Kitabı oku: «Das Keto-Prinzip: Ketogen ernähren mit Kokosöl und Fett»

Yazı tipi:

Bruce Fife
Das Keto-Prinzip:
Ketogen ernähren mit Kokosöl und Fett
Starke Schilddrüse – gesunder Stoffwechsel –
dauerhafte Gewichtsabnahme


VAK Verlags GmbH Kirchzarten bei Freiburg
Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Coconut Ketogenic Diet: Supercharge Your Metabolism, Revitalize Thyroid Function and Lose Excess Weight © Bruce Fife, 2014 ISBN 978-0-941599-94-8 Erschienen bei Piccadilly Books, Ltd., Colorado Springs, USA

Inhalt

Kapitel 1: Eine Diät, die keine ist

Kapitel 2: Die großen Lügen über Fett

Kapitel 3: Brauchen Sie einen Ölwechsel?

Kapitel 4: Cholesterin und gesättigte Fettsäuren

Kapitel 5: Gute Kohlenhydrate – schlechte Kohlenhydrate

Kapitel 6: Kohlenhydrate sind Dickmacher

Kapitel 7: Kalorien sind nicht alle gleich

Kapitel 8: Fett essen und trotzdem schlank werden

Kapitel 9: Ernährungsbedingte Ketose

Kapitel 10: Macht Ihre Schilddrüse Sie dick?

Kapitel 11: Jod und seine Bedeutung für Ihre Gesundheit

Kapitel 12: Schilddrüsenfehlfunktionen

Kapitel 13: Wie Sie Ihren Stoffwechsel in Schwung bringen

Kapitel 14: Mehr trinken – weniger wiegen

Kapitel 15: Leitlinien für eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung

Kapitel 16: Das ketogene Ernährungsprogramm zum Abnehmen – mit Kokosöl

Kapitel 17: Kochen nach dem Keto-Prinzip

Anhang:

Kalorien- und Nährwerttabelle

Quellenverzeichnis

Über den Autor

Hinweise des Verlags

Dieses Buch dient der Information über Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge. Die hier vorgestellten Empfehlungen haben sich in der Praxis als wirksam, sicher und hilfreich erwiesen. Wer sie umsetzt, tut dies in eigener Verantwortung. Autor und Verlag beabsichtigen hier nicht, individuelle Diagnosen zu stellen oder Therapieanleitungen zu geben. Die Informationen und Empfehlungen in diesem Buch sind nicht als Ersatz für professionelle medizinische oder naturheilkundliche Hilfe bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu verstehen.

Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere von jodhaltigen Präparaten, sollten immer die Schilddrüsenwerte sowie (zum Ausschluss einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) das Vorliegen von Antikörpern überprüft werden. Auch eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und ein 24-Stunden-Urintest zum Jodstatus sind ratsam. Bitte wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder Therapeuten, bevor Sie Entscheidungen bezüglich Ihrer Gesundheit treffen oder wenn Sie Beratung und Anleitung bei einem speziellen medizinischen Problem benötigen.

KAPITEL 1
Eine Diät, die keine ist

Lea (42 Jahre alt) kam in meine Sprechstunde und klagte über eine Vielzahl von Problemen: häufige Migräne, Darmträgheit und Verstopfung, Stimmungsschwankungen, Depression, unregelmäßige Menstruation, Müdigkeit und wiederkehrende Pilzinfektionen. Was sie nicht erwähnte: Lea war übergewichtig. Sie war 1,65 Meter groß und wog 82 Kilogramm – heutzutage durchaus typisch für viele Frauen mittleren Alters.

Sie war von Ärzten und ihren Behandlungsversuchen mit Medikamenten frustriert und hatte beschlossen, Hilfe bei jemandem zu suchen, der in alternativer Medizin oder Naturheilkunde erfahren war. Als Arzt für Naturheilkunde und Ernährungsfachmann konzentriere ich mich darauf, Menschen zu helfen, gesundheitliche Probleme mit sicheren, natürlichen Mitteln zu überwinden: mithilfe einer gesunden Ernährung.

Lea gab mir zu verstehen, dass sie viele Produkte aus raffiniertem Weißmehl esse (Brot, Brötchen, Kuchen, Kekse und Ähnliches), außerdem Frühstücksflocken sowie Tiefkühl- und Fertigprodukte und zwischendurch auch gerne Süßigkeiten und Chips. Sie versicherte mir, dass sie sich gesund ernähre, da sie Fett meide. Sie trank Magermilch und aß fettarme Produkte; bei Fleisch wählte sie magere Teile und entfernte das sichtbare Fett. Sie mied Butter, verwendete stattdessen Margarine und bereitete ihre Mahlzeiten mit, wie sie sagte, „gesunden“ pflanzlichen Ölen zu. Bei den Fertiggerichten, die sie verwendete, war zwar oft etwas Gemüse mit dabei, sie aß jedoch selten frische Produkte. Leas Ernährung war durchaus typisch für die meisten Menschen in unserer modernen Gesellschaft – nährstoffarm und gewichtsfördernd.

Als Erstes empfahl ich Lea, ihre Ernährungsweise zu verändern: „Essen Sie nichts, was als fettarm oder kalorienarm deklariert ist, und hören Sie mit den Süßigkeiten und dem Junkfood auf. Essen Sie Vollwertkost, mit Butter und Kokosöl, und haben Sie keine Bedenken gegenüber dem Fett im Fleisch. Nehmen Sie auch Vollfettkäse, Sahne und andere Milchprodukte zu sich. Essen Sie frisches Obst und frisches Gemüse. Essen Sie, soviel Sie mögen, nur nicht übermäßig viel, und genießen Sie diese neue Ernährungsweise.“

Fett essen und Gewicht abnehmen – ist das möglich?

Lea war überrascht. „Wird dieses fettige und reichhaltige Essen denn nicht dazu führen, dass ich zunehme?“, fragte sie. – „Nein“, antwortete ich. „Sie brauchen sich wegen Ihres Gewichts keine Gedanken zu machen.“

„Doch, das tue ich aber! Ich versuche, die Kalorienzufuhr in Grenzen zu halten und die Fettaufnahme zu beschränken.“ – „Was ich Ihnen empfehle, ist eine Ernährungsform, die Ihre Gesundheit verbessern wird. Sie versorgt Ihren Körper mit allen Nährstoffen, die er braucht, um die gesundheitlichen Probleme zu überwinden, die Sie erwähnt haben. Und in dem Maße, wie Sie gesünder werden, verlieren Sie auch überschüssiges Körperfett.“

„Sie meinen, ich kann leckere Sachen essen, eine bessere Gesundheit bekommen und gleichzeitig abnehmen?“ – „Ja“, sagte ich.

Bei ihren Besuchen in den darauffolgenden Monaten sagte sie mir jedes Mal, dass es ihr besser gehe und sie tatsächlich abnehme. Sie konnte es nicht glauben. Sie aß mehr reichhaltige und fetthaltige Nahrungsmittel als je zuvor und verlor dennoch Pfunde. Nach einer gewissen Zeit berichtete sie, dass alle ihre Symptome sich verbessert hätten, dass sie 20 Kilogramm abgenommen habe und damit auf schlanke 61 Kilo heruntergekommen sei – für sie eine sehr angenehme Überraschung. Sie hält sich inzwischen, mehrere Jahre später, weiterhin an meine Ernährungsempfehlungen und hat ihre schlanke Figur behalten.

*

Wenn Menschen mich aufsuchen, leiden sie in der Regel an chronischen gesundheitlichen Problemen wie Morbus Crohn (einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung), Diabetes oder Arthritis. Auch wenn die Behandlung bei jedem Einzelnen unterschiedlich ist, bleibt die Ernährung, die ich empfehle, im Grunde die gleiche – sie ist arm an raffinierten Kohlenhydraten und reich an frischen Produkten, mit reichlich gesunden Fetten. Ich habe damit sehr viel Erfolg, insbesondere bei meinen Diabetes-Patienten. Sie können ein normales Leben führen, ohne auf Medikamente und tägliche Insulininjektionen angewiesen zu sein.

Meine Patienten sind oft hocherfreut, wenn sie merken, dass sie mit meinem Ernährungsprogramm neben allem anderen auch noch abnehmen. Mein Hauptfokus ist darauf gerichtet, Menschen zu helfen, ihre Gesundheit wiederzuerlangen; Gewicht zu reduzieren ist dabei eine natürliche Begleiterscheinung. Das überschüssige Körperfett ist jedoch für viele die Hauptsorge. Deshalb habe ich mein Gesundheitsprogramm so zugeschnitten, dass ich damit auch speziell auf dieses Problem eingehe. Das vorliegende Buch spiegelt dieses Konzept wider.

Fettarme Ernährungsformen können verhängnisvoll sein

„Ich hasse Diäten. Keine hat bei mir jemals funktioniert. Ich habe alles versucht. Ich habe genau darauf geachtet, was ich gegessen habe, ich habe auf alle meine Lieblingsprodukte verzichtet und die Kalorien reduziert. Ich hatte das Gefühl, dass alles nur noch eine einzige Entbehrung war. Ich hasste es. Ich hatte die ganze Zeit Hunger und fühlte mich miserabel. Ich habe nur wenige Pfund abgenommen. Es war die Qualen nicht wert, die ich dabei durchgemacht habe. Und sobald ich mit der Diät aufhörte, waren die Pfunde gleich wieder da …“

Kommt Ihnen diese (in ähnlicher Weise oft zu hörende) Äußerung bekannt vor? Wahrscheinlich. Die meisten von Ihnen haben vermutlich mindestens einmal in ihrem Leben eine Diät ausprobiert. Warum? Weil die meisten Übergewicht haben. 60 Prozent der US-Amerikaner sind übergewichtig, 30 Prozent sind fettleibig. Ein Drittel unserer Kinder ist heute übergewichtig. Diese Zahlen sind nicht etwa rückläufig, im Gegenteil, sie nehmen rapide weiter zu. Vor 50 Jahren war dies ein Problem, von dem nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung betroffen war. Heute ist es eine Epidemie. Und wir stehen damit in den USA nicht alleine. Die gleiche Entwicklung ist in Kanada, in Europa und anderswo festzustellen.

Warum nehmen wir so viel zu? Wir essen nicht so viel mehr als früher. In Wirklichkeit essen wir heute weniger Fett als je zuvor. Unsere Großeltern bezogen etwa 40 Prozent ihrer täglichen Kalorien aus Fett. Heute sind es im Durchschnitt etwa 32 Prozent – ein erheblicher Rückgang. Im Supermarkt werden wir von allen Seiten mit Etiketten konfrontiert, die „Fettarmes“, „Fettfreies“ oder „Kalorienarmes“ anpreisen. Im Restaurant können wir Diätgetränke und kalorien- oder fettarme Mahlzeiten bekommen. Heutzutage scheint fast alles fettarm oder fettfrei zu sein. Wir haben gesättigte Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren und künstliche Fette ersetzt. Zucker wird durch künstliche Süßstoffe ersetzt.

Die heutige Situation erscheint paradox:

Wir essen mehr fettarme und kalorienarme Nahrungsmittel denn je zuvor – und dennoch sind wir heute insgesamt (im Durchschnitt) korpulenter als je zuvor. Warum ist das so?

Die einfache Antwort lautet, dass fettarme Diäten nicht funktionieren! Sie sind nicht natürlich, sie sind nicht gesund und langfristig fördern sie die Gewichtszunahme und nicht etwa die Gewichtsabnahme.

Die Forschung bestätigt diese Tatsache. Die längste Studie, die jemals über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit durchgeführt wurde, ist die sogenannte Framingham-Studie. Diese Studie begann 1948 und war von vorneherein darauf ausgelegt, während der gesamten Lebenszeit der Versuchspersonen, die sich freiwillig für die Studie zur Verfügung gestellt hatten, fortgeführt zu werden – sie läuft heute immer noch. Die Studie umfasste beinahe die gesamte Bevölkerung von Framingham in Massachusetts (nämlich 5 127 Menschen). Nach mehr als 40 Jahren Forschung räumte der Leiter der Studie, Dr. William Castelli, ein:

„In Framingham haben wir festgestellt: Je mehr gesättigte Fettsäuren jemand verzehrte, je mehr Cholesterin jemand zu sich nahm, je mehr Kalorien jemand aufnahm, desto niedriger war der Blutcholesterinspiegel dieser Person … Wir haben festgestellt, dass die Personen, die das meiste Cholesterin zu sich nahmen, die meisten gesättigten Fettsäuren verzehrten und die meisten Kalorien aufnahmen, am wenigsten wogen.“1 Hingegen würde man eigentlich erwarten, dass diejenigen, die die geringsten Mengen an gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Kalorien zu sich nehmen, am wenigsten wiegen; dem ist aber nicht so, wie die Framingham-Studie offenbarte.

Demnach sollten Sie also, wenn Sie abnehmen möchten, eine fettarme Ernährung meiden. Der Versuch, mit einer fettarmen Diät abzunehmen, ist ein Albtraum an Entbehrung und Hungern. Es gibt einen besseren Weg – ich bezeichne ihn wie folgt:

Das Keto-Prinzip: Ketogen ernähren mit Kokosöl und Fett

Welche der folgenden Beschreibungen trifft auf Sie am ehesten zu?: Sind Sie ein schwieriger Esser, ein Gewohnheitsesser, ein entspannungs- und erholungsbetonter Esser oder ein „professioneller“ Esser? Nach unseren breiter werdenden Taillen zu urteilen steuern die meisten von uns wohl eher auf das „Profi-Niveau“ zu.

Als ich erstmals begann, Menschen zu vermitteln, wie sie ihre Gesundheit durch ihre Ernährung verbessern könnten, glaubte ich an die Philosophie einer fettarmen Ernährung. Ich war davon überzeugt, dass die Einschränkung der Kalorienzufuhr der einzige Weg zum Abnehmen sei und dass Fett am besten so weit wie möglich gemieden werde. Genau das hatte man mir in der Schule beigebracht. Fleisch und Fett waren etwas, was gemieden werden sollte. Gesättigte Fettsäuren und Cholesterin wurden als die Ernährungsübeltäter schlechthin angesehen, weil sie nahezu jede Krankheit oder Beschwerde hervorrufen konnten – von Herzkrankheiten und Fettleibigkeit bis zu Fußpilz und Niednägeln; so schien es zumindest, nach dem zu urteilen, wie sie kritisiert wurden. Uns wurde weisgemacht, pflanzliche Öle und Margarine seien weitaus gesünder.

Ich aß, was ich für gesunde Nahrung hielt, und empfahl dies auch meinen Patienten. Bei manchen stellten sich Verbesserungen ein und sie überwanden ihre gesundheitlichen Probleme. Bei vielen anderen waren die Fortschritte hingegen langsam. Manchmal war es frustrierend: Einige machten Fortschritte oder konnten zeitweilig Verbesserungen verzeichnen, fielen dann jedoch wieder in alte Muster zurück.

Den ersten Hinweis darauf, dass ich meine Einstellung zu Fetten ändern musste, bekam ich, als ich an der Tagung einer Gruppe von Ernährungsfachleuten teilnahm. Bei dieser Tagung erklärte eine Teilnehmerin, dass Kokosöl gesund sei und wir alle es nutzen sollten. Wir anderen waren verblüfft über diese Bemerkung. Kokosöl ist reich an hochgesättigten Fettsäuren und gesättigte Fettsäuren standen in dem Ruf, den Blutcholesterinspiegel zu erhöhen, was wiederum – so die Überzeugung – Herzkrankheiten förderte.

Da wir dieses Mitglied unserer Gruppe jedoch wertschätzten, hörten wir erst einmal zu, was sie dazu zu sagen hatte. Sie untermauerte ihre Aussage damit, dass sie mehrere Studien zitierte, die in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht worden waren. Diese Studien zeigten, dass Versuchstiere, denen Kokosöl gegeben worden war, länger lebten und weniger Krankheiten als jene Tiere entwickelten, die Soja-, Mais- oder andere Pflanzenöle bekommen hatten. Ich erfuhr darüber hinaus, dass Kokosöl in dieser oder jener Form auch erfolgreich verwendet worden war, um schwerkranke Patienten im Krankenhaus zu behandeln und deren Genesung zu beschleunigen. Außerdem verfügt Kokosöl gegenüber anderen Ölen auch über herausragende Nährwerteigenschaften und erhöht, wenn es der Säuglingsnahrung hinzugefügt wird, die Überlebensrate bei Frühgeborenen. Aus diesen Gründen wird es landläufig bei intravenösen Lösungen in Krankenhäusern und bei kommerzieller Säuglingsmilchnahrung eingesetzt.

Nach dieser Tagung war ich neugierig. Nein, es war mehr als das: Ich war entschlossen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Vielleicht waren meine Ansichten bezüglich Fetten und insbesondere gesättigten Fettsäuren einfach falsch? Ich begann, die medizinische Literatur zu durchforsten, und las alles, was ich über Kokosöl, gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und pflanzliche Öle finden konnte. Was ich fand, war so bemerkenswert, dass es meine Einstellung zu Fetten und Ölen völlig veränderte.

Im Laufe der nächsten Jahre begann ich, mehr gesättigte Fettsäuren – insbesondere Kokosöl – in mein Ernährungskonzept zu integrieren und zunehmend auf pflanzliche Öle zu verzichten. Bei Patienten, die von anderen Ärzten bereits aufgegeben worden waren, zeigten sich dramatische Veränderungen. Zu den größten Verbesserungen, die dabei erzielt wurden, zählte die Gewichtsabnahme. Meine Patienten bezogen mehr Fett, insbesondere gesättigte Fettsäuren aus der Kokosnuss, in ihren Speiseplan mit ein und nahmen dennoch ab. Ich erlebte, genau wie die Framingham-Studie gezeigt hatte, dass eine Ernährungsform, die genügend Fett enthielt (einschließlich gesättigter Fettsäuren) zu besseren Ergebnissen führte als eine fettarme Ernährung. Wenn ich sage „bessere Ergebnisse“, meine ich damit, dass sich alles verbesserte – nicht nur das Körpergewicht, sondern auch der Cholesterinspiegel, die Blutzuckerwerte, der Blutdruck und das Energieniveau. Ihre Gesundheit verbesserte sich insgesamt. Die gesundheitlichen Probleme, die sie vorher hatten, wurden gelindert.

Sie nahmen ab, ohne sich überhaupt darum zu bemühen. Bei einigen war es damit getan, dass sie andere Öle, die sie bisher verwendet hatten, durch Kokosöl ersetzten, und die Pfunde begannen zu „schmelzen“. Ansonsten aßen sie im Grunde die gleichen Nahrungsmittel wie vorher, tauschten jedoch das Öl aus. Und genau das habe ich auch bei mir selbst erlebt.

Im Laufe der Jahre hatte ich wie die meisten von uns etwas zugenommen. Was ich aß, wurde allgemein als gesunde, ausgewogene Ernährung angesehen. Anstelle von Butter und natürlichen Fetten, die gesättigte Fettsäuren enthielten, verwendete ich Margarine und Pflanzenöle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthielten.

Ich war leicht übergewichtig und versuchte, Diät zu halten, aber es war frustrierend. Ich kam an den Punkt, an dem ich die Hoffnung aufgab, dass ich den „Ersatzreifen“ auf meinen Hüften jemals wieder loswerden würde, und einfach die Tatsache akzeptierte, dass ich eben übergewichtig war und es auch bleiben würde. Kleidungsstücke, die mir nicht mehr passten, die ich aber immer für die Zeit aufgehoben hatte, wenn ich wieder abnehmen würde, sortierte ich schließlich aus. „Ich werde da nie wieder hineinpassen“, sagte ich mir.

Das war, bevor ich etwas von Kokosöl gehört hatte. Als ich dann alle Pflanzenöle, die ich verwendet hatte, durch Kokosöl ersetzte, begann ich abzunehmen. Mein Gewicht ging langsam, aber stetig zurück und nach etwa sechs Monaten hatte ich fast 18 Pfund abgenommen! Ich hatte nicht meine Ernährung geändert, sondern nur die Öle gewechselt, die ich verwendete. Und mein Gewicht ist seither niedrig geblieben. Das ist inzwischen seit vielen Jahren so und ich habe das Idealgewicht für meine Größe und meinen Körperbau erreicht – indem ich mehr Fett gegessen habe als je zuvor.

Ich empfahl meinen Patienten nun, fetthaltiges Fleisch und Vollfett-Milchprodukte zu verzehren. Ich empfahl auch, kohlenhydratreiche Körnerprodukte und Frühstücksflocken zu reduzieren und mehr Gemüse zu essen. Wenn sie zu gesunden Nahrungsmitteln griffen und die richtigen Ölarten verwendeten, schien überschüssiges Gewicht von alleine wegzuschmelzen. Ich begann, mich darauf zu konzentrieren, ein Ernährungsprogramm zu entwickeln, das Menschen konkret helfen sollte, sowohl Gewicht zu verlieren als gleichzeitig auch ihre Gesundheit insgesamt zu verbessern. Darum geht es in diesem Buch.

Aus dieser Entdeckung entstand eine Methode der Gewichtsreduzierung, die ihresgleichen sucht. Ich bezeichne sie als ketogene Ernährung mit Kokosöl und Fett. Ich möchte bewusst nicht von einer „Diät“ sprechen, weil es hier um mehr geht. Es geht nicht um eine vorübergehende „Diät“, die man anfängt, um ein paar Pfunde abzubauen. Es geht vielmehr um eine Änderung der Lebensweise.

Viele werden diese Ernährungsform auch gar nicht als eine „Diät“ betrachten, zumindest nicht in dem Sinne, dass sie mit einer der typischen kalorien- und fettarmen Diäten vergleichbar wäre. Denn nach den Leitlinien, die für die Ernährung im Rahmen dieses Programms gelten, dürfen Sie so viel essen, bis Sie satt sind. Und es geht dabei keineswegs um „Kaninchenfutter“. Sie bekommen vielmehr eine Vielzahl köstlicher Dinge zu essen – Steaks, Garnelen, Schweinefleisch, Eier, Sahne, Käse, sahnige Soßen und Bratensäfte sowie natürlich Kokosnuss oder Kokosöl. Sie verhungern nicht. Das ist einer der großen Vorteile dieses Programms. Sie essen Nahrungsmittel, die satt machen und dafür sorgen, dass Sie bis zur nächsten Mahlzeit satt bleiben. Es ist eher so etwas wie eine „Nicht-Diät“. Sie können Ihr Essen genießen und dabei abnehmen! Man könnte es beschreiben als …:

Eine Diät, die gar keine ist

Das Programm besteht aus drei Phasen: der Einleitungsphase, der Abnehmphase und der Erhaltungsphase. Die Einleitungsphase führt Sie in eine kohlenhydratarme Ernährungsweise ein und bereitet Sie und Ihren Körper auf die bemerkenswerten Veränderungen vor, die alsbald eintreten werden. Die zweite Phase (die Phase der Ketose) ist die, in der Sie das meiste unerwünschte Körperfett abbauen und eine insgesamt bessere Gesundheit erreichen. Die dritte Phase ist gleichbedeutend mit dem Übergang zu einer langfristigen gesunden, kohlenhydratreduzierten Ernährung, die es Ihnen ermöglicht, Ihr neues Körpergewicht und Gesundheitsniveau dauerhaft zu halten.

Viele Schlankheitskuren oder Programme zum Abnehmen sind ungesund. Sie helfen Ihnen vielleicht, Gewicht abzubauen, sind von der Ernährung her jedoch unausgewogen und bereiten die Bühne für künftige neue gesundheitliche Probleme. Die Risiken sind zu hoch. Mit diesem Programm hier können Sie Ihr Essen jedoch genießen und überschüssiges Gewicht reduzieren und eine bessere Gesundheit erreichen. Ich konnte damit Menschen helfen, die Auswirkungen von Diabetes zu lindern, sie von verschiedenen Verdauungsstörungen zu befreien, quälende Hautprobleme zu beseitigen, chronische Müdigkeit zu überwinden, wiederkehrende Candida-Infektionen zu stoppen, den Blutzucker zu stabilisieren und zahlreiche andere Beschwerden zu lindern. Wenn Sie einsteigen möchten, bereiten Sie sich also darauf vor, einige bemerkenswerte Veränderungen zu erleben.

Sofern Sie unter einer der nachfolgenden Erkrankungen oder Beschwerden leiden, wird dieses Programm Ihnen möglicherweise helfen:

Allergien

Arthritis

Asthma

Bluthochdruck

Candida

Chronische Entzündung

Chronische Müdigkeit

Diabetes

Energiemangel

Fruchtbarkeitsprobleme

Gedächtnisverlust

Gicht

Häufige Infektionen

Hautstörungen/ Dermatitis

Herz-Kreislauf-Probleme

Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Migräne

Nervosität/ Reizbarkeit

Nierenerkrankung

Osteoporose

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Schlaflosigkeit

Übergewicht/ Fettleibigkeit

Unregelmäßige Menstruation

Verdauungsprobleme

Verstopfung

Zahnfleischerkrankung

Warum ich gerade die Kokosnuss so sehr schätze

Warum bezieht dieses Programm die Kokosnuss beziehungsweise das Kokosöl als wichtiges Element mit ein? Weil die Kokosnuss eines der gesündesten Nahrungsmittel der Welt ist – ein wahres Supernahrungsmittel. Seit Tausenden von Jahren greifen die Menschen in Asien, Afrika, Mittelamerika und auf den Pazifikinseln auf die Kokosnuss als Hauptnahrungsquelle zurück. Dies gilt insbesondere für die pazifischen Inseln, wo andere Nahrungsmittel knapp sein können. Auf einigen Inseln sind die einzigen Nahrungsmittel, die es gibt, Kokosnüsse, Tarowurzel und Fisch. Als die frühen Forschungsreisenden zum ersten Mal auf diesen Inseln landeten, stellten sie fest, dass die Inselbewohner eine ausgezeichnete körperliche Statur aufwiesen und über eine herausragende Gesundheit verfügten – weitaus besser als ihre eigene. Erst nach der Kolonialisierung durch die Europäer und der Einführung „moderner“ Nahrungsmittel traten bei ihnen Beschwerden wie Fettleibigkeit, Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes und Arthritis auf.

Der Hauptnährstoff, der die Kokosnuss von anderen Nahrungsmitteln unterscheidet und sie zu einem so fabelhaften gesunden Nahrungsmittel macht, ist das Öl. Dieses Öl enthält das Geheimnis, das hilft, überschüssiges Gewicht zu verlieren und eine bessere Gesundheit zu erreichen. Kokosöl ist wiederholt als das gesündeste Speiseöl der Welt bezeichnet worden. Es gibt Berge von historischen Belegen und medizinischen Forschungen, die diese Tatsache verifizieren. Viele dieser Belege habe ich in meinem Buch Kokosöl: Das Geheimnis gesunder Zellen dokumentiert, das die historischen, epidemiologischen und medizinischen Forschungen über die ernährungsspezifischen und medizinischen Aspekte von Kokosöl zusammenfasst. Es widerlegt auch klar die negativen Schlagzeilen, die von schlecht informierten Autoren endlos fortgeschrieben werden.

Moderne Ernährungsstudien über isolierte Inselpopulationen, die ihre traditionelle Ernährung auf der Grundlage der Kokosnuss beibehalten haben, zeigen, dass degenerative Krankheiten dort überhaupt nicht vorkommen. Einige Inselpopulationen verzehren sehr große Mengen an Kokosnüssen und Kokosöl und sind ein Paradebeispiel für gute Gesundheit.2 Viele dieser Kulturen betrachten Kokosöl sogar als Medizin und bezeichnen die Kokospalme als „Baum des Lebens“.

Während Kokosöl früher wegen seines Gehaltes an gesättigten Fettsäuren als schlecht für das Herz angesehen wurde, wissen wir heute, dass Kokosöl eine spezielle Art von Fettsäuren enthält, die sogenannten mittelkettigen Triglyceride (MKTs oder MCTs), die in Wirklichkeit Herzerkrankungen vorbeugen helfen. Ja, die Fettsäuren im Kokosöl können helfen, Sie vor Herzkrankheiten zu schützen! (Dies habe ich sehr detailliert in meinem Buch Die Heilkraft der Kokosnuss dokumentiert, sodass ich hier nicht so ausführlich darauf eingehen werde.) Wenn Sie mir das nicht glauben mögen, fahren Sie in eines der Länder, die stark auf die Kokosnuss bauen: Thailand, die Fidschi-Inseln, die Philippinen und viele der Inseln im Pazifik. Wo immer Sie Menschen finden, die Kokosöl bei der Zubereitung ihrer Gerichte im Alltag verwenden, werden Sie feststellen, dass Herzerkrankungen etwa im Vergleich zu den USA außergewöhnlich selten vorkommen.

In den Regionen Indiens, in denen die Kokosnuss angebaut wird, waren Herzerkrankungen früher nahezu unbekannt. Als man den Menschen dort jedoch erzählte, Kokosöl sei schlecht für ihre Gesundheit, wechselten sie zu Soja- und anderen Pflanzenölen. Das Ergebnis war, dass sich die Rate der Herzerkrankungen innerhalb von zehn Jahren verdreifachte! Ebenso ist eine Zunahme von Fettleibigkeit und Diabetes zu verzeichnen. Diejenigen hingegen, die an ihrer traditionellen Ernährung auf der Grundlage von Kokosnüssen festhielten, waren vor vielen dieser modernen Zivilisationskrankheiten geschützt.

Auf zwei entlegenen Pazifischen Inseln, Pukapuka und Tokelau, wurde eine große Studie durchgeführt. Die gesamte Bevölkerung beider Inseln nahm an der Studie teil. Für diese Menschen war die Kokosnuss ihre Hauptnahrungsquelle. Sie bezogen bis zu 60 Prozent ihrer täglichen Kalorien aus Fett, hauptsächlich aus Kokosöl. (Die American Heart Association empfiehlt, dass nicht mehr als 30 Prozent der Kalorien durch Fett gedeckt werden sollten und nicht mehr als 10 Prozent durch gesättigte Fettsäuren. Bei dieser Population kamen jedoch über 50 Prozent des täglichen Kalorienbedarfs aus gesättigten Fettsäuren in Kokosnüssen.) Obwohl sie dieses Fett verzehrten, gab es bei ihnen absolut keine Anzeichen von Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs oder anderen degenerativen Krankheiten, die in westlichen Gesellschaften verbreitet sind. Erst als die Inselbewohner ihre traditionelle Ernährungsweise auf der Grundlage von Kokosnüssen aufgaben und sich die Essgewohnheiten westlicher Länder zu eigen machten, begannen auch sie, die Krankheiten moderner Gesellschaften zu entwickeln.

Wenn Sie nun einen Moment innehalten und darüber nachdenken, dürfte Ihnen klar werden, wie unsinnig es ist, Kokosöl für ungesund zu halten. Über Tausende von Jahren haben Menschen Kokosöl als ihr Hauptspeiseöl verwendet; wenn es zu Herzerkrankungen oder anderen Krankheiten geführt hätte, wäre das in diesen Populationen klar zutage getreten und nachzuweisen gewesen. Dem war aber nicht so. Somit sagt uns der gesunde Menschenverstand, dass Kokosöl nicht schädlich ist.

