebensmittel haben ein Eigenleben. Dieses Eigenleben ist nach heutigen Erkenntnissen durchaus nachvollziehbar und damit beweisbar geworden. Was unsere Vorfahren als tiefes Wissen immer schon wussten: Lebensmittel sind lebenserhaltend und lebendig. Lassen Sie mich dazu etwas weiter ausholen.

Eine gesunde Zelle in unserem Organismus hat 90 Millivolt Spannung. Wenn wir bedenken, dass die natürlichen Funktionen im menschlichen Körper, wie Nerven und Gehirnströme, mit wenigen tausendstel Volt arbeiten, wird uns klar, dass die von außen auf uns einwirkenden Störungen unseren Körper beeinflussen. Unsere Lebensvorgänge werden durch diese winzigen Signale (elektromagnetische Schwingungen), die unsere natürlichen Impulsgeber aussenden, gesteuert. Aus der Bio- und Quantenphysik liegen nun Erkenntnisse vor, dass elektromagnetische Schwingungen um und in lebenden Organismen den biochemischen Vorgängen funktionsmäßig übergeordnet sind; das heißt, im lebenden Organismus sind immaterielle biophysikalische Steuerungsimpulse wirksam, welche alle biochemischen Vorgänge auslösen, steuern und regulieren. Die deutschen Physiker Burkard Heim und F. A. Popp mit ihrer Arbeitsgruppe „Biophotonen“ haben theoretisch und experimentell nachgewiesen, dass Zellen lebender Organismen Licht in Form von Biophotonen in der DNS (Erbgut) über längere Zeit speichern, amplitudenmoduliert wieder ausstrahlen und dadurch ihre Informationen austauschen.


1980 konnten auch die deutschen Nobelpreisträger Erwin Neher und Bert Sackmann (Göttingen) die intrazelluläre Kommunikation mittels Ionenströmen nachweisen. Aus biophysikalischer Sicht wird heute eine Erkrankung, also die Störung biochemischer Abläufe in biologischen Systemen, als eine Störung der Ordnung elektromagnetischer Schwingungen im Organismus angesehen. Durch von außen einwirkende Fremdfelder werden die naturgegebenen Felder verzerrt und in ihrem natürlichen Zusammenwirken gestört. Die Folge sind funktionelle Störungen in unserem Körper. Jedes Organ strahlt mit einer ganz bestimmten messbaren Frequenz. Es ist offensichtlich, dass der mit der Verdauung beschäftigte Magen eine ganz andere Qualität besitzt als das steuernde Gehirn.

Im Übrigen werden auch durch starke Emotionen Frequenzen gestört. Diese treffen nun das in dem Wellenbereich liegende Organ. Ist das Organ erst einmal gestört, erhöht diese Frequenz wechselwirkend die auslösende Emotion. Ein Mensch, der durch Ärger Magenschmerzen bekommt, wird schließlich durch den Schmerz nicht glücklicher. Im Gegenteil, das unangenehme Symptom regt den Ärger noch zusätzlich an. Der Volksmund sagt: „Mir hat etwas auf den Magen geschlagen“, oder: „Dem läuft die Galle über“.

Dr. Max Otto Bruker und andere führende Ernährungsexperten haben belegt:

 Jede Verhaltensstörung – seelisch, durch Stress, Hektik oder falsche, belastende Ernährung bedingt – hat eine spezifische Resonanz zu einem ganz bestimmten Organ.

 Jegliches Leben ist Schwingung. Mensch, Tier und Pflanze beziehen ihre Energie hauptsächlich vom Sonnenlicht, direkt oder indirekt.

Der Mensch wird krank, weil er sich falsch ernährt.

Der Mensch wird krank, weil er falsch lebt.

Dr. Max Otto Bruker (1909 – 2001)

Stoffwechsel

„Stoffwechsel“ darf man ganz wörtlich nehmen: „Der Stoff wird gewechselt.“ Im Grunde geht es hierbei um die zentrale Organisation des Körpers selbst.

Während eines Essens nehmen wir verschiedene Nährstoffe in Form von Proteinen (Eiweißen), Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu uns.

Das ermöglicht dem Körper, Energie durch „Verbrennung“ dieser zugeführten Nährstoffe zu gewinnen. Damit gelingt es dem Körper, seine eigene Organisation in Form von Bau- und Betriebs- oder Energiestoffwechsel und gleichzeitig die damit verbundenen Lebensfunktionen wie Zellwachstum, Wachstum, Körpertemperatur usw. in Gang zu setzen und zu halten.

Die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe werden in den verschiedenen Abschnitten des Verdauungstraktes durch Enzyme der Verdauungsdrüsen zerkleinert und damit in resorbierbare chemische Verbindungen zerlegt. Sie können dann über die Schleimhaut des Magen-Darm-Kanals aufgenommen werden (Resorption).

Nun gelangen diese resorbierten Stoffe ins Blut. Die übergetretenen energiereichen Verbindungen, zum Beispiel Glukose, werden in den Pfortaderkreislauf weitergeleitet und damit in die Leber und letztendlich zu den Körperzellen. Hier erreichen sie die „Kraftwerke“ (Mitochondrien) der Zelle; hier werden die Proteine, Fette und Kohlenhydrate zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut (biologische Oxidation), wobei die für den Stoffwechsel notwendige Energie entsteht, die in Form von Adenosintriphosphat (ATP) gespeichert wird (mitochondriale Atmungskette). Das ATP wiederum wird für energieverbrauchende Prozesse (z. B. Proteinsynthese, Muskelarbeit) zur Verfügung gestellt.


Der Stoffwechsel (Metabolismus) stellt die Gesamtheit der lebensnotwendigen biochemischen Vorgänge zum Auf-, Um- und Abbau im Organismus dar.

Aufbau- bzw. Baustoffwechsel (= Anabolismus)

Unter Aufbaustoffwechsel versteht man den Neuaufbau von Zellsubstanz, das bedeutet die Neubildung von körpereigenen Substanzen (z. B. Proteine, Kohlenhydrate, Fette), die dem Wachstum des Organismus dienen. Im Allgemeinen spricht man von energieverbrauchenden Assimilationsvorgängen, also die Umwandlung der aufgenommenen körperfremden Substanzen (Nahrung) in körpereigene Stoffe (= Anabolismus).

Bei der Assimilation der Pflanzen (Photosynthese) wird die Energie aus dem Sonnenlicht gewonnen und es erfolgt eine Umwandlung von aufgenommenen anorganischen energiearmen Stoffen in organische energiereiche Stoffe.

Wichtig: Mensch und Tier können nicht wie die Pflanzen organische Substanzen mittels Photosynthese aufbauen, deshalb sind sie zu diesem Zweck auf die regelmäßige Aufnahme durch Lebensmittel angewiesen.

Stellen Sie sich vor, Sie trinken biologische Milch aus artgerechter Tierhaltung zum Frühstück. 100 g Milch enthalten 3,4 g Eiweiß, 3,4 g Fett, 4,7 g Kohlenhydrate, 88 % Wasser und liefern 65 kcal.

Aus der Milch macht nun der Körper nach der Verdauung in der Nacht neue körpereigene Strukturen etwa für neue Zellen, Hormone usw. Das Eiweiß aus der Milch entspricht somit nicht dem Eiweiß unseres Blutes, sondern liefert in unserem Beispiel die Voraussetzung dafür, dass neue Bluteiweiße gebildet werden können (Stoffwechsel).

Außerdem wird die aus der Nahrung gewonnene Energie für unsere körperliche Arbeit, für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus und für die biochemische Syntheseleistung verwendet.

Energie- bzw. Abbaustoffwechsel (= Katabolismus)

Hierunter versteht man den im Organismus unter Freisetzung von Energie erfolgten Abbau von energiereichen Stoffen wie beispielsweise Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße in energieärmere (= Dissimilation).

Dissimilationsvorgänge sind somit abbauende (katabolische) Reaktionen. Einer der wichtigsten katabolen Prozesse ist die biologische Oxidation. Die in Form von ATP gespeicherte Energie wird sowohl für den Bauals auch für den Energiestoffwechsel benötigt, sie dient somit der Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Prozesse, wie:

 Erhalt der Körpertemperatur;

 Muskelarbeit;

 Resorption und Transportvorgänge (z. B. Nährstoffe) zu den Zellen;

 Erregungsleitung in den Nerven.

Bei dieser Arbeit geht ein großer Teil an Energie verloren. Mensch und Tier müssen durch erneute Nahrungsaufnahme diesen Energieverlust ersetzen.

Energiebedarf

Der Energiebedarf beziehungsweise Energieumsatz des menschlichen Organismus hängt von vielen Faktoren und Bedingungen ab – wie Geschlecht, Alter, Gewicht, Umgebungstemperatur und körperliche Aktivität.

Er ist selbst bei vollkommener körperlicher Ruhe (Ruhe- bzw. Grundumsatz) noch sehr unterschiedlich.

Energiegehalt von Nahrungsstoffen

Während der Stoffwechselprozesse ist die Energieausbeute unter anderem von den Nährstoffen der zugeführten Lebensmittel mit ihrem Gehalt an Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten abhängig.

Heute verwendet man als Maßeinheit für Wärmeenergie – statt der veralteten Kalorie (cal) – das Joule (J). 1 J entspricht 0,239 Kalorien, 1 cal 4,185 J. Verbreitet sind Angaben in Kilokalorien (1 kcal = 1.000 cal) und Kilojoule (1 kJ = 1.000 J).

Die drei wichtigsten Nahrungsbestandteile verfügen über folgende Energiegehalte:

 Kohlenhydrate 17 kJ/g

 Fette 39 kJ/g

 Proteine 22 kJ/g


Energiebedarf eines Menschen

Der Energiebedarf im Ruhezustand (Grund- bzw. Ruheumsatz) eines Menschen hängt von vielen Faktoren ab.

Bei einem erwachsenen Mann beträgt er pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde etwa 42 kJ oder 1 kcal. Das bedeutet bei einem Körpergewicht von 70 kg rund 7.000 kJ (1.700 kcal) pro Tag. Bei einer gleich schweren Frau würde der Wert ca. 10 bis 20 % niedriger ausfallen.

Neben Größe, Alter, Gewicht und Geschlecht hängt der Energieumsatz in körperlicher Ruhe noch von folgenden Faktoren ab:

 geistige Tätigkeit,

 emotionale Reaktionen wie Freude, Angst, Trauer usw.,

 Fieber,

 Überfunktion der Schilddrüse (führt zu Umsatzsteigerung),

 Unterfunktion der Schilddrüse (führt zu Umsatzminderung),

 Schlaf (führt zu Umsatzminderung),

 Narkose (führt zu Umsatzminderung).

Während körperlicher Arbeit wird der Energiebedarf (Arbeitsumsatz) erhöht. Der Tagesumsatz steigt dadurch über den so genannten Freizeitumsatz, welcher bei durchschnittlicher Freizeitgestaltung ohne viel Bewegung bei ca. 10.000 kJ (2.300 kcal) liegt.


Energiebedarf in kcal/Tag (kJ/Tag)
TätigkeitMann (70 kg)Frau (60 kg)
leichte Tätigkeit (Büroangestellter, Lehrer, Pkw-Fahrer)ca. 2.500 (10.400)ca. 2.100 (8.800)
mittelschwere Tätigkeit (Schlosser, Maler, Krankenschwester)ca. 3.000 (12.500)ca. 2.600 (10.800)
schwere Arbeit (Masseur, Maurer, Zimmermann)ca. 3.600 (15.000)ca. 3.500 (15.000)
Schwerstarbeit (Hochleistungssportler, Waldarbeiter, Stahlarbeiter)bis über 4.000 (17.000)bis über 4.000 (17.000)
Der Energiebedarf bei der Arbeit schwankt in Abhängigkeit der körperlichen Tätigkeit beträchtlich. Auch der Energieumsatz in der Freizeit ist sehr variabel. Im letzten Drittel der Schwangerschaft und beim Stillen steigt der Energiebedarf von Frauen natürlich an.

2. Bausteine der Ernährung

„Vor allem sei sorgsam …“

Diese Ermahnung gibt ein Spruch aus dem 17. Jahrhundert allen Zeitgenossen und nachfolgenden Generationen mit auf den Weg. Eine solche Aufforderung gilt besonders hinsichtlich der Erhaltung körperlicher und geistiger Kräfte. Damit wird es möglich, zusätzliche und wertvolle Lebenszeit zu gewinnen und bis zum Lebensende für neue Eindrücke aufnahmefähig zu bleiben.

Erbanlagen spielen eine wesentliche Rolle, um alt zu werden. Unsere Chance, auch wenn wir eventuell Erbanlagen nicht so optimal ausschöpfen können, besteht darin, bewusst auf die Gesundheit zu achten und zu vermeiden, dass sich anlagebedingte Schwächen womöglich noch verstärken. Nicht das Alter, sondern Krankheiten und irreversible Schädigungen machen uns das Leben schwer und beeinträchtigen damit die Lebensqualität mit fortschreitenden Lebensjahren.

Lesen wir bei dem englischen Philosophen, Naturforscher und Schriftsteller Francis Bacon (1561–1626) in seiner „Historia vitae et mortis“:

„Die Behandlung von Krankheiten wird bewirkt durch Arzneimittel, die Verlängerung des Lebens aber setzt die Beachtung der Diät voraus, jene Dinge, die durch Zufall geschehen, vergehen so schnell, wie sie kommen, aber der stetige Lauf der Natur, wie das Strömen eines Flusses, fordert ein unablässiges Rudern und Segeln gegen den Strom. Deshalb müssen wir mit Diät arbeiten.“

Gemäß dem aus dem Griechischen stammenden Wort „diaita“ (Lebensweise) meint Bacon mit „Diät“ die persönliche Lebensführung und stellt dabei die Ernährung in den Mittelpunkt. Nicht Schlankheitskur oder Abnehmprogramm sind hier gemeint; stattdessen bezieht sich Bacon auf die schon von Hippokrates verbreitete Deutung: Diät als maßvolle Lebensart und Lebenseinteilung. Wer auch im höheren Alter ein gesundes und erfülltes Leben genießen möchte, wird somit aufgerufen, so früh wie möglich seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Eine maßvolle Lebensart ist Aufgabe eines jeden Einzelnen! Beginnen Sie in diesem Augenblick mit der Veränderung – beim Lesen dieses Sprichworts:

„Eine Krankheit hat viele Väter,

die Mutter ist immer eine falsche Ernährung.“

Besinnen Sie sich bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel auf die Ursprünge, die innere Qualität der Lebensmittel, und schon ist sehr viel gewonnen. Eine einfache Forderung, doch ein sehr schwerer Weg, da Gaumen und Zunge von einem verlockenden Angebot an Speisen überreizt und verwöhnt sind.

Ausgewogene Ernährung

Zu einer ausgewogenen menschlichen Ernährung gehören:

 Proteine

 Kohlenhydrate

 Fette

 Mineralstoffe

 Spurenelemente

 ausreichend Wasser

 Ballaststoffe

Eine empfohlene tägliche Zufuhr der drei Hauptlieferanten bei einem 70 kg schweren Mann sieht folgendermaßen bei leichter Tätigkeit aus:

 90 g Eiweiß

 75 g Fett

 340 g Kohlenhydrate

Dies entspricht folgendem Anteil am menschlichen Energiebedarf:

 Eiweiß/Proteine 15 %

 Fette 30 %

 Kohlenhydrate 55 %

Müssen wir den Energieumsatz anheben – etwa bei stärkerer körperlicher Betätigung –, so sollte der Fettanteil zugunsten des Kohlenhydratanteils erhöht werden. Sinkt dagegen der Energieumsatz, ist der Fettanteil zu reduzieren.

