Kitabı oku: «Wochenend und Wanderschuh – Kleine Wander-Auszeiten im Schwarzwald»
KLEINE WANDER-AUSZEITEN IM
-SCHWARZWALD-

LARS & ANNETTE FREUDENTHAL
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

INHALT
EINLEITUNG
Berg- & Kulturlandschaft
Tradition und Genuss im Schwarzwald
1Auszeit bei den Adlern
Hinterzarten
2Rummel zwischen Hochfirst und Seebach
Titisee-Neustadt
3Ein Hochtal zum Verlieben
Bernau
4Im Tal der Geißen
Menzenschwand
5Vergnügen rund ums Wasser
Schluchsee
6Kuckucksuhren und Wasserfälle
Triberg
7Mehr als nur Hahn und Henne
Zell am Harmersbach
8Bergbau und Aussichten
Haslach im Kinzigtal
9In der Heimat des Bollenhuts
Gutach/Schwarzwaldbahn
10Stadt der Flößer und Gerber
Schiltach
11Wandersymphonie im oberen Renchtal
Bad Peterstal-Griesbach
12Das Mekka der Gourmets
Baiersbronn
13Felsen über dem Mühlendorf
Ottenhöfen
14Wanderglück beim Alde Gott
Sasbachwalden
15Finale in der Sommerhauptstadt Europas
Baden-Baden
Orts- und Sachregister
Impressum

Auf dem Bahnerlebnisweg von Triberg
DIE ZIELE IM ÜBERBLICK
Hinterzarten
Titisee-Neustadt
Bernau
Menzenschwand
Schluchsee
Triberg
Zell am Harmersbach
Haslach im Kinzigtal
Gutach/Schwarzwaldbahn
Schiltach
Bad Peterstal-Griesbach
Baiersbronn
Ottenhöfen
Sasbachwalden
Baden-Baden
ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN
| Wandertour mit Gehrichtung |
| Tourenvariante |
| Ausgangs-/ Endpunkt der Tour |
| Wegpunkt |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Klettersteig/Steig mit Sicherungen |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste mit Nordpfeil |
BERG- & KULTURLANDSCHAFT
Tradition und Genuss im Schwarzwald

Zugang auf den Karlsruher Grat

Blick über den Mathisleweiher

Schnapsbrunnen bei Sasbachwalden
»Schatzhauser im grünen Tannenwald, bist schon viel hundert Jahre alt, Dir gehört all Land, wo Tannen stehn, lässt Dich nur Sonntagskindern sehn.« Wilhelm Hauffs Erzählung »Das Kalte Herz« spiegelt die Vorstellung der Menschen vom Leben und Arbeiten im Schwarzwald wider.
Wer in den Hochlagen des Schwarzwalds unterwegs ist, sieht sich vielerorts einer scheinbar unberührten Natur gegenüber. Baumfreie Gipfel im Süden, offene Grinden im Norden und tief im Wald verborgene Seen bestärken dieses Bild. Tatsächlich gibt es im Schwarzwald kaum einen Flecken Erde, der nicht von Menschenhand beeinflusst wurde. Das erklärt, warum es heute großer Anstrengungen bedarf, diese einzigartige Kulturlandschaft zu erhalten. So sorgen etwa Rinder, Schafe und Geißen dafür, dass schwer zugängliche Berghänge offen und landschaftlich attraktiv bleiben. An anderen Stellen gewährleisten Dämme und oft nur wenige Meter breite Wehre, einen ehemaligen Gletschersee zu erhalten. Erfolgte dies früher aus rein wirtschaftlichen Aspekten, geschieht dies heute zunehmend im Einklang mit dem Naturschutz. So finden am Mathisleweiher, dem Sankenbachsee und sogar am oberen, westlichen Ende des Schluchsees viele seltene Arten einen für sie geeigneten Lebensraum.
Als Wanderer profitieren wir von einem engen Nebeneinander ganz unterschiedlicher Landschaftselemente. Umfängt uns in dem einen Moment noch dichter Wald, so kann nur wenige Schritte weiter eine Felskanzel die Sicht über ein idyllisches Tal freigeben. Insbesondere im Hochschwarzwald und an den Rändern im Süden und Westen zeichnen sich dann die Alpen, der Jura und die Vogesen am Horizont ab. Zusammen mit den kleinen Dingen am Wegrand wird so jeder der in diesem Wander- und Freizeitführer beschriebenen Ferienorte ein Erlebnis, das wir gern mit in unseren Alltag nehmen.
WANDERN IM TREND
Seit Gründung der Naturparks Südschwarzwald und Schwarzwald Mitte/ Nord erfährt die landschaftsbezogene Erholung einen bis heute andauernden Boom. Mit dem Nationalpark Schwarzwald hat sich dieser Trend nochmals verstärkt. So melden einige Gemeinden regelmäßig neue Höchststände bei den Übernachtungszahlen. Insbesondere bei den touristischen Hotspots wie dem Titisee, in Baiersbronn oder auch in Sasbachwalden lohnt es sich daher, schon am frühen Vormittag auf den Beinen zu sein. Sobald wir uns abseits der allbekannten oder altbewährten Ziele bewegen – der Schwarzwald bietet seinen Gästen ein Wegenetz mit mehr als 24 000 Kilometern offiziell ausgewiesener Wanderwege –, erwarten uns aber selbst an den schönsten Wochenenden reichlich ruhige Plätze zum Entspannen und Genießen.
Apropos, einige der in diesem Buch beschriebenen Touren tragen das Prädikat »Genießerpfad«. Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen die Wege hohen Anforderungen genügen. Da die Zertifizierung alle drei Jahre erneuert wird, sind wir als Wanderer auf der sicheren Seite. So wird hier die Beschilderung stets auf ihre Vollständigkeit hin überprüft, und die Wege und Pfade werden mitsamt ihren Einrichtungen in Schuss gehalten. Dazu zählen auch eigens für die Genießerpfade angelegte Rastplätze, die beliebten Himmelsliegen und auch neue oder wiederbelebte Aussichtspunkte und Felskanzeln.
Daneben geben an vielen Orten Infotafeln Einblicke in die Historie und Entwicklung der jeweiligen Umgebung oder behandeln ganz allgemeine Merkmale des Schwarzwalds. Zusammen mit den Panoramatafeln wird die Landschaft greifbar, wir finden uns zusehends besser zurecht und bemerken auch die vielen kleinen Sehenswürdigkeiten direkt am Wegrand. Bei der Bewegung in der Natur und auf den Hochlagen gewinnen wir Abstand zum Alltag, bekommen den Kopf frei und schöpfen neue Kraft für die kommenden Herausforderungen. Und eines fällt uns selbst immer wieder auf: Wer wandert, begegnet netten Menschen!
GUT GERÜSTET BESSER ANS ZIEL
Als Mittelgebirge wird der Schwarzwald gern unterschätzt. Doch auch hier gilt: Feste Wander- oder Trekkingschuhe sind ein Muss für sicheres Wandern. Halbschuhe, Turnschuhe oder ähnliche Treter bieten zu wenig Halt, wirken sich negativ auf die Fußgesundheit aus und sind oft Auslöser von vermeidbaren Unfällen. Wanderstöcke hingegen begünstigen eine aufrechte Körperhaltung und schonen die Gelenke. Ebenfalls von Vorteil ist bequeme Wanderkleidung aus Funktionsmaterial, das schnell trocknet und sich leicht trägt. Auf Abstand sollte man hingegen beim Rucksack gehen – und zwar auf Abstand zum Rücken. Dies ermöglichen spezielle Bauweisen, die das Gewicht optimal verteilen und eine bessere Luftzirkulation erlauben. Dadurch bleiben Wanderhemden auch an warmen Sommertagen länger trocken, und das Gefühl auf der Haut ist deutlich besser.