Da Kokosöl in der Vergangenheit sehr viel schlechte Publicity hatte, kritisieren einige falsch informierte Autoren und Mediziner es immer noch als ein Fett, das arterienverstopfende gesättigte Fettsäuren enthalte. Diese Leute sind leider nicht auf dem neuesten Stand und wiederholen nur, was andere falsch informierte Autoren geschrieben haben. Sie sollten die neueren Forschungsberichte lesen, die seit einigen Jahren vorliegen. Wenn Sie heute hören, dass jemand behauptet, Kokosöl sei ungesund, so wissen Sie, dass diese Leute, was ihr Ernährungswissen angeht, sich sozusagen noch im finsteren Mittelalter befinden. Die Bücher Kokosöl: Das Geheimnis gesunder Zellen und Die Heilkraft der Kokosnuss enthalten eine umfassende Dokumentation, mit Quellennachweisen der medizinischen Literatur, die die vielen nutzbringenden gesundheitlichen Wirkungen dieses höchst bemerkenswerten Nahrungsmittels zweifelsfrei belegt.

Darum: Kokosöl!

• Zu den einzigartigen Eigenschaften von Kokosöl gehört, dass es im Unterschied zu anderen Fetten im Körper nicht in nennenswertem Maße als Fett gespeichert wird. Es wird im Stoffwechsel völlig anders als tierische Fette und pflanzliche Öle abgebaut. Wenn Sie Kokosöl zu sich nehmen, wird es nicht als Fett gespeichert, sondern in Energie umgewandelt. Kokosöl erhöht Ihren Energiehaushalt und bringt Ihren Stoffwechsel in Schwung, der den Körper dazu bringt, beschleunigt Kalorien zu verbrennen.

• Ja, Kokosöl zu verzehren kann Ihnen helfen, abzunehmen, weil es bewirkt, dass Sie verstärkt Kalorien verbrennen. Es verbrennt nicht nur die Kalorien, die es selbst liefert, sondern auch die von anderen Nahrungsmitteln. Aus diesem Grund wird es treffend als das einzige kalorienarme Fett der Welt bezeichnet!

• Darüber hinaus kurbelt Kokosöl die Schilddrüsenfunktion an. Viele übergewichtige Menschen haben Übergewicht, weil sie eine träge Schilddrüse haben – die Drüse, die den Stoffwechsel und die Körpertemperatur kontrolliert und steuert. Wenn sie anfangen, Kokosöl zu essen, verbessern sich ihr Stoffwechsel und ihre Schilddrüsenfunktion und die Körpertemperatur erhöht sich und wird normal. Gewichtsabnahme wird leichter denn je.

Die Forschung hat jetzt bestätigt, dass Kokosöl fraglos eines der nahrhaftesten und gesündesten Nahrungsmittel ist. Deshalb empfehle ich allen meinen Patienten, es in ihren Speiseplan zu integrieren. Ich habe erstaunliche Ergebnisse gesehen, nicht nur bei der Gewichtsabnahme, sondern auch beim Überwinden vieler Gesundheitsprobleme.

Im Folgenden dokumentiere ich einige kurze Berichte von Menschen, die unglaubliche Veränderungen in ihrem Gesundheitszustand erlebt haben – einfach dadurch, dass sie Kokosöl in ihren Speiseplan aufgenommen haben:

„In den letzten 20 Jahren habe ich nach und nach stetig zugenommen. Man konnte nicht gerade sagen, dass ich dick war, aber ich war an den falschen Stellen einfach zu gut gepolstert. Dieses Jahr habe ich schließlich beschlossen, etwas dagegen zu tun. Ich machte eine Obstdiät. Es tat sich nichts. Ich versuchte es mit einer Kohlsuppendiät (ohne Fleisch). Es tat sich nichts. Ich fastete eine Woche. ES TAT SICH NICHTS!

Zu diesem Zeitpunkt fiel mir dieses Buch in die Hände – ein Geschenk des Himmels. Ich hörte auf zu fasten und begann, wieder zu essen, wobei ich jedoch Kokosöl verwendete. Nach einigen Tagen wog ich mich – ich hatte bereits 5 Pfund abgenommen! Seither habe ich insgesamt 22 Pfund abgenommen und ich nehme immer noch weiter ab, etwa 1 Pfund in der Woche, und das, obwohl ich volle Mahlzeiten genieße.“ (Sharon)

„Ich nehme jetzt seit rund 4 Monaten etwa ein oder zwei Esslöffel kaltgepresstes Kokosöl pro Tag zu mir und ich bemerke einen deutlichen Unterschied bei meiner Energie. Sie bleibt den ganzen Tag über gleich. Ich erlebe nicht mehr das Auf und Ab von Höhen und Tiefen, insbesondere nicht, dass ich mich nach einer Mahlzeit schläfrig und müde fühle. Mein Blutzucker ist offenbar stabil.“ (Marty)

„Ich halte mich seit 20 Monaten an ein kohlenhydratarmes Ernährungsprogramm und habe 47 Pfund abgenommen. Weitere 10 Pfund möchte ich noch abnehmen. In einem Buch, das eine zuckerfreie Lebensweise propagierte, hieß es, Kokosnuss helfe, in den Zustand der Ketose zu gelangen. Diese Aussage faszinierte mich und so kaufte ich mir Kokoscreme und Kokosöl und begann, beides zu verwenden. Ich nahm 2 Pfund in der Woche ab, was mich ziemlich beeindruckte, nachdem ich in den 6 Monaten vorher nur 4 Pfund abgenommen hatte.“ (Gail)

„Als ich anfing, wog ich 286 Pfund und trug Hosen der Größe 64. Als ich heute Morgen auf die Waage stieg, wog ich noch 232 Pfund, das heißt, dass ich bisher 54 Pfund abgenommen habe, und ich bin jetzt bei Größe 54 … Ich zähle keine Kalorien und ich denke bei allem, was unter 2 500 bis 3 000 Kalorien bleibt, dass ich abnehme. Ich überschlage die Kalorien alle paar Wochen, einfach um sicherzugehen, dass ich nicht unter 2 000 am Tag komme; denn das könnte leicht passieren, weil ich nie mehr wirklich hungrig bin. Es fällt mir leicht, auch schon einmal eine Mahlzeit ausfallen zu lassen, wenn ich sehr beschäftigt bin.“ (Chuck)

„Seit 2 Monaten nehme ich kaltgepresstes Kokosöl (vier Esslöffel täglich) und fühle mich besser als seit Langem! Mein Energiehaushalt ist ‚oben‘ und mein Gewicht ist ‚unten‘. Ich habe nie mehr Hunger, habe in meinen Tagesablauf eine Zeit für körperliche Bewegung eingebaut und inzwischen 18 Pfund abgenommen.“ (Paula)

„Ich habe in letzter Zeit stark abgenommen (33 Pfund in 5 Monaten) und ich verwende ausschließlich Kokos- und Olivenöl … Ich habe mich auf eine kohlenhydratarme Ernährung umgestellt und esse nichts außer Fleisch, Eier, Fisch und Meeresfrüchte, stärkefreies Gemüse, Obst, Nüsse und alles, was sich aus diesen Produkten ableitet, auch Kokosprodukte. Ich bin überzeugt, dass das Kokosöl ein Grund für den Erfolg ist, weil es immer wieder Zeiten gab, in denen es mir ausgegangen war und ich nur Olivenöl verwendete; in diesen Phasen habe ich dann wenig oder gar nicht abgenommen.“ (Ann)

„Ich schreibe Ihnen, um Ihnen zu sagen, wie froh ich mit Kokosöl bin. Ich verwende es bei allem, was ich koche, und esse es auch löffelweise. Ich gebe es auch auf mein Haar und verwende es oft anstelle von Hand- und Körpercremes. Ich bin 50 Jahre alt, habe Übergewicht und leide an chronischen degenerativen, kollagenbedingten Gefäßerkrankungen. Mein Energiehaushalt verbessert sich. Ich nehme ab. Meine chronischen Schmerzen gehen zurück. Meine Haut und mein Haar sehen inzwischen viel besser aus, und mein Umfeld registriert es und äußert sich positiv dazu. Ich kann Ihnen gar nicht genug danken …“ (Janice)

„Ich werde schlanker, indem ich mehr Fett esse. Ich habe jetzt 28 Pfund abgespeckt und fühle mich großartig! Mein Mann hat auch etwa 18 Pfund abgenommen. Dass ich keinen Weizen mehr esse, ist mit Sicherheit ein Faktor dafür, dass ich weiter abnehme und meine Gesundheit sich verbessert. Aber ich habe außerdem noch zwei weitere radikale Änderungen vorgenommen: Erstens esse ich jetzt mindestens drei Mal so viel Fett wie vorher. Zweitens handelt es sich bei den Fetten, die ich zu mir nehme, meist um solche, die gesättigte Fettsäuren enthalten, wobei Kokosöl ganz oben auf der Liste steht, dicht gefolgt von Butter und Schweineschmalz … Ich nehme vier bis acht Esslöffel am Tag zu mir.“ (Tracey)

„Ich versuchte abzunehmen, seit mir vor einem Jahr die Gebärmutter entfernt wurde. Ich habe sogar gehungert, aber nichts passierte. Dann erwähnte meine Mutter, dass ihre Chefin nur dadurch 10 Pfund abgenommen habe, dass sie Kokosöl verwendete. Ich dachte, ein Versuch könne nicht schaden … Nach 6 Wochen habe ich 24 Pfund weniger, meine Energie hat sich verdreifacht und ich muss mich nicht mehr aufs Bett legen, um die Reißverschlüsse meiner Hosen zuziehen zu können!“ (Abby)

*

Dies sind nur einige wenige der vielen Rückmeldungen, die mir Betroffene über die bemerkenswerten Auswirkungen gegeben haben, die sich einstellen, wenn Kokosöl in den Speiseplan integriert wird. Die Ergebnisse sind noch erstaunlicher, wenn das Ganze mit einem ketogenen Speiseplan kombiniert wird, wie Sie ihn in diesem Buch kennenlernen werden. Möchten auch Sie nun gerne abnehmen und erleben, wie sich Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden verbessern? Die nachfolgenden Kapitel werden Ihnen zeigen, wie es geht.

KAPITEL 2
Die großen Lügen über Fett

Was bei den meisten Schlankheitskuren oder Diäten zum Abnehmen im Speiseplan fehlt, ist Fett. Ja, es fehlt an Fett! Die meisten anderen Ernährungsprogramme versuchen, so viel Fett wie nur möglich zu meiden, um das Abnehmen fördern. Es mag seltsam und widersinnig klingen, aber Sie müssen Fett essen, um Fett abzubauen.

Wenn ich das zu meinen Patienten oder Zuhörern sage, sehen sie mich an, als wäre ich verrückt. „Wieso? Fett ist doch schlecht“, sagen sie. „Es macht dick.“ Und wenn ich ihnen dann noch sage, dass es sich bei der Art von Fett, das sie essen sollten, vorrangig um Fett handelt, das gesättigte Fettsäuren enthält, schnappen sie entsetzt nach Luft: „Gesättigte Fettsäuren verursachen doch Herzkrankheiten!“ Ich muss ihnen dann regelmäßig erklären, dass wir dank der Fortschritte in der Ernährungswissenschaft im Laufe der Jahre über die simplen Empfehlungen bezüglich gesättigter und ungesättigter Fettsäuren, die in der Boulevardpresse gemeinhin zu finden sind, hinausgekommen sind. Populärwissenschaftliche Diät- oder Ernährungsbücher und die Nachrichtenmedien hinken für gewöhnlich um Jahre den Fortschritten hinterher, die in der Wissenschaft gemacht werden.

Lüge Nr. 1: „Fett ist ungesund und sollte gemieden werden“

Wir wissen heute, dass Fett ein lebenswichtiger Nährstoff ist und Bestandteil der Ernährung sein muss, wenn man bei guter Gesundheit bleiben will. Darum empfehlen wichtige Gesundheitsorganisationen, 30 Prozent unseres Kalorienbedarfs mit Fett zu decken (statt 20 Prozent oder 10 Prozent, wie es manche „eingefleischten“ Fettgegner propagieren).

Insbesondere die gesättigten Fettsäuren haben in der Vergangenheit eine schlechte Presse bekommen. Was die meisten, auch viele Gesundheitsexperten, nicht verstehen, ist, dass es viele verschiedene Arten von gesättigten Fettsäuren gibt, die sich nicht alle gleich verhalten. Glauben Sie es oder nicht, aber die meisten von ihnen erhöhen nicht den Blutcholesterinspiegel und sind in Wirklichkeit gut für Sie! Wir brauchen tatsächlich gesättigte Fettsäuren in unserer Nahrung, um bei guter Gesundheit zu bleiben. Deshalb plädieren Gesundheitsorganisationen auch nicht dafür, alle gesättigten Fettsäuren im Speiseplan zu meiden.

Fett (und insbesondere gesättigte Fettsäuren) zu sich zu nehmen wird gemeinhin als eine der zehn Todsünden angesehen. Dieser Irrglaube wird genährt durch die Marketingkampagnen der Nahrungsmittelindustrie für fettarme Produkte: Ist ein Nahrungsmittel „fettarm“, bedeutet dies für die Kunden, dass sie meinen, ohne Schuldgefühle mehr davon essen zu können. Je mehr wir essen, desto mehr kaufen wir. Je mehr wir kaufen, desto größer die Gewinne der Hersteller. Je größer die Gewinne, desto mehr freut sich die Lebensmittelbranche. Es geht ihr um Geld, nicht um Gesundheit.

In den Vereinigten Staaten haben heutzutage 60 Prozent der Bevölkerung Übergewicht; einer von vier Erwachsenen ist nicht nur übergewichtig, sondern fettleibig. Als fettleibig wird jemand betrachtet, wenn sein Gewicht 20 Prozent oder mehr über dem maximal wünschenswerten Gewicht für seine Größe liegt. Den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge ist die Anzahl der fettleibigen Personen in den USA in den letzten 20 Jahren von 12 Prozent der Gesamtbevölkerung auf nunmehr 30 Prozent explodiert. Sogar unsere Kinder werden fetter; sage und schreibe 25 Prozent aller Teenager haben Übergewicht. Die Anzahl übergewichtiger Kinder hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. In den letzten 20 oder 30 Jahren, in denen der Wahn mit fettarmen Produkten auf Hochtouren lief, hat sich die Fettleibigkeit bei den 18- bis 29-Jährigen um 70 Prozent erhöht. Bei Personen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren ist sie um 50 Prozent angestiegen. Bei allen anderen Altersgruppen sind ähnliche dramatische Gewichtssteigerungen zu verzeichnen.

Lüge Nr. 2: „Fettarme Ernährung ist gesund“

Falls auch Sie zu den Millionen Menschen gehören, die mit einer fettarmen Ernährung versucht haben, ihr Gewicht zu reduzieren, und gescheitert sind, so geben Sie nicht sich selbst die Schuld daran; das ist vielmehr der sogenannten fettarmen Ernährung geschuldet. Fettarme Ernährungsprogramme funktionieren nicht. Die Theorie, die dahintersteht, ist fehlerhaft. Eine fettarme Ernährung verlangt radikale und unangenehme Veränderungen, die für die meisten nahezu unmöglich längere Zeit durchzuhalten sind. Seit 30 Jahren reduzieren wir den Fettkonsum. Der prozentuale Anteil von Fett in unserer Ernährung ist von etwa 40 Prozent auf rund 32 Prozent gesunken – und dennoch nehmen wir ständig weiter zu.

Oberflächlich betrachtet klingt die Theorie der fettarmen Ernährung logisch: Von den drei Energie erzeugenden Nährstoffen – Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate – liefert Fett die meisten Kalorien. Fett enthält Gramm für Gramm mehr als doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß oder Kohlenhydrate. Wenn Sie also bei einer Mahlzeit Fett durch Eiweiß oder Kohlenhydrate ersetzen, können Sie die Gesamtzahl der Kalorien reduzieren und dennoch im Grunde die gleiche Menge essen. Das stimmt tatsächlich.

Leider hat dies zu dem Glauben geführt, je mehr Fett man weglasse, desto weniger Kalorien esse man, und je weniger Kalorien man aufnehme, desto besser. Gewichtsabnahme wird dabei einfach als ein Problem des Kalorienkonsums betrachtet. Dadurch sind viele Menschen, auch Gesundheitsexperten, in die Irre geführt worden.

Die Wahrheit ist: So funktioniert das nicht. Schon der gesunde Menschenverstand sagt uns etwas anderes. Haben Sie nicht auch schon erlebt, dass ein großer Mensch jeden Tag Salat isst und dennoch zunimmt? Und haben Sie nicht auch erlebt, dass ein schlanker Mensch fettreiche Mahlzeiten, Soßen und Desserts isst und kein Gramm zunimmt? Es geht dabei offensichtlich um mehr als nur um Kalorien. Andere Faktoren wie Stoffwechsel, Nährstoffgehalt und Sättigungsgefühl werden durch die Art der Nahrungsmittel beeinflusst, die wir essen, und haben folglich Einfluss auf unser Körpergewicht. Abnehmen oder Zunehmen ist nicht einfach eine Frage der Kalorienzufuhr.

Die Lebensmittelindustrie möchte uns gerne glauben lassen, erhöhtes Körpergewicht sei das Ergebnis der Zufuhr von zu vielen Kalorien. Sie wirbt sehr aggressiv für diese „Philosophie“. Sie sponsert Studien, verteilt Lehrmaterial an Schulen und an Mitarbeiter im Gesundheitswesen, schreibt und veröffentlicht Artikel und verbreitet Pressemitteilungen, alles mit dem Ziel, die von ihr verbreiteten Ansichten zu unterstützen. Man kann heute kaum mehr Gesundheitszeitschriften in die Hand nehmen, ohne auf Artikel über fettarme Ernährung zu stoßen. Ebenso ist es ein beliebtes Thema in Radio und Fernsehen. Bücher über dieses Thema gibt es in Hülle und Fülle.

Die Marketingstrategie hat funktioniert. Die Regale in den Supermärkten sind voll mit fettarmen, fettfreien oder „Diät-Produkten“. Es ist ein sehr profitables Milliardengeschäft. Mageres Fleisch kostet mehr. Fettarme Fertiggerichte sind teurer als natürliche Nahrungsmittel wie frisches Obst und Gemüse. Süßigkeiten wie Kekse, Kuchen, Pralinen, Bonbons, Eis – von denen der gesunde Menschenverstand uns sagt, dass es nicht unbedingt gesunde oder wertvolle Nahrungsmittel sind – werden uns verlockend günstig angeboten. Wenn sie „fettarm“ sind, verabschiedet sich der gesunde Menschenverstand und wir bekommen gewissermaßen einen Freibrief dafür, sie ohne Schuldgefühle zu essen. Die Konsequenz von alledem sind höhere Profite für die Lebensmittelindustrie und breitere Hüften für uns.

Wir werden auf Dauer keine Nahrungsmittel essen, die wir nicht mögen. Fett gibt den Nahrungsmitteln Geschmack. Fettarmen Produkten fehlt es an Geschmack, und um sie für die Kunden verlockender zu machen, müssen die Hersteller mehr Zucker, Natriumglutamat und andere Geschmacksverstärker hinzufügen. Ergebnis sind Produkte, die möglicherweise mehr Kalorien als die Vollfettversion haben und zahlreiche chemische Zusatzstoffe enthalten – beides kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Gewicht haben. Auch wenn sie im Vergleich zu Vollfettprodukten als „gesunde“ Alternativen beworben werden, sind sie in Wirklichkeit genau das Gegenteil.

Wir sind bereits seit so langer Zeit mit dem „Fettarm-Mantra“ überflutet worden, dass wir „fettarm“ mit „gesund“ gleichsetzen. Fett wird behandelt, als handele es sich um ein Gift. Wir kaufen die magersten Fleischstücke und schneiden jedes Gramm Fett ab. Auf unseren Tellern türmen sich Zucker und Stärke, aber wehe, wenn es da auch nur eine Winzigkeit von Fett gibt!

Nach all den Jahren, in denen wir mit der „Fettarm-Propaganda“ gefüttert worden sind, werden wir zu der Annahme verleitet, wenn eine fettarme Ernährung gut sei, dann müsse eine sehr fettarme Ernährung noch besser sein und eine fettfreie Ernährung müsse das Beste überhaupt sein. Viele „Ernährungsgurus“ wie Dr. Dean Ornish, Nathan Pritikin und andere haben mit der Fettarm-Hysterie Imperien aufgebaut. Der Fettarm-Mythos hat unsere Gesellschaft bis in die letzten Winkel durchdrungen. Selbst an unseren Kindern ist diese Art von Gehirnwäsche nicht vorbeigegangen. Bei einer Umfrage, die unter Schulkindern durchgeführt wurde, gaben unglaubliche 81 Prozent an, die gesündeste Ernährung sei eine Ernährung, bei der jedwedes Nahrungsfett gemieden wird. Eine solche Ernährung wäre jedoch eine Ernährungskatastrophe.

Das Gegenteil stimmt: Fett ist gut für Sie!

Wenn Sie das ganze Fett aus Ihrem Körper beseitigen würden, hätten Sie einen schlanken, schönen Körper – richtig? … Nein, falsch! Sie wären auf eine formlose Masse Eiweiß und Wasser reduziert, die in einer Pfütze auf dem Boden läge. Es erginge Ihnen wie der bösen Hexe im Zauberer von Oz, nachdem Dorothy einen Eimer Wasser über ihr ausgeschüttet hatte …

Nahrungsfette sind wichtige Bausteine des Körpers

Fett stellt eine wichtige strukturelle Komponente jeder Zelle unseres Körpers dar. Fett ist ein wichtiger Baustein der Zellmembran (– das ist die Haut, die die Zelle zusammenhält). Ohne Fett würden unsere Zellen sich in Wasserpfützen, gemischt mit verschiedenen Zelltrümmern, auflösen. Die Zellen in unserem Herzen, unseren Lungen, Nieren und in jedem anderen Organ sind von Fett abhängig, das sie zusammenhält. Unser Gehirn besteht zu 60 Prozent aus Fett und Cholesterin. Um es deutlich zu sagen: Ein gesundes, intelligentes Gehirn ist voller Fett.

Nahrungsfette werden nicht nur für den Aufbau struktureller Komponenten von Zellen verwendet, sondern auch, um Hormone und Prostaglandine zu bilden, die Körperfunktionen kontrollieren und regulieren. Vitamin D, Östrogen, Progesteron, Testosteron, DHEA und viele andere Hormone werden aus Cholesterin hergestellt.

Hormone sind die Hauptregulatoren des Stoffwechsels, des Wachstums, der Entwicklung, der Fortpflanzung und vieler anderer Prozesse. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des chemischen Gleichgewichts im Körper. Fett und Cholesterin werden als Bausteine für viele Hormone verwendet. Ohne Cholesterin hätten wir keine Geschlechtshormone und wären folglich geschlechtslos. Das heißt, es gäbe nicht den Unterschied zwischen Männern und Frauen und Fortpflanzung wäre unmöglich.

Ähnlich beeinflussen Prostaglandine, jene hormonähnlichen Substanzen, die aus Fett hergestellt werden, die Blutlipidkonzentrationen, die Blutgerinnselbildung, den Blutdruck, die Immunreaktion und die Entzündungsreaktion auf Verletzungen und Infektionen.

Eine Ernährungsweise, der es an Fett mangelt, kann die Effizienz unseres Immunsystems gravierend mindern und uns damit anfälliger für Krankheiten machen. Das Immunsystem schützt uns nicht nur vor Infektionskrankheiten, sondern auch vor vielen degenerativen Krankheiten. Krebs wird zum Beispiel durch das Immunsystem kontrolliert. Jeder von uns hat krebsartige Zellen in seinem Körper – ja, auch Sie, ich, jeder. Sie sind einfach ein Teil des Lebens. Aber wir entwickeln nicht alle Krebs, weil unser Immunsystem uns schützt. Weiße Blutkörperchen, die unentwegt in unserem Körper unterwegs sind, attackieren und zerstören Krebszellen, zumindest solange das Immunsystem ordnungsgemäß funktioniert. Wenn das Immunsystem wegen eines Mangels an Nahrungsfett oder eines anderen Nährstoffmangels geschwächt ist, kann der Krebs sich entwickeln.

Ohne Fett und Cholesterin wären wir nicht nur eine formlose Masse und absolut fortpflanzungsunfähig, wir wären auch anfällig für Krebs und alle Arten von Krankheiten. Ja, wir wären tot, denn Leben wäre ohne Fett unmöglich.

Fett ist eine unverzichtbare Energiequelle

Fett ist Brennstoff. Benzin ist bekanntlich der Treibstoff für Autos – so ist Fett der Treibstoff für unseren Körper. Es ist einer der drei Energie erzeugenden Nährstoffe. Die anderen beiden sind Eiweiß und Kohlenhydrate. Unser Körper nutzt Fett als Energiequelle, um Stoffwechselprozesse in Gang zu halten und uns am Leben zu erhalten. Mindestens 60 Prozent des Energiebedarfs des Körpers werden durch Fett gedeckt.

Jede Zelle in unserem Körper muss eine konstante Energiequelle haben, um ordnungsgemäß zu funktionieren und am Leben zu bleiben. Als erste Wahl greift der Körper auf Kohlenhydrate als Treibstoff zurück. Werden über die Nahrung ausreichend Kohlenhydrate zugeführt, um den Energiebedarf zu decken, so wird das Fett zunächst in Fettzellen auf Vorrat gespeichert. Überschüssige Kohlenhydrate und Proteine werden in Fett umgewandelt und ebenfalls für den späteren Gebrauch in Fettzellen gelagert. Zwischen den Mahlzeiten oder in Zeiten geringer Nahrungsaufnahme wird das Fett aus diesem Vorratslager herausgezogen und genutzt, um den fortlaufenden Energiebedarf des Körpers zu decken.

Fett hat pro Gramm mehr Kalorien als Kohlenhydrate oder Proteine, weil es eine kompakte Energiequelle ist, die auf Vorrat gespeichert und später genutzt werden kann. Energie wird in Kalorien gemessen. Der Körper kann mehr Kalorien (das heißt Energie) in Form von Fett speichern, als er es in Form von Kohlenhydraten oder Proteinen könnte. Würde der Körper Proteine statt Fett speichern, sähen Sie wie eine aufgedunsene Bratwurst aus, weil sich Ihre Energiespeicherzellen vom Umfang her verdoppeln würden. Seien Sie also dankbar, dass Sie Fett speichern und nicht Eiweiß! [Die Bezeichnungen „Proteine“ und „Eiweiß“ werden in diesem Buch synonym verwendet. Anmerkung des Verlags]

Wenn Sie kein Fett oder keine ausreichende Menge Fett in Ihren Fettzellen gespeichert hätten, würde Ihr Körper zwischen den Mahlzeiten oder in längeren Fastenzeiten auf Proteine zurückgreifen, etwa auf Muskelgewebe, um seinen Energiebedarf zu decken. Ihr Körper würde sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst verzehren, um die Energie zu bekommen, die er braucht.

Wenn Sie eine Diät machen, ist es wichtig, Fett in Ihren Speiseplan mit aufzunehmen. Wenn Sie das nicht tun, wird der Körper seine eigenen Proteine aufspalten, um seinen Energiebedarf zu decken. Sie verlieren Muskelmasse. In extremen Fällen, etwa beim Hungern, werden Organe angegriffen und „ausgeschlachtet“, um den Energiebedarf zu decken; das kann zu dauerhaften Schäden führen. Als Ergebnis massiven Hungerns lautet am Ende möglicherweise die Todesursache: Organversagen.

Fett ist eine notwendige Nährstoffquelle

Es ist ein Fehler, Fett als „Gift“ zu betrachten. Im Gegenteil, es ist ein lebenswichtiger Nährstoff, genauso wie Eiweiß, Vitamin C oder Calcium. Wir brauchen Fett in unserer Nahrung, um gesund zu bleiben. Ohne Fett würden wir alle wegen Nährstoffmangel krank werden und sterben.

Fette bestehen aus einzelnen Fettmolekülen, den sogenannten Fettsäuren. Zwei Familien von Fettsäuren, die sogenannten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, werden als absolut notwendig für eine gute Gesundheit angesehen. Deshalb werden sie als „essenzielle“ Fettsäuren bezeichnet, die wir in unserer Nahrung haben müssen, weil der Körper sie nicht selbst aus anderen Nährstoffen herstellen kann. Diese essenziellen Fettsäuren sind in allen Nahrungsmitteln in unterschiedlichen Mengen zu finden – in Fleisch, Fisch, Körnern und Gemüse sowie in Pflanzenölen und tierischen Fetten. Wenn wir Fett meiden oder es von Produkten entfernen, reduzieren wir die Menge an essenziellen Fettsäuren in unserer Nahrung.

Ohne ausreichende Aufnahme dieser Fettsäuren leidet der Körper an Symptomen von Mangelkrankheiten (wie Hautwunden, neurologischen Problemen oder Sehproblemen, Wachstumshemmung, Fortpflanzungsstörungen, Hautanomalien sowie Nieren- und Lebererkrankungen).

Fett ist auch für die Verdauung und die Absorption vieler anderer lebenswichtiger Nährstoffe notwendig. Mit dem Fettanteil der Nahrungsmittel bekommen wir zum Beispiel unsere fettlöslichen Vitamine (etwa die Vitamine A, D, E und K) sowie andere wichtige Nährstoffe wie Beta-Carotin. Diese Nährstoffe können ohne ausreichenden Fettanteil in der Nahrung nicht aufgenommen werden. Eines der Hauptprobleme bei fettarmen Ernährungsprogrammen ist also, dass sie zu einem Nährstoffmangel führen können. Wenn wir nicht genug Fett essen, werden beispielsweise die fettlöslichen Vitamine durch den Verdauungstrakt gleich wieder ausgeschieden, ohne uns irgendetwas Gutes zu tun. Allein schon aus diesem Grund ist eine fettarme Ernährung gefährlich.

Viele der fettlöslichen Vitamine wirken als Antioxidanzien, die uns vor Schäden durch freie Radikale schützen. Freie Radikale, jene hochreaktiven Moleküle, die in unserem Körper fortwährend entstehen, werden als Ursache oder zumindest als Faktor angesehen, der zu den meisten bekannten degenerativen Krankheiten beiträgt, darunter Herzerkrankungen, Krebs und Alzheimer. Die chemischen Reaktionen der freien Radikale in unserem Körper verursachen die Zerstörung von Zellen und ihrer DNS. Viele Forscher nehmen an, dass diese Reaktionen die Hauptursache des Alterungsprozesses sind: Je mehr unser Körper durch freie Radikale geschädigt wird, desto schneller altern wir.

Durch die Reduzierung der Fettmenge in unserer Ernährung schränken wir auch die Menge an schützenden antioxidativen Nährstoffen ein, die uns vor den zerstörerischen Reaktionen der freien Radikalen bewahren können. Eine fettarme Ernährung beschleunigt also den Degenerations- und Alterungsprozess. Dies kann einer der Gründe dafür sein, dass Menschen, die lange Zeit an einer sehr fettarmen Ernährung festhalten, oft blass und krank aussehen.

