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LUST Authors

Geballte Erotik: 21 sinnliche Geschichten

Lust

Gefährliche Lust II: Der Klub - Erotische Novelle ÜbersetztLUST Translators Original A collection of 21 sensual erotic storiesCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2022 LUST, an imprint of SAGA Egmont, Copenhagen All rights reserved ISBN: 9788728181645

1. Ebook-Auflage, 2022

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Gefährliche Lust II: Der Klub - Erotische Novelle

Ludvig trägt noch immer das T-Shirt, Max‘ altes von gestern. Ein dünnes, dunkelgraues T-Shirt mit einem alten BMW-Logo. Jetzt ist es über seinen Bauch und die Rippen nach oben gerutscht. Das Zimmer ist warm und feucht, seine Haut ist weich und elastisch, wie immer am Morgen. Er leckt sich über die Lippen und fängt einen Schweißtropfen, der sich in seinem Amorbogen gesammelt hat. Das Bett knackt, als Max sich über ihn lehnt. Seine dunklen Haare fallen ihm in die Stirn. Sie haben es gestern Abend getan, genau genommen ist es sechs Stunden her, dass Ludvig sich an Max‘ Hüfte zum Orgasmus gerubbelt hat wie ein Teenager und Max wilde Flüche ins Ohr gehaucht hat, während er auf seinem Bauch kam. Aber Ludvigs ist so hart, als wäre das letzte Mal sechs Wochen her, als Max seine Hand an Ludvigs Schwanz langsam und weich hoch und runter gleiten lässt. Als hätten sie alle Zeit der Welt und als wüsste Max nicht, dass Ludvig zur Arbeit muss. Er ist unerträglich langsam, weil er eben so ist – total nervig und so gut darin. Mit kleinen Bewegungen bringt er ihn an seine Grenzen, bis Ludvig schwankend aufsteht und sich so krampfhaft am Laken festhält, dass seine Knöchel weiß werden. Da hört Max auf, streicht Ludvig aber weiter mit den Fingerspitzen über den Sack und massiert ihm den Damm. Bis Ludvigs Atem wieder ruhiger geht und er sich schwer ans Bett lehnt, da legt Max wieder die ganze Hand um Ludvigs Schwanz. Zieht die Vorhaut langsam über die angeschwollene Eichel. Ludvig stöhnt auf, sein Orgasmus steht schon wieder in den Startlöchern. Als sich seine Oberschenkel anspannen und die Muskeln zu zucken beginnen, hält Max inne, legt die Hand auf Ludvigs Hüfte und drückt den Daumen sanft auf die Leiste. Es ist nicht auszuhalten.

„Meine Güte“, Ludvigs Stimme ist dunkel und rau, „wir haben keine Zeit.“

Max nimmt die Hand weg.

„Dann komm halt nicht“, sagt Max und macht Anstalten aufzustehen. Ludvigs Arm schwingt sich zu ihm und greift nach seinem Bizeps, ehe beide reagieren können.

„Max.“ Seine Stimme bricht. Anfangs störte es Ludvig – wie Max ihn so einfach dazu bringen kann, zu bitten und flehen, wie er alles sofort tut, worum Max ihn bittet. Aber er weiß auch, wie geil Max davon wird, deshalb bittet er. Er tut sein Möglichstes, um ihn so kriegen. Die ganze Zeit. Er will alles und wenn dies die einzige Möglichkeit ist, dann tut er es immer und immer wieder.

Er streicht über Max‘ Oberarm.

„Max, bitte.“

Sofort beugt Max sich wieder runter, als ob Ludvigs dunkle Stimme, wenn sie plötzlich schwach wird, eine unwiderstehliche Anziehungskraft entwickelt. Max‘ helle Augen werden von der Gier verdunkelt, als er seine Stirn an Ludvigs legt und mit der Zungenspitze über Ludvigs Lippen leckt. Unter Ludvigs Fingerspitzen fühlt sich Max‘ Kinn rau an von den Bartstoppeln. Seine Zunge schmeckt nach Kaffee, als sie zwischen Ludvigs weiche Lippen gleitet.

Als er Max‘ Schwanz an seinem spürt, so steinhart und warm, seufzt er so tief, dass keine Luft mehr in seinen Lungen bleibt und er tief in die Matratze sinkt. Max greift nach ihren beiden Schwänzen. Er reibt sie aneinander, streicht mit der Handfläche weich nach oben. Ludvigs Finger greifen nach Max‘ Haaren, und Ludvig hält Max‘ Gesicht dicht an seins, während Max sie beide jetzt mit einer ganz neuen Geschwindigkeit befriedigt. Ungeduldig, wenn mit seiner eigenen Befriedigung gespielt wird. Sein Atem geht flach und rasselnd, seine Lippen sind einen Millimeter von Ludvigs entfernt. Niemand wundert sich, dass Ludvig zuerst kommt. Er spürt den Orgasmus kaum von den Beinen zum Bauch aufsteigen, ehe er durchschlägt. Nach diesem Orgasmus hat er sich so gesehnt und er ist so intensiv. Als er kommt, beißt er Max in die Unterlippe, stöhnt seinen Namen und reißt noch fester an seinen Haaren. Es dauert nicht lange, bis Max ihm folgt. Er stöhnt beim Kommen laut in Ludvigs Nacken. Ludvig spürt Max‘ Zähne an seiner Halsschlagader.

Mit einem Feuchttuch vom Nachttisch wischt Max sich seinen Bauch ab, auf dem sich ein paar Spermatropfen in seine Narbe verirrt hatten. Sie verlief von rechts über die Rippen bis zur Brust. Als sie das erste Mal Sex hatten, war Max vollkommen angezogen, hatte die Jeans bis zu den Knien runtergezogen und fickte Ludvig auf der Rückbank seines Audis. Aber eigentlich war das schon das zweite Mal gewesen, wenn man mitrechnet, dass Max ihm hinter einem Hochhaus einen geblasen hatte, nachdem sie sich vierzig Minuten vorher kennengelernt hatten.

Er hatte die Narbe erst beim dritten Mal gesehen. Da war Ludvig angetrunken und geil gewesen, wollüstig und hemmungslos. Es war zwei Wochen nach dem Sex im Auto und halb drei Uhr nachts, und er schickte Max die furchtbar klischeehafte SMS: „Bist du wach?“. Und Max, rational, effektiv und manchmal verdammt kühle Person, die er war, hatte sofort mit einem Google-Maps-Standort geantwortet. Ludvig hatte vier Bier intus und war albern und mutig, vor allem aber war es ihm egal, ob er notgeil zu sein schien, denn das war er ja nun mal. Er hatte Max die Kleider runtergerissen, jeden verdammten Zentimeter seines Körpers gestreichelt und wäre allein davon beinah gekommen. Erst nachdem er am ganzen Körper zitterte, vom Alkohol und vom Orgasmus, hatte er sich nach der riesigen Narbe erkundigt.

Die Sache war, dass Max schon angezogen gefährlich aussah, er hatte eine kleine, aber deutliche Narbe am Auge, eine gebrochene Nase und vor allem eine deutliche und schattenhafte Ausstrahlung wie ein Schurke in einem B-Movie über die Russenmafia.

„Ein Scheißtyp“, hatte er geantwortet.

„Sag nicht ‚du hättest den anderen sehen sollen‘.“

„Den anderen willst du nicht sehen“, hatte Max lächelnd gesagt, während er sich über Ludvig gebeugt hatte. Er drückte seinen Körper an Ludvigs Brustkorb, während er ein Päckchen Zigaretten aus dem Nachttisch holte. Ludvig kam es vor, als würde er jeden Stich am eigenen Körper spüren.

Dann hatte Max ihm das Päckchen hingehalten und es geschüttelt, als ob sie gerade ein normales Gespräch führten.

„Was ist passiert?“

„Er hat überlebt, falls es das war, was du wissen wolltest.“

„Das wollte ich nicht wissen, aber gut.“

„Er hat überlebt, ich habe überlebt, ich durfte nach acht Monaten aus dem Knast raus. Er hatte ein Messer gehabt und ich nicht, deshalb bekam er länger, glaube ich.“

Es ist unmöglich, nicht jedes Mal daran zu denken, wenn Max sich auszieht. Oder in diesem Fall, wenn er das letzte Sperma von der Narbe wegwischt und sagt:

„Soll ich dich irgendwo hinbringen?“

Max‘ Auto riecht nach Reinigungsmittel und neuem Leder, wie immer. Obwohl Max die ganze Strecke über mindestens zehn Stundenkilometer zu schnell fährt, weiß Ludvig, dass er zu spät kommen wird.

„Lass mich hier raus“, sagt Ludvig an der roten Ampel zwei Kreuzungen vor seinem Büro.

„Echt jetzt?“

„Ja, echt.“

Max fährt mit einer schnellen und unglaublich aggressiven Bewegung rechts ran und schrammt am Bordstein lang, sodass Ludvig nach vorn in seinen Anschnallgurt fällt. Hinter ihnen hupen zwei Autos. Das ist Max‘ normale Art des Autofahrens, aber Ludvig hört sich selber sagen:

„Bist du sauer?“

Max sieht ihn an, als hätte er gefragt, ob sie zusammen einen Schrebergarten kaufen wollen. Für Max die typische Art, die Welt zu beurteilen. Skeptisch und nonchalant.

„Es ist nur …“ Ludvig zeigt auf die volle Straße. „Es gibt keine nichtschwule Erklärung, dass mich irgendein Typ morgens um halb zehn bei der Arbeit absetzt.“

„Was ist deine nichtschwule Erklärung dafür, dass du gerne mit mir fickst?“

Es wird still im Auto, man hört nur noch das laute Surren des Audimotors. Bis Ludvig auflacht und Max ihn sanft in den Bauch schlägt.

„Werd erwachsen und raus aus meinem Auto“, sagt er. Aber seine Stimme ist weich und er lächelt. Schief und gefährlich wie immer.

„Ich texte dir“, sagt Ludvig, als er auf den Fußweg springt.

„Ich weiß“, sagt Max, „du durstige Bitch.“

Ludvig schlägt die Tür zu. Ja, das wissen sie beide.

Sie treffen sich häufig, aber sporadisch. Und als Ludvig an einem lauen Freitag in die Hamngata einbiegt, denkt er, dass er in dieser Nacht Max eine SMS schreiben wird. Das denkt er genau in dem Moment, als er einen mittelgroßen Mann an der Kreuzung sieht, und darum braucht er noch länger, um es zu kapieren. No fucking way. Aber Ludvig kennt diesen Duft, er kann ihn in- und auswendig, er hat sein Gesicht in diesem Nacken vergraben, Spucke, Schweiß und Sperma mit exakt diesem unverwechselbaren Duft aufgeleckt, ist in seinen Schwüren und Laken verschwunden. Und als er dem Mann ins Gesicht sieht, blickt er natürlich in Max‘ eisblaue Augen. Der Mund mit dem schiefen Lächeln. Max‘ Blick auf Ludvig ist der eines Wolfs, und Ludvig ist das Lamm. Er lächelt, als wäre er überhaupt nicht verwundert, ihn hier zu treffen.

„Hi“, quetscht Ludvig hervor. Max hält ihm die Hand hin, sie begrüßen sich und klopfen sich gegenseitig auf den Rücken. Mit einem offenbar besser funktionierenden Gehirn hält Max auch Erik und Samir die Hand hin.

„Dich kenn ich doch“, sagt Samir, als sie sich begrüßen.

„Okay.“

„Ihr wart“, Ludvig muss ich räuspern, sein Hals ist trocken und er stößt die Worte hervor, „sorry, ihr wart auf derselben Party, bei Kalle.“

„Ach so! Du bist Max!“

Max nickt. Er ist fast einen Kopf größer als Erik. Ludvig beißt die Zähne zusammen, um nicht fünfzehn Fragen auf einmal zu stellen. Weiß Erik, wer Max ist? Wissen die Leute, wer Max ist?

„Ich hab echt krasse Sachen über dich gehört“, fährt Erik fort.

„Kalle erzählt voll viel Mist.“

„Also stimmt es nicht, dass du …“

„Nein“, unterbricht ihn Max und sieht Erik dabei mit einem Blick an, der die meisten zum Umkehren bewegen würde. Max‘ Stimme ist häufig bestimmt und laut, Ludvig ist schon daran gewöhnt – Max sagt ihm, was er tun soll. Jetzt schwingt noch etwas anderes mit, etwas Eiskaltes. Die Sache ist, dass Ludvig natürlich weiß, dass Max – um bei Eriks Worten zu bleiben – krasse Sachen macht. Bei ihrem ersten Treffen hatten sie eine Art Nahtoderlebnis, als Max mit zweihundert Sachen ohne Scheinwerfer eine Landstraße entlangraste. Er war dabei, und Max hat ihm diese Dinge nie verheimlicht. Max hatte Angst, dass Erik etwas anderes sagen würde.

Vor zwei Wochen bekam Ludvig eine Nachricht von Max, dass er ein, zwei Wochen lang „unerreichbar“ sein würde und dass Ludvig absolut nicht vorbeikommen oder ihm texten sollte. Ehe Ludvig fragen konnte, was los war, hatte Max gesagt: „Frag nicht, dann lüge ich nicht.“ Vielleicht ist das das gleiche Gefühl wie „Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß“, worauf Ludvig ihre ganze sexuelle Beziehung baut, und die auch Erik stummgeschaltet hat. Stattdessen stellt er eine andere Frage, die Ludvig etwa genauso aufwühlt wie eine Frage über Max‘ kriminelle Machenschaften.

„Ach, wir gehen zum Rose, kommst du mit?“

Max ist, wenn das überhaupt geht, noch sexier als sonst, wenn er zwischen Ludvigs Freunden unterwegs ist. Ludvig macht die Situation zwar nervös, aber Max‘ Anwesenheit in der Gruppe fühlt sich ganz natürlich an. Um die Musik zu übertönen, muss sich Max über den hohen Tisch lehnen, wann immer er etwas zu Samir und Erik sagen will, und dabei stößt er mit seinem Knie gegen Ludvigs. Es ist warm und kribbelt durch die Jeans. Es erregt Ludvig wie wild, dass sie zusammen in der Öffentlichkeit unterwegs sind. Dass Max seiner ist, aber auch wieder überhaupt nicht. Der Nervosität in ihm drin prügelt sich mit dem spannenden, verbotenen Kribbeln. Und jedes Mal, wenn Max‘ Knie das von Ludvig berührt, gewinnt das Kribbeln an Terrain.

Erik zeigt ihnen eine Frau auf Tinder.

„Irre süß, oder?“

Ludvig nickt.

Erik hält Max das Bild hin.

„Würdest du mit ihr schlafen wollen?“

„Kein Stück, aber mach du das mal.“

Ein kalter Schauer durchläuft Ludvig in der heißen Bar. Er lehnt sich zurück, als ob er sich weiter vom Gespräch entfernen wollte.

„Warum nicht?“ Erik scheint verunsichert, als ob er selbst, und nicht die potenzielle Sexgenossin, abgewählt worden wäre.

„Ich schlafe mit Männern.“

Es fühlt sich an, als ob jemand Eis in Ludvigs Magen geschüttet hätte, vielleicht sollte er verwundert tun, irgendwas sagen, aber er kann den Blick nicht von Erik und Samir lassen. Es ist nicht so, dass sie in irgendeiner Weise je homophob waren, aber diese Welt hat überhaupt nichts mit ihren Kreisen zu tun. Außer, dass zwei der vier Personen an diesem Tisch miteinander schlafen.

„Echt?“, fragt Erik schließlich.

„Echt.“

„Sorry, wenn das eine blöde Frage ist, aber kann man dann so viel Sex haben, wie man will?“, fragt Samir. „Ihr habt doch diese Sex-App, oder? Grind?“

„Grindr.“

„Ach, Grindr! Ist das so, dass ihr quasi immer Sex haben könnt?“

„Das kommt drauf an.“

„Ob man gut aussieht oder was? Interessiert Schwule so was?“

Ludvig muss dieses idiotische Gespräch ganz, ganz dringend beenden.

„Schreibst du der Tussi jetzt oder lädst du dir Grindr runter?“, schnappt er ein bisschen zu aggressiv.

Er nimmt das Bierglas in beide Hände. Sie sind verschwitzt.

„Ich schreibe gar nichts. Grindest du dir jemanden nach Hause?“

Die Frage geht eindeutig an Max. Es sieht so aus, als würde er darüber nachdenken, ehe er eine Sekunde später, oder sogar noch schneller, Ludvig einen Blick zuwirft.

„Nee, ich werde wohl dem Typen texten, mit dem ich immer ficke. Wenn er wach ist, kommt er. Das macht er immer.“

Als Max das sagt, drückt er sein Knie an Ludvigs, diesmal ganz eindeutig mit Absicht.

„Nice“, sagt Samir.

„Ist er willig?“

„Willig?“ Max lacht. „Und wie willig der ist. Eine echte pillow princess“, sagt er und beugt sich nach vorn. Unter dem Tisch legt er seine warme Hand auf Ludvigs Bein.

„Was?“, stößt Ludvig hervor und bereut es sofort. „Was bedeutet das überhaupt?“, fragt er trotzdem.

Er kann Max nicht ansehen, er wird explodieren und sterben. Er reibt mit den Händen über seine Haarborsten und sieht auf den Tisch.

„Das heißt, dass er gerne entgegennimmt.“

Max gräbt seine Finger in die Innenseite von Ludvigs Schenkel, aber sein Blick bleibt fest.

Alle lachen laut, aber Ludvig sieht nicht auf. Es flimmert in seinen Augenwinkeln und sein gesamtes Blut hat sich an seinem rechten Innenschenkel versammelt. Max‘ Finger brennen sich durch seinen Jeansstoff, als sie näher in Richtung Schritt gleiten. Er hört wie unter Wasser, wie das Gespräch weitergeht, über etwas anderes als seine eigene Unterwerfung, hofft er. Und doch, ohne zu zögern rückt er näher an Max und den Tisch. Er drückt seinen ganzen Schenkel gegen den von Max und knetet seine Hände fest auf die Tischoberfläche. Ihre Arme berühren sich nicht ganz gegenseitig, aber sie sind sich so nah, dass die Haare sich auf Ludvigs Oberarm aufstellen. Er drückt die Hände zusammen, bis seine Knöchel weiß werden, um sich nicht automatisch auf ihn zu werfen, aber auch, um Max‘ kleine, kaum merkliche Bewegungen vor den anderen zu verbergen. Die Bewegungen, wenn er den kleinen und den Ringfinger so weit den Oberschenkel hinaufgleiten lässt, dass er, ja, nicht mehr am Oberschenkel ist. Max plaudert normal weiter, während er Ludvig zunächst an der Lende streichelt, und dann über den Schwanz unter der Jeans, der merkbar hart wird.

Merken sie etwas? Anscheinend nicht. Seine Freunde sind nicht die aufmerksamsten und es ist eng und voll im Klub. Niemand sitzt hinter ihnen.

Mit minimalen Bewegungen streicht Max seine Finger über Ludvigs Schwanz, aber es fühlt sich klar und deutlich an, als ob seine Knöchel direkt seine nackte Haut berührten, nicht durch die Hose. Ludvig sieht es vor sich. Max‘ Finger auf seiner Haut. Seine Erektion wird zu einem Fakt, jetzt kann er sie nicht mehr leugnen. Er ist steinhart. Er kann hier nicht mehr bleiben, er will nur Sex haben, nur das. Er will Max‘ Zunge überall auf seinem Körper spüren, ihn zerdrücken, in ihn eindringen.

„Geht’s dir gut?“

Samir stellt die Frage. Max‘ Hand hält inne, sein kleiner Finger ist einen Zentimeter von dem pulsierenden Steifen entfernt. Es fühlt sich an, als würden Max‘ Finger rote Flecken auf Ludvigs Haut hinterlassen. Blaue Flecken, Knutschflecken.

Er nickt, aber die Frage kommt ihm ganz weit weg vor. Er ist voll und ganz in seinem eigenen Körper gefangen, spürt das Blut durch seine Adern rauschen, und trotzdem ist er ganz woanders.

„Ich gehe die nächste Runde kaufen“, sagt Erik und steht auf.

„Ich komme mit“, sagt Samir.

Ludvig dreht sich zu Max, um zu fragen, ob er meint, dass Samir etwas kapiert, aber sobald die beiden weg sind, greift Max ihm mit der ganzen Hand in den Schritt und Ludvig stöhnt so laut, dass er sich selbst schnell den Mund zuhält.

Die Erleichterung über die Berührung ist so überwältigend, er spürt es bis in die Beine und den Magen. Ein Schaudern bis in die Zehenspitzen.

„Oh Mann“, Max‘ Stimme ist heiser und klingt fast beeindruckt, „bist du hart.“

Ludvig greift nach Max‘ nächstem Bizeps. Seine Haut unter der Hand, jedes Härchen, das an der Handfläche kitzelt, das zarte Gefühl an Ludvigs einer Fingerspitze, die unter Max‘ T-Shirt-Saum gelandet ist, wo die Haut verschwitzt und warm ist, all das schickt Schauer durch Ludvigs Körper. Er greift fester zu und hört seinen eigenen flachen Atem lauter als die Musik.

„Wir müssen hier weg“, sagt Ludvig.

„Wie kannst du nur ständig so geil sein?“

„Du hast angefangen.“

„Womit angefangen?“

Ludvig will etwas Gehässiges antworten, aber Max beugt sich nach vorne und leckt ihm mit der Zungenspitze genau da hinterm Ohr, wo Ludvig umgehend alles andere vergisst. Alles, was er sagen wollte, jede Vernunft. Er sieht nicht zur Bar, sondern zieht Max stattdessen vom Tisch weg. Er ist so hart, dass das Aufstehen fast wehtut. Der Jeansstoff drückt so gegen den angeschwollenen Schwanz, dass es angenehm und schmerzhaft gleichzeitig ist. Es ist dunkel in der Bar, worüber er unendlich dankbar ist. Er weiß nicht, wohin sie gehen sollen, aber sie müssen von hier weg. Auf keinen Fall zur Tanzfläche, Toilette kommt auch nicht infrage, das ist zu offensichtlich, das reicht nicht. Schließlich zieht ihn Max mit einer geschmeidigen Bewegung plötzlich durch zwei Schwingtüren, auf denen „Nur Personal“ steht, in eine abgeschirmte Ecke, wo jemand offenbar seine Technikvorräte bunkert.

Sobald sie allein sind, drückt Max Ludvig gegen die Wand. In einer Mischung aus Überraschung und Erleichterung entweicht ihm die Luft, bis er merkt, dass Max ihn mit seinen Hüften an die Wand reibt. Hüfte an Hüfte, Brust an Brust, das Gefühl von Schwanz an Schwanz. Der Bass von der Musik dringt durch die Tür und ihm entweicht die Luft durch ein ganz anderes, inniges, animalisches Gefühl. Er fühlt sich wild und aufgebracht, die Erregung durchrauscht seinen Körper. Fast aggressiv greift er mit beiden Händen nach Max‘ Gesicht, drückt Max‘ Lippen auf seine. Sucht mit seiner Zunge gierig nach der anderen.

„Stimmt das?“, flüstert er in Max‘ Mund.

„Was?“

„Bin ich eine pillow princess?“

„Etwa nicht?“, fragt Max und knetet ihn mit der einen Hand zwischen den Beinen. Als Antwort drückt Ludvig seine Hüfte nach vorn, näher an ihn. Jetzt, wo Max ungehindert an Ludvig herumfummeln kann, tut er es mit Wonne, massiert seinen Schwanz fest streichend auf der Hose. Wie immer will Ludvig alles auf einmal, schnell und langsam. Überrumpelt und sanft genommen werden. Er schließt die Augen und lässt den Kopf nach hinten fallen, als Max ihn auf den Hals küsst und auf den Kiefer. Nass, aber kontrolliert.

„Etwa nicht?“, fragt er erneut und greift Ludvigs Kiefer. Nicht fest, aber so, dass Ludvig die Augen öffnet und in die hellblauen Augen vor sich blickt.

„Du willst mich doch so haben.“

„Genau das will ich, genau so. Ich will dich ganz genau so“, flüstert er mit rauer, dunkler Stimme, sodass sein Atem sich in Ludvigs Ohr verfängt. Eine warme Hand sucht sich unter Ludvigs Hemd, über die Rippen, zum Rücken und über die Brust. Mit der anderen Hand hält Max Ludvig an der Hüfte an der Wand fest, als ob er sonst weggehen würde. Ludvig will das hier ja auch. Genau so. Dass Max‘ warme Hände ihn auf der Brust streicheln, ihn mit weichen Fingerspitzen an den Brustwarzen necken, die Zunge weich und heiß zwischen seinen Lippen. Der starke Duft von Axe und von Max selbst, der immer im Hintergrund liegende Geruch von Benzin.

Max reibt über Ludvigs Haare, als ob er ihn in die Haare greifen will. In solchen Situationen hat Ludvig das Gefühl, dass Max es lieber hätte, wenn Ludvig sich nicht die Haare fast ganz abrasiert hätte. Dass er ihn an den Haaren festhalten und daran ziehen würde. Ohne mit dem Knutschen aufzuhören, versucht Ludvig, Max‘ Gürtel zu öffnen. Seine Hände zittern und er tut es nicht sanft, er hat keine Geduld. In ihm blitzt es vor Geilheit. Normalerweise lassen sie sich Zeit. Aber jetzt – im Klub, mit Ludvigs Freunden in unmittelbarer Nähe, haben sie keine Zeit. Ein letztes Mal lässt er seine Zunge in Max‘ Mund herumrollen, dann geht er auf die Knie.

Der Boden ist hart unter den Knien, aber die neue Stellung ist eine Erleichterung. Als Ludvig endlich Max‘ Hose runtergezogen bekommt und seinen harten Schwanz greift, legt Max seine Hand auf Ludvigs Kopf und flüstert:

„Zunge raus.“

Ludvig leckt sich die Lippen, ehe er tut wie geheißen. Er öffnet den Mund, streckt die Zunge raus und lässt den Kopf nach hinten in Max‘ Hand fallen. Max streicht mit dem Daumen über Ludvigs ausgestreckte Zunge und über die Lippen. Verbreitet die Spucke. Als er mit den Fingern über Ludvigs Lippen streicht und mit der anderen Hand seinen Schwanz hält, entfährt ihm ein tiefes Grollen. Ein Geräusch, das er oft während dem Sex macht, und von dem Ludvig glaubt, dass er es selbst nicht merkt.

Aber er kann sich immer schwerer auf Max‘ Geräusch konzentrieren, während Max ihm mit zwei Fingern über die Zunge in den Mund gleitet. Ludvig sieht ihm von unten in die Augen, schließt die Lippen um Max‘ Finger und saugt. Kurzzeitig bleiben sie so: der simple Genuss von Ludvigs Zunge, die von unten gegen Max‘ Finger drückt; das erregende, lockende Gefühl von seinen Fingerspitzen am Rachen, bei weitem nicht tief genug, aber so, dass Ludvigs Augen feucht und schwer werden. Leicht beißt er auf Max‘ Knöchel, als der die Hand rauszieht. Ein Speichelfaden folgt der Hand und Max legt ihn um seine eigene Eichel.

„Gib ihn mir“, bittet Ludvig.

„Streck die Zunge weiter raus.“

Max spannt die Kiefermuskeln an, wenn er ihm Befehle gibt, auf eine Art, die Ludvig inzwischen gut kennt. So sieht Max auch aus, wenn er sich tatsächlich anstrengen muss, um nicht die Beherrschung zu verlieren. Ludvig streckt die Zunge so weit raus, wie er kann. Mit festem Griff packt Max seinen eigenen harten, dunklen Schwanz an der Wurzel und legt schweigend die Eichel auf Ludvigs Zunge. Ludvig spürt ihr Gewicht, das Vorhautbändchen liegt angespannt auf der Zunge.

Er atmet tief durch die Nase, will mehr und drückt die Zunge nach oben gegen Max‘ Harten. Er sieht, wie sich die Bauchmuskeln des Mannes über ihm anspannen, das deutliche V, das sich bis zu Max‘ Erektion erstreckt. Mit einer winzigen Bewegung zieht Max seinen Schwanz von Ludvigs Zunge über seine Lippen, verschmiert einen kleinen Lusttropfen auf seiner Oberlippe. Es pocht ins Ludvigs Magen, im Schritt und in den Beinen. Der bittere Geschmack von Max‘ Sperma macht es Ludvig schmerzhaft klar, wie hart er selber ist. Es ist roh und ehrlich, hart und intim.

Ludvig leckt über die Spalte in Max‘ Eichel und sich selber über die Oberlippe, fängt alles auf, und Max bestimmt nicht über ihn. Er stöhnt nur leise und dunkel, wie ein erleichtertes Ausatmen. Er ist so hübsch, wenn er die Augen schließt, sein Gesicht entspannt und Ludvig über seine harte Eichel lecken lässt, die nass von Spucke und Lusttropfen ist. Seine Hand hat Ludvigs Hinterkopf noch immer warm und sicher im Griff, und Ludvig hält Max‘ Hüfte fest, als müsste er sich stabilisieren, noch nicht ganz er selbst.

Mit der anderen Hand knöpft Ludvig seine eigene Hose auf. Erst versucht er, es geschmeidig und sexy hinzubekommen, mit dem Blick weiter auf Max‘ entspanntem Gesicht. Aber schließlich macht er es schnell und effektiv, und reißt sich die Hose von der Hüfte. Als er seinen eigenen überempfindlichen, steinharten Schwanz greift, stöhnt er laut auf. Sein Kinn fällt herab, als er Luft holt, und als Antwort steckt Max seinen Schwanz tief in Ludvigs offenen Mund.

Ludvig saugt an dem, was in ihn hineingleitet, lässt den Rest des Schafts von der Spucke feucht werden. Sein Kopf wird an die Wand hinter sich gedrückt und er spürt das Dröhnen vom Bass im Körper. Er vergisst zu atmen, saugt gierig an Max‘ Schwanz. Gleichzeitig befriedigt er sich selbst langsam. Er braucht seine ganze Selbstbeherrschung, um sich nicht so weit nach vorne zu pressen, bis Max ihn bis zum Hals ausfüllt, um sich nicht selbst umgehend zum Orgasmus zu bringen. Er saugt an Max‘ Schwanz, bis er keine Luft mehr bekommt, dann zieht er ihn mit einem obszönen, nassen Geräusch raus und holt mit nassen, geschwollenen Lippen tief Luft. Er streckt die Zunge raus, um ihn wieder in den Mund zu bekommen. Klebrig und außer Kontrolle.

Max scheint mitzugehen, er streicht mit seiner Hand über Ludvigs Kopf zu seinem Hals, und führt seinen Schwanz so tief in Ludvigs Mund ein, wie er weiß, dass Ludvig ihn nehmen kann. Die Wand ist hart und kalt an Ludvigs Kopf, aber alle körperlichen Gefühle sind dem Gefühl untergeordnet, Max‘ Schwanz so unglaublich nah am Rachen zu spüren. Die Hand, mit der Ludvig sich selbst berührt, zittert vor Genuss, er spürt die wohlbekannten Zuckungen in den Muskeln seines Körpers, die den Orgasmus ankündigen. Max hat seine Fingerspitzen lose unter Ludvigs Kiefer gelegt, an der Grenze zu seinem Hals. Das macht er oft, wenn Ludvig ihm einen bläst, um die Spannung der Kiefernmuskeln zu spüren und seinen eigenen Schwanz, der von innen dagegen drückt.

„Komm ja nicht ohne mich.“

Max pausiert zwischen den Wörtern, während er in Ludvigs Mund stößt. Ohne, denkt Ludvig. Als ob das hier nicht Max‘ Verdienst ist. Die Art, wie er sich rein und raus bewegt, so sanft wie dominant, sein schneller Atem, der lauter als die Musik ist, der Geschmack seines Schwanzes, der Duft von Nacht, Benzin und Gefahr, der wie eine dünne Decke über seinem ganzen Körper liegt. Wie Max es so leicht schafft, dass Ludvig jede Vernunft fahren lässt. Wie Max es schafft, dass er in einer Abstellkammer auf die Knie geht. Es ist so irre schön.

Ludvig befriedigt sich selbst mit kleinen Bewegungen, genug Stimulierung, um nicht von innen zu platzen, aber nicht so viel, dass er kommt. Oder doch, er wird kommen. Aber als ob Max es spürt, dass er die Kraft in Mund und Lippen verliert, greift er fest in Ludvigs Arm und zieht ihn hoch. Ludvigs ganzer Körper ist überempfindlich, und als er mit schwachen Beinen aufsteht und Max ihn erneut leidenschaftlich küsst, fühlt es sich an, als wäre seine Zunge elektrisiert. Es ist ein kurzes, aber intensives Erlebnis, dann dreht Max Ludvig mit einer schnellen und sicheren Bewegung zur Wand. Ludvig muss sich nach hinten drücken, damit seine Schwanzspitze nicht über die Wand reibt. Dadurch presst er seinen nackten Arsch stattdessen gegen Max‘ Schwanz und der stöhnt laut in sein Ohr.

„Ludvig“, flüstert er, und es ist ein heiliges Versprechen. „Verdammt, Ludvig, ich will dich hier nehmen.“

Seine Stimme ist leise. Ludvig spürt ihre Vibrationen, als Max seine Brust an Ludvigs Rücken presst und sein mit Speichel bedeckter Schwanz zwischen Ludvigs Arschbacken gleitet. Die Spitze gleitet über seinen Anus, ehe sie ihren Weg nach oben fortsetzt, aber die Berührung lässt Ludvig bis zu den Knien erzittern.

„Ich könnte dich so hart ficken, dass du danach nicht mehr stehen kannst.“

Während er die Worte über Ludvigs Schulter zischt, greift er nach Ludvigs Schwanz. Ludvig merkt, dass er nicht mehr lange wird stehen können. Aber er lehnt sich auf seinen Armen an die Wand und drückt die Hüften nach hinten. Max‘ Schwanz liegt warm und pulsierend zwischen seinen Pobacken, und Max befriedigt Ludvig hart und gekonnt.

„Ich müsste dich zum Tisch zurücktragen und du würdest nach meinem Schwanz riechen.“

Ludvig kann nicht anders, als zuzustimmen, er kann kaum noch die Augen offen halten. Er ist so kurz davor und stammelt unzusammenhängende Wörter. Max‘ Namen, oder nur „ja, ja, ja“. Er ist sich nicht sicher.

„Ich würde dich raw nehmen und in dir kommen. Es würde aus dir raustropfen, wenn du dich wieder in die Bar setzt.“

In dem Moment kommt Ludvig. Es zischt durch seinen ganzen Körper, fühlt sich erlösend an und flimmert vor seinen Augen. Max fängt das Sperma mit seiner Hand auf. Ludvig hört das Geräusch, wie Max sich hinter ihm befriedigt. Er will sich umdrehen, um ihn zu küssen, den Schwanz übernehmen, will Max‘ Schwanz in seiner Hand haben, wenn er kommt. Aber ehe er sich auf seinen schwachen, zitternden Beinen bewegen kann, spürt er, wie die Hand, die eben noch an seinem Schwanz war, jetzt merkbar kälter, seine Pobacken spreizt und dann, wie Max‘ warmes Sperma ihn am Anus trifft. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als das zuzulassen, er will auch nichts anderes. Aber die eine Berührung an genau der Stelle, das kurze Reiben, ist so schön, so heiß. Wie Max‘ Sperma ihn trifft.

Sanft küsst Max ihn auf den Hals, als er fertig ist. Unter dem Ohr. Mit einer schnellen Bewegung zieht er Ludvigs Shorts und Hose hoch. Über das Sperma, das darunter verschmiert wird.

„Max, was zur Hölle?“

Aber er lacht, als er das sagt. Er ist voller Adrenalin und die Lust durchrauscht noch immer seinen Körper.

„Ich habe doch gesagt, dass es aus dir rauslaufen wird, mehr schaffe ich in der kurzen Zeit nicht.“

Max‘ markantes, hartes Gesicht ist rosig von der Anstrengung. Sein Lächeln ist weicher als sonst. Er legt Ludvig seine Hand auf die Wange.

„Ich küsse dich nicht, weil ich weiß, dass du dann wieder geil wirst.“

Ludvig würde lügen, wenn er sagen würde, dass Max‘ plötzliche Sanftheit ihn nicht beunruhigend kribblig macht. Vor allem in Kombination mit dem Sperma, das er in seinen Klamotten trocknen fühlt.

„Scheiße, du bist so sexy“, fährt Max fort, als Ludvig nicht antwortet. „Jetzt gehen wir zurück und bringen deine Freunde so richtig in Verlegenheit.“

Gefährliche Lust - Erotische Novelle

Sie kam nicht überraschend – die Anziehung. Aber ehrlich gesagt kam es unerwartet, dass sie so schnell so intensiv wurde. Ludvig hat eine „Wenn es passiert, passiert es“-Einstellung. Cool bis ins Letzte, durchaus auch spannend, aber die Einstellung ist eher die eines experimentierfreudigen Fünfzehnjährigen. Er hätte nie gedacht, dass es sich so anfühlen könnte.

Es ist 3 Uhr 20. Er steht in der Küche. Seine Hände liegen weit auseinander auf dem Küchentresen. Sie sind verschwitzt und zittern ein wenig, aber Ludvig drückt sie fester auf die Marmoroberfläche und atmet tief durch. Es ist dunkel. Die ganze Wohnung ist dunkel, bis auf die Schlafzimmerlampe, die das Zimmer hinter ihm erleuchtet. Im Fenster sieht er seine Umrisse – breite Schultern, den Kopf mit den kurzen Haaren nach unten gebeugt. Der Weg draußen liegt verlassen und dunkel. Feiner Regen fällt langsam vor dem Fenster. Wie in Zeitlupe fällt er langsam, alles ist so langsam. Ludvigs Puls ist doppelt so schnell wie die Küchenuhr. Das hier wird sein Tod. Nicht der Lauf in einer Weile, sondern das hier. Er hat irgendwann auf dem Discovery Channel gelernt, dass alle lebendigen Wesen eine bestimmte Anzahl von Herzschlägen haben und dass Tiere mit schnellerem Puls ganz einfach kürzer leben. Wenn das stimmt, hat er vielleicht noch ein Jahr. Sein Herz schlägt sich selber zugrunde.

„Chill“, flüstert er sich selber zu. „Chill verdammt noch mal.“

Gegen Mitternacht liegt er auf dem Sofa, als sein Handy vibriert.

Ich fahre heute Abend. Falls du mit willst. Kann gegen halb vier bei dir sein.

Auf einer Party mit seinem Kumpel Erik vor zwei Wochen hat es angefangen. Ehrlich gesagt wollte Ludvig im Bishops bleiben. Aber Erik fand das nicht gut, da seine Ex auf der Party auftauchen sollte. Nein, nicht Ex. „Beziehungspause“, wie Erik recht aggressiv mitteilte und einen Großteil seines Biers verschüttete.

„Wir haben deutlich gesagt, und das denke ich mir nicht aus, wir haben Pause gesagt“, sagte er. Er machte eine Geste zu Samir und Ludvig. „Glaubt ihr mir nicht, oder was?“

Ludvig glaubte ihm kein Stück, sagte aber: „Klar glauben wir dir“, und Samir nickte.

„Ich finde also, dass wir hingehen sollten“, fuhr Erik fort.

Ludvig seufzte kaum hörbar, aber offenbar nicht leise genug.

„Was? Verdammt noch mal, Ludvig, du bist so verdammt lahm. Was sollen wir denn machen, hier sitzen, Bier trinken und uns über Game of Thrones unterhalten?“

„Ja und, warum nicht?“

„Warum nicht? Weil ihr mich zu Tode langweilt! Wir können doch vielleicht mal was anderes machen?“

„Ich gehe auf die Party“, sagte Samir. Erik schlug mit den Armen aus und schrie: „Victory!“, sodass die Gruppe hinter ihnen sich umdrehte. Dann zeigte er mit der ganzen Hand auf Ludvig.

„Die Party ist bei Kalle, kennst du Kalle? Er kennt jedenfalls alle heißen Bräute, die auf die TH gehen.“

Ludvig lachte. „Alle?“

„Alle! Ich schwör dir. Es ist krank, aber wahr. Ich weiß, dass du die eine geil findest, wie heißt sie noch? Linnea?“

„Aber Linnea findet mich zu hundert Prozent ungeil“, sagte Ludvig und wischte sich mit den Händen über den Kopf. Sein Kurzhaarschnitt war noch recht neu, und wenn er nicht wusste, wohin mit den Händen, fuhr er sich über die raspelkurzen Haare.

„Stimmt gar nicht!“, rief Erik. „Vielleicht zu siebzig oder achtzig Prozent, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Er hob das inzwischen halbleere Bierglas. „Wenn es nicht Linnea ist, dann gibt es dort mindestens noch zwanzig andere Frauen, das verspreche ich dir.“ Er hielt noch immer sein Bierglas in die Luft. Ludvig hob seins hoch und stieß mit ihm an.

Es stellte sich heraus, dass Kalle zwar nicht alle Frauen an der TH kannte, aber doch fast alle. Die Party fand in seiner Dreizimmerwohnung statt, die aus allen Nähen platzte. Erik sah so überdreht aus, als würde er sich gleich einkacken. Sie hatten kurz bei ihm angehalten, um Wodka und Gras zu holen, und Ludvig fühlte sich gut. Linnea war nicht da, aber eigentlich war sie ohnehin zu jung für ihn. Außerdem stand da Fatima in der weltengsten Jeans und redete mit ein paar Typen, die aussahen, als würden sie Wirtschaft studieren.

Er ging zu ihr und legte ihr die Hand auf den unteren Rücken. Als sie sich umdrehte, sagte er lächelnd: „Hallo Fatima“. Er sah süß aus, wenn er lächelte, das wusste er. Sie umarmte ihn. Ihre langen Haare rochen gut. Er begrüßte die anderen, blieb aber dicht bei ihr stehen. Ihr schien es egal zu sein und sie sah ihn an, wenn sie lachte. Sie sprachen über die letzte Staffel von Hochzeit auf den ersten Blick und es war überhaupt nicht interessant, aber Fatima fand es lustig, dass er keine Folge gesehen hatte und erzählte alle Intrigen für ihn nach. Ludvig lächelte und sah sich verstohlen in der Wohnung um. Fatima redete weiter, aber Ludvig hörte nicht mehr zu.

Hinten im Zimmer stand ein dunkelhaariger Typ an die Wand gelehnt. Er sah Ludvig mit eisblauen Augen an. Kurzzeitig hielt er den Augenkontakt und lächelte. Ein schiefes, flüchtiges Lächeln, dann sah er fort. Ludvigs Magen zog sich zusammen, als wäre er geschlagen worden. Erst redete er sich ein, dass es Unbehagen war, aber es war tatsächlich eine Anziehung. Der Typ war zweifellos der hübscheste, den Ludvig je gesehen hatte. Vielleicht nicht objektiv – er sah scharfkantig und fast böse aus, wie ein Wolf. Er sah aus, als hätte er sich irgendwann mal die Nase gebrochen.

Er war jetzt nicht unglaublich schockiert, er hatte … bereits mehr herumprobiert als der Durchschnittstyp, könnte man sagen. Aber die Gedanken, die ihm jetzt kamen, ließen ihn erröten. Er hätte alles dafür gegeben, diesem Typen jetzt einen zu blasen. Das Bedürfnis brannte in seinem Inneren. Er wollte den schweren Schwanz in seine Hand nehmen und dass der Typ in sein Gesicht kam.

„Ludvig?“ Fatima. Sie hatte ihm anscheinend eine Frage gestellt.

Er sah sie an.

„Was?“

„Wen kennst du noch mal in Årsta?“

Ludvig sah wieder zu dem Typen, aber er war nicht mehr da. Erik saß knutschend mit einem Mädchen auf dem Sofa, das auf keinen Fall seine Ex war, aber der Wolfstyp war weg.

„Mm“, sagte er.

„Was?“

„Sorry, ich muss mal.“

Er ging im Zickzack durch die Menschenmenge und checkte in Küche und Toilette, ehe er sich auf den Balkon drängelte.

Da stand er, mit dem Rücken zur Tür, in einem dünnen, dunkelblauen Anorak und rauchte.

Er drehte sich um, als Ludvig die Tür schloss, schien aber nicht verwundert über dessen Auftauchen zu sein, aber warum hätte er das auch sein sollen.

„Hi“, sagte er nur.

Ludvig nickte.

„Hast du Feuer?“

Der Wolfstyp streckte es ihm hin. Ludvig rauchte normalerweise keine Zigaretten, aber jetzt musste er ja. Der Gedanke, dass Erik, Samir oder irgendjemand sonst auf den Balkon kommen und diese Tatsache ausplaudern könnte, machte ihn unglaublich nervös. In der warmen Wohnung hatte er sich betrunken und entspannt gefühlt. Draußen rauschte das Blut durch seine Adern und sein Kopf war klar und nüchtern mit kerzengeraden Gedanken darin.

„Max“, sagte der Wolfstyp.

„Was?“

„Ich heiße Max.“

„Ludvig.“

Ludvig reichte ihm den fertigen Joint, den er in seiner Brieftasche hatte.

„Willst du lieber den?“, fragte er, die Zigarette noch immer im Mundwinkel.

Max schüttelte den Kopf.

„Das mach ich nicht.“

Ludvig steckte ihn wieder weg.

„Rauch du ruhig, wenn du willst“, sagte Max.

„Passt schon. Magst du kein Gras?“

Max lachte kurz und hart auf, dann lächelte er.

„Hab es geliebt. Aber jetzt nehme ich … andere Fluchtwege.“

Ludvig nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette. Er war sich nicht sicher, was er antworten sollte, ob Max weitere Fragen erwartete oder nicht. Aber seine Neugier siegte.

„Was denn?“

Max blieb stumm.

„Irgendwelche Drogen?“, fuhr Ludvig fort, aber Max lächelte wieder dieses schiefe Lächeln und sagte dann:

„Nein, meistens fahre ich.“

Jetzt sah Ludvig so verwirrt aus, dass Max ohne weitere Fragen fortfuhr:

„Rennen, Dragracing, oder nur rumfahren. Nachts. Das …“, er zeichnete kleine Kreise in die Luft, „… pustet einen durch und macht einen high.“

Ludvig hatte vergessen weiterzurauchen, und jetzt fiel ihm die Asche auf seine weißen Nike Airs.

„Hast du schon mal in einem Auto gesessen, das mehr als 180 fahren kann?“, fragte Max.

Ludvig schüttelte den Kopf.

„Das ist ein reinigendes Erlebnis.“

Ludvig sah ihn nur an. Er konnte sich normalerweise gut mit jedem unterhalten, aber jetzt fiel ihm nichts mehr ein. Er hatte einen trockenen Mund, sowohl von der Zigarette als auch von der Nervosität.

„Ich geh jetzt mal“, sagte Max und drückte die Kippe aus. Die Enttäuschung breitete sich in Ludvigs Brust aus. „Bleibst du noch da?“ Max sagte das ruhig und melodisch, ohne den Blickkontakt zu verlieren. Er war erschreckend gut im Halten von Blickkontakt. Ludvig sah über das Balkongeländer.

„Äh, nö, ich geh auch.“

Sie gingen, ohne sich von jemandem zu verabschieden. Ludvig erhaschte kurz Fatimas Blick, als er sich die Jacke anzog, sah aber schnell weg.

Draußen war es kühl und dunkelgrau. Max ging ein bisschen weiter vorn, beide rauchten schweigend ihre Zigaretten. Schließlich standen sie auf einem verlassenen Fußweg vor dem letzten Mehrfamilienhaus in der Gegend. Max blieb stehen, wo der Boden steil nach unten ging. Unten verlief eine große Schnellstraße. Es sah schön aus.

Kaum merkbar stellte sich Max näher an ihn. Sein Ärmel knisterte, als er sich um Ludvigs Jeansjacke legte. Ludvig konnte seinen Atem hören. Max stellte sich vor ihn. Und mit dem eiskalten Blick, der Ludvig an diesem Abend schon achtzehn Herzinfarkte beschert hatte, sah er ihm in die Augen und fragte:

„Okay?“

„Okay“, sagte Ludvig, und Max küsste ihn.

Zunächst war es ein langsamer Kuss – weich, aber bestimmt. Ludvig griff nach dem Stoff um Max‘ Taille und zog ihn an sich. Er wollte es eigentlich nicht so grob tun. Sein ganzer Körper folgte einer Art emotionaler Eingebung, die sich in den Muskeln bemerkbar machte. Max schien es nicht zu stören, er drückte seine Zunge nur tiefer hinein.

Er schmeckte nach Zigarette und Minze. Max legte seine Hand in Ludvigs Nacken und bohrte seine Fingerkuppen in seinen Haaransatz. Der Kuss wurde nass und gierig. Alles, was Ludvig nicht sagen konnte, sagte er auf diese Weise.

Ohne nachzudenken, ging er einen Schritt zurück und wurde plötzlich gegen die Hauswand gedrückt. Max schob sein Bein zwischen Ludvigs, drückte ihm seinen Schenkel in den Schritt, und Ludvig wieherte auf. Er hatte sich so sehr darauf konzentriert, Max‘ Körper nicht loszulassen, auf ihre Zungen aneinander und wie warm ihm unter der Jacke war, dass er nicht bemerkt hatte, wie hart er geworden war. Aber dann rieb Max sein Bein erneut an seinem Ständer, der seine Hose ausbeulte. Erst schämte er sich dafür, wie hart er war, und für die Geräusche, die er von sich gab, aber Max drückte sich näher an ihn, und Ludvig konnte auch seine Erektion an der Hüfte spüren.

Er fühlte sich berauschter als vom Wodka bei dem Gedanken daran, dass er dafür die Ursache war. Sein eigener Schwanz zuckte bei dem Gedanken und er stöhnte in Max‘ offenen Mund. Max legte seine eine Hand auf Ludvigs Brust, hielt ihn an der Wand, und mit der anderen Hand öffnete er schnell und geschickt Ludvigs Hose und zog den Reißverschluss runter. Er zog ihm Hose und Shorts in einem Rutsch aus und ging auf die Knie.

Erst fühlte sich das Nacktsein kalt an, draußen in der Sommernacht. Die Betonwand war rau an seinem nackten Po. Aber dann schlang sich Max‘ Zunge um seine geschwollene Eichel und alles andere um ihn herum verschwand. Er leckte mit der Zungenspitze wieder und wieder über das Vorhautband. Als er sich Ludvigs Schwanz zwischen die Lippen schob, sah er zu ihm hoch. Große Augen hinter den Wimpern. Ludvig vergrub die Finger in Max‘ Haaren und Max schob sich den Schwanz in seinen Mund. Er zog die Wangen ein und Ludvig konnte sein Zäpfchen wie ein Streicheln über die Eichel fühlen, er hatte ihn ganz tief im Mund. Die Lippen nass und eng. Er bewegte den Kopf sicher und schnell vor und zurück. Hielt ab und zu auf halbem Weg inne und saugte an der Spitze. Es war warm und verdammt schön. Ludvig hielt sich unsanft an Max‘ Haaren fest, anders konnte er nicht. Seine Knie waren weich und es war ein Wunder, dass er überhaupt noch stehen konnte. Max warf einen Blick nach oben, hielt inne, als sie Blickkontakt hatten, und sank dann nach vorne, bis seine Nase Ludvigs Bauch berührte.

„Oh Gott“, hauchte Ludvig. Es würde schnell gehen. Er spürte es sofort, und Max sah es ihm wohl an. Er nahm ihn gleich noch ein paarmal tief in den Rachen. Langsam, aber sicher. Mit der Hand hielt er sanft seinen Schaft, befriedigte ihn, während er ihm weiter einen blies. Seine Zunge wirbelte um die Spitze.

„Max“, Ludvigs Stimme war zittrig und leise. „Max, ich bin so kurz davor.“

Er legte seine Hand auf Max‘ Schulter, aber der bewegte sich nicht. Ludvig kam schnell und kräftig, er schloss die Augen und versuchte, leise zu sein, aber der Orgasmus war zu gut, Ludvig versagten die Knie und er atmete nicht im Entferntesten leise aus, vielmehr konnte man ihn wahrscheinlich durch alle offenen Fenster hören.

Max nahm alles in sich auf, drehte sich aber um und spuckte aus, als Ludvig fertig war. Das war roh und animalisch und sollte nicht sexy sein, aber es war heiß. Wenn er nicht vor fünf Sekunden gekommen wäre, hätte der Anblick von Max mit seinen verwuschelten Haaren und den rosigen Wangen, wie er aufstand und sich mit der Rückseite seiner Hand den Mund abwischte, gereicht, um wieder hart zu werden.

Ludvig reckte sich zu ihm hin, er konnte sehen, wie hart Max unter seiner Jeans war.

„Soll ich …“

„Passt schon.“ Max‘ Stimme war heiser und angestrengt, nachdem er Ludvigs Schwanz im Rachen gehabt hatte. Etwas, das Ludvig erneut darüber nachdenken ließ, ob er gleich wieder hart werden würde. Max räusperte sich, er hatte die Veränderung in seiner Stimme auch bemerkt.

„Ich gehe nach Hause, wie gesagt“, sagte er und hustete. Er deutete mit dem Kopf in die andere Richtung als die Bushaltestelle.

„Aber ich melde mich“, fuhr er fort. „Falls du mal mitfahren willst?“

Ludvig nickte nur, noch immer geschwächt und mitgenommen nach dem, was gerade geschehen war. Max lächelte und ging.

Und nun steht Ludvig zwei Wochen später in der Küche. Max hat getextet, dass sie mit dem Auto rumfahren wollen. Ludvig spürt seinen Puls wie einen Technobass im Körper. Er übertönt alles andere. Und was zur Hölle heißt gegen halb vier? Wie gegen? Er ist völlig fertig, fühlt sich wie ein Teenager, fühlt sich wie high von Ecstasy, und hat außerdem Todesängste. Er weiß nicht, was ihn erwartet, und das stört ihn am meisten.

Dann sieht er einen schwarzen Audi A5 auf der Straße auftauchen. Offensichtlich ist das Max. Die Wahl des Autos scheint perfekt zu passen. Ludvig will nicht abwarten, bis Max ihm textet, dass er da ist. Er hat die Schuhe schon angezogen, bevor Max das Auto zum Stehen bringt, und verlässt 20 Sekunden später das Haus.

Es ist still im Auto. Max sagt nicht viel. Das ist nicht so verwunderlich. Man hört das Brummen des Motors und der anderen Autos, ein dumpfer white noise im Hintergrund. Man spürt sofort, dass Max ein erfahrener und lebensgefährlicher Fahrer ist. Er fährt etwa 20 km/h zu schnell, als sie noch im Zentrum sind, trotzdem gleitet das Auto nur so voran, kein Ruckeln beim Gangwechsel, auch die Kurven fährt er weich.

Max biegt auf die Schnellstraße ein und sieht Ludvig an.

„Wir werden nicht sterben“, sagt er. Vollkommen ruhig, als wäre es das Normalste von der Welt, so etwas zu sagen. Außerdem sieht er Ludvig viel zu lange an, als auf einer Schnellstraße sicher wäre. Dann nickt er, obwohl Ludvig nichts gesagt hat, und drückt aufs Gas.

Das Auto beschleunigt schnell auf 120, er überholt ein Auto auf der rechten Spur, bleibt selber aber links. Er beschleunigt auf 150. Es dröhnt sehr viel lauter als sonst, wenn Ludvig in einem Auto sitzt. Jetzt sind sie bei 170, 180. Max überholt ein Auto auf der linken Spur, das ihn anhupt, aber er verzieht keine Miene. Sein Blick ist kalt und fest nach vorn gerichtet, mit einem Gesichtsausdruck, als würde er sehr intensiv über etwas nachdenken. Als sie bei 200 sind, schaltet er alle Scheinwerfer aus. Es ist vollkommen dunkel. Nur die Anzeige im Auto leuchtet in Neonfarben. Die Straße vor ihnen ist ein schwarzes Loch. Ludvigs Herz schlägt so schnell, dass er im Auto nach hinten gedrückt wird. Sein Körper fühlt sich schwerelos an und brennt.

Wenn er das hier überlebt, wird er sich nie wieder irgendwas versagen. Er wird nicht mehr so lahm sein und er wird seinen Freunden sagen, dass er sie mag, er wird aufhören, mit den Mädchen rumzuspielen und stattdessen mehr Schwänze blasen.

Mehr Wünsche schafft er nicht, weil Max die Schnellstraße verlässt und Ludvig nach links geschleudert wird. Der Gurt bohrt sich in seinen Arm. Max sagt mit ruhiger, dunkler Stimme: „Sorry.“

Sie fahren noch immer 180 km/h, aber jetzt sind sie auf einer Landstraße, auf der 70 gilt. Lagerhäuser und Schnellrestaurantketten rauschen vorbei, bevor sie von Äckern und Feldern abgelöst werden. Wenn jetzt ein Auto kommt, sind sie erledigt. Wenn jetzt etwas auftaucht, gibt es einen Frontalzusammenstoß und sie sind zu 100 Prozent tot.

Da bremst Max das Auto. Stellt seinen Fuß mit aller Kraft aufs Bremspedal. Das Auto stellt sich quer und gleitet über die leere Straße. Ludvig weiß nicht, ob er schreit. Vielleicht. Oder es ist das Auto, das quietscht, wie es über die Straße schleudert und schlittert. Ludvig wird gegen die Beifahrertür geschlagen. Er versucht sich festzuhalten, kann aber nichts machen. Er kneift die Augen zusammen und hört seinen Herzschlag im Kopf.

Dann bleiben sie stehen. Ludvig rasselt beim Luftholen. Der ganze Audi scheint auszuatmen. Der Motor geht mit einem müden und ergebenen Seufzen aus. Als Ludvig die Augen öffnet, sieht er unscharf und flimmernd, aber Max sieht ihn mit seinem blauen, festen Blick und seinem präzisen Lächeln an. Seine Pupillen sind groß und seine Augen glänzen in der Dunkelheit.

„Das reicht fürs erste Mal“, sagt er. Leckt sich die Lippen. „Hat es dir gefallen?“

Ludvig weiß nicht, was er antworten soll. Er ist voller Adrenalin und ein bisschen Todesangst, seine Lungen brennen und er will schreien. Stattdessen lacht er, ein langes und ehrliches Lachen. Es scheint ihm irgendwie das einzig Richtige zu sein. Sie sind nicht gestorben, wie Max ja bereits versprochen hatte.

„Ist das ein Ja?“

„Verdammt“, flüstert Ludvig leise und noch immer außer Atem. „Du bist doch krank im Kopf.“

Max nickt.

„Klar“, sagt er.

Er sieht Ludvig jetzt anders an, mit schweren Lidern und einem bestimmten Gesichtsausdruck. Dann öffnet er den Gürtel. Das metallische Geräusch schallt laut durch das stille Auto. Max beugt sich vor, den Blick weiter auf Ludvig gerichtet, und öffnet auch seinen Gürtel. Dann lehnt er sich wieder in seinem Sitz zurück und schnalzt mit der Zunge. Wie man es zu einer Katze oder einer Kellnerin macht, um beachtet zu werden. Max schiebt den Sitz nach hinten.

Erst überkommt Ludvig eine Welle aus Scham oder vielleicht Schüchternheit, brennend und umgehend. So funktioniert es normalerweise nicht, er weiß nicht, was er jetzt machen soll. Was wird von einem erwartet, wenn man selber nicht die Initiative ergreift? Aber dann überkommt ihn eine weitere Welle, diesmal mit einem ganz anderen Gefühl – animalische Begierde. Und er weiß genau, was er zu tun hat.

Fuck it. Fuck it all, denkt er und klettert über den Schalthebel. Es ist eng und sie sind beide recht groß. Ludvig setzt sich rittlings auf Max. Sie sind sich so nah, er spürt Max‘ Ständer in seinem eigenen Schritt. Er fragt sich, ob Max vom Autofahren geil geworden ist, oder, weil er wusste, wohin das noch führen würde. Es ist egal. Ohne nachzudenken bewegt Ludvig seine Hüften auf Max. Es macht ihn wahnsinnig geil, auf Max‘ Schoß zu sitzen und seinen Harten an sich zu spüren. Max greift mit beiden Händen nach Ludvigs Arsch und drückt ihn nach unten, sodass ihre Schwänze wieder aneinandergepresst werden. Ludvig legt seine Handflächen auf Max‘ bebenden Brustkorb. Er riecht nach Benzin, Nacht und Axe-Deo.

Sein Atem schlägt Ludvig feucht ins Gesicht, er beugt sich vor und Max öffnet den Mund. Ludvig lässt seine Zunge hineingleiten. Max‘ Bartstoppeln reiben ihm über die Wange und lassen ihn erschaudern. Er liebt es. Eine starke Hand greift seinen Rücken, Max drückt ihn kräftig an sich und Ludvig lässt erneut die Hüften rollen. Sein Schwanz ist so hart in seiner Jeans.

Max streichelt ihn mit seiner warmen, verschwitzten Hand unterm Shirt. Immer, wenn Ludvig Luft holt, sucht Max sofort wieder nach seinem Mund. Saugt an der Unterlippe, wenn Ludvig aufstöhnt. Plötzlich greift Max mit der anderen Hand in seinen Schritt und Ludvig schnappt nach Luft. Max sieht darüber zufrieden aus und streichelt Ludvigs Ständer durch die Jeans. Der ist jetzt so geil, dass es in seinen Beinen pulsiert. Die Hose ist unerträglich eng und er will Max auf alle erdenklichen Weisen haben.

Als ob Max seine Gedanken gehört hätte, legt er seine Lippen an Ludvigs Ohr und sagt:

„Soll ich dich ficken?“

Ludvigs Herz bleibt stehen, als Max das sagt. Er schluckt laut und deutlich. Aber sein Schwanz reagiert anders, vielleicht spürt Max das an der Hand, so hart, wie er dagegen drückt.

„Wir brauchen nicht“, setzt er an, aber Ludvig ist bereits auf dem Weg zur Rückbank.

„Fick mich“, sagt er. Er sagt es natürlich, ohne nachzudenken, aber seine Wangen werden rot, und er ist froh, dass er sich weggedreht hat. Vor zwei Wochen hätte er nie gedacht, dass er sich heute auf dem Rücksitz eines Autos befinden und jemanden bitten würde, ihn zu ficken.

Das ganze Auto ist klinisch rein und kurz hat Ludvig ein schlechtes Gewissen, dass sie hier Sex haben werden. Aber Max scheint das egal zu sein. Er folgt ihm nach hinten, und als Ludvig sich umdreht, trifft er auf Max‘ Lippen, die warm und feucht sind. Ohne zu warten, zieht Max ihm das T-Shirt aus und drückt Ludvig rücklings nach unten. Das Leder ist warm und knarzt unter ihm. Max stürzt sich auf Ludvigs Hals, küsst ihn hart, saugt und leckt.

„Keine Knutschflecken“, sagt Ludvig und Max lacht, küsst ihn stattdessen auf die Brust und beißt sanft in seine Brustwarze. Leckt um sie herum und reibt seinen Ständer an Ludvigs. Ludvig kann kaum glauben, wie gut sich das anfühlt, obwohl es so eng ist und sie am Rand einer Landstraße stehen. Er versucht Max entgegenzukommen und sich an ihm zu reiben, aber Max hat noch immer seine Zungenspitze an Ludvigs Brustwarze und Ludvig hat zu wenig Platz, um irgendetwas zu unternehmen. Er könnte auch einfach nur davon kommen, aber er will mehr und der Plan ist ein anderer. Alles, was er stotternd und stöhnend hervorstoßen kann, ist Max‘ Name, aber der versteht. Erhebt sich so gut es geht auf der Rückbank und öffnet Ludvigs Hose. Es ist nicht einfach, sie in dem engen Auto auszuziehen. Max wirft die Schuhe auf den Vordersitz und als Ludvigs Schwanz endlich aus der Hose raus darf, summt Max leise, aber eindeutig ermutigend.

Die Hose wird achtlos fallen gelassen. Plötzlich ist Ludvig ganz nackt. Max hat seine Kleider noch immer an. Es sollte ihm vielleicht peinlich sein, aber das schafft er ehrlich gesagt nicht mehr.

Aus der Sitztasche holt Max eine Flasche Gleitmittel hervor. Sie sieht neu aus, und Ludvig überlegt, ob er sie für dieses Treffen gekauft hat. Ob er zu Hause darüber nachgedacht hat, ob sie wohl ficken würden. Der Gedanke lässt seinen bereits harten und sabbernden Schwanz gegen seinen Bauch zucken. Dann kann er nicht weiterdenken, denn Max legt sich Ludvigs eines Bein auf die Schulter und streichelt ihm mit dem Zeigefinger über die Analöffnung. Erst ist es kalt und Ludvig schnappt nach Luft, aber dann ist er in ihm drin. Brennend aber befriedigend. Es fühlt sich anders an, als wenn er es selber macht. Mit seiner anderen Hand befriedigt Max ihn langsam. Die ganze Zeit fixiert er ihn mit seinem großen und lustvollen Blick, als ob er derjenige ist, der das hier am meisten genießt. Ihn zu fingern. Ludvigs unterer Körper ist voller Strom, er vibriert von den Schenkeln bis zum Bauch hoch. Max führt ihm einen weiteren Finger ein. Himmel, ist er gründlich. Er dehnt ihn langsam und methodisch weiter, bis Ludvig sich gegen seine Finger drückt. Er ist warm und verschwitzt und es ist so schön. Aber vor allem ist es ein Versprechen, und Ludvig kann nicht mehr unbegrenzt warten. Geduld ist nicht gerade seine Stärke. Max‘ Finger sind glitschig vom Gleitmittel und gleiten leicht in ihn hinein und wieder raus. Als Max einen dritten Finger einführt und ihn krümmt, reagiert Ludvigs Körper, ehe er darüber nachdenken kann, was gerade passiert. Er zuckt zusammen und macht ein Hohlkreuz. Stößt eine Reihe Flüche hervor. Als Antwort massiert Max genau den richtigen Punkt hart weiter. Ludvigs nackter Rücken klebt feucht am Ledersitz und das Gleitmittel rinnt von Max‘ Fingern, während er schnell und gleichmäßig Ludvigs Prostata massiert. Es ist unordentlich und eng, das ganze Auto riecht nach Schweiß und Gleitmittel und ein wenig nach Sperma. Nach Körper und Leder. Es ist so heiß. Max über ihm, mit den rosigen Wangen und den dunklen Haaren, die sein Gesicht einrahmen. Seine Arme sind angespannt, während er Ludvig fingert. Max ist noch immer angezogen, seine Jeans reibt über Ludvigs nackte Beine. Max hat drei Finger in Ludvig, bis zu den Knöcheln, aber es reicht noch nicht. Ludvig fühlt sich konturlos und windet sich unrhythmisch für mehr Erregung.

„Mach es“, sagt er. „Ich bin bereit.“

Und bereit ist er wirklich. Er will – nein – er braucht es. Er wird gleich kommen, wenn Max ihm nicht sofort seinen Schwanz reinsteckt. Als Max seine Finger aus ihm rauszieht, winselt Ludvig auf, setzt sich auf und küsst ihn, gierig nach Körperkontakt. Er drückt seine Zunge an Max und öffnet seine Hose. Max stöhnt laut, tief und rasselnd, als Ludvig sie ihm runterzieht. Sein Schwanz, rosa und prall, legt sich an den Bauch. Ludvig reckt sich nach ihm, aber Max schlägt ihm die Hand weg. Er gibt ihm ein Kondom. Ludvig zittert, als er es ihm anlegt. Er reibt zweimal langsam über Max‘ Schwanz, hauptsächlich, um ihn zu spüren. Die Schwere und das Gefühl von Max‘ Geschlecht an seiner Hand. Er hat in den letzten zwei Wochen oft daran gedacht. Daran gedacht, während er sich selbst befriedigt hat. Max küsst ihn noch einmal, ehe er Ludvig auf die Sitzbank zurückschubst. Er streichelt Ludvig über die Schenkel und spreizt ihm die Beine. Legt sich auf ihn. Max küsst ihn weich und langsam, während er mit seinem Schwanz um Ludvigs Öffnung kreist, wo Ludvig jetzt ganz besonders empfindlich ist. Ludvig durchlaufen die Schauer, als die Eichel wieder und wieder über seinen Anus gleitet.

„Atme aus“, sagt Max und Ludvig tut, wie ihm geheißen. Er atmet heiser und abgehackt, während Max seine Schwanzspitze in ihn hineinschiebt. Es brennt, aber er ist feucht und gedehnt. Ludvig spürt Max‘ Rippen unter dem feuchten, warmen T-Shirt. Ludvig verschränkt seine Füße hinter Max‘ Rücken und der Schwanz gleitet hinein. Max stöhnt laut auf, als er tiefer hineinkommt, und Ludvig hat das Gefühl, dass er nicht mehr die Kontrolle hat, als er zustößt. Das Auto füllt sich mit dem Geräusch von Haut auf Haut und von ihrem schweren Atem. Sie liegen so dicht aneinander, dass Ludvigs Schwanz Max‘ Bauch berührt. Er wischt seinen Lusttropfen an ihn. Es ist ein erregendes und intensives Gefühl, wenn der Saum von Max‘ T-Shirt an Ludvigs Eichel und Vorhaut reibt, und es ist schön auf eine alles umfassende Weise, wenn Max in ihn stößt. Ludvig spürt Max‘ Hoden gegen seinen nackten Arsch schlagen und er liebt es. Er versucht ihn mit den Beinen näher an sich zu ziehen, aber sie sind wie betäubt und geschwächt. Von der Stellung oder weil jemand auf ihm draufsitzt oder von den starken Vibrationen in seinem Unterleib, wenn Max‘ Schwanz seine Prostata berührt.

Ludvig liegt fest auf den Ledersitz gepresst da, er hat keinen Platz, sich zu bewegen oder etwas anderes zu tun, er muss nehmen, was Max ihm gibt. Und das tut er dankbar. Ab und zu ist es ihm peinlich, wie laut er ist, wie er wiehert und fleht, aber Max ist eben verdammt noch mal in ihm drin und bei jedem dritten Stoß ungefähr trifft er den Punkt, der so himmlisch richtig ist und dann fühlt es sich an, als ob sein ganzer Körper unter Strom steht. Er kann nicht über seine Reaktionen nachdenken. Er will, dass Max ihn genau so nimmt. Ludvigs harter Schwanz liegt prall und rosa auf seinem Bauch, triefend mit Lusttropfen, die herauslaufen und sich im Nabel sammeln. Max lässt keine Gnade walten, denn Ludvig möchte nicht, dass er das tut. Es ist zu viel und doch nicht genug.

„Schneller“, bittet er.

Und Max gehorcht ihm. Er beugt sich vor und küsst Ludvig, so langsam und gründlich wie vorher. Seine Zunge wischt weich über die von Ludvig. Dann legt Max eine Hand hinter Ludvigs Rücken und greift ihn mit der anderen fest an der Hüfte, und dann fickt er Ludvig mit schonungsloser Geschwindigkeit. Ludvig schreit, ein lustvoller Brunftschrei. Über sich hört er den schweren, rasselnden Atem von Max. Ludvig muss sich mit der Hand an der Tür abstützen, um nicht mit dem Kopf dagegen zu schlagen. Mit der anderen Hand fasst er seinen Schwanz. Er ist nass vor Schweiß und Lusttropfen, und er führt die Hand automatisch hoch und runter, während Max ihn stetig weiterfickt. Das hier wird ihn umbringen, nicht das Fahren, sondern das hier. Der Anblick von Max‘ geschwollenen Lippen, auf die er gerade beißt, die kleinen Schweißtropfen, die sich am Schlüsselbein gesammelt haben, wo das T-Shirt runtergerutscht ist, sein schneller Atem und sein tief vergrabener Schwanz.

Er spürt, wie sein Orgasmus sich nähert und er könnte schwören, dass er ohnmächtig werden wird.

„Ich komme gleich“, sagt er.

„Ja“, sagt Max und atmet dabei laut aus. Es klingt, als hätte er die Luft angehalten, als ob er darauf gewartet hat. „Dann komm, komm für mich.“

Und das tut er, wie sollte er etwas anderes tun können? Ludvigs ganzer Körper zuckt, sein Kopf fällt nach hinten und das Sperma spritzt auf seinen nackten Bauch und die Brust. Max stöhnt auf, lauter als zuvor. Stößt weiter in Ludvig. Ludvig hat fast sein Bewusstsein verloren, es flimmert vor seinen Augen, er erlebt einen Augenblick der vollkommenen Glücksseligkeit in dem schmutzigen, dampfenden Auto.

„Komm auf mir“, fleht Ludvig. Er ist völlig fertig und erschöpft, aber es fühlt sich an, als ob seine Haut noch immer nach Nähe brennt. Er will alles von Max, alles. Er vermisst es sofort, als Max seinen Schwanz mit einem obszönen, nassen Geräusch aus ihm rauszieht, das Kondom auf den Boden wirft und sich drei-, viermal am Schwanz langstreicht, ehe er auf Ludvigs Brust kommt. Eine süße, warme, perfekte Spermafontäne. Ein Tropfen landet auf Ludvigs Kinn, Ludvig nimmt ihn mit dem Daumen auf und leckt ihn ab. Er schmeckt bitter wie Schweiß und Leder. Ludvig sieht auf das Durcheinander herab, das sie verursacht haben. Seine Bauchmuskeln zucken noch immer, einerseits wegen der Erschöpfung, andererseits, weil kein Schwanz mehr in ihm ist. Als er aufsieht, trifft er erneut Max‘ klaren Blick, dunkel vor Lust und Erschöpfung. Ein Schweißtropfen fällt von Max‘ Stirn auf Ludvig herab.

„Fuck“, flüstert Ludvig.

„Haben wir doch gerade“, sagt Max lächelnd. Er nimmt Ludvigs T-Shirt und trocknet seinen Bauch damit ab. Ihr Sperma vermischt sich auf dem dünnen Baumwollstoff.

„Für dich“, sagt Max und gibt ihn Ludvig, zwinkert ihm zu und klettert wieder nach vorn.

Auf dem Nachhauseweg fährt Max ruhig, zwar immer noch über der Geschwindigkeitsbegrenzung, aber nicht gefährlich. Sie schweigen, aber im Auto liegt ein anderes Gefühl. Ludvig fühlt sich erschöpft und erledigt, warm und gemütlich.

„Ich texte dir“, sagt Max, als er an Ludvigs Wohnung anhält. Ludvig steigt aus dem Auto, mit nacktem Oberkörper und dem T-Shirt in der Hand.

„Das wäre nice“, antwortet er und schlägt die Tür zu.

Der Reiter: Erotische Novelle

Der Reiter

Als Cecilia sich für den Nebenjob in dem Reitstall bei Strängnäs bewarb, hatte sie sich einen klassischen, kleinen, etwas heruntergekommenen Stall vorgestellt. Eine Reitschule für muffelige Dreizehnjährige und müde Pferde. Wer die Stellenanzeige aufgegeben hatte, wusste sie nicht, und bisher hatte sie auch nicht weiter darüber nachgedacht. Ihre ausgelaugte Betreuerin auf dem Arbeitsamt hatte sie ihr unter die Nase gehalten und mit heiserer Raucherstimme hervorgekrächzt: „Sie sind doch früher geritten, oder?“

Doch was sie vorfindet, ist kein heruntergekommener Reitstall für gelangweilte Teenager. Es ist ein Gutshof. Hier stehen vorgezogene, frisch eingepflanzte Bäume, zu grün und üppig so früh im März. Sie tauchen die Allee, die auf das große Haus zuführt, in ein leuchtendes, grünes Licht. Es ist ein Reitstall wie aus Cecilias Kinderbüchern, wenn man diesen Komplex aus strahlend weißen Häusern überhaupt Stall nennen kann. So etwas hat sie sich überhaupt nicht vorgestellt, und das macht sie nervös. Ein Gefühl, das sie verabscheut.

Das Haus am Ende der Allee ist eine dreistöckige Villa mit Veranda und Flügeltür. „Sternéus“ steht in silberner Schrift über der Tür. Links hinter dem Haus sieht sie zwei große Reithallen und einen gigantischen Reitplatz. Dort galoppiert ein Pferd mit einem Reiter. Schon von weitem sieht man, wie geschickt er ist. Ein Grüppchen aus etwa fünf Personen steht am Zaun und schaut zu. Alles ist mit ordentlich geharkten, weißen Schotterwegen und penibel beschnittenen, hellgrünen Büschen umringt. Der ganze Hof liegt ruhig und verlassen da, abgesehen von der etwas merkwürdigen Ansammlung weiblicher Bewunderinnen am Reitplatz. Weiter kommt Cecilia nicht in ihren Beobachtungen, bevor eine Frau mittleren Alters, die Haare in einem strengen Zopf, aus dem Haus kommt.

„Cecilia?“, fragt sie, und bevor Cecilia antworten kann: „Sie sind spät dran.“

„Circa vier Minuten?“, sagt sie und bereut sofort, nicht einmal Hallo gesagt zu haben, bevor sie anfängt, sich zu verteidigen. Die Frau sieht auf ihre Armbanduhr. „Genau vier Minuten, Cecilia. Beeindruckendes Zeitgefühl.“ Cecilia lächelt verkrampft und bringt ein „Entschuldigung, es wird nicht wieder passieren“ heraus, aber dieser Job ist wirklich völlig in Ordnung und sie will ihn nicht wegen einer schicken Allee und einem schlechten Ton aufs Spiel setzen. Die Frau nickt. Sie stellt sich als Magdalena Sternéus vor und zeigt Cecilia in zügigem Tempo die Ställe. Cecilia versucht vergeblich, ihre Begeisterung zurückzuhalten. Als sie den ersten, kleineren Stall betreten, verkrampft sich ihr Herz in einer kindlichen Entzückung. Alle Pferde sind französische Halbblüter und glänzen in der warmen Beleuchtung wie Eichen. Cecilia geht vor Magdalena her und obwohl sie weiß, dass sie keine Information verpassen sollte, blendet sie Magdalenas Stimme ab und zu aus. Sie legt die Hand ans Maul eines hellen Hengstes, der warm in ihre Handfläche schnaubt. Genau das hier hat sie vermisst, diesen Geruch, diese Kraft und diesen Zufluchtsort.

„Das hier sind unsere Pferde“, sagt Magdalena. Cecilia wendet sich widerwillig von dem Hengst ab und dreht sich zu Magdalena um. „Sie werden vor allem für diesen Stall zuständig sein“, fährt Magdalena fort. „Hier halten Sie alles sauber und ordentlich.“ Cecilia nickt nur.

„Sie werden auch die Hauptverantwortung dafür haben, sich um Williams Pferd zu kümmern“, sagt Magdalena dann. Sie hat die Arme verschränkt und schaut Cecilia an, als würde sie auf eine Antwort oder eine Reaktion warten. Es bleibt still, etwas zu lange, und Cecilia sieht sich suchend um.

„Raftalid ist gerade nicht hier“, sagt Magdalena, geht weiter in den Stall hinein und deutet auf eine der zwei leeren Boxen. „Sie sind draußen und reiten, danach steht er hier.“

„William?“, sagt Cecilia und lacht. Magdalena lacht nicht. Aber etwas in ihrem Gesichtsausdruck verändert sich.

„Sie wissen nicht, wer er ist, oder?“, sagt sie.

Cecilia weiß nicht, was sie antworten soll. Sollte sie das wissen? Sie sieht ein, dass sie ein bisschen hätte recherchieren sollen, aber dazu hatte sie einfach keine Motivation.

„Gut“, sagt Magdalena schließlich. „Sie sind hier, um sich sorgfältig und gründlich um Williams Pferd zu kümmern, das hat immer höchste Priorität, und Sie richten sich genau nach Williams Wünschen. Okay?“

Cecilia nickt. Wenn dieser Raftalid nun so viel ungeteilte Aufmerksamkeit braucht, sollte William sich vielleicht selbst um ihn kümmern. Aber sie antwortet nur: „Selbstverständlich.“

Als Cecilia den Hof verlassen hat, googelt sie William Sternéus bereits auf der Allee. Er ist nicht schwer zu finden. Mehrfacher Sieger sowohl schwedischer als auch internationaler Turniere, Artikel über das Gut und Reportagen über die erfolgreiche Familie. Und viele, viele Bilder. Nun ist offensichtlich, dass die Gruppe am Reitplatz Bewunderinnen von William waren. Er sieht so gut aus, dass es fast schon einer Parodie gleicht. Er sieht gut aus auf diese reiche, unpersönliche Weise. Blondes, zurückgekämmtes Haar, hellblaue Augen und markante Wangenknochen. Ein Lächeln für die Zahnpastawerbung. Der einzige Bruch mit dem Barbie-Look ist die gekrümmte Nase. Vielleicht im Grunde das Beste an seinem Aussehen.

Als sie am nächsten Morgen zum Gut kommt, ist weit und breit niemand zu sehen, aber Raftalids Box im Stall ist trotzdem leer. Sie fängt damit an, seine Box auszumisten, und macht dann mit den anderen weiter. Zwei Reiter wechseln sich damit ab, Pferde herauszuholen und zurückzubringen. Sie tragen maßgeschneiderte Reitersakkos. Der eine nickt Cecilia kurz zu, als er reinkommt, der andere schaut nicht einmal in ihre Richtung. Am späten Vormittag hat sie ihr T-Shirt durchgeschwitzt und achtet nicht mehr darauf, als wieder eine der Türen geöffnet wird.

„Hey“, ruft jemand und Cecilia schaut auf. William nimmt seinen Reiterhelm ab und streckt ihn ihr hin. In Wirklichkeit sieht er sehr viel markanter aus, schmalere Lippen und dunklere Augen. Eine ganz andere Ausstrahlung als auf den Bildern. Dieser Mann ist kein glänzender Sieger, dieser Mann ist grober, müder. Sie reagiert nicht schnell genug und merkt die Irritation in seinem Gesichtsausdruck. Sobald sie einen Schritt vorwärts macht, drückt er ihr den Helm aggressiv in die Hand. Er kann seinen Helm nicht selbst aufhängen. Er erwartet verdammt noch mal, dass sie den Helm für ihn aufhängt.

Das Haar ist aus der Slick-Black-Frisur gerutscht und klebt ihm in der Stirn. Seine Beine zittern, als er das große Pferd in die Box führt, und als er die Reitweste öffnet und ihr hinhält, sieht sie, wie durchgeschwitzt er darunter ist. Was kein Wunder ist, er muss stundenlang trainiert haben. Dem Pferd nimmt er die Ausrüstung selbst ab und reicht sie an Cecilia weiter, die sie abwaschen und aufhängen soll.

„Du bist neu, oder?“, sagt er. Sie hat die Trense an ihren Platz an der Wand gehängt und als sie sich umdreht, steht er an eine der Boxen gelehnt da.

„Mm“, antwortet sie.

„Aber du hast schon bei uns trainiert?“

Cecilia schüttelt den Kopf, unsicher, wohin sie sich wenden soll, seine Position strahlt so viel Sicherheit aus. Sie gehört nicht richtig hier hin und das sieht er sofort. Sie will ihm Paroli bieten. Du bist nicht besser als ich, weil du Privatlehrer hattest, seit du laufen konntest, will sie sagen. Aber sie schüttelt nur den Kopf und William sieht zufrieden aus. Als ob es die Antwort ist, die er erwartet hatte. Du bist nicht schlau, weil du siehst, dass meine Reithose zwei Nullen weniger kostet als deine, das weiß ich, will sie sagen. Genau deswegen habe ich diesen Job bekommen – weil alle hier wie du sein wollen, in deiner Nähe sein wollen, aber mich interessiert das nicht. Sie sagt es nicht.

„Nein, das dachte ich mir“, sagt er stattdessen. „Aber du bist Springreiterin, oder?“

Cecilia weiß nicht, was sie antworten soll.

„Ich kann reiten“, sagt sie. Bereut es sofort, sie klingt wie ein Kind. „Es ist sowieso nicht gut, wenn ich mit fremden Turnierpferden springe“, fährt sie fort.

„Was du nicht sagst“, antwortet William sarkastisch. „Ich verstehe, warum Mama dich anstellen wollte“, setzt er fort. „Aber du sollst wissen, dass ich nicht ganz überzeugt bin.“

Cecilia lacht künstlich und kann ihren sauren Tonfall nicht zurückhalten: „Ach so, Mama entscheidet?“, sagt sie. Sie hat stundenlang seinen Pferdemist und seinen Dreck weggeputzt. „Ich wusste nicht, dass Mama immer noch bestimmt, wen du anstellst.“

Einen Augenblick lang entgleiten ihm die Gesichtszüge, die Augenbrauen ziehen sich zusammen. Das perfekte Gesicht wird entstellt.

„Du bist nicht meine Angestellte“, sagt er nur. „Du bist hier die Putzfrau.“ Dann geht er und zieht die Stalltür mit einem Knall hinter sich zu.

Am Abend sitzt Cecilia im Bett und geht alle zehn Internetseiten über William durch. Er hat eine Fanpage auf Instagram, die offensichtlich von irgendeiner Teenagerin betrieben wird, und sie hasst es, dass sie sich sowohl über die Seite, deren Besitzerin und sich selbst ärgert. Irgendetwas ist so anders zwischen dem müden William im Stall und dem lächelnden Idealmann auf den Bildern. Wie verschiedene Personen. Cecilia versteht es nicht. Sie verabscheut ihn. Seine klischeehafte Frisur und seinen versnobten Tonfall. Aber als sie das Licht ausmacht, sieht sie ihn vor sich, verschwitzt und mit dem dunklen Blick unter den schweren Augenlidern. Es spielt keine Rolle, dass er sie nicht leiden kann, sie will trotzdem, dass er an sie denkt. Dass er in seinem Luxusbett liegt und sich für seine Worte schämt.

Ein dünner, grauer Morgennebel liegt über den Feldern, als sie zum dritten Mal auf das Sternéus-Gut kommt. Sie ist früh dran. Im Stall ist Raftalids Box leer. Sie schleicht sich wieder hinaus und geht durch das feuchte Gras zum Reitplatz. Es ist unmöglich, den Blick von William oben auf dem Pferderücken loszureißen. Er ist geschickt, das wusste sie. Wenn er reitet, scheint er voll und ganz bei der Sache zu sein, stabil und roh. Cecilia lehnt sich an den Zaun und zündet sich eine Zigarette an.

Mit geröteten Wangen und außer Atem trabt er ihr entgegen.

„Was machst du da?“, sagt er in einem Tonfall, als spräche er mit einem Kind.

„Willst du auch?“, fragt sie nur und hält ihm die Zigarette hin.

„Hast du keine Arbeit zu erledigen?“

„Ich hab‘ Pause“, sagt sie und zieht an der Zigarette.

Man merkt, dass er nicht weiß, was er darauf erwidern soll. Das Pferd steht still und wartet auf sein Kommando.

„Hast du kein Pferd zu trainieren?“, fährt Cecilia fort.

„Ich kann dich melden“, sagt er.

Sie weiß, dass es riskant ist, es noch weiter auf die Spitze zu treiben. William ist König in diesem Reich, sein Wort ist Gesetz. Trotzdem kann sie es nicht bleiben lassen. Sie will William um jeden Preis dazu bringen, die Kontrolle zu verlieren, sie will diesen rohen Gesichtsausdruck sehen, den er hatte, als er so geschockt war.

„An Mama?“, sagt sie, zieht die Augenbrauen hoch und lächelt.

„Mach die Zigarette aus und fang an zu arbeiten“, sagt er. Seine Stimme ist dunkel und bestimmt. Nicht unsicher, was Cecilia übermäßig ärgert.

Als William zum Stall zurückkommt, ist es Nachmittag. Cecilia hat alles auf Hochglanz gebracht. Er sagt nichts. Aber jedes Mal, wenn er sich ausstreckt und ihr einen Gegenstand reicht, hält er ihn etwas zu lange fest, schaut ihr in die Augen. Ein mentales Tauziehen. Sie muss ihm die Sachen aus der Hand zerren. Sie hasst, dass er nichts sagt, sie hasst, dass sie nichts zu sagen hat.

Jeden Morgen kommt sie etwas früher zum Gut. Beobachtet Williams Training, bevor sie mit der Arbeit beginnt. Er sieht sie, aber ignoriert sie. Alles, was ihr bleibt, sind die 30 Minuten, wenn William ihr Raftalid übergibt. Während dieser 30 Minuten liegt eine Spannung in der Luft, niemand sagt etwas, niemand lässt den Blickkontakt abreißen. Ein kindisches Spiel, wer zuerst aufgibt. Elektrisch aufgeladen und süchtig machend.

Sie verabscheut alles, wofür William steht. Seine Haltung, die unnötige Luxusausstattung, seine Selbstgefälligkeit, seine Irritation über sie. Aber vor allem verabscheut sie, dass ihr Körper ganz anders reagiert. Sie dachte, sie wäre alt genug, dass ihr Körper sie nicht auf diese Weise hintergehen würde. Aber wenn William nach dem Training in den dunklen Stall kommt und den Helm abnimmt, verkrampft sich ihr Körper vor Frustration. Sie will ihre Hände unter das warme, feuchte Poloshirt schieben, die Nägel hart durch das blonde Haar ziehen, sie will ihn ihren Namen keuchen hören und sein Betteln, sie ficken zu dürfen. Die ganze verdammte Irritation, die sie wie einen schweren Mantel jeden Tag zur Arbeit mitschleppt, hat zu einer Lust geführt, die sie so noch nie empfunden hat. Die Wut hat ihre Grenzen aufgeweicht. Sie will sein Sperma von dem festen Körper lecken. Das hier muss mit etwas enden, das seinen Körper in ihrem beinhaltet.

Aber er schweigt einfach nur, reicht ihr den Sattel und beobachtet, wie sie ihn entgegennimmt. Seine Arme glänzen in dem schwachen Licht in der Box. Cecilia hat noch nie Männer in Reitklamotten romantisiert, bevor sie diesen Job angefangen hat. Aber verdammt, wie gut Williams durchtrainierte Schenkel unter diesem weichen, dünnen Stoff aussehen. Sie will so gern ihre Hand in seinen Schritt legen und der Grund dafür sein, dass er darunter steif wird. Bevor er geht, streicht er immer mit den Händen durch Raftalids Mähne. Es ist ein schönes Pferd und sie sind schön zusammen. Es ist, als ob er sich bei ihm für den Tag bedankt. Als er die Tür hinter sich geschlossen hat, ohne auch nur ein einziges Wort an Cecilia zu verlieren, legt sie die Hand dorthin, wo seine gewesen ist. Nimmt einen tiefen Atemzug von Raftalids warmem, starken Duft. Euphorisch und beschämt, wie geil sie in dieser furchtbaren halben Stunde wird.

Am Montag ihrer dritten Arbeitswoche wacht sie gegen Mittag auf. Die Wohnung ist stickig und halbdunkel durch die heruntergelassenen Jalousien. Einen langen Moment ist sie verwirrt, was passiert ist. Verdammt. Sie wird ihn verpassen.

Cecilia springt aus dem Bus und rennt die Allee herunter. Zwei Sekunden hält sie vor der Stalltür inne, bevor sie sie öffnet. Da steht er. Raftalids Ausrüstung hängt gewaschen an der Wand. William hat die Wurzelbürste in der Hand und striegelt sein Pferd fest und energisch. Er schaut nicht auf, als sie reinkommt. Die Absätze ihrer Reitstiefel hallen gedämpft im Raum.

„Also?“, sagt er schließlich, den Blick immer noch auf Raftalid geheftet.

„Ich kann jetzt übernehmen“, sagt sie nur.

„Du bist 40 Minuten zu spät. Das ist nicht akzeptabel.“

„Es ist das erste Mal“, sagt sie. Sie versucht, nonchalant zu klingen. Er sieht zu ihr auf.

„Warum hast du dich für diesen Job beworben?“

„Weil ich einen Job brauchte.“

„Ist das dein Ernst?“, sagt er. „Ist dir klar, wie viele das hier machen wollen?“ Jetzt lässt er die Bürste auf den Boden fallen und geht auf Cecilia zu.

„Was genau?“, flüstert sie. Lauter muss sie nicht sprechen, es ist ruhig im Stall. „Den Mist des Pferdes aufzusammeln, das jeden Preis für dich gewinnt, aber um das du dich nicht selbst kümmern willst?“

Er sagt nichts, aber kommt noch näher. Jetzt hört sie Williams Atemzüge ebenso deutlich wie das schwere Schnauben der Pferde.

„Du verstehst nichts davon, was wir hier tun“, zischt er.

„Springreiten?“, schnaubt sie. „Es gibt andere Dinge im Leben.“

Als er noch einen Schritt auf sie zumacht, macht sie einen Schritt rückwärts aus der Box heraus. William knallt die Tür zu, als er ihr hinterherkommt.

„Es gibt hochrangige Reiter, die ihren Job kündigen würden, um sich um dieses Pferd kümmern zu dürfen“, sagt er. Er sagt es voller Stolz und schaut auf Cecilia herunter, den Blick voller Abscheu – und Faszination. Cecilia kennt diesen Blick. Sie kriegt ihn seit drei Wochen ab.

„Und trotzdem habt ihr mich ausgesucht.“ Cecilia sagt es langsam. Lässt die Worte auf der Zunge zergehen, lässt sie wirken. „Und weißt du weshalb, William?“, fährt sie fort. „Weil es mich einen feuchten Dreck interessiert, wer du bist.“

Jetzt hat William diesen Ausdruck im Gesicht, roh und unkontrolliert. So weit entfernt von dem Ausdruck, den er vor den Reitschülerinnen und Fotografen hat. Er bringt sie innerlich zum Zittern. Sie verbrennt von innen. Sowohl aufgrund des Wortwechsels als auch der Tatsache, dass sie nur noch wenige Zentimeter voneinander trennt. Sie spürt die Wärme seines Körpers, die Dämpfe von den Anstrengungen des Reitens. Cecilia hebt den Kopf, ihre Lippen sind gefährlich nah an seinen.

„Es ist nicht mein Problem, dass du damit nicht umgehen kannst“, bringt sie heraus. Und er zittert. Vielleicht aus Wut, aber er leckt sich langsam über die Lippen, bevor er spricht.

„Du bist unbedeutend für mich“, sagt er. Seine Stimme hat jetzt einen anderen Tonfall. Cecilias Herz schlägt so laut, dass sie meint, William müsse es hören.

„Ich glaube dir nicht“, sagt sie und wendet sich von ihm ab. William packt sie fest um die Taille, zieht sie zu sich heran. Sein Atem rasselt und Cecilia weiß, dass ihr ganzer Körper von der Berührung errötet. Unter dem Pullover und den Hals herauf. Er lässt die Daumen nach unten gleiten und packt ihre Hüfte, drückt sie mit einer kräftigen Bewegung gegen die Stalltür. Das Blut rauscht durch ihren ganzen Körper.

„Ich dir auch nicht“, spuckt William hervor. Sie kann nicht widerstehen, kann nicht mehr cool spielen. Also macht sie den letzten Schritt und küsst ihn. Wenn man das einen Kuss nennen kann. Der Kuss ist aggressiv, er ist erlösend. Seine Zunge drängt in ihren Mund und ihre eigene ist sofort zur Stelle. Saugt ihn zu sich. Cecilia beißt in seine Unterlippe, William stöhnt vor Schmerz auf und seine Zähne reißen an ihrer Oberlippe. Es ist nicht sanft, aber es ist so verdammt herrlich. Cecilias Erregung überfällt sie wie ein Elektroschock. Ihre Haut vibriert, als sie Williams Haar fest umklammert. Sie fühlt sich, als würde sie ersticken, und vielleicht ist es so. Sie schnappt nach Luft wie beim Auftauchen, aber sofort muss sie zurück unter die Wasseroberfläche. Kann nicht, will nicht ohne seinen Mund sein. Feucht und stürmisch, warm und weich. William presst sie mit solcher Kraft gegen die Wand, dass sie vom Boden hochgehoben wird. Cecilia legt die Beine um seine Taille, sofort packt er ihren Po. Gräbt seine Fingerspitzen in die weichen Muskeln. Schnauft an ihrem Mund, als er sein hartes Geschlecht direkt an ihres drücken darf. Nur noch so wenig Stoff liegt zwischen ihnen. Cecilia fühlt die Konturen seines Penis an ihrem hochsensiblen Unterleib. Sie lässt ihre Finger über seine starken Arme gleiten. Er hält sie ohne Problem, aber seine Arme sind angespannt und fest. Unter ihren sensiblen Handflächen kann sie jeden Muskel fühlen, jede Anspannung, mit der er ihren Körper an der Wand festhält. Sein ganzer Brustkorb ist an ihren gepresst. Warm und stabil. Er küsst ihren Hals, streckt die Zunge heraus und leckt, saugt an ihrem Schlüsselbein. Sie legt den Kopf in den Nacken und stöhnt. Umklammert seine Arme mit aller Kraft.

William macht einen Schritt rückwärts. Sie wird zu Boden fallen, ihre Beine können sie nicht tragen, ihre Knie geben nach. Ihr ganzer Unterleib pocht mit einer solchen Kraft, dass sie sich im unteren Teil des Körpers taub anfühlt. All ihr Blut wurde dort hin befördert. Aber als sie glaubt zu fallen, greift William ihr zwischen die Beine, hält sie wieder an die Wand. Nur seine große, warme Hand um ihre Scheide. Mit der anderen Hand packt er ihren Pferdeschwanz. Schlingt ihn um seine Hand und zieht ihren Kopf zurück. Hält sie fest, in einem warmen, eisernen Griff. Ein angenehmer, aufregender Zug an ihrer Kopfhaut und seine Hand in einem ruhigen, aber sicheren, heißen Halt zwischen ihren Beinen. William legt seine Lippen an ihr Ohr. Cecilia steht regungslos da, kann unmöglich irgendetwas anderes tun.

„Sag, dass du es nicht gemeint hast“, zischt er. Die Worte sind feucht in ihrem Ohr, seine Lippen berühren ihre Haut.

Cecilia muss sich räuspern, um überhaupt einen Ton heraus zu bekommen, mit dem Nacken so gebeugt.

„Es interessiert mich nicht“, zischt sie.

Er schlingt ihr Haar fester um seine Hand. Zieht sie noch fester am Pferdeschwanz und legt ihren ganzen Hals frei. Lässt seine Lippen über ihre Pulsader streifen. Beginnt, die Hand an ihrem Geschlecht leicht zu bewegen. Er hält sie immer noch mit festem Griff, aber jetzt massiert seine Handfläche ihre ganze Vulva. Es fühlt sich so fantastisch an, und wenn William etwas fester zudrückt, wird er merken, wie feucht sie unter dem Stoff ist.

„Sag es“, sagt er.

Mit heiserer Stimme flüstert Cecilia: „Du zuerst.“

Er lässt sie los. Der Pferdeschwanz gleitet aus seinem Griff, als er die Hand zurückzieht. Sie bereut es. Ihr Körper vermisst den festen Griff, die Stabilität, die Sicherheit. Sie ist außer Atem und zittert. Muss sich beherrschen, um sich nicht sofort nach ihm auszustrecken oder sich selbst zu befriedigen, hier und jetzt.

Seine Wangen sind gerötet, sein Haar zerzaust. Die Silhouette seines harten Penis zeichnet sich deutlich unter den dünnen, beigen Reithosen ab. Seine Lippen sind dunkelrot und geschwollen. Er macht ein Schritt rückwärts und sie folgt ihm sofort.

„Sag es zuerst“, sagt Cecilia. Er streckt eine Hand nach ihr aus. Cecilia schlägt sie weg.

„Sag es“, wiederholt sie. Wieder streckt er die Hand aus, wieder schlägt sie sie weg. Es fühlt sich so gut an, seine Worte in den Mund zu nehmen, sie zu schmecken, sie auszuspucken. „Sag, dass du mich willst“, sagt sie stattdessen. Als Antwort küsst er sie wieder. Sie spürt eine dünne Schicht Bartstoppeln an ihrem Kinn kratzen, so nah. Cecilia schlingt die Arme um seinen Nacken. Drückt ihn noch fester an sich und dann nach unten auf den harten Boden. Er fängt sie beide ab und legt einen Arm um sie, als sie sich rittlings auf ihn setzt. Cecilia zerrt ihren Pullover über den Kopf, weg mit dem BH. Ihr ist so warm und sie verbrennt, wenn er sie jetzt nicht berührt. Seine Hand fährt sofort zu ihrer Brust. Quetscht sie. Sein Mund steht offen, wie in Ehrfurcht vor ihrem nackten Körper. Er fährt mit dem Daumen über die steife Brustwarze und leckt dann um sie herum. Cecilia reibt sich an seinem harten Ständer und er beißt als Antwort in ihre Brustwarze. Sie zieht ihm den Pullover aus und drückt ihn auf den Boden. Die Hände auf seinem Brustkorb. Sein Blick ist roh und wild. Sie legt ihr Gewicht auf seine Brust, kratzt ihn mit den Fingernägeln und reibt ihre Vulva langsam vor und zurück. Er murmelt etwas Unverständliches. Ein Gebet, ein Fluch, ihren Namen.

Cecilia steigt von ihm herunter, zieht die Reitstiefel aus, wirft sie zur Seite. Weiter und heftiger, als nötig wäre. Dann zerrt sie ihm die Hose herunter. Ein stoßartiges Ausatmen entfleucht ihm, als sein harter Penis an den Bauch hochschlägt. Er ist rosa und geschwollen und verdammt göttlich. Cecilia zerrt ihre eigene Hose herunter, lässt sie neben seine auf den Boden fallen.

Sie nimmt seinen Penis in die Hand und führt ihn unter sich, lässt ihn über ihre Öffnung gleiten. Sie ist so feucht. Eine Weile führt sie ihn im Kreis um ihren Kitzler. Es knistert in ihr. Sie spürt, wie er in ihrer Hand pulsiert. William sieht verstört aus, hat weit aufgerissene Augen und beißt sich auf die Unterlippe. Sie führt ihre Hand ein paar Mal seinen Penis hoch und runter, legt die andere Hand unter sein Kinn und zwingt ihn, ihr in die Augen zu sehen.

„Sag, dass du mich ficken willst“, flüstert sie.

Er beißt sich noch härter auf die Unterlippe, versucht still zu sein, aber als Cecilia mit dem Daumen über seine geschwollene Eichel streicht, wimmert er auf. Da hört sie auf, ihn zu stimulieren und führt seinen Penis wieder zu ihrer Scheidenöffnung.

„Sag es.“ Und jetzt befiehlt sie nicht mehr, sie bittet. Er hört es.

„Cecilia“, sagt er. Das reicht, das ist nah genug dran. Sie sinkt auf seinen steinharten Penis herunter, lässt die Knie über den erdigen Boden gleiten, bis sie gänzlich auf seinem warmen Körper landet und der Penis tief in ihr steckt. Herr im Himmel, wie sie dieses Gefühl vergöttert, es ist, als ob sich alle Irritation, alle Frustration, die sie seinetwegen empfunden hat, endlich an einem konkreten Punkt konzentrieren darf. Sein Penis an ihrem G-Punkt. Cecilia fickt ihn in einem gewaltvollen Tempo. Reitet ihn schnell und hart. Er packt ihre Hüften und begegnet ihr in jedem pochenden Stoß. Cecilias Finger graben sich in seinen Brustkorb, versuchen, Halt zu finden. Sie kann sich nicht mehr zurückhalten, kann nicht mehr leise sein. Ihr Stöhnen und sein Stöhnen verstärken sich in dem stillen Raum. Umso lauter sie stöhnt, desto lauter ist er. Ein neuer Wettbewerb, eine neue Art, zu kommunizieren. Sein Stolz ist jetzt verschwunden. „Verdammt, wie schön du bist“, sagt er. Der Boden ist hart und reibt an ihren nackten Knien, aber Williams Penis trifft sie genau an der richtigen Stelle, als sie sich nach unten zu ihm stößt. Und als sie sich nach vorne lehnt, wird ihre hochsensible Klitoris an seinen Bauch gedrückt. Sie ist jetzt so feucht, dass die Geräusche deutlich zu hören sind, jedes Mal, wenn seine Hüften an ihre Schenkel schlagen und sein Penis in ihre weiche Vagina eindringt.

Ohne Vorwarnung tauscht er ihre Plätze. Legt sie mit einer schnellen Bewegung auf den Rücken. Der Boden ist nicht kalt, sein Körper hat den Platz aufgewärmt, den ganzen Stall. Sie dreht sich stattdessen um, will, dass er sie von hinten nimmt. Als er wieder in sie hineingleitet, schreit sie vor Lust den Boden an. Eine lange Reihe sündhafter Ausrufe. Nicht nur Williams Namen, sondern auch Gott und Satan. Stützt sich mit dem einen Unterarm ab und mit dem anderen beginnt sie, sich selbst zu massieren. Als William sich streckt und wieder ihren Pferdeschwanz packt, ihren Kopf zurückzieht, spürt sie, dass sie sich nicht mehr lange halten kann. Der Orgasmus baut sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf. Von Williams festem Griff um ihr Haar rinnt er über ihren Körper. Der Arm, der sie aufrecht hält, zittert. Ihre Finger gleiten zu ihrer feuchten Klitoris. Auch William verliert langsam die Kontrolle, sie merkt es an seinem Rhythmus, an seinem pochenden Penis, hört es an seinem rasselnden Atem. Dann kommt sie, ihre Hand gleitet über den Boden und während sie durch ihren Orgasmus schwebt, sind es nur Williams Hände, die sie halten. Der Orgasmus trifft sie wie ein Knall, die Schauer durch den Körper sind überall, in den Schenkeln und durch das ganze Rückgrat. Hinter sich hört sie William fluchen. Dann zieht er sich aus ihr heraus und kommt über ihren Rücken. Lange, warme Kaskaden von Sperma.

Dann lässt er langsam ihr Haar aus seinem Griff gleiten und legt sich auf Cecilia. Sie spürt, wie sich das Sperma auf ihrem Rücken und seinem Bauch verteilt.

„Igitt, wie eklig“, flüstert sie. Und William lacht. Ein ehrliches, sprudelndes Lachen.

„Entschuldige“, sagt er.

Cecilia dreht den Kopf so gut es geht, mit Williams ganzem Gewicht auf sich.

„Was hast du gesagt?“, flüstert sie.

„Nichts.“

„Sag es nochmal“, bittet sie. Dann sieht er ihr in die Augen, und sagt es nochmal.

Willkommen bei Kitty: Erotische Novelle

Willkommen bei Kitty

Elena Lund

Die Wärme liegt diesen Sommer wie eine Decke über allem in Berlin. Auf dem schwarzen Balkongeländer setzen sich Pollen und Abgase ab. Die gelben Punkte auf dem Metall sind von weitem nicht sichtbar, aber dicht und klebrig, wenn man von nahem hinsieht. Die Fingerspitzen bleiben kurz kleben, wenn man das Geländer anfasst. Auf Fionas Haut liegt eine Schicht von Sonnencreme, Schweiß und verwischter Foundation. Geschmolzen und verklebt. Vermischt und getrocknet, getrocknet und wieder geschmolzen. Sie zieht die Gabel langsam durch die Knoblauchnudeln, ein Tropfen Öl fällt auf ihren Bauch, als sie die überfüllte Gabel in den Mund schiebt. Läuft zum Nabel hinab, vermischt sich mit dem Schweiß und der geschmolzenen Sonnencreme und trocknet, schmilzt und trocknet wieder.

Überall ist diesen Sommer alles von einer Schicht bedeckt. Von Großstadt, von Sommer, von billigem angetrocknetem Wein auf Gartenmöbeln und von trockenen 37 Grad.

Es könnte alles etwas eklig sein. Aber vor allem macht es sie kraftlos. Der Schweiß, der sich in den Kniekehlen sammelt und in kleinen Tropfen am Nacken, fühlt sich reinigend an. Ihr Körper, der ausgestreckt auf dem kleinen Balkon liegt, vibriert und ist überempfindlich von der Wärme. Er glänzt und genießt es, sie ist durch die Sonne wie neugeboren und fühlt sich attraktiv. Sie stellt den Nudelteller weg und zündet sich eine Zigarette an. Der starke Rauchgeschmack legt sich in das Fett auf ihren Lippen. Ihr Höschen ist dunkelgrün, eng und hoch ausgeschnitten. Sie legt das linke Bein auf das Geländer. Inhaliert und atmet über den ganzen Rosenthaler Platz aus.

Im Schatten des Balkonbodens liegt Fionas Handy. Es liegt mit dem Bildschirm nach unten, denn sie weiß, dass sie eine Nachricht bekommen hat. Sie ist da. Nichts kann die Tatsache ändern, dass die Nachricht da ist, und sie muss sie noch nicht beantworten. Es ist egal, ob es nicht so wird wie gedacht, wenn sie noch nicht antwortet. Bisher gibt es nur eine unbeantwortete Nachricht, und das ist manchmal der beste Moment, wenn noch nichts passiert ist. Eine Zigarette in der schwitzigen Sommersonne, etwas beschwipst vom Glas Weißwein und ein ausgetrockneter Körper – und den Samstagabend mit seinen Erwartungen verpackt in eine Tindermitteilung. Sie kann die Erwartungen wie kleine Berührungen auf dem ganzen Körper spüren, das Pulsieren unter der Haut ist der Traum der längsten Nacht des Lebens, und das bringt die Fingerspitzen zum Kribbeln.

Hannah

Hi. Du willst also ein Abenteuer, richtig?

Es ist so einfach auf Tinder, zu etwas ja zu sagen, bei dem Fiona sonst errötend weggucken würde. Wo sie nervös mit den Fingern knacken, die Augen rollen und lachen würde. Auf dem Handy ist es anders, aber vor allem ist es im Ausland anders. Niemand, der sie kennt, kann sie hier sehen. Wie sie nervös und schüchtern wird, still und abgewandt. Niemand kennt jemanden, der jemanden kennt, der sie hier sieht, und dadurch ist sie überhaupt nicht mehr nervös.

Fiona

haha, ja, das hab ich wohl gesagt

Hannah

Hast du es dir anders überlegt?

Fiona

Hätte ich sollen?

Hannah

Deine Entscheidung, darling. Ich gehe heute Abend ins Kit Kat. Wenn du willst, komm doch mit mir mit

Es war drei Uhr, als die letzte Mitteilung ankam. Und damit hatte die Unruhe – am Abend allein in Berlin zu sein, allein an einem Samstag zu sein – nachgelassen. Eine rothaarige Hannah mit perfekten Wangenknochen, die sie darling nennt, fragt Fiona, ob sie mit ihr in einen Sexklub gehen will. Also hatte Fiona sich bis auf die Unterwäsche ausgezogen, ihre Nudeln und eine Flasche Wein auf den aufgeheizten Balkon mitgenommen und mit der ganzen Stadt angestoßen. Das Kribbeln im Bauch behalten und über eine Stunde auf der Nachricht rumüberlegt. Was das alles bedeutet, was das alles werden kann. Aber jetzt kann sie nicht mehr. Das Handy ist warm, als sie es in die Hand nimmt.

Da war ich noch nie.

Das löscht sie. Da wollte ich schon immer mal hin. Nein.

Ja, gern. Nein.

Fiona

Sehr gerne.

Der Geruch in der Innenstadt hat sich beim Sonnenuntergang verändert. Die Sommerluft riecht noch immer nach Sommer, aber statt des klebrigen, dünnen Dufts nach Säure und Verkehr riecht es jetzt nach nassem Wald und Hasch. Immer liegt ein dumpfer Haschgeruch über dieser Stadt. Fiona greift wieder nach ihrem Handy. 23:07. Steckt es wieder in die Tasche und nimmt stattdessen ihr Zigarettenpäckchen. Manchmal kommen kleine Menschenströme aus der U-Bahn hoch. Alle gehen an ihr vorbei, entweder zum Kiosk, um Alkohol zu kaufen, oder direkt zur Schlange. Manchen sieht man sofort an, wo sie hinwollen. Oder eher, dass sie genau da hinwollen. Sie tragen enge Lederhalsbänder mit großen Silberringen vorn, hohe Stiefel in glänzendem Lack und eine knallpinke Peitsche, die aus dem Adidas-Rucksack guckt. Sie sehen fantastisch aus. Alle sehen fantastisch aus. Sie kann das Schild am Tor von ihrem Standpunkt aus sehen, rot und leuchtend: „Welcome to the Circus.“

Drei Türsteher stehen am Eingang, die bestimmen, ob man sich genug angestrengt hat, ob die Leute auch wissen, wohin sie gerade gehen. Fiona weiß, wohin sie geht. Sie hat drei Gläser Weißwein im Körper und fühlt sich mutig und sexy. Sie spürt ihre halterlosen Strümpfe – von denen bisher, aber nicht mehr lange, nur sie weiß, dass sie sie trägt –, die sich eng an ihre Schenkel schmiegen. Sie möchte sich nach der pinken Peitsche strecken, nur weil es hier nicht unmöglich ist. Sie will das vielleicht noch nicht ausprobieren, aber sie will sie in der Hand halten, ihre Schwere spüren und die Möglichkeit, sie zu benutzen.

Sie inhaliert noch ein letztes Mal von ihrer Zigarette, wirft sie zu Boden und sucht nach dem Handy in ihrer Tasche, als sie jemand am Oberarm greift. In der einen Sekunde, die Fiona zum Umdrehen braucht, rutscht ihr das Herz erst in die Hose und schlägt dann bis zum Hals und rutscht dann wieder in die Hose.

„Fiona, richtig?“, sagt Hannah. Ihre Stimme ist heller, als Fiona sie sich vorgestellt hat, laut, ohne schrill zu sein, aber klangvoll.

„Richtig“, flüstert Fiona und nimmt sie in den Arm. Sie riecht nach Männerdeo und Apfelsine. Hannahs Umarmung ist hart, sie hält sie fest und wippt zweimal hin und her, als ob sie beste Freundinnen wären, die sich nach sehr langer Zeit zum ersten Mal wiedersehen.

„Bereit?“, fragt sie und lächelt breit. Sie hat Grübchen, die man auf den Tinderbildern nicht sieht, aber ansonsten sieht sie aus wie erwartet. Groß und elegant. Die roten Haare in einem festen, hohen Pferdeschwanz. Sie hat deutlich geschwungene Lippen; deren scharfe Konturen sehen gemalt aus, wenn sie von den Straßenlaternen beleuchtet werden. Fiona möchte sich nach vorne beugen und ihre Zungenspitze in das Grübchen drücken.

„Ja, doch“, sagt Fiona und fängt beinah an zu lachen. Erleichtert und nervös, ängstlich und erregt.

„Dann stellen wir uns jetzt an? Oder willst du erst was trinken?“

„Nein, alles gut. Danke.“

Hannah guckt schnell zur Seite, ehe sie die Straße überquert, und Fiona läuft ihr hinterher.

„Ist nicht so schlimm“, sagt Hannah und deutet auf die Schlange, als Fiona aufholt. „Die Schlange. Es geht schnell, wenn es noch so früh ist.“

Fiona nickt. Die Schlange ringelt sich eng über den schmalen Fußweg und am Kebabstand an der Ecke vorbei. Hannah sieht sie unter blau glänzenden Wimpern an, mit einem Blick, der Fionas Herz so stark zum Schlagen bringt, dass sie es zwischen den Beinen spürt.

„Du bist sehr hübsch“, sagt sie, was Fiona zum Kichern bringt. „Was? Bist du. Sehr“, sagt sie. Wenn sie jetzt spricht, ist ihre Stimme langgezogen und schleppend, vielleicht macht sie das extra, um verführerisch zu klingen, aber sie klingt nicht auf gespielte Art verführerisch. Hannah fühlt sich ganz natürlich verführerisch an, auf eine mitreißende und animalische Art. Es ist etwas Rohes und Sehnsüchtiges in ihrer Art zu gucken und sich zu bewegen, und es scheint, dass ihre Stimme so belegt klingt, weil sie Fiona wirklich süß findet. Fiona selbst findet, dass Hannah die sexyste Person ist, die sie je gesehen hat. Ihre schmalen Finger, wenn sie gestikuliert, die dunkelrosa unangemalten Lippen in ihrem ansonsten scharfen, geschminkten Gesicht. Die deutliche Taille in dem engen, dunkelblauen Oberteil. Wenn Fiona ihre Hand ausstrecken würde, würde sie da perfekt hinpassen, sie würde am Burstkorb unter den Fingern spüren, wenn sie Atem holt.

„Du auch“, antwortet sie endlich, vielleicht ist sie etwas rot geworden. Es ist egal.

Die Schlange geht schnell voran, wie es Hannah gesagt hat, und plötzlich stehen sie vor den Türstehern. Sie fragen etwas und Hannah sagt: „Zwei“. Die Türsteher nicken und sie dürfen weitergehen.

Nach dem ersten Tor kommt ein riesiges Wandgemälde. Ein männlicher gefallener Engel, überwacht von einem ebenfalls nackten Mann, der wie der Teufel aussieht.

„Wunderschön, nicht?“, fragt Hannah und legt gleichzeitig leicht die Hand auf Fionas nackten Oberarm. Die Berührung explodiert in ihrem Körper, und sie muss ihre Füße fest in den Boden pressen, um sich nicht an sie zu lehnen, möchte die Wärme der Fingerspitzen festhalten, sie über den Arm gleiten lassen und die Nägel leicht schaben hören.

„Es ist wunderschön.“

Draußen ist die Nacht warm, aber die Wärme fühlt sich jetzt endlich leicht an, als wäre sie müde nach den unbeherrschten, wilden Wärmewellen des Tages und hätte sich niedergelegt. Die schwere Luft ist jetzt klar. Als der letzte Türsteher die große, schwere Eisentür zum Klub öffnet, betritt Fiona eine andere Art der Wärme. Menschenwärme. Hannah hat schon den Eintritt für beide bezahlt, als Fiona gerade den Mund schließt, der ein klischeehaftes O geformt hat. Hannah sagt: „Passt schon“, bevor Fiona den Mund wieder öffnen und protestieren kann. Dann spürt sie Hannahs warme Hand an der Hüfte und lässt sich führen. Durch einen Meer von Menschen in Leder, Samt und nackter Haut.

„Zeit, sich auszuziehen“, sagt sie und lächelt.

Sie knöpft ihre enge Jeans auf und zieht sie über die Hüfte. Das blaue Oberteil ist ein Body, Spitzenunterteil mit String. Die Spitze ist gemustert, aber man kann sehen, dass sie rasiert ist. Die Haut scheint bleich hindurch, bleicher als die Schenkel. Während sie sich ausziehen, sehen sie einander an, ohne es zu verbergen, und Fiona geniert sich nicht ein bisschen. Als sie ihr dünnes Baumwollkleid auszieht, sieht sie Hannah in die Augen. Hannah lässt ihren Blick langsam über das schwarze Unterwäscheset und Fionas sonnengebräunte Haut wandern. Sie sind fast gleich groß, Hannah ist nur wenige Zentimeter größer. Sie stellt sich so nah an Fiona, dass diese die Wärme ihres Körpers auf ihrer eigenen Haut wie Dampf spüren kann. Sie führt ihre Hände zu Fionas Gesicht und lässt sie durch ihre offenen Haare gleiten. Gräbt die Finger hinein und zieht sie nach oben. Frisiert ihre Haare in einem passenden strammen Pferdeschwanz.

„So ist es einfacher“, sagt sie mit dieser schleppenden Sexstimme. Sie löst eine direkte physische Reaktion in Fionas Körper aus. „Außerdem siehst du toll aus.“ Die Haare in Fionas Nacken stellen sich vor Behagen und Lust auf. Als sie mit dem Pferdeschwanz fertig ist, lässt sie die Finger fallen und streift Fionas Nacken mit einer weichen und lustvollen Berührung. Fiona begreift nicht, wie man jemanden so natürlich und erregend berühren kann. Wenn Hannah sie berührt, vergisst sie, dass sie sich in einem engen Klubfoyer befinden. Das laute Dröhnen der Technomusik ist weit, weit weg.

„Und, bereit für Kit Kat?“

Es hätte nicht viel gegeben, das sie darauf vorbereitet hätte, was sie in dem versteckten, grauen Haus erwartete, aber sie ist nicht schockiert. Es ist nicht unbedingt eine Zirkusvorstellung, wie das rote Schild draußen versprach. Aber es ist ein riesiger, schmutziger, reisender Karnevalsverein.

Hannah führt sie durch den Klub. Über die rappelvolle Tanzfläche und in kleine Zimmer. Treppen hinab und in versteckte Flure. Es ist ein Irrgarten von Sex und es ist berauschend. In einem Zimmer stehen Krankenhausbetten in einer Reihe. Das kalte Licht scheint auf die Paare und Konstellationen auf den mit Latex bezogenen weißen Betten. Andere Gäste stehen mit Drinks drum herum und gucken zu. Fionas Herz schlägt bis zum Hals, ihr ist warm, und sie fühlt sich übersensibel, jede Bewegung von Hannah spürt sie wie kleine Wellen auf ihrer Haut. Vor einigen Tagen hätte sie nicht glauben können, dass es sie so erregen würde, in einem offenen Raum zu stehen und mehreren Paaren beim Sex zuzusehen, aber so ist es. Ihre Nonchalance, ihr Mut, ihre Anonymität und ihre Körper. Eine schwarzhaarige Frau mit zwei geflochtenen Zöpfen hat einen Strap-on an, sie steht an den Rand eines Krankenhausbettes gelehnt, während ein Typ mit Glatze ihr einen bläst. Er streckt die Zunge heraus und leckt um die dunkle Plastikeichel, und die Frau stöhnt. Und das macht es so sexy – dass sie, obwohl sie es physisch gar nicht spüren kann, genießt, dass er ihr einen bläst. Sie hält seinen Kopf mit ihrer Hand, mahnt ihn, sie härter zu nehmen.

Fiona spürt Hannahs Worte, ehe sie sie hört – einen Hauch von heißem Atem an ihrem Ohr.

„Hey, Babe, ich habe mir das Beste für den Schluss aufgehoben. Willst du es sehen?“

Fiona braucht nicht zu antworten. Sie nimmt Hannahs Hand und folgt ihr willig, als Hannah sie wieder die Treppe hochzieht. Sie sah das helle Zimmer aus dem Augenwinkel, als sie reingekommen sind, sie hat darüber gelesen. Das Pool-Zimmer.

Hier sind die Luft und das Licht kristallklar. Hellblau und glänzend. Eine unwirkliche Oase in dem dunklen Klub. Der große Pool in der Mitte, darum Sofas und eine Sauna am Ende. Momentan badet niemand, das Wasser ist still und unberührt. Es wirft glänzende Lichteffekte auf die Wände und Körper im Zimmer, Hannahs Wimpern werfen kleine blaue Sterne auf ihre Wangen.

„Willst du in die Sauna?“

Fiona ist es, die fragt. Ihre Stimme ist tief und schleppend. Sie sagt es, ohne nachzudenken. Will Hannah jetzt ohne Kleider sehen, verschwitzt und warm. Hannah streckt die eine Hand aus und legt sie auf Fionas Rücken, streichelt ihr langsam an der Wirbelsäule hoch bis zum BH und hakt ihn schnell und geschmeidig auf. Führt die Finger weiter zu den Schultern. Sie ist langsam nähergekommen und jetzt steht sie so nah an Fiona, dass diese ihre Atmung hört. Hannah zieht ihr den BH aus und beugt sich nach vorn. Legt ihre Lippen an Fionas Hals, küsst sie federleicht. Der Atem, der Fionas Lippen bei dieser kleinen Berührung verlässt, ist animalisch und innig, ein rasselndes Stöhnen, das Hannah zubeißen lässt. Ein stechender Schmerz und eine Erregung, die Fionas ganzen Körper erzittern lassen.

„Ja“, sagt Hannah. Sie nimmt wieder Fionas Hand und sie gehen zu der kleinen Holzhütte. Sie ziehen sich selbst aus, Hannah legt ihre Kleidung zu einem perfekten Haufen und Fionas Hände zittern leicht.

Sie sind allein in der Sauna. Durch das Türfenster kann man den Pool sehen und die Menschen, die sich drum herum bewegen. Aber hier gilt nur Fionas eigene Fantasie. Die stickige Luft ist warm und vibriert. Hannah legt ihre weißen Handtücher nebeneinander auf die unterste Bank und setzt sich. Sie sieht ohne Kleider elfengleich aus. Schlank, aber mit runden Konturen, deutlicher Taille und weichem Bauch. Die Art von Körper, die man anfassen muss, fühlen muss. Ihre Brüste sind schwer und die Brustwarzen dunkel. Verglichen mit dem Raum davor, ist es in der Sauna leise, hier werden gefühlt alle Bewegungen und Geräusche durch die schwere Luft verstärkt. Alles ist langsamer und trifft einen mit größerer Kraft, wenn es auf 60 Grad erhitzt wurde. Fiona stellt sich vor Hannah, die ihre Hände auf Fionas Hüften legt. Warm und trocken. Fiona streicht ihr mit den Handflächen über die Arme und setzt sie auf die Kante hinter Hannah. Rahmt mit ihren ausgestreckten Armen Hannahs Gesicht ein. Noch berühren sie einander nicht, noch haben sie einander nicht geküsst. Fiona legt ihre Fingerkuppen unter Hannahs Kinn, mutig und impulsiv, allein in dem kleinen, heißen Raum. Fiona lenkt Hannahs Gesicht nach oben zu ihrem. Beugt sich vor und biegt die Knie nach außen. Schwebt über Hannahs Körper, berührt sie aber nicht. Alle Haare auf Fionas Körper recken sich zu Hannah, die Sekunde, die sie ganz stillhält, ist unendlich. Es braucht eine physische Anstrengung, um ihre brennende Haut nicht an Hannahs zu pressen. Dann lässt sie ihren Körper sinken. Ihre nackten Beine und ihre Muschi landen auf Hannah. Das Gefühl der heißen Haut an ihrem Unterleib lässt ihre Selbstkontrolle verschwinden und Fiona wirft sich auf sie. Die Antwort ist ebenso enthusiastisch und gewaltig.

Hannah legt ihre Arme um Fionas Taille und drückt sie an sich. Öffnet ihren Mund und lässt Fiona hinein. Streicht mit ihrer Zunge um ihre, nass und hungrig. Sie schmeckt nach kaltem Bier, Zitrone und Lippenbalsam. Hannah hält mit ihrer Hand Fionas Nacken fest, drückt ihre Fingerkuppen in den Haaransatz, drückt ihr Gesicht und ihre Lippen noch fester an sie. Fiona lässt ihre Zunge über Hannahs Zähne gleiten, es fühlt sich intim und animalisch an. Hannah beißt als Antwort leicht hinein und greift nach Fionas Po. Als Fiona Hannahs Brüste nimmt, gleiten ihre Hände ab; ihre Körper sind bereits glitschig vom Schweiß. Als sie fester zugreift, spürt sie, wie Hannahs Brustwarzen unter ihren Handflächen hart werden. Sie schnauft lauter und fällt noch tiefer auf sie nieder. Hannahs Venushügel wird gegen ihre feuchte Muschi gedrückt, ihr Hüftknochen gegen Fionas Innenschenkel. Es kocht in ihr, und sie erzittert stark und merkbar.

Endlich darf sie die Hand auf die Taille legen und mit den Daumen über ihre Rippen streichen, während sie nach Luft keucht. Ohne darüber nachzudenken, hat Fiona begonnen, ihren Unterleib gegen Hannahs zu stoßen auf der Suche nach einer Stimulierung – sie ist so geil, dass sie ihren Herzschlag in ihrer Muschi spürt. Jede kleine Bewegung, durch die Hannahs Haut ihre Schamlippen berührt, schickt eine Explosion ihre Beine hinunter. Als sie die Zunge herausstreckt und an Hannahs geschwungenen Lippen entlangleckt, liegen kleine Schweißtropfen wie Tau darauf, scharf und salzig. Sie will diesen Geschmack für immer auf der Zungenspitze behalten.

Wo ihre Körper sich berühren – an den Beinen, an Fionas Muschi, die Hannahs Bauch berührt, an Hannahs Armen um Fionas Taille und am Rücken –, fühlt es sich an, als wären sie miteinander in der glühenden Luft verschmolzen. Fionas Körper ist so überempfindlich und so nah an Hannahs, dass sie zu einer Person geworden sind. Sie kann sehen, wie der Schweiß über Hannahs Gesicht läuft, den Brustkorb hinab und zwischen die Brüste. Sie nimmt einen der Tropfen mit dem Daumen und steckt ihn sich in den Mund. Nimmt den Daumen mit einem obszön ploppenden Geräusch aus dem Mund, sodass ein Spuckefaden mitkommt. Sie führt ihn an Hannahs Lippen, die ihn hungrig ableckt. Sie atmen tief und im Takt, rasselnd in der undurchdringlichen Luft. Wenn sie Luft holen, werden ihre Brustkörbe aneinandergedrückt, und eine erneute Welle der Hitze und Erregung fährt durch Fionas Körper. Sie kann Hannahs Brustwarzen – noch immer steif, aber weich durch die Hitze – an ihren eigenen Brustwarzen spüren.

Mit einer starken, ausladenden Bewegung greift Hannah fester um Fionas Taille und ihr rechtes Bein, und legt sie auf dem Rücken auf die Bank. Es gibt ein dumpfes Geräusch, als sie landet, aber es ist kein harter Schmerz. Sie muss Luft holen, um nicht schon durch den Anblick von Hannah über ihr zu kommen. Ihren Wangen sind rosa und der Pferdeschwanz verwuschelt, die Haut glänzt vom Schweiß, und die Augen sind groß vor Ungläubigkeit. Hannah greift wieder nach Fionas Beinen und zieht sie zu sich. Entschlossen und athletisch und unglaublich sexy. Fionas Stimme zittert, als sie fest nach Hannahs Pferdeschwanz greift, sie zu sich führt und sagt: „Fass mich an.“

Als Antwort spürt sie Hannahs Zunge in ihrem Nacken, neugierig und sanft. Eine Mischung aus Küssen und kleinen Zügen mit der Zungenspitze. Kaum dass Fiona reagiert, löst Hannah die rechte Hand von Fionas Schenkel, lässt sie zur Innenseite gleiten und greift nach Fionas Muschi. Nicht grob, aber mit festem Griff. Das Gefühl ist so schön, dass Fiona ein lustvolles Stöhnen entgleitet, ein Wiehern. Hannah lässt ihre Hand an der Stelle, drückt nur ihre Handfläche auf Fionas Venushügel – langsam beginnt sie zu massieren und lässt die Fingerspitzen ganz, ganz leicht über ihre Schamlippen streichen, während sie Fiona am Hals entlang küsst und ihr dann an den Brustwarzen saugt. Fiona biegt sich, ohne darüber nachzudenken, ihr eigener Zopf wird zur Holzunterlage gezogen, und sie spürt, wie ihr der Schweiß die Wirbelsäule entlangläuft. Hannah neckt ihre Brustwarze und lässt gleichzeitig ihren Zeigefinger Fionas äußere Schamlippen massieren, bevor sie ihr den Zeigefinger langsam einführt. Er gleitet leicht hinein und Fiona beugt sich noch mehr, um Hannahs Finger tiefer und schneller in sich aufzunehmen. Aber Hannah bewegt sich weiter in Zeitlupe, lässt den Finger wieder ganz hinausgleiten, an den Schamlippen hinauf und mit einer schnellen Bewegung über die überempfindliche, geschwollene Klitoris, bevor sie ihr den Finger wieder hart, aber langsam einführt. Mit der anderen Hand nimmt sie Fionas Gesicht und küsst sie wieder. Schnell und hart, ehe der Kuss unterbrochen wird, weil sie Luft holen müssen. Fionas Körper wabert vor Schweiß und Lust, die extrem warme Luft stört nicht, liegt aber wie eine warme Decke über ihnen. Macht alles langsamer, stärker und intensiver. Der Schweiß rinnt ihre Gesichter hinunter und ihre Haut pulsiert, aber alles andere ist unbedeutend, als Hannah einen zweiten Finger einführt und sich schneller und schneller bewegt. Weit weg hört Fiona den Bass der Technodisko, er hat den Rhythmus von ihrem Atem, von Hannahs Stöhnen. Ihre Lippen sind so nah an Fionas, dass es sich anfühlt, als hätte Hannahs Atem eine feste Konsistenz, er legt sich auf Fionas Lippen, und sie leckt ihn ab.

In den Beinen spürt sie, wie der Orgasmus sich aufbaut, es kribbelt so stark von den Füßen hinauf, dass es sich anfühlt, als ob sie taub werden. Hannahs Bewegungen sind schnell und präzise, Fionas Körper ist geschmolzen, sie versucht nach Hannahs Körper zu greifen, aber sie ist zu verschwitzt. Fiona öffnet den Mund und lässt zu, dass sie laut ist. Ein scharfes, lautes Stöhnen.

Als sie so kurz vor dem Orgasmus ist, dass sie ihn beinah greifen kann, schlägt sie Hannahs Hand weg. Das ist so ziemlich das Schwerste, was sie in ihrem Leben getan hat. Als sie auf die Arme hochkommen will, zittert sie, ihr Atem geht kurz und tief. Ihr Blick trifft Hannahs hinter dunklen Wimpern, und sie sagt nur: „Noch nicht.“ Stattdessen greift sie nach Hannahs Schenkeln und zieht sie an sich. Hannah klettert über sie, an ihr vorbei und stellt den einen Fuß auf den Plastikboden vor der Bank, sodass ihre Muschi sich genau vor Fionas Gesicht befindet. Sie ist dunkelrosa und nass. Fiona kann nicht warten. Sie greift fest nach Hannahs Hüften und leckt sie hart und fest, direkt von der Öffnung zwischen den Schamlippen entlang bis zur Klitoris. Hannah wimmert über ihr und drängt sich näher heran. Fiona leckt sie wieder, sie schmeckt stark nach Salz, Schweiß und Muschi, aber auch nach etwas Süßem – Melone und Nektar. Sie saugt an der Klitoris und lässt die Zungenspitze vor- und zurückschnellen. Sie streckt die Hand aus und neckt Hannah an der Brustwarze. Sie hört, wie Hannah über ihr auf Deutsch flucht, und ist erleichtert, dass sie beide so schnell kurz vor dem Höhepunkt sind. Als Hannah ihre eine Hand nach hinten nimmt und Fionas Muschi mit zwei Fingern zu massieren beginnt, öffnet Fiona den Mund und stöhnt so laut, dass sie beinah schreit. Das bringt Hannah dazu, selbst noch mehr vor Fionas Gesicht zu wippen. Fiona drückt ihre Zunge so tief sie kann hinein und massiert Hannahs Klitoris mit dem Daumen. Von Hannahs Körper rinnt ein Tropfen Schweiß auf Fionas Gesicht. Sie bemerkt, wie sehr sie jetzt zittert. Hannahs Finger sind schonungslos, wie sie ihre Klitoris zum Klimax kneten, und ihren ganzen Körper durchfährt es, als sie den Orgasmus wieder auf sich zukommen spürt. Er kommt nicht allmählich und kitzelnd wie das letzte Mal, sondern wie ein Tritt in den Magen. Es wird ihr sehr schwer, sich auf einen Rhythmus zu konzentrieren, während sie Hannah leckt, sie wird schneller und schneller, ohne richtigen Takt, aber von Hannahs Atmung zu schließen spielt das für beide keine Rolle.

Fiona streckt die Hand aus und greift nach Hannahs Brust, sie liebt es, wie die weiche Unterseite, die jetzt schweißnass ist, in ihrer Hand wippt. Hannah wirft ihren Kopf nach hinten und schreit, als sie kommt. Dieser innige – fast brüllende – Laut, ihre warme Brust in Fionas Hand, der Geschmack von Hannahs Muschi und der Gedanke, dass jederzeit jemand reinkommen könnte. Alles kommt zusammen und Fiona kommt hart und schnell, es durchschlägt sie geradezu. Sie fühlt sich betäubt von dem Gefühl in den Beinen, knisternd und überempfindlich, kurz überlegt sie in ihrer eigenen Überdramatisierung, ob sie gestorben ist. Hannah nimmt ihre Muschi von Fionas Gesicht weg und obwohl Fiona es genossen hat, ist sie dafür dankbar. Außer Atem von der Wärme und dem Orgasmus schnappt sie zwischen ihrem eigenen Stöhnen nach Luft.

Sie wischt sich mit den Händen über Gesicht und Haare, selbst der Pferdeschwanz ist schweißnass. Sie blickt aus der Tür, eine muskulöse, tätowierte Frau zeigt ihr den Daumen hoch. Ein schockiertes, aber euphorisches Lachen steigt in ihr hoch, und Hannah lacht mit.

„Willkommen bei Kitty, darling“, sagt Hannah mit einem breiten Lächeln. „Willst du tanzen?“

Die Praktikantin: Erotische Novelle

Die Praktikantin

Er steht in einer Ecke des großen, hell erleuchteten Raumes. Ein dumpfes Stimmengesurr vibriert zwischen den Wänden und ein Quintett spielt Jazzcover von aktuellen Popsongs. Es ist richtig schlecht und auch wirklich unpassend für eine Vernissage. Oder vielleicht ist es nur Linda, die wieder „negative Gedanken“ hat und „übertrieben kritisch“ ist, wie ihre Büronachbarin sagen würde. Es ist egal. Deswegen ist sie nicht hier und es ist nicht schwierig, mit Taylor Swift im falschen Takt ein Nachsehen zu haben, wenn Lucas‘ weißes Hemd unter der Leuchtröhrenbeleuchtung fast durchsichtig aussieht. In seiner linken Hand hält er das mit Prosecco gefüllte Glas, fast noch unberührt, und obwohl er weit weg steht und man unmöglich hören kann, was er sagt, kann man leicht erkennen, dass er sehr in die Diskussion vertieft ist. Die rechte Hand gestikuliert weitläufig und deutlich, deutet zu den Bildern und zum Dach.

Ihm gegenüber steht eine mittelalte Frau mit braunem Dutt und Stiefeln. Wenn sie etwas sagt, das er lustig findet, macht er diese Geste, bei der seine Hand eine Art Pistole formt, die er auf sie richtet. Eine unglaublich faszinierende, fast abgedroschene Geste, aber bei Lucas ist sie charismatisch und attraktiv. Die Frau mit Dutt und Stiefeln ist anscheinend die Künstlerin, die diese gigantischen Textilstücke geschaffen hat, die von der Decke hängen. Langsam und leise scheinen sie zu fallen, in Königsblau und Meeresblau und allen anderen blauen Farben des Wassers. Sie sind schön und beruhigend, was die Jazzmusik noch unbegreiflicher macht. Lucas‘ Krawatte, die lose gebunden ist, hat er eindeutig mit Hinblick auf das Farbthema gewählt. Aber sie ist zu grünlich und Linda überlegt, ob sie später am Abend hingehen und ihm das sagen soll. Sie könnte sich von hinten anschleichen und ihre Hand auf seine Taille legen, nicht stark, aber mit genügend Kraft, dass er ihre Hand durch die beiden Stoffschichten auf der Haut spürt. Und wenn er sich umdreht, wird sie lächeln und sagen: „Wie schön, dass du versucht hast, zur Kunst zu passen, aber schade, dass es die falsche Farbnuance ist.“ Sie sind jetzt gleich groß, weil Linda hochhackige Schuhe trägt, also kann sie ihm in die Augen sehen, ohne nach oben zu blicken. Lucas wird zweimal schnell mit seinen unglaublich langen Wimpern blinzeln, wie er es macht, wenn er nicht genau weiß, was er sagen soll. Wie ein Tier oder ein Kind beim Schönheitswettbewerb. Linda wird die Hand an seiner Hüfte liegenlassen, bis seine Haut dort, wo sie sich fast direkt berühren, heißer sein wird als am Rest seines Körpers.

Aber jetzt steht sie fünfzehn Meter entfernt und folgt ihm nur mit dem Blick, wie sie ihm gefolgt ist, seit ihr Praktikum begann. Es fühlt sich hoffnungslos an, dass sie in dieser Situation gelandet ist. Vollkommen eingenommen und sich nach einem älteren, autoritären Mann verzehrend. Aber wenigstens ist sie nur die Praktikantin und keine Angestellte, also ist er theoretisch nicht ihr Chef. Es könnte also schlimmer sein, findet sie. Es könnte sowieso schlimmer sein, denn momentan ist sie davon überzeugt, dass er auch an ihr interessiert ist.

Viermal seit Linda mit ihrem Praktikum begann, haben sie einander berührt.

Eins: Als Lindas Ansprechpartnerin ihr im Frühling an ihrem ersten Tag den Pausenraum zeigte. Die Küche war in ein dämmriges Morgenlicht getaucht, eins der großen Fenster stand weit offen, aber draußen war es windstill und im Zimmer blieb es warm und behaglich. Linda erinnert sich, dass sie den Pausenraum unglaublich schön fand. Nicht, dass sie in vielen gewesen wäre, aber trotzdem. Groß und offen, mit Kücheninsel und etwas edlerem Porzellan als man eigentlich auf der Arbeit braucht oder wertschätzt. Lucas stand an der Kaffeemaschine. Sie sah ihn zuerst nur von hinten, er trug ein dunkelgrünes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und die dunkelblonden Haare fielen in Locken über den Kragen. Weiche, dicke Haare.

„Lucas“, sagte ihre Ansprechpartnerin und räusperte sich. Es war irgendwie in dem Räuspern spürbar, dass die Kollegin Respekt vor ihm hatte. In der Hand hielt Lucas eine gestreifte Marimekkotasse, die zur Hälfte mit Kaffee gefüllt war. Seine große Hand, die den kleinen Henkel hielt, sah fast absurd aus. Die Muskeln an den Unterarmen waren deutlich zu sehen.

„Das ist Linda“, sagte die Kollegin und gestikulierte ausschweifend in Lindas Richtung. „Sie ist unsere neue Praktikantin in der Grafik, aus Valand.“

Seine Wimpern waren das Erste, worüber sie bei ihm nachdachte, wie dunkle Schatten um die braunen Augen. Irgendwie weich, einladend und offen. Unwirklich im Vergleich zu seinem ansonsten so hart geschnittenen Gesicht, dem Dreitagebart, der die starken Kiefer noch hervorhob. Man konnte nicht leugnen, wie unglaublich gut er aussah.

„Cool. Hallo“, sagte er und streckte die Hand aus. Die Stimme war tief, aber melodisch.

„Linda“, sagte Linda und nahm die Hand.

Zwei: Linda kam aus der Toilette und Lucas bog bei den Druckern um die Ecke. Es gab keine Möglichkeit, einen Zusammenprall zu vermeiden, und sie fiel fast in ihn hinein. Aber in dem Augenblick wurde sie von Lucas‘ Körper umschlossen, die Wärme seines Brustkorbs, der Geruch – ein Hauch von Schweiß und irgendein Parfüm. Trocken und warm, Sandelholz, Vanille, Birke.

„Oh, Verzeihung“, sagte er. „Alles okay?“

Sie nickte. „Ja, nichts passiert. Sorry.“

„Schön gemacht, die Serie auf Instagram“, sagte er. „Das warst doch du, oder?“

Und Linda nickte. „Ja, danke.“

Jener Flur ist ungewöhnlich eng, und einer von ihnen müsste sich zur Seite zwängen, damit der andere passieren könnte. Keiner tat es.

„Wie geht’s ansonsten?“, fragte er und legte die Hand an die Wand, lehnte sich fast an. Es war wohl nicht seine Absicht, ihr mit dieser Bewegung noch mehr den Weg zu versperren, aber genau das tat er.

„Gut“, antwortete sie. „Es läuft gut. Und für dich?“

Das brachte Lucas zum Lachen, ein gluckerndes, ziemlich helles Lachen. Linda lächelte schief und zahnlos und hob die Augenbrauen. Die Reaktion brachte Lucas dazu, sich zu räuspern und zu schlucken, als ob ihm sein unkontrolliertes Lachen deutlich wurde und er es herunterschluckte. Er versuchte das zu verbergen. Sein Adamsapfel trat hervor und er leckte sich über die Lippen, ehe er antwortete.

„Es geht mir gut.“

„Schön“, sagte Linda mit viel Luft in der Stimme, sodass es fast, aber nicht ganz, geflüstert klang. Es klang heiser und langsam. Dann zeigte sie hinter Lucas und sagte: „Darf ich vorbei?“ Lucas brauchte etwa eine halbe Sekunde, um sich aus dem Weg zu bewegen. Er zog den Arm von der Wand an sich und ging zur Seite. Als ob er zusammenzuckte.

„Danke“, sagte sie und ging vorbei. Holte tief Luft durch die Nase. Schweiß und Birke.

Drei: Als Lucas Linda leere DIN-A4-Blätter aus seinem Büro gab. Es war nicht unbedingt notwendig, dass Linda sie genau da holte. Aber ihr fiel zwischen ihrem Büroplatz und dem Depot auf, dass sie endlich mal an Lucas‘ Büro vorbeikam. Ihr Handeln war weniger eine Wahl als ein Impuls, es fühlte sich an, als ob ihr Körper sich mit Muskelerinnerung bewegte, als sie sich durch die offene Tür schlängelte, dreimal an den Türrahmen klopfte und mit übertrieben autoritärer Stimme „Lucas! Alles klar?“ sagte. Der Bürosessel gab einen quietschenden Laut von sich, als Lucas sich herumdrehte, und Linda war dankbar, dass sie noch sein zuerst sehr nachdenkliches Gesicht sah – mit einer deutlichen Falte zwischen den Augenbrauen, und sein schnelles zweimaliges Zwinkern – bevor er erkannte, dass sie es war, und lächelte. Ein großes, ehrliches Lächeln.

„Linda“, sagte er. Keine Feststellung und auch keine Frage, mehr so, als ob er einfach ihren Namen sagen wollte. Es klang glitschig, weich und fast nass in seinem Mund. Die Betonung auf dem N viel länger als sie sein soll, als ob er nicht aufhören wollte, ihren Namen zu sagen, und länger an dem Konsonanten saugte als aus sozialer Hinsicht akzeptabel. Sie sagten eine Weile nichts, aber sie ließ ihn nicht aus den Augen. Seine beiden Hände lagen auf den Armlehnen, mit den Ellenbogen zur Seite angewinkelt, als ob er erst hatte aufstehen wollen, dann aber beschlossen hatte, dass das komisch wäre und jetzt nicht wusste, ob er die Hände wegnehmen sollte oder nicht.

„Alles gut“, sagte er schließlich.

„Hast du A4-Papier?“, fragte Linda.

„Mhm“, sagte er.

Eine Weile blieb es still. Lucas hielt sich noch immer an den Armlehnen fest und sah sie an, wie sie in der Türöffnung stand. Sein Gesicht sah entspannt aus, aber noch immer leicht verwirrt, als ob er nicht richtig verstand, warum sie da war.

„Kann ich … etwas haben?“, fragte sie schließlich.

Das brachte Lucas wieder dazu, so nervös aufzulachen, und er rollte die Augen, als ob er sich entschuldigen wollte.

„Ja, Herrgott, natürlich“, sagte er und stand endlich vom Stuhl auf, aber mit zu viel Kraft, sodass er hinter ihm wegrollte und im Tisch landete. Das Geräusch von Plastik an Plastik klang höher, als sie gedacht hätte, und Lucas langte nach dem herumrollenden Stuhl. „Oh, oh“, sagte er und schob ihn wieder an seinen Platz. Linda sah Lucas neugierig an, als er einige Papierseiten aus der Schublade des großen, dunklen Schreibtisches holte. Ihre Hand berührte seine leicht, als er sie zu ihr ausstreckte. Warm und trocken.

„Danke, Lucas“, sagte sie und ging zurück.

Vier: Bei der Personalversammlung am letzten Dienstag. Der Chef, der Kurator und Lucas saßen ganz vorne. Die anderen Angestellten hatten ihre Macbooks oder Notizbücher vor sich. Man erzählte der Reihe nach oder meldete sich, und Lucas deutete mit der ganzen Hand, betrachtete alle Vorschläge mit skeptischem Blick unter seinen schweren Wimpern. So sexy wie da war er noch nie gewesen. Außer, als er die Kontrolle über seinen Schreibtischstuhl verloren hatte, weil Linda ihn zu lange angesehen hatte. Sie hat ja schon bemerkt, dass er ihr bei den Meetings nicht in die Augen sieht. Sie bildet sich ein, dass er Angst hat, die Kontrolle zu verlieren. Oder vielleicht bildet sie es sich gar nicht ein.

Sie wollte als eine der Letzten den Raum verlassen, als sie Lucas im Augenwinkel noch dasitzen sah. Sie ging drei Schritte zurück, leise und kontrolliert. Der leere Becher mit dem Kaffee vom Beginn des Meetings stand noch neben seinem Laptop und sie wollte ihn fragen, ob sie ihn mitnehmen sollte. Also legte sie die Hand an seinen Rücken und Lucas zuckte zusammen, fuhr herum und warf den Becher mit einer schnellen und vollkommen unkontrollierten Bewegung um.

„Oh“, sagte Linda und lachte.

„Linda. Hallo“, murmelte er.

Sie hatte nicht geplant, das zu sagen, aber er sah so unschuldig und hübsch aus, als er den Becher wieder auf den Tisch stellte, also sagte sie:

„Du kannst dich echt nie richtig benehmen, oder?“

Sie bereute es im selben Moment, in dem sie es sagte. Aber er wurde nicht wütend oder sah verwundert aus, sondern als er den Mund öffnete, war der Laut, der ihm entwich, ein helles, unwillkürliches, kurzes Lachen. Ein Zischen oder mehr ein Jaulen. Und auf den Wangen, unter dem Dreitagebart und den langen Wimpern breitete sich eine leichte Röte aus. Also behielt sie die Kontrolle, nahm seinen Kaffeebecher und sagte:

„Ich nehm den mit.“

Dann saß sie zehn Minuten lang da und starrte auf ihren Bildschirm, ohne auch nur so zu tun, als würde sie arbeiten. Das Einzige, was sie tat, war, dass sie sich dieses jaulende Lachen immer und immer wieder vorstellte. Je tiefer sie in diese Fantasie eindrang, desto mehr klang es wie ein Stöhnen. Ein so unkontrolliertes und authentisches Ausatmen, das nur im Zusammenhang mit Schock oder echter Lust geschieht. In ihrem Kopf machte er wieder und wieder dieses Geräusch, wenn sie ihm über die Schenkel strich, über seine dunkelblaue Jeans. Und das Geräusch war ein Zusammenspiel daraus, dass er so geil war und es so schön war und weil seine Erektion so hart war, dass sie in seiner engen Jeans wehtat und das war nicht ansatzweise eine ausreichende Beschreibung. Aber er durfte sie nicht öffnen. Nur sie darf sie öffnen. Sie möchte sich so nah zu ihm herüberbeugen, dass er ihren Atem auf seinen Lippen spürt, wenn sie flüstert: „Sag bitte“.

Schließlich stand sie vom Bürostuhl auf und ging zur Toilette. Sie betrachtete sich selbst im Spiegel, während sie es tat. Zog die Strumpfhose bis zu den Knien herunter und lehnte sich an die Wand. Mit dem Rock bis zur Hüfte hochgeschoben, ließ sie den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand in ihren Unterleib gleiten. Nass und warm, und sofort stieß sie sich langsam an die Wand. Es würde nicht lange dauern, das spürte sie sofort. Sie stellte sich vor, wie Lucas direkt vor ihr stand, ans Waschbecken gelehnt. Auch er berührte sich selbst. Die obersten Knöpfe seines Hemds waren geöffnet und sie sah kleine Schweißtropfen vor sich, die sich in dem deutlich hervortretenden Schlüsselbein sammelten. Sein Adamsapfel wurde noch sichtbarer, als er sich über die Lippen leckte und schluckte. Die rosa Lippen glänzend und weich. So lange sie konnte, versuchte sie sich auf diese Kleinigkeiten zu fokussieren, die an ihm so unglaublich sexy sind. Das dichte Haar, das von seinem sonst so zuverlässigen Platz hinterm Ohr nach vorn fiel, als er endlich seine Hand um seinen Schwanz legte. Sie stellte sich vor, dass sie die ganze Zeit Augenkontakt hielten, während er sich hart und entschlossen befriedigte. Genau wie sie, als sie die Finger aus der Muschi zur Klitoris hinaufgleiten ließ. Hart und entschlossen, in schnellen Kreisen. Mit der einen Hand musste sie sich schließlich am Waschbecken festhalten, sie konnte das Aufbauen des Orgasmus im ganzen Körper spüren. Ihre Knie zitterten. Sie dachte, dass Lucas fest nach ihrer Brust greifen würde. Sie konnte die Lust in Lucas Augen sehen, als er sie endlich anfassen durfte.

„Linda“, sagt jemand. „Willst du noch Sekt?“

Es ist Maria, Marianne oder vielleicht Malin vom Büro. Sie ist die Rezeptionistin. Linda blickt auf ihr leeres Sektglas, irgendwo in ihrer eigenen Selbstbefriedigung gefangen, näher kommt sie nicht an Sex mit Lucas. Dabei muss sie den Prosecco verschüttet haben.

Linda nickt. „Sehr gern, danke.“

Und auch, wenn sie gern noch ein Glas möchte, nimmt sie es vor allem, weil die Rezeptionistin mit M möglichst schnell wieder verschwinden soll. Es fühlt sich an, als ob man ihr ihre Geilheit ansieht. Als ob die anderen an ihrem Geruch erkennen können, wie sie vor Lust bebt. Aber als sie ihre Finger an die Wange legt, ist sie kühl. Keiner merkt etwas. Niemand außer Linda, die hier mit einem leeren Sektglas und einem pulsierenden, feuchten Unterleib herumsteht. Jetzt spürt sie ein physisches Verlangen nach Lucas. Wie ein Kitzeln auf der Haut. Die Hände auf seinen Bizeps legen und sie über seine Arme gleiten lassen. Zur Körpermitte hinunter. Zur Hüfte.

„Linda“, sagt die Rezeptionistin wieder. „Geht’s dir gut?“

Linda antwortet nicht, denn hinter den flatternden Textilwogen sieht sie, wie Lucas sich entschuldigt und die Künstlerin mit dem Dutt verlässt. Er bewegt sich in Richtung Toiletten. Jetzt muss es passieren. Sie kann nicht mehr, und wenn es schlecht läuft, dann ist das Praktikum ohnehin in zwei Wochen vorbei und in der Zeit kann sie ihn meiden.

„Alles gut, ich muss aufs Klo“, sagt sie zur Rezeptionistin und nimmt ihr das Glas ab.

Die Absätze ihrer Schuhe machen ein klickendes, aber dumpfes Geräusch im Saal. Anscheinend merkt das sonst niemand, der Geräuschpegel ist hoch, es ist eine gut besuchte Vernissage. Linda muss zwischen den großen Stoffbahnen im Zickzack laufen. Sie hatte Recht, sie sieht Lucas in den Flur einbiegen, der zu den Toiletten führt. Keine Eile, denkt sie. Hol tief Luft und geh langsamer. Ihr Plan ist, um die Ecke zu den Toiletten zu biegen, wenn Lucas herauskommt. Oder eher, es so aussehen zu lassen, als ob sie gerade um die Ecke kommt. Tatsächlich hält sie hinter der letzten Ecke an, mit dem einen Fuß nach vorn und den Blick auf die Toilettentür. Zweimal geht sie los, um dann eine Sekunde später in jemand anderen zu laufen. Einfach lächeln, grüßend mit dem Kopf nicken und zurückgehen.

Schließlich kommt Lucas. Er bleibt sofort im Flur stehen, als er sieht, dass sie es ist. Linda vergisst komplett, dass sie so tun wollte, als ob sie zur Toilette will. Sieht ihn nur an, den Fuß noch immer in der ausgedachten Position, und er sieht zurück. Sie sind allein hier und es gibt nichts zu verlieren. Sie leert das Sektglas und stellt es auf den Boden. Geht schnell und sicher auf ihn zu. Nah genug, um Fragen aufzuwerfen, weit genug weg, dass er ausweichen kann, wenn er möchte.

Er weicht nicht aus.

„Linda“, sagt er. Leise, fast flüsternd, aber nicht ganz. Er sagt „Linda“, aber er meint: „Was machst du da?“

Sie flüstert „Lucas“, und sie meint „Ich tue genau das, was du meinst, das ich tue“. Schnell blickt er hinter sie, da ist niemand, er wagt es kaum, ihr in die Augen zu sehen, aber er rührt sich nicht.

Da hinten sind sie alle und trinken ihren Prosecco, sie können von hier aus niemanden sehen, aber hören kann man sie noch gut. Die Musik verschwindet fast vollständig hinter den Stimmen und Schritten. Einen kurzen Moment lang schließt sie die Augen. Die tiefen Atemzüge von Lucas kann sie leicht erkennen, er atmet durch den Mund. Sie öffnet die Augen und legt eine Hand an seine Wange. Warm, aber rau vom Dreitagebart. Mit dem Daumen streichelt Linda ihn unter den Augen, zieht die Finger über die langen Schatten der Wimpern. Auch hier ist helle Beleuchtung – weiß und unbarmherzig. Mit den Fingerkuppen greift sie nach einer seiner dicken Haarlocken, als hätte sie sich schon lang danach gesehnt. Die Locke liegt eine Weile zwischen ihrem Zeige- und Mittelfinger. Weich und glatt. Bevor sie sie loslässt, legt sie sie hinters Ohr, streichelt ihn dort mit dem Daumen, lässt ihn in dem weichen Grübchen hinter dem Ohrläppchen verweilen. Als ob das Grübchen exakt für ihren Daumen geformt wurde.

Lucas leckt sich über die Lippen, und das – der kurze Anblick seiner rosa Zunge vor seinem Mund, seine jetzt glänzenden Lippen, das ist zu viel, und es ist ein Zeichen. Sie kann nicht so erregt sein, ohne ihn einmal geküsst zu haben.

Also beugt Linda sich vor. Zuerst drückt sie ihren Lippen auf seine, ihr Daumen liegt noch immer im Grübchen hinter seinem Ohr, dann öffnet sie den Mund, lässt ihre Zunge hinausgleiten und seine Lippen öffnen. Es geht so einfach, sofort trifft seine Zunge ihre, als ob er schon lang auf sie gewartet habe. Es schmeckt süß nach Sekt und Lindas Fingerkuppen suchen seine lockigen Haare, sie sind warm und leicht verschwitzt. Jeder Kuss ist schneller als der vorige, sobald seine Lippen ihre verlassen, um Luft zu holen, muss sie sie wiederhaben. Linda drückt ihre Zunge an seine, lässt sie über seine gleiten. Es fühlt sich wie Durst an, sie will alles auf einmal trinken, sie will für immer mit ihm knutschen. Seine Zunge trifft ihre, als ob er alles auf einmal schmecken will. Auf ihrer Hüfte spürt sie Lucas‘ Hand, groß und entschlossen, als er Linda an sich zieht. Sein Brustkorb ist warm und fest, sie lässt ihre Handflächen auf seiner Brust landen. Gleitet über das Hemd, über die Brust. Seine Brustwarzen fühlen sich hart unter dem dünnen Hemdstoff an. Als sie das macht, verliert er einen Moment lang die Kontrolle übers Küssen, und seine Lippen, weich und feucht, gleiten quasi über ihre. Seine Zähne reiben an ihrer Oberlippe. Also macht sie es wieder. Lässt ihre Daumen langsam über seine Brustwarzen streichen. Küsst stattdessen seinen Hals, zuerst ganz leicht. Dann mit der Zunge. Küsst ihn den Hals hinauf und leckt ihm im Grübchen hinter dem Ohr. Legt die Zungenspitze gegen das Weiche und lässt sie zum Ohrläppchen gleiten, nimmt es zwischen die Zähne und beißt zu.

Sein Mund liegt genau an ihrem Ohr, seine Hand streicht über ihre Hüfte, hoch zur Taille, zum Rücken. Seine tiefen Atemzüge befeuchten ihr Ohr. Als sie ihn beißt, klingt es, als ob er fast aufjault. Ein Stöhnen mit geschlossenem Mund, als ob er diese Laute nicht wirklich abgeben will, es aber auch nicht verhindern kann.

Es ist nicht leicht für Linda, sich von seinem Körper zu trennen. Sie atmet mit einem zitternden, hohen Atemzug aus. Tatsächlich zittert ihre Unterlippe. Lucas ist an die Wand gelehnt, die Haare sind zerzaust und die Wangen leicht rosig. Er war noch nie süßer, nie attraktiver. Der Blick, mit dem er Linda bedenkt, lässt all ihre übriggebliebene Selbstkontrolle verschwinden. Seine Augen sind glasig, aber voller Lust. Niemand hat sie je so angesehen. Es ist ein animalischer Blick, und Lindas Blick zu ihm ist genauso. Im Nu hat er die Tür zur Behindertentoilette geöffnet.

Man stelle sich vor, dass es tatsächlich geschieht: Lucas mit seinem Designerhemd und dem großen Büro, seiner akkuraten und respektvollen Art, mit der er sagt: „gute Idee, darüber denken wir nach“, schiebt die Tür zur Behindertentoilette auf, sein harter Schwanz tritt deutlich unter der Anzughose hervor, so bereit, mit ihr, der Praktikantin aus Valand, Sex zu haben. Es ist perfekt.

Mit ihrem ganzen Körper drückt sie sich an ihn, sobald die Tür zu und verschlossen ist. Jetzt hat sie seinen Schenkel zwischen ihren Beinen und seinen Hüftknochen so dicht an ihrem Unterleib. Wieder küsst sie ihn. Direkt mit der Zunge, fast mit Gewalt. Sie rückt sich eine Weile zurecht, sodass sie ihren Unterleib oben an seinen Schenkel drücken kann. Legt ihr ganzes Gewicht hinein. Reibt sich einmal, zweimal nach oben. Lucas Arme greifen nach ihrer Taille, er stöhnt in ihren Mund und sie schluckt den Laut herunter. Das Gefühl explodiert von ihrer Vagina nach unten in die Schenkel, bis zu den Knien. Es ist so unglaublich schön. Die Stimulierung ist stark und kitzelt, Linda muss sich an Lucas‘ Hintern festhalten, um nicht zu Boden zu fallen. Sie würden beide so kommen können. Im Ohr, von dem Lucas‘ Mund nur Millimeter entfernt ist, hört sie ihn stöhnen. Sie spürt seine Erektion deutlich an ihrem Schenkel.

Mit einem tiefen Atemzug geht sie ein Stück nach hinten. Endlich kann sie ihre Hände über seine Arme gleiten lassen, wovon sie schon seit dem Morgen damals in der Küche geträumt hat. Langsam nach unten. Als sie bei seinen Händen ankommt, nimmt sie sie und zieht ihn zurück, bis sie am Waschbecken ankommen. Drückt sie dorthin. Als sie seine Hände loslässt, lässt er sie dort. Dies ist eine Fantasie, die sie in den letzten zwei Monaten gemeinsam aufgebaut haben, und nun hat sie die volle Kontrolle. Sie kann es in seinen Augen sehen, wenn er sie ansieht, an seinem leicht geöffneten Mund, der rötlicher als sonst und fast geschwollen ist, an seinem Brustkorb, der sich auf und ab bewegt, schnell und außer Atem – sie kann sehen, dass er sie vergöttert. Und nun gibt er sich ihr total hin.

Schnell nimmt sie ihm die Krawatte ab und knöpft sein Hemd auf. Unter ihren Handflächen ist er warm und hart. Sie lässt ihre Daumen jetzt mit den Brustwarzen ohne Stoff dazwischen spielen. Er hat kaum Brustbehaarung, nur einen dunklen Schatten, lockig und leicht verschwitzt. Muskulös ist er, aber nicht zu sehr. Als sie ihm das Hemd auszieht, muss er das Waschbecken loslassen und streckt seine Hände nach ihr aus. Sie wehrt sie ab. Schnalzt mit der Zunge.

„Noch nicht“, flüstert sie. „Kannst du dich benehmen?“

Er nickt.

„Sag es.“

„Ich kann mich benehmen“, flüstert er. Eine leichte Röte breitet sich auf seinem Nacken aus, als er das sagt. Aber er legt die Hände ans Waschbecken zurück. Greift so stark danach, dass seine Knöchel weiß werden.

Linda geht auf die Knie. Legt ihr Gesicht an seinen Schritt, atmet aus und drückt ihre Lippen gegen den Stoff. Greift nach seinen Schenkeln und drückt zu. Führt ihre Hände dann nach oben und greift durch die Hose nach seinem Schwanz. Er atmet hastig ein, es zuckt in seinem Bein. Sie lässt sich Zeit mit seinem Gürtel, ehe sie schließlich die Hose aufknöpft. Sein Schwanz schlägt fast gegen seinen Bauch, als sie die Hose herunterzieht. Geschwollen und willig. Sie ist so nah dran, fasst ihn aber noch nicht an. Zieht die Hose ganz herunter und bittet ihn, hinauszusteigen. Jetzt ist er ganz nackt, Linda aber noch vollständig bekleidet. Erst küsst sie ihn neben seinen Schwanz, dann seine Schamhaare. Atmet tief aus und streckt die Zunge heraus, um sie nach unten gleiten zu lassen. Leckt über die Unterseite von seinem Schaft. Öffnet den Mund an der Spitze, aber lässt ihn noch nicht hinein, lässt nur die Zungenspitze um die Unterseite der Eichel gleiten. Ein Spermatropfen hat sich an der Spitze gesammelt. Sie nimmt ihn auf den Daumen und sieht Lucas in die Augen, als sie sich den Finger in den Mund steckt. Seine Haare fallen ihm über die Augen, als er sie von oben ansieht.

„Dreh dich um“, sagt sie. Und natürlich dreht er sich um.

Sein Hintern ist stark und weich unter Lindas Händen. Sie greift nach seinen Pobacken und drückt sie auseinander. Sie kann hören, wie er nach Luft schnappt, kurz bevor sie sich vorbeugt und ihn dort leckt. Der Geruch ist hier sowohl dumpfer als auch stärker, weniger Parfüm, aber noch immer so sehr Lucas. Zuerst lässt sie die Zunge vom Sack nach oben gleiten, am Anus vorbei bis zum Steißbein. Sie macht es zwei-, dreimal. Dann leckt sie ihn langsam um den Anus. Lucas stöhnt über ihr, sie merkt, wie er sich nach vorn beugt, schwankt und ihr den Zugang leichter macht. Mit der Hand berührt sie die Unterseite seines Schwanzes, aber sie befriedigt ihn nicht. Ihre Zunge bewegt sich im Kreis, bis sie schließlich härter mit ihr zudrückt. Weiter nach innen. Das lässt Lucas hell und kratzend aufstöhnen. Ein Laut, der direkt zu Lindas Muschi vordringt, der verzweifelt und grob klingt.

Genau wie sie Lucas zwingt, die Hände am Waschbecken zu behalten, was er sehr gut macht, zwingt Linda sich selbst, die Hände an Lucas‘ Hintern zu behalten. Sie drückt ihn, streichelt ihn. Sie will einzig, dass Lucas wieder diesen Laut macht, und sie will einzig sich selbst berühren. Ihre Beine sind schwach und ihre Muschi pulsiert. Sie spürt, wie nass sie ist, empfindlich und elektrisiert. Sie spürt es in den Schenkeln und in der Haut. Als sie die Zunge tiefer in ihn bohrt, muss sie sich nach vorne beugen. Diese kleine Bewegung verursacht eine Reibung in ihrer Strumpfhose, und sie ist so erregt, dass diese kleine Stimulierung eine Woge durch ihren ganzen Unterleib schickt. Sie kann es nicht mehr lange aushalten, und wenn sie Lucas‘ inzwischen unbeherrschtes und viel zu lautes Stöhnen richtig deutet, kann er es auch nicht.

Linda stellt sich hin, sie ist dankbar, dass sie sich mit beiden Händen an Lucas festhalten kann, sonst würde sie umfallen. Das wird durch seinen Anblick im Spiegel nicht besser.

Sein Schwanz ist genau über dem Waschbecken, sie kann jetzt seinen ganzen nackten Körper sehen.

Der Schweiß, der sich am Haaransatz und an der Brust gesammelt hat, die starken, angespannten Arme, die sich noch immer am Waschbecken festhalten, die roten Wangen und die Unterlippe, auf der sie an den Abdrücken erkennen kann, dass er sich gebissen hat. Wie laut wäre er gewesen, wenn sie nicht auf einer öffentlichen Toilette wären? Sie kann nur raten, und der Gedanke schickt eine neue Woge der Erregung durch ihren brennenden Körper. Sie hält ihn von hinten, drückt sich mit ihrem vollständig bekleideten Körper an ihn und er schwankt gegen sie. Sie berührt seinen Schwanz und seine Hoden leicht mit den Fingerspitzen. Nimmt die Hoden und massiert sie sanft mit dem Daumen. Führt die Hand dann nach oben zu seinem Gesicht. Lucas Blick trifft ihren im Spiegel, als ihre Fingerspitzen seine Lippen berühren. Er öffnet den Mund und lässt Linda ihren Zeigefinger hineinführen. Seine Zunge nimmt ihren Finger entgegen, er schließt die Augen und saugt weich an ihm. Seine Wangen sind rosig. Als sie den Finger herauszieht, folgt ihm ein Spuckefaden.

Sie hat seine Hüfte fest in der Hand und tritt einen Schritt von ihm zurück, führt die rechte Hand nach unten und nach hinten und sieht in den Spiegel. Lucas nickt.

Er ist da unten noch immer nass von ihrer Spucke, ihr Finger gleitet ohne viel Widerstand in ihn hinein. Es ist so eng und warm. Sie bewegt den Finger zum ersten Knubbel, raus und rein. Sein Schwanz ist so hart, dass er fast am Bauch anliegt, ein weiterer Spermatropfen hat sich auf der Spitze gesammelt und Lucas drückt sich nach hinten an sie. Ihr Finger gleitet ganz hinein und sein Kinn fällt herab.

„Linda“, sagt er. Und sie liebt es so sehr, wie er ihren Namen sagt. Das ist eine Belohnung wert, also zieht sie ihre Hand zurück. Dreht sich um und nimmt ihre Handtasche hoch.

Darin befindet sich ein Töpfchen Vaseline. Schnell schraubt sie den Deckel auf und nimmt eine großzügige Portion zwischen Mittel- und Zeigefinger. Als sie sich ihm nähert, spreizt er die Beine. Es scheint unwillkürlich zu sein, und er wird noch röter, als er merkt, was er getan hat. Linda lächelt nur.

„Sag bitte“, sagt sie.

Also sieht Lucas sie durch seine schweren Wimpern an und flüstert: „Bitte“.

Und wer wäre sie, wenn sie etwas anderes täte, als den Zeigefinger wieder in ihn hineingleiten zu lassen. Jetzt winkelt sie den Finger an und bewegt ihn schneller. Härter und neugieriger. Hält Lucas wieder fest um die Taille, sodass sie so nah wie möglich ist, sie will von seinem warmen, verschwitzten Körper absorbiert werden. Der Körper zeigt keinen Widerstand, als sie ihren Mittelfinger hineindrückt. Sie braucht alle Kraft in ihren Handgelenken, um so tief wie möglich hineinzukommen und am Ende spürt sie, wie sein Körper zuckt, eine Welle durch seinen Körper zieht. Sie sieht zu, dass ihre Fingerspitzen weiter den kleinen Punkt in seinem Körper massieren, dann stößt sie ihn härter gegen das Waschbecken. Schweiß hat sich auf seiner Oberlippe gesammelt und seine Eichel hat eine dunklere Färbung. Man sieht, dass er kurz davor ist.

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