Kitabı oku: «Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten im Elsass»

Yazı tipi:

Danke an Günther und Louise,

meine Mitreisenden, und an Manuel,

Frank und Claudia, meine Freunde.

KLEINE AUSZEITEN IM
-ELSASS-



INHALT

EINLEITUNG

VIVE L’ALSACE!

Charmant, vielseitig, lebendig

1Land der Sandsteinburgen

In der waldreichen Region der Nordvogesen

2Vielfältige Nordvogesen

La Petite Pierre und das Hanauer Land

3Kultur trifft auf Natur

Saverne und seine malerischen Gärten

4Auszeit vom Feinsten

Die Elsässische Schweiz

5Die Metropole Straßburg

Im Herzen Europas

6Das Schöne ganz nah

Rund um Obernai

7Auf zum Wasser!

Im Grand Ried – zwischen Rhein und Ill

8Im Zentrum des Humanismus

Von Sélestat zur Haut-Koenigsbourg

9Im Herzen der Weinstraße

Von Ribeauvillé nach Riquewihr

10Genuss für alle Sinne

Mittelalterliches Flair in Kaysersberg

11Störche und Rinder satt

Das Münstertal – ein Eldorado für Käsefans

12Bunt und lebendig

In und um Colmar ist viel Abwechslung geboten

13Industriekultur trifft auf Natur

Hoch oben auf dem Grand Ballon

14Historie trifft Moderne

Rund um Mulhouse

15Ländlicher Charme im Süden

Der reizende Sundgau

Orts- und Sachregister

Impressum


Hoch oben auf dem Grand Ballon – dem Gipfel des Elsass

ZIELE IM ÜBERBLICK

Sandsteinburgen Nordvogesen

La Petite Pierre / Hanauer Land

Saverne

Wangenbourg-Engenthal

Straßburg

Elsass rund um Obernai

Grand Ried – zwischen Rhein und Ill

Sélestat / Haut-Koenigsbourg

Von Ribequvillé nach Riquewihr

Kaysersberg und Umgebung

Das Münstertal

Colmar

Grand Ballon

Mulhouse

Sundgau

VIVE L’ALSACE!
Charmant, vielseitig, lebendig


Artenreiche Flora


Fachwerk überall


Einladende Gasthäuser

Malerische Städtchen, mittelalterliche Burgen, Pfade entlang von Weinbergen, glasklare Seen inmitten dunkler Wälder und ein teils alpines Mittelgebirge – so abwechslungsreich ist die Landschaft des Elsass im Herzen Europas. Und dann sind da noch die vielen kulinarischen Spezialitäten für alle Liebhaber des guten Geschmacks.

Das Elsass besteht aus zwei Departements: dem Unterrhein (Bas-Rhin) und dem Oberrhein (Haut-Rhin). Die geografischen Grenzen bilden zum Westen hin die Vogesen und zum Osten hin der Rhein, der gleichzeitig die Landesgrenze zu Deutschland und der Schweiz markiert. Diese geografische Vielfalt, vom Mittelgebirge hin zur elsässischen Tiefebene, bietet viele unterschiedliche Naturschauspiele auf relativ überschaubarem Raum, denn das Elsass umfasst nur eine Länge von ca. 190 und eine Breite von ca. 50 Kilometern. Und so ist es nie sehr weit von einem traumhaften Aussichtspunkt zu einem pittoresken Fachwerkdorf mit bunt bemalten Häusern oder einer mittelalterlichen Burg.

ZWEI NATURPARKS ZUM WANDERN UND ENTSPANNEN

Der Regionale Naturpark Vosges du Nord und der Regionale Naturpark Ballon des Vosges haben es sich zur Aufgabe gemacht, das reiche natürliche und kulturelle Erbe der Region zu schützen. Der 1975 gegründete Regionale Naturpark Vosges du Nord erstreckt sich auf Teilen der Departements Bas-Rhin und Moselle. Zwei Drittel seiner Fläche sind bewaldet, vorwiegend mit Fichten und Buchen. Aber auch Moorbereiche und Weiden gehören zu seinem natürlichen Habitat. Markant sind vor allem die vielen mittelalterlichen Felsenburgen im Nordosten des Naturparks, die als majestätische Zeitzeugen einer bewegten Vergangenheit an der Grenze zum Pfälzer Wald hin stehen.

Der 1989 gegründete Regionale Naturpark Ballon des Vosges wiederum erstreckt sich über die vier Departements Haut-Rhin, Haute-Saône, Vosges und das Territoire de Belfort und punktet mit einer reichhaltigen Fauna und Flora. Im elsässischen Teil bietet er eine grandiose Vielfalt in jeder Hinsicht. Von seinem Hochkamm mit baumlosen Hochweiden und der berühmten Vogesenkammstraße (Route des Crêtes) bis hin zu schmucken elsässischen Fachwerkdörfern entlang der Weinberge bietet er Wanderfreunden, Outdoor-Liebhabern und Genussmenschen authentische Wow-Effekte und echte Entspannungsmomente. Seine höchste Erhebung ist der Grand Ballon, der Große Belchen, mit einer Höhe von 1424 Metern. Als Paradies für Naturmenschen bieten beide Naturparks viele bestens ausgeschilderte Wanderwege und Mountainbike-Touren, die größtenteils dem Wanderverein Club Vosgien zu verdanken sind. Am einfachsten ist es, die lokale Tourist-Information aufzusuchen und nach geeigneten Routen in dem jeweiligen Gebiet zu fragen, denn es gibt Angebote für alle Ansprüche – von familiengeeignet bis sportlich ambitioniert! Viele Broschüren sind gratis und in deutscher Sprache erhältlich.