Carotinoide sind fettlösliche Nährstoffe, die in Obst und Gemüse enthalten sind. Am bekanntesten ist Beta-Carotin. Alle Carotinoide sind für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt. Viele Studien haben gezeigt, dass sie und andere fettlösliche Antioxidanzien wie die Vitamine A und E Schutz vor degenerativen Erkrankungen bieten und die Funktion des Immunsystems unterstützen.

Gemüse wie Brokkoli und Karotten enthalten Beta-Carotin, aber wenn Sie sie nicht zusammen mit Öl essen, kommen Sie nicht voll in den Genuss der nutzbringenden Wirkungen ihrer fettlöslichen Vitamine. Wenn Sie einen Salat mit einem fettarmen Dressing essen, geht Ihnen ein großer Teil der Vitamine verloren, die im Salat vorhanden sind. Ich nehme oft ein Dressing aus Essig und Wasser. Dieses Dressing enthält zwar kein Öl, ich gebe jedoch immer Nüsse, Avocado, Käse, Eier oder andere fetthaltigen Produkte hinzu, sodass ich voll in den Genuss der nutzbringenden Wirkungen der fettlöslichen Vitamine komme, die im Salat enthalten sind.

Ein weiterer wichtiger Nährstoff, der Fett braucht, um ordnungsgemäß aufgenommen zu werden, ist Calcium. Sehr viele Menschen leiden an Calciummangel oder an Osteoporose. Und wie viele der betroffenen Personen essen fettarme Produkte? Ebenfalls sehr viele. Man kann jede Menge fettfreie Milch trinken und fettarmen Käse essen und Calcium-Nährstoffergänzungen in sich hineinschaufeln, aber dennoch Osteoporose entwickeln. Warum? Weil Calcium Fett braucht, um aufgenommen zu werden. Wenn Sie zur Calciumversorgung fettfreie Milch trinken, verschwenden Sie Ihr Geld. Sie brauchen Vollmilch und Vollfettkäse sowie sonstige Vollfettprodukte, um das Calcium aufnehmen zu können. Auch viele Gemüsesorten sind gute Calciumquellen. Aber um das darin enthaltene Calcium nutzen zu können, müssen wir sie zusammen mit Butter oder Sahne oder anderen fetthaltigen Produkten essen.

Selbst unser Herz braucht Fett. Dies wurde in einer Studie gezeigt, die von der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Mary Flynn durchgeführt wurde. Zwanzig Versuchspersonen erhielten im Rahmen ihres Ernährungsprogramms Essen, bei dem 37 Prozent der Kalorien aus Fett bezogen wurden, und sie maß den Cholesterin- und Triglyceridspiegel der Testpersonen. Dann gab sie derselben Gruppe Essen, das weniger Fett enthielt (– nur 25 Prozent der Kalorien), wobei die Gesamtmenge der Kalorien jedoch genau gleich blieb, indem sie nämlich den Anteil der Kohlenhydrate erhöhte. Dabei stellte sie fest, dass die fettarme Ernährung den Spiegel von gutem HDL-Cholesterin senkte, den Triglyceridspiegel erhöhte und den Spiegel von schlechtem LDL-Cholesterin unverändert ließ.1

Die Auswirkungen für das Herz waren insgesamt schlecht. Wenn wir die Tatsache hinzunehmen, dass fettlösliche Vitamine wie etwa Vitamin E und Beta-Carotin, die vor Herzkrankheiten schützen helfen, in einer fettarmen Ernährung reduziert sind, sehen wir, dass fettarme Ernährungsformen Herzkrankheiten in Wirklichkeit fördern – also genau das Gegenteil dessen bewirken, was die Mainstream-Medien uns weismachen wollen. Deshalb werden viele Menschen, die sich an sehr fettarme Ernährungsprogramme halten, krank und entwickeln starke Heißhungerattacken. Sie brauchen Fett.

Nathan Pritikin propagierte eine sehr fettarme Diät. Pritikin war regelrecht fanatisch darauf bedacht, Fett in der Nahrung zu meiden. Er behauptete, in Kopfsalat und anderem Gemüse sei genug Fett enthalten, um den Bedarf des Körpers zu decken. Seine Diät schränkte die Fettzufuhr auf nur noch 10 Prozent der Gesamtkalorien ein. Damit lag er weit unter der Empfehlung der American Heart Association von 30 Prozent. Diejenigen, die seine Diät machten, nahmen ab, aber sie entwickelten auch gesundheitliche Probleme – aufgrund des zu geringen Fettanteils in ihrer Nahrung. Dr. Charles T. McGee beschreibt Patienten, die die fettarme Diät von Pritikin ausprobiert hatten, in seinem Buch Heart Frauds: „Pritikin-Programm-Patienten litten an einem Mangel an essenziellen Fettsäuren, nachdem sie die Diät etwa zwei Jahre gemacht hatten. Wenn sie in die Praxis kamen, sahen sie dünn und hager aus, mit einer Haut, die trocken, schlaff, bleich, grau und schuppig war. Glücklicherweise war diese Komplikation selten zu sehen, weil es den meisten Menschen schwerfällt, eine Fettzufuhr von nur 10 Prozent durchzuhalten, ohne zu mogeln.“2

Weitere wichtige Wirkungen von Fett

Fett hat viele wichtige Funktionen im Körper. Ich möchte und kann gar nicht alle erwähnen – aber genügend viele, um Ihnen zu zeigen, wie wichtig es für die Ernährung ist. Forscher entdecken ständig weitere nutzbringende Wirkungen von Nahrungsfett.

• Gemäß einer Studie, die 1999 an der University of Buffalo durchgeführt wurde, konnten Fußballspielerinnen bei einem Ernährungsprogramm, das zu 35 Prozent aus Fett bestand, länger und mit höherer Intensität Leistung erbringen als bei einem Ernährungsprogramm mit einem Fettanteil von 27 oder 24 Prozent.

• Fett hilft beim Regulieren der Verdauung und beim Aufnehmen von Blutzucker und beugt damit einer Insulinresistenz und Diabetes vor. Ohne ausreichende Mengen an Fett in der Nahrung kann der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr einer kohlenhydratreichen Mahlzeit außer Kontrolle geraten.

• Fett hilft, den Hunger länger zu stillen, sodass man nicht so oft isst, und es hilft Ihnen damit, weniger Kalorien zu konsumieren und abzunehmen.

• Fett sorgt dafür, dass die Haut weich und geschmeidig bleibt. Das Fett unter der Haut und das Fett, das in den Zellen der Haut arbeitet, sorgen für guten Teint und Hauttonus.

• Fett ist außerdem für normales Wachstum lebenswichtig. Es hilft, wichtige Proteine zu erhalten, während Kohlenhydrate dazu neigen, dem Körper Proteine zu rauben. Fett ist auch notwendig für das Knochenwachstum und die Knochenkalzifizierung. Menschen, in deren Nahrung es an Fett mangelt, sind und bleiben eher klein.

Wie Sie sehen, ist Fett ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Es ist bei einer Vielzahl von Funktionen im Körper involviert, von denen die Wissenschaft viele noch gar nicht ganz verstanden hat.

Nahrungsfette sind jedoch nicht alle gleich. Es gibt viele verschiedene Arten von Fetten und jedes hat eine andere Wirkung auf den Körper. Die moderne Lebensmittelherstellung und -verarbeitung haben einige Fette geschaffen, die schädlich für unsere Gesundheit sind und zu Übergewicht und anderen Gesundheitsproblemen beitragen. Das heißt, dass wir unsere Fette klug auswählen sollten. Im Allgemeinen gilt:

Je mehr ein Fett oder Öl verarbeitet worden ist, bis es das Regal im Supermarkt erreicht, desto weniger gesund ist es. Künstliche Fette wie Olestra und halbkünstliche Fette wie Margarine und andere hydrierte Pflanzenöle sind am intensivsten verarbeitet worden und am wenigsten gesund. Natürliche Fette und Öle – jene, die einfach aus ihrer Quelle gewonnen oder gepresst werden können, selbst mit primitiven Methoden (wie Olivenöl, Kokosöl, Butter und tierische Fette) – sind der Gesundheit förderlich.

Ich weiß, dies widerspricht der vorherrschenden Meinung, aber dadurch, dass die meisten an etwas glauben, was falsch ist, wird es nicht richtiger. Die vorherrschende Meinung liegt oft falsch. Nehmen wir nur die fettarmen Diäten oder Ernährungsprogramme – sie werden nach wie vor lautstark als einziger Weg der Gewichtsreduktion angepriesen, und dennoch wissen wir inzwischen, dass sie langfristig nicht funktionieren.

KAPITEL 3
Brauchen Sie einen Ölwechsel?
Fette, Öle, Triglyceride und Fettsäuren

Fett – nur das Wort allein beschwört oft schon Bilder von unschönem Fettgewebe herauf, das an einem Stück Fleisch hängt. Fett ist jedoch nicht nur an Fleisch zu finden. Alle lebenden Organismen haben Fett. Menschen, Tiere, Pflanzen, selbst die winzigsten Organismen wie Einzeller und Bakterien haben Fett. Es ist ein für jeden Organismus lebenswichtiges Gewebe. Aus diesem Grund kommt Fett in der einen oder anderen Form in allen unseren Nahrungsmitteln vor. Und auch wenn die meisten es gerne so weit wie möglich meiden möchten, stellt es einen wichtigen Teil unserer Nahrung dar.

Die Begriffe „Fett“ und „Öl“

… werden oft synonym verwendet. Allgemein gesagt sind Fette bei Zimmertemperatur fest, während Öle flüssig bleiben. Im Zusammenhang mit Fetten und Ölen werden Sie oft auch den Begriff „Lipide“ hören. Dies ist ein allgemeiner Oberbegriff, der sich auf mehrere fettähnliche Komponenten im Körper bezieht. Die mit Abstand am reichlichsten vorkommenden und wichtigsten Lipide sind die Triglyceride. Wenn wir von Fetten und Ölen sprechen, beziehen wir uns in der Regel auf Triglyceride. Zwei andere Lipide – Phospholipide und Sterole (zu denen Cholesterin gehört) – sind eigentlich keine Fette, da sie keine Triglyceride sind. Sie haben jedoch ähnliche Eigenschaften und werden oft einfach ebenfalls als Fette bezeichnet.

Wenn man in ein Beefsteak schneidet, sieht man weißes Fettgewebe, das aus Triglyceriden besteht. Cholesterin ist auch vorhanden, aber für das bloße Auge nicht erkennbar, da es mit den Fleischfasern durchwachsen ist. Das Fett, das für uns ein Ärgernis ist, an unseren Armen herunterhängt, an unseren Oberschenkeln wie Wackelpudding aussieht und unseren Bauch wie einen Ersatzreifen aussehen lässt, besteht aus Triglyceriden. Unser Körperfett und das Fett, das wir bei tierischen Produkten sehen und essen, besteht ebenfalls aus Triglyceriden. Bei etwa 95 Prozent der Lipide in unserer Nahrung, die aus pflanzlichen und tierischen Quellen stammen, handelt es sich um Triglyceride.

Triglyceride bestehen aus einzelnen Fettmolekülen, sogenannten Fettsäuren. Bei den Fettsäuren wird zwischen drei allgemeinen Kategorien unterschieden: gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Alle Öle und tierischen Fette bestehen aus einer Mischung aus diesen drei Fettsäuren. Ein Öl als gesättigt oder einfach ungesättigt zu bezeichnen, ist jedoch eine allzu grobe Vereinfachung. Kein Öl ist nur gesättigt oder mehrfach ungesättigt. Olivenöl wird oft als „einfach ungesättigtes“ Öl bezeichnet, weil es überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren besteht, aber wie alle pflanzlichen Öle enthält es auch gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Ähnlich ist es bei Schmalz. Tatsächlich ist bei Schmalz der Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren (47 Prozent) höher als der Anteil an gesättigten Fettsäuren (41 Prozent). Korrekter wäre es daher, Schmalz ebenfalls als ein Fett der Kategorie der einfach ungesättigten Fettsäuren und nicht der gesättigten Fettsäuren zu bezeichnen.

Tierische Fette kommen im Fleisch von Tieren und in Milch und Eiern vor. Die überwiegende Mehrzahl unserer pflanzlichen Öle stammt von Samen wie Baumwollsamen, Sonnenblumensamen, Distelsamen und Rapssamen, aber auch Körner (wie Mais), Hülsenfrüchte (wie Sojabohnen und Erdnüsse) und Nüsse (wie Mandeln, Walnüsse) sind Samen. Kokosöl wird aus den Samen der Kokospalme gewonnen. Einige Öle kommen auch von Früchten (etwa Oliven, Palmen und Avocados).

Wie andere Öle enthält Kokosöl eine Mischung aus gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Hauptsächlich enthält es jedoch gesättigte Fettsäuren, nämlich zu 92 Prozent. Bei diesen gesättigten Fettsäuren handelt es sich überwiegend um mittelkettige Triglyceride (MCT). Dadurch ist Kokosöl einzigartig unter den Nahrungsfetten. Die meisten Fette bestehen aus langkettigen Triglyceriden (LKT oder LCT). Etwa 95 Prozent aller Fette in unserer Nahrung bestehen aus LCT. Maisöl, Sojaöl, Olivenöl, Rapsöl, Schmalz und die meisten anderen allgemeinen Nahrungsfette bestehen 100 Prozent aus LCT. Butter und Sahne enthalten eine sehr kleine Menge an MCT. Kokosöl und Palmkernöl sind die einzigen nennenswerten Nahrungsquellen für MCT. Dies ist wichtig, weil die meisten Gesundheit und Gewichtsreduktion fördernden Eigenschaften, die mit Kokosöl assoziiert werden, von den mittelkettigen Triglyceriden stammen. Da andere Öle keine nennenswerte Menge an MCT enthalten, sind sie mit Kokosöl nicht zu vergleichen.

Fette und Öle, die natürlich in Nahrungsmitteln vorkommen, unterstützen generell die Gesundheit und liefern viele essenzielle Nährstoffe. Nicht alle Fette sind jedoch von gleichem Wert, wenn es um Gewichtskontrolle oder gesundheitlich nutzbringende Wirkungen geht. Eine gesunde Ernährung zum Abnehmen muss eine ausreichende Menge der richtigen Art von Fett enthalten.

Wenn Sie gefragt würden, welche Öle am gesündesten sind, was würden Sie antworten? Wenn Sie die Frage wie die meisten Menschen beantworten, werden Sie wahrscheinlich sagen, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren am besten und gesättigte Fettsäuren am schlechtesten sind. Wäre dies Ihre Antwort, dann hätten Sie sich, wie die meisten und wie auch ich früher, in die Irre führen lassen. Entgegen dem, was die Pflanzenölindustrie uns weisgemacht hat, birgt der übermäßige Verzehr von Ölen, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, weitaus mehr gesundheitliche Risiken als der Verzehr von Ölen, die einfach ungesättigte oder gesättigte Fettsäuren oder Cholesterin enthalten. Zwar benötigen wir einen gewissen Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, jedoch können wir auch zu viel davon bekommen. Wenn Ihr Speiseplan derzeit überwiegend Pflanzenöle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthält, brauchen Sie einen Ölwechsel! In diesem Kapitel erfahren Sie, warum.

Raffinierte und unraffinierte Öle

Im letzten Jahrhundert haben wir eine Revolution erlebt – eine Revolution in unserer Ernährung. Nahrungsmittel, die unsere Vorfahren gegessen haben und durch die es ihnen über Generationen hinweg gut ging, hat man beiseitegeschoben, um den Weg für neue, technisch hoch entwickelte Produkte frei zu machen. Zu den größten Veränderungen, gehört die Art von Ölen, die wir heute verzehren. Butter, Schmalz, Kokosöl und andere traditionelle Fette sind durch hochraffinierte, gereinigte und sogar chemisch veränderte Pflanzenöle ersetzt worden.

Wenn Sie in die Berge Nordpakistans reisen würden, um die Hunzukuc – als Bewohner des Hunzatals oft auch Hunza genannt – zu besuchen, würden Sie auf ein Volk treffen, das eine Vorliebe für Butter und Ziegenfett hat. Bei einer Reise in ländliche Gegenden Chinas würden Sie feststellen, dass Schmalz das Speisefett der Wahl ist. Bei den Eskimos im Norden Kanadas und Alaskas ist Seehundöl die Hauptstütze der traditionellen Ernährung. In Thailand gehört Kokosöl bei jeder Essenszubereitung mit dazu. In Indien sind Ghee (Butterschmalz oder geklärte Butter) und Kokosöl traditionell die bevorzugte Wahl. In Italien und Griechenland rangiert Olivenöl an erster Stelle. Wo auch immer man traditionelle Fette und Öle verwendet, werden Sie feststellen, dass hauptsächlich Öle dieser oder jener Art mit gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren verzehrt werden. Wovon man nicht viel findet, das sind mehrfach ungesättigte pflanzliche Öle.

Fette und Öle stellen seit Generationen einen wichtigen Bestandteil der Nahrung dar. Am beliebtesten waren seit jeher die Öle, die relativ einfach, mit primitiven Extraktionsmethoden zu gewinnen waren. Tierisches Fett wurde einfach vom Fleisch abgeschnitten und durch Kochen in Öl verwandelt. Butter wurde hergestellt, indem sie aus Milch geschlagen wurde. Olivenöl wurde mit einer Art Schneckenpresse aus der Frucht gepresst oder indem die Frucht mithilfe eines Holztrichters und eines Holzhammers zerstoßen und geschlagen wurde. Pflanzenöle aus Nüssen und Samen wurden hergestellt, indem sie mit Holzpressen oder Steinwalzen zerdrückt wurden.

Die mit Abstand am häufigsten verwendeten Öle waren tierische Fette, Butter, Kokos- und Palmöl sowie Olivenöl. Einige Populationen verwendeten mehr pflanzliche Öle als andere, aber wegen der Schwierigkeit der Extraktion war die Verwendung von Samenölen nicht weit verbreitet und trug nie in nennenswertem Umfang zur menschlichen Ernährung bei.1

Die Arten von Ölen, die wir heute verzehren, sind ganz andere als die, die unsere Urgroßeltern ernährt haben. Wir haben uns davon verabschiedet, unraffinierte Öle zu verwenden, und sind stattdessen dazu übergegangen, hochraffinierte und gereinigte Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu verwenden. Mit der Erfindung der hydraulischen Ölpresse und dem Einsatz chemischer Extraktionsmittel ist die Herstellung von Samenölen billiger geworden. Nachdem gesättigte Fettsäuren in die Kritik geraten waren, weil sie den Blutcholesterinspiegel erhöhen würden, gewannen zunehmend mehrfach ungesättigte Fettsäuren an Beliebtheit. Zu den Nachteilen pflanzlicher Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehört jedoch, dass sie schnell oxidieren (ranzig werden). Deshalb müssen sie stark raffiniert (gereinigt) werden und enthalten chemische Konservierungsmittel, die das Verderben des Öls hinauszögern. Alle gängigen Pflanzenöle, die im Supermarkt verkauft werden, gehören zu dieser Art von Ölen.

Es gibt einige Pflanzenöle, die mit jahrhundertealten traditionellen Methoden, ohne chemische Mittel oder Hitze hergestellt werden. Das beliebteste ist natives Olivenöl extra. Es behält seinen vollen Geschmack, seine Farbe, sein Aroma und alle seine natürlichen Vitamine und Mineralstoffe. Kokosöl wird oft nach traditionellen Methoden oder modernen Kaltpressungsmethoden ohne Einsatz von chemischen Stoffen hergestellt. Es wird mitunter als natives oder kaltgepresstes Kokosöl bezeichnet, um es von raffinierten Ölen zu unterscheiden; es behält den guten Kokosgeschmack und ein wunderbares Kokosaroma. Man kann auch Sesamöl, Palmöl, Mandelöl und andere Öle finden, die ähnlich hergestellt werden. Ein wirklich unraffiniertes Öl erkennt man am Geschmack und Geruch. Je mehr ein Öl verarbeitet und raffiniert worden ist, desto weniger Geschmack und Aroma hat es. Öle, die reich an gesättigten Fettsäuren sind, wie Koksöl, bleiben sehr stabil und sind, selbst wenn sie stark verarbeitet worden sind, immer noch eine bessere Wahl als mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Viele Öle haben einen sehr unangenehmen Geschmack und müssen desodoriert werden, um schmackhaft zu werden. Sojaöl zum Beispiel gehört dazu. Unverarbeitetes Sojaöl hat einen widerlichen Geschmack und muss stark verarbeitet und chemisch behandelt werden, damit der unangenehme Geschmack beseitigt wird; es handelt sich also immer um ein stark verarbeitetes Öl.

Hydrierte Pflanzenöle (Margarine)

Der Prozess der Hydrierung wurde 1907 von dem Unternehmen Proctor & Gamble (P & G) entwickelt. Die Hydrierung war ein innovativer neuer Prozess, der flüssiges Pflanzenöl in festes Fett umwandeln konnte, das dem Schmalz ähnelte. Anfänglich wurde die Hydrierung dazu genutzt, um billiges Baumwollsamenöl in festes Fett zu verwandeln, das anstelle von Schmalz und Talg bei der Herstellung von Seife und Kerzen verwendet werden konnte. [Den sich zunehmend durchsetzenden Begriff der Hydrierung verwenden wir in diesem Buch als Synonym für die eigentlich treffenderen Begriffe Hydrogenierung oder Hydrogenisierung. Anm. d. Verlags]

Der Erfolg des billigen Schmalzimitats ließ die Gewinne des Unternehmens in die Höhe schnellen. Es dauerte nicht lange, bis man zu dem Schluss gelangte: Da das hydrierte Baumwollsamenöl dem Schmalz ähnelte, könne man es auch als Nahrungsmittel verkaufen. So führte P & G 1911 das Backfett Crisco auf dem Markt ein. Der Name Crisco war von der Bezeichnung CRYStalized Cottonseed Oil (kristallisiertes Baumwollsamenöl) abgeleitet. Um Frauen zu ermuntern, von Butter und Schmalz auf Backfett umzusteigen, vertrieb das Unternehmen ein Kochbuch und begann, Anzeigen zu schalten, in denen Crisco als wirtschaftlichere und gesündere Alternative zu tierischen Fetten dargestellt wurde. Damit hatte der Wechsel von tierischen Fetten zu pflanzlichen Ölen begonnen.

Es dauerte nicht lange, bis Margarine erhältlich war. Bei Margarine handelte es sich einfach um hydriertes Baumwollsamenöl, das mit Aromastoffen und Farbstoffen gemischt war, sodass es der Butter ähnelte. Die Umsätze waren zunächst bescheiden, legten während der „Großen Depression“ in den 1930er-Jahren jedoch zu, als die Menschen von Schmalz und Butter auf die billigeren Produkte Backfett und Margarine umstiegen. Einen neuerlichen Aufschwung erlebten die Umsätze in den 1950er- und 1960er-Jahren, als sich in der Öffentlichkeit die Informationen über die vermeintlichen Gefahren tierischer Fette durchsetzten. Im Jahr 1957 wurde schließlich mehr Margarine als Butter gekauft.

Interessant ist, dass P & G und andere Pflanzenöl-Hersteller einen Großteil der Forschungen sponserten, mit denen der vermeintliche Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und Cholesterin auf der einen Seite und Herzerkrankungen auf der anderen Seite hergestellt wurde. Dr. Fred Mattson, einer der Wissenschaftler, die für P & G arbeiteten, spielte in der Tat eine entscheidende Rolle, als es darum ging, die American Heart Association davon zu überzeugen, die Cholesterintheorie der Herzkrankheiten zu akzeptieren, und er war ebenso aktiv bei der Beeinflussung der Regierungspolitik in Bezug auf Nahrungsfette.

Der Prozess der Hydrierung beginnt mit einem raffinierten Pflanzenöl. Heutzutage werden die meisten hydrierten Öle aus Sojaöl hergestellt. Das Öl wird mit winzigen Metallpartikeln gemischt – für gewöhnlich Nickeloxid, das sehr toxisch und unmöglich ganz zu beseitigen ist –, die als chemische Katalysatoren fungieren. Unter hohem Druck und hohen Temperaturen wird Wasserstoffgas in das Öl gepresst und chemisch an die Fettmoleküle gebunden. Dann werden Emulgatoren und Stärke in die Mischung gepresst, um ihr eine bessere Konsistenz zu geben. Anschließend setzt man die Mischung in einem Dampfreinigungsprozess erneut hohen Temperaturen aus, um den widerlichen Geruch zu beseitigen.

Der Hydrierungsprozess ist dann abgeschlossen, aber das Öl, das dabei herauskommt, hat eine abstoßende graue Farbe, die man eher beim Blick in eine Dose Schmieröl zu sehen erwarten würde als bei einem Lebensmittel. Somit wird es gebleicht, damit es weiß und damit appetitlicher aussieht. Das Endergebnis ist ein hydriertes Pflanzenöl oder Backfett, wie wir es in den Supermarktregalen sehen. Um Margarine herzustellen, werden Steinkohle-Farbstoffe und chemische Aromastoffe hinzugefügt. Diese Mischung wird dann gepresst und in Blöcken oder Bechern verpackt, um streichfertig auf einem Stück Brot genossen zu werden.

Allein das Wissen, wie Margarine und Backfett hergestellt werden, genügt, um mich davon abzuhalten, sie zu essen. Beim Hydrierungsprozess, bei dem flüssige Pflanzenöle zu festen Fetten werden, geschieht jedoch auch noch etwas anderes, was erhebliche gesundheitliche Folgen hat: Es entsteht eine neue Fettsäure, die sich von denen unterscheidet, die normalerweise in der Natur zu finden sind: die sogenannte Transfettsäure. Diese toxische Fettsäure ist für unseren Körper ein Fremdkörper und kann alle möglichen Probleme verursachen.

„Dabei handelt es sich wahrscheinlich um die toxischsten Fettsäuren, die wir überhaupt kennen“, sagt der Arzt Walter Willet, Professor für Epidemiologie und Ernährung an der Harvard School of Public Health. Willet, der die Auswirkungen von Transfettsäuren auf den Körper untersucht hat, widerspricht jenen, die behaupten, bei hydrierten Fetten, die in Margarine und Backfett zu finden sind, sei es weniger wahrscheinlich, dass sie den Cholesterinspiegel erhöhen, als bei den gesättigten Fettsäuren, die in Butter zu finden sind: „Wie es aussieht, sind Transfettsäuren zwei oder drei Mal schlimmer als gesättigte Fettsäuren, wenn es darum geht, was sie bei den Blutfetten anrichten.“2

Studien zeigen inzwischen klar, dass Transfettsäuren zu Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien, Arterienverkalkung) und Herzerkrankungen beitragen können. Schweine, die mit transfettsäurehaltigem Futter gefüttert wurden, entwickelten zum Beispiel weitreichendere Schädigungen durch Arteriosklerose als jene, die mit anderen Arten von Fettsäuren gefüttert wurden.3 Beim Menschen erhöhen Transfettsäuren die LDL-Cholesterinwerte im Blut (schlechtes Cholesterin) und senken die HDL-Cholesterinwerte (gutes Cholesterin) – beides nicht erwünschte Veränderungen.4 Bei Transfettsäuren ist nachgewiesen worden, dass sie den Blutcholesterinspiegel noch mehr erhöhen als gesättigte Fettsäuren.5 Da Transfettsäuren im Unterschied zu gesättigten Fettsäuren auch den guten HDL-Cholesterinspiegel senken, sind Forscher nunmehr der Überzeugung, dass sie einen größeren Einfluss auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben als irgendwelche anderen Fettsäuren.6

Das New England Journal of Medicine vom 20.11.1997 berichtete über die Ergebnisse einer 14 Jahre dauernden Studie, in die mehr als 80 000 Krankenschwestern einbezogen waren. Die Untersuchung, die an der Harvard School of Public Health und im Brigham and Women’s Hospital in Boston durchgeführt wurde, dokumentierte 939 Herzinfarkte unter den Teilnehmerinnen der Studie. Bei den Frauen, die die größten Mengen an Transfettsäuren konsumierten, war die Chance, einen Herzinfarkt zu erleiden, um 53 Prozent höher als bei denen, die am wenigsten Transfettsäuren konsumierten.

Eine weitere interessante Tatsache, die bei dieser Studie aufgedeckt wurde, war die, dass die Gesamtaufnahme an Fett wenig Auswirkungen auf die Rate der Herzinfarkte hatte. Bei den Frauen in der Gruppe mit dem größten Fettkonsum insgesamt (46 Prozent der Kalorien aus Fett) war das Herzinfarktrisiko nicht größer als bei jenen in der Gruppe mit dem niedrigsten Fettkonsum (29 Prozent der Kalorien).

Die Forscher meinten, dies lege den Schluss nahe, dass die Beschränkung des Konsums von Transfettsäuren effektiver zur Vermeidung von Herzinfarkten sei als die Reduzierung der Fettaufnahme insgesamt. Leider sind etwa 10 Prozent der Fettsäuren, die im typischen Speiseplan westlicher Länder enthalten sind, Transfettsäuren.

Transfettsäuren ziehen jedoch mehr als nur die Gesundheit unseres Herz-Kreislauf-Systems in Mitleidenschaft. Einer Studie zufolge, über die Dr. Mary Enig berichtete, wurde festgestellt: Wenn Affen Futter verabreicht wurde, das mit transfettsäurehaltiger Margarine angereichert war, banden ihre roten Blutkörperchen Insulin nicht so gut, wie wenn ihnen Futter ohne Transfettsäuren gegeben wurde.7 Dies lässt auf eine Verbindung zu Diabetes schließen. Transfettsäuren sind mit einer Vielzahl von negativen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht worden, darunter Krebs, ischämische Herzkrankheiten, multiple Sklerose, Divertikulitis, Diabetes und andere degenerative Erkrankungen.8

Hydriertes Öl ist ein technisches Produkt und möglicherweise der schädlichste Lebensmittelzusatz, der derzeit allgemein verwendet wird. Wenn Sie Margarine, Backfett, hydrierte oder teilhydrierte Pflanzenöle (allgemeine Lebensmittelzusätze) verzehren, konsumieren Sie Transfettsäuren.

Viele der Nahrungsmittel, die wir im Supermarkt kaufen und in Restaurants essen, werden mit hydriertem Öl zubereitet oder gebraten. Frittierte oder gebratene Produkte, die in Supermärkten und Restaurants verkauft werden, sind in der Regel in hydriertem Öl zubereitet, weil sie dadurch knusprig werden und weniger leicht verderben als gewöhnliche Pflanzenöle. Viele verarbeitete Tiefkühlprodukte wurden in hydrierten Ölen zubereitet. Hydrierte Öle werden bei der Herstellung von Pommes frittes, Biskuits, Plätzchen, Cracker, Chips, Tiefkühltorten, Pizzas, Erdnussbutter, Kuchenglasur und Ähnlichem verwendet.

Die flüssigen Pflanzenöle, die wir im Supermarkt kaufen, sind nicht viel besser. Durch die beim Extraktions- und Raffinierungsprozess eingesetzte Hitze entstehen auch Transfettsäuren. Das heißt, dass die Flasche Mais- oder Distelöl, die Sie in der Küche im Regal haben, Transfettsäuren enthält, auch wenn es nicht hydriert worden ist. Sofern das Pflanzenöl nicht „kaltgepresst“ oder „Expeller-gepresst“ worden ist, enthält es Transfettsäuren. Vor allem die gängigen Marken von Pflanzenölen und Salatdressings enthalten Transfettsäuren.

