Kitabı oku: «Alles Liebe - zum Fest der Hiebe», sayfa 3

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Sabrina gab einen spitzen Schrei von sich. Der Schmerz schien ihr unerträglich, er war kurz, dafür aber intensiv. Das Feuer, das sie gelöscht glaubte, loderte nun erneut umso heftiger in ihrem Unterleib auf.

In dem kurzen Moment, in dem sie sich der Erschöpfung hingegeben hatte, die der Befriedigung folgte, hatte Jo sich ausgezogen. Der lederne Gürtel, der seine Hose gehalten hatte, schwang durch die Luft und brannte sich in Sabrinas sensible Haut. Es war zu viel. Dies war nun entschieden zu viel. »Aua!« Ob der Gürtel Striemen hinterlassen würde, wusste sie nicht. Aber es fühlte sich so an.

»Hatte ich dir erlaubt, zu kommen?«

»Nein, aber du verla…« Der erneute Schmerz, dem ein intensives Verlangen folgte, unterbrach ihre Antwort.

Auf einmal spürte sie seine Erektion, die sich gegen ihre heiße Haut presste. Bereit zu allem. Sich zwischen ihre Schenkel drängte, mit der Spitze an ihrem Eingang schnupperte. Er würde sie jetzt einfach nehmen, wehrlos wie sie war und sie bebte vor Erwartung.

Eine Hand strich ihr die Haare aus dem Gesicht und sein Mund war ihrem Ohr ganz nah. »Sag es, meine kleine widerspenstige Buchhändlerin. Bitte mich darum.«

Sabrina wimmerte kläglich. Es war erniedrigend, aber es war auch aufregend. Und ganz offensichtlich war es der einzige Weg zu bekommen, wonach es sie in diesem Augenblick am meisten verlangte. »Bitte«, ächzte Sabrina. »Bitte nimm mich. Fick mich. So fest und hart wie du kannst.«

Jo lachte dröhnend und dann drang er in sie ein. Langsam, immer mehr, tief und füllte sie ganz aus. Sabrina stöhnte laut, als ihre Vagina kontraktierte, sich eng um sein zuckendes Geschlecht zog. Jos Erektion erschien ihr gewaltig, wie ein riesiger Eindringling in ihr Allerheiligstes, oder war das nur ihre eigene Erregung, die so unglaublich war, dass sie ihn genau so und nicht anders fühlen wollte? Sie war in diesem Moment sein Besitz und es spielte keine Rolle, ob dies ein Spiel war. Es war erotisch, aufregend, alles andere in den Schatten verdammend.

Ihr zweiter Orgasmus raubte ihr fast den Verstand. Es war das Elementarste, was sie je erlebt hatte. Ihre von der Züchtigung sensibilisierte Haut jagte ihr kleinste Schmerzschauer über Po und Schenkel, doch zugleich lief sie über. Ihre Scham und ihre Schenkel waren nass vor Lust. Sie kam noch mal und noch mal, schrie sich vor Verlangen heiser, aber Jo hörte nicht auf. Er packte ihre Haare, zog ihren Kopf nach hinten, hielt mit den Fingern der anderen Hand ihren Po und vögelte sie hart, in einem besitzergreifenden Ritt. Bis er endlich selbst kam.

Noch ein wenig benommen fand sich Sabrina wenig später in seinem Arm wieder, in seinem Bett, unter eine weiche Decke gekuschelt. Bis zur absoluten Erschöpfung und Aufgabe ausgelaugt und dabei von einem glückseligen Taumel erfüllt.

»Nun, meine unschuldige kleine Buchhändlerin …«, murmelte Jo sanft in ihr Ohr. »Hat dir meine Einführung in unbekannte Lust gefallen?«

»Ja sehr, du Verführer«, murmelte Sabrina, noch ein wenig benommen.

»Dann werd‘ mal wieder wach. Frohe Weihnachten«, sagte er und reichte ihr ein in goldene Folie eingepacktes Geschenk.

»Danke!« Sabrina richtete sich auf. Auf sein Geschenk, das sich in ihrer Handtasche befand, durfte er noch ein wenig warten. Zuerst wollte sie wissen, was er ihr geschenkt hatte. Ungeduldig zerfetzte sie das Papier. Eine rote Augenbinde und ein paar rot gepolsterte Handschellen ließen keine Zweifel aufkommen, wofür dieses Geschenk gedacht war. »Danke«, wiederholte Sabrina und zwinkerte ihm zu.