Was sind essentielle Nährstoffe?

„Essentiell“ bedeutet lebensnotwendig. Der Organismus ist auf Zufuhr dieser Nährstoffe durch die Ernährung angewiesen, da diese vom Körper nicht selbst hergestellt werden können.

Zu den essentiellen Nährstoffen zählen etwa bestimmte Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Aminosäuren. Mit ihnen ist der Körper in der Lage, die zugeführte Nahrung aufzuspalten, abzubauen und neue körpereigene Stoffe herzustellen.

Proteine (Eiweiße)

Proteine sind vor allem Aufbaustoffe. Ihre Bausteine sind die Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Dazu können Schwefel, Phosphor und Eisen kommen.

Proteine sind aus einfachen Eiweißen aufgebaute Riesenmoleküle. Eiweiße liefern unserem Organismus vor allem Aminosäuren (Bausteine der Proteine).

Essentielle Aminosäuren

Von den 20 natürlich vorkommenden Aminosäuren, die für die körpereigene Proteinbiosynthese zwingend benötigt werden, können acht – sowie zwei weitere bei Kindern und Säuglingen (semi-essentiell) – vom Organismus nicht hergestellt werden.

Essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren sind: Arginin (semi-essentiell), Histidin (semi-essentiell), Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Trypthophan, Valin.

Wie stark sich unser Stoffwechsel auf die Zufuhr vorgefertigter Proteinbausteine eingestellt hat, geht aus der Tatsache hervor, dass ca.10 Aminosäuren essentiell sind, also im Stoffwechsel nicht ausreichend schnell oder überhaupt nicht produziert werden können.

Fleisch, Eier, Milchprodukte

Der erwachsene Mensch hat einen geringeren Eiweißbedarf als der Säugling. Er benötigt maximal 30 g pro Tag, ca. 0,5 g pro kg Körpergewicht.

Wer regelmäßig Fleisch, Eier oder Milchprodukte zu sich nimmt, führt seinem Körper ständig eine Überdosis Eiweiß zu. Die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß auszuscheiden, ist äußerst begrenzt, und die Ausscheidung über den Urin belastet die Nieren. Deshalb versucht der Körper, diese Eiweißüberschüsse im Stoffwechsel abzubauen. Da wir als Früchteesser nicht darauf eingerichtet sind, derart große Eiweißmengen zu verstoffwechseln, kommt es zur Bildung von halbfertig abgebauten Eiweißstoffwechselprodukten (Mucupolysacchariden und Amyloiden), die überall im Organismus zu krankheitserzeugenden Ablagerungen führen. Diese Eiweiß-Überernährung führt oft zu Eiweißspeicherkrankheiten wie Herzinfarkt, Nierenerkrankungen aller Art, Gicht, rheumatischen Krankheiten, Arteriosklerose, Allergien, Neurodermitis, Lymphatismus, verklebten Sehnen und Bändern. Bänderrisse und Meniskusschäden sind schon in der Jugend vorzufinden.

Essentielle Aminosäuren sind für unseren Körper besonders wertvoll. Sie werden beim Erwachsenen etwa fünfmal langsamer umgesetzt als nicht-essentielle Aminosäuren, um die „Reibungsverluste“ im Stoffwechsel so gering wie möglich zu halten.

Biologische Wertigkeit von Nahrungseiweißen

Tierisches Eiweiß wie Eier und Fleisch hat einen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren und daher eine hohe biologische Wertigkeit. Diese ist bei pflanzlichen Eiweißprodukten wie Getreide und Hülsenfrüchten deutlich niedriger. Die Frage der biologischen Wertigkeit von Eiweißen wird häufig als Argument gegen eine ausschließlich und überwiegend vegetarische Kost vorgebracht. Bei rein pflanzlicher Kost sollte besonders darauf geachtet werden, eine einseitige Ernährung zu vermeiden. Vor dem Hintergrund der weltweiten Bevölkerungszunahme und der immer weniger werdenden landwirtschaftlichen Anbauflächen bleibt den Menschen vermutlich nichts anderes übrig, als sich in Zukunft überwiegend vegetarisch zu ernähren, weil für die Produktion tierischen Eiweißes die vielfache Menge pflanzlicher Proteine verfüttert werden muss.

Verdauung und Absorption von Eiweiß

Unser Organismus spaltet Nahrungseiweiße zunächst nur bis zur Stufe der Aminosäuren und benutzt diese Bausteine für die Neusynthese von Körpersubstanz. Lediglich der nicht benötigte Rest wird zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser verbrannt. Die Leber entgiftet den dabei frei werdenden Stickstoff zu Harnstoff, den wir über die Niere abgeben.

Die Spaltung von Eiweißstoffen im Magen-Darm-Kanal (Verdauung) und die Aufnahme der Eiweißbruchstücke über die Darmwand ins Blut (Absorption) bedeuten für den gesunden Organismus keine größeren Schwierigkeiten. Die Verdauung beginnt dabei im Magen, wird im Zwölffingerdarm fortgeführt und am Ende des ersten Drittels des Dünndarms beendet.

Bedarf an Proteinen

Um den Körper mit den lebensnotwendigen Aminosäuren zu versorgen, sollten wir täglich 0,5 – 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht mit der täglichen Ernährung aufnehmen, bevorzugt aus pflanzlicher Herkunft.

Proteine finden wir in

 tierischen Nahrungsstoffen: Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Käse;

 pflanzlichen Nahrungsstoffen: insbesondere in Sojabohnen, Mandeln, Erdnüssen, Haselnüssen, Bohnen, Erbsen, Haferflocken, Zwieback und Weizenmehl. In geringer Menge auch in Brot und essbaren Pilzen.

Fette

Fette (Lipide) sind die energiereichsten Nahrungsstoffe in unserer Ernährung. In erster Linie dienen sie dem Körper als Energielieferant, aber auch als Energiereservoir. Fette liefern Rohstoffe für den Bau von körpereigenen Substanzen und die Vitamine A, D, E und K. Deshalb müssen wir Fett mit der Nahrung zu uns nehmen. Achten Sie hierbei auch auf die versteckten Fette, die sich in Schokolade, Kuchen, Eiern und Käse verbergen. Die Fettaufnahme sollte nicht mehr als 30 % der täglichen Kalorienzufuhr überschreiten. Fette liefern uns natürlich auch die essentiellen Fettsäuren, die vorwiegend in pflanzlichen Ölen vorkommen und hier als mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie Linolsäure und a-Linolensäure, vorliegen. Würden diese völlig in unserer täglichen Ernährung fehlen, käme es zu Mangelerscheinungen wie Hautveränderungen und Wachstumsstörungen.

Wir nennen die natürlich vorkommenden Fette auch Neutralfette, gelegentlich werden diese auch als Triglyceride bezeichnet. Die Energiegewinnung aus Körperfettdepots bei körperlicher Anstrengung nennen wir Lipolyse. Im Zusammenhang mit unserer täglichen Ernährung ist eine Unterscheidung der Fette wichtig. Je nach Zusammensetzung bestehen die Fette aus Fettsäuren mit einer oder mehreren chemischen Doppelbindungen.

Wie werden Fette verdaut?

Fettstoffe werden teils als Neutralfette, teils in Form von Fettsäuren und Glycerin größtenteils in die Lymphgefäße der Darmzotten aufgenommen und gelangen auf dem Lymphweg in den venösen Teil des Blutkreislaufs. Sie umgehen somit die Leber. Die Fettablagerungen des Körpers unterstehen einem ständigen Auf- und Abbau. Das abgebaute Fett gelangt in die Leber und wird dort in Fettsäuren und Glycerin gespalten. Die meisten Fette bestehen aus Glycerin, an das je drei langkettige Fettsäuren gebunden sind (Triglyceride sind die Neutralfette). Zu den Lipiden gehören nicht nur die Neutralfette, sondern auch noch weitere Stoffe wie das Cholesterin und die so genannten Phospholipide. Phospholipide sind ähnlich aufgebaut wie die Neutralfette; Lecithin ist hier der bekannteste Vertreter. Phospholipide haben ihre größte Bedeutung als Bestandteil der Zellhülle, ebenso auch das Cholesterin. Cholesterin kann einerseits vom Körper selbst hergestellt werden, andererseits nehmen wir es über tierische Nahrungsmittel zu uns. Das zentrale Organ des Cholesterin-Stoffwechsels ist die Leber, die einerseits Cholesterin bildet, aber auch speichert. In Pflanzen kommt es nie vor. Cholesterin wird für die Zellhülle benötigt, um die fettlöslichen Substanzen überhaupt in die Zelle gelangen zu lassen (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Weiterhin wird Cholesterin für die Hormonbildung und für die Bildung von Gallensäuren benötigt. Hohe Konzentrationen an Fettsäuren finden wir in den Geschlechtsorganen, an der Zellhülle, als Hormonvorläufer und beim Cholesterinstoffwechsel.

Fette werden in der Ernährung dazu benötigt, fettlösliche Vitamine wie A, E, D, K im Magen-Darm-Trakt aufzuschließen und aufnehmen zu können.

Beispiel: Das Vitamin A der Karotten wird für den Körper verwertbar, indem ein Stich Butter an das Gemüse gegeben wird.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren

Man unterscheidet:

 gesättigte Fettsäuren (z. B. in Butter oder Kokosfett);

 einfach ungesättigte Fettsäuren (z. B. Olivenöl oder Erdnussöl);

 zweifach ungesättigte Fettsäuren (z. B. Linolsäure);

 mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z. B. Leinöl oder Fischöl).

Fettsäuren können mit der Nahrung aufgenommen, aber auch von den Zellen selbst hergestellt werden. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kann der Körper nicht herstellen. Sie müssen deshalb über die Nahrung aufgenommen werden. Die ungesättigten Fettsäuren – zum Beispiel Linolsäure, Linolensäure und Arachidonsäure – sind für den Menschen lebenswichtig (essentiell), weil er sie für die Erhaltung der Zellmembranen, als Regulator des Cholesterinstoffwechsels und bei der Herstellung hormonähnlicher Substanzen benötigt. Man bezeichnet sie als essentielle Fettsäuren.

Gehen Sie auch mit Pflanzenölen maßvoll um!

Ungesättigte pflanzliche Öle wie Soja-, Sonnenblumen- oder Maisöle galten bisher als gesund fürs Herz. Doch leider ist das Kochen mit Pflanzenölen nicht so gesund, wie bis vor Kurzem angenommen wurde.

Amerikanische Wissenschaftler stellten fest, dass sich bei Verwendung von Ölen zum Frittieren – wenn sie länger als eine halbe Stunde auf 185 Grad Celsius erhitzt werden – das giftige HNE bildet. Dieser Stoff wird mit Arteriosklerose, Alzheimer, Parkinson, Schlaganfällen sowie der Huntington-Krankheit in Verbindung gebracht.

HNE bildet sich aus der im Öl enthaltenen Linolensäure und ist bekannt als stark toxischer Stoff, der leicht mit der Nahrung aufgenommen wird. Zusammen mit Proteinen und anderen Molekülen reagiert er in der Zelle (z. B. der DNA). Es baut sich die gleiche Konzentration in die frittierte Nahrung ein, wie HNE im Öl vorkommt.

Nach Meinung der Forscher ist das Wiederholen des Frittiervorganges mit hoch ungesättigten Ölen besonders schädlich. HNE reichert sich bei jedem Erhitzen an.

Wie lange ein mehrfach ungesättigtes Öl in einem niedrigeren Temperaturbereich erhitzt werden muss, bis sich HNE und verwandte Stoffe bilden, wird in neuen Studien untersucht.

Gesättigte Fettsäuren

Die gesättigten Fettsäuren stammen in der Regel aus tierischen Fetten (z. B. Schweinefett) und sind bei 20 Grad Celsius von fester Konsistenz. Sie können eine Erhöhung des Blutfettspiegels bewirken, deshalb sollten sie in der Ernährung wenig Verwendung finden.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Sie sind in Pflanzenölen – wie Sonnenblumenöl, Leinöl und Distelöl – sowie in Fischölen enthalten und bei 20 Grad Celsius flüssig. Wird flüssiges Pflanzenfett zu einer festen Konsistenz verarbeitet, verliert es einen Teil seiner ungesättigten Fettsäuren, wie etwa beim Kokosfett, das gerne zum Braten verwendet wird.

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) und Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren verhindern die Verklumpung der Blutplättchen, ein wichtiger Teilschritt bei der Entstehung der Arteriosklerose. Omega-6-und Omega-3-Fettsäuren befinden sich hauptsächlich im Fett der Seefische (z. B. Lachs, Makrele, Hering, Kabeljau, Sardinen und Dorsch), aber auch im Rapsöl oder Walnussöl.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind chemisch gesehen Saccharide (= Zucker). Neben Fetten und Eiweißen (Proteinen) sind Kohlenhydrate der dritte Nährstofflieferant. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Energielieferung und sie dienen in geringem Maße auch als Baustoff.

Im Vergleich zu all den anderen Nährstoffen stellen die Kohlenhydrate mengenmäßig den Hauptanteil an der täglichen Ernährung. Nehmen wir diese im Verbund mit Fetten auf, dienen diese der Sättigung. Je mehr komplexe Kohlenhydrate (die so genannten Polysaccharide = Mehrfachzucker) wir aufnehmen, desto größer der Sättigungsgrad. Kohlenhydrate bilden sich durch Photosynthese mit Hilfe der Sonnenenergie in den Pflanzen.

Sie werden in mehrere Gruppen unterteilt:

Einfachzucker (Monosaccharide)

Zucker, die nur aus einem einzigen Baustein bestehen, werden als Einfachzucker (Monosaccharide) bezeichnet. Vertreter dieser Gruppe sind:

Glukose (Traubenzucker): ist der universelle Energielieferant für fast alle Organe. Die meisten Körperzellen decken ihren Energiebedarf im Normalfall aus Glukose.

Fruktose (Fruchtzucker) und Galaktose (Schleimzucker): Galaktose bildet zusammen mit Traubenzucker (Glukose) den Milchzucker (Laktose). Fruchtzucker zusammen mit Traubenzucker bildet wiederum den Haushaltszucker (Saccharose). Als Zuckeraustauschstoff wird Fruchtzucker in den Lebensmitteln für Diabetiker verwendet, da er ohne Insulin verwertet werden kann. Fruchtzucker süßt in seiner Kraft mehr als der Haushaltszucker.

Glukose und Fruktose sind in Obst und Honig enthalten. Sie sind leicht löslich, werden sehr schnell ins Blut aufgenommen und schmecken süß.

Zweifachzucker (Dissaccharide)

Dissaccharide bestehen aus zwei Bausteinen. Vertreter dieser Gruppe sind:

Saccarose (Haushaltszucker): kommt vor allen in den Zuckerrüben vor, aber auch im Zuckerrohr.