Flüssige Pflanzenöle enthalten im Durchschnitt 15 Prozent Transfettsäuren. Im Vergleich dazu enthalten Margarine und Backfett im Durchschnitt etwa 35 Prozent, wobei einige Marken jedoch bis zu 48 Prozent enthalten können.

Wenn Öle, die einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, beim Braten verwendet werden, insbesondere bei hohen Temperaturen, bilden sich Transfettsäuren. Das heißt, dass selbst dann, wenn Sie kaltgepresstes Öl aus dem Bioladen zum Braten verwenden, ungesunde Transfettsäuren entstehen.

Nun fragen Sie vielleicht: Stellt denn die Menge an Transfettsäuren, die entstehen, wenn man Öl zu Hause erhitzt, wirklich eine Gefahr dar? Studien zeigen, dass bei einer Ernährung, die hitzebehandeltes flüssiges Maisöl enthielt, festgestellt wurde, dass mehr Arteriosklerose als bei einer Ernährung entstand, die nicht erhitztes Maisöl enthielt.9 Das heißt: Ja, jedes Pflanzenöl, das ungesättigte Fettsäuren enthält, wird toxisch, wenn es erhitzt wird. Und selbst eine kleine Menge hat Auswirkungen auf Ihre Gesundheit, insbesondere dann, wenn es über lange Zeit oft gegessen wird.

Öle, die gesättigte Fettsäuren, aus welcher Quelle auch immer, enthalten, sind demgegenüber viel hitzebeständiger bei Temperaturen, wie sie beim Braten eingesetzt werden, sodass sich keine Transfettsäuren bilden; sie sind somit weitaus besser zum Braten geeignet. Öle, die gesättigte Fettsäuren enthalten, können am unbedenklichsten zum Braten verwendet werden. In dem Bemühen, eine billige pflanzliche „Ölquelle“ zu erschließen, hat die moderne Technologie ein erhebliches Gesundheitsproblem geschaffen.

Unter dem Druck zahlreicher Gesundheitsorganisationen und der Öffentlichkeit hat die US-amerikanische Behörde für Lebensmittel und Arzneimittelsicherheit (Food and Drug Administration, FDA) eine Vorschrift erlassen, wonach Lebensmittelhersteller die Menge der jeweils enthaltenen Transfettsäuren auf dem Etikett angeben müssen. Bevor sie diesen Schritt taten, warteten sie jedoch drei Jahre, bis das Institute of Medicine dem Problem nachgegangen war und Untersuchungen angestellt hatte. Nach Abschluss der Studie gab das Institute of Medicine zu jedermanns Überraschung nicht etwa eine Empfehlung, bis zu welchem Prozentsatz Transfettsäuren sicher verzehrt werden könnten (wie dies oft bei Lebensmittel-Zusatzstoffen geschieht), sondern erklärte rundweg, dass kein Gehalt an Transfettsäuren sicher sei!

Daher: Wenn Sie ein verpacktes Produkt sehen, das hydriertes Öl, Margarine oder Backfett enthält, rühren Sie es nicht an! Wenn Sie auswärts essen gehen, fragen Sie im Restaurant, welche Art von Öl dort bei der Zubereitung der Gerichte verwendet wird. Wenn sie sagen: „Pflanzenöl“, handelt es sich dabei mit ziemlicher Sicherheit um hydriertes Pflanzenöl. Meiden Sie es!

Der Grund dafür, dass Sie davon ausgehen können, dass es sich um hydriertes Pflanzenöl handelt, ist der, dass reguläres Pflanzenöl zu schnell verdirbt und ranzig wird. Restaurants möchten ihre Öle so lange wie möglich immer wieder verwenden, bevor sie sie entsorgen müssen. Die Lebensdauer gewöhnlicher Pflanzenöle ist ihnen zu kurz.

Freie Radikale

Die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten einen Schlüsselfaktor identifiziert, der bei der Verursachung und Entwicklung von degenerativen Krankheiten und Alterungsprozessen eine wichtige Rolle spielt: die freien Radikale.

Einfach formuliert handelt es sich bei einem freien Radikal um ein Molekül, das ein Elektron in seiner äußeren Bahn verloren hat, sodass ein ungepaartes Elektron geblieben ist. Durch das Fehlen des Elektrons entsteht ein äußerst instabiles und „reaktionsfreudiges“ Molekül. Dieses radikale Molekül greift schnell ein benachbartes Molekül an, um diesem ein Elektron zu „stehlen“. Das zweite Molekül, dem jetzt ein Elektron fehlt, wird nun selbst ein sehr reaktionsfreudiges freies Radikal und zieht wiederum einem anderen nahen Molekül ein Elektron weg. Dieser Prozess setzt sich in einer zerstörerischen Reaktionskette fort, von der Hunderte oder gar Tausende von Molekülen betroffen sein können.

Sobald ein Molekül zu einem Radikal wird, verändern sich seine physikalischen und chemischen Eigenschaften. Die normale Funktion dieser Moleküle ist dauerhaft gestört, wodurch die ganze Zelle geschädigt wird, zu der sie gehören. Eine lebende Zelle, die von freien Radikalen angegriffen wird, degeneriert und wird dysfunktional. Freie Radikale können also unsere Zellen angreifen und die Schutzmembranen der Zellen buchstäblich zerreißen. Sensible Zellkomponenten wie der Zellkern und die DNS, die die genetische Blaupause der Zelle enthält, können geschädigt werden; das kann zu Zellmutationen und zum Zelltod führen.

Je mehr freie Radikale unsere Zellen angreifen, desto größer die Schäden und desto größer das Potenzial einer schwerwiegenden Zerstörung. Was geschieht wohl, wenn sich die betroffenen Zellen in unserem Herzen oder unseren Arterien befinden? Was geschieht, wenn es um Zellen in unserem Gehirn geht? Was geschieht, wenn es um Zellen in unseren Gelenken, unserer Bauchspeicheldrüse, unseren Därmen, unserer Leber oder unseren Nieren geht? Wenn die Zellen geschädigt oder dysfunktional werden oder absterben, können diese Organe dann noch optimal ihren Zweck erfüllen oder degenerieren sie?

Schädigungen durch freie Radikale werden mit dem Verlust der Gewebeintegrität und mit physischer Degeneration in Verbindung gebracht. Wenn Zellen von freien Radikalen angegriffen werden, dann werden Gewebe fortschreitend geschädigt. Manche Forscher sind der Überzeugung, die Zerstörung durch freie Radikale sei die eigentliche Ursache des Alterns.10 Je älter der Körper wird, desto mehr Schäden trägt er durch die lebenslange Kumulation der Angriffe freier Radikale davon. Heute gilt es bei rund 60 degenerativen Krankheiten als anerkannt, dass bei ihrer Verursachung oder Manifestation freie Radikale im Spiel sind. Diese Liste wird regelmäßig mit zusätzlichen Krankheiten ergänzt. Die Forschung, die zunächst nur die großen Killerkrankheiten wie Herzerkrankungen und Krebs mit freien Radikalen in Verbindung brachte, hat die Liste inzwischen erweitert, sodass jetzt auch Arteriosklerose, Schlaganfall, Krampfadern, Hämorrhoiden, Bluthochdruck, faltige Haut, Dermatitis, Arthritis, Verdauungsprobleme, Fortpflanzungsstörungen, grauer Star, Energieverlust, Diabetes, Allergien, Gedächtnisschwäche und viele andere degenerative Erkrankungen mit dazugehören.

Je mehr wir freien Radikalen ausgesetzt sind, desto mehr Schäden treten an unseren Zellen und Geweben auf; dadurch erhöht sich das Risiko, die vorstehend genannten Erkrankungen zu entwickeln. Wir sind freien Radikalen ausgesetzt durch die Schadstoffe in der Luft, die wir atmen, und durch die chemischen Zusatzstoffe und Gifte in den Nahrungsmitteln, die wir essen, sowie in den Getränken, die wir trinken. Einige Reaktionen von freien Radikalen finden im Rahmen des natürlichen Prozesses des Zellstoffwechsels statt. Wir können nicht alle freien Radikale meiden, denen wir in unserer Umwelt begegnen; wir können sie jedoch einschränken. Zigarettenrauch ruft zum Beispiel Reaktionen von freien Radikalen in der Lunge hervor. Bestimmte Lebensmittel und Lebensmittelzusatzstoffe rufen ebenso zerstörerische Reaktionen von freien Radikalen hervor, die unseren gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen. Wenn wir die Exposition gegenüber diesen Substanzen, durch die freie Radikale entstehen, begrenzen, reduzieren wir das Risiko, eine Reihe von degenerativen Krankheiten zu entwickeln. Diesbezüglich hat die Art der Öle, die wir verwenden, sehr nachhaltige Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Wenn Öle, die ungesättigte Fettsäuren enthalten, oxidieren (ranzig werden), erzeugen sie freie Radikale. Je mehr ungesättigte Fettsäuren ein Öl enthält, desto leichter oxidiert es. Somit sind Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, anfälliger dafür, zu oxidieren, als Öle, die einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, und Öle, die einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, sind anfälliger als Öle, die gesättigte Fettsäuren enthalten.

Hitze, Licht und Sauerstoff wirken als Katalysatoren, die die Oxidation fördern: Je länger die Exposition, desto höher der Grad der Oxidation. Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, oxidieren sehr schnell, wenn sie ihrer Quelle entnommen wurden und Hitze, Licht und Sauerstoff ausgesetzt werden. Wenn Sie eine Flasche Sojaöl im Supermarkt kaufen, hat es bereits angefangen zu oxidieren. Es genügt, im Supermarktregal dem Licht und der Wärme (selbst der Zimmertemperatur) ausgesetzt zu werden, um die Oxidation in einem unbeständigen Öl zu fördern. Wenn Sie es mit nach Hause nehmen und die Flasche öffnen, werden die Oxidation und die Bildung der freien Radikale weiter beschleunigt. Verwenden Sie das Öl beim Braten, verdichten Sie das Problem enorm, da dadurch die Bildung schädlicher freier Radikaler beschleunigt wird.

Zahlreiche Studien, die zum Teil bereits in den 1930er-Jahren veröffentlicht wurden, berichteten über die toxischen Wirkungen, die sich aus dem Verzehr erhitzter Pflanzenöle ergeben.11 Aus diesem Grund sollten Sie beim Braten oder Backen nie Pflanzenöle verwenden, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Es ist paradox, dass manche Menschen „kaltgepresste“ Pflanzenöle kaufen und nach Hause gehen und sie zum Braten verwenden. Kaltgepresste Öle oxidieren genauso schnell wie raffinierte Öle.

Öle, die einfach ungesättigte und gesättigte Fettsäuren enthalten, oxidieren nicht so leicht wie Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Sie sind weitaus stabiler und zum Kochen und Braten besser geeignet. Öle, die einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, können unbedenklich beim Niedertemperaturgaren verwendet werden. Öle, die gesättigte Fettsäuren enthalten, die am oxidationsbeständigsten sind, können für alle Arten von Braten oder Kochen, selbst bei hohen Temperaturen, verwendet werden, ohne Schaden zu nehmen, solange sie nicht über ihren Rauchpunkt hinaus erhitzt werden. Jedes Öl hat einen anderen Rauchpunkt.

Raffinierte Pflanzenöle sind trügerisch. Hier kann man einen Schurken nicht von einem Heiligen unterscheiden. Sie sehen alle ziemlich gleich aus. Sie sind gereinigt, desodoriert und jedweden Geschmacks und Charakters beraubt worden. Wenn das Öl beginnt, ranzig zu werden, hat dies keine Auswirkungen auf den Geschmack oder Geruch.12 Man kann ein sehr ranziges, stark oxidiertes Öl essen, ohne einen Unterschied festzustellen, zumal wenn das Öl mit anderen Nahrungsmitteln kombiniert wird, wie dies normalerweise der Fall ist. Ranzige Öle entwickeln nur dann einen widerwärtigen Geruch und Geschmack, wenn sie Verunreinigungen oder Fremdstoffe wie Eiweiße oder Pflanzenpigmente enthalten. Freie Radikale greifen diese Verunreinigungen oder Fremdstoffe an und verwandeln sie in übel riechende Substanzen. Ein Öl, das minimal verarbeitet worden ist und nach wie vor einige seiner natürlichen pflanzlichen Substanzen enthält, entwickelt eher einen widerwärtigen Geruch als ein stark verarbeitetes und gereinigtes Öl. Man kann also ranziges Öl verzehren, ohne es zu merken.

Öle, die ungesättigte Fettsäuren enthalten und ihren natürlichen Geschmack und ihr natürliches Aroma behalten, können mit der Zeit ranzig werden. Wenn das Öl beginnt, etwas anders oder sauer zu schmecken, entsorgen Sie es! Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten und desodoriert und gereinigt worden sind, haben jedoch keinen Geschmack oder Geruch, selbst wenn sie ranzig werden. Verwenden Sie solche Öle am besten gar nicht. Die besten Öle sind diejenigen, die einen angenehmen natürlichen Geschmack haben.

KAPITEL 4
Cholesterin und gesättigte Fettsäuren

Nun möchte ich Sie in eine andere Zeit zurückzuversetzen, in eine Zeit, lange bevor Sie geboren waren. Allerdings nicht allzu weit zurück – nur weit genug, um Ihren Ururgroßeltern zu begegnen. Wir schreiben das Jahr 1878. Warum 1878? Dies war das Jahr, in dem eine seltsame neue Krankheit erstmals in der medizinischen Literatur dokumentiert wurde. Dr. Adam Hammer, ein britischer Arzt, beschrieb zum ersten Mal einen bis dahin unbekannten Zustand, der inzwischen als Herzinfarkt bezeichnet wird.

Bis dahin waren in der medizinischen Literatur keine Fälle von Herzinfarkt jemals dokumentiert worden. Dr. Hammer berichtete, dass ein Patient unerträgliche Brustschmerzen erlebt hatte, dann kollabiert und gestorben war. Bei der Autopsie wurde festgestellt, dass ein Teil des Herzmuskelgewebes des Patienten abgestorben war; das hatte zu Herzversagen und zum Tod geführt. Heutzutage sind die Anzeichen eines Herzinfarkts allgemein bekannt und verbreitet. Tausende Menschen verlieren jeden Tag ihr Leben durch Herztod. Er ist der „Killer Nummer eins“ auf der Welt. Statistisch gesehen liegt die Chance, dass Sie durch einen Herzinfarkt sterben, etwa bei eins zu drei.

Warum waren Herzkrankheiten damals so selten und warum sind sie heute so verbreitet? Viele Herzinfarktopfer sind erst in ihren 30er- oder 40er-Jahren. Noch vor einem Jahrhundert konnten Menschen 60, 70 und 80 Jahre alt werden, ohne durch einen Herzinfarkt zu sterben. Es ist also keine altersbedingte Krankheit. Würden wir jemanden auf der Straße nach der Ursache von Herzkrankheiten fragen, bekämen wir wohl am häufigsten als Antwort zu hören: „Zu viel Cholesterin und gesättigte Fettsäuren“. Aber sind das wirklich die Ursachen?

Die Cholesterin-Hypothese zu Herzerkrankungen

Gehen wir in das Jahr 1878 zurück. Welche Arten von Fetten und Ölen verzehrte man damals? Allgemein verwendet wurden Schmalz (Schweinefett), Talg (Rinderfett), Butter, Kokosöl sowie Palmöl und in einem geringeren Maße Olivenöl. Man verfügte damals nicht über die Technologie, um in einem größeren Umfang Mais-, Soja-, Distel- und die anderen Öle herzustellen, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Das heißt, dass unsere Vorfahren, die nie von Herzkrankheiten gehört hatten, meistenteils tierische Fette aßen, die reich an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren sind. Die Auswirkungen auf ihre Gesundheit waren klar ersichtlich – Herzkrankheiten, Krebs, Diabetes, Fettleibigkeit und zahlreiche andere Krankheiten der modernen Zivilisation waren selten.

Wenn Cholesterin und gesättigte Fettsäuren alle diese Gesundheitsprobleme verursachen oder auch nur dazu beitragen würden, wie viele behaupten, warum sollten sie nach Tausenden von Jahren, in denen sie feste Bestandteile der menschlichen Ernährung waren, plötzlich toxisch geworden sein? Wir hören schon so lange, dass Cholesterin und gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten verursachten, dass wir es im Schlaf aufsagen können. Aber tun sie das tatsächlich? Die medizinische Wissenschaft und die Zeugnisse der Geschichte sagen: „Nein!“

Die Cholesterin-Hypothese zu Herzkrankheiten wurde erstmals in den 1950er-Jahren von dem Forscher Ancel Keys aufgestellt. Mithilfe von Daten aus sechs Ländern (den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, England, Italien und Japan) zeigte Keys einen Zusammenhang zwischen dem Fettkonsum und der Todesrate durch Herzkrankheiten auf: Je mehr Fett verzehrt werde, desto höher sei die Todesrate durch Herzerkrankungen. Als Hauptübeltäter wurden konkret gesättigte Fettsäuren identifiziert. Keys’ Cholesterin-Hypothese wurde sofort als die Erklärung für die rapide Zunahme von Todesfällen durch Herzkrankheiten gefeiert, nach der man so lange gesucht hatte.

Keys’ bahnbrechende Studie war jedoch sehr fehlerhaft. Er wählte seine Daten sehr sorgfältig aus. Ihm lagen Informationen aus 22 Ländern vor – er verwendete aber nur jene, die seine Hypothese unterstützten. Die Daten aus den übrigen 16 Ländern unterstützten seine Hypothese nicht oder widersprachen ihr sogar. Zum Beispiel war die Todesrate aufgrund von Herzerkrankungen in Finnland 24 Mal höher als in Mexiko, obwohl der Fettkonsum in den beiden Ländern fast identisch war. Ein weiteres Beispiel: Die Herztodrate in den USA ist viel höher als die in Frankreich, obwohl die Franzosen eine weitaus größere Menge an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin zu sich nehmen. Schaut man sich die ernährungsspezifischen Daten aus allen Ländern an, die Keys vorlagen, so stellt man fest, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen dem Verzehr von Fetten, die gesättigte Fettsäuren enthalten, und Herzerkrankungen. Ungeachtet dieser Tatsache suchten die Ärzte verzweifelt nach einem Grund für die drastische Zunahme von Herzkrankheiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und diese Theorie lieferte eine passende Antwort. Da es zu jener Zeit keine andere Theorie gab, fand Keys’ Hypothese schnell Zustimmung und wurde als vorherrschende Meinung zum Ursprung von Herzkrankheiten übernommen.

Dr. Paul Dudley White ist als der „Vater“ der Kardiologie bekannt (der Lehre vom Herzen und seinen Erkrankungen). Sein Medizinstudium schloss er 1910 ab, später war er der Arzt von Präsident Eisenhower während dessen Amtszeit. Als junger Mann schrieb White, er interessiere sich für eine seltene neue Krankheit, über die er in der europäischen medizinischen Literatur gelesen habe. 1921, elf Jahre, nachdem er angefangen hatte, als Arzt zu praktizieren, sah er seinen ersten Herzinfarktpatienten. Zu jener Zeit waren Herzinfarkte extrem selten. In den 1950er-Jahren, als er Eisenhowers Arzt war, waren Herzkrankheiten dann bereits zur landesweit führenden Todesursache in den USA avanciert. Später in seiner Karriere (und als weltweit führende Autorität auf dem Gebiet der Kardiologie und folglich der Herzerkrankungen) wurde er nach seiner Meinung über die Theorie gefragt, wonach Cholesterin und gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten verursachten. Er erklärte, er könne dieser Theorie nicht zustimmen, da er wisse, dass sie mit der Geschichte dieser Krankheit nicht vereinbar sei.1

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht, warum gesättigte Fettsäuren und Cholesterin nicht die Ursache von Herzkrankheiten sein können. Die Anzahl der Herzinfarktopfer pro 100 000 Personen wird hier über die Jahre hinweg im Vergleich zum Verzehr von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren dargestellt. Dabei zeigt sich, dass die Menge des Konsums von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren im Wesentlichen konstant geblieben ist, während die Todesfälle durch Herzinfarkt jedoch sprunghaft in die Höhe geschnellt sind. Es gibt eindeutig keinen Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und dem Konsum von Cholesterin sowie gesättigten Fettsäuren.2


Von 1910 bis 1920 waren die Todesfälle durch Herzerkrankungen relativ gering und betrafen nur etwa 10 je 100 000 Einwohner pro Jahr. Bis zum Jahr 1930 war die Todesrate auf 46 je 100 000 hochgeschnellt und bis zum Jahr 1970 erreichte sie 331 je 100 000 Einwohner. Interessant ist, festzuhalten, dass der Zuckerkonsum zu Beginn des 20. Jahrhunderts allmählich üblicher wurde und zusammen mit der Rate der Herzerkrankungen stetig zunahm. Demnach scheint es einen viel stärkeren Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und dem Zuckerkonsum als zwischen Herzerkrankungen und gesättigten Fettsäuren oder Cholesterin zu geben.

Die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie sind seither sehr aktiv im Propagieren der Theorie gewesen, wonach gesättigte Fettsäuren und Cholesterin Herzkrankheiten verursachen sollen. Seit den 1950er-Jahren sind sie die Hauptgeldgeber in diesem Forschungsbereich. Aber selbst nach 60 Jahren Forschung gibt es nur wenige Belege, die die Auffassung stützen, dass eine cholesterinarme Ernährung und eine Ernährung, die arm an gesättigten Fettsäuren ist, tatsächlich die Todesrate durch Herzkrankheiten reduziere oder in irgendeiner Weise die Lebenserwartung erhöhe.

Die Cholesterin-Hypothese impliziert, dass der Konsum von tierischem Fett seit 1920 eigentlich signifikant gestiegen sein müsste. In Wirklichkeit ist der Konsum von Butter und tierischen Fetten in den USA in dieser Zeit jedoch stetig zurückgegangen, während der Verbrauch von Zucker und pflanzlichen Fetten dramatisch zugenommen hat. In dem Zeitraum von 1910 bis 1970 ging der Anteil der traditionellen tierischen Fette in der Ernährung in den USA von 83 Prozent auf 62 Prozent zurück; der Butterverbrauch ging von 17 Pfund pro Person pro Jahr auf etwa 4 Pfund drastisch zurück. In den letzten 80 Jahren ist die Cholesterinaufnahme aus der Nahrung nur um 1 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist die Prozentzahl an pflanzlichen Nahrungsfetten in Form von Margarine, Backfett und verarbeiteten Ölen hingegen um etwa 400 Prozent gestiegen. Wenn man alle diese Fakten objektiv betrachtet, hält die Cholesterin-Hypothese ihnen nicht stand.

Im Bemühen, der Öffentlichkeit Angst zu machen und den erhöhten Verbrauch von Pflanzenölen zu fördern, wird tierischen Fetten die Schuld an jeder Krankheit unter der Sonne gegeben. Das ist es, was heute als politisch korrekt gilt, auch wenn es nur sehr wenige Belege dafür gibt, dass tierische Fette einen Schaden anrichten. Fettleibigkeit, Diabetes, Krebs, Herzkrankheiten – man braucht nur einen dieser Punkte zu nennen und sofort findet sich jemand, der behauptet, gesättigte Fettsäuren oder Cholesterin seien irgendwie die Ursache. Aber die Fakten entsprechen der Theorie nicht.

Vitamin- und Mineralstoffmangel

Trotz jahrzehntelanger Forschung und eines erheblichen Rückgangs beim Verbrauch von tierischen Fetten sind Herzkrankheiten nach wie vor unsere Todesursache Nummer eins. Die unentwegten Versuche von Forschern, eine definitive Verbindung zwischen Cholesterin und Herzkrankheiten aufzuzeigen, sind fehlgeschlagen. Sehr zum Leidwesen der Forscher und ihrer Sponsoren haben die Studien nur einen sehr schwachen und außerdem zweifelhaften Zusammenhang zwischen beidem aufgezeigt.

Wenn Herzkrankheiten nicht durch gesättigte Fettsäuren und Cholesterin verursacht werden, durch was dann? Es gibt eine Reihe von Faktoren, die wesentlich wahrscheinlicher damit in Verbindung zu bringen sind als diese Fette.

In den 1940er- und 1950er-Jahren entdeckten die Forscher Yudkin und Lopez einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von raffiniertem Zucker und Herzkrankheiten. Zuckerkonsum unterdrückt das Immunsystem und mindert damit die Widerstandskraft des Körpers gegenüber Bakterien und Viren, die Entzündungen im Herzen und in den Arterien hervorrufen können. Entzündungen gehören zu den Faktoren, die zur Entwicklung von Arterienablagerungen und zur Verhärtung der Arterien beitragen – die zu Herzerkrankungen führt.

Mit dem zunehmenden Verbrauch verarbeiteter Nahrungsmittel und Fertigprodukte ist jedoch die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen im Laufe der Jahre zurückgegangen. Vitamin C ist einer der Nährstoffe, die den Lebensmitteln bei der Verarbeitung entzogen werden. Dieses Vitamin ist jedoch notwendig, um die Unversehrtheit des Bindegewebes, auch jenes in den Arterien, aufrechtzuerhalten. Zu den Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels gehört Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien beziehungsweise Gefäßverkalkung). Die B-Vitamine, deren Zufuhr über die Nahrung ebenfalls zurückgegangen ist, sind notwendig, um die Arterien stark und gesund zu erhalten. Die Forschung hat gezeigt, dass Vitamin-B-Mangel eine wesentliche Ursache von Arteriosklerose und Herzkrankheiten ist.3

Herzkrankheiten sind auch mit einem Mangel an Mineralstoffen in Verbindung gebracht worden. Die Raten von Herzkranzgefäß-Erkrankungen sind in solchen Regionen niedriger, in denen das Trinkwasser natürlich reich an Mineralstoffen ist, insbesondere an Magnesium, das als natürlicher Gerinnungshemmer fungiert und die Kaliumaufnahme unterstützt und damit Unregelmäßigkeiten der Herzfrequenz vorbeugt. Vitamin D ist ebenso wichtig, um das Herz zu schützen. Es ist wesentlich für die Aufnahme vieler Mineralstoffe, insbesondere Calcium und Magnesium. Unser Körper kann Vitamin D durch die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut aus Cholesterin selbst herstellen, wobei uns andererseits jedoch gesagt wird, wir müssten den Cholesterinkonsum reduzieren und ebenso die Sonnenexposition einschränken, um Hautkrebs zu vermeiden.

Übermäßiger Zuckerkonsum entzieht dem Körper auch die Vitamine der B-Gruppe, die benötigt werden, um die Arterien gesund zu erhalten. Forschungen des US-Landwirtschaftsministeriums weisen darauf hin, dass Fruktose (Fruchtzucker) noch gefährlicher als Saccharose (Haushalts- oder Kristallzucker) sein kann. Fruktose, hauptsächlich in Form von stark fruktosehaltigem Maissirup, ist das bevorzugte Süßungsmittel für Softdrinks, Snacks und viele Produkte der sogenannten Gesundheitskost.

1968 ging die Todesrate durch Herzinfarkte zum ersten Mal in 40 Jahren zurück und ist seither weiterhin leicht rückläufig. 1990 war sie auf 194 je 100 000 Einwohner gefallen. Die Befürworter der Cholesterin-Hypothese haben nicht versucht, sich diesen Rückgang zugutezuhalten, da der Fettkonsum in dem gesamten Zeitraum relativ konstant geblieben ist. Der Grund dafür, dass die Todesrate seit den 1970er-Jahren zurückgegangen ist, kann durch die zunehmende Verwendung von Vitamin- und Mineralstoffergänzungen mitbedingt sein. Nährstoffmängel, die wahrscheinlich als ein wichtiger Faktor zu Herzerkrankungen beitragen, haben dank des erhöhten Konsums von Vitaminen und Mineralstoffen etwas abgenommen.

Der Nährwert raffinierter Pflanzenöle ist – abgesehen von den Fettsäuren, die darin enthalten sind – gering. Raffinierte Pflanzenöle sind im Grunde leere Kalorien. Diese Öle führen dem Körper nicht nur keine Vitamine und Mineralstoffe zu, sondern entziehen dem Körper in Wirklichkeit Nährstoffreserven und fördern somit Mangelerscheinungen. Öle, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, sind sehr instabil und oxidieren sehr schnell, sowohl im Körper als auch außerhalb des Körpers. Durch die Oxidation mehrfach ungesättigter Fettsäuren entstehen – wie dargestellt – zerstörerische freie Radikale. Antioxidative Nährstoffe wie Vitamin A, Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin, Zink, Selen und andere werden vernichtet bei dem Versuch, diese freien Radikale zu bekämpfen. Bei diesem Prozess kann im Körper ein Mangel an diesen essenziellen Nährstoffen auftreten. Ergebnis ist ein Zustand, der als subklinische Mangelernährung bezeichnet wird, die zu physischer Degeneration führen und Fettleibigkeit sogar fördern kann. Es ist kein Wunder, dass die Raten an Herzkrankheiten in dem Maße zurückgegangen sind, wie die Umsätze von Vitaminergänzungen zugenommen haben.

Ein weiteres Problem bei mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist die Tatsache, dass es sich bei der Fettsäure, die sie hauptsächlich enthalten, um Linolsäure handelt, die vom Körper in hormonähnliche Substanzen, sogenannte Prostaglandine, umgewandelt wird. Eine übermäßige Bildung von Prostaglandinen kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Sie fördern zum Beispiel die Blutgerinnung, die Verengung von Arterien und Entzündungen; das alles trägt zu Herzerkrankungen bei. Darüber hinaus können die freien Radikale, die durch diese Öle erzeugt werden, die Arterien schädigen und damit die Bildung von Plaques (Ablagerungen) auslösen. Es ist kein Wunder, dass Herzerkrankungen mit der Zunahme des Verbrauchs von Pflanzenölen zugenommen haben.

Das Cholesterin-Märchen

Wenn wir das Wort „Cholesterin“ hören, kommen den meisten von uns als Erstes verstopfte Arterien und Herzerkrankungen in den Sinn. Cholesterin ist fast zum Synonym für Herzkrankheiten geworden. Jeder „weiß“, dass Cholesterin Herzerkrankungen verursacht. Es steht in der Zeitung. Man liest es in Büchern. Man hört es im Fernsehen und Radio. Überall wird verkündet: „Hohe Blutcholesterinwerte verursachen Herzkrankheiten.“ Wir hören es so oft, dass es wohl wahr sein muss. So viele „Experten“ können nicht irren, oder?

Ebenso „wissen“ wir, dass gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten verursachen, oder nicht? Das ist es, was wir lesen und was jeder sagt. Gesättigte Fettsäuren sind als Übeltäter abgestempelt worden, weil sie auch den Blutcholesterinspiegel erhöhen können. Und da gesättigte Fettsäuren weitaus üppiger als Cholesterin in unseren Nahrungsmitteln vorkommen, werden sie als die größere Bedrohung gesehen.