Er lachte und gab ihr einen Kuss. »Nun lass uns aufstehen und schnell noch das Wohnzimmer ein wenig weihnachtlich dekorieren, ich habe Kugeln und so Zeug, mit denen du bestimmt besser umgehen kannst als ich. Und dann essen wir etwas Leckeres.«

Als sie erstaunt die Augenbrauen hochzog, lachte er. »Nein, ich werde nicht selbst kochen. Ich kann zwar vieles, aber das gewiss nicht, und ich will dich an Weihnachten auf keinen Fall verhungern lassen. Ich habe etwas bestellt.«

»Und dann kommt der Weihnachtsmann, aber nur zu artigen Männern …«, erwiderte Sabrina und freute sich schon auf sein erstauntes Gesicht, wenn sie sich später in seinem Bad umziehen und ihm die Romane, die sie für ihn ausgesucht hatte, in einem knappen Weihnachtsgirlkostüm überreichen würde …

Boléro

Jona Mondlicht


»Das war ein schöner Abend, oder?« Mit einem einzigen Atemzug löscht er das Licht der letzten Kerze. Ein dünner Rauchfaden entwindet sich dem Docht, der Zweig der Nordmanntanne wippt leicht nach. Er beschaut sich den kleinen Baum noch einmal von allen Seiten. Gesund gewachsen ist er. Und dann so sorgfältig geschmückt. Mit pinkfarbenen Kugeln und Lametta. Gleichmäßig verteilt. Wie viel Mühe muss sich Linda gegeben haben, um die Weihnachtstanne so herauszuputzen. Und wie lange muss sie gesucht haben, um diese Kugeln in der hintersten Ecke des Kellers zu entdecken. So viel Engagement. Obwohl sie weiß, dass er Pink hasst. Eine Farbe, die er naiv und laut zugleich empfindet. »Ja, ein schöner Abend«, antwortet er sich selbst. »Oder etwa nicht?«

Linda seufzt. Sie hat es sich auf dem Sofa bequem gemacht.

In den Augenwinkeln sieht er, wie sie die Beine ausstreckt. Sie hat ihr schickes Outfit schon kurz nach der Bescherung gegen eine Jogginghose getauscht. In ihrem tiefroten Bleistiftkleid sah sie sensationell aus, erinnert er sich. Festlich. Edel. Und doch irgendwo zwischen verführerisch und verrucht. Alles zusammen. Und nun? Ein viel zu oft gewaschener, schlappriger Stoff. Farblos. Wenigstens nicht pink, denkt er amüsiert.

»Haben wir noch einen Rest dieser leckeren Plätzchen?«, fragt er. Natürlich haben sie keinen. Die Plätzchen sind längst alle. Er selbst hat die Dose schon gestern bis auf den glänzenden Blechboden geleert. Schokoladenplätzchen. Sie weiß, dass er sie mag. Darum hätte sie die Dose niemals so früh und so offen auf den Tisch stellen dürfen. Aber darum geht es jetzt nicht. »Haben wir?«

Linda fixiert ihn mit einem gespannten Blick. »Weiß ich nicht.«

Aber sicher weiß sie es. Sie selbst hat die leere Dose schimpfend in die Küche gebracht. Gestern. Und sie hat es nicht vergessen. Er lächelt. Und krempelt sich die Ärmel seines weißen Hemdes nach oben. Als hätte er eine schwere Aufgabe vor sich, die es zu erledigen gäbe. Dabei ist es kinderleicht. Er hat schon längst gewonnen. Was er hier tut, ist lediglich das Auslaufen. Die Ehrenrunde. Nur Linda scheint es nicht bemerkt zu haben. Sie ist noch mitten im Rennen.

»Schau doch nach«, sagt sie trocken.

»Nachher. Vielleicht.« Er blickt kurz aus dem Fenster. Dunkel ist es draußen. Der Winter hat die Landschaft sanft eingehüllt. Er sieht ein paar Schneeflocken. Und er sieht das Spiegelbild von Linda. Sie beugt sich langsam über den Rand des Sofas und schaut ihm hinterher. Wie eine Katze verrenkt sie sich dabei. Er ist sicher, sie würde auch so schnurren, wenn sie nur könnte. Er mag sie aber lieber fauchend.

»Ein wenig Musik, bevor wir den Abend beenden?«, fragt er laut und der Hauch seiner Stimme zeichnet einen kleinen Kreis auf das kalte Fensterglas. Er sieht, wie Linda erschrocken den Kopf einzieht und sich schnell wieder auf dem Sofa positioniert.

