Kitabı oku: «Wie aus einer Radtour eine Weltreise wurde. Vom Improvisieren und kleinen & großen Abenteuern.»

Im Südwesten der Türkei finden wir einen gemütlichen Zeltplatz.

»Für unsere neuen Freunde, die uns ein Dach über dem Kopf gegeben, unsere Wasserflaschen aufgefüllt oder uns ein Lächeln geschenkt haben. Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen.
Von Herzen Danke.«
Inhalt
Einleitung
Zentral- und Osteuropa
»Wo geht es hier bitte nach Malaysia?«
Beine aus Blei
Der Elefant im See
Kávé mit Määääh
Alte Freunde
Der erste Winter
West- und Zentralasien
Radler mit Rettungsringen
Unkonventionell übernachten
Die Melonenmisere
Der Präsident im Baumwollfeld
Esmeralda
Zwischen Eselskarren hinterm Mond
Plov
Zu früh gefreut
Süd- und Ostasien
Eine Chihuahua-Mischlingshündin auf dem Viehmarkt
Die haarigen Wächter der Zehntausend Stufen
Chinesische Hochzeitstorte
Vom Fußende, von gerösteten Pommes und vom Shampoo Shin
Die 32 Geister, die wir riefen
Laoten in Eile
Knochenbrecherfieber ohne Gesichtsverlust
Abschied vom Mekong
Schlafanzüge und Schuldgefühle
Empathie zwischen Reisfeldern
Barfuß durch Ziegenmist und Matschepampe
Australien und Ozeanien
Kulturschock
Verweilen statt eilen
Wer rastet, der rostet
Kirchenchor im kleinen Königreich
Alps 2 Ocean
Zeltstraße im Paradies
Nordamerika
Falscher Elch
On top of the world
Die kreisende Chipstüte
Schneemann im August
Spitzenküche aus dem Campingkocher
Panierte Schnitzel
Maya-Ruinen und Karibikstrände
Westeuropa
Ein voller Magen und ein bisschen Gesellschaft
Triefende Abenteuer-Häuptlinge
Feierabend
Impressum

Einleitung
Aller Anfang ...
Roberto und ich lernten uns kennen an dem Tag, als ich bei ihm einzog. Er war Hauptmieter einer Dreier-WG in Guadalajara, Mexiko, und ich war eine Studentin im Auslandssemester. Er war damals 26, ein begnadeter Koch, interessiert an Kunst und Fotografie, ein talentierter Karaokesänger und für jeden Quatsch zu haben. Ich war 22, ein Energiebündel mit Tendenzen zum Hippietum, Spaß am Feiern und am Kajakfahren, dem in der Großstadt die Natur fehlte. Wir fanden einander auf Anhieb sympathisch, unternahmen viel zusammen, und mit der Zeit wurde mehr daraus, ohne dass wir es je darauf angelegt hätten. Es folgte ein knappes Jahr der Fernbeziehung, aber wir wussten, wir würden nicht für immer auf verschiedenen Kontinenten leben. Sobald ich die Uni hinter mir hatte, würden wir auf Reisen gehen.
Reisen, das war meine Leidenschaft, so lange ich denken kann. In meinem ersten Schulatlas ist meine Weltreiseroute dick eingezeichnet. Sie verläuft allerdings auf dem Wasser, da ich damals dachte, ich würde mir sicher eine Jacht leisten können, mit der ich um die Welt segeln würde. Menschen, ihre Kulturen, Landschaften und Natur, das alles zog mich magisch an. Inspiriert von Abenteuergeschichten, Reiseerzählungen und meinem Atlas schmiedete ich Pläne und träumte vom großen Abenteuer.
Roberto ging es ähnlich, doch das Vorhaben, seinen Jugendtraum von Abenteuern à la Indiana Jones auch Wirklichkeit werden zu lassen, hatte er als Erwachsener hinter anderen Plänen zurückgestellt. Nun haben sich die Prioritäten gewandelt. Roberto überließ also die Designfirma seinen Mitgründern, gab die WG auf, kaufte einen Reiserucksack, packte seine Siebensachen und setzte sich in ein Flugzeug nach Europa. Angst vor Veränderungen konnte man dem Mann wirklich nicht vorwerfen.
Wir lebten ein paar Monate gemeinsam in Deutschland, er lernte Deutsch, ich schrieb meine Abschlussarbeit, und wir bereiteten uns auf die große Reise vor. Das Datum des ersten Reisetages hatten wir ein Jahr vor Reisestart gewählt, einfach, weil wir uns sonst auf nichts festlegen konnten und so zumindest eine feste Komponente hatten. Auch die Richtung Osten stand bald fest, der Rest jedoch nicht. Nun ging es ans Konkretisieren. Erst spät setzte sich das Fahrrad gegen die anderen möglichen Transportmittel durch. Es war ein enges Rennen. Zunächst sortierten wir alles aus, was unpraktisch war, schwer und teuer zu beschaffen oder bisher noch nicht existierte. Das waren Kamele, eine Kombination aus einem Klapprad und einem aufblasbaren Kajak, ein Van sowie eine Eigenkonstruktion eines Kanadiers aus Blech mit aufpumpbaren Rädern, die zum Tretboot umfunktioniert werden konnten. Kajaks, Pferde und Wanderstiefel hingegen lagen noch lange im Rennen. Die Gründe, die für das Rad sprachen, lagen auf der Hand: Man bewegt sich kostenlos aus Muskelkraft, schnell genug, jedoch nicht zu schnell, wir besitzen bereits Fahrräder, und wir haben keine große Investition für den Fall, dass uns das Leben unterwegs doch nicht taugen sollte. Als Nachteil sahen wir den sportlichen Aspekt (klingt anstrengend, ob wir das überhaupt packen?) und den Fakt, dass wir uns auf (kleine) Straßen und (Rad-)Wege beschränken müssten. In einen umfunktionierten Kinderanhänger platzierten wir die beiden Wanderrucksäcke und Wanderstiefel, bereit, die Räder gegen Schusters Rappen zu tauschen, sobald es uns zu anstrengend würde oder uns die sehr simplen Fahrräder unter den Hintern weg zerbröselten.
Als Ziel setzten wir uns Südostasien, genauer gesagt Malaysia, wo unsere Freunde Apit und Dila wohnten. Den zeitlichen Rahmen ließen wir komplett offen. Da eine unbekannte Reisedauer aber für die meisten Freunde, Verwandten und Bekannten eine absolut unmögliche Vorstellung war und sie doch zumindest so »uuuuungefähr« wissen wollten, was wir so anpeilen, gaben wir ein Jahr an. Dennoch, eine unter Zwang geforderte Aussage ist ungültig, und so fühlten wir uns auch in keiner Weise unter Druck, dieses Jahr füllen zu müssen.
Der anvisierte Starttag kam ... und verging. Wir waren einfach noch nicht fertig, es gab noch viel zu viel zu tun. Aus Zeitdruck strichen wir die bepackte Proberunde und legten mit zwei Tagen Verspätung – ohne Generalprobe – los. Am Vormittag war Roberto noch einmal losgefahren und hatte uns eine zweite wasserdichte Packtasche gekauft, weshalb wir dann auch noch einmal umpacken mussten. Verabschiedet hatten wir uns nach und nach von allen Freunden, und so ganz ohne Abschiedskomitee war es auch gar nicht schlimm, dass wir erst um 13 Uhr starteten. Die meisten wussten nicht einmal, dass wir den ursprünglichen Starttag nicht hatten halten können und wirklich immer noch in Bremen steckten, also war es uns ganz recht, dass wir uns so klammheimlich davonstehlen konnten.
Wir rollten los, einfach vorwärts. Ließen die kleine Dachgeschosswohnung hinter uns, dann unsere Straße und unser Stadtviertel. Wir fuhren durch die Stadt, an Domsheide und Schnoor vorbei, über die Weser und bogen links auf den Weserradweg ab. Ziemlich schnell befanden wir uns auf bisher unbekannten Wegen, und gar nicht so viel später fuhren um uns herum Autos mit DH-Kennzeichen. Wir hatten den niedersächsischen Landkreis Diepholz erreicht!
Endlich waren wir unterwegs. Alles, was hinter uns lag, der Stress der letzten Wochen, die Unsicherheiten von vor ein paar Stunden schien plötzlich so klein, so unbedeutend. Es ging alles sehr schnell und fühlte sich so natürlich und richtig an, als wäre es nie anders gewesen. Wir waren unterwegs, frei und glücklich. Nichts konnte uns mehr stoppen.

