Kitabı oku: «Von Herzen Dank»

Inhalt
Nimm dir Zeit
1 Gastfreundschaft
2 Feinde vernichten – Freunde gewinnen
3 Vom Leben überholt
4 Was heißt verlieren?
5 Was ist Armut?
6 Der Schatz der Liebe
7 Das bessere Geschenk
8 Gottes Glanz auf allem
9 Beginnt der Tag?
10 Wie man hineinruft …
11 Auf die Liebe kommt es an
12 Scheuklappen
13 Lieben heißt neu beginnen
14 Satt sein ist mehr!
15 Rezept für ein gutes Jahr
16 Wunderbar einfach
17 Der dankbare Hund
18 Etwas fehlt
19 Das Schöne sehen lernen
20 Das Geheimnis des Glücks
21 Mit der Wahrheit lügen?
22 Eine Last, die stark macht
23 Wie man es betrachtet
24 Verwandlung
25 Gastfreundschaft in Grenzen
26 Brot der Hoffnung
27 Überrascht
28 Mehr als eine Gabe
29 Das Unvermeidliche lieben
30 Dem Herzen schenken
31 Zerrissene Kinderschuhe
32 Bei Lebensgefahr
33 Die Rettung war so nah
34 Mann und Frau
35 Frau und Mann
36 Das beste Geschenk
37 Ruhig schlafen
38 Problematisch
39 Die Wahrheit bringt‘s
40 Eile mit Weile
41 Die Wunderpillen
42 Wann das Leben beginnt
43 Das Lied der Harfe
44 Noch nie dagewesen
45 Goldene Äpfel auf silbernen Schalen
46 Bedingungslose Liebe
47 Der andere Stein der Weisen
48 Nicht die Größe macht es, aber die Liebe!
49 Dies ist der Tag …
50 Ein scharfer, stechender Schmerz
51 Das Beste
52 Alles zu seiner Zeit
53 Vergiss die Freude nicht!
54 Erfolgreich glücklich werden
55 Die Aufrichtigkeit
Segen sei mit dir
Nimm dir Zeit
Die einzige Möglichkeit, Zeit zu haben, ist,
sich die Zeit zu nehmen.
Nimm dir Zeit zur Arbeit,
das ist der Weg zum Erfolg.
Nimm dir Zeit nachzudenken,
das ist die Quelle des rechten Tuns.
Nimm dir Zeit zum Spielen,
das ist das Geheimnis der Kinder.
Nimm dir Zeit zum Lachen,
das ist die Musik der Seele.
Nimm dir Zeit zum Lesen,
das ist der Brunnen der Weisheit.
Nimm dir Zeit, freundlich zu sein,
das ist die Brücke zum Andern.
Nimm dir Zeit zum Träumen,
das ist der Weg zu den Sternen.
Nimm dir Zeit zum Beten,
das ist die größte Kraft des Lebens.
Nimm dir Zeit zum Schlafen,
das erneuert die Kräfte für Leib und Seele.
Nimm dir Zeit für Menschen,
das ist wichtiger als viele Dinge.
Nimm dir Zeit für Gott,
denn ohne ihn ist jede Zeit verlorene Zeit!

Kauft die Zeit aus, denn es ist böse Zeit!
(Epheser 5,16)
1
Gastfreundschaft
Rabbi Schmuel von Brysow war ein hoch geachteter Chassid. Und er war sehr reich. Eines Tages kam eine große Gruppe von jüdischen Kaufleuten nach Brysow. Und weil der Sabbat anbrach, wollten sie den Festtag über in der Stadt bleiben. Sie fragten bei Rabbi Schmuel an, ob sie in seinem Hause wohnen und das Sabbatmahl mit ihm teilen könnten. Rabbi Schmuel bot ihnen beides an, nannte aber einen sehr hohen Betrag als Bezahlung. Die Reisenden waren befremdet, dass ein Chassid für seine Gastfreundschaft Bezahlung verlangte. Aber sie hatten keine andere Wahl, blieben beim Rabbi. Und dann aßen und tranken sie über den Sabbat, was sie nur eben konnten. Ja, sie verlangten noch edle Weine und ausgewählte Speisen. Sie zögerten nicht, alle möglichen Sonderwünsche zu äußern, weil sie an die hohe Summe der Bezahlung dachten. Als die Kaufleute nach dem Sabbat ihre Reise fortsetzen und dem Rabbi die vereinbarte Summe zahlen wollten, wehrte der lächelnd ab und meinte: »Glaubt ihr wirklich, ich würde Geld annehmen für das Vorrecht, Reisenden Gastfreundschaft zu gewähren?« Die Kaufleute fragten verwirrt zurück, warum er dann den hohen Preis genannt habe. Und der Rabbi erklärte ihnen: »Ich fürchtete, es könnte euch peinlich sein, reichlich zu essen und die besten Weine zu kosten, wenn ihr euch als meine Gäste fühlt. Und mal ganz ehrlich, hatte ich nicht recht damit?«