»Mir egal«, sagt sie gedehnt. Linda wirft den Kopf zurück. Ihre langen Haare fallen ihr über den Rücken. Schön ist sie. »Oder nein«, besinnt sie sich schließlich. »Nicht egal. Irgendetwas Rockiges.«

Er muss sich mühen, ernst zu bleiben. Alles hätte jetzt gepasst, alles hätte sie gemocht. Nur nichts Rockiges. Das sagt sie nur. Langsam geht er zur Schrankwand, streift vorsichtig mit dem Zeigefinger über den Stapel Papphüllen. Auf und ab. Dann entscheidet er sich für die Mitte. Boléro. Maurice Ravel. Das passt, denkt er, und zieht die schwarze Vinylscheibe aus der Papierhülle.

Als er die ersten leisen Takte und das Knacken der Platte hört, dreht er sich um. Auf dem Tisch liegen die Socken von Linda. Mittig. Ausgebreitet. Wie drapiert. Eben lagen sie noch nicht dort. Er schaut aus einem Affekt heraus zu ihr und erwischt einen neugierigen Blick, bevor sie sich schnell wegdreht. »Es war nichts Rockigeres da«, merkt er an.

Linda wackelt mit den Zehen. Gelangweilt.

Er gähnt. Gespielt.

Die Querflöte findet zum ersten Mal ihre Melodie zur kleinen Rührtrommel. Wiederholt sie.

»Na gut«, meint Linda enttäuscht und richtet sich auf. »Heiligabend ist vorbei.« Sie schaut verächtlich zum Plattenspieler. »Hier rockt heute nichts mehr.«

Doch, denkt er. Mehr, als du glaubst, Süße.

Er setzt sich neben sie. Das Sofa sinkt ein. Er ist ihr so nah, dass er sie riechen kann. Und wie gern er das tut. Vor allem dann, wenn er auf Witterung geht. Ihr Duft ändert sich, wenn sie sich anbietet.

Linda zuckt mit den Schultern. Ahnungslos.

»Pinkfarbene Weihnachtskugeln«, sagt er plötzlich und laut. Mitten in den Raum. Ohne Linda anzusehen. Er weiß, dass sie zusammenzuckt. »Leere Plätzchendose«, ergänzt er.

Neben ihm bleibt es still. Nur ein Fagott gesellt sich in den Raumklang.

»Schlapprige Jogginghose. Strümpfe auf dem Tisch.« Er intoniert es wie ein Stakkato. Passend zur Musik. Und so, wie diese Fahrt aufnimmt, tut es auch er. »Die alte Tischdecke. Deine quer im Flur stehenden Schuhe. Der nur halb geschlossene Reißverschluss im Kleid.«

Oboe und Trompete stimmen ihm zu.

»Die offene Schranktür. Das laute und affektierte Lachen am Telefon. Die fünfte Räucherkerze.« Er schaut zu Linda. Ihre Augen sind riesig. Vielleicht aus Freude, vielleicht aber auch nicht. Das wird sich herausstellen. »Alles Dinge, die ich hasse. Von denen du weißt, dass ich sie hasse. Stimmt’s?«

Die Musik wird lauter. Linda beißt sich auf die Unterlippe.

Er greift ihr in den Nacken, als die Trompete zum Solo ansetzt. Mit einer kräftigen Bewegung zwingt er Linda, sich auf dem Sofa zu drehen, positioniert ihren Kopf auf der Lehne.

Sie schreit überrascht auf. Mit den Händen versucht sie sich abzustützen. Hastig. Rechts und links. Sie findet keinen Halt auf dem glatten Leder des Sofas.

Er ergreift mit der anderen Hand ihren Hosenbund. Zieht ihn mit einem Ruck nach unten, so dass der Stoff knackt. Kein Slip, denkt er. Noch etwas, das er der Liste hätte anfügen können. Wenn er es schon gewusst hätte. Aber er will nicht kleinlich sein.

Linda windet sich, kann sich seinem festen Griff in ihrem Nacken jedoch nicht entziehen. Sie versucht, ihren Kopf schräg zu legen, aber er lässt es nicht zu. Wie ein Schraubstock hält er sie in der Position.

»Ich frage mich, Linda, wieso so viele Dinge ausgerechnet an Heiligabend passieren. Ausgerechnet dir. Und ausgerechnet all das, was ich überhaupt nicht mag.« Er streicht mit der Handfläche über die nackte Haut ihres Hinterns. »Hast du darauf eine Antwort?«

»Zufall«, quetscht sie heraus. Sofort. Eine zurechtgelegte Reaktion.

Das Horn bricht dramatisch in die Melodie ein.

Mit einer kräftigen Bewegung setzt er einen Hieb. Auf das aufgeblätterte, empfindliche und schutzlose Stück Haut zwischen heruntergezogenem Hosenbund und bis auf den Rücken gerutschtem Shirt. Es klatscht. Die Musik kann es nicht übertönen.