Nach fünf Jahren sind wir im Endspurt. Wir sind wohl die einzigen Radler, die mit einer besseren Ausrüstung wiederkommen als am Anfang der Reise.

Tag 1 von 1934 Tagen. Das Radeln mit Gepäck und Anhänger ist zunächst etwas befremdlich, aber wir gewöhnen uns schnell daran.
Zentral- und Osteuropa

Nostalgie in Skopjes Haupt- und Nebenstraßen.
»Wo geht es hier bitte nach Malaysia?«
Tag 1, Kilometer 30, Bremen und Niedersachsen
POSITIV Flache fahrradfreundliche Landschaft, die Leute sagen »Moin«, gut ausgeschilderte Wege (wenn man drauf bleibt), viele Märchenstädte NEGATIV Wind und Nieselregen GELERNT Einfach mal machen, es muss auch nicht alles ausgereift sein
Es fängt gerade an zu tröpfeln, da sehen wir einen Fußgänger mit seinem Hund an der nächsten Kreuzung. Wir fahren langsam weiter und halten direkt neben ihm. »Entschuldigung, wo geht es denn bitte zurück zum Weserradweg?«, frage ich. Er mustert uns kurz, zeigt nach links und erklärt uns grob den Weg. Ein typisch wortkarges, aber hilfsbereites Nordlicht. Neugierig, aber zurückhaltend. Wir bedanken uns und wollen schon weiterziehen, da gibt der Spaziergänger sich einen Ruck und fragt, wo wir denn hinwollen mit alldem Gepäck. »Nach Malaysia!«, antworten wir stolz. Da ist er aber baff. Verlorenen Fernradlern läuft man im niedersächsischen Lunsen wohl nicht alle Tage über den Weg. Sein Blick schweift von meinem mit Kabelbindern am Lenker befestigten Fahrradkorb über die nagelneuen, aber sehr einfachen Fahrradhelme und bleibt schließlich an meiner orangenen einzelnen Fahrradtasche aus Stoff hängen. »Und wo seid ihr gestartet?«, fragt er weiter. Kurz wechseln Roberto und ich einen betretenen Blick. »In Bremen«, antworte ich schließlich etwas kleinlauter. Es kostet den guten Herrn sichtlich alle Kraft, ein spontanes Lachen zu unterdrücken. »Jo, na denn. Gute Fahrt!«, sagt er, zieht kurz an der Hundeleine und lässt uns links liegen. Bremen liegt genau 30 Kilometer weiter nördlich, und der gute Lunsener hat uns kein Wort geglaubt und uns sicherlich für Spinner gehalten. Und wer kann es ihm schon verübeln?
Es ist eigentlich alles ganz gut gelaufen, bis wir uns den Bogen über Verden sparen und lieber die direkte Strecke fahren wollten. Auf der Fahrradkarte sah das ganz einfach aus. In der Theorie sieht aber vieles einfach aus.
Wir treten an diesem Tag noch weitere 25 Kilometer lang in die Pedale und zelten schließlich vorm Ortsschild von Hoya zwischen zwei Maisfeldern. 55 Kilometer im Sattel, das ist meine persönliche Bestleistung. Meine längste Fahrradtour. Meine erste Mehrtagestour. Das erste Mal wild zelten in Deutschland. Und heute ist erst der Anfang. Es ist Tag eins von einer Reise, die uns in über fünf Jahren um die Welt führen würde. Aber als wir an diesem Abend auf unseren Isomatten sitzend die müden Beine massieren und uns ein einfaches, aber kalorienreiches Abendessen zubereiten, wissen wir das natürlich noch nicht.

Unser erster gelb-grün-blauer Weserradweg-Wegweiser! In Jeans und mit einem Secondhand-Discounter-Fahrrad zu 75 Euro sehen wir aus wie Tagesausflügler.