Maltose ( auch als Malzzucker bekannt): in keimender Gerste zu finden; liefert uns im Malzbier den süßen Geschmack.

Laktose (bekannt als Milchzucker): besteht aus Traubenzucker (Glukose) und Galaktose und findet sich unter anderem in der Milch. In der Frauen- und Kuhmilch ist es das wichtigste Kohlenhydrat. Im Erwachsenenalter wird der Milchzucker zunehmend schlecht vertragen und wirkt in großen Mengen abführend.

Die Eigenschaften: Zweifachzucker schmecken schwach süß bis süß, sind sehr gut löslich und werden wiederum schnell ins Blut aufgenommen.

Vielfachzucker (Polysaccharide)

Zu den Polysacchariden gehören insbesondere Stärke und Glykogen:

Stärke: ein Kohlenhydrat, welches durch Verknüpfung vieler Bausteine des Traubenzuckers (Glukose) entsteht. Die Bildung der Stärke wird nur von Pflanzen vorgenommen. Die großen Stärkelieferanten sind deshalb Kartoffeln, Getreide und Getreideprodukte. Als Rohstoff kommt die Stärke zum Beispiel auch bei der Gewinnung von Alkohol wie Kartoffel- oder Kornschnaps zum Einsatz. Da Stärke in kaltem Wasser unlöslich ist, in warmem Wasser – ab 50 Grad – quillt und damit verkleistert, verwenden wir sie zum Binden von Soßen, Suppen usw.

Zu den Zusatzstoffen zählt die so genannte „modifizierte Stärke“, die durch physikalische und chemische Veränderungen der Stärke gewonnen wird. Sie quillt und löst sich dann besser.

Glykogen (tierische Stärke): ein Kohlenhydrat, das aus Traubenzucker aufgebaut ist. Nur Leber und Muskulatur von Menschen und Tieren können es bilden, es ist die Stapelform der Kohlenhydrate in der Leber und in den Muskeln.

Zucker – Nährboden für Darmpilze

Lebensmittel werden zwar meist durch unseren Geschmack akzeptiert, sind jedoch leider oft mit viel Zucker versehen. Zucker verursacht zusätzlich eine übermäßige Gärung im Darm. Die starken Darmgärungen erzeugen Fuselalkohole, Kohlendioxid-Gas und Methan-Gas.

Fuselalkohole schädigen die Leber stark. Kohlendioxyd-Gas verursacht Atemnot, Blutdruckanstieg und Müdigkeit. Zucker ist ein hervorragender Nährboden für Pilze des Darms. Die giftigen Stoffwechselprodukte der Darmpilze (Mykotoxine) überlasten die Entgiftungsorgane und das Immunsystem. Das geschädigte Abwehrsystem (Immunsystem) kann das Pilzwachstum im Darm schließlich nicht mehr ausreichend stoppen.

Über Blut- und Lymphwege gelangen die giftigen Stoffwechselprodukte der Darmpilze in jene Organe, die den Giften den geringsten Widerstand entgegensetzen. Diese schädlichen Stoffe will der Organismus über eine allergische Entzündung verbrennen und ableiten.

Allergische Krankheiten befallen häufig die Haut (Ekzeme), die Lunge und die Bronchien (Asthma), die Nase und die Nebenhöhlen (Heuschnupfen).

Der Vorteil von Glykogen ist, dass es bei kurzen, schnellen Anstrengungen, aber auch bei Hungerzuständen zur Verfügung steht.

Unser Depotfett (gespeichertes Fett) wird erst abgebaut, wenn der Glykogenvorrat aufgebraucht ist. Unser Körper speichert Glykogen gleichzeitig mit Wasser. Fasten wir, so beruht der relativ hohe Gewichtsverlust in den ersten Tagen auf Abbau von Glykogen und dem damit entstehenden Wasserverlust.

Die Eigenschaften: Vielfachzucker müssen im Verdauungstrakt erst gespalten werden. Sie gehen langsam ins Blut über und schmecken nicht süß.

Ballaststoffe

Unverdauliche pflanzliche Stoffe (Schlacken), wie etwa Zellulose (kommt u. a. in den Zellwänden von Pflanzen vor), Hemizellulose und Pektin, dienen als Ballaststoffe und kommen in pflanzlichen Lebensmitteln wie Getreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte usw. vor. Zellulose ist ein Bestandteil der Zellwände der Pflanzen. Ballaststoffe fördern bekanntlich nicht nur die Darmtätigkeit, sondern führen auch zu einer verzögerten Magenentleerung und bringen uns dadurch einen größeren Sättigungseffekt. Auf diese Weise werden Blutzuckerspitzen vermieden (siehe auch Kapitel V. Diabetes).

Da Ballaststoffe eine hohe Wasserbindungskapazität aufweisen, vergrößern sie auf diese Weise das Stuhlvolumen und regen so die Darmtätigkeit (Peristaltik) an, was zu einer Verkürzung der Darmpassagezeit und in der Folge zur regelmäßigen Stuhlentleerung führt.

Vitamine

In unserer Ernährung spielen die Vitamine weder eine Rolle als Energielieferant noch als Baumaterial für körpereigene Substanzen. Die Vitamine sind organische Substanzen, die der Körper nicht selbst aufbauen kann, jedoch in kleinsten Mengen zum Leben benötigt. Er muss sie mit der Nahrung aufnehmen. Viele Vitamine sind Bestandteile von Enzymen. Schauen wir uns zunächst die Aufgaben der Enzyme an.

Was sind Enzyme?

Enzyme (auch Fermente genannt) sind Eiweißstoffe (Proteine), die als Katalysatoren biochemische Stoffwechselvorgänge und Reaktionen im Körper erleichtern und beschleunigen können. Heute kennt man mehrere hundert verschiedene Enzyme. Sie ermöglichen die Verdauung und steuern in den Zellen die Stoffwechselvorgänge. Die Nahrungsmittel müssen für den Abbau zerkleinert und in Wasser gelöst sein.

Coenzyme (= „Enzymhelfer“) sind keine Eiweißverbindungen, sondern meist Vitaminabkömmlinge. Coenzyme sind Substanzen, die an Enzymreaktionen beteiligt sind bzw. deren Arbeit unterstützen.

Für die Gesundheit des Menschen ist die volle Aktivität seiner körpereigenen Enzyme Voraussetzung.

Körpereigene Enzyme regeln:

 die Bindung und den Abtransport aller Gifte und freien Radikale,

 den Abbau arteriosklerotischer Ablagerungen (Cholesterin),

 die Fließeigenschaft des Blutes (Vermeidung von Thrombosen),

 die Freischaltung blockierter Nervensysteme,

 Wundheilung und Schmerzlinderung,

 den Säure-Basenhaushalt,

 das Gleichgewicht in Magen und Darm,

 das hormonelle System,

 Fehlsteuerungen, die Autoimmunerkrankungen auslösen können (wie z. B. Gelenkleiden und Arthrose, Schuppenflechte, Multiple Sklerose usw.),

 den Heilungsprozess bei Infektionskrankheiten,

 die Erkennung und Vernichtung entarteter Zellen (Tumore).

Allgemeines zu den Vitamingruppen

Chemisch gesehen gehören Vitamine verschiedenen Stoffgruppen an. Definiert werden sie deshalb nach ihrer Wirkung. Aufgrund ihrer Funktionen lassen sich die Vitamine in zwei große Gruppen einteilen: in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine, die beide nachfolgend näher betrachtet werden.

Die Einteilung macht durchaus Sinn und hat vor allem medizinische Bedeutung. Denn fettlösliche Vitamine sind vorwiegend in fettreichen Nahrungsmitteln enthalten und lassen sich nur dann vom Körper aufnehmen, wenn auch genügend Galle abgesondert wird und die Fettresorption im Darm funktioniert. Sie können in der Leber und im Fettgewebe gespeichert werden. Anders ist dies bei den wasserlöslichen Vitaminen, die im Körper so gut wie gar nicht gespeichert werden. Sie zirkulieren ständig im Blut, sofern sie nicht zu Reaktionen in den Körperzellen abgerufen werden. Ein Überschuss an wasserlöslichen Vitaminen wird normalerweise schnell mit dem Urin ausgeschieden. Vitaminmangel wie auch Vitaminüberschuss können zu unterschiedlichen Krankheitssymptomen führen.

Vitamine sind für den menschlichen und den tierischen Stoffwechsel unentbehrliche (essentielle) Verbindungen, die vom Organismus nicht oder nur unzureichend hergestellt werden können. Aus diesem Grunde müssen sie regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden. In den Lebensmitteln sind Vitamine in sehr unterschiedlicher Menge enthalten.

Von Haus aus sind alle Vitamine essentiell. Lediglich Vitamin D kann der menschliche Körper, allerdings nur in sehr begrenztem Maße, selbst herstellen. Einige der Vitamine können auch als Vorstufen (Provitamine) (z. B. wird ß-Carotin auch als „Provitamin A“ bezeichnet) mit der Nahrung aufgenommen werden und der Körper wandelt diese dann selbst in Vitamine um. Wiederum andere Vitamine werden dem Organismus durch symbiotisch lebende Organismen, wie z. B. unsere Darmbakterien, zur Verfügung gestellt. Vitamin K, Vitamin B2,

Folsäure und Biotin bezieht der Körper nicht nur aus der Nahrung. Im Rahmen der Stoffwechselprozesse der Darmbakterien werden diese gebildet und ins Darmlumen abgegeben.

Fettlösliche Vitamine (ADEK oder EDeKA)

Vitamin A (Renitol)

Die Substanzen der Vitamin-A-Gruppe umfassen eine ganze Reihe fettlöslicher, sehr lichtempfindlicher Wirkstoffe wie Retinol, Retinal und Retinsäure. Diese werden in der Darmwand durch Spaltung der (mit der Nahrung zugeführten) Provitamine a-, ß- und y-Carotin (Karotinoide) gebildet und anschließend in der Leber gespeichert.

Vitamin A ist beteiligt am Sehvorgang und ein entscheidender Wachstumsfaktor für Epithelzellen (geschlossener Zellverband, der äußere oder innere Körperoberflächen bedeckt). So kann zum Beispiel bei fehlendem Vitamin A das Flimmerepithel der Nasen- und Lungenschleimhaut nicht schlagen und etwa für den Rücktransport von Schleim, während einer Erkältung, bepackt mit Bakterientrümmern, in Richtung Nase und Rachen sorgen. Wir können dann nicht abhusten und schnäuzen. Bei Mangel kommt es an den Augen zur gefürchteten Nachtblindheit und zu Schädigungen an der Haut, wie Altersflecken, zu brüchigen Nägeln, Haarausfall und verstärkter Hornbildung z. B. an den Füßen. Überdosierung kann neben Kopfschmerzen und Leberschäden ebenfalls zu Haarausfall und zu fetalen Schäden in der Schwangerschaft führen.

Vitamin D (Calciferole)

Nach neueren Erkenntnissen wird die Gruppe der Vitamin-D-Substanzen oder Calciferole nicht mehr zu den Vitaminen, sondern zu den Hormonen („Vitamin-D-Hormon“) gerechnet.

Da Vitamin D aus den Provitaminen unter der Einwirkung von UV-Licht gebildet wird, kann Sonnenmangel eine Vitamin-D-Zufuhr notwendig machen. Gehen Sie täglich in die Natur und nehmen Sie zumindest über die Hände, die Unterarme und das Gesicht UV-Licht auf, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Die Vitamin-D-Versorgung ist jahreszeitlich bedingt unterschiedlich. Bekannt ist, dass Vitamin D den Einbau von Calcium und Phosphor und weiterer Mineralien in die Knochen fördert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Beitrag zur Festigkeit und zur Belastbarkeit des Skeletts. Mangel an Vitamin D kann Rachitis (Osteomalazie) verursachen.

Vitamin E (Tokopherole)

Vitamin E bzw. die fettlösliche Gruppe der Tokopherole wird nur von Pflanzen hergestellt. Vitamin E wird vor allem in den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Milz gespeichert. Immer noch nicht konnte die eindeutige biologische Wirksamkeit von Vitamin E geklärt werden. Heute vermutet man, dass es als Antioxidans bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen wirkt, besonders beim Abbau ungesättigter Fettsäuren. Vitamin E beeinflusst den Fettstoffwechsel günstig. Es ist eine Vorbeugung gegen Arterienverkalkung, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Ein Schutz vor Alterung wird in Zusammenhang mit Vitamin E gebracht.

In Tierversuchen wurde eindeutig nachgewiesen, dass es sich auf Fruchtbarkeit, Blutbild, Muskulatur und Gehirn günstig auswirkt. Beim Menschen scheint es eine wichtige Rolle für die Funktion der männlichen Keimdrüsen, aber auch für einen geregelten Schwangerschaftsverlauf zu spielen. Mangelerscheinungen sind unbekannt, nur im Tierversuch kam es zur Sterilität bei Ratten.

Vitamin K (Phyllochinone)

Im menschlichen Organismus kommt Vitamin K, genannt Menachinon (Vit. K2), natürlicherweise vor. Man kann es durch das in Pflanzen enthaltene Vitamin K1 oder das synthetisch hergestellte Vitamin K3 ersetzen. Die beiden Abkömmlinge haben die gleiche Wirksamkeit wie Vitamin K2. Sie steigern den Aufbau der Gerinnungsfaktoren in der Leber.



Vitamin K ist essentiell für die Blutgerinnung, denn es ist die Grundvoraussetzung für den Blutgerinnungsfaktor II (Prothrombin) in der Leber. Vitamin K unterstützt die Gerinnungsfaktoren VII, IX und X. Diese Fähigkeiten machen sich nun die Antikoagulantien (Blutverdünnungsmittel) vom Typ der Kumarine zunutze. Hier verdrängen die Kumarine das Vitamin K in der Leber. Dadurch wird die Bildung von Prothrombin herabgesetzt und es kommt zur Verzögerung der Blutgerinnung. Deshalb dürfen beispielsweise Marcumarpatienten keine Gemüsesorten mit viel Vitamin K essen, damit die Wirkung des Medikamentes nicht gestört wird. Ein Mangel kommt praktisch nie vor, da Vitamin K von den Darmbakterien gebildet wird. Liegt eine Magen-Darm-Störung, ein Gallestau, eine Störung der Fettverdauung und der fettlösliche Vitamine vor oder gar eine Schädigung der Vitamin K produzierenden Darmflora, z. B. als Folge einer Antibiotikatherapie, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Wasserlösliche Vitamine

Vitamin B1 (Thiamin, Aneurin)

Vitamin B1 wird im Organismus mit Phosphatgruppen verbunden und dadurch in die wirksame Form Thiaminpyrophosphat überführt. Als Coenzym hat es eine wesentliche Schlüsselfunktion innerhalb des Kohlenhydratstoffwechsels und bei der Synthese des Neurotransmitters Acetylcholin. Daraus ergibt sich ein großer Wirkfaktor an der Herzfunktion und an den Nerven. Etwa die Hälfte des Tagesbedarfs an Thiamin wird für die Muskeltätigkeit benötigt.

Bei Mangel kann die bekannte „Beri-Beri“-Krankheit auftreten, die man aus Hungergebieten der Dritten Welt kennt.