Linda quietscht. Ihr Körper ruckt nach vorn. Ganz gleich, ob sie damit gerechnet hat oder nicht – die Härte des Schlages hat sie überrascht. Nicht alles verläuft nach ihrem Plan.

»Hast du auch eine ehrliche Antwort?« Er legt seine Handfläche wieder auf ihren Hintern. Greift noch einmal fester in ihren Nacken und unterbindet konsequent Lindas Versuch, ihren Körper zur Seite zu drehen.

Sie beginnt zu schweigen. Vollständig.

Ein zweiter Schlag trifft sie. Wuchtiger. Nachhaltiger. Linda schnappt nach Luft. Sie zieht den Kopf nach unten und presst ihre Stirn gegen die Lehne. Was soll sie schon antworten. Es waren keine Zufälle. Natürlich nicht.

Die Melodie wechselt von C-Dur zu A-Moll.

»Na gut«, meint er hinter ihr und rückt sich zurecht. Vorsichtig berührt er ihren Hintern, hebt die Handfläche leicht, senkt sie wieder. Passend zum Takt der Rührtrommel. Er nimmt den Rhythmus auf. Allmählich. Der Abstand zum Klangkörper wird immer größer. Die Schläge nehmen an Intensität zu.

Linda keucht. Sie öffnet den Mund, um Luft zu bekommen. Die Augen kneift sie zusammen. Ihr Plan gelingt, denkt sie. Sie hat ihn so lange gereizt, bis er endlich die Geduld verliert. Einen ganzen Abend lang hat es gedauert. Pinkfarbenes Lametta war nötig, versteckte Schokoladenplätzchen, die alte Jogginghose, absichtlich auf den Tisch geworfene Strümpfe. Und noch viele Unartigkeiten mehr. Weihnachten. Das Fest der Liebe.

Die Celesta verdoppelt die Melodie um zwei Oktaven.

»Bescherung«, kommentiert er zeitgleich. Und bevor Linda darüber nachdenken kann, bricht auf ihrem Hintern der Boléro los. Im Rhythmus trifft die Hand, fest, beißend, aber nie auch nur einen halben Takt zu früh oder zu spät. Mit jeder Oktave nimmt die Intensität zu. Die Hitze steigt auf ihrem Hintern im gleichen Maß wie die Obertöne in den Raum. Beide wechseln die Klangfarbe. Immer wieder.

Linda bemerkt, dass er nicht aufhören wird. Sie versucht sich zu erinnern, wie lang das Musikstück andauert, aber es gelingt ihr nicht. Und sie kann sich auch immer weniger konzentrieren. Die Haut beginnt erst zu zwicken, dann zu brennen. Pulsierend. Immer im Takt. Linda stellt sich darauf ein. Sie bemerkt, dass ihr Körper reagiert. Jeder Wechsel der Tonart treibt sie höher. Längst hat sie die Hand in ihrem Nacken vergessen, sie spürt sie nicht mehr, auch wenn sie dort noch gehalten wird. Es gibt kein Entkommen mehr. Und es ist auch keines nötig. Linda drückt sich der schlagenden Hand entgegen. Was für eine Bescherung.

Basstrommel. Becken.

Linda schnappt nach Luft. Laut. Sie verdreht die Augen. Jetzt, denkt sie. Gleich beginnt sie zu fliegen. Mit dem ganzen Orchester. Jetzt. Gleich.

Ein dissonanter Akkord lässt die Melodie sterben. Die Atmosphäre bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Plötzlich ist Stille im Raum. Nur das Vinyl knackt leise. Wie Nachwehen.

Linda bewegt sich noch ein wenig weiter, aber ihr gelingt es nicht, abzuheben. Sie fühlt sich kurz davor, doch der Antrieb fehlt. Die Hand ist verschwunden. Abbruch.

Mit einem klackenden Geräusch hebt sich der Tonarm, schwenkt gnadenlos zurück und rastet ein. Völlig unbeteiligt. Ein leises Knarren bremst das Vinyl. Stille.

»Scharfes Stück«, sagt er süffisant und erhebt sich. »Wusstest du, dass Ravel den Boléro als Provokation empfunden hat?« Er schlendert zur Schrankwand, nimmt die Platte vorsichtig, dreht und begutachtet sie. »Provokation«, wiederholt er genussvoll. Dann schiebt er die schwarze Platte zurück in die Papierhülle. »Weißt du, was das ist, eine Provokation?«

Er schaut zum Sofa. Linda atmet noch immer aufgeregt. Erregt. Mit der Stirn auf dem Leder der Lehne. Ihr Hintern leuchtet rot in den Raum hinein. Sie würde alles geben, es zuende bringen zu dürfen. Alles. Das weiß er. Sie hätte es sogar haben können, wenn sie es nicht so darauf angelegt hätte.