Neben dem vielen Wald und den hohen Bergen ist das Element Wasser im Elsass auch von großer Bedeutung. Das malerische Ried entlang des Rheins unweit von Straßburg und die elsässische Camargue mit ihren Sumpfgebieten im Süden sind sehr lohnenswerte Ausflugsziele. Doch auch die zahlreichen Seen, Flüsse und Kanäle in der gesamten Region bieten kleinen und großen Wasserratten eine Fülle von Möglichkeiten.


Land der Sandsteinburgen


Malerische Städtchen entlang der Weinstraße


Am Horizont die Rheinebene

Die Hochweiden entlang der Vogesenkammstraße


Das charmante Colmar verzückt jeden Besucher.


Vogesenrinder prägen das Landschaftsbild.

ESSEN WIE GOTT IM ELSASS

Und wenn man nach all den Abenteuern Hunger hat, so ist man bereits am richtigen Platz! Essen wie Gott in Frankreich – das trifft sicherlich ganz besonders auf das Elsass zu. Was gibt es Schöneres, als an einem spektakulären Aussichtspunkt sein Wohnmobil anzuhalten, die Köstlichkeiten vom Markt auszupacken und ausgiebig zu picknicken? Über das reichhaltige Angebot eines lokalen Wochenmarkts kann man nur staunen. Und das Beste: Selbst ohne Französischkenntnisse kann man sich problemlos mit regionalen Leckerbissen eindecken. Oft sprechen die Elsässer Deutsch, und wenn nicht, helfen Zeichensprache und die Freundlichkeit der Direktvertreiber und Marktbeschicker. Laut und bunt geht es auf diesen Märkten zu. Kurz vor Mittag genießt man à la française etwa ein Gläschen Wein oder einen Apéritif in einer Brasserie am Marktplatz und schaut dem Treiben zu. Viel mehr braucht es nicht, um einzutauchen in die französische Lebensart. Bereichert wird das kulinarische Angebot des Marktes von den lokalen Leckerbissen, die Metzgereien (Boucherie und Charcuterie), Boulangerien, Pâtisserien, Käsereien und Feinkostläden (Épicerie) den hungrigen Besuchern anbieten.


Die Burg Kaysersberg


Ort der Stille – Unterlinden-Museum

Berühmt ist das Elsass nicht nur für seine hauchdünn gebackenen Flammkuchen, die in einer traditionellen Weinstube am besten schmecken. Es gibt noch unzählige weitere Delikatessen, die es zu entdecken gilt – von herzhaften Gerichten wie dem traditionellen Bäckeoffe, einer Kasserolle mit Kartoffeln und verschiedenen Fleischsorten, der Tourte, einer gefüllten Hackfleischtorte, oder dem Coq au Riesling, einem in Wein marinierten Huhn, bis hin zu süßen Sünden wie der Tarte aux Myrtilles, einem Heidelbeerkuchen mit knusprigem Boden, oder dem elsässischen Gugelhupf. Nicht zu vergessen den legendären Münsterkäse zwischen den Gängen!

UND DANN GIBT ES NOCH DEN WEIN …

Sieben Sorten Reben werden im Elsass angebaut: Riesling, Gewürztraminer, Sylvaner, Pinot blanc, Tokay Pinot gris, Muscat d’Alsace und Pinot noir. Neben den geschmacklichen Freuden prägt der Weinbau auch die Landschaft mit den terrassenförmigen Anbauten, den Trockenmauern und den Rebstöcken. Der Weinbau im Elsass hat lange Tradition und wurde schon zu Römerzeiten kultiviert. Heute sind die Elsässer zu Recht stolz auf ihre Weinbaukultur und die Qualität ihrer Weine. Entdecken lässt sich die elsässische Weinkultur am besten entlang der Elsässischen Weinstraße (Route des Vins d’Alsace), einer malerischen, 170 Kilometer langen Weinstraße, die von Marlenheim bis Thann führt. Vor allem der Besuch im Herbst ist sehr lohnenswert, denn entlang der Weinstraße herrscht dann überall reges Treiben und man kann den Winzern nicht nur bei ihrer Arbeit zuschauen, sondern den Wein bei Verkostungen, Kellerführungen und Weinfesten vor Ort probieren.

WECHSELHAFT UND LEBENDIG

So vielfältig die Kulinarik, so vielschichtig ist auch die Geschichte dieser Region. Das Elsass ist ein besonderer Landstrich mit einer wechselhaften Geschichte, der alternierend mal zu Deutschland, mal zu Frankreich gehörte. Zeugen dieser turbulenten Zeiten sind die vielen militärischen Denkmäler und Sehenswürdigkeiten. Was auch geblieben ist, ist der charmante alemannische Dialekt, Elsässer Dietsch, den leider immer weniger junge Leute sprechen.

Durch seine Grenznähe zu Deutschland, der Schweiz und Luxemburg ist die kleine Region auch sehr dynamisch und weist eine vielseitige Wirtschaft auf. Heute spielt nicht nur die Industrie eine wichtige Rolle, sondern auch der Tourismus und der Weinbau sind bedeutende Wirtschaftszweige. Sehr international geht es in Straßburg zu, nicht nur wegen der vielen Touristen, die jedes Jahr die Metropole des Elsass besuchen, sondern auch wegen der dort ansässigen Institutionen, die das Flair einer europäischen Großstadt vermitteln.