Geschafft! Unser erster Tag als Radreisende liegt hinter uns, wir haben Blut geleckt und freuen uns schon auf den nächsten Tag.
Beine aus Blei
Tag 9, Kilometer 480, Rhön
POSITIV Apfel-, Birnen- und Walnussbäume für lau an Feldwegen NEGATIV Hügel, Schotter und Orientierungsschwierigkeiten GELERNT Nicht gleich aufgeben; ein hart erarbeitetes Ziel weiß man Jahre später noch zu schätzen
Wir haben den Weserradweg sowie den Fuldaradweg hinter uns gebracht. Irgendwann hörten die R1-Schilder auf, und seither ist es hügelig. Wir befinden uns irgendwo grob zwischen Rhön und Spessart, eher Rhön. Genau wissen wir das nicht, die Karte verstehen wir nur bedingt. Roberto schwitzt und schnauft, kommt jedoch gut voran, langsam, aber stetig – dabei zieht er den Anhänger. Ich hingegen fluche, schimpfe, halte an, atme, schimpfe noch mehr, überlege, das Rad ins Gebüsch zu pfeffern, schiebe stattdessen, steige wieder auf und beschließe im Zehn-Minuten-Takt, dass es das jetzt gewesen sei und ich »die Schnauze gestrichen voll habe«. Roberto will mich aufmuntern und motivieren, doch ich werde nur immer pampiger. Ich bin enttäuscht von meiner eigenen Leistung. Dass es hügelig werden würde, war von vornherein klar, in der Karte ist die Umgebung braun statt grün. Trotzdem kommen die Steigungen für mich nach zwei langen Flussradwegen plötzlich und bringen mich unerwartet aus dem Konzept. In mein Tagebuch schreibe ich am Abend »Der R2 führt MITTEN durch die Rhön. Bergauf, bergab, die GANZE Zeit. Ich bin sehr kaputt. Sehr sehr.« Und genau so meine ich es auch.
Um meine grenzenlose Erschöpfung und dagegen Robertos leichtes Schwitzen nachzuvollziehen, hilft ein Einblick in unsere Kindheit. Roberto ist in Tijuana aufgewachsen, einer Stadt am Pazifik, in der es außer dem Stadtzentrum und der Strandpromenade kaum flache Straßen gibt. Man braucht ein Automatikgetriebe, um permanent am Berg anzufahren. Sein Elternhaus liegt an einem steilen Hügel, so hoch, dass man bis hinüber nach San Diego blicken kann. Diesen Hügel haben die Nachbarskinder und er zum Skateboarden über Rampen genutzt.
Ich hingegen komme aus einem norddeutschen Dörfchen, dessen höchste Erhebung mit 31 Metern über dem Meeresspiegel der Mühlenberg ist, von dem aus man eine tolle Aussicht bis auf die andere Seite des 200 Hektar großen Sees hat. Richtig gelesen, wir bezeichnen 31 Meter Höhe als »Berg«. Der See sowie das gesamte Umland liegen in etwa auf Höhe des Meeresspiegels. Und vor dem letzten Teil des Anstiegs auf diesen Berg steht ein Warnschild für alpin weniger erfahrene Autofahrer, dass es nun etwa 180 Meter lang mit sieben Prozent Steigung hinauf geht. Zum Glück kann man den Gipfel von unten schon sehen.
Dass ich eine Flachlandbewohnerin bin, ist nicht der einzige Grund für meine Konditionsschwierigkeiten. Meine Beine sind eher puddinghaft als stählern, ich halte unterwegs regelmäßig für Raucherpausen, gebe keine Acht auf meine Ernährung und fahre zudem auf einem absolut reiseuntauglichen Rad. Auf den flachen Routen Norddeutschlands war das alles irrelevant. Die fehlende Erfahrung beim Schalten war auf ebener Strecke auch kein Manko, hatte ich doch bisher nie mehr als zwei funktionierende Gänge auf meinem Stadtrad zur Verfügung gehabt. Ich bin zwar Gegenwind-erfahren, aber das hilft mir nun nicht. Erst jetzt in der Rhön rächt es sich, dass ich keinerlei Radelmuskeln aufweisen kann.
So kommt es also, dass ich mich im niedrigsten Gang in Schrittgeschwindigkeit Steigungen hinaufquäle, die für jeden hügelerfahrenen Gelegenheitsradler auch mit Gepäck kein Problem wären. Ich hingegen schwitze, fluche, futtere Motivationsbonbons, überlege mehrfach umzudrehen und erkläre laut, dass ich beim nächsten Bahnhof aufhören und mit dem Zug an die Donau fahren würde, denn da müsse ja schließlich bis zum Schwarzen Meer alles flach sein. Die Vorstellung, dass jeder mühsam hinaufgequälte Meter in einer kurzen Abfahrt wieder »verloren« geht und ich kurz darauf wieder bergauf fahren werde, macht mich schier verrückt. Ich werde frustrierter, gereizter, und irgendwann sieht Roberto ein, dass es das Beste ist, wenn einfach jeder schweigend in seinem Tempo radelt.
Als wir am Abend die Schutzhütte Steiger auf der Wasserscheide zwischen Weser und Rhein erreichen, habe ich endgültig genug. Doch es ist vollbracht, höher hinauf müssen wir vorerst nicht. Hier bleiben wir einfach über Nacht. Die Hütte ist ein paar Meter groß und hat ein Dach, also sparen wir uns den Aufbau des Zeltes und breiten unsere Schlafsäcke auf den Sitzbänken aus. Völlig k.o. vom extremen Konditionstraining essen wir unsere Ravioli gleich kalt aus der Dose, ziehen unsere wärmste Kleidung an und sinken ziemlich schnell in einen erlösenden Schlaf. Wir befinden uns 527 Meter über dem Meeresspiegel, das entspricht der Höhe von 17 Mühlenbergen oder auch etwa der Höhe der Stadt München.
Der Elefant im See
Tag 36, Kilometer 1400, Südwesten der Slowakei
POSITIV Breiter perfekt ebener Donauradweg, schöne Innenstadt in Bratislava NEGATIV Hinter Bratislava wird es etwas eintönig GELERNT Die kreativ bunte Vorstellungskraft läuft im Dunkeln auf Hochtouren
Nach über einem Monat im Sattel erreichen wir die Slowakei. Das erste Land, in dem wir beide vorher noch nie waren und in dem wir die Sprache nicht verstehen.
Am späten Nachmittag radeln wir auf einem breiten Radweg vorbei an einem kleinen See. Perfekt! Hier stellen wir gleich das Zelt auf. Der Ort ist absolut idyllisch, der See liegt klar und spiegelglatt da. Wir sehen den ganzen Abend über keine Menschenseele und genießen die Ruhe. Es wird Nacht, und wir schlafen gut, bis sich plötzlich etwas Riesiges gleich neben unserem Zelt austobt. Sofort sind wir hellwach. Es klappert, platscht und klatscht so laut, als sei dort ein Elefant im See. Wir liegen mucksmäuschenstill da, die Schlafsäcke bis zur Nase hochgezogen, starren einander in die Augen und lauschen. Was kann das nur sein? Es muss größer sein als ein Wildschwein und schwerer als ein Hirsch, denn es macht einen Wahnsinnsradau. Ausgerechnet jetzt fällt mir ein, dass während Robertos Kindheit mal alle Tiere aus einem privaten Zoo in Tijuana ausgerissen und durch die Straßen gezogen sind – Flusspferd, Tiger und Puma eingeschlossen. Waren da heute nicht Plakate für einen Wanderzirkus? Welche Geräusche machen Elefanten eigentlich, wenn sie nicht tröten? Nachschauen kommt jedenfalls nicht infrage. Das Tier scheint unsere Anwesenheit noch nicht bemerkt zu haben, und wir wollen es gern dabei belassen. Nach einer Weile entfernt sich das Tier, und für den Rest der Nacht kehrt wieder Ruhe ein. Wir verbleiben verwirrt und etwas verängstigt liegen, sind aber auch müde genug, sodass wir ziemlich schnell wieder einschlafen.
Am nächsten Morgen sind wir gerade dabei, unsere Siebensachen zu packen, als ein junger Mann mit seinem Hund neben uns stehen bleibt. »Sagt bloß, ihr habt da gezeltet?«, fragt er erstaunt auf Englisch. »Das hätte ich mich nicht getraut, bei all den Bibern!«, erklärt er und blickt nach oben in die Baumkronen. Wir folgen seinem Blick, und erst jetzt wird uns klar, dass die Bäume zu allen Seiten um unser Zelt herum angenagt sind, gefährlich schief stehen und dass wir ein riesiges Glück haben, dass es nicht windiger ist. Jetzt wissen wir auch, was es mit unserem nächtlichen Elefanten auf sich hatte: Das ohrenbetäubende Klatschen in der Nacht war der Biberschwanz auf der Wasseroberfläche und das Klappern das Annagen der Bäume! Nur gut, dass unser Gegenüber keine Ahnung hat, was sich in der Vorstellungskraft von uns Outdoor-Anfängern heute Nacht abgespielt hat.

