Kitabı oku: «Mystische Pfade Schwäbischen Alb: 35 Wanderungen auf den Spuren von Mythen und Sagen»

Beim Aussichtsfelsen Rauher Stein liegt uns das Obere Donautal malerisch zu Füßen. (TOUR 33)
Annette und Lars Freudenthal
Mystische Pfade
SCHWÄBISCHE ALB
35 Wanderungen auf den Spuren
von Mythen und Sagen
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

Inhalt
Vorwort
Einleitung
DIE TOUREN
Östliches Albvorland
1Rosenstein2.00
Von den Eiszeitjägern über die Kelten bis zum Schlossberg
2Rund um den Nägelberg3.30–4.30 Std.
Über die Teufelsklinge zum Himmelreich
3Beutental-Rundweg2.30–3.00 Std.
Lockere Tour beim Wäscherschloss
4Hohenstaufen3.30–4.30 Std
Zentrum einer Kaiserdynastie
5Hohenrechberg1.15–1.45 Std
Aufstieg über den Rittersteig
6Messelberg3.00 Std.
Pfade zwischen Rötelstein und Messel
Mittlere Kuppenalb von Geislingen an der Steige bis Lichtenstein
7Felsenrunde bei Bad Überkingen4.30–5.00 Std.
Geologisches Fenster Hausener Wand
8Ostlandkreuz von Geislingen1.30 Std.
Tausche Höhenmeter gegen Tiroler Fels
9Burgruine Helfenstein1.30 Std.
Aussichten über die Fünf-Täler-Stadt
10Ave-Weg Deggingen2.45–3.15 Std.
Kleine Wallfahrt am Filser Albtrauf
11Bad Ditzenbach und Hiltenburg3.30–4.30 Std.
Auf der Höhenrunde der Löwen
12Boßler-Steig4.30–5.30 Std.
Schicksalsberg der Flieger
13Reußenstein und Schertelshöhle6.00 Std.
Einmal Schwäbische Alb bunt gemischt
14Randecker Maar5.00–6.00 Std.
Thronzeuge des Schwäbischen Vulkans
15Ruine Teck und Breitenstein4.00–4.30 Std.
Burgen, Höhlen und Felskanzeln über Bissingen
16Bassgeige und Burg Hohenneuffen4.00–5.00 Std.
Kelten und Burgen bei Beuren
17Hohenurachsteig2.30 Std.

Aufstieg über die Hanner Felsen
18Hohenwittlingensteig3.00 Std.
Kaiserliche Ergänzung zur Ruine Hohenwittlingen
19Seeburgsteig Bad Urach2.30–3.00 Std.
Wacholderflächen über dem Ermstal
20Schloss Lichtenstein3.30–4.00 Std.
Von der Nebelhöhle zum Märchenschloss
Mittlere Flächenalb von Blaubeuren bis zum Großen Lautertal
21Blautopf Blaubeuren2.30–3.00 Std.
Eine Perle der Schwäbischen Alb
22Eiszeitjägerpfad Blaubeuren2.00–3.30 Std.
Felsenlabyrinth versus Geißenklösterle
23Derneck und Hohengundelfingen2.45 Std.
Burgendoppel im Großen Lautertal
24Gerberhöhle und Ruine Wartstein3.30–4.00 Std.
Kunterbunt durchs Große Lautertal
25Auf dem Burgfelsenpfad2.30 Std.

Ehemaliges Burgentrio im Großen Lautertal
Hohe Schwabenalb und Oberes Donautal
26Hohenzollernrunde2.30 Std.
Das Märchenschloss von Friedrich Wilhelm IV.
27Zu den Ruinen von Burladingen3.30 Std.
Über das Titusenköpfle zur Hohenringingen
28Auf dem Felsenmeersteig5.00–6.00 Std.
Böllat, Mammutbäume und Schalksburg
29Schlossfelsenpfad Albstadt5.00 Std.
Über den Rossberg zu bizarren Felsschönheiten
30Hörnle und Lochenstein3.00–4.00 Std.
Höhen über dem Eyachtal
31Hossinger Hochalb5.00–6.00 Std.
Kelten auf dem Gräbelesberg und Heuwiesen
32Auf dem Klippeneck-Steig2.45–3.15 Std.
Dreifaltigkeitsberg, Klippeneck und Nothelfer
33Beuron und Burg Wildenstein4.30–5.30 Std.
Vom Kloster über den Eichfelsen zur Burg
34Ruine Dietfurt und Donaufelsengarten4.30–5.30 Std.
Über das Teufelsloch auf den Rabenfelsen
35Auf dem Kloster-Felsenweg4.30–5.30 Std.

Fürstliche Anlagen Inzigkofen
Bruckmanns Tourenfinder
PS:
Register
Impressum

Der Rundweg Beutental führt an pittoresken Fachwerkhäusern vorbei. (TOUR 3)

Unterhalb der Hohenrechberg wandern wir wie in einem Bilderbuch. (TOUR 5)

Lange Zeit war die Ruine Helfenstein unter dem Wald verborgen. (TOUR 9)

2007 feierte der Schwäbische Albverein 100 Jahre Alb-Nordrand-Weg. (TOUR 15)

Die Burg Hohenurach bildet das herausragende Ziel auf dem gleichnamigen Grafensteig. (TOUR 17)

Um den Blautopf rankt sich Eduard Mörikes Sage der schönen Lau. (TOUR 21)

Blick in die Nothelferkapelle (TOUR 32)

Das Schloss Lichtenstein wurde aus einem Märchenbuch an den Felsrand oberhalb der Echaz gesetzt. (TOUR 20)

Bei der Burg Reußenstein lernen wir die Geschichte vom Riesen Heim kennen. (TOUR 13)
TOUREN-ÜBERBLICK
| Leicht |
| 3 | Beutental-Rundweg |
| Mittel |
| 1 | Rosenstein |
| 2 | Rund um den Nägelberg |
| 4 | Hohenstaufen |
| 5 | Hohenrechberg |
| 6 | Messelberg |
| 7 | Felsenrunde bei Bad Überkingen |
| 8 | Ostlandkreuz von Geislingen |
| 9 | Burgruine Helfenstein |
| 10 | Ave-Weg Deggingen |
| 11 | Bad Ditzenbach und Hiltenburg |
| 12 | Boßler-Steig |
| 14 | Randecker Maar |
| 16 | Bassgeige und Burg Hohenneuffen |
| 19 | Seeburgsteig Bad Urach |
| 20 | Schloss Lichtenstein |
| 21 | Blautopf Blaubeuren |
| 22 | Eiszeitjägerpfad Blaubeuren |
| 23 | Derneck und Hohengundelfingen |
| 26 | Hohenzollernrunde |
| 27 | Zu den Ruinen von Burladingen |
| 29 | Schlossfelsenpfad Albstadt |
| 31 | Hossinger Hochalb |
| 32 | Auf dem Klippeneck-Steig |
| Mittel bis schwer |
| 17 | Hohenurachsteig |
| 25 | Auf dem Burgfelsenpfad |
| 35 | Auf dem Kloster-Felsenweg |
| Schwer |
| 13 | Reußenstein und Schertelshöhle |
| 15 | Ruine Teck und Breitenstein |
| 18 | Hohenwittlingensteig |
| 24 | Gerberhöhle und Ruine Wartstein |
| 28 | Auf dem Felsenmeersteig |
| 30 | Hörnle und Lochenstein |
| 33 | Beuron und Burg Wildenstein |
| 34 | Ruine Dietfurt und Donaufelsengarten |
PIKTOGRAMME ERLEICHTERN DEN ÜBERBLICK
| Leicht |
| Mittel |
| Schwer |
| Gehzeit |
| Höhenunterschied |
| Weglänge |
| mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar |
ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN
| Wandertour mit Lawfrichtung |
| Tourenvariante |
| Ausgangs-/ Endpunkt der Tour |
| Wegpunkt |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste |
Vorwort
Die »Mystischen Pfade Schwäbische Alb« sind bereits unser dritter Wanderführer, bei dem wir uns auf die Spuren von Sagen und Geschichten begeben. Wie schon im Schwarzwald und im Elsass war bereits die Recherche ein spannendes Abenteuer, bei dem uns die Alb immer wieder aufs Neue überraschte. Anstelle des sehr einfachen Bilds aus dem Schulunterricht, nach dem die Schwäbische Alb eine große Stufe mit wenigen Zeugenbergen davor bildet, rückte eine vielfältig gegliederte Landschaft, die mit unzähligen Windungen am Albtrauf, tief eingeschnittenen Tälern, vor allem aber einem Reichtum an Geschichte und Legenden begeistert.
Zusammen mit den Höhlen und Felskanzeln, Burgen und Schlössern stellte uns die Alb das dritte Mal vor die Frage: Welche Geschichte, welche Begebenheit, welch bitterem Schicksal gehen wir nach, und was lassen wir außen vor? Als Lösung haben wir auf einige Ecken und Begebenheiten verzichtet, die auch ohne dieses Buch gefunden werden oder bekannt sind. Stattdessen begleiten wir Sie an einige Orte, die abseits der ausgetretenen Wanderwege liegen. Darunter finden sich dann auch mehrere Plätze, die wir zu Beginn unserer Recherchen selbst nicht gekannt hatten.
Allen voran sind dies die sagenumwobenen Burgen entlang der Großen Lauter, am Albtrauf und im Oberen Donautal sowie die hoch über dem Tal liegenden Felsen der Hohen Schwabenalb und Mittleren Kuppenalb. Ist es beim Blautopf das unergründliche Wasser, das die Fantasie der Menschen anregt, so ist es bei der Hauserner Wand, dem Felsenmeer oberhalb Albstadt oder der Wolfsschlucht nahe Bad Urach der Zauber der Natur selbst, der einen in Atem hält und herrliche Wandermomente beschert.
Daneben sind es die Geschichten, welche von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden und die uns auf Schritt und Tritt begleiten. Besonders verdient haben sich hier Eduard Mörike, selbst ein passionierter Alb-Wanderer, mit der Sage der »Schönen Lau«, Wilhelm Hauff mit einer Vielzahl an Märchen und Romanen und der Naturwissenschaftler David Friedrich Weinland mit »Rulaman« gemacht. Zuletzt führen wir Sie auch auf der Schwäbischen Alb auf Felskanzeln und durch Täler, zu denen es vielleicht nichts großartig zu erzählen gibt – die aber so idyllisch sind, dass man sie unbedingt erlebt haben sollte.
Viel Freude beim Wandern wünschen
Annette und Lars Freudenthal