Seit Jahren wird uns erzählt, Cholesterin und gesättigte Fettsäuren erhöhten den Blutcholesterinspiegel und riefen somit Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervor. Wir hören das so oft, dass wir zu der Annahme verleitet werden, es gäbe jede Menge Belege, die die Cholesterin-Hypothese unterstützen. In Wirklichkeit hat es jedoch nie eine Studie gegeben, die nachgewiesen hätte, dass ein hoher Blutcholesterinwert Herzerkrankungen verursacht. Nicht eine einzige! Im Gegenteil: Zahlreiche Studien zeigen, dass Cholesterin nicht zu verstopften Arterien oder Herzkrankheiten führt. Menschen sterben an Herzkrankheiten, ohne einen hohen Blutcholesterinspiegel zu haben. Andere mit hohen Blutcholesterinwerten zeigen keine Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – keine Bildung von Plaques in den Arterien, keine abnormale Verstopfung und Blutdruckwerte im Normalbereich. Wenn ein hoher Blutcholesterinspiegel Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachte, dann müsste dieser bei allen Menschen zu finden sein, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Dem ist aber nicht so.

Die meisten Cholesterinforscher werden zugeben, dass ein hoher Blutcholesterinspiegel nicht die Ursache von Herzerkrankungen ist. Die Pharmaindustrie musste viel tun, um diesen falschen Eindruck entstehen zu lassen, weil der Verkauf von cholesterinsenkenden Medikamenten für sie ein Zig-Milliarden-Dollar-Geschäft ist.

„Die Cholesterin-Theorie ist mit der Geschichte der Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht vereinbar“, sagt Dr. Charles T. McGee in seinem Buch Heart Frauds. „Der Konsum von Fetten und Cholesterin hat bei der großen Mehrzahl der Menschen keinen nennenswerten Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel. Viele Menschen mit hohen Blutcholesterinwerten erleben nie irgendwelche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Menschen mit niedrigem Blutcholesterinspiegel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln und tun es. Etwa ein Drittel der Personen, die einen Herzinfarkt erleiden, haben einen Blutcholesterinspiegel, der im Rahmen dessen liegt, was als normal akzeptiert wird. Versuche, die Todesrate durch Herzkranzgefäß-Erkrankungen mit der von der American Heart Association empfohlenen Ernährung zu senken, sind durchgängig gescheitert. Darüber hinaus sind die Todesraten gestiegen, wenn Medikamente zur Senkung des Blutcholesterinspiegels verabreicht wurden, und nicht, wie erwartet, zurückgegangen.“4

In dem Bemühen, die Cholesterin-Hypothese zu beweisen, arbeiten Forscher seit über 60 Jahren daran, den Nachweis zu erbringen, dass Cholesterin und gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten verursachten. Keine Studie war dazu bisher in der Lage. Die Framingham Heart Study, bei der die Gesundheit von rund 5 000 Personen seit mehreren Jahrzehnten überwacht wird, hat indes gezeigt, dass Menschen, die mehr gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen, nicht mehr Herzkrankheiten als andere entwickeln.5

Der Herzchirurg Michael DeBakey führte an der Baylor University eine Studie mit einer großen Anzahl an Personen durch. Er stellte fest, dass von 1 700 Patienten, die Arteriosklerose (verstopfte Arterien) hatten, die schwer genug war, um einen Krankenhausaufenthalt erforderlich zu machen, nur ein Patient von fünf hohe Blutcholesterinwerte hatte.6 Dr. Harlan M. Krumholz berichtete im Journal of the American Medical Association, dass Personen mit hohen Cholesterinwerten nicht unbedingt diejenigen sind, bei denen es am wahrscheinlichsten ist, dass sie Herzprobleme haben oder an einer Herzkrankheit sterben. Im Rahmen einer Studie beobachtete er 997 Personen im Alter von 65 Jahren und darüber. Bei jenen mit hohen Cholesterinwerten waren die gleichen Raten an Herzinfarkten und Todesfällen zu verzeichnen wie bei denjenigen mit normalen Werten. Man würde eigentlich erwarten, dass sich mit zunehmendem Alter mehr Cholesterin in den Arterien aufbaut und sich damit das Herz einer Herzkrankheit erhöht. Das Herzinfarktrisiko nimmt tatsächlich mit dem Alter zu. Allerdings zeigt die Forschung keine Korrelation zwischen Alter und Cholesterin auf.

In einer Studie, bei der das Durchschnittsalter der Versuchspersonen bei 79 Jahren lag, berichten die Autoren beispielsweise, keinen Nachweis dafür gefunden zu haben, dass ein erhöhter Cholesterinspiegel das Todesrisiko oder das Risiko einer Herzkrankheit in dieser Gruppe erhöhte.7 Paul Addis und Gregory Warner, Professoren an der Fakultät für Lebensmittelwissenschaften und Ernährung an der University of Minnesota, stellen fest: „Die vorherrschende Meinung, wonach es sich bei Arteriosklerose einfach um eine Anhäufung von Cholesterin auf den Arterien handele, habe sich eindeutig als falsch erwiesen. Somit werde die „Lipid-Hypothese“ von seriösen Forschern inzwischen weniger akzeptiert und sei durch eine konkurrierende Hypothese ersetzt worden: durch die „Response-to-injury-Hypothese“.8

Wegen der vielen Ungereimtheiten bei der Cholesterin-Hypothese wird inzwischen oft auch vom Cholesterin-Märchen gesprochen. Mit dem Jahr 1950 avancierten Herz- und Gefäßkrankheiten bei uns zur häufigsten Todesursache und sie sind es heute immer noch. Das Vermeiden von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren, die Verfügbarkeit cholesterinsenkender Medikamente und der Verzehr cholesterinarmer Lebensmittel und von Produkten, die arm an gesättigten Fettsäuren sind, haben die Epidemie der Herzerkrankungen nicht gestoppt. Es dürfte auf der Hand liegen, dass etwas anderes die Wurzel des Problems ist, was allgemein übersehen wird.

Die Regulierung des Cholesterins im Körper

Man geht davon aus, dass eine Ernährung, die reich an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren ist, zu einem erhöhten Blutcholesterinspiegel führe. Gesättigte Fettsäuren werden mit einbezogen, weil sie von der Leber in Cholesterin umgewandelt werden könnten. Der Cholesterin-Hypothese zufolge ist das Fett, das wir essen, unmittelbar verantwortlich für die Menge an Cholesterin, die wir im Blut haben. Das Problem bei dieser Argumentation ist, dass das Fett, das wir über die Nahrung aufnehmen, nur geringfügigen Einfluss auf unseren Cholesterinspiegel hat. Warum? Weil das Cholesterin in unserem Blut überwiegend nicht aus unserer Nahrung, sondern von unserer Leber kommt. Über 80 Prozent des Cholesterins im Blut werden von unserem eigenen Körper produziert.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, behaupten diejenigen, die von der Cholesterin-Hypothese überzeugt sind, die gesättigten Fettsäuren in unserer Nahrung würden automatisch in Cholesterin umgewandelt und je mehr gesättigte Fettsäuren wir essen würden, desto mehr Cholesterin zirkuliere in unserem Blutkreislauf. Die Leber wird als Maschine dargestellt, die wie am Fließband blind so viel Cholesterin herstellt, wie sie nur kann: Je mehr gesättigte Fettsäuren wir äßen, desto mehr Cholesterin produziere sie.

Ein solches Szenario stimmt allerdings nicht mit der tatsächlichen Physiologie des Menschen überein. Die Leber produziert und reguliert sorgfältig ein Gleichgewicht von Hunderten von Verbindungen, die für das Wachstum, die Verdauung und den Schutz des Menschen wesentlich sind. Der Blutcholesterinspiegel ist kein Zufallsprodukt, das durch die Ernährung leicht zu beeinflussen ist. Die Leber produziert nicht einfach nur so am laufenden Band Produkte wie Cholesterin; sie tut es aus einem bestimmten Grund. Die Menge wird sorgfältig überwacht, um die Homöostase, das chemische Gleichgewicht, aufrechtzuerhalten.

Die Leber reguliert also den Cholesteringehalt in unserem Körper, sodass es nicht wirklich eine Rolle spielt, wie viel an gesättigten Fettsäuren oder Cholesterin wir über die Nahrung aufnehmen. Die Leber wird nur die Menge an Cholesterin produzieren, die wir benötigen, um die Homöostase aufrechtzuerhalten. Der Körper eines jeden ist verschieden, sodass bei jedem auch der Cholesterinspiegel verschieden ist, mit dem sein Körper im Gleichgewicht ist. Dieser Spiegel ist gleichbleibend (innerhalb einer Spanne von 5 bis 10 Prozent), unabhängig von unserer Ernährung und unserem Lebensstil.

Die Leber benötigt keine gesättigten Fettsäuren, um Cholesterin zu produzieren. Sie kann es aus anderen Fetten und sogar aus Zucker und Kohlenhydraten produzieren. Somit ist die Behauptung, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin erhöhe den Blutcholesterinspiegel, während andere Fette und Zucker ignoriert würden, nicht logisch und damit falsch. Wenn über die Nahrung nicht ausreichend Cholesterin zugeführt wird, produziert die Leber es aus anderen Nahrungsbestandteilen. Dies erklärt, warum selbst drastische Reduzierungen der Mengen an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren, die über die Nahrung aufgenommen werden, oft nur zu kleinen Veränderungen des Cholesterinspiegels im Blut führen.9

Dr. Kilmer S. McCully, Pathologe und medizinischer Forscher, hat die Verbindung zwischen Ernährung und Herzkrankheiten sowie Krebs mehr als 30 Jahre lang untersucht. Er erklärt: „Die Menge an Cholesterin, die in der Leber gebildet wird, wird sorgfältig kontrolliert und nach den Bedürfnissen der verschiedenen Organe des Körpers angepasst. Wenn die Cholesterinmenge, die über die Nahrung zugeführt wird, steigt, stellt eine gut funktionierende Leber weniger Cholesterin für die Bedürfnisse des Körpers her. Sinkt die Cholesterinmenge, die über die Nahrung zugeführt wird, stellt die Leber mehr Cholesterin her. Auf diese Weise reguliert der Körper sehr präzise, wie viel Cholesterin für seine Bedürfnisse produziert wird.“

Jeden Tag stellt der Körper etwa 1 000 mg Cholesterin her. Im Vergleich dazu beläuft sich in den USA die tägliche Cholesterinzufuhr bei Männern im Durchschnitt nur auf 327 mg und bei Frauen auf 221 mg. Von dem Cholesterin, das wir aufnehmen, wird über den Darm nur etwa ein Drittel aufgenommen, der Rest wird ausgeschieden.

Theoretisch müsste der Blutcholesterinspiegel eines Mannes durch das Nahrungscholesterin, das an einem Tag über den Körper aufgenommen wird, um etwa 163 mg/dl steigen. Dies geschieht jedoch nicht. Warum nicht? Der Grund dafür ist, dass der Körper, statt auf eine fettreiche Mahlzeit in einer festgelegten Form zu reagieren, mehrere Optionen hat: Der Darm kann große oder kleine Mengen an Cholesterin aufnehmen; die Leber kann ihre Cholesterinproduktion drosseln; und die Leber kann auch einen Teil dieses Cholesterins in Gallensäuren umwandeln, um sie auszuscheiden. In welchem Maße diese Reaktionen stattfinden, das hängt sowohl vom jeweiligen Cholesteringehalt der Mahlzeit als auch von der genetischen Veranlagung der betreffenden Person ab. Manche nehmen mehr auf als andere und manche scheiden mehr aus.10

Bei den meisten wird der Blutcholesterinspiegel mehr durch erbliche Veranlagung als durch die Ernährung bestimmt. Drastische Diäten, Giftstoffe, Infektionen oder Medikamente können das normale Cholesteringleichgewicht jedoch durcheinanderbringen. Eine Senkung des Cholesterinspiegels hat wenig (wenn überhaupt) Auswirkungen auf die Gesundheit insgesamt. Ihn zu sehr zu senken kann sogar schädlich sein.

Gesättigte Fettsäuren und Herzerkrankungen

Wer die Hypothese vertritt, dass gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten verursachten, kann einige Studien finden, die sie untermauern. Wer andererseits nicht der Auffassung ist, dass gesättigte Fettsäuren schädlich seien, kann ebenfalls Studien finden, die seine Ansicht stützen. Was ist richtig?

Zwar bekommt die Öffentlichkeit in der Regel nur eine Seite zu hören, doch wird diese Thematik in medizinischen Fachkreisen seit jeher heftig kontrovers diskutiert, seit Ancel Keys in den 1950er-Jahren die Cholesterin-Hypothese aufstellte. Es gibt zwar viele Studien, die aber nicht alle gleichwertig sind. Bei manchen dieser Studien wurden relativ wenige Teilnehmer einbezogen, während bei anderen eine sehr viel größere Anzahl von Personen beteiligt war. Die Präzision und Zuverlässigkeit einer Studie steigt in dem Maße, wie sich die Anzahl der Teilnehmer erhöht. Die Ergebnisse einer Studie mit 50 000 Versuchspersonen haben selbstverständlich mehr Gewicht als diejenigen einer Studie mit nur 1 000 Personen. Eine große Studie mit 50 000 Teilnehmern würde weitaus zuverlässigere Ergebnisse liefern als zehn kleine Studien mit zusammen genommen nur insgesamt 10 000 Teilnehmern. Somit ist die Gesamtzahl der Studien nicht aussagekräftig; die Anzahl der an der Studien beteiligten Personen ist gewichtiger. Würden alle Versuchspersonen, die an diesen verschiedenen Studien beteiligt waren, in einer Studie zusammengebracht und die Ergebnisse zusammen ausgewertet, wie würde das Endergebnis aussehen?

Um zu einer endgültigen Schlussfolgerung zu gelangen, beschlossen Forscher an der Harvard Medical School, die Daten aller vorhergehenden Studien über gesättigte Fettsäuren und Herzkrankheiten so zusammenzuführen, als hätte es sich dabei um eine einzige gigantische Studie gehandelt. Eine solche Studie würde so präzise Ergebnisse wie nur möglich liefern, und da alle Studien in einer Studie zusammengefasst würden, könnte keine einzelne kleinere Studie die Ergebnisse widerlegen. Die Forscher sammelten die Daten aus den Studien, die am besten konzipiert und in den letzten Jahrzehnten durchgeführt worden waren, und fassten die Belege zusammen. Diese Meta-Analyse umfasste die Daten von fast 350 000 Versuchspersonen. Die Antwort wurde schließlich gefunden: Die Ergebnisse ihrer Analyse zeigten, dass gesättigte Fettsäuren das Risiko für Herzkrankheiten nicht erhöhen. Bei denjenigen, die an diesen Studien beteiligt waren und die größte Menge an gesättigten Fettsäuren zu sich genommen hatten, war kein höheres Auftreten von Herzkrankheiten zu verzeichnen als bei jenen, die am wenigsten gesättigte Fettsäuren verzehrt hatten.11 Bei Personen, die es sich täglich mit Schinken und Eiern zum Frühstück und Steak zum Abendessen gut gehen ließen, waren nicht mehr Herzerkrankungen zu verzeichnen als bei Vegetariern, die sämtliche gesättigten Fettsäuren mieden. Die Studie zeigte zweifelsfrei, dass gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten nicht verursachen oder auch nur fördern.

Seit der Veröffentlichung dieser bahnbrechenden Studie (2010) sind die Ergebnisse durch mehrere neuere Studien bestätigt worden, bei denen der Konsum gesättigter Fettsäuren mit anderen Fetten verglichen wurde – Herzkrankheiten werden demnach nicht durch gesättigte Fettsäuren gefördert.12, 13 Im Jahr 2014 veröffentlichten Forscher der University of Cambridge eine weitere, noch umfassendere Meta-Analyse. Diese Studie bezog die Daten von 72 vorhergehenden Studien mit über 600 000 Teilnehmern aus 18 Nationen mit ein. Die Ergebnisse der Cambridge-Studie bestätigten jene der Harvard-Studie: Bei Personen, die die meisten gesättigten Fettsäuren konsumiert hatten, traten Herzkrankheiten nicht häufiger auf als bei denjenigen, die am wenigsten davon gegessen hatten. Bei dieser Studie wurde darüber hinaus festgestellt, dass einige Arten von gesättigten Fettsäuren in Wirklichkeit sogar vor Herzerkrankungen schützen.14

Die Beweislage ist inzwischen eindeutig und besagt, dass gesättigte Fettsäuren Herzkrankheiten nicht verursachen oder auch nur fördern und dass sie in manchen Fällen sogar helfen können, sie zu verhindern.

Warum Sie gesättigte Fettsäuren benötigen

Auch wenn wir gesättigte Fettsäuren normalerweise nicht als essenzielle Nährstoffe ansehen, sind sie für die Gesundheit dennoch genauso wichtig wie jeder andere Nährstoff. Gesättigte Fettsäuren sind in Wirklichkeit wesentliche Bestandteile jeder Zelle in Ihrem Körper. Zellmembranen bestehen mindestens zu 50 Prozent aus gesättigten Fettsäuren. Diese sind notwendig für die Festigkeit und Integrität der Zellen, damit sie ordnungsgemäß funktionieren können. Wenn Ihre Zellen nicht genügend gesättigte Fettsäuren bekommen, um die strukturelle Integrität aufrechtzuerhalten, werden sie weich und durchlässig. Dies kann zur Gewebedegeneration und zu Gewebestörungen führen.

Jedes Organ in unserem Körper besteht aus spezialisierten Zellen, die eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben. Wenn Zellen in einem Organ die Funktion nicht erfüllen, für die sie vorgesehen sind, wird die Funktionsfähigkeit des gesamten Organs gestört: So ist etwa Nierenversagen das Ergebnis, wenn Zellen absterben oder nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Oder eine Lebererkrankung ist das Ergebnis, wenn Zellen funktionsgestört sind. Alle Krankheiten sind auch Zellkrankheiten.

Ein gesunder Körper braucht also gesunde Organe, die wiederum gesunde Zellen brauchen. Ihre Zellen benötigen gesättigte Fettsäuren, um gesund zu sein. Jede Zelle in jedem Organ Ihres Körpers benötigt gesättigte Fettsäuren – Gehirn, Leber, Nieren, Lungen, Herz … Ihr Gehirn ist besonders wichtig, da es zu etwa 60 Prozent aus Fett besteht, das einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthält.

Gesättigte Fettsäuren sind notwendig für eine ordnungsgemäße Knochenentwicklung und zur Vorbeugung von Osteoporose. Viele Menschen, die sich fettarm ernähren, vor allem Wert auf eine Ernährung legen, die arm an gesättigten Fettsäuren ist, und große Mengen Calcium-Nahrungsergänzungen nehmen, leiden dennoch an Osteoporose. Damit Calcium effektiv in die Knochen aufgenommen werden kann, müssen mindestens 50 Prozent der Fette in der Nahrung gesättigte Fettsäuren enthalten.15

Vegetarier nehmen für gewöhnlich kleinere Mengen an gesättigten Fettsäuren zu sich als Nichtvegetarier. Die Folge ist, dass Vegetarier einem höheren Risiko für Osteoporose ausgesetzt sind. Bei einer Studie über Siebenten-Tags-Adventisten, die im Allgemeinen Vegetarier sind, zeigte sich, dass bei ihnen die Wahrscheinlichkeit größer ist als bei Nichtvegetariern, dass sie sich Hüftfrakturen zuziehen.16 Wenn Sie also Osteoporose vorbeugen möchten, sollten Sie gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen.

Gesättigte Fettsäuren unterstützen das Immunsystem und helfen Ihnen, gesund zu bleiben.17 Es ist das Immunsystem, das Infektionen abwehrt und Sie vor Krebs bewahrt. Eine ausreichende Menge an gesättigten Fettsäuren in Ihrer Nahrung hilft, Sie vor diesen Problemen zu schützen.18 Gesättigte Fettsäuren schützen auch die Leber vor den toxischen Auswirkungen von Alkohol, Medikamenten und anderen Giftstoffen.19, 20

In den 1950er- und 1960er-Jahren, als gesättigte Fettsäuren erstmals mit erhöhten Cholesterinwerten in Verbindung gebracht wurden, begannen Forscher, nach anderen Auswirkungen zu suchen, die durch gesättigte Fettsäuren hervorgerufen werden. Ihre Überlegung war: Wenn der übermäßige Verzehr von gesättigten Fettsäuren den Blutcholesterinspiegel erhöhe, könnten sie möglicherweise auch mit anderen unerwünschten Zuständen in Verbindung gebracht werden. So machten sie sich daran, die Verbindung zwischen gesättigten Fettsäuren und Krebs zu untersuchen.

Was sie feststellten, überraschte sie. Wie es schien, hatten gesättigte Fettsäuren (im Vergleich zu anderen Ölen) eine schützende Wirkung gegen Krebs, statt ursächlich mit dazu beizutragen.21 Weitere Forschungen kamen zu ähnlichen Ergebnissen bei verschiedenen anderen Beschwerden wie Asthma, Allergien, Gedächtnisverlust und Senilität.22

Zwei der möglichen Konsequenzen von Herzerkrankungen sind Herzinfarkte und Schlaganfälle. Beide werden durch verstopfte Arterien verursacht. Im Falle eines Herzinfarkts ist die Herzkranzarterie blockiert, die das Herz versorgt. Ohne Sauerstoff erstickt das Herz und stirbt. Wenn die Halsschlagader, die das Gehirn versorgt, blockiert wird, kommt es zum Schlaganfall. Sowohl Studien mit Versuchspersonen als auch solche mit Versuchstieren haben durchgehend gezeigt, dass der Verzehr gesättigter Fettsäuren tatsächlich vor Schlaganfällen (und Herzerkrankungen im Allgemeinen) schützt.

Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass eine fettreiche Ernährung das Risiko für Schlaganfälle senkt; dies gilt insbesondere bei einer Ernährung, die reich an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin ist.23–27 Eine bemerkenswerte Langzeitstudie wurde von Harvard durchgeführt, mit 832 Männern im Alter von 45 bis 65 Jahren, die anfänglich frei von Herzgefäßerkrankungen waren. Die Studie untersuchte über einen Zeitraum von 20 Jahren den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Schlaganfällen und der Zufuhr von Fett sowie der Art der Fette. In Übereinstimmung mit anderen Studien wurde die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren im Vergleich zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einem reduzierten Risiko für ischämische Schlaganfälle in Verbindung gebracht.28

Eine Reihe von Studien hat gezeigt: Wenn Menschen auf eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung umsteigen, vollzieht sich in ihrem Körper eine Veränderung zum Besseren. Sie reduzieren überschüssiges Körperfett, ihr Cholesterinspiegel geht zurück, der Spiegel von gutem HDL-Cholesterin steigt, das Verhältnis Gesamtcholesterin zu HDL verbessert sich, der Wert des C-reaktiven Proteins (CRP, ein Indikator für Entzündungen) sinkt, der Blutzuckerspiegel normalisiert sich, der Blutdruck verbessert sich – all dies weist auf ein gemindertes Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes, Demenz, Krebs und andere degenerative Krankheiten hin. Statt zu Herzkrankheiten beizutragen, scheint der Verzehr von gesättigten Fettsäuren davor zu schützen, insbesondere wenn gleichzeitig der Konsum von Kohlenhydraten reduziert wird.

Das Fazit, …

zu dem wir gelangen, lautet, dass es in Ordnung ist, gesättigte Fettsäuren und cholesterinreiche Nahrungsmittel zu konsumieren. Dadurch erhöhen Sie nicht das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, sondern Sie reduzieren es und helfen außerdem, unerwünschtes Körperfett abzubauen und Ihre Gesundheit insgesamt zu verbessern.

KAPITEL 5
Gute Kohlenhydrate – schlechte Kohlenhydrate

Wenn Sie einen Hamburger anschauen, was sehen Sie da? Was macht einen Hamburger zu einem Hamburger? Die meisten von Ihnen werden einen dünnen Fleischbratling vor sich sehen, der zusammen mit einem Klecks Soße (nach Geheimrezept) und, wenn wir Glück haben, mit etwas Gewürzgurke, gewürfelten Zwiebeln und einer Scheibe Tomate in einem Brötchen steckt. Wenn Sie Ernährungsberater wären, würden Sie dieses „Gericht“ mit anderen Augen sehen. Sie würden es im Sinne seines Nährstoffgehaltes beschreiben: wie viel Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate es enthält. Der Fleischbratling würde dann den größten Teil an Eiweiß und Fett enthalten. Fett wäre wahrscheinlich auch in der Soße enthalten, da es sich dabei meist um eine mit Eiern hergestellte Mayonnaise handelt. Die Kohlenhydrate wären im Brötchen und den Gemüseteilen zu finden.

Fett und Eiweiß in unserer Nahrung stammen hauptsächlich aus tierischen Quellen. Kohlenhydrate kommen demgegenüber von Pflanzen. Die einzige nennenswerte tierische Quelle für Kohlenhydrate ist die Laktose in der Milch. Gleich nach Wasser sind Kohlenhydrate die am üppigsten vorkommende Substanz in Pflanzen. Die Wand, die jede Pflanzenzelle umgibt und der Pflanze Struktur und Festigkeit gibt, besteht aus Kohlenhydraten. Pflanzen speichern Kohlenhydrate auch als Energiequelle, vor allem in Form von Stärke; sie nutzen Kohlenhydrate als Energie beim Keimen. Pflanzen enthalten zwar auch etwas Eiweiß, Fett und andere Substanzen, aber Kohlenhydrate sind in dieser oder jener Form am reichlichsten darin vorhanden. Karotten bestehen hauptsächlich aus Kohlenhydraten, ebenso wie Zwiebeln, Kartoffeln oder Gurken, außerdem Fingerhirse, Eichen und Petunien.

Die Pflanzen mit dem höchsten Gehalt an Kohlenhydraten sind Körner, Hülsenfrüchte und Knollengewächse (Wurzelgemüse wie Kartoffeln). Diese Nahrungsmittel enthalten einen hohen prozentualen Anteil an Stärke. Körner sind besonders interessant, weil sie in dieser oder jener Form den überwiegenden Teil unserer Nahrung darstellen. Die am häufigsten konsumierten Körner sind überdies auch raffiniert, das heißt, bei ihnen ist der größte Teil ihres Gehaltes an Ballaststoffen, Fett, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen entfernt worden, sodass fast nur noch reine Stärke übrig geblieben ist. Sie werden als raffinierte Kohlenhydrate bezeichnet.

Einfache und komplexe Kohlenhydrate

Wenn Sie ein pflanzliches Produkt essen, essen Sie in Wirklichkeit Zucker. Warum? Weil Kohlenhydrate kaum mehr als Zucker sind. Alle Kohlenhydrate, egal, ob sie von einem Weizenkorn, einer Artischocke oder einer Wassermelone kommen, bestehen aus einfachen Zuckern.

Der Fachbegriff für Zucker ist „Saccharide“. Die Saccharide bilden die Bausteine für alle Kohlenhydrate. Die Kohlenhydrate kommen in unterschiedlichen Größen vor; jene, die aus einem Zuckermolekül bestehen, werden als Monosaccharide (Einfachzucker) bezeichnet; diejenigen, die aus zwei Zuckermolekülen bestehen, werden als Disaccharide (Zweifachzucker) bezeichnet; und jene, die lange Ketten von Zuckermolekülen bilden, werden als Polysaccharide (Vielfachzucker) bezeichnet.

Monosaccharide (Einfachzucker) und Disaccharide (Zweifachzucker) werden als Zucker oder als einfache Kohlenhydrate bezeichnet. Beim Verzehr erzeugen sie einen süßen Geschmack. Beispiele sind Glukose, Fruktose (oder Fructose, Fruchtzucker), Saccharose (auch Sukrose, Sucrose) und Laktose. Wenn Sie Obst essen, kommt der süße Geschmack von einfachen Kohlenhydraten. Polysaccharide (Vielfachzucker) werden als komplexe Kohlenhydrate bezeichnet, weil sie Hunderte oder gar Tausende von Zuckermolekülen enthalten, die miteinander verbunden sind. Stärken bestehen zum Beispiel aus langen Ketten von Glukosemolekülen. Kürbis und Bohnen schmecken nicht süß, da der Großteil des darin enthaltenen Zuckers aus komplexen Kohlenhydraten besteht. Bei der Verdauung werden komplexe Kohlenhydrate in einfachen Zucker aufgespalten.

Ballaststoffe (Fasern) sind ebenso komplexe Kohlenhydrate, die auch aus Zucker bestehen. Die Ballaststoffe werden jedoch nicht in einzelne Zucker aufgespalten und liefern wenig oder keine Energie oder Kalorien. Ihre Zuckermoleküle sind so angeordnet, dass sie sehr eng miteinander verbunden sind. Der menschliche Körper verfügt nicht über die Enzyme, die notwendig wären, um diese Verbindungen aufzuspalten. Folglich sind Ballaststoffe im Wesentlich kalorienfrei und haben keine der schädlichen Wirkungen, die mit Zucker assoziiert werden.

Ballaststoffe bleiben, wenn sie den Verdauungstrakt vom Magen bis zum Dünndarm passieren, intakt. Wenn sie schließlich den Dickdarm erreichen, werden sie dort zum Teil von den Bakterien verdaut, die sie für ihre eigene Nahrung nutzen. Bei diesem Prozess produzieren die Bakterien einige Vitamine und andere Nährstoffe, die von uns aufgenommen und genutzt werden. Auf diese Weise gehen wir eine symbiotische Beziehung mit den Bakterien ein, bei der wir wechselseitig voneinander profitieren. Wir liefern den Bakterien eine Bleibe und Nahrung und sie produzieren Vitamine für unseren Gebrauch.

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel – wozu das meiste frische Gemüse gehört – können auch nutzbringend für die Gewichtsreduktion sein. Sie liefern Masse, um den Magen zu füllen und den Hunger zu stillen, aber keine Kalorien. Ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind im Allgemeinen auch reich an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen wichtigen Nährstoffen, die eine gute Gesundheit unterstützen.

Wie ein Auto mithilfe von Benzin fährt, so „fährt“ unser Körper normalerweise mithilfe von Zucker. Zucker ist der Hauptbrennstoff für unsere Zellen. Bevor Sie jetzt allzu begeistert sind und auf die Idee kommen, die ideale Ernährung seien stark zuckerhaltige Produkte wie Eiscreme und Kuchen, lassen Sie es mich erklären:

Kohlenhydrate als solche sind nicht das Problem; wir beziehen sehr viele gute Nährstoffe aus Gemüse, Nüssen und anderen kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln. Es ist der übermäßige Verzehr von Kohlenhydraten, insbesondere von einfachen und raffinierten Kohlenhydraten, der ein Problem darstellt. Nahrungsmittel, die reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten sind, werden als „gute Kohlenhydrate“ angesehen. Produkte, die reich an Zucker und raffinierten Kohlenhydraten sind, richten jedoch potenziell Schaden an und werden bei übermäßigem Verzehr zu „schlechten Kohlenhydraten“.

Essen Sie mehr Gemüse!