Mittagspause in der Brasserie


Le Hohneck

SERVICEORIENTIERTER TOURISMUS

Eine gute Anlaufstelle für die unzähligen Entdeckungen und Abenteuer, die auf die Besucher warten, ist die lokale Tourist-Information, vorzufinden natürlich in jeder großen Ortschaft, aber auch bei touristischen Hotspots. Dort erhält man neben einem Stadtplan oder vielen weiteren Gratisunterlagen auch Vorschläge für Ausflüge und Veranstaltungen. Wichtig ist nur, vor 12 Uhr oder nach 14 Uhr zu kommen, denn überall im Elsass – abgesehen von Touristenzentren – ist die Mittagszeit heilig und die Bürgersteige werden hochgeklappt. Sogar Lebensmittelläden schließen für eine längere Mittagsruhe, ebenso wie die Tourist-Informationen vor Ort. Dann bleibt nur, selber ein Päuschen einzuplanen.

EINE FÜLLE VON CAMPING- UND STELLPLÄTZEN

So einfach die Informationsbeschaffung für das Ausflugsprogramm ist, so einfach ist es auch, eine passende Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Viele Ortschaften haben einen Gemeinde-Camping- oder einen Stellplatz. Eine gute Beschilderung vom Stadtrand aus führt in der Regel direkt zu den Plätzen. Touristische Orte punkten zum Teil mit mehreren Campingplätzen in der unmittelbaren Umgebung und werben mit abwechslungsreichen Angeboten. Abseits der ausgetretenen Pfade hingegen gibt es eine Vielzahl an kleinen, naturnahen Plätzen, auf denen es ruhig und beschaulich zugeht.


Malerische Straßen entlang der Weinberge


Reich verzierte Gebäude an jeder Straßenecke


Auf dem Ziegenbauernhof


Schattiges und ruhiges Plätzchen

Mittlerweile ist kostenfreies WLAN so gut wie überall erhältlich, zumindest an der Rezeption der Campingplätze. Auch vierbeinige Begleiter sind überall gern gesehene Gäste, Hunde sollten jedoch angeleint sein und ihre Besitzer die Hinterlassenschaften aufsammeln.

Eine etwas andere Möglichkeit, Frankreich und das Elsass zu erkunden, bietet France Passion. Mit dem Kauf der gültigen Vignette kann man für ein ganzes Jahr kostenlos bei über 1800 ländlichen Betrieben in ganz Frankreich übernachten. Meist sind nur wenige Stellplätze vorhanden, die einfach gehalten sind. Dafür punkten sie aber mit dem unvergleichlichen Charme des französischen Landlebens. Beim Winzer abends noch eine Weinprobe genießen, im Ziegenhof beim Melken zuschauen oder sich über den Duft frisch gebackenen Brotes freuen – all das bietet France Passion zu einem moderaten Preis (nähere Informationen: france-passion.com/de). Das charmante Elsass ist ein Landstrich, der über seine Grenzen hinweg fasziniert und Länder verbindet. Es punktet mit traumhaften Naturlandschaften und abwechslungsreichen Sehenswürdigkeiten, mit seinem spannenden kulturellen Erbe und der hervorragenden Küche. Um möglichst viel davon kennenlernen zu können, gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz und ein großes Angebot an Stell- und Campingplätzen für Wohnmobil-Urlauber. Und die kurzen Entfernungen zwischen den vielen Sehenswürdigkeiten tun das Ihre. Vive l’Alsace!

LAND DER SANDSTEINBURGEN
In der waldreichen Region der Nordvogesen


Dichter Wald und Sandsteinburgen, wohin man schaut

1

Das Elsass ist die Burgenlandschaft Europas – mit seinen über 80 Burgen und Festungsanlagen bietet es eine märchenhafte Entdeckungsreise in die Zeit des Mittelalters. Besonders im Norden, entlang der Grenze zu Rheinland-Pfalz, wird deren Vielfalt deutlich. Wie Pilze schießen sie aus dem grünen Waldmeer der Nordvogesen.

Die Region rund um Wissembourg punktet mit einem dichten Wald und vielen Wanderwegen, gemütlichen Städtchen fernab der Touristenströme und einer malerischen Rebenlandschaft. Was einem aber buchstäblich die Sprache verschlägt, sind die vielen Sandsteinburgen, die wie mittelalterliche Wachposten majestätisch in den Himmel ragen und allen Interessierten ihre bewegenden Geschichten erzählen. Von ihren erhabenen Hügellagen dominieren sie die grandiose Landschaft und katapultieren jeden Besucher direkt ins Mittelalter zurück.

RITTERFEELING AUF BURG FLECKENSTEIN

Besonders imposant ist die in einen Felsen gehauene Burg Fleckenstein, die über das Waldgebiet der Umgebung wacht. Erhaben steht die im 12. Jahrhundert erbaute Residenz und militärische Festung auf ihrem Sandsteinfelsen und strahlt die Macht der einstigen Herren von Fleckenstein aus. Zunächst jahrhundertelang bewohnt, bis schließlich der letzte Herr von Fleckenstein ohne männlichen Nachfolger 1720 verstarb, fiel die Burg anschließend in einen mehr als hundertjährigen Dornröschenschlaf. Erst 1889, unter Denkmalschutz gestellt, erwachte sie wieder zum Leben und wurde auf drei Ebenen aufgebaut und mit vielen erhaltenen Verteidigungselementen wie Wachtürmen, Graben und Zugbrücke bestückt. Auch heute noch ist der gesamte Burgkomplex sehr eindrucksvoll. Besonders erwähnenswert ist die gehauene, sehr gut erhaltene Felsentreppe aus dem 12. Jahrhundert, die zur oberen Plattform führt. Oben angekommen, genießt man ein herrliches Panorama über die dicht bewaldete Landschaft. Zahlreiche Bänke und Tische entlang der Streuobstwiesen laden zum Verweilen und Vespern ein. Auch ein großer Parkplatz für Wohnmobile ist vorhanden. Eine wechselvolle Geschichte zum Anfassen und eine Mittelalterburg vom Feinsten.