Vitamin B2 (Laktoflavin oder Riboflavin)

Neben den Lebensmitteln tragen auch Darmbakterien zur Bereitstellung von Vitamin B2 bei. Zwei Coenzyme werden durch B2 gebildet. Die Oxidation von Glukose und Fetten zur Energieerzeugung sowie für den Proteinstoffwechsel ist abhängig von diesem Vitamin. Sein Einfluss auf Stoffwechselprozesse und Hormonproduktion ist wesentlich.

Bei Mangel kommt es in seltenen Fällen zu einer Anämie. Eine Bereitschaft zu Entzündungen kann begünstigt werden.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Wir fassen unter dem Begriff Vitamin B6 folgende drei Stoffe zusammen:

 Pyridoxol (gehört chemisch zu den Alkoholen),

 Pyridoxal (ein Aldehyd),

 Pyridoxamin (ein Amin).

Die Wirksamkeit ist gleichermaßen bedeutsam und setzt bevorzugt im zellulären Stoffwechsel an, wo es einem Umbau zu einem Coenzym unterliegt, und regelt wesentlich den Aminosäurestoffwechsel.

Mangel führt zu Nervenschäden und zu Entzündungen an der Haut.

Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12 ist unser Zellteilungsvitamin. B12 ist ein Bestandteil von Coenzymen und beteiligt am Eiweißstoffwechsel und am Stoffwechsel aller Zellen, die zu reproduzieren sind. Ohne B12 gibt es keine Zellteilung.

Der Körper braucht es besonders für die Blutbildung, es fördert die Bildung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Vitamin B12 ist für die Erhaltung des Nervensystems, den Aufbau des genetischen Materials und den Eiweißstoffwechsel nötig. Damit B12 überhaupt im Ileum (Abschnitt des Dünndarms) aufgenommen werden kann, muss es sich mit einem im Magensaft vorkommenden Faktor („Intrinsic Factor“) verbinden, auf diese Weise wird es vor einer Zerstörung durch die Verdauungssäfte des Magens geschützt. Ein Mangel an B12 führt zur Anämie, speziell zur perniziösen Anämie.

Niacin (Nicotinsäure und Nicotinsäureamid)

Nicotinsäure und Nicotinsäureamid werden zusammenfassend als Niacin bezeichnet. Für uns stellt Niacin den Baustein eines lebenswichtigen Coenzyms dar. Seine Hauptarbeit liegt hier bei der Freisetzung von Energie aus den Kohlenhydraten oder auch von Fetten. Es ist dienlich bei der Energiespeicherung. Folglich nimmt es eine zentrale Stellung im Energiestoffwechsel ein. Der Mensch selbst kann mit Hilfe der Darmbakterien aus der Aminosäure Tryptophan Niacin gewinnen. Nehmen wir mit der täglichen Ernährung einen ausreichenden Gehalt an Tryptophan zu uns, muss Niacin nicht von außen zugeführt werden.

Ein Mangel führt zu „Pellagra“ (Stoffwechselstörung) mit neurologischen Störungen. Auch Hautentzündungen oder auch Durchfall können möglich sein.

Folsäure

Die Bildung neuer Erbsubstanz (Nukleinsäuresynthese) und roter Blutkörperchen (Erythrozyten) ist nur mit Hilfe von Folsäure möglich. Diese muss hierzu allerdings erst mit Vitamin C zu Tetrahydrofolsäure umgebaut werden. Ebenso wichtig ist Folsäure für den Aminosäure-Stoffwechsel. Die Aufnahme der über die Nahrung zugeführten Folsäure in den Organismus geschieht bereits im Dünndarm. Im Dickdarm wird Folsäure zwar vom Körper aufgebaut, diese wird jedoch ungenutzt ausgeschieden und damit nicht mehr aufgenommen.

Folglich treten Folsäuremangelzustände häufig auf. Die Mangelerscheinung bei Folsäuremangel ist die Anämie, ähnlich wie bei einem Vitamin-B12 -Mangel.

Panthotensäure

Panthotensäure ist ein Bestandteil des Coenzyms A, eine durch ihre hohe Bindungsenergie zentrale Substanz für den gesamten Stoffwechsel.

Sie ist verantwortlich für das Zusammenspiel zwischen Zitronensäurezyklus (Muskelarbeit), Kohlenhydratstoffwechsel und Fettstoffwechsel.

Mangelerscheinungen sind nicht bekannt.

Biotin

Die Funktion des Biotins im Stoffwechsel ist die eines wichtigen Coenzyms. Damit ist Biotin an der Synthese von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren beteiligt. Der Organismus ist in der Lage, Biotin selbst zu bilden, unter der Voraussetzung einer intakten Darmflora.

Bei einem Mangel an Biotin können Hautentzündungen resultieren.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Ascorbinsäure wird nicht nur von Pflanzen, sondern auch von fast allen tierischen Organismen selbst aufgebaut. Neben dem Menschen haben nur noch Affen und Meerschweinchen im Rahmen der Entwicklungsgeschichte durch einen Genverlust die Fähigkeit verloren, das benötigte Vitamin C selbst zu produzieren.

Im Stoffwechsel ist Vitamin C am Auf- und Umbau von Hormonen und Coenzymen sowie am Stoffwechsel der Aminosäuren beteiligt.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Vitamin C bei der Wundheilung, der Blutgerinnung, der Abdichtung von Kapillaren, der Immunabwehr und dem Aufbau des Kollagens. Vitamin C gilt, ebenso wie das Vitamin E, als Oxidationsschutzmittel (Antioxidans) im zellulären Stoffwechsel. Es verbinden sich Antioxidantien mit den freien Radikalen und nehmen ihnen damit ihre Aggressivität. Dieser Mechanismus im Körper schützt die Zellen vor Entartung.

Bei Mangel kann es im schlimmsten Fall zu Skorbut kommen, da Vitamin C ja eine wichtige Rolle bei der Kollagenbildung einnimmt. Auch Zahnfleischbluten und Bindegewebsschwäche können auf Vitamin-C-Mangel hinweisen.

Zusammenfassung

Der Bedarf an Vitaminen beim Menschen wird von Alter, Geschlecht sowie physiologischen Bedingungen wie Schwangerschaft, Stillzeit, körperlicher Belastung, seelischer Belastung und Ernährung beeinflusst.

So führen zum Beispiel Unterernährung (Nahrungsmangel), Fehlernährung (einseitige Kost, hier oft ältere Menschen und Alkoholiker, Fast-Food-Ernährung) oder aber Resorptionsstörungen im Magen-Darm-Trakt zu einer Unterversorgung mit Vitaminen (Hypovitaminosen).

Auch eine medikamentöse Behandlung, bei der beispielsweise die Darmflora geschädigt wird, kann wegen Ausbleibens des bakteriellen Vitaminaufbaus zu Mangel an Vitaminen (vor allem der Vitamine B12 und K) führen.

Überdosierungen von Vitaminen führen dagegen nur bei fettlöslichen Vitaminen A und D zu Vergiftungserscheinungen (Hypervitaminosen). Dies gilt nicht für die wasserlösliche Vorstufe von Vitamin A, das Beta-Carotin.

Ein Überschuss von wasserlöslichen Vitaminen wird im Normalfall schnell mit dem Urin ausgeschieden.

Damit das Mögliche entsteht,

muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

Hermann Hesse (1877 – 1962)

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann und die ihm deshalb mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Sie sind folglich essentiell. Die im Folgenden genannten Mineralstoffe beziehen sich ausschließlich auf den menschlichen (oder tierischen) Organismus. Sie sind lebensnotwendig und werden normalerweise in ausreichender Menge durch die Nahrung aufgenommen.

Da sie im Körper in großen Mengen vorkommen, werden sie auch „Mengenelemente“ oder „Makroelemente“ genannt. Speziell für alle Stoffwechselfunktionen sind Mineralstoffe unentbehrlich, worauf ich im Einzelnen noch eingehen werde. Sehr drastisch wird beim christlichen Begräbnisritus auf eine unbestreitbare Tatsache hingewiesen: „Von Erde bist genommen, zu Erde sollst du werden.“ Was bei der Verbrennung als Asche zurückbleibt, sind nichts anderes als Mineralstoffe.

Für eine Vielzahl wichtiger Körperfunktionen sind sie von großer Bedeutung:

 Aufbau, Erhalt und ständige Erneuerung von Knochen und Zähnen,

 Aktivierung von Enzymen,

 Erregungsleitung im Nervensystem,

 Muskelfunktion,

 konstante Regulierung des Salz- und Wasserhaushalts (Elektrolyte),

 konstante Aufrechterhaltung des osmotischen Druckes,

 konstante Aufrechterhaltung des pH-Werts des Blutes und anderer Körperflüssigkeiten,

 Blutgerinnungsfunktion,

 Aufbau von Hormonen,

 Aufbau von Blutzellen.

Der Körper hält normalerweise von diesen essentiellen Mineralstoffen einen bestimmten Vorrat gespeichert. Ein Mangel oder aber auch ein Überangebot im Körper verändern die normale Mineralstoffverteilung. Schwere gesundheitliche Störungen können dann die Folge sein. Eine grundsätzliche Veränderung kann sich durch Mineralstoffmangel, durch erhöhten Bedarf bzw. durch Mineralstoffverluste ergeben.

Die wichtigsten Mineralstoffe und deren Mengen im menschlichen Körper:

 Natrium (Na): 80 g,

 Chlorid (Cl): 120 g,

 Kalium (K): 130 – 150 g,

 Calcium (Ca): 1.500 g,

 Phosphor (P): 750 g,

 Magnesium (Mg): 40 g.

Veränderungen im Mineralstoff-Gleichgewicht

Ein möglicher Mangel an Mineralien entsteht durch:

 Mangelernährung,

 Fehlernährung,

 Diät,

 Alkoholismus,

 hohes Lebensalter,

 chronische Erkrankungen.

Erhöhter Bedarf ergibt sich in folgenden Situationen:

 Schwangerschaft,

 Stillzeit,

 schwere körperliche Arbeit,

 Fieber,

 Infektionskrankheiten.

Verluste an Mineralstoffen können verursacht werden durch:

 Schwitzen,

 Erbrechen,

 Durchfall,

 Nierenerkrankungen,

 Arzneimittel wie Diuretika (Entwässerungsmittel).

Mineralstoffe und Spurenelemente steuern über eine Million verschiedener Stoffwechselvorgänge in unserem Körper – Tag für Tag, bis zum Tod. Als Beispiel sei Magnesium genannt, ein Mineralstoff, den der Körper nicht selbst herstellen kann, also über Lebensmittel aufnehmen muss. Wir wissen heute, dass es für über 400 Stoffwechselschritte im Körper Sorge trägt. Realistisch betrachtet bedeutet dies: Fehlt nur einer einzigen Zelle im richtigen Augenblick Magnesium oder liegt für einen kurzen Augenblick eine Verteilungsstörung (im Sinne der Biochemie nach Dr. Schüßler) vor, so können diese 400 Schritte vom Körper nicht erledigt werden – und irgendwann beginnen Befindlichkeitsstörungen wie zum Beispiel Wetterfühligkeit; auch Erkrankungen können eintreten. In der Regel beginnt jetzt der Gang von Arzt zu Arzt, ein langer Weg der Diagnosesuche beginnt.

Wir wissen, dass Nerven, Herz, Knochen, Muskulatur und Organe Magnesium benötigen. Magnesium hat eine entkrampfende und beruhigende Wirkung und setzt vor allem im vegetativen Nervensystem an. Wer sich also vor Herzinfarkt, Arteriosklerose, Diabetes, Krebs, Fäulnisgasen, Lebererkrankungen, Kreislaufstörungen, erhöhtem Cholesterin, Herzjagen und Wadenkrämpfen schützen will, sollte zusehen, dass seine Lebensmittel möglichst viel Magnesium enthalten. Die Magnesiumversorgung (auch aller anderen Stoffe) ist alleine mit der natürlichen Nahrung nicht mehr gewährleistet, weil die Böden ausgelaugt sind und daher an die Pflanzen nicht mehr ausreichend Magnesium abgegeben wird. Deutschland gilt als Magnesium-Mangelland.

Wir sollten wissen: Im Boden liegen Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Kalium usw., aber auch die Spurenelemente in anorganischer Form vor. Die Natur macht aus den anorganischen Mineralstoffen des Bodens über das Wachstum der Pflanze, mit Hilfe der Photosynthese, organische Mineralien. Das bedeutet für uns: Damit können diese vom Körper aufgenommen werden und sind verdaubar. Sie greifen dadurch ordnend und korrigierend in den Stoffwechsel und den Organismus ein.

Sehen wir uns diese Mineralstoffe, auch als Mineralsalze bezeichnet, einmal näher an. Unter dem Mikroskop werden sie uns als Kunstwerk der Natur in den schönsten Farben und wunderbarsten kristallinen Formen (wie die Eisblumen am Fenster) offenbar. Heute ist bekannt, dass auch unser Körper diese Wunderwerke in sich trägt und durch die tägliche Ernährung aufnimmt. Durch die chemische Vereinigung von Nichtmetallen und Metallen entstehen diese Mineralstoffe, die aus elektrisch geladenen Atomen, auch Ionen genannt, aufgebaut sind. Letztlich sind es die Ionen, die im Körper an all seinen Funktionen beteiligt sind und dadurch unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Prof. Fritz Albert Popp (Biophotonenforscher) hat schon vor Jahrzehnten erkannt, dass Nahrung aus sich heraus „leuchtet“. Durch Restlichtverstärker (Photomultipler) sind diese ultraschwachen Lichtemissionen zuverlässig physikalisch messbar und dadurch belegbar.

Warum haben wir ein Defizit an Mineralstoffen?

Mineralstoffe sind wichtig für unsere Gesundheit. Meistens leiden die Menschen nicht so sehr an einem Mangel an Vitaminen, sondern viel öfters an einem Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen.

Wir wissen heute, dass Mineralstoffe lebenswichtig sind als Antioxidantien. Antioxidantien fangen schädliche freie Radikale im Körper ab und machen sie durch Oxidation unschädlich. Sie dienen als Ausgleichssystem für das Säure-Basen-Gleichgewicht, für das optimale Funktionieren enzymatischer Abläufe, für die Aufnahme von Vitaminen und den Aufbau neuer Zellen, die Aufrechterhaltung des Innendrucks der Zellen, Gewebespannung und vieles mehr.

Der Rückgang der Mineralstoffe in unseren Lebensmitteln ist erschreckend und kann durchaus als dramatisch bezeichnet werden. In den letzten 50 Jahren hat der Gehalt um durchschnittlich 60 % abgenommen! So ist der Calcium-Gehalt beispielsweise in Brokkoli um 75 % zurückgegangen, in Frühlingszwiebeln um 74 %. Möhren haben 75 % des lebensnotwendigen Magnesiums eingebüßt. Ernährungswissenschaftler sehen in der modernen Landwirtschaft die Ursachen für das Problem der Qualitätseinbußen von Obst und Gemüse.

Kunstdünger wurde ausgebracht, ohne die lebensnotwendigen Mineralien gleichzeitig mitzuliefern. Längst sind die Böden in dieser Hinsicht ausgelaugt.