»Eine Provokation ist jedenfalls nichts, was zwingend zum Erfolg führt, meine Liebe«, erklärt er. »Ravel hatte sich die Reaktionen auf seine Komposition auch ganz anders vorgestellt.« Er durchquert den Raum, schaut noch einmal auf den zitternden Körper von Linda. »Räum die Socken weg. Und dann komm ins Bett. Versuche es morgen in einer anderen Tonart. Vielleicht erreichst du dann, was du möchtest.«

Er dimmt das Licht und verlässt den Raum. Es wird nicht lang dauern, bis Linda sich abgekühlt hat und ihm folgen wird. Das weiß er. Vielleicht, denkt er, hat sie sogar etwas gelernt heute. Dann hätte er ihr sogar noch etwas geschenkt am späten Heiligabend.

Gutes Mädchen oder böses Mädchen?

Thomas Backus


Weihnachten ist die Zeit, in der man seinen Hang zum Kitsch so richtig ausleben kann.

Die süße Jessy nutzte diese Ausrede jedes Jahr voll aus. Die rothaarige Frau kuschelte sich in ihren Rentierpullover. Sie liebte diesen Pullover. Den hatte ihr nicht die eigene Oma gestrickt, was es noch besser machen würde, aber leider war ihre Oma die einzige Oma der Welt, die nicht stricken konnte. Umso mehr freute sie sich, als sie dieses überdimensionale Kleidungsstück von der Oma ihrer Freundin geschenkt bekam. Im Gegenzug freute sich Anjas Oma, dass sie endlich jemanden hatte, für den sie so etwas stricken konnte. Weil Anja solche Pullover im Leben nicht anziehen würde. Ausziehen hingegen sehr. Weswegen sie ihrer Oma immer ganz lieb für die gestrickten Sachen dankte, mit einem Augenzwinkern.

Sie sagte immer zu Jessy: Das Zeug ist ja grässlich – zieh das aus. Dann haben die beiden Sex, und den hätten sie sicherlich nicht, wenn Anja die Sachen wirklich nicht mögen würde, die sie ihrer Freundin auszieht.

Jessy trägt übrigens auch dicke Wollsocken, aber da ist Anja großzügig, die darf sie auch gerne mal anbehalten.

Dean Martin sang gerade Let It Snow, das beste Stück seines Christmas Albums, und im Fernseher lief eine BluRay mit einem heimeligen Kaminfeuer.

Die Wärme des Zimmers stammte leider nur von einer unromantischen Zentralheizung, aber dieses kleine Manko hatte Jessy geschickt hinter einer Menge Weihnachtsdeko versteckt. Die Fenster waren mit künstlichem Schnee und LED-Sternen verziert, vor denselben standen kleine Tischchen mit Lebkuchenhäusern (eines für Jessy, eines für ihre Freundin Anja) und Tellern voller Plätzchen im Überfluss. Zimt und Lebkuchenduft lagen in der Luft, und der Duft der riesigen Nordmanntanne, deren Zweige sich unter rosa Glaskugeln und goldenen Lichterketten bogen.

Überall tanzten Weihnachtsmänner und Schneemänner zu musizierenden Engeln, und mehr als ein Rudolph leuchtete dazu mit seiner roten Nase.

Jessy war ganz kribbelig, denn sie las in einem tollen Weihnachtsbuch von einer Hausfrau, die in der Vorweihnachtszeit von dem Zwang heimgesucht wird, etwas Verrücktes zu tun. Bei diesem Gedanken spielt sie an sich herum, bis ihre Kaffeetasse zerbricht.

Die Geschichte brachte ein gewisses Eigenleben in Jessys Finger. Sie spielte mit ihrem Intimpiercing, ganz unbewusst. Dann, als sie umblättern musste, feuchtete sie ihre Finger an, aber nicht in ihrem Mund.

Jessy grinste. Es war Anjas Buch, das sie hier las. Sie stellte sich vor, wie ihre Freundin ihren ganz besonderen Geruch bemerken würde, wenn sie später darin schmökerte.

Jessy strich nun mit zwei Fingern durch ihre rasierte Spalte und markierte damit die Seite, die sie gerade las.

Anschließend klappte sie das Buch zu. Sie betrachtete das Cover. Ein Mädchen in einem knappen Röckchen kehrte ihr den Rücken zu. Süßer die Glocken, lautete der Titel. Jessy empfand ein tiefes Bedauern, dass ihr die Schöne ihre Glocken vorenthielt.