Nahe dem Rabenfelsen streift der Blick entlang urzeitlicher Kieselschwamm-Riffe über das Obere Donautal. (TOUR 34)
Einleitung
Die Schwäbische Alb zählt zu den wenigen Mittelgebirgen in Deutschland, die schon sehr früh besiedelt wurden. Insbesondere Grabungen in Höhlen wie dem Geißenklösterle im Achtal oder am Rosenstein bei Heuberg förderten zahlreiche Spuren von eiszeitlichen Jägern und Sammlern zutage. Nach der Steinzeit entstanden während der Bronze- und Hallstattzeit zahlreiche Grabhügel. Auf Hochflächen, die nur über einen schmalen Zugang mit dem Albmassiv verbunden sind, errichteten die Kelten Oppida, die sie mit Wällen und Zangentoren gegen Eindringlinge schützten. Ein solcher Durchlass wurde am Übergang der Bassgeige zur Burg Hohenneuffen in Teilen rekonstruiert.
Zur Zeit der Römer bildete der Alblimes im 1. Jahrhundert n. Chr. die Reichsgrenze. Den Römern folgten die Alemannen, welche zahlreiche Dörfer und Siedlungen gründeten. Im Mittelalter, besonders ab dem 11. Jahrhundert, begann schließlich die Blütezeit der Burgen. Sowohl die Staufer als auch die Hohenzollern hatten hier ihr Machtzentrum und lenkten vom Schwäbischen aus ihre großen Reiche.
Im Kontrast dazu steht das karge Leben auf der rauen Alb. »Viele Steine gab's und wenig Brot«, brachte der Dichter Ludwig Uhland das von Entbehrungen geprägte Leben der einfachen Menschen auf den Punkt. Entsprechend groß war der Traum vom Reichtum – ob durch ein großzügiges Geschenk durch den Riesen Heim oder durch die Unterstützung kleiner Erdleutlein, welche den Dorfbewohnern bei der Arbeit halfen. Andere Erzählungen enden tragisch, sodass man doch wieder auf sich selbst angewiesen ist. So ist es nur gerecht, dass auch wir als Wanderer die Alb und ihre mystischen, idyllischen oder auch einfach nur traumhaft schönen Gegenden aus eigener Kraft erkunden. Immerhin: Um die Rückkehr zum Ausgangspunkt brauchen wir uns keine Gedanken zu machen. Denn alle 35 Touren haben wir so angelegt, dass wir am Ende wieder dort ankommen, wo wir die Wanderung begonnen haben.

Der auch als Silberstrich bekannte Kaisermantel ist noch häufig am Lochenstein anzutreffen. (TOUR 30)
Gut gerüstet besser ans Ziel
Als Mittelgebirge wird die Schwäbische Alb oft unterschätzt. Doch auch hier gilt: Feste Wander- oder Trekkingschuhe sind ein Muss für sicheres Wandern. Halbschuhe, Turnschuhe oder ähnliche Treter bieten zu wenig Halt, wirken sich negativ auf die Fußgesundheit aus und sind oft der Auslöser von vermeidbaren Unfällen. Wanderstöcke hingegen begünstigen eine aufrechte Körperhaltung, schonen die Gelenke und helfen in unachtsamen Momenten, Stürze zu vermeiden. Ebenfalls von Vorteil ist bequeme Wanderkleidung aus Funktionsmaterial, das schnell trocknet und sich leicht trägt. Auf Abstand sollte man hingegen beim Rucksack gehen, und zwar auf Abstand zum Rücken. Dies ermöglichen spezielle Bauweisen, die das Gewicht optimal verteilen und eine bessere Luftzirkulation erlauben. Dadurch bleiben Wanderhemden auch an warmen Sommertagen länger trocken und man hat ein deutlich besseres Gefühl auf der Haut.

Die Gerberhöhle diente den Menschen wiederholt als Unterschlupf. (TOUR 24)

Blick in den komplett umbauten Innenhof der Burg Wildenstein. (TOUR 33)
Verantwortung und Selbsteinschätzung
Alle in diesem Wanderführer beschriebenen Touren orientieren sich an den offiziell ausgewiesenen Wanderwegen des Albvereins und der Tourismusverbände. So führen uns die Wegweiser und die Markierungen mit verschiedenen Symbolen und Farben sicher von A nach B und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Da in den letzten Jahren einige Gebiete auf der Alb neu beschildert wurden, stellen wir außerdem verschiedene, zum Teil als Premiumwanderweg zertifizierte Pfade und Wege vor, die Ihnen eine verlässliche Beschilderung gewährleisten. Umgekehrt sind aufgelassene Wege oder nur schlecht begehbare Trampelpfade ohne besondere Hinweise ein sicheres Indiz dafür, dass man einen Abzweig verpasst hat. Wenn sich der nächste, gut begehbare Weg nicht zufällig in Sichtweite befindet oder klar ist, wie man wieder auf den rechten Weg findet, ist es oft besser, auf sein Bauchgefühl zu achten und zur letzten Wegkreuzung zurückzukehren. Da in diesem Buch ausschließlich Rundwanderungen beschrieben sind, ist es für die Orientierung ebenfalls hilfreich, sich zu Beginn der Tour zu merken, ob man im oder gegen den Uhrzeigersinn wandert.
Schwierigkeitsgrade
Leicht: Eher kurze Runden, die keine oder kaum Trittsicherheit erfordern und nur wenige Steigungen beinhalten.
Mittel: Touren mit längeren Auf- und Abstiegen und/oder längeren Runden, die eine gewisse Kondition und Trittsicherheit erfordern.
Schwer: Diese Runden setzen Kondition und Trittsicherheit, zum Teil auch Schwindelfreiheit voraus. Doch auch diese Touren stellen geübte Wanderer vor keine allzu großen Aufgaben oder lassen sich durch Varianten entschärfen.
Ein Ziel dieses Buches ist, dass man nach den einzelnen Touren zufrieden auf die vergangenen Stunden und das Geleistete zurückblicken kann. Dies gelingt am besten, wenn man sich und seine Mitwanderer richtig einschätzt. Die längeren Touren wie etwa zum Reußenstein und zur Schertelshöhle, über die Bassgeige zur Hohenneuffen, auf der Hossinger Hochalb sowie im Oberen Donautal sollten daher erst in Angriff genommen werden, wenn schon eine gewisse Grundkondition und Erfahrung im Gelände vorhanden sind. Hierzu zählt auch, das Wetter richtig einzuschätzen. Denn gerade an heißen Sommertagen bilden sich in den Tälern entlang des Albtraufs gerne Gewitterwolken, die oft schon nachmittags mit Platzregen und Hagel sowie Blitz und Donner niedergehen. Ein Regenschutz sollte deshalb immer dabei sein.
Ebenfalls hilfreich ist es, die Entwicklung von Regenwolken im Internet, etwa auf www.regenradar.de oder www.niederschlagsradar.de, zu beobachten. Im Zweifelsfall sollte man sich auch nicht davor scheuen, eine Tour abzubrechen bzw. nach dem Unwetter fortzusetzen. Generell Vorsicht ist bei Nässe, auf exponierten Felsen am Albtrauf sowie auf felsigen Pfaden geboten, da der anstehende Kalkstein schon von Natur aus glatt ist und schon bei wenig Feuchtigkeit keinen verlässlichen Halt mehr bietet. Bei zugänglichen Höhlen sind besondere, oft vor Ort angegebene Hinweise zur Sicherheit und dem Schutz zum Beispiel von Fledermäusen zu beachten. Wir empfehlen, nur so weit in eine Höhle einzudringen, wie diese vom natürlichen Licht hell genug ausgeleuchtet wird. Das Befahren einer Höhle erfordert entsprechende Erfahrung oder eine fachkundige Führung.