Lebensreiche Böden

Finden wir gesunde Böden, also Felder/Gärten mit aktiven Bodenlebewesen (Mikroorganismen) vor, sind diese immer mineralstoffreicher als tote, verkrustete Böden. Wir wissen heute, wie wichtig etwa die Regenwürmer sind. Sie machen nicht nur den Boden leicht und luftig, sondern bringen auch Kalk in die Böden, denn in ihrer Speiseröhre haben sie eine Kalkdrüse.

Sind die Böden lebendig, speichern sie das Wasser wie Schwämme. Durch „tote“ Böden sickert das Regenwasser hindurch, weil diese verkrustet sind. Gesunde Böden haben einen pH-Wert von 6 bis 7 und sind damit ausgeglichen. Falsch bearbeitete Böden sind sauer. Weniger Mineralstoffe und Spurenelemente stehen den Pflanzen zur Verfügung, während Schwermetalle nicht durch die vorhandene Humusschicht zurückgehalten werden. Die Pflanzen nehmen diese leichter auf, sodass Schwermetalle gegenüber den Mineralien das Rennen machen.

Die Umweltbelastung der letzten Jahrzehnte – mit saurem Regen – verstärkt diesen Effekt auf die Böden und führt zu einer weiteren Belastung der ohnehin schon sauren Erde. Am Ende dieser Spirale steht der „saure“ Mensch.

Neueste Forschungen ergeben, dass die Aufnahme von Mineralstoffen durch den Körper über die Pflanze wesentlich effektiver ist als über pharmazeutisch hergestellte Präparate. Dies gilt übrigens auch für die Vitamine. Die über die Pflanzen vorverdauten und vor-informierten Mineralien werden vom Körper als solche erkannt und somit wesentlich effizienter eingelagert.

Pflanzen richten ihr Wachstum immer nach dem Minimum der im Boden vorliegenden anorganischen Mineralstoffverbindungen aus.

Die Erde, sprich: der Mutterboden, verbraucht, um sich selbst im Gleichgewicht zu halten, die eigenen Mineralstoffe und Spurenelemente und gibt dadurch weniger an die Pflanzen ab. Das ist der wahre Grund, warum immer mehr Pflanzen in einen wirklichen Mangel geraten und uns immer weniger zur Verfügung steht, damit unser Körper gut funktionieren kann. Passend dazu ist der Ausdruck „an vollen Kochtöpfen verhungern“.

Dazu kommt die deutliche Reduzierung von frischem Gemüse in unserer täglichen Ernährung – vor allem von Kartoffeln, weil diese vor Jahren in den falschen Ruf geraten sind, dick zu machen. Sie machen jedoch nur dick, wenn sie in Form von Pommes, Chips und dergleichen gegessen werden.

Calcium (Ca)

Mengenmäßig ist Calcium am stärksten im Körper vertreten – insgesamt bei einem Erwachsenen 1.000 bis 1.500 g. Ungefähr 99 % davon sind in den Knochen und Zähnen mit Phosphor gebunden. Calcium ist am Aufbau von Knochen und Zähnen und deren Erhalt durch ständige Erneuerung beteiligt. Es verleiht den Knochen die Festigkeit. Im Kinder- und Jugendalter wird deshalb besonders viel benötigt, damit die Knochen stabil wachsen können. Die Funktion von Calcium ist wichtig für die Aktivierung der Blutgerinnung und zur Reizübertragung im Nervensystem.

Dienlich zur Aufnahme von Calcium aus dem Darm sind Vitamin D, Amino- und Zitronensäuren sowie Laktose.

Ein Mangel an Calcium kann durch Aufnahmestörungen im Darm entstehen. Oxalsäure (z. B. in Spinat oder Rhabarber enthalten), aber auch eine fettreiche beziehungsweise eiweißarme Nahrung kann für diese Aufnahmestörung verantwortlich sein.

Bei mangelhafter Calcium-Zufuhr durch die Nahrung bedient sich unser Körper aus seinen eigenen Vorräten, die im Knochengewebe gespeichert sind. Das tut er, damit er für andere wichtige Funktionen im Körper eine stabile Calcium-Konzentration im Blut stets gewährleisten kann. Löst er nun viel Calcium aus dem Knochen, wird dieser leicht brüchig. Ernähren wir uns basisch und sorgen wir in jedem Alter für genügend Calcium im Körper, wirken wir dem Knochenschwund (Osteoporose) entgegen. Muskelkrämpfe sowie Herzprobleme mit Bluthochdruck können weitere Hinweise auf einen Calcium-Mangel sein. Liegt tatsächlich ein Mangel vor, kann dies die Folge einer zu geringen Versorgung mit Vitamin D sein.

Die Gefahr einer Überversorgung besteht faktisch nicht, da der Körper den Calcium-Spiegel im Blut selbst regelt. Einnahme von zu viel Vitamin-D-Präparaten kann zu einer Überversorgung mit Calcium führen, die der Körper schließlich nicht mehr selbst kompensieren kann. Er lagert dann das Zuviel an Calcium zum Beispiel in die Gefäße ab.

Erhöhter Bedarf an Calcium liegt vor bei

 Säuglingen, Kindern, Jugendlichen,

 Schwangeren,

 Stillenden (1 l Muttermilch enthält 330 mg Calcium) und

 älteren Menschen (besonders Frauen).

Chlor (Cl)

Wie Natrium ist es wesentlich für die Aufrechterhaltung unseres Wasserhaushaltes verantwortlich – hauptsächlich für die Wasserbilanz zwischen den Zellen. Chlor finden wir vor allem in der Magensäure, wo es mit Wasserstoff die für die Verdauung wichtige Magensäure (HCl) bildet, und in der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Es spielt eine wichtige Rolle im Säure-Basen-Haushalt und regelt zusammen mit Kalium und Natrium den Wasser- und Elektrolythaushalt. Der menschliche Organismus enthält ca. 120 g Chlor.

Mangel an Chlor kann sich durch andauerndes starkes Schwitzen oder durch lang anhaltendes Erbrechen einstellen. Das führt zu Störungen im Säure-Basen-Haushalt mit Muskelkrämpfen und Störungen der Herzfunktion.

Chlor wird über den Darm aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden.

Phosphor (P)

Phosphor sorgt durch den Aufbau von Knochen und Zähnen für deren Gesundheit. Weiterhin wird es zur Energiegewinnung und -verwertung in den Zellen und zur Nährstoffverwertung im Körper benötigt. Es ist als Bestandteil von Biomolekülen (Moleküle organischer Substanzen, die in der Natur vorkommen), wie der Nukleinsäure, bekannt.

Der Körper eines Erwachsenen enthält ca. 700 g Phosphor, meist in Verbindung mit Calcium (ca. 80 %), und ist in unserem Skelettsystem gebunden. Phosphor ist an fast allen Prozessen im Körper beteiligt, besonders aber an der Gewinnung und Speicherung von Energie. Nierenfunktion, Herz und Säure-Basen-Haushalt werden durch dieses Mineralsalz reguliert. Im Blut hat Phosphor eine Pufferfunktion bei der Aufrechterhaltung des pH-Wertes inne.

Die Magnesium-Verwertung kann durch eine zu hohe Aufnahme von Phosphor gestört werden.

Mangel an Phosphor ist sehr selten. Zu bedenken ist, dass Phosphor und Calcium in einem bestimmten Gleichgewicht im Körper stehen sollten. Normalerweise stellt dies in der Ernährung kein Problem dar, denn calciumreiche Lebensmittel sind zumeist auch reich an Phosphor.

Nehmen wir zu viel Phosphor auf, verhindert dies die Calcium-Verwertung und führt so zu Störungen im Calcium-Haushalt. Zu allem Unglück wird dann die Nebenschilddrüse angeregt, mehr Hormone (Parathormon) zu produzieren. Dieses Hormon bewirkt, dass Calcium vermehrt aus dem Knochen gelöst wird, damit der Calcium-Spiegel im Blut konstant gehalten wird. Hieraus folgt ein verstärkter Abbau der Knochensubstanz, was wiederum die Osteoporose begünstigt.

Kalium (K)

Kalium zeichnet für den Druck innerhalb der Zelle verantwortlich und befindet sich im Gegensatz zu Natrium und Chlor fast ausschließlich im Innern der Zellen. Es dient der Aufrechterhaltung der Gewebespannung und sorgt damit auch – zusammen mit Natrium und Chlor – für das Gleichgewicht im Elektrolythaushalt. Kalium ist am regelmäßigen Herzschlag und an der Regulierung des Blutdruckes beteiligt. Es ist erforderlich bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen und hier unabdingbar. Es sorgt für die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven. Im Energiestoffwechsel unterstützt Kalium maßgelblich die Einschleusung (Nährstrom) von Nahrungsbestandteilen in die Zellen.

Zu einem Mangel an Kalium kann es nach größeren Flüssigkeitsverlusten wie Durchfall, Erbrechen oder auch durch längere Einnahme von Entwässerungs- und Abführmitteln kommen. Dieser Mangel kann schließlich zu Störungen am Herzen und zu Muskelschwäche führen.

Eine Überversorgung an Kalium kann sich harntreibend auswirken. Wir wissen, dass Kalium die Erhöhung der Harnproduktion anregt. Aus diesem Grunde gibt man kleinen Kindern am Abend keine Kartoffeln zum Essen. Das Kalium regt die Harnproduktion an, die Kinder nässen dadurch vermehrt ein. Zu hoher Kaliumgehalt im Blut kann zu Herzversagen führen, da Kalium sich hemmend an der Kontraktion des Herzmuskels auswirkt. Anzeichen können Lethargie, Lähmungserscheinungen und ein verlangsamter Herzschlag sein.

Schwefel (S)

Schwefel gilt als so genannter „Drahtbesen“ der Zelle. Schwefel sorgt für die Reinigung und Entschlackung, wir finden ihn deshalb in jeder Körperzelle. Schwefel ist ein Bestandteil vieler Proteine, besonders der zusammenziehenden Anteile des Muskels. Sehr hohe Konzentrationen von Schwefel sind in Haut, Nägeln und Haaren zu finden.

Schwefel als Teil der Aminosäuren Cystin und Methionin nehmen wir hauptsächlich über unser Nahrungseiweiß auf. Schwefel ist außerdem Bestandteil von Vitamin B1, Panthothensäure und Biotin.

Mangel an Schwefel tritt praktisch nie auf.

Natrium (Na)

Natrium wird benötigt zur Weiterleitung von Nervenimpulsen und zur Muskelkontraktion. Bei der Aufrechterhaltung des Wasserhaushaltes ist es unabdingbar und reguliert zusammen mit Kalium den Flüssigkeitshaushalt.

Der menschliche Körper enthält ca. 80 g Natrium, von dem ein Drittel in den Knochen gespeichert ist. Sollte ein Mangelzustand eintreten, so kann Natrium aus den Knochen mobilisiert und ans Blut abgegeben werden. Eine wichtige Aufgabe von Natrium ist die Volumen- und Druckbestimmung außerhalb der Zellen. Es ist das Haupt-Ion des Extrazellularraums (= Raum außerhalb der Zelle). Für das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper ist Natrium von großer Bedeutung.

Mangel kann durch extremes Schwitzen oder lang andauernde Durchfälle auftreten. Dies führt zur Entwässerung des Körpers, was in der Folge zu Störungen der Nieren- und Muskelfunktion führen kann. Erstes Anzeichen für einen Mangel können Wadenkrämpfe sein. Ernährt sich jemand strikt salzfrei, kann dies zu gravierenden gesundheitlichen Schäden führen.

Zu hoher Kochsalzverbrauch hat eine vermehrte Ausscheidung von Natrium über die Nieren zur Folge. Gleichzeitig wird auch Calcium ausgespült. Bei Empfindlichkeit gegenüber Natrium, die eventuell durch zu viel Salzkonsum ausgelöst werden kann, führt dies unter Umständen zu Bluthochdruck oder kann bestehenden verstärken. Deshalb wird Patienten mit Bluthochdruck angeraten, den Kochsalzkonsum strikt einzuschränken.

Auch Wasseransammlungen in Geweben (Ödeme) können eine Folge sein. Gewöhnlich nehmen wir durch unsere Lebensmittel weitaus mehr Kochsalz (NaCl) zu uns, als wir benötigen.

Magnesium (Mg)

Magnesium ist Bestandteil vieler Enzyme und zusammen mit Calcium und Phosphor am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt. Seine Funktion ist bedeutsam für die Muskelkontraktion und die Reizleitung der Nerven. Magnesium ist wiederum in fast allen Zellen des menschlichen Körpers zu finden. Rund 30 g enthält der Körper, davon sind alleine 50 – 60 % in Knochen und Zähnen eingebaut.

Der Rest steuert enzymatische Reaktionen und hilft maßgeblich bei der Energiegewinnung. Weiterhin wird Magnesium zum Aufbau von körpereigenem Eiweiß und beim Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel benötigt. Der Einfluss von Magnesium auf den Cholesterinspiegel ist bekannt. Essen wir zu fett und zu calciumreich, beeinträchtigen wir die Magnesium-Aufnahme. Wer Fleisch verspeist, sollte immer auch zugleich Salate, Gemüse und Kartoffeln zu sich nehmen, weil sich sonst das Magnesium-Defizit mit jedem Bissen erhöhen wird.

Mangel an Vitaminen B1 und B6 wirkt sich ebenfalls ungünstig aus. Normalerweise kann der Körper seinen Magnesium-Spiegel sehr gut selbst regeln. Führen wir einmal zu viel zu, wird der Mineralstoff wieder ausgeschieden.

Dagegen führt Magnesium in großen Mengen zu Durchfall.

Mangel hingegen macht sich in vielfältigen Störungen bemerkbar – etwa Muskelzuckungen, mangelhafter Auswertung der Nahrung, Wachstumsstörungen, Verkalkungen von Blutgefäßen, Nieren und Knorpel.

Magnesium-Mangel führt zum Beispiel zu Herzrhythmusstörungen, Muskel-, Magen- und Darmkrämpfen, Depressionen, verminderter Muskel- und Knochenqualität. Es kommt zu Störungen im Immunsystem und beim Stoffwechsel (z. B. Diabetes). Der Körper kann dann die benötigte Energie nicht mehr so schnell mobilisieren. Auch Wadenkrämpfe und/oder Fußkrämpfe in den Morgenstunden, kurz vor dem Aufstehen, können auf Magnesium-Mangel hinweisen.

Leistungssportler und Menschen mit einer anstrengenden Tätigkeit haben einen erhöhten Bedarf. Durch Schweiß geht eine nicht zu unterschätzende Menge verloren, die in jedem Falle ergänzt werden sollte. Auch Abführmittelmissbrauch, Entwässerungsmittel, Stress, Durchfall, Alkohol erfordern einen höheren Bedarf. Mit einer Flasche Weißwein vernichten wir den Magnesium-Vorrat für zwei Tage. Deshalb sollten wir unbedingt vor Weingenuss und vor allem danach darauf achten, dass wir über Lebensmittel und Kräutertees für einen Ausgleich sorgen.

Spurenelemente

Bestimmte Mineralien, die im Körper oder in den Nahrungsmitteln nur in sehr geringen Mengen – Spuren – vorkommen, nennen wir Spurenelemente oder auch Mikroelemente. Ihre erforderliche Zufuhr liegt unter 100 mg/Tag. Viele dieser Spurenelemente sind lebensnotwendig, andere hingegen können auch toxisch (giftig) wirken.

