Kitabı oku: «Der geistige Weg zum Überleben»
Das Buch
Dies ist das Buch für alle, die mehr vom Leben verlangen.
Für alle, die fühlen, dass der Sinn des Lebens sich nicht darauf beschränken kann, die Taschen voll Geld zu stopfen und sich »durchzuwursteln«. Für alle, denen oberflächliche Vergnügungen und Ablenkungen nichts geben. Für alle, die weiter suchen und fragen ...
Haben auch Sie herausgefunden, dass unser Verstand mehr Fragen offen lässt, als er löst? Haben auch Sie schon manches versucht, um über das rein körperliche materielle Dasein hinauszugelangen? Und nichts hat Sie ganz überzeugt? Sind Sie auf der Suche nach der Lebensform, die aus allem das Wertvollste herauszieht?
Dann halten Sie das richtige Buch in Händen! Es weist Ihnen den Weg durch all diese Unsicherheiten - den »geistigen Weg zum Überleben«.
Brunhild Börner-Kray ist ein Werk gelungen, das alle Wege unseres »geistigen Zeitalters« prüft und zu einem überzeugenden Ganzen vereint. Das ist ein kostbares Geschenk für alle, die zu innerer Freiheit, Wahrheit und zu einem glücklichen, sinnerfüllten Leben finden wollen.
Das ist der Weg, den Sie suchen! Tun Sie den ersten Schritt. Und Sie werden wissen, dass es der richtige ist!
Die Autorin
Brunhild Börner-Kray wuchs in einem harmonischen Elternhaus in freier Natur auf. Die Liebe zur Natur und den Tieren prägten ihr Leben in der Jugend. Später war es die fernöstliche Philosophie, die sie fesselte, vor allem der geistige Yogaweg. Zwanzig Jahre lehrte sie Hatha Yoga mit den geistigen Aspekten. Nach dem Berufsleben widmete sie sich ganz dem spirituellen Weg und der Schriftstellerei.
Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch / Die Autorin
Titel
Inhaltsverzeichnis
Eine Danksagung
Band 1
Der geistige Weg - Einführung
Seele, Bewusstsein, Unsterblichkeit
Wir sind ewiges, unsterbliches Bewusstsein
Die Wandlung, die wir Tod nennen
Wassermann-Zeitalter
Arbeit am Ego
Die fünf Kosmischen Gesetze
Reinkarnation und Karma
Vererbung im Lichte des Gesetzes der Wiederverkörperung
Mensch und Kosmos
Höheres Wissen
Die Chakren, unsere feinstofflichen Energie-Zentren
Unsere drei Körper und ihre Welten
Über Gesundheit und Krankheit
Vollkommenheit anstreben
Das Leben ordnen
Der Pfad des Schülers
Kosmische Energie
Atome, Bausteine des Lebens
Schwingung ist die Melodie des Universums
Wie kommt man zur Beherrschung der Lebensgesetze
Elektronen-Energie - Gott-Energie
Schüler und Meister
Arbeit am Selbst ist ein Dienst am Nächsten
Von den Ebenen des Verstehens
Akasha-Chronik
Vom Begehren und Wünschen
Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit macht euch frei
Die Bedeutung der Zweipoligkeit
Wie kommt eine visionäre Schau zustande
Was ist ein Mantra und was bewirkt es?
Das Evangelium der Liebe
Lieben, geben, verzeihen
Das Gesetz des Schutzes
Eine kleine Meditationsübung
Band 2
Danksagung
Das Licht Gottes in uns
Wo unsere Aufmerksamkeit ist, dahin fließt unsere Lebensenergie
Vom Wirken der Meister und dem Kontakt mit ihnen
Verständigung mittels Gedankenkraft
Wachsamkeit und Achtsamkeit, das höchste Gebot
Die Bedeutung von Ich bin
Ich bin die Auferstehung und das Leben
Wegweisung
Der Weg nach innen durch Gelassenheit und Ruhe
Präzipitation
Benutzung der Gotteskraft
Was ist Leben
Der Geist Gottes ist in uns
Dein Meister in dir
Ego
Gibt es einen Teufel?
Über Freiheit und Willensfreiheit
Wie können die Sinne verfeinert werden?
Neugier
Einfluss von Genussmitteln und Fleisch auf den feinstofflichen Bereich
Das Hohelied der Freundschaft
Der neue Mensch
Über die Liebe
Das Gesetz der göttlichen Ordnung
Der physische Tod das Tor zum Leben
Der Lebensstab und sein Mysterium
Deine Einweihungsstätte ist die Welt, dein Guru ist das Leben
Verständigung mittels Gedanken durch Vermehrung des inneren Lichtes
Liebe, der Weg in die Freiheit
Atmung
Morgenübung 1
Morgenübung 2
Übung am Abend
Meditationsübung
Meditationen für jeden Tag
Erkenntnisse
Gebete
Allumfassendes Gebet
Impressum
Brunhild Börner-Kray
Der geistige Weg
zum Überleben

Eine Danksagung
an die Geistige Welt, die mir in Stunden der Stille spürbar nahe war, die mich mit Geduld und Liebe belehrte, deren Inspirationen ich niederschreiben durfte.
Gern komme ich der Aufforderung nach, diese schriftlich herauszugeben, damit viele Lichtschüler einen geistigen Nutzen daraus ziehen können.
Band 1
Der geistige Weg - Einführung
Was ist der geistige Weg? Wenn wir an geistigen Fortschritt, an geistige Entwicklung denken, so meinen wir damit nicht den Intellekt, denn Geist und Intellekt sind zwei grundverschiedene Dinge. Der Intellekt ist ein Aspekt unserer physischen Wesenheit, der Geist gehört in den Bereich des Seelischen. Er ist das bindende Glied zwischen Körper und Seele. Mit dem Intellekt meistern wir die physische Welt. Wir brauchen ihn für den Beruf, für den Alltag, eben, um in dieser Welt, die in Erscheinung getreten ist, bestehen zu können.
Die geistige Entwicklung ist jene, die die Qualität unserer Seele veredelt und verfeinert. Durch sie tritt in Erscheinung und wird wirksam und offenkundig, was den wahren Menschen ausmacht. Wie es die menschlichen Gesetze gibt, nach denen sich das Leben ausrichten soll, so gibt es auch die geistigen Gesetze. Aber da die von Menschen gemachten unvollkommen sind, werden sie oft aufgehoben und durch andere ersetzt, während die geistig-kosmischen ewig gültig sind; denn alles in der Schöpfung vollzieht sich nach ihnen. Die Kenntnis dieser Gesetze hilft uns, den geistigen Weg leichter zu gehen. Kennen wir sie nicht, oder erkennen wir sie nicht an, werden wir durch ihre Übertretung aus Unwissenheit nie zur inneren Freiheit, zur Wahrheit und zu einem zufriedenen und glücklichen Leben finden.
Wenn ein Kind von den Eltern nicht behütet und auf die Gefahren des Lebens aufmerksam gemacht wird, wird es oft und oft schmerzliche Erfahrungen machen, bis es aus diesen die gesetzmäßige Wirkung erkennt, z. B., dass ein Ofen, in dem Feuer brennt, heiß ist und man besser daran tut, ihn nicht zu berühren. Ebenso ergeht es uns auf dem geistigen Weg, den jeder irgendwann beschreiten muss. Denn wir alle sind nicht nur der Körper, der einst vergehen wird, sondern eine lebendige Seele von ewigem Bestand.
Die geistigen Gesetze kennenzulernen, nach denen sich die wahre Wirklichkeit unserer Existenz ausrichtet, ist das Wichtigste, was wir zu lernen haben. An sich wäre es Aufgabe der Kirchen, diese Lehren für alle verständlich zu verbreiten und nicht etwa die einer Staatsführung. Leider haben aber die Religionen weitgehend durch dogmatische und wissenschaftliche Auslegungen eine intellektuelle Richtung eingeschlagen und können dadurch der Menschheit nicht mehr die Hilfe geben, die sie braucht, um ohne Angst zu leben und einmal getrost die Grenze vom Diesseits zum Jenseits zu überschreiten. Die Kirchen haben sich zu Institutionen entwickelt, die sich auch vom Materialismus einfangen ließen und Reichtümer sammelten, von denen Christus gesagt hatte, dass man sich davon lösen und nicht danach trachten solle.
So irren die meisten Menschen unmündig umher und suchen nach etwas, was die Sehnsucht ihrer Seele stillen kann, die sich wund gestoßen hat an den Schwierigkeiten des inneren und äußeren Lebens.
Wenn wir Christus glauben können, der uns so viel versprach, dann muss es auch Wege und Mittel geben, die Wahrheit seiner Worte offenkundig zu machen, indem wir danach leben. Ich meine den Christus,den Meister, wie ihn seine Jünger nannten, der heilend und lehrend durch die Lande zog, der kein Dogma verkündete, von keinem grausamen Gott sprach, sondern von einem liebenden Vater. Genau so gut hätte ich manchen anderen Lehrer der Menschheit nennen können, der dasselbe tat, gleiches lehrte, der den Menschen einen Weg wies und die geistigen Gesetze verkündete.
Wir begehen einen großen Fehler, wenn wir als Suchende und Fragende nicht offen sind. Vielleicht bekämen wir gerade in einem Augenblick Antwort auf eine Frage, die in unserer Seele brennt, wenn unsere geistigen Ohren geöffnet wären. Unser Suchen sollte außerdem frei von einer vorgefassten Meinung sein, frei von einer bestimmten Vorstellung, denn wir wissen nicht, ob diese unsere Meinung und Vorstellung der Wahrheit nahe kommt. Ist dieses nicht der Fall, müssen wir sie ändern. Sind wir nicht frei von einer Vorstellung, werden wir unweigerlich enttäuscht, weil jene absolute Wahrheit, nach der wir suchen, anders ist als die, die wir bislang kannten, die für uns Gültigkeit hatte in Ermangelung höheren Wissens. Unsere bisherigen Anschauungen haben uns anscheinend nicht glücklich gemacht und befriedigt, sonst hätten wir nicht so viele Fragen, und in uns wäre nicht das unbeschreibliche Sehnen nach innerem Frieden, das uns nicht zur Ruhe kommen lässt.
Es ist eine Gesetzmäßigkeit, dass jeder, der ehrlich und aufrichtig sucht, irgendwann Antwort bekommt. Manchmal kann es lange dauern, aber das unablässige Bemühen wird ihn dorthin führen, wo er findet, was er sucht, wenn er reif für ein höheres Wissen geworden ist und sein Intellekt ihm diesen Weg nicht verbaut. Ein geistig Suchender ist mit einem Forscher zu vergleichen, der auf seinem Wege mit Schwierigkeiten, Hindernissen und Überraschungen rechnen muss, die ihn zu Ergebnissen kommen lassen, die sein bisheriges Denkgebäude zu Fall bringen; und er muss auch damit rechnen, dass er Dinge erfährt, die ihm bislang fremd waren und ihn zunächst beunruhigen.
Gerade in der heutigen Zeit, der Zeit geistigen Durchbruchs und Umbruchs, sind wir von Sehnsucht nach Höherem erfüllt, teils bewusst, teils unbewusst. Die versklavte Seele will sich aus der Gefangenschaft der Materie erheben. Wenn diese große Sehnsucht gestillt werden soll, müssen wir uns mit einem Wissen auseinandersetzen, das unser bisheriges vorgeformtes Denken in neue Bereiche erhebt.
Unsere wissenschaftlich betonte Zeit, die alles analysieren, zerpflücken, sichtbar und messbar machen will, ist sehr geneigt, den Intellekt des Menschen zur Höchstleistung zu bringen, was ihn von seiner inneren Entwicklung wegführen kann. In mancher Beziehung ist der wissenschaftliche Fortschritt natürlich auch ein geistiger, soweit die Bestrebungen den Bereichen der Menschlichkeit, der Ethik, der Würde des Menschen und seiner inneren Entwicklung dienen. Die heutige Schulwissenschaft, die nur nach außen gerichtet ist, kann den Menschen als Ganzheit von Körper, Seele und Geist weder voll befriedigen noch weiterführen. Es gibt jedoch auch Strömungen, die versuchen, den „inneren Bereich" zu erfahren. Hier geht es um noch verhältnismäßig junge wissenschaftliche Zweige, von der Geisteswissenschaft abgesehen, die sich mit viel Geduld unter oft großen und groben Anfechtungen einen Weg bahnen muss, weil man sie nicht anerkennen will, weil ihre Ergebnisse nicht in die Schablone bisherigen Denkens passen. Die Geisteswissenschaft wurde immer als ein Außenseiter betrachtet, aber allmählich beginnt man, sie ernst zu nehmen. Ich erwähne noch die Parapsychologie, eine sehr junge Wissenschaft, für die es immerhin in Freiburg schon einen Lehrstuhl gibt. Vielleicht sind auch inzwischen schon mehrere eingerichtet worden.
Außerdem wäre noch die Metaphysik zu erwähnen. Diese beiden bemühen sich, Licht in die inneren Bereiche des geistigen Menschen zu bringen, die für die Allgemeinheit noch im Dunkeln liegen.
Um noch einmal auf die Sehnsucht nach geistiger Entwicklung zurückzukommen, möchte ich allen dringend ans Herz legen, sich den Weg, auf dem sie heute vielleicht den 1. Schritt getan haben, nicht zu verbauen, was sehr leicht geschehen kann, indem sie sich von bisherigen, vielleicht falschen Vorstellungen nicht lösen können und wollen. Gerade unsere Begrenzung und Unwissenheit ruft ja den Wunsch und die Sehnsucht nach innerem Licht, nach innerer Freiheit in uns wach. Entweder nehmen wir neues Wissensgut an, weil wir von innen her fühlen, dass es Wahrheiten sind, die Licht in unsere Existenz bringen, die uns auch Antwort auf die Fragen „Wer bin ich?, Woher komme ich?" und „Wohin gehe ich?" geben, oder aber wir können es nicht annehmen, weil unser Bewusstsein noch nicht aufnahmefähig dafür ist. Wenn wir uns geduldig und ehrlich bemühen, werden wir eines Tages auch höhere Wahrheiten verstehen.
Eine Ameise sieht nur ihren kleinen Bereich, von dem sie annimmt, er sei alles, was es gibt. Würden wir ihr sagen können, dass die Welt so und so groß sei, dass es riesige Kontinente und große Meere und einen unendlichen Sternenhimmel darüber gäbe, würde sie es nicht glauben, weil es über ihr Fassungsvermögen hinausgeht. Sie würde uns antworten: „Mach mir nichts vor, ich weiß doch, was ich sehe."
Ebenso verhält es sich mit uns, und es wäre unklug, wollten wir bestreiten, dass es weit mehr als unsere sichtbare Welt gibt, nur weil wir andere Welten bewusstseinsmäßig noch nicht erfassen und erfahren können. Unser Intellekt muss zurückgestellt werden, wenn wir einen geistigen Pfad beschreiten wollen. Dieser kann uns beim Erfassen geistiger Dinge nur hinderlich sein. Der Intellekt ist dem Menschen zwar auch als eine Gabe Gottes gegeben, aber allzu leicht kann man ihn falsch anwenden.
In unserer Zeit mit ihren extrovertierten Auswüchsen liegt es, dass der Intellekt eigentlich ein Mittel der Selbstdarstellung ist. Er ist notwendig zur Verarbeitung und Bewältigung wesentlicher Probleme unserer Zeit, aber da, wo er zum Instrument für eine Darstellung wird, die arrogante Züge trägt und in der Erhebung über den Mitmenschen gipfelt, wirkt er sich unsozial aus. Er entbehrt deshalb der notwendigen Innerlichkeit. In der heutigen Situation den Intellekt in die richtigen Bahnen zu lenken, erfordert viel höhere Einsicht in die größeren Zusammenhänge. Positiv gesehen ist er also notwendig für die Anwendung und das Reagieren auf Umweltbedingungen. Je echter daneben innere Empfindung und äußere Haltung bei den Menschen sind, umso wahrer ist seine ganze Darstellung und umso weiter seine Entwicklung.
Es ist auch sehr wesentlich, auf dem geistigen Weg behutsam, langsam und stetig vorwärtszugehen. Übereifer und Ungeduld und besonders das überspringen von Stufen führt zu Fehlschlägen.
Eine wesentliche Voraussetzung ist es also, Geduld zu üben, denn geistiges Wachstum lässt sich nicht in eine bestimmte Zeitspanne pressen. Ich glaube, nur um Geduld zu üben, brauchen wir geraume Zeit, bis wir sie erlernt haben, bis sie zu einem Teil unseres Wesens geworden ist. Wenn wir uns entschließen, sie ernsthaft zu üben, so erstreckt sich das nicht nur auf den geistigen Weg, sondern bis in den Alltag hinein, vom öffnen der Augen am Morgen bis zu ihrem Schließen am Abend.
Echter Fortschritt ist ein Weiterschreiten auf der geistigen wie auf der physischen Ebene. In diesem Leben, da Körper, Seele und Geist als Einheit wirken, müssen auch diese beiden Ebenen zusammenwirken.
Geistige Schulung, geistigen Fortschritt bedeutet es, wenn alles neu Erkannte in den Alltag übernommen wird. Niemand kann sagen, dass sein tägliches Leben ihm dazu keine Möglichkeit bietet. Wenn wir nicht im physischen Bereich verwirklichen, was unser Geist aufnimmt, nützt alle Schulung nichts und der geistige Fortschritt bleibt eine Illusion.
Es gibt viele Menschen, die einiges Wissen besitzen und dieses auch weitergeben können. Ein aufmerksamer und sensibler Sucher wird sehr bald erkennen, ob ihm nur leere Worte vermittelt werden, denen die seelische Kraft fehlt und die dann auch keine Wirkung haben. Wenn nicht bei allem, was wir denken und sprechen, das Tun dahintersteht, das Verwirklichen, haben wir keinen geistigen Fortschritt erzielt. Dann können wir einem anderen auch wenig in dieser Richtung geben oder ihm Vorbild sein. Erst wenn jede neue Erkenntnis vollständig beherrscht wird, kann sie aus dem eigenen Innern wieder erschaffen werden. Dann erst kann sie auch weitergegeben werden.
Ich möchte meine Einführung mit einem Wort schließen, das mich schon in meiner Jugend sehr beeindruckte und das ich nie vergaß. Leider ist mir der Name dessen entfallen, der es einmal sagte:
»Wer da fährt zu hohem Ziel, lerne ruhig am Steuer sitzen, unbekümmert, ob am Kiel Lob und Tadel hoch aufspritzen.«
Seele, Bewusstsein, Unsterblichkeit
Bevor wir wissen, dass wir Seele sind und einen Körper haben, können wir keinen wesentlichen Schritt zu unserer geistigen Entwicklung tun. Das Identifizieren mit dem sterblichen Körper hindert uns daran. Erst in der Anerkennung dessen, dass wir ein geistiges, ewiges Wesen sind, können jene Wahrheiten in uns offenbar werden, nach denen wir uns im Grunde sehnen. Diese werden leider noch nicht in Schulen und auf Universitäten gelehrt. Dort wird fast nur der Intellekt geschult. Sie lehren ein Wissen, das -für das Leben und den Beruf brauchbar ist. Wenn aber dieser Körper stirbt, vergeht mit ihm auch der Intellekt, denn er ist kein Aspekt unserer Unsterblichkeit, sondern ein Ausdruck unseres verstandesmäßigen physischen Gehirndenkens.
Was ist nun Seele? Wenn wir eben hörten, dass wir Seele sind, so ist das den meisten noch nicht ganz klar. Hier müssen wir schon mit dem Umdenken beginnen. Bislang haben wir uns mit dem physischen Körper identifiziert. Von diesem wissen wir, dass er vergänglich ist. Wenn wir glauben, dass wir nichts anderes als Körper sind, ja, dann müssen wir logischerweise auch glauben, dass wir letztendlich eine Nahrung für Würmer werden. Das ist kein gutes Gefühl. Ist das nicht zu wenig nach einem Leben voller Mühe, Arbeit und Streben, aber auch Freude, Liebe, Begeisterung? Wenn uns jedoch der ewige Schöpfer nach Seinem Bilde geschaffen hat, dann sind auch wir unsterblich. Es wäre nicht göttlich, außerdem auch nicht sinnvoll, wenn Gottes Geschöpfe sich nach einer gewissen Zeit in ein Nichts auflösen würden. Wäre solch eine Schöpfung nicht unbefriedigend? Eher kann man doch verstehen, wenn der Schöpfer seine Wesen sich ähnlich machte, wie wir in der Bibel lesen, dass dieses Ebenbild, das wir darstellen, nicht nur aus grober Materie besteht, denn das würde seiner Vollkommenheit nicht entsprechen, - sondern auch aus einem viel feineren, wertvolleren Stoff, aus Geist-Stoff.
Als Moses damals verklärt aus dem Gebirge zurückkehrte und das Volk die Frage an ihn richtete:,,Wer ist Gott?", sagte er: „Gott ist Geist!" Wenn wir also nach Seinem Bilde geschaffen wurden, dann müssen wir auch geistige Wesen sein, die jetzt mit einem physischen Leib umkleidet sind. Diese wahre geistige Wesenheit ist unseren grobstofflichen, dreidimensional ausgerichteten Augen nicht sichtbar. Die Geistwesenheit oder Seele ist unsere Wirklichkeit, unsere wahre Existenz. Und da sie aus einem geistigen Stoff besteht, ist sie unsterblich.
Die Seele hat sich in unsere physische Hülle, in den Körper, vor unserer Geburt „inkarniert", ist in den Körper eingetreten. Für sie gibt es keine Behinderung durch die Materie. Die Entdeckung der Wissenschaft, dass Materie durchlässig ist, hilft uns, diesen Vorgang besser verstehen zu können.
Ein Stück Stahl halten wir für eine feste Masse, aber die Wissenschaft konnte inzwischen feststellen, dass es porös ist, dass es in Wirklichkeit aus Trillionen bewegter Mikrokosmen besteht, von denen jeder einzelne sich unvorstellbar schnell bewegt und die doch keinen Kontakt miteinander haben. Wenn wir z. B. eine Fotografie mit einem Vergrößerungsglas betrachten, wird ein Gesicht ausschauen wie ein Konglomerat grauer, schwarzer und weißer Punkte, je nach dem, ob das Papier grau, schwarz oder weiß ist. Das Gesicht verschwindet. Es existiert nur, weil unsere Augen dreidimensional ausgerichtet sind. Wir sehen es im Maßstab unseres normalen Sehvermögens. Wenn wir jedoch ein Rasiermesser mit den Augen eines Wissenschaftlers betrachten, sehen wir Elektronen in unaufhörlicher Bewegung mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Kilometern in der Sekunde.