Flockenblumen und Klatschmohn zaubern Farbtupfer in die Landschaft. (TOUR 35)

Wildrose am Waldrand

Küchenschelle

Wiesenbocksbart
Pause mit Genuss
Zu einer schönen Wanderung gehört natürlich auch eine Einkehr oder längere Rast. Hier haben wir es auf der Schwäbischen Alb bestens getroffen. Denn die hier beschriebenen Wanderungen führen uns zu zahlreichen, traumhaft gelegenen Plätzen, von denen man Jahre später noch schwärmt. Zudem kommen die meisten der Touren an zumindest einer Wirtschaft vorbei, sodass man sich mit Gleichgesinnten austauschen und nebenbei die »Mystischen Pfade Schwäbische Alb« weiter empfehlen kann. Bevor Sie darauf verzichten, ein eigenes Vesper mitzunehmen, vergewissern Sie sich aber, dass die gewählte Wirtschaft geöffnet ist.
Anfahrt
Viele Wanderziele sind im Schwäbischen Raum mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Hierfür haben wir den Namen der jeweiligen Haltestelle angegeben. Wer mit dem Auto anreist und ein Navi nutzt, kann die im Infokasten der einzelnen Touren angegebenen Koordinaten eingeben. Diese führen ihn punktgenau zum Ausgangspunkt der Wanderung bzw. zur nächstgelegenen Parkmöglichkeit.
Unsere Favoriten
Rosenstein – Von den Eiszeitjägern über die Kelten bis zum Schlossberg, Tour 1
Felsenrunde bei Bad Überkingen mit dem Geologischen Fenster Hausener Wand, Tour 7
Hohenwittlingensteig mit Kaisereiche und Wolfsschlucht, Tour 18
Ruine Dietfurt und Donaufelsengarten, Tour 34
Auf dem Kloster-Felsenweg zur Teufelsbrücke und den Fürstlichen Anlagen Inzigkofen, Tour 35
Gehzeiten und Höhenangaben
Die genannten Zeiten sind die reine Gehzeit. Weil es bei vielen der Touren einiges zu entdecken gibt, beinhaltet diese auch die Zeiten, in denen man sich umsieht und die Landschaft auf sich wirken lässt. Pausen oder gar eine längere Einkehr sind darin jedoch nicht enthalten. Rechnen Sie auch bitte etwas Zeit für unvorhergesehene Änderungen ein, sodass Sie auch bei zusätzlichen Abstechern, bei kürzerem Verlaufen oder einem gesperrten Weg (z. B. wegen Holzfällarbeiten) noch rechtzeitig zurück am Ausgangspunkt sind. Unsere Höhenangaben beinhalten die tatsächlich zu leistenden Höhenmeter. Lediglich kleine Kuppen und Senken mit nur geringem Höhenunterschied haben wir ausgelassen. So stehen Sie nicht plötzlich vor einem großen Zwischenanstieg, der nirgends erwähnt wird.

Blick über die Terrassen der Burgruine Hohengundelfingen (TOUR 23)

Orientierungsscheibe auf dem Breitenstein (TOUR 15)
Internetadressen
www.naturpark-obere-donau.de Gemeinsamer Auftritt der 56 Mitgliedsgemeinden im Naturpark Obere Donau www.biosphaerengebiet-alb.de
Umfassende Informationen zu den Aufgaben und Besonderheiten des Biosphärengebietes Schwäbische Alb www.albverein.net
Gemeinsamer Auftritt der Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins www.schwaebischealb.de
Tourismusverband der Schwäbischen Alb www.freudenthal.biz
Unser Blog mit Wander- und Reiseberichten aus aller Welt

1 Rosenstein
Von den Eiszeitjägern über die Kelten bis zum Schlossberg
Der Rosenstein zählt zu den herausragenden archäologischen Denkmälern der Alb. Nachdem zum Ende der letzten Eiszeit Rentierjäger in den Höhlen Schutz gesucht hatten, errichteten die Kelten mehrere Wallanlagen. Im 13. Jahrhundert folgte die Burg Rosenstein, deren Westfassade weithin sichtbar über der Kleinen Scheuer thront.

Tourencharakter
Waldreiche Wanderung mit einigen Besonderheiten am Wegrand. Für die Abstecher zu den Höhlen sowie auf den Pfaden unterhalb der Burgruine und der Waldschenke sind festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Parkplatz Rosenstein, 675m
Höchster Punkt
Bereich nördlich Rosenstein, ca. 735 m
Anfahrt
GPS 48.7892, 9.9567
Pkw: Von der B 29 Schwäbisch Gmünd–Aalen bei Böbingen oder Mögglingen abfahren und der Landstraße bis Heubach folgen. In Heubach von der Hauptstraße in die Fritz-Spießhofer-Straße abbiegen und der Beschilderung über den Pionierweg zum Wanderparkplatz folgen.
Bus & Bahn: –––
Einkehr
Waldschenke Rosenstein, Fr–Mi ab 11 Uhr, www.waldschenke-rosenstein.de
Beste Jahreszeit
April bis Oktober
Informationen
Stadtverwaltung Heubach, Tel. 0 71 73/18 10, www.heubach.de

Keltische Wallanlagen Bereits beim
Parkplatz Lauterursprung können wir einige Zeit mit dem Studium der dort aufgestellten Infotafeln verbringen. Unsere Wanderung entspricht dem Archäologischen Pfad »15 000 Jahre Geschichte auf dem Rosenstein«. Nach der ersten Orientierung folgen wir der Beschilderung des Themenwegs sowie hier auch dem roten Dreieck des Albsteigs (HW 1) über den bequem zu laufenden Schlossweg bis zu einer Wegspinne. Kurz bevor wir diese erreichen, kreuzen wir die Wallanlagen A und B. Im Gelände zeichnet sich vor allem der einst 460 Meter und bis zu 20 Meter breite Wall A ab. Er sperrte das Rosensteinplateau einst gegenüber der südlich angrenzenden Albhochfläche ab. Der dahinter liegende Wall B ist nur noch in Fragmenten auf einer Länge von 150 Metern erhalten.

