Kitabı oku: «Лучшие немецкие сказки / Die Besten Deutchen Märchen», sayfa 12

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Da fragte sie: “Ach, wem gehört der schöne Wald?” – “Der gehört dem König Drosselbart: hättst du’n genommen, so wär er dein!” “Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!” Darauf kamen sie über eine Wiese, da fragte sie wieder: “Wem gehört die schone, grüne Wiese?” – “Sie gehört dem König Drosselbart: hättst du’n genommen, so wär sie dein!“ “Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!” Dann kamen sie durch eine große Stadt, da fragte sie wieder: “Wem gehört wohl die schöne große Stadt?” – “Sie gehört dem König Drosselbart, hättst du’n genommen, so wär sie dein!“ “Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!”

– “Das gefällt mir gar nicht“, sprach der Spielmann, – “dass du dir immer einen andern zum Mann wünschest, bin ich dir nicht gut genug?” Endlich kamen sie an ein ganz kleines Häuschen, da sprach sie: “Ach Gott! was für ein Häuselein! Wem mag das elende, winzige Häuschen sein?” Der Spielmann antwortete: “Das ist mein und dein Haus, wo wir zusammen wohnen.” “Wo sind die Diener?”, sprach die Königstochter. – “Was, Diener! – antwortete der Bettelmann, “du musst dir selber tun, was du willst getan haben. Mach nur gleich Feuer an und stell Wasser auf, dass du mir mein Essen kochst, ich bin ganz müde.”

Die Königstochter verstand aber nichts vom Feueranmachen und Kochen, und der Bettelmann musste selber mit Hand anlegen70, dass es noch so leidlich ging. Als sie die schmale Kost gegessen hatten, legten sie sich zu Bett, aber am Morgen trieb er sie schon ganz früh heraus, weil sie das Haus besorgen sollte. Ein paar Tage lebten sie auf diese Art schlecht genug, und zehrten ihren Vorrat auf71. Da sprach der Mann: “Frau, so geht’s nicht länger, dass wir hier zehren und nichts verdienen. Du sollst Körbe flechten.” Er ging aus, schnitt Weiden, und brachte sie heim, da fing sie an zu flechten, aber die harten Weiden stachen ihr die zarten Hände wund. “Ich sehe, das geht nicht“, sprach der Mann, “spinn lieber, vielleicht kannst du das besser.” Sie setzte sich hin und versuchte zu spinnen, aber der harte Faden schnitt ihr bald in die weichen Finger, dass das Blut daran herunter lief. “Siehst du“, sprach der Mann, “du taugst zu keiner Arbeit, mit dir bin ich schlimm angekommen72. Nun will ich’s versuchen, und einen Handel mit Töpfen und irdenem Geschirr anfangen, du sollst dich auf den Markt setzen und die Ware feil halten73.” “Ach”, dachte sie, “wenn auf den Markt Leute aus meines Vaters Reich kommen, und sehen mich da sitzen und feil halten, wie werden sie mich verspotten!”

Aber es half nichts, sie musste hin, wenn sie nicht Hungers sterben wollten. Das erste Mal ging’s gut, denn die Leute kauften der Frau, weil sie so schön war, gern ihre Ware ab, und bezahlten, was sie forderte, ja viele gaben ihr das Geld, und ließen ihr die Topfe noch dazu. Nun lebten sie von dem erworbenen so lang es dauerte, da handelte der Mann wieder eine Menge neues Geschirr ein, und sie setzte sich an eine Ecke des Markts, und stellte es um sich her und hielt feil. Da kam plötzlich ein trunkener Husar daher gejagt, und ritt gerade zu in die Töpfe hinein, dass alles in tausend Scherben zersprang. Sie fing an zu weinen, und wusste nicht vor Angst, was sie anfangen sollte. “Ach wie wird mir’s ergehen!74”, rief sie, “was wird mein Mann dazu sagen!” Sie lief heim, und erzählte ihm das Unglück. “Wer setzt sich auch an die Ecke des Markts mit irdenem Geschirr!”, sprach der Mann, “lass nur das Weinen, ich sehe wohl, du bist zu keiner ordentlichen Arbeit zu gebrauchen; da bin ich in unseres Königs Schloss gewesen, und habe gefragt, ob sie nicht eine Küchenmagd brauchen könnten, und sie haben mir versprochen, sie wollten dich dazu nehmen, dafür bekommst du freies Essen.”

70.Hand anlegen – приложить руку (к чему-л.), принять участие
71.alle Vorräte aufzehren – съесть все запасы
72.j-n hart ankommen – тяжело даваться
73.feil halten – предлагать на продажу
74.wie wird mir’s ergehen! – что со мной будет!