Der Mensch beginnt aber erst in solchen Richtungen zu denken, wenn er sich Schritt für Schritt von seiner primitiven Anschauung Essen, Trinken und Genießen für das Einzige und Wichtige zu halten, löst.
Der menschliche Zeugungsakt sorgt nur für die physische Hülle, was aber diese Hülle lebensfähig macht, fügt eine schöpferische Intelligenz hinzu. Nennen wir sie Gott, weil uns dieser Name geläufig ist. Im Grunde ist es nicht wesentlich, welchen Namen wir ihr geben, er reicht sowieso nicht an das Unvorstellbare heran. Wir sind ein Teil von Gottes Schöpfung, seiner Lebenskraft, die die sichtbare und unsichtbare Unendlichkeit zusammenhält. Würde Seine Kraft und Energie zurückgezogen, so wäre alles Leben von einem Augenblick zum anderen vernichtet.
Wenn Christus uns sagt, dass der Vater auch in uns ist, so ist er es wahrhaft durch seine Lebenskraft, durch den Geiststoff, aus dem Er unsere Seele nach seinem Bilde schuf. Wenn dieser Körper stirbt, so ist das nichts anderes, als dass die Seele den Körper verlässt, wenn dieser alt, krank oder unbrauchbar geworden ist. Unsere Seele ist zeit- und raumlos. Zeit und Raum sind Aspekte unseres dreidimensionalen Denkens, unserer dreidimensionalen Welt. Und wenn Materie durchlässig ist, können wir auch verstehen, dass die Seele den Körper durchdringen und ihn ebenso verlassen kann, wenn der Augenblick dafür gekommen ist.
Stellen wir uns einmal einen mit Sand gefüllten Behälter vor. Fügen wir dem Sand Sauerstoff oder andere unsichtbare Elemente hinzu, so verändert sich im äußeren nichts. Wir sehen nur den Sand im Behälter. Und dennoch enthält dieser weit mehr, als wir sehen können. Vielleicht hilft uns dieser Vergleich zum Verständnis dessen, dass auch unser Körper von einer feinstofflichen Substanz durchdrungen sein kann, die wir Seele nennen, die sich zur gegebenen Zeit wieder aus dem Körper zurückzieht, um als rein feinstoffliches Wesen in einer feinstofflichen Welt weiterzuleben. - Die Seele braucht den Körper, um in der Welt der Erscheinungen wirken zu können. Sie ist auf ihn angewiesen, weil er den Schwingungen dieser physischen Welt angepasst ist. Als feinstoffliche Wesenheit unterliegt sie aber einer viel höheren Frequenz und ist daher nur in einer Welt lebensfähig, die diesen Schwingungen entspricht. Das feine Nervensystem harmonisiert die beiden verschiedenen Schwingungsebenen, und der Geist ist das bindende Glied zwischen Seele und Körper. Er ist die aktive Kraft, die die Funktion der Seele zum Ausdruck bringt durch Bewusstwerdung.
Warum unsere Seelen sich hier inkarnieren mussten, wollen wir zu einer anderen Zeit hören. Dieses jetzt zu erörtern, würde uns vom Thema abbringen. Die Antwort auf die Frage des „wie?" und „warum?", beinhaltet das größte kosmische Gesetz, dem wir mehr Zeit widmen müssen, damit wir sein grandioses Wirken verstehen können. Es bedarf dazu keiner Intelligenz, sondern nur des Annehmenwollens und des Darübernachdenkens. Wenn uns das erste und größte kosmische Gesetz klar ist, sind viele Fragen schon beantwortet, und wir können durch diese Kenntnis unser Leben mit allem, was es uns bringt, besser verstehen. Unsere Probleme werden geringer, weil wir richtiger handeln und denken, und viele Dinge erhalten unter diesem Aspekt ein ganz anderes Gesicht.
Zunächst ist es wichtig, dass wir uns als geistige Existenz, als Seele erkennen und fühlen lernen. Wir können uns dieses nicht oft genug vor Augen führen und darüber nachdenken, meditieren.
Wenn wir also Seele sind, die eine viel feinstofflichere Substanz und das Leben an sich ist, das sich durch den Körper ausdrücken muss, so muss der Körper darauf abgestimmt sein oder umgekehrt, sonst wäre ein Zusammenwirken bei den unterschiedlichen Schwingungen des Seelen-Körpers und des physischen Körpers nicht möglich. Die Seele bedient sich des Körpers mittels des Geistes, um sich ausdrücken zu können. Unser feines Nervensystem ist dabei eine große Hilfe, ebenso die verschiedenen Sinne, die uns bekannt sind. Aber eine Entsprechung der groben Sinne, die wir benutzen, liegt in viel feinerer Form im Bereich der Seele. Um diese unsere physische Welt wahrnehmen zu können, sind wir gut ausgerüstet durch Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Tasten. Noch vollkommenere Wahrnehmungszentren aus einem feineren und wertvolleren Stoff gehören zu unserer Seele, so dass wir auf der anderen Ebene, die unsere Seele nach dem Absterben des Körpers betritt, ebenso schauen, fühlen, hören usw. können. Durch die subtilere Konstruktion der Seelensinne wird dieses in erhöhtem Maße möglich sein, da der zurückgelassene, grobstoffliche Körper uns dann kein Hindernis mehr ist.
Wir alle wissen, dass es Menschen gibt, die hellsehend, hellfühlend und hellhörend sind. Im Grunde sind wir das alle, weil diese Fähigkeiten in den feinstofflichen Zentren in uns angelegt sind und zu unserem wahren Wesen gehören. Aber wie sollen diese Fähigkeiten sich offenbaren, wenn wir nicht wissen, dass wir Seele sind, wenn wir uns nur mit dem Körper identifizieren, und wenn wir auch sonst nichts von seelischen Bezügen ahnen. Unmöglich können dann diese latenten Fähigkeiten in Erscheinung treten. Und wem dieses doch unverhofft geschieht, der weiß sie oft nicht einzuordnen; er läuft zum Psychiater und dieser verschreibt starke Medikamente, die sich auf den Geist und den feinstofflichen Körper zerstörend auswirken und der Seele sehr schaden. Nur in seltensten Fällen weiß ein Psychiater etwas vom wahren Wesen der Seele. Für alles, was uns außergewöhnlich und wunderbar erscheint, gibt es Gesetzmäßigkeiten.
Christus kannte die Gesetze und konnte sagen, wenn seine Jünger und das Volk staunend seine Wunder wahrnahmen: „Ihr könnt das Gleiche und noch mehr", oder: „Die nach mir kommen, werden Größeres vollbringen."
Es gibt mehr Menschen als wir ahnen, auch in unserer Nähe, die ähnlich wirken können. Der Schlüssel hierzu ist das Wissen um die Gesetze, und dieser Schlüssel öffnet uns auch das Tor zur Wahrheit, die uns frei machen wird. Die Wahrheit macht uns frei von der Unkenntnis und Begrenztheit, denn diese sind es doch, die uns Irrwege führen, und aus dem Nichtwissen treffen wir falsche Entscheidungen, die uns Unglück, Unzufriedenheit und Kümmernisse bringen.
Wir hüten uns davor, die Drähte in einer Steckdose zu berühren, weil wir wissen, dass wir sonst einen elektrischen Schlag bekommen. Diese Gesetzmäßigkeit kennen wir und befolgen sie. Wenn wir die geistigen Gesetze kennen würden, könnten wir sie auch befolgen, da uns dann die Auswirkungen des Nichtbeachtens bekannt wären. Und wer keinen Schaden erleiden möchte, wird die Gesetze befolgen. Wir können nur verwirklichen, was wir erkannt und erfasst haben. Um geistiges Wissen zu begreifen, brauchen wir nicht intellektuell geschult zu sein. Geistiges Gut aufnehmen zu können, hängt vom Entwicklungszustand der Seele ab, vom eigenen Bemühen, den Wahrheiten nahezukommen. Es ist unerlässlich, darüber nachzudenken und zu meditieren. Wir können nur an uns verwirklichen, was wir erfasst haben. Geistiges Wissen macht uns weise und befähigt uns zu einer seelischen Reife zu gelangen.
Da wir Seele sind und die geistige Wesenheit die primäre ist, muss logischerweise von dort die Entwicklung ausgehen, die dann in beglückender Weise unsere physische Wesenheit mit erfasst. Die geistige Erkenntnis lässt uns dann diese Welt nicht mehr so trostlos und finster erscheinen, weil wir sie besser verstehen können, weil wir durchschauen, dass alles, was hier geschieht, was uns so beunruhigt, Auswirkungen von Übertretungen geistiger Gesetze sind.
Unser Gehirn ist ein Werkzeug, durch das der Geist sich offenbaren kann als bindendes Glied zwischen Körper und Seele. Geist und Seele sind göttlich-schöpferische Schwingungskräfte feinstofflicher Substanz, die vom Ursprung her Vollkommenheit ausdrücken. Einen kranken Geist gibt es nicht. In vielen Fällen einer „Geisteskrankheit" ist das Gehirn als Offenbarungswerkzeug des Geistes defekt. Darum kann der Geist nicht in vollkommener Weise offenbart werden. Es gibt aber noch andere Aspekte, die auf einer anderen Ebene liegen, die uns zu der Annahme führen, dass es sich um Geisteskrankheit handelt. Weil ausschließlich vom physischen Körper ausgegangen wird, sagt man, der Patient sei geistesgestört. Wir wissen noch zu wenig oder nichts von unserem wahren Wesen und sehen nur den vergänglichen Körper als einzige Realität an. Diese Annahme muss zu Denkfehlern führen, und wir können es nicht begreifen, wenn immer wieder Schwierigkeiten auftauchen und wenn immer wieder Vorkommnisse eintreten, denen wir einfach nicht beikommen können, denen wir nicht gewachsen sind. Sie geschehen, weil wir nicht wissen, dass wir Seele sind und nicht erkennen, dass Körper, Seele und Geist in diesem Leben eine Einheit sind und zusammenwirken. Es gibt keine eigene Funktion des einen oder anderen Aspektes unserer augenblicklichen Ausdrucksform. Immer wirken sie zusammen. Das sollten besonders Ärzte, Psychologen und Priester wissen.
Wie alle in uns liegenden feinen Sinne Aspekte unserer Seele sind, so ist das Bewusstsein ebenfalls der Seele zugehörig. Hätten wir kein Bewusstsein, könnten wir nichts in Erfahrung bringen. Bewusstsein ist nicht identisch mit Verstand, es ist die ewige geistige Kraft unserer Feinstofflichkeit. Unser Bewusstsein ist immer gegenwärtig, auch wenn der Körper schläft. Es ist die stets wachende und zu höchster Vollendung entwicklungsfähige Geistkraft in uns. Wie wir Seele sind, so sind wir auch Bewusstsein. Sie gehören zusammen. Ohne Bewusstsein könnten wir unsere spätere Daseinsform auf einer anderen Ebene auch nicht erfahren. Wer versteht und wem klar wird, dass er Seele und Bewusstsein ist, wird den physischen Tod nicht fürchten, weil er weiß, dass es für ihn keinen Augenblick eine Unterbrechung im Lebensstrom gibt und er nur die Form wechselt. Denken wir doch an Puppe und Schmetterling! Es gibt nur ein Abstreifen der physischen Hülle. Es ist logisch, dass, wenn die Lebenskraft, wenn Seele und Bewusstsein den Körper verlassen, dieser in einem leblosen Zustand zurückbleiben muss und schließlich ganz verwest. Man sollte sich nicht vom jämmerlichen Zustand eines Körpers beeindrucken lassen oder gar vor ihm erschrecken. Wir sollten zu erfassen versuchen, was dieser Mensch, dieses Wesen in Wahrheit und Wirklichkeit ist: eine gesunde, geistige Wesenheit, die nur ihre Form zu wechseln bereit ist und die dann voll bewusst weiterleben wird, viel klarer, leichter und weit schauender als vorher, da sie in der Erdgebundenheit noch in einem physischen grobstofflichen Körper war. Wenn wir so darauf vorbereitet sind, erleben wir den Übergang in eine andere Dimension ganz bewusst. Wer sich mit diesen Gesetzmäßigkeiten nicht auseinandersetzt, wer vielleicht gar nicht an eine weitere Existenz glaubt, weiß diesen Vorgang nicht einzuordnen, trotzdem er ihn bewusst erlebt.
Es ist eine große Tragik, in Unwissenheit zu leben und mit aller Kraft an diesem Körper festzuhalten, auch wenn er gebrechlich geworden ist und uns Mühe und Pein bereitet.
Denken wir wieder an den Schmetterling, wie er sich abmüht, die einengende Form abzustreifen. Wir wehren uns dagegen, den Körper abzulegen. Der Schmetterling ist, wie jedes Tier, in die schützende Hülle göttlicher Gesetze eingebettet, trägt diese Gesetze in sich und handelt danach. Wir nennen das Instinkt. Das Tier ist darum in den Schutz der Gesetze eingehüllt, weil es noch kein voll bewusstes Wesen ist, ein Wesen ohne Willensfreiheit. Es wäre doch ein grausamer Schöpfer, wollte er seine unmündigen Wesen schutzlos der Evolution ausliefern; denn alles Leben stammt aus der einen göttlichen Quelle und geht einen großen Entwicklungsweg.
Der Mensch ist dem Tier gegenüber ein voll bewusstes Wesen, das durch Willensfreiheit selbst entscheidet und darum auch für sich und sein Tun verantwortlich ist. Die geistigen Gesetze sind keine Verbote. Sie sind im Gegenteil eine große Hilfe für uns und zeigen uns den Weg zur Wahrheit. Sie sind Stufen, die uns zu immer höheren und erhabeneren Erkenntnissen führen.
Das Interesse der Menschheit für das Leben nach dem Tode wächst zusehends. In einer durch Fernsehen, Radio und Presse wissenschaftlich aufgeklärten Zeit ist es kaum noch denkbar, dass ein erwachter Mensch glauben kann, mit dem physischen Tode sei alles vorbei. Dann wäre jeder Tag, jedes Bemühen, jede Arbeit sinnlos. Wer einen Bezug zur Natur und zur Schöpfung hat, spürt den Atem eines unendlichen Schöpfers, fühlt das unendliche, unbegreiflich weise Walten, und wer sich in einen sternenübersäten Himmel vertieft, dem wird bewusst, dass hier eine für uns unvorstellbar hohe Intelligenz am Werke ist.
Der Mensch muss lernen, dass er in seiner Begrenztheit nur sehr wenig erfassen kann, wenn er sich nicht daraus erhebt. Er sollte aber auch wissen, dass in ihm als Seele alle Anlagen sind, die das Begrenzende überwinden können um Grenzenlosigkeit zu erfahren. Das ist nicht unmöglich. Wenn wir durch geistiges Wissen eine Bewusstseinserweiterung erreichen, schwinden unsere Begrenzungen. Dann können wir für unser Leben stets die richtigen Entscheidungen treffen, die keine Fehlschläge und Irrtümer mehr zur Folge haben.
Der seelische Bereich ist mit diesen Darlegungen noch lange nicht erschöpft.
Auf dem geistigen Gebiet muss man behutsam vorgehen und auch praktizieren, was praktizierbar ist. So fügt sich immer ein Mosaiksteinchen zum anderen, und jedes trägt zur Vollendung des Bildes bei, das Licht in unsere Unwissenheit bringt, damit auch wir einst die Wahrheit erkennen und diese uns frei macht.
Wir sind ewiges, unsterbliches Bewusstsein
Wir leben in einer Zeit geistigen Erwachens. Ein Weltbild, geprägt vom wissenschaftlichen Materialismus, löst sich langsam auf und mit ihm die daraus hervorgegangenen Irrtümer. Sie sind mit dafür verantwortlich, dass auf dem Planeten Erde chaotische Zustände herrschen und die Menschheit in ihrer geistigen Aufwärtsentwicklung kaum weitergekommen ist.
Seit der Mensch vom Baum der Erkenntnis gegessen, wurde das Paradies verriegelt. Er musste einen langen Weg durch geistige Irrtümer wandern, um wieder eine Tür zu ihm zu finden. Selbsterkenntnis, Liebe, geistiger Fortschritt und Bewusstwerdung, dass er ein Geschöpf des Höchsten Geistes ist, könnten die Pforten wieder öffnen.
Wir haben die Früchte vom Baum naturwissenschaftlicher Erkenntnisse gekostet, die uns zunächst schmackhaft und wunderbar erschienen. Langsam stellen wir aber fest, dass jene Süße entbehrt wird, die sie anfangs zu haben versprachen. Manche von ihnen sind unbekömmlich, und es sind sogar giftige darunter. Was der hochgezüchtete Verstand als „Fortschritt" betrachtet, als Erweiterung des Weltbildes, brachte auf der anderen Seite Verkümmerung von Fähigkeiten, die den wahren Menschen betreffen, seine ewige, beseelte, geistige Wesenheit.
Zur Natur des Menschen gehört viel mehr als das, was durch Messen, Analysieren, Sichtbarmachen oder durch Experimente bewiesen wurde, was manchen philosophischen Weltanschauungen, Religionen und anderen Geistesrichtungen immer schon bekannt gewesen ist. Je größer aber die scheinbaren Erfolge der Naturwissenschaft waren, desto mehr verloren jene in ihrer geistigen Einstellung abweichenden Außenseiter an Ansehen.
Ein Denkgebäude, das auf Irrtümern beruht, muss einstürzen. Es begann zu wanken mit dem Umsturz im Weltbild der Physik, mit Plancks, Einsteins und Heisenbergs Erkenntnissen. Seither konnte man sich nicht mehr uneingeschränkt auf das Denkmodell der Naturwissenschaft stützen und berufen. Nun wird dieses Weltbild erneut erschüttert durch den Hirnforscher und Nobelpreisträger Sir John Carew Eccles, der auf dem Weltkongress für Philosophie im August 1978 in Düsseldorf seine Fakten und neuen Entdeckungen auf dem Gebiete der Hirnforschung darlegte, die zu einer völlig neuen naturwissenschaftlichen Hypothese über den Zusammenhang zwischen Geist und Materie führt. Die wesentliche Aussage besteht darin, dass Bewusstsein grundsätzlich als vom Gehirn unabhängig, als etwas außerhalb des zentralen Nervensystems Existierendes angesehen werden muss, das mit dem entsprechenden Organ, dem Gehirn, wohl aber in Wechselbeziehung steht. Somit ist das Gehirn ein physisches Offenbarungswerkzeug für etwas von ihm Unabhängiges, Außenstehendes, einer in sich selbst gegründeten Seinsform.
Der Australier, Sir John Carew Eccles, der diese bedeutungsvolle Erkenntnis erarbeitete, ist einer der angesehensten Hirnforscher unserer Zeit, der 1963 den Nobelpreis für Medizin in Empfang nehmen konnte.
Was für Konsequenzen können aus seiner Hypothese gezogen werden? Die Deutung des wissenschaftlichen Materialismus, der Bewusstsein nur als Produkt von Gehirnprozessen versteht, ist damit naturwissenschaftlich widerlegt. Das Bewusstsein ist letztendlich auf keinerlei organische Substanz oder Funktion rückführbar. Der Geist steht dem Gehirn als etwas Unabhängiges gegenüber.
Bewusstsein ist, nach Eccles, eine in sich selbst gegründete Seinsform. Es ist der wohl wichtigste Teil des Menschen, der ihn eigentlich erst zum Individuum macht. Sein Bewusstsein gehört einer nicht materiellen Welt an.
Diese These an sich ist Jahrtausende alt. Sie erhält heute aber eine gewaltige Bedeutung, weil sie im Widerspruch zur Anschauung der meisten Wissenschaftler steht. Es bedurfte darum des Gewichtes eines namhaften und angesehenen Hirnforschers und Nobelpreisträgers und seiner überzeugenden Argumentation, dass solch eine Aussage überhaupt akzeptiert wird. Seine Erkenntnis lässt den Gedanken an eine vom Körper unabhängige Existenz über den physischen Tod hinaus zu. Diese These führt über die engen Grenzen einer materialistischen Wissenschaft hinaus in Bereiche, die es dem Menschen möglich machen, wieder einen Sinn in seinem Leben zu erkennen. Wenn Eccles Entdeckung in Zukunft gelehrt und zum allgemeinen Wissensgut wird, wird eine bedeutsame geistige und ethische Aufwärtsentwicklung der Menschheit sich daraus ergeben.
Wenn das angebrochene geistige Zeitalter wahrhaft Einzug halten will, und das tut es, weil die kosmische Uhr, die grandiose Zeiträume anzeigt, nicht stehenbleibt, musste diese Entdeckung gemacht werden. Sie wird noch manchen Irrtum aufdecken, der dadurch entstand, weil das Fundament, worauf aufgebaut wurde, eine rein materialistische Grundlage hatte. Die Forschungsarbeiten haben also ergeben, dass Bewusstsein immaterieller Natur und unabhängig von Zeit und Raum ist. Auf jeden Fall gibt die Erkenntnis Eccles, wenn sie voll verstanden wird, die Gewissheit, dass es keinen Tod des Bewusstseins und kein Ende unserer Existenz gibt, sondern nur ein Ablegen des physischen Körpers. Da das Bewusstsein eine vom Körper getrennte Seinsform ist - man nennt diese in nicht wissenschaftlicher Sprache auch Seele - gehört es nach Ablegen des Körpers einer nicht materiellen, einer feinstofflichen Welt an. Ob wir diese feinstoffliche Welt Himmel, höhere Sphäre oder Ebene nennen, ist gleichgültig.
Der physische Körper ist der Verwesung anheim gestellt, das wissen wir. Unsere wahre Individualität, eine von ihm unabhängige in sich selbst gegründete Seinsform als eine bewusste geistige Wesenheit, ist unsterblicher Natur.
Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Da Gott nicht Materie ist und wir nach seinem Bilde geschaffen sind, kann unsere wahre Natur auch nicht materieller Art sein. Wir sind Seele und haben einen Körper. Wir können nur ohne den Körper in jene nicht materielle Welt jenseits von Zeit und Raum eingehen. Sobald sich unser Bewusstsein, das ja auch eine Energieform darstellt, als unabhängige Seinsform aus dem Körper löst, wodurch dann erst alles Leben aus ihm entweicht, hat er seine Aufgabe für diese Existenz erfüllt. Er hat für das Erdendasein unserer wahren Individualität nur als eine Hülle gedient, um hier existent sein und wirken zu können. Der Weg der Evolution geht nach Ablegen des Körpers auf einer anderen Ebene weiter, die wir mit dem Bewusstsein genau so real erleben wie die irdische.
Da die meisten Menschen sich mit ihrem physischen Körper identifizieren, können sie auch nicht erfahren, dass sie ein ewiges, beseeltes, geistiges Wesen sind, das einer anderen Welt und Dimension zugehörig ist. Darum lebt ein großer Teil von ihnen in der Vorstellung von Anfang und Ende des „Lebens" in Angst, Panik und Depressionen.
Ein geistiges Gesetz lautet „Lässt jemand eine Idee der Trennung von Gott seine Aufmerksamkeit und damit seinen Geist in Anspruch nehmen, so beginnt sich ein entsprechender Zustand in seiner Welt darzustellen, der bewirkt, dass er sich als Wesenheit empfindet, die von ihrem Ursprung abgesondert ist. Er lebt dadurch in der Getrenntheit und der Vorstellung, er habe Anfang und Ende. Doch das Bewusstsein des Einzelwesens ist ewiger Natur."
Wer sich mit diesem Bewusstsein, mit seiner Seele identifiziert, ist sowohl auf der physischen als auch auf der geistigen Ebene zu Hause. Dazu bedarf es nicht erst des Ablegens des physischen Körpers. Wir haben solche Menschen überall, nicht nur im fernen Osten. Ich nenne einige aus dem Europäischen Raum: Jacob Böhme, der englische Dichter Blake, Hildegard von Bingen und viele, die unter uns leben, aber nicht darüber sprechen. Gerade in heutiger Zeit leben mehr Menschen als je zuvor, die diese Befähigung haben.
Nachdem die ewige, individuelle Natur des Menschen durch einen namhaften Forscher entdeckt und eindeutig dargelegt wurde, sind meine folgenden Ausführungen über unsere Individualität aus einer anderen Sicht besser zu verstehen.
Ein geistiges Äon ist angebrochen. Die von Eccles gewonnenen Erkenntnisse und Entdeckungen machen es offenbar. Das Wassermann-Zeitalter ist über die Schwelle getreten und bringt gewaltige Veränderungen. Weil die Menschheit sich aber noch nicht in das kosmische Geschehen eingegliedert hat, erfährt sie die schmerzhaften Wehen der Evolution. Das Sicheinreihen in die kosmische Ordnung geschieht durch geistige und ethische Aufwärtsentwicklung. Dieser Weg führt zur immer stärkeren Bewusstwerdung der ewigen, unsterblichen Individualität des Menschen, die Harmonie, Frieden und allumfassende Liebe offenbart.
Darum kann die Erkenntnis Eccles für dieses Einschwingen in tiefere Erkenntnisse zur Rettung der Menschen, in geistiger wie in physischer Hinsicht, beitragen. Der Irrweg hat uns wertvolle Zeit geraubt, die nur der einholen kann, der bereit ist, den Sinn seines Daseins zu begreifen, nicht etwa von der Plattform seiner Vergänglichkeit gesehen, sondern aus der Sicht seines ewigen Bewusstseins. Dieser Prozess gleicht einer Geburt, worauf man sich vorbereiten kann oder nicht.
Gott Dank leben auf unserem Stern schon viele Menschen, die dem kosmischen Geschehen geöffnet sind, und täglich werden es mehr, die sich dessen bewusst werden.
Mehr als zuvor hören wir von Bewusstseinserweiterung, Bewusstseinslenkung, Bewusstwerdung usf. Diese Aspekte gehören in diese Zeit. Sie mussten kommen.
Bewusstsein ist der Kern unserer ewigen, geistigen Wesenheit. Es ist unsere Individualität, ein Aspekt unserer Seele. Was wären wir ohne Bewusstsein? Ohne Vermittlung des eigenen Bewusstseins könnten wir uns in diesem Universum nirgendwohin bewegen. Ohne Bewusstsein könnten wir weder Freude noch Leid, Schönheit, Glück oder Liebe erfahren. Um diese zum Bestandteil unseres Lebens zu machen, ist ein individuelles Bewusstsein erforderlich.
Alles was geschieht existiert nicht für uns, während wir z. B. schlafen oder in einem unbewussten Zustand sind. Nichts kann empfunden werden in einer Zeit, da man sich seiner selbst nicht bewusst ist. Bewusstsein ist eine ganz persönliche Tätigkeit unserer Individualität. Es begleitet uns von der Geburt bis zum Übergang in unsichtbare Bereiche und verlässt uns nie und nimmer, wo wir auch sein mögen. Darum erleben wir alle Stufen der Evolution in einem ganz bewussten Zustand.
Wenn der Mensch gelernt hat, seine Existenz als Ganzes zu sehen und sie nicht in unbedeutende Fragmente zerteilt, welche durch die vorübergehenden Stationen von Geburt und Tod verknüpft sind, dann wird er seine Lebensenergie auf die Entfaltung seines Bewusstseins anwenden und seine Kraft der Entwicklung seiner höheren Natur widmen. Die Strahlung des Bewusstseins variiert entsprechend der Qualität der Gedanken und Gefühle, die das Leben formen. Durch Gebet, Meditation oder geistige Handlungen kann es zeitweise in höhere Schwingungen kommen, aber seine Qualität wird vom Dauerzustand der Gedanken und der Tätigkeit des täglichen Lebens bestimmt. Diese Schwingungen sind bestimmt für die Art aller Erfahrungen und auch für die Sphäre, in welcher das Bewusstsein während des Wachens und Schlafens wirkt. Das Bewusstsein ist also entscheidend dafür, wo der Mensch im Universum seinen Platz hat.
Zwei Menschen können auf diesem Plan Seite an Seite leben, dennoch kann einer von ihnen sich in einem hohen Bewusstsein befinden, während der andere fast nur im niederen Bewusstsein der äußeren Welt wirkt.
So leben manchmal zwei auf engstem Raum, in nächster Nähe zusammen, doch in der Schwingung ihres Bewusstseins sind sie weit voneinander getrennt, was dann häufig zu Komplikationen im Zusammenleben führt. Nicht selten ist dann der Ausspruch zu hören: „Er oder sie hat nicht meine Wellenlänge."
Wer sich mit seinem ewigen Bewusstsein identifiziert, übersteigt die Schranken einer Dimension, die Raum und Zeit heißt. Er kennt nur ein Ziel: alle Bemühungen anzuwenden, das Bewusstsein zu schulen, um die Schwingungen dadurch zu erhöhen. Wir sollten verstehen, dass der geringste unserer Gedanken, das geringste unserer Gefühle und jedes Tun, das unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, die Sphäre bestimmt, in welcher wir von Augenblick zu Augenblick wirken.
Je höher die Bewusstseinsebene eines Menschen durch geistige Tätigkeit geworden ist, desto feiner wird sein Schwingungsbereich, wodurch jene feinen Sinne angesprochen und geweckt werden, die verborgen und brach in uns ruhen. Diese sind Offenbarungswerkzeuge geistiger Kräfte. Je feiner der Schwingungsbereich ist, desto mehr hat der Mensch die Möglichkeit, geistig zu wirken, und nach und nach dringt er in transzendente Ebenen seines ewigen Bewusstseins vor. Wir sollten uns nicht sträuben, Blicke in jene Bereiche zu tun, die doch zu unserem wahren Wesen gehören.
Das Bewusstsein eines Meisters, in welchem nur Gedanken und Gefühle ethischer, höherer Natur existieren, schwingt sehr rasch, wogegen das Bewusstsein eines Menschen mit unvollkommenen Gedanken und Gefühlen langsam schwingt und dichter ist. Wollen wir mit einem Meister oder - was letztendlich unser Ziel ist - mit Gott eins werden, müssen wir durch bewusste Selbstkontrolle die Schwingungsfrequenz unserer Gedanken- und Gefühlswelten erhöhen und diese in eine Schwingung, die beispielsweise eine der des Meisters ähnliche Frequenz hat, erheben. Die Fähigkeit dazu ist in eines jeden Herz gesenkt, sie bedarf der bewussten Kontrolle und ständiger Wachheit. Wir sollten stets in der Wachheit des Geistes leben.
Als Christus einmal gefragt wurde: „Meister, was kann ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?" sagte er nur zwei Worte: „Sei wachsam!" Damit meinte er, dass wir weder unseren Augen und Ohren, unseren Gefühlen noch sonst einer Funktion im Geistigen wie im Körperlichen erlauben sollen, uns in eine niedere Schwingung ziehen zu lassen. Das geschieht beispielsweise durch minderwertige Literatur, durch flache Gespräche, durch schlechte Gesellschaft, durch disharmonische Musik.
Das Bewusstsein reagiert entsprechend der Situation des Augenblicks. Wenn wir mit einer geistigen Verwirklichung beschäftigt sind oder andächtig beten, hebt es sich über alle negativen Berührungen und Disharmonien hinaus. Doch wie leicht wird es wieder durch die geringste innere und äußere Suggestion hinabgeführt.
Bis zu einem gewissen Grade vermögen wir es, die begrenzende Sphäre mit dem Bewusstsein zu verlassen. Wenn wir uns voll und ganz mittels Musik, Schilderungen oder Lektüre beispielsweise auf eine herrliche Landschaft konzentrieren, betreten wir für die Dauer eines Augenblicks jene Landschaft, durch deren Besuch im Geiste wir eine Bewusstseinserweiterung erfahren. Das Bewusstsein nimmt all die Schönheit auf. Die geringste Veränderung oder Bewegung im Physischen jedoch holt das Bewusstsein wieder in seine engen Grenzen zurück. Wir alle haben diesen Augenblick sicher schon erlebt.
Unser Bewusstsein ist unser unsterblicher Schatz. Es ist der Teil unseres Wesens, der den vielfältigen Wechsel von Inkarnationen und physischer Auflösung überdauert, und darum ist seine Entfaltung und Ausweitung die wichtigste Aufgabe.
Weil wir unsterbliches Bewusstsein haben, erleben wir auch alle Stationen unserer kosmischen Evolution, ganz gleich, ob wir uns im physischen Körper bewegen oder diesen abgelegt haben und auf einer anderen Ebene existent sind, bewusst. Das Bewusstsein ist immer dort, wo unsere Seele, wo unsere Feinstofflichkeit ist. Wem das ganz klar geworden ist, kann vor dem Ablegen des Körpers, dieser uns so begrenzenden Hülle, keine Angst und Scheu mehr haben.
Immer und immer wieder sollten wir unser Bewusstsein in Sphären der Vollkommenheit weilen lassen. Wir sind das, was unser Bewusstsein offenbart. Wir sind dort zu Hause, wo unser Bewusstsein weilt. Und jener Himmel nimmt uns auf, der unserem Bewusstseinszustand entspricht. Darum tragen wir das Himmelreich in uns, wie Christus sagte.
Unsere unsterbliche Individualität ist unseren grobstofflichen Augen nicht sichtbar, aber dass wir Bewusstsein haben, können wir nicht leugnen, denn ohne Bewusstsein könnten wir nichts in Erfahrung bringen, weder die äußere Welt, weder Liebe noch Glück und Leid.
Die Weisen und Meister des fernen Ostens z. B. erforschten seit Jahrtausenden die Tiefen des Geistes, wogegen der Abendländer die Materie untersuchte. Die Meister suchten in unermüdlichem Ringen nach dem Urgrund ihres Seins, um zu erfahren: „Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich?" Ihr Bewusstsein erlebte eine Weitung, und sie bekamen die Urgründe ewiger Wahrheit zu schauen. Ihr sich daraus ergebendes Wirken ist jedoch für einen Materialisten unerklärlich. Geheimnisvoll erscheint aber nur das, was nicht genügend erklärt ist. Richtig verstanden erweisen sich alle ungewöhnlichen Geschehnisse als natürlich und im Einklang mit dem geistigen Gesetz.
Wenn wir den echten Bezug zu unserer wahren Natur haben, treffen wir unsere Entscheidungen mit der Intuition und nur zum Teil mit dem Verstand. Intuition ist die Quelle der Wahrheit, und darum sagt sie uns das Rechte. Sie kann sich nicht irren, weil diese andere Seinsform, wie Eccles sie nennt, die in der Sprache der Geisteswissenschaft und Yoga-Philosophie auch als das Höhere Selbst bezeichnet wird, Göttlicher Natur, Göttlicher Abstammung ist. Das Höhere Selbst gibt uns Antwort auf alle Fragen, wenn wir uns mit ihm identifizieren. Dieses ist ohne Zweifel nicht einfach, und es dauert eine geraume Zeit, bis wir den Prozess des Umdenkens gelernt haben von Vergänglichkeit auf Unsterblichkeit. Wenn wir oft am Tage den Geist auf diese Tatsache richten, wird unser Leben manche Änderungen erfahren. Die Schwierigkeiten des Lebens verblassen nach und nach, weil die Aufmerksamkeit viel mehr auf das Wesentliche gerichtet wird. Krankheiten und Unbehagen schwinden, weil unsere Intuition so stark wird, dass wir nur aus ihr handeln und fühlen. Wir erfahren eine Bewusstseinserweiterung, die uns wiederum zu beglückenden Erkenntnissen führt. Keine Frage bleibt auf die Dauer ohne Antwort. Um dieses alles zu erfahren, brauchen wir täglich eine Zeit der Stille, um des Höheren Selbst gewahr zu werden. Am Abend, ehe wir uns zur Ruhe begeben, sollten wir alle Konzentration auf uns selbst richten und dieses immer wieder tief empfinden, dass wir nicht der Körper sind, sondern erleben und wissen, dass unser wahres Wesen ewiger Natur ist. Und dessen sollten wir uns dann auch am Tage erinnern, damit die Aufmerksamkeit mehr und mehr vom Körper abgezogen wird und wir uns immer tiefer in die eigene Wirklichkeit, in unser individuelles Bewusstsein einfühlen können.
Intuition ist ein Aspekt unserer wahren Natur, unabhängig von der Gehirnfunktion. Jeder hat sicher schon Erfahrungen darin gemacht, wenn auch unbewusst. Geht es um eine Entscheidung, so öffnen sich manchmal mehrere Möglichkeiten. Die erste Entscheidung kommt in der Regel aus dem Bereich der Intuition. Dann schaltet sich der Verstand ein und dieser sagt oft etwas anderes. Meistens folgen wir dem Verstand, und oft hat es sich erwiesen, dass dies nicht die rechte Entscheidung war, die getroffen wurde, und dann sagen wir: „Der erste Gedanke war der richtige." Es war aber nicht ein konstruierter Gedanke, sondern die Reaktion unseres Bewusstseins, das intuitive Impulse an das Gehirn als Offenbarungswerkzeug weitergegeben hatte. Wer eine enge Verbindung zu seinem Höheren Selbst hat und die geistigen Zusammenhänge und Gesetze kennt, arbeitet auch bewusst auf der mentalen Ebene, unabhängig von der Gehirntätigkeit, wie Eccles es in seinen Forschungen darlegt. Nur jemand, der sich mit seinem höheren Bewusstsein identifiziert, kann die feinen Unterschiede erkennen, ob er auf der mentalen oder auf der physischen Ebene, also mit dem Verstand, arbeitet. Wer es vermag, auf der Ebene seiner höheren Seinsform zu arbeiten, dem bleibt keine Frage offen.
Um aber Antwort auf Fragen zu erhalten, ist es wichtig, dass man sich auf das höhere Bewusstsein konzentriert und sich durch einen rhythmischen Atem von störenden Gedanken befreit: denn um die Antwort aus dem höheren Bewusstsein zu erhalten, muss es ganz still in uns sein, um jene Sprache des Geistes zu verstehen.
Nach den Erkenntnissen Eccles dürfte es sich in manchen Fällen von „Geisteskrankheit" so verhalten, dass nicht der Geist, sondern das Gehirn als physisches Offenbarungswerkzeug des Geistes defekt ist. Ob Geist als Energieform überhaupt erkranken kann, muss nach den Erkenntnissen Eccles in Frage gestellt werden. Ein materiell ausgerichtetes Denken, das nur Diesseits bezogen ist und auf Vergänglichkeit aufbaut, muss zu unrichtigen Rückschlüssen führen. Aufgrund der Eccleschen Erkenntnis wird das in Zukunft sicher anders werden. Sie ist für die Entwicklung der Menschheit von noch unübersehbarer Bedeutung. Unter anderem führt sie zu der segensvollen Erkenntnis, dass Religion, Wissenschaft, Geisteswissenschaft und Philosophie in Zukunft keine getrennten Wege mehr gehen dürfen. Sie sind untrennbar und müssen Hand in Hand miteinander vorwärtsgehen, ohne dass eine die andere belächelt und nicht ernst nimmt, wie es bislang der Fall war. Dann erst kann für die Menschheit ein wahrer geistiger Fortschritt daraus erwachsen.
Wirkliche Intelligenz ist Weisheit, ist Erkenntnis aus unserem Höheren Selbst, aus unserem ewigen Bewusstsein, das niemals etwas Unrichtiges hervorbringen kann. Fehlerhafte Gedanken kommen von Eindrücken, die dem Verstand von der Außenwelt aufgezwungen werden.
Könnte der Mensch scharf unterscheiden zwischen den Gedanken seines Höheren Selbst und jenen, die durch die Scheinwelt der Sinne ausgeschickt werden, so könnte er alle Tätigkeiten seiner Erfahrungswelt, die Missklänge und Unvollkommenheiten hervorbringen, vermeiden.
Das Chaos auf unserer Welt hat seine Ursache darin, dass der Mensch aus der Einheit von Körper, Seele und Geist herausgefallen ist. Durch das Eintauchen in die Materie ist nur die Verstandesseite, der Intellekt entwickelt worden und dadurch hat er sich von seiner ewigen Natur, von seinem Ursprung abgenabelt, die er mit seinem hochgezüchteten Verstand nicht zu erfassen vermag.
Wir müssen nachholen, was wir versäumten und zwar die geistig-seelische Seite unseres Seins wieder entwickeln. Ist dieser Aspekt mit der Verstandesebene in Einklang, dann ist der Mensch auch nicht mehr fähig zu töten, das gefährliche Spiel mit der Kernspaltung zu treiben, Waffen zu produzieren, Luft, Gewässer und Boden zu verseuchen usw. Dann würde er in Harmonie mit den Kosmischen Gesetzen leben und nicht gegen sie verstoßen. Die Natur versteht keinen Spaß. Sie ist immer wahr. Sie hat auch immer recht. Sie antwortet erbarmungslos auf die Irrtümer und Fehler, die die Menschen machen. Dieses spüren wir nun an allen Ecken und Enden.
Wir sind jetzt aber in eine Zeit geistigen Umbruchs und Durchbruchs gekommen. Sie lässt hoffen, dass der Mensch sich auf seine wahre Bestimmung besinnt, die sein Denken und Handeln in kosmische Bahnen führt, weg von der Vergänglichkeit. Er verlässt langsam die Plattform der Breite, um in die Tiefe zu kommen. Das erkennen wir daran, dass Meditation, Yoga und andere geistig weiterführende Richtungen unser Interesse in Anspruch nehmen.
Max von Laue, Deutscher Physiker, Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Nobelpreisträger sagte:
„Die Naturforscher wollten Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Da das nicht möglich war, beteuerte ihre exakte Wissenschaft, dass es ihn nicht gebe. Um wie vieles sind wir Naturforscher bescheidener geworden! Wir beugen uns in Demut vor dem übergroßen, vor dem übermächtigen, dem ewig Unsichtbaren, dem niemals Erfasslichen." Hinzugefügt werden sollte noch: solange wir ihn mit unseren grobstofflichen, dreidimensionalen, nach außen gerichteten Sinnen zu erfassen versuchen.
Gott ist eine geistige Wesenheit, der wir, um sie erfahren zu können, nur mit der gleichen Substanz, mit unserem ewigen Bewusstsein, einer vom Körper gesonderten Seinsform, begegnen können. Jeder Mystiker hat dieses erfahren, und ein jeder von uns kann das auch. Das lehren alle großen Menschheitsführer, und das lehrte auch Jesus Christus.
Die Wandlung, die wir Tod nennen
Das größte Abenteuer ist es wohl, sich selbst zu entdecken. Wer bin ich eigentlich?
In unserer Zeit scheinen viele sich aus der Enge hergebrachten dogmatischen Denkens zu lösen, weil sie fühlen, dass es keine Geborgenheit vermittelt, die sie als göttliche Geschöpfe ersehnen und auch beanspruchen können. Viele haben bisher nicht gefunden, was sie suchten, um auch mit sich selbst ins Reine zu kommen, um zu erfahren, was ist, wenn dieses Leben hier zu Ende geht.
Alle guten Eltern bemühen sich, ihr Kind auf das Leben vorzubereiten, ihm Wegweiser, Wegbereiter zu sein, damit es sich später im Leben besser zurechtfinden kann.
Um wie viel mehr können wir dem Schöpfer vertrauen, dass er unseren Weg nicht in unergründliche Geheimnisse hüllt. Er wäre wirklich kein liebender Vater, würde er uns ganz der Unwissenheit überlassen, würde er uns nicht zeigen, wie der Weg aussieht, der letztendlich zu ihm, zu dem uns bestimmten Ziel führt. Alle Regeln für das Spiel unseres Lebens hat er uns bekanntgegeben. Es liegt an uns selbst, ob wir diese erkennen lernen, denn Unwissenheit entbindet uns nicht von den Folgen, die wir bei ihrer Nichtbeachtung zu tragen haben. Das ist auf dem irdischen Plan ebenso wie auf dem geistigen.
Zu allen Zeiten hat es Weise, Propheten, Auserwählte und Lehrer gegeben, denen die Göttlichen Gesetze bekannt waren und die sich ausersehen fühlten, diese den Menschen weiterzugeben.
