Kitabı oku: «Die Regulus-Botschaften»

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Bettina Büx

Die REGULUS-Botschaften

Band II

Copyright

Wichtiger Hinweis

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eBook

(1. Auflage Printversion September 2017)

Erstauflage: © EchnAton Verlag Diana Schulz e.K.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf –

auch teilweise – nur mit Genehmigung des

Verlages wiedergegeben werden.

Gesamtherstellung: Diana Schulz

Coverfoto: dreamstime©Vitaliy Smolygin

ISBN (Printversion): 978-3-937883-93-9

ISBN (E-Book): 978-3-937883-94-6

www.echnaton-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1. Teil

Was ist Angst?

Die inneren Schlachtfelder der Angst

Die Angst vor Mangel

Die Angst vor Selbstliebe

Die Angst vor dem Alleinsein

Die Angst vor Verurteilung

Die Angst vor dem Scheitern

Die Angst vor der Macht

Die Angst vor der Angst

2. Teil

Der Zweifel

Die Zeit

Die Welt

Die Trägheit

3. Teil

Die Illusion von Kontrolle

Die Illusion von Sicherheit

Die Illusion von Gemeinschaft

Die Illusion von Erleichterung

4. Teil

Die Macht Gottes

Die Unantastbarkeit Gottes

Die Einheit Gottes

Der Friede Gottes

5. Teil

Die Verzerrung der Wirklichkeit

Die Realisierung der Illusion

Die Verwechslung der Ebenen

6. Teil

Die Akzeptanz ihrer Realität

Die Überwindung ihrer Anziehungskraft

Das Auffüllen des Vakuums

7. Teil

Die Sucht

Die Depression

8. Teil

Die Vorteile der Angst

Nachwort

Über die Autorin

Quellenverzeichnis

Dieses Buch sei meinen Kindern Nadja, Sabrina, Thomas und Kevin gewidmet. Dank ihnen durfte und darf ich das Glück der Mutterliebe erfahren.

Liebe ist ...

... Gott und Gott ist Liebe. Liebe ist gänzlich offenbar und dennoch gänzlich Geheimnis.

Liebe ist der Stoff, aus dem alles gemacht ist, was jemals nach ihr fragen kann und dennoch das größtmögliche aller Mysterien. Sie genügt sich selbst vollkommen und ist dennoch in ewiger Ausdehnung begriffen.

Liebe ist nicht teilbar. Sie gibt sich ganz und gar hinweg und bleibt dennoch ganz und gar bei sich selbst.

Liebe ist wahrhaft wunderbar, denn sie ist selbst das Wunder. Sie ist die unendliche Faszination des Göttlichen vor sich selbst. Sie ist der Kniefall des Schöpfers vor seinem eigenen Spiegelbild. Sie ist die ewige und einzige Antwort Gottes auf seine Frage nach sich selbst. Sie ist die Wahrnehmung von Vollkommenheit.

Liebe ist die heilige Selbstwahrnehmung Gottes.

Regulus

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser, nach Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille liegen nunmehr die zweiten Botschaften von Regulus vor. Um Gottes willen und um deinetwegen hat die menschliche Angstproblematik zum zentralen Thema gemacht und sich damit weiß Gott allerhand vorgenommen.

Die Auseinandersetzung mit der existenziellen Angstthematik lag mir ganz besonders am Herzen, daher sollten diese Mitteilungen den Anfang der Buchreihe machen. Wieso es dann völlig anders kam und erst Des Menschen Wunsch und Gottes Wille, das inhaltlich sehr viel breiter gefächert ist, geschrieben werden musste, wurde mir erst im fortgeschrittenen Verlauf der Durchgabe dieser zweiten Botschaften klar. Ihnen wird es nicht anders gehen.

Obwohl das vorhergehende Studium von Des Menschen Wunsch und Gottes Wille für das Verständnis dieser vorliegenden Durchsagen sicherlich von Vorteil ist, so ist es doch nicht zwingend notwendig. Dies war zumindest das anfängliche Bestreben dieses zweiten Bandes, was sich jedoch als eine etwas heikle Gratwanderung erweist, wenn man allzu viele und damit frustrierende Wiederholungen vermeiden möchte. Ihnen seien in jedem Falle mit diesen Botschaften neue Erkenntnisse und tiefe Einsichten geschenkt. Mögen diese Sie genau dorthin bringen, wohin Sie möchten. Mehr kann ich Ihnen nicht wünschen und so wünsche ich es Ihnen von ganzem Herzen.

Ihre Bettina Büx

Einleitung

»Wo ist denn hier der Ausgang?«

Angst ist menschliche Erfahrungsrealität. Wie diese Botschaften aufzeigen werden, ist Angst nicht etwa einer von vielen negativen Aspekten irdischer Lebenserfahrung, sondern der einzige. Alle Probleme, Leiden und Kümmernisse, die den Menschen auf seinem Lebensweg ereilen und ihm widerfahren können, sind ausnahmslos auf Angst zurückzuführen.

Um Gottes willen und um deinetwegen beleuchtet die Mechanismen der Angst und zeigt Mittel und Wege auf, ihrer scheinbaren Endlosspirale und damit der Leiderfahrung Einhalt zu gebieten und Grenzen zu setzen. Die Befreiung von der Qual der Angst und damit der Ausgang aus dem Gefängnis lebenslanger, leidvoller Selbstverletzung kann nur in der Erkenntnis der Allgegenwart des Göttlichen gefunden werden.

Wo wenn nicht in der bedingungslosen Liebe Gottes könnte des Menschen Rettung liegen, die sich immer und überall anbietet für jeden, der sie nur annehmen möchte? Hier und jetzt tut sie es in Form dieser Zeilen. Nehmen Sie sie an und bringen Sie sich selbst nach Hause, um Gottes willen und um deinetwegen.

Bettina Büx

1. Teil
Die Definition von Angst

Die Identifizierung des Feindes

1. Analyse:
Was ist Angst?

Die große Unbekannte – die unbekannte Größe

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, was ist Angst? Wie Dir sicherlich klar sein dürfte, ist die Frage sehr einfach zu beantworten und auch wieder nicht, denn Du wirst Dich verständlicherweise nur sehr ungern und widerstrebend einfühlen wollen, um die Emotion der Angst in Dir zu erkunden und auf tiefer Ebene zu erforschen.

Angst ist Dir vertrauter, als Dir lieb ist, ist sie doch Euer aller ständiger Wegbegleiter durch das Leben, ja, mehr noch, Angst ist sozusagen des Menschen Eintrittskarte für seinen Besuch in der Materie. Dennoch wisst Ihr kaum etwas über sie. In Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille haben wir viel über Angst gesprochen und erkannt. Nun wollen wir uns also vorrangig, ja, im Grunde ausschließlich, diesem Grundproblem menschlichen Daseins widmen, denn Dir ist bewusst, dass Angst nicht etwa eines von vielen Deiner menschlichen Probleme ist, sondern das einzige. Wenn dem nicht so wäre, hieltest Du diese Zeilen nicht in Händen.

Angst ist nicht eines von vielen menschlichen Problemen, sie ist das einzige.

Nun, meine liebe Freundin, mein lieber Freund, es liegt uns fern, Dich mit ständigen Wiederholungen von bereits Erkanntem zu langweilen und zu überfordern, denn wenn es etwas in dieser Welt gibt, dem Grenzen gesetzt sind, dann ist es die menschliche Geduld (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt).

Dennoch werden wir gemeinsam nicht umhin kommen, in manchen Aspekten immer wieder auf gewisse Einsichten aus Band I Des Menschen Wunsch und Gottes Wille zurückzugreifen und auf bereits Verstandenes zu verweisen. Zum Ersten ist dies so, weil diese Zeilen für sich selbst stehen können und verständlich sein sollen, denn es sollte jedem Leser völlig freigestellt bleiben, was er überhaupt oder in welcher Reihenfolge lesen und erkunden möchte. Zum Zweiten wird Dir auch nach und trotz der Lektüre von Des Menschen Wunsch und Gottes Wille schnell bewusst werden, dass es sich um mehr als um bloße Wiederholung handelt, wenn ein bereits erforschter und bekannter Sachverhalt unter einem anderen, neuen oder erweiterten Aspekt oder Zusammenhang gesehen wird.

Das Einzige, das man der Angst als solche erst einmal und mit Sicherheit nachsagen kann ist, dass niemand sie will. Angst ist die unangenehmste aller menschlichen Emotionen, unangenehmer und unerträglicher als jedes andere Gefühl, dessen ein menschliches Gemüt fähig ist. Nun, um diesen wichtigen und vielsagenden Umstand zu erforschen, kommen wir um einen ersten Rückgriff auf unsere vorangegangenen Erkenntnisse nicht umhin: Warum ist dem so?

Es ist unumgänglich, sich der Gründe für die emotionale ›Qualität‹ von Angst voll und ganz bewusst zu sein, bevor man ein geeignetes Gegenmittel ausmachen kann. Soll ein Feind besiegt werden, muss er erst einmal zweifelsfrei identifiziert sein. Bevor Du wissen kannst, was einem Konzept entgegenzusetzen ist, muss es erkannt sein. Die oberflächliche Betrachtung dessen, was Angst oftmals oder sogar meist zu sein scheint, würde uns nur auf eine falsche Fährte führen und in der Sackgasse enden lassen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Du den richtigen Köder brauchst, wenn Du eine Beute zur Strecke bringen willst.

Angst ist, zumindest auf den ersten Blick, so schwer zu fassen, weil sie so viele verschiedene Gesichter annehmen kann. Sie scheint, in ständigem Wechsel begriffen, jedes Mal und in jedem Fall anderen Prinzipien zu gehorchen und zu folgen. Doch dem ist nur bei flüchtiger Untersuchung so. Die Formen und Umstände der äußeren Erscheinung berühren dennoch nicht die Essenz, aus der die Angst besteht und hervorgeht. Und genau hier, in diesem Umstand, liegt die machtvollste und wichtigste Wahrheit für die Bekämpfung und Überwindung von Angst begründet:

Angst ist berechenbar. Darin liegt ihre große Schwäche.

Sowie der Mensch in die Materie eintritt, fühlt er sich von seinem Ursprung und damit von seiner wahren Natur getrennt. Als ein von Deinem Schöpfer getrennt existierendes Wesen nimmst Du Dich nicht mehr als integraler, gültiger Bestandteil der großen Einheit von Alles-was-Ist wahr. Du kannst diese Wahrheit vielleicht noch als ein wohlklingendes theoretisches Gedankenkonstrukt akzeptieren, aber Du nimmst die Wirklichkeit der Verbundenheit von allem mit allem nicht als wirkliche und wahrhaftige Realität wahr. Es ist Sinn und Zweck des Einstiegs in die materielle Dimension, zur bewussten Erkenntnis der Einheit innerhalb der dualen Spaltung zu erwachen.

Ihr habt Euch dazu entschieden in die tiefste Dunkelheit einzutauchen um zu erforschen und zu prüfen, ob Ihr gewillt und somit in der Lage seid, Euch aus der Dunkelheit heraus als das Licht wieder zu erkennen, das Ihr wirklich seid. Ihr befindet Euch sozusagen in einem völlig abgedunkelten Raum, tastet Euch selbst ab und fragt Euch unablässig: »Was um alles in der Welt bin ich?« Das ist Menschsein!

Der absurde Glaube an die Trennung, an die Möglichkeit einer von der Urquelle allen Seins losgelösten Existenz ist die Geburtsstunde des Ego. Ego ist die Wahrnehmung von Trennung, von Einzelexistenz und damit schlussendlich der Glaube an eine Existenz ohne Ursache. Einzelexistenz ist ein Gedankenkonstrukt des Ego, das in Gott vollkommen sinnlos ist und sein muss. Die Idee von einzelner, autonomer Existenz bedingt implizit die Verursachung aus sich selbst heraus.

Nun, mein lieber Freund, meine liebe Freundin, diese Idee ist allzeit und ewiglich vollkommen unmöglich, unsinnig und absurd: Nur Gott selbst ist und kann sich selbst gleichsam Ursache und Wirkung sein. Hier stößt die göttliche Unermesslichkeit an die Grenzen menschlicher Begrifflichkeiten und sprachlicher Ausdrucksmöglichkeit. Nur Alles-was-Ist kann sich selbst sowohl verursachen als auch bewirken. Als vollkommener Teil von Alles-was-Ist kannst Du Deine Ursache nur in Ihm und aus Ihm heraus finden und haben. Da es niemals irgendetwas außerhalb Seiner Absolutheit geben kann, kann auch die Wahrheit und Wirklichkeit Deiner Identität nur absoluten Charakter haben. Mit anderen Worten gesagt: Alles, was über Gott, Deine Schöpferenergie, gesagt werden kann, ist unfehlbar und ausnahmslos auch auf Dich anwendbar.

Nun, meine liebe Freundin, mein lieber Freund, was hat das alles mit Deinem Angstproblem zu tun? Es hat alles mit Deiner Angst zu tun, denn:

Angst ist das, was sich einstellt, wenn Gott sich selbst ›nicht sieht‹.

Und so sind wir bei unseren Betrachtungen wieder beim Ego, denn wo sonst könnte Gott, der sich seiner selbst vollkommen bewusst ist, sich selbst übersehen.

Wie wir in Des Menschen Wunsch und Gottes Wille gesehen haben, ist Ego ›Gott, der sich selbst vorgaukelt, sich seiner selbst nicht zu erinnern‹. Ego ist ›Gott, der vorgibt, sich selbst nicht zu erkennen‹. Und so nähern wir uns denn mit Riesenschritten dem menschlichen Angstproblem: Wenn Angst das Nichterkennen der eigenen göttlichen Natur ist, dann kann die Heilung jeder Angst nur in der Erkenntnis der göttlichen Identität ihren Ursprung nehmen und ihre Vollendung finden. Was jedoch ist diese göttliche Identität, woraus besteht sie, was macht sie aus? Was ist die Essenz, die Ursubstanz von Alles-was-Ist und folglich auch von Dir und von allem anderen, was erschaffen ist?

Da nichts ohne Ursache, ohne Grund sein kann, ist selbst diese Frage im Grunde und in Wahrheit einfach zu beantworten, denn die Antwort ergibt sich zwingend und völlig offenbar aus Dir selbst und Deinem Sein. Du wirst der Antwort in dem Augenblick gewahr, in dem Du es wagst, Dir selbst zu vertrauen. Wenn Du Dir selbst vertraust, vertraust Du darauf, dass Du existent bist. Nun, so Du dies tust, genügt der Blick auf Dich selbst. Die Ursache von Allem-was-Ist, gibt sich immer und unfehlbar im Sein des Vorhandenen zu erkennen. Sieh Dich also selbst an, dann siehst Du Deinen Schöpfer. Wenn Du Deinem Sein vertraust, vertraust Du Deinem Schöpfer. Nun, was siehst Du, wenn Du Dich selbst anschaust?

Willst Du wissen, was Du da siehst, dann frage nach seinem Zweck.

Mensch, was also ist Dein Zweck? Wenn die Frage auch so viele verschiedene Antworten bekommt, wie Menschen gefragt werden, so sind sie doch alle im Grunde und in Wahrheit auf einen Nenner zu bringen: Dein Zweck ist Werterfüllung.

Die Verschiedenheit der Antworten ergibt sich aus dem Umstand, dass jeder Mensch unter Werterfüllung in gewissem Umfang etwas anderes versteht. Diese ›individuellen Feinheiten‹ machen jedoch auf der Ebene, auf der wir hier reden, keinen wirklichen Unterschied. Werterfüllung ist in der Tat Selbstzweck und dies nur aus dem Grunde, weil Werterfüllung Glückserfüllung ist. Glück aber ist Selbstzweck, weil Glück Endzweck ist. Glück ist deshalb Endzweck, weil Glück natürlicher, göttlicher, ewiger Seinszustand ist:

Sein ist Glücklich-Sein.

Nun, mein lieber Freund, meine liebe Freundin, Dir dürfte bewusst sein, dass Glück nur ein anderes Wort für Liebe ist. Die Begriffe Gott, Glück, Liebe und Sein sind in der Tat beliebig austauschbar, es sind verschiedene Worte, die ein und dasselbe Prinzip zu benennen versuchen.

In Deinem Zweck spiegelt sich Deine Identität, denn wo sonst als in Dir selbst, könnte sie zum Ausdruck kommen. Wenn Du das bist, was Du bezweckst, bist Du Glück, Leben, Liebe. Wie aber kannst Du dann Angst sein, wo Du doch alles andere bist? Als ob die Sache so nicht schon schwierig genug wäre, kommt ein weiterer, tragender Umstand hinzu, der nicht ignoriert werden kann: Als integraler, vollkommener Teil von Alles-was-Ist bist Du Liebe, weil Er Liebe ist. Soweit – so gut. Der allumfassende und somit nichts ausschließende Charakter des Göttlichen impliziert, dass Du das, was Du/Er bist/ist, immer, ausnahmslos und ewig bist. Mit anderen Worten, wenn Du, als Teil des Göttlichen, der Du bist, Liebesenergie bist, dann bist Du das immer. Dies führt uns auf direktem Wege zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt unserer Betrachtungen:

Gott ist berechenbar. Darin liegt seine große Stärke.

Du magst Dich fragen, wie des Einen Stärke des Anderen Schwäche sein kann. Dies liegt einfach in der Natur desjenigen, dem das Prinzip zu Eigen ist: Gott ist Wirklichkeit, Ego hingegen ist Illusion. Dies macht den alles entscheidenden Unterschied. Die unwirkliche Natur der Illusion macht ihre Berechenbarkeit als solche zu ihrer Achillesferse. Die Wirklichkeit des Göttlichen – und nur diese – macht es unüberwindlich in seiner Macht und Stärke. Hier liegt die Wahrheit, auf der Deine Rettung aus der Angst beruht und aus der sich all Deine Hoffnung auf Erlösung speisen darf:

Liebe ist Wirklichkeit – Angst ist Irrtum.

Jetzt und ewig.

»Man muss vor nichts im Leben

Angst haben, wenn man

seine Angst versteht.«

Marie Curie

2. Analyse:
Die inneren Schlachtfelder der Angst

Die menschliche Wahl der Qual

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, immer dann, wenn der Mensch sich dafür entscheidet Angst zu haben, Angst zu sein, trägt er für diesen einen Augenblick die Chance und Gelegenheit für die Wahrnehmung seiner Göttlichkeit zu Grabe.

Als vollkommener Teil Gottes, ausgestattet mit seinen Eigenschaften, steht Dir die Wahl Deiner Selbstwahrnehmung jederzeit vollkommen frei. Deine uneingeschränkte Schöpferkraft und der freie Wille, die Dein göttliches Erbe sind, stellen allzeit sicher, dass Du die Dinge entsprechend Deiner Wahl wahrnehmen und erleben wirst. Das Universum selbst verneigt sich vor der Allmacht der göttlichen Schöpferkraft und ordnet und fügt die Dinge entsprechend Deiner Wahl, die sich an Deiner Selbstwahrnehmung entscheidet.

So, wie Du in Deinem Herzen über Dich fühlst und in Deinem Intellekt über Dich denkst, so ist es mit Dir. Deine inneren wie auch Deine äußeren Erfahrungen werden sich unfehlbar Deinem Willen beugen und sich Deiner Selbstwahrnehmung anpassen. Nichts weniger ist eines Kindes und damit eines Teiles des Göttlichen würdig. Alles-was-Ist ist in jedem seiner Teilaspekte so schöpferisch, wie Er es sein will, das heißt, Gottes Schöpferkraft geht immer und in jedem so weit, wie sie erkannt und anerkannt wird. Was bedeutet das für Dich?

Es bedeutet, dass Du über die absolute, uneingeschränkte Macht der freien Wahl verfügst, so Du sie Dir zugestehen willst. Es bedeutet, dass Du Dich in der Illusion der Angst verlieren und ein unreales Phantom mit Wirklichkeit verwechseln kannst, so Du dies zu tun entscheidest. Es bedeutet aber genau so, dass Du Dich für die Wahl der Wahrheit über Dich selbst und für die Wirklichkeit Deiner göttlichen Identität entscheiden kannst und sie somit für Dich wahrnehmbar und erfahrbar machst. Es bedeutet nichts weniger, als dass Du Dir aussuchen kannst, was Du fühlen willst!

Du kannst Dir aussuchen, was Du fühlen willst.

Ist der Irrtum der Angsterfahrung als solcher erst einmal erkannt, kann nur noch Liebe sein und sie nimmt den ihr gebührenden Platz ein. So kann die einzige Wahrheit hinter allen Erscheinungen immer und ausnahmslos nur Liebe sein und wo sie einmal erkannt ist, kann sie nie wieder verloren gehen.

Liebe ist immer Wahrheit, Wahrheit kann immer nur Liebe sein. Hat Gott sich selbst in einem Aspekt erkannt, wird es nie wieder Irrtum geben. In Selbsterkenntnis, die nur Selbstliebe sein kann, kann es niemals Rückschritt geben, da sie Gottes Wille ist, dem ewig entsprochen wird. So gehst Du in die Angst hinein und durch sie hindurch, damit Du erkennen kannst, dass Angst nicht Deiner göttlichen Natur entspricht. Angst ist einfach deshalb die unangenehmste aller Empfindungen, weil sie nicht ›Du‹ ist. Sie ist das unerträglichste aller Gefühle, weil sie Deiner wirklichen Natur am entferntesten ist. Sie ist also die Eintrittskarte für diese duale Welt, die Ihr alle mutig kauft, damit Ihr Euch der Illusion hingeben könnt, um sie um Eurer selbst willen wieder zu enttarnen. In Deiner göttlichen Natur ist Angst ein völlig sinnloses Konzept ohne jede Berechtigung und ohne Bestand.

Angst ist menschlich, aber nicht natürlich.

Weil Liebe allumfassend ist, immer und überall, kann es niemals sein, dass es einen ›Platz‹ gibt, an dem Angst berechtigt und real wäre. Es gibt, jetzt und ewig, keinen ›Platz‹ außerhalb von Alles-was-Ist, keinen Platz, an dem Liebe nicht ist. Der Raum, den Du den Dämonen, Deinen Ängsten, zugestehst, kann nur ein Irrtum sein, weil Du nicht erkannt hast, dass dieser ›Raum‹ bereits von göttlicher Liebesallgegenwart besetzt ist.

Jeder Dämon, in welcher Gestalt Du ihn Dir auch erschaffen magst, wird immer real und vor allem berechtigt erscheinen. Anstatt die Gültigkeit der Angst als solche in Frage zu stellen, bevorzugen es viele Menschen, sie durch eine andere, weniger bedrohlich wirkende zu ersetzen, wenn sie unerträglich wird. Aus Angst vor der Angst entscheidet Ihr Euch mitunter dazu, einen großen, gewaltigen Dämon durch einen scheinbar kleineren, kontrollierbareren einzutauschen. Ihr erliegt somit der Illusion, dass es eine Größenordnung des Irrtums geben kann. Doch es gibt nicht viel und wenig, großen und kleinen Irrtum. Wahrheit ist ganz und gar Wahrheit oder sie ist es nicht. Irrtum ist und bleibt ewig Irrtum. Und wo ein noch so winziger Irrtum ist, kann Wahrheit nicht sein. Es ist ein Absurdum zu glauben, in Gott sei Kompromiss möglich. Weil Gott Wahrheit ist, ist sie absolut.

Sich gegen die Angst entscheiden kann niemals Irrtum sein, sich für die Angst entscheiden ist immer Irrtum.

Die Illusion der Angst hat in dieser Welt eine gewaltige Anziehungskraft und kann nur im Gottesbewusstsein aufgelöst werden. Nur in der Rückbesinnung auf Deine wahre Natur wirst Du ihr widerstehen wollen und können.

Wo der Mensch bereit ist für die Wahrheit, wird jede Illusion mit göttlicher Macht hinweg gefegt. Wenn Du Dich in der Schwingung der Liebe befindest bist Du stimmig mit Dir selbst, in Deiner Mitte und somit glücklich. Wenn Du Dich im Würgegriff der Angst befindest, bist Du es nicht.

Deine Intuition ist Dein göttliches Werkzeug, Dir gegeben als untrügerischer Wegweiser auf Deiner Reise zurück nach Hause. Sie führt Dich zur Wahrheit über Dich selbst. Stimmigkeit, Harmonie, Glück und Ganzheit sind die Schlüssel zu Deiner Wirklichkeit. Die unwiderstehliche Anziehung, die Liebe auf Dich ausübt, Deine unermesslich tiefe Sehnsucht nach ihr, ist das offensichtliche und unfehlbare Indiz dafür, dass Du bei Deiner Suche nach Deiner Wahrheit über Dich selbst auf der richtigen Spur bist.

Wenn Dir bewusst wird, dass Du über uneingeschränkte Schöpferkraft und die unbegrenzte Freiheit der Wahl verfügst, kannst Du Dich nicht länger als Opfer Deiner Ängste fühlen wollen. Du erkennst, dass Du bist, was Du sein willst, was Du zu sein wählst. Und nun frage Dich also, Mensch, der Du Gottes heiligen Funken in Dir trägst, was Du zu sein beabsichtigst: Willst Du Furcht und Angst sein, wertlos, machtlos, einer scheinbar gefährlichen Welt schutzlos ausgeliefert? Kann das der Würde Gottes, der Du bist, entspringen und entsprechen?

Oder willst Du vielmehr Gott in Dir die Ehre erweisen, indem Du Deine wahre Natur anerkennst, Deine Dir zustehende göttliche Macht beanspruchst und Dir selbst zurückgibst, was schon immer Dein war und ewig Dein sein wird?

Horche in Dich hinein und lausche dem Widerhall der ewigen Wahrheit über Dich. Gott selbst winkt Dir aus Deinem Innersten zu und ruft Dich bei Deinem Namen, damit Du endlich erkennen mögest, dass Du in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt bist. Der Mensch kennt das Dunkel und nicht das Licht und daher fürchtet er das Licht.

Ihr alle seid es so sehr gewohnt Angst zu haben,

dass Ihr es vermeidet keine Angst zu haben,

denn das macht Euch Angst.

Angstfreiheit irritiert den Menschen, dem Angst zur ›zweiten Natur‹ geworden ist. Deine erste Natur ist jedoch Deine göttliche und damit die einzig wahre. Die ihr innewohnende Wirklichkeit macht sie schließlich unwiderstehlich für Dich.

Wir werden uns im Folgenden gezielt Deinen großen Irrtümern zuwenden, denn nichts anderes sind all Deine Ängste, als Irrtümer über Dich selbst. In der Erforschung ihrer Ursachen und in den Kontext Deiner wahren Identität gestellt, wird der illusionäre Charakter jeder Furcht offen zutage treten. Wo aber die Illusion als solche erkannt ist, da hört sie auf zu sein: Angst hat immer nur so viel Macht über Dich, wie Du ihr zugestehst, denn des Menschen Macht liegt in seiner Göttlichkeit und nicht in seinem Ego begründet.

»Tausend Gründe sich zu grämen,

tausend Gründe sich zu bangen,

nehmen Tag für Tag den Toren,

nicht den weisen Mann gefangen.«

Aus Indien

1. Irrtum:
Die Angst vor Mangel

Die Inflation von Lebenszeit

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, in der Welt ist Liebe, sonst wäre sie nicht. In der Welt ist Liebe, weil Du in der Welt bist, Alles-was-Ist in menschlichem Ausdruck.

Manch einer verzweifelt in und an der Welt, weil er die Allgegenwart des Göttlichen und damit der Liebe nicht erkennt. Nur wer die Liebe in sich selbst sieht, kann sie auch in der Welt erkennen. In gleichem Maße, wie sie im Innen wahrgenommen wird, kann sie sich im Außen zeigen. Das Offensichtliche kann immer nur dort sein, wo jemand ist, der es sehen will.

Es soll uns bei unseren Betrachtungen nicht um Gesellschaftskritik gehen. Es sei ausdrücklich betont, dass es hier ausschließlich darum geht, aus der Analyse der äußeren Umstände Erkenntnisse über die Innenwelt zu gewinnen und Dir wertvolle Rückschlüsse in Bezug auf Dich selbst anzubieten. Die Erforschung einer Ursache kann nur dort sinnvoll sein, wo sie gesetzt ist, denn nur hier liegt auch die Macht zur Anpassung, Veränderung oder Beendigung. Es geht nicht um die Gesellschaft als Ganzes, sondern um Dich als Person, als das scheinbare Einzelwesen darin, als das Du Dich wahrnimmst. Wer von ›der Gesellschaft‹ redet, hat eine gesichtslose Ansammlung von Individuen vor Augen, die als einzelne Glieder in der Kette nur unmaßgeblich ins Gewicht fallen und kaum über Macht verfügen, ein anonymes Irgendetwas. Es ist schon richtig, dass die Gesellschaft eine machtvolle Gruppenenergie verkörpert, die über ein ihr eigenes Gesamtbewusstsein verfügt, wie es sich mit jeder Art von Kollektiv verhält. Dieses Kollektivbewusstsein steht in ständigem Austausch und permanenter Wechselwirkung mit dem Bewusstsein seiner einzelnen Mitglieder. Das Gesellschaftsbewusstsein ist ein gewaltiges Energiekonglomerat, das permanent in Bewegung ist, sich jeder Veränderung anpasst und sich so ständig erneuert, aktualisiert und neu definiert.

Dies kann aber nur so sein, weil die Einzelwesen, die diese Gesellschaft ausmachen, real sind. Wo aber Realität ist ‒ Bewusstsein ‒ kann unmöglich Machtlosigkeit sein. Die Machtlosigkeit des Einzelnen ist eine Egoillusion, geboren aus dem Trennungswahn und die logische und direkte Folge davon. Wie jedes einzelne Glied über das Schicksal der ganzen Kette entscheidet, so ist auch die Macht des Einzelbewusstseins innerhalb dieser Gesamtenergie maßgeblich. Mit jeder Dir noch so geringfügig erscheinenden Bewusstseinsveränderung beeinflusst und veränderst Du die energetische Schwingung des Gesamtbewusstseins. Gottes Macht ist gänzlich in jedem seiner Teile, weil sein Zentrum überall ist. Der göttliche Fokus ist allgegenwärtig und so ist es auch seine gestaltbildende Kraft. Wer die Gesellschaft verändern will, der muss den einzelnen Menschen verändern.

Ein theoretisches, anonymes Irgendetwas kann keine Macht haben, nur was real ist, kann Realität hervorbringen. Was namenlos ist kann keine kreative Kraft haben und so gibt es in Gott keine Anonymität. Die Gesellschaft ist nicht namenlos, sie trägt die Energie der Identität all ihrer einzelnen Teile. Gott übersieht sich selbst nicht, in Ihm ist keiner seiner Aspekte geringer oder weniger gültig als ein anderer. Wie wir gesehen haben, ist nur das Ego einer Absurdität, wie des Übersehens göttlicher Wirklichkeit fähig. Gott selbst ist jedoch überall gleichermaßen machtvoll: Was überall in seiner Mitte ist, das ist auch immer und jederzeit im Brennpunkt seiner Macht.

Wahrhaft unermesslich ist die Unermesslichkeit Gottes. Wer also eine liebevolle Gesellschaft will, muss liebevoll sein. Um Umstände verändern zu können, muss man sie erkennen als das, was sie sind: Wirkungen, deren Ursache Du selbst bist. Somit kann die vielbeschworene Veränderung der Welt nur eine Frage der Wahrnehmungskorrektur jedes Einzelnen sein, eine Korrektur der Wahrnehmung seiner selbst. Jeder Mensch ist wahrhaft der Nabel der Welt:

Die Heilung der Welt ist eine Frage der Korrektur Deiner Selbstwahrnehmung. Macht kann nur von dort ausgehen, wo sie ist.

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, in Deiner Welt scheint es von allem zu wenig zu geben. Der innere Mangel, welcher der fehlerhaften Selbstwahrnehmung entspringt, manifestiert sich allerorten im Außen. Da der Mensch seine göttliche Vollkommenheit nicht anerkennt, kann er auch seiner Bedürfnislosigkeit nicht gewahr sein. Was könnte der brauchen, der alles ist?

Die Spiegelung des Mangels im Außen scheint den Realitätsgehalt und die Gültigkeit des Bedürftigkeitsprinzips zu bestätigen und vergrößert Eure Angst vor Entbehrung und Not. Das Einzige, was Euch und somit Eure Welt von dieser Illusion heilen und Fülle manifestieren kann, Eure Liebe zu Euch selbst und damit zu Euren Mitmenschen, kommt Euch abhanden bei der verzweifelten Jagd nach all dem, wovon nicht genug da ist: nicht genug Zeit, nicht genug Geld, nicht genug Arbeit, nicht genug Freizeit, nicht genug Altenheime, nicht genug Kindergärten, nicht genug Nahrung, nicht genug Trinkwasser, nicht genug Forschungsmittel, nicht genug Medikamente, nicht genug Spenderorgane, nicht genug Rohstoffe, nicht genug von Was-auch-immer. Tatsächlich fehlt es der Welt zur Heilung im Grunde und in Wahrheit ausschließlich an Liebe. Wo Liebe ist, besser gesagt, wo ihre göttliche Allgegenwart wahrgenommen wird, kann niemals Mangel herrschen. Wo Liebe ist, da ist Reichtum, Fülle, Überfluss.

Die Lösung Eurer Weltprobleme kann nur im Inneren gefunden werden und nur von hier aus kann jede Korrektur ihren Ausgangspunkt nehmen. Es ist eine Frage des Vertrauens in Gott und damit eine Frage der Selbsterkenntnis, inwieweit der Mensch es wagen will, sich nach innen zu wenden, sich nicht von den äußeren Erscheinungen hypnotisieren und auf eine falsche Spur führen zu lassen.

Die Gesetzmäßigkeiten, die individuell greifen, sind gleichermaßen auf kollektiver Ebene gültig. Alles, was kollektiv erfahren wird, wurde kollektiv in den materiellen Ausdruck gedacht. In der einen oder anderen Weise teilt die gesamte Weltbevölkerung die Erfahrung von Mangel. Diese Fehlwahrnehmung kann sich nur in dem Maße korrigieren, in dem die Illusion der Trennung geheilt und die Einheit mit Gott erkannt wird. Mangel ist Mangel, die spezifische Art des Mangels ist sozusagen Teil des Lokalkolorits einer bestimmten Gesellschaft. Wo es anderenorts an biologischer Nahrung fehlt, da fehlt es Euch vor allem an Lebensfreude und Herzensnahrung. Ihr genießt Euren Wohlstand nicht, weil Ihr Euch selbst nicht liebt. Und so ist das Einzige, wovon Ihr wirklich Überfluss habt, Mangel an Selbstliebe. Was aber der Mensch wirklich braucht, ist jedem zugänglich, der es sich nur zugestehen will:

Gottes Liebe ist immer und überall.

Wer von Euch wäre da, der nicht seinen eigenen Wert nach dem Stand seines Bankkontos bemisst. Du tust das nicht? Nun, sei Dir gewiss, dass Du es tust, wenn dies Dein Bewertungsmaßstab für deine Mitmenschen ist. Du kannst Deinem eigenen Urteil nie entfliehen. Willst Du erkennen, was Du glaubst, wer Du bist, dann verfolge Deine Spur in dem, was Du tust. Wovon glaubst Du, dass es stärker, größer und mächtiger sei als Du? Wer und was beherrscht Dich und Dein Leben? Was fürchtest Du, weil Du es stärker glaubst als Dich selbst? Suchst Du Deine Sicherheit in Versicherungspolicen, Vorsorgeuntersuchungen und Alarmanlagen?

Ein kollektiver Wahn wird nicht dadurch vernünftig und sinnvoll, dass er von einer Allgemeinheit anerkannt und betrieben wird. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich, dass es nicht etwa darum geht, irgendetwas von diesen Dingen zu ändern. Es geht uns hier einzig darum zu erkennen, was sie sind, um das Hinterfragen und Durchschauen der Denkkonzepte und Prämissen, auf denen sie beruhen. Was wenn nicht die Angst vor Mangel, der von ›außen‹ über Dich kommen kann, könnte diesen Konzepten Gültigkeit und Berechtigung verleihen? Wir kommen an späterer Stelle noch einmal auf diese Thematik zu sprechen.

Der Mensch lässt sich zunehmend vom Zeitdämon beherrschen. Indem Ihr versucht, Zeit zu ›gewinnen‹, jagt Ihr sie vor Euch her. Ihr seid Euch der alles beherrschenden Macht des Bewusstseins nicht bewusst. Da das Bewusstsein das Zentrum jeder gestaltbildenden Macht ist, könnt Ihr nur dadurch Zeit ›gewinnen‹, sie ›herstellen‹ und somit haben, wenn Ihr sie Euch nehmt. So einfach ist das – und so logisch!

Was Du Dir nicht zugestehst, das willst Du nicht und kannst Du somit auch nicht haben, weil Du es von dir wegstößt. Wer Zeit haben will, der muss sie wollen. Zeit ›einsparen‹ wollen ist jedoch das Gegenteil von Zeit ›zur Verfügung haben‹: Du kannst nicht gleichzeitig wollen und nicht wollen.

Die Zeit rennt Euch davon, weil Ihr sie zunehmend rafft. Wenn man Zeit rafft, dann verkürzt man sie. Wenn man Zeit ausdehnt, hat man ›mehr‹ davon. Mit Euren Kommunikationsmitteln legt Ihr fast weltweit das Lebenstempo fest und obwohl Ihr jetzt schon stöhnt und ächzt, erhöht Ihr weiterhin beständig die Geschwindigkeit Eurer Lebensrhythmen. Die logische Konsequenz ist, dass Ihr ›mehr‹ Leben, mehr Erfahrung, in eine Lebenszeit packt. Ihr lebt schneller, was Euch zwingt, ›rennenderweise‹ von Erfahrung zu Erfahrung zu hetzen. So überfordert Ihr Euch ständig selbst, weil Euch im wahrsten Sinne des Wortes ›die Zeit fehlt‹, Eure Erfahrungen zu integrieren, wie dies in früheren Zeiten vermehrt der Fall war.

Ihr habt Euch kollektiv zu dieser intensiven Erfahrungsbündelung entschieden und sie ist sowohl der Zeitqualität, als auch dem Gesamtbewusstsein der Gesellschaft angemessen. Nichts kann jemals sein, das der Art von Erfahrung, die Ihr zu machen Euch entschieden habt nicht dienlich wäre. Die logische Folge ist die, dass Ihr schneller altert.

In der Tat altert Ihr ungleich schneller als früher. Dies hat weder mit Eurer physischen Lebenserwartung noch mit biologischen Alterungsprozessen zu tun: Ihr ›altert‹ geistig schneller. Ihr altert schneller, weil Ihr mehr in einem gewissen Zeitraum durchlebt, als dies früher der Fall war. Die prägenden Kindheitserfahrungen werden im Zeitraffer absolviert, Kinder werden schneller erwachsen. Wo Menschen früher existentielle Lebenskrisen und Umbrüche hatten, da sind sie heute meist zeitlich vorgezogen. Dies bringt für Euch in jeder Lebensphase ganz spezifische Herausforderungen mit sich, da Ihr Euch selbst kaum noch die zeitlichen Freiräume für die Integration der jeweiligen Erfahrung zur Verfügung stellt.

Nun, mein lieber Freund, meine liebe Freundin, die Art und Weise, wie Du mit dieser Herausforderung umgehst, lehrt Dich viel über Deinen Blick auf Dich selbst. Wenn Du weißt, wer Du bist, dann weißt Du, dass ausnahmslos alles und jedes Dir gegeben ist, Dir zu dienen. Gott schuf die lineare Zeit, besser gesagt, das lineare Zeitempfinden, um dem Menschen eine Handlungsplattform für die spezifische Art von Erfahrung zu bieten, die zu machen er gewillt ist. Die lineare Zeit ist in dieser Dimension der Dualität das gottgegebene Werkzeug zur Integration von Prozessen der Bewusstseinserweiterung. Weil Ihr der linearen Zeit unterworfen seid, ist Bewusstseinserweiterung und damit Selbsterkenntnis, ein Prozess. Und weil es sich um Prozesse handelt, seid Ihr vom Zeitfaktor abhängig und auf ihn angewiesen. Damit Euch Zeit dienen kann, müsst Ihr sie haben: Zeit dient dem, der sie hat. Zeit hat, wer sie nutzt. Lineare Zeit ist, von höherer Ebene aus betrachtet, eine Illusion. Die einzig wirkliche Zeit ist das ewige Jetzt. Hier – und nur hier – ist der Fokus all Deiner schöpferischen Kraft und Macht.

Aus Sicht Deines Höheren Selbst ist Zeit nichts anderes, als eine linear angeordnete Abfolge von Liebeschancen.

Ihr einziger Zweck und Segen liegt in ihrer Verfügbarkeit für Deine Nutzung. Wenn Du keine Zeit hast, dann hat sie Dich, und aus Deinem Diener hast Du den Herrn gemacht. Wer sollte sich wem unterordnen? Wer sich die Zeit nicht unterordnet, weil er sich seiner Identität und damit der ›Rangordnung‹ nicht bewusst ist, der muss sich ihr unterwerfen. Weil Zeit die machtvollste feststehende Größe in Deinem Leben ist wäre es Dir dienlich, Deinen Umgang mit Deiner Lebenszeit zu überdenken und zu analysieren.

Indem Du erforschst wofür Du Zeit ›investierst‹ – und dies ist wahrhaft die wichtigste aller Investitionen, die Du in Deinem Leben tätigen kannst – gewinnst Du Klarheit darüber, was Du über Dich selbst glaubst. Du definierst Dich selbst über das, was Du tust und mit Deiner Zeit anfängst. Es geht um die Erkenntnis der Rangordnung Deiner Prioritäten, die Dir direkten Aufschluss darüber liefert, wie Du Dich selbst siehst. Was hat welchen Stellenwert? Wie definierst Du Dich und inwieweit ist Dein Bild Deiner selbst in Einklang mit Deiner gelebten Wirklichkeit? Der Mensch versteht das Wesen der Zeit nicht. Zeit tut, was man ihr sagt. In dem Maße, in dem Du ›Deine‹ Zeit in Ehren hältst, hältst Du Dich selbst in Ehren. Wenn Du Dir die Zeit, die Dein Geschenk ist und so verstanden sein will, zum Feinde machst, dann wird sie Dir ein unerbittlicher Gegner, weil Du Dir selbst einer bist.

Wer sein Leben ständig beschleunigt, kommt nicht umhin, sich selbst hinterherzulaufen. Wer klug ist, der findet zurück zu sich selbst und macht die Zeit zu seinem Verbündeten. Zeit ist dessen Freund, der sich nach sich selbst richtet und somit die Prioritäten neu definiert und unmissverständlich festlegt.

Die jedem Menschen eigene ›innere Uhr‹ ist Teil seiner individuellen Persönlichkeitsprägung und läuft ihm nie zuwider. Sie ist Teil der Identität und somit gebühren ihr Ehre, Respekt und Anerkennung. Dein ganz persönlicher Erfahrungsrhythmus ist ein ebenso gültiger Aspekt Deiner Wesenheit, wie Deine physische Erscheinung.

Wie wir gesehen haben, ist der gottgegebene Zweck der Zeit die Bereitstellung von Liebesgelegenheiten. Nun, auf sehr tiefer, subtiler Ebene verwechselt Ihr Geld mit Liebe. Warum sonst würdet Ihr den Grossteil Eurer Zeit mit seiner Beschaffung verbringen? Mit diesem verdienten Geld versucht Ihr dann, das Liebesdefizit in Euch auszugleichen und Euch sozusagen zu ›entschädigen‹. Und dann wundert sich so mancher Mensch, warum am Ende des Lebens noch so viel (nicht gelebte) Liebe übrig ist.

Die meisten Menschen behaupten im tiefsten Brustton der Überzeugung, dass man die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht für Geld kaufen kann. Warum aber hört der Mensch selbst dann nicht mit seinen Beschaffungsmaßnahmen auf, wenn sein physisches Dasein längst sicher gestellt ist? Hier tritt die unbewusste Verwechslung deutlich und unverschleiert zu Tage. Wo ein Konzept zum Selbstzweck wird, muss es im Grunde und in Wahrheit um etwas anderes gehen, denn nur Liebe kann wahrhaft Selbstzweck sein. Geld ist weder gut noch schlecht. Geld ist, erst einmal, eine völlig neutrale Energieform. Das Einzige, das es in irgendeiner Weise besonders erwähnenswert macht ist die Tatsache, dass Ihr ihm so große Bedeutung zugesteht. Das Interessante an Geld, an allem, ist Dein Interesse daran.

Der intellektuelle und emotionale Energieaufwand, den Du in die Sache investierst, ist weitaus erforschenswerter als die Sache selbst. Es geht um die Erkundung der Gründe, wieso Du dieses gewaltige Energiepotenzial in diese Richtung lenkst. Geld ist, wie alles, neutral, aber es wird dann ›schlecht‹, wenn Du es Dir zum Feinde machst. Das tust Du, wenn Du es überforderst. Jedes Mal, wenn Du Dir Glück von Geld erhoffst, überforderst Du es maßlos in Deinem Anspruch. Dich selbst überforderst Du, wenn Du etwas dort suchst, wo es nicht gefunden werden kann, weil es dort nicht ist:

Geld ist nicht Liebe.

Geld ist nichts als eine Idee in Euch und sie ›funktioniert‹ nur deshalb, weil Ihr diese Idee gemeinsam akzeptiert habt. Geld ist in Eurer Welt das verhätschelte Kind der Dualität, denn es steht für alles, was aus der Illusion der Trennung geboren ist: Mangel und Angst vor Entbehrung. Was aber aus Illusion geboren ist, kann selbst nur Illusion sein. Wie alle Aspekte der Illusion vergeht es. Was aber der Vergänglichkeit anheim fällt, kann nicht Teil Deiner ewig gültigen Wirklichkeit sein. Da Du ewig bist, kann nur das Ewige Teil Deiner Identität sein. Was nicht Teil von Dir ist, kann Dich nicht an die Wahrheit über Dich zurückerinnern und somit kann es Dich unmöglich glücklich machen. Und so liegt die Unverträglichkeit von Glück und Geld in der Natur der Sache als solche: Geld ist nicht Liebe!

Ein untrügerischer Beweis dafür, dass Du Dein Glück niemals im Geld finden kannst, liegt in der einfachen Tatsache, dass Du es nicht gerne weggibst. Wie aber könnte Dir etwas Glück bescheren, das Du nicht mit Freude aus Dir herausströmen lässt? Wundert es Dich nicht, dass Du ausgerechnet das, was Dir das Wichtigste und Wertvollste in Deinem Leben ist – Deine Liebe – am liebsten weggibst? Sie ist Dein wertvollster Schatz und dennoch käme es Dir völlig unsinnig vor, sie für Dich behalten zu wollen und an ihrer Ausdehnung zu hindern.

Es liegt in der Natur von Alles-was-Ist, sich auszudehnen, sich wegzugeben, sich zu verschenken und sich dennoch und gerade dadurch selbst zu vergrößern und zu erweitern. Gott ist ewige Ausdehnung seiner selbst, niemals wird Er ›weniger‹. Was sich nicht vermehrt, wenn es weggegeben wird, kann nicht wirklich sein.

Alles was wirklich ist wird mehr, wenn es sich verschenkt.

Geld hat, genau wie Zeit, in Deinem Leben genau so viel Macht über Dich, wie Du ihm einräumst. Du bist mehr als bunt bedrucktes Papier, denn Geld ist nicht Liebe. Du aber bist Liebe. Weil Du Geld für Liebe hältst, fürchtest Du seinen Mangel. Wer sich selbst als die Liebe erkennt, die er ist und sie sich somit zugesteht, wird niemals Mangel und Entbehrung fürchten. Da ewige Sicherheit nur in Deiner göttlichen Identität gefunden werden kann, kannst Du sie niemals im Außen finden und anhäufen. Genauso, wie die Illusion der Bedrohung der inneren Fehlwahrnehmung Deiner selbst entstammt, entspringt die Erkenntnis Deiner Sicherheit dem direkten Blick auf Deine Göttlichkeit.

Geld ist für Dich wahrlich ein Segen, denn es ist, mehr als jede andere Illusion, eine Energie, die Dir erlaubt, den Unterschied zwischen Haben und Sein zu erforschen und dadurch Deine wahre Natur zu ergründen. Was Du hast, das ist außerhalb von Dir und deshalb kann Haben nur eine Illusion sein. Es gibt kein ›Außerhalb‹. Was Du aber bist, das ist Teil von Dir und somit ewig Dein. Weil Haben immer nur ein Konzept im Außen sein kann, kann nichts, was käuflich ist, bis in Deine Seele reichen. Dennoch ist es genau das, was Du Dir von den Dingen, die Du kaufst, erhoffst.

Wie wir bereits festgestellt haben, liegt der Fluch des Geldes, wenn es denn einen gibt, nicht in ihm selbst, das tut es nie. Der Fluch liegt vielmehr in der Tatsache, dass Du es überforderst. Du sprichst ihm Attribute und damit Macht zu, die es nicht hat und nicht haben kann. Nur Liebe kann bis in die Tiefen Deiner Seele reichen, weil sie selbst Liebe ist. In der Seele, dem göttlichen Zentrum Deiner selbst, ist nichts anderes wirklich und deshalb auch nichts anderes von Bedeutung.

Wir haben klargestellt, dass Geld als solches eine vollkommen neutrale Energie ist. So ist auch der materielle Reichtum an sich ein völlig neutrales Energieumfeld: Reiche Menschen sind dem Himmel weder näher noch ferner als arme. Beide sind gleichermaßen geehrt für die Schwere der Herausforderung, die sie sich aufbürden, denn wahrlich, sie ist dieselbe. Beide unterliegen in gleichem Maße denselben Risiken der Täuschung. Doch genauso wenig wie Armut ›die Himmelstür ölt‹, verschließt der Reichtum sie.

Wie jede andere materielle Erscheinung ist Geld ein Identifikationsmittel, je nachdem, wie Du Dich in Relation dazu definieren willst. Du kannst es ebenso zur Manifestation Deiner göttlichen Wirklichkeit benutzen, wie Du es zu ihrer Verleugnung missbrauchen kannst. Alles, was ohne Liebe gebraucht wird, ist missbraucht. So geht es auch beim Umgang mit Geld nicht um die Sache als solche, sondern um das, was er Dir und anderen über Dich selbst sagt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, dem einzig richtigen, nimmt es den Stellenwert ein, den es tatsächlich hat: Geld ist immer nur Mittel zum Zweck und kann niemals wirklicher Selbstzweck sein. Es kann niemals einen Ersatz für Liebe geben, weil es in Wirklichkeit nichts außer Liebe gibt.

Nichts, was nicht Liebe ist, ist wirklich.

Es gibt keinen Ersatz für Liebe.

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