Majestätisch thront sie auf ihrem Felsen – die Burg Fleckenstein.


VON DER BURG FLECKENSTEIN aus gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten. Ein Netz von gut ausgeschilderten Wanderwegen erlaubt eine Erkundung der Burgenregion. Empfehlenswert ist die Wanderung zum Col de Schlossberg, von da aus weiter Richtung Burg Löwenstein und dann zur frei zugänglichen Burgruine Burg Hohenbourg, die mit Renaissanceelementen und tollen Ausblicken punktet. Bei der Quelle Maidenbrunnen angekommen, führt ein ausgeschilderter Weg – der Sentier des Charbonniers (Köhlerpfad) – direkt zur Burg Fleckenstein zurück. Insgesamt sind es knapp sechs Kilometer.

Tipp

Für Kinder hat sich die Burg Fleckenstein etwas Besonderes einfallen lassen. Vom Besucherempfang aus gelangt man über eine Rutsche in einen mittelalterlichen Wald. Über viele Spielstationen führt ein Spazierweg zur Burg. Die Rätselwanderung samt Burgbesichtigung dauert ca. drei Stunden und bietet Spaß und Abenteuer für die ganze Familie (gegen Aufpreis).

DIE BURGENROUTE

Für das echte Mittelalter-Feeling lohnt es sich, in westlicher Richtung entlang der D3 und der D53 zu fahren und die unzähligen und frei zugänglichen Burgen zu entdecken. Anfangen kann man die Erkundung in der hübschen Ortschaft Obersteinbach im »Haus der Burgen« (La Maison des Châteaux). Dort werden die architektonischen und geologischen Besonderheiten sowie freigelegte Überreste der befestigten Burgen der Nordvogesen präsentiert.

Tipp

Bevor man Steinbach verlässt, lädt die Ferme du Steinbach, ein Ziegenbauernhof mit eigener Käserei, zum Schlemmen ein. Die Milch der 220 Ziegen wird direkt am Hof zu Ziegenkäse verarbeitet. Abends um 17 Uhr kann man dem freundlichen Juniorchef Michael beim Melken zusehen. Im angeschlossenen Verkaufsladen gibt es Ziegenkäse in jeder erdenklichen Geschmacksrichtung, die Spezialitäten des Hauses sind jedoch der »Affiné«, ein reifer Käse, und der mit Feigenmarmelade gefüllte Frischkäse. Am einfachsten ist es, eine Baguette mitzubringen und den dort gekauften Ziegenkäse direkt zu verspeisen. Picknickbänke sind im Garten vorhanden. Die Ferme du Steinbach ist Mitglied bei France Passion und bietet auf ihrem Hof – mit entsprechender Vignette – kostenlose Stellplätze für Wohnmobile.

Weiter in Richtung Windstein und Jaegerthal, entlang einer wald- und kurvenreichen Route, lohnt ein Blick zur Burg Neu-Windstein mit ihrem großen Wohnturm. In Jaegerthal angekommen, überraschen die imposanten Ruinen einer Schmiede und zeigen die metallurgische Vergangenheit der kleinen Ortschaft; auch hier ist die Erkundung frei zugänglich. Von dort geht es anschließend über Langensoultzbach weiter nach Lembach.


IN WINDSTEIN verwöhnt der Ziegenbauernhof Chèvrerie du Windstein in der Route de Nehwiller, Jaegerthal, die Besucher mit Bioziegenkäse, mit Wildpflanzen veredelt. Der kleine Verkaufsladen ist täglich zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet (Tel. +33 (0)770/16 54 64).

Ein Abstecher lohnt sich – das entzückende Städtchen Lembach.

LEMBACH

Südlich des hübschen Städtchens Lembach, das für seine Gourmet-restaurants – allen voran das Sternerestaurant Auberge Du Cheval Blanc – bekannt ist, befindet sich an der D65 ein zwischen 1930 und 1935 errichtetes Bauwerk der Maginot-Linie: Four-à-Chaux. Die bis zu 30 Meter tief liegenden, vier Kilometer langen Stollen konnten bis zu 600 Soldaten beherbergen. Die Schlafsäle, Küchen und sanitären Einrichtungen geben Einblick in die heute unvorstellbaren Lebensbedingungen der Soldaten in dieser unterirdischen Stadt. Kampfblöcke, Munitionswerkstatt und andere Teile der militärischen Festungsanlage können ebenfalls besichtigt werden. Warme Kleidung ist auch im Sommer zu empfehlen. Eine Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich.


IN PFAFFENBRONN BEI LEMBACH werden in einer Ölmühle aus dem 19. Jahrhundert Walnüsse gepresst. Auf Anmeldung sind der Kauf von hochwertigem und kalt gepresstem Walnussöl und eine Führung in der Ölmühle möglich, auch auf Deutsch (13 Rue Principale, Pfaffenbronn, Tel. +33 (0)388/94 24 23).

Tipp

2021 hat in der Gemeinde Drachenbronn ein Baumwipfelpfad (Chemin des Cimes) eröffnet, der eine luftige Erkundung der Waldregion auf Augenhöhe mit den Baumkronen ermöglicht. Nach einer Pfadlänge von 1050 Metern und einer Turmhöhe von 29 Metern sorgt eine Rutsche für einen schnellen Abgang und wieder festen Boden unter den Füßen.

WISSEMBOURG

Eine bezaubernde Altstadt, schöne Fachwerkhäuser, zahlreiche Restaurants, Cafés und Einkaufsläden machen Wissembourg zu einem lohnenden Ausflugsziel. Bei der Tourist-Information direkt am Rathaus kann man sich einen Stadtplan holen, der anhand eines vorgegebenen Rundgangs die Entdeckung der Stadt ermöglicht.