Wir könnten die ewigen Wahrheiten auch aus dem eigenen Höheren Selbst erfahren, wenn wir noch den Bezug zu unserem wahren, göttlichen Wesen hätten. Da wir ihn verloren haben, sind wir in eine Gottferne gerückt, und darum können wir auch nicht erwarten, dass der Geist der Erleuchtung über uns kommt. Wir haben uns aus der schützenden Einheit entfernt und die Welt in uns eindringen lassen. Zwar müssen wir in der Welt sein, aber sie soll uns nicht ausfüllen.
Mancher mag sagen, ja, wir sind nun mal hier in der Welt und müssen mit ihr fertig werden. Das stimmt! Aber wie werden wir denn mit ihr und unserem Leben fertig? Krankheit, Sorge, Unzufriedenheit, Disharmonie, Unfriede, Angst rings um uns her. Das alles erleben wir täglich. Unser eigenes Leben verläuft nicht so mühevoll, weil das Leben nun mal so ist, sondern weil wir uns und ihm gegenüber einen falschen Standpunkt haben. Wir identifizieren uns mit dem vergänglichen Körper, dadurch ist unser Verstand begrenzt. Wüssten wir um unsere wahre Identität, fühlten wir uns in erster Linie als geistige Wesenheit, so würden wir aus diesem erweiterten Bewusstsein heraus die Welt und das persönliche Leben besser meistern. Der Verstand würde von Göttlicher Intuition geleitet und könnte keine Fehlurteile und Fehlentscheidungen treffen, denn diese sind es, die uns in Schwierigkeiten bringen.
Das geistige Erwachen des Menschen ist die Basis für Selbstfindung. Er will nicht mehr blind glauben oder gar nicht glauben, sondern er will wissen und sucht eine Antwort auf die Fragen: „Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich?" Wer fragt, bekommt auch Antwort. Das drückte Jesus Christus so aus: „Bittet, und ihr werdet empfangen, klopfet an und es wird euch aufgetan." Wer aber nicht fragt und nicht nachdenkt, kann auch keine Antwort bekommen oder gar eine Erleuchtung.
Die Frage nach dem Sinn unseres Daseins lässt sich nur in Verbindung mit dem Wissen um eine Existenz über den physischen Tod hinaus beantworten; denn ein Leben, angefüllt mit Arbeit, Mühe, Problemen, Krankheit und Schicksalsschlägen hätte wohl kaum einen Sinn, wenn danach alles zu Ende sein sollte.
Wenn wir einen Blick ins Universum tun, von dessen Ausmaß wir keine Vorstellung haben, und sich vor unseren Augen Milchstraßensysteme und Spiralnebel auftun, dann fällt es wahrhaft schwer, an Zufälligkeiten, an Vergänglichkeit und totalen Zerfall zu denken. Aus dieser Sicht muss auch der Mensch einen Platz in der Schöpfung haben und dem großen Evolutionsprozess sinnvoll eingeordnet sein, stets am kosmischen Spiel beteiligt. Dass wir von Tod und Ende sprechen, wenn wir diese physische Ebene verlassen müssen, beweist nur, wie begrenzt wir im Denken und im Wissen sind. Aber wir selbst errichten uns diese Begrenzungen durch falsches Denken.
Wie in der Puppe schon die Anlage zu einem schönen Schmetterling liegt und dieser nach der Metamorphose sich abmüht, die begrenzende Hülle zu verlassen, um in einen sonnendurchfluteten Äther zu schweben, könnte doch in unserem physischen Körper auch schon die Anlage zu einem höheren Wesen liegen, und es wäre nicht richtig, von Tod und völligem Ende zu sprechen, wenn die große Umwandlung mit dem Ablegen des physischen Körpers geschieht.
Tod ist ein Wort, das es in dieser endgültigen Auslegung nicht geben dürfte. Es erschreckt all jene Menschen, die in geistiger Unwissenheit leben. Manche schieben den aufkommenden Gedanken beiseite, weil er ihnen unangenehm ist und Angstgefühle auslöst.
Viele Menschen sind an ihren Besitz gekettet und erleben im tiefsten Innern ein Unbehagen, ja eine Auflehnung, wenn sie daran denken, dass sie sich einmal von dem lösen müssen, was sie sich so mühsam erarbeitet haben. Sie wissen nicht, wann dieses Ereignis eintritt, ob heute, morgen oder erst in einigen Jahren. Und so richten sie ihr Leben aus, als seien sie ewig auf dieser Erde. So zu leben führt zu verzerrten Gefühlen und bringt keine reine Freude. Unbewusst befinden sich diese Menschen in ständiger Spannung und Angst, die sich auf den physischen Körper und auf die Seele auswirken.
All unsere Gedanken und Gefühle drücken sich in Schwingungen, Vibrationen aus, die im Gefüge des Körpers wie eine Niederschrift zum Ausdruck kommen und damit für die Beschaffenheit unseres Zustandes ausschlaggebend sind. Diese Niederschrift wirkt wie die Arbeit eines Bildhauers, der seine Gedanken, Ideen und Vorstellungen in seinem Kunstwerk darstellt.
Ein Mensch, der nicht den rechten Bezug zum Sinn seines Lebens hat und von Weg und Ziel seiner Seele nichts weiß, kann nicht in Harmonie leben. Es gibt immer wieder Ereignisse, die ihn aus seiner scheinbaren Harmonie herausreißen. Dies könnte z. B. eine schwere Krankheit eines nahestehenden Menschen sein oder der Tod eines lieben Menschen. Dann fühlt er sich elend und nicht mehr im Gleichgewicht, sein Innenleben ist in Unordnung geraten. Er kann selbst krank werden, empfindet Ängste und gar zu oft kommen Depressionen. Eine kürzere oder längere Zeit lebt er so in Spannung und leidet. Aber auf diese Weise zu leben ist nicht erstrebenswert. Resigniert zu sagen: „So ist dieses Leben nun mal", ist zwar einfach, aber unerfreulich und lüftet nicht den Schleier der Unwissenheit. So muss es nicht sein!
Wir haben die Möglichkeit, uns Klarheit über den Sinn unseres Daseins zu verschaffen und auch darüber, nach welchen Lebensgesetzen wir uns auf diesem irdischen Plan zu richten haben. Jede Religion gibt uns dazu wertvolle Hilfen, wenn wir tief genug in sie eindringen. Hier ist nicht die Meinung einiger Priester gemeint, die wenig Trost und Licht geben können. Ein Priester kann auch nur das vermitteln, was er selbst empfindet und wozu er sich durchgerungen hat. Wer beharrlich forscht und sucht, bekommt eines Tages Antwort, und die sicherste Antwort liegt in uns selbst. Wenn es still genug in und um uns geworden ist, wenn wir es vermögen, in die eigene Tiefe, in unsere Seele einzutauchen, kommen wir zum Quell der Antworten. Weil die heutigen Menschen aber hauptsächlich nach außen leben, ist der Zugang zu unserem Göttlichen Selbst versperrt. Wie sollten wir dann einen Bezug zu unserem wahren, ewigen Sein bekommen?
Was wir Tod nennen, ist nur ein Zurückziehen Göttlicher Energie aus dem physischen Körper, der dann den Weg alles Stofflichen geht, ein Zurückziehen der Seele aus dem Körper. Er war auf diesem Plan die Hülle für unsere Seele, damit sie hier wirken konnte, um die Dinge zu lernen, die sie sich nur auf dieser Ebene aneignen kann. Wem das in einer Lebensspanne nicht geglückt ist, dem wird nach dem kosmischen Gesetz erneut eine Möglichkeit gegeben, sich weitere Kenntnisse zu erwerben. So dient der physische Tod wirklich nur unserer geistigen Entwicklung, weil er der Seele die Möglichkeit gibt weiter zu schreiten, um allmählich höhere Freiheit zu gewinnen. In dieser höheren Freiheit auf einer anderen Daseinsebene lebt sie voll bewusst weiter. Bewusstsein ist nicht nur ein Aspekt unseres physischen Körpers, sondern ebenso und primär einer unserer Seele. Beim phys. Tod zieht sich das Bewusstsein mit der Seele aus dem Körper zurück, und die Wesenheit lebt bewusster als vorher in einer Sphäre, die ihrer Beschaffenheit angepasst ist.
Jede Seele geht ihren ganz individuellen Weg der Entwicklung, den sie sich allein suchen muss. Niemand kann einem anderen eine Wegstrecke abnehmen, wohl aber eine Hilfe sein. Das Miteinandergehen hier ist ein vorübergehender Zustand. Er ist wie eine Schule, die einmal verlassen wird, wonach dann jeder Mitschüler seinen Weg ins Leben allein gehen muss. Das sollten wir uns alle klar machen und anerkennen, wenn einst der Tag kommt, da die Entwicklung auf der physischen Ebene beendet ist und die Seele auf einer anderen weitergeht, um der Vollendung entgegen zu reifen.
Wenn wir um unser Ziel wissen und erkannt haben, dass jede Seele auf dem Weg zur Vollendung ist und unsere Wege uns mit unseren Weggenossen auf höherer Daseinsebene wieder und wieder zusammenführen, weil es in der ganzen Schöpfung nur Einheit und keine Trennung, aber ständige Fortentwicklung gibt, dürfte uns der eigene physische Tod und der unserer Lieben nicht so erschrecken, da er doch nur zu einer vorübergehenden Trennung auf der irdischen Ebene führt, bis man sich auf einer höheren wieder begegnet. Das ist eine Metamorphose, die jeder durchmachen muss. Ein Festhalten an einem Zustand wäre ein Stillstand in der Entwicklung. Was wir Tod nennen, ist aus dieser Sicht eine notwendige Gelegenheit, die Seele von den Missklängen der Erde zu befreien.
Die Verkörperung auf Erden hat den Sinn, den Menschen durch Leid und Erkenntnis seiner Vollendung näher zu bringen, bis er sich seiner Gotteskindschaft wieder voll bewusst geworden ist und gelernt hat, nur dem „Ewigen Gesetz der Liebe und des Lebens" zu dienen. Dieses ist es, was ihn schließlich vom Kreislauf der Geburt, des Todes und der Wiederverkörperung erlöst und alle Fragen des menschlichen Daseins entschwinden lässt. An ihre Stelle wird die Freude sich ewig ausweitender Entwicklung treten. Schöpfung ist immerwährende Bewegung und Evolution, ein selbsttätiger Strom sich stets erweiternder Vervollkommnung.
Trauer und Gram über den Tod eines geliebten Menschen steht dem geistigen Weiterschreiten beider im Wege. In Wirklichkeit sind das Auflehnen und die Trauer ein Aufbäumen gegen die Gesetze der Evolution, damit gegen Gott und im Grunde meist Selbstmitleid.
Wenn es die wahre Liebe ist, die uns erfüllt, dann sollten wir uns nicht grämen, da der Heimgegangene doch nun an einem besseren Ort als dem bisherigen ist. Er hat dieses irdische Leben mit seiner Enge überwunden. Erfüllt uns die wahre Liebe, die Göttliche Liebe, dann wird sie nie aufhören und wird uns nach dem Gesetz zur rechten Zeit wieder zu ihm hinführen, den wir lieben und immer lieben werden; denn die echte Liebe, die selbstlose, kennt keine Trennung.
Die in Liebe geknüpfte geistige Verbindung ist eine große Kraft, die es möglich werden lässt, das geistige Nahsein unserer Lieben zu fühlen. Und wenn wir still genug werden, vermag diese verwandelnde Kraft es, die Tätigkeit unserer groben Sinne zu erhöhen, auszuweiten, so dass wir auf mentaler Ebene in Kommunikation mit den Lieben treten können. Es gibt viele Menschen, denen das möglich ist. Diese Kommunikation ist nichts anderes, als die völlige Anerkennung des Gesetzes der Einheit in der ganzen Schöpfung. Unsere Verstandestätigkeit und unsere Skepsis dem gegenüber, was die nichtmaterielle Ebene des Lebens betrifft, sind die trennenden Faktoren. Wären wir uns zu allen Zeiten unseres Göttlichen Selbst bewusst und lebten wir stets mit dem Göttlichen in Harmonie, könnten wir nur Vollkommenes offenbaren und erleben.
In allem was wir denken und tun, sollte unsere Konzentration auf diese vollkommene Göttliche Gegenwart in uns ausgerichtet sein durch Bewusstwerdung und Anerkennung.
All unsere Tätigkeit nach außen richtet sich dann nach dem Gesetz des Lebens und der Liebe aus. Damit könnten wir nur Harmonie und Einheit zum Ausdruck bringen.
Der physische Tod ist nichts anderes als ein Vorgang einer großen und tiefen Umwandlung im Leben unserer Seele. Er ist die Brücke zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Er nimmt uns nur, was der Erde, der Vergänglichkeit angehört, nicht aber das, was wir uns durch Liebe und Erkenntnis errungen haben.
Was wir Tod nennen und so sinnlos fürchten und beweinen, ist nichts anderes, als der Flug der Seele in Göttliche Sphären. Das Sterben des Körpers ist die Auferstehung der Seele in der Welt des Geistes, denn die Seele ist unser wahres, ewiges Sein, das, von den irdischen Fesseln befreit, den Weg der Erkenntnis und Wahrheit schreitet, um zurückzukehren in die Göttliche Einheit, in den Schoß des Vaters, in den wir doch alle einmal einmünden sollen. Das ist das Gesetz des Lebens.
Wir haben nicht das Recht, einer Seele diesen Weg zu verwehren und sie an ihrer Höherentwicklung zu hindern, indem wir sie in irgendeiner Weise festzuhalten, an die Materie zu binden suchen. Es sollte unser ständiges Bemühen sein, den Weg aus der Zwiespältigkeit, Begrenzung und Trennung zu finden, damit wir uns in die ewige Harmonie und Einheit einschwingen können.
Wir sind nach dem Bilde Gottes geschaffen. Unsere wahre Natur ist unsterblich. Wenn wir an einen guten, liebenden, ewigen Schöpfer glauben, nach dessen Bilde wir geschaffen sind, so ist doch der Gedanke, dass unsere Feinstofflichkeit unvergänglich ist, nur eine logische Folgerung. Wie unbefriedigend wäre es für einen Schöpfer, wenn seine Geschöpfe sich mit dem physischen Tod in ein Nichts auflösen würden. Ein denkender Mensch kann das nicht glauben.
Es war Göttliche Liebe, die uns den physischen Körper gab. Wenn all diese Liebe an uns gewendet wurde, dürfen wir wohl mit Recht annehmen, dass wir ein wichtiger Teil der Schöpfung sind. Göttliche Liebe war es, die uns auf der langen Wanderung durch die Zeiten einhüllte, beschützte, belehrte und erhalten hat, auf dass wir einmal unseren Daseinsgrund erkennen.
Können wir ermessen, wie viel Liebe bis zum heutigen Tage in uns investiert wurde? Sie war es, die uns gehalten und getragen hat bis zu dem, was wir heute sind und offenbaren. Tief und innig sollten wir die Verantwortung fühlen, dass diese für uns aufgewendete Liebe nun erwidert werden muss. Es ist die Zeit gekommen, da die Menschheit sich aus ihrer Verblendung, ihrer Ichbezogenheit erheben muss, um den Weg der Evolution zu erkennen, der in der geistigen, ethischen und moralischen Entwicklung jedes einzelnen liegt. Der Tag ist nah, an dem jeder aus ehrlichem Herzen und in Selbstaufgabe vor dem großen kosmischen Geist sein Haupt ehrfurchtsvoll und in tiefempfundener Dankbarkeit beugen sollte. Freudig möge er die Verantwortung auf sich nehmen, seinen Göttlichen Plan jetzt zu erfüllen, wofür ihn Liebe seit Äonen erhalten hat. Groß wird einst die Stunde für jedes Wesen sein, wenn es in voller Erkenntnis und Freiheit vor seinen Schöpfer hintreten und ihm, in Liebe sein erfülltes Leben darbringend, sagen kann: „Unendlicher Geist, Vater meiner Seele, ich bringe Dir mein Leben, Es ist vollendet!"
Wassermann-Zeitalter
Dass wir in einer aufregenden Zeit leben, wird niemand bestreiten können. Es musste wohl erst zu den jetzigen chaotischen Zuständen kommen, um die Menschheit aus ihrer tiefen Erstarrung im Materialismus wachzurütteln. Und ganz allmählich wird sie sich des bedeutsamen Schrittes bewusst, dem sie nicht auszuweichen imstande ist, dem Schritt ins Wassermann-Zeitalter, einem geistigen Äon. Aber noch ganz benommen von den Auswirkungen des Materialismus, wird sie diesen Schritt nicht tun können, ohne Hilfe und Schulung für ein höheres als das bisher verfügbare Wissen. Eine Reihe von neuen Lehren, die manchmal so alt sind wie die Menschheit selbst, neu, weil jetzt wieder entdeckt, stehen ihr plötzlich zur Verfügung, und manchmal ist es nicht einfach, die Quellen zu entdecken, die einen unerschöpflichen Reichtum von Wahrheiten hervorbringen, die in geradezu revolutionärer Weise eine Weitung des menschlichen Bewusstseins hervorrufen.
Dennoch wird die Menschheit noch einen langen und beschwerlichen Weg zurücklegen müssen, ehe sie die grandiose Entwicklung erkennen kann, die vor ihr liegt. Es ist offensichtlich einfacher, die Füße auf den Mond zu setzen, als den Himmel im eigenen Innern zu finden.
Durch physisch und geistig unvernünftige, um nicht zu sagen oftmals primitive Denkweisen, haben wir uns das Wertvollste rauben lassen: den Anschluss an unsere Lebenskraft. Nur ein höheres Wissen kann den Regenerierungsprozess erfolgreich herbeiführen.
Der Planet Erde und die Menschheit auf ihm befinden sich in einem Zustand der Transformation für ein geistiges Äon, das Wassermann-Zeitalter, das schon über die Schwelle getreten ist. Wäre die Menschheit nicht in die Sackgasse des Materialismus geraten, hätte sie ihm wissend und freudig die Tür öffnen können. Da dieses aber nicht geschah, bleiben ihr die Folgen eines verspäteten Erwachens nicht erspart, was die außerordentlich kritische Zeit zeigt.
Um überhaupt den eigenen Standpunkt und den der Menschheit und des Planeten zu erkennen, ist es erforderlich, die Aufmerksamkeit und den Blick in kosmische Räume zu erheben. Der Evolutionsprozess wird nicht vom menschlichen Verstand gesteuert. Er ist die Folge von Auswirkungen kosmischer Gesetzmäßigkeiten, in die alles Leben ohne Ausnahme eingeschlossen ist.
Unser Stern Erde, auf dem wir leben, ist eine Welt unter Milliarden Welten im Kosmos. Jede ist eine kosmische Zelle in der unermesslichen Schöpfung. Alle diese Welten stehen in Beziehung zueinander, auch wenn unvorstellbar weite Räume sie scheinbar trennen.
Die ganze Schöpfung befindet sich in einem fortwährenden Evolutionsprozess, und alles Leben, ob grobstofflicher oder feinstofflicher Art, ist ihm unterworfen.
So steht auch die Menschheit jetzt in diesem Werdeprozess. Ihre Entwicklung sollte mit der des Makrokosmos in Harmonie verlaufen. Das heißt, sie (die Menschheit) sollte sich bewusst der großen Evolution anschließen durch persönliche Entwicklung jedes einzelnen. Wählt sie aber einen anderen Weg, wirkt sich dies entwicklungshemmend aus, und bittere Erfahrungen werden ihr dann nicht erspart bleiben.
Dass wir jetzt in einer besonderen Zeit leben, in der auf unserem Planeten viel geschieht, spüren wir alle. Wir fühlen auch, dass sich auf unserer Erde viel ändern muss. Diese Änderung kann sich aber nur dann vollziehen, wenn jeder an seinem Platz sich darum bemüht durch Bewusstseinsänderung. Wenn dieses geschehen soll, muss jeder bei sich selbst beginnen, denn wir können keine Wandlung, weder von den Politikern noch von den Kirchen, erwarten, wenn wir nicht gewillt sind, uns selbst unter die Lupe zu nehmen, nach neuen Erkenntnissen zu suchen und sie nach außen wirksam werden zu lassen.
Man spricht vom Wassermann-Zeitalter, vom Durchbruch zu einer neuen geistigen Ära. Was ist damit gemeint? Wie ist das zu verstehen? Und was bedeutet dieser neue Aspekt für den Einzelnen? Ist der Einzelne überhaupt davon betroffen und inwieweit? Wenn mancher auch gleichgültig denkt, das ginge ihn alles nichts an, weil er sein Leben in der gewohnten Weise weiterleben möchte, um möglichst leicht und ungeschoren davonzukommen, so hat er sich sehr geirrt. Als kleine Zelle im großen Verband ist auch der Einzelne wichtig. Er kann sich nicht ausschließen. Er ist immer am Geschehen beteiligt. Und unser Planet ist wiederum, wie schon gesagt wurde, eine Zelle im Makrokosmos.
Es kommt auf unser Bemühen an, ob wir gute oder weniger gute Schwimmer im Strome der Schöpfung sind, ob wir untertauchen, obenauf schwimmen oder auf der Strecke bleiben.
Um unsere Aufgabe im Schöpfungsplan erkennen zu können, müssen wir unser Bewusstsein kosmisch, universell ausrichten, damit wir aus der Enge bisherigen Denkens herauskommen und uns nicht nur als Kinder dieser Erde fühlen, sondern als Kinder des Kosmos, denn die Sehnsucht und der Wunsch der Menschheit ist es doch, die anderen Welten zu erforschen und kennenzulernen. Das allein ist schon eine Entwicklung, die uns erkennen lässt, dass sich das Bewusstsein aus bisherigen Begrenzungen erheben möchte.