Der Körper benötigt diese essentiellen Spurenelemente, damit wichtige Substanzen wie Enzyme oder Hormone überhaupt aktiviert werden können.

Im Blut sind ca. 8 – 9 g Spurenelemente wie Chrom, Eisen, Fluor, Geranium, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Selen, Silicium, Vanadium, Zink, Zinn, aber auch Spuren von Aluminium, Arsen, Barium, Gold und Rubidium nachweisbar. Ihre Bedeutung ist noch nicht eindeutig geklärt.

 Essentielle Spurenelemente sind: Chrom, Eisen, Fluor, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Silicea, Vanadium, Zink, Zinn.

 Spurenelemente, die nicht unbedingt als essentiell anerkannt sind, bei denen man jedoch eine biologische Funktion vermuten darf: Aluminium, Barium, Bismut, Bor, Lithium, Nickel, Quecksilber, Rubidium, Silicium, Strontium, Tellur, Titan, Wolfram.

 Toxisch wirkende Spurenelemente: Antimon, Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber, Thallium.

Nachfolgend werden die wichtigsten Spurenelemente ausführlich besprochen.

Eisen

Aufgrund der Besonderheit von Eisen, welches wegen seines mengenmäßigen Vorkommens eine Zwischenstellung (Mineralstoffe/Spurenelemente) einnimmt, folgt hier eine ausführliche Beschreibung:

Eisen ist unabdingbar für den Aufbau der Atmungsfermente der Zellen: Es ist lebensnotwendig für den Sauerstofftransport und Kohlendioxid-Abtransport. Eisen nimmt am enzymatischen Energiestoffwechsel teil. Für eine zuverlässige Abwehrfunktion wird es dringend benötigt, indem es durch vermehrte Sauerstoffbindung das Blut schneller bewegt. Dadurch wird der Eindringling eliminiert, was von großer Bedeutung ist. Eisen ist Bestandteil des Blutfarbstoffes Hämoglobin und des Muskelfarbstoffes Myoglobin.

Um bei einer Anämie (Blutarmut) auch eine richtige Aussage des Blutbefundes zu bekommen, sollten wir Folgendes verstehen: Verminderte Eisenwerte im Blutserum sind nicht gleichbedeutend mit einem tatsächlichen Eisenmangel. Zusätzliche Laboruntersuchungen sind dann unbedingt notwendig.

Der Gesamtbestand an Eisen beträgt bei einem Erwachsenen ca. 3 – 5 g. 3g davon befinden sich im Hämoglobineisen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die an Eiweiß gebundene Transportform des Eisens wird medizinisch als Transferrin bezeichnet. Als Speichereisen wird es bezeichnet, wenn es in Knochenmark, Milz und Leber mit ca. 1,5 g vorliegt.

Alles übrige Eisen macht kaum ¼ g aus. Mit der Nahrung nehmen wir täglich ca. 10 – 15 mg auf, können jedoch höchstens 10 % davon verwerten. Damit der Verwertungsprozess auch wirklich gut gelingt, werden Calcium und Vitamin C dazu benötigt.

Der Körper geht mit diesem essentiellen Spurenelement sehr sorgfältig um. Das Eisen verbrauchter roter Blutkörperchen wird fast vollständig wiederverwertet.

Eisen wird mit der Galle, dem Kot, dem Harn, dem Schweiß und den Abschilferungen von Deckzellen der Haut ausgeschieden. Durch diesen Vorgang gehen dem Körper täglich ca. 1 – 2 mg verloren.

Halten sich Aufnahme und Ausscheidung nicht die Waage, kann es zu Eisenspeicherung (Siderose) oder Eisenmangel (Anämie) kommen.

Mangel kann zu Veränderungen der Eisenversorgung, -aufnahme und -verteilung beitragen. Ein versteckter Eisenmangel kann vorliegen, ohne dass wesentliche Beschwerden eintreten. Bei chronisch verminderten Werten kann es zu rascher Ermüdbarkeit, Stimmungsschwankungen, Neigung zu Kopfschmerzen (latenter Eisenmangel) kommen. Sind Blut- und Eisenwerte vermindert (chronischer Eisenmangel), können sich Beschwerden der Blutarmut zeigen, wie Mund- und Zungenschleimhauteinrisse, Verstopfung sowie Durchfall, erhöhte Infektanfälligkeit. Da fast jede Schwangere an Eisenmangel leidet, kann diese dem Säugling kaum noch eine ausreichende Eisenreserve mitgeben.

Kinder, Jugendliche und Schwangere haben einen erhöhten Eisenbedarf. Bei einer normalen Regelblutung gehen ca. 20 –30 mg Eisen verloren. Schwangerschaft, Geburtsblutung und Stillzeit verbrauchen sehr viel Eisen.

Zink

Zink ist Bestandteil von über 200 Enzymen und gleichzeitig deren Aktivator. Es sitzt im aktiven Zentrum der Enzyme. Für unser Immunsystem fördert Zink die Abwehrstärkung und Wundheilung. Für Hautstruktur, Haare, Beweglichkeit der Spermien, Fruchtbarkeit ganz allgemein, Wachstum, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse und Keimdrüsen ist Zink ein unentbehrliches Spurenelement. Im Körper liegen ca. 2 g vor.

Mangel führt zu Wachstumsstörungen, Wundheilungsstörungen, Unfruchtbarkeit und Haarausfall, weiterhin zu Erkrankungen an Schilddrüse und Bauchspeicheldrüse.

Kupfer

Kupfer als Spurenelement bietet Schutz vor „freien Radikalen“. Diese sind häufig verantwortlich für akute oder chronisch verlaufende Entzündungen. Kupfer ist ein Bestandteil vieler körpereigener Enzyme, beispielsweise von Superoxid-Dismutase. Kupfer erleichtert die Aufnahme von Eisen aus dem Darm und ist damit wesentlich für den Einbau von Eisen in das Hämoglobin verantwortlich. Bei einer eventuellen Anämie ist immer auch das Zusammenwirken von Kupfer und Eisen zu berücksichtigen, gerade in einer Schwangerschaft, bei der zugunsten des werdenden Lebens der Eisenspiegel etwas fällt und Kupfer steigt. Bei einer therapieresistenten Anämie sollte auch immer im Labor nach dem Kupferwert gesehen werden. Im Körper liegen ungefähr 0,1 g Kupfer als Bestand vor.

Bei der Herstellung von Kollagen ist kupferhaltiges Enzym entscheidend. Nur damit gelingt es, für die Elastizität von Knochen, Sehnen, Bändern, Knorpel sowie den bindegeweblichen Anteil der Gefäße zu sorgen.

Im Zusammenhang von Osteoarthrosen und Osteoporose ist dies von entscheidender Bedeutung. Neueste Erkenntnisse diskutieren den Einfluss von Kupfer auf die Entstehung von Alzheimer-Plaques und es stellt sich die Frage, ob Kupfer den Verlauf der Krankheit verlangsamen kann.

Von immenser Bedeutung ist auch die Interaktion von Kupfer mit anderen Mikronährstoffen in der Supplementierung von Eisen, Zink, Selen und Calcium. Hier sollte bei der Einnahme auf jeden Fall ein Zeitabstand von wenigstens zwei Stunden eingehalten werden.

Mangel an Kupfer führt folglich zu Anämie, Störungen in der Eisenresorption und in der Kollagensynthese. Erhöhter Bedarf besteht bei einseitiger Ernährung, bei Malabsorptionsstörungen wie einer Darmentzündung, gestörtem Eiweißstoffwechsel, aber auch bei akuter oder chronischer Entzündung.

Mangan

In unserem Körper liegen etwa 10 – 40 mg Mangan vor. 40 % davon befinden sich in Knochen. Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Muskeln und Haarpigmente weisen Mangan auf. Mangan ist vor allem in den Knorpel- und Knochengeweben am Aufbau der Bindegewebe beteiligt. Weiter trägt es zur Synthese von Proteinen (hier Abbau von Aminosäuren) und Fetten bei.

Bedeutend ist Mangan für die Insulinbildung der Bauchspeicheldrüse. Bei der Bildung von Harnstoff wird es ebenfalls benötigt. Die Bildung von Melanin (Pigmente) und Dopamin (Neurotransmitter) hängt von Mangan ab. Mangan ist Bestandteil vieler Enzyme. Für die Verwertung von Vitamin B1 (Phosphatase) und für die Glukoneogenese, also für die Bildung von Glukose, wird Mangan benötigt.

Mangelerscheinungen bei Mangan sind bisher kaum bekannt, obwohl diskutiert wird, ob nicht einige Störungen (siehe Untersuchungen des Amerikaners Melvyn R. Werbach!) damit verbunden sein können. Dazu gehören zum Beispiel Arteriosklerose, Glukose-Intoleranz, Hörverlust und Tinnitus, Hypercholesterinämie, Muskelschwäche und Pankreasstörungen. Auch mangelnder Appetit und Gewichtsverlust können entstehen.

Typische Folge eines Mangels ist die Störung des Aufbaus bei Knorpel- und Knochengewebe. Schädigungen von Haut, Haaren und Nägeln sind möglich.

Oxidativer Stress, auch die Anfälligkeit für freie Radikale erhöht sich bei einem Mangel bzw. Fehlen von Mangan. Hierauf können laut Werbach auch psychische Störungen wie Depressionen, Demenz, Persönlichkeitsstörungen zurückgeführt werden. Auch als Ursache von Unfruchtbarkeit wird Manganmangel in Fachkreisen diskutiert.

Mit einer ausgewogenen Ernährung wird in der Regel der tägliche Manganbedarf gedeckt. Überdosierungen sind kaum möglich, da der Körper Mangan schlecht resorbieren kann. Calcium, Eisen und Phosphat behindern z. B. die Resorption.

Molybdän

Als Schwermetall der Chromgruppe ist Molybdän ein für den Körper essentielles Spurenelement. Im menschlichen Körper sind ungefähr 8 – 10 mg Molybdän eingelagert, davon allein 60 % im Skelett. Auf Leber, Lunge, Nieren und Haut verteilt sich der Rest. Im Stoffwechsel ist es ein Cofaktor von flavin- und eisenhaltigen Enzymen. Schwefelhaltige Aminosäuren und Harnsäure benötigen Molybdän für den Stoffwechsel. Es sorgt für den Abbau von Harnsäure und schwefelhaltiger Aminosäuren. Für die Gesundheit ist ein guter Harnsäurespiegel von enormer Wichtigkeit. Es ist ein Fänger hochreaktiver freier Radikale und ein kräftiges Antioxidans. Molybdän ist an der Energiegewinnung beteiligt. Wir wissen heute, dass es zur Speicherung von Fluoriden beiträgt und daher möglicherweise auch als Vorbeugung gegen Karies dienen kann. Auch zur Osteoporose-Prophylaxe kann es einen wichtigen Beitrag leisten. Die Aufnahme von Molybdän kann durch einige Kupfer- und Schwefelverbindungen gehindert werden. Hohe Aufnahmen von Molybdän können zu Kupferverlusten führen.

Mangelerscheinungen sind kaum bekannt. Möglicherweise stehen chronische Darmentzündungen und der Morbus Crohn mit einem Mangel in Verbindung. Auch eine Störung der gesunden Darmflora kann möglich sein.

Liegt ein tatsächlicher Mangel vor, stellen sich Störungen im Stoffwechsel von schwefelhaltigen Aminosäuren und von Nukleotiden (Bausteine der Nukleinsäuren) ein. In der Folge sinkt die Produktion von Harnsäure und der antioxidative Schutz. Symptome wie Herzjagen, Kurzatmigkeit, Nachtblindheit, Erregtheit und Funktionsstörungen an Nerven und Gehirn sind möglich. Bauchkrämpfe, Übelkeit, Durchfälle, Atembeschwerden, Benommenheit, Juckreiz, Schwellungen und schwankende Stimmungen sind weitere mögliche Folgen.

Mehrbedarf an Molybdän ergibt sich bei:

 Ernährung, die stark industriell verarbeitet ist;

 Belastungen durch Chemikalien;

 oxidativem Stress;

 einer gestörten Darmflora (Darmdysbiose);

 hohen Harnsäurewerten;

 Menschen mit gichtähnlichen Beschwerden;

 bekanntem Kupfermangel.

Jod

Als Spurenelement ist Jod für die Funktion der Schilddrüse von Bedeutung. Durch den Einbau in die Schilddrüsenhormone reguliert es Stoffwechsel und Körpertemperatur. Der Körper speichert etwa 10 – 20 mg. Damit es zu einer normalen Entwicklung von Nervensystem und Geweben kommt, wird das Schilddrüsenhormon benötigt.

Deutschland gilt als Jodmangelgebiet, aufgrund der Verarmung der Böden und damit auch der Nutzpflanzen, die dadurch zu wenig aufnehmen können.

Mangel an Jod zeigt sich als Kropf, seltener als Schilddrüsenunterfunktion. Dieser Mangel zeigt sich dann durchaus schleichend, sodass zunächst keine Beschwerden wahrgenommen werden. Stärkere Unterfunktion zeigt sich als Müdigkeit, Antriebsarmut, Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern, erhöhtes Schlafbedürfnis, Konzentrationsstörungen, Kälteempfindlichkeit und Verstopfung. Derzeit besteht im Mittel ein Joddefizit von 100 bis 170 mg pro Tag. Die Jodzufuhr bei Männern stellt sich aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten günstiger dar. Frauen und Erwachsene über 50 Jahre haben ungünstigere Werte. Als gefährdet gelten nach wie vor Schwangere und Stillende. Jodmangel ist die häufigste Ursache für geistige Schäden, wie zum Beispiel Entwicklungsverzögerungen.

Kobalt

Der Name leitet sich von „Kobold“ ab, einer Form von neckischem (Berg-) Geist, und stammt von den Bergleuten des Mittelalters. Sie verwechselten Kobalt wegen seines silbrigen Aussehens oft mit Silber und vermuteten deswegen Silber in Kobaltvorkommen. In der Natur liegt es in einer Reihe von Erzen vor. In reiner Form trifft es auf die Erde durch Meteoriten.

Im menschlichen Körper schätzt man den Bestand auf 1– 2 mg. Leber, Knochenmark, Bauchspeicheldrüse, Milz und die Nieren sind die Speicherorgane für Kobalt. Bekannt ist, dass Kobalt Bestandteil von Vitamin B12 und dadurch an der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt ist. Eine Reihe von Enzymen wird durch Kobalt aktiviert, wie zum Beispiel Superoxiddismutase. Dieses Enzym baut in der Zelle Wasserstoffperoxid (H2 O2, eine sauerstoffreiche chemische Verbindung) ab.




Da Kobalt und Eisen eine enge chemische Verwandtschaft besitzen, kann es bei hohen Eisenkonzentrationen im Darm, eventuell durch Eisentabletten, zu einer verminderten Aufnahme von Kobalt kommen.

Mangel an Kobalt macht sich erst nach sehr langer Zeit, nach ca. 2 – 5 Jahren, bemerkbar, weil Vitamin B12 und damit auch Kobalt in der Leber gespeichert werden kann. Veganer, ältere Menschen, aber auch Patienten, denen der Magen entfernt wurde, sowie Alkoholiker haben oft Vitamin B12-Mangel. Im Übrigen kann der Mangel auch von einseitiger Ernährung herrühren.