Gastfrei zu sein, vergesst nicht,
denn dadurch haben einige
ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
(Hebräer 13,2)
2
Feinde vernichten – Freunde gewinnen
Es lebte einst ein König, der mit dem benachbarten Königreich im Streit lag. Nun plante er, das Land seiner Feinde zu erobern und sie alle zu vernichten.
Der König zog los, um dem anderen Herrscher den Krieg zu erklären. Doch als seine Gefolgsleute ihn nach einigen Tagen im Heerlager aufsuchten, saß er mit seinen Feinden am Tisch und aß und lachte mit ihnen.
»Wir dachten, du wolltest deine Feinde vernichten?«, fragten sie ihn verwundert.
Der König lächelte und antwortete: »Nichts anderes habe ich getan! Ich habe sie zu meinen Freunden gemacht.«

Es heißt bei euch: Liebt eure Freunde und hasst eure Feinde. Ich sage aber: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfluchen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel.
(Matthäus 5,43ff.)
3
Vom Leben überholt
Eine ältere Frau – graue Haare, buntes Leben – stärkt sich nach einem anstrengenden Stadtbummel im Schnellimbiss. Sie lässt sich eine Terrine Gulaschsuppe geben und findet einen freien Tisch, stellt ihre Suppe darauf und hängt ihre Handtasche darunter. Noch einmal kämpft sie sich durch die Menge der Leute und Tische und holt sich einen Löffel. Als sie zurückkommt, steht da ein junger Mann am Tisch und löffelt die Gulaschsuppe. Er ist schwarz und kommt aus Afrika. Die Frau schluckt ihre Entrüstung herunter, stellt sich dazu und isst mit ihm die Suppe. Nun schaut der Schwarze ganz verwundert. Aber dann löffeln sie beide einander zulächelnd die Suppe. Als die Terrine gemeinsam geleert ist, fragt der Afrikaner die Frau: »Darf ich Sie zu einer Tasse Kaffee einladen?« Die Frau nickt beglückt über so viel Freundlichkeit. Der Mann holt zwei Tassen Kaffee, und sie trinken ihn schweigend aus. Schließlich verabschiedet sich der junge Mann und verlässt den Imbiss.
Die Frau ist voller Freude über die ungewöhnliche Begegnung. Aber plötzlich durchzuckt sie ein Gedanke. Sie fasst nach der Handtasche unter dem Tisch und greift ins Leere. Die Tasche ist weg. »So ein Gauner«, denkt sie und stürzt dem Mann hinterher. Aber der ist im Gewühl der Innenstadt längst verschwunden. Enttäuscht kehrt die Frau in den Imbiss zurück und entdeckt auf dem Nebentisch ihre Terrine Gulaschsuppe und ihre Handtasche darunter.