Beim Aussichtspunkt Schöne Aussicht liegt uns das nördliche Albvorland zu Füßen.
Wall C Beim Wegweiser
Rosenstein Wegspinne wechseln wir schräg rechts auf den mit liegender roter Gabel markierten Weg und queren 400 Meter weiter den Wall C. Mit einer Länge von 660 Metern ließ sich damit eine 27 Hektar große Fläche vom östlichen Rosenstein abtrennen. Durch die spätere landwirtschaftliche Nutzung sind leider weite Teile der Anlage aus der Landschaft verschwunden. Auch ist fraglich, ob die Befestigungsanlage überhaupt jemals fertiggestellt worden war, sodass wir bald weitergehen können.
Das Finstere Loch und der Sedelfelsen Bei der nächsten Kreuzung biegen wir mit der Markierung »Rote Gabel« erst rechts, dann bei der T-Kreuzung links und am Wegende schließlich erneut rechts ab. Der Themenweg führt uns damit über die Höhle »Finsteres Loch« auf den Sedel. Die Karsthöhle ist über einen Abstecher zu erreichen, vom 1. Mai bis Ende September geöffnet und begehbar. Die Befahrung der Höhle erfolgt auf eigenes Risiko und sollte nur als Gruppe mit mindestens drei Personen in Angriff genommen werden. Nach dem Abstecher geht es an einem ersten Aussichtspunkt vorbei auf den
Sedelfelsen. Am östlichsten Punkt der Wanderung bietet er uns eine schöne Aussicht über das obere Lautertal zum gegenüberliegenden Pfaffenberg.
Große Scheuer und Höhle Haus Wieder zurück auf sicherem Terrain, führt uns der Themenweg auf der Nordseite des Rosensteins an einem weiteren Aussichtsfelsen vorbei zu einem grob angelegten Treppenweg. Dieser ist zwar etwas unbequem hinunterzusteigen, mit einem Geländer aber doch einigermaßen gut gesichert. Am unteren Ende des Gangs kommen wir zur
Großen Scheuer. Die 44 Meter lange und bis zu sieben Meter hohe Höhle zeugt von einem Höhlensystem, das bereits in vorgeschichtlichen Zeiten kollabierte. Bei dem Bergsturz wurden Teile des vorderen Höhlenbereichs in die Tiefe gerissen und ein torförmiger Eingang geschaffen, durch den Tageslicht in die verbliebenen Teile der Großen Scheuer einfällt. Links des Gangs befindet sich die
Höhle Haus. Mit Funden aus der Jungsteinzeit bis ins späte Mittelalter wurden hier bislang Spuren aus den meisten Zeitepochen am Rosenstein gefunden. Der Zugang in die Höhle ist möglich, jedoch bei Nässe schnell glitschig.
Auf dem Scheuerhauweg zur Waldschenke Sowie wir wieder heil beim oberen Ende des Gangs zurück sind, folgen wir dem Scheuerhauweg entlang des Traufs über die »Schöne Aussicht« und einem weiteren Aussichtspunkt sowie an der Station 6 »Keltische Höhensiedlungen« bis zu einer Verzweigung des Themenwegs. Wer einfachere Wege bevorzugt, kann links abbiegen. Schöner finden wir die vor Ort gestrichelt dargestellte Variante, die uns wie auch die Markierung »Rote Gabel« am Rand des Plateaus an einer markanten Felsformation vorbeiführt. Wo beide Varianten wieder zusammentreffen, trennen uns noch wenige Schritte von der
Waldschenke. Zu den Spezialitäten des Ausflugslokals zählen Lachsmaultaschen, Schwäbische Maultaschen sowie verschiedene Flammkuchen.

Einfallendes Licht verleiht der Großen Scheuer eine mystische Atmosphäre.
Die Fassade der Ruine Rosenstein ist nur aus der Ferne gut einzusehen.
Lärmfels und Ruine Rosenstein Nachdem wir die Lichtung auf dem Franz-Keller-Weg wieder verlassen haben, lohnt sich rechts ein weiterer Abstecher zur Station 8, »Freiluftfundstelle Sand«, auf dem
Lärmfels. Beachtenswert ist dort außerdem die aus Metall gefertigte Orientierungsscheibe, auf der Orte der näheren, der fernen und der ganz fernen Umgebung verzeichnet sind; auch eine geschwungene Rastbank ist zu finden. Über einen zweiten Pfad geht es zurück auf den breiteren Waldweg und rechts über eine Brücke zur
Ruine Rosenstein. Abgesehen von der Westfassade und von Teilen der Nord- und Südmauer sind von der Burg nur spärliche Mauerreste und Gräben erhalten. Dafür lohnt sich die Aussicht über Heubach hinweg zum Galgenberg und, südlich davon, zum bewaldeten Scheuelberg.
Kleine Scheuer und Dreieingangshöhle Von der Burg folgen wir dem Franz-Keller-Weg um die Südmauer herum hinunter zu einem anderen Weg. Bevor wir links abbiegen, lohnt sich ein letzter Abstecher rechts zur
Kleinen Scheuer. Anschließend folgen wir dem Themenweg in entgegengesetzter Richtung über enge und steinige Pfade zur
Dreieingangshöhle, ehe wir den Aufgang rechts der Höhlenzugänge hinauf auf den Weg zur Waldschenke nehmen und rechts über die
Wegspinne und den Schlossweg zurück zum Ausgangspunkt beim
Parkplatz Lauterursprung finden.
Finsteres Loch
Die Höhle Finsteres Loch ist mit 140 m Länge die größte von mehr als 30 Höhlen am Rosenstein mit Öffnung zur Außenwelt. Nahe dem südlichen Zugang weitet sich die Höhle zu einer bis zu 17 m breiten und fünf Meter hohen Halle. Über einen rund 50 m langen Gang ist diese mit einer zweiten, 36 m langen und 6,50 m breiten Halle verbunden. In der kalten Jahreszeit dient das Finstere Loch Fledermäusen als Winterquartier.
2 Rund um den Nägelberg
Über die Teufelsklinge zum Himmelreich
Gegenüber dem Rosenstein führt uns die zweite Tour bei Heubach rund um den Nägelberg und Beuren. Nach dem Anstieg zum Rechberger Buch geht es über den Höhenzug bis zum Naturfreundehaus Himmelreich. Von dort nehmen wir den Scheuelberg in Angriff, das Pendant zum Rosenstein.

Tourencharakter
Der Zugang zur Teufelsklinge erfordert ein gutes Maß an Trittsicherheit und kann auch ausgelassen werden. Ansonsten mittelschwere Runde auf bequem zu laufenden Forst-, Waldwegen und Pfaden.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Beurener Brückle, 490 m
Höchste Punkte
Rechberger Buch, 767 m
Scheuelberg, 717 m
Anfahrt
GPS 48.7805, 9.9290
Pkw: Von der B 29 Schwäbisch Gmünd–Aalen bei Böbingen oder Mögglingen abfahren und der Landstraße bis Heubach folgen. In Heubach von der Hauptstraße auf die Beurener Straße abbiegen und dieser zum Wanderparkplatz folgen.
Bus & Bahn: Ab dem Bahnhof Schwäbisch-Gmünd und ZOB Aalen bestehen Verbindungen zur Haltestelle Marktplatz, Heubach. Der Zuweg erfolgt dann über die Götzenbach- und Scheuelbergstraße.
Einkehr
Naturfreundehaus Himmelreich, an den Wochenenden sowie jeden ersten Mittwoch im Monat ab 8 Uhr, Sommerpause und Dienstplan unter www.naturfreundehaus-himmelreich.com
Beste Jahreszeit
April bis Oktober
Informationen
Stadtverwaltung Heubach, Tel. 07173/18 10, www.heubach.de


Das Bargauer Kreuz

Abgestorbene Bäume sind noch längst nicht tot.
Wo der Teufel rumort Beim Grill- und Wanderparkplatz nahe dem
Beurener Brückle finden wir eine ganze Reihe an Tourenvorschlägen zum Wandern, Nordic Walking und auch für Mountainbiker. Um eine interessante, doch nicht allzu lange Runde zu stricken, nutzen wir verschiedene dieser Wege. So eingestimmt, kehren wir dem Beurener Brückle den Rücken und folgen dem mit roter Raute markierten Schotterweg ins Tumbachtal und den nahen Wald. Wo der Wanderweg des Albvereins nach 1500 Metern eine enge Rechtskurve beschreibt, erfolgt in etwa geradeaus der Abstecher zur
Teufelsklinge (blauer Winkel). Der Zugang zu der kesselförmigen Schlucht erfolgt wegen häufiger Hangrutsche auf eigene Gefahr, lohnt sich aber insbesondere an heißen Sommertagen allein schon der dort kühleren Luft wegen.
Zwei Kreuze und eine Ausstiegsoption Nach dem Abstecher folgen wir der roten Raute sowie der Heubacher Tour Nr. 7 weiter bergan über den engen Waldpfad. Nachdem dieser einen breiten Forstweg gekreuzt hat, sind es noch 200 Meter bis zu einer Linkskehre. Der Weg führt uns somit in südöstlicher Richtung über den Nägelberg bis zum
Gmünder Weg. Dort biegen wir rechts ab und folgen dem hier wieder bequem zu wandernden Weg über den
Rechberger Buch zum
Bargauer Kreuz. Dort treffen wir auf den HW 1 bzw. Albsteig sowie den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg, auf welchem wir rechts zum
Beurener Kreuz wechseln. Wer es bei einer kurzen Runde belassen möchte, kann bei dem Kreuz rechts abbiegen. In dem Fall geht es mit der Markierung »Rote Gabel« direkt hinunter nach Beuren und ab dort entlang der Straße zum Beurener Brückle.
Im Himmelreich Alle anderen laufen geradeaus weiter zum
Naturfreundehaus Himmelreich. Der Aufstieg zu dem an den Wochenenden geöffneten Ausflugslokal erfolgt auf dem Albsteig. Da dieser hier recht steil und mit glatten Felsbrocken und Steinen gespickt ist, empfehlen wir bei Nässe, die Zufahrt zu nutzen. Ab dem Naturfreundehaus führt uns der HW 1 weiter in nördlicher Richtung durch den Wald und über eine Lichtung zu einer Rastbank mit Aussicht nach Westen zum Rechberg und, links davon, zum Stuifen. Sowie wir erneut in den Wald eintauchen, halten wir uns bei der nächsten Gabelung links, sodass wir dem HW 1 auf schmalen Pfad sowie über mehrere Kurven an den unteren Waldrand folgen. Kurz vor dem Wegweiser
Himmelreich Nord zweigt der Jakobsweg ab.