Im Kinderanhänger mit der wasserdichten Abdeckung Marke Eigenbau befinden sich zwei Reiserucksäcke für den Fall, dass uns das Radeln nicht gefällt.
Kávé mit Määääh
Tag 47, Kilometer 1700, südlich von Budapest, Ungarn
POSITIV Gulaschsuppe, Geigenmusik, Radweg teils entlang der Donau NEGATIV Jede Menge platte Reifen, viel Regen GELERNT Unseren ersten Platten notdürftig zu flicken, hält bis zu zwei Tage
Wir radeln schneller und schneller durch die Dämmerung. Sobald es einmal ganz dunkel ist, wird es wirklich schwer, einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Aber es will sich einfach nichts ergeben. Wir fragen eine Dame, die gerade mit ihrer Gartenarbeit fertig ist, nach einem geeigneten Plätzchen. Sie deutet den Weg entlang in Richtung Wald und sagt etwas, was wir nicht verstehen. Wir verabschieden uns und folgen der Matschpiste. Hinter einem umgeknickten Drahtzaun entdecken wir eine ebene grasbewachsene Fläche. Es ist mittlerweile zappenduster, und wir beschließen, nicht mehr länger zu suchen. Selbst wenn es ein Privatgrundstück ist, wir stehen einfach ganz früh auf und verschwinden noch vor Sonnenaufgang. Der Wecker steht also auf 6.30 Uhr, sodass wir 45 Minuten zum Packen haben, bis die Sonne aufgeht. Dennoch, so richtig wohl fühlen wir uns nicht und dass in der Ferne Schüsse fallen, entspannt die Lage auch nicht gerade. Dennoch schlafen wir ganz gut, bis ich morgens um 6 Uhr ein Motorengeräusch höre. Roberto schläft noch. »Nur nicht paranoid werden, Annika, der will sicher nicht hierher. Unser grünes Zelt sieht man in der Dunkelheit ja nicht einmal«, rede ich mir ein. Das Motorengeräusch kommt näher, wird langsamer, dann richten sich die Scheinwerfer direkt auf uns. Mein Herz pumpt wie verrückt. Ich erinnere mich an die Geschichten von Ungarn, die ihr Grundstück mit dem Gewehr vor Menschengruppen mit Zelten verteidigen, aus Angst, diese würden sich auf Dauer dort niederlassen. Der Motor geht aus, aber die Scheinwerfer bleiben an. Die Autotür schlägt zu. Ich blicke neben mich. Roberto atmet ruhig weiter, seine Augen sind geschlossen. Ich stupse ihn an, er dreht sich und scheint langsam aufzuwachen. Was, wenn da draußen die Besitzer des Grundstücks gerade ihre Gewehre auf uns richten? Ich fälle eine schnelle Entscheidung, rufe abwechselnd »Hallo« und »Tourist«, ziehe die Reißverschlüsse auf, steige barfuß und im Schlafanzug in die Kälte und fange an, demonstrativ die Zeltheringe herauszuziehen, um zu zeigen, dass wir gewillt sind abzureisen. Während das Zelt um ihn herum zusammenfällt, wacht Roberto endgültig auf und steckt seinen Kopf aus dem Zelt.
Erst jetzt traue ich mich, unser Gegenüber in Augenschein zu nehmen. Ein Mann um die 40 steht da vor dem offenen Kofferraum, guckt sich das Geschehen interessiert an und füllt aus seiner Thermoskanne eine Tasse Kaffee ab, die er mir hinhält. »Kávé?«, fragt er. Ich lasse die Hand voller Zeltheringe fallen, strecke sprachlos die Hand aus und gucke ungläubig in sein freundliches Gesicht und dann in den vollgestopften Kofferraum dahinter. Alles voller Angelausrüstung. Der Mann, der sich im Laufe des Gesprächs als Janö vorstellt. ist eine Art Sicherheitsbeauftragter für die Angelgewässer dieser Gegend, und ihm werden die Tage oft lang so ganz ohne andere Menschen, also freut er sich umso mehr, auf uns gestoßen zu sein. Mir fallen hundert Steine vom Herzen. Roberto und ich trinken einen Kaffee und helfen Janö, seine Ausrüstung hinunter zum Steg zu tragen. Gestern Abend hatten wir nicht einmal gewusst, dass die Donau keine 30 Meter hinter uns liegt. Wir nutzen Janös Plumpsklo mit der 360 °-Karibiktapete samt Frau in Bikini und setzen uns noch eine Weile zu ihm auf den Steg, wo wir uns mit Händen und Füßen auf Deutsch, Englisch und Ungarisch zu unterhalten versuchen. Wir sind einander sympathisch, auch wenn wir kaum etwas verstehen.
Doch nach dem Schreck am frühen Morgen schwören wir uns, nie wieder irgendwo das Zelt aufzustellen, wo wir uns unwohl und unsicher fühlen.
In unserer letzten Nacht in Ungarn erinnern wir uns an diesen Vorsatz, als wir kurz davor sind, auf einem Stoppelfeld neben einer Tankstelle haltzumachen. Stattdessen fahren wir zwei Kilometer weiter und bitten einen freundlichen Landwirt um Erlaubnis, auf seinem Grundstück zelten zu dürfen. Während ich das Zelt aufbaue, nähert sich ein kleiner Mann. Er ist schlank und trägt einen Dreitagebart. In seiner dicken blauen Winterjacke sind einige Löcher zu sehen. Er lächelt und winkt uns unsicher zu. Wir winken zurück. Er kommt näher und sagt auf Englisch »Hello«. Wir erwidern »Szia« auf Ungarisch. »Annika vagyok«, stelle ich mich auf Ungarisch vor. Roberto und der kleine Mann – Lotzi – machen das Gleiche. Viel mehr können wir beide nicht auf Ungarisch, daher stehen wir nur da und lächeln nervös. Während ich das Zelt aufbaue, unterbreche ich die unangenehme Stille und erkläre auf Deutsch, was wir machen. Er versteht nichts. »Englisch?«, frage ich? »Nem«, antwortet er und schüttelt den Kopf. Als das Zelt aufgebaut ist, öffne ich eine Tür, und er schaut kurz hinein. Er lächelt uns wieder zu. Das Gespräch friert kurz wieder ein, dann zeigt Roberto seine zehn Finger, macht Fäuste, zeigt wieder die zehn Finger, macht wieder Fäuste und zeigt acht Finger. Danach deutet er auf sich selbst und sagt auf Spanisch »Veintiocho«, um sein Alter zu nennen. Lotzi versteht, deutet ebenfalls auf sich und zeigt eine Menge Finger, während er die ungarischen Zahlen murmelt. Bei 54 hört er auf. Ich mache es den beiden nach und ende bei 25. Lotzi überhäuft mich mit einem Redeschwall. Als er fertig ist, bin ich ratlos, denn ich habe kein Wort verstanden. Dann zeigt Lotzi auf sich selbst und macht »Määääh«. Endlich verstehe ich: Lotzi ist Schäfer und arbeitet für den Bauern. Nun versuchen wir zu erklären, wer wir sind und was wir tun.
Ich zeige in die Luft, überlege und sage »Hamburg«, denn das ungarische Wort für Deutschland habe ich vergessen, und das kleine Bremen kennt man hier sicher nicht. Dann bewege ich meine Hände, als hielten sie die Pedale des Fahrrads und zeige auf den Boden vor uns, wobei ich »Itt« sage, das ungarische Wort für »hier«. Lotzi macht auch die Pedalbewegung und nickt anerkennend. Dann zeigt er auf uns beide und fragt etwas. Ich verstehe nicht. Mit Daumen und Zeigefinger deutet er etwas Kleines an und bewegt danach die Hand zum Mund, als würde er den Inhalt trinken. Er fragt, ob wir einen Schnaps trinken wollen! Ach, warum nicht? Ein Schlummertrunk geht doch immer.
Lotzi verschwindet kurz, kommt wieder und gibt uns ein Zeichen, ihm zu folgen. Seine halb vorbereitete Suppe soll Roberto einfach mitnehmen. Drinnen bietet Lotzi uns Stühle an und drückt uns einen klitzekleinen Becher in die Hand. Der »Schnaps« ist heiß und schwarz. Es ist Kaffee! Und er schmeckt köstlich. Lotzi zeigt uns seine Wohnung. Im Schlaf- und Wohnzimmer stehen zwei alte Fernseher, ein kleines, schmales Bett und ein bullernder Holzofen. In der kleinen Küche hat alles seine Ordnung. Die Teller auf den selbst gezimmerten Regalen sind nach Größe sortiert, und alle Bierdosen aus der Sammlung haben die exakt gleichen Abstände zueinander und sind nach vorne ausgerichtet. Roberto ist von so viel Perfektion beeindruckt. Während wir anfangen, unser Süppchen auf seinem Ofen zu kochen, erzählt uns Lotzi von seinem Leben auf dem Hof. Er deutet auf sein linkes Handgelenk, streckt dann fünf Finger hoch, gähnt und streckt sich. Ich verstehe – jeden Morgen muss er um fünf Uhr früh raus.
Lotzi führt uns aus dem Haus raus in den Stall. In zwei Boxen stehen alte und große Pferde. Ich fange an, die beiden zu tätscheln, und Lotzi tut lächelnd das Gleiche. Dann öffnet er die nächste Tür und präsentiert uns stolz ein paar Kühe und Schweine. Er zeigt auf sie und führt dann die Hand wie einen Löffel zum Mund. Füttert oder isst er sie? Lotzi zeigt auf das Schweinefutter, und ich verstehe: Er füttert sie. Lotzi grinst stolz in Richtung »seiner« Tiere. Ich deute wieder auf die linke Hand und zeige fünf Finger. »Uff, jeden Tag um fünf?«, frage ich auf Deutsch. Lotzi kichert und bewegt seine Schultern auf und ab. Dann wackelt er mit den ausgestreckten Fingern seiner Hände hin und her, als wollte er sagen »mehr oder weniger« und zeigt sechs Finger. Erst will er in Ruhe Kaffee, Toilette und Zigarette genießen, erklärt er auf Ungarisch, aber diesmal ähneln die Worte den deutschen und bedürfen keiner Hände- und-Füße-Untermalung. Nach diesem morgendlichen Ritual füttert er die Tiere und geht mit den Schafen. Als er von den Schafen erzählt, macht Lotzi wieder »Määäh«.
Wir gehen wieder rein, unsere Suppe ist nun fertig, und Lotzi gibt einen Schnaps namens Szilva aus und grinst vor sich hin. Er scheint es zu genießen, Gäste zu haben. Sein 25-jähriger Sohn lebt nicht mehr bei ihm, und den ganzen Tag lang ist er von Tieren umgeben. Schäfer zu sein ist ein einsamer Job.
Es ist gemütlich, wir sind satt, und in der warmen Küche bekommen wir rote Wangen und werden müde. Bevor wir zurück zum Zelt und schlafen gehen, spüle ich das Geschirr, und Roberto bittet Lotzi um ein Taschentuch. Dieser gibt ihm eine ganze Rolle Klopapier und eine Packung Taschentücher und sagt »Souvenir«, scheinbar froh, uns helfen zu können.
Als wir am nächsten Morgen aufstehen, bringt uns Lotzi zwei winzige Glasfläschchen mit gezuckertem Kaffee. Wir trinken ihn langsam und unterhalten uns noch ein wenig, doch Lotzi sieht sich die ganze Zeit nervös um. Er sollte eigentlich arbeiten und will nicht, dass sein Chef ihn herumstehen sieht. Wir sagen Danke, »Köszönöm«, und stauben doch glatt noch eine Umarmung ab, bevor wir uns aufmachen in Richtung serbischer Grenze.