Aber es machte sie auch neugierig. Es war nicht gut, zu viel zu zeigen. Man musste der Fantasie Spielraum lassen. Sie hatte schon mit dem Gedanken gespielt, sich einfach nur zwei kleine Glöckchen an die Nippel zu hängen, was sicherlich auch seinen Reiz hätte. Aber dann hätte Anja ja nichts, was sie ihr ausziehen könnte …

Die beiden Mädchen hatten ein sehr reges Sexualleben, was ihre beiden Omas wohlmöglich schockiert hätte. Vielleicht auch nicht. Die beiden alten Damen schienen sehr genau zu wissen, dass sie nicht nur Arbeitskolleginnen und Zimmergenossinnen waren, sondern Busenfreundinnen im wahrsten Sinne des Wortes.

In der Weihnachtszeit war Jessy geradezu rollig. Im Gegensatz zu Anja war sie bi, und auch wenn Anja und sie eine tolle Beziehung hatten, und auch supertollen Sex, so sehnte sie sich manchmal doch nach einem echten Schwanz.

Dieses Verlangen überkam sie das erste Mal im zarten Alter von vierzehn Jahren, als sie im Kaufhaus auf dem Schoß des Weihnachtsmannes saß. Unter seiner roten Hose war etwas Hartes, und je mehr sie hin und herum rutschte, umso härter wurde es. Sie wusste damals noch nicht, was das war, aber die Art, wie der Weihnachtsmann sein Ho, Ho, Ho keuchte, gefiel ihr.

Anschließend schenkte er ihr mehr Zuckerstangen als jedem anderen Kind.

In diesem Moment klingelte es an der Tür. Jessy lächelte bei dem Gedanken an ihre Freundin, die sich den Tag freigenommen hatte, um ganz besondere Besorgungen zu machen.

Vielleicht hatte ihr die Süße so viele Geschenke gekauft, dass sie keine Hand mehr frei hatte, um die Tür aufzuschließen.

Jessy sprang auf und rannte zur Tür. »Komm rein, Schatz«, hauchte sie.

»Ho, Ho, Ho«, sagte die Gestalt vor der Tür, und das war ganz sicher nicht die süße Anja.

Der Weihnachtsmann, der ihr dort sein fröhliches Ho, Ho, Ho entgegen geschmettert hatte, entsprach nicht dem gängigen Klischee. Er war nicht fett und er war gottseidank auch nicht alt. Unter dem angeklebten Bart befand sich ein junger Kerl, und unter dem aufklaffenden Mantel ein echter Waschbrettbauch.

Von diesem Weihnachtsmann war Jessy regelrecht entzückt.

»Nee, ist denn heute schon Weihnachten?«, jauchzte sie.

»Eigentlich ja«, erwiderte dieser.

»Dann ist ja jetzt auch Zeit für Geschenke!« Jessy packte den knackigen Weihnachtsmann am Mantel und zog ihn zu sich in die Wohnung.

Sie begrüßte ihn mit einem langen, weichen Kuss.

»Dich schickt der Himmel«, seufzte sie, und dabei dachte sie, dass ihn Anja schickte. Ihre Freundin kannte sie nicht nur in- und auswendig, sie wusste auch von ihrem Weihnachtsmannfetisch.

Der Mann bestätigte nichts, denn Jessys Küsse raubten ihm den Atem. Er nahm sie fest in den Arm. Sie spürte die Härte seiner Rute an ihrem zarten Bauch.

Schön, dass er so groß ist, dachte sie. Dann presste sie sich noch fester an ihn. Er stöhnte. Das hörte sich nicht mehr nach Ho, Ho, Ho an. Aber es machte Jessy mindestens genauso an. Sie drängte den Weihnachtsmann zur Couch und setzte sich frech auf seinen Schoß.

»Warst du denn auch brav?«, fragte er standesgemäß.

»Aber ja, lieber Weihnachtsmann.«

Er lachte.

»Nein, du warst sicherlich ein ganz böses Mädchen!«

»War ich nicht«, schmollte Jessy. »Ich war immer brav und artig. So wie es sich gehört. Ich bin ein gutes Mädchen!«

»Bist du nicht!« Der Weihnachtsmann grollte. Er stand auf. Jessy rutschte von seinem Schoß herunter.

Was ging denn hier ab?