Selbst im Hochsommer bleibt es der schluchtartigen Einkerbung angenehm frisch.
Auf den Scheuelberg Wir indes bleiben auf dem Albsteig sowie hier auch auf dem Remstal-Weg, der uns nun wieder steil bergauf zum
Hohen Fels führt. Nach dem Abstecher auf die Felskanzel folgen wir dem gelben Dreieck über wechselnde Pfade auf den
Scheuelberg, halten die Augen nach verdächtig aussehenden Pfützen offen und erreichen schließlich den
Ostfels. Wer gerne fotografiert und ein Teleobjektiv mit großer Brennweite eingepackt hat, kann sich glücklich schätzen. Denn über Heubach hinweg eröffnet uns der Ostfels freie Sicht auf die sonst nur schwer einsehbare Westfassade der Ruine Rosenstein. Auch ohne entsprechende Ausrüstung werden wir den Ausblick von der Loge sicher gerne auf uns wirken lassen.
Über einen felsigen Pfad erfolgt der Zugang zur Teufelsklinge.
Rückweg über Heubach Nun folgen wir der Beschilderung über mehrere Kurven zum Wegweiser Scheuelberg Ost sowie links mit der Tour Nr. 7 an den unteren Waldrand, wo wir rechts abbiegen und über den Wegweiser Heubach West nach Heubach hinunterlaufen. Auf dem Weg in den Ort können wir uns auch wieder an der stilisierten Muschel des Jakobswegs orientieren. In Heubach angekommen, wechseln wir auf die Heubach-Tour Nr. 2, die uns von der Scheuelbergstraße rechts über den Klotzbach führt, bis wir erneut rechts in die Brühlstraße einbiegen. Auf dieser verlassen wir Heubach wieder und gelangen über die Verlängerung der Straße auf den Philosophenweg. Dieser verläuft etwas oberhalb des Bachs und wird von einem künstlichen Wasserlauf begleitet, womit wir nochmals ein paar schöne Eindrücke auf den letzten Metern zum
Beurener Brückle bekommen.
Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg
Der Fränkisch-Schwäbische Jakobsweg verbindet Würzburg mit Ulm. Bekannt ist dieser Jakobsweg für seine malerischen Weinhänge im Maintal. Ab Rothenburg geht es durch die Hohenlohe nach Crailsheim und über das Jagst- und Kochertal ins Remstal. Nach dem in unserer Wanderung enthaltenen Aufstieg zum Himmelreich führt der Weg weiter über die Schwäbische Alb bis nach Ulm ins Donautal.
Teufelsklinge und Herrgottstritt
Zusammen mit dem Rosenstein soll der Scheuelberg einst Schauplatz eines überirdischen Kräftemessens gewesen sein. Vom Rosenstein aus wollte der Teufel Christus alle Reichtümer der Welt zu Füßen legen, wenn dieser vor ihm kniete und ihn anbetete. Jesus aber entgegnete: »Hebe Dich hinweg von mir, Satan« und stieß ihn in eine tiefe Schlucht beim Nägelsberg, die wir seitdem als Teufelsklinge kennen. Wer genau hinhört, kann mitunter ein Rumoren hören, wenn der Teufel in seinem unterirdischen Gefängnis tobt und das Wasser zum Überlaufen bringt. Weiter oben soll Jesus zwei Fußabdrücke auf dem Rosenstein und Scheuelberg hinterlassen haben. Das Wasser, das sich in den Tritten sammelte, soll Augen- und Beinleiden gelindert haben. Wo sich diese befinden, ist jedoch nicht mehr auszumachen.
3 Beutental-Rundweg
Lockere Tour beim Wäscherschloss
Das Wäscherschloss steht geschichtlich im Schatten der nahen Hohenstaufen. Doch hat es das Mittelalter gut überstanden, sodass es heute zu den am besten erhaltenen staufischen Burgen zählt. Unterhalb der Festung beginnt der Beutental-Rundweg. Er führt uns auf einfachen Wegen durch die Landschaft zwischen der Fils und der Rems.

Tourencharakter
Der Abstieg durch den Wald bis an den Beutenbach erfordert etwas Trittsicherheit. Ansonsten technisch sehr leichte Runde auf breiten Wegen und wenig befahrenen Straßen.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Wanderparkplatz Wäscherschloss, 420 m
Höchster Punkt
Oberkirneck, 450 m
Anfahrt
GPS 48.7673, 9.7079
Pkw: Die Anfahrt erfolgt über die B 297 Göppingen–Lorch, bei Wäschenbeuren auf die Bruckstraße abbiegen, außerhalb vom Ort links zum Wäscherhof abbiegen, der Straße bis zum Wanderparkplatz folgen.
Bus & Bahn: Ab dem Bahnhof Schwäbisch-Gmünd und ZOB Göppingen fährt die Buslinie 8 zur Haltestelle Oberkirneck Ortsmitte Kornstraße, Lorch.
Einkehr
Waldcafé Beutental, Di–So ab 12 Uhr geöffnet
Beste Jahreszeit
Ganzjahrestour
Informationen
Stadt Lorch, Tel. 07172/180 10, www.stadt-lorch.de

Wäscherschloss Der
Wanderparkplatz Wäscherschloss trennt uns nur einen Steinwurf vom
Wäscherschloss. Um die zwischen 1220 und 1250 errichtete Burg rankt sich die Sage von der Schönen Wäscherin, in die sich einst Friedrich Barbarossa verliebt haben soll. Auch wenn es als unwahrscheinlich gilt, dass eine Burg fern des Wassers den Staufern als Wäscherei gedient haben soll, zeigt das Wappen von Wäschenbeuren bis heute eine Wäscherin mit Zuber und Waschbrett. Ein zweite Legende handelt von einem Gefangenen, der auf Bitte des Wärters nach seinem Tod zurückkehrte, um ihm mitzuteilen, wie es im Jenseits aussehe. Hier bleibt offen, wo sich im Wäscherschloss der Kerker befunden haben soll.
Das Wäscherschloss wird von einer massiven Umfassungsmauer geschützt.
Kapelle und Bildstock Auch wenn wir beide Rätsel nicht entschlüsseln können, stimmen sie uns doch schön auf den Rundweg ein. Für diesen passieren wir das Schloss auf seiner Nordseite, um bei der
Kapelle Wäscherhof rechts abzubiegen. Der Weg führt uns damit an einem Dinkelfeld vorbei, über das wir hinweg zum 28,5 Meter hohen Wasserturm der Gemeinde Wäschenbeuren blicken. Wir folgen dem Themenweg sowie hier auch dem HW 7 des Albvereins um ein Waldstück bis nahe Lindenbronn. Dort biegen wir links ab, sodass wir 650 Meter weiter zu einem
Bildstock kommen.
Oberkirneck und Beutental Rechts ab geht es auf der Wäscherhofstraße über den Golfplatz Hetzenhof bis in den Weiler
Oberkirneck, wo wir auf den Remstalweg treffen und erneut rechts in die Kornstraße abbiegen. Nach rund 900 Metern trennen sich die Wege schon wieder: Während der im Mai 2019 eröffnete Fernwanderweg links abbiegt, gehen wir geradeaus weiter in den Wald hinein. Damit verlassen wir die leicht gängigen Wege und Straßen, um nun der Beschilderung über teils ausgewaschene Pfade hinunter ins Beutental zu folgen. Sowie wir den Bach überquert haben, erreichen wir die Talstraße, der wir rechts über den
Abzweig Beutenhof an den Gebäuden des Hofs vorbei zur
Beutenmühle folgen. Von dort geht es weiter bergan auf der Beutentalstraße zum
Waldcafé Beutental und, 300 Meter weiter, ein letztes Mal rechts steil bergan zum
Wanderparkplatz Wäscherschloss.
4 Hohenstaufen
Zentrum einer Kaiserdynastie
Eine Stele, einige Schautafeln und wenige erhaltene Festungsmauern zeugen vom einstigen Machtzentrum der Staufer. Dem Adelsgeschlecht entsprangen vom 11. bis 13. Jahrhundert schwäbische Herzöge, römischdeutsche Könige und selbst Kaiser. Heute ist die Hohenstaufen ein beliebtes Ausflugsziel.