Für unseren ersten platten Reifen lesen wir die Anweisung im Flickenset.

Statt wild zu zelten, bitten wir Lotzis Chef um Erlaubnis.
Alte Freunde
Tag 54, Kilometer 1850, äußerster Osten Kroatiens
POSITIV Ajvar und der Blick von Vinkos Haus NEGATIV Unser erster dreifacher Speichenbruch GELERNT Kyrillische Schrift lesen (auch wenn uns das erst in Serbien hilft)
Nach einem halbstündigen Aufenthalt in Serbien überqueren wir schon wieder die nächste Grenze: nach Kroatien. Hier treffen wir Vinko, einen 27-jährigen Kroaten aus Zagreb, der das ländliche Leben liebt. Vor einem Jahr hat er sich am Rand des Dörfchens Batina für einen Spottpreis ein wunderschönes altes Weingut gekauft. Den Sommer über renovieren er und seine Freundin Maja das am Hang gelegene Haus mit Blick hinunter auf die Donau und die serbische Landschaft auf der anderen Seite. Bewohnbar ist es bereits, als wir ankommen, aber vieles läuft noch etwas altmodisch ab. Dabei will Vinko es auch belassen. Ihm gefällt das gemächliche Leben hier, die Abwesenheit von Stress, Hetze, Terminen und Perfektionismus. Hier kann er handwerklich und künstlerisch tätig sein und jeden Tag genießen. Vinko kocht Wasser für seinen Tee in einem Kessel auf einem alten Holzofen. Kleidung wird per Hand im Wäschekübel gewaschen, der Wasservorrat muss bei Dürre von der Feuerwehr aufgefüllt werden, und Strom gibt es nur eingeschränkt. Es gibt viel zu tun: Vinko zimmert Regale, malt Wände an, hackt Feuerholz, backt Brot, züchtet Kefir und repariert die Tür zu dem in den Felsen geschlagenen Weinkeller, der ganzjährig schön kühl ist. Vinkos weinloses Weingut ist nicht das einzige renovierungsbedürftige Gebäude. Zu Zeiten des Jugoslawienkrieges hat die kleine Grenzstadt stark gelitten. Viele Häuser sind nun unbewohnt. Die meisten jungen Menschen hat es in die Städte gezogen.
Vinko, Roberto und ich gehen hinunter ins Ortszentrum, wo wir Zutaten für eine Fischsuppe einkaufen. Den Fisch gibt es bei zwei Anglern zu Hause. Sie heißen Phillip und Yosef und sind beide Kriegsveteranen, allerdings haben sie jeweils für die andere Seite gekämpft. Phillip hat seine Frau und seinen Sohn im Krieg verloren und Yosef seinen Bruder. Sie erzählen uns von der nostalgischen Zeit unter »Tito«, aber auch vom Krieg und von ihrem Leben als Fischer. Beide verbindet der Verlust ihrer geliebten Familie, daher spielt es für sie heute keine Rolle mehr, dass sie einmal auf verschiedenen Seiten standen. Nichts wird Yosefs Bruder und Phillips Frau und Sohn wieder zurückbringen. Sie wünschen sich Frieden bis an ihr Lebensende.