Wissembourg entwickelte sich um die im 13. Jahrhundert erbaute Abtei St. Peter und Paul (Église Saint Pierre et Paul), nach dem Straßburger Münster das zweitgrößte gotische Bauwerk im Elsass. Eindrucksvoll sind im Inneren der Kirche ein elf Meter hohes Fresko des Heiligen Christopherus sowie die vielen bunten Glasfenster. Außen an der Nordseite erwartet uns ein prachtvoller gotischer Kreuzgang. Das wohl beeindruckendste Gebäude der quirligen Stadt ist das Salzhaus (Maison du Sel) mit seinem markanten Dach samt vorstehenden Gauben. Ursprünglich fungierte es als Krankenhaus, bevor es zu einem Salzlager umgewandelt und schließlich zum Schlachthaus wurde. Lohnenswert ist außerdem ein Spaziergang entlang der Reste der alten Stadtmauer (Promenade des Remparts).


Hübscher Platz gegenüber dem …

… Salzhaus mit markantem Dach

EINE KLEINE PAUSE gönnt man sich am besten in der Pâtisserie Rebert, wo man wunderschön im Innenhof sitzen kann. Einzig bleibt die Qual der Wahl, welche der vielen süßen Köstlichkeiten man probieren möchte. Öffnungszeiten: Di–Fr 7.30–18.30 Uhr, Sa 7–18 Uhr, So/feiertags 8–18 Uhr, 7 Place du Marché aux Choux, Tel. +33 (0)388/94 01 66.

Tipp

Wissembourg ist auch für seine schönen Märkte und Veranstaltungen bekannt. Von Flohmärkten über Musikevents bis hin zum Weihnachtsmarkt, es wird nie langweilig in der Stadt. Viel Folklore, Tanz und Handwerk bietet am Pfingstwochenende das traditionelle Pfingstfest, für Liebhaber von Trachtenumzügen ein Muss. Und der Wochenmarkt findet in Wissembourg am Samstagmorgen auf dem Rathausplatz statt.

WEINREBEN UND FACHWERK, SO WEIT DAS AUGE REICHT

In südlicher Richtung von Wissembourg entdeckt man zunächst die Weinortschaft Cleebourg, malerisch gelegen inmitten von Weinbergen. Wanderpfade der Weinkooperative Cave Vinicole de Cleebourg laden zu kleinen Entdeckungstouren ein, oder man genießt direkt in der Kooperative eine Weinprobe. Cleebourg ist vor allem für erlesene Weine mit einer eigenen markanten Note bekannt.

Weiter geht es Richtung Hunspach. Mit seinen malerisch aneinandergereihten Fachwerkhäusern gehört der Ort zum elitären Kreis der »Schönsten Dörfer Frankreichs«. Im Gegensatz zur sonst üblichen bunten Vielfalt der elsässischen Dörfer erstrahlen die adretten Häuschen mit ihren hübschen Vordächern komplett in Weiß, lediglich Geranien sorgen für einen Farbklecks. Umgeben ist die Gemeinde von Obstgärten, die zur Bilderbuchatmosphäre beitragen. Komplettiert wird die Rundtour mit der Besichtigung der charmanten Ortschaft Seebach. Entlang der Straße reihen sich adrett die Fachwerkhäuser aneinander, die mit einer unglaublichen Blumenpracht in ihren Vorgärten punkten. Dafür wurde die Gemeinde mit der Auszeichnung »3 Blumen« gekürt. Charmant und pittoresk, wie in einem riesigen Freilichtmuseum.

Leckereien in der Pâtisserie Rebert

Einkaufsspaß in Wissembourg


Schöne Fachwerkhäuser in Hunspach

Tipp

Ein besonderes Ereignis und eines der schönsten Feste elsässischer Folklore ist die Streisselhochzeit, die eine traditionelle Hochzeit auf dem Lande nachstellt. Am dritten Juliwochenende werden viel Tanz, Musik, Trachten und vor allem reicher Blumenschmuck geboten. Kulinarische Leckerbissen bereichern das Fest in Seebach.


EINEN ABSTECHER in die Welt der Töpferei bietet die Besichtigung der Gemeinde Betschdorf. Berühmt ist der Ort für aus salzglasiertem Steingut hergestellte Töpferware. Das traditionelle graublaue Steingut ziert den Ortseingang sowie viele hübsche Fachwerkhäuser in der Gemeinde. Die Kunst des Töpferhandwerks kann man in zahlreichen Ateliers bewundern oder im Steingutmuseum (Musée de la Poterie), das eine große Sammlung getöpferter Werke vom Mittelalter bis zur heutigen Töpfereikunst zeigt.

AUF EINEN BLICK

Info

STADT/REGION: Wissembourg, Lembach

BESTE REISEZEIT: Frühling bis Herbst

OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage

TOURISTINFO: 11 Place de la République, 67160 Wissembourg; 2 Route de Bitche, 67510 Lembach, ot-wissembourg.fr, alsace-verte.com

SEHENSWÜRDIGKEITEN

BURG FLECKENSTEIN: Lieu-dit Fleckenstein, 67510 Lembach, Tel. +33 (0)388/94 28 52, fleckenstein.fr/de

HAUS DER BURGEN (LA MAISON DES CHÂTEAUX): 42 Rue Principale, 67510 Obersteinbach, Tel. +33 (0)388/09 56 82, maisondeschateauxforts.blogspot.com

FERME DU STEINBACH: 6 Rue de la Rohrmatt, 67510 Obersteinbach, Tel. +33 (0)388/09 57 42, fermedusteinbach.fr

FOUR-À-CHAUX: D65, 67510 Lembach, +33 (0)388/94 48 62, lignemaginot.fr/der-four-a-chaux