Zucker und raffinierte Kohlenhydrate sind die Hauptübeltäter, die Gewichtszunahme und Fettleibigkeit fördern. Im Gegensatz dazu sind frisches Gemüse und Obst die „guten Kohlenhydrate“. Eine Studie nach der anderen zeigt, dass eine Ernährung, die reich an Gemüse und Obst ist, Krankheiten abwehrt und die Gesundheit fördert. Gemüse wird hier bewusst vor dem Obst genannt, weil Gemüse für Ihre Gesundheit weitaus wichtiger ist. Reichlich Gemüse zu essen kann Ihnen bei Ihrem Bemühen um Gewichtsreduktion helfen und vor Diabetes, Herzkrankheiten und Schlaganfällen schützen, den Blutdruck unter Kontrolle halten, manche Arten von Krebs verhindern, schmerzhafte Verdauungsbeschwerden vermeiden, Sie vor grauem Star und Makuladegeneration bewahren und das Gehirn vor Neurodegeneration schützen.

Gemüse und Obst bestehen hauptsächlich aus Wasser und sind im Allgemeinen gute Quellen für Ballaststoffe – beides kann den Magen füllen und den Hunger stillen, ohne dass unerwünschte Kalorien anfallen. Frisches Gemüse und Obst ist auch eine reichhaltige Quelle von Vitaminen und Mineralstoffen, die eine gute Gesundheit fördern.

Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass eine Ernährung, die reich an Gemüse und anderen Vollwertprodukten ist (Obst, Vollkorngetreide, Nüsse, Samen), vor degenerativen Krankheiten schützt. Den Verzehr von Kohlenhydraten zu reduzieren und diese durch Gemüse sowie durch Fett und Eiweiß zu ersetzen, verbessert die Gesundheit und schützt vor Krankheiten.1

Warum sind Gemüse und andere Vollwertprodukte so gut für uns? Weil sie essenzielle Vitamine und Mineralstoffe enthalten sowie unzählige Phytonährstoffe, die unseren Körper ernähren, uns vor Krankheiten schützen und dafür sorgen, dass wir gesund bleiben. Phytonährstoffe sind Substanzen, die in Pflanzen produziert werden und vitaminähnliche Eigenschaften haben. Eine davon ist Beta-Carotin. Es fungiert als Antioxidans und hilft, uns vor Krebs und Herzkrankheiten zu schützen. Es kann auch in Vitamin A umgewandelt werden, wenn der Körper es braucht. Beta-Carotin gibt Karotten, Kürbis und anderem Gemüse seine charakteristische Farbe. Lycopin ist ein weiterer Phytonährstoff, der zuletzt Aufmerksamkeit erregte durch seine Fähigkeit, das Risiko für Prostatakrebs zu senken. Er erzeugt das rote Pigment in Tomaten, Wassermelonen und pinkfarbenen Grapefruits. Mehr als 20 000 Phytonährstoffe sind inzwischen in pflanzlichen Nahrungsmitteln identifiziert worden.

In der Vergangenheit war man der Meinung, einzelne Vitamine und Mineralstoffe seien ausreichend, um Gesundheitsprobleme zu beheben. Inzwischen wissen wir, dass einzelne Nährstoffe zwar hilfreich sein können, dass eine Vielzahl von Nährstoffen, die zusammenwirken, jedoch den größten nutzbringenden Effekt hat. Nährstoffe arbeiten konzertiert zusammen, genau wie die verschiedenen Instrumente in einem Sinfonieorchester zusammenwirken. Alle Instrumente sind erforderlich, um den besten Klang herzubringen. Ebenso wird eine Vielzahl von Nährstoffen benötigt (im richtigen Verhältnis, wie es in Vollwertprodukten zu finden ist), um die gesundheitlich nutzbringende Wirkung zu erzielen, die Wissenschaftler in entsprechenden Ernährungsstudien beobachten.

Deshalb ist es besser, ein Produkt zu essen, das Hunderte Phytonährstoffe enthält, als eine Vitamintablette einzunehmen, die nur etwa ein Dutzend enthält. Und deshalb ist es auch besser, Brot zu essen, das aus Vollkornmehl statt aus Weißmehl hergestellt ist, bei dem etwa 20 Nährstoffe im Raffinierungsprozess entfernt worden sind. Und deshalb sind frisches Gemüse und Obst besser als verarbeitete Nahrungsmittel und Fertigprodukte, die raffinierte Kohlenhydrate enthalten.

Die meisten Menschen werden einräumen, dass sie eigentlich mehr Gemüse in ihren Speisplan aufnehmen müssten. Andere kümmern sich einfach nicht um Gemüse. Sie sind mit Weißbrot und Pasta und anderem Junkfood groß geworden und haben nie einen Geschmack für Gemüse entwickelt. Gemüse wird leider zu oft einfach so serviert – vielleicht noch mit etwas Zitrone und einer Prise Salz, aber ohne Butter oder irgendeine Soße (um zusätzliches Fett zu vermeiden). Durch die Zugabe von Fett (wie Butter, Käse, Sahne, Nüsse, Samen, Bratenfett, Speckwürfel, Schinkenstreifen oder reichhaltige Sahnesoßen) werden jedoch sowohl der Nährwert des Gemüses als auch sein Geschmack stark verbessert. Wenn es so serviert wird, dann wird auch der größte „Gemüsemuffel“ sein Gemüse gerne essen. Wenn Sie in dieser Weise anfangen, Ihren Speiseplan mit mehr Gemüse anzureichern, werden Sie eine größere Vorliebe für Gemüse entwickeln.

Zucker – heutzutage allgegenwärtig

Während des größten Teils der Geschichte ist Zucker ein unwesentlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung gewesen. Vor 200 Jahren beispielsweise aßen die Menschen im Durchschnitt nur etwa 14 Pfund Zucker pro Jahr. In der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Zuckerkonsum dann mit der verbesserten Technik der Zuckerraffinierung dramatisch zu. Im Jahr 1900 war der Zuckerkonsum in den Vereinigten Staaten bereits auf 76 Pfund im Jahr angestiegen. Heute konsumieren wir im Durchschnitt etwa 144 Pfund Zucker pro Jahr.

Das derzeit empfohlene Limit pro Tag für zusätzlichen Zucker sind 8 Teelöffel Zucker. „Zusätzlicher“ Zucker bedeutet: Haushalts- oder Kristallzucker, Maissirup, Honig und Ähnliches. Nicht darin enthalten ist der Zucker, der ganz natürlich in Milch, Obst und Gemüse zu finden ist. Eine Dose von 0,3 Liter normaler Limonade enthält fast 10 Teelöffel zusätzlichen Zucker. Das heißt, dass Sie damit Ihr Tageslimit bereits überschritten haben, noch bevor Sie einen einzigen Keks oder Becher Fruchtjoghurt oder gar eine industriell hergestellte Tomatensuppe oder ein Salatdressing gegessen haben …

Im Durchschnitt konsumieren wir jeden Tag etwa 50 Teelöffel (200 Gramm) Zucker! Das ist weit mehr als das empfohlene Limit von 8 Teelöffeln. Der Gesamtkonsum an Kohlenhydraten aus allen Nahrungsmitteln (Obst, Gemüse, Körner, Getränke …) bei einem durchschnittlich großen Erwachsenen, der 2 400 Kalorien pro Tag zu sich nimmt, beläuft sich auf etwa 350 Gramm. Wenn wir 200 Gramm davon in der Form von Zucker zu uns nehmen, dann kommen fast zwei Drittel unserer täglichen Aufnahme an Kohlenhydraten insgesamt aus leeren Kalorien, die keinen wie auch immer gearteten Nährwert haben – Kalorien, die unserem Körper Nährstoffe entziehen, ohne sie zu ersetzen; Kalorien, die den Körper in einen Stoffwechselschock versetzen, der zu Insulinresistenz und Gewichtszunahme führt.

Auch wenn Sie Ihrem Essen keinen zusätzlichen Zucker hinzufügen und keine Süßigkeiten essen, bedeutet dies nicht, dass Sie nicht Unmengen von dem süßen Gift konsumieren würden. Zucker ist als Zutat in Tausenden „nicht süßer“ Produkte zu finden. Sie finden ihn in verarbeitetem Fleisch, in Backwaren, Frühstücksflocken, Ketchup und Barbecue-Soßen, in Erdnussbutter, Spaghettisoßen, Konservenprodukten und Tiefkühlprodukten; er wird sogar bei Obst in Konserven und bei Tiefkühlobst hinzugefügt. Es ist schwierig, ein Fertigprodukt zu finden, das keinen Zucker (oder keinen anderen Süßstoff) enthält. Selbst Non-Food-Artikel wie Zahnpasta, Mundwasser, Kaugummi und Vitamine enthalten Süßstoffe.

Zucker gibt es heutzutage in einer Vielzahl von Formen. Auf den Etiketten mit der Angabe der Inhaltsstoffe wird aufgeführt, welche darin enthalten sind, beginnend mit denen, die dem Gewicht nach dominieren. Zucker wird oft mehrfach genannt – in der einen oder anderen Form. Auch wenn Zucker vielleicht nicht als Erstes aufgeführt ist – würde man die verschiedenen Formen von Zucker offen unter der Bezeichnung „Zucker“ zusammenfassen, dann stünde er bei vielen verarbeiteten und verpackten Produkten an erster Stelle der Inhaltsstoffe!

Darüber hinaus bekommen wir zusätzlichen Zucker durch die Nahrungsmittel, in denen er natürlich vorkommt. Obst und insbesondere Fruchtsäfte sind sehr zuckerhaltig. Wenn Sie diese versteckten Quellen mit berücksichtigen, kann Ihre tägliche Zuckeraufnahme insgesamt sogar noch über den 200 Gramm liegen, die unseren Nahrungsmitteln hinzugefügt werden.

In dem Zuge wie sich der Zuckeranteil in der Nahrung im Laufe der Jahre erhöhte, sind andere Nahrungsmittel mit einem höheren Nährwert verdrängt worden; dadurch wurde für einen Mangel an Nährstoffen die Bühne bereitet.

Auswirkungen von Zucker auf die Gesundheit

Studien zeigen, dass der übermäßige Verzehr süßer Nahrungsmittel, insbesondere zuckergesüßter Getränke, eine wichtige Rolle bei der Epidemie von Fettleibigkeit und Diabetes spielt.2 Diabetes wird stark mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimerkrankheit in Verbindung gebracht und Belege weisen darauf hin, dass Diabetes auch ein Faktor sein kann, der zur Parkinsonkrankheit und anderen neurodegenerativen Krankheiten beiträgt. Inzwischen mehren sich die Belege, die einen Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und geistiger Beeinträchtigung, Lernschwierigkeiten und Gedächtnisverlust aufzeigen.3

Forscher der University of Alabama in Birmingham (USA) haben gezeigt, dass Mäuse, die mit stark zuckerhaltigem Futter ernährt wurden, die gleichen Amyloid-Ablagerungen in ihrem Gehirn und Gedächtnisstörungen entwickelten, die typisch für die Alzheimerkrankheit sind. Über einen Zeitraum von 25 Wochen wurde eine Gruppe von Mäusen mit normalem Mäusefutter und normalem Wasser ernährt. Die andere Gruppe erhielt das gleiche Mäusefutter, statt normalem Wasser jedoch eine Zuckerwasserlösung. Die mit Zucker gefütterten Mäuse nahmen im Laufe der Studie um etwa 17 Prozent zu. Bei ihnen war es auch wahrscheinlicher, dass sie eine Insulinresistenz entwickelten, die charakteristisch für Diabetes ist. Darüber hinaus schnitten diese Mäuse schlechter ab bei Tests, bei denen ihre Lernfähigkeit und Merkfähigkeit gemessen wurde. In den Gehirnen der mit Zucker gefütterten Mäuse waren auch wesentlich mehr Plaques (Ablagerungen) zu finden – ein Merkmal der Alzheimerkrankheit.4

Die von den Mäusen konsumierte Menge an Zuckerwasser entsprach der Menge, die ein Mensch zu sich nimmt, der fünf 0,3-Liter-Dosen normale Limonade am Tag trinkt. Fünf Dosen Limonade enthalten etwa 210 Gramm Zucker. Auch wenn die meisten nicht fünf Dosen Limonade am Tag trinken, bekommen sie doch Zucker aus anderen Quellen – Fruchtsaft, Süßigkeiten, Donuts, Pfannkuchen, Kaffee, Kuchen, Eiscreme und sogar aus alltäglichen Produkten wie Spaghetti, Ketchup, Barbecue-Soße, Brot und Obst, sodass sie die 210 Gramm leicht übertreffen können. Das ist in etwa die Menge, die im Durchschnitt jeder Mann, jede Frau und jedes Kind jeden Tag konsumiert.

Natürlich wird ein Säugling oder Kind weniger konsumieren und manche Menschen essen fast überhaupt keinen Zucker; das heißt aber, dass die Erwachsenen, die Zucker essen, weit mehr als 210 Gramm täglich konsumieren. Interessant ist, dass bei den mit Zucker gefütterten Mäusen bereits nach 25 Wochen Gedächtnisstörungen und Plaques (Ablagerungen) auftraten. Was aber geschieht in unseren Gehirnen nach jahrelangem Verzehr zuckerreicher Produkte?

Der Konsum von Zucker und Stärke erhöht den Blutzuckerspiegel. Ein hoher Blutzuckerspiegel fördert die Bildung schädlicher Substanzen, der sogenannten Advanced Glucation Endproducts [AGEs – nicht-enzymisch glykierte Endprodukte]. Zucker im Blut hat die Neigung, zu glykieren oder sich an Proteine und Fette fest anzubinden, was zu dauerhaften Schädigungen der Gewebe und zum Entstehen zerstörerischer freier Radikale führt. Die Akkumulation von AGEs im Körper korreliert mit dem Prozess des Alterns. Je mehr AGEs angehäuft werden, desto schneller altern wir. Die Akkumulation von AGEs wird mit chronischen Entzündungen und Insulinresistenz in Verbindung gebracht – beides bezeichnend für Diabetes. AGEs entwickeln sich im Körper, wann immer Zucker oder Stärke konsumiert werden, ungeachtet der Menge. Je mehr Zucker und Stärke konsumiert werden, desto mehr AGEs werden gebildet.

Der übermäßige Konsum von Zucker führt zu chronisch hohem Blutzuckerspiegel und der Entwicklung einer Insulinresistenz. Sie müssen kein Diabetiker sein, um eine Insulinresistenz zu haben. Jeder, der einen Nüchtern-Blutzuckerspiegel von mehr als 90 mg/dl (5,0 mmol/l) hat, der hat eine gewisse Insulinresistenz. Dazu gehören die meisten, die sich der in westlichen Gesellschaften inzwischen typischen Ernährung verschrieben haben, die reich an Zucker und raffinierten Körnern ist.

Manche der geschädigten glykierten Proteine und Fette können ein Leben lang kleben bleiben und zu schlaffer Haut, Katarakten (grauem Star) und verkalkten Blutgefäßen beitragen. Wir sind gegenüber den AGEs jedoch nicht völlig wehrlos; die weißen Blutkörperchen unseres Immunsystems können einen Teil dieser kleinen Übeltäter beseitigen. Sie tun dies, indem sie sie in einem Prozess, den Biologen als Phagozytose bezeichnen, aufnehmen („fressen“). Die AGEs werden von den weißen Blutkörperchen eingeschlossen, aufgespalten oder verdaut und unschädlich gemacht. Der gleiche Prozess findet bei eindringenden Bakterien statt.

Zucker unterdrückt die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen, schädliche Substanzen zu phagozytieren. Studien haben gezeigt, dass die Phagozytose nach einer einzigen Dosis Zucker um fast 50 Prozent sinkt und mindestens 5 Stunden lang unterdrückt bleibt.5 Wenn Sie eine zuckerhaltige Mahlzeit zu sich nehmen, wird Ihr Immunsystem in gravierendem Maße unterdrückt und bleibt mindestens bis zu Ihrer nächsten Mahlzeit so. Wenn Sie also morgens Pfannkuchen oder ein zuckerhaltiges Müsli oder Cornflakes zu sich nehmen, eine zuckerhaltige Limonade zum Mittagessen trinken und Ihr Abendessen mit einer Portion Eiscreme beenden, wird Ihr Immunsystem den ganzen Tag über massiv unterdrückt sein. Das heißt, dass Sie weniger in der Lage sind, AGEs zu beseitigen, und anfälliger für Infektionen und Krebs sind. Krebszellen ernähren sich von Zucker. Je mehr Zucker wir ihnen geben, desto besser wachsen sie.6

Studien haben gezeigt, dass übermäßige Zuckeraufnahme mit einem erhöhten Spiegel des C-reaktiven Proteins, einem Indikator für Entzündungen, verbunden ist. Entzündungen sind mit einer Reihe von Krankheiten assoziiert, einschließlich Herzkrankheiten und Diabetes. Die Liste der Probleme, die Zucker verursachen kann, ist buchstäblich endlos. Es ist beobachtet worden, dass Zucker Asthma, psychische Störungen, Stimmungsschwankungen, Persönlichkeitsveränderungen, neurologische Störungen, Herzkrankheiten, Diabetes, Gallensteine, Bluthochdruck, Krebs und Arthritis verschlimmert. Zucker hat extrem schädliche Auswirkungen auf das endokrine System, zu dem die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse und die Leber gehören; das führt zu einer starken Schwankung des Blutzuckerspiegels. Zucker ist die Hauptursache von Karies oder Zahnverfall, Zahnfleischerkrankungen, Zahnverlust und Fettleibigkeit.

Zucker – der „Anti-Nährstoff“

Abgesehen von den Kalorien, die er liefert, hat Zucker keinen Nährwert. Er enthält keine Vitamine, Mineralstoffe oder andere Nährstoffe. Er ist eine Quelle leerer Kalorien. Zucker ist eigentlich ein „Anti-Nährstoff“. Er raubt dem Körper Nährstoffe, die lebenswichtig sind. Der Konsum von Zucker bewirkt, dass der Körper seine Vorräte an Calcium, Kalium, Thiamin und Chrom aufbraucht. Zucker konkurriert mit Vitamin C um den Transport in die Zellen; der übermäßige Verzehr von Zucker kann daher zu Vitamin-C-Mangel und damit zu subklinischem Skorbut führen. (Subklinisch bedeutet, dass eine Krankheit zwar vorhanden ist, aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass man sie mit konventionellen diagnostischen Methoden feststellen kann.) Subklinischer Skorbut erhöht deutlich das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Zahnfleischerkrankungen, Infektionen, Krebs, Diabetes und andere gesundheitliche Probleme, auch für vorzeitiges Altern und Tod.

Zuckerarten und andere Süßungsmittel
Saccharose (auch: Sukrose oder Sucrose)

Derjenige Süßstoff, mit dem wir alle am besten vertraut sind und der als Maßstab dient, mit dem alle anderen verglichen werden, ist der weiße Haushalts- oder Kristallzucker. Haushaltszucker besteht zu 100 Prozent aus Saccharose. Es ist der am meisten verwendete Süßstoff. Bei den meisten natürlichen und raffinierten Süßstoffen handelt sich hauptsächlich um Saccharose, egal, aus welcher Quelle sie stammen. Auch bei braunem Zucker, Maissirup, Honig und Ahornsirup handelt es sich in erster Linie um Saccharose.

Man hört oft, natürliche Süßstoffe oder Süßungsmittel seien besser als raffinierte. Der einzige Vorzug, den natürliche Süßstoffe haben, ist der, dass sie weniger verarbeitet sind und somit einen Teil ihres Nährwerts behalten; dies ist aber nicht viel. Die am häufigsten verwendeten natürlichen Süßstoffe sind Honig, unraffinierter Ahornsirup, Sucanat (Vollrohrzucker, das heißt, der gehärtete Saft des Zuckerrohrs), getrocknete Datteln (gehackt), Fruchtsaftkonzentrat, Gerstenmalz, brauner Reissirup und Melasse. Wie die meisten Süßstoffe bestehen sie hauptsächlich aus Saccharose. Agavennektar oder -sirup, ein weiteres Produkt, das als natürlicher Süßstoff vermarktet wird, enthält Saccharose, besteht aber hauptsächlich aus Fruktose.

Zusätzlich zu diesen Zuckersorten werden Sie möglicherweise noch andere finden, die auf Etiketten in der Liste der Inhaltsstoffe angegeben werden, etwa Dextrin, Dextrose, Fruktose, Glukose oder Maltodextrin. Einige dieser Zuckersorten unterscheiden sich ein wenig von Saccharose, aber bei allen handelt es sich um Zucker und damit um leere Kalorien und sie fördern die vorstehend beschriebenen Krankheiten. Ob Sie Haushaltszucker, Honig oder Melasse essen, macht wenig Unterschied. Zucker, auch wenn er anders genannt wird, ist und bleibt Zucker.

Fruktose (auch: Fructose oder Fruchtzucker)

Bei der Angabe der Inhaltsstoffe auf Etiketten werden Sie häufig dem Wort „Fruktose“ begegnen. Fruktose ist in allen Arten von Nahrungsmitteln zu finden, von „Gesundheitskost“ und Nahrungsergänzungsmitteln bis zu Junkfood und Süßigkeiten. Fruktose hat sich früher als „guter“ Zucker einen Namen gemacht, hauptsächlich, weil Fruktose nicht so sehr den Blutzucker- und Insulinspiegel erhöht, wie es bei Kristallzucker der Fall ist. Aus diesem Grund ist Fruktose der Zucker der Wahl für viele Diabetiker. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit von Fruktose ist, dass sie als natürlicher und gesünder als Saccharose angesehen wird. Sie wird oft auch als „Fruchtzucker“ bezeichnet, was unterstellt, dass sie von Früchten statt von Zuckerrohr oder Zuckerrüben stamme und somit ein weniger verarbeiteter und natürlicherer Süßstoff sei.

Leider stimmt das Meiste davon nicht. Fruktose ist kein „natürlicher“ Zucker, beim besten Willen nicht. Fruktose wird nicht aus Früchten extrahiert und ist eines der letzten Süßungsmittel, das ein Diabetiker je verwenden sollte. Der Grund für viele dieser Falschinformationen und die Beliebtheit von Fruktose ist die clevere Marketingstrategie der Zuckerindustrie. Fruktose wird von den Lebensmittelherstellern aus dem einfachen Grund als Süßungsmittel gegenüber Saccharose bevorzugt, weil es billiger ist. Wirtschaftlichkeit, nicht die Gesundheit, ist hier der entscheidende Punkt. Fruktose ist wesentlich süßer als Saccharose und somit kostengünstiger für das Süßen von Lebensmitteln.

Das größte Märchen im Zusammenhang mit Fruktose ist, dass es sich dabei um Fruchtzucker handele, der von Früchten stamme. Fruktose wird nicht aus Früchten hergestellt. Genau wie jeder andere Zucker wird sie aus Maissirup, Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen. Die Ähnlichkeit zwischen den Bezeichnungen Fruktose und Früchte hilft im Übrigen, dieses Märchen weiter fortleben zu lassen. Ich habe schon viele Verkäufer von Gesundheitskost und Nahrungsergänzungen gehört, die behaupteten, ihr Produkt sei anderen überlegen, da es mit Fruchtzucker, also Fruktose, hergestellt worden sei.

Fruktose ist eine der am stärksten raffinierten Zuckerformen überhaupt. Ein Molekül Saccharose (Kristallzucker) besteht aus einem Molekül Fruktose und einem Molekül Glukose. Chemisch miteinander verbunden bilden beide Saccharose. Um Fruktose herzustellen, muss Zuckerrohr oder Mais raffiniert werden, und zwar als Erstes, bis man Saccharose erhält. Dann muss diese weiterverarbeitet und raffiniert werden, um sie in Fruktose und Glukose aufzuspalten. Fruktose ist so stark raffiniert, dass sie nicht mehr auf einen einfacheren Zucker reduziert werden kann. Sie ist so raffiniert, wie es nur geht. Die Behauptung, dass Früchte Fruktose enthielten, ist sachlich richtig. Bei dem natürlichen Zucker in Früchten handelt es sich meist um Saccharose, und jede Saccharose – ob sie nun von Früchten oder Maissirup stammt – besteht zu 50 Prozent aus Fruktose.

Ein weiteres Problem bei Fruktose ist, dass sie zwar nicht (wie Saccharose) den Blutzucker- und Insulinspiegel beeinflusst, aber schädlichere Auswirkungen auf die Insulinresistenz hat und das Risiko für eine Reihe von Gesundheitsproblemen wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Diabetes erhöht. Studien mit Tieren und mit Menschen haben gezeigt, dass große Mengen Fruktose die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, Glukose (Blutzucker) ordnungsgemäß zu regulieren, was schließlich zu einer Hyperinsulinämie (also zu erhöhtem Insulinspiegel) und zur Entwicklung einer Insulinresistenz führt. Diese Tatsache ist inzwischen so unzweifelhaft belegt, dass Forscher Fruktose bewusst nutzen, um bei Versuchstieren eine Insulinresistenz zu induzieren, sodass Bluthochdruck und Diabetes entstehen. Manche Ärzte behaupten inzwischen, dass die erhöhte Verwendung von Fruktose in allen unseren Lebensmitteln in weiten Teilen für den sprunghaften Anstieg von Diabetes verantwortlich sei, den wir in den letzten Jahren erlebt haben.

Nachgewiesen ist auch, dass Fruktose die Rate erhöht, mit der Fette in unserem Körper einer Peroxidation unterzogen werden, bei der zerstörerische freie Radikale entstehen. Sie hat negative Auswirkungen auf die Blutlipide und den Blutdruck, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und beeinträchtigt die Nährstoffaufnahme.7

Ernährungswissenschaftlern sind die gesundheitlichen Probleme, die mit Saccharose verbunden sind, seit einiger Zeit bewusst. Als Fragen bezüglich der Unbedenklichkeit von Fruktose aufzutauchen begannen, wollten Forscher wissen, ob es die Fruktose oder die Glukose in der Saccharose ist, die die Probleme verursacht. Eine Vorstellung davon, wie schädlich Fruktose tatsächlich ist, vermittelte ein Forscherteam des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA). Unter der Leitung von Dr. Meira Field führten die Forscher Studien mit zwei Gruppen gesunder Ratten durch; einer Gruppe wurden hohe Mengen Glukose in ihrem Futter verabreicht und der anderen hohe Mengen Fruktose.

Bei den Tieren in der „Glukose-Gruppe“ stellten die Forscher keine Veränderung fest. In der „Fruktose-Gruppe“ waren die Ergebnisse hingegen verheerend: Junge männliche Ratten waren außerstande, bis zum Erwachsenenalter zu überleben. Sie litten unter Anämie (Blutarmut), einem hohen Cholesterinspiegel und einer Herzhypertrophie (ihr Herz vergrößerte sich, bis es riss). Bei ihnen war auch eine verzögerte Hodenentwicklung zu verzeichnen. Dr. Field erklärt, dass Fruktose in Kombination mit Kupfermangel bei den im Wachstum begriffenen Tieren die Kollagenproduktion beeinträchtige. Kollagen liefert die Eiweißmatrix, auf der alle Organe und Gewebe aufgebaut sind. Beim Menschen ist Kupfermangel unter denen verbreitet, die eine Menge Fertiggerichte essen (wozu die meisten heute tendieren). Die Körper der Ratten „zerfielen“ mehr oder weniger. Die Weibchen waren nicht so stark betroffen, sie waren jedoch nicht in der Lage, sich fortzupflanzen.

„Mediziner meinen zwar, Fruktose sei für Diabetiker besser als Zucker“, sagt Dr. Field, „aber jede Zelle im Körper kann Glukose im Stoffwechsel abbauen. Die gesamte Fruktose muss jedoch in der Leber verstoffwechselt werden. Die Leber der Ratten, die sehr fruktosehaltige Nahrung erhalten hatten, sah jedoch wie die Leber von Alkoholikern aus, voller Fetteinlagerungen und zirrhotisch.“8

Wenn Saccharose konsumiert wird, werden die Glukose- und Fruktosemoleküle aufgespalten. Die Glukose geht direkt in den Blutkreislauf, wo sie von den Zellen aufgenommen und als Brennstoff verwendet wird. Die Fruktose muss jedoch zuerst in Glukose umgewandelt werden, bevor sie von den Zellen genutzt werden kann. Sie zirkuliert nicht im Blutkreislauf, sondern geht direkt zur Leber. Hier wird sie in Glukose und Fettsäuren umgewandelt. Tatsache ist, dass Fruktose eher in Fett als in Glukose umgewandelt wird. Ein Großteil der Fruktose, die Sie essen, wird direkt in Fett umgewandelt und als Körperfett gespeichert. Dies erklärt, warum Fruktose den Blutzuckerspiegel nicht so erhöht wie Saccharose und andere Zuckerformen.

Sie erhöht jedoch den Triglyceridspiegel im Blut (Fett), und zwar mehr als der Verzehr von Fett. Die große Menge an Fett, das durch den Fruktosestoffwechsel produziert wird, verstopft die Leber und führt zu einer Fettlebererkrankung, die der durch Alkoholmissbrauch verursachten Schädigung ähnelt. Ärzte sprechen von einer nicht alkoholbedingten Fettleber, um sie von der Erkrankung zu unterscheiden, die durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht wird. Zusätzlich zu dem übermäßigen Fett verursacht Fruktose eine Leberzirrhose (Entzündung) und eine Leberfibrose (Vernarbung).9, 10

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Fruktose, insbesondere in Form von fruktosehaltigem Maissirup, ist in einer breiten Palette von Lebensmitteln und Getränken zu finden, darunter Fruchtsäfte, Limonade, Marmelade, Desserts, Müsli, Brot, Joghurt, Salatdressings, Ketchup und Mayonnaise. Im Durchschnitt konsumiert jeder US-Amerikaner 54 Pfund fruktosehaltigen Maissirup pro Jahr. In den letzten 40 Jahren, seit Einführung von fruktosehaltigem Maissirup als billigem Süßungsmittel, sind die Fettleibigkeitsraten in die Höhe geschnellt. Den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge erfüllten etwa 15 Prozent der Bevölkerung in den USA im Jahr 1970 die Kriterien von Fettleibigkeit; heute werden rund ein Drittel der erwachsenen US-Amerikaner als fettleibig betrachtet. Manche Forscher sind der Überzeugung, dass dies zum Teil der dramatisch gestiegenen Verwendung von Fruktose bei der Lebensmittelherstellung geschuldet ist.

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Nicht alle Süßungsmittel und Süßstoffe sind gleich, wenn es um die Gewichtszunahme geht. Forscher der Princeton University haben nachgewiesen, dass Ratten, die Zugang zu fruktosehaltigem Maissirup hatten, erheblich mehr zunahmen als jene, die Zugang zu Saccharose hatten, selbst wenn die Kalorienzufuhr insgesamt gleich war.11 Zusätzlich zu einer erheblichen Gewichtszunahme führte der langfristige Konsum von fruktosehaltigem Maissirup auch zur abnormalen Zunahme von Körperfett, insbesondere im Bauchbereich. Dies leuchtet ein, da Fruktose vorzugsweise von der Leber in Fett umgewandelt wird.