Phillip und Yosef aus Batina verkaufen uns Fisch und erzählen von früher.
Der erste Winter
Tag 202, Kilometer 3465, Serbien, Nordmazedonien, Griechenland und Türkei
POSITIV Tänze und Musik NEGATIV Karge Landschaften, Frost und Nebelschwaden GELERNT Radreisen ist ganz klar unser Ding, und endlich trauen wir uns, den Anhänger zu verscherbeln, den Reiserucksack liegen zu lassen und nagelneue Fahrradtaschen zu kaufen
In Belgrad werfen wir unsere Pläne über den Haufen, lassen den Donauradweg hinter uns und radeln gen Süden. Fast jeden Tag gefriert es, und wir erhoffen uns wärmeres Klima in Griechenland. Zum ersten Mal folgen wir keinen offiziellen Radrouten, sondern fahren einfach auf kleinen Landstraßen frei nach Lust und Laune. Tagelang geht es entlang abgemähter Felder durch Nebelschwaden.
Unsere steifgefrorenen Füße und Hände tauen wir in Läden und Bäckereien auf, in denen wir unnötig lange herumstehen und dann irgendetwas Billiges einkaufen. Nachts hat es bis zu -10 °C, und wir müssen kuscheln, was das Zeug hält. Schnell lernen wir, dass abendlicher Tee kontraproduktiv ist, da er die Blase füllt. Stattdessen kochen wir Suppe mit viel Chili, die wärmt auch von innen.
Ab Skopje wird es jeden Tag ein klein wenig wärmer, und als wir in Thessaloniki das Meer erreichen, ist es sogar ein paar Tage lang angenehm warm. Weihnachten und Neujahr frieren wir wieder, und als wir in Istanbul eintreffen, fällt der erste Schnee. Es ist gerade Anfang Januar, und wir haben die Nase bereits gestrichen voll vom Winter.
Online lernen wir Eda kennen. Gemeinsam mit ihrem Partner Emir und Freund Orkun hat sie ein Stück Land samt Gebäuden gepachtet, das die drei in ein kleines hübsches Hotel verwandeln wollen. Sie haben den ganzen Winter lang Zeit für die Arbeit und brauchen helfende Hände. Im Gegenzug bieten sie uns Kost und Logis. Bingo! Kurz darauf sitzen wir im Bus nach Fethiye. Zweieinhalb Monate bleiben wir, schleifen Fensterrahmen und Türen ab und streichen sie neu, kochen Hunde- und Katzenfutter, pflügen Beete, sägen trockene Palmwedel ab, hüten neugeborene Welpen, kochen für alle, bauen ein Hühnerhaus, versuchen den alten, bissigen Hengst zu zähmen und schließen nebenher Freundschaften fürs Leben. Als Ende März nur noch die Bergspitzen weiß sind, ist das Projekt Hotel schon ein ganzes Stück weitergekommen. Wir packen unsere Siebensachen, vergießen ein paar Tränchen, umarmen unsere Freunde und ziehen weiter.

Unsere Mitbewohner, Kollegen und Freunde Ali, Selin, Emir, Eda, Ersoy, Orkun und Ian verabschieden uns.

Auf Nebenstraßen durch Serbien.
West- und Zentralasien

Die Ausläufer des Pamir-Hochgebirges in Kirgisistan.
Radler mit Rettungsringen
Tag 259, Kilometer 5138, Türkei
POSITIV Pamukkale, Sonnenaufgang in Kappadokien, alte Küstenwanderwege bei Fethiye und die vielen Trinkwasserquellen am Straßenrad NEGATIV Es geht immer bergauf, selbst wenn alle sagen, es bliebe flach GELERNT Etwas Türkisch, die Okey-Spielregeln und ein Stehklo mit Wasser, statt Papier zu benutzen
»Wie kann das sein, du radelst jeden Tag und trotzdem bist du genauso dick wie ich!« Roberto guckt an sich herunter und ist für einen Moment sprachlos. Das kommt äußerst selten vor. Sein Gegenüber, eine füllige Frau mittleren Alters im engen rosa Rennradtrikot, grinst ihn an. Sie hat es nicht böse gemeint, sie hatte eher drahtig sportliche Muskelpakete erwartet und nicht zwei Normalos mit Rettungsringen.
Woran das liegt, wissen wir ganz genau. An sportlicher Betätigung mangelt es uns nicht. Die Türkei ist voller Berge, und bis wir die Schwarzmeerküste erreichen, geht's immer irgendwo rauf oder runter. Es ist vielmehr die kolossale Menge an Kalorien, die wir täglich aufnehmen. Grund dafür ist die unvergleichbare türkische Gastfreundschaft.
Gleich am ersten Tag im Land winkt uns eine Gruppe älterer Herren zu, die in einem Lädchen sitzt und Backgammon und Okey spielt. Einer formt seine linke Hand zu einem kleinen Teeglas und rührt mit der Rechten einen imaginären Löffel. Wir sollen ihnen auf ein Pläuschchen Gesellschaft leisten. Nach drei Gläsern beschließt die Gruppe, dass wir die Nacht bei Mustafa verbringen würden, seine Frau sei bereits zu Hause und bereite einen Schlafplatz vor. Zunächst sind wir noch überrascht ob der spontanen Gastfreundschaft gegenüber zwei völlig Fremden. Doch dies ist kein Einzelfall. Während unserer fünf Monate in der Türkei erfahren wir am eigenen Leib, dass es für Türken selbstverständlich ist, das, was sie haben, zu teilen, auch mit völlig Fremden. Reisende werden ohnehin immer unterstützt, sonst hätte es sich früher kaum jemand leisten können, nach Mekka zu pilgern.
Wochenlang bricht Roberto hinten rechts am Rad immer wieder eine Speiche. Da wir weder Nippelspanner noch Kettenpeitsche besitzen (und diese Werkzeuge für uns zu diesem Zeitpunkt noch wie Fantasienamen klingen), sind wir Dauerbesucher in allen lokalen Radlädchen auf dem Weg. Meist kriegen wir währenddessen noch einen Tee angeboten, und nicht selten heißt es hinterher, die Rechnung sei schon beglichen. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir von fremden Menschen spontan eingeladen werden, fasziniert uns.
Nördlich von Ankara schlagen wir das Zelt auf einer Schafweide auf, nachdem wir das Okay von Ahmet, dem Schäfer, eingeholt haben. Seine Familie und er bestehen aber darauf, dass wir nicht schlafen gehen, ohne zuvor mit ihnen zu Abend gegessen zu haben.
An einer Tankstelle werden wir von der Betreiberin spontan zu Limonade und einem Essen in der Kantine eingeladen. Kurz darauf kommt uns ein Paar auf einem Trecker entgegen. Als sie uns auf ihrem Rückweg überholen, haben sie uns ein Eis mitgebracht. Wieder zelten wir zwischen zwei Feldern, und diesmal bekommen wir nächtlichen Besuch, der uns nicht schlecht erschreckt. Die Bauernsöhne sind mit Cola und Keksen auf einen Plausch vorbeigekommen, und bald sitzen wir gemeinsam auf dem Acker unter den Sternen, knabbern Kekse und stellen unsere mageren Türkischkenntnisse auf die Probe.
An einem Rastplatz kauen wir gerade an einem Stück Börek, das wir geschenkt bekommen haben, als Ömer und Umut, zwei Lkw-Fahrer, uns zu sich an den Tisch einladen. Auf einer Tischdecke aus Zeitungspapier liegen Fladenbrot, Honig, Oliven und Käse, Gurke und Tomate und natürlich Tee. Ein komplettes türkisches Frühstück. Wir bleiben in Kontakt mit Ömer und verbringen ein paar Wochen später ein paar Tage bei ihm und seiner Familie.
Je näher wir der Schwarzmeerküste kommen, umso energischer werden die Einladungen und umso größer auch die Rettungsringe. Bayran zum Beispiel, bei dessen Familie wir später übernachten würden, setzt sich einfach zu uns und fragt, wie wir heißen und wo wir hinfahren. »Habt ihr Hunger?« »Nein danke, wir haben gerade eine riesige Portion ...«. »Gut, dann nur etwas Kleines. Kellner, drei Pide, bitte! Und auch drei Ayran, ja, die großen.«
Alle paar Kilometer lernen wir liebenswürdige Leute kennen, quatschen, trinken Tee und essen einen Happen oder zwei. Wir wissen gar nicht, wie uns geschieht, ständig finden wir uns in einer anderen Küche wieder, unterhalten uns und kriegen die Teller immer wieder mit hausgemachten Köstlichkeiten aufgefüllt. Es ist ein bisschen wie bei Oma am Tisch, nur dass wir nicht mehr groß und stark werden müssen, sondern mit dem Kalorienverbrennen nicht hinterher kommen. Aber das ist uns herzlich egal. Wir genießen die Zeit bei den gastfreundlichen Türken, und wenn man uns das ansieht, dann ist das auch in Ordnung.
Im Frühjahr verlassen wir das ländliche Fethiye