Tourencharakter
Die Staufer-Runde nutzt ein ganzes Sammelsurium an unterschiedlichen Wegen und Pfaden, die jedoch im Aufstieg zur Hohenstaufen Trittsicherheit sowie Kondition am Berg erfordern.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Wanderparkplatz Wäscherschloss, 420 m
Höchster Punkt
Burgruine Hohenstaufen, 684 m
Anfahrt
GPS 48.7673, 9.7079
Auto: Die Anfahrt erfolgt über die B 297 Göppingen–Lorch, bei Wäschenbeuren auf die Bruckstraße abbiegen, außerhalb vom Ort links zum Wäscherhof abbiegen und der Straße bis zum Wanderparkplatz folgen.
Bus & Bahn: Ab Schwäbisch-Gmünd und Göppingen bestehen Busverbindungen zur Haltestelle Maitis Stauferweg. Der Einstieg in die Runde erfolgt dann in Maitis.
Einkehr
Berggaststätte Himmel und Erde; Do–Sa ab 12, So ab 10 Uhr, in den Ferien zusätzlich Di und Mi ab 12 Uhr, www.berg-hohenstaufen.de
Beste Jahreszeit
Ganzjahrestour
Informationen
i-Punkt Göppingen, Tel. 07161/ 65 02 92, www.goeppingen.de

Auf dem Löwenpfad Wie der Beutental-Rundweg (Tour Nr. 3) startet auch die Staufer-Runde beim
Wanderparkplatz Wäscherschloss. Diesmal aber folgen wir dem HW 7 nach Süden in den Wald. Nachdem wir den Manzentalweg und die Beutentalstraße gekreuzt haben, überqueren wir den
Beutenbach und folgen der Beschilderung zur
Kirche in Maitis. Dort biegen wir rechts in die Gmünder Straße ein, eh sich die Wege 200 Meter weiter trennen: während der HW 7 auf den Stauferweg wechselt, biegen wir mit dem Löwenpfad erst rechts, 150 Meter weiter links zur Ruine Hohenstaufen ab. Damit gelangen wir durch eine Wiese hoch in das bewaldete Tobelbachtal.
Aufstieg zur Hohenstaufen Nachdem der Weg eine Schlaufe beschreibt, geht es nochmals auf eine Wiese mit Sicht nach Wäschenbeuren, dann scharf links weiter auf wechselnden Wegen immer Richtung Hohenstaufen. Wo wir den Waldrand des Burgbergs erreichen, wechseln wir links auf den mit rotem Kreuz markierten Pfad, orientieren uns danach links und kommen zu einem Wegweiser, der unter einem imposanten Schilderwald ächzt. Bei unserer Zählung waren sich sechs der Schilder einig: Der Pfad zu unserer Rechten führt steil hinauf zur
Burgruine Hohenstaufen. Für das Studium der Schautafeln und für den Rundgang über das Burggelände sollten wir reichlich Zeit einplanen.
Barbarossakirche und Spielburg Nach dem Burgbesuch verlassen wir den Berg über seine Südseite, sodass wir als Nächstes zur
Barbarossakirche im Ort Hohenstaufen kommen. Nachdem wir auch den Geschichtsraum der Hohenstaufen passiert haben, biegen wir rechts in die Beurengasse ein. Auf dieser verlassen wir den mit den Staufern eng verbundenen Ort; der Löwenpfad zweigt links zur
Spielburg ab. Die Passage über das früher als Steinbruch genutzte Gelände erfordert Trittsicherheit. Da es vom Ende des Pfads rechts zurück zum Fahrweg geht, kann man die Spielburg aber auch auslassen. Sobald wir wieder an den Wald kommen, biegen wir rechts ab, und es folgt ein weiterer Abschnitt, bei dem der Löwenpfad einige Male den Weg wechselt. Da diese aber sehr gut gekennzeichnet sind, sollten wir dennoch sicher zum
Wanderparkplatz finden. Ab dort erfolgt der weitere Rückweg an einem
Christuskreuz (dort rechts) vorbei an den Ortsrand von Wäschenbeuren sowie über die Wäscherhofstraße hinweg zum
Wäscherschloss und unserem
Ausgangspunkt.

Blick über die Terrasse und Mauerreste der Hohenstaufen
5 Hohenrechberg
Aufstieg über den Rittersteig
Die Hohenrechberg zählt zu den wenigen Burgen in Baden-Württemberg, die von Kriegswirren verschont blieben. Auf dem auch als Hausberg von Gmünd bekannten Berg war der Stammsitz der Grafen von Rechberg, welche einst im Dienst der Staufer standen.

Tourencharakter
Der Aufstieg zur Kirche sowie die Passage nördlich der Hohenrechberg erfolgt auf naturbelassenen Pfaden, die etwas Trittsicherheit erfordern, aber gut zu machen sind.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Turnhalle in Rechberg, 585 m
Höchster Punkt
Rechberg, 707 m
Anfahrt
GPS 48.7538, 9.7894
Pkw: Ab Schwäbisch-Gmünd über die L 1075 nach Straßdorf, dort auf die L 1159 Richtung Donzdorf wechseln und der Straße nach Rechberg folgen. Im Ort zur Turnhalle in die Hohenstaufenstraße abbiegen.
Bus & Bahn: Ab dem Bahnhof Schwäbisch-Gmünd fährt die Buslinie 4 zur Haltestelle Rechberg, Schule.
Einkehr
Haus Rechberg, Burgschänke Hohenrechberg
Beste Jahreszeit
April bis Oktober
Informationen
i-Punkt, Tel. 07171/60 34 250, www.schwaebisch-gmuend.de

Auf dem Rittersteig Im Umfeld der
Turnhalle von Rechberg finden wir mehrere Parkplätze, worunter einer auch als »Wanderparkplatz am Wochenende« bekannt ist. Ab dort erfolgen die ersten Schritte in der Hohenstaufenstraße Richtung Ortsmitte, eh wir links in die Graf-Ulrich-Straße abbiegen, um nur einen Katzensprung weiter rechts auf einen Pfad zu wechseln. Wir befinden uns nun auf dem Rittersteig, der uns oberhalb der Häuser zu einem
Bildstock führt. Dort biegen wir links ab und gelangen durch einen lichten Wald hindurch zur
Panoramarast, wo eine geschickt nach Osten ausgerichtete Bank samt Tisch zum Verweilen einlädt.
Wallfahrt auf den Rechberg Ab dort erfolgt der weitere Aufstieg in nordwestlicher Richtung an der Gaststätte Haus Rechberg vorbei zur
Wallfahrtskirche Sankt Maria. Das 1686 oben auf der Kuppe des Rechbergs erbaute Gotteshaus war früher die Wallfahrtsstätte der Grafen von Rechberg und ist auch gegenwärtig Ziel von Wallfahrten geblieben. Wer nur ein wenig spazieren gehen möchte, gelangt links über den Kreuzweg direkt zur Hohenrechberg. Ansonsten passieren wir die Kirche auf ihrer linken Seite, wo uns bei der
Panoramatafel eine weitere Aussicht über das Albvorland erwartet.
Über die Nordseite zur Hohenrechberg Anschließend geht es auf dem Weg rechts von uns in den Wald, wo wir bei der T-Kreuzung links in Richtung Waldstätten abbiegen. Damit führt uns der mit einer liegenden Acht gekennzeichnete Rittersteig auf naturbelassenen Pfaden über eine Kehre bis zum tiefsten Punkt nördlich der Kirche, dann scharf links wieder ansteigend ans Waldeck. Dort öffnet sich die Sicht nach Nordwesten, und wir wechseln links auf den anfangs noch steil ansteigenden Pfad hoch zur
Burgruine Hohenrechberg. Der an der Bogenbrücke und der Terrasse der Burgschänke anschließende Vorhof ist über eine Zugbrücke mit der Kernburg verbunden. Für den Besuch der Ruine Hohenrechberg ist eine geringe Gebühr für den Erhalt der Festung zu leisten. Der spätere Rückweg erfolgt über die Zufahrtsstraße, an deren Ende wir die Graf-Ulrich-Straße kreuzen, ehe wir dem Fußweg weiter bergab zur Hohenstaufenstraße und den Parkplätzen bei der
Turnhalle folgen.
Der Zugang zur Hohenrechberg erfolgt über eine Brücke in den vorderen Hof mit der Burgschänke.
Burgruine Hohenrechberg
Die Hohenrechberg wird auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert. Sechs Jahrhunderte lang blieb die Festung von Streitigkeiten und Kriegen weitestgehend verschont. Stattdessen schlug am 6. Januar 1865 ein Blitz in die Kernburg ein, die daraufhin völlig ausbrannte.
6 Messelberg
Pfade zwischen Rötelstein und Messel
Die Wanderung am Messelberg besticht mit sagenhaften Ausblicken über die Täler und Dächer von Donzdorf. Bei klarer Sicht ist in der Ferne der nördliche Schwarzwald zu erkennen. Unsere Runde verläuft über Pfade, an deren Rändern Versteinerungen von Ammoniten zu finden sind.