BAUMWIPFELPFAD (CHEMIN DES CIMES): 1 Route de la BA 901, 67160 Drachenbronn, chemindescimes-alsace.fr/alsace

CAVE VINICOLE DE CLEEBOURG: Route du Vin, 67160 Cleebourg, Tel. +33 (0)388/94 50 33, cave-cleebourg.fr

STEINGUTMUSEUM (MUSÉE DE LA POTERIE): 2 Rue de Kuhlendorf, 67660 Betschdorf, Tel. +33 (0)388/54 48 07; Informationen auch über die lokale Tourist-Information, Tel. +33 (0)388/54 44 92

CAMPINGPLATZ DU FLECKENSTEIN

ADRESSE: RD 925 Fleckenstein, 67510 Lembach, Tel. +33 (0)388/94 42 84, lembach.fr/camping

ANFAHRT: Von Wissembourg kommend entlang der D3, nach Lembach Richtung Burg Fleckenstein.

GPS: 49.031833, 7.768661

Der von Wald umgebene Campingplatz liegt direkt an einem Badesee und bietet für die ganze Familie zahlreiche Freizeitangebote. Highlight sind der große See und die Möglichkeit, ganz entspannt zu angeln. Eine Angel-Tageskarte kann man am Empfang erwerben. Ergänzt wird das Vor-Ort-Freizeitangebot durch einen Spielplatz, einen Beachvolleyballplatz und Tischtennisplatten. Direkt vom Campingplatz aus gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten, oder man begibt sich auf eine Radtour nach Fischbach-Dahn auf deutscher Seite bzw. in umgekehrter Richtung nach Hagenau. Insgesamt findet man auf dem Campingplatz 200 parzellierte Plätze, davon 110 für Wohnmobile. Komfortable Sanitäranlagen, Stromanschluss und Waschmaschinen komplettieren das Angebot. Im Juli und August wird ein Brötchenservice angeboten. Eine Entsorgung ist vor Ort nicht, doch ganz in der Nähe möglich. Naturnah und ruhig, bietet der Platz vor allem eins: Erholung pur!


Campingplatz du Fleckenstein

Der Campingplatz du Hohenfels liegt im schönen Dambach

NATURCAMPINGPLATZ AIRE NATURELLE DE CAMPING DU HOHENFELS

ADRESSE: 10 Rue du Stade, 67110 Dambach, Tel. +33 (0)388/09 20 63, camping-de-dambach.business.site

ANFAHRT: Von Niederbronn-les-Bains kommend entlang der D53, weiter auf der D853, in Dambach links in die Straße Rue du Stade einbiegen und bis zum Ende fahren.

GPS: 49.00985, 7.62240

Ein Naturcampingplatz mit nur 25 Stellplätzen, am Waldrand gelegen. Auf dem Platz geht es eher ruhig und beschaulich zu. Kein großer Komfort, dafür Natur pur. Sanitäranlagen sind vorhanden, jedoch keine Entsorgungsmöglichkeiten. Tischtennisplatte und der obligatorische Bouleplatz sind vor Ort. Der Platz ist neben einem kleinen Stadion gelegen, wo man mit Kindern gut kicken oder sich austoben kann. Bitte wundern Sie sich nicht, wenn niemand vor Ort ist. Meist kommt erst abends ein Mitarbeiter vorbei, um die nötigen Formalitäten zu erledigen.

VIELFÄLTIGE NORDVOGESEN
La Petite Pierre und das Hanauer Land


Beeindruckendes Schloss im Festungsstädtchen La Petite Pierre

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Ein unerwartet intaktes Festungsstädtchen mit einem beeindruckenden Schloss, das international berühmte Lalique-Museum, einzigartige Höhlenwohnungen und ein mystischer Berg mit Rundumpanorama sind nur einige der Besonderheiten, mit denen diese lohnenswerte Region aufwarten kann.

Im Herzen des Regionalen Naturparks Vosges du Nord liegt die kleine Festungsstadt La Petite Pierre. Idyllisch gelegen auf einem imposanten Sandsteinausläufer von 250 Meter Länge und 80 Meter Breite, thront am Ende der kleinen Altstadt, auch »Staedtel« genannt, das im 12. Jahrhundert erbaute und dann von Vauban modernisierte Schloss La Petite Pierre. Die hübsche Altstadt beherbergt viele kleine Schätze, schöne Sandsteinhäuser und adrette Gärten. Das Wohnmobil kann man auf dem großen Parkplatz vor der Tourist-Information parken – außer im Juli und August. Im Hochsommer ist dieser Parkplatz den Autos vorbehalten; Wohnmobile sollten auf dem Parkplatz Centre Culturel in der Neustadt geparkt werden.

Tipp

Die Tourist-Information ist ein guter Ausgangspunkt für die Entdeckung der Altstadt. Dort erhält man einen Stadtplan, auf dem alle Sehenswürdigkeiten markiert sind, oder Wandervorschläge für die nähere Umgebung. Die Mitarbeiter sind ausgesprochen serviceorientiert.

Strategisch gut gelegen zwischen Lothringen und dem Elsass, wurde das Schloss La Petite Pierre samt seinen Befestigungsanlagen im 12. Jahrhundert aus dem für die Region typischen Sandstein gebaut. 1684 erfolgte eine Modernisierung der Anlage durch Festungsbaumeister Vauban. Heute hat der Regionale Naturpark dort seinen Sitz und informiert anhand von Ausstellungen und Schautafeln über die kulturellen Besonderheiten und natürlichen Schätze der Region. Einmalig sind die unterirdischen Zisternen unter der Festungsanlage, die man entlang des 30-minütigen Wallpfads entdecken kann. Für die Wasserversorgung der kleinen Stadt wurde im 16. Jahrhundert ein ausgeklügeltes System von unterirdischen Zisternen in den Sandstein gehauen. Die ungewöhnliche und komplexe Installation kann anhand einer frei zugänglichen Galerie besichtigt werden.