„Manche behaupten, fruktosehaltiger Maissirup unterscheide sich nicht von anderen Süßungsmitteln oder Süßstoffen, wenn es um Gewichtszunahme und Fettleibigkeit geht; unsere Ergebnisse verdeutlichen jedoch, dass dies einfach nicht stimmt“, sagt Dr. Bart Hoebel, Spezialist für die neurowissenschaftliche Forschung zu Appetit, Gewicht und Zuckersucht an der Princeton University. „Wenn Ratten fruktosehaltigen Maissirup in Konzentrationen trinken, die deutlich unter denen liegen, die in Limonade enthalten sind, werden sie fettleibig – jede einzelne von ihnen, durch die Bank. Selbst wenn Ratten eine sehr fetthaltige Nahrung erhalten, sieht man das nicht: Sie nehmen nicht alle zu.“

Bei der Princeton-Studie entsprach die Zuckerkonzentration in der Saccharose-Lösung der, die in den meisten alkoholfreien Getränken zu finden ist. Die Fruktose-Lösung war jedoch nur halb so konzentriert wie bei den meisten Limonaden und führte im Vergleich aber dennoch zu einer weit stärkeren Gewichtszunahme und Ansammlung von Körperfett.

Bei Langzeitstudien von mehr als 6 Monaten zeigten Tiere, die mit zusätzlicher Fruktose gefüttert wurden, Anzeichen eines gefährlichen Krankheitsbildes, das beim Menschen als metabolisches Syndrom (Stoffwechselsyndrom) bekannt ist und mit abnormaler Gewichtszunahme, mit erhöhtem Anstieg des Triglyceridspiegels und Fettablagerungen (insbesondere von viszeralem Fett um den Bauch herum) einhergeht. Vor allem männliche Ratten nahmen „ballonförmig“ zu. Tiere, die Zugang zu Fruktose hatten, nahmen um 48 Prozent mehr zu als diejenigen, die normale Nahrung erhielten. Auf den Menschen übertragen, bedeutete dies, dass eine Person, die 90 Kilo wiegt, um weitere 43 Kilo zunehmen würde! Die Ratten wurden nicht nur dick, sie wurden fettleibig.

Wenn Sie das nächste Mal ein Etikett mit der Angabe von Inhaltsstoffen lesen und darunter Fruktose finden, bedenken Sie: Wenn Sie dieses Produkt essen, wird die Fruktose als Speckpolster in Ihrem Hüft- und Bauchbereich enden …

Künstliche Süßstoffe

Selbst nach dem ganzen Verarbeitungs- und Raffinierungsprozess, den Zucker durchläuft, behält er immer noch seine Kalorien. Deshalb haben Wissenschaftler Süßstoffe mit weniger Kalorien kreiert. Als wenn echter Zucker noch nicht schlimm genug gewesen wäre, können wir jetzt künstlichen Zucker „genießen“ – Aspartam, Saccharin und Ähnliches. Dieses kristalline Pulver macht genauso süchtig wie Zucker, ist aber noch schädlicher für die Gesundheit. Ja, es enthält weniger Kalorien als Zucker, aber genau wie jede Droge ist es mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden, die von Kopfschmerzen bis zum Tod reichen können.

Künstliche Süßstoffe sehen wie Zucker aus, schmecken wie Zucker und können zum Süßen von Nahrungsmitteln genau wie Zucker verwendet werden, aber ohne die Kalorien von Zucker. Für jemanden, der Schlankheitskuren macht oder Diät halten möchte, klingt das wie ein Traum. Künstliche Süßstoffe haben jedoch eine dunkle Seite, die noch viel düsterer ist als bei Zucker.

Zucker ist – selbst wenn er raffiniert ist – immer noch ein Produkt, das der Körper erkennt und verarbeiten kann, auch wenn die Verarbeitung für den Körper sehr viel Stress bedeutet und ihm Nährstoffe entzieht. Künstliche Süßstoffe sind demgegenüber ganz neue Fremdkörper, denen der Körper vorher noch nicht begegnet ist und für die er nicht programmiert ist, um sicher oder effizient damit umgehen zu können. Dadurch entstehen Probleme. Auch wenn die Substanzen, die Wissenschaftler für die Herstellung künstlicher Süßstoffe verwenden, aus „natürlichen“ Quellen kommen mögen, werden sie doch in einer Weise miteinander kombiniert, dass chemische Stoffe entstehen, die schädlich sind und alle möglichen Probleme verursachen.

Der am häufigsten verwendete künstliche Süßstoff ist Aspartam. Es wird unter Markennamen wie NutraSweet, Equal, Spoonful, Equal-Measure oder AminoSweet verkauft. Aspartam wurde 1965 entdeckt und Anfang der 1980er-Jahre in den USA als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. [In Deutschland: seit 1990 zugelassen] Die US-amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) genehmigte die Verwendung selbst angesichts der starken Kritik, die von mehreren Wissenschaftlern geäußert wurde, die vor den Gefahren warnten. Trotz der Einwände wurde die Genehmigung auf der Grundlage der vom Hersteller von Aspartam finanzierten Forschungen erteilt (Monsanto und deren Tochtergesellschaft NutraSweet Company).

Seit seiner Zulassung ist Aspartam für über 75 Prozent der negativen Reaktionen auf Lebensmittelzusatzstoffe verantwortlich, die der FDA gemeldet werden. Viele dieser Reaktionen sind schwerwiegend genug, um zu Krämpfen und Todesfällen zu führen. Mindestens 90 verschiedene Symptome sind als durch Aspartam verursacht dokumentiert worden. Dazu gehören unter anderem Kopfschmerzen, Migräne, Schwindelanfälle, Krämpfe, Übelkeit, Taubheitsgefühle, Muskelkrämpfe, Hautausschlag, Depression, Müdigkeit, Reizbarkeit, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Sehprobleme, Hörsturz, Herzklopfen, Atemschwierigkeiten, Angstattacken, verwaschene Sprache, Verlust des Geschmackssinns, Tinnitus, Schwindelgefühl, Gedächtnisverlust, Gelenkschmerzen und – ob Sie es glauben oder nicht – Gewichtszunahme!12 Darüber hinaus hat Aspartam schon Gehirntumore, Multiple Sklerose, Epilepsie, das chronische Müdigkeitssyndrom, die Parkinsonkrankheit, die Alzheimerkrankheit, Geburtsfehler, Fibromyalgie und Diabetes ausgelöst oder verschlimmert.

Würde jemand bei gesundem Menschenverstand wissentlich eine Substanz essen, die solche Probleme verursacht oder auch nur dazu beiträgt? Als Rechtfertigung für die Verwendung von Aspartam wird angeführt, es sei ein kleiner Preis, der da zu zahlen sei, wenn man Übergewicht abbauen wolle. Der potenzielle Nutzen, den es haben könnte, indem es Menschen helfe, einige Pfund abzunehmen, sei das Risiko wert, so die Hersteller und die Ärzte und Forscher, die von ihnen finanziert werden. Sicher ist es das Risiko für diejenigen wert, die davon finanziell profitieren, aber nicht für jene, die ihre Gesundheit einbüßen. Interessant und zu beachten ist allerdings, dass auch die Gewichtszunahme zu den angegebenen Nebenwirkungen von Aspartam gehört! Warum es also überhaupt verwenden?

Aspartam ist im Vergleich zu Saccharin ein „Newcomer“. Saccharin, 1879 entdeckt, war der erste der künstlichen Süßstoffe. 1937 erschien Cyclamat auf dem Markt, gefolgt von Aspartam in den 1960er-Jahren und in jüngerer Zeit dann von Acesulfam-K und Sucralose. Diese künstlichen Süßstoffe sind um ein Vielfaches süßer als Zucker. Die Süßkraft von Saccharin ist 300 Mal höher als die von Haushaltszucker. Cyclamat ist etwa 30 Mal süßer als Zucker und Aspartam ist 200 Mal süßer. Gramm für Gramm enthalten diese Süßstoffe in etwa die gleiche Menge Kalorien wie Zucker; da sie jedoch um so viel süßer sind, wird nur ein Bruchteil der Menge benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Durch dieses Merkmal sind künstliche Süßstoffe verlockend für alle, die Schlankheitskuren machen und Diät halten. Ihre Beliebtheit ist in dem Maße rasant angestiegen, wie unsere Taillen breiter geworden sind.

Saccharin und Cyclamat haben seit Ende der 1960er-Jahre an Bedeutung verloren, als festgestellt wurde, dass sie bei Versuchstieren das Wachstum von Tumoren hervorriefen. Cyclamat wurde in den USA 1970 verboten, wogegen es in Großbritannien und Kanada allerdings weiterhin begrenzt verwendet wird. In Kanada ist es als Tischsüßstoff nur auf ärztlichen Rat und als Zusatzstoff in Medikamenten zugelassen. [Cyclamat (E 952) ist in Deutschland seit 1963 zugelassen.]

1977 wurde auch ein Verbot von Saccharin vorgeschlagen. Da es zu der Zeit jedoch der einzige künstliche Süßstoff war, der weiterhin verwendet werden durfte, waren viele gegen das Verbot und behaupteten, es sei unfair gegenüber Diabetikern und Übergewichtigen. Als Reaktion auf den öffentlichen Aufschrei wurde das Verbot zurückgestellt. Stattdessen wurde verlangt, dass Produkte, die Saccharin enthalten, mit einem Warnhinweis versehen werden müssen, der besagt: „Die Verwendung dieses Produktes kann Ihre Gesundheit gefährden. Dieses Produkt enthält Saccharin, bei dem festgestellt worden ist, dass es bei Versuchstieren Krebs auslöst.“ In Kanada ist Saccharin hingegen ganz verboten worden.

Acesulfam-K gehört zur gleichen allgemeinen Chemikalienfamilie wie Saccharin. Es hat in Bezug auf Krebs die gleichen potenziellen Nachteile wie Saccharin. Genau wie Saccharin regt es auch die Insulinausschüttung an, wodurch es für Diabetiker weniger begehrenswert ist.

Das Neueste auf dem Markt ist Sucralose, unter dem Handelsnamen Splenda bekannt [in der EU seit 2005 zugelassen]. Sucralose ist 600 Mal süßer als Zucker. Dieser chemische Süßstoff ist für unseren Körper so fremd, dass das Verdauungssystem nicht weiß, was es damit machen soll. Er passiert den Verdauungstrakt, ohne absorbiert zu werden. Dadurch liefert er keine Kalorien und hat auch keinen Einfluss auf den Insulin- und Blutzuckerspiegel, sodass er folglich als unbedenklich für Diabetiker angesehen wird. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Nach der Geschichte der Erfahrungen mit den anderen künstlichen Süßstoffen zu urteilen ist es tatsächlich zu schön, um wahr zu sein.

Wie es aussieht, hat Splenda einen sehr ausgeprägten Effekt auf die Mikroflora des Darms und spielt möglicherweise eine Rolle bei der Verursachung des Reizdarmsyndroms (RDS).13 Die guten Bakterien in unserem Darm unterstützen die Gesundheit in vielfacher Hinsicht, indem sie unter anderem wichtige Vitamine erzeugen, das chemische Gleichgewicht in Bezug auf den pH-Wert aufrechterhalten und die Immunfunktion unterstützen. Bei Splenda ist nachgewiesen worden, dass es diese guten Bakterien um sage und schreibe 50 Prozent reduziert. Wenn die guten Bakterien verschwunden sind, was nimmt dann ihren Platz ein? Schlechte Bakterien, Viren und Pilze, einschließlich Candida, ein Hefepilz, der zu unzähligen Verdauungsbeschwerden führen kann.

Der Hauptgrund, warum künstliche Süßstoffe verwendet werden, ist der, dass die betreffenden Personen ihre Gesamtkalorienaufnahme reduzieren möchten, um ihr Gewicht zu kontrollieren. Manche bemühen sich so verzweifelt, Kalorien zu reduzieren, dass sie Gesundheitswarnungen ignorieren und dennoch künstliche Süßstoffe konsumieren. Sie gehen bewusst das Risiko ein, Krebs zu bekommen oder unter einer Reihe unangenehmer Symptome zu leiden, nur damit sie süße Produkte genießen können. Das Verlangen nach Süßem kann sehr stark sein, sogar so stark, dass wir unseren gesunden Menschenverstand über Bord werfen und mit unserer Gesundheit spielen.

Künstliche Süßstoffe sind nicht die Antwort auf Gewichtsprobleme und haben keinen realen Nutzen. Alle süßen Leckereien, einschließlich künstlicher Süßstoffe, halten das Verlangen nach Süßem lebendig. Es treibt uns dazu an, süße Produkte zu suchen und zu konsumieren, ob wir hungrig sind oder nicht.

Künstliche Süßstoffe vermitteln uns auch ein falsches Gefühl der Sicherheit. Wir trinken eine „Diätlimonade“ und meinen dann, es sei in Ordnung, Produkte zu uns zu nehmen, die wir eigentlich nicht zu uns nehmen sollten.

Das Aspartame Consumer Safety Network berichtete, dass Personen, die künstliche Süßstoffe verwenden, in Wirklichkeit mehr zunehmen als jene, die sie meiden.14 Wenn Sie versuchen, abzunehmen oder Ihr Gewicht zu halten, sind künstliche Süßstoffe nicht der Weg, den Sie einschlagen sollten; sie helfen Ihnen nicht und können im Gegenteil ernsthaften Schaden anrichten.

Sofern Sie noch nicht davon überzeugt sind, dass künstliche Süßstoffe schädlich wirken, und sie verwenden, um Ihr Gewicht zu kontrollieren, empfehle ich Ihnen, das Buch Excitotoxins: The Taste That Kills von Dr. Russell L. Blaylock, Professor der Neurochirurgie an der Medical University of Mississippi, zu lesen. Dieses Buch liefert Details zur medizinischen Forschung und dokumentiert die Gefahren von Aspartam und anderen Lebensmittelzusatzstoffen.

Zuckeralkohole

Bei Zuckeralkoholen handelt es sich um eine Gruppe von Kohlenhydraten, deren chemische Struktur sowohl mit Zucker als auch mit Alkohol vergleichbar ist, die aber genau genommen mit beidem nicht vergleichbar sind. Zuckeralkohole sind keine künstlichen Süßstoffe, sondern werden als „Zuckeraustauschstoffe“ bezeichnet, weil sie in der Natur vorkommen und in kleinen Mengen in verschiedenen Früchten, in Gemüse und anderen Pflanzen zu finden sind.

Es gibt eine ganze Reihe von Zuckeralkoholen. Am häufigsten in Lebensmitteln zu finden sind Xylitol, Erythritol, Glycerin (Glycerol), Mannitol und Sorbitol, wobei Xylitol am häufigsten verwendet wird. Die einfachsten Zuckeralkohole – Ethylen (Äthylen), Glykol (Glycol) und Methanol – werden nicht in Lebensmitteln verwendet. Sie schmecken zwar süß, sind aber bekanntlich giftig. Sie sind der Hauptinhaltsstoff in Frostschutzmitteln und machen diese giftig. Die anderen Zuckeralkohole werden als unbedenklich angesehen.

Zuckeralkohole werden in Kuchen, Keksen, Puddings, Süßigkeiten, Eiscreme und anderen Snacks verwendet. Solche Produkte sind oft als „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ gekennzeichnet. Zuckeralkohole werden häufig Lebensmitteln hinzufügt, die künstliche Süßstoffe enthalten, da ihre Süße den bitteren Nachgeschmack dieser anderen Produkte überdeckt.

Xylitol ist der beliebteste Zuckeralkohol, weil seine Süße von der Intensität her mit der von Saccharose vergleichbar ist, er aber nur halb so viele Kalorien hat und aussieht und verwendet werden kann wie Zucker. Die anderen Zuckeralkohole sind etwas weniger süß, enthalten aber die gleiche Menge Kalorien wie Xylitol.

Anders als Zucker wird Xylitol nicht durch orale Bakterien abgebaut und trägt somit nicht zum Zahnverfall bei. Aus diesem Grund wird es häufig bei Zahnpasta und zuckerfreiem Kaugummi hinzufügt. Keiner der Zuckeralkohole wird im Verdauungstrakt ganz aufgespalten, sodass sie nur zum Teil absorbiert werden. Somit liefern sie weniger Kalorien als Zucker. Wie andere Kohlenhydrate erhöhen sie den Blutzuckerspiegel, aber weniger als Zucker.

Im Vergleich zu Aspartam, Sucralose und anderen künstlichen Süßstoffen sind Zuckeralkohole relativ unbedenklich. Sie sind jedoch nicht ganz harmlos. Zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen gehören Aufgeblähtsein, Bauchschmerzen und Krämpfe, Durchfall und Blähungen. Diese Symptome treten oft bei übermäßigem Verzehr auf, aber bei manchen Personen kann eine einzige Portion schon zu viel sein und zu schweren Krämpfen und Durchfall führen. Ebenso können sich Symptome verstärken, die mit vorher bereits bestehenden Verdauungsproblemen wie Reizdarmsyndrom und Zöliakie verbunden sind.

Zuckeralkohole werden vielfach als „natürliche“ Süßungsmittel beworben, die unbedenklich verwendet werden könnten – in Maßen, versteht sich. Da sie in manchen Früchten und in Gemüse, auch in der Birkenrinde, natürlicherweise zu finden sind, lassen wir uns zu der Annahme verleiten, sie würden einfach aus diesen Quellen extrahiert; dies ist von der Wahrheit jedoch weit entfernt. Der darin zu findende Zuckeralkoholgehalt ist so gering, dass es wirtschaftlich nicht realisierbar ist, ihn zu extrahieren. Stattdessen werden sie von den Herstellern aus den Faser- und Holzteilen der Pflanzen synthetisch hergestellt. Xylitol wird beispielsweise aus der Hemicellulose in Maiskolben und Holzbrei hergestellt. Das Material wird zerdrückt und zu Brei verarbeitet und mithilfe von Schwefelsäure, Calciumoxid, Phosphorsäure und anderen Chemikalien weiter verarbeitet. Das Ergebnis ist ein kristallines Produkt, das genauso wie weißer Zucker verarbeitet und raffiniert worden und genauso „unnatürlich“ ist.

Das Hauptproblem mit Zuckeralkoholen ist, dass sie süß schmecken und die Zuckersucht aufrechterhalten. Wenn Sie Zuckeralkohole verwenden, um Nahrungsmittel zu süßen, werden Sie mit Ihrer Zuckersucht nie brechen und immerzu nach Süßigkeiten und anderen Kohlenhydraten verlangen. Sie zu verzehren macht es leichter für Sie, sich etwas vorzumachen und den Widerstand aufzugeben.

Auch wenn Zuckeralkohole den Blutzuckerspiegel nicht so sehr beeinflussen wie Zucker, haben sie dennoch Einfluss darauf, können die Freisetzung von Fett aus Ihren Fettzellen blockieren und damit die Gewichtsreduktion verhindern. Bei „kohlenhydratempfindlichen“ Menschen können sie die Ketonproduktion stoppen und ebenfalls die Gewichtsabnahme verhindern.

Stevia

Nachdem Sie sich vielleicht gerade mit dem Gedanken angefreundet und abgefunden haben, dass alle Süßstoffe wahrscheinlich schlecht seien, kommt Stevia daher. Stevia ist eine andere Art von Süßstoff. Es ist eigentlich eine Pflanze, die in Südamerika beheimatet ist. Stevia ähnelt künstlichen Süßstoffen insofern, als es um ein Vielfaches süßer als Zucker ist und im Grunde keine Kalorien hat. Im Unterschied zu anderen Süßstoffen scheint es jedoch keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu haben und macht nicht süchtig. Viele betrachten es als natürlichen Zuckerersatz.

Stevia stammt von einem kleinen Strauch, der in Paraguay und Brasilien wächst, wo er als „Süßkraut“ bezeichnet wird. Seine Blätter haben eine Süßkraft, die etwa 30 Mal höher als bei Zucker ist. Die in der Region lebenden Guarani-Indianer verwenden die Pflanze seit Jahrhunderten. Stevia ist bei ihnen sowohl als Süßungsmittel wie auch als Medizin hoch angesehen. Es wird zum Süßen von Getränken, zum Desinfizieren von Wunden und als Tonikum zur Verbesserung der Verdauung verwendet.

Gemahlene oder ganze Steviablätter sind ein gutes Süßungsmittel für Kräutertees und starke Getränke. In Blattform ist Stevia für die meisten anderen Zwecke jedoch nicht brauchbar, weil es zu sehr nach Pflanze schmeckt. Eine brauchbarere Form ist Stevia-Extrakt. Beim Extrakt handelt es sich um ein Konzentrat der Phytochemikalien (Stevioside), die der Pflanze ihre Süßkraft geben. Stevia-Extrakt ist 200 bis 300 Mal süßer als Zucker und schmeckt nicht nach Blättern. Der Extrakt ist als Pulver oder in Flüssigform erhältlich. Wegen seiner Süßkraft werden nur kleine Mengen zum Süßen von Nahrungsmitteln benötigt. Etwa ein viertel bis ein halber Teelöffel Stevia-Extrakt kann eine ganze Tasse Zucker ersetzen!

Stevia-Extrakt wird in Japan, Taiwan, Korea, Paraguay, Brasilien und Israel seit vielen Jahren als Süßungsmittel verwendet. In Japan wird er seit Mitte der 1970er-Jahre genutzt. Statt Aspartam verwenden sie dort Stevia, um kalorienarme Lebensmittel zu süßen. Es wird kommerziell in Kaugummi, Süßigkeiten, alkoholfreien Getränke, Säften, tiefgefrorenen Desserts und Backwaren verwendet. 50 Prozent der in Japan verwendeten hochintensiven Süßstoffe entfallen auf Stevia.

Ist Stevia unbedenklich? Es sieht so aus. Wir wissen, dass es nicht die unerwünschten Wirkungen von Zucker hat und auch nicht mit den gleichen gesundheitlichen Gefahren wie künstliche Süßstoffe verbunden ist. Stevia wird in Südamerika seit Jahrhunderten und in Japan und anderen Ländern seit 25 Jahren verwendet, ohne irgendwelche feststellbaren Schäden anzurichten. Die Japaner konsumieren die größte Menge an Süßstoffen in der Welt und haben keine negativen Auswirkungen berichtet. Es sind umfangreiche Forschungen und Unbedenklichkeitstests zu Stevia durchgeführt worden. Bei keinem dieser Tests haben sich irgendwelche schädlichen Auswirkungen gezeigt, nicht einmal bei sehr hohen Dosierungen, die den Versuchstieren gegeben wurden. Dies kann nur von wenigen Substanzen behauptet werden.

Die bisherigen Tests haben gezeigt, dass die Pflanze und der Extrakt nicht giftig und als Mittel hilfreich sind, um die Kalorienaufnahme zu reduzieren. Stevia hat keinen Einfluss auf den Blutzucker- oder Insulinspiegel und ist somit für Diabetiker unbedenklich. Im Unterschied zu Zucker nährt es keinen Hefepilz, sodass es ein perfektes Süßungsmittel für Menschen ist, die an Candida-Infektionen leiden. Stevia ist in vielerlei Hinsicht weitaus besser als Zucker und auch als künstliche Süßstoffe.

Es ist schwierig, Stevia übermäßig zu verwenden. Nimmt man zu viel, bekommt man nämlich einen bitteren melasseähnlichen Nachgeschmack. Deshalb nimmt man gerade so viel, dass es genügt, um die Gerichte zu süßen, ohne den starken Nachgeschmack zu bekommen. Dazu braucht man etwas Übung. Ich empfehle Ihnen, aus einem der vielen Stevia-Kochbücher, die es gibt, zu lernen, wie es zu verwenden ist.

Gelegentlich etwas Stevia zu verwenden ist in Ordnung, Sie sollten aber vorsichtig sein. Bei Zuckersüchtigen kann Stevia die Zuckersucht aufrechterhalten. Ich habe Menschen erlebt, die es übermäßig verwendet und Missbrauch damit getrieben und sogar eine Toleranz gegenüber dem bitteren Nachgeschmack entwickelt haben. Einmal gab mir eine Frau eine Kostprobe von dem mit Stevia gesüßten Wasser, das sie trank, und der starke süß-bittere Geschmack warf mich fast um. Ich habe schon eine Menge Nahrungsmittel und Getränke zu mir genommen, die mit Stevia gesüßt waren, aber dies hier ging dann doch zu weit. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das irgend jemandem schmecken konnte, aber diese Frau trank den ganzen Tag das mit Stevia gesüßte Wasser. Und trotz aller Mühen gelang es ihr kaum, abzunehmen.

KAPITEL 6
Kohlenhydrate sind Dickmacher

Haben Sie schon einmal versucht, mit der konventionellen Methode der Kalorienbeschränkung und der fettarmen Ernährung abzunehmen? Dann aßen Sie mageres Fleisch, schnitten selbst die winzigsten Stückchen Fett ab, entfernten die Haut bei Hähnchen, aßen nur weißes Fleisch, verzichteten darauf, ein Ei ganz zu essen, und nahmen nur mit dem Eiweiß vorlieb, verwendeten Magermilch und fettarmen Joghurt, aßen gebackene Kartoffeln und Pasta ohne Butter, Salate ohne Öl, Haferflocken und Müsli zum Frühstück und fettarme, mit künstlichem Süßstoff gesüßte Brownies zum Dessert. Um sicherzugehen, dass Sie nicht zu viel aßen, zählten Sie jede Kalorie, die in Ihren Mund gelangte. Sie taten alles, was Sie tun sollten, und hielten sich daran, weil man Ihnen gesagt hatte, dies sei der einzige Weg, abzunehmen.

Auch wenn Ihre Anstrengungen allen in Ihrer Umgebung gefielen und Sie dafür gelobt wurden, dass Sie sich so „gesund“ ernährten, fühlten Sie sich in Wirklichkeit nicht besser. Es fehlte Ihnen an Energie, Sie wurden schnell müde, wurden ständig von Hunger gequält und bei Ihrem Gewicht war nur eine bescheidene Verbesserung zu verzeichnen – wenn überhaupt. Trotz aller Anstrengungen war es wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Nach kurzer Zeit aßen Sie wieder so, wie Sie es vor der Diät getan hatten, und ehe Sie sich versahen, war Ihr vorheriges Gewicht wieder da. Mit allen Ihren Bemühungen hatten Sie nichts erreicht, außer dass Sie sich elend fühlten und vielleicht noch dicker geworden waren.

Grund für Ihr Scheitern war nicht, dass es Ihnen an Willensstärke gefehlt hätte oder dass Sie sich nicht richtig an das Programm gehalten hätten – das Problem war das Programm als solches. Jede Ernährungsform, die die Fettaufnahme einschränkt, ohne die Kohlenhydrate einzuschränken, ist zum Scheitern verurteilt. Die Wahrheit, die dahintersteckt, lautet, dass es die Kohlenhydrate sind, die uns dick machen, nicht das Fett.

Warum Kohlenhydrate dick machen

Sie werden nie Übergewicht verlieren und Ihr neues Gewicht erfolgreich halten können mit einer Ernährung, bei der Kohlenhydrate nicht eingeschränkt werden. Es liegt in der Natur von Kohlenhydraten, dass dies unmöglich ist. Schauen wir uns die wichtigsten Gründe dafür an, dass Kohlenhydrate Dickmacher sind.

Insulinausschüttung und Fettspeicherung

Kohlenhydrate, die man über den Kalorienbedarf des Körpers hinaus isst, werden immer in Fett umgewandelt. Auf Fette und Proteine trifft dies nicht zu. Der Körper kann Fette und Proteine verwenden, um Energie zu erzeugen, nutzt sie vorzugsweise jedoch als Bausteine für Zellen und Gewebe, für Enzyme, Hormone, Prostaglandine und andere Produkte, die für die Gesundheit wichtig sind. Tatsächlich sind Kohlenhydrate in Ihrem Speiseplan nicht einmal notwendig, während Sie jedoch Fette und Proteine zu sich nehmen müssen – sonst würden Sie sterben.

Kohlenhydrate sind einzig dazu da, Energie zu erzeugen. Was davon nicht verwendet wird, um den unmittelbaren Bedarf zu decken, wird entweder in Glykogen oder in Fett umgewandelt und für den späteren Gebrauch gespeichert. Sowohl Glykogen als auch Fett sind kompakte Formen von Brennstoff, der dem Vorratsspeicher entnommen werden kann, wann immer zusätzliche Energie benötigt wird.

Kohlenhydrate sind keine essenziellen Nährstoffe. Es gibt essenzielle Fettsäuren (Fette) und essenzielle Aminosäuren (Proteine), aber so etwas wie essenzielle Kohlenhydrate gibt es nicht. Wenn Ihr Speiseplan keine Quelle an Kohlenhydraten enthielte, würde Ihr Körper stattdessen Fette und Proteine nutzen, um seinen Energiebedarf zu decken. Es gab schon viele Populationen, die mit einer kohlenhydratfreien Ernährung gut lebten. Dies gilt vor allem für die Eskimos, deren traditionelle Ernährung ganz aus Fleisch und Fett bestand.

Sie können durch den Verzehr von Kohlenhydraten ungewollt zunehmen, selbst wenn Sie überhaupt kein Fett essen. Der „Speck“ an Ihren Hüften und Armen ist nicht durch den Verzehr von Steaks und Eiern dort hingekommen, sondern durch den Verzehr von Brot, Kuchen oder Limonade. Die Nährstoffe aus den Steaks und Eiern wurden für den Aufbau der Muskeln und Knochen verwendet, nicht für den Aufbau von Fett.

Sie können viel mehr Fett und Eiweiß essen, ohne dass es auf Vorrat weggepackt wird, weil beides für andere wichtige Zwecke verwendet werden kann. Unser Körper ist darauf ausgelegt, Kohlenhydrate (Glukose) entweder zu verbrennen oder zu speichern. Glukose ist der Hauptbrennstoff für unsere Zellen. Die Zellen können die Glukose jedoch nicht direkt aus der Blutbahn aufnehmen. Das Hormon Insulin wird benötigt, um die Tür in der Zellmembran aufzuschließen, sodass die Glukose hineingelangen kann.

Nach einer Mahlzeit werden Kohlenhydrate in Glukose umgewandelt und in den Blutkreislauf freigesetzt. Wenn der Blutglukosespiegel steigt, wird ein Signal an die Bauchspeicheldrüse gesendet, das sie veranlasst, Insulin auszuschütten. Das Insulin bewirkt, dass die Zellen die Glukose aufnehmen können und der Blutglukosespiegel gesenkt wird. Mit sinkendem Blutzuckerspiegel verlangsamt sich die Insulinausschüttung.

Unser Blutglukosespiegel steigt und fällt, je nachdem, wie oft wir essen und was wir essen. Das Ausmaß, in dem der Blutglukosespiegel steigt und fällt, wird durch die Ausschüttung von Insulin und anderen Hormonen sorgfältig reguliert. Ist der Blutglukosespiegel niedrig, werden Fettsäuren aus unseren Fettzellen freigesetzt. Genau wie Glukose können auch Fettsäuren verbrannt werden, um Energie zu erzeugen.

Wenn jemand sich an eine kalorienarme Ernährungsweise hält oder fastet, ist der Blutglukosespiegel niedrig, sodass der Körper sehr stark auf das gespeicherte Fett angewiesen ist, um den überwiegenden Teil seines Energiebedarfs zu decken. Wenn aber Fettsäuren freigesetzt und verbrannt werden, reduziert sich das Gewicht. Das ist der Grund dafür, dass wir bei einer Schlankheitskur oder Diät Körperfett und Gewicht abbauen. Die Geschwindigkeit der Gewichtsreduktion wird jedoch stark von der Art der Nahrungsmittel beeinflusst, die wir zu uns nehmen.