Tourencharakter
Die Wanderung verläuft überwiegend auf naturbelassenen Wegen durch nur wenig bewirtschaftete Wälder am Albtrauf. Zwischen dem Seitzenbach und Wanderparkplatz Schillerhöhe nutzen wir breite Wege, zum Teil entlang der Straße.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Parkplatz Messelberg, 680 m
Höchster Punkt
Messelstein, 748 m
Anfahrt
GPS 48.6811, 9.8403
Pkw: Von der B 10 Göppingen–Geislingen an der Steige bei Sü-ßen-Ost abfahren und der Beschilderung nach Donzdorf folgen. Dort von der Hauptstraße auf die Messelbergstraße abbiegen und der Straße bis zum Parkplatz folgen.
Bus & Bahn: –––
Einkehr
Auf der Strecke keine, Die Fliegerhütte beim Flugfeld, Do-Fr ab 15 Uhr, Sa ab 13 Uhr und So ab 10 Uhr, www.fliegergruppe-donzdorf.de/fliegerhuette
Beste Jahreszeit
April bis Oktober
Informationen
Stadtverwaltung Donzdorf, Tel. 07162/92 20, www.donzdorf.de

Drachenflieger und Rötelstein Der
Parkplatz Messelberg ist einer der größten Wanderparkplätze, die wir für die mystischen Pfade nutzen. Die als Löwenpfad eingerichtete Messelberg-Tour und der Schwäbische Alb-Nordrand-Weg sind jedoch nur zwei der Gründe, warum es hier an den Wochenenden wie im Taubenschlag zugeht. Die anderen beiden Gründe sind der Flugplatz der Fliegergruppe Donzdorf und die Drachenflug-Rampe. Um zu Letzterer zu gelangen, verlassen wir den Parkplatz auf seiner westlichen Seite und folgen dem Zuweg zur Messelberg-Tour. Wir wandern im Uhrzeigersinn, orientieren uns also links und kommen auf dem HW 1 bald zur Startrampe für Drachen- und Gleitschirmflieger. Wenige Meter weiter passieren wir die stark eingewachsene
Michaelskapelle, halten uns bei der Weggabelung rechts und erreichen dann auch schon den
Rötelstein. Auf dem von Bäumen umschlossenen Felsen öffnet sich die Sicht über Donzdorf in das Filstal sowie zum Asperg. Rechts gut zu erkennen ist außerdem die Burgruine Hohenstaufen.

Beim Messelstein öffnet sich die Sicht über Donzdorf und die Lauter zum Filstal.

Ausblick vom Messel-stein zu den Kaiserbergen
Abstieg zum Seitzenbach Nach diesen ersten schönen Eindrücken folgen wir dem Pfad bis zu seiner Einmündung in eine Straße, die uns rechts zum
Grillplatz Oberweckerstell führt. Dort trennen sich die Wege: Während der HW 1 als Nächstes Kurs auf Immenreute und Kuchalb nimmt, biegen wir rechts ab. Sowie wir den Grillplatz passiert haben, verjüngt sich der erst noch breite Weg zu einem Waldpfad. Bei der nächsten Gabelung halten wir uns links und folgen den Zeichen des Löwenpfads an den unteren Waldrand, von wo wir auf dem Schinderwasenweg zur tiefsten Stelle der Runde am
Seitzenbach gelangen. Noch vor der Brücke biegen wir rechts ab, sodass wir an einer Scheune vorbei wieder bergan laufen, ehe wir dem Wanderweg und der Zufahrt links am
Schützenhaus vorbei zur Kreisstraße folgen.
Kurzer Wechsel auf die Kohlöffelrunde Nachdem wir die Kreisstraße umsichtig überquert haben und rechts wenige Meter gelaufen sind, müssen wir uns entscheiden: Wer stur am Löwenpfad festhält, muss die Straße nochmals überqueren. In diesem Fall geht es zunächst auf der Kupfersteige 250 Meter steil bergauf, dann scharf links bei fortan geringem Höhenunterschied durch den Wald erneut an die Kreisstraße, die wir ein drittes Mal kreuzen müssten. Da es auf diesem Abschnitt nicht sonderlich viel zu sehen gibt, empfehlen wir, stattdessen auf dem Fußweg zu bleiben und auf der Kohlöffelrunde direkt zum
Wanderparkplatz Schillerhöhe zu laufen. Für die gesparte Zeit können wir uns gerne damit befassen, warum der Kohlöffel bei der Donzdorfer Fasnet nicht fehlen darf.
Aufstieg zum Messelstein Beim Wanderparkplatz Schillerhöhe wechseln wir zurück auf die Messelberg-Tour. Damit folgen wir dem breiten Waldweg zunächst 200 Meter nach Norden, um dann rechts auf den Treppenweg abzubiegen. Nachdem wir die Kreisstraße tangiert und einen anderen Weg gekreuzt haben, wird die Steigung durch mehrere Kehren entschärft. Schließlich haben wir beim Wegweiser »Unterer Messelberg« erneut die Wahl: Geradeaus ginge es über weitere Kehren mit der Kohlöffelrunde auf den Albtrauf. Um den Messelstein mitzunehmen, biegen wir indes links ab. Die Messelberg-Tour führt uns somit in einem weiten Rechtsbogen am Fuß des Messelsteins vorbei. Wo wir auf den HW 1 treffen, biegen wir zweimal rechts ab und wandern auf dem Albsteig zum
Messelstein. Nachdem wir das herrliche Panorama über das Lautertal und das Filstal bis zu den Drei Kaiserbergen bis hin zum Kalten Feld genossen haben, passieren wir das Kreuz der Kolpingsfamilie von Donzdorf. Etwas weiter trifft die Kohlöffelrunde wieder auf unseren Weg, dem wir auf dem letzten kurzen Abschnitt am Rand der Hochfläche zurück zum
Wanderparkplatz Messelberg folgen.

Kreuz der Kolpingsfamilie Donzdorf,

alter Wegweiser mit noch jungen Themenwegen
So sieht ein schickes Insektenhotel aus.
Die Sage vom Kohlöffel
Als Donzdorf noch ein kleines Dorf war, gerade groß genug, um sich einen Gemeinderat samt Schultheißen zu leisten, diente das Rathaus auch als Unterkunft für all jene, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren. Die Gefangenen gebührend zu versorgen, zählte zu den Aufgaben des Amtsknechtes. Doch einer unter ihnen war nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Er reichte den Gefangenen zu wenig oder verdorbenes Essen und steckte den größten Batzen des Geldes, das ihm die Gemeinde zur Verpflegung der Gefangenen anvertraut hatte, lieber in die eigene Tasche. Die Strafe folgte nach seinem Ableben. Weil sein unsteter Geist keine Ruhe fand, musste er Nacht für Nacht mit einem Kohlöffel (Kochlöffel) in seiner Hand ums Rathaus herumschleichen. Weil er dabei stets an dem mit einem Löwenwappen verzierten Löffel leckte, nannten ihn die Donzdorfer Schlecklöffel. Später führte dies in den umliegenden Dörfern dazu, dass die Donzdorfer von ihnen als Kohlöffel verspottet wurden.
Eine zweite Legende stammt aus der Zeit, als die Donzdorfer Leibeigene der Grafen von Rechberg und Rothenlöwen waren. Zu jener Zeit war es den Töchtern bessergestellter Familien erlaubt, in der Schlossküche das Kochen zu erlernen. Um sie vom niederen Gesinde unterscheiden zu können, bekamen sie einen Kohlöffel. Heute ist der Kohlöffel Teil des Häs der Donzdorfer Fleckle (Häs = Narrengewand; Donzdorfer Fleckle = die Donzdorfer Narrenzunft, Fleckle = Narrengewand aus Stoffflecken).