Lohnenswert ist auch der Besuch der 1417 erbauten Kirche Église de l’Assomption in der Altstadt. Die Fresken im Gewölbeinneren stehen unter Denkmalschutz, gehören zu den ältesten Ostfrankreichs und stellen Episoden aus dem biblischen Leben dar, insbesondere die Krönung der Jungfrau Maria, der Schutzpatronin der Kirche. In dieser sogenannten Simultankirche werden seit 1737 abwechselnd protestantische und katholische Messen abgehalten. Ergänzt wird das kulturelle Angebot des »Staedel« von zwei überaus interessanten Museen: dem Siegelmuseum und dem Springerlemuseum. Ersteres gewährt mit fast 2000 Siegeln und Originaldokumenten einen Einblick in das Leben der Provinz vom Mittelalter bis in die Neuzeit, in der ein Siegel ein wichtiges Zeichen der Autorität, des Eigentums und der Beglaubigung war. Im Springerlemuseum wiederum wird die Geschichte der Springerle und die Arbeit der Holzschnitzer präsentiert, die seit dem Mittelalter Backformen mit sowohl religiösen als auch weltlichen Themen hergestellt haben. Geruhsamer geht es abschließend im Jardin des Poètes, dem Dichtergarten, zu, der außerhalb des Städtchens liegt und schöne Ausblicke auf die Altstadt bietet.


Eine bleibende Erinnerung – die Felsenwohnungen von Graufthal

Der Schlossgarten von La Petite Pierre


SIE SOLLTEN DAS STÄDTCHEN auf keinen Fall verlassen, ohne im Honigladen Ruchers des Vosges du Nord vorbeigesehen zu haben, der sich in der Rue du Château 34 befindet. Mehrfach prämiert für ihre diversen Honigspezialitäten, geben die Besitzer und passionierten Imker gern Einblicke in die faszinierende Welt der Bienen (miel-producteur.fr).

DIE FELSENWOHNUNGEN VON GRAUFTHAL

Beeindruckend und im Elsass einzigartig ist der Besuch der Felsenwohnungen, die der kleinen Ortschaft Graufthal südlich von La Petite Pierre ihren Ruhm verleihen. In die natürliche Felswölbung des Sandsteins gebaut, dient der Fels als Boden, Wand und Decke zugleich. Lediglich die Stirnwand und Teile des Dachs wurden hinzugefügt, um den Bewohnern das Wohnen zu ermöglichen, ohne Strom und laufend Wasser für Familien mit bis zu acht Kindern! Unvorstellbar sind für uns heute die Bedingungen, unter denen Menschen bis 1958 in diesen Felsenhäusern gelebt haben. Liebevoll und detailgetreu wurden die verschiedenen Zimmer so eingerichtet, als hätte die letzte Bewohnerin, die Felsenkäth, ihre Strickarbeit nur kurz zur Seite gelegt und die Wohnung soeben erst verlassen.


Unverfälschter Charme in Bouxwiller

Graufthal selbst liegt mitten im Wald und wird von Sandsteinfelsen überragt. Entstanden ist das Dorf aus einem bereits im 12. Jahrhundert erwähnten Benediktinerkloster, dessen Überreste neben der Dorfkirche zu sehen sind. Manchen Quellen zufolge soll die Existenz des Klosters bis in das 8. Jahrhundert nachweisbar sein. Berühmten Besuch hatte es um 1160, als Hildegard von Bingen nach Graufthal kam. Der Briefwechsel zwischen ihr und der damaligen Äbtissin des Klosters bezeugt nicht nur den Besuch der Heiligen, sondern veranschaulicht die Themen der damaligen Zeiten: die Sorgen um den Lebenswandel und die Tugendhaftigkeit der Klosterfrauen.

RUNDUMPANORAMA AM HEXENBERG

Fährt man von Graufthal in östliche Richtung, erreicht man Bouxwiller. Seit dem frühen Mittelalter waren die Ortschaft und die umliegenden Dorfer Lehensherrschaften der Herren von Lichtenberg. Die Revolution setzte der Grafschaft ein Ende und das Grafenschloss wurde zerstört. Doch Teile der Stadtmauer und einige historische Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert blieben erhalten. Das verschlafene Städtchen steht abseits der Touristenströme und könnte einen Anstrich vertragen, doch vielleicht macht gerade das seinen Reiz aus.

Einen besonders schönen Blick auf Bouxwiller und die gesamte Umgebung hat man vom Bastberg aus. Ein sechs Kilometer langer Wanderpfad führt von dem Ort den Berg hinauf. Er kann auch mit dem Auto über die D6 Richtung Imbsheim erreicht werden. Auf dem großen Wanderparkplatz kann man problemlos sein Wohnmobil parken. In nur zehn Minuten gelangt man zum Gipfel des 326 Meter hohen Bastbergs, den ein großes Kreuz schmückt und der den Aufstieg mit einer spektakulären 360-Grad-Rundumsicht belohnt. In der Ferne sieht man beispielsweise die Burg Fleckenstein und die Silhouette des Schwarzwalds.

Nördlich von Bouxwiller liegt die verschlafene Ortschaft Uttwiller, der Legende nach die Geburtsstätte der Brezel. Jörg von Uttwiller wollte seinen Freund, einen Bäcker, aus einem Gefängnis befreien, dabei riss er einen Gitterstab aus, der die Form einer Brezel hatte.