Insulin befördert nicht nur Glukose in die Zellen, sondern löst auch die Umwandlung von Glukose in Fettsäuren aus und transportiert diese in die Fettzellen. Insulin ist ein Fettspeicherhormon. Je mehr Insulin in unserem Blutkreislauf zirkuliert, desto mehr Fett wird in unseren Fettzellen abgelagert.

Ist der Insulinspiegel hoch, speichert unser Körper Fett und wir nehmen zu. Jedes Mal, wenn wir Kohlenhydrate essen, erhöht sich der Blutzuckerspiegel, der die Freisetzung von Insulin auslöst und damit die Speicherung von Fett. Fett und Eiweiß zu essen hat hingegen sehr wenig Einfluss auf den Blutglukosespiegel, und somit wird dadurch kaum eine Insulinreaktion ausgelöst und folglich auch keine Fettspeicherung vorangetrieben.


Ein hoher Insulinspiegel regt nicht nur die Produktion von Fett an, sondern verhindert oder beschränkt auch die Freisetzung von Fett aus den Vorratsbeständen, die sich an unserem Körper angesammelt haben. Wenn wir Kohlenhydrate essen, müssen wir die Kalorienzufuhr außergewöhnlich stark einschränken und niedrig halten, um die Freisetzung von Fett auszulösen. Denn jedes Kohlenhydrat regt die Ausschüttung von Insulin an und verhindert oder verzögert damit die Freisetzung von Fett. Indem Sie Kohlenhydrate von Ihrem Speiseplan streichen, begrenzen Sie die Insulinausschüttung, sodass gespeichertes Fett freigesetzt wird und das Gewicht abnimmt.

Wann immer Sie Nahrungsmittel essen, die Kohlenhydrate enthalten – etwa Karotten, Tomaten, Äpfel und andere Früchte und Gemüsesorten –, steigt der Blutglukose- und Insulinspiegel. Dies erklärt, warum Menschen, die sich an eine kohlenhydratreiche und kalorienreduzierte Ernährungsweise halten, zunehmen können, obwohl sie nur „Kaninchenfutter“ essen. Selbst wenn sie ihre Kalorienzufuhr einschränken, steigt der Blutinsulinspiegel beim Verzehr von Kohlenhydraten und fördert die Fettspeicherung. Das ist der Grund dafür, dass jemand seine tägliche Gesamtkalorienzufuhr auf 1 000 Kalorien oder weniger beschränken, nur Salate und Körner essen kann und dennoch zunimmt.

Lebensmittel, die reich an Zucker und Stärke sind, lösen die stärkste Insulinreaktion aus und haben somit den größten Einfluss auf die Speicherung von Fett. Aus diesem Grund fördern Brot, Pasta, Kartoffeln, Pfannkuchen, Süßigkeiten, Limonade, Obstsäfte, Pizza und andere Produkte, die reich an Kohlenhydraten sind, die Gewichtszunahme mehr als kohlenhydratarme Produkte, die reich an Fett und Eiweiß sind.

Genauer gesagt kann der Körper die winzige Menge Glycerol (Glycerin) in den Fetten nehmen und sie in Glukose umwandeln. Die Menge Glukose, die von Glycerol stammt, ist jedoch so klein, dass sie unbedeutend bleibt. Ebenso können bis zu 50 Prozent der Proteine, die Sie essen, in Glukose umgewandelt werden. Dies geschieht jedoch nur dann, wenn Sie übermäßig viel Eiweiß essen; dann wird die überschüssige Menge in Glukose umgewandelt. Dies ist einer der Gründe, warum Menschen, die sich kohlenhydratarm und proteinreich ernähren, zunehmen können. Obwohl sie ihre Kohlenhydrate einschränken, legen sie bei Fleisch und Eiern zu, um ihren Appetit zu stillen. Zu viel Fleisch zu essen führt dazu, dass der Blutglukosespiegel steigt und folglich auch der Blutinsulinspiegel. Wenn Sie es in der Vergangenheit mit einer kohlenhydratarmen, mageren, eiweißreichen Ernährung oder Diät versucht und dabei zugenommen haben oder Schwierigkeiten hatten, abzunehmen, so ist dies wahrscheinlich der Grund dafür.

Da Fett nicht in nennenswerten Mengen in Glukose umgewandelt wird, führt es keine Freisetzung von Insulin herbei. Wenn Sie eine kohlenhydratreiche, fettarme Mahlzeit von 500 Kalorien zu sich nehmen, wird Ihr Körper schnell reagieren und eine hohe Menge Insulin ausschütten und damit die Fettsynthese und die Speicherung von Fett fördern. Nehmen Sie dagegen eine kohlenhydratarme, fettreiche Mahlzeit mit der gleichen Menge an Kalorien zu sich, wird Ihr Körper nur eine winzige Menge Insulin freisetzen, sodass es folglich keine Fettsynthese und Speicherung von Fett gibt. Wann immer Sie Kohlenhydrate essen, fördern Sie das Speichern von Fett. Wenn Sie Fett essen, tun Sie das nicht.

Demnach leuchtet es ein, dass es sinnvoll ist, sich an fetthaltige Nahrungsmittel zu halten, um satt zu werden, und dabei gleichzeitig Kohlenhydrate und Proteine einzuschränken. Die effektivste Ernährungsweise zum Abnehmen setzt auf den Verzehr von reichlich Fett, von ausreichend, aber nicht übermäßig viel Eiweiß und sehr wenig Kohlenhydraten. Darüber hinaus sollte man auch die Gesamtkalorienzufuhr begrenzen, um den Abbau von Fett aus den Fettzellen anzuregen.

Insulinresistenz

Wir neigen dazu, zu glauben, dass die meisten zunähmen, weil sie einfach zu viel äßen. Mit anderen Worten: Sie könnten ihren Appetit nicht zügeln. Das stimmt jedoch nicht immer. Viele, wenn nicht gar die meisten Übergewichtigen essen nicht mehr als normalgewichtige Personen. Übergewichtige haben eine stoffwechselbedingte Neigung, Körperfett zu speichern. Ihr Problem ist nicht Esssucht, sondern der Stoffwechsel. Bei fast allen übergewichtigen Menschen liegt eine Kohlenhydratempfindlichkeit vor – das heißt, dass sie die Kohlenhydrate, die sie essen, einfach in Körperfett umwandeln.

Eine normalgewichtige Person kann 200 oder 300 Gramm Kohlenhydrate am Tag essen, ohne dass dies nennenswerten Einfluss auf das Körpergewicht hat. Ein „kohlenhydratempfindlicher“ Mensch, der die gleiche Menge an Kalorien verzehrt, kann demgegenüber zunehmen, obwohl er weniger als 100 Gramm Kohlenhydrate isst. Bei einem kohlenhydratempfindlichen Menschen ist der Stoffwechsel darauf programmiert, Kohlenhydrate als Körperfett zu speichern. Eine kalorienarme Ernährung, die sich auf Kohlenhydrate stützt, wird auf lange Sicht nicht zum Erfolg führen. Um bei einer solchen Ernährung abzunehmen, müssten die Kalorien auf eine unhaltbar geringe Menge beschränkt werden. Hunger und Mangelernährung würden schließlich die Oberhand gewinnen, sodass man am Ende die Einschränkungen lockern und wieder das an Gewicht zunehmen würde, was man mühsam abgenommen hatte.

Kohlenhydratempfindlichkeit wird zum Teil durch einen Defekt in der Blutzuckerregulation verursacht. Die Zellen sprechen nicht mehr auf die Wirkung von Insulin an oder werden resistent, sodass es für die Glukose schwierig ist, in die Zellen zu gelangen. Dies wird als Insulinresistenz bezeichnet. Insulinresistenz ist das Hauptmerkmal von Typ-2-Diabetes – der häufigsten Form von Diabetes. Durch die Insulinresistenz ist der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern höher als normal.

Der Blutglukosespiegel kann durch Analyse einer Blutprobe gemessen werden. Da Essen den Glukosespiegel drastisch beeinflussen kann, werden die Blutproben bei nüchternem Magen genommen, also so, dass die betreffende Person seit mindestens 8 Stunden nichts gegessen hat. Wenn Sie Nichtdiabetiker sind und dem Durchschnitt entsprechen, enthält Ihr Blut, wenn Sie morgens aufwachen, zwischen 65 und 100 mg/dl (3,6 bis 5,5 mmol/l) Glukose. Dies wird als die Nüchtern-Blutglukosekonzentration bezeichnet. Im Idealfall liegt der Nüchtern-Blutzuckerspiegel zwischen 75 und 90 mg/dl (4,2 bis 5,0 mmol/l).

Wenn Sie nicht essen und Ihre Zellen dem Blut weiterhin Glukose entziehen, sinkt Ihr Glukosespiegel allmählich. Bei den meisten Menschen stellt sich ein Hungergefühl ein, wenn der Blutglukosespiegel sich auf das untere Ende der normalen Bandbreite zubewegt. Die natürliche Reaktion auf dieses Gefühl ist, etwas zu essen, sodass sich der Blutzucker wieder erhöht. Normalerweise sollte Ihr Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit nicht mehr als bis auf 139 mg/dl (7,7 mmol/l) steigen. Dies wird als postprandialer Blutzuckerwert bezeichnet. Erhöhte Nüchtern- und postprandiale Blutzuckerwerte weisen auf eine Insulinresistenz hin.

Diabetes wird offiziell diagnostiziert, wenn der Nüchtern-Blutzuckerwert bei 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder darüber liegt. Dies ist bei einer schweren Insulinresistenz der Fall. Liegen die Nüchtern-Blutzuckerwerte zwischen 101 und 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l), wird davon ausgegangen, dass diese Personen sich in der Frühphase von Diabetes befinden, oft als „Prädiabetes“ bezeichnet. Nüchtern-Blutzuckerwerte von mehr als 90 mg/dl (5,0 mmol/l) weisen auf die Anfangsphasen einer Insulinresistenz hin. Erhöht sich die Insulinresistenz, steigt auch der Blutzuckerspiegel. Je höher der Blutzucker, desto größer die Insulinresistenz.

Insulinresistenz liegt normalerweise bei jedem vor, der einen Nüchtern-Blutzuckerwert über 90 mg/dl (5,0 mmol/l) hat. Auch wenn Werte bis zu 100 mg/dl (5,5 mmol/l) im Allgemeinen als normal gelten, werden sie doch nur so angesehen, weil so viele Menschen in diese Kategorie fallen. Für einen gesunden Menschen sind sie nicht „normal“. Eine Insulinresistenz zu haben, selbst wenn sie relativ schwach ausgeprägt ist, verursacht Kohlenhydratempfindlichkeit. Wann immer der Blutglukosespiegel erhöht ist, ist auch der Insulinspiegel erhöht, sofern nicht die Bauchspeicheldrüse ihre Fähigkeit verloren hat, normale Mengen Insulin zu produzieren.

Vergessen Sie nicht, Insulin ist ein Fettspeicherhormon, und wenn es erhöht ist, bewirkt es, dass Fett produziert und gespeichert wird. Bei insulinresistenten Personen (also bei denjenigen, die einen Nüchtern-Blutglukosespiegel von mehr als 90 mg/dl oder 5,0 mmol/l haben) ist der Insulinspiegel 24 Stunden am Tag erhöht und fördert die Fettspeicherung bei jeder Gelegenheit. Ein übergewichtiger Diabetiker produziert zwei bis drei Mal mehr Insulin als ein schlanker Nichtdiabetiker. Wann immer Kohlenhydrate konsumiert werden, versucht der Körper, sie als Fett zu speichern, egal, wie viel oder wie wenig wir essen. Bei diesen Personen funktioniert eine kalorienarme Ernährungsweise oder Diät, die sich auf Kohlenhydrate stützt, und insbesondere eine fettarme Ernährung nicht.

Das Syndrom „Leerer Magen“

Eine Konsequenz, die sich aus dem Verzehr kohlenhydratreicher Mahlzeiten ergibt, insbesondere jener, die reich an einfachen und raffinierten Kohlenhydraten sind, ist ein Zustand, den ich als das „Leerer-Magen-Syndrom“ bezeichne (durch Kohlenhydrate induzierter Hunger). Bezeichnend für dieses Syndrom „Leerer Magen“ sind häufige und längere Hungerphasen, die durch den Verzehr kohlenhydratreicher Nahrungsmittel hervorgerufen werden.

Hunger ist die treibende Kraft, die uns veranlasst, etwas zu essen oder auch übermäßig viel zu essen. Wenn man einen leeren Magen hat, fühlt man sich miserabel und möchte einfach etwas essen. Wenn es nichts gibt, was uns zwingt, nichts zu essen, neigen wir dazu, den ganzen Tag über irgendetwas zu naschen und zu knabbern, neben den regulären Mahlzeiten. Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel stillen den Hunger nicht, sie rufen Hunger hervor. Sie mögen uns vorübergehend das Gefühl geben, den Hunger gestillt zu haben; dieser kehrt jedoch schnell zurück und nagt ständig an uns. Wenn wir Kohlenhydrate ohne ausreichendes Fett und Eiweiß essen, werden wir immer hungrig sein.

Wenn wir Kohlenhydrate essen, werden die Verbindungen zwischen den Zuckermolekülen von Verdauungsenzymen aufgespalten. Die einzelnen Zucker werden freigesetzt. Diese Zucker werden dann in die Blutbahn transportiert. Die Glukose wird von unseren Zellen aufgenommen und als Brennstoff verwendet. Andere Zucker wie Fruktose und Laktose werden von der Leber aufgenommen und in Glukose umgewandelt. Alle Zuckermoleküle werden schließlich in Glukose oder Fettsäuren (Fett) umgewandelt.

Einfache Kohlenhydrate bestehen nur aus ein oder zwei Zuckermolekülen. Sie werden sofort in die Blutbahn aufgenommen. Stärken und andere komplexe Kohlenhydrate brauchen etwas länger, um in einzelne Zucker aufgespalten zu werden. Kleine Stärkekörner, die nur etwa 100 Zuckermoleküle enthalten, werden schneller verdaut als größere, die vielleicht 1 000 oder mehr enthalten. Je „komplexer“ die Kohlenhydrate, desto länger braucht der Körper, um sie in Zucker umzuwandeln. Nahrungsmittel in ihrer natürlichen Form (wie Vollkornweizen) bestehen zu einem höheren prozentualen Anteil aus großen komplexen Kohlenhydraten. Verarbeitete Produkte wie Weißbrot sind weniger komplex und werden schnell verdaut.

Wenn wir kohlenhydratreiche Produkte essen, werden diese sehr schnell verdaut, sie „wandern“ innerhalb kurzer Zeit durch den Magen. Sobald der Magen leer wird, stellt sich schnell wieder ein Hungergefühl ein. Deshalb werden Sie oft bereits nach 1 oder 2 Stunden wieder Hunger haben, wenn Sie eine kohlenhydratreiche, fettarme und proteinarme Mahlzeit zu sich genommen haben.

Die Wirkung, die kohlenhydratreiche Nahrungsmittel auf den Blutzuckerspiegel haben, macht alles noch schlimmer. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit, insbesondere dann, wenn diese reich an raffinierten Körnern und Zucker war, schnellt der Blutzuckerspiegel in die Höhe. Da ein hoher Blutzuckerspiegel gefährlich sein kann, reagiert die Bauchspeicheldrüse, indem sie („wie verrückt“) so schnell wie möglich Insulin freisetzt. Der Blutinsulinspiegel steigt rapide an. Da das Insulin in die Blutbahn gepumpt wird, wird die Glukose schnell in die Zellen transportiert. In kurzer Zeit ist der Blutinsulinspiegel extrem hoch und der Glukosespiegel abnormal niedrig. Ein niedriger Glukosespiegel signalisiert dem Gehirn, dass mehr Glukose benötigt wird, und so wird ein Hungergefühl ausgelöst, um uns zu signalisieren, dass wir etwas essen sollten, um den Glukosespiegel zu erhöhen. Ein leerer Magen in der Kombination mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel beschwört quälende Hungergefühle herauf. In der Regel gibt es drei alternative Reaktionen darauf:

• Sie bleiben hart und leiden bis zur nächsten Mahlzeit, bei der Sie dann so hungrig sind, dass Sie übermäßig viel essen.

• Sie geben nach und essen eine kleine Zwischenmahlzeit.

• Sie leiden so lange wie möglich, um dann doch einen kleinen Snack zu essen und sich bei der nächsten Mahlzeit dennoch zu überessen.

Jede dieser Optionen sabotiert Ihre Bemühungen, Gewicht abzubauen.

Fett und Eiweiß werden wesentlich langsamer verdaut, sodass der Magen länger voller bleibt. Sie rufen auch nicht die schnelle Insulinreaktion hervor, die zu dem dramatisch hohen und dann wieder niedrigen Insulinspiegel führt, der durch Kohlenhydrate verursacht wird. Infolgedessen wird dem Hunger für längere Zeit vorgebeugt, ohne dass die Versuchung aufkommt, zwischendurch etwas zu essen oder Gefahr zu laufen, bis zur nächsten Mahlzeit so ausgehungert zu sein, dass Sie übermäßig viel essen. Am Ende des Tages haben Sie schließlich insgesamt weniger Kalorien zu sich genommen, als wenn Sie Kohlenhydrate gegessen hätten. Wenn Sie Fett anstelle von Kohlenhydraten essen, können Sie sich satt fühlen und werden weniger Kalorien zu sich nehmen. Da wir konditioniert worden sind, davor zurückzuscheuen, Fett zu essen, ist es wichtig, immer wieder zu betonen:

Fett macht nicht dick – Kohlenhydrate machen dick!

Unsere Liebe zu Kohlenhydraten

Kohlenhydrate schmecken gut, insbesondere in Form von Zucker. Das ist ein Problem: Schmeckten sie nicht so gut, dann würden sie nicht allenthalben gegessen und wir hätten keine Fettleibigkeitsepidemie.

Wir lieben einfach den Geschmack von Zucker. So muss es wohl sein, denn wir essen am Tag im Durchschnitt mehr als 50 Teelöffel davon. Manche unserer Lieblingsnahrungsmittel sind reich an einfachen, raffinierten Kohlenhydraten – Süßigkeiten, Kuchen, Kekse, Chips, Desserts, Eiscreme, Schokolade, süße Brote – die Liste ließe sich lange fortführen. Diese Produkte sind verlockend, sobald man einen Bissen genommen hat, verlangt man nach mehr, und bevor man sich versieht, hat man die ganze Schachtel oder Tüte aufgegessen – egal, ob man vorher hungrig war oder nicht. Insbesondere Süßigkeiten haben diese Wirkung. Sie wissen sicher, wovon ich rede: Sie essen ein kleines Stück Schokolade – und sofort wollen Sie mehr. Es ist wie eine Kraft, die einen übermannt, die Kontrolle übernimmt und nicht weichen will, bis man mindestens 1 000 Kalorien davon hinuntergeschlungen hat. Der angenehme Geschmack von Kohlenhydraten verführt uns dazu, übermäßig viel zu essen, und führt damit zur Gewichtszunahme.

Proteinreiche und fetthaltige Produkte haben demgegenüber nicht diese hypnotisierende Kraft. Wenngleich auch sie grandios schmecken können, werden wir nicht dazu verleitet, ständig davon zu essen und immer weiter zu essen, auch dann, wenn der gesunde Menschenverstand uns sagt, wir sollten aufhören. Wir behalten die Kontrolle und halten das in Grenzen, was wir essen.

Um den Sorgen und Anliegen gewichtsbewusster Kunden Rechnung zu tragen, haben Hersteller eine Vielzahl abnormer „Lebensmittel“ mit kalorienarmen und kalorienfreien Zuckeraustauschstoffen entwickelt. Dadurch können die Kunden die gleiche Befriedigung mit weniger Kalorien erhalten. Trotz der Unmengen an kalorienarmen Produkten, die inzwischen erhältlich sind, wurden unsere Taillen nicht einen Zentimeter schmaler, sondern sogar breiter. Ebenso wenig ist die Kalorienzufuhr zurückgegangen. Tatsache ist, dass wir heute pro Tag 600 Kalorien mehr konsumieren als im Jahr 1970.

Kalorienreduzierte Nahrungsmittel sind heute süßer und leckerer denn je und verleiten uns dazu, übermäßig viel davon zu essen. Schlimmer noch: Da diese Produkte weniger Kalorien haben, neigen viele dazu, erst recht mehr davon zu essen, in der Annahme, sie würden damit keinen Schaden anrichten. So nehmen sie am Ende mehr Kalorien zu sich, als wenn sie die Produktversionen essen würden, die nicht kalorienreduziert sind.

Es löst das Problem nicht, Zucker mithilfe von Zuckeraustauschstoffen zu meiden. Das scheint im Gegenteil alles nur noch schlimmer gemacht zu haben. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass kalorienfreie Süßstoffe, die als Mittel verwendet werden, um Gewicht zu reduzieren, in Wirklichkeit größere Gewichtszunahme verursacht haben! Bei einer Untersuchung des University of Texas Health Science Center etwa wurde 2005 festgestellt, dass Personen, die Diätgetränke konsumieren, mehr zunehmen als diejenigen, die die Getränkeversionen mit dem vollen Zuckeranteil konsumieren. Die Studie ergab, dass jede Dose Diätlimonade, die pro Tag konsumiert wurde, einherging mit einem um 41 Prozent erhöhten Risiko, übergewichtig zu werden.

In einer Reihe von Experimenten an der Purdue University verglichen die Forscher die Auswirkungen von Lebensmitteln, die entweder kalorienfreies Saccharin oder regulären Zucker enthielten. Versuchstiere, die über einen Zeitraum von zwei Wochen mit künstlich gesüßtem Joghurt gefüttert wurden, konsumierten mehr Kalorien und nahmen mehr zu als Tiere, die Joghurt fraßen, der mit Zucker gesüßt war.1 Diese Studie war eine Fortsetzung der Arbeit der Purdue-Gruppe, die sie vier Jahre vorher begonnen hatte, als sie berichtete, dass Tiere, die mit Saccharin gesüßte Flüssigkeiten und Snacks konsumierten, dazu neigten, mehr zu essen als die Tiere, die mit kalorienreichen und mit Zucker gesüßten Lebensmitteln gefüttert wurden.

Nach der Theorie der Forscher wird die normale physiologische Reaktion der Ratten auf Kalorien im Allgemeinen außer Kraft gesetzt, wenn auf den süßen Geschmack des künstlichen Süßstoffs nicht die erwartete Anzahl an Kalorien folgt. Ähnlich wie die Pawlow‘schen Hunde, denen antrainiert wurde, mit Speichelfluss zu reagieren, wenn eine Glocke ertönte, sind Tier und Mensch darauf programmiert, jede Menge Kalorien zu erwarten, wenn sie etwas Süßes schmecken – denn in der Natur sind süße Nahrungsmittel normalerweise voller Kalorien. Infolgedessen fühlen sie sich veranlasst, mehr zu essen, um die vermeintlich fehlenden Kalorien auszugleichen. Dies mag auch erklären, warum Menschen, die eine Diät machen, oft meinen, nachdem sie etwas Zuckerfreies gegessen haben, sie müssten das kompensieren, indem sie sich genüsslich anderen, kalorienreichen Nahrungsmitteln hingeben.

Künstliche Süßstoffe bewirken nicht nur, dass das Gehirn nach Kalorien und Kohlenhydraten verlangt (was uns dazu verleitet, mehr zu essen) – sie haben vielmehr auch einen physiologischen Effekt. Selbst wenn die Gesamtkalorienzufuhr konstant gehalten würde, sodass keine zusätzlichen Produkte gegessen werden könnten, würden diejenigen, die Lebensmittel essen, die Zuckeraustauschstoffe enthalten, immer noch mehr zunehmen. Studien haben nämlich festgestellt, dass Lebensmittel, die kalorienarme Zuckeraustauschstoffe enthalten, in die grundlegenden homöostatischen Prozesse des Körpers eingreifen und diese stören.

Wenn wir uns beispielsweise hinsetzen und anfangen, ein Gericht zu essen, erwartet der Körper einen Zustrom an Kalorien und bereitet das Verdauungssystem sofort darauf vor, dass es diese bewältigen muss, indem der Stoffwechsel auf Touren gebracht wird. Der Stoffwechsel wird noch einige Stunden nach dem Essen gesteigert bleiben, wenn es verdaut wird. Diese Erhöhung des Stoffwechsels kann anhand der Erhöhung der Körpertemperatur gemessen werden.

Das Gleiche geschieht bei Tieren. An der Purdue University haben Forscher gezeigt, dass Ratten, die mit Zucker gefüttert wurden, wie erwartet bei der Mahlzeit eine leicht erhöhte Kernkörpertemperatur aufwiesen, was dem erhöhten Stoffwechsel in Erwartung der bevorstehenden Verarbeitung der zugeführten Kalorien entsprach. Bei Tieren, die künstlich gesüßte Nahrungsmittel erhielten, zeigte sich demgegenüber kein derartiger Anstieg der Körpertemperatur.2, 3 Bei diesen Tieren war eine andere antizipatorische Reaktion zu verzeichnen: Sie erwarteten nicht, so viele Kalorien zu bekommen. Das Ergebnis war ein trägerer Stoffwechsel, der die zugeführten überschüssigen Kalorien speicherte, statt sie zu verbrennen. Viele übergewichtige Menschen haben ohnehin bereits Probleme mit einem trägen Stoffwechsel; sie sollten das Problem nicht noch verschärfen, indem sie künstliche Süßstoffe konsumieren. Es spielt keine Rolle, welche Art von kalorienfreiem Süßstoff verwendet wird – Saccharin, Aspartam oder Xylitol: Die Auswirkungen werden immer die gleichen sein.

Diese Studien helfen zu erklären, warum wir trotz der enormen Beliebtheit kalorienarmer Nahrungsmittel und Getränke mehr wiegen als je zuvor.

Zuckersucht

Weißer raffinierter Zucker ist eigentlich kein Nahrungsmittel, er wirkt vielmehr wie eine Droge. Es ist reine Chemie, die aus pflanzlichen Quellen extrahiert wurde und in vieler Hinsicht dem Kokain ähnelt. Kokain wird aus den Blättern der Kokapflanze extrahiert, raffiniert und gereinigt. Ähnlich wird Zucker aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr extrahiert, raffiniert und gereinigt. Wie bei Kokain erhält man am Ende ein gereinigtes kristallines Pulver (Saccharose) mit hohem Suchtpotenzial.

Sucht bedeutet mehr, als nur eine Vorliebe für etwas zu haben, weil man den Geschmack mag. Suchtverhalten kann als ständiges zwanghaftes Konsumieren einer Substanz definiert werden, deren Absetzen psychische und physische Angstzustände hervorruft. Zuckersucht passt zu dieser Definition. Zucker kann genauso abhängig machen wie Kokain – und sogar noch mehr. Dies mag wie eine Übertreibung klingen, weil jemand aufhören kann, Zucker zu essen, ohne unter schweren physischen Entzugserscheinungen zu leiden, wie sie allgemein mit Kokainabhängigkeit assoziiert werden. Dennoch kann Zuckersucht zu Abhängigkeit, zu gravierenden Angstzuständen und bei Entzug sogar zu physischen Symptomen führen.

Eine von französischen Forschern veröffentlichte Studie zeigte, wie sehr Zucker süchtig machen kann. Sie stellten fest, dass Ratten, vor die Wahl zwischen Zucker und Kokain gestellt, zu 94 Prozent den Zucker wählten. Wenn sie Zugang zu beiden Substanzen hatten, zeigte sich, dass ihr Verlangen nach Zucker stärker war als das Verlangen nach Kokain. Selbst Ratten, die bereits süchtig nach Kokain waren, wechselten schnell ihre Vorliebe und stiegen auf Zucker um, sobald sie die Wahl hatten. Darüber hinaus waren die Ratten auch eher bereit, für Zucker zu arbeiten und sich anzustrengen, als für Kokain.4

Des Weiteren stellten die Forscher fest, dass zwischen Zucker und Sucht erzeugenden Drogen Überkreuz-Toleranz und Überkreuz-Abhängigkeit bestanden. So entwickelten beispielsweise Tiere, die eine lange „Geschichte“ mit Zuckerkonsum hatten, eine Toleranz (Unempfindlichkeit) gegenüber den schmerzstillenden Wirkungen von Morphium.

Eine Studie der Yale University ergab, dass Zuckersucht und Drogensucht zu ähnlichen Aktivitäten im Gehirn führen. Versuchspersonen füllten – um ihre Sucht nach bestimmten Nahrungsmitteln zu erfassen – einen Fragebogen aus, der auf der Grundlage der Kriterien erstellt worden war, die zum Feststellen von Drogenabhängigkeit festgelegt worden waren. Der Fragebogen enthielt Aussagen wie diese: „Ich beobachte, wenn ich anfange, bestimmte Lebensmittel zu essen, dass ich am Ende wesentlich mehr als geplant esse.“ Die Teilnehmer gaben an, wie sehr die jeweilige Aussage ihren eigenen Erfahrungen entsprach.

Mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT), eines bildgebenden Verfahrens zur Untersuchung des Gehirns, untersuchten die Forscher die Gehirnaktivitäten, wenn die Versuchspersonen einen Schoko-Milchshake sahen und dann tranken. Sie stellten fest, dass das Gehirn der Versuchspersonen, bei denen auf der Skala der „Lebensmittelsucht“ ein höherer Wert gemessen worden war, Aktivitäten zeigte, die mit denen vergleichbar waren, die bei Drogenabhängigen zu beobachten sind, mit verstärkten Aktivitäten in den Hirnregionen, die für Sucht und starkes Verlangen verantwortlich sind, und weniger Aktivitäten in den Regionen, die ein starkes Verlangen drosseln.5

Wie bei Drogenabhängigkeit kann eine plötzliche radikale Beschneidung des gesamten Zucker- und Kohlenhydratkonsums zu Entzugserscheinungen führen. Zu den Symptomen können ein starkes Verlangen nach Kohlenhydraten, Kopfschmerzen, Benommenheit, Reizbarkeit, irrationale Verhaltensweisen, die Unfähigkeit, klar zu denken, und ein allgemeines Gefühl von Anspannung oder Stress gehören.

Fast ausnahmslos alle, die übergewichtig oder fettleibig sind, haben eine Sucht nach Kohlenhydraten. Der übermäßige Verzehr von Kohlenhydraten ist der Hauptfaktor, der zu ihrem Gewichtsproblem beiträgt. Und gesüßte kohlenhydratarme Produkte zu essen wird ihnen nicht helfen. Kalorienfreie oder kalorienarme Süßstoffe verhelfen also nicht zur Gewichtsreduktion oder zum Überwinden der Zuckersucht.

Wenn Sie sich bemühen, Gewicht abzubauen, sind Zuckeraustauschstoffe Ihre „Feinde“. Sie geben Ihnen ein falsches Gefühl der Sicherheit, während gleichzeitig weiter Öl ins Feuer der Zuckersucht gegossen wird. Die Studien, die gezeigt haben, dass Zucker süchtiger macht als Kokain, haben auch belegt, dass kalorienfreie Süßstoffe nicht weniger süchtig, sondern genauso süchtig machen.4 Der Griff zu den Zuckeraustauschstoffen hält die Zuckersucht und die schlechten Gewohnheiten weiter lebendig.

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