Einen jeglichen dünken seine Wege rein,
aber der Herr prüft die Geister!
(Sprüche 16,2)
4
Was heißt verlieren?
Einmal wollte Gandhi in einen Zug steigen, doch dabei verlor er eine seiner Sandalen. Der Zug fuhr an, und so gelang es ihm nicht mehr, auszusteigen und sie zu holen. Kurzerhand zog er die andere Sandale auch noch vom Fuß und warf sie aus dem Fenster, sodass sie neben der ersten zu liegen kam.
Die übrigen Fahrgäste im Zug waren sehr verwundert über sein Verhalten, und schließlich traute sich einer von ihnen zu fragen: »Warum haben Sie das getan? Nun haben Sie zwei Schuhe verloren!«
Gandhi antwortete lächelnd: »Was soll ich mit einer Sandale? So hat wenigstens der, der beide findet, ein Paar, das er anziehen kann.«

Wer sich an sein Leben klammert,
der wird es verlieren.
Wer aber sein Leben für mich einsetzt,
der wird es für immer gewinnen.
(Matthäus 16,25)
5
Was ist Armut?
Ein reicher Mann beschloss, dass sein Sohn auch die Rückseiten seines Lebens kennenlernen sollte und wollte ihm daher vor Augen führen, was es bedeutet, arm zu sein. Also fuhren sie aufs Land und quartierten sich dort bei einer armen Bauersfamilie auf dem Hof ein.
Als sie am nächsten Tag wieder zurück in die Stadt kamen, fragte der Vater den Sohn: »Und, wie fandest du unsere Reise?«
»Sehr spannend«, sagte der Junge.
»Da hast du wohl einiges begriffen«, meinte der Vater zufrieden. »Jetzt weißt du also, was Armut heißt, oder?«
»Stimmt!«, antwortete der Sohn.
»Und was lernst du daraus?«, wollte der Vater von ihm wissen.
»Ganz einfach: Wir haben bloß einen Hund, die Bauern hatten vier. Wir haben einen Swimmingpool, der die Hälfte unseres Grundstücks einnimmt, die Menschen auf dem Hof haben einen See, auf dessen Ende sie gar nicht sehen können. Wir haben eine Terrasse, die bis an den Rasen reicht, die Leute dort haben aber eine, die bis zum Horizont geht. Danke, Papa, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir wirklich sind.«

Hört mir gut zu, liebe Brüder und Schwestern:
Hat Gott nicht gerade die erwählt,
die vor der Welt arm sind?
(Jakobus 2,5)
6
Der Schatz der Liebe
Ein altes Ehepaar geht zu Bett. Die Kissen werden aufgeschüttelt, der Wecker aufgezogen und in Sichtweite gestellt. Liebevoll schaut der Mann zu seiner Frau hinüber, streichelt ihr faltiges Gesicht und meint: »Mehr als fünfzig Jahr schlafen wir nun gemeinsam ein und sind glücklich miteinander. Glaube mir, Frau, nicht für eine Million gäbe ich dich her!«
»Ja, das weiß ich, Mann, aber du bist auch nicht zu haben, auch nicht für eine Million!« Zwei Menschen nach einem langen Leben und voll Wertschätzung füreinander. Sie sagen sich: »Nun schlafe gut!« Er gibt ihr noch einen Kuss und flüstert: »Hast du auch die Haustür gut abgeschlossen? Hier liegen schließlich zwei Millionen!«
Genieße das Leben mit deiner Frau,
die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat;
denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne.
(Prediger 9,9)
7
Das bessere Geschenk
Einst schickte der König Artabon dem Rabbi Jehuda ein Geschenk, einen sehr kostbaren Edelstein. Damit verband er die Bitte, auch der Rabbi möge ihm etwas, was ihm wirklich teuer sei, als Geschenk senden. Da schickte ihm der Rabbi eine Mesusa. Das ist eine auf Pergament geschriebene, heilige Inschrift, die, in einem Behälter am Türpfosten angebracht, die Bewohner eines Hauses schützen soll.
Der König war über die Gabe des Rabbi verwundert und enttäuscht ließ er fragen: »Ich habe dir einen sehr teuren Edelstein geschenkt, du aber hast mir etwas geschickt, das keinerlei Wert hat.« Der Rabbi antwortete ihm: »Unsere Geschenke lassen sich nicht vergleichen. Du hast mir ein Geschenk gemacht, das ich mit Sorge behüten und bewahren muss. Ich dagegen habe dir ein Geschenk gemacht, das dich vor Sorgen behüten und bewahren wird.«

Du bist mein Schirm,
du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.
(Psalm 32,7)

8
Gottes Glanz auf allem
Ein Einsiedler lebte schon lange ganz allein in einer kleinen Hütte auf einem Berg. Bisweilen suchten ihn Menschen auf, um einen Rat oder einen Trost zu empfangen. Auch ein junger Mann besuchte ihn eines Tages, und der Weise fragte ihn: »Was lernst du gerade?« »Ich lerne, das Große groß und das Kleine klein zu sehen!« »Das ist gut, lerne weiter!«, meinte der Einsiedler.
Ein Jahr darauf kam der junge Mann wieder und wurde erneut gefragt: »Was lernst du gerade?« »Ich lerne, dass das Große auch klein und das Kleine auch groß sein kann!« Und der Alte entließ ihn wieder mit dem Rat: »Das ist gut, lerne weiter!«
Ein Jahr später tauchte der junge Mann erneut beim Einsiedler auf. Auf die gleiche Frage antwortete er nun: »Ich lerne, dass es gar nichts Geringes gibt!« »Das ist gut, lerne weiter!«, mahnte ihn der Alte. Als der junge Mann dann mehrere Jahre ausblieb, machte sich der Weise keine Gedanken oder Sorgen um ihn, denn er wusste ihn auf einem guten Weg. Schließlich tauchte der inzwischen gereifte Mann wieder in der Hütte des Einsiedlers auf, lachte über das ganze Gesicht und meinte: »Ich lerne, auf allen Dingen, wie groß oder klein sie sein mögen, den Abglanz Gottes zu sehen!« Da umarmte ihn der Weise und segnete ihn.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens
und in deinem Licht sehen wir das Licht.
(Psalm 36,10)
9
Beginnt der Tag?
Ein alter Rabbi fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt.
»Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?«, fragte einer der Schüler. »Nein«, sagte der Rabbi. »Ist es, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?«, fragte ein anderer. »Nein«, sagte der Rabbi. »Aber was ist es dann?«, fragten die Schüler.
»Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und deine Schwester oder deinen Bruder siehst. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns.«

Wer sagt, er sei im Licht,
und hasst seinen Bruder,
der ist noch in der Finsternis.
(1. Johannes 2,9)
10
Wie man hineinruft …
In einem Gasthaus, in dem viele Menschen Rast machten, die auf der Durchreise waren, trat ein Wanderer abends müde in die Gaststube. »Habt Ihr noch einen Platz für mich?«, fragte er einen Dorfbewohner, der alleine an einem Tisch saß. »Sicher, setzt Euch doch! Woher kommt Ihr und wohin wollt Ihr?«, fragte dieser.
»Ich komme aus der scheußlichen Stadt Spiegel. Alle, die dort leben, lügen und betrügen, sie beklauen sich gegenseitig, sind unfreundlich und wünschen ihren Nachbarn nur das Schlechteste. Bin ich froh, dass ich dort nicht mehr lebe. Jetzt möchte ich mir im nächsten Städtchen eine Bleibe suchen, aber Ihr kennt es doch sicher. Sagt mir: Wie sind die Menschen dort? Kann man dort leben?«
Der Dorfbewohner schaute ihn nachdenklich an und antwortete schließlich: »Nun ja, ich fürchte, du wirst dort keine besseren Menschen finden. Sie sind so wie die in der Stadt, aus der du kommst.«
Da wurde der Wanderer traurig. »Dann muss ich wohl weiterwandern und nach einer anderen Stadt Ausschau halten, in der ich bleiben kann«, sagte er, stand auf und verließ die Gaststube.
Einige Zeit später öffnete sich die Tür und ein anderer fremder Wanderer betrat müde den Raum. Wieder trat er an den Tisch des Dorfbewohners, der dort wieder alleine saß, und fragte ihn: »Habt Ihr noch einen Platz für mich?« »Gerne«, sagte der Dorfbewohner, »bitte setzt Euch! Woher kommt Ihr und wohin wollt Ihr?«
»Ich komme aus einer wunderschönen Stadt, Spiegel heißt sie, vielleicht kennt Ihr sie? Die Bewohner sind freundlich und nett, man kann auf ihr Wort zählen und gerät einer in Not, dann helfen sie sich gegenseitig aus. Leider kann ich dort nicht bleiben, weil mich der Beruf an einen anderen Ort ruft. Nun dachte ich, ich könnte mich im Nachbarstädtchen niederlassen, ich habe viel Gutes darüber gehört. Aber Ihr kennt Euch da bestimmt aus, sagt, wie sind die Menschen dort?«
Der Dorfbewohner lächelte. »Nun, du wirst dort keine anderen Menschen finden wie in Spiegel und dich dort sicher bald zu Hause fühlen!«
Da bedankte sich der Wanderer und verließ fröhlich den Schankraum. Der Dorfbewohner blieb jedoch noch lange lächelnd am Tisch sitzen und dachte an das Nachbarstädtchen, in dem genau die Menschen lebten, die man dort erwartete.

Du sagst: »Mein Bruder, komm her!
Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen!« Dabei erkennst du nicht,
dass du selbst einen Balken in deinem Auge hast. Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken
aus deinem Auge, dann kannst du klar sehen, um auch den Splitter
aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.
(Lukas 6,42)
11
Auf die Liebe kommt es an
Einst lebte ein Mönch in strenger Askese. Solange die Sonne schien, nahm er weder Speise noch Trank zu sich und widmete sich dem Gebet.
Ein heller Stern, der für alle sichtbar auch am Tage am Himmel stand, schien dem Mönch die himmlische Anerkennung für sein tägliches Fasten und Beten zu sein.
Eines Tages beschloss der Mönch, auf den nahen Berg zu steigen, um seinem Stern noch näher zu sein. Ein kleines Mädchen begleitete ihn, und bald plagte die beiden der Durst in der Mittagshitze. Der Mönch drängte das Kind, Wasser zu trinken. Doch das Mädchen weigerte sich, wenn nicht auch der Mönch etwas trinken würde.
So geriet der Mann in einen heftigen inneren Kampf. Auf der einen Seite wollte er um keinen Preis sein Fasten brechen und seinen Stern verlieren. Auf der anderen Seite konnte er es nicht mit ansehen, wie das Kind unter dem Durst litt. So gab er schließlich nach, und die beiden löschten ihren Durst mit frischem Quellwasser.
Ganz lange traute sich der Mönch nicht zum Himmel aufzusehen, weil er Sorge hatte, dass sein Stern nun verschwunden sei. Wie erstaunt war er, als er schließlich doch aufblickte und zwei leuchtende Sterne über dem Berg erblickte.

Denn ich habe Lust an der Liebe
und nicht am Opfer,
an der Erkenntnis Gottes
und nicht am Brandopfer.
(Hosea 6,6)
12
Scheuklappen
Es war einmal ein Mann, der sehr gläubig war, aber immer wieder von Zweifeln heimgesucht wurde. Daher bat er: »Gott, sprich zu mir!« Da sang eine Lerche, doch der Mann hörte sie nicht. Er war zu sehr damit beschäftigt, nach Gottes Stimme zu lauschen.
So bat er wieder: »Gott, sprich zu mir!« Da grollte ein heftiger Donner über den Himmel. Doch der Mann bemerkte es nicht einmal. Zu sehr lauschte er auf Gottes Wort.
Wenn Gott nicht zu ihm sprach, dann würde er sich ihm vielleicht zeigen, dachte er Mann. Also sah er sich um und rief: »Gott, zeige dich mir!« Da leuchtete ein Stern hell über ihm auf. Aber der Mann beachtete ihn gar nicht. Zu sehr war er damit beschäftigt, Gott zu entdecken.
Dann wollte er Gott auf die Probe stellen. Also rief er: »Gott, zeige mir ein Wunder!« Da wurde ein neues Leben geboren. Doch das berührte den Mann nicht. Zu sehr hielt er nach dem Wunder Ausschaut.
Nun wurde er immer verzweifelter und schrie: »Berühre mich, Gott, und lass mich wissen, dass du da bist!« Gott beugte sich hinunter und berührte den Mann mit unendlicher Zärtlichkeit. Doch der wischte den Schmetterling von seiner Schulter und ging traurig weg.

Freue dich über den Herrn!
Er wird dir alles geben,
was du dir von Herzen wünschst.
(Psalm 37,4)
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.