Ömer aus Rize zeigt uns die Teeplantagen der Region. Hier mit seiner Tochter Purki

Tee wird immer und überall gereicht.

Die Strecke durch die Türkei ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Auch einen Salzsee gibt es.

Abendbrot bei der Familie unseres neuen Freundes Hamid im Iran.

In Armenien ist der Sommer Aprikosenzeit.
Unkonventionell übernachten
Tag 312, Kilometer 6303, Grenzgebiet von Armenien und dem Iran
POSITIV In Armenien die Aprikosen, Lebkuchen und Barbecue an jeder Ecke; im Iran Ghormeh Sabzi (Eintopf), ZamZam-Limo und keine betrunkenen Autofahrer NEGATIV In Armenien Alltagssexismus und im Iran das komplexe kulturelle Konzept von Taroof GELERNT 30 Tage ≠ ein Monat
Die Grenze zum Iran liegt vor uns. Iran, das Land, vor dem wir immer gewarnt wurden – ausschließlich von Menschen, die noch nie da waren. Die meisten Iranreisenden kommen jedoch begeistert wieder. Im armenischen 5000-Seelen-Städtchen Meghri heben wir US-Dollars, armenische Dram und Euros für anderthalb Monate ab, denn im Iran dürfen Ausländer kein Geld abheben, und auch in den folgenden Ländern würde es schwierig werden, Geldautomaten aufzutreiben. Es fühlt sich seltsam an, mit so viel Geld in den Taschen herumzulaufen.
Wir fühlen uns wohl in unserem gemütlichen Zimmerchen mit den weinroten Gardinen, in dessen Mitte eine Tanzstange steht. Ein wenig wundern wir uns darüber, dass der Ganzkörperspiegel an der Decke hängt, statt an der Wand, doch erst als Roberto auf der Suche nach einem Feierabendbier den Schildern zum Restaurant folgend die Treppe hinuntergeht und in einem Stripclub landet, bestätigt sich unsere Vermutung: Unser Zimmer wird auch stundenweise vermietet. Die Frage bei unserer Ankunft, ob wir nicht ein paar weitere Frauen haben wollten, war wohl doch kein Übersetzungsfehler. Es ist sehr sauber, und alle sind nett zu uns, wir fühlen uns dennoch wohl. Als Reiseradler kann man es sich bei der Wahl einer günstigen Unterkunft ohnehin nicht leisten, wählerisch zu sein.
Den Abreisetag verschieben wir spontan, denn das Besitzerpaar des »Hotel and Restaurant«, wie es auf dem Schild draußen steht, lädt uns mit seinem Sohn zum Picknicken in den nahe gelegenen Biergarten ein. Wir unterhalten uns über ihren letzten Urlaub, deutsches Essen und darüber, dass sie als Armenier so manche Freunde und Geschäftspartner aus der Türkei und Aserbaidschan haben, auch wenn die politische Stimmung der Länder zueinander eisig ist.
Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zum zehn Kilometer entfernten Grenzübergang. Immer wieder werden wir angehalten, nach unseren Pässen gefragt und auf Armenisch und Russisch angemeckert. Wir verstehen kein Wort und werden zur Grenzpolizei weitergeschickt, die uns erklärt, dass wir unser armenisches Visum überzogen haben! 30 Tage sind eben nicht das Gleiche wie ein Monat. Zum Glück drücken die Grenzbeamten alle Augen zu, schieben uns durch, drehen uns um, lassen uns von der anderen Seite erneut einreisen (Visum on arrival für schlappe sechs Euro) und stempeln uns dann bei erneuter Ausreise regulär aus. Glück gehabt!
Damit liegt die große Aufregung bereits hinter uns, als wir – ich mittlerweile mit Kopftuch – am iranischen Teil der Grenze eintreffen. Auch hier sind die Beamten freundlich, und schon sind wir in den Mittleren Osten eingereist. Dafür, dass Armeniens nächster Grenzübergang über 500 Kilometer entfernt im Norden des Landes liegt und nach Georgien führt, ist wirklich wenig los.
Von der Route durch die Berge wird uns abgeraten. Um nach Täbris zu fahren, sollen wir einen Umweg über die größere Straße nehmen. So kommt es, dass wir den ganzen Tag an der Grenze entlang nach Westen radeln, zunächst liegt noch Armenien auf der anderen Flussseite, dann später die Autonome Republik Nachitschewan, eine aserbaidschanische Exklave. Erst in Jolfa, einem 5000-Seelen-Städtchen, biegen wir in Richtung Landesinneres ab. Wir atmen auf. In permanenter Grenznähe fühlen wir uns immer etwas unwohl und beobachtet. Wir wollen eigentlich noch 20 Kilometer radeln, da entdecken wir einen Campingplatz. Den müssen wir uns genauer ansehen. Auf einer großen Rasenfläche liegen unzählige Picknickdecken. Darauf sitzen Familien unter Schatten spendenden Bäumen und essen, trinken, lachen und spielen. Im Laufe des frühen Abends packen die Familien die Picknickdecken ein und stellen Zelte auf die frei gewordenen Plätze. Ein Plätzchen ist noch frei, also stellen wir unser Zelt einfach dazu. Kostenlos, versteht sich, denn was ich für einen Campingplatz gehalten habe, ist in Wirklichkeit ein Stadtpark vor einer Moschee, und da der Freitag im Iran Wochenende bedeutet, gehen die Leute zelten. Einfach so, mitten in der Stadt im Park. Wir freunden uns direkt mit den Zeltnachbarn an und fühlen uns auf Anhieb wohl und sicher. Wir haben gelernt, einfach auf unser Gefühl zu vertrauen. Nachts öffnen wir sogar noch die Zelttüren, damit etwas Wind reinkommt, da wir sonst bei immer noch über 30 Grad zerfließen würden. Zähne putzen und uns waschen können wir im Bad der Moschee. Wir werden von den Nachbarn zum Frühstückspicknick eingeladen und ziehen kurz darauf sauber, satt und zufrieden weiter ins Landesinnere.