Tipp

Einer Legende nach treffen sich nach Einbruch der Dunkelheit die Hexen der Region auf dem Bastberg. Mit ihren Besen sollen sie anreisen und wilde Feste auf dem Berg feiern. Wen das nicht abschreckt, der sollte den Sonnenuntergang auf dem Bastberg genießen.


Schöne Weitblicke vom Bastberg aus

WIE WÄRE ES mit einem Ausflug in die Welt der Träume, von Glitzer und Varietékunst? In der Music-Hall des Royal Palace in Kirrwiller kann man sich von renommierten Künstlern verzaubern lassen. Musik und Glanz sorgen für vielfältige Emotionen (royal-palace.com).

WEITBLICKE VON DER BURG LICHTENBERG

Nördlich, im Hanauer Land gelegen, steht majestätisch die Burg Lichtenberg, die einen faszinierenden Blick auf die weite Landschaft der Region gewährt. Auf 414 Meter Höhe thront die beeindruckende Burg über dem Dorf gleichen Namens. Im 13. Jahrhundert zunächst als Wohnschloss der Herren von Lichtenberg errichtet, wurde sie im 16. Jahrhundert zu einer Festung umgebaut. Die Burganlage erzählt eine bewegte Geschichte, zahlreiche Abenteuer haben ihre Spuren in ihrem Gemäuer hinterlassen. Anhand einer Informationsbroschüre und vielen Schautafeln, auch in deutscher Sprache, kann man in 900 Jahre turbulenter Burggeschichte eintauchen.


Hoch oben über dem Städtchen thront die Burg Lichtenberg.

In Kristall eingefangene Eleganz


Der Dachgarten des Museums


Zahlreiche Ausstellungsstücke bereichern das Lalique-Museum.

DIE GLITZERNDE WELT DER KRISTALLE

Museumsluft schnuppern kann man im zehn Kilometer nördlich von La Petite Pierre stehenden Lalique-Museum in Wingen-sur-Moder, der Ortschaft, in der René Lalique 1921 eine Glashütte gründete. Schon von außen höchst beeindruckend, können Besucher im Inneren des Gebäudekomplexes in eine zauberhaft-elegante Atmosphäre eintauchen und die atemberaubenden Lalique-Kreationen in ihrer ganzen Vielfalt bewundern. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Glasherstellung. Hunderte von herausragenden Sammelstücken, von Schmuck und Parfümflakons bis hin zu Geschirr, monumentalen Kronleuchtern und Vasen, heben die Kreativität des genialen Künstlers hervor. Seine Inspiration erhielt der Jugendstil- und Art-déco-Künstler zum Teil aus der unerschöpflichen Formen- und Farbenpracht der Pflanzenwelt, die man im Anschluss an den Museumsbesuch in den Museumsgärten bewundern kann.

Tipp

Nur sieben Kilometer nördlich von Wingen-sur-Moder befindet sich in Meisenthal das Glasmuseum Maison du Verre et du Cristal im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Meisenthaler Glasfabrik. Hier kann man tief eintauchen in die Materie des Glases und seines komplexen Herstellungsverfahrens. Abgerundet wird der Besuch durch eine prächtige Jugendstil-Glassammlung.

AUF EINEN BLICK

Info

STADT/REGION: Le Pays de Hanau, La Petite Pierre

BESTE REISEZEIT: Frühling bis Herbst

OPTIMALE REISEDAUER: 2–3 Tage

TOURISTINFOS: 2a Rue du Château, 67290 La Petite Pierre; 3 Place du Château, 67330 Bouxwiller, tourisme.hanau-lapetitepierre.alsace

SEHENSWÜRDIGKEITEN

PARC NATUREL RÉGIONAL DES VOSGES DU NORD: Place du Château, 67290 La Petite Pierre, Tel. +33 (0)388/01 49 59, parc-vosges-nord.fr

SIEGELMUSEUM (MUSÉE DU SCEAU ALSACIEN): 17 Rue du Château, 67290 La Petite Pierre, Tel. +33 (0)388/70 48 65, musee-sceau.com

SPRINGERLEMUSEUM (MUSÉE DES SPRINGERLE): 11 Rue des Remparts, 67290 La Petite Pierre, Tel. +33 (0)388/70 48 65, musee-sceau.com

FELSENWOHNUNGEN (MAISONS DES ROCHES): D122 Graufthal, Tel. +33 (0)388/70 19 59, maisonsdesrochers-graufthal.fr

BURG LICHTENBERG: Rue des Cochers, 67340 Lichtenberg, Tel. +33 (0)388/89 98 72, chateaudelichtenberg.alsace

LALIQUE-MUSEUM: 40 Rue du Hochberg, 67290 Wingen-sur- Moder, Tel. +33 (0)388/89 08 14, musee-lalique.com

CAMPINGPLATZ AU PAYS DE HANAU

ADRESSE: 24 Route d’Ernolsheim, 67330 Dossenheim sur Zinsel, Tel. +33 (0)388/70 01 64

ANFAHRT: Von der Autobahn A4 kommend Ausfahrt 45 Saverne, Richtung D6 und D14, links abbiegen in die Rue d’Ernolsheim.

GPS: 48.80173, 7.39676

Der Naturbadeteich ist das Herzstück dieses Campingplatzes, der neben Dauercampern und Chalets 140 parzellierte Stellplätze ausweist. Für weiteren Komfort sorgt eine Bar mit kleinen Gerichten wie Pizzen und Flammkuchen. Ein Brötchenservice kann bestellt werden, komfortable Sanitäranlagen und Waschmaschinen sind vorhanden, und die Entsorgung ist beim Stellplatz in der Gemeinde möglich.



Wahres Naturjuwel – Le Steinberg

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