Kitabı oku: «Die Regulus-Botschaften»

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Bettina Büx

Die REGULUS-Botschaften

Band III

Copyright

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eBook

(1. Auflage Printversion Juni 2018)

Erstauflage: © EchnAton Verlag Diana Schulz e.K.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf –

auch teilweise – nur mit Genehmigung des

Verlages wiedergegeben werden.

Gesamtherstellung: Diana Schulz

Coverfoto: dreamstime©Vitaliy Smolygin

Lektorat: Angelika Funk

ISBN (Printversion): 978-3-937883-97-7

ISBN (E-Book): 978-3-96442-003-9

www.echnaton-verlag.de

Mit einem herzlichen Dankeschön widme ich dieses Buch meiner Schwester Andrea, die mich ein Leben lang begleitet und geprägt hat.

Ihre beharrliche und unermüdliche Infragestellung meiner Person ist mir gleichermaßen stetiger Ansporn und tiefe Bestätigung meiner Arbeit.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Teil

Wenn der Himmel sich auftut

»Wer spricht denn eigentlich hier?«

Channeling gestern und heute

2. Teil

Die Frage der Identität

Der Mauerfall

Wie es hinter dem Horizont weitergeht

Quo vadis?

Die Reise ins Ungewisse

3. Teil

Die Frage der Autorität

Die Machtübernahme

Die Etablierung der Herrschaft

Die Inanspruchnahme der Autorität

Das Stellen der Vertrauensfrage

4. Teil

Die Frage der Verantwortung

Die Potenzierung der Schöpferkraft

Die Verwirklichung der neuen Möglichkeiten

Der Segen des Universums

Die Neuorientierung

5. Teil

Die Verlagerung der Werte

Selbstvertrauen und Mut

Neugier und Sicherheit

Leidenschaft und Hingabe

Liebe und Freundschaft

6. Teil

Die Aufwertung der Liebe

Die Aufwertung der Sanftmut

Die Aufwertung der Geduld

Die Aufwertung des Verständnisses

Die Aufwertung der Güte

7. Teil

Die Bedeutung der Stimmigkeit von Ort und Zeit

Die Bedeutung der inneren Synchronizität

Die Bedeutung der räumlichen Stimmigkeit

8. Teil

Die Aussöhnung mit dem Selbst

Die Aussöhnung mit dem eigenen Sosein

Die Aussöhnung mit der individuellen Wahrnehmung

Die Aussöhnung mit der Unklarheit um sich selbst

Die Aussöhnung mit der inneren Vielschichtigkeit

9. Teil

Die Frage der geistigen Wirklichkeit

Die Ausdünnung der Materie

Die Lockerung der Grenzbestimmungen zwischen den Dimensionen

Die Annäherung an das Höhere Selbst

Das Bewusstsein der Einheit irdischer Ausdrucksvielfalt

10. Teil

Anleitung zum Glücklichsein

Fürchte Dich nicht!

Sei frohen Mutes!

Bleibe neugierig!

Sei offen für neue Sichtweisen!

Definiere Dein Glück!

Lass es gut sein!

Lebe, was Du lehren willst!

Gib Dich selbst niemals auf!

Bereue nichts!

Probiere Dich selbst aus!

Verabschiede Dich von der Opferrolle!

Diszipliniere Dich selbst!

Vertraue Dir selbst!

Öffne Deine Augen!

Nutze Deine Chancen!

11. Teil

Die 7 Attribute der Intelligenz

Rasche Auffassungsgabe

Die Fähigkeit, eine Gesamtsituation blitzschnell zu erfassen

Die Fähigkeit zur Analyse

Der ausgeprägte Sinn für Details

Die Fähigkeit zur Synthese

Die Kunst des Zuhörens

Emotionaler Tiefgang

12. Teil

Die Meisterschaft der Liebe

Die Kunst der Vergebung

Die Kunst der Demut

Die Kunst der Dankbarkeit

Nachwort

Über die Autorin

Liebe ist ...

... Gott und Gott ist Liebe. Liebe ist gänzlich offenbar und dennoch gänzlich Geheimnis.

Liebe ist der Stoff, aus dem alles gemacht ist, was jemals nach ihr fragen kann, und gleichwohl das größtmögliche aller Mysterien. Sie genügt sich selbst vollkommen und ist dennoch in ewiger Ausdehnung begriffen.

Liebe ist nicht teilbar. Sie gibt sich ganz und gar hinweg und bleibt indes ganz und gar bei sich selbst.

Liebe ist wahrhaft wunderbar, denn sie ist selbst das Wunder. Sie ist die unendliche Faszination des Göttlichen von sich selbst. Sie ist der Kniefall des Schöpfers vor seinem eigenen Spiegelbild. Sie ist die ewige und einzige Antwort Gottes auf seine Frage nach sich selbst. Sie ist die Wahr-nehmung von Vollkommenheit.

Liebe ist die heilige Selbstwahrnehmung Gottes.

Regulus

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser, im Zuge meiner gemeinsamen Arbeit mit der geistigen Welt, von der Sie nunmehr die dritten Botschaften in Händen halten, prägte Regulus den Begriff der ›philosophischen Spiritualität in pädagogischer Sprache (p.S.p.S.)‹. Die Reihenfolge der Themen und Kapitel ist nicht zufällig gewählt, die Dinge bauen aufeinander auf und ergänzen sich. Die Wahl der Worte, der Ausdrucks- und Schreibweise wurde ebenfalls nicht willkürlich getroffen.

Wie es in Band II Um Gottes willen und um deinetwegen ausschließlich um die Angstthematik geht, so liegt der Schwerpunkt in diesem Werk auf unser aller Weg hin zur Erleuchtung und zum Lichte Gottes. Viel Spannendes wird es hier zu entdecken und zu erkunden geben. Regulus ist ja bekanntlich immer für eine Überraschung gut und so freuen wir uns denn gemeinsam auf die hier folgenden Einblicke, die ich in tiefer Dankbarkeit und nicht ohne Stolz entgegennehmen und weitergeben darf.

Die wunderbare Wirkung der Botschaften wird ihr Ziel nicht verfehlen, wie auch Liebe ihr Ziel niemals verfehlt, und so wünsche ich Ihnen, lieber Leser, liebe Leserin, spannende Kurzweil, tiefe Einsichten und viel Freude bei Ihrer Lektüre, für die ich Ihnen an dieser Stelle von Herzen danken will.

Ihre Bettina Büx

1. Teil

»Wer spricht denn eigentlich hier?«

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, wir sind die Gruppe um Regulus. Mit euresgleichen sind wir verwandt und eins im Geiste. Wir ehren Eure Bemühungen, uns zu folgen und den Weg ins Licht zu gehen.

Menschen leben und bewegen die Dinge und Geschehnisse aus dem Inneren heraus. Die einzig wirkliche, geistige Dimension des Seins wird mehr und mehr erkannt und bewusst erfahren und erschaffen. Wir verweigern niemals Heilung und Hilfe, die nur aus dem Bewusstsein der reinen Liebe entstehen kann. So wird Euch sehr viel Neues bewusst werden, das Euch doch gleichermaßen sehr bekannt und vertraut erscheinen wird.

Wir bewegen die Dinge nur am Rande mit Euch, Ihr seid diejenigen, die Eurer Welt neuen Inhalt und Form verleihen. Wir wollen Euch begleiten auf Eurem Weg des Aufstiegs hin zum Lichte der Erleuchtung. Wir verweigern niemals Heilung, weil sie sich aus dem Urgrund Eures eigenen Seins von selbst ergibt sobald Ihr Euch dazu entscheidet, Euer Licht der Liebe und somit Eure göttliche Natur anzuerkennen und wirken zu lassen.

Wir ehren Euren Weg der Erkenntnis, denn in vielen Inkarnationen habt Ihr unsäglich gelitten. Nun seid Ihr bereit, einen neuen, einen freud- und liebevollen Weg zu beschreiten. Wir alle teilen Eure Freude und Euer Glück, denn was Ihr für Euch selbst erreicht, das ist für alle und jeden getan.

Viele beschreiten diesen neuen Weg der Erkenntnis alles Seienden. Wir Wegbegleiter sind Euch unvorstellbar nahe im Geiste der immerwährenden Liebe, die Euch sanft und friedvoll ins Licht trägt, denn Ihr seid wahrlich bereit für diesen Schritt, der alles verändern und doch gleichermaßen alles ›beim Alten‹ belassen wird, denn das Göttliche in Euch ist ewig vollkommen und somit unveränderlich.

Wir ehren Euren Weg mit zusätzlichen Impulsen, denn niemand, der auf dem Weg zurück zu Gott ist, muss diesen Weg alleine gehen. Ihr seid behütet und beschützt und mit neuen Informationen stehen wir Euch gerne hilfreich zur Seite. Ihr seid unendlich geliebt.

Regulus

»Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.«

Dietrich Bonhoeffer

Channeling gestern und heute

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, Channeling ist mehr denn je Koproduktion. Jetzt, in der Morgendämmerung Eures Erwachens, werden Arten und Vorgehensweisen der Zusammenarbeit zwischen der materiellen und der geistigen Welt möglich, wie sie noch vor gar nicht allzu langer Zeit so vollkommen undenkbar und auch kaum durchführbar gewesen wären. Die Schleier zwischen dem Verdichteten und dem Ätherischen werden zunehmend dünner und transparenter und so stehen auch der Kommunikation zwischen den Welten, die doch nur eine Welt ist, völlig neue Möglichkeiten und Gesetzmäßigkeiten offen.

Es ist uns eine große Freude und auch eine besondere Ehre, in der Weise mit Euch zusammenzuarbeiten, die in solch unmittelbarer Form bisher zu keiner anderen Zeit möglich war. Menschen, die channeln, sind ‒ und wir reden jetzt ganz allgemein – weit mehr zur Arbeit angehalten, als dies in früheren Zeiten der Fall war.

Das Medium, wie Ihr zu sagen pflegt, ist längst nicht mehr ›nur‹ der Kanal für die Mitteilungen der geistigen Welt, sondern gleichwertiger Partner und Mitarbeiter an einem gemeinsamen Projekt und einen im Vorfeld klar definierten Auftrag. Auf unbewusster Ebene weiß jedes Medium, worauf es sich einlässt. Channeling ist Auftragsarbeit unter Einbringung von weit mehr als nur der Bereitstellung einer übertragungsfähigen Physis. Mehr denn je impliziert diese Form der Arbeit das Übernehmen von Verantwortung.

In unserem Fall ist unser ›Kanal‹ der vollwertige ›vierte Mann‹ im Bunde. (Anm. der Verfasserin: Der ›Mann‹ sei ihm verziehen). Sie ist das ›Bodenpersonal‹, das an der naturgemäß prekären Schnittstelle sitzt, an der das Geistige das Irdische berührt. Wie es die aktuelle Energie verlangt und ermöglicht, ist sie zu weit mehr angehalten, als uns möglichst authentisch und unverfälscht zu übermitteln.

Ihre ausdrückliche Aufgabe ist auch ein Experiment, und zwar das Ausloten neuer Möglichkeiten, das Euch allen zugute kommt. Sie hat diesen Auftrag trotz enormen Kraftaufwandes mit großem Engagement und mit Freude übernommen und dies, obwohl ihr gerade wegen der eben erwähnten neuen Verantwortlichkeit mitunter recht mulmig zumute war. Ausgeprägtes Selbstwertgefühl ist ihr nicht in die Wiege gelegt, umso größer ist die Ehre, die dieser mutigen Haltung gebührt.

Die neue Verantwortlichkeit ergibt sich aus der allgemeingültigen Tatsache, dass es nunmehr möglich und angemessen ist, dass der Mensch wesentlich größeren Einfluss auf die Kommunikation nimmt, als dies früher der Fall war. Die aktuelle Zeitqualität bietet die Chancen für einen Wechsel hinein in eine Energiequalität, die den Menschen seiner Göttlichkeit näherbringt. Diese Annäherung an die eigene göttliche Identität muss sich in besonderem Maße in jeglicher spirituellen Arbeit niederschlagen, ansonsten wären alle Worte nur leeres Gerede und abstrakte Lippenbekenntnisse. Was nicht praktisch ist, ist gar nicht.

Unsere gleichwertige Partnerin wird als eine vollwertige Arbeitskollegin in einem Team verstanden, in dem es nunmehr keine Hierarchie mehr gibt. Ihre Arbeit, wie die aller Medien, beschränkt sich unmöglich weiterhin auf ein ›Bitte-zum-Diktat‹. In diesem Verständnis ist die menschliche Persönlichkeit nicht mehr das mit Makeln behaftete, störende Element bei der Kommunikation mit geistigen Dimensionen, sondern im Gegenteil das heilige, Ehrfurcht gebietende Werkzeug, das in sehr direkter, praktischer und aktiver Weise die Brücke zwischen den Welten schafft.

Die geistige Welt ›erbarmt‹ sich des Menschen nicht, obwohl er Mensch ist, sondern gebietet ihm die Ehre, weil er es ist. Wir sind hier, Euch zu dienen, denn Ihr seid die Götter, die sich in Menschenhaut kleiden, zum Wohle und zum Segen aller.

Für unsere gemeinsame Arbeit bedeutet dies, dass unser Medium Mensch ist, um zu wissen, was es heißt, Mensch zu sein. Und weiß Gott, sie weiß es! Ihre Menschlichkeit, in vielen Leben zielgerichtet geschult, hat nicht nur das Recht, sondern vielmehr die Pflicht und Last des Mitspracherechts und der Entscheidungsgewalt. Die Macht der Dinge liegt immer auch maßgeblich in der Art und Weise, wie sie getan werden, und so ist sie auch hier, Euch in der Art, wie sie Ihre Arbeit tut, zu lehren, dass Ihr mehr seid als ein Wurm im Staube, denn was jemand für sich selbst erkennt, das ist für alle erkannt.

Ihre praktische Arbeit mit uns hat viele Facetten. Erst einmal muss sie sich selbst zurücknehmen und zuhören. Für einen Menschen wie sie, der lieber redet als zuhört, bedeutet dies einen nicht zu unterschätzenden Energieaufwand an Willenskraft, Konzentration und Selbstüberwindung. (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt und leider nur allzu wahr).

Des Weiteren muss sie nonverbal übermittelte Bewusstseinsinhalte in Sprache übersetzen. Es ist eine ihrer ganz besonderen Stärken, mitunter recht komplexe Informationsbündelungen blitzschnell in ihrer Gesamtheit zu erfassen und sehr exakt in menschlich-sprachliche Begrifflichkeiten zu übertragen, ohne dass es dabei zu inhaltlichen oder emotionalen Transferverlusten oder Verzerrungen kommt.

Außerdem muss sie in der Lage sein, das simultan Durchgegebene zu ›zerpflücken‹, um es in eine lineare Anordnung zu bringen, die sinnvoll und logisch nachvollziehbar ist. Der wohl neueste Aspekt in der gemeinsamen Channelingarbeit ist jedoch der, dass ihr die nicht zu unterschätzende Aufgabe zukommt, die Übermittlungen auf ›Menschentauglichkeit‹ zu prüfen: Das ist wahrhaft menschlich-geistige Koproduktion, wie sie in diesen Zeiten üblich sein wird.

Ihr entscheidet, was Euch gegeben wird und was nicht, denn Ihr seid mehr und mehr zur Selbstverwaltung bevollmächtigt. Unsere Mittlerin kann, darf und soll die Inhalte zur Diskussion stellen, ja mitunter sogar verwerfen. Das tut sie allerdings nur sehr ungern und wenn, dann erst nachdem sie zigfach alle Möglichkeiten überprüft hat, die Dinge vielleicht doch noch machbar darzustellen. Dies gilt jedoch nicht, wenn ich für ihren Geschmack allzu pathetisch werde, denn das mag sie nicht. Sie sagt, die Menschen lieben sich selbst noch nicht genug, als dass so viel Pathos um ihre Person nicht unglaubwürdig erscheinen würde. Wir sind hier, um genau dies zu ändern.

Viel ist bereits getan und ungleich mehr bleibt noch zu tun, denn grenzenlos geehrt ist jeder Mensch für seinen Einstieg in die Materie, auch und gerade in diesen besonderen Zeiten des Wandels und der Umwälzungen (und ich höre im Hintergrund mein Medium sagen: »Regulus, werd jetzt bloß nicht pathetisch!«)

»Die Herrlichkeit der Welt

ist immer adäquat der Herrlichkeit

des Geistes, der sie betrachtet.«

Heinrich Heine

2. Teil

Der Mauerfall

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, viel ist über die aktuelle Zeit schon gesagt worden und ungleich mehr wird in Zukunft noch gesagt werden.

Viel Verwirrung und Unsicherheit sind gestiftet, eine allgemeine Unruhe macht sich allenthalben breit, wie sie mittlerweile nicht mehr nur im spirituellen Milieu spürbar ist. Die Wellen der Emotionen schlagen hoch, denn niemand weiß so recht, woran er ist und woran er sich in diesen chaotischen Zeiten des allgemeinen Durcheinanders halten soll.

Sehr viel Widersprüchliches, Beängstigendes, Irreführendes und nicht zuletzt völlig Nutzloses und Unwichtiges wird Euch allerorten angeboten und viele sind nur allzu bereit, sich den Verführungen und Ablenkungsmanövern des Irrtums hinzugeben.

Gerade in Zeiten des Umbruchs und der unvermeidbaren vorübergehenden Orientierungslosigkeit gilt mehr denn je, die Spreu vom Weizen zu trennen und die Angebote mit Umsicht und Weisheit zu prüfen. Der Mensch ist jedoch nur allzu gerne bereit, ausgerechnet und ganz besonders demjenigen Glauben zu schenken, der ihn in Angst und Schrecken versetzen will, denn der Mensch weiß nicht, wer und was er ist.

Nichts und niemand wäre in der Lage und hätte die Macht, Euch in Besorgnis und Zerknirschung zu stürzen, wenn Ihr Euch Eurer wirklichen Identität bewusst wäret. Wahrlich Großes zu tun und zu erfahren, habt Ihr Euch entschieden und Ihr solltet diese Zeiten und darin Euch selbst feiern, anstatt sie zu fürchten und den Veränderungen zu misstrauen. Doch dazu an späterer Stelle mehr.

Wenn wir in unseren Erläuterungen – übrigens sehr zur Verwunderung und zum Unbehagen unseres Mediums – die Art und Vorgehensweise unserer Zusammenarbeit mit ihrer menschlichen Persönlichkeit beschreiben und erklären, dann deshalb, weil diese Form des Kontaktes und der Kommunikation zwischen den Dimensionen für die Qualität dieser Zeit bezeichnend ist und in direkter und praktischer Weise sehr viel über sie aussagt.

Es geht uns in unseren Aussagen um weitaus mehr als um die bloße Befriedigung einer menschlichen Neugier, so nachvollziehbar und angemessen sie auch sein mag. Es geht uns vielmehr darum, dass Ihr erkennen möget, welche Möglichkeiten und Kräfte Euch zur Verfügung gestellt sind. In der jetzigen Schwingung verfügt Ihr über Potenziale und damit über Hilfen, wie sie Euch in dieser Form und Art erstmals zu Gebote stehen. Ihr dürft Euch freuen und zuversichtlich nach vorne blicken, denn Gott selbst hat sich in allem und jedem für diesen Weg entschieden und niemand ist hier, der ihn nicht will, in welcher Weise er ihn zu erfahren auch immer entschieden haben mag.

Kein Mensch geht auf Erden, der sich nicht die Frage stellte nach dem Wer-bin-ich. Diese Frage versucht der Mensch im Allgemeinen zu klären, indem er mit Autoritäten ›spielt‹ und experimentiert. Dies tut der Mensch naturgemäß vor allem mit seiner eigenen. »Was kann ich, was darf ich, was muss ich, was will ich, was geht und was geht nicht?« Der Mensch lotet und testet Grenzen aus und im Grunde und in Wahrheit ist das ganze Menschenleben nichts anderes als eine Abfolge ständiger Grenzerforschungen. Grenzen erforschen ist Grenzen erfahren, erdulden, erleiden. Vor allem aber – und hier kommt ein neues Element hinzu, das unser besonderes Augenmerk verdient – vor allem bedeutet Menschenleben, Grenzen zu verschieben.

Nun, in gewisser Weise war das natürlich schon immer so. Der Mensch ist und wird auch durch sein unermüdliches Streben nach Erleuchtung nicht mehr, als er vorher war. Wie könnte er? Was integraler Teil ist von Alles-was-Ist kann nur so vollkommen sein wie Er selbst. Nichts kannst Du jemals sein, was Du nicht jetzt schon wärst und dennoch werden sich Dir die Dinge auf Deinem Weg zum Lichte Gottes in vielerlei Hinsicht anders darstellen, als dies bis dato der Fall war.

Es ist von fundamentaler Bedeutung und will als eine zentrale Kernaussage dieser Botschaften verstanden sein, dass Du niemals in irgendeiner Hinsicht mehr sein kannst, als Du jetzt bist. Das Göttliche ist morgen nicht ›göttlicher‹ als heute, denn dann wäre es heute nicht göttlich. Göttlichkeit ist maximal, sie ist der einzig wirkliche und letztgültige Superlativ. Die Veränderung der Dinge findet einzig und allein auf der Ebene Deiner Wahrnehmung dieser Dinge statt und nicht in ihrer Substanz als solche.

Wenn wir von den ›Dingen‹ sprechen, dann meinen wir vornehmlich Dich selbst, denn wie wir in Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille gesehen haben, steht und fällt Deine Wahrnehmung von allem und jedem mit Deiner Selbstwahrnehmung. Daran ändert sich jetzt und ewig nichts, so wie es bei aller Wahrheit der Fall ist. Das Verschieben der Grenzen kann im Grunde und in Wahrheit immer nur die Verschiebung einer Illusion von Grenze sein, denn jede Grenzwahrnehmung muss Illusion sein und kann schlussendlich nur als solche verstanden werden. Dennoch geht jeder Grenzverschiebung immer ein Fortschritt voraus, der in seiner Tragweite und Bedeutung gar nicht überschätzt werden kann. Die vielbeschworene sogenannte Erleuchtung ist nichts anderes als eine Grenzverschiebung: die Verschiebung Deiner individuellen Grenze der Selbstwahrnehmung unter irdisch-materiellen Bedingungen.

Wahrhaft groß und geehrt seid Ihr alle, die Ihr dies anstrebt und zu verwirklichen sucht. Diese Verschiebung der Grenzen in der eigenen Selbstwahrnehmung wird Wirkungen und Veränderungen zur Folge haben, die Ihr Euch derzeit noch kaum vorstellen könnt. Was jenseits einer Grenze liegt, ist eben erst dann vorstellbar und wahrnehmbar, wenn und nachdem die Grenze verschoben ist. Dies macht es so schwierig, sinnvolle Aussagen für Euch zu machen. Andererseits ist dieses die Vorstellung Übersteigende genau das, was Angst auslöst, denn der Mensch fürchtet naturgemäß das, was er nicht kennt. Aber was ist denn nun diese besagte Grenzverschiebung? Was kennzeichnet sie?

Eine Grenzverschiebung in Deiner Selbstwahrnehmung bedeutet nichts weniger, als dass Du mehr von Dir selbst zu erkennen in der Lage bist. Die bruchstück- und lückenhafte Wahrnehmung Deiner selbst wird um zusätzliche Aspekte erweitert und somit in diesen Teilen geheilt. Wahrhaft Wundervolles wird Dir widerfahren, denn Gott selbst gibt sich selbst einen ›Teil‹ seiner selbst zurück. Bildlich gesprochen ist es vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem Standard- und einem Weitwinkelobjektiv. Du bist nun in der Lage, mehr von dem zu sehen, was schon immer da war. Das Weitwinkelobjektiv erschafft die Dinge nicht erst, aber es ermöglicht ihre Wahrnehmung in größerem Rahmen, in breiterem Spektrum, sodass der Gesamteindruck ein vollkommen neuer, anderer wird. Selbst das Bekannte, bereits Gesehene wird nunmehr völlig anders wahrgenommen und neu definiert, weil es in einen anderen Gesamtzusammenhang gestellt wird. Somit verändert sich scheinbar alles.

Wahrhaft abenteuerliche Zeiten kommen auf Dich zu und Du bist hier, weil Du es kaum erwarten kannst, diesem größten aller möglichen Abenteuer, der Entdeckung Deines Selbst durch die Erweiterung Deiner Selbstwahrnehmung, in dieser Weise entgegenzustreben. Seit langer Zeit fieberst Du den Erkenntnissen, die nunmehr vor Dir liegen, mit Ungeduld entgegen.

»Der Mensch ist nicht eher glücklich,

als bis sein unbedingtes Streben sich

selbst seine Begrenzung bestimmt.«

Johann Wolfgang von Goethe

Wie es hinter dem Horizont weitergeht

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, die innere Grenzverschiebung, von der die Rede ist, ist der Knotenpunkt aller denkbaren Veränderungen, die auf der Erde individuell wie kollektiv möglich sind.

Die Menschen waren immer schon fasziniert und regelrecht hypnotisiert von Prophezeiungen bevorstehender Veränderungen im Außen. So verständlich und nachvollziehbar dies auch ist, denn Ihr lebt in der Materie, um in der Materie zu leben (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt), so sind sie Euch doch auch Ablenkung von den wirklich interessanten Bewegungen.

Die Materie folgt lediglich dem Geist, das Außen folgt dem Innen. Die wirkliche Bewegung, die Ursachensetzung, findet immer im Innen statt, im Geiste, und die Welt folgt seinem Befehl, wie die Materie immer und ausnahmslos gehorcht, wenn der Geist befiehlt. Es ist und bleibt allzeit unmöglich, dass äußere Mauern einstürzen, ohne dass zuvor innere eingerissen worden wären. Jede Entwicklung, jede Veränderung gehorcht und folgt gewissen Voraussetzungen und Gesetzmäßigkeiten, die gegeben sein müssen, damit diese Entwicklungen eintreten und manifest werden können.

Die erste dieser Voraussetzungen ist die, dass diese jeweilige Entwicklung für möglich gehalten wird. Was Du nicht für möglich hältst, das kann es auch nicht sein. Wie wir wissen, kann die göttliche Schöpferkraft nicht gegen sich selbst erschaffen, nicht gegen ihren eigenen Willen, und wie wir wissen, ist der freie Wille ewig unantastbar, weil Deine göttliche Identität es ist.

Das menschliche Potenzial für Veränderung steht erst ganz am Anfang seiner Möglichkeiten, denn nichts weniger als die Unendlichkeit göttlicher Grenzenlosigkeit, die auch die Deine ist, bleibt hinter dem inneren Horizont zu entdecken. Nun, eine Grenzverschiebung für möglich zu halten, bedeutet im Grunde und in Wahrheit nichts anderes, als das Infragestellen der Grenze. Was der Mensch aber infrage stellt, das ist bereits nicht mehr, denn durch die Frage ist die Gültigkeit des Konzeptes in Zweifel gezogen. Wenn eine Grenze infrage gestellt wird, ist ihr Ende bereits besiegelt.

Erleuchtung, denn darum geht es hier, ist nur deshalb möglich, weil Du es gewagt hast, die Grenzen der allgemeingültig anerkannten menschlichen Identitätsvorstellung anzuzweifeln. Die ›kritische Masse‹ derer wurde erreicht, die zu erkennen bereit sind, dass sie mehr sind als ›nur‹ Menschen. An dieser Stelle sei nicht etwa dasjenige gemeint, das wir in dieser Begrifflichkeit erkennen und wahrnehmen, sondern wohlgemerkt das Bild des Menschen vom Menschen, Dein Bild von Dir selbst. Die sogenannte Dimensionenhürde, die vormals unüberwindlich schien, ist es nur so lange, bis ihre Überwindung möglich erscheint und schließlich zur Selbstverständlichkeit wird.

Es liegt in der Natur des Menschen, all das irgendwann auch zu wollen, was er für möglich hält und somit für machbar. So sehr die Welt dieses menschliche Prinzip, das im Grunde und in Wahrheit ein göttliches ist, auch missbraucht und somit oftmals den Segen zum Fluch macht, so sehr ist es doch auch Antriebsfeder für Voranschreiten und Evolution. Der fehlende Gesamtüberblick versperrt Dir nur allzu oft die Sicht auf den langfristigen Nutzen und den übergeordneten Sinn Deines Soseins.

Das Infragestellen des Offensichtlichen, das Sich-nicht-Begnügen mit dem Vorhandenen ist also die erste Voraussetzung für eine innere Grenzverschiebung und diese Bedingung ist erfüllt. So sehr Du auch hin- und hergerissen bist, so sehr Du auch verunsichert bist und über Dich selbst im Unklaren, so sehr Du Dich auch nicht mit den bisherigen Antworten begnügen kannst und so sehr Du nicht weißt, wer und was Du bist, so sehr weißt Du doch, dass Du mehr bist, als Du weißt. Du hast erkannt: Ich bin mehr! Das genügt, denn Du hast gerufen und wo Gottes Kind ruft, da antwortet Er¹ unfehlbar.

»Jeder sieht die Grenzen seines

Gesichtsfeldes als die Grenzen der Welt an.«

Arthur Schopenhauer

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¹Entgegen der Rechtschreibreform wird auf die Großschreibung der direkten Anrede zurückgegriffen. Dies ist ebenso der Fall bei allen Anreden, die sich unmittelbar auf Gott beziehen.

Quo vadis?

Oder:

Die Reise ins Ungewisse

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, nachdem Du also nunmehr die Verschiebung der Grenzen, die Verschiebung Deiner Grenzen, für möglich hältst, bist Du nicht mehr derselbe Mensch, der Du zuvor gewesen bist.

Die Veränderung Deiner Selbstwahrnehmung ist nichts weniger als die Veränderung Deines Identitätsgefühls und somit eine Transformation auf denkbar tiefster Ebene. Jegliche Erweiterung der Selbstwahrnehmung kommt einem geistigen Quantensprung gleich und ist immer und ausnahmslos von einem tiefen, unvergleichlichen Glücksgefühl begleitet. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes das Gefühl neugeboren zu sein, das diese Glückseligkeit hervorbringt. Mit jedem Selbsterweiterungsprozess kommst Du Deiner göttlichen Heimat einen Schritt näher.

Je mehr Du von Dir selbst wahrzunehmen in der Lage bist, umso näher bist Du Deiner Wirklichkeit. Nachdem Du Deine in der Dir bekannten Weise begrenzte Selbstsicht infrage gestellt hast, also eine Grenzverschiebung als reale Möglichkeit in Erwägung gezogen wurde, wird die Bewegung in Deinem Innersten deutlich sichtbar: Du veränderst Dich! Genau gesagt veränderst Du Dich scheinbar, denn im Grunde und in Wahrheit verschleierst Du nunmehr nicht länger vor Dir selbst, was Du schon immer warst. An dieser Stelle sei lediglich klargestellt, dass wir es für den weiteren Verlauf unserer Ausführungen bei der Redewendung der Veränderung belassen, denn dies ist die Ebene Deiner Wahrnehmung der Dinge. Wir werden die Sachverhalte in der Weise erörtern, in der sie sich Dir darstellen.

Im Grunde und in Wahrheit hat die Erleuchtung, die von Dir so fieberhaft angestrebt wird, in gewisser Weise bereits stattgefunden. Sie war in demselben Augenblick verbrieft und besiegelt, in dem Du es wagtest, an Deinen inneren Käfigstäben zu rütteln. Das große ›Ich-Bin‹ ist freigesetzt worden und in der Lage, auf die Suche nach einer neuen, erweiterten Definition seiner selbst zu gehen: Das ist Evolution, großartig, fantastisch, göttlich! Und ewig.

Wenn der Mensch sich aufmacht, sich selbst neu zu entdecken und zu erschaffen, feiert ihn das ganze Universum mit stehenden Ovationen, denn wahrlich der Weg war weit und beschwerlich. Doch der Tisch, der dem Menschen bereitet ist, ist reichlich gedeckt und die Früchte, die der Ernte harren, sind derer viele. Der Aufstieg in eine neue, andersartige Selbstwahrnehmung ist deshalb für Dich so beeindruckend, weil er Dir eine neue, fremdartige innere Welt eröffnet. Nun, im Grunde ist es noch nicht einmal so, denn was integraler Teil ist von Alles-was-Ist, kann nichts ausschließen. Auf der bewussten Erfahrungsebene bist Du jedoch mit einer vollkommen neuen Situation konfrontiert und das ist für den Menschen erst einmal beängstigend.

Aus Deiner irdischen Sicht der Dinge trittst Du eine Reise ins Ungewisse an. Die Ungewissheit, genauer gesagt die scheinbare Ungewissheit, ist jedoch das wirklich Wertvolle an Deiner Entscheidung für den Aufstieg. Es ist eine Frage des Vertrauens und legt Zeugnis ab für ein nicht unerhebliches Maß an unverbrüchlicher ›Identitätssicherung‹, wenn der Mensch den Aufstieg wagt. Nun, diese Identitätssicherung bedarf der näheren Erläuterung: Es ist so, dass Erleuchtung kaum möglich wäre, wenn der Mensch nicht bereit wäre, sich in gewisser Weise ›fallenzulassen‹. Der Aufstieg ist ein vertrauensvolles Sich-fallen-Lassen in eine gegenwärtig noch ungewisse Identitätswahrnehmung.

Der Aufstieg in eine höhere Schwingung ist ein Sich-fallen-lassen in Gott. Um dieser Ungewissheit entgegenzutreten, braucht es dieses gewisse Maß an innerer Identitätssicherung, ohne die der Mensch sich in sich selbst verirren und verlieren würde. Diese gegebene Stabilität ist der sichere Unterboden, auf dem es dem Menschen möglich und erlaubt ist, in aller Sicherheit auf die Suche nach einer Erweiterung seiner Selbstsicht zu gehen und bislang sicherheitsspendende Mauern einzureißen, ohne sich selbst zu verlassen. Wenn der Mensch sich auf eine gewisse Ungewissheit einzulassen in der Lage ist, dann ist er sich gewiss seiner selbst gewiss (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt).

Die Veränderungen, die in Wirklichkeit nur Anpassungen sind, sind nur für denjenigen beängstigend, der sich der ewigen Unantastbarkeit seiner selbst, seiner wahren Identität, nicht gewiss ist. Nichts wird geschehen, nichts kann jemals sein, das Ursache zur Angst bieten könnte, denn wie wir aus dem wunderbaren Kurs in Wundern und auch aus Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille wissen: »Nichts Wirkliches kann bedroht werden.« (T.Einl.2:2) Und Du bist wirklich! Die Entwurzelung der Illusionen kann niemals die Wirklichkeit bedrohen und will es auch gar nicht. Die Entwurzelung von Illusion ist die Bestätigung von Wirklichkeit. Nichts anderes geschieht bei der Erleuchtung. Es ist kein gewaltsamer Vorgang, kein Vorgang von Willkür oder Druck.

Der mit Deinem Aufstieg einhergehende Schwingungswechsel ist ein machtvoller Vorgang der Gnade. Gott gewährt sich selbst die Gnade der Wiedererkenntnis seiner selbst in einem weiteren gültigen Aspekt seines unendlichen Seins, einem Aspekt, der vorher in dieser Weise nicht zur Kenntnis genommen wurde. Wenn der Mensch sich vor Veränderung fürchtet, dann fürchtet er sich vor sich selbst. Nichts Unbekanntes kann es geben, das außerhalb von Dir selbst wäre. Was könntest Du im Außen erleben und wahrnehmen, das nicht innen wäre? Die Wurzel Deines Seins ist und bleibt ewig unveränderlich und unantastbar dieselbe. Was also kann Veränderung Dir antun?

Keine wie auch immer geartete Veränderung kann jemals die Uressenz Deines Seins anrühren. Die Reise in die ›höhere‹ Dimension ist nichts als eine weitere Etappe auf Deiner Reise zurück nach Hause. Je mehr Ungewissheit Du ertragen kannst, desto gewisser bist Du auf dem sicheren, richtigen Weg. Dein untrüglicher Wegweiser liegt in der Tatsache, dass Du keinen brauchst, denn Gott in Dir kennt allezeit alle Richtung. Was alles ist, kann sich nicht verirren.

Alles-was-Ist geht, wohin Er will, Er kommt doch immer nur bei sich selbst an. Was alles impliziert, kann sich selbst nie verlassen. Was kann es zu fürchten geben für den, der das weiß? Je mehr Du Gott in Dir siehst, desto mehr wird Ungewissheit für Dich zu einem sinnlosen Konzept, zu einem absurden Gedankenkonstrukt des Ego, das im Lichte Deiner Wirklichkeit keinerlei Substanz hat und haben kann. Ungewissheit ist ein Konzept des ›Außerhalb‹. Das aber kann es in Alles-was-Ist niemals geben. In welche Dimension Du Dich auch immer begeben magst, in welcher Schwingung Du Dich wiederfindest, wo auch immer Du hingehen und ankommen magst: Er ist schon da, in dem Augenblick, in dem Du es bist.

»Denn Er hat Seinen Engeln befohlen über dir,

dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.«

Die Bibel, Psalm 91:11

3. Teil

Die Machtübernahme

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, der Mensch ist nie so unmittelbar mit seiner Göttlichkeit konfrontiert wie im Angesicht seines Todes. Der Tod, der an dieser Stelle als die Geburt in einen neuen Seinszustand verstanden sein will, ist ein ganz wichtiges Schlüsselkonzept, wenn wir über den Wechsel in ein neues Selbstbildnis reden.

Nun, wohl kaum ein Begriff ist in Eurer Welt so sehr mit Angst behaftet wie der Todesgedanke und wenn wir so provokativ in dieses emotionale Wespennest stechen, dann tun wir das weder sinn- noch planlos, denn wie wir wissen, geht es uns hier um Grenzverschiebung. Tod und Geburt sind ein und dasselbe. Hier sei jedoch nicht die Rede von Deinem biologischen Tod, obwohl das bisher Gesagte durchaus ebenso auf den Übergang von der physischen in die geistige Dimension anwendbar ist. Der Tod, von dem hier die Rede ist, ist der einzig mögliche reale Tod, wenn es denn überhaupt ein Konzept gibt, das mit dieser Gedankenschwingung belegt werden kann. Der Tod ist der Verlust oder genauer gesagt die freiwillige Aufgabe der alten Identität.

Es geht in sehr direkter und praktischer Weise um Dein Ichgefühl. Deine Erleuchtung wird geprägt sein von der größeren, weiteren Sicht Deiner selbst auf Dein Selbst. Der Mensch sieht nicht allein mit mehr Wohlwollen, Würdigung und Ehrerbietung auf sich selbst, sondern auch mit einem weitaus ausgeprägteren Bewusstsein seines eigenen Machtpotenzials und damit seiner ihm immer schon innewohnenden Schöpferkraft. Die Frage der Autorität in Deinem Leben wird sozusagen völlig neu aufgerollt.

Es ist vollkommen unmöglich, die Frage der Autorität zu stellen, ohne zu einem anderen, neuen Ergebnis zu kommen, denn dann würde sie sich gar nicht erst gestellt haben. Was der Mensch infrage stellt, das ist nicht mehr. Die Neudefinierung der Autoritätsfrage war in dem Augenblick besiegelt, als Du Dir darüber klar wurdest, dass Du mehr sein musst als das, was Du von Dir wahrnimmst. Dieses ›Mehr‹, das Du forderst, diese Lücke in Deiner Selbstwahrnehmung ist Gottes größte Freude und so lässt Er die Frage nach dem, was in dieses Wahrnehmungsvakuum gehört, niemals unbeantwortet. Sowie die Selbstsicht als lückenhaft wahrgenommen wird, muss es zwingend zu einer Transformation kommen.

Wie wir anhand des Bildes vom Weitwinkelobjektiv gesehen haben, verändert das Hinzufügen neuer Elemente das Gesamtbild. Die Veränderung, wenngleich partiell, ist dennoch eine umfassende und findet also ebenso statt in den Elementen und Teilaspekten, die, objektiv betrachtet, keinerlei Veränderung unterworfen waren. Dies ist und kann nur so sein, weil nichts voneinander getrennt existiert. Alles ist eins und somit ist es allzeit unmöglich, dass das eine sich verändert und das andere dadurch unbeeinflusst bliebe. Das Infragestellen Deiner Identität ist ein machtvoller Akt der Autorität, denn es beweist Deine Fähigkeit zur Selbstdefinition. Die logische Folge dieser Autoritätsübernahme ist ihre Inanspruchnahme.

Die Etablierung der Herrschaft

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, die Aufforderung, den ›Hirten dem Hunde vorzuziehen‹, kennen wir bereits aus Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille. Nun wirst Du vielleicht fragen, warum wir an dieser Stelle erneut auf diese Aufforderung zurückgreifen, denn sicherlich hast Du erkannt und begriffen, was es mit der Frage der Autorität auf sich hat.

Es geht uns nunmehr darum, die Autoritätsfrage auszuweiten. Es geht hier und jetzt, anders als in Des Menschen Wunsch und Gottes Wille, um nichts Geringeres, als um die Ausweitung der Autoritätsfrage auf Deine Gesamtpersönlichkeit. Dieses nun erkannte Autoritätskonzept hebt die bis dato gemachten Aussagen nicht etwa auf, sondern erweitert und ergänzt sie.

Die Frage der Autorität ist schlussendlich die Frage der Identität. Sowohl aus Verständnis- als auch aus Erkenntnisgründen ist in unseren vorhergehenden Botschaften immer auf die Unterscheidung von Höherem Selbst und Ego hingewiesen worden. Es war angemessen, wichtig und korrekt, die menschlichen Aspekte von den göttlichen zu unterscheiden, abzugrenzen und entsprechend selektiv zu definieren. So kennst Du es, so bist Du es gewohnt und damit hast Du Dich ›arrangiert‹. Der Mensch kommt mit erstaunlich viel Absurdität zurecht, wenn er es denn muss (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt). Eines der wohl augenfälligsten Merkmale auf Deinem Weg zur Erleuchtung wird das sein, was wir eine Grenzverwischung, eine Grenzaufweichung nennen wollen. Dieses Aufweichen von Grenzen ist eine Art energetische Porosität, die einen höheren Durchlässigkeitsgrad erlaubt und ermöglicht.

Die Energien sind sozusagen selbstverständlicher imstande, gleich gültig in einem ›friedlichen Nebeneinander‹ zu existieren, das natürlich in Wirklichkeit kein Nebeneinander, sondern nur ein Ineinander sein kann. Das Entweder-oder erkennt sich selbst nunmehr viel ungetrübter als das Sowohl-als-auch, das es ist und schon immer war.

Alles-was-Ist schließt nichts aus und so kann Er auch das Menschliche nicht ausschließen. Wäre das Ego nicht integraler, gültiger Teil des allumfassenden Göttlichen, könnte es unmöglich existent sein. Auch in diesen dritten Botschaften werden wir nicht müde zu betonen, dass Alles-was-Ist eben alles ist, was ist. Punktum.

Diese Porosität, die als eine gewisse Weichheit, als eine natürliche Milde empfunden wird, charakterisiert die zukünftige menschliche Wahrnehmung seiner selbst und damit der ganzen Welt sehr viel realitätsnaher als die übliche Begrifflichkeit der Erleuchtung, unter der sich niemand so recht etwas Konkretes vorstellen kann.

Ganz profan und unspektakulär, aber deshalb nicht minder treffend könnte man sagen, dass es Dir leichter fallen wird, Dich selbst zu lieben. So einfach ist das. Es wird Dir leichter fallen, Dich selbst zu lieben. Wer jetzt vorschnell sagt: »Wie, ist das schon alles?«, der erkennt die schier ungeheuerliche und jetzt tatsächlich noch kaum vorstellbare Tragweite dieses Veränderungsprozesses nicht. Die Mehrung der Selbstliebe, die im Grunde und in Wahrheit einer tieferen, weiterführenden Integration der eigenen Göttlichkeit gleichkommt, bedeutet nichts weniger als einen Quantensprung in der spirituellen Entwicklung jedes Einzelnen, deren Folgen all Deine Erwartungen übersteigen. Was, wenn nicht die Steigerung der Liebeswahrnehmung des Alles-was-Ist könnte einen Fortschritt, eine Veränderung solchen Ausmaßes hervorrufen?

Nichts wird verändert werden, es wird nur mehr gesehen, von Dir selbst, in Dir selbst! Wo das Innen sich selbst in die Liebe hinein erlöst, da muss das Außen folgen. Wenn Alles-was-Ist sich selbst einen Teil seiner selbst zurückgibt, feiert Er sich in seiner ganzen Schöpfung und die Freudengesänge werden wahrlich im ganzen Universum zu hören sein!

Erleuchtung kann nur ein anderes Wort sein für Liebeserhöhung. Wenn wir sagen, dass es Dir leichter fallen wird, Dich selbst zu lieben, dann hat dies nichts mit Druck oder etwa einer raffinierteren Selbstüberredungskunst zu tun (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt). Vielmehr bist Du Dir auf einer sehr profunden, im wahrsten Sinne des Wortes, selbstverständlichen Ebene der Erhabenheit Deines Seins und damit Deines wahren Wertes bewusst.

Wusstest Du, dass es Welten gibt, in denen sich jedes Wesen ganz selbstverständlich ›der/die Große‹ oder ›der/die Erhabene‹ nennt? Verstehe, dass diese Welten die liebevollsten und friedlichsten des Universums sind. Du experimentierst und spielst sozusagen mit Deinem Selbstverständnis, mit dem Gefühl des Selbstwertes und seinen Auswirkungen in einer Welt wie der Deinen. Zu Beginn dieses Kapitels sprachen wir von der selektiven Wahrnehmung und Definition des Göttlichen einerseits und des Menschlichen andererseits. Diese Unterscheidung ist sehr treffend und angemessen, genauer gesagt, sie war es. Auf dem Weg zur Erleuchtung wäre sie völlig fehl am Platze und würde sich deshalb schnell als Absurdum erweisen, weil sie unfehlbar in eine intellektuelle wie auch in eine emotionale Sackgasse mündet und münden muss.

Jedes bewusste Wesen muss und kann sich selbst schlussendlich nur als eine einzige Energieeinheit begreifen und erfassen. Es ist unmöglich, einen Aspekt seiner selbst gleichzeitig als einen Teil seiner selbst wahrzunehmen und ihn dennoch von sich abzuspalten. Mit anderen Worten: Du kannst unmöglich gleichzeitig etwas sein und es nicht sein wollen. Das, was Du nicht sein willst, spaltest Du automatisch dadurch von Dir ab, dass Du es nicht sein willst. Dies bringt Dich wie gesagt in die absurde, ja unmögliche Situation, gleichzeitig zu sein und nicht zu sein.

Doch der Weg zur Erleuchtung enttarnt solch abstruse Gedankenkonzepte. Wenn sie in Deinem alten Selbstbild noch irgendwie logisch erscheinen konnten, so zeigen sie sich nun als völlig abwegig und bar jeglicher wirklichen Substanz. Du bist wertvoll oder Du bist es nicht, Du kannst es nicht gleichzeitig sein und nicht sein. Die Abspaltung gewisser Teilaspekte Deines Wesens, der Aspekte, die Du als Ego identifizierst, kann Dir niemals zum Segen gereichen. Es ist vollkommen unmöglich sich selbst zu verstümmeln, ohne Verletzungen davonzutragen. Du kannst Dich nicht durch Selbstverstümmelung heilen, Du kannst Dich nur durch Selbstliebe heilen. Das Konzept des Selbst ist also nunmehr ein völlig neues, ein anderes, umfassendes. Es ist ein geheiltes, denn es ist ganzheitlich im wahrsten Sinne des Wortes. Eure vielbeschworene ganzheitliche Medizin wird endlich dort Anwendung finden, wo sie in erster Linie hingehört: in der Wahrnehmung des Selbst, in der Liebe zum Selbst. Sich selbst lieben, ist sich ganz lieben – das ist wahre Medizin, wie sie revolutionärer und wirkungsvoller nicht sein kann!

Wo Liebe nicht umfassend ist, da ist sie gar nicht. Du kannst nicht sagen, dass Du Deinen Kopf liebst, aber Deine Füße verachtest, denn dann verachtest Du letztlich Dich selbst. In dem Augenblick, in dem Du Deine Füße mit Ablehnung von Dir ›abspaltest‹, hört auch Dein Kopf auf zu sein, das eine bedingt das andere. Siehst Du, dies ist völlig offensichtlich, da Kopf und Füße als Einheit erkannt, empfunden, wahrgenommen werden: Sie sind ein und dasselbe und werden so gesehen.

Und so versteht sich der Hirte in Deinem Leben nunmehr als das Du in der Gesamtheit Deines Wesens und Deiner Persönlichkeit. Die ›Hundezeiten‹, in denen nur gewisse, unter emotionalen Schmerzen abgespaltene Anteile Deiner selbst als angemessen, gottgewollt und würdig anerkannt wurden, neigen sich nunmehr ihrem Ende zu. Du bist bereit für den großen Schritt und stehst an der Schwelle zur umfassenden, liebevollen Akzeptanz und Integration Deines Gesamtwesens.

Diese völlige Veränderung Deines Blickes auf Dein Selbst – wir erinnern uns an das Weitwinkelobjektiv – ist im Grunde und in Wahrheit ein Anpassungsprozess, eine Annäherung an die Wirklichkeit Deiner göttlichen Natur. Diese Transformation wird fantastische, ungeahnte, wundervolle Folgen haben. In vollem Umfang wirst Du Deine Autorität anerkennen und Deine Herrschaft über Dich selbst, die alle Herrschaft ist, die Du jemals haben kannst, in Deinem Leben etablieren. Und nunmehr ist nichts Dir unmöglich, denn wo das ›Ich-Bin‹ sich erkennt und anerkennt, da verschieben sich wahrlich alle Grenzen.

»Wär' nicht das Auge sonnenhaft,

die Sonne könnt' es nie erblicken;

läg' nicht in uns des Gottes eig'ne Kraft,

wie könnt' uns Göttliches entzücken?«

Johann Wolfgang von Goethe

Die Inanspruchnahme der Autorität

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, die sogenannte Suche nach Erleuchtung ist eine Herausforderung für den Menschen und ist es doch auch wieder nicht. Wie so oft liegt die Herausforderung weitaus mehr in der Tatsache begründet, diese anzunehmen und aufzugreifen, als in der Sache als solche. Mit anderen Worten: Die Herausforderung ist in dem Augenblick bereits bewältigt, in dem sie angenommen wurde. Dem Menschen ist nur selten klar, dass das Schwierige an der Herausforderung in ihrer Akzeptanz liegt. Die Akzeptanz ist die Bewältigung.

Im Grunde und in Wahrheit muss der Mensch niemals einen Weg gehen, der ihm nicht schon geebnet wäre. Die Tatsache, dass er das nicht erkennt, macht die Sache gleichermaßen schwierig wie ehrenhaft. In dem Maße, in dem der Mensch dies wahrzunehmen in der Lage ist, werden die Dinge naturgemäß für ihn einfacher. Mit anderen Worten: Die Vertrauensfrage kommt ins Spiel. Dazu jedoch später mehr. An dieser Stelle will es uns lediglich darum gehen, Deinen Sinn zu schärfen für die Tatsache, dass »nichts Wirkliches bedroht werden kann«. Diese Kernaussage des wundervollen Kurs in Wundern (T-Einl.2:2) wird Dich wie auf Adlerschwingen tragen, leicht, beflügelt, unbeschwert, im wahrsten Sinne des Wortes beschwingt. Je weniger die göttliche Natur des Menschen verschleiert ist, desto weniger ist es auch seine ewig gesicherte Unantastbarkeit. Auf diesem denkbar sichersten aller Fundamente wird der Mensch seine neue Herrschaft antreten.

Im Rahmen des erweiterten Bewusstseins um sich selbst, um seinen Eigenwert, der dem Wissen um seine göttliche Identität entspringt, kann er nunmehr frei und unbekümmert sein ›neues Ich‹ ausprobieren, ausleben, ausdrücken: Das ist erleuchtetes Menschsein, das ist Grenzverschiebung! Sie bewirkt eine drastische Ausweitung der Möglichkeiten für all Dein Wirken in dieser Welt und über sie hinaus.

Wie wir anhand unserer Art und Weise der Zusammenarbeit mit unserem Medium als praktisches Beispiel beschrieben haben, werden auch die Grenzen zwischen der materiellen und der geistigen Welt für Dich sehr viel fließender, durchlässiger und weicher. Allein schon dieser Aspekt bewirkt Großes für den inkarnierten Geist, der Du bist. Da Du dadurch Deiner Wirklichkeit näher bleibst, ist die Inkarnation eine viel sanftere und harmonischere, als vormals möglich war. Doch wie äußert sich nun ganz praktisch und kon­kret diese Veränderung des Innen im Außen? Wie wirst Du Dich fühlen? Was wird anders sein? Einfach alles!

Wir haben gesehen, dass Erleuchtung nichts anderes ist und sein kann als eine Erhöhung der Liebesfrequenz. Der Mensch ist sich der transformierenden Macht und Kraft der Liebe nicht einmal annähernd bewusst. Wo Liebe Einzug hält, kann nichts unbeeinflusst bleiben, keinen Aspekt kann es geben, der ihr widerstehen könnte und ausgeschlossen bliebe. Es geht um die Anerkennung der Autorität, Deiner Autorität, und ihre Inanspruchnahme. Nur was nicht zur Gänze integriert ist, benötigt und verlangt Bemühung. Sowie eine vollständige Integration stattgefunden hat, wird das Konzept der Mühe hinfällig. Was als Teil des Selbst erkannt und als gültiger Aspekt integriert wurde, kann nicht länger mühevoll sein. Sein ist nicht mühevoll, Sein ist. Punktum.

Die Beanspruchung der Autorität kann nur für den mühevoll sein, der sie nicht oder nur sehr wenig als naturgegebenen Bestandteil und Aspekt seines Seins erkannt hat. Je mehr Selbstliebe, anders gesagt, je größer das Bewusstsein der göttlichen Identität, desto müheloser, natürlicher, selbstverständlicher die Autorität und die Freude an ihr. Die anderen Aspekte, das Hoffen und das Wünschen, werden in weitaus größerem Rahmen durch das Wissen abgelöst. Wo das Wissen an die Stelle von Hoffen und Wünschen tritt, da wird Ablösung zur Erlösung.

Im Grunde und in Wahrheit ist Autorität nur ein anderer Begriff für Macht, für die Macht der Bewirkung. Diese Bewirkung ist Beweis und somit Garant für Existenz. Nichts weniger als das, denn nur was existent ist, kann Ursachen setzen und somit Wirkung hervorrufen. Autorität beweist Sein, denn sie setzt es in Bewegung. Alles-was-Ist ist permanente, unaufhörliche, ewige Bewegung. Ewiges Sein ist ewige Bewegung. Es sind verschiedene Begrifflichkeiten für ein und dasselbe Prinzip. Beides sind sie das, dem eine seiende Ursache vorausgehen muss. Da Sein den natürlichen Ausdruck seiner selbst impliziert, ist Autorität ein absolut unwiderstehlicher Aspekt für das Bewusstsein. Sie ist der Motor, der von der Ursache zur Wirkung führt.

Der Übergang, der Aufstieg vom Hoffen und Wünschen hin zum Wissen ist deshalb so erlösend, weil das zweifelsfreie Wissen um die Wirkung das zweifelsfreie Wissen um die Ursache impliziert. Je mehr Du Dich liebst, desto zweifelsfreier weißt Du, dass Du bist. Hoffnung und Wunsch implizieren das Bangen, dass es nicht so sei. Wo Wissen ist, Gewissheit, da ist kein Raum für Furcht und Zweifel. Mit anderen Worten: Wo Wissen um die Wirkung ist, da stellt die Ursache sich selbst nicht infrage.

Da nur Liebe wirklich ist, kann auch nur Liebe dies bewirken. Wo Liebe zum Selbst ist, da ist es sich seiner selbst absolut sicher. In dem Maße, in dem Du der Liebe vertraust, erkennst Du die Autorität an, die Du bist. In dem Maße, in dem Du sie anerkennst, kannst und wirst Du sie in Anspruch nehmen. Und somit wären wir also nunmehr bei der vorhin angedeuteten Vertrauensfrage angekommen.

»Dem Adler wachsen

die Schwingen im Flug.«

Deutsches Sprichwort

Das Stellen der Vertrauensfrage

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, auf welchen Wegen kannst Du gehen, wenn Du Gott nicht begegnen willst? Wie und wo gehst Du ihm aus dem Weg?

Nun, die Frage ist ganz einfach zu beantworten, sie beantwortet sich von selbst: Auf allen Wegen, auf denen Du Dir selbst aus dem Wege gehst. Dies ist immer da und dort der Fall, wo Du Dir selbst nicht vertraust. Die verschärfte Wahrnehmung Deiner wirklichen Identität und die Sensibilisierung für die Erhabenheit Deines Seins werden die Beantwortung und Entscheidung der Vertrauensfrage für Dich einfacher und müheloser machen. Vor allem aber, und das ist der wirklich entscheidende Punkt, wird diese Entscheidung eine bewusstere sein.

Die Entscheidung der Vertrauensfrage ist nunmehr ›ganz einfach‹ eine Frage der bewussten, willentlichen Entscheidung. Sie ist eine klare, eindeutige, bewusste Absichtserklärung. Es handelt sich sozusagen um einen Vertrag, den Du mit Dir selbst abschließt. Was vormals nur selten über das Stadium eines tiefen, unbewussten Impulses hinaus konnte, liegt nun ganz offen und sichtbar vor Dir. Diese Überschreitung der Wahrnehmungsschwelle eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Nutzung, denn es ist vollkommen logisch, dass Du in ganz anderer Weise über das verfügen kannst, über dessen Besitz Du Dir im Klaren bist. Du kannst gezielt einsetzen und Dir mit Absicht dienstbar machen, was vormals nur bedingt verfügbar war, weil nur bedingt bewusst. Die bewusste Erklärung der Absicht, sich selbst zu vertrauen, ist die unausweichliche, logische Konsequenz der vorhergehenden Einweisung.

Wie wir gesehen haben, kann sich ein Bewusstsein seiner selbst nur in dem Maße sicher sein, in dem es sich selbst liebt. Nur was sich seines Seins absolut sicher ist, kann sich selbst vertrauen. Zweifel am Sein bewirken immer und ausnahmslos Misstrauen gegenüber dem Seinsausdruck. Andererseits ist es ebenso unmöglich, sich seines Seins absolut sicher zu sein und sich dennoch das Vertrauen zu verweigern. Dies ist so, weil es kein anderes Vertrauen geben kann als das Vertrauen in das eigene Sein. Mehr kann es nicht geben und kann nicht sein.

Wer sich selbst nachfolgt, der ist nie allein. Das Vertrauen in das ›Ich-Bin‹ macht alles, was danach kommt, mühelos und von einer jetzt noch unvorstellbaren Leichtigkeit. Das für die Erleuchtung charakteristische Wissen um das göttliche Potenzial des eigenen Wesens lässt das Vertrauen in Dich selbst nicht länger als einen mutigen Hochseilakt ohne Sicherheitsnetz erscheinen. Dieses Wissen hat eine völlig andere emotionale Qualität und Resonanz als Hoffnung oder Wunsch. Wo Wissen ist, da hat alle Furcht ein Ende. Hier braucht es keinen Mut, der nur dort vonnöten ist, wo der Zweifel herrscht.

Freue Dich und feiere Dich selbst, denn wahrlich, es ist an der Zeit. So lange hast Du die Nacht gewählt, um Dich nunmehr an der aufgehenden Sonne zu erfreuen. Ihr Licht strahlt heller, als Du Dir vorstellen kannst, denn es ist Dein Licht, das dort erstrahlt. Du selbst bist die aufgehende Sonne am Firmament, die ihr Antlitz so lange Zeit vor sich selbst verhüllt hielt, um zu erforschen, ob sie inmitten der Dunkelheit erkennt, wer sie ist. Nun ist die Zeit der Morgendämmerung. Und siehe, die Zeit der Morgendämmerung ist die Zeit der Götterdämmerung.

»Wer sich selbst nicht vertraut,

der vertraut Gott nicht,

denn Gott hat ihm das gegeben,

worin er vertrauen soll,

aus demselbigen zu lernen.«

Paracelsus

4. Teil

Die Potenzierung der Schöpferkraft

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, Menschen suchen sich alle möglichen Spielwiesen für ihren Schöpferdrang. Der größte und offensichtlichste aller Handlungsrahmen, ja der einzig wirkliche, ist das eigene Selbst.

Es mag aus irdischer Sicht so scheinen, als sei die Welt der Materie mit all ihren Erscheinungen die große Spielwiese, auf der sich das Leben austobt, doch sie ist weitaus mehr die Spiegelfläche dieser schöpferischen Handlungen als ihr reales Zentrum. Nun, das ist der Sinn und Zweck der Welt, denn alles ist Dir gegeben, um Dir zu dienen. Dies wird niemals anders sein.

Auch ein Erleuchteter bedient sich ihrer, indem er die Welt anschaut, sie gestaltet, beobachtet und erforscht, um von ihr ausgehend auf sich selbst zu schließen. Diese Schlüsse, die Du ziehst, wenn Du Deine Welt unter die Lupe nimmst, deuten direkt und unmissverständlich auf Deine Selbstwahrnehmung hin. Mit anderen Worten: So wie der Mensch über seine Welt denkt, so denkt er über sich selbst – und umgekehrt. Niemals kann ein Subjekt, das beobachtet, das Objekt, welches von ihm beobachtet wird, von sich selbst getrennt, losgelöst und unbeeinflusst betrachten. Dies ist nicht nur eine naturwissenschaftliche Binsenwahrheit, sondern vor allem auch eine spirituelle. Diese Trennung, die Du glaubst wahrnehmen zu können, ist eine Sinnestäuschung.

Der Schöpferdrang des Menschen sucht sich im und durch den Aufstieg, denn nichts anderes ist Erleuchtung, eine neue Spielwiese und auch wieder nicht, denn wie wir sagten, ist und bleibt das eigene Selbst das Zentrum jedes schöpferischen Spiels. Dennoch wird es sich Dir wie ein Spielfeldwechsel darstellen. Wo das Innen sich wandelt, da wandelt sich alles. Die Spielwiese, der verfügbare Aktionsradius für Dein kreatives Potenzial, wird sich vergrößern. Diese Veränderung wird Dir wie eine Potenzierung der Schöpferkraft selbst anmuten.

Nun, Schöpferkraft ist immer maximal. Sie ist oder aber sie ist nicht. Dort, wo sie ist, kann sie nur maximal sein. Dort wo sie nicht ist, kann sie nur gar nicht sein. Die Vergrößerung des Aktionsradius kann aus menschlicher Sicht dennoch nur wie eine Potenzierung erscheinen. Man könnte sagen, dass die Erweiterung des Handlungsspielraums einer Potenzierung ›in horizontaler Richtung‹ gleichkommt. Die Ausdehnung des Bereiches, in dem Macht wirkungsvoll ausgeübt werden kann, kommt einem Zugewinn an göttlicher, schöpferischer Autorität gleich. Dies ist aus dem einfachen Grunde logische, direkte Konsequenz der Schwingungserhöhung, weil diese eine Erweiterung der Selbstwahrnehmung ist.

Je mehr Du von Deiner eigenen Wirklichkeit erkennst, also je mehr Liebeserkenntnis, desto umfangreicher, tief greifender und herrlicher Deine Möglichkeiten im Außen. Was in der einen Dimension wie Zauber, Magie und Wunder erscheint, das ist in der anderen selbstverständliche Wirkung schöpferischer Ursache, die in den Selbstausdruck drängt. An dieser Stelle will ausdrücklich betont sein, dass es innerhalb der Erfahrung von Erleuchtung nichts in Dir geben kann, das nicht schon jetzt vollkommen und vollständig in Dir vorhanden wäre. Nichts kannst Du jemals sein, was Du nicht schon jetzt bist und ewig warst. Als gültiger, integraler Aspekt von Alles-was-Ist kann auch Deine Vollkommenheit nur eine ewige und unwandelbare sein. Vollkommenheit kann kein Evolutionsprozess sein, nichts, das da werden müsste, denn dann könnte es sie nicht geben. Es würde bedeuten, dass Vollkommenheit vom Zeitfaktor abhängig ist, was eine Einschränkung ihres Seins wäre und somit ein Widerspruch in sich selbst. Was Einschränkung unterworfen ist, kann nicht Vollkommenheit sein, denn Einschränkung impliziert das Ausschlussprinzip. Vollkommenheit kann von ihrem Wesen her nur absolut sein. Absolutheit schließt Ewigkeit ein.

Wir legen deshalb so großen Wert darauf, dies zu betonen, weil Du Dir sonst leicht in die eigene Falle gehst, nämlich dann, wenn Du vergisst, dass es nichts zu werden gibt, sondern lediglich zu erkennen. Sowie der Mensch an Werden denkt, nimmt er sich selbst als unvollkommen, weil ›unfertig‹ wahr. Diese Wahrnehmung verhindert jedoch das Werden, denn das Erkennen, dass es nichts zu werden gibt, ist das Werden.

Vor lauter nervöser Rührigkeit und Umtriebigkeit im Hinblick auf die so sehnsüchtig angestrebte Erleuchtung wird dies nur allzu leicht übersehen. Du glaubst, so viel tun zu müssen, um den Aufstieg zur Erleuchtung zu verdienen. Aber, Gott in Menschenhaut, Du verdienst ihn nicht durch Dein Tun, sondern einfach ›nur‹ durch Dein Sein. Es kann jetzt und ewig kein anderes Argument für Berechtigung geben, für wen auch immer, wofür auch immer. Es gibt nichts zu tun, es gibt nur zu sein, all das, was Du sein willst. Gott stellt keine Existenzbedingungen an sich selbst und seine Schöpfung. Und so ›ölst Du die Himmelstür‹ am besten, indem Du erkennst, dass es nichts zu ölen gibt. (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt). Das einzige für Dich entscheidende Kriterium in Sachen Erleuchtung ist die Frage, ob Du sie willst. Wenn Du daran zweifelst, hast Du vergessen, wer Du bist.

Dieser wunderbare, scheinbare Widerspruch zwischen Wollen und Nichtwollen ergibt sich aus den beiden dualen Aspekten ein und desselben Prinzips. Was Du willst, kann nur in dem Maße sein, in dem Du erkennst, dass es nichts zu wollen gibt. Was sollte es zu wollen geben für den, der weiß, dass schon alles ist? Wenn Du das willst, was ist, dann hast Du alles. Mit anderen Worten: Je mehr Du erkennst, dass Du nichts tun oder ändern musst, um an Dein Ziel zu gelangen, desto unmittelbarer, müheloser und direkter wirst Du Dich genau dort wiederfinden. Gott verkauft oder verlangt keine Eintrittskarten und hier gibt es keinerlei Beitragszahlungen, die es zu leisten gäbe. Die Erkenntnis des eigenen Selbstwertes wartet auf Dich. Gott braucht diese Erkenntnis nicht, aber Du.

Erleuchtung ist sowohl ein Kind der Freiheit als auch der Verantwortlichkeit. In dieser Welt, so wie sie sich den meisten von Euch bis dato darstellt, ist dies ein Widerspruch. Für Euer Begriffsverständnis stehen beide Prinzipien sich gegensätzlich gegenüber. Sowie Ihr Euch mit einem Konzept der Verantwortung konfrontiert seht, schwindet Euer Gefühl von Freiheit. Angst vor Druck, Einschränkung, Überlastung, Versagen und Schuld macht sich breit. In einer Welt, die Verantwortung meist um den Preis der Selbstverleugnung, ja des Selbstverrates fordert und dies dann auch noch mit Liebe gleichsetzt, ist dies nur allzu nachvollziehbar. Doch die Wahrheit sieht anders aus. In der Wirklichkeit der göttlichen, bedingungslosen Liebe sind Freiheit und Verantwortung eine untrennbare Einheit, die beiden Seiten ein und derselben Medaille.

Die Verantwortung, die Du hast, Deine einzige und ewige Verantwortung, ist die Wahrung Deiner Freiheit. Als gültiger, vollwertiger, in sich selbst vollständiger Teil von Alles-was-Ist hast Du die Verantwortung, niemals gegen Dich selbst zu sein. Dieses Niemals-gegen-Dich-selbst-Sein impliziert alle Freiheit, denn nichts weniger als das ist göttliche Natur. Wenn wir sagen, Du bist ein in sich selbst vollständiger Teil von Alles-was-Ist, dann könnte man es auch so formulieren, dass man sagt, Gott ist vollständig in jedem seiner Teile. Genau diese Vollständigkeit des Göttlichen in Dir ist es, das sowohl Deine Verantwortlichkeit als auch Deine Freiheit erklärt und ausmacht.

Die Vollständigkeit Gottes impliziert den absoluten Charakter Deiner Wirklichkeit, so wie sie auch seine Absolutheit einschließt. Wo Absolutheit herrscht, kann es keine Einschränkung der Freiheit geben, denn im Absoluten gibt es keinen Ausschluss oder aber, das Absolute wäre nicht absolut. Doch die Dinge sind, was sie sind. Gott ist sich über sich selbst vollkommen im Klaren und führt sich nicht selbst an der Nase herum, das tut nur der Mensch. (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt).

Deiner Verantwortung obliegt es, wie gesagt, niemals gegen Dich selbst zu sein. Niemals gegen Dich selbst sein heißt, niemals gegen Deine Wirklichkeit sein. Weil Deine Wirklichkeit die Wirklichkeit Gottes ist, kann Deine Verantwortung wie auch Deine Freiheit nur absolut sein. Deine absolute Verantwortung ist Deine absolute Freiheit – und umgekehrt. Dies führt uns schlussendlich wieder zurück zu unserem anfänglichen Gedankengang. Es gibt nichts zu tun, es gibt nichts zu werden, es gibt nichts zu wollen. Alles, was jemals sein kann, ist schon hier und jetzt in Dir. Es gilt nur, dies zu erkennen.

»Wenn Gott will,

dann will ich auch!«

Wolfgang Amadeus Mozart

Die Verwirklichung der neuen Möglichkeiten

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, zu tun, was Du tun willst, ist Deine Freiheit. Zu sein, was Du bist, ist Deine Verantwortung – und umgekehrt. Das eine bedingt das andere und ist ebenso logische Konsequenz davon. Die Freiheit der Verantwortung wie auch die Verantwortung der Freiheit werden nunmehr nicht länger als mühselig zu tragende Last empfunden und erlebt.

Was Dir jetzt noch als belastende Verpflichtung anmuten mag, wenn wir von Verantwortung reden, wird sich im energetischen Umfeld der Erleuchtung völlig anders anfühlen. Du wirst Verantwortung als das wahrnehmen, was sie wahrlich ist, die reine, ungetrübte, uneingeschränkte Freude an der Wirklichkeit und Autorität des eigenen Seins. Freude an Verantwortung geht immer einher und ist gleichzusetzen mit einem gewissen ›Zuwachs‹ an Leben, es ist ›mehr‹ Leben, zumindest wird es sich Dir so darstellen.

Diese Freude an der Verantwortung, die natürlicher Aspekt der göttlichen Allmacht ist, bewirkt eine für Dich derzeit kaum vorstellbare Leichtigkeit des Seins, die nicht erschwert werden kann, ungeachtet der äußeren Umstände. Weil Verantwortung ein göttliches Prinzip ist, ist es vollkommen unmöglich, dass sie nicht mit einer natürlichen Freude einhergeht. Es gibt kein göttliches Prinzip, keinen einzigen Aspekt in Alles-was-Ist, der nicht auf Liebe beruht. Somit kann es niemals sein, dass in ihm etwas wäre, das nicht Freude ist. Wenn also in Dir etwas ist, das nicht Freude ist, dann musst Du Dich über Dich selbst geirrt haben.

Freude an der Verantwortung bewirkt den Genuss des Lebens in vollen Zügen, weil es keine Aspekte des Lebens mehr gibt, die verleugnet und ausgeblendet werden. Der Eindruck des ›Mehr‹ an Leben entsteht aus der uneingeschränkten Akzeptanz des Vorhandenen, die auch jene Aspekte einschließt, die vorher ausgeklammert blieben. So ist das ›Mehr‹, wie könnte es anders sein, ein Mehr an Erkenntnis.

Kaum ein Begriff wurde von euch Menschen so drastisch verzerrt wie das Konzept der Verantwortung. Wie wir ausführlich in Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille gesehen haben, hat die Welt das Verantwortungsprinzip untrennbar an das Schuldkonzept gekoppelt und somit dem Göttlichen ein Teuflisches zur Seite gestellt. Der Begriff der Verantwortung ist im Grunde und in Wahrheit lediglich ein anderes Wort für das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Verantwortung sagt, was sie ist. Sie bezeichnet die schöpferische, gestaltende Kraft und Macht des Bewusstseins, so wie die göttliche Urquelle sie aus sich selbst heraus in unermesslicher Liebe an seine Schöpfung weitergegeben hat. Verantwortung ist Deine Macht und Fähigkeit, auf Dich selbst zu antworten. Sie ist Deine Macht, als seiende Ursache unfehlbar Wirkung hervorzurufen. Mit anderen Worten: Du hast Konsequenzen! Es ist vollkommen unmöglich für Dich zu sein, ohne Folgen zu zeitigen. Das ist wahrhaft Grund zur Freude! Die Leichtigkeit des Seins, die Du so schmerzlich vermisst, ist im Grunde und in Wahrheit nichts anderes als die selbstverständliche Folge und Wahrnehmung von Angstfreiheit. Sowie keine Angst ist, ist Leichtigkeit, denn nur Angst macht alle Dinge schwer, Angst ist Schwere. Angst wiegt deshalb schwer, weil sie ein Fremdkörper in Deinem Energiefeld ist. Angst ist kein natürlicher Bestandteil Deiner Ursubstanz. Was, wenn nicht Angstfreiheit, könnte das Leben also leicht machen?

Freude an Verantwortung kann nur da und dort sein, wo das eigene Selbst nicht gefürchtet wird. Wenn die Ursache nicht gefürchtet wird, wird es auch die Wirkung nicht. Wo die Ursache sich selbst nicht fürchtet, da wird sie auch ihren Wirkungen nicht mit Misstrauen und Unbehagen begegnen.

Die Furcht vor Verantwortung ist also nicht, wie oftmals angenommen, die Angst, etwas falsch zu machen, sie ist vielmehr die Angst, falsch zu sein. Der Unterschied ist ein fundamentaler, denn das Sein ist die Essenz des Lebens, ja das Leben schlechthin. Das Tun ist wandelbar, das Sein ist es nicht. Wer sich selbst liebt, hat immer und unfehlbar Freude an Verantwortung. Deshalb wird sie sehr viel selbstverständlicher zu Deinem freudigen Lebensausdruck gehören.

Welchen Grund könnte es geben für den, der sich selbst mit Liebe anschaut, sich nicht an seiner Wirkung und damit an der Verantwortung zu erfreuen. Das kreative Spiel mit dem eigenen Sein ist immer lustvoll, es ist die pure Freude an der natürlichen Ausdehnung seiner selbst. So hat sie der Schöpfer selbst an seine Schöpfung weitergegeben, die da selbst Ausdehnung und Teil seiner selbst ist. Und hier wird dann ganz und gar offensichtlich, dass Verantwortung und Freiheit ein und dasselbe sind. Die Liebe zum Selbst eröffnet dem Selbst alle Möglichkeiten kreativer Handlung, denn die Liebe ist es, die sowohl Möglichkeiten offenbart als auch die Ermächtigung erteilt, sie aufzugreifen. Mit anderen Worten: Je größer die Selbstliebe, umso größer die Toleranz dem Selbst gegenüber. Je größer die Toleranz dem Selbst gegenüber, desto größer die Toleranz dem anderen gegenüber. Wo der Mensch sich nicht erlaubt, er selbst zu sein, erlaubt er es auch nicht dem anderen. Niemand kann einem anderen jemals mehr zugestehen als sich selbst.

Nichts anderes kann jemals die Persönlichkeitsrechte und die Freiheit des anderen schützen und wahren als der Schutz und die Wahrung der eigenen. So ist die Verantwortung für Dich selbst untrennbar mit der Verantwortung für Deinen Nächsten verbunden, mehr noch, sie sind ein und dasselbe. Deine Verantwortung für Dich ist Deine Verantwortung für ihn und Deine Freiheit ist die seine. Das Loslassen des Selbst ist sicherer Garant für den Frieden aller.

Du gehst wahrlich wundervollen Zeiten entgegen. Du selbst bist das Wunder, das sich selbst in Liebe erkennend den Nächsten erkennt als das, was auch Du bist, ein im wahrsten Sinne des Wortes liebenswürdiger Teil der Einheit. Die Möglichkeiten, die der Verwirklichung harren, werden Dir vollkommen selbstverständlich vorkommen, völlig angemessen und zeitgemäß. Nun, sie werden es tatsächlich sein, ganz einfach deshalb, weil Du sie Dir zugestehst.

»Dies über alles: Sei dir selber treu!

Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,

du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.«

William Shakespeare

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