Dies führt zu Schädigungen am Nervensystem, zur Gedächtnisschwäche bis hin zur Demenz, wie auch zur makrozytären Anämie, bei der sich, aufgrund eines Mangels an Vitamin B12, die Erythrozyten-Stammzellen im Knochenmark nur verzögert teilen und dadurch zu wenige funktionsfähige Erythrozyten gebildet werden. Eine Überdosierung von Kobalt ist kaum möglich, da Vitamin B12 wasserlöslich ist.

Selen

Selen als Spurenelement kommt im Körper mit etwa 3 – 15 mg vor. Drüsengewebe, Leber, Nieren und Blutplättchen weisen Selen auf.

Seine Hauptwirkung ist der Schutz der Zellen vor schädigenden Belastungen. Selen gehört neben Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C und Vitamin E sowie den Enzymen Katalase und Superoxiddismutase zu den Antioxidantien. Diese schützen vor oxidativem Stress (Näheres zu den Antioxidantien siehe S. 61). Chromosomen und Zellen werden durch Selen vor schädlichen Einflüssen des Sauerstoffs (Peroxide) und vor freien Radikalen geschützt.

Selen schützt die Zellen vor Umwelt- und Strahlenbelastungen. So stellt Selen einen Teil des Enzyms Glutathionperoxidase dar, welches für die Umwandlung von Peroxiden in unschädliche Stoffe benötigt wird. Als Gegenmittel wird es bei einer erhöhten Belastung durch die Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber eingesetzt.

Selen schützt des Weiteren vor kanzerogenen Stoffen wie Nitrosaminen, Benzpyren und Aflatoxinen (Stoffwechselendprodukt der Schimmelpilze). Es kann aus diesem Grunde die Gefahr vor Raucherschäden mindern, was jedoch nicht zum Rauchen animieren sollte ... Selen stärkt unser Immunsystem, schützt das Herz und die Zellen vor schneller Alterung. Aktuell wird diskutiert, ob ein guter Selenvorrat im Körper nicht vor Dickdarmkrebs schützt. Denn es ist bewiesen, dass Dickdarmkrebspatienten besonders niedrige Selenwerte aufweisen. Durch Stabilisierung der Thrombozyten schützt es vor Thrombosen.

Leider enthalten in Deutschland und in vielen Teilen Europas die Böden nur wenig Selen. Das hat bis jetzt noch niemanden dazu veranlasst, diesen Umstand und seine Auswirkungen auf die Gesundheit genauer zu erforschen.

Führen wir dem Körper zu wenig Selen zu, kann dies zu einem Selen-Blutspiegel führen, der unterhalb der Norm liegt. Dieser wurde unter anderem besonders bei folgenden Erkrankungen beobachtet:

 Herzinfarkt und koronare Herzerkrankung,

 Tumore, besonders der Haut, der Leber und des Dickdarms,

 Leberzirrhose,

 rheumatische Erkrankungen.

Eine genaue Bestimmung des Tagesbedarfs an Selen liegt nicht vor. Schätzungen gehen von mindestens 20 mg bis maximal 300 mg aus.

Mehrbedarf liegt vor:

 bei Arteriosklerose,

 bei Augenerkrankungen (z. B. grauer Star),

 bei Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen,

 bei Belastungen durch Schwermetalle (z. B. Rauchen, Amalgam),

 bei Diabetes mellitus,

 bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes,

 bei geschwächtem Immunsystem,

 bei Herzinfarkt und Herzerkrankungen,

 bei Lebererkrankungen,

 bei rheumatischen Erkrankungen,

 bei Schwangerschaft und Stillzeit,

 bei Tumorerkrankungen,

 im Alter.

Chrom

Seinen Namen verdankt dieses Spurenelement den schön gefärbten Chromsalzen. Erst 1959 wurde es als essentiell für den Menschen erkannt. Mit ca. 5 mg Körperbestand liegt es vor allem in Leber, Milz, Knochen, Fett und Muskeln vor. Mit zunehmendem Alter nimmt die Konzentration ab.

Da viele Prozesse im Zusammenspiel des Fett- und Kohlehydratstoffwechsels noch nicht aufgeklärt sind, haben wir es mit einem Spurenelement zu tun, bei dem noch geforscht werden muss, damit sich viele ungeklärte Funktionen, bei denen es vermutet wird, noch erschließen.

Heute wissen wir, dass Chrom eine wesentliche Rolle beim Stoffwechsel von Kohlenhydraten, speziell bei der Aufnahme von Zucker (Glukosetoleranz), spielt. Sein Einfluss auf den Fettstoffwechsel muss hier erwähnt werden, denn es trägt dazu bei, das „schlechte“ LDL-Cholesterin zu senken und das „gute“ HDL-Cholesterin zu erhöhen. Damit wird das gesamte Cholesterin positiv beeinflusst. Die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskulatur wird gesteigert und die Herstellung von Proteinen verbessert. Da Chrom als beachtliche Menge in den Zellkernen vorliegt, spielt es, so ist die Annahme, auch eine tragende Rolle bei der Zellteilung.

Niedrige Werte von Chrom stehen im Verdacht, an der Entstehung von Arteriosklerose mitzuwirken. Chrom-Mangel führt zu Gewichtsverlusten und peripheren Nervenstörungen.

Starker Konsum von raffiniertem Zucker, Phytaten (einem Inhaltsstoff bestimmter Getreideprodukte) und Zink können den Mangel an Chrom fördern.

Erhöhter Bedarf an Chrom liegt vor:

 Bei älteren Menschen,

 bei viel Stress (psychisch, physisch und durch Krankheiten),

 in der Schwangerschaft,

 bei fett- und zuckerreicher Ernährung.

Chrom liegt in unseren Lebensmitteln in anorganischer als auch organischer Form vor. Organisches Chrom wird weitaus besser aufgenommen als anorganisches Chrom. Gute Quellen sind Bierhefe, Fleischprodukte, Austern, Gewürze, besonders Pfeffer, Nüsse und brauner Zucker (hier in der Melasse).

Der Verarbeitungsgrad der Lebensmittel spielt eine wesentliche Rolle bei der Versorgung mit Chrom. Raffinierter Zucker und ausgemahlene Weißmehle enthalten im Vergleich zur Melasse und zum vollen Weizenkorn bis zu 90 % weniger.

Fluor

Im Körper liegen ca. 5 – 10 mg Fluor vor. Es trägt zur Härtung von Knochen und Zähnen bei. Alleine in den Knochen und Zähnen sind 95 % des Fluors eingebaut. 5 % finden sich in Nägeln, Haaren und Haut. Fluorid wird in das Apatit (Mineral aus Calciumphosphat und Calciumfluorid oder Calciumhydroxid) der Knochen eingebaut. Apatit härtet den Zahnschmelz und trägt dadurch zur Widerstandsfähigkeit bei. Es schützt vor Säuren, die von Kariesbakterien gebildet werden. Interessant ist, dass nach der Verbrennung von Knochen in der Asche 80 % Apatit und 20 % Calciumcarbonat nachgewiesen werden können.

Viele Gebiete in Deutschland sind Fluormangelgebiete. Mangel an Fluor erhöht die Anfälligkeit für Karies. Dies gilt als gesichert. Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für Karies.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen Fluor-Mangel und der Häufigkeit von Osteoporose, Arteriosklerose und Arterienverkalkung.

Die tägliche Einnahme von bis zu 5 mg Fluorid bei einem Erwachsenen gilt als unbedenklich. Mehreinnahme kann zu Fluorose führen. Hier entfärbt sich der Zahnschmelz fleckig. Was man nicht erwarten würde: Er wird dann an diesen Stellen weich. Die Anfälligkeit für Osteoporose steigt ebenfalls durch das Ausfällen von Calcium (gelöste Stoffe in Form von Calcium, die dann zur Ausscheidung gelangen).

Silicium (Kieselerde, Kieselsäure)

In der Kieselerde steckt Geschichte von 80 Millionen Jahren.

Als Hauptbestandteil enthält sie Kieselsäure, eine Sauerstoffverbindung des so wichtigen Spurenelements Silicium. Mönche früherer Zeiten schrieben der Kieselerde wundheilende Eigenschaften zu. Heute wissen wir, dass ca. 1,4 g im Körper vorhanden sind. Es findet sich fast in jeder Zelle des Körpers. Kieselsäure unterstützt die schnell wachsenden Zellen der Haut, Haare und Nägel. Gerade hier finden wir sehr viel Silicium, das die Feuchtigkeitsspeicherung der Haut positiv beeinflusst und sich aktiv am Hautstoffwechsel beteiligt. Zugleich unterstützt es den Aufbau von Bindegewebe, Knochen, Nerven, Lungen, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Bändern, Sehnen, Knorpel, stärkt das Immunsystem, schützt vor Eiterungen und reduziert die Harnsäure im Blut. Da es aufbauende Funktion besitzt, bedürfen wir dieses Spurenelements besonders, zumal es im Gewebe älterer Menschen weniger vorhanden ist als bei Jugendlichen. Kieselerde gilt auch als Kosmetikum des Körpers. Es muss mit der Nahrung ständig aufgenommen werden. Zum Beispiel: Damit sich ein Fingernagel komplett erneuert, bedarf es eines halben Jahres. Unsere Haut erneuert sich mit Hilfe von Silicium in nur einem Monat.

Mangel führt zu Störungen an Haaren, Haut, Nägeln und an den oben genannten Organen. Die Nerven reagieren mit einer übermäßigen Geräuschempfindlichkeit. Die Festigkeit des Gewebes nimmt ab, das Knochengerüst wird nachgiebiger. Spontanbrüche und Bänderrisse nehmen zu, Infektanfälligkeit und Harnsäurewerte können sich erhöhen. Unerklärlicher Juckreiz sowie Hauterkrankungen im Alter werden beobachtet.

Antioxidantien (Radikalfänger)

Antioxidantien, auch als Radikalfänger bezeichnet, sind Stoffe, die freie Radikale neutralisieren. Antioxidantien in Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln schützen und erhalten die normale, gesunde Zellfunktion.

Antioxidantien sind:

 Vitamine wie C, E und Beta-Carotin,

 Spurenelemente: Selen, Kupfer und Zink,

 sekundäre Pflanzenstoffe (werden werden ab S. 64 näher erklärt) und

 weitere Stoffe, die der Körper auch zum Teil selbst herstellt.

Wir wissen, dass wichtige Stoffwechselprozesse im Körper ohne Sauerstoff nicht möglich wären. Bei diesen komplexen Vorgängen fallen unvermeidbare Zwischenprodukte des Sauerstoffs an, die als hochreaktiv und aggressiv bekannt sind. Deswegen werden sie „freie Radikale“ genannt.

Was genau sind freie Radikale?

Durch schädliche Umwelteinflüsse (z. B. Rauchen), aber auch durch normale Stoffwechselprozesse entsteht im Körper „oxidativer Stress“. Dabei werden den Molekülen in den Zellen einzelne Elektronen entrissen; durch diesen „Klau“ gerät das Molekül aus dem Gleichgewicht und wird zum freien Radikal. Bei der Suche nach dem geeigneten Partner gehen sie sehr rücksichtslos vor. Aggressiv entreißen sie intakten Strukturen den von ihnen benötigten Teil. So bleibt ein Teil zurück, der nun wiederum einen neuen Bindungspartner sucht. Bei dieser „Elektronen-Räuberei“ wird nun eine nicht zu unterschätzende gefährliche Kettenreaktion in Gang gesetzt.

Da diese freien Radikale in ihrer Art sehr reaktionsfreudig sind, können sie den Stoffwechsel der Zellen in erheblichem Maße stören. Sie entnehmen aus den Molekülen der Zellmembran (Zellhülle), der Proteine (Eiweiße) oder der DNA (Erbinformation) Elektronen. Hohe Konzentrationen von freien Radikalen können somit zu massiven Schädigungen an verschiedenen Körperzellen führen. Wo diese das Immunsystem betreffen, kann das Abwehrsystem geschwächt werden.

Bei zunehmenden Defekten an den Zellen können Krankheiten entstehen. Diskutiert werden unter anderem Krebs, Arteriosklerose, grauer Star und Alzheimer.

Freie Radikale entstehen

 laufend in begrenzter Anzahl im normalen Stoffwechsel,

 bei akuten Entzündungsprozessen,

 bei körperlicher Höchstleistung,

 im körpereigenen Stoffwechsel,

 durch UV-Strahlung,

 durch radioaktive Strahlungen,

 durch Umweltgifte und Stress.

Aufgaben der Antioxidantien

Der menschliche Körper hat im Laufe seiner Evolution sehr effektive Schutz-/Reparaturmechanismen gegenüber den freien Radikalen entwickelt. Die erste Verteidigungslinie bilden Antioxidantien: Körpereigene Enzyme und mit der Nahrung aufgenommene Schutzstoffe (Antioxidantien) fangen die freien Radikale ein und sättigen diese.

Bitte beachten Sie: Radikale sollten nicht ausschließlich als schädlich bewertet werden. Im menschlichen Immunsystem werden sogar größere Mengen von ihnen hergestellt, um beispielsweise Krankheitserreger zu bekämpfen.

Unsere Vorfahren haben sich noch vorwiegend von großen Mengen an Beeren und Früchten ernährt – 100.000 Generationen lang. Diese weisen einen hohen Gehalt an Antioxidantien aus, mit denen der Schutz vor den freien Radikalen sichergestellt wurde. Der Organismus stand damals noch in einem gesunden Gleichgewicht zwischen unvermeidbarer Entstehung von Radikalen und der Aufnahme von schützenden Antioxidantien. Ein oxidatives Gleichgewicht war dadurch gewährleistet.

Seit etwa 500 Generationen ernährt sich der Mensch von Erzeugnissen einer gezielten Landwirtschaft. Die vergangenen zehn Generationen lebten im Industriezeitalter, die vergangenen beiden sind geprägt von der Fast-Food-Kultur.

Unser Stoffwechsel entspricht aber nach wie vor den Lebensbedingungen unserer früheren Vorfahren, den Jägern und Sammlern. Wir konfrontieren heute den Organismus mit vielen anderen, völlig neuen Nahrungsbedingungen. Die meisten Menschen essen zu viel an Fleisch- und Getreideprodukten – hingegen viel zu wenig Früchte und Beeren. Selbst wenn Obst und Gemüse verspeist werden, sind diese oft chemisch behandelt, unreif und enthalten weniger Antioxidantien als in früheren Zeiten.

Wir können von einem Defizit ausgehen, das weitreichende Folgen für den Menschen hat.

Antioxidantien schützen vor Schäden an der DNA (Erbinformation) der Chromosomen, welche etwa zur unkontrollierten Zellteilung (Zellentartung, Entstehung von Krebs) führen können: Zellmembranen werden geschädigt, wenn die Fettsäuren der Phospholipiden oxidieren und Peroxide entstehen (Lipidperoxidation). Vorzeitiges Altern ist die Folge. Das führt zu vermehrtem Zelltod und zu Ablagerungen von Oxidationsprodukten. Antioxidantien schützen folglich die Zellmembran vor Peroxidation und verhindern damit den Zelltod beziehungsweise Beeinträchtigungen der Zellfunktionen durch Oxida-tionsprodukte. Solche Beeinträchtigungen können dazu führen, dass sich oxidierte LDL-Fette im Blut bevorzugt an den geschädigten Gefäßwänden ablagern und Arteriosklerose entsteht. Antioxidantien verhindern die Oxidation der Fette.