Diese Entwicklung passt in das Bild der Evolution, denn unser ganzes Planetensystem ist in eine Phase gewaltiger Veränderungen eingetreten. Ich möchte einen Absatz aus Dr. Sumners Büchlein „Vom kommenden goldenen Zeitalter" zitieren:
„Alle Planeten befinden sich in einem Werdeprozess, durch den sie zu hohen Sonnen herangebildet werden, die ihrerseits neue Welten gebären, und diese werden dann ihre sie umkreisenden Satelliten. Sie steigen zyklisch durch zunehmende Schwingungsfrequenz in immer höhere Herrlichkeitsphasen auf. Und in demselben Maße, in dem sie sich höher entwickeln, entwickelt sich auch alles Lebendige auf ihnen empor, wird veredelt und erhöht, indem es stets Schritt hält mit der Entwicklung des Planeten. Alles Lebendige, dem das nicht gelingt, wird aufhören zu bestehen und zwar durch Absonderung. Sowohl das sichtbare als auch das unsichtbare Universum, und alles was darin ist, bewegt sich fortgesetzt erhabenen, geistigen Zielen entgegen und alles, was nicht in Harmonie mit diesen Lebensgrundlagen und Tendenzen ist, muss ausgemerzt werden, damit der Fortschritt des Ganzen überschüttet und gesichert ist."
Soweit Dr. Sumner.
Durch die Berechnungen der Astronomen wissen wir, dass wir mit unserem Planetensystem in einem elliptischen Umlauf um eine Zentral-Sonne kreisen. Dieser Umlauf dauert 25 857 Jahre. Wie viele Zentral-Sonnen es gibt und wie viele Planetensysteme existieren, weiß kein Mensch, da uns das Fassungsvermögen für Unendlichkeit und Ewigkeit fehlt. In unserem Denken und in unserem Vorstellungsvermögen sind wir zeitlich und räumlich begrenzt. Man bezeichnet eine einmalige Umwanderung von 25 857 Jahren als einen Weltentag. In der fernöstlichen Philosophie spricht man von „einem Tage Brahmans".
Während der Zeit einer solchen Umwanderung um unsere Zentral-Sonne durchlaufen wir 12 Weltzeitalter, die nach den 12 Tierkreiszeichen benannt werden. Durch den elliptischen Umlauf haben die einzelnen Weltzeitalter nicht alle die gleiche Ausdehnung, so dass längere und kürzere Perioden der jeweiligen Zeitalter entstehen. Ebenso variiert natürlicherweise die Intensität der Strahlungen aus der großen Zentral-Sonne, je nachdem, ob wir uns ihr nähern oder ob wir uns von ihr entfernen. Logischerweise steht jedes der 12 Weltzeitalter aufgrund dieser Ellipsenbahn unter einer anderen Einstrahlung, die sich auf unser System, auf unsere Erde und auch auf uns selbst auswirkt.
Es ist wohl notwendig, etwas über den großen Tierkreis zu sagen, damit das grandiose Geschehen uns verständlicher wird. Der Tierkreis ist die Handschrift des Schöpfers, die er ins Universum geschrieben hat. Im Laufe von vielen Jahrtausenden wurde sie von den Menschen entziffert und offenbart uns gewaltige, ewige Gesetze. Das Wissen, das ins Bewusstsein der Weisen und Vollkommenen dieser Erde gedrungen ist, jener Eingeweihten und Adepten, die an den Strom des Schöpfungsbewusstseins angeschlossen waren, hat für die gesamte Erdenmenschheit geltende Bedeutung.
Das Wissen um den Tierkreis ist schon bei allen frühen Völkern der Erde zu finden, obwohl es Zeiten gab, da Gebirge unübersteigbar waren und unendliche Steppen und große Meere sie scheinbar unüberwindlich voneinander trennten. Trotzdem lebten sie alle im Wissen um das große Lebensgesetz.
Der Tierkreis berichtet dem Eingeweihten von den Gesetzen des Lebens, und die 12 Bilder in ihm sind Symbole, die die Entwicklungsstufen des Lebensgeheimnisses ausdrücken und, auf den Makrokosmos ausgedehnt, die gesamte Evolution aufzeichnet. Den großen Weisen und Sehern der Frühzeit waren die Geheimnisse des Lebens offenbar. Sie haben die Verhüllungen gewählt, um das Tierkreis-Wissen, das Geheimnis des Lebens selbst, vor Profanierung zu schützen. Alles urewige Wissen wurde getarnt durch Symbole, weil diese Offenbarungen selbst den großen Weisen zu gewaltig erschienen. Sie erkannten die Lebensgeheimnisse und in ihnen den, der sie geschaffen hatte, den ewigen Vater-Mutter-Gott, die ewige Gottheit. Kein Wandel der Zeiten, kein Erdengeschehen und •keine Wasserfluten haben es vermocht, das Wissen um die Geheimnisse, die aus dem Tierkreis zu lesen sind, auszulöschen.
Der Tierkreis hieß ursprünglich „Tyr-Kreis", Kreis des unsterblichen Lebens. Später, als die alten Kulturen vergingen und die lebendige Verbindung mit dem Geist des Kosmos abgerissen war, wurde der Tyr-Kreis in den geheimnisvollen „Tier-Kreis" verwandelt. Wir wissen, dass er nicht nur Symbole von Tieren aufweist. Es sind auch Menschen dabei, Zwillinge, Wassermann, Jungfrau, Schütze, und auch ein Gegenstand, eine Waage. (Sterneder, Tierkreis)
Wir wollen die Zahl 12 etwas näher beleuchten. Warum 12 Weltzeitalter, 12 Zeichen des Tierkreises? Der Grieche Pythagoras erklärte die Zahl 12 für heilig. Die Frühmenschen teilten das Jahr in 12 Monate, nach den 12 Sonnenständen innerhalb des Jahres. Sie beobachteten bei der Pflanze innerhalb des Jahres 12 Entwicklungsstufen und nicht nur bei der Pflanze, sondern auch bei Tier und Mensch. Bei den letzteren erweitern sich diese Stufen entsprechend: Mikro-Kosmos und Makro-Kosmos basieren ebenfalls auf der 12-Gestuftheit. Moses teilte sein Volk in 12 Stämme auf, um die Zahl 12 und die Himmelsgesetze, die sich dahinter verbergen, zu ehren. Auf dem Brustschild der Hohen-Priester befanden sich 12 verschiedene Edelsteine. Christus wählte 12 Apostel, denn auch er wusste um das Geheimnis des Lebens in der 12-Gestuftheit. Die Griechen verehrten 12 olympische Götter, die nichts anderes waren als die Personifikation der 12 Tierkreiskräfte. Man könnte die Aufzählung der 12-Gestuftheit noch weiterführen.
Nun aber zurück zu unserer großen Umwanderung um die Zentral‑Sonne. Jetzt in unserer Zeit haben wir die Einstrahlung des Sternbildes Fische genannt verlassen. Das „Fische-Zeitalter" ist, geistig gesehen, ein niederes Zeitalter, und wir haben uns in das des „Wassermannes" begeben, das das höchste von allen sein soll. Die Schwingungen des Fische-Zeitalters z. B. entsprechen denen von Infrarot mit 15 Trillionen Schwingungen pro Sec., während die Schwingungen des „Wassermannes" denen des Ultra-Violett entsprechen, die 75 Trillionen Schwingungen pro Sec. aufweisen. Sie sind also 5 x höher als im vergangenen Zeitalter. Nun sind wir auch noch an den äußeren Bereich der „Goldenen Strahlung" gekommen, die aus der großen Zentral-Sonne stammt. Sie sind die am stärksten umwandelnden aller Strahlen, mit denen die Erde während sämtlicher Zeitalter in Berührung kommt. Dieser ungeheure zweifache Einfluss ruft ein einziges Mal in jedem vollen Zyklus von 25 857 Jahren das wegen dieser starken goldenen Strahlen sogenannte „Goldene Zeitalter" hervor.
Es ist kein Zufall, dass Christus im „Fische-Zeitalter" geboren wurde, dem geistig niedrigen. Die Menschheit brauchte einen geistigen Kometen, dessen Spur sie folgen sollte, um für das Wassermann-Zeitalter vorbereitet zu werden, um so unbeschadet wie möglich den Wechsel zu erleben. Seine Lehren sollen die Menschheit in ein höheres Bewusstsein führen. Das ist es, was wir für das Wassermann-Zeitalter brauchen, Bewusstseinserweiterung durch geistige Vervollkommnung. Dieses kann nur durch Zeiten langer Zubereitung geschehen. Generation auf Generation musste darauf vorbereitet werden, um sich den langsam erhöhenden Schwingungen anpassen zu können. Jetzt ist auch die Zeit, von der die biblischen Propheten kündeten, da die alte Ordnung vergehen muss, um einer neuen, höheren Lebensordnung Raum zu geben. Jetzt ist die Zeit, „da alle Dinge neu gemacht werden." Das Leben einer Generation wäre selbstverständlich dafür viel zu kurz.
Die Erde ist also in die geistige Strahlung des Ultra-Violett, die aus 75 Trillionen Schwingungen pro Sec. besteht, eingetreten, und diese erhöhen sich mit fortschreitender Zeit ständig, bis sie in der vollen Strahlung aus dem Zeichen Wassermann stehen wird.
Wie wirken sich diese viel höheren Schwingungen auf den Menschen aus? Durch die neuen Einflüsse werden unsere Sinne empfindsamer für höhere Schwingungen aus der geistigen Welt, und dadurch wächst die Zahl derer, die der Telepathie, des Hellhörens und Hellsehens fähig werden. Wir erleben dieses doch fast täglich und werden auch durch Presse und Funk immer mehr mit diesen Phänomenen bekannt gemacht. Die Zahl der Unbekannten, die solche Fähigkeiten besitzen, ist aber viel größer. Wissenschaft und Geisteswissenschaft beschäftigen sich intensiv damit. Das Interesse und das Verständnis für Parapsychologie und Esoterik wachsen immer mehr.
Diese Entwicklung steht in völliger Übereinstimmung mit den weltlichen und geistlichen Prophezeiungen, die das Ende des Fische-Zeitalters betreffen: „Und ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure ältesten sollen Träume haben und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selben Zeit meinen Geist ausgießen über Knechte und Mägde ...", das wohl nichts anderes ausdrücken soll, als dass sich das Bewusstsein aller Menschen weitet.
Die feineren Strahlungen und höheren Frequenzen wirken sich so auf den Menschen aus, als wenn man eine schwache Birne einer höheren Voltzahl aussetzt. Deshalb gibt es viele Nervenkranke, die Opfer der höheren Frequenzen aus dem Kosmos sind. Denn gerade auf unser Nervensystem wirken sich diese Schwingungen und Strahlungen aus. Wenn wir Wissende wären, wenn uns kosmisches Wissen geläufig wäre, fühlten wir uns körperlich und geistig gesünder, weil wir dadurch eine Bewusstseinserweiterung erfahren würden und diese sich auch auf den physischen Körper auswirkte, da Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden und diese drei Ebenen zusammenwirken.
Es wäre nicht richtig zu glauben, dass wir dem kosmischen Geschehen erbarmungslos ausgeliefert sind. Wie können wir uns aber den feineren Schwingungen anpassen, die unangenehme Folgen auf unser Nervensystem haben können?
Wenn wir erkannt haben, dass der Sinn des Daseins nur in der Aufwärtsentwicklung liegt, dass die ganze Schöpfung einem ständigen Evolutionsprozess unterworfen ist, wird uns klar, dass die Menschheit umdenken lernen muss. Tut sie es nicht aus eigenem Impuls, wird die Evolution sie dazu zwingen, sich anzupassen oder auszuscheiden. Beides kann sehr schmerzhaft sein.
Wir haben durch das Eintauchen in die Materie den Bezug zu unserem wahren, unsterblichen Wesen verloren, das Göttlicher Natur und nach Gottes Bild geschaffen ist. Viele von uns leben nur diesseits-bezogen und fühlen sich nicht als Kinder des Kosmos, geborgen in einer All-Einheit, eingehüllt in die kosmischen Gesetze. Aus dieser Sicht erkennen sie nicht den Sinn ihres Daseins und verfehlen den Weg, und das ist eine große Tragik.
Es gibt kein anderes Ziel für jedes Wesen, als das Göttliche Ebenbild, nach dem es geschaffen ist, wieder in die Realität zu führen. Das Gebot dafür lautet: „Werdet vollkommen", wie Christus und die großen Menschheitsführer, die der Welt Wesentliches zu sagen hatten, lehrten. Strebt die Menschheit, strebt jeder Einzelne nicht danach, sondern bleibt in die niederen Eigenschaften weiterhin verstrickt, werden auf der Erde und im persönlichen Leben keine Harmonie, kein Friede, keine echte Freude, Gesundheit und Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen sein. Das Chaos, der Unfriede, das Dunkle was geschieht, resultiert aus unrichtigem Denken und Handeln.
Geistige Entwicklung erfolgt aus Arbeit am Selbst und bedeutet, die niedere Natur zu überwinden. Das lehrt jede Religion.
Durch geistige Aufwärtsentwicklung kommt das atomare Gefüge unseres Körpers und unserer Seele in höhere Schwingungen. Durch eigene Vervollkommnung verbessern wir die Qualität der Seele und passen uns dadurch den höheren Frequenzen an.
Mit der großen Entwicklung in der Schöpfung schrittzuhalten, uns darin einzuschwingen, ist unser Weg. Wer ihm nicht folgt, rutscht geistig ab, bleibt dadurch in einer gröberen Schwingung, und das Leben bereitet ihm keine echte Freude.
Wer süchtig ist, raucht oder trinkt, um Beispiele zu nennen, vergröbert seine Schwingung, weil Untugenden den Menschen geistig herabziehen. Er wird abhängig, krank, verkürzt sein Leben und geht oft elend zugrunde. Durch diese Fehlentscheidungen wird die Aufwärtsentwicklung blockiert.
Das Gebot der Stunde ist, sich in den Gang des kosmischen Geschehens einzugliedern, höheren Zielen nachzustreben, den Weg aus der Materie zur Vergeistigung zu gehen.
Nun zurück zu unserer kosmischen Uhr. Die zodiakale Übergangsperiode, da zwei Weltzeitalter sich überschneiden, dauert etwa 186 Jahre. Das bedeutet, dass eine so lange Zeit gebraucht wird, um aus der wirksamen Strahlung einer Konstellation in die volle Wirksamkeit der nächsten zu gelangen. Während dieser 186 Jahre nehmen die Schwingungen der einen ab, während die der anderen mehr und mehr zunehmen. Die erste bedeutende Wassermann-Strahlung wurde um das Jahr 1844 bemerkt, so dass wir die volle Strahlung etwa um 2030 empfangen. In den Jahren 1936/37 waren die Strahlungen beider Konstellationen gleich stark. Damals war der Zeitpunkt gekommen, von dem an die Strahlung des Wassermann-Äons stetig fühlbar zunahm.
In Rückblick auf die Entwicklung auf allen Gebieten des irdischen Bereiches in den letzten 150 Jahren müssen wir zugeben, dass es vorher so schnelle Fortschritte, was die Lebensverhältnisse, Entdeckungen und Erfindungen betraf, nicht gab. Wir mussten erst in diese Strahlung kommen, bevor das Telefon, das 1860 von Philipp Reis erfunden wurde, die drahtlose Nachrichtenübermittlung usw. erfunden werden konnte. Zu einer anderen Zeit, etwa noch 100 Jahre früher, wäre das nicht möglich gewesen. Auto, Flugzeug, Radio, Fernsehen und Fahrzeuge mit Raketenantrieb konnten nicht eher erfunden werden, weil die Menschheit erst in diese Strahlung kommen musste, um bewusstseinsmäßig dafür reif zu werden.
Je höher die Schwingung ist, in der wir leben, desto größer kann unsere Entwicklung werden. So steuert die Frequenz des jeweiligen Zeitalters den Evolutionsprozess der Gesamtheit. Die Entdeckungen, die beispielsweise im nächsten, im Steinbock-Zeitalter, gemacht werden, könnten wir jetzt noch nicht machen, weil wir geistig dazu nicht in der Lage sind.
Das gesprochene Wort im Rundfunk geht um den ganzen Erdball. Wir können Menschen auf dem Bildschirm sehen, die Tausende von Kilometern von uns entfernt sind, fliegen schneller als der Schall und setzen unsere Füße auf den Mond. Wenn man diese Entwicklung den Menschen vor 100 Jahren gesagt hätte, hätte man uns für verrückt erklärt und noch einige Jahrhunderte früher wären wir für solche kühnen Behauptungen auf dem Scheiterhaufen gelandet.
Die Welt hat sich schon grundlegend gewandelt, und sie wird es noch stärker tun.
Es ist ohne Zweifel ein gewaltiger geistiger Fortschritt, ein echter Ausdruck des Wassermann-Zeitalters, dass ausgerechnet das atheistische Russland zu der Erkenntnis kam, wie es in dem Buch „PSI" heißt, dass die Telepathie die Kosmische Sprache, die Verständigung der Zukunft sein wird und zwar mit allen Wesen im All. Auch technisch wird diese Verständigung mit allen im Kosmos Lebenden gelöst werden, ganz gleich, ob die Wesen in physischer oder geistiger Form leben. Für Wissende war das nie etwas Außergewöhnliches. Auf diesem Gebiete ist schon ein großer Schritt ins Unbekannte getan, wenn auch noch nicht in der angestrebten Vollkommenheit. Wir haben ja noch eine gute Weile Zeit, bis Wassermann seinen vollen Einfluss über uns ausgießt. - Die Telepathie z. B. ist eine Verständigung auf der oberhalb unseres Hörens und Sehens liegenden Schwingungsebene. Alles ist Schwingung, deren grobe Ausdrucksform die Materie ist, bis zur feinsten, deren Ausdrucksform das astrale Licht ist. Jeder Ton, jeder Gedanke, alles ist Schwingung. In der Telepathie nehmen wir die Gedankenschwingungen anderer auf, wenn wir uns darauf konzentrieren können, transformieren sie mittels unseres Gehirns und bringen sie durch die Sprache akustisch zum Ausdruck. Das Transformieren geschieht so mechanisch wie das Denken und Atmen. Es ist keine Tätigkeit unseres bewussten Willens, sondern ein Vorgang auf mentaler Ebene. Die Sprache ist nur der akustische Ausdruck der aufgenommenen Gedankenschwingungen. Darum kann man, wie es auch in dem Buch „PSI" zu lesen ist, den telepathischen Befehl eines Menschen ausführen, dessen Sprache man nicht versteht. Das ist eine Gesetzmäßigkeit.
Was uns erwartet, ist ein Zeitalter gewaltig höherer Schwingungen, die wir aus dem All empfangen. Es wird uns eine Gelegenheit gegeben, die den Erdenmenschen erst wieder nach 25 857 Jahren widerfahren wird, einer Aufforderung nachzukommen, mit allem was in uns ist, die Göttlichen Eigenschaften, die latent in uns ruhen, weil wir nach „Seinem Bilde" geschaffen wurden, zu entwickeln, damit wir für höhere und herrlichere Daseinsformen würdig werden. Geistige Entwicklung bringt uns dazu, die niedere Natur zu überwinden, von allem frei zu werden, was begrenzt und bindet, zu allumfassender Liebe und allumfassendem Verstehen fähig zu werden. Wenn wir das erreicht haben, werden Göttliche Kräfte in uns frei, die unseren Geist beflügeln und befruchten. Durch sie erhalten wir Intuitionen und Inspirationen, die uns zu einer geistigen und kulturellen Blüte führen werden, wie sie wahrlich nur ein goldenes Zeitalter hervorbringen kann.
Wir leben jetzt in der grandiosen Zeit eines geistigen Durchbruchs und Umbruchs, die uns noch manches Problem zu lösen aufgibt. Die kosmische Uhr geht ihren Gang unaufhaltsam weiter. Je mehr wir uns bemühen, geistig zu wachsen, desto reibungsloser gleiten wir in die volle Strahlung hinein. Der Übergang kann sich aber auch katastrophal vollziehen, wenn die Menschheit nicht begreift, dass sie sich geistig einschwingen muss, dass sie sich aus ihrer Lethargie erheben muss, um echte Arbeit am Selbst zu leisten.
Es ist ein kosmisches Gesetz, dass alles, was dieser Aufwärtsentwicklung im Wege steht, sich selbst vernichtet. Die Spreu wird jetzt vom Weizen getrennt. Unser geistiger Widerstand gegen die immer feiner werdenden Einstrahlungen wird Krankheit, Unglück, Katastrophen, Kriege usf. zur Folge haben können. Wir haben es in der Hand, ob sich der Übergang harmonisch oder katastrophal vollzieht. Es wird höchste Zeit, dass die Menschheit erwacht, denn alles Schreckliche, was auf unserem Stern Erde geschieht, ist Auswirkung einer geistigen Verirrung, indem sie gegen den Strom der Evolution zu schwimmen versucht. Die rein materialistische Denkweise hat uns dahin geführt.
Die zerstörende Chemie wird der Naturheilkunde, die mit neuen geistigen Erkenntnissen aufwartet, den Platz übergeben. Die Heilung durch den Geist wird einen großen Raum einnehmen. Neue Lehrmethoden werden Talente und Fähigkeiten junger Menschen fördern und sie vom Leistungsdruck befreien. Umweltfeindliche Entwicklung wird der umweltfreundlichen Platz machen müssen. Alle bisherigen Erfindungen und Entdeckungen, die auf der Explosion aufbauten, werden den Weg der Anwendung der Implosion freigeben müssen. Durch Bewusstseinserweiterung, die die Herzen der Menschen veredelt, werden Liebe und Frieden herrschen. Das Sammeln von Reichtümern und ihre sinnlose Verschwendung wird uninteressant werden, weil die Menschheit erkennen wird, dass der Materialismus nur zerstörend wirkt. Dadurch wird jeder reichlich versorgt sein und keine Not leiden.
Viele Ansätze zu dieser neuen Ordnung sind schon zu spüren, wenn auch noch nicht immer die rechte Methode gewählt wird. Eines Tages wird man zu der Erkenntnis kommen, dass mit Gewalt keine Verbesserung erreicht werden kann. Wer aufbauend wirken will, übt niemals Gewalt aus, sondern er setzt sich selbst mit allen Kräften und in vollem Bewusstsein seiner Verantwortung für die Allgemeinheit ein.
Eine Zeit der Umwandlung bringt viel Unruhe mit sich, bis sich alles zur Klarheit durchgerungen hat. Diese neue Ordnung kann nur durch das Bemühen jedes Erdenbürgers entstehen, darum ist die geistige Entwicklung des Einzelnen gerade jetzt so bedeutend.