7 Felsenrunde bei Bad Überkingen
Geologisches Fenster Hausener Wand
Die Hausener Wand erhebt sich gegenüber dem Talgrund um rund 250 Meter. Ihre Entstehung wird auf einen Erdrutsch – vermutlich zum Ende der letzten Eiszeit – zurückgeführt. Weil dieser die Schichtenfolge von Kalksteinen und Mergel offenlegt, ist die Felswand auch als geologisches Fenster bekannt.

Tourencharakter
Für die Runde sind Trittsicherheit und Kondition am Berg erforderlich. Bei Nässe besteht im Bereich der Hausener Wand erhöhtes Ausrutschrisiko. Mit der einfachen Variante lässt sich die Tour deutlich entschärfen.
Ausgangspunkt/Endpunkt
Wanderparkplatz Oberböhringen, 720 m
Höchster Punkt
Sendemast, ca. 750 m
Anfahrt
GPS 48.6163, 9.7828
Pkw: Die Anfahrt erfolgt über die B 10 Göppingen–Geislingen (Steige). In Geislingen auf die Oberböhringer Straße abbiegen und der Straße zum Wanderparkplatz am Ortsrand folgen.
Bus & Bahn: Ab VOB Geislingen mit dem Rubus 541 nach Oberböh-ringen, Anmeldung eine Stunde vor Abfahrt unter Tel. 07331/644 44
Einkehr
Restaurant19 beim Golfplatz, Gasthaus Hirsch, auf der Strecke sonst keine
Beste Jahreszeit
April bis Ende Oktober
Informationen
i-punkt Geislingen, Tel. 07331/ 242 79, www.geislingen.de

Einstieg in Oberböhringen Die Felsenrunde gehört zu den Löwenpfaden im Landkreis Göppingen, was bedeutet: Wir können uns auf eine verlässliche Beschilderung freuen. Allerdings befindet sich beim offiziellen Startpunkt weder ein Parkplatz noch eine Haltestelle, weshalb ein Zuweg vom Thermalbad in Bad Überkingen eingerichtet wurde. Um dies zu umgehen – und den Aufstieg gleich zu Beginn zu sparen – empfehlen wir, in Oberböhringen in die Runde einzusteigen. Der Startpunkt befindet sich damit entweder beim
Wanderparkplatz am östlichen Ortsrand oder aber bei der Rufbus-Haltestelle nahe der zentralen Kreuzung in
Oberböhringen.
Kaiserlicher Ausblick beim Ramsfelsen Je nachdem, von welcher Seite wir kommen, biegen wir links oder rechts in die Von-Kraft-Straße ab, verlassen den Ort und halten uns beim Golfplatz links. Vorbei am Clubhaus mit dem Restaurant erreichen wir bald den Waldrand, wo wir uns rechts orientieren und dem Wandweg zwischen dem Golfplatz und dem Hangwald am Sandlagerplatz vorbei zum
Ramsfelsen folgen. Dort öffnet sich die Sicht über das Filstal und Kuchen zur Albhochfläche mit dem Hohenstein an der Westkante sowie über Gingen und Donzdorf hinweg zum Rechberg und, ein gutes Stück weiter links, Hohenstaufen.

Im Bereich der Hausener Wand können wir uns über eine Vielzahl herrlicher Ausblicke freuen.
Einfach obendrauf gesetzt: der Ausblick beim Dreimännersitz.
Für Absteiger und Abkürzer Vom nördlichsten Punkt der Runde folgen wir dem Löwenpfad in nun südlicher Richtung erst durch den Wald, dann um den Golfplatz herum bis nahe der Kreisstraße. Dort haben wir die Wahl: Wer die Tour entschärfen möchte, kann einfach die Straße kreuzen und der Markierung »Rote Raute« geradeaus direkt zum Jungfraufels folgen. Alle anderen biegen noch vor der Straße links ab und folgen dem Löwenpfad hinunter zum 800 Meter entfernten
Dreimännersitz und der Rasthütte mit aufgesetztem Ausguck. Während wir den Blick über den städtisch geprägten Talgrund zum Ostlandkreuz und der Burgruine Helfenstein schweifen lassen, hilft ein Panoramabild, den Anwandfels, den Bismarckfels und weitere markante Punkte zielsicher zu bestimmen. Weiter geht es durch den Wald sowie über eine Kehre hinunter zu den
Heiligenäcker, wo wir mit der gleichnamigen Bushaltestelle eine weitere Einstiegsmöglichkeit finden.
Zwischen den Dingen Sowie wir die Kreisstraße umsichtig überquert haben, biegen wir gut 100 Meter weiter beim Wegweiser Abzweig Geislingen-West rechts ab. Der nächste Abschnitt führt uns damit durch den mit Gärten und (Obst-)Wiesen, Hecken und Baumreihen reich gegliederten Streifen zwischen der Hochfläche und Geislingen. Wo der Weg nach rund 1300 Metern endet, halten wir uns rechts, sodass wir wieder ein Stück weit nach oben in den Wald hineingehen. Nach weiteren 700 Metern kommen wir zu einer T-Kreuzung. Geradeaus wäre es möglich abzukürzen. Um auf der Felsentour zu bleiben, müssen wir indes links abbiegen, womit wir – nun wieder bergab – als Nächstes Kurs auf den
Schillertempel nehmen. Der kleine Tempel stand ursprünglich in Stuttgart, wurde aber 100 Jahre nach dem Tod Schillers durch Überkinger Zimmerleute abgebaut und auf der Anhöhe nordöstlich von Bad Überkingen wieder zusammengesetzt.

Blick entlang der als »geologisches Fenster« bekannten Hausener Wand
Zerklüftete Felsenlandschaft nahe der Hausener Wand.

Der Schillertempel wurde aus der Landeshauptstadt hierher verfrachtet.
Entlang der Hausener Wand Von dem idyllisch gelegenen Kleinod führt uns der Löwenpfad rechts zurück in den Wald, dann in südlicher Richtung am Ende der zuvor genannten Abkürzung vorbei ans untere Ende des
Serpentinenpfads. Links ginge es auf dem Zuweg zum Thermalbad, rechts folgen wir der Beschilderung über einige Kehren zum
Jungfraufels. Bei dem legendären Felsen werden wir gerne innehalten und den Blick einige Male über das tief unter uns liegende Filstal zu den umliegenden Höhen sowie auch zu den offenen Felsen rechts von uns schweifen lassen. Sowie wir uns von der Kulisse losreißen können, folgen wir dem Wanderweg oberhalb der
Hausener Wand an mehreren weiteren Aussichtskanzeln vorbei zum
Hausener Felsen.
Für Geißen und Landschaftsgenießer Für trittsichere Wanderer ist der Felsen zugänglich. Ansonsten kann man sich den Hausener Felsen auch vom Rastplatz aus sicherer Entfernung anschauen. Ein kurzes Stück weiter führen dann zwei Trampelpfade zu einer weiteren, stark zerklüfteten Felsformation. Die nach unten führenden Pfade sind den Kletterfreunden vorbehalten, die oberen Bereiche der Felsen aber auch von geübten und trittsicheren Wanderern erreichbar. Der letzte Abschnitt der Runde führt uns anschließend an das nordwestliche Eck der Hochfläche, von wo wir der Beschilderung auf wechselnden Wegen am
Sendemast vorbei zurück nach
Oberböhringen folgen.
Jungfraufels
Der Name der Felsformation ist einer Sage entsprungen. Diese handelt von einer wunderschönen Jungfrau, die von einem Jäger verfolgt wurde. Erschöpft und außerstande, ihre Flucht fortzusetzen, erreichte sie einen Felsen, bei dem das Gelände fast rundherum steil abfiel. In ihrer Verzweiflung wollte sie lieber sterben als ihrem Verfolger in die Hände zu fallen. Mit letzter Kraft sprang sie über die Kante und verschwand in der Tiefe. In der Überzeugung, dass sie den Sprung nicht überlebt haben konnte, zog der Jäger von dannen. Doch die Jungfrau hatte überlebt, wobei es heißt, ein Alblöwe habe sie unterhalb des Felsens aufgefangen und vor jedwedem Unheil bewahrt.
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