Kitabı oku: «Der offizielle Geocaching-Guide»

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IMPRESSUM

Der offizielle Geocaching-Guide

Jens Freyler, Benjamin Gorentschitz, Bernhard Hoëcker und Tobias Zimmermann

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

© 2. Auflage 2020 I 360° medien I Marie-Curie-Straße 31 I 40822 Mettmann www.360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Bei Interesse an Zusatzinformationen, Lesungen o.ä. nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Geocaching entwickelt sich ständig weiter – und ist so umfangreich, dass kaum alle Informationen in solch einem Buch abgedeckt werden können. Insofern freuen wir uns auf Eure Hinweise, Kommentare und Wünsche. Meldet Euch per E-Mail über geocaching@360grad-medien.de.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase

Gedruckt und gebunden:

Himmer GmbH Druckerei & Verlag I Steinerne Furt 95 I 86167 Augsburg www.himmer.de

Bildnachweis:

Textteil: Renate Dittmann, Jens Freyler, Benjamin Gorentschitz, Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann, Groundspeak, Inc. und zahlreiche Geocacher und Mitarbeiter des Geocaching HQ sowie S. 183 Simon Eugster CC BY-SA 3.0 und S. 198 Beatrice Treydel / www.foto-box.org

Geocaching-Logo, -Stempel und Birds-Illustration: © Groundspeak, Inc

Bildbearbeitung: Benjamin Gorentschitz

ISBN: 978-3-948097-82-0

e-Pub ISBN: 978-3-96855-106-7

mobi ISBN: 978-3-96855-107-4

Hergestellt in Deutschland

www.360grad-medien.de

Jens Freyler | Benjamin Gorentschitz

Bernhard Hoëcker | Tobias Zimmermann

DER OFFIZIELLE

GEOCACHING-GUIDE

In Zusammenarbeit mit dem Geocaching HQ, Seattle


Inhalt

Vorwort

Wie alles begann – und wie es beginnt

Quickstart-Guide

Geocaches suchen

inkl. Infobox ab Seite

Mysteries

Geocaching-Events

inkl. Infobox ab Seite

Hobby für Jedermann?

Cachen mit Handicap

Cachen mit Kindern

Cachen mit Hunden

Cachen im Team

Geocaching auf Reisen

GeoTours

Dosen-Erste-Hilfe

Typische Verstecke

Wie logge ich richtig

Heimlich Geocachen

Eigene Geocaches verstecken

Basis oder Premium?

inkl. Infobox ab Seite

Recht & Ordnung – die Guidelines

Trackables & Collectables

inkl. Infobox ab Seite

GPS-Gerät oder Smartphone

inkl. Infobox ab Seite

Ausrüstung

Klettern & Equipment

Deine Statistik

Natur & Umwelt

Was noch Erwähnung finden sollte

Challenges

Der Chirp und andere Beacons

Lockpicking

AR-Caches

Waymarking

GC-Vokabular & Index

Bonus

Home Stories

Bryan Roth, Cofounder of Groundspeak

Annika Ledbetter, Senior Marketing Manager

Genevieve Miner, Guest Experience Coordinator

Signal the Frog, Maskottchen und Auslandskorrespondent

Annie Love, Partner Programs Manager

Samantha Hind, Geocacherin & Influencerin

Simon Evans, Reviewer & Geocaching-Reisender

John Stanley, System Analyst

Benny, Bernhard, Renate & Tobi, Geocacher und Filmhelden

Cindy Potter, Director of Community

Vorwort

Es ist jetzt vier Jahre her, dass wir die erste Auflage dieses Guides verfasst haben. Und wie sich das für ein Hobby gehört, das von der Kreativität und dem Einfallsreichtum der Teilnehmenden lebt, ist es einem steten Wandel unterworfen. Wie die Sprache. Auch hier tauchen immer wieder neue Worte auf, werden Begriffe aus anderen Sprachen übernommen und verstehen die Alten einfach nicht mehr, was die Jungen da so machen. Allerdings dürfen hier die Begriffe „jung“ und „alt“ nicht mit Lebensalter verwechselt werden, sondern sind als „Cachererfahrungsjahre“ zu verstehen.

So auch bei mir. Am Anfang war ich derjenige, der den Zuhörern erklärte, was das ist, dieses „Cachen“. Ich war der, der mit Begriffen um sich warf wie „Tradi“, „Multi“, „SBA“ und „FTF“. Berichtete jemand von einer tollen Dose, war ich in der Lage von einem Ort zu erzählen der noch abgelegener, einem Rätsel zu berichten, das noch schwieriger und von einer Panne zu erzählen, die noch peinlicher war.

Das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Ich bin zu einem cachenden Silberrücken mutiert. Auf Events sitze ich gemütlich am Tisch, trage normale Jeans und T-Shirt, beobachte den teilweise auch älteren Nachwuchs in Tarnmontur und lausche den Gesprächen der anderen. Und dann bin ich es, der hin und wieder fragen muss, was diese „Lab-Caches“ sind. Ich bekomme dann dutzende Beispiele erzählt, Koordinaten geschickt und Apps installiert.

Ich erzähle von einem Final, an dem am Ende eine Musik spielte, wenn man die Dose öffnete (und eine Batterie dabei hatte) - und bekomme Geschichten von unterirdischen Kammern, Schränken voller Figuren, Farben und Formen erzählt, man zeigt mir Bilder und Videos von sich bewegenden kompletten Szenerien, natürlich mit Live-Kommentar.

Nicht ohne Grund wurde das Buch „Neues aus Geocaching“ auch von anderen Cachern mitgeschrieben und nicht umsonst bin ich froh, dass dieses Buch, der ultimative Geocaching Guide, auch mir die Möglichkeit bietet, immer wieder mal schnell nachzusehen, wenn mir ein neuer Begriff begegnet wie „AR-Caches“, „Biltema“ oder „Icon-Run“.

Und genau das ist das Schöne am Geocachen: Es ist so vielfältig, so komplex und dabei so einfach, dass wirklich jeder eine Nische findet. Sei es das Rätsel, der besondere Ort oder die sportliche Herausforderung. Und auch dieser Guide ist genauso vielfältig, so komplex und dabei so einfach, dass wirklich jeder etwas findet, was seinen weitreichenden Erfahrungsschatz noch ein wenig ausdehnt. Sei es zum Rätsel, zu besonderen Orten oder zur sportlichen Herausforderung.

Und da die Cacherwelt sich immer weiter dreht wird es hoffentlich nicht lange dauern, bis sich das Spiel noch über diesen Almanach hinaus entwickelt. Neue Ideen sollen unseren Spielplatz bereichern, neue Techniken das Suchen erweitern und neue Cacher Neues mitbringen, das so neu ist, dass selbst die auf dem neuesten Stand stehenden Dosensucher es als neu empfinden.

Und jetzt viel Spaß und bbiw – bis bald im Wald,

Bernhard

Wie alles begann – und wie es beginnt


Deutschlands beliebtester Cache mit dem GC-Code GC13Y2Y

Geocaching ist ein Spiel, ein Hobby, eine Freizeit-Aktivität, die seit rund 20 Jahren weltweit immer mehr Menschen aller Altersgruppen begeistert, sportliche und spielerische Aspekte vereint, die Geocacher geistig und körperlich fordert – herausfordert und hinaus fordert in die Natur, in Stadt und Land. Vielleicht ist es gerade das, was Geocaching ausmacht. Zwar benötigt man einen Computer, ein Smartphone oder ein GPS-Gerät dazu, doch es ist kein Onlinegame, kein Handyspiel. Es ist die „Rückkehr“ nach draußen!

Wie alles begann

Wenn man weit ausholen will, dann beginnt alles mit der Idee der GPS-­Ortung, die man wiederum einem Deutschen zuschreiben kann. Karl Hans Janke meldete 1939 in Berlin ein Patent für einen „Standortanzeiger, insbesondere für Luftfahrzeuge“ an. 1943 wurde das Patent gewährt, entwickelt wurde die Technologie jedoch nie. Die tatsächliche Entwicklung eines GPS-Systems, wie des­jenigen auf das heute alltäglich unsere Smartphones, Uhren, ­Navigationssysteme und vieles mehr zugreifen, startete 1973 in den USA. 1978 stieg der erste NAVSTAR-GPS-Satellit von einer kalifornischen Air Force-Basis ins Weltall, doch erst im April 1995 wurde die volle Funktionsbereitschaft des Global ­Positioning Systems (GPS) bekannt gegeben, um vorerst vornehmlich militärischen Zwecken zu dienen.

Am 2. Mai 2000, 4:05 Uhr UTC, sprich ungefähr 5 Uhr morgens unserer Zeit, schlug die Stunde der zivilen Nutzung von GPS. Das bis dahin bewusst gestörte GPS-Signal, das nicht autorisierten Nutzern nur unpräzise Daten lieferte, wurde für alle frei und unentgeltlich zugänglich. Seitdem wurde die Genauigkeit ­sukzessive weiter verbessert und heute liegen je nach Standort die ­Abweichungen teils deutlich unter 10m. Und viel genauer sollte es für Geocacher vielleicht gar nicht werden, denn schließlich sind das Suchen und Finden Teil unseres Spiels! Ab diesem Zeitpunkt ging alles ganz schnell. Schon einen Tag später, am 3. Mai 2000 postete Dave Ulmer online die Idee, eine „Great American GPS Stash Hunt“ zu starten und schritt sogleich zur Tat. Als – wenn man so will – ersten Geocache der Welt vergrub er einen schwarzen Plastikeimer gefüllt mit einer Computerspiel-CD, einer Videokassette, einem Dollar, einem Buch, einer Steinschleuder und einer Bohnendose in der Nähe seiner Heimatstadt Portland, USA und veröffentlichte die Koordinaten: N 45° 17.460 W 122° 24.800. Der allererste Fund ist Mike Teague zuzuschreiben, einen Tag nach der Platzierung der Dose. Auch Mike ließ sich schnell von der Idee einer „GPS Stash Hunt“ fesseln, versteckte am 7. Mai zwei eigene „Stashes“ und startete am 8. Mai eine private Webseite, die die Koordinaten versteckter Stashes sammelte. Von da an war das Spiel nicht mehr aufzuhalten, am 13. Mai erschien der erste Cache in Neuseeland, am 15. Mai Chile, am 18. Mai ­Australien. Europa folgte im Juni mit dem noch heute aktiven GC43 (N 53° 11.478 W 6° 4.818) an der irischen Ostküste südlich von Dublin.


Wo alles begann ...

Deutschland brauchte etwas länger, „First Germany“ wurde am 2. Oktober 2000 als GC77 in Brandenburg versteckt (N 52° 13.534 E 13° 40.686), zu einer Zeit, als aus der „Great American GPS Stash Hunt“ schon „Geocaching“ geworden war. Zwischenzeitlich – am 2. September 2000 – hatte Jeremy Irish die ­Webseite ­ Geocaching.com gestartet, das Listing der bereits existierenden und ständig mehr werdenden Verstecke von Mike Teague übernommen und damit den Grundstein dessen gefestigt, was heute Millionen Menschen weltweit begeistert.

Übrigens, der älteste noch aktive Cache mit der Kennung GC12 trägt den simplen Namen „5/12/2000“ und liegt seit zwei Jahrzehnten in einem Waldstück in Oregon, USA verborgen.

In diesen Anfängen war Geocaching ein Spiel für wenige Eingeweihte, wenn auch eines, das schon auf einer internationalen Bühne stattfand. Heute gibt es mehr als 3 Millionen Geocaches weltweit, Millionen von Geocachern, kleinste, ­normale und riesige Behälter, einfache, schwierigere und fast unerreichbare Verstecke, Koordinaten, die einen direkt zum Ziel führen oder über mehrere ­Stationen, mehrere Stunden beschäftigen können, Caches die man spontan in seiner Nähe erschließen kann, wie auch welche die Vorbereitung und Ausrüstung erfordern.

Und aus dem Startup rund um Geocaching.com ist in den letzten 20 Jahren mit Groundspeak ein in Seattle, Washington ansässiges Unternehmen mit rund 80 Mitarbeitern und etwa 400 Volunteers (ehrenamtlichen Helfern) weltweit ­geworden, die die Entwicklung von Geocaching begleiten und unterstützen. Mit Bryan Roth ist einer der Gründer unverändert aktiv an Bord.

Doch drehen wir das Thema noch einmal zurück. Was ist Geocaching eigentlich? Wie funktioniert es?


Hi! Ich bin Signal® und begleite Dich durch dieses Buch – und immer wenn Du einen QR-Code entdeckst, haben wir einen Link für Dich vorbereitet, häufig ein Video so wie hier. Scanne den Code mit einem QR-Code-Reader Deines Smartphones!


In Oregon sind einige der ältesten Geocaches zu finden

Wie es beginnt

„Geocaching ist eine moderne Version der Schnitzeljagd“, ist ein oft gehörter Einstieg in eine Erklärung. Tatsächlich ist es so, dass Geocaching ein Spiel ist, das maßgeblich die Spieler selbst prägen. Innerhalb gewisser Standards (­ „Guidelines“), die das Geocaching HQ setzt, sind es Geocacher, die sich Verstecke, Geschichten oder Rätsel ausdenken, einen Geocache verstecken und die Koordinaten mit einer Beschreibung und Hinweisen auf Geocaching.com ­eintragen. Sobald dieser Cache veröffentlicht ist, ist er für andere Geocacher sichtbar und mit Hilfe eines Smartphones oder eines GPS-Gerätes kann man sich auf zu den Koordinaten machen.


Benny und Sandra bei GC43 – Europe‘s First, Irland

Nicht selten wird man dadurch zu besonderen Orten geführt, Sehenswürdig­keiten, oder auch verborgenen Ecken, manchmal ist ein Geocache aber auch einfach eine Abwechslung bei einem Spaziergang oder eine wohl verdiente Pause während einer langen Autofahrt.

Das Ziel des Spiels ist es dabei, den Cache zu finden, üblicherweise ein Behälter, in dem sich ein Logbuch befindet, um im Logbuch – tatsächlich wie auch online/mobil – den erfolgreichen Fund zu vermerken, ggf. kleine Tauschgegen-stände oder „Belohnungen“ zu bergen oder für den Nachfolgenden zu hinterlassen und den Behälter für den nächsten Suchenden wieder so zu verstecken, wie man ihn vorgefunden hat. Es geht also sehr wohl darum, einen „Schatz“ zu finden, die Schatzkiste mit dem Logbuch bleibt aber immer am Fundort zurück.

Vielleicht erklärt es sich am besten an einem Beispiel. Meinen ersten Geocache habe ich im März 2010 gelegt. Zu der Zeit hatte ich für ein Buchprojekt gerade viel über den sagenumwobenen Freibeuter Klaus Störtebeker recherchiert und über Orte in Hamburg, die mit ihm in Verbindung gebracht wurden. Einer dieser Orte war der Grasbrook, heute im Herzen der modernen Hafencity, früher Richtplatz vor den Toren der Stadt. Hier soll Klaus Störtebeker am 20. Oktober 1401 geköpft worden sein, nicht ohne vorher einen Handel mit den Stadtoberen abzuschließen. Es solle all denen seiner Männer das Leben geschenkt werden, an denen Störtebeker ohne Kopf noch vorbei schreiten könne. Sein Kopf fiel, sein Körper schritt aus, an 11 seiner Mannen vorbei, bevor man ihn zu Fall brachte. Die Leben der Freibeuter wurden trotzdem nicht geschont. Ich fand, diese Geschichte müsse erzählt werden, müsse geteilt werden mit all den ­geocachenden Touristen, die durch die moderne Hafencity schlendern und nicht ahnen, auf welch historischem Boden sie sich bewegen. Eine Bronze­statue ­Störtebekers, auf dem „Großen Grasbrook“ stehend, passte perfekt zu der Geschichte, zwischen Statue und Steinsockel war ein Spalt hoch genug, um eine kleine Metalldose zu verbergen, gefüllt mit einem Logbuch, mein erster Geocache. Am 28. März 2010 wurde er veröffentlicht, noch am gleichen Tag – das Los einer großen Stadt wie ­Hamburg – 4 Mal gefunden, am nächsten Tag 20 Mal. Fast 4.500 Funde folgten binnen zweieinhalb Jahren, bis das ­Pflegen dieses Caches – mittlerweile an anderer Stelle, da die Stadt die Statue Störtebekers zum ­Maritimen Museum verlegt hatte, inzwischen zu einer fünfteiligen Tradi serie + Bonus rund um den wohl berühmtesten deutschen Freibeuter angewachsen – zu zeitraubend wurde. Doch inzwischen haben auch andere Dosen, Mysteries und ein schöner Audio-Multi die Story von Störtebeker aufgegriffen, so dass sie in Hamburg und an vielen anderen Orten auch heute noch erzählt wird.

Aber genau das ist es, was Euch beim Geocachen erwarten kann. Eine spannende Geschichte, ein Reiseführer zu besonderen Orten, verbunden mit einem Rätsel, mit einer Schatzsuche, mit einer Belohnung, entweder dem Finden an sich und dem Eintrag im Logbuch oder auch mit dort verborgenen Tauschgegenständen.


Freibeuter in muggeliger Umgebung

Um sich nun auf die Suche nach einem Geocache zu machen, braucht es nicht mehr als eine kostenlose Registrierung auf Geocaching.com (alternativ auch über die App möglich) und ein GPS-Gerät oder ein Smartphone mit der gratis verfügbaren Geocaching®-App. Ohne zu wissen – so weit geht die Technologie dann doch nicht – wo Ihr gerade seid, wenn Ihr dieses Buch lest, würde ich fast wetten, dass der nächste Geocache fußläufig von Euch entfernt ist. Seid Ihr gerade in einer europäischen Stadt, werden es zahllose Punkte sein, die aufleuchten sobald Ihr die App das erste Mal startet.

Und jetzt gilt es, den ersten Cache zu suchen …


Bryan Roth (Bryan) Co-Founder of Groundspeak, Inc.

Als Jeremy, Elias und ich im Jahr 2000 Groundspeak gründeten, hatten wir keine Ahnung, wie groß das Spiel einmal werden würde. Die ­Kombination aus GPS-Technologie und Outdooraktivität faszinierte uns, zumal wir alle technologiebegeistert waren und Spaß daran hatten, draußen zu sein.

Zu der Zeit hätten wir nie geglaubt, dass da mehrere Millionen Menschen sein werden, die genauso empfinden. Selbst heute, mit mehr als 10 Millionen Geocachern weltweit, kommt es einem manchmal unwirklich vor. Wir sind wirklich dankbar, ein Teil davon sein zu können. Wir hatten nicht bewusst darauf abgezielt, eine weltweite Community ins Leben zu rufen, aber wir wollten ein Werkzeug schaffen, das es Leuten ermöglicht, Spaß mit diesem Spiel zu haben. Anders als manch andere Spiele, die sich mit der Entwicklung neuer Technologien etablierten, waren wir gerade davon begeistert, wie Geocaching Spieler von ihren Computern und Fernsehern weg zog, aus ihren Sofas und Sesseln und zurück nach draußen in die Natur.

Heute sehe ich das Spiel als eine Kombination aus dem, was wir getan haben, aber noch viel mehr aus dem was die Geocaching Community getan hat. Wir haben die technischen Mittel geschaffen, aber die Community hat Kreativität und Leidenschaft eingebracht und unsere Werkzeuge genutzt, unglaubliche und manchmal sogar bahnbrechende Erlebnisse zu entwickeln, zu teilen und zu erleben. Auch für mich gab es zahllose Situationen, in denen ich einen Geocache fand, der mich voller Überraschung, Begeisterung und dem Geschmack von Abenteuer zurückließ.

Durch Geocaching konnte ich zudem überall auf der Welt starke Freundschaften schließen. Für diese Kontakte und diese Erlebnisse bin ich wirklich dankbar.

Besonders glücklich bin ich zu sehen, was aus dem Spiel in Deutschland geworden ist. Es ist nicht nur das erste Land, das genug Geocacher für das allererste Giga-Event zusammengebracht hat, sondern die Deutschen haben das Spiel zu ihrem eigenen gemacht. Deutsche Geocacher sind leidenschaftlich und engagiert und haben entscheidend dabei geholfen, die Möglichkeiten des Spiels immer weiter auszudehnen. Als ­Unternehmen blicken wir oft nach Deutschland, um Bereiche zu identifizieren, die wir weiterentwickeln sollten, um die Geocacher dabei zu unterstützen, ihre Kreativität noch stärker auszuspielen oder unseren inneren Schweinehund mit einem neuen T5er herauszufordern.


Bryan beim Geocachen in den Bergen

Und so wie sich das Spiel verändert hat und gewachsen ist, so hat sich auch mein Job bei Groundspeak verändert. Als Jeremy, Elias und ich das Unternehmen gestartet haben, hatten wir alle noch andere Jobs. Ich selbst bin Anwalt von Beruf und habe mich um all die Verträge, Finanzen, Personalthemen, Business Development und mehr gekümmert als ich 2005 Vollzeit zu Groundspeak kam. Zu der Zeit habe ich auch viel mit dem Community Bereich zusammengearbeitet. Mit mehr als 80 zusätzlichen Mitarbeitern seitdem, sind wir heute noch viel mehr in der Lage, die Community zu unterstützen, die Geocaching Tools ­fortlaufend weiterzuentwickeln und als Hüter des Spiels zu fungieren, so dass es noch für Generation fortbestehen kann.

Heute beinhaltet mein Job viele verschiedene Dinge. Mein Schwerpunkt sind die operativen Aufgaben des Unternehmens. Dazu arbeite ich mit den Managern verschiedener Teams zusammen, mit dem Finanzbereich, der Community Sparte, den zahllosen ehrenamtlichen Unterstützern, dem Business Development Team, der Rechtsabteilung, dem Personalbereich. Ich achte auch darauf, dass das Merchandising Programm alle Unterstützung genießt und arbeite eng mit einer weiteren wundervollen Anwältin zusammen. Wir beide kümmern uns um Verträge und helfen bei Personalthemen.

Üblicherweise habe ich eine Menge Meetings jeden Tag, bei denen ich mich einbringe, um Probleme zu lösen und die Kommunikation zu unterstützen. Das Beste an meiner Arbeit ist, dass ich morgens rein komme, irgendetwas erwartend – aber oft genug kommt der Tag ganz anders als ich ihn erwartet hatte. Es ist die Vielfalt, die ich wirklich an meinem Job mag. Und ich fühle mich geehrt, mit so vielen wundervollen Leuten zusammen zu arbeiten, denen das Spiel und die Mission unseres Unternehmens so viel bedeuten. Unsere Mission ist es, zu Entdeckungen, Erkundungen und Abenteuern anzustiften und diese zu ermöglichen. Diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst und sie ist für uns beides, eine Chance wie auch eine Verantwortung.

Intensiver über meinen Job nachdenkend, würde ich es nicht unbedingt Arbeit nennen. Ich habe selten, wenn überhaupt, einen „9 to 5“-Tag. Beziehungen zu Geocachern aus aller Welt aufbauen und Lackeys helfen, das Spiel ständig weiterzuentwickeln, wurde Teil meines Lebens. Oftmals gehen Spiel und Arbeit ineinander über. An einem Tag bin ich auf einem Mega- oder Giga-Event und genieße die Zeit mit anderen Geocachern, am nächsten Tag bin ich mit meiner Familie draußen unterwegs, um ein paar Geocaches zu suchen und dabei die Geocaching®-App zu testen. Einen weiteren Tag später sitze ich im Büro und setze Verträge auf, entwickle Strategien mit unserem Community Team oder helfe bei besonderen Gesprächen. Die Vielfalt ist wirklich reizvoll, aber das Wichtigste daran ist der positive Effekt, den das Spiel auf Millionen von Menschen in aller Welt hat. Das ist es, was mir jeden Tag Freude an meiner Arbeit bereitet.

Was ich besonders an unserem Team im Geocaching HQ mag ist, dass wir der „Strategie der besten Absichten“ folgen. Das bedeutet, dass wir jedem Geocacher, Lackey oder Muggle mit der Einstellung gegenübertreten, dass wir alle das Ziel haben, das Beste zu erreichen. Niemand ist ­perfekt, aber wenn wir immer an die besten Absichten glauben, dann können wir uns mit unserer Rolle innerhalb der Community immer wohl fühlen. Wenn Ihr ins HQ kommt, werdet Ihr mehr als 80 Leute sehen, die mit voller Leidenschaft dem Spiel und ihren Jobs nachgehen. Kommt bitte vorbei, wir freuen uns darauf, Euch kennenzulernen.

In den nächsten Jahren wollen wir uns darauf fokussieren, das Geocaching Tool Set, den Austausch mit Geocachern aus aller Welt und das Spiel selbst in gesundem Maße fortlaufend weiterzuentwickeln. Wir freuen uns auf das, was vor uns liegt und hoffen, Ihr seid weiterhin dabei auf dieser Reise voller Entdeckungen, Erkundungen und Abenteuer.


Hinter diesem QR-Code haben wir ein Videointerview mit Bryan für Dich platziert ...

Quickstart-Guide

Ihr könnt es kaum abwarten und wollt Euch sofort in ein Geocaching-Abenteuer stürzen? Dann zieht schon mal die Schuhe an, innerhalb von 5 Minuten machen wir Euch ganz kurz und knapp fit für Eure erste Suche ...

Benötigte Ausrüstung

Einen Stift, ein GPS-Gerät oder ein internetfähiges Smartphone mit der kostenlosen Geocaching®-App für Android bzw. iOS. Solltet Ihr darüber hinaus etwas benötigen, so erfahrt Ihr dies aus der Geocachebeschreibung. Ein Feuchttuch für die Hände könnte ebenfalls nicht schaden.

Anmeldung Geocaching®-App

Um die App nutzen zu können, müsst Ihr Euch zunächst einen kostenfreien Benutzeraccount einrichten. Gebt Eure E-Mailadresse, einen Benutzernamen und ein beliebiges Passwort ein (alternativ auch Anmeldung über Facebook). Mit dem Button „Neuer Account“ bestätigt Ihr Eure Angaben und erhaltet innerhalb von 1 bis 2 Minuten eine Bestätigungsmail mit einem Link zur Aktivierung des Accounts. Sobald Ihr die Aktivierung abgeschlossen habt, ist die Nutzung der Geocaching®-App für Euch freigeschaltet.



Einen Geocache suchen

Die Umkreissuche in der Geocaching®-App zeigt Euch verfügbare Geocaches in Eurer Nähe an. Drei werden Euch zum Einstieg sogar besonders empfohlen. Mit der kostenfreien Basis-Mitgliedschaft steht Euch die Suche nach Geocaches mit der Geocaching®-App eingeschränkt zur Verfügung, was aber ein guter Start in das „Abenteuer“ ist. Grüne Punkte – Einfache Traditionals mit einer Schwierigkeits- bzw. Geländebewertung von maximal 2.

Rote Punkte – Events , die Euch die Gelegenheit bieten, mit anderen Geocachern ins Gespräch zu kommen.

Alle Punkte auf der Karte, die gräulich gehalten sind, stehen für einen Traditional mit einer höheren Schwierigkeits- und Geländebewertung als 2 oder stehen für einen anderen Geocache-Typ. Diese können in der Geocaching®-App nur in Verbindung mit einer Premium-Mitgliedschaft ausgewählt werden, sind allerdings über die Webseite auch für Basis-Mitglieder verfügbar. Um die Geocache- beschreibung einzublenden, reicht ein Tippen auf den Geocachenamen aus.

Zu einem Geocache navigieren

Tippt den gewünschten Geocache auf der Karte an. Über „navigieren“ startet Ihr die Wegführung zum ausgewählten Cache und auf der Karte seht Ihr nur noch Eure aktuelle Position sowie den angesteuerten Geocache. Alle anderen Caches werden ausgeblendet. Die Entfernung (Luftlinie) zum Geocache wird oben angezeigt und über das Symbol mit den drei Punkten könnt Ihr zwischen verschiedenen Kartenansichten hin und her wechseln.

Geocache gefunden

Habt Ihr den Zielort erreicht, so gilt es, den versteckten Cache zu suchen und zu finden. Sobald Ihr ihn habt, entnehmt das Logbuch aus dem Behälter und tragt Euren Geocachingnamen, das Funddatum und wenn Ihr möchtet auch die Uhrzeit ein. Nur ein Eintrag in dieses Logbuch berechtigt dazu, diesen Fund auch online auf Geocaching.com bzw. über die App zu loggen. Wenn sich Tauschgegenstände in der Dose befinden, könnt Ihr einen entnehmen. Legt dafür bitte ein anderes Tauschobjekt zurück in die Dose. Versteckt anschließend den Geocachecontainer genau dort und genauso gut getarnt, wie Ihr ihn vorgefunden habt.



Einen Geocache loggen

Dank der Geocaching®-App könnt Ihr Euren Fund sofort an Ort und Stelle online loggen . Tippt den Namen des Geocache an und Ihr seht sogleich den Auswahlbutton „Loggen“. Wenn Ihr Euch in das Logbuch eingetragen habt, dann wählt im folgenden Menü „Gefunden“ aus. Solltet Ihr den Geocachecontainer nicht gefunden haben, so wählt Ihr „Nicht gefunden ( DNF )“ aus. DNF steht für die englische Formulierung „Did not find“.

Schreibt für den Owner einen schönen und nicht zu kurzen Logeintrag. Lasst ihn wissen, wie die Suche nach seinem Geocache für Euch verlaufen ist. Ergänzend könnt Ihr ein Foto hochladen und Eurem Log anhängen. Achtet aber bitte darauf, dass Euer Foto nicht den Versteckort des Geocache verrät. Wenn Ihr mit Eurem Logeintrag fertig seid, tippt auf „Senden“ und Euer Fund wird hochgeladen und damit für andere Geocacher sichtbar. So einfach geht‘s. Glückwunsch!


Bernhard auf der Pirsch ...

Geocaches suchen

Geocaching ist vielseitig. Es ist ein Spiel und eine Outdoorsportart, fordert einen körperlich und geistig, lockt einen raus an die frische Luft oder führt einen in muffige Gewölbe, kann eine schnelle Ablenkung sein oder eine abendfüllende Aufgabe, kann man allein, mit Familie oder Freunden spielen, kann als Suchender tätig sein oder kann durch das Legen eigener Caches Geocaching aktiv mitgestalten.

Die meisten Geocacher dürften bestätigen, dass sich das Cachen über die Zeit verändert, man die Unendlichkeit der Möglichkeiten nach und nach erschließt, es üblicherweise aber mit einer kleinen Dose anfängt, zu der man sich selbst aufmacht oder zu der man von Freunden mitgenommen wird.

So dürfte es auch bei den meisten von Euch beginnen, Ihr habt davon gehört, lauft vielleicht erst einmal nur mit und seid überrascht von dem, was sich vor Euch auftut. Und glaubt mir, das was Ihr am Anfang zu erahnen glaubt ist nur ein Bruchteil dessen, was das Geocaching HQ und zigtausende Geocacher weltweit sich an Spielen, Aufgaben, Rätseln und Abenteuern ausgedacht haben. Und jeder hat es selbst in der Hand zu entscheiden, wie und welche Caches er finden oder lösen möchte.

Tradi/Traditional/Traditioneller Geocache

Der Anfang ist meist ein Tradi oder Traditional, die vermeintlich einfachste Form eines Caches, eine Dose, die an den im Listing eingetragenen Koordinaten zu finden ist und die ein Logbuch enthält sowie je nach Größe Platz für Tauschgegenstände oder Trackables bietet. Gerade durch Tradis haben die klassischen Filmdosen eine Renaissance erlebt, obwohl kaum noch jemand seinen Fotoapparat mit Kleinbildfilmen füttern dürfte. Doch die kleinen schwarzen oder milchigweißen Dosen sind gut zu verstecken, wasserdicht und bieten als sogenannter „Micro“ eine ausreichende Größe für ein Logbuch. Häufig dürfte man zudem Petlinge (Vorform der PET-Flasche, in ähnlicher Form auch aus ­klinischen Anwendungen) oder Gefrierdosen unterschiedlichster Größe antreffen. Je nach Größe kann ein Logbuch hier tatsächlich schon ein Buch sein, liegen Stifte im Cache bereit, sind Tauschgegenstände oder Trackables zu finden.

Die Regularien schreiben aber letztlich für einen Tradi nur ein an den Koordinaten zu findendes Logbuch vor, der Art des Behälters sind keine Grenzen gesetzt, so dass diese von winzigen magnetischen Stecktaschen über kleinste Schraubbehälter oder Schraubenattrappen, Filmdosen, Petlinge und Gefrierdosen bis hin zu Vogelhäuschen, Munitionskisten, Stromkästen oder Seekisten reichen können. Im Einzelfall kann eine „Dose“ sogar ein falscher Postkasten, eine ausgediente Telefonzelle oder gar ein „Hotel“ sein - ein TB-Hotel. Ein TB-Hotel ist kein ­Übernachtungsangebot im eigentlichen Sinne, dafür könnte es doch zu eng werden, einziehende Gäste sind sogenannte Trackables, die man in diesem größeren Behälter gut platzieren kann. Manchmal hat solch ein TB-Hotel auch separate „Zimmer“ (z.B. GC4CRPD am Düsseldorfer Flughafen), so dass der Reisende leicht den Tauschgegenstand findet, der zu seinem Reiseziel passt.

Auch „versteckt“ muss ein Cache nicht immer sein. Manche Geocaches verbergen sich gerade dadurch vor uns, dass sie derart offensichtlich plaziert sind. In einem abgelegenen Waldstück mag keine besondere ­Tarnung erforderlich sein, im Herzen einer Metropole aber muss der Cache vor den Augen normaler ­Passanten, den „Muggles“, mit dem Stadtbild verschmelzen, muss alltäglich oder uninteressant wirken. Dazu kann der Cache eine falsche Schraube an einem Geländer sein, eine blinde Steckdose an einer Hauswand, ein kleiner Behälter hinter einem Verkehrsschild oder ein Schalter, der nie eine andere Funktion hatte, als ein Logbuch zu ­verbergen. Wir möchten Euch nicht zu viel von den endlosen ­Versteckmöglichkeiten verraten, aber wenn Ihr in einer deutschen Großstadt an einer belebten Kreuzung eine alte Socke hängen seht, denkt an uns ... sie könnte dort seit Jahren hängen – und es könnte ein Logbuch darin verborgen sein.

Doch ein Tradi muss nicht immer stark getarnt und schwer zu entdecken sein. Wie schwierig ein Cache zu lösen sein sollte, verrät Euch die „D-Wertung“ (­Difficulty/Schwierigkeit). Gerade zu Beginn macht es vielleicht Sinn, sich auf D1er oder D2er zu konzentrieren. Ihr werdet schnell merken, wie gut sich das Auge eines Cachers schult und wann die Zeit reif ist, auch nach D3ern Ausschau zu halten oder sich an noch diffizilere zu wagen. Allerdings muss auch für einen erfahrenen Cacher nicht nur ein anspruchsvoller Cache das einzige Ziel sein, gerade bei langen Autotouren oder der Fahrt in den Urlaub kann der manchmal verschriene „Leitplankencache“ oder die auf einem Autobahnrasthof verstecke Dose eine willkommene Gelegenheit sein, sich ein bisschen die Beine zu vertreten, bevor die nächste Etappe ansteht.


Typische Cachebehälter


Ein Geocache mit spielerischer Herausforderung

Tradiserien

Ein Cache kommt selten allein? Eigentlich doch. Während Deutschland eines der aktivsten Geocachingländer weltweit ist, mag in einigen Regionen dieser Erde die Überraschung tatsächlich manchmal groß sein, wenn man das GPS-­Gerät oder die Geocaching®-App einschaltet und feststellt, dass kein Cache weit und breit zu finden ist. In einem erschlossenen Geocaching-Land wie Deutschland, vielen anderen europäischen Ländern oder den USA wird man selten auf Gegenden stoßen, in denen Geocaches noch nicht verbreitet sind. Im Gegenteil, manchmal taucht gleich eine Reihe grüner Icons (Tradis) im Display auf. Dabei kann es sein, dass ein sogenannter „Owner“ eine ganze Serie von Caches platziert hat, z.B. an jeder Kirche seines Heimatortes einen, oder entlang verschiedener Sehenswürdigkeiten einen Stadtrundgang aus einzelnen Tradis angelegt hat. Die einzelnen Caches sind dabei unabhängig voneinander, man kann jeden Tradi einzeln lösen, ist nicht an das Finden aller Caches einer solchen Serie gebunden. Manchmal wird eine Serie aber mit einem „Bonus“ gekrönt, einem weiteren Cache, den man nur heben kann, wenn man alle zugehörigen Tradis gefunden und Informationen aus den jeweiligen Dosen (eine Zahl, einen Buchstaben o.ä.) gesammelt hat.

Einzelne Cacheserien sind sogar bewusst als Kindercaches gestaltet und so auch bezeichnet, so kann es sein, dass die Cachedosen aus Märchen- oder Tierfiguren bestehen oder dass es sich um größere Dosen handelt, in denen regelmäßig Tauschgegenstände (alles von Schlümpfen über Ü-Ei-Figuren bis hin zu Sammelklebebildchen) vorgehalten werden.


Schon gewusst? Es gibt insgesamt 20 verschiedene Cachearten in Deiner Statistik!

Powertrails

Eine Sonderform solch einer Tradiserie ist ein sogenannter Powertrail. Bei einem Powertrail handelt es sich üblicherweise um eine hohe Anzahl leicht, manchmal gleichartig versteckter Caches entlang eines Wander- oder Fahrradweges. Die Distanz zwischen den einzelnen Dosen kann variieren; nicht selten wird sich der Owner aber an dem vorgegebenen Mindestabstand zwischen zwei Dosen von 161m orientieren, so dass einen alle 200 – 250m ein weiterer Cache erwartet. Der Sinn solcher Powertrails ist es also ganz offensichtlich, einem eine ­Wanderung zu versüßen, vielleicht gerade auch für Kinder den Familienausflug spannender zu gestalten. Auch bei derartigen Powertrails gilt, dass jede Dose einzeln als Fund geloggt wird, eine übersehene oder fehlende Dose somit kein Beinbruch ist, es sei denn, es gibt auch hier einen zusätzlichen Bonus, der gewisse Informationen aus jeder einzelnen Dose erfordert.


Tradis per Rad - „Zwischen den Meeren“ liegen über 200 Dosen

Multi-Cache/Multi

Einen Gegensatz zum Tradi oder auch eine Weiterentwicklung dessen stellt der Multi dar. Ein Multi-Cache besteht aus mehreren Stationen, mindestens zwei, dem Start und dem Final, häufig aber auch mehr Stages, so dass ein Multi auch zu einer mehrstündigen, tagfüllenden Aufgabe werden kann. Umso mehr empfiehlt es sich, das Listing genau zu lesen. Bei vielen Multis gibt es entweder in der Beschreibung, im Hinweis, über die Wegpunkte oder auch in Logs vorhergehender Cacher Informationen dazu, wie viele Stationen einen erwarten und/oder wie viel Zeit man einkalkulieren sollte.

Ein Multi-Cache muss dabei nicht schwieriger sein als ein Tradi. Im Grunde ist der einzige Unterschied, dass man bei einem Multi nicht schon an den Startkoordinaten eine logbare Dose finden wird. An den Koordinaten dieser ersten Station wird man Informationen finden, die man zur Ermittlung der Koordinaten einer zweiten oder späteren Station benötigt. Dabei kann es sich um tatsächliche Koordinaten handeln, die statt eines Logbuchs in einer Dose verborgen, auf einem Aufkleber vermerkt oder in anderer Art und Weise notiert sind. Es kann aber auch sein – dies ist in der Regel aus der Cachebeschreibung ersichtlich – dass man für die Ermittlung der Koordinaten von Folgestationen bestimmte Daten (z.B. Zahlen, Buchstaben, Farben etc.) von Gedenksteinen, Schildern oder Objekten ablesen oder Dinge zählen oder errätseln muss. Eine hierfür anzuwendende Formel ist dann ebenfalls in der Cachebeschreibung oder an einer der Stationen zu finden.

Am Final, der finalen Station, ist dann alles wieder wie bei einem Tradi, es gilt eine Dose mit einem Logbuch zu finden, sich einzutragen und den erfolgreichen Fund auch elektronisch zu loggen. Und auch wenn wir einleitend geschrieben haben, dass ein Multi-Cache nicht schwieriger als ein Tradi sein muss, so kann er es aber doch sein - bzw. kann es sein, dass man an einer einzelnen Station scheitert, diese vielleicht (vorübergehend) zerstört oder „gemuggelt“ (von Nichtcachern versehentlich weggeräumt) wurde und man damit nicht zum Final vordringen kann. Im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Tradiserien oder Powertrails ist dann das Loggen eines Multis nicht möglich. Es spricht aber nichts dagegen, den Multi im Auge zu behalten und ggf. einige Tage oder Wochen später an der letzten gelösten Station wieder einzusteigen und den Multi an einem anderen Tag zu Ende zu bringen.


Anspruchsvolle Technik zur Ermittlung der nächsten Station ...

Klettercaches & Co

Bei manchen Caches ist es gar nicht die Herausforderung, diese zu finden. Es ist die Herausforderung, an diese heranzukommen. Klettercaches & Co haben kein eigenes Icon, üblicherweise sind es Tradis, die man auf den ersten Blick anhand der „T-Wertung“ (Terrain) erkennt. Bei Terrainwertungen von T4 – T5 sollte man hellhörig werden. Eine hohe Terrainwertung spricht oftmals für Klettercaches, je nach Standort können es aber auch Caches sein, die nur von der Wasserseite aus zu erreichen sind, zum Beispiel mit einem Kanu oder Schlauchboot (oder schwimmend) geborgen werden müssen, die in schwer zugänglichem Gelände platziert sind oder eben in Wipfeln, an Felsen oder an Gebäudewänden hängen. Bei diesen Klettercaches kann es sowohl darum gehen, einen Baum zu erklettern wie auch an einer Felswand entlang in die Tiefe zu steigen. Bis zu einem gewissen Grad mag dies noch ohne Hilfsmittel möglich sein, ab einem gewissen Grad sollte dies nur mit adäquater Kletterausrüstung, ausreichender Erfahrung und ggf. einem sichernden „zweiten Mann“ gewagt werden. In diesen Fällen ist jeder Cacher selbst gefordert, seine eigenen Fähigkeiten, die Situation vor Ort und die aktuellen Gegebenheiten (Dunkelheit, Witterung etc.) bewusst und richtig einzuschätzen und kein unnötiges Risiko einzugehen.


Klettercache - gut gesicherter Aufstieg


Mit der Angel im Wald

Zudem ist es bei Caches mit hoher Terrainwertung sinnvoll, nach Möglichkeit schon vor dem Bergungsversuch den Cache zu sichten. Gerade in einem Wald oder nahe einer Felswand mögen die GPS-Daten nicht so genau sein, dass man sich sicher sein kann, den richtigen Baum zu erklimmen. Hängt man erst einmal auf 20m Höhe und entdeckt die Dose im benachbarten Wipfel, wird man spätestens beim nächsten Mal gründlicher vom Boden aus versuchen, das Versteck zu entdecken. Mehr zu Klettern ab Seite 164.

Doch nicht jeder Cache mit hoher Terrainwertung muss eine extreme körperliche Herausforderung sein. Gerade Wassercaches können manchmal auch für jeden zugänglich sein. Zwar mögen sie ohne Hilfsmittel unmöglich zu bergen sein, wenn man sich aber in einem nahegelegenen Bootsverleih ein Kanu, Schlauchboot oder Tretboot mietet (oder zufällig gerade dabei hat), wird die vermeintlich abenteuerliche Bergung vielleicht doch zu einem wunderschönen Sonntagsausflug. Ein ähnliches Beispiel sind Caches in Skigebieten. Im Sommer nur mit einem kraftraubenden Anstieg zu erreichen, im Winter führt die Piste unter Umständen unmittelbar an der Dose vorbei.

Fazit: Auch Caches mit sehr hohen Terrainwertungen können im Einzelfall für jeden Cacher gut erreichbar sein.

Angelcaches

Über die letzten Jahre ist ein neuer Trend aus Skandinavien zu uns heruntergeschwappt: Biltema – Angelcaches. Auch diese haben manchmal eine hohe Terrainwertung, wobei eine hohe Schwierigkeitswertung dafür richtiger und angemessener wäre. Doch keine Sorge, glitschige Köderwürmer müsst Ihr dafür nicht in die Hand nehmen. Um diese Form der Geocachesuche zu betreiben, benötigt Ihr lediglich eine Stipprute, denn Ihr angelt nicht im Wasser, Ihr angelt (üblicherweise) aus Bäumen! Im Gegensatz zu Klettercaches sind Angelcaches aber nicht dafür gedacht, dass Ihr die Dose erklettert. Beim „Angeln“ bleibt Ihr mit beiden Beinen auf dem Boden und nutzt die Stipprute dazu, das Objekt Eurer Begierde zu Euch herunter zu „angeln“. Dieser erste Step ist in der Regel recht einfach zu bewerkstelligen. Die Schwierigkeit beim Angeln besteht eher darin, den Geocachebehälter genau dort wieder hinzuhängen, wo Ihr ihn vorgefunden habt. Das kann ganz schön in Arme und Nacken gehen, macht aber wahnsinnig viel Spaß. Besonders die Blicke der Muggels sind jede Mühe wert, wenn Ihr mit Eurer Angel durch einem dicht bewachsenen Wald spaziert. Ich versuche in der Regel, sie als Gehstock zu tarnen ...

Um für Eure Angelausflüge gut gerüstet zu sein, empfiehlt sich eine Stipprute mit einer Länge zwischen 8 und 10 Metern, die Ihr am besten mit einem Haken aufrüstet, den Ihr auch aus einem dickeren Draht selbst formen könnt. Entfernt Ihr zudem das oberste Element Eurer Rute, so verliert Ihr zwar einen Meter Länge, entfernt aber einerseits den wackligsten Teil der Rute und findet andererseits in der Aushöhlung des zweiten Elements die ideale Befestigungsmöglichkeit für Euren Drahthaken. Gafferband drum, fertig und ab in den nächsten Angelwald!

Nachtcaches

Nicht jeder Cache kann zu jeder Uhrzeit gemacht werden, manche liegen beispielsweise in Parks, die gewisse (hoffentlich im Listing genannte) Öffnungszeiten haben, bei manchen hat man ohne gutes Tageslicht kaum eine Chance, und manche wiederum kann man 24/7 machen. Die Attribute eines Caches verraten uns, wann und wie er verfügbar ist. Manche Caches tragen allerdings als Attribut ein Symbol aus einem Mond und zwei Sternen (Nachts empfohlen) oder eines Mondes über einer Dose (Nachtcache). Ein derartiger Nachtcache sollte bzw. kann nur nachts gefunden werden, teilweise weist auch der Titel des Caches („Nachtcache“ oder „NC“) bereits auf diese Eigenschaft hin.

Eine Stirnlampe und ein guter Strahler sind dabei im Grunde Pflicht, denn einerseits ist es beim Nachtcachen üblicherweise dunkel, andererseits zeichnen sich NCs gerne dadurch aus, dass an den Startkoordinaten keine Dose sondern kleine Reflektoren platziert wurden, die das in der Dunkelheit auf sie ­eintreffende Licht reflektieren. Derartige Reflektoren können unterschiedliche Farben haben (ggf. mit unterschiedlichen Bedeutungen), können geballt auftreten und einem wie auf der Runway eines Flughafens zum Ziel leuchten oder auch nur vereinzelt und schwer zu finden positioniert sein. Da man nachts mit Stirnlampe und Strahler auf dem Marktplatz einer friedlichen Gemeinde für erhebliche Aufregung sorgen könnte, sind Nachtcaches häufig im Wald platziert. Auch für einen Nachtcache sollte man sich Zeit nehmen und sollte sich bewusst sein, dass der Wald in der Dunkelheit eine eigene Welt ist, Geräusche eine ganz andere Bedeutung gewinnen und bei technisch ausgereiften Nachtcaches kann es sogar vorkommen, dass der Owner mit einigem „Schnickschnack“ die Atmosphäre noch zusätzlich verstärkt. Es könnte aber auch eine echte Wildsau sein, die Ihr gerade hört ...


Nur nachts lässt sich dieser Spur folgen

In jedem Fall gilt es auch bei Nachtcaches Vorsicht walten zu lassen, gute Leuchten und Ersatzbatterien dabei zu haben und gerne ein solches Abenteuer im Team anzugehen. Je nach Ausgestaltung des Caches (achtet auf das Attribut UV), ist auch eine spezielle Schwarzlichtlampe erforderlich, um mit UV-Stift angebrachte Markierungen oder Hinweise zu entdecken (siehe Kapitel Ausrüstung ab Seite 149). Am Ende der Suche erwartet Euch auch bei einem Nachtcache eine Dose mit Logbuch und die Möglichkeit den Fund im Logbuch wie auch elektronisch festzuhalten.


Manchmal stößt man in einem Lost Place auf ein Schwimmbad ...

Lost Places

Eine weitere Besonderheit, die sich kein eigenes Icon aber ein Attribut verdient hat. Lost Places können sich in jeder-Cacheart tarnen, als Tradis, Multis, ­ Mysteries usw. Manchmal erkennt man einen Lost Place an einem „Lost Place“ oder „LPC“/„LP“ im Cachetitel, manchmal erst durch das Listing, einen guten Tipp oder überraschend vor Ort.

Was Lost Places auszeichnet ist nicht die Cacheart, es ist der Ort: Ein vergessener Ort. Solche vergessenen Orte sind dabei nicht nur Leidenschaft von Geocachern, auch Fotografen mögen dort auf Motivsuche sein oder sogenannte „Urbexer“ („Urban Exploration“, „Entdeckungsreisende in unserer urbanen Welt“). ­Fotografen und Urbexer streunen somit ebenso fasziniert über das Gelände eines Lost Places, folgen dabei aber nicht einer durch Cachestationen geprägten Route und suchen auch keine Dose, in der sie ihre Entdeckung dokumentieren können.

Alle haben aber eines gemein: Die Faszination für besondere Orte, für ­brachliegende Gelände, leerstehende Gebäude oder Industrieanlagen. Der Ausdruck „vergessene Orte“ legt dabei schon nahe, dass man nicht davon ausgehen kann, dass die Wege dorthin frisch geteert sind, das Dach des Gebäudes neu eingedeckt und die Leiter zum Obergeschoss jüngst vom TÜV abgenommen wurde. Ein Lost Place ist immer ein Abenteuer auf eigene Gefahr und mancherorts wird es dem Eigentümer eines Geländes – so dieser unstrittig geklärt ist – bewusst sein, das der Ort regelmäßig Besucher anzieht und er wird dies tolerieren. Manchmal meint ein Absperrband oder ein Zaun aber auch genau das, wonach es aussieht: Die Aufforderung draußen zu bleiben! Dabei achten die ehrenamtlichen Reviewer zwar darauf, dass kein Cache freigeschaltet wird, der ohne entsprechende Genehmigung auf fremdem Privatgelände liegt, doch kein Reviewer hat die Chance jegliche Fläche zu überprüfen und Euer Abenteuer mag Euch bei einem Lost Place auf eigenes Risiko auf fremdes Gelände führen. Bitte berücksichtigt dies!


... und hat die Badehose nicht dabei

Ebenso wie es Lost Places gibt, die ihren Status ihrem eigenen Verfall zu verdanken haben, gibt es aber auch Owner, die weder Kosten noch Mühen scheuen, ein eigenes altes Objekt mit viel Engagement, Zeit- und auch Geldeinsatz zu einem „Lost Place-Paradies“ herzurichten, das einem Hamburg Dungeon das Wasser reichen kann.

Wie bei den vorgenannten Cachearten geht es auch bei einem Lost Place üblicherweise darum, eine einzelne Dose inklusive Logbuch zu finden, oder sich im Rahmen mehrerer Stationen den Weg zur Final-Dose zu erarbeiten.

GeoArt/Geocaching Art

Aus den vorhergehenden Kapiteln habt Ihr sicherlich schon herausgelesen, dass bei Geocaching der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind – und das gilt nicht nur für die verschiedenen Arten von Caches, für die Wahl oder Gestaltung der Dosen oder für die Geschichte, die sich der Owner um seine Dose herum ausdenkt, sondern auch was die Platzierung angeht. Es gibt kaum einen Ort, der zu unmöglich erscheint, um einen Geocache zu platzieren – zumindest so lange er den Guidelines gerecht wird und wir fremden Privatbesitz, Naturschutzgebiete oder das Rollfeld des Flughafens außen vor lassen.


Signal-GeoArt aus Mystery-Caches in Holland

Geocaching Art geht aber noch eine Stufe weiter. Meist schließt sich hierzu eine Gruppe Cacher zusammen und entwickelt einen unglaublichen Plan: Auf die Geocaching-Karte überdimensionale Motive zu zeichnen wie beispielsweise einen aus über 380 Tradis bestehenden Cowboy in Wyoming, die aus 1.000 Dosen bestehende Dampflokomotive in Idaho oder auf dem flachen Land der Niederlande ein jedem Geocacher vertrautes Antlitz aus Mystery-Fragezeichen, das von Signal the Frog. Geocacher schaffen ein „Gesamtkunstwerk“ aus unzähligen Geocaches, die aber alle einzeln lösbar und logbar sind. Niemand muss also alle 1.000 Dosen der amerikanischen Dampflok in einem „Zug“ abreisen. Aber verlockend ist es schon …

Toplisten/Empfehlungen

Nach all dieser Vielfalt kommt natürlich zwangsläufig die Frage, womit man anfangen soll, welches die besten Caches sind und welche man keinesfalls verpassen darf. Anfangen sollte man (zumindest wenn man ohne erfahrenen Mitcacher startet) sicherlich eher mit einfachen Tradis mit niedriger D-/T-Wertung, irgendwann wird zwangsläufig ein Multi oder ein Mystery dort liegen, wo Ihr gerade unterwegs seid und irgendwann werdet Ihr Euch an einen schwierigeren, aufwendigeren oder zeitintensiveren Geocache wagen – und dann ist die richtige Zeit dafür wohl gekommen.


Ein außergewöhnlicher Cache sammelt schnell Favoritenpunkte ...

Welche Dosen aber Eure Favoriten werden, das liegt letztlich an Euren Interessen. Ein befreundeter Cacher lebt für Mysteries und schreckt auch nicht davor zurück, steinalte Tatort-Folgen nochmal minutiös schauen zu müssen, um sich darauf beziehende Rätsel zu lösen. Einem anderen Freund kann die Dose nicht hoch genug hängen und er lebt auf, sobald er sein „Klettergeraffel“ auspacken kann. Ich selbst mache am liebsten Tradis, noch lieber wenn es in einem Land ist, das bisher noch nicht blassgrün in meiner Statistik aufleuchtet – es sei denn es berichtet jemand von einem tollen Lost Place. Dann ist mir Tradi, Multi, Mystery gleich, der Ort ist das Ziel!

Ein guter Richtwert für besondere Caches können aber die Favoritenpunkte sein. Die Statistiken hierzu sind sicherlich vergänglich, manch neuer Star am „Dosenhimmel“ mag in die Toplisten aufsteigen, manch Owner des Wartungsaufwands der Besucherflut nicht mehr Herr werden und seinen Cache ins Archiv senden. Und manch außerordentliche Caches mögen so abgelegen platziert sein oder so schwer zu finden, dass sie leider nicht die Favoritenpunkte einheimsen, die sie verdienen. Für Premium-Mitglieder gibt es über die Webseite die Auswahl „Lieblingscaches“, die sich an Favoritenpunkten in Deiner Region orientiert. Darüber hinaus findet Ihr hinter diesem QR-Code Dosen für den erfahreneren Geocacher, die allesamt einen Besuch wert sind (Login und Premium-Mitgliedschaft erforderlich) ...



Tradi/Traditional/Traditioneller Geocache
Multi-Geocache


Ein Multi-Geocache, auch Multi genannt, kann nicht auf dem direkten Weg gefunden werden. Dieser Typ eines ­Geocaches besteht immer aus mindestens zwei Stationen: Dem Startpunkt und dem Finale. Wenn Ihr am Startpunkt angekommen seid, dann werdet Ihr dort weitere Hinweise finden, die Euch verraten, wie Ihr Schritt für Schritt zum Finale und damit auch zum Logbuch gelangt. Zwischen dem Start und dem Finale liegen oft weitere Stationen, an denen Ihr Euch neuen Herausforderungen stellen müsst, um Euren Weg zum Logbuch fortsetzen zu können. Sollte ein Multi­-Geocache nur in der Nacht machbar sein, dann ­handelt es sich um einen sogenannten Nachtcache oder abgekürzt „NC“. Ein Nachtcache wird von vielen ­Geocachern als etwas Besonderes angesehen, denn nachts mit einer Taschenlampe durch den Wald zu wandern, erhöht das Gefühl von Abenteuer. Bei einem Nachtcache wird Euch oftmals die genaue Wegführung durch eine sogenannte Reflektorstrecke optisch dargestellt. Reflektoren weisen eine Licht reflektierende Oberfläche auf und werfen den Schein Eurer Taschenlampe zurück. Geocachingprofi-Tipp: Sollten sich die Reflektoren jedoch bewegen, dann könnte es sich auch um die Augen eines Tieres handeln. Seid draußen im dunklen Wald also immer schön vorsichtig. Egal ob Ihr Euch für die Tag- oder Nachtvariante entscheidet, ein Multi-­Geocache ist immer ein Erlebnis und kann Euch für mehrere Stunden in seinen Bann ziehen. Also Ausdauer einpacken - oder Verpflegung ;-)


Mystery/Unknown/Rätsel-Cache


EarthCache


Letterbox-Hybrid-Geocache
„Letterboxing“ könnte man als eine Uroma des ­heutigen Geocaching bezeichnen. Bereits 1854 versteckte der Wander­führer James Perrott im britischen Dartmoor eine Visiten­karte. Er ermutigte andere Wanderer dazu mit einer Karte seine versteckte Visitenkarte zu finden und Ihre eigene vor Ort abzulegen. Kommt Euch das bekannt vor? Letterbox-Hybrid-Geocaches, oder auch nur Letterboxes genannt, haben diese Idee einer Schnitzeljagd übernommen. Dabei folgt man üblicherweise vom Startpunkt aus statt dem GPS einer mit Hinweisen oder Bildern dargestellten Wegbeschreibung bis zur Finaldose. Teilweise gibt es aber auch Letterbox-Dosen, die unmittelbar an den „Startkoordinaten“ zu finden sind. Eine Letterbox beinhaltet neben einem Logbuch auch einen Stempel. Wenn Ihr ein eigenes Stempelbuch besitzt, könnt Ihr dieses abstempeln. Wenn Ihr bereits über einen eigenen Logstempel verfügt, könnt Ihr mit Eurem Stempel das in der Dose liegende Logbuch „signieren“. Es reicht aber auch aus, wenn Ihr Euren Cachernamen in das Logbuch eintragt. Beachtet bitte, dass der Stempel kein Tauschgegenstand ist und in der Dose verbleibt.


Wherigo


Virtueller Geocache


Webcam-Geocache
Hier ist der Name Programm und es muss keine Plastikdose gesucht und gefunden werden. Um diesen Geocachetyp loggen zu dürfen, begebt Euch an die genannten Koordinaten und greift mittels Smartphone auf eine Webcam zu. Wenn Ihr im Bild erscheint, speichert das Bild ab und ladet es gemeinsam mit Eurem Log auf Geocaching.com hoch. Das Listing enthält nicht nur den Link zur Webcam, sondern kann Euch auch dazu auffordern, eine gewisse Aufgabe - wie z.B. „Trage auf dem Bild eine rote Mütze“ - zu erfüllen. Bei Webcam-Caches handelt es sich um eine bestandsgeschützte Art, die weiterhin logbar ist, wovon aber keine neuen auf Geocaching.com freigeschaltet werden.


Adventure Lab Caches / Experimenteller Geocache
Die Adventure Caches sind erfreulicherweise seit Anfang 2019 ihrem Lab(or)-Status entwachsen. Inzwischen gibt es eine eigene kostenlose App für Lab Caches, sie sind nicht mehr nur temporär an besondere Veranstaltungen wie Mega- und Giga-Events gekoppelt und dank Geofencing könnt Ihr die genaue Aufgabenstellung erst sehen und die Lösung erst eingeben, wenn Ihr in einem gewissen Umkreis um die Koordinaten seid. Seid Ihr da noch nicht, so wird Euch oberhalb der Cachebeschreibung ein kleines Schloss mit dem Hinweis „Komm näher“ angezeigt bis Ihr in Reichweite gelangt.Lab Caches haben keine Dose, die es für Euch zu finden gilt, sondern Lab Caches sind in der Regel in Serien angelegt, die sich mit einem bestimmten Thema auf eine Stadt oder Region verteilen. In dieser Region ist es Eure Aufgabe, die jeweiligen Orte zu erkunden und ein Lösungswort oder einen Lösungswert zu finden. Sobald Ihr diesen in der App eingebt, wird Euch eine entsprechende Bestätigung angezeigt und der Fund gewertet. Eventuell erhaltet Ihr mit der Bestätigung einen weiteren Hinweis oder Wert, der für einen „realen“ Bonus-Cache relevant ist. Da Labs nicht mit der Abstandsregel kollidieren und keine Dose haben, bereichern sie gerade Orte mit muggeligen Sehenswürdigkeiten besonders gut.


Graue Icons weisen hier darauf hin, dass Ihr derartige Geocaches zwar vereinzelt noch finden könnt aber keine neuen dieses Typs mehr veröffentlicht werden ...


Geocaching-Hauptquartier-Geocache
Dieser Geocache ist einmalig, es gibt ihn nur an einem einzigen Ort auf dieser Welt: Im Geocaching Hauptquartier in Seattle, USA. Hier sitzen all die Leute, die täglich dafür sorgen, dass Ihr das wohl schönste Hobby der Welt in vollen Zügen genießen könnt. Wenn Ihr Euch im Logbuch von GCK25B verewigen möchtet, dann beachtet bitte die Besuchszeiten (Drop-in Hours) im Listing. Unter www.geocachinghq.com könnt Ihr Euch über die verschiedenen Möglichkeiten eines Besuches informieren. Vielleicht erwartet Euch vor Ort ja Genevieve, die Euch auf Seite 62 dieses Buches schon mal in Empfang nimmt...


Projekt-A.P.E.-Geocache


Locationless- / Reverse-Geocache
Bei diesem Geocachetypen handelte es sich um einen ortsunabhängigen Geocache, welcher auch „Rückwärtscache“ genannt wurde. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Ein ortsunabhängiger Geocache. Statt nach einem Geocachingcontainer suchte man bei Locationless-/Reverse-Geocaches nach einem bestimmten Objekt.Wurde das besagte Objekt gefunden, so loggte man lediglich die Koordinaten. Diese Geocacheart kann eigentlich nicht mehr auf Geocaching.com geloggt werden, auch werden keine neuen Rückwärtscaches veröffentlicht. Anlässlich des 20. Geburtstag von Geocaching wurde jedoch ein neuer Locationless-/Reverse-Geocache vom Geocaching HQ veröffentlicht: Find Signal the Frog – GC8FR0G. Um diesen Locationless-/Reverse-Geocache als Fund verbuchen zu können müsst ihr keine Koordinaten loggen. Macht ein Foto von Euch mit Signal the Frog oder mit dem ­offiziellen Signal the Frog Banner und schon dürft Ihr diesen besonderen Geocache loggen. Erläuterungen zu den verschiedenen Arten von Event-Caches findet Ihr im entsprechenden Kapitel ab Seite 55.


Eine Tardis im Garten findet man wohl nur bei einem Geocacher (GC7XJX4)

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Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
22 aralık 2023
Hacim:
311 s. 152 illüstrasyon
ISBN:
9783968551067
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