Der Mensch wird sich allmählich seiner inneren Kräfte mehr bewusst und wendet sie auch sinnvoll und aufbauend an. Die Aufmerksamkeit wird vom äußeren abgezogen, und die inneren Werte des Menschen werden wunderbare Manifestationen hervorbringen. Auch das ist schon deutlich spürbar.
Wenn wir das zyklische Wandern unseres Systems um die Zentral-Sonne verfolgen, könnten wir annehmen, dass es nur ein Auf und Ab gibt; dass wir in ca. 26000 Jahren wieder an derselben Stelle stehen werden. Dem ist nicht so, denn die Entwicklung geht in einer Spiralbewegung vor sich, geistig gesehen, aufwärts, so dass sich eine Zeit niemals wiederholt.
Man sagt, dass der Planet Erde auf dem Wege zur Vergeistigung ist und in eine andere Dimension hineinwächst. Das kann nur geschehen, wenn die gesamte Menschheit geistig mitwächst.
Wir dürfen nicht länger unwissend bleiben. Wir wollen uns mit der Kraft unseres Herzens bemühen, geistig zu wachsen, um uns in die viel feinere Schwingung und Frequenz einordnen zu können, damit wir echte Wassermann-Zeitalter-Menschen werden. Wir wollen den Reinigungsprozess, der auf der Erde schon lange begonnen hat, erfolgreich durchlaufen, um für die kommende Zeit „angenommen" zu werden, wie es in der Bibel heißt. Alles Entwicklungshemmende hat nach dem kosmischen Gesetz keine Überlebenschance.
Christus sprach oft vom „Ende des Zeitalters", sprach auch vom kommenden, da alle Dinge neu gemacht werden. Seine Worte drücken deutlich den Reinigungsprozess aus und weisen darauf hin, dass viele Menschen, die dem kosmischen Geschehen nicht gewachsen sind, weil sie sich nicht vervollkommnen wollen, keine Berechtigung haben, Teilhaber an einer besseren Zeit zu werden. Ob dieses Ziel auch erst unsere Nachkommen erreichen, spielt keine Rolle. Wir sind in jedem Falle an der Vorbereitung maßgeblich beteiligt und bereiten den Boden dafür. Wer das größte kosmische Gesetz, das der Reinkarnation angenommen hat und es versteht, der weiß, dass sein Bemühen, sich zu entwickeln, um damit der gesamten Entwicklung zu dienen, nicht umsonst ist, da er zu einer späteren Zeit, sollte er sich nach dem Gesetz wieder inkarnieren müssen, die Früchte ernten wird.
Die kosmische Uhr geht unaufhaltsam ihren Gang. Sie bleibt nicht stehen. über das „Ende der Zeit" sagt Christus aus: „Und es werden zu jener Zeit zwei auf dem Felde sein, wovon einer angenommen wird und der andere wird verlassen werden." Unsere innere Entwicklung wird entscheiden, ob wir zu den Angenommenen gehören, oder zu denen, die verlassen werden.
Alle geistige Dunkelheit, die uns noch auf den verschiedensten Ebenen umgibt, besteht nur deshalb, weil wir uns von der Quelle des universalen Lichtes abgewendet haben. Dieser Quelle könnten wir uns zu jeder Zeit bedienen, wenn wir in der universalen Liebe lebten: denn Liebe und Licht sind die Substanz allen Seins, der Ursprung aller Entwicklung. Liebe ist es, die die Atome ins Leben rief und Licht ist es, das sie belebt. Die Bausteine unseres physischen Körpers und jener Körper feinstofflicher Art, die ihn beleben und durchdringen, sind, wie alle Schöpfung in ihrer Substanz, Atome. Wenn wir einen Bezug zu unserer Ursubstanz hätten und ihr Wesen erkennen würden, müssten wir feststellen, dass auch wir keinerlei Begrenzungen unterliegen müssten. Alle Großen, Meister und Weisen, ob sie sich im physischen Körper oder in geistigen Regionen bewegen, die diese Wahrheit erkennen und erfahren durften, haben vollkommene Freiheit erlangt. Freiheit tritt nicht äußerlich in Erscheinung, indem man sich materielle Wünsche erfüllen kann, indem man seinen Launen und Leidenschaften nachgibt und tun kann was man will. Freiheit wächst und manifestiert sich im Kern unseres wahren, ewigen Seins, und durch sie werden wir zum Mitschöpfer im Plane einer Göttlichen Ordnung im Universum. Das Höchste, was wir als Individuum erlangen können, was auch das Ziel unseres Daseins ist, ist es, diese Freiheit wieder zu erringen, die uns in das Herz des kosmischen Vaters zurückbringt. Schließlich ist alles Leben im Kosmos auf der großen Wanderschaft, um Erlösung und Freiheit zu erlangen.
Der Planet Erde und die Menschheit auf ihm sind nun in eine Phase eingetreten, da das verdunkelte Bewusstsein sich erhellen muss um zu erkennen, zu welchem Zweck es geschaffen wurde. Wir müssen zu Repräsentanten des kosmischen Vaters, des Schöpfers werden, und wir sollten in Demut um die Kraft und Erleuchtung bitten, dass der Göttliche Plan durch den äußeren Menschen hier offenbar wird.
Es genügt nicht, für sich selbst in passiver Weise gut zu sein, Negatives oder Böses zu meiden und zu unterlassen. In aufbauender Weise Gutes tun, zu helfen und zu heilen wo es in unseren Kräften steht, Vorbild zu sein und auch geistige Hilfe denen zu geben, die noch nicht allein gehen können, dazu sind wir auf diesem Plan.
In dieser Zeit, da die alten Formen stürzen und Neues aufgebaut wird, kommt es darauf an, dass wir uns anpassen können. Das Stürzen der alten Formen ist nur ein Verändern der Maßstäbe, der Aspekte, nicht ein Wanken der Grundmauern; denn das eigentliche Fundament ist immer die Wahrheit gewesen. Jede neue Generation hat die Aufgabe, die wesentlichen alten Formen zu wahren, sie aber mit neuen Werten und neuen Erkenntnissen zu bereichern. Jeder neue Zeitabschnitt muss seinen Beitrag, der in einem echten aufbauenden Fortschritt und in einer ehrlichen, sinnvollen wissenschaftlichen Forschung liegt, liefern, und das, was verbraucht und nutzlos geworden ist, hinter sich lassen.
Jedes neue Äon muss das, was es hervorbringt und womit es beherrschend ist, einbauen und alles wegräumen, was die klaren Grundrisse des Fundamentes verdeckt. Und jeder Generation wird die Freude zuteil, die Stärke der alten geistigen Fundamente zu zeigen, worauf sie aufbaute, und auf diesen soll sie ein neues Gebäude errichten, das den Bedürfnissen des sich entfaltenden Lebens, das stets mit der makrokosmischen Entwicklung in Einklang steht, entspricht, wenn wir den Lebensfluss nicht daran hindern.
Das Fische-Zeitalter ist vergangen, das neue Zeitalter des Wassermannes hat begonnen. Es bringt dem Menschen tiefere Weisheiten und neue Erkenntnisse über sich selbst und seine höheren Fähigkeiten, so dass er diese Fähigkeiten und Gaben des Geistes entfalten kann und dadurch auf dem Entwicklungsweg zu Glück, Vollkommenheit und Freiheit rascher vorwärts kommt. Das Leben verläuft in kontinuierlichem Rhythmus, in einer nie endenden Bewegung zu immer größerer Vollkommenheit. Die geistige Entwicklung kann durch die sich stets erhöhenden Frequenzen und Schwingungen jetzt rascher fortschreiten bei denen, die sich um Vervollkommnung bemühen.
Ein jeder von uns sollte die Ungeheuerlichkeit dieser kosmischen Stunde erkennen und die Verantwortung fühlen, die sie fordert. Zwei Aspekte sind es, die uns in die Verpflichtung führen, der wir uns nun nicht mehr entziehen können: einmal ist es die vorgerückte Stunde, und zum anderen ist es die unermessliche Güte eines großen göttlichen, universellen Geistes, der uns seit Äonen immer wieder erneut Möglichkeiten gab, dort neu zu beginnen, wo wir uns verloren hatten. Seine Liebe war es, die uns auf der langen Wanderung immer wieder einhüllte, beschützte, belehrte und erhalten hat, auf dass wir einmal unseren Daseinsgrund erkennen.
Es ist die Zeit gekommen, da die Menschheit sich aus ihrer Verblendung, aus ihrer Ichbezogenheit und aus dem Irrtum ihrer Selbstherrlichkeit erheben muss, um den Weg ihrer Evolution zu erkennen und zu beschreiten, der in der geistigen, ethischen und moralischen Entwicklung jedes einzelnen liegt.
Das gegenwärtige Chaos auf unserer Erde, die beängstigende Kriminalität und die sonstigen atemberaubenden Ereignisse sind in Wirklichkeit eine Beschleunigung des Gesundungsprozesses der Menschheit und des Planeten. Was könnte uns auch drastischer die Notwendigkeit einer inneren Umkehr vor Augen führen, als die derzeitigen Verhältnisse auf allen Ebenen.
Das Licht im Einzelnen kann nur durch innere Entwicklung wachsen und dadurch wird das Licht auf der Erde vermehrt. Viele haben sich schon auf den Weg gemacht und täglich wächst ihre Zahl.
Unser wahres, ewiges Sein, das Göttliche Ebenbild, nach dem wir geschaffen wurden, wieder in seine meisterliche Form zu bringen, aus der es herausgefallen, ist das Gebot der Stunde, ist unsere Aufgabe in dieser Zeit, damit der Planet Erde wieder zu einem hellen, strahlenden Stern wird.
Arbeit am Ego
Das Rüstzeug für einen Schüler des geistigen Weges ist die Bereitschaft, ein Wissen aufzunehmen, das sich vom allgemeinen Wissen unterscheidet. Wissen aber allein genügt nicht. Außer dem Studium der Lebensgesetze, der kosmischen und geistigen Gesetze ist wohl der wichtigste Teil und auch der schwerste des Studiums, das niedere Ego zu erkennen und an seiner Überwindung zu arbeiten. Zur Bewältigung dieser Stufe ist der Alltag, das Leben selbst, am besten geeignet, denn zur Bewältigung dieses Lernstoffes bieten sich täglich die idealsten Gelegenheiten.
Wer dem Alltag und seinen Pflichten entfliehen will in der Annahme, dass dieser ihm in seiner Entwicklung im Wege steht und ihn daran behindert, hat wohl gerade dort die meisten Lektionen zu lernen. Zu gern möchte ein Schüler oft diese wichtigste Stufe überspringen. Wenn es aber gelungen ist, die auf dieser Stufe liegenden Prüfungen zu bestehen, dann verändern sich automatisch die Verhältnisse, die der Entwicklung anscheinend entgegengestanden haben.
Die Schwierigkeiten des Alltags sind oft nichts anderes, als die Schwierigkeiten mit dem „niederen" Ego. Ohne den Hebel dort anzusetzen, dürfte es keinen echten und dauerhaften Fortschritt geben, denn ohne Bewältigung des Ego fällt ein Schüler immer wieder zurück und zwar so lange, bis er diese erste Stufe bewältigt hat. Und jeder Fortschritt ist bis dahin nur ein scheinbarer; denn das unbewältigte Ego ist es immer wieder, das alle guten Ansätze zunichte macht.
Die Schwierigkeiten im Alltag und die mit den Mitmenschen sind ein untrüglicher Spiegel, in dem eigene Mängel und Fehler offenbar werden, aber solche Erfahrung ist für die geistige Entwicklung sehr wertvoll. Niemand darf sich scheuen, sein Spiegelbild genau und kritisch zu betrachten, weil ohne Selbstbetrachtung und Selbsterkenntnis es unmöglich ist, mit der Arbeit an sich selbst zu beginnen. Der im Ego Verstrickte kann sein geschautes Bild schwer ertragen, weil er leicht verletzbar ist und eine Wandlung von anderen, nicht aber von sich selbst erwartet.
Die Überwindung des Ego betrifft die Entwicklung der charakterlichen Seite des Schülers. Der „Ich-Verhaftete" kann sich auch nur für eine kurze Zeit beherrschen. Sein wahrer Kern wird bald hervortreten, denn sein Denken und Sprechen kreist um ihn selbst. Dazu wird er oft das Wort „ich" benutzen. Das ist ihm nicht bewusst, weil er wenig Selbstkontrolle übt, dafür kritisiert er andere um so mehr.
Niemand hat das Recht, einen anderen zu kritisieren. Entwicklung zeigt sich vielmehr darin, Verständnis für den anderen aufzubringen. Wem das gelingt, der wird bald entdecken, wie günstig die eigene Entwicklung dadurch beeinflusst wird, denn es werden aufbauende, positive Kräfte in ihm freigesetzt. Durch negative Kritik werden dagegen negative Kräfte aktiviert. Daraus entstehen nur Missstände.
Jemand, der von anderen nichts erwartet und sie auch nicht kritisiert, lebt friedvoller und glücklicher, dagegen sind Widrigkeiten Auswirkungen von Fehlhandlungen und Fehlhaltungen, die wiederum unglücklich und unzufrieden machen. Die eigenen unguten Gefühle und Regungen, und auch oftmals das Verhalten unserer Mitmenschen, das uns nicht gefällt, sollten als Hilfen erkannt werden, als Fingerzeige, dass bei uns selbst etwas nicht in Ordnung ist.
Der ernsthaft Strebende, derjenige, der die Wahrheit ertragen kann, wird seinen Nutzen daraus ziehen und die Zusammenhänge ergründen. Jede Disharmonie, jeder ärger, jedes Unbehagen, signalisiert uns ein Fehlverhalten, ein Verletzen der Gesetze des Lebens.
Was hier zum Ausdruck kommt, erscheint manchem hart, und ein Egoist wird vieles nicht akzeptieren im Hinblick auf die eigenen Schwierigkeiten, deren Ursache er außerhalb seiner selbst sucht.
Wie aber können wir zur Kenntnis der Gesetze kommen? Indem wir an uns selbst und an anderen, am eigenen Verhalten und an dem anderer die daraus resultierenden Wirkungen klar und objektiv beobachten und studieren ohne zu kritisieren. Wie ein Außenstehender, ein „Sich-selbst-Entrückter", sollten wir die Aspekte des Lebens, unsere Handlungen und ihre Wirkungen durchdenken, um an den Kern heranzukommen, der uns die gesetzmäßigen Auswirkungen offenbart.
Jede Disharmonie und alles was Unordnung in unser Leben bringt, resultiert aus Verletzung der Lebensgesetze. Je freier wir vom Ego werden, desto leichter ist es, die Gesetze zu erkennen.
Bemühen wir uns ernsthaft um dieses Studium, so stellen wir fest, dass die Schwierigkeiten kleiner werden. Man muss sozusagen „vor sich selbst auf der Lauer liegen". Dann ist keine Zeit mehr vorhanden, sich um andere zu kümmern, insbesondere in Fällen, die uns nichts angehen, geschweige denn, etwas von unseren Mitmenschen zu erwarten. Dadurch werden schon wieder Möglichkeiten, Gesetze zu verletzen, ausgeschaltet und allmählich spüren wir, dass unser Leben angenehmer verläuft.
Wer es vermag, die Gesetze des Lebens voll zu erfassen und sie im rechten Sinne zur Anwendung zu bringen, hat es zur Meisterschaft gebracht. Auf dem Wege zur Ich-Überwindung ist Geduld notwendig. Ein Schüler soll nicht versuchen vorwärts zu stürmen. Dem muss Einhalt geboten werden. Selbstdisziplin, Ruhe und Gelassenheit sind von größter Wichtigkeit. Nur in einem ruhigen Gemütszustand ist er in der Lage, den sechsten Sinn der Intuition zu entwickeln, der ein großer Fortschritt und eine große Hilfe auf dem langen Pfade der inneren Entwicklung ist. Intuition führt zur Wahrheit. Sie kommt aus den Göttlichen Quellen unseres wahren Selbst und vermittelt mehr als in Büchern steht. Intuition ist die Quelle lebendigen Wissens.
Wer die harte Arbeit am Selbst leistet, um sein Ego zu überwinden, wird in den Bereich seines wahren Wesens geführt, in jenen Bereich, wo die Intuition zu Hause ist. Sie ist, lassen wir sie zu, das untrügliche und sichere Zeichen, das uns stets den rechten Weg weist; sie lässt uns die rechten Antworten auf alle Fragen finden und mit Sicherheit Gefahren und Klippen erkennen. Intuition ist es auch, die durch Schminke und äußeren Schein hindurch dringt bis zum Wesenskern unserer Mitmenschen, dorthin, wo es keine Täuschung gibt, sondern nur nackte Wahrheit.
So ist auch jene Bibelstelle zu verstehen, da das Menschenpaar sich vor Gott versteckte, weil es erkannte, dass es nackt war. Es ist nicht die körperliche Nacktheit gemeint, sondern jene, die Gedanken und Gefühle offenbart, weil Gott in den innersten Raum des Menschen schaut, in die Seele. Die geistige Nacktheit ist durch die körperliche in der Bibel symbolisiert, wie vieles in ihr in der Symbolsprache zum Ausdruck gebracht wird.
Wer sich vom Zwang des Ego lösen kann, ist auf dem Wege zur Freiheit, die es nur im Geiste gibt. Freiheit hat jener erlangt, der gelernt hat, die Gesetze des Lebens zu erfassen. Es gibt nur eine Freiheit im Geiste, die durch innere Entwicklung erworben wird.
Die Möglichkeit, sich durch materielle Mittel seine Wünsche zu erfüllen, ist nicht Freiheit. Freiheit tritt nicht äußerlich in Erscheinung, wächst vielmehr aus dem Loslösen vom Ego.
Das Ego fesselt und begrenzt. Es verschließt das Tor zum Göttlichen Selbst, und dadurch sind wir Unfreie und Sklaven. Es tritt immer wieder nach außen hervor, verstößt gegen die Gesetze des Lebens und verursacht dadurch oft schmerzhafte Schwierigkeiten.
Der irdische Verstand ist der Zerstörer der Wahrheit. Für jede Seele wird irgendwann auf dem langen Pfad der Entwicklung einmal der Tag kommen, an dem sie sich ihres Höheren Selbst, ihres wahren Lebens bewusst wird. Dann ist sie fähig, ihre beiden Selbst als Kontrast zu sehen, das Ego als das begrenzende irdische Selbst und das Ich als das ewige Selbst. Dieses wird dann im täglichen Leben immer stärker in Erscheinung treten. Probleme und Schwierigkeiten verlieren ihr Gewicht, weil der in seinem höheren Selbst Erwachte ein Gespür für höhere Welten entwickelt und dadurch die irdischen Dinge in ihrer wahren Perspektive sieht. Seine Sensitivität befähigt ihn, die Strahlung aus geistigen Regionen zu empfangen.
Das Tor zur Freiheit wird durch Überwindung des Ego geöffnet. Haben wir das erreicht, dann können wir den Raum unseres tiefsten Innern, unseres ewigen Wesens betreten, der nur Stille, Harmonie und Glückseligkeit ist. In diesen zentralen Kern unseres Wesens dringt keine Emotion mehr, weil er nur erfüllt ist mit göttlicher Intuition, die uns die Freiheit des Geistes schenkt, von der alle großen Meister sprechen, die auch Jesus Christus meinte, als er sagte: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen und diese ist es, die euch frei macht."
Zur Ich-Überwindung gehört aber auch die rechte Art von Demut. Arroganz blendet. Dem Arroganten stehen noch manche Leiden bevor, durch welche er Demut erlernen muss. Mancher wird vielleicht viele Male Leid-Erfahrungen machen müssen, bevor er wirklich versteht, was es heißt, demütig zu sein. Der größte Geist ist immer auch der demütigste. Durch die rechte Art von Demut wird die Seele in ihrer Schwingung erhöht und fähig, die Wahrheit und dadurch auch die Beziehung zum Schöpfer zu erkennen.
Die fünf Kosmischen Gesetze
Durch das uns innewohnende Göttliche oder Höhere Selbst sind wir Wesen von unsterblicher Natur, Wesen, „nach dem Bilde Gottes geschaffen". Wir sind Seele und haben einen Körper.
Wie alles in der Schöpfung nach Gesetzmäßigkeiten abläuft, so sind auch wir nach bestimmten Lebensgesetzen angetreten, nach denen unser Leben ausgerichtet ist, wenn es harmonisch und glücklich verlaufen soll. Der Mensch bekam den freien Willen und hat es selbst in der Hand, ob er die Gesetze beachten will. Sie sind keine Verbote und Gebote, sondern sie sind als Entwicklungshilfe anzusehen, denn das Gesetz des Lebens, unser Daseinsgrund heißt: Entwicklung, Selbstverwirklichung.
Die Gesetze, nach denen sich alles Leben in der ganzen Schöpfung entwickelt, sind kosmischer Natur und darum werden sie auch die „kosmischen Gesetze" genannt. Diese Gesetze reagieren auf all unser Denken und Handeln absolut gerecht, sind keinen Veränderungen unterworfen und haben für jedes Wesen so lange Gültigkeit, bis es wieder das Göttliche Ebenbild, nach dem es geschaffen wurde, darstellt. Solange das noch nicht der Fall ist, wird es stets die feinen Fesseln der Gesetze zu spüren bekommen, wenn sie verletzt werden. Sie sind absolute „Entwicklungshilfen". Ohne sie würde der Mensch sich allein aus eigener innerer Bereitschaft kaum entwickeln. Hat er sie erst einmal erkannt und zur Anwendung gebracht und dadurch ihre positive Wirkung erfahren, wird er sich stets bemühen, sein ganzes Denken und Handeln nach diesen Gesetzen auszurichten.
Die kosmischen Gesetze sind kein Gegenstand von Glaube und Dogma. Sie sind die Basis für alles Leben. Sie sollten erfasst und von jedem nach der Intensität seines inneren Lichtes verstanden und anerkannt werden. Sie sind Grundlage für den Entwicklungsprozess des einzelnen sowohl als auch für den der Gesamtheit.