»In meinem goldenen Buch steht ganz genau drin, wer nett war, und wer nicht.«

»Dann guck noch mal genau in dein Buch. Du musst mich mit jemand anderem verwechseln.« Jessy stemmte die Hände in die Hüften. »Oder du bist in der Zeile verrutscht. Ich bin definitiv kein böses Mädchen.«

»Alle Mädchen sind böse«, knurrte der Weihnachtsmann. »Und deshalb bekommst du jetzt die Rute.«

»Hör zu, bis jetzt war die Sache ganz spaßig, und wenn du nur Sex willst, ist das auch okay. Ich werde dir die Rute polieren, bis sie ganz wund ist. Aber ich lasse mich nicht schlagen. Dafür gibt es ein definitives Nein. Ich hoffe, du weißt, was Nein bedeutet!«

Der Weihnachtsmann schaute sie ganz ungläubig an. Offensichtlich hatte so noch kein Mädchen mit ihm gesprochen.

Dann begann er den größten Fehler und wedelte mit der Rute in Jessys Richtung. Er traf nicht einmal. Sie traf ihn schon. Mit der Faust. Ins Gesicht. Das haute ihn um.

Was der Kerl offensichtlich nicht wusste – und was man der kleinen zierlichen Jessy in ihrem tollen Rentierpullover auch nicht ansah: sie war nämlich Polizistin, und im Umgang mit großen bösen Männern geübt. Noch während der schlagfreudige Weihnachtsmann ohnmächtig am Boden lag, verpasste sie ihm Handschellen. Nicht diese mit Plüsch gefütterten für den Hausgebrauch, sondern echten Stahl für echte Verbrecher.

»Was ist denn hier los?«

Anja stand in der Tür. Sie hatte noch die Einkaufstaschen in der einen Hand, den Haustürschlüssel in der anderen.

Sie hatte das lange honigblonde Haar unter einer Bommelmütze versteckt. Ihre Nase war ganz rot von der Kälte draußen. Jessy fand sie zum Anbeißen. Vielleicht sollten sie nachher noch rausgehen. Hinter irgendeiner Bude auf dem Weihnachtsmarkt fände sich sicherlich ein Plätzchen, wo man sich gegenseitig die Kälte aus dem Leibe ficken könnte …

»Dein Geschenk wurde frech.«

Anja stellte die Tüten ab. Sie schloss die Tür, ging langsam auf den gefesselten Typ zu. Sie sah den Waschbrettbauch, war aber nicht beeindruckt. Sie stand mehr auf das weiche Bäuchlein ihrer Freundin, mit dem neckischen Bauchnabelpiercing.

»Das ist nicht mein Geschenk«, sagte sie trocken. »Ich habe dir pornografische Rentiere aus dem Beate Uhse Shop besorgt. Damit du auch ein paar Nippesfiguren für das Schlafzimmer hast.«

»Echt? Zeig mal.«

Anja ging zu den Einkäufen. Zwischen all den bunten Tüten befand sich eine aus dunkelbraunem Plastik. Undurchsichtig. Typisch Sexshop halt.

Darin drei hübsch verpackte Präsente. Mit Schleife drum. Jessy setzte sich auf den gefesselten Weihnachtsmann. Freudig packte sie die Geschenke ihrer Freundin aus. Tatsächlich Rentiere beim Bumsen. Ein Paar in der Missionarsstellung, eines beim Doggystyle und zum Abschluss zwei großbrüstige Rentierdamen bei der Neunundsechziger Stellung.

Jessy war entzückt. Sie sprang auf, umarmte ihre Freundin und küsste sie. Einmal, zweimal, ganz schnell, dann länger, und noch länger. Sie verloren sich in einem Kuss, der eine Ewigkeit zu dauern schien.

»Deine Geschenke sind echt die Besten«, seufzte sie glücklich.

»Und der da?« Anja zeigte auf das zittrige Bündel, das gerade die Augen aufschlug und mal ein knackiger Weihnachtsmann gewesen war.

»Ich sag ihm noch: Hörst du bitte auf … und er sagt immer: Du bist ein böses Mädchen, du hast die Rute verdient.«

Anja lachte. »Du bist das liebste Mädchen, das ich kenne.«

Sie küsste Jessy zärtlich auf die Stirn.

»Das habe ich ihm gesagt. Er wollte mir nicht glauben.«

Anja lachte erneut. »Ich bin das böse Mädchen.«

Jessy tat überrascht. »Hast du die Rute verdient?«

»Oh, ja!«

»Soll ich ihn losbinden, damit er dich schlagen kann?«

»Nein«, Anja schüttelte den Kopf, »du darfst mich gerne schlagen – er nicht.«

Jessy gab Anja einen leichten Klaps auf den knackigen Po. Der steckte noch immer in der dicken Winterjeans, deswegen hatte die Geschlagene gut lachen.