Winterliche Stimmung beim Haus Erlenbruck bei Hinterzarten
VERANTWORTUNG UND SELBSTEINSCHÄTZUNG
Alle in diesem Wanderführer beschriebenen Touren orientieren sich am Wegekonzept des Schwarzwaldvereins, und die Wegweiser und Markierungen mit verschiedenen Rauten führen uns sicher von A nach B und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Umgekehrt sind aufgelassene Wege oder nur schlecht begehbare Trampelpfade ohne besondere Hinweise ein sicheres Indiz dafür, dass man einen Abzweig verpasst hat. Wenn sich der nächste gut begehbare Weg nicht zufällig in Sichtweite befindet oder klar ist, wie man wieder auf den rechten Weg findet, ist es oft besser, auf sein Bauchgefühl zu hören und zur letzten Wegkreuzung zurückzukehren. Da in diesem Buch bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich Rundwanderungen beschrieben sind, ist es für die Orientierung ebenfalls hilfreich, sich zu Beginn der Tour zu merken, ob man im oder gegen den Uhrzeigersinn wandert.
Ein Ziel dieses Buchs ist es, dass man am Ende jeder Tour zufrieden auf die vergangenen Stunden zurückblicken kann. Dies gelingt am besten, wenn man sich – und seine Mitstreiter – richtig einschätzt. Die längeren Touren, wie z. B. auf den Farrenkopf, die Hahn-und-Henne-Tour bei Zell am Harmersbach oder die Streckenwanderung von Wolfach nach Schiltach, sollten erst in Angriff genommen werden, wenn neben einer gewissen Grundkondition auch Erfahrung im Gelände vorhanden ist.