Wenn der Mensch lernt, die kosmischen Gesetze zu begreifen und sich nach ihnen auszurichten, wird sein Leben nicht nur harmonisch und zufrieden verlaufen, sondern er entzieht sich dadurch auch allmählich dem periodischen Abstieg in die Materie.
Das 1. Kosmische Gesetz ist das Gesetz der Wiedergeburt - Reinkarnation, das 2. Kosmische Gesetz ist das Gesetz von Ursache und Wirkung -Karma,cjas 3. Kosmische Gesetz ist das Gesetz der Wiederholten Gelegenheiten -Dharma, das 4. Kosmische Gesetz ist das Gesetz der Entsprechungen - wie oben so unten, das 5. Kosmische Gesetz ist das der Ausgleichenden Gerechtigkeit.
Unter dem ersten Gesetz der Reinkarnation versteht man den periodischen Abstieg einer Seele, die in die Materie zurückkehrt, um noch unbewältigte Lektionen zu lernen. (Siehe „Reinkarnation und Karma".) Wenn dieser Abstieg bei einer Geburt geschehen ist-unsere eigene Geburt legt davon Zeugnis ab - warum sollte das nicht wiederholt geschehen können. Unsere Seele existiert doch nicht erst seit dieser physischen Geburt, und Vater und Mutter sind durch den Zeugungsakt gewiss nicht in der Lage, eine unsterbliche Seele zu erschaffen. Sie sorgen für das „physische Haus" in Form unseres Körpers, das unsere Seele für diese Existenz „bewohnt".
Es gibt immer noch viele Menschen, denen das Gesetz der Wiedergeburt fremd ist, die es nicht anerkennen wollen und können. Doch ebenso sehen viele die Lehre von der Reinkarnation nicht nur als ein Gesetz der Gerechtigkeit an, sondern als Gnade, die der Seele erneut Gelegenheit zur Höherentwicklung gibt. Die Wiedergeburt ist kein Prozess zielloser Wiederkehr. Wenn eine Seele ins materielle Leben zurückkehrt, wird ihr wiederum eine Gelegenheit geboten, menschliche Verfehlungen auszugleichen und dem kosmischen Bewusstsein entgegenzustreben. Durch das allen Wesen innewohnende Christuslicht wird ihr bei jeder neuen Verkörperung die Möglichkeit gegeben, dieses Licht in der dichtesten Materie immer mehr zur Wirksamkeit kommen zu lassen, um die Finsternis zu erhellen.
Durch die Yoga-Philosophie ist das erste kosmische Gesetz hinreichend bekannt. Auch im Abendland gibt es manche geistigen Richtungen, für die dieses Gesetz mit zu den Grundlagen ihrer Lehren gehört. U. a. sind das die Theosophie, die Anthroposophie, die Esoterische Lehre und verschiedene andere Geistesrichtungen.
Das Gesetz der Wiedergeburt ist mit dem zweiten kosmischen Gesetz, dem Gesetz von Ursache und Wirkung, verknüpft. Im Neuen Testament wird es von Jesus Christus mit den Worten formuliert: „Was du säest, wirst du ernten." Dies ist das Gesetz des Karma.
Karma, also die Rückwirkung von Handlungen, ob positiv oder negativ, kann sich sehr rasch auswirken, also noch im gleichen Leben, wenn die Lebensumstände eine Möglichkeit dazu bieten. Kann der Fall aber im gleichen Leben nicht eintreten, wird eine erneute Inkarnation dafür sorgen. Das geschieht so oft, bis ein Ausgleich durch eigenes Bemühen geschaffen ist.
Das dritte Kosmische Gesetz, das der Wiederholten Gelegenheiten, folgt dem karmischen Gesetz von Ursache und Wirkung.
Auf der langen Wanderung der Seele durch viele Wiederverkörperungen bekommt sie wiederholt die Gelegenheit, dem Göttlichen Ebenbilde immer ähnlicher zu werden. In einem einzigen Leben wäre das gewiss nicht möglich. Jede neue Inkarnation bietet neue Gelegenheit zu Fortschritt und Einweihung. Zuletzt muss sich die Seele vier großen Einweihungen unterziehen: der des Wasserelementes, der des Luftelementes, der des Feuerelementes und schließlich der des Erdenelementes. Die Prüfungen des Wasserelementes betreffen die Gefühlsnatur des Menschen. Die Prüfungen des Luftelementes hängen mit der Gedankenwelt und der Unterscheidungsgabe zusammen. Diejenigen des Feuerelementes befassen sich mit der Natur der wahren, allumfassenden Göttlichen Liebe, und die des Erdenelementes bringen die Göttlichen Kräfte in die menschliche Natur. Sie erweitern sich noch auf die Weisheits- und Machtaspekte Gottes. In allen Leben wird die Seele diesen Prüfungen unterzogen, nur in geringem Maße. Hat sie die 4 Prüfungen bewältigt, wird sie zur Flamme Gottes und von keinerlei Beeinträchtigungen wie Schmerz, Trennung, Not und Leiden jeglicher Art berührt. Sie hat die volle Herrschaft über Disharmonie und Finsternis erlangt.
Das vierte Kosmische Gesetz der Entsprechungen kann man auch das Gesetz der Harmonie nennen. Mit Hilfe dieses Gesetzes spiegelt sich die menschliche Seele auf den feinstofflichen Ebenen der Gefühle und Wünsche. Die Umweltbedingungen auf den feinstofflichen Ebenen sind Spiegelbilder aus dem Erdenleben, welche auf diese unsichtbaren Ebenen projiziert werden - wie Oben, so Unten, wie Unten, so Oben. Wenn eine Seele Erleuchtung anstrebt, muss sie diese höheren Bilder ins Erdendasein reflektieren.
Das fünfte Kosmische Gesetz ist das der Ausgleichenden Gerechtigkeit, das des Vollkommenen Gleichgewichts. Nach diesem Gesetz gibt es kein unverschuldetes Leid, auch wenn es manchmal so scheint. Kann es nicht auch möglich sein, dass ein solch „unschuldig" Leidender mit einer Gelegenheit zu innerem Fortschritt und Wachstum beschenkt wird? Lernt er nicht aus seinen Reaktionen lebenswichtige Wahrheiten, die auf der anderen Seite Glück und Segen und auch Bewusstseinserweiterung bringen können? Wird nicht scheinbarer Schmerz und scheinbare Ungerechtigkeit mit entsprechendem Glück wieder ausgeglichen, mit einem entsprechenden inneren Fortschritt, ja sogar Segen?
Ein großer Teil der Menschheit scheint nur durch bittere Erfahrungen, durch Leid, Krankheit usw. zu lernen. Wenn sie es aus eigenem Antrieb nicht tut oder durch Unwissenheit oder Trägheit keinen Fortschritt anstrebt, gibt es nur den Weg des Leides. Dieser ist auf der Erde noch vorrangig. Nur ein geringer Teil der Menschheit ist es, der aus eigenem Antrieb den Weg des inneren Aufstiegs geht. Unwissenheit ist die Fessel und Geißel der Menschheit, die sich auf allen Ebenen bemerkbar macht und dadurch Leiden verursacht.
Auf den fünf Kosmischen Gesetzen basiert die gesamte Evolution. Einem Schüler des geistigen Weges ist anzuraten, über sie zu meditieren und mit aller Konzentration und Hingabe jedes Gesetz zu durchdenken. Er wird zu erstaunlichen Ergebnissen dabei kommen. Manche Aspekte des geistigen Weges bedürfen eines intensiven Nachdenkens, um zum rechten Verständnis dafür zu kommen. Erst mit zunehmender Erkenntnis kann die Antwort meistens verstanden werden, und viele Fragen beantwortet das Leben selbst.
Reinkarnation und Karma
Das 1. Kosmische Gesetz ist das Gesetz der „Wiederverkörperung", auch Reinkarnation genannt. Es lehrt die periodische Wiederkehr einer Seele in einen physischen Körper, wie es bei der letzten Geburt auch geschah. Periodische Wiederkehr darum, um in früheren Leben gemachte Fehler und Fehlhandlungen wieder ausgleichen zu können und alle Lektionen zu lernen, die auf dieser Ebene noch nicht bewältigt sind, weil eine andere Ebene keine Möglichkeiten dazu bietet. Dort herrschen andere Gesetze, und auch die Lernbedingungen sind auf einer nichtphysischen Ebene andere.
Die guten Eigenschaften, die den edlen Charakter eines Menschen ausmachen, können nur hier auf der Erde im Miteinander und Füreinander erworben werden, wo die Möglichkeiten dafür geschaffen sind.
In den fernöstlichen Ländern und Religionen gehört das 1. Kosmische Gesetz zur Grundlage allen Wissens. Auch unserer christlichen Religion ist es nicht unbekannt. Bis zum Konzil 325 n. Chr. in Nicäa wurde es gelehrt, und erst im Jahr 553, auf dem 2. Konzil in Konstantinopel, wurde es zum Irrglauben erklärt. Die frühchristliche Kirche hatte also die Lehre von der Wiedergeburt akzeptiert. Sie wurde von den Gnostikern und zahlreichen Kirchenvätern, darunter Klemens von Alexandria, dem berühmten Origines (beide aus dem 3. Jahrhundert) und dem heiligen Hieronymus (5. Jahrhundert) erläutert. Zu jener Zeit glaubten viele Christen, dass die Lehre von der Wiedergeburt dem Menschen eine zu lange Zeit- und Raumspanne gewähre und sie deshalb nicht genügend antreibe, sich schon jetzt um die Erlösung zu bemühen. Doch die Unterdrückung dieser Wahrheit führte zu einer Reihe erschreckender Irrtümer. Seither haben Millionen Menschen ihre „einmalige" Lebenszeit nicht genutzt, um Gott zu suchen, sondern um diese Welt, die sie auf so einzigartige Weise gewonnen hatten und auf ewig verlieren würden, in vollen Zügen zu genießen. In Wirklichkeit aber muss sich der Mensch solange auf der Erde wieder verkörpern, bis er von neuem zum Bewusstsein seiner Gotteskindschaft erwacht ist und sie voll verwirklicht (Paramahansa Yogananda S. 188).
Christus selbst lehrte dieses Gesetz und machte die Menschen immer wieder darauf aufmerksam. Er gehörte dem Essener-Orden an. Und es liegt wohl nichts näher, als dass seine Lehren von einem Angehörigen dieser Gemeinschaft zu Jesu Lebzeit aufgeschrieben wurden, und zwar in der Sprache, die auch Christus sprach, Aramäisch, während alle uns bekannten Evangelien später aufgeschrieben wurden. Um dieses Schriftstück vor den Händen der Fälscher in Sicherheit zu bringen, hielt man es in Tibet verborgen. Dieses Evangelium enthält u. a. Begebenheiten und Gespräche, die in den 4 kirchlich anerkannten nicht enthalten sind, während es im übrigen fast wörtlich mit den Texten unseres Neuen Testamentes übereinstimmt. Sollten diese uns neuen Stellen das enthalten, was im Laufe der Zeiten von der Lehre des großen Meisters verlorengegangen ist oder absichtlich unterdrückt wurde, so wären sie für uns von unschätzbarem Wert.
Ich zitiere im weiteren einige Stellen aus diesem „Evangelium des vollkommenen Lebens".
Da Jesus Christus allwissend war, wusste er auch das und sagte einmal: „Aber nach euch werden Menschen kommen, welche anderen Sinnes sind und durch Unwissenheit oder durch Gewalt viele Dinge unterdrücken werden, die ich euch gesagt habe, und werden mir Worte zuschreiben, welche ich niemals gesprochen habe, und säen Unkraut unter den guten Weizen, den ich euch gegeben habe in die Welt zu säen. Dann wird die Wahrheit Gottes den Widerspruch der Sünder erdulden; denn so ist es gewesen, und so wird es sein. Aber es wird eine Zeit kommen, da die Dinge, welche sie verborgen haben, enthüllt und bekannt werden, und die Wahrheit wird frei machen, die gebunden waren."
An einer anderen Stelle heißt es, auf das Gesetz der Reinkarnation anspielend: „Also musstet ihr durch viele Wanderungen hindurch, damit ihr vollkommen werdet, so wie geschrieben steht im Buche Hiob: Ich bin ein Wanderer und wechsele einen Platz nach dem anderen und ein Haus nach dem anderen, bis ich in die Stadt und in das Haus komme, die ewig sind."
Als Christus einen Blinden sehend machte und dieser erstaunt sagte: „Ich sehe alles, ich weiß alles", antwortete er: „Wie kannst du alles wissen? Du kannst nicht durch die Wände deines Hauses sehen, noch lesen die Gedanken deiner Mitmenschen, noch verstehen die Sprache der Vögel oder der wilden Tiere. Du kannst nicht einmal die Ereignisse deines früheren Lebens, deine Empfängnis oder deine Geburt in dein Gedächtnis zurückrufen."
Wieder ein anderes Mal sprach Jesus über die Liebe zu den Tieren (Kap. 37): „Und einige aus dem Volke sprachen: ,Dieser Mann sorgt für alle Tiere. Sind sie seine Brüder und Schwestern, dass er sie so liebt?' Und er sprach zu ihnen: ,Wahrlich, diese sind eure Mitbrüder aus dem großen Haushalt Gottes, eure Brüder und Schwestern, welche denselben Atem des Lebens von dem Ewigen haben. Und wer immer für die kleinsten von ihnen sorgt und ihnen Speise und Trank gibt als sie nötig haben, der tut dieses mir, und wer es duldet, da sie Hunger leiden, und sie nicht schützet, wenn sie misshandelt werden, erleidet übel, als ob es mir zugefügt würde. Denn ebenso wie ihr in diesem Leben getan habt, so wird euch im kommenden Leben getan werden."`
Mindestens so oft, wie Christus auf die Wiedergeburt hinweist, ermahnt er dazu, niemals das Fleisch von Tieren zu essen. „Ihr sollt nicht das Fleisch essen noch das Blut eines getöteten Geschöpfes trinken, noch etwas, welches Schaden an eurer Gesundheit oder euren Sinnen bringt." Darüber gibt es noch viele andere Stellen. Die Liebe, das Verantwortungsgefühl und das Mitleid zu den Tieren sollte es zur Selbstverständlichkeit werden lassen, dass man sie nicht mehr in großen Mengen züchtet, um sie zu verspeisen.
Es ist nun schon fast 1500 Jahre her, seit dieses 1. Kosmische Gesetz nicht mehr gelehrt wurde. Wir sollten aber nicht vergessen, dass damals das Fische-Zeitalter begann, in dem die Menschheit, geistig gesehen, ihren dunkelsten Punkt erreichen sollte. Wahrscheinlich konnte darum dieser Irrtum geschehen, dass das Gesetz der Reinkarnation fallen gelassen wurde.
Die Zeit ist nun gekommen, da viele Menschen zu erwachen beginnen. Sie müssen erfahren, dass sie immer wieder gelebt haben, viele Male und jedes mal in einem neuen physischen Körper. Und es war immer die eine Seele, die einzigartige Individualität, die sich in die verschiedensten Körper inkarnieren musste, um Lektion um Lektion zu lernen. Das Gesetz der Wiederverkörperung ermöglicht geistiges Wachstum und bietet jedem Wesen Gelegenheit, sein Gleichgewicht wiederherzustellen in Verhältnissen, die es hat in Unordnung fallen lassen. Es ist nur eine Auswirkung des Gesetzes der Wiedergutmachung, von Ursache und Wirkung, sozusagen auch als Vorgang gerechten Ausgleichs, der alle Kräfte überall im Weltall regiert. Das richtige Verständnis dieses Gesetzes erklärt den tieferen Sinn vieler menschlicher Erfahrungen, die sonst als gänzlich ungerecht empfunden werden müssten. Es gibt den Menschen eine logische Erklärung für die endlosen Schwierigkeiten, Verwicklungen und Erfahrungen und offenbart die Tätigkeit und das Gesetz, auf denen alle Gestaltung beruht. Es vermittelt das sichere Wissen, dass es nichts Zufälliges geben kann im Leben. Alles steht unter einem genauen und vollkommenen Gesetz. Jede Erfahrung des Bewusstseins hat ihre Ursache, und jede Handlung wird augenblicklich zur Ursache einer künftigen Wirkung.
Nach dem Gesetz der Willensfreiheit kann jeder handeln wie er will, aber den Folgen seiner Handlung kann er nicht entgehen.
Es gibt nur einen Weg, dem Gesetz von Ursache und Wirkung, dem Zwang der Wiederverkörperung zu entgehen: durch bewusstes Bemühen, das Gesetz des Lebens zu erfassen und danach zu handeln. Der Mensch sollte ernsthaft Gott im eigenen Innern suchen, andauernd und bewusst die Verbindung mit dem Gott-Selbst herstellen und unerschütterlich daran festhalten in jeder Lage des äußeren Lebens.
Wir brauchen aber nicht unbedingt in die Vergangenheit einzutauchen, um die Wahrheit zu erfahren. Die Gegenwart bietet Beweise genug für das Gesetz, die überzeugend sind, auch für intellektuell ausgerichtete Menschen. Die kosmischen Gesetze sind für alle Lebewesen gültig und an keine Religion und kein Dogma gebunden.
Die Wissenschaft hat schon beweisen können, dass es Menschen gibt, die sich an frühere Leben erinnern können, was exakt nachgeprüft werden konnte. Diese Beweisführungen sind für die geistige Einstellung der Menschheit von entscheidender Bedeutung. Sie mussten kommen und konnten nicht länger ausbleiben, denn ohne sie ist eine positive geistige Aufwärtsentwicklung nicht denkbar.
Aus der Fülle von über hundert Zeugnissen möchte ich einen Fall herausgreifen, der aus Schweden bekannt wurde. Ich könnte gerade so gut Fälle aus Deutschland nennen. Hier handelt es sich um die Rückerinnerung eines Menschen, den wir alle dem Namen nach kennen von dem Buch: „Das Tagebuch der Anne Frank."
1955 wurde in Schweden ein Mädchen geboren, namens Barbro Calèn. Die Mutter berichtete folgendes: „Als das Kind einmal auf die Straße sprang, rief ich der 2jährigen zu: ,Barbro, spring nicht auf die Straße.' Da drehte sich die Kleine um, die schon mit einem Jahr richtig sprechen konnte, und schaute mich mit großen Augen an. ,Ich heiße Anne.' ,Wie heißt du dann weiter?` fragte ich. Die Kleine antwortete ohne eine Minute zu zögern: ,Frank.` Ich neckte sie: ,Was ist denn mit meiner kleinen Barbro geschehen?' Da schaute sie mich mit einem Blick an, als verstünde ich gar nichts. ,Ich bin aber alle zwei. Das letzte Mal wohnte ich bei einer anderen Mama. Aber dort blieb ich nicht lange."` Die Mutter erzählte weiter: „Das Kind sprach immer so merkwürdige Dinge, dass wir schließlich einen Psychiater hinzuzogen, der keine Erklärung für das Verhalten des Kindes geben konnte. 1965, als Barbro 10 Jahre alt geworden war, fuhren wir mit ihr nach Holland. Ich wusste ja aus ihren Erzählungen, dass sie Anne Frank gewesen war." (Anne Frank war das jüdische Mädchen, das während der nazistischen Invasion in einem Hinterhaus von Amsterdam versteckt gehalten und schließlich verraten wurde und das 1945,16jährig, im KZ Bergen-Belsen verstarb. In seinem Amsterdamer Versteck hatte das Kind ein Tagebuch durch einige Jahre hindurch geschrieben, das heute in mehrere Sprachen übersetzt vorliegt. Das Haus ist heute ein Museum, das Anne-Frank-Haus.)
Die Mutter erzählte weiter: „Ich machte kein Aufheben davon. Mein Mann wusste nichts darüber. Als wir nach der Ankunft in Amsterdam noch im Hotel waren, sagte mein Mann: ,Mir fällt ein, dass Barbro doch zum Anne-Frank-Haus wollte. Ich werde ein Taxi bestellen.' Barbro aber wollte, dass wir zu Fuß gehen sollten. Unsere Kleine führte uns auf dem kürzesten Weg zum Hause. Bei einer Querstraße sagte sie plötzlich: ,Dort rechts liegt das Haus.' Mein Mann war geradezu schockiert. Im Hause selbst kam all die Angst und Verzweiflung, die sie hier in ihrem Vorleben ausgestanden hatte, wieder über sie. Sie erzählte Einzelheiten und korrigierte falsche Berichte." Soweit die Mutter. Barbro Calèn ist Schriftstellerin geworden und sagt: „Ich erinnere mich an frühere Leben genauso, wie man sich in diesem Leben an seine eigene Kindheit erinnert, das ist doch selbstverständlich und einfach. Seit dem Alter von 2 Jahren habe ich um mein Leben als Anne Frank gewusst, aber ich habe keinen Anlass, das zu beweisen. Wer mir glaubt, mag das tun, und wer die Wiedergeburt ablehnt, der soll dabei bleiben."
Es gibt viele Fälle von Rückerinnerungen, die nachgewiesen und nachgeprüft werden konnten. Wer das Gesetz kennt, braucht aber keine Beweise mehr.
Viele Menschen, die sich an Vorleben erinnern können, sprechen nicht darüber, weil sie doch nicht verstanden würden. Es ist auch nicht notwendig darüber zu sprechen. Dieses Leben, das wir jetzt zu leben haben, ist entscheidend für unsere geistige Weiterentwicklung. Meistens ist es einer schon gereiften Seele möglich, sich an vergangene Leben zu erinnern, denn sie fühlt sich nicht mehr belastet, weil sie auf dem Wege der Entwicklung bereits ein gutes Stück vorwärtsgekommen ist und keine großen Hemmnisse mehr den weiteren Fortschritt behindern.
Durch Meditation z. B. kommen wir in die subtileren und metaphysischen Bereiche unseres Bewusstseins und können dadurch zu Rückerinnerungen gelangen. Danach sollten wir aber nicht streben, denn das hieße einer Faszination unterliegen, und diese könnte uns dann festhalten. Es gibt nur eine Faszination, der wir verfallen dürfen, und diese ist Gott.
Wenn wir die notwendige Reife haben, kommen Rückerinnerungen von selber, und dann können wir sie ertragen, und sie können sehr beglückend sein.