Über die Wirksamkeit von Antioxidantien wurde eine Reihe von Studien erstellt. Die Ergebnisse stärken die Vermutung, dass gerade die als sehr wertvoll erachteten Radikalfänger Vitamin C, E und Beta-Carotin durch das Abfangen von freien Radikalen das Krebsrisiko vermindern können.

Der Einsatz von Monopräparaten (z. B. Vitamin C) konnte nicht eindeutig den Beweis erbringen, vor Krebs oder Herzinfarkt zu schützen. Vielmehr bestätigt sich auch hier die Erkenntnis, dass nur die „Komposition“ der belebten Natur in all ihren Facetten wahre Hilfe für den Körper und seinen Organismus bringt. Es ist also unverzichtbar, sich mit naturbelassenen Lebensmitteln zu ernähren, weil diese in optimaler Zusammensetzung vom Körper aufgenommen werden können.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Unsere Lebensmittel Obst und Gemüse enthalten außer Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen eine ganze Reihe weiterer Substanzen, wie beispielsweise die sekundären Pflanzenstoffe. Sekundäre Pflanzenstoffe sind Vitamine und natürliche Geschmacks-, Duft- und Farbstoffe sowie Enzyme.

Zur Diskussion steht, dass die sekundären Pflanzenstoffe auch zur Gesundheit des Menschen beitragen und heilend wirken. So werden durch diese Stoffe Pflanze wie auch Mensch vor den gefährlichen Anteilen des Sonnenlichtes, vor negativen Umwelteinflüssen und natürlich vor bestimmten Krankheiten geschützt.

Von den derzeit rund 30.000 bekannten chemischen Verbindungen der Pflanzenstoffe kommen ungefähr 5.000 bis 10.000 in den Lebensmitteln vor. Schätzungsweise gibt es 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe, doch nur wenige sind bisher entschlüsselt und näher beschrieben. Bei einer normalen Nahrungsaufnahme nimmt man ungefähr 1,5 g von ihnen auf. Vegetarier haben eine deutlich höhere Aufnahme, begünstigt durch ihr Essverhalten.

Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten sind diejenigen sekundären Pflanzenstoffe von besonderem Interesse, die als Antioxidantien wirken oder bei der Tumorvorbeugung (Prävention) eine Rolle spielen.

Viele der untersuchten Pflanzenwirkstoffe sind Radikalfänger oder in der Lage, krebserregende (karzinogene) Substanzen unschädlich zu machen bzw. deren Entstehung von Grund auf zu verhindern.

Im Gesamtbild haben die sekundären Pflanzenwirkstoffe sehr viele Aufgaben zu erfüllen:

 Sie dienen den Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde. Beispielsweise hält der Bitterstoff Sinigrin im Rosenkohl Schädlinge ab, denen der bittere Geschmack unangenehm ist.

 Sie schützen die Pflanzen vor den schädlichen UV-Strahlungen der Sonne.

 Die Farbenvielfalt der Früchte lockt Tiere an, um gefressen zu werden. So sorgen die Pflanzen für die Verbreitung ihres Samens.

 Pflanzenwirkstoffe sind in den Zellen der Pflanze am Energiestoffwechsel und deren Aufbau beteiligt.

 Dem Menschen dienen sie als Medikament. Denn zur eigentlichen Ernährung tragen sie nicht bei. Im Gegensatz dazu stehen die primären Pflanzenstoffe, die als Nährstoffe wirken und die man als Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette bezeichnet (vgl. die entsprechenden Kapitel).

Wie sekundäre Pflanzenstoffe den Menschen schützen

Früher dachten Forscher, sekundäre Pflanzenstoffe seien für den Menschen giftig, heute weiß man, dass die meisten für die Gesundheit förderlich sind.

Die Wende kam Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts durch die Wissenschaft. Es wurde festgestellt, dass Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, wesentlich seltener an Krebs erkranken. Innere Organe wie Magen, Dick- und Mastdarm, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Leber, Mundhöhle, Brust und der Kehlkopf waren weniger mit Tumoren befallen.

Im Allgemeinen wirken sekundäre Pflanzenstoffe wie folgt:

 Sie schützen vor Infektionen mit Viren und Bakterien.

 Sie wirken antimikrobiell, indem sie das Wachstum von Mikroorganismen, zum Beispiel von Bakterien und Pilzen hemmen. Hier schützen die Sulfide, die etwa im Knoblauch vorkommen.

 Sie wirken antioxidativ, indem sie die freien Radikale abfangen.

 Sie senken den Cholesterinspiegel, indem Fette gebunden werden und zur Ausscheidung über den Darm gelangen beziehungsweise den Aufbau in der Leber senken.

 Sie hemmen die Entstehung von schädlichen Stoffwechselprodukten aus dem eigenen Körper.

 Sie hemmen Entzündungen, indem sie typische Entzündungsreaktionen wie Rötungen und Schwellungen herabsetzen und so die Heilung unterstützen.

 Sie regen das Immunsystem an.

 Sie verhindern Blutgerinnsel durch ihre blutverdünnende Wirkung.

 Sie fördern die Verdauung.

 Sie schützen vor den schädlichen Einflüssen der UV-Strahlung und vor Umwelteinflüssen (Smog, Elektrosmog, Rauchen usw.).

 Sie schützen vor Krebs, indem sie die Zellen vor Giftstoffen bewahren, die für die Krebsentstehung verantwortlich sind.

 Sie machen im Körper Giftstoffe unschädlich und wirken dadurch als Antidot (Gegengift).

 Sie aktivieren die Selbstheilungskräfte im Körper. Dadurch ist der Körper den Krebsauslösern nicht hilflos ausgeliefert, weil Reparatursysteme die Entgleisungen am Erbgut reparieren.

 Sie hemmen Hormone, die bei einigen Tumorerkrankungen eine Rolle spielen – etwa Östrogene, weibliche Geschlechtshormone, die bei der Entstehung von Brustkrebserkrankungen eine Rolle spielen können.

 Sie verbessern die Kommunikation zwischen den Zellen. Tumorzellen erhalten von den gesunden Zellen keine Informationen mehr. Dadurch wissen diese nicht, dass sie ihr unkontrolliertes Wachstum stoppen sollen. Sekundäre Pflanzenstoffe erhöhen die Zahl der Verbindungskanäle zwischen den Zellen. Die Kommunikation kann wieder aufgenommen werden, die Tumorzelle stoppt ihr Wachstum.

Neben der Vielzahl von gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen gibt es auch einige wenige, die schädlich sein können. Dazu gehört das Solanin der Kartoffel, das zum Beispiel Allergien auslösen kann.

Ein Mangel an sekundären Pflanzenstoffen kann zu oben genannten Möglichkeiten an Erkrankungen führen.

Tagesbedarf an sekundären Pflanzenstoffen

Um den Tagesbedarf an sekundären Pflanzenstoffen zu decken, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zum täglichen Verzehr:

 mindestens 200 g Gemüse;

 1 Portion Salat (etwa 75 g);

 mindestens 1– 2 Stücke Obst (auch Kompott ist möglich).

Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme milchsauer vergorener Gemüsesäfte. Jedoch empfehle ich hier: Trinken Sie diese auf alle Fälle kauend und bis spätestens 15 Uhr. Sind in den Gemüsesäften fettlösliche Vitamine enthalten, nehmen Sie diese am besten in Verbindung mit einer Mahlzeit zu sich oder setzen einen kleinen Stich Sauerrahmbutter hinzu, damit diese besser aufgenommen werden können.

Zur Schutzwirkung einzelner Gemüse:

 Kohl-Arten reduzieren das Krebsrisiko (v. a. Dickdarm- und Leberkrebs);

 Karotten, Tomaten, Kohl, Brokkoli und Mango wird eine Schutzwirkung gegen Lungenkrebs nachgesagt.

Gekocht oder roh?

Zur Frage „Gekocht oder roh?“ gibt es viele unterschiedliche Studien. Einig ist man sich darüber, dass Pflanzenstoffe sehr unterschiedlich auf Hitze reagieren. Glucosinolate aus der Familie der Kohlgewächse leiden sehr unter Hitze: 30 % bis 60 % gehen beim Kochen verloren. Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) sind dagegen äußerst hitzestabil. Wiederum andere werden erst durch das Kochen verfügbar, weil die Pflanzenstoffe in der Zelle eingeschlossen sind. Durch das Aufplatzen der Zellen, hervorgerufen durch Hitze, werden sie für den Menschen verfügbar.

Rohes Gemüse oder Obst sollte nur dann verzehrt werden, wenn es dem „Esser“ keine Beschwerden bereitet, und es sollte bis 15 Uhr aufgenommen sein. Zeigen sich Blähungen, Luftaufstoßen, Übelkeit, Anschwellungen der Augenlider oder die Rötung eines Ohres, rate ich dazu, auf alle Fälle das Dünsten/Kochen vorzuziehen.


BezeichnungWirkungIn folgenden Nahrungsmitteln enthalten:
CarotinoideAntioxidantien, am bekanntesten: Beta-Carotin, das zu Vitamin A verstoffwechselt wirdalle roten, orangefarbenen und gelben Obst- und Gemüsesorten, grünes Gemüse
Phytosterinecholesterinsenkende WirkungSonnenblumenkerne, Nüsse, Sesamsaaten und naturbelassene Pflanzenöle, Keimlinge, Obst
*Beta-Sitosterolantikanzerogen (krebshemmend)
*Beta-Sitosterol-Glykosidentzündungshemmend
*Gamma-Oryzanolentzündungshemmend
Saponineentzündungshemmend, schleimlösendHülsenfrüchte, Sojabohne, Erbsen, Spinat, Spargel, Hafer, Zwiebeln, Knoblauch, Lakritze; auch in Körperpflegeprodukten wie Zahnpasta, Mundwasser und Shampoos und als Zusatz in schäumenden Getränken
*Glycyrrhizinantibakteriell, antimikrobiell, antiviral, antioxidativ
*Echinacosidefungizid
*Ginsenosideimmunologische Wirkung, Hemmung des Wachstums von Tumorzellen, Reduzierung des Darmkrebsrisikos, durchblutungsfördernd, cholesterinsenkende Wirkung
Glucosinolateantibakteriell, antimikrobiell, anti- viral, antioxidativ, Beseitigung von Mykotoxinen, die Entgiftung anregend (Leber), antioxidative und antikanzerogene Wirkung, Jodausnutzung gehemmt bei ÜberdosierungBlumenkohl, Brokkoli, Brunnenkresse; Rot-, Grün- und Weißkohl; Rosenkohl, Meerrettich, Radieschen, Senföl, Rapssamenöl, Sojabohnen, Erdnüsse, Sprossen aus Brokkoli
*Isothiocyanateantioxidativ, antikanzerogen, Entgiftung aktivierend
*Sulforaphanantioxidativ, antikanzerogen, Entgiftung aktivierend
*Indoleantioxidativ, immunstärkend, östrogenhemmend, dadurch hemmend bei bestimmten Tumorarten
*Indol-3-CarbinolFibromyalgie lindernd, antikanzero- gene Wirkung, Beseitigung von Mykotoxinen
antioxidativ, antifungal, antiphlogistischBrokkoli, Endivien, Grün- kohl, Zwiebeln, Preiselbeeren, Tomatensaft, Rotwein, schwarzer Tee
*Isoflavonoide(entzündungshemmend), antiviral, durchblutungsfördernd
*Hesperidinantiallergisch, antikanzerogen
*Naringinhormonähnliche Wirkung
*QuercirtinVerringerung des Risikos von Herz-Kreislauferkrankungen
*RutinSchutz vor Arteriosklerose
*und andereimmunstärkend, antikanzerogen, entzündungshemmend, östrogenähnliche Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden, Schutz vor altersbedingten Sehstörungen, Linderung bei Erkältung und Asthma
Terpeneantimikrobielle WirkungPfefferminze, Zitrone, Lemone, Kümmel, Fenchel, Sellerie, stark riechende Kräuter wie Thymian, Lavendel, Rosmarin, Oregano
*Monoterpeneantioxidative Wirkung
*Limonenantikanzerogene Wirkung
*ForskolinVerbesserung der Blutzirkulation
*GinkgoloideAntioxidantien
*Limonoideantikanzerogene Wirkung, antiviral, antibakteriell, fungizid
*Squalenantikanzerogene Wirkung, antibakteriell, fungizid
Lignane/Phytoöstrogeneöstrogenähnliche Wirkung, Schutz vor östrogenabhängigen Tumoren, Verbesserung der Darmfunktion, Linderung von Ekzemen, cholesterinsenkende WirkungLeinsamen, Gerste, Hafer, Hirse, Roggen und Weizen, Sibirischer Ginseng, Buchweizen, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne
InositolNerven und Fettstoffwechsel benötigen Inositol; bei Einnahme allzu großer Mengen kann die Aufnahme von Calcium, Eisen und Zink vermindert werdenNüsse, Bohnen, Weizen und -keime, Orangen, Hafer, Reiskleie, aber auch Sojabohnen und Erdnüsse
*Phytinsäure (Inositol-Hexaphosphat)Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierensteinen, antikanzerogen, Immunsystem unterstützend, antioxidativ, Reparatur von Schäden an der DNS
antikanzerogen, Anregung des ImmunsystemsLauchgewächse, Schnittlauch, Porree, Knoblauch, Zwiebeln, Schalotten
*Alliin und Allicinantimikrobiell, Senkung des Cholesterinspiegels
Protease-InhibitorenHemmung der Eiweißzerlegung, antikanzerogen, blutzuckerregulierendKartoffeln, Erbsen, Erdnüssen, Hülsenfrüchte, Soja

Eine Vielzahl der Pflanzenwirkstoffe übersteht im Gegensatz zu den Vitaminen sämtliche Zubereitungsarten, industrielle Aufbereitungsverfahren und längere Lagerzeiten. Wir kennen heute alleine in der Tomate 10.000 verschiedene Wirkstoffe, von denen erst ein Bruchteil genauer erforscht ist.

Ob Substanzen noch ihre eigene Wirkung besitzen, wenn sie von den anderen Pflanzenwirkstoffen isoliert werden, oder ob sich ihre Wirkung dann vielleicht ins Gegenteil verkehrt, ist mit wenigen Ausnahmen noch nicht geklärt. Es sollte aber diskutiert werden, inwieweit Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Verbindungen bestehen.

Auf den Verzehr von Obst und Gemüse wird man, auch im Hinblick auf die darin enthaltenen Ballaststoffe, weiterhin nicht verzichten können. Eine „Pille“ kann die sekundären Pflanzenstoffe mit Sicherheit niemals ersetzen. Denn es gehört zur gesicherten Erkenntnis, dass nur Obst und Gemüse in ihrer ursprünglichen Form gesundheitsfördernd sind. Immer wieder ist es das Zusammenspiel der natürlichen Substanzen, das uns gesund erhält.

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