Die Melonenmisere
Tag 350, Kilometer 6532, Iran
POSITIV Frisches Obst, zoroastrische Tempelruinen, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, beeindruckende Moscheen, Karotteneis, Persepolis, zelten unterm Sternenhimmel NEGATIV Sittenpolizei, Hitze, einander öffentlich nicht berühren dürfen GELERNT Schwieriger Selbstversuch: einen Tag Ramadan im Hochsommer mit zu fasten; ein Kopftuch zu binden und dass Windtürme eigentlich antike Klimaanlagen sind
Es ist August und recht heiß im Nordosten des Irans, der von Wüstenklima geprägt ist. Für uns bedeutet das, noch vor Sonnenaufgang aufzustehen und zu packen, mit dem ersten Tageslicht loszuradeln und über Mittag und den frühen Nachmittag drei Stunden Pause einzuplanen.
Heute beträgt die Vormittagsetappe 40 Kilometer, dann wollen wir in einem Dorf Mittagspause machen, unsere Wasserflaschen auffüllen, etwas essen und uns ausruhen. Auf der Karte entgeht mir bei der Tagesplanung ein kleines Detail: Bei unserem Pausenort handelt es sich um ein Geisterdorf.
Es ist Mittag, als wir ankommen, und das nächste Dorf ist weit weg, also pausieren wir einfach im wohltuenden Schatten einer der Ruinen. Gelebt hat hier schon lange niemand mehr, und gruselig finden wir es bei Tageslicht auch nicht. Das Hauptproblem ist vielmehr, dass wir mit einer Wasserquelle gerechnet hatten. Also fahren wir nach unserer Pause notgedrungen mit je einer letzten halbvollen Flasche pipiwarmen Wassers weiter. Von jetzt an wird nicht mehr gegessen, geraucht, durch die Nase geatmet und nur das Nötigste gesprochen. Plötzlich wirkt die Wüste viel trockener als zuvor. Die Strecke ist langweilig, und meine Gedanken driften ab. Das passiert häufiger auf öden Strecken. Oft analysiere ich Kindheitserlebnisse oder stelle mir Vorstellungsgespräche für einen tollen Job vor. Dabei radle ich von ganz allein um Schlaglöcher herum und achte auf Autos und Schilder.
In meinem heutigen Tagtraum erreichen wir eine Oase wie aus dem Bilderbuch, mit Palmen und einem Brunnen und bunten Vögeln und saftigen Wassermelonen. Als ich aus meinem Tagtraum aufschrecke, ist da wieder nur Wüste, so weit das Auge reicht, geteilt nur von der geteerten Linie, auf der wir uns befinden. Und dann am Horizont das Minarett einer Moschee. Moment! Wo eine Moschee ist, da waschen sich Leute, und wo man sich waschen kann, da gibt es Wasser! Wir kippen die letzten heißen Tropfen in die trockenen Kehlen, fegen die spontan auftauchende Sorge, es könnte sich um eine Fata Morgana handeln, einfach beiseite, geben noch einmal so richtig Gas und erreichen wirklich bald eine moderne »Oase« in Form eines Busbahnhofs. Hier gibt es Menschen, Läden und Wasser. Wir ruhen uns aus, essen und trinken und kaufen zwei gefrorene Flaschen Trinkwasser. Damit kann man sich die Haut kühlen oder andere Lebensmittel kühl halten, und das geschmolzene Wasser kann man nach und nach austrinken. Während wir so dasitzen und die Pause genießen, kommt ein junger Mann zu uns und drückt Roberto eine ganze Wassermelone in die Hand. Es sei ein Geschenk, er hoffe, sie schmeckt uns und überhaupt »Welcome to Iran!«. Einfach so. Nicht zum ersten Mal stelle ich mir vor, wie es wäre. würde jemand in Deutschland auf einen wildfremden Touristen zugehen, ihm eine Tüte Äpfel schenken, einfach nur so, und ihn auf Englisch im Land willkommen heißen. Wir bedanken uns vielmals, zücken das Taschenmesser und machen uns gleich ans Auffuttern. So eine frische Melone ist nämlich nicht nur super lecker, sondern auch ziemlich schwer und lässt sich, rund von außen und klebrig von innen, auch nicht ganz leicht auf dem Gepäckträger befestigen. Als wir uns mit klebrigen Mündern und runden Bäuchen vom edlen Spender verabschieden, bekommen wir gleich eine weitere Wassermelone aufgeladen, »für den langen Weg«. Widerrede zwecklos. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Perser ist unübertroffen.
Wir transportieren die Wassermelone tatsächlich an einem Stück bis zu einer Moschee, neben der wir die Nacht im Freien verbringen, und am nächsten Tag bis zum Stadtpark von Semnan, wo sie mir vom Gepäckträger rutscht und platzt, während wir das Zelt aufstellen. Am folgenden Morgen, meinem Geburtstag, frühstücke ich die Hälfte, die die Ameisen mir übrig gelassen haben. Roberto verpasst das Frühstück, denn ihn hat die Polizei nach einer spontanen Passkontrolle mitgenommen. »Dauert nicht lang«, hieß es. Ich sitze da, warte tiefenentspannt, wundere mich über meine eigene Gelassenheit, und tatsächlich kommt er nach nicht einmal zwei Stunden wieder, verabschiedet sich freundschaftlich von den Polizisten und faltet einen Flyer zusammen, bis er in seine Hosentasche passt. »Ich glaube, die wollten einfach mal einen mexikanischen Pass durchblättern!«, flüstert er, als die Polizisten wieder im Auto sitzen. »Und das hier«, er deutet auf den Flyer »haben sie mir auf der Wache gegeben, nachdem sie meinen Pass ganz genau durchgesehen haben. Eine Anleitung für sicheres Reisen im Iran. Regel Nummer eins: Gib nie deinen Pass raus.«

Zoroastrische Ruinen in der Nähe von Yazd.

Ans Radeln mit Kopftuch gewöhne ich mich schnell.
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