Es ist aber sehr wichtig sich immer vor Augen zu halten, dass wir Seele sind und einen Körper haben. Die Seele wird dem physischen Körper vor der Geburt, wie es heißt, „einverleibt". Dadurch erhält der Mensch erst bewusstes Leben. Wenn dieser Vorgang einmal geschehen kann, wie es bei unserer Geburt zu diesem Leben war, warum sollte es nicht öfter möglich sein? Unsere Seele existiert ja nicht erst seit unserer letzten physischen Geburt, und sie kann auch niemals durch einen menschlichen Zeugungsakt geschaffen werden. Der Mensch kann doch nichts Ewiges, Unsterbliches selber erschaffen.
Reinkarnation ist Wiederverkörperung der Seele, wieder in einen Körper eintreten der Seele, solange sie noch mit niederen Eigenschaften behaftet ist, die sie nur auf dieser physischen Welt überwinden kann. Es muss jedem einleuchten, dass mit dem einmaligen physischen Sterben nicht alle Fehler und schlechten Eigenschaften aufgelöst sein können, denn diese sind Aspekte der Seele und nicht eines Körpers, und mit ihnen gehen wir in die andere Welt ein, aber nur sehr wenige reif, geeignet und würdig, um der „ewigen Freude" sofort teilhaftig werden zu können.
Die Lehren aller Weltreligionen haben ihre volle Berechtigung, wenn sie lehren, dass der Mensch sich hier auf Erden vervollkommnen soll.
Die Seele ist göttlichen Ursprungs und hat kein anderes Ziel als jenes, wieder in die göttliche Einheit zurückzukehren, und das geschieht in völliger Willensfreiheit.
Es heißt doch, dass Gott den Menschen nach seinem Bilde schuf. Der Mensch in seiner Begrenzung kann sich dieses Ebenbild und den Schöpfer in seiner Erhabenheit und Unbegrenztheit nur so weit vorstellen, wie seine Erkenntnisse reichen. Begrenzt wie er ist, macht er sich von Gott ein Bild nach dem, was er von sich selbst in sich trägt. Wenn sich beispielsweise ein Neger Gott vorstellt, so wird er für ihn wie ein Neger aussehen, ebenso wird Er bei den andersfarbigen Rassen deren Merkmale tragen. Gott schuf aber den Menschen nach seinem Bilde. Moses sagte, als er verklärt aus dem Gebirge zurückkehrte, als das Volk ihn fragte: „Wer ist Gott?" - „Gott ist Geist": Also ist Gott eine geistige Wesenheit. Wenn wir nun nach seinem Bilde geschaffen wurden, sind auch wir geistige Wesenheiten, mit gottähnlichen Qualitäten und Möglichkeiten, denn als Seele haben wir göttliche Anlagen latent in uns und alle Möglichkeiten, selbst ein erhabenes Wesen zu werden. Aber - das werden wir bei einiger Selbstbetrachtung und Selbstkritik zugeben müssen - das kann nicht in einer Lebensspanne geschehen.
Betrachten wir doch einmal eine kleine Eichel. Es ist wahrlich schwer zu begreifen, dass aus diesem Samenkorn ein riesiger Baum heranwachsen kann. Aber in dieser Eichel muss doch das Modell des ausgewachsenen Baumes fest verankert liegen. Solch ein Modell, die Anlage zu einem erhabenen Wesen, sind wir durch die Seele. Und erst durch viele Wiederverkörperungen hindurch ist es uns möglich, zum vollkommenen Ebenbild Gottes heranzuwachsen, aber auch nur dann, wenn die Sehnsucht in uns danach groß ist und wir uns ernsthaft darum bemühen. Wer sich nicht bemüht, wird sich in einem fortwährenden Kreislauf zwischen Geburt und physischem Tod und Wiedergeburt bewegen und viele Leben unnütz vertun, bis er endlich den Sinn des Daseins erkannt hat und mit allen Kräften nach Vollkommenheit strebt.
Wenn wir an den durchschnittlichen Menschen denken und daran, was er in einem einzigen Leben für seine Vervollkommnung tat, müssen wir zugeben, dass das manchmal nicht nennenswert ist. Unwissenheit hemmt den Fortschritt im Leben unserer Seele. Den meisten ist der Sinn ihres Lebens nicht klar. Sie leben - wie sie meinen, nur einmal - und wollen von diesem Leben etwas haben. Darum sind sie diesseits ausgerichtet und identifizieren sich mit der Vergänglichkeit. Das macht auf die Dauer nicht glücklich, sondern unsicher, unruhig und ängstlich. Unwissenheit ist ein ganz großes übel, und sie ist es, die uns immer wieder in eine neue Verkörperung drängt.
Die Erde ist ein Läuterungsplanet. Nur hier, auf dieser dreidimensionalen Ebene, können wir unsere niedere Natur, unsere niederen Eigenschaften wie Egoismus, Hass, Neid, Unehrlichkeit, schlechtes Benehmen usw. ablegen. Diese Welt bietet uns Möglichkeiten über Möglichkeiten, uns in der Selbstdisziplin zu üben und zu vervollkommnen. Dass wir mit manchen niederen Eigenschaften noch behaftet sind, können wir nicht leugnen. Um uns in dieser oder jener Weise höher entwickeln zu können, brauchen wir Gelegenheiten, und diese finden wir hier reichlich. Wenn wir z. B. keine Geduld haben, brauchen wir Gelegenheiten, sie verwirklichen zu können. Wie sollten wir sie sonst entwickeln. Wir sollten uns wirklich ernsthaft bemühen zu erkennen, warum wir gerade in der Umgebung leben, in die wir gestellt wurden. Welche Lektionen sollen wir lernen, dort, wo wir sind? Wenn wir allerdings den Sinn und die Gesetze des Lebens nicht verstehen, erkennen wir auch nicht, warum wir mit diesem oder jenem Missstand oder Problem konfrontiert werden. Alle bieten uns aber Möglichkeiten, das eine oder andere zu lernen, die eine oder andere gute Eigenschaft zu entwickeln. Es ist wirklich eine große Tragik, wenn wir mit unserem Los so gar nicht zufrieden sind, wenn wir ausbrechen wollen, wenn wir uns sperren mit aller Macht. Und hier spreche ich schon das Gesetz des Karma an; denn wenn wir jetzt nicht lernen wollen, so müssen wir es ganz bestimmt zu einer anderen Zeit, in einem späteren Leben. Wir können dem Gesetz letztendlich nicht entfliehen. Wir werden immer und immer wieder in solche Verhältnisse hineingeboren, die uns die Möglichkeiten bieten, zu lernen, was uns noch fehlt. Durch Unwissenheit oder Unwilligkeit versäumen wir viele Gelegenheiten dazu, die der Schöpfer uns immer wieder gibt. Ein Gesetz der ewigen Verdammnis gibt es nicht, wohl aber eines der wiederholten Gelegenheiten, welches wir durch das Wiedergeboren-werden erfahren.
Lernen wir doch lieber jetzt unsere Lektionen in Freude und Dankbarkeit, damit wir besseren und lichtvolleren Existenzen entgegengehen können. Die niedere Natur können wir nur auf diesem irdischen Plan überwinden. In einer anderen, höheren Daseinsform ist das nach dem Gesetz nicht möglich.
Wenn man nur auf ein Leben bezogen denkt, kann man verstehen, dass der Mensch von Angst erfüllt ist, denn an seinem Ende ahnt er vielleicht, dass er manche Gelegenheit nicht genutzt hat, an der Verfeinerung seiner Seele zu arbeiten. Wenn man dagegen kosmisch, universell denkt, erkennt man, dass der Mensch erneut eine Chance bekommen wird, die nicht gelernten Lektionen im nächsten Leben nachholen zu können. Ich meine, das wäre eine große Gnade des Schöpfers.
Natürlich wird für manchen der Gedanke unbequem sein, auf diesem Plan wieder erscheinen zu müssen, besonders wenn sein Leben ihm viel Mühe, Krankheit und Sorge gebracht hat. Wir haben aber die Möglichkeit, gerade in einem schweren Leben unseren guten Willen zur Höherentwicklung zu beweisen. Die kosmischen Gesetze begrenzen uns in dieser Aufwärtsentwicklung in keiner Weise, ganz im Gegenteil.
Wir wollen uns bemühen, die kosmischen Gesetze zu verstehen, denn sie sind uns eine große Hilfe, wenn wir uns nach ihnen ausrichten. Zunächst müssen wir erkennen, dass es ja immer die gleiche, die eine Seele ist, unsere Seele, die sich wieder und wieder verkörpert und durch viele Leben geht, um alle notwendigen Erfahrungen zu machen. Wir als Seele sind eine geistige Wesenheit, und diese ist geschlechtslos. Sie kann sich deshalb einmal in einem weiblichen und dann in einem männlichen Körper inkarnieren. Wenn einen die Vorstellung schrecken sollte, dass er als Frau vielleicht in einem Vorleben ein Mann gewesen ist und umgekehrt auch, hat er noch nicht die rechte Einstellung zu seinem wahren Wesen. Wenn wir wissen, dass wir Seele sind, ist dieser Gedanke jedoch nicht befremdend, denn die äußere, vergängliche Form ist unwichtig. Es ist aber wichtig, Erfahrungen in männlichen und weiblichen Körpern zu machen, die Gefühlswelt beider kennenzulernen, wenn wir allumfassend lieben lernen, wenn wir allumfassend verstehen wollen. Der Wechsel von einem Geschlecht zum anderen ist eben auch eine Gesetzmäßigkeit.
Hat ein Mann beispielsweise einer Frau in einem Leben Schaden zugefügt, den er damals nicht wiedergutgemacht hat, so wird seine Seele sicher in seiner nächsten Inkarnation einen weiblichen Körper annehmen müssen und gleiche Erfahrungen erleiden. Ebenso ergeht es selbstverständlich einer Frau, die einen Mann schädigt oder ungerecht behandelt. Dies ist der einzige Weg, durch den man gezwungen wird oder vielmehr, durch den man sich selber zwingt, Ursache und Wirkung alles dessen zu erleiden, was man selber in einem Leben einem anderen Menschen angetan hat.
In der Seele werden die Erfahrungen aller Leben gespeichert. Nichts geht verloren. In unserer jetzigen Existenz legen wir die Grundlage für unser nächstes Leben, und der Ablauf unseres jetzigen Lebens ist die Auswirkung von zurückliegenden. Wir haben es weitgehend in der Hand, wie das nächste Leben ausfallen wird, wenn wir in diesem nicht die Erlösung aus dem Kreislauf erlangen, ob es ein frohes, von Krankheit freies, glückliches und auch reiches Leben wird oder ob es sich anders gestaltet. Eines dürfen wir aber nicht außer acht lassen, dass negative Handlungen in früheren Leben sich noch auswirken können. Wir haben allerdings auch die Chance oder die Gnade, unangenehme zu mildern oder aufzulösen, wenn wir in diesem Leben alles daransetzen, die Erlösung zu erreichen.
Alles was uns geschieht, erfolgt aus einem Lebensmotiv, das in frühere Existenzen zurückgreift. Es ist bedingt durch das ganze Karma, das der Mensch mitgebracht hat. Er will und muss Leid erfahren, um dadurch zu einer Läuterung zu gelangen. Der vordergründige Wille sieht das nicht ein. Der vordergründige oder empirische Wille ist jener, womit wir unsere Alltäglichkeit bestimmen. Der hintergründige Wille ist unser Lebensmotiv. Dieses nennen wir auch Schicksal. Wir begreifen unser Schicksal nicht. Wir begreifen auch nicht, warum manche Menschen so hart und schrecklich geprüft werden. Unser empirischer Wille lehnt sich auf und möchte dagegen angehen. Würde man aber versuchen, den Schicksalsplan zu durchschauen, so könnte man lernen, einen Sinn darin zu erkennen.
Wird man beispielsweise verleumdet, oder wird einem dieses oder jenes angetan und man würde sagen, dass man daran selber schuld sei, weil man einmal - man weiß zwar nicht warum - selbst ähnliches Mitmenschen gegenüber veranlasst habe und jetzt käme es auf einen zurück, so würden die meisten das nicht verstehen. Selbst eine Rehabilitation nach geschehenem Unrecht löst das Problem im Geistigen nicht. ähnliches wird immer und immer wieder mit einem geschehen, bis man gelernt hat zu verzeihen. Erst in dieser Vergebung, in dieser Verzeihung löst sich das Karma auf.
Dieses Beispiel mag uns zeigen, wie notwendig es ist, dass wir beginnen, unser Leben nach höheren Gesetzen zu ordnen, dass wir nachdenken und nicht einfach in den Tag leben und nachlässig unsere Christenpflicht tun. Im Vaterunser ist das Gesetz des Karmas deutlich zum Ausdruck gekommen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." Der Schöpfer und unser Höheres Selbst vergeben uns nichts, bevor wir nicht unseren Mitbrüdern und -Schwestern vergeben haben. Eine Abtragung mit materiellen Gütern gibt es auch nicht. Die göttlichen, kosmischen Gesetze sind unbestechlich und arbeiten exakt, ohne Fehler.
Wir alle, ob schwarz oder weiß, rot oder gelb, sind Kinder des Einen Schöpfers. Können wir von einem Vater erwarten, dass er uns liebt, wenn wir unsere Mitmenschen nicht lieben, die ja auch seine Kinder sind?
Es wäre unklug, sich vom Gesetz abzuwenden, weil man absolut nicht mehr zur Erde zurück möchte oder weil es einem unangenehm und unbequem erscheint. Mit dem Abwenden können wir dem Gesetz nicht entgehen, das wäre ein Trugschluss. Die Tragik würde um so größer, weil wir dadurch eine erneute Chance verpassten, endlich aus dem Kreislauf der Wiedergeburt herauszukommen.
Einmal wird jede Seele den Punkt erreichen, da sie des fortwährenden Kreislaufs müde ist, und sie wird sich zur Höherentwicklung entscheiden. Der Schöpfer zwingt niemanden. Er würde dadurch das Gesetz der Willensfreiheit verletzten, das er ja selber einsetzte. Außerdem hat er eine Ewigkeit Zeit.
Auch wenn eine Seele noch so verbrecherisch wirkt, sie trägt den Gottesfunken, das Modell des Ebenbildes Gottes in sich. Es mag Äonen dauern, bis sie zur Erkenntnis kommt und begreift, dass auch ihr Weg ein Weg zum Licht ist und nicht ein Weg in die Finsternis. Einmal wird jede Seele von der großen Sehnsucht erfasst, und sie muss oft durch Leid und Krankheit geführt werden, um zur Erkenntnis zu kommen. Unglücklich sein kann auch der unerkannte Ausdruck einer nicht erfüllten Sehnsucht der Seele sein. Werden wir nicht manchmal von einer Sehnsucht erfasst und könnten nicht sagen wonach? Vielleicht ist es die Sehnsucht der Seele nach ihrer ewigen Heimat.
Warum können wir uns an frühere Leben nicht erinnern? Auch das ist eine weise Führung. Das Wissen um die Fehler unserer vergangenen Existenzen könnte uns sehr belasten, und somit könnten wir uns nicht frei und unvoreingenommen entwickeln. Vielleicht könnten wir auch manchen Mitmenschen nicht ohne Vorurteil gegenüber treten.
Wenn wir weiterkommen wollen, dürfen wir nicht an den Fehlern und Irrtümern der Vergangenheit festhalten. Sie blockieren unsere Fortschritte. Wir können aber die Auswirkungen früherer Fehler durch ernsthaftes Bemühen um schnellere Vervollkommnung wesentlich herabmindern oder gar auflösen, indem wir jetzt mit all unserer Kraft daran arbeiten, die Qualität unserer Seele zu verbessern. Darin sind uns keine Grenzen gesetzt. Wenn wir erkannt haben, dass wir in einem einzigen Leben niemals zum Göttlichen Ebenbild heranreifen können, sind wir schon ein Stück weitergekommen. Wir sollten nicht versäumen, jetzt die Gelegenheit aufzugreifen, um aus der bisherigen Unwissenheit herauszukommen. Aus der Sicht der kosmischen Gesetze bekommen wir ein ganz anderes Bild vom eigenen Leben und von dem unserer Mitmenschen. Von einer höheren Warte aus nehmen wir Worte der großen Menschheitsführer und die eines Jesus Christus ernster, wenn er sagt: „Werdet vollkommen, wie mein Vater vollkommen ist." Wir können uns erst aus dem Rad der Wiederverkörperung lösen, wenn wir seine Worte verwirklichen.
Wenn wir über die niederen Eigenschaften Herr geworden sind, sie gemeistert haben und dadurch dem Ebenbilde Gottes nahegekommen sind, haben wir auf diesem Plan nichts mehr zu suchen. Was sollten wir dann noch hier? Dann geht die Entwicklung auf einer anderen Ebene weiter, denn es gibt keinen Stillstand in der Evolution. Dann erst sind wir reif geworden für höhere und schönere Daseinsformen, die ihre eigenen Gesetze haben.
Wenn ein Wesen dem Göttlichen Bilde wieder gleich geworden ist, lebt es in völliger Freiheit, wird zum Mithelfer und Mitschöpfer am kosmischen Plan. Es hat dann die Grenze überschritten, jenseits welcher es nicht mehr fallen kann. In dieser Freiheit hat es aber die Möglichkeit, sich freiwillig wieder zu inkarnieren, um der Menschheit zu dienen, um ein Menschheitsführer zu werden oder auf anderen Gebieten entwicklungsfördernd für die Menschheit zu wirken.
In einer Zeit wie der heutigen, da die Geburtswehen eines neuen Zeitalters in vollem Gang sind, sind wieder viele hochentwickelte Seelen inkarniert, und es werden noch mehr kommen, um der Menschheit beizustehen und zu helfen, dass sie ihren Weg erkennt und das Wassermann-Zeitalter, ein geistig hochstehendes Zeitalter, von allen Erdbewohnern bewusst zu ihrer Entfaltung genutzt wird.
Diese großen Seelen, Lehrer der Menschheit, Propheten nehmen freiwillig einen physischen Körper an, um dem neuen geistigen Äon zum Durchbruch zu verhelfen, damit dieser sich nicht zu katastrophal vollzieht. Denn die kosmische Uhr geht unaufhaltsam ihren Gang, und die Schwingungen aus dem Weltraum, die geistigen Einstrahlungen der Zentral-Sonne, erhöhen sich mit der Zeit merklich, was eine Bewusstseinserweiterung zur Folge hat, besonders für jene, die sich um ihre Entwicklung und Vervollkommnung bemühen. Für alle, die dieses nicht anstreben, wirkt diese Einstrahlung störend, ja sogar zerstörend. Jetzt werden „die Schafe von den Böcken geschieden". Es ist ein Gesetz, dass das Aufbauende von Bestand ist, während das Zerstörende das Gesetz der Vernichtung in sich trägt.
Die kosmischen Gesetze helfen uns, unser Leben und das unserer Mitmenschen besser zu verstehen. Wir werden nachsichtiger, verständnisvoller, einer umfassenderen Liebe fähig. Jede Seele befindet sich auf einer anderen Entwicklungsstufe, und wir sollten nie Vergleiche ziehen, keine Kritik üben im negativen Sinne und jedem seinen Entwicklungsweg lassen. Wir wissen nichts vom Seelenweg des anderen und dürfen uns kein Urteil erlauben.
Durch die fernöstlichen Einflüsse kommt kosmisches Gedankengut mehr und mehr auch zu uns ins Abendland. Die theosophische, die anthroposophische, die esoterische und andere Geistesrichtungen bauten aber auch bei uns schon immer darauf auf. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird der Reinkarnationsgedanke wieder allgemein anerkannt und verstanden werden.
Wenn wir auf dem Wege der Seelenentwicklung weiter schreiten, werden wir sensitiver für die Schwingungen vergangener Erfahrungen. Diese sind nicht im physischen Körper gespeichert, sondern in unserer Seele, in unserem Höheren Selbst. Darum können Szenen der Vergangenheit, wenn wir genügend „durchlässig" geworden sind, aus der Tiefe emporsteigen und uns bewusst werden. Bei manchen sind schon Erinnerungen aufgetaucht, die aber nicht als solche erkannt werden konnten, weil das Gesetz der Reinkarnation noch nicht anerkannt wurde.
Wir sollten es nicht versäumen, in diesem Leben ganz bewusst die Seele zu verfeinern, Ewigkeitswerte zu schaffen. Auch wenn wir glauben, dass unsere heutigen Anstrengungen nutzlos sind, weil wir nicht den Fortschritt verzeichnen können, den wir wünschen, wenn vielleicht auch äußere Umstände uns daran zu hindern scheinen, so sollten wir doch in unseren Bestrebungen nicht müde werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir heute durch ehrliches Bemühen der Seele die Möglichkeit geben, im nächsten Leben bessere und vorteilhaftere Umweltbedingungen und dadurch größere Entfaltungsmöglichkeiten zu bekommen. Keine Anstrengung ist umsonst. Wir sollten aber auch nicht außer acht lassen, dass wir dort, wohin wir gestellt sind, bestimmt Wesentliches zu lernen haben.
Dieses größte kosmische Gesetz muss gründlich studiert und durchdacht werden. Das sollte jeder tun, um mehr Licht in seine Existenz zu bringen.
Alle Großen dieser Welt, ob wir Goethe, Schiller, Mozart, Beethoven, Wagner und andere Denker und Philosophen nennen, sie alle drückten in ihren Werken den Reinkarnationsgedanken aus. Es gibt eine Menge Literatur darüber.
Christian Morgenstern sagte an einer Stelle:
„Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis,
all seine Leben traben."
Aus Wagners Parsifal:
„Hier lebt sie heut - vielleicht erneut
zu büßen Schuld aus früheren Leben,
die dorten ihr noch nicht vergeben."
Das Phänomen der sogenannten Wunderkinder können wir nur unter Berücksichtigung des Gesetzes der Reinkarnation verstehen.. Mozart z. B. konnte nur aus den bewussten Erfahrungen einer Präexistenz mit 6 Jahren die Kontrapunktlehre beherrschen und vieles wissen, was anders nicht möglich und denkbar wäre von einem Kind. Diese Erfahrung nahm er bewusst mit in sein Tagesbewusstsein, was auch bei manchen anderen Seelen der Fall ist, besonders dann, wenn sie schon hochentwickelt sind.
Es ist ein Gesetz, dass, wenn eine Seele einen