Der Karlsruher Grat stellt hohe Anforderungen an Wanderer.
Hierzu zählt ebenfalls, das Wetter richtig einschätzen zu können. Gerade an heißen Sommertagen bilden sich über den Hochlagen des Schwarzwalds gern Gewitterwolken, die oft schon nachmittags mit Platzregen und Hagel sowie Blitz und Donner niedergehen. Ein Regenschutz sollte deshalb immer mit im Rucksack sein. Ebenfalls hilfreich ist es, die Entwicklung von Regenwolken im Internet, etwa auf www.meteoblue.com oder www.niederschlagsradar.de, zu beobachten. Im Zweifelsfall sollte man sich auch nicht davor scheuen, eine Tour abzubrechen bzw. erst nach dem Unwetter wieder fortzusetzen.
PAUSE MIT GENUSS
Zu einer schönen Wanderung gehört natürlich auch eine Einkehr oder längere Rast. Hier haben wir es mit dem Freizeit- und Wanderführer bestens getroffen, denn die beschriebenen Touren führen uns zu zahlreichen traumhaft gelegenen Plätzen, von denen man Jahre später noch schwärmt. Zudem kommen die meisten Wanderungen an zumindest einer Wirtschaft vorbei, sodass wir uns mit Gleichgesinnten austauschen und nebenbei den Freizeitführer »Wochenend und Wanderschuh Schwarzwald« weiterempfehlen können. Bevor Sie aber darauf verzichten, ein eigenes Vesper mitzunehmen, vergewissern Sie sich, dass die gewählte Wirtschaft geöffnet ist.
SCHWIERIGKEITSGRADE
Leicht: Eher kurze Runden, die keine oder kaum Trittsicherheit erfordern und nur wenige Steigungen beinhalten
Mittel: Touren mit längeren Auf- und Abstiegen und/oder längere Runden, die eine gewisse Kondition und Trittsicherheit erfordern
Schwer: Diese Runden setzen Kondition und Trittsicherheit, z. T. auch Schwindelfreiheit voraus. Hier geht es tüchtig bergauf und bergab. Doch auch diese Touren stellen geübte Wanderer vor keine allzu großen Schwierigkeiten.
INTERNETADRESSEN
Wissenswertes rund um den Nationalpark im Nordschwarzwald sowie aktuelle Infos zu Wegsperrungen: www.nationalpark-schwarzwald.de Informations- und Tourenportal des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord: www.naturparkschwarzwald.de
Umfassende Informationen zu den Aufgaben und Besonderheiten des größten Naturparks in Deutschland: www.naturpark-suedschwarzwald.de Unsere eigene Seite mit allen unseren bisher erschienenen Wanderführern über den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und das Allgäu sowie das Elsass mit den Vogesen: www.wanderfuehrer-schwarzwald.de

Beim Roten Felsen öffnet sich die Sicht über das Prägbachtal.
AUSZEIT BEI DEN ADLERN
Hinterzarten

Blick vom »Vincenz-Zahn-Kreuz« auf Hinterzarten
1
Hinterzarten ist für viele Urlauber das Tor zum Hochschwarzwald. Während die Adlerschanze über den Ort wacht, laden im Zentrum Cafés und Restaurants zum Verweilen und Genießen ein. Als Wanderer finden wir ein weitläufiges Wegenetz bis zum Feldberg.
Als traditioneller Wintersportort verbindet Hinterzarten eine einzigartige Naturlandschaft mit bestens beschilderten Wanderwegen und reichlich Möglichkeit zum Genießen. Wer mit der Bahn anreist, erlebt schon bei der Anfahrt einen ersten Höhepunkt. Oberhalb von Himmelreich überwindet die Höllentalbahn Steigungen bis zu 5,71 Prozent. Das ist der höchste Wert in Deutschland. Am östlichen Ortsrand bilden die Adlerschanzen das weithin sichtbare Wahrzeichen. Mit dem Olympiasieger Georg Thoma und dem Gewinner der Vierschanzentournee Sven Hannawald ist Hinterzarten im Skisprung weltweit bekannt.
MATHISLEWEIHER – IDYLLE ZWISCHEN FELDBERG UND TITISEE
Die Gemeinden Feldberg, Titisee und Hinterzarten zählen zu den bekanntesten Ferienorten im Schwarzwald. Entsprechend lebhaft geht es auf den Hauptwanderwegen zu. Abseits davon gibt es aber auch einige ruhige Ecken, in die sich nur wenige Wanderer verirren. Ein solches Eck ist der Mathisleweiher. Auf knapp 1000 Metern über dem Meer zählt er zu den höchstgelegenen Seen im Schwarzwald. Vom Ausgangspunkt am Kurhaus bzw. Bahnhof folgen wir zunächst dem Querweg Freiburg – Bodensee Richtung Löffeltal bis zum Wegweiser am Zartenbachweg. Dort biegen wir links auf den Nebenwanderweg ab, laufen dem Zartenbach bis »Schwefelmättle« entgegen und kommen, rechts ab, nach 200 Metern zum Wolfsgrund. Nach links wären es nur drei Kilometer bis zum Mathisleweiher. Wir aber wollen ja wandern. Also wechseln wir auf den ansteigenden (Pirsch-)Pfad in Richtung Herchenwald.
Nachdem der Pfad eine Kehrtwende beschreibt, lohnt sich ein Abstecher zum Kreuz Vincenz Zahn. Dieses eröffnet eine schöne Sicht auf die Kirche Maria in der Zarten. Danach geht es auf demselben Pfad weiter bergan, bis er bei Herchenwald in eine Forststraße mündet. Wir halten uns links und erreichen bald den Wegweiser »Hugenberg«. Immer noch bergauf folgen wir der gelben Raute über die Lichtung bei Säbelthoma, überqueren zwischen Hummelberg (1174 m) und Stuckwald (1160 m) den höchsten Punkt dieser Tour und erreichen schließlich Häuslebauer.
MATHISLEWEIHER
Bevor wir links auf den Westweg abbiegen, lassen wir den Blick über die Gipfel vor uns schweifen. Denn während viele Wanderer den Feldberg nur vom Feldberger Hof oder dem Stübenwasen zu Gesicht bekommen, schauen wir hier aus nordöstlicher Richtung auf den »Höchsten«. Genau vor uns liegt der Baldenweger Buck (1460 m), der zweithöchste Gipfel des Feldbergs. Darunter sind die Baldenweger Hütte und das Naturfreundehaus zu sehen. Alles gefunden? Dann geht es auf dem Westweg bis zum Wegweiser »Stuckwald«. Von dort sind es rechts ab noch 500 Meter bis an den Mathisleweiher. Der idyllisch gelegene Weiher ist der schönste Platz für eine Rast.


Der Mathisleweiher zählt zu den höchstgelegenen Seen im Schwarzwald.
Anschließend verlassen wir den See auf der anderen Seite und folgen der Beschilderung über Dreiwege, Mathislehof (dort rechts ab) und Helmewald über zur Ferienanlage Erlenbruck. Das Restaurant der Anlage steht auch Wanderern offen, allerdings ist es am Samstagnachmittag beim Bettenwechsel geschlossen. 500 Meter weiter treffen wir bei Hellblech wieder auf den Querweg Freiburg – Bodensee, dem wir zurück nach Hinterzarten folgen. Ab dem Mathislehof ist eine beschilderte Abkürzung nach Hinterzarten möglich.

RÄUCHERSPEZIALITÄTEN UND SCHNÄPSE gibt es im Rauchhüsli. Neben den bekannten Schwarzwälder Schinken und Speck bietet das Hüsli auch Konfitüren, Imkereiprodukte und edle Brände aus der Region an. Alpersbacher Str. 4 in Hinterzarten, Tel. 07652/13 45, www.rauch-huesli.info, Montag bis Samstag 10–12 Uhr, Mo, Di, Do und Fr zusätzlich 15–17 Uhr
Bahnviadukt beim Hofgut Sternen
LÖFFELTAL & RAVENNASCHLUCHT – HEIMATPFAD HOCHSCHWARZWALD
In Hinterzarten herrscht ein reges Kommen und Gehen. Während die Gaststätten zum Verweilen einladen, locken im Umfeld beliebte Wanderziele. Auf dem Heimatpfad kommen wir an alten Sägen vorbei, dann tauchen wir in die romantische Ravennaschlucht ein.
Ab dem Kurhaus von Hinterzarten erfolgen die ersten Schritte durch die Freiburger Straße bis zur Bahnunterführung, vor der wir links in die Alpersbacher Straße abbiegen. Sobald wir das Rauchhüsli passiert haben, nutzen wir den Fußweg hinunter zum Rappeneckweg, orientieren uns rechts und biegen beim Eingang Löffeltal links ab. Damit folgen wir der gelben Raute über den breiten Weg bergab am Standort der ehemaligen Löffelschmiede zur Klingenhofsäge bzw. Klopfsäge. Über einige Jahrhunderte war diese Art Säge im Schwarzwald wie auch in der nördlichen Schweiz als Bauernsäge weit verbreitet. Von Mai bis Oktober führt der Verein des Heimatpfads am ersten und dritten Sonntag zwischen 11 und 16 Uhr die Funktionsweise der Säge vor. Voraussetzung dafür sind gutes Wanderwetter und ausreichend Wasser im Rotbach.
AM UNTEREN ENDE DER ALTEN STEIGE
Weiter flussabwärts führt uns der Heimatpfad an einer Einstelzer Hochgangsäge vorbei, bevor wir am Waldrand rechts abbiegen und die Unterführung der B 31 nutzen. Jenseits der wichtigen Verkehrsverbindung erfahren wir, wie die Raststation am unteren Ende des Höllentals bzw. der Alten Steige die Ansiedlung von Handwerksbetrieben begünstigt hat. Nachdem unser Weg die Zufahrt zum Hotel und Hofgut Sternen mit dem SteigenHaus, dem Uhrenladen und der Glasmanufaktur gekreuzt hat, führt rechts ein Pfad hinunter an den Bach. Je nach Höhe der Vegetation hat man vom Ufer einen schönen Blick auf die 1857 gebaute Ravennabrücke, eine malerische Bogenbrücke. Zurück auf dem Weg, führt uns dieser entlang des Bachs sowie der Parkplätze zum Hofgut Sternen, wo wir mit der MarktScheune und dem Restaurant Gelegenheit für eine Einkehr finden. Oder wir werfen einen Blick ins Atelier der Glasbläser.
RAVENNASCHLUCHT
Den Einstieg in die Ravennaschlucht finden wir anschließend links vom Hauptgebäude des heutigen Best Western Hotels. An einer Infotafel über die Entwicklung der Sägemaschinen im Schwarzwald ragt vor uns die Ravennabrücke steil in die Luft. Die erste hier errichtete Brücke entstand 1885 als eine frühe Stahlkonstruktion. Erst bei der zweiten, 1926/27 gebauten Brücke entstanden die markanten Steinbögen. Nachdem die drei Mittelpfeiler 1945 von deutschen Truppen gesprengt wurden, erfolgte bereits 1947/48 der Wiederaufbau der 224 Meter langen und bis zu 36 Meter hohen Brücke. Haben wir diese unterquert, ändert sich der Charakter der Wanderung. Waren wir bisher auf bequem zu gehenden Wegen unterwegs, führt uns nun ein Pfad erst hoch an einen Weiher, dann über Stege und Treppen durch die Schlucht.
Tipp
Alte Steige im Falkensteiner Tal: Insbesondere im 18. Jahrhundert war die Alte Steige als Verbindungsweg zwischen dem Bodensee und dem Breisgau von Bedeutung. Neben Händlern zogen mehrere Heeresführer durch das Tal. Den Glanzpunkt aber setzte Marie-Antoinette, Herzogin von Österreich-Lothringen, als sie 1770 bei ihrer Brautfahrt nach Paris durch das Tal kam.
WASSERFÄLLE UND GEFÄHRDETE MÜHLE
Beim Aufstieg durch die Ravennaschlucht lohnt es sich, langsam zu machen und auch mal ein paar Schritte in das Bachbett hinein zu wagen. Die Ravenna-Wasserfälle selbst befinden sich an einer Stelle, die vom Weg selbst nur schlecht einzusehen ist. Nachdem wir von einer Brücke aus eine kleinere Kaskade erkennen, steigt der Weg zur Großjockenmühle an. Sie stammt aus dem Jahr 1883 und diente der Herstellung von Mehl, Schrot und Futterkleie. Bis ins Jahr 1941 nutzte man die Mühle außerdem, um Maschinen auf dem 200 Meter entfernten Hof anzutreiben. Das Dach wurde 1977 neu verschindelt und vergrößert, um Wanderer vor Regen zu schützen. Das Mahlwerk ist noch betriebsfähig. Auf nun wieder gut zu wanderndem Terrain passieren wir oberhalb den Standort einer 1770 errichteten Löffelschmiede sowie das Haus Ketterer.

SEIT ÜBER 100 JAHREN steht die Bäckerei und Konditorei Unmüßig für süße Köstlichkeiten aus dem Schwarzwald. Neben Kuchen, Torten und Pralinen bietet das Café auch kalte und warme Tellergerichte. Adlerweg 5, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/368, www.cafe-unmuessig.de, Mo–Fr 7–18.30 Uhr, Sa 7–13 Uhr, So 8–18 Uhr


Wasserfall in der Ravennaschlucht

Hofgut Sternen

Eine der Brücken in der Ravennaschlucht
AUF DEM QUERWEG FREIBURG–BODENSEE
Beim Wegweiser Mittlere Ravenna lassen wir die Schlucht hinter uns und biegen rechts auf den Querweg Freiburg-Bodensee ein. Dieser führt auf der Zufahrtsstraße am Schanzbirkleshäusle vorbei. Am Ende der Zufahrt biegen wir links ab, um beim Wegweiser Birklehof rechts auf den Fußweg zu wechseln. Damit bleiben wir auf dem Querweg, der erst am Rand einer Wiese verläuft, dann Kurs auf die Bahnlinie nimmt und schließlich in den Löffeltalweg mündet. Rechts gelangen wir durch die Unterführung zum Eingang Löffeltal und über den bereits bekannten Fußweg zum Rauchhüsli bzw. zurück in den Ferienort. Dort finden wir rund um das Kurhaus Möglichkeiten, den Tag mit einem Schaufensterbummel oder einer gemütlichen Einkehr abzuschließen. Oder wir laufen weiter bis zum Adlerweiher und gönnen uns einen Abstecher zum Hinterzartener Hochmoor.
Tipp
Tradition und Handwerkskunst vereint das SteigenHaus unter einem auffallenden Glasdach. Die hellen Innenräume sind mit Handwerkskunst »made in Germany« ausgestaltet. Die Verkaufsausstellung bietet ein reiches Repertoire an Schwarzwälder Kuckucksuhren und Steiff-Teddybären. Zum weiteren Sortiment zählen Schmuck, Armbanduhren und handgefertigte Messer.
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Hinterzarten
BESTE REISEZEIT: Sommer und Winter
TOURISTINFO: Freiburger Str. 1, 79856 Hinterzarten Tel. 07652/120 60, hinterzarten@hochschwarzwald.de www.hochschwarzwald.de/Hinterzarten
SEHENSWÜRDIGKEITEN
SCHWARZWÄLDER SKIMUSEUM: Erlenbrucker Str. 35, Tel. 07652/98 21 92, info@schwarzwaelder-skimuseum.de, www.schwarzwaelder-skimuseum.de
SPIELZEUGMUSEUM ZUM KLEINEN HANNES: Adlerschanze 1, Tel. 07652/98 05 63, www.spielzeugmuseum-hinterzarten.de
ADLER-SKISTADION: Tel. 07652/120 60, info@sommerskispringen-hinterzarten.de, www.sommerskispringen-hinterzarten.de
PFERDEKUTSCHFAHRTEN: Tel. 07652/59 32 (Heinrich Lengler), Tel. 07652/59 32 (Albert Walter)
ÜBERNACHTUNG
HOTEL REPPERT: Adlerweg 21-23, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/120 80, hotel@reppert.de, www.reppert.de €€€
HOTEL ZARTENBACH: Freiburger Str. 17, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/126 80, info@zartenbach.com, www.zartenbach.info €€
HOTEL KESSLERMÜHLE: Erlenbrucker Str. 45, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/12 90, info@kesslermuehle.de, www.kesslermuehle.de €€€
WALDHOTEL FEHRENBACH: Alpersbach 9, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/919 40, info@waldhotel-fehrenbach.de, www.waldhotel-fehrenbach.de €€€
HOTEL GASTHAUS ZUM ENGEL: Alpersbach 14, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/15 39, mail@engel-hinterzarten.de, www.engel-hinterzarten.de €€
FERIENHAUS HERCHENHOF: Windeck 1, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/13 25, www.herchenhof.de €€

Pilze am Mathisleweiher

Klingenhofsäge im Löffeltal
MATHISLEWEIHER
DAUER: 3.45–4 Std.
HÖHENMETER: 220 Hm auf/ab
LÄNGE: 12,5 km
SCHWIERIGKEIT: leicht
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Bahnhof/Kurhaus Hinterzarten, 885 m
TOURENCHARAKTER: Leichte Runde ohne technische Anforderungen über Waldwege und Forststraßen.
BESTE JAHRESZEIT: Mai bis Oktober; von Dezember bis Februar ist eine Variante als Winterwanderung möglich.
EINKEHR UNTERWEGS: Am Mathisleweiher ermöglichen einige Bänke eine schöne Rast mit Blick über den See. Restaurant Sonne von Akropolis im Haus Erlenbruck, Hofladen Mathislehof. Do und Fr 13–18 Uhr, Sa und So 10–18 Uhr, www.waelder-gbr.de (Anmerkung: bei Druck keine Angabe zu Öffnungszeiten von der Sonne von Akropolis)
LÖFFELTAL UND RAVENNASCHLUCHT
DAUER: 2.30–3.30 Std.
HÖHENMETER: 260 Hm auf/ab
LÄNGE: 7,3 km
SCHWIERIGKEIT: mittel
AUSGANGS-/ENDPUNKT: Kurhaus Hinterzarten, 885 m
TOURENCHARAKTER: Die Wege in der Ravennaschlucht werden bei Nässe leicht glitschig. Bei längeren Regenperioden kann es zu kleineren Hangrutschen in der Schlucht kommen. Ansonsten aber werden die Wege gut gepflegt.
BESTE JAHRESZEIT: April bis Mitte November
EINKEHR UNTERWEGS: Buffet-Restaurant Marktscheune, Mo bis So 7–17 Uhr, Restaurant Schwarzwaldstube, Mo bis Fr 15–21 Uhr, Sa, So und feiertags 12–21 Uhr, Infos unter www.hofgut-sternen.de
RUMMEL ZWISCHEN HOCHFIRST UND SEEBACH
Titisee-Neustadt

Ausgelassener Trubel auf der Seepromenade von Titisee
2
Massentourismus in Häppchen – auch so ließe sich Titisee-Neustadt treffend beschreiben. Neben wenigen Hotels reihen sich im Ort einige Pensionen aneinander. Zusammen mit den Campingplätzen finden Urlauber also zahlreichliche Möglichkeiten für ein schönes Wochenende.
Titisee genießt Weltruhm. Seine Bekanntheit verdankt der Ferienort der Fernsehserie »Die Schwarzwaldklinik«: Bereits im Vorspann sah man dabei ein Bild vom Titisee, der in mehreren Folgen gar als malerische Kulisse diente. Dabei gibt es den Ort noch gar nicht so lange. Noch vor 100 Jahren fand man hier lediglich eine weit verstreute Siedlung. Der alte Name Vierthäler leitet sich von den vier Tälern Jostal, Schildwende, Spriegelsbach und Altenweg ab. 1929 erfolgte die Umbenennung. Zusammen mit Neustadt bildet Titisee heute einen beliebten Höhenluftkurort mit einem ganzen Füllhorn an Attraktionen.
VOM TITISEE AUF DIE BANKENHÖHE
Als Startpunkt bietet sich die Ortsmitte von Titisee an. Von dort geht es durch die belebte Fußgängerzone an den See. Es sind nur wenige Meter bis zum Ufer, doch können die liebevoll dekorierten Andenkenläden und Geschäfte mit ihren Kuckucksuhren schon einige Minuten Verzögerung bedeuten. Immerhin gibt es hier sogar ein ganzjährig geöffnetes Weihnachtsdorf. Nachdem wir die Bootsanleger, den kurzen Strand und das Maritim-Hotel passiert haben, lassen wir den Trubel hinter uns. Wo sich der Weg beim Seehof gabelt, halten wir uns rechts. Damit nutzen wir die Ostvariante des Westwegs, die uns erst bis nahe an die Dreiseenbahn, dann über eine Rechtskurve zurück ans Seeufer führt. Auf den nächsten zwei Kilometern verläuft der Seerundweg durch den Wald, und an einigen Stellen haben wir freie Sicht zum Ort Titisee sowie zu den gegenüberliegenden Wäldern. Am oberen Ende des Sees lädt das Ausflugslokal Käsekuchen Kaffee Sandbank zum Verweilen ein. Neben den namensgebenden Klassikern zählen auch Suppen und kleine Gerichte zum Angebot.
Danach entfernt sich der Rundweg vom See. Wir passieren den Campingplatz Bankenhof, kreuzen den malerischen Seebach und steigen steil hinauf zur K 4962. Wer möchte, kann hier aus der Runde aussteigen und mit dem Bus zurück in den Ort fahren. Auch ist die Rückkehr auf dem Gehweg entlang der Straße möglich. In diesem Fall finden wir unterwegs mit dem Alemannenhof eine weitere schöne Möglichkeit zur Einkehr.
Tipp
Kuckucksuhren und Weihnachtsmarkt finden wir das ganze Jahr über in »Brunners Welt der 1000 Uhren«. Neben den klassischen Wanduhren zählen auch Armbanduhren international bekannter Hersteller zum Sortiment. Seestr. 10/19/31, Tel. 07651/981 80, www.cuckoo-clock.store

Blick über den Titisee zur touristischen Flaniermeile
AUFSTIEG ZUR BANKENHÖHE
Für den Aufstieg zur Bankenhöhe folgen wir ab dem Wegweiser »Bankenhof« dem Querweg Freiburg–Bodensee zum nahen Feuerwehrhotel St. Florian. Dort wechseln wir auf einen Schotterweg und laufen mit der rot-weißen Raute weiter bergauf in einen Fichtenwald. Der Charakter der Tour ändert sich nun grundlegend: Waren wir bisher auf einem viel begangenen Spazierweg unterwegs, wandern wir nun durch ruhige Wälder und über Weiden. Nach 800 Metern ab der Kreisstraße erreichen wir die Bankenhöhe. Hier biegen wir rechts ab und folgen nun dem mit der gelben Raute gekennzeichneten Nebenwanderweg über breite Forstwege zu einer Lichtung beim Bankenhansenkreuz.
TIERISCHE BAUMEISTER AM EISWEIHER
Direkt vor dem Waldrand wechseln wir nach rechts auf einen Pfad und folgen erst der roten Raute zum Bühlberg und ab dort erneut der gelben Raute zum Eisweiher. Früher luden einige Bänke rund um das kleine Gewässer zum Verweilen ein. Nach der Ankunft mehrerer Biber wurde der Spazierweg um den Weiher gesperrt und damit auch anderen Arten ein wichtiger Rückzugsraum geboten. Mit etwas Glück lassen sich schon am späten Nachmittag die fleißigen Landschaftsgestalter beobachten, ehe wir uns auf den Rückweg nach Titisee-Ort machen.

TRAUMHAFTE AUSSICHTEN über den See und die Umgebung von Titisee ermöglicht das Riesenrad nahe der Uferpromenade. Das 38 m hohe Fahrgeschäft ist mit 26 offenen Gondeln für jeweils sechs Personen bestückt. Die Saison beginnt Ende Juni und dauert bis Ende September bzw. bis zum Ende der Sommerferien.
Aussichtsturm auf dem Hochfirst

Im Berggasthaus gibt es den Schlüssel zum Turm.