Dem Weihnachtsmann lief der Sabber aus dem Mund.

»Das findest du geil? Du perverses Schwein?« Jessy trat dem Mann gegen das Schienbein.

Ihre weichen Socken dämpften den Tritt doch sehr, aber es ging ihr ums Prinzip. Ihr Tritt, und war er noch so schmerzlos, verdeutlichte ihren Standpunkt. Männer hatten keinerlei Recht, eine Frau zu schlagen. Zumindest nicht, wenn sie das nicht wollte.

Anja grinste. »Ich bin ein böses Mädchen. Deshalb kriege ich jetzt die Rute.«

Im Grunde genommen war die Rute genauso schäbig wie das übrige Kostüm. Billige Kaufhausqualität. Ein wenig Reisig, grob zusammengebunden. Allenfalls dazu geeignet, einem kleinen Kind zu drohen.

In einem solchen Fall jedoch wirkte sie recht gut. Der Weihnachtsmann machte sich vor Angst beinahe in die Hose.

Anja schlug ihn mit der Rute. Einmal auf den Oberschenkel, dann auf den Hintern.

Er schrie.

»Was für ein Jammerlappen«, meinte Jessy. »Dabei hat er vorhin so ein großes Maul gehabt.«

»Kleine Mädchen schlagen, das kann er.« Sie schlug ihn erneut mit der Rute. »Aber wer austeilen will, muss auch einstecken können!«

Wieder schlug sie ihn auf den Hintern. Einmal, zweimal, dreimal.

Er jammerte.

»Klingt nicht so, als würde ihn das anmachen.«

»Aber es sieht so aus, als hätte er einen Steifen.«

»Nee, vorhin hatte er einen, da war sein Ding größer.«

»Echt? Zieh ihm doch mal die Hose aus.«

Jessy kicherte. »Au fein.« Sie war in Spiellaune. Freudig zog sie ihm die Hose runter.

Sein Ding war groß, aber nicht steif.

Anja strich mit der Rute über seine Rute. Sie zuckte kurz, erhob sich aber nicht aus ihrem Winterschlaf.

»Das scheint ihn echt nicht anzumachen …«

Anja ging auf Jessy zu, streichelte ihren Busen. Küsste sie. Lang und feucht, mit viel Zunge.

»Da regt sich was, aber nicht viel.«

Jessy hob den Rentierpullover hoch, sodass der Weihnachtsmann ihre kleinen Tittchen betrachten konnte. Vollkommene Brüste, solche, nach denen sich alle Jungs die Finger leckten.

»Schon besser.«

Anja beugte sich hinunter und küsste Jessys Brust, ließ die Zunge um die Brustwarze kreisen – sie biss leicht hinein.

»Volltreffer.«

Der Weihnachtsmann hatte nun einen beachtlichen Ständer.

»So ist es recht!« Anja haute dem Typ die Rute voll über den Dödel. Der Kerl schrie auf, krümmte sich, rollte sich auf den Bauch, schrie noch mal vor Schmerz auf, als sein wunder Schwanz über den Boden rieb, dann rollte er wieder auf den Rücken.

Der Weihnachtsmann weinte wie ein kleines Mädchen.

»Oh Gott«, sagte Jessy. »Jetzt ist aber gut.«

»Noch lange nicht, meine Liebe. Das hier ist ein gefährlicher Sexualverbrecher. Wer weiß, wie viele unschuldige Mädchen er schon mit seiner Rute heimgesucht hat. Wir müssen ihm eine Lektion erteilen, die er sein Leben lang nicht vergisst.«

Der Mann rollte sich wieder auf dem Bauch, den Hintern erhoben, um seine Genitalien unter der Brücke seines Leibes zu schützen. Anja setzte sich auf seine Schultern. Dann schlug sie zu. Das billige Reisig tanzte auf seinen Hinterbacken. Hinterließ rote Striemen. Noch ein Schlag. Noch mehr Striemen.

Anja zeigte, wie ausdauernd der Arm des Gesetzes war. Immer und immer wieder schlug sie zu. Striemen wurden zu blutigen Rissen. Das Reisig zerbarst unter den Schlägen. Erst jetzt hörte Anja auf. Sie keuchte vor Anstrengung.

Jessy schaute sie mit großen Augen an. »Hat er sich jetzt doch bepisst?«

»Nein, das ist Sperma.« Anja verdrehte die Augen. »Der Sau hat das Spielchen doch gefallen!«

Statt Salz in den Wunden zu verreiben, wie es Anja vorgeschlagen hatte, säuberte Jessy den Hintern des Geschlagenen und rieb ihn mit einer Salbe ein. Er wimmerte nur noch leise.

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