Kitabı oku: «So schlank wie ich will!»

Yazı tipi:

Das Buch

Was hilft wirklich dauerhaft zum Wunschgewicht? Metabolic Balance, Weight Watchers oder Brigitte-Diät? Arginin, Chitosan, Low Carb oder irgendein anderes Wundermittel? Oder eher Homöopathie, Hypnose oder gar ein chirurgischer Eingriff? Brigitte van Hattem hat Dutzende von Diäten, Substanzen und Ernährungsprogrammen unter die Lupe genommen und mehr als 5 Jahre lang Hunderte von Abnehmwilligen über ihre Erfahrungen befragt. Das Ergebnis: Es gibt sie tatsächlich – Diäten, die ihr Geld wert sind und auf Dauer zum Erfolg führen. Nur sind die Wege so unterschiedlich wie die Menschen, denn nicht jede Diät passt zu jedem „Typ“.

Die über 60 authentischen Erfahrungsprotokolle geben Orientierung im Diäten-Dschungel und machen Mut und Lust, die eigene „Ideal-Diät“ zum Wunsch- und Wohlfühlgewicht zu finden.

Die Autorin

Brigitte van Hattem ist Hörfunk- und Medizinjournalistin, arbeitete für Funk und Fernsehen und schreibt seit über zehn Jahren für Zeitschriften. Schwerpunktthema ist Medizin mit all ihren Aspekten; dazu gehört auch das große Thema Übergewicht. Brigitte van Hattem lebt und arbeitet in Süddeutschland.

Brigitte van Hattem

So schlank wie ich will!

Wege zum Dauerwohlfühlgewicht


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Die Autorin

Titel

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Warum wird jemand überhaupt zu dick?

Gibt es eine Pille gegen Übergewicht?

Kapitel 1 Den Körper bewegen

Minus 25 Kilo: Karin (39)

Minus 16 Kilo: Bernd (40)

Minus 20 Kilo: Hera (45)

Minus 12 Kilo: Inge (50)

Kapitel 2 Training im Studio

Minus 62 Kilo: Kirsten (41)

Minus 40 Kilo: Andrea (46)

Minus 26 Kilo: Renate (50)

Minus 18 Kilo: Brigitte (48)

Minus 43 Kilo: Jeanette (53)

Minus 27 Kilo: Heidrun (23)

Minus 25 Kilo: Eleonore (35)

Kapitel 3 Gruppen ohne Ersatzmahlzeiten

Minus 24 Kilo: Selina (32)

Minus 36 Kilo: Ursula (49)

Minus 23 Kilo: Hanna (44)

Minus 50 Kilo: Anita (33)

Minus 33 Kilo: Katja (43)

Kapitel 4 Gruppen mit Ersatzmahlzeiten

Minus 70 Kilo: Sabine (43)

Minus 40 Kilo: Camilla (50)

Minus 50 Kilo: Dr. Angelika Schaller (54)

Minus 35 Kilo: Petra (37)

Kapitel 5 Ersatzmahlzeiten

Minus 12 Kilo: Katja (56) und Werner (58)

Minus 22 Kilo: Carla (54)

Minus 14 Kilo: Daniela (39)

Kapitel 6 Internet

Minus 23 Kilo: Barbara

Minus 25 Kilo: Gertrud (45)

Minus 20 Kilo: Katrin (41)

Minus 16 Kilo: Marianne (40)

Kapitel 7 Wenig Fett

Minus 57 Kilo: Susanne Schmidt (55)

Minus 25 Kilo - Lioba (36)

Kapitel 8 Wenig Kohlenhydrate

Minus 50 Kilo: Annemarie (65)

Minus 23 Kilo: Lydia (43)

Minus 13 Kilo: Judith (24)

Minus 40 Kilo: Bettina (50)

Minus 22 Kilo: Gisela (57)

Minus 60 Kilo: India (42) und Neris (44)

Minus 20 Kilo: Birgit (48)

Kapitel 9 Eingriffe in den Fettstoffwechsel

Minus 25 Kilo: Eveline (34)

Minus 43 Kilo: Sabine (41)

Minus 50 Kilo: Sonja (25)

Minus 16 Kilo: Sabrina (43)

Minus 30 Kilo: Ricarda (25)

Minus 32 Kilo: Ayse (39)

Kapitel 10 Exoten

Minus 10 Kilo: Irina

Minus 70 Kilo: Antje (32)

Minus 16 Kilo: Marianne (60)

Minus 28 Kilo: Marion (47)

Minus 30 Kilo: Angela (32)

Minus 22 Kilo: Helga (63)

Kapitel 11 Adipositas-Chirurgie

Magenverkleinerung

Magenband-Operation

Magenballon

Der Magenbypass

Kostenübernahme

Minus 90 Kilo: Iris Paul-Feußner

Minus 75 Kilo: Lea

Minus 57 Kilo: Ramona Gerbing

Minus 53 Kilo: Inka (36)

Minus 57 Kilo: Anke (57)

Minus 100 Kilo: Alexandra

Minus 65 Kilo: Ilona (40)

Minus 68 Kilo und minus 103 Kilo: Heidi (29) und Achim (32)

Minus 96 Kilo: Ulrich (46)

Danksagung

Literatur, Quellen und Links

Impressum

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt viele verschiedene Methoden, Gewicht zu verlieren. Der eine schafft es mit einem geänderten Freizeitverhalten, der andere braucht eine Gruppe, der nächste gezieltes Coaching. Auch eher exotische Methoden wie Hypnose oder Homöopathie haben ihre Berechtigung, genauso wie die Adipositas-Chirurgie, die bei massivem Übergewicht helfend eingreifen kann.

Aber weil kein Mensch dem anderen gleicht, muss jeder seinen eigenen Weg zum Wohlfühlgewicht finden. Dabei will dieses Buch Hilfestellung leisten – aber auch gleichzeitig dazu anregen, vielleicht einmal einen ganz anderen Weg zu beschreiten. Lassen Sie sich von den vielen, vielen Erfolgsmeldungen motivieren und inspirieren!

Seit fünf Jahren stelle ich in den Frauenzeitschriften „Frau im Blick“ und „Das Beste für die Frau“ (beide Conpart-Verlag Hamburg) auf jeweils zwei Seiten Frauen vor, die mit Hilfe irgendeiner Methode abgenommen haben. Mittlerweile habe ich mit Hunderten von Frauen und einigen Männern gesprochen, die einen mehr oder weniger weiten und schweren Weg hinter sich hatten. Ein paar von ihnen haben ihr Gewicht sogar halbiert. Je krasser ihre Gewichtsabnahme war, desto mehr hat sich das Leben dieser Menschen verändert. Und desto wichtiger war es für sie, abzunehmen.

So unterschiedlich die Wege dieser einzelnen Menschen auch waren, zu ihrem Ideal- oder Wohlfühlgewicht zu kommen, ein paar Dinge hatten sie alle gemeinsam. Die meisten von ihnen ignorierten ihr Übergewicht lange Zeit oder behaupteten, sich trotz allem wohlzufühlen. Erst als sie abgenommen hatten, gaben sie freimütig zu, „sich selbst in die Tasche gelogen zu haben“.

Viele Übergewichtige kamen an einem ganz besonderen Tag aufgrund eines ganz besonderen Ereignisses an den Punkt, an dem sie sagten: „So geht es nicht mehr weiter! Jetzt fange ich ein neues Leben an!“ Das war einmal der Moment, als im Flugzeug der Anschnallgurt peinlicherweise nicht mehr zuging und die Stewardess eine Sonderanfertigung bringen musste. Das war aber auch einmal die Bemerkung des eigenen Kindes, das plötzlich zugab, sich für einen zu schämen. Einmal waren es die Urlaubsfotos, die frisch entwickelt auf dem Tisch lagen und schonungslos zeigten, was sich die Frau bislang nicht eingestanden hatte - nämlich dass sie viel zu dick ist.

Bis hier ähneln sich alle Geschichten. Doch welchen Weg die Übergewichtigen dann gehen, um ihre Pfunde loszuwerden, ist ganz unterschiedlich. Manchmal beschließen ganze Familien, abzunehmen, manche schließen sich Gruppen an, manche motivieren sich auf eine ganz bestimmte Art und Weise, andere ziehen Experten zu Rate, lassen sich das Blut untersuchen oder homöopathische Mittel spritzen, und und und. Viele Wege führen nach Rom, und manchmal schlagen Übergewichtige auch Wege ein, die ich persönlich niemals gehen könnte. Aber schlussendlich heiligt der Zweck oft die Mittel.

Nicht immer ist alles glatt gelaufen. Es gibt Geschichten hinter den Geschichten. Sie eignen sich selten für die Veröffentlichung in einer Frauenzeitschrift, sollen aber hier erzählt werden.

Obwohl alle meine Interviewpartner einer Veröffentlichung zugestimmt haben – wofür ich mich nochmals ganz herzlich bedanken möchte - habe ich für dieses Buch ihre Namen verändert und ihre Wohnorte weggelassen. Nur die Namen der Frauen, die selbst Bücher über ihre Erfahrungen beim Abnehmen geschrieben haben und auch die Namen von Menschen, die im öffentlichen Leben standen oder stehen, habe ich belassen.

Was das Alter der Frauen anbelangt, so habe ich das Alter angegeben, das sie hatten, als ich mit ihnen das Interview führte. Was ihre Abnehmerfolge angeht, so habe ich niedergeschrieben, was die Frauen mir selbst gesagt haben. Ich habe das nicht hinterfragt und nicht überprüft, ich habe niemanden auf die Waage gestellt oder Zeugen befragt, ob die Angaben auf das Gramm genau stimmen. Ich habe auch niemals infrage gestellt, ob eine bestimmte Gewichtsabnahme in einer bestimmten Zeit medizinisch möglich sein kann. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der menschliche Körper keine genormte Maschine ist und es immer wieder Menschen gibt, die mehr oder weniger schnell abnehmen als andere - so wie es Menschen gibt, die mehr oder weniger schnell zunehmen.

Warum wird jemand überhaupt zu dick?

Besonders nach Schwangerschaften, bei Hormonbehandlungen und in Zeiten schwerer Krankheiten kann Menschen die Kontrolle ihres Gewichts entgleiten. Bei manchen tut auch die genetische Veranlagung ein Übriges. Mittlerweile gibt es auch Forschungen, die beweisen, dass Adeno-Viren Übergewicht auslösen können. So wurde ein Vertreter dieser Virengruppe (Ad-36) bei fettleibigen Kindern und Erwachsenen häufig nachgewiesen.

Die Beweise sind erdrückend: Im Tierversuch legten Hühner oder auch Mäuse nach einer Infektion mit dem Virus etwa 70 Prozent mehr Speck an. Auch Kinder, bei denen man eine Infektion mit dem Virus nachweisen konnte, waren viel dicker als Kinder, die nicht infiziert waren.

Es wäre nicht das erste Mal in der Medizingeschichte, dass eine Krankheit – in diesem Fall die Adipositas – durch eine Infektion erklärt werden könnte, die bislang einem unsteten Lebensstil oder der Psyche angelastet wurde. Man erinnere sich zum Beispiel an das Magengeschwür, das stets Cholerikern angedichtet wurde, von dem aber mittlerweile bekannt ist, dass ein Keim namens Helicobacter wesentlicher Mitverursacher ist.

Auch die Theorie vom guten und vom schlechten Futterverwerter gilt mittlerweile als belegt. Es besteht schon lange die Vermutung, dass manche Bakterien im Darm Ballaststoffe zersetzen können, die durch ihre Unverdaubarkeit eigentlich keinen Beitrag zur Energiezufuhr leisten. Doch diese Bakterienstämme können Ballaststoffe zu Fettsäuren abbauen, die dann resorbiert werden und so zusätzliche Kalorien bringen. Die Natur meinte es mit diesem Futterverwerter gut, denn aus wenig Nahrung möglichst viel Energie ziehen zu können, ist eine Grundvoraussetzung, um in Mangelzeiten zu überleben. In Zeiten des Überflusses begünstigt sie jedoch die Ansammlung der ungeliebten Fettpolster.

Wie Übergewicht überhaupt entsteht, darüber gibt es ständig andere Theorien. Und viele Theorien darüber, wie man dagegen angehen kann. Das bezeugen auch die vielen Diätratgeber auf dem Markt, die über die Jahre immer wieder andere Tipps gegeben haben: Mal waren die Kohlenhydrate schuld am Dicksein, mal die Fette, mal die Mischung. Vermutlich sind alle Theorien richtig, treffen aber einfach nicht auf jeden zu. Was für den einen stimmig ist, kann für den anderen bloßer Unsinn sein. Dennoch versuchen die meisten Ratgeber, alle über einen Kamm zu scheren. Dabei gibt es nichts Individuelleres als den eigenen Körper. Genauso individuell muss der Weg sein, um abzunehmen.

Gibt es eine Pille gegen Übergewicht?

Nach all meinen Erfahrungen muss ich diese Frage leider verneinen. Es gibt ja noch nicht einmal einen Königsweg, der für alle den gleichen Effekt hat. Selbst Sport schützt – leider – nicht vor Übergewicht. Wird nach dem Training hemmungslos drauflos gefuttert, schlägt die Schweinshaxe bei Läufern genauso an wie beim Couch-Potatoe. Selbst eine dauerhafte Umstellung der Ernährung garantiert uns keine Traumfigur.

Es muss bei allem Fortschritt doch irgendjemand geschafft haben, diätetische Sünden mittels einer kleinen, möglichst nebenwirkungsarmen Pille ungeschehen zu machen! Tatsächlich lässt der verzweifelte Griff nach pharmazeutischer Hilfe bei Übergewicht bei den Pharmafirmen die Kassen klingeln.

Bärbel Drexel beispielsweise, Dirndl-Trägerin beim Münchener Einkaufssender HSE Home Shopping Europe, hat uns 2003 sogenannte Low Carb-Presslinge angeboten, die sie angeblich „nur für uns“ aus ihrem Urlaub mitgebracht hatte. „Wenn Sie die nehmen, dann können Sie bis zu 2.000 Kohlenhydratkalorien essen, ohne dass sie anschlagen“, erklärte Drexler vollmundig und ohne über das Wortungetüm „Kohlenhydratkalorien“ zu stolpern. „…Also, wenn Sie mal was vorhaben, eingeladen sind, zu einer Hochzeit oder so, da ist das ideal!“ Doch wenn es das Zaubermittel schlechthin gewesen wäre, auf das wir alle gewartet haben, warum hat sie es nicht selbst genommen? Sie ist schließlich auch nicht gerade zierlich.

Vermutlich handelt es sich hierbei um ein Faserstoff-Produkt, das Kohlenhydrate im Darm bindet. Meist führe das zu fürchterlichen Blähungen, so Dr. Harry König, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde in Karlsruhe. „Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einer Unterzuckerung!“

Als ähnlich unangenehm hat sich auch das verschreibungspflichtige Medikament Xenical erwiesen. Es wurde 1998 auf dem europäischen Markt zugelassen und soll dafür sorgen, dass das Fett unserer Schweinshaxe gar nicht erst verstoffwechselt wird. Tatsächlich hemmt der in Xenical enthaltene Wirkstoff Orlistat das im Darm vorkommende fettspaltende Enzym Lipase. So kann nur noch etwa 60% des aufgenommenen Fettes vom Körper verwertet werden. Die Folge: fettige und flüssige Stühle, Blähungen und andere Magen-Darm-Beschwerden. Lohn der Mühe: Amerikanischen Studien zufolge soll Xenical in Verbindung mit einer fettarmen (!) Diät und Bewegung tatsächlich zu einer Gewichtsabnahme führen. Doch wird die Diät gelockert, ist auch das mit Xenical verlorene Gewicht schnell wieder drauf. Und auch hier warnt der Fachmann: „Fettlösliche Vitamine, wie beispielsweise das Vitamin E, bleiben bei Xenical auf der Strecke“, so Dr. Harry König.

Die preiswerte Alternative gibt’s rezeptfrei in der Apotheke und heißt Formoline L 112. Der Inhalt: Chitosan. Was Ernährungsmediziner und Ernährungswissenschaftler lange vermuteten, hat eine wissenschaftliche Studie bewiesen: Der angebliche „Fettmagnet“ Chitosan macht nur den Geldbeutel schlanker. „Die aus Krabbenschalen gewonnene Substanz bewirkt keinen klinisch signifikanten Gewichtsverlust im Vergleich zu einem Placebopräparat“, so der Artikel im International Journal of Obesity 2004.

Zu dem gleichen Ergebnis kamen auch die Autoren eines Übersichtsartikels zur Bewertung verschiedener Schlankheitsmittel in der anerkannten Fachzeitschrift „Ernährung & Medizin“. „Den chito­sanhaltigen Medizinprodukten fehlt ein wissenschaftlich fundierter Leistungsnachweis, so dass deren Rechtmäßigkeit in Frage gestellt werden muss“, so Mitautor Professor Dr. N. Andreas von der Universität Hannover.

Eine weitere Pille auf dem Schlankheitsmarkt heißt Reductil und greift als Appetitzügler in den Stoffwechsel unseres Gehirns ein. Wir fühlen uns satt, kämpfen aber mit teils heftigen Nebenwirkungen. „Die Patienten klagen über Verstopfung, Übelkeit, Mundtrockenheit und Schlaflosigkeit, ihnen ist schwindlig, sie haben Schweißausbrüche, einen erhöhten Blutdruck und einen schnellen Puls“, beschreibt Dr. Harry König das Martyrium der Abnehmwilligen.

Die Zauberpille ganz ohne Nebenwirkungen könnte aus einer ganz anderen Richtung kommen. Dr. Jürgen Reimann, Sachverständiger für Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Lebensmittel und Fachapotheker für Arzneimittelinformation und pharmazeutische Analytik in München verweist auf das große Geheimnis des Ex-Brustschwimm-Weltmeisters Mark Warnecke: „Er hat mit Hilfe von Aminosäuren innerhalb kürzester Zeit 18 Kilogramm abgenommen, gleichzeitig Muskulatur zugelegt und seine Leistung hat nicht darunter gelitten.“

Aminosäuren stehen in vielen Bereichen der Gesunderhaltung hoch im Kurs. „Sie können eine ganzheitliche Adipositastherapie mit reichlich Bewegung wirksam unterstützen“, kommentiert Professor Dr. Jürgen Spona, Aminosäurenexperte aus Wien und wissenschaftlicher Beirat der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik. Dabei fördern sie zum einen die Fettverbrennung und zügeln gleichzeitig den Appetit. Bei diesen Prozessen spielen vor allem die Aminosäuren Arginin, Ornithin, Lysin und Phenylalanin eine entscheidende Rolle. „Arginin, Ornithin und Lysin gelten als Stimulanzen des Wachstumshormons, das die Fettmobilisierung und Fettverbrennung fördert“, erläutert Professor Spona. Phenylalanin stimuliert die Produktion eines weiteren Hormons, nämlich die des Cholecystokinins, von dem bekannt ist, dass es den Hunger dämpft.

So richtig überraschen dürften diese neuen Erkenntnisse eigentlich nicht, denn Aminosäuren sind Eiweißbausteine und eine eiweißreiche Ernährung kam in den letzten Jahren nicht nur in Sportlerkreisen zu Ruhm und Ehre. In einem von dem Fernsehsender RTL 2005 ausgerichtetem Diät-Duell traten vier Teams gegeneinander an: Low Carb gegen Weight Watchers gegen Brigitte-Diät gegen Strunz forever young. Bei Low Carb wird auf Kohlenhydrate wie Brot, Reis und Nudeln verzichtet, Obst, Gemüse und Salat sind jedoch Bestandteil der täglichen Ernährung. Die Weight Watchers geben ihren Lebensmitteln Punkte, von denen sie eine Gesamtzahl am Tag nicht überschreiten dürfen. Die Brigitte-Diät setzt auf ein Kalorienlimit bei einer insgesamt fettarmen Ernährung, während die Strunz forever young Diät Eiweiß und viel Bewegung zu den Abnehm-Garanten erklärte.

Der klare, aber überraschende Sieger dieses Diät-Duells war das Team um Dr. Strunz. Die Probanden hatten schon nach zwei Monaten über 18 Kilo mehr als jedes der anderen Teams abgespeckt. Damit wurde zum ersten Mal bewiesen, wie wichtig sowohl ein hoher Eiweißanteil in der täglichen Ernährung als auch regelmäßig betriebener Sport für die schlanke Linie ist. Tatsächlich finden sich in diesem Buch auch einige Fallbeispiele von Frauen, die mit einer eiweißreichen Diät einfach und wirkungsvoll abgenommen haben.

Dass Eiweißstoffe beim Abnehmen helfen, bestätigt auch der Internist und Orthomolekular-Experte Dr. Friedrich Douwes aus Bad Aibling, der seinen Patienten gelegentlich ein entsprechendes Präparat empfiehlt. „Gleichzeitig wird auch die Libido angeregt, was den Effekt noch unterstützt“, schmunzelt der Wahlbayer, der jedoch – zugegeben – auch ständig gegen die Zentnerlast der eigenen Pfunde kämpft.

Und auch Nahrungsergänzungsmittelexperte Dr. Jürgen Reimann entspricht rein äußerlich dem Bild eines „ganzen Mannes“ und trägt Bauch. Aber er sieht es gelassen. „Glauben Sie mir, wenn es wirklich ein Mittel gäbe, das dagegen hilft, würde ich anders aussehen!“, sagte er mir im Interview.

Aber: Es gibt Menschen, die trotz der fehlenden Wunderpille abgenommen haben. Lesen Sie, wie sie es geschafft haben und suchen Sie sich von den vielen aufgezeigten Wegen den Weg aus, der Ihrer sein kann. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute dabei!

P. S.: Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Ihr eigener Weg zur Gewichtsabnahme anders aussah, aber erfolgreich war, dann schreiben Sie mir bitte.

Brigitte van Hattem

Kapitel 1
Den Körper bewegen

Wer jahrelang keinen Sport getrieben hat oder in der Schule schon eine „sportliche Niete“ war, tut sich schwer mit dem Ratschlag, sich mehr zu bewegen. Daher haben wohl auch die meisten Frauen, mit denen ich gesprochen habe, erst dann mit Sport und Bewegung angefangen, nachdem sie abgenommen hatten. Doch es gibt auch Menschen, die abnehmen, weil sie sich mehr bewegen. Von ihnen handelt dieses Kapitel.

Minus 25 Kilo: Karin (39)

Die hübsche blonde Frau, die mir die Tür öffnet, trägt einen roten Kaftan über locker sitzenden Jeans. „Das passt noch am besten!“, erzählt sie, fast ein wenig entschuldigend. Denn Karin aus R. hat in den letzten Monaten ganz unabsichtlich nebenbei 25 Kilo abgenommen – und muss dringend wieder neue Kleider einkaufen!

Als Kind war die 1,60 Meter große Karin eine Sportskanone. „Ich spielte acht Jahre lang Fußball, ging elf Jahre ins Ballet und machte fünf Jahre lang Leistungssport an den Geräten. Gewichtsprobleme hatte ich damals gar keine!“ Doch mit zwanzig war Schluss: Zahlreiche Knieverletzungen zwangen Karin, ihren geliebten Sport aufzugeben. „Aber ich hatte immer noch ein Pferd und ritt viel!“, erinnert sie sich.

Vor vier Jahren war bei Karin dann alles im Umbruch. Das Pferd musste eingeschläfert werden, sie trennte sich von ihrem langjährigen Freund und lernte ihren jetzigen Ehemann Hendrik kennen. Weil die beiden Kinder wollten, unterzog sich Karin einer Hormonbehandlung. „Ruckzuck habe ich zugenommen!“ Trotz zahlreicher Diäten konnte Karin diesen Prozess nicht stoppen.

Obwohl Karin lange Zeit nur für ihren Beruf gelebt hatte, wurde ihr gekündigt, nachdem sie ihrem langjährigen Arbeitgeber mitgeteilt hatte, dass sie von nun an regelmäßig zu Untersuchungen und zur Befruchtung nach Heidelberg fahren müsse. Sie musste sich Kommentare wie „mit Ihnen kann man dann ja gar nicht mehr rechnen!“, und sie sei „für so einen kleinen Betrieb nicht mehr tragbar“ anhören und erhielt nach ihrer zweiten künstlichen Befruchtung am 20.03.2006 die Kündigung – ohne Angabe eines Grundes. Jetzt fehlte jegliche Bewegung und jegliche Motivation – Karins Gewicht stieg weiter!

Die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gestaltete sich für Karin schwieriger als gedacht. Ein Jahr lang klapperte sie alle Arztpraxen in der Umgebung ab – vergeblich. Wie gut, dass wenigstens Hendrik eine gute Stelle als Bauhelfer hatte. Doch dann geschah ein schwerer Unfall: Karins Mann fiel bei seiner Arbeit vom Gerüst. Tagelang bangte Karin um Hendriks Leben. Als klar war, dass Hendrik durchkommt, kam die nächste Schreckensnachricht: Sein rechtes Bein war so kompliziert gebrochen, dass er nie wieder als Bauhelfer arbeiten kann. Zwei Jahre lang konnte er sich nur mit Krücken fortbewegen.

In dieser schweren Zeit bekam Karin die Nachricht, dass ihr Hartz IV nicht bewilligt wird. „Man fand, dass wir von dem Krankengeld meines Mannes beide gut auskommen müssten!“ Doch fast die Hälfte des Geldes zahlten die beiden schon allein für die Miete. Karin war verzweifelt: „Ich hätte sofort bei einem Arzt, in einem Krankenhaus oder sogar in einer Zeitarbeitsfirma angefangen – aber mich nahm einfach niemand!“

Oft bekam Karin zu hören, sie sei überqualifiziert! Dabei stellte sie längst keine Ansprüche mehr und hätte jeden Job genommen, der sich ihr bot. Unterdessen nahm Karin stressbedingt mehr und mehr zu: „Die Waage stand zum Schluss bei 89,9 Kilo – da habe ich mich nicht mehr gewogen!“

Die Wende kam mit ihrem neuen Job. Nach langer Arbeitssuche begann Karin im September 2007 bei der Post als Briefträgerin. „Am Anfang hatte ich ganz schön Muskelkater – das viele Laufen!“, erinnert sie sich. Doch langsam baute Karin Beinmuskulatur auf und wurde immer fitter. Seit Dezember arbeitet sie nicht mehr nur als Austrägerin, sondern sortiert in der Frühschicht die Post auch in die entsprechenden Fächer. Das bedeutet, dass sie um 03.30 Uhr morgens aufstehen muss!

„Mein ganzer Tagesablauf hat sich umgestellt! Ich bewege mich jetzt viel und bin an der frischen Luft – das tut mir gut. Doch zum Essen komme ich dabei nicht! Ich esse erst abends richtig, mit meinem Mann zusammen.“ Ganz ohne Diät hatte Karin in vier Monaten 25 Kilo abgenommen! „Am Anfang habe ich das gar nicht gemerkt, denn zunächst wurde ja alles nur straffer! Aber dann haben mich immer wieder Leute darauf angesprochen. Da habe ich mich wieder gewogen. 65 Kilo!“, strahlt sie.

Dieses Fallbeispiel hat mir freundlicherweise der Sport-Biologe und Abnehm-Experte Gunther Schmitt aus Eggenstein-Leopoldshafen kommentiert:

„Karins Beispiel führt uns wieder sehr anschaulich vor Augen, dass eine dauerhafte Verringerung des Körperfetts ohne regelmäßige Bewegung fast unmöglich ist. Diäten alleine wirken in der Regel nur kurzfristig. Danach holt sich der Stoffwechsel ganz schnell wieder das, was ihm genommen wurde und – gewissermaßen zur Sicherheit – noch etwas mehr. So wird er die nächste Diät noch besser überstehen. Jeder kennt das als „Jojo- Effekt“.

Dabei muss die Bewegung kein schweißtreibender Sport sein. Schon tägliches flottes Spazierengehen (oder Briefe austragen!) regt den Fettstoffwechsel nachhaltig an. Führt man dann dem Körper weniger Energie zu, als er benötigt, greift er zum Ausgleich bereitwillig seine angesammelten Fettreserven an, um seinen Energiebedarf zu decken.

Wenn man nur weniger isst, aber sich nicht ausreichend bewegt, so regelt der Stoffwechsel seine Intensität auf „Sparflamme“ herunter. Auf diese Weise versucht er, Energie einzusparen und zu vermeiden, dass seine Fettdepots zu schnell aufgebraucht werden. Das ist ein normales biologisches Notfallprogramm, das wir von unseren Vorfahren geerbt haben. Die regelmäßige Bewegung verhindert das Einschalten dieses Notfallprogramms.

Wenn man, wie Karin, weniger Energie zu sich nimmt als man verbraucht, so muss die Nahrung besonders hochwertig sein. Ausreichend Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe), hochwertiges Eiweiß, gesundes Gemüse und Obst helfen dem Körper, die Belastung durch den Fettabbau gut zu bewältigen.

Übrigens: Als „Bewegungswesen“ sind wir dazu bestimmt, uns zeitlebens viel zu bewegen. Wenn Sie nach einer erfolgreichen Körperfett-Reduktion Ihren Bewegungsdrang wieder einschlummern lassen, wird alles wieder so werden wie es war, nur noch etwas schlimmer („Jojo- Effekt“). Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, lassen Sie sich individuell beraten.“

Minus 16 Kilo: Bernd (40)

Mit seiner Tanzpartnerin Sibille Vinzenz war Bernd Lachenmaier 2010 siebter der Weltrangliste Senior Latein. Das bedeutete: Nur sechs Paare der gleichen Altersstufe tanzten weltweit die Rumba, den Salsa oder den Paso Doble besser als diese beiden.

Man sah den Tänzern ihren Erfolg an. Braungebrannt, in ausgefallenen Kostümen, repräsentierten sie vorbildlich eine Generation sportlicher „Best Agers“. Dass Bernd Lachenmaier auf sein Gardemaß von 1,82 Metern einmal 90 Kilo wog, konnte man sich nicht vorstellen. Rank, schlank und beweglich absolvierte er minutenlange Höchstleistungsküren auf dem Parkett. Dabei wollte Bernd eigentlich gar nicht mehr tanzen!

„Ich hatte eine berufliche Herausforderung im bayerischen Bad Aibling angenommen!“, erzählt er. „Zuvor lebte ich in der Nähe von Stuttgart und war Mitglied des bekannten Tanzsportclubs Ludwigsburg.“ Seit seinem 14. Lebensjahr hatte Bernd für den TC Ludwigsburg getanzt und war 1998 mit der Formation Sieger im Europacup Latein geworden. „Für mein neues Leben in Bayern musste ich das alles hinter mir lassen. Doch beruflich hat sich das ausgezahlt.“

Bernd war gar nicht bewusst geworden, wie sehr er das Tanzen vermisste, bis er per Zufall in München Sibille Vinzenz (41) kennenlernte. Ihr Tanzpartner hatte ein paar Monate zuvor aus familiären Gründen das Tanzen aufgegeben. Seitdem war sie auf der Suche nach einem gleichwertigen Ersatz. „Wir konnten vom ersten Moment an toll miteinander tanzen!“, erinnert sich Bernd. Doch Bernd hatte keine Neigung, den Tanzsport wieder aufleben zu lassen – geschweige denn, wieder Turniere zu tanzen. Doch Sibille ließ nicht locker.

„Ich habe mit allen meinen Freunden telefoniert. Die meisten von ihnen sind Sportler und rieten mir ab, als Senior wieder einzusteigen“, erinnert sich Bernd an die Nacht, die alles entschied. Doch irgendwie kam Bernd nicht von dem Gedanken los, es noch einmal versuchen zu wollen. „Mir war aber klar: Mit 16 Kilo Übergewicht komme ich gar nicht erst in Form!“

Im Morgengrauen 2007 fiel bei Bernd die Entscheidung: Er wollte mit Sibille trainieren und so schnell wie möglich alle erreichbaren Siegertreppchen besteigen. „Sibille freute sich riesig! Von da an trafen wir uns fünf Mal in der Woche in München und trainierten stundenlang!“

Gleichzeitig stellte Bernd seine Ernährung rigoros um. „Ich ließ alle Süßigkeiten weg, trank keinen Alkohol mehr und aß abends nur noch Eiweiß!“ Im Lokal bestellte er sich Fleisch mit Gemüse und Salat und ließ die Kohlenhydratbeilagen wie Brot, Kartoffeln oder Nudeln einfach weg. „Zuhause machte ich mir abends einen riesigen Salat mit Putenstreifen oder Thunfisch!“ Mittags allerdings durfte es schon etwas deftiger sein: „Da gab es schon ein paar Maultaschen oder Nudeln, denn schließlich musste ich abends mit Sibille trainieren – dazu brauchte ich Energie!“

Der viele Sport und die veränderte Ernährung taten schnell ihre Wirkung. Kaum war das Tanzpaar das Projekt "Senioren-S-Latein" angegangen, galten sie auch schon als Paradebeispiel für gesunden, sportlichen Ehrgeiz. 16 Kilo verlor Bernd innerhalb eines halben Jahres mit seiner gesunden Ernährung, der Trennkost und dem Sport. Und als Bernd und Sibille 2007 ihr erstes Turnier tanzten, die IDSF Open Senior Latin, erreichten sie auf Anhieb den dritten Platz.

In den nächsten zweieinhalb Jahren tanzten sich die beiden nach oben. Sowohl mit Tanz- als auch mit ihren Kostümkreationen begeisterten sie die Zuschauer ebenso wie die Jury. Doch sie haben dabei nicht nur unzählige Preise eingeheimst, sondern sich noch einen weiteren Wunsch erfüllt: „Wir tanzten auch Standard-Tänze zusammen!“, erzählt Bernd, ein unüblicher Wechsel für einen Latein-Tänzer. „Im April 2010 wurden wir deutsche Vizemeister über zehn Tänze, im Mai landeten wir bei einer Konkurrenz von 90 Paaren weltweit auf Platz 7. Das ging nur, weil ich mein Übergewicht los bin!“

Als Bernd Lachenmaier auf die Vierzig zuging, setzte er ein Wohlstandsbäuchlein an. Doch dann hatte der Hobbytänzer einen großen Traum! Und er hat sehr konsequent auf alles verzichtet, wovon man landläufig weiß, dass es der Linie schadet. Übrigens hat er damals auch das Rauchen aufgegeben, um für die sportlichen Herausforderungen fit zu sein. Die meisten, die aufhören zu rauchen, nehmen zu, doch Bernd war hier wirklich sehr ehrgeizig. Mit Erfolg!

Leider hat Bernd 2011 mit Tanzen ebenso plötzlich wieder aufgehört, wie er es 2007 begonnen hatte. Ob er sein Traumgewicht von 74 Kilo auch ohne Training halten kann, wird die Zeit zeigen.

Minus 20 Kilo: Hera (45)

Hera ging es immer gut: Als Beamtin hatte sie ein sicheres Einkommen und mit ihrem Lebensgefährten führte sie in P. ein ruhiges, geregeltes Leben: Die beiden kochten und aßen gern, tranken regelmäßig ein Fläschchen Wein zusammen und knabberten Chips bei ausgedehnten Fernsehabenden. „Eigentlich kam ich gar nicht mehr runter vom Sofa“, erinnert sich Hera, „kein Wunder, dass ich immer dicker wurde!“

Die Wende kam 2005. Ihr langjähriger Partner trennte sich von ihr. „Es gab keinen besonderen Grund. Wir waren acht Jahre lang in jeder freien Minute zusammen gewesen – jetzt war die Luft einfach draußen!“ Für Hera war es dennoch ein Schlag. „Ich weinte wochenlang die Nächte durch!“, gesteht sie. Mit ihrer neu gewonnen Freiheit wusste sie nicht viel anzufangen. Jetzt saß sie alleine zuhause, sah fern und aß Chips. „Aber als eines Morgens die Waage 100 Kilo zeigte, wusste ich: ich muss endlich runter vom Sofa!“

Doch das war leichter gesagt, als getan. Es dauerte daher eine Weile, bis sich Hera ihr Leben neu eingerichtet hatte. Dazu gehörte auch, dass sie alte Kontakte aktivierte und sich wieder mit früheren Freunden traf. Bis zum Herbst hatte sie einen umfangreichen Freizeitplan aufgestellt, der sie vom Sofa weghalten sollte. Montags spielte sie mit ihrem Vater Tischtennis, dienstags ging sie mit einer Freundin ins Aerobic, freitags und samstags nach Möglichkeit tanzen. „Bis Weihnachten hatte ich so schon ein paar Kilo weniger – trotz Dominosteinen und Spekulatius!“

Richtigen Ehrgeiz zum Abnehmen entwickelte Hera, als sie Anfang 2006 zum ersten Mal wieder einen Mann kennen lernte, der ihr gefiel. „Ich wog damals aber noch immer über 90 Kilo und fühlte mich nicht gerade sexy. Das musste sich dringend ändern!“ Hera ließ sich einen Termin bei einem Ernährungs- und Fitness-Berater geben und holte sich dort wertvolle Tipps für ihre Ernährung. „Er schickte mich noch mittwochs und sonntags zum Walken, ansonsten war er mit meinem Sportprogramm zufrieden!“ Ganz anders jedoch mit Heras Ernährung: „Ich aß dem Fitnessberater zu viel Braten mit Soße, Kuchen und Schokolade!“ Heras neuer Ernährungsplan enthielt hauptsächlich Eiweiß: viel Jogurt, Quark, Fisch, mageres Fleisch und dazu Obst und Gemüse!

Sich an diese Regeln zu halten, fiel Hera anfangs nicht schwer. „Ich war schließlich verliebt!“ Die Pfunde purzelten aber auch noch, als sich herausstellte, dass es mit dieser Liebe wohl auch nicht so recht funktionieren würde. Mit Disziplin und Sport schaffte es Hera, sich auch von diesem Frust abzulenken. „Es war eigentlich recht einfach! Die eiweißhaltige Ernährung macht satt und baut Muskeln auf – und Muskeln verbrauchen schließlich wieder Kalorien!“

Mittlerweile ist Hera bei 80 Kilos auf 1,72 Meter angelangt. „Fünf Kilo müssen aber noch runter!“, lacht die lebenslustige Frau mit den gepflegten, blonden Haaren. Keiner, der sie sieht, würde auf die Idee kommen, dass es einst eine Zeit gab, in der sie fast ausschließlich auf dem Sofa saß. „Das wird es in meinem Leben auch nie wieder geben!“, versichert Hera. „Denn so wie ich jetzt bin, gefalle ich mir sehr gut!“

Diese Geschichte schrieb ich im August 2007. Ich kenne Hera persönlich, daher weiß ich, dass sie ihr Gewicht drei Jahre halten konnte, danach aber wieder zunahm. Sie ist zwar aktiv und lebhaft geblieben, hat jedoch das Rauchen aufgegeben und greift bei Frust wieder oft zu Schokolade. Daher wiegt sie derzeit 90 Kilo, will aber unbedingt wieder fünf Kilo abspecken. Von 75 Kilo träumt sie nicht mehr.

Minus 12 Kilo: Inge (50)

Als Inge aus K. vor sechs Jahren das Rauchen aufgab, kletterte ihr Gewicht langsam aber stetig nach oben. „Irgendwie schmeckte das Essen besser und der Stoffwechsel funktionierte spürbar langsamer!“, erinnert sich die Redakteurin. Ihr Leben lang hatte Inge bei einer Größe von 1,63 Meter stets um die 60 Kilo gewogen. „Aber nach einem rauchfreien Jahr waren es dann 70!“

Dieses Gewicht hielt sich hartnäckig, auch wenn Inge versuchte, mit Sport dagegen zu steuern. „Ich bin jeden Morgen mindestens eine halbe Stunde lang joggen gewesen und führte darüber sogar Buch. Ich lief den Halbmarathon in einer passablen Zeit und ging alle 14 Tage wandern. Dabei legte ich zwar auch an Muskelmasse zu, aber ich gefiel mir gar nicht und fühlte mich immer zu schwer!“

Innerhalb von drei Jahren verschliss Inge acht Paar Laufschuhe, doch sie nahm kein Gramm ab. Irgendwann resignierte sie. „Zum Schluss habe ich eigentlich nur noch darauf geachtet, nicht noch weiter zuzunehmen!“

Die Wende kam im Sommer 2007, als sich Inge am Tag der offenen Tür eines Tierheims in einen kleinen Mischlingshund verliebte. „Die Tierheimleiterin sagte mir, er käme gut mit anderen Hunden zurecht, würde Kinder mögen und wäre verspielt! Das klang doch sehr sympathisch!“ Inge hatte zwar noch nie einen Hund gehabt, aber sich immer einen gewünscht. „Da ich zuhause arbeite, sah ich kein Problem, ihn zu versorgen!“

Doch kurz bevor sie ihren Liebling abholen konnte, rutschte ihr das Herz in die Hosen. Wollte sie sich das wirklich antun? Einen Hund aufnehmen? Der möglicherweise ein Kläffer ist? Was würden die Nachbarn sagen? Und was ist mit der Verantwortung? Täglich Gassi gehen, nie spontan in Urlaub? „Aber dann sah ich wieder Carlito hinter dem Gitter sitzen und alle meine Zweifel und Bedenken waren verflogen!“

Vom ersten Tag an waren Inge und Carlito ein Dream-Team. „Doch statt einmal am Tag eine halbe Stunde joggen, musste ich jetzt drei Mal raus. Ich startete den Tag mit einem langen Gassigang von mindestens einer Stunde. Da jogge ich zwar nicht, aber ich laufe ziemlich schnell!“ Auch am Nachmittag und am späten Abend führt Inge ihren Hund Gassi. „Mittags ist es schnell ebenfalls nochmal eine Stunde, abends muss dann eine Viertelstunde reichen!“

Das 14-tägige Wandern behielt Inge bei und ging zudem noch einmal die Woche in die Hundeschule. „Carlito hat sich als begabter Hundeturnier-Sportler erwiesen. Das ist auch ein guter Sport für mich, denn ich muss dabei neben ihm her rennen!“, lacht Inge.

Ganz offensichtlich kurbelte die zusätzliche, wenn auch weniger intensive Bewegung Inges Stoffwechsel wieder an. Bereits wenige Wochen nachdem sie auf den Hund gekommen war, hatte sie fünf Kilo verloren – ganz nebenbei. „Und nach einem Jahr waren es zwölf! Mein Traumgewicht von 58 Kilo habe ich im Sommer 2008 erreicht und halte es seither problemlos!“

Ihre Essgewohnheiten hat Inge dabei nicht geändert. „Ich esse ohnehin sehr bewusst und trinke viel Wasser. Nur bei Süßem kann ich nicht widerstehen: Kuchen, Kekse und Schokolade müssen einfach sein!“ Angst vor Diabetes oder Bluthochdruck hat sie nicht: „Meine Werte sind immer im Normbereich – hier sorgt die viele Bewegung für den nötigen Ausgleich!“

Die frische Luft und der Kontakt, der sich zu anderen Hundebesitzern beim Gassigang fast zwangsläufig ergibt, machen Inge Spaß. „Nur der letzte Winter war weniger lustig. Wochenlang stapften Carlito und ich bei zweistelligen Minusgraden durch Schnee, Matsch und Eis! Ohne Hund wäre ich niemals nach draußen gegangen!“

Inge hatte sich schon damit abgefunden, trotz Sport nicht mehr abzunehmen. Doch dann kam sie auf den Hund! Das ist eine gute Gelegenheit, um ein Plädoyer für Hunde zu halten! Stressforscher sagen, dass sie erhöhten Blutdruck senken. Wer einen Hund streichelt, bei dem setzt das Gehirn zudem das Glückshormon Endorphin frei.

Für viele Menschen sind Haustiere ein Trost in der Einsamkeit. Gerade Hunde helfen dabei, aktiv zu bleiben, weil sie regelmäßig ausgeführt werden müssen. Dabei kommt man leicht mit anderen Menschen ins Gespräch, wenn man sich beispielsweise in der Stadt oder auch einem Verein trifft.

Viele Menschen mit Persönlichkeitsstörungen und/oder Essstörungen lieben Tiere, weil sie vorurteilsfrei und bedingungslose, echte Zuneigung zeigen und ein treuer Begleiter sein können.

Ein Haustier zu halten ist aber auch eine Verpflichtung. Allergien oder andere medizinische Gründe, Geldmangel, fehlender Platz oder Auslauf können Gegenargumente sein. Zudem sollte man wissen, dass man eine langfristige Verantwortung eingeht.

Kapitel 2
Training im Studio

Wer das Wort „Studio“ hört, denkt vielleicht an die klassischen „Muckibuden“. Doch mittlerweile gibt es sehr viele Fitnessstudios, die ihr Angebot speziell an Frauen richten und eine Kombination aus Zirkeltraining und Ernährungsberatung anbieten. Das Training hat einen spielerischen Charakter, ist aber sehr effektiv. Wer Spaß daran hat und sich auf die Gruppendynamik einlässt, die im Training mit Gleichgesinnten entsteht, kann spektakuläre Erfolge verzeichnen, wie die folgenden Beispiele beweisen.

Minus 62 Kilo: Kirsten (41)

Kirsten war eine glückliche Frau: verheiratet, drei wohlgeratene Kinder und keine Geldsorgen. Auch Gewichtsprobleme hatte der 1,54 Meter kleine Wirbelwind nicht. Bis im Jahr 2001 ihr Mann verriet: „Ich habe ein Verhältnis mit deiner besten Freundin!“ Von diesem Moment an begannen Kirstens Probleme.

„Wegen der Kinder (damals 6, 11 und 17) wollten wir zunächst keine Scheidung und haben so getan, als wäre alles in Ordnung. Erst wenn die Kinder im Bett waren, konnten wir unsere Dispute austragen!“, erzählt Kirsten. Doch meistens war Kirstens Mann bei der Nebenbuhlerin, und Kirsten hatte niemanden. Da aß sie aus Kummer!

Um ihre Einsamkeit zu überwinden, surfte sie viel im Internet. Dort lernte sie ihren jetzigen Mann Olaf kennen: „Es war Liebe auf den ersten Blick!“ Olaf war es egal, dass die ehemals schlanke Kirsten nun schon über 100 Kilo wog. Im Gegenteil: Nachdem Kirsten mit ihren Kindern zu ihm gezogen war, tischte er abends richtig auf. „Er isst selbst sehr große Portionen und hat für mich immer die gleiche Menge Essen mitgebracht!“

Als Kirsten ihren Traummann 2006 heiratete, wog sie stattliche 120 Kilo. Erste gesundheitliche Probleme stellten sich ein: Kirsten war träge, lustlos, hatte Schmerzen in den Knien und im Rücken. „Jetzt ist Schluss!“, dachte sie sich und stellte ihre Ernährung vollkommen um: „Ich aß viel Salat mit wenig Putenfleisch und überhaupt nichts Süßes mehr!“ Gleichzeitig versuchte Kirsten langsam, wieder Sport zu treiben. „Ich kaufte mir Geräte: Hanteln, einen Stepper und ein Fahrrad.“

Am Anfang fiel Kirsten die ungewohnte Bewegung schwer. „Mehr als zehn Minuten ging nicht!“, gesteht sie heute. Doch dann wurde sie immer leichter und gelenkiger. In einem Fitness-Center begann sie, gezielt Muskeln aufzubauen. Mit Erfolg: schon nach zwei Monaten wog Kirsten nur noch 72 Kilo!

„Aber das Fitnesscenter war ziemlich weit weg und alle paar Tage dahin zu fahren, wurde mir zu viel!“ Kirsten schaute sich im badischen Durmersheim nach Alternativen um. „Gerade in dieser Zeit wurde auf der Hauptstraße ein Studio nur für Frauen eröffnet: RuckZuckFit. Da habe ich ein Probetraining gemacht und war sofort vom Konzept angetan!“

Anfangs war Kirsten fast täglich im Studio! In dieser Zeit verlor sie weitere 28 Pfund. „Ich wiege jetzt gerade mal noch 58 Kilo!“, freut sie sich. Mit Hautproblemen hat die quirlige Frau nicht zu kämpfen: „Das tägliche Training hat Haut und Muskeln straff gemacht!“, erzählt sie. Tatsächlich sieht man ihr nicht an, dass sie ihr Gewicht mit Konsequenz und Training innerhalb eines Jahres mehr als halbiert hat! „Ich mache weiter mit dem Training!“, sagt Kirsten und lacht. „Schließlich stemme ich lieber hier die Gewichte als mein eigenes!“

Diese Geschichte ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Drei Schwangerschaften konnten Kirsten nichts anhaben, aber als ihr Mann sie betrog, nahm sie zu! Bei 120 Kilo sagte sie sich: „Schluss damit! Ich stemme lieber Gewichte als mein eigenes Gewicht!“, zog es durch und wiegt heute weniger als die Hälfte! Und das ganz ohne Hilfsmittel, geschweige denn einer der derzeit schon fast modernen Adipositas-Operationen, auf die ich in diesem Buch noch zu sprechen komme.

RuckZuckFit ist eine Franchise-Kette, die es mittlerweile in ganz Deutschland gibt. Dort treffen sich ausschließlich Frauen. Trainiert wird gemeinsam dreimal die Woche 30 Minuten, ganz ohne Schönheitswahn und Körperkult, sondern einfach für mehr Wohlbefinden. Zum Programmangebot gehören auch Ernährungstipps und das Suchen nach Wegen zum Wohlfühlgewicht. Davon handelt auch mein nächstes Fallbeispiel.

Minus 40 Kilo: Andrea (46)

„Mama, weißt du, wir haben Angst um dich!“ Bei diesen Worten gefror Andrea aus Hassloch das Blut in den Adern. Soeben hatte sie ihren 24-jährigen Sohn Christian zu einem Fußballspiel ins Betzenberg-Stadion begleitet und auf dem Weg dorthin vier Mal anhalten müssen, weil sie einfach keine Luft mehr bekam. „Da habe ich mich geschämt und mir geschworen, dass ich endlich abnehme!“ Das war im Herbst 2008 und Andrea wog damals 111,8 Kilo!

Natürlich hatte Andrea schon in den Jahren vorher versucht, abzunehmen. Sie war bei den Weight Watchers, machte die Atkins-Diät und nahm an einem sechswöchigen Heilfasten teil. „Ich habe dabei immer abgenommen“, erzählt Andrea, „aber danach immer wieder noch ein wenig mehr zugenommen!“

Dabei war Andrea stets sehr zierlich gewesen. Bei ihrer Größe von 1,59 Meter wog sie nur 45 Kilo. Doch mit dem ersten Kind kamen auch die Pfunde. Gleichzeitig kamen unbearbeitete Konflikte aus ihrer Kindheit hoch und Andrea versuchte, sie mit Essen zu kompensieren. Doch auch als Andrea dieser Mechanismus klar wurde, half ihr das nicht dabei, abzunehmen. Erst als ihr der Sohn sagte, wie er Angst um sie hätte, wurde Andreas Ehrgeiz angestachelt. „Ich fragte mich, ob noch wirklich etwas passieren müsste, bevor ich abnehme. Ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall – die Gefahr war ja da!“ Denn Andrea litt bereits an Bluthochdruck und Kurzatmigkeit, ihre Gelenke schmerzten und sie hatte ständig Kopfschmerzen. „Nachts musste ich sogar wegen einer Schlafapnoe eine Maske tragen!“

Ihre Schwiegertochter gab Andrea den Tipp, es einmal bei RuckZuckFit in Hassloch zu probieren, einem Fitness-Studio nur für Frauen. Dort wird Wert auf ein ganzheitliches Training gelegt. In einer lockeren, familiären Atmosphäre trainieren die Frauen in 30-Sekunden-Sequenzen sowohl ihre Muskeln als auch ihr Herz-Kreislauf-System. Pro Trainingseinheit brauchen die Frauen nur eine halbe Stunde Zeit mitzubringen: „Fit in 30 Minuten!“, verspricht Trainer Ralf Geryk. „Im Januar 2009 habe ich angefangen, dort zu trainieren und war von der Atmosphäre begeistert. Von da an war ich drei Mal die Woche dort“, erzählt Andrea.

Das moderate Training mit dem ausgeklügelten System schaffte sie selbst mit ihrem Höchstgewicht. Gleichzeitig bekam Andrea Tipps für eine bessere Ernährung. „Ich habe vom ersten Tag an meine Ernährung komplett umgestellt. Morgens frühstücke ich, bis ich satt bin, mittags gibt es Gemüse oder Salat mit Geflügel oder Fisch, und abends lasse ich die Kohlenhydrate weg und esse Salat mit Käse oder Pute.“

Schon in ihrer ersten RuckZuckFit-Woche nahm Andrea drei Kilo ab! „Ich habe mir Listen gemacht und mich einmal in der Woche gewogen. Gelegentlich habe ich sogar gemessen, wie sehr mein Bauchumfang geschrumpft ist!“ Je mehr die Pfunde schmolzen, desto mehr Spaß machte es Andrea, zu trainieren. „Man trifft hier Frauen mit den gleichen Problemen und kommt nett miteinander ins Gespräch. Es ist fast wie eine große Familie hier!“

Mit der veränderten Ernährung und dem Zirkeltraining nahm Andrea innerhalb von einem halben Jahr über 82 Pfund ab. „Heute morgen wog ich 70,9 Kilo!“, erzählt sie voller Stolz und zeigt eine hellblaue Hose in Größe 54, in die sie vergangenes Jahr noch gepasst hat. „Jetzt passen mir Jeans in Größe 40!“ Sie ist begeistert von dem Sportkonzept. „Man bekommt viel Kraft dabei und spürt förmlich, wie sich die Muskeln aufbauen. Das hält auch die Haut schön straff!“

Ihre gesundheitlichen Probleme sind wie weggeblasen. Die Schlafmaske gegen die nächtliche Schlafapnoe braucht sie nicht mehr. „Alles in diesem Leben macht wieder Spaß!“, sagt Andrea. Ihrer Familie ist sie dafür dankbar, dass sie sie stets motiviert und unterstützt hat. „Jetzt sind meine Söhne stolz auf mich. Und ich bin es auch!“

Mit fast 112 Kilo konnte sich Andrea kaum noch bewegen. Doch mit dem richtigen Training schaffte sie es in kurzer Zeit, über 40 Kilo abzunehmen. Auch hier waren keine weiteren Hilfsmittel vonnöten, weshalb ich diese Geschichten besonders gern erzähle.

Von Kleidergröße 54 zu Kleidergröße 40 – das ist natürlich eine tolle Leistung! Aber viel wichtiger ist, dass Andrea auf die Schlafmaske verzichten kann, weil nun nachts keine akute Lebensgefahr mehr für sie besteht.

Ich habe noch eine weitere Frau interviewt, die in einem RuckZuckFit-Studio trainierte. Sie wog 142 Kilo und verlor davon 55 – ebenfalls ohne Hilfsmittel oder gar Operationen. Allerdings ist es ihr jetzt, zwei Jahre nachdem sie das geschafft hat, peinlich, darüber zu reden. „Das klingt so angeberisch!“, sagte sie mir am Telefon und bat mich, ihre Geschichte nicht mehr zu veröffentlichen. Diesem Wunsch entspreche ich, wenn auch sehr ungern. Denn auch diese Frau hatte massive gesundheitlichen Probleme: Sie konnte keine Treppen mehr steigen, nicht mehr wandern, nicht mehr Fahrrad fahren. Ihre Knie schmerzten, ihre Gelenke wurden unbeweglich und sie hatte an nichts mehr Spaß. Zirkeltraining und Ernährungsberatung brachten die Wende. Statt 142 wog die Dame, als ich mit ihr sprach, nur noch 87 Kilo. „Ich kann mir wieder die Schuhe problemlos zubinden, die Treppen rauf und runter laufen, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und regelmäßig wandern gehen!“, strahlte sie damals.

Mittlerweile gibt es mehrere Ketten, die auf Zirkeltraining setzen, zum Beispiel CaloryCoach.

Minus 26 Kilo: Renate (50)

„Wenig Sport, das Falsche gegessen und immer Probleme mit der Schilddrüse!“ So begründet Renate, warum sie im Laufe ihres Lebens immer dicker wurde. „Mit Anfang 20 war ich gertenschlank. Aber da spielte ich auch noch Fußball!

Als Renate Ende März 2009 bei 1,68 Meter 95 Kilo wog, hatte sie es satt: „Ich habe mich einfach nicht mehr wohlgefühlt!“ Schließlich trug die 50jährige Bürokauffrau damals Kleidergröße 56. „Da las ich im hiesigen Wochenblatt, dass Testpersonen zum Abnehmen gesucht werden“, erzählt Renate. „Ich habe gleich angerufen und einen Termin ausgemacht!“ So kam Renate in das CaloryCoach-Institut in L. und startete sofort mit dem dort angebotenen Intensivprogramm. „Ich habe mich gleich in alle Geräte dort einweisen lassen und trainierte von da an drei Mal die Woche eine halbe Stunde. Montags hatten wir Ernährungsberatung und nach und nach stellte ich meine Ernährung danach um!“

Von nun an begann Renate ihren Tag mit einem kleinen Frühstück. „Vorher hatte ich oft bis mittags nicht gegessen, jetzt aber gibt es ein Brot mit Butter und Marmelade.“ Das reicht der passionierten Chorsängerin bis mittags. „Dann esse ich in der Kantine: Putenfleisch, Gemüse, mal Kartoffeln, aber sparsam und ohne Sauce.“ Abends gibt es bei Renate keine Kohlenhydrate mehr. „Ich esse Handkäse oder ich mache mir einen Salat oder auch mal einen Fisch.“ Ihn bereitet sie mit einem besonderen Trick zu: „Ich habe eine Teflonpfanne, da genügt es, wenn ich sie mit Öl ausreibe. Ist der Fisch angebrannt, gebe ich ein wenig Brühe dazu und lasse das ganze aufkochen... mhh... lecker!“

Renate mied zwar die Waage wie der Teufel das Weihwasser, aber langsam spürte sie doch an ihren Hosen, dass das ausgeklügelte Zirkeltraining und die veränderte Ernährung ihre Wirkung taten. „Am Anfang haben auch die Leute gar nicht gemerkt, dass ich am Abnehmen war. Nur mein Lebensgefährte ermutigte mich immer!“ Erst an Weihnachten 2009, als Renate mit ihrem Chor ein Konzert gab, kamen viele Freunde und Bekannte auf sie zu und machten ihr Komplimente. „'Du hast doch abgenommen, oder?', fragten sie immer wieder. Ich war ganz stolz auf mich!“

Mittlerweile hat Renate 26 Kilo Gewicht verloren und wiegt nur noch 69 Kilo. Ihre persönlichen Geheimnisse: „Einmal in der Woche lege ich einen Schlemmertag ein, damit mein Körper nicht denkt, es wäre eine Hungersnot ausgebrochen und weniger verbrennt! Und ich achte darauf, jeden Tag mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken!“ Obwohl Renate jetzt Kleidergröße 44 trägt, ist sie noch nicht mit sich zufrieden. „Ich will weiter abnehmen!“, meint sie. „Ich träume von Kleidergröße 40/42“.

Toll: Renate trainierte drei Mal wöchentlich eine halbe Stunde und stellte sanft ihre Ernährung um. Zunächst bemerkte niemand etwas, aber plötzlich fiel es auf: Sie hatte 26 Kilo abgenommen!

Das Franchiseunternehmen CaloryCoach bietet wie RuckZuckFit ein Programm zum Abnehmen speziell für Frauen, das Ernährungsberatung und Bewegung vereint. Angeboten wird es in Instituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwei- bis dreimal in der Woche nehmen die Teilnehmerinnen für 30 Minuten an einem Zirkeltraining teil, für das speziell für Frauen entwickelte Geräte bereitstehen. Zusätzlich vermitteln geschulte Ernährungscoaches in wöchentlichen Treffen die Geheimnisse richtiger Ernährung zum Abnehmen ohne Diät.

Minus 18 Kilo: Brigitte (48)

„Ich war schon immer gut beieinander“, erzählt Brigitte. „Mit den Jahren ist es dann einfach immer mehr geworden!“ Zunächst machte ihr das nicht viel aus, aber dann kam der Moment, an dem sich die sympathische Verwaltungsangestellte nicht mehr gefiel. 85,5 Kilo bei 1,67 Meter – das war einfach zu viel!

Brigitte war klar, dass sie irgendetwas tun musste, nur was? „Dann hat meine Schwägerin mit Hilfe eines Instituts ganz toll abgenommen – das imponierte mir!“ Doch es verging noch ein weiteres Jahr, bevor Brigitte es selbst bei CaloryCoach, dem Bewegungsinstitut mit Ernährungsprogramm nur für Frauen, versuchte.

Im September 2010 ging Brigitte zum ersten Mal in das Institut in P. und ließ sich das Konzept von CaloryCoach erklären. „Ich ging von dort an drei Mal die Woche eine dreiviertel Stunde an die Geräte. Und einmal in der Woche ging ich zur Ernährungsberatung!“

Ein Ernährungstagebuch brachte an den Tag, dass Brigitte zu viel Kohlenhydrate und Fette aß. „Jetzt gibt es bei mir kaum noch Nudeln, höchstens einmal ein paar Kartoffeln oder Vollkornreis. Dazu gibt es eiweißhaltige und ballaststoffreiche Lebensmittel mit wenig Fett.“ Damit sie zwischendurch nicht allzu hungrig wird, trinkt sie viel, hauptsächlich Wasser. Ihre Hauptmahlzeit nimmt Brigitte abends ein. „Da gibt es meistens Fisch oder mageres Fleisch mit Salat oder Gemüse.“

Das regelmäßige Zirkeltraining und die veränderten Essgewohnheiten führten schnell zum Erfolg. Bereits im Mai 2011 hatte Brigitte ihr Zielgewicht erreicht: 67 Kilo! „Das ist genauso viel, wie ich bei meiner Hochzeit vor 24 Jahren wog!“, freut sie sich. Auch das Maßband zeigt, um wie viel schlanker Brigitte geworden ist: „An der Taille habe ich fast zwanzig Zentimeter verloren und an der Hüfte 15!“

Schön findet Brigitte auch, dass sie im Institut so viele Gleichgesinnte getroffen hat. „Manchmal fiel es mir richtig schwer, mich drei Mal in der Woche zum Training oder zum Ernährungsunterricht aufzuraffen. Aber mit den anderen Frauen zusammen macht es richtig Spaß – und das spornt mich an!“

Meine nächste Interviewpartnerin war so krank, dass sie vorzeitig in Rente gehen musste. Seit sie 43 Kilo leichter ist, geht es ihr wieder so richtig gut!

Minus 43 Kilo: Jeanette (53)

Jeanette kann heute nicht mehr sagen, was zuerst da war: ihr Übergewicht oder ihre Krankheit. „Früher war ich immer schlank“, erinnert sich die dreifache Mutter. Bei einer stattlichen Größe von 1,83 Metern wog sie zwischen 70 und 75 Kilo. Doch mit den ersten Konflikten in ihrer Ehe begann Jeanette, zuzunehmen. „Ich habe viel aus Frust gegessen – vor allem viele Süßigkeiten!“

Das änderte sich auch nach der Scheidung nicht. Gesundheitlich ging es Jeanette immer schlechter. Sie musste oft für lange Wochen ins Krankenhaus. „Ich litt an Bluthochdruck und Rheuma. Dann kamen Hautirritationen und Schmerzen dazu, bis endlich die Diagnose Psoriasis Arthritis feststand. Dazu kamen massive Venenprobleme – ich konnte kaum laufen und brauchte einen Rollator.“ Immer wieder wurde Jeanette operiert, zum Schluss an einem Tumor unter dem Knie. Zehn Jahre lang war Jeanette so krank, dass sie täglich bis zu 17 Tabletten einnehmen musste.

In dieser Zeit nahm sie beständig an Gewicht zu und entwickelte noch einen Typ II-Diabetes. Die ehemalige Erzieherin wurde vorzeitig berentet. Im Januar 2010 wog sie 133 Kilo und konnte sich kaum noch bewegen. Für die einst so lebenslustige und lebhafte Jeanette begann eine schlimme Zeit: „Jeden Tag kam eine Pflegekraft ins Haus, um mich zu versorgen. Ich war überhaupt nicht mehr selbständig und litt unter großen Schmerzen!“

Obwohl ihr die Ärzte von Sport abrieten, besuchte Jeanette ein Injoy-Fitnessstudio. „Zwei Freundinnen hatten mir dazu geraten und ich musste es einfach versuchen! Ich fühlte mich viel zu jung, um mich mit diesem Schicksal abzufinden!“

Wer sich in einem Injoy-Fitnesstudio einschreibt, wird zunächst sportmedizinisch untersucht und bekommt individuelle Trainingspläne ausgehändigt. Jeanette stellte sich zur Untersuchung bei der Universität Bielefeld vor, wo man mit ihr ein regelrechtes Abnehmprojekt zusammenstellte. Von nun an trainierte sie zwei Mal wöchentlich ihre Muskeln. „Im Studio steht ein Trainingszirkel aus acht Fitnessgeräten. Sechs davon sind zum Muskelaufbau, zwei trainieren die Ausdauer!“ An jedem Gerät wird nur eine Minute lang trainiert. „Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass eine gut trainierte Muskulatur die Grundvoraussetzung für einen fitten Körper ist“, weiß Jeanette inzwischen. „Anfangs stemmte oder drückte ich auf den Geräten höchstens fünf Kilogramm – aber meine Muskelkraft steigerte sich so, dass ich heute über 30 Kilo schaffe!“

Muskeln sind die Organe im Körper, die Fett verbrennen. Nachdem Jeanette auch ihre Ernährung umgestellt hatte, auf Süßigkeiten weitgehend verzichtete und abends keine Kohlenhydrate mehr zu sich nahm, verlor sie Pfund um Pfund. Zunächst war ihr diese Ernährungsumstellung schwer gefallen, denn Jeanette war es gewohnt, abends belegte Butterbrote zu essen. „Zwischenzeitlich bin ich sehr erfinderisch geworden, was meine Abendmahlzeiten anbelangt. Entweder mache ich mir ein Omelett mit Pilzen, oder ein Spiegelei, Quark mit Gemüse, ein Putenschnitzel mit Tomaten oder eine dicke Kürbissuppe!“

Ende November – zehn Monate, nachdem Jeanette mit dem Training angefangen hatte – war sie 43 Kilo leichter. „Und viel gesünder!“, strahlt sie. Ihre Blutwerte sind wieder im Normbereich, ihr Diabetes ist völlig verschwunden. Statt 17 Tabletten täglich kommt sie heute mit einer aus. „Ich habe deutlich weniger Schmerzen und kann endlich wieder ein normales Leben führen: Fahrrad fahren, einkaufen gehen und in den Urlaub fliegen!“, erzählt Jeanette. „Ich kann meine drei Töchter wieder an ihren Studienorten besuchen und wir unternehmen wieder etwas zusammen. Vor zwei Jahren musste man mich noch im Rollstuhl durch ein Museum schieben!“

Auch die Professoren der Universität Bielefeld, die Jeanettes Gesundheitszustand sportmedizinisch dokumentierten, äußerten sich anerkennend: „Frau S... hat durch gezieltes Muskeltraining beeindruckende Ergebnisse erzielt und ihren Gesundheitszustand stark verbessert“, heißt es in der Abschlussdokumentation.

Doch für Jeanette ist das noch lange nicht das Ende ihres Kampfes. Sie wiegt zwar nur noch 90 Kilo, will aber noch weiter abnehmen. Und sie will wieder arbeiten gehen. „Das wäre doch der Hit, wenn ich aus der Frührente wieder rauskäme!“, meint die quirlige Rheinländerin. „Mit meinen Muskeln habe ich viel Kraft aufgebaut. Damit schaffe ich es wieder zurück ins Leben!“

Injoy ist eine inhabergeführte Franchise-Kette mit rund 180 Studios in Deutschland. Dort wird der Trainingsschwerpunkt auf gezieltes Muskeltraining gelegt. Wer in einem dieser Studios trainieren möchte, wird zunächst untersucht und bekommt einen in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld individuell zusammengestellten Trainingsplan. Eine Ernährungsberatung rundet das Angebot ab.

Eine weitere Alternative bieten die Mrs.-Sporty Fitnessstudios, die ein speziell auf Frauen abgestimmtes 30-minütiges Zirkeltraining und ein ergänzendes Ernährungskonzept anbieten. Es ist in Zusammenarbeit mit Stefanie Graf entwickelt worden.

Minus 27 Kilo: Heidrun (23)

Ein bisschen rund, na und? Von wegen! Als Heidrun auf die 85-Kilo-Grenze zusteuerte, wusste sie: Jetzt muss etwas geschehen! „Ich habe mich einfach nicht mehr wohlgefühlt in meiner Haut“, erzählt die attraktive Industriekauffrau.

Schon als Kind war Heidrun pummelig. „Und das ist dann einfach immer mehr geworden“, erinnert sie sich. „Ich habe nicht so auf das Essen geachtet.“ Doch irgendwann entschloss sich Heidrun, abzunehmen. „Ich habe dann mehrere Diäten ausprobiert, war auch mal bei den Weight Watchers, aber nichts brachte die gewünschten Erfolge.“ Ein Grund dafür war sicher auch, dass Heidrun kaum Bewegung hatte. „Ich sitze den ganzen Tag im Büro und hab auch sonst keinen Sport getrieben.“

Eine Arbeitskollegin empfahl Heidrun Mrs.-Sporty, einen Sportclub, den es in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Italien über 400 Mal gibt. Einer davon war in Heidruns Wohnort. „Meine Kollegin hatte dort sehr schön abgenommen, doch allzu große Erwartungen hatte ich nicht.“

Bei Mrs.-Sporty wird ein Zirkeltraining mit 16 Stationen angeboten. Alle 40 Sekunden muss die Station gewechselt werden. An den Stationen wird neben Beweglichkeit und Ausdauer auch Kraft trainiert. Drei Runden sollen die Frauen drei Mal die Woche absolvieren – was jeweils nur 30 bis 40 Minuten dauert. Wer wie Heidrun abnehmen will, bekommt zudem einen individuellen Ernährungsplan ausgestellt. „Schon nach ein paar Wochen war ich von dem Konzept voll und ganz überzeugt, denn die Pfunde purzelten!“, freut sich Heidrun. Sie startete mit einem Gewicht von 84,9 Kilo bei 1,64 Meter. „In der Anfangszeit sollte ich nicht mehr als 1.500 Kalorien am Tag essen und drei Mal in der Woche trainieren. Daran habe ich mich gehalten und in der ersten Zeit auch keinen Alkohol getrunken, um die Fettverbrenung nicht zu unterbrechen.“

In etwas mehr als einem Jahr verlor Heidrun auf diese Weise 55 Pfund und hält ihr Gewicht von 57 Kilo seit 2010. „Einmal im Monat haben wir bei Mrs.-Sporty das Gewicht kontrolliert und auch den Körper vermessen“, erzählt sie stolz, „Allein an der Taille habe ich 22 Zentimeter verloren!“

Mit dem neuen Gewicht kam auch ein neues Körpergefühl. „Es hat sich seither alles verändert! Das Leben macht jetzt viel mehr Spaß!“, schwärmt Heidrun. „Beim Einkaufen, zum Beispiel, gibt es jetzt keine Probleme mehr. Die Klamotten passen einfach. Und ich traue mich jetzt wieder, Schwimmen zu gehen und mache sogar Sportarten wie Inlineskaten oder Joggen! Das war früher undenkbar.“ Für Heidrun war das Training bei Mrs. Sporty der Start in ein neues, schlankes, bewegtes Leben. „Bewegung gehört jetzt zu meinem Leben dazu!“, sagt sie. „Ich möchte sie auf keinen Fall mehr missen!“

Mein nächstes Fallbeispiel stammt aus Österreich. Dort wurde Eleonore durch ihre eigene Geschichte zur Figur-Expertin und betreut nun andere Frauen mit Gewichtsproblemen.

Minus 25 Kilo: Eleonore (35)

Eleonore lebt nicht weit von Wien entfernt in Niederösterreich. Der attraktiven, blonden Bürokauffrau ging es wie vielen anderen Frauen: Nach der Geburt ihres zweiten Kindes nahm sie zu! „Zu wenig Bewegung und die falsche Ernährung!“, weiß sie heute. Bald wog die 1,69 Meter große Eleonore 80 Kilo. Im August 2005 hatte sie endgültig die Nase voll: „Ich wollte morgens eine Hose in Größe 48 anziehen und stellte fest, dass sie zu eng saß!“

Ganz in der Nähe ihres Wohnortes gab es ein Shapeline-Studio. „Bislang hatte mich das nicht interessiert,“ erzählt Eleonore, „ aber an diesem Morgen ging ich einfach rein und vereinbarte einen Probetermin!“ Gleich am nächsten Tag war es soweit: Eleonore 'shapte' zum ersten Mal – begeistert!

„Diese Shapeline-Center sind keine Fitnessstudios!“, erklärt sie. Der Unterschied: Entspannende Mentalgymnastik und sanfte Körperbehandlungen mit Yoga-Atmung bringen Figur und Kondition mühelos in Form. „Hier gibt es sechs Stationen, auf denen der Körper sanft behandelt wird. Man nennt es MentalShapen. Dabei werden Muskeln aufgebaut und Fett abgebaut – was der Figur sichtlich gut tut!“

Für das Gesäß, eine der klassischen weiblichen Problemzonen, wurde der Hüftstyler entwickelt. Zehn Minuten Training an dieser Station entsprechen einer fünf Kilometer langen Radtour. Am Schenkelformer werden Oberschenkel und Unterbauch durch kreisende Bewegungen gestrafft sowie das Energiezentrum im Bauch zum Schwingen gebracht. Und der Bauchtrainer wirkt auf Speckröllchen an Bauch und Rücken wie etwa 100 Situps.

Komplettiert werden diese Übungen durch ein rhythmisches Lauftraining am Intensivstyler, Streck- und Dehnübungen an der Stretching-Station. „Wenn Sie drei Mal die Woche je eine Stunde lang diesen Turnus durchlaufen, trainieren sie ihre Muskeln gelenkschonend und bekommen wieder einen schönen, proportionierten Körper!“

Eleonore weiß, wovon sie spricht. Schließlich hat sie es selbst erlebt. Im August 2004 begann sie mit dem regelmäßigen Training und nahm in den nächsten eineinhalb Jahren 25 Kilo ab. „Natürlich habe ich auch meine Ernährung komplett umgestellt!“, verrät sie ihr Erfolgsgeheimnis. „Ich lebe seither nach der Trennkost und esse nur entweder Eiweiß- oder Kohlenhydratmahlzeiten!“ Morgens zum Frühstück gibt es beispielsweise zum Frühstücksei etwas Putenschinken und Tomaten oder Gurken. Mittags und abends brät sie sich Hühnchen, Pute oder Fisch und isst eine große Portion gedämpftes Gemüse dazu. „Wichtig ist, viel zu trinken, am besten zwei bis drei Liter Wasser!“

Doch dass Eleonore heute nur noch Kleidergröße 36 braucht, verdankt sie ihrer Meinung nach dem so genannten MentalShapen. „Ich bin richtiggehend süchtig danach!“ Sie war sogar so begeistert, dass sie ihren eigentlichen Job an den Nagel hängte und am 15. Februar 2008 in Wien ihr eigenes Shape-Line-Center aufgemacht hat. „So wurde ich von der Kundin zur Figur-Expertin!“, strahlt sie.

30.000 Österreicherinnen sollen mittlerweile an über zwanzig Standorten „mentalshapen“. Der Trend ist aber auch schon in Deutschland angekommen. Derzeit gibt es Studios in Berlin und Hamburg – es gab sie aber auch schon in München und Rosenheim. 2009 konnte ich die Frau interviewen, die 96 Kilo gewogen hatte, als sie das Rosenheimer Studio eröffnete. „Das war ziemlich mutig von mir!“, meinte sie im Nachhinein. „Schließlich hatte ich damals ja noch mein Höchstgewicht!“

Doch die Energie, die sie in den Aufbau des Studios steckte, bekam sie mehrfach zurück. „Meine Kundinnen hatten bei mir keine Berührungsängste, weil sie ja wussten, dass ich mit meiner eigenen Methode selbst abnehmen wollte. Und mit jedem Kilo, das ich verlor, freute sich auch meine Kundschaft über purzelnde Pfunde!“, strahlte sie im Interview 2009. 25 Kilo hatte sie damals abgenommen.

Leider weiß ich nicht, wie es ihr heute geht. Das Rosenheimer Studio ist geschlossen – vermutlich „betriebsbedingt“, wie man heutzutage sagt. Ich hoffe, es ist ihr dennoch gut ergangen.

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Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
22 aralık 2023
Hacim:
180 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9783941435902
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