Kitabı oku: «Babyernährung», sayfa 2
7. Nicht so schnell aufgeben
In den ersten Tagen kann es schon mal ein bisschen stechen oder beim Ansaugen unangenehm sein. Das geht meist vor-über. Bei wunden Brustwarzen hilft frische Luft oder etwas Muttermilch, die man um die Brustwarze streicht und trocknen lässt. Wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind, fragen Sie lieber eine Hebamme oder eine erfahrene Stillberaterin (Adressen in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel unter www.bdl-stillen.de, www.afs-stillen.de, www.lalecheliga.de). Die Expertin sucht mit Ihnen nach einer individuellen Lösung – das kann kurzzeitiges Abpumpen sein oder sogar ein geeignetes Schmerzmittel.
Ziemlich gut: moderne Babynahrung
Falls es mit dem Voll-Stillen nicht klappt oder Sie ganz abgestillt haben, gibt es gute Alternativen
Bunt stillen
Es gibt immer wieder Gründe, warum eine Mutter ihr Baby nicht voll stillen kann. Zum Beispiel, weil die Milchbildung stressbedingt nicht richtig anläuft, etwa nach einer Frühgeburt und das Baby zu wenig Milch bekommt. In solchen Fällen ist das Teilstillen, auch Zwiemilchernährung genannt, ein prima Kompromiss. Dabei füttert man pro Tag einfach ein, zwei Flaschen zu. Sie können Ihrem Kind die Fertigmilch entweder direkt nach dem Stillen geben oder zwischen Brustmahlzeit und Fläschchen abwechseln. Die meisten Kinder machen diesen Wechsel zwischen Brust und Flasche problemlos mit – nur bei wenigen kann es zu einer sogenannten Saugverwirrung kommen. Wer seinem Kind in den Anfangsmonaten kein Fläschchen geben möchte, nimmt stattdessen in den ersten Tagen einen kleinen Spezialbecher oder versucht es später mit einem Brusternährungsset. Dabei trinkt der Säugling die Fertigmilch über einen dünnen, weichen Schlauch, der an die Brustwarze geklebt wird. Egal, für welche Methode Sie sich am Ende entscheiden – Experten sind jedenfalls sicher: Es ist vorteilhafter, „bunt“ zu stillen als gar nicht.
Die richtige Milch für den Anfang
Für alle Mütter, die zufüttern oder gar nicht stillen, ist die „Pre-Nahrung“ erste Wahl. Sie ähnelt in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch am meisten und enthält als einziges Kohlenhydrat Lactose, also Milchzucker. Ebenfalls erhältlich: „1er-Nahrung“, die wie Pre-Nahrung zusammengesetzt ist, aber zusätzlich Stärke, also weitere Kohlenhydrate, enthält. Beide Säuglingsnahrungen basieren auf Kuhmilch, deren Milcheiweiß allerdings reduziert wurde, um es der Muttermilch anzupassen.
Ernährungsexperten sind sich einig, dass die Pre-Nahrung bis zur Einführung von Beikost völlig ausreicht. Babys brauchen die Kohlenhydrate der 1er-Milch in der Regel nicht – und sie schlafen damit auch nicht besser durch, weil sie satter seien, wie manche Eltern vermuten. Noch unnützer sind aus Expertensicht sogenannte Gute-Nacht-Mahlzeiten.
Neugeborene, deren engste Angehörige unter Allergien leiden, bekommen heute meist hypoallergene Säuglingsmilch, die HA-Nahrung. Darin ist das Milcheiweiß in kleinere Bruchstücke aufgespalten, das macht die Milch verträglicher und weniger allergen. Für Kinder ohne erhöhtes Allergierisiko ist HA-Milch allerdings nicht sinnvoll.
Ganz wichtig für Fläschchenmütter: Babys, die nicht an der Brust trinken, brauchen genauso viel Körper- und direkten Hautkontakt wie gestillte Kinder. Deshalb: viel mit dem Baby schmusen und es ruhig öfter mit nacktem Oberkörper füttern.
Endlich mit den Großen essen
Drei Experten erklären den Beikoststart aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln – mit ein paar klaren Ratschlägen und der Ermutigung, das Thema „Essen“ zwanglos und mit Freude anzugehen
Dr. Annett Hilbig ist Ernährungswissenschaftlerin und arbeitet am „Forschungsinstitut für Kinderernährung“ (FKE) in Dortmund:
Die Beikost sollte parallel zum Stillen zwischen dem fünften und siebten Monat eingeführt werden. In Deutschland ist es üblich, mit Möhren zu starten. Man kann mit Möhren-Kartoffel-Brei weitermachen. Dann folgt Fleisch, das sich hierzulande als Eisenlieferant eingebürgert hat. Denn der Eisenspeicher, den die Kinder von Geburt an mitbekommen, leert sich zwischen dem fünften und siebten Monat. In dieser Spanne sollte auch glutenhaltiges Getreide, z. B. Weizen, Roggen, Gerste, eingeführt werden – die optimale Zeit, um das Risiko einer Zöliakie, einer entzündlichen Darmerkrankung, zu reduzieren, wie verschiedene Untersuchungen belegen.
Ob Eltern nun selbst kochen oder lieber schnell mal ein Gläschen verwenden, ist ihre Sache. Für Fertigprodukte spricht, dass sie in der Regel sehr wenig Schadstoffe enthalten – es gibt bei uns sehr strenge Grenzwerte für Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel. Sogar Bio-Lebensmittel können da nicht mithalten. Aber in puncto Geschmack und Duft schlägt Hausgemachtes die meisten Gläschen natürlich.
Dr. Herbert Renz-Polster ist Kinderarzt, Wissenschaftler an der Uni Heidelberg und Autor des Buchs „Kinder verstehen“, Kösel, 19,95 Euro:
Wann und wie zugefüttert wird – das ist in jeder Kultur anders. Es gibt weltweit auch keinen wissenschaftlichen Konsens, was genau Babys zu Beginn essen sollten. Physiologisch reif für die Beikost sind sie etwa zwischen dem Ende des vierten und dem sechsten Monat. Aber wenn ein Baby schon vorher seine Neugier befriedigen will, ist das für mich kein Problem, solange es weiter gestillt wird. Denn die Muttermilch schützt beim Vorstoß in neue Nahrungswelten. Deshalb ist es so schade, dass das Beifüttern oft als Startschuss zum Abstillen angesehen wird. Nur Mütter, die nicht stillen, sollten es genauer nehmen – zu früh eingeführter Brei könnte problematisch sein.
Geben Sie Ihrem Kind am besten Dinge zu probieren, die Sie selbst gern essen. Denn die sind dem kindlichen Immunsystem noch übers Fruchtwasser in der Schwangerschaft und über die Muttermilch bekannt.
Eine spezielle Babykost ist unnötig. In welcher Kultur hat man schon Zeit, extra fürs Baby zu kochen? Da werden die Säuglinge gestillt – und sobald sie bereit sind und Zeichen geben, kriegen sie das, was auf dem Tisch steht. Klar: Man muss die Speisen altersgerecht zerkleinern und ein paar Regeln fürs Baby beachten, etwa: keinen Honig im ersten Lebensjahr.
Das heißt nicht, dass Gläschenkost schlecht fürs Baby wäre. Die Zutaten sind meist hervorragend. Wenn das Selberkochen gerade nicht in den Alltag passt, fahren die Babys mit Gläschen bestimmt besser als die Großen mit Fertigpizza.
Überhaupt lautet meine Botschaft bei der Beikost: Entspannung! Eltern haben heute viel mehr Freiheit, als sie denken.
Professor Marguerite Dunitz-Scheer ist stellvertretende Leiterin der Kinderpsychosomatik an der Unikinderklinik Graz:
Gemeinsames Essen in der Familie ist ganz wichtig. Das fängt zum Beispiel damit an, dass die Mutter am Tisch sitzt und stillt, während sie ihre Suppe löffelt. Mit spätestens fünf, sechs Monaten möchte das Baby selbst kosten und mitessen. Kartoffelpüree, gekochtes Gemüse und püriertes Fleisch lassen sich leicht selbst kochen. Es muss nicht immer Gläschennahrung sein.
Wenn das Baby, das jetzt frei sitzen kann, seine Hand-Mund-Motorik entwickelt hat, ist die Zeit für Biokekse mit Fruchtzucker, Dörrobst, Mangostreifen oder Reiswaffeln gekommen.
Ich persönlich bin kein großer Freund von Brei. Geben Sie Ihrem Kind lieber Fingerfood – in Streifen geschnittene Karotten, Kartoffeln oder Äpfel und Vollkornbrot-Rinde. Also ballast- und vitaminreiche Kost mit Kohlenhydraten und zwei- bis dreimal die Woche Eiweiß, also Ei, Schnitzel, Hühnerfleisch. Und bitte: zum Trinken nur Wasser – für Kinder bis zu einem Jahr etwa einen halben Liter täglich.
Was Kindern nicht so gut bekommt
In den meisten Familien ist Essen ein positives Thema. Wenn etwas schiefläuft, sagt Marguerite Dunitz-Scheer, Spezialistin für frühkindliche Essstörungen, dann steckt meist einer dieser drei Fehler dahinter
1. Der Versuch, es perfekt zu machen
Viel über Essen mit Kindern lesen, alles richtig machen, die Kontrolle behalten wollen: Wenn Eltern diesen Wunsch haben, ist das verständlich. Aber Perfektionswahn und Kontrollzwang sind in Wirklichkeit kontraproduktiv. Je mehr Aufmerksamkeit wir dem Thema „Isst mein Kind richtig?“ widmen und unserem Kind sagen: „Du musst“, desto weniger Lust aufs Essen wird es später entwickeln. Diese ganzen Vorgaben von Ernährungsexperten sind eigentlich ein Übergriff auf den kindlichen Biorhythmus. Empfehlungen wie „Wiegt dein Baby fünf Kilo, sollst du ihm täglich sechsmal 160 Milliliter zu trinken geben“ werden der Unterschiedlichkeit von Kindern nicht gerecht. Für ein zartes Baby mit nicht so großem Appetit sind diese Soll-Berechnungen fatal. Eltern, die sich streng an solche Vorgaben halten, leben in der ständigen Angst, ihr Kind könne verhungern.
2. Das Verschwinden von Esskultur
Eine Zeiterscheinung, die durch den oft stressigen Familienalltag noch verstärkt wird: Viele Erwachsene denken kaum noch darüber nach, was sie essen, ernähren sich von Snacks und Süßzeug – weil es schnell gehen muss. Ihr Kind dagegen soll gesund essen. Und möglichst wenig Süßes. Besser als Reden wäre Handeln: öfter bewusst einkaufen, frisch kochen, auch mit den Kindern gemeinsame Mahlzeiten. Eine eigene Familien-Esskultur entwickeln.
3. Unverständnis und Ungeduld
Kleine Kinder wissen ziemlich genau, was ihnen guttut. Essprobleme entstehen oft deshalb, weil Eltern die Zeichen ihres Kindes nicht erkennen oder sie übergehen. Wir sollten versuchen, diese Zeichen zu lesen. Und zu warten. Denn kleine Kinder lernen das Essen eigentlich von selbst. Geduld zu haben bedeutet auch, dem Baby keine Karotten, Kekse oder Saft anzubieten, ohne dass es ein entsprechendes Signal gegeben hat. Wer seinem Kind ständig Essen aufdrängt, bringt ihm bei, die Signale seines eigenen Körpers zu ignorieren und irgendwann auch ohne Hunger zu essen.
So essen Babys weltweit
Über unsere Ernährungsempfehlungen können Eltern in anderen Ländern nur staunen. Sie machen es zum Teil ganz anders – und trotzdem werden ihre Kinder auch groß
• Massai-Kinder bekommen im ersten Lebensjahr, bevor sie laufen gelernt haben, täglich eine Tasse Fett.
• Einige Völker in Südostasien verzichten auf Muttermilch und ziehen ihre Babys mit Reis auf.
• In Skandinavien ist die Stillrate deutlich höher als in Deutschland: Für 60 Prozent aller Frauen im Norden ist es normal, sechs Monate voll zu stillen (bei uns: etwa 20 Prozent). Fisch gehört in Skandinavien traditionellerweise zur Babyernährung dazu, teils probieren ihn schon die unter sechs Monate alten Kinder.
• Mütter in Frankreich und USA stillen etwas weniger als in Deutschland, in Italien und Spanien ungefähr so viel wie bei uns, in der Türkei etwas länger.
• In vielen Weltgegenden, vor allem in ärmeren, in Slums in Asien, Afrika oder Südamerika, werden Babys deutlich länger gestillt als in Deutschland, meist, bis sie stehen können. Dann übernehmen ältere Geschwister die Betreuung. Ab diesem Moment werden die Kinder nicht mehr gefüttert, sondern die Großen geben ihnen kleine Brocken oder Obststücke in die Hand.
• Während in Kuba und Costa Rica immer mehr Babys mit dem Fläschchen ernährt werden, sind in Japan stillende Mütter traditionell sehr geschätzt. Bis vor einigen Jahrzehnten war es dort Standard, seinem Kind bis ins Kindergartenalter die Brust zu geben. Aber auch dort stillt inzwischen nur noch jede dritte Frau nach sechs Monaten voll.
• Im Islam sieht der Koran zwar eine zweijährige Stillzeit vor. Viele Frauen halten sich aber nicht mehr daran. In Jordanien sind es nur noch 13 Prozent. Zudem bekommen Neugeborene in Pakistan, Tunesien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten schon in den ersten Tagen häufig Zuckerwasser oder Tee.
3. Sind Stillkinder Flaschenkindern wirklich überlegen?
Um das zu beurteilen, lohnt es sich, ein paar Studien genauer unter die Lupe nehmen
Stillst du? Kaum eine Frage wird so emotional gestellt. Kaum ein Urteil so hart gefällt wie über eine Mutter, die hier „Nein“ sagt. Wer stillt, hat das Wohl des Kindes im Auge, wer es nicht tut – nun ja. Stillen wurde in den letzten 20 Jahren von der natürlichen Art, sein Baby zu ernähren, zum Ausdruck elterlicher Fürsorge. Unzählige Studien gibt es dazu, und die belegen – so scheint es jedenfalls – fast alles: Stillkinder sind weniger krank, seltener dick, besser in der Schule, sie sind sozialer, seltener Bettnässer, geschützt vor Asthma, Allergien und Kindesmisshandlung. Kaum eine Eigenschaft, die nicht mit der sagenhaften Wirkung der Muttermilch in Verbindung gebracht wird. Wir wollten wissen, wie viel Wahrheit in welchen Mythen steckt.
Mythos 1: Muttermilch macht schlau
Das ist fraglich.
Fakt ist zwar: Kinder, die gestillt wurden, schneiden später bei Intelligenztests und in der Schule besser ab. Ob der Grund dafür aber die Muttermilch ist, die häufig als Turbonährstoff fürs Gehirn dargestellt wird, ist unklar. Denn viele der Studien sind methodisch problematisch. Wichtigster Kritikpunkt: Betrachtet man die Mütter, die stillen, stellt sich heraus, dass sich ihrsozio-ökonomischer Status, ihr häusliches Umfeld und ihr Bildungsstand stark von den Flaschenmüttern unterscheiden. Ein Umstand, der fast alle Stillstudien begleitet und vor allem bei wichtigen Langzeitstudien aus den USA und England zum Tragen kommt. Denn vor Jahren war die Gruppe der stillenden Mütter noch kleiner und exklusiver als heute: So lag beispielsweise in England noch 2005 die Rate der Mütter, die zu stillen begannen, bei nur 35 Prozent. Sechs Monate später stillten noch ganze drei Prozent – und die gehörten zu einer speziellen Klientel: Sie waren eher gebildet, wohlhabend und traditionell orientiert. Mittlerweile sind die Stillraten höher und die Bevölkerungsschicht breiter, in der die Studien erhoben werden. Doch Langzeitstudien greifen auf die früheren Daten zurück.
Man kann sich dann fragen: Ist das Kind durch die Muttermilch schlauer, oder ist es schlauer, weil die Mutter eine gute Ausbildung hatte und besser förderte? Sind die Asthmaraten bei Stillkindern geringer, weil die Muttermilch so gut ist, oder weil die Eltern nie geraucht haben? Schützt Stillen vor Misshandlungen, weil die Mutter-Kind-Bindung gefördert wird oder weil das Familienumfeld stillender Mütter anders ist? Dr. Diana Rubin, Geschäftsführerin der Nationalen Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärt: „Diese Störfaktoren, sogenannte Confounder, kann man zwar herausrechnen. Doch die Qualität von Beobachtungsstudien ist dadurch immer etwas eingeschränkt.“ Im Fall der Intelligenzstudien meint Dr. Rubin: „ Es gibt einen Intelligenz-Effekt bei gestillten Kindern. Aber wie er genau zustandekommt, ist unbekannt.“
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.