Mystischer Waldweg nahe Neustadt
Tipp
Oberhalb von Titisee lädt eine Rodelbahn zwischen Saig und dem Seehof zu einer rasanten Abfahrt ein. Bei ausreichend Schnee pendelt der Rodelbus zwischen dem Parkplatz Seesteige und dem Startpunkt in Saig. Die Bahn ist rund 1200 m lang und kann – in den Innenkurven – auch von Fußgängern genutzt werden. Fahrzeiten: Sa ab 14 Uhr, So ab 12 Uhr sowie zusätzlich in den Ferien Mo–Fr ab 12 Uhr. Die letzte Fahrt beginnt jeweils um 17.30 Uhr.
VON NEUSTADT AUF DEN HOCHFIRST UND ZUR HOCHFIRSTSCHANZE
Der Hochfirst ist durch seine Skisprungschanze bekannt geworden. Mit einer Anlauflänge von 98,1 Metern ist sie die größte Naturschanze Deutschlands. Über den Anlauf bietet sie eine atemberaubende Sicht hinunter auf Neustadt, wo wir diese Wanderung beginnen wollen.
Los geht es beim Bahnhof von Neustadt. Für das erste Ziel der Wanderung können wir einfach dem Mittelweg in Richtung Hochfirst folgen. Damit unterqueren wir die B 31 und halten uns beim Wegweiser »Färbe« links. Nach der Färbe können wir die nächsten Meter auf einem Pfad oberhalb vom Langenbach zurücklegen. Ist dieser durchnässt, kann man aber genauso gut noch auf dem Färbeweg bleiben und erst mit dem Mittelweg nach links in den Wald abbiegen. In beiden Fällen erkennen wir, dass es sich bei dem Bach, dem wir entgegengelaufen sind, um eine reich schüttende Quelle handelt. Diese rinnt über eine mit Moosen und Farnen bewachsene Wand, ehe sie über mehrere Stufen talwärts plätschert. Der Wanderweg führt an der rechten Seite in einem Bogen um die Quelle herum. Oberhalb halten wir uns erneut rechts und folgen dem Mittelweg bergauf über einen ebenfalls mit Moosen und Farnen gesäumten Pfad zum Wegweiser beim Saiger Kreuz. Die Forststraße, die wir hier kreuzen, dient als Zufahrt zum Hochfirst. Wir aber bleiben auf dem Mittelweg und steigen über Waldwege und -pfade weiter hinauf bis zum Hochfirst.
DENKMALGESCHÜTZTES EISEN
Das Auffallendste hier oben auf dem Berg ist der Hochfirstturm. Genau genommen handelt es sich dabei um einen zweiten Turm: Der erste wurde im Jahr 1888 aus Holz errichtet, und nur zwei Jahre später zeigte sich bei einem Orkan der geringe Wert der kostengünstigen Konstruktion. Noch im selben Jahr bauten die Mitglieder des Schwarzwaldvereins Neustadt einen zweiten Turm aus einer Eisengitterkonstruktion mit ummantelter doppelter Wendeltreppe. Seit 1989 steht dieser 25 Meter hohe Turm als architektonische Besonderheit unter Denkmalschutz.
Der Aufstieg über die 123 Stufen lohnt sich. Denn im Gegensatz zum Gelände unterhalb des Turms bietet sich von der Aussichtsplattform eine tolle Rundsicht auf weite Teile des Südschwarzwalds. Bei klarem Wetter sind neben der Alpenkette im Süden auch (im Osten) die Schwäbische Alb und der Hegau zu sehen. Eine Orientierungstafel hilft bei der Bestimmung der einzelnen Gipfel und Höhenzüge. Da die Eintrittskarten für den Turm nebenan im Berggasthaus Hochfirst verkauft werden, bietet es sich an, den Besuch mit einer Einkehr zu verbinden – nach bereits 400 bewältigten Höhenmetern haben wir uns die redlich verdient.
STELLDICHEIN DER WANDERWEGE
Wie bedeutend der Hochfirst für Wanderer ist, zeigt die Beschilderung: Neben dem Mittelweg und einem Nebenwanderweg steuern auch der Main-Neckar-Rhein-Weg, der Querweg Freiburg–Bodensee und der Europäische Fernwanderweg Nordsee–Bodensee–Gotthard–Mittelmeer den Hochfirst an. Wir bleiben dem Mittelweg treu und wandern über den bequem zu gehenden Höhenkammweg bis zum Wegweiser »Hierabbrunnen«. Auf dem Weg dorthin passieren wir den Vögelefelsen und die Balzenwaldhütte. Während die Felsengruppe im Wald verborgen liegt, öffnet sich bei der Hütte der Blick nach Süden über Leutkirch-Berg bis zum Feldberg. Beim Hierabbrunnen wechseln wir schließlich vom Mittelweg links auf einen Nebenwanderweg und steigen auf einem schmalen Pfad über Grätleweg und Bockhalde zur Hochfirstschanze ab. Auf dem Weg dorthin können wir schon einen ersten Blick durch den Wald auf die Anlage erhaschen, ehe der Weg bei der Bockhalde scharf rechts zur Schanze abzweigt.


Eine der Quellen zum Langenbach

Ameisen errichten meterhohe Burgen.
OLYMPIA LÄSST GRÜSSEN
Der Zugang zur Hochfirstschanze erfolgt durch das Olympische Dorf. Gemeint ist das 15 Blockhäuser umfassende Springerdorf. Es wurde 2002 errichtet, wobei die einzelnen Hütten nach den Austragungsorten der Olympischen Winterspiele benannt sind – von Salt Lake City über Nagano, Calgary und Lake Placid sind es hier jeweils nur ein paar Schritte bis Innsbruck, Grenoble, Chamonix und Oslo. Der Höhepunkt der Wanderung ist natürlich aber die Aussicht von der Sprunganlage hinab auf Neustadt. Um das starke Gefälle abzufangen, beschreibt der Weg zwischen dem Anlauf- und dem Sprungrichterturm eine weit ausholende Serpentine. Kurz darauf erreichen wir das Schmiedsbachtal. Wer will, kann dem Bach über »Auf der Riesen« nach Neustadt folgen. Schöner – weil weniger an der Straße – ist es, auf der anderen Seite vom Schmiedsbach zunächst zur Schmiedsbachhalde hinaufzusteigen und ab dem Wegweiser »Scheibenstutz« der gelben Raute zurück zum Bahnhof von Neustadt zu folgen.
Tipp
Mehr als 300 lebende Palmen vermitteln im Badeparadies Schwarzwald einen Hauch von Karibik. Das Bad ist in drei Bereiche eingeteilt: Im Galaxy sorgen das Wellenbad und über 20 Rutschen für Spaß und Adrenalin, die Palmenoase lädt mit verschiedenen Pools zum entspannten Badeaufenthalt ein, und heiß wird es im textilfreien Palais Royal. Neben weiteren Pools und drei Außenterrassen gibt es eine große Saunalandschaft mit zwölf Saunen. www.badeparadies-schwarzwald.de
AUF EINEN BLICK
Info
STADT/REGION: Titisee-Neustadt
BESTE REISEZEIT: ganzjährig
TOURISTINFO: Strandbadstr. 4, 79822 Titisee-Neustadt, Tel. 07652/12 06 81 20, titisee@hochschwarzwald.de, www.hochschwarzwald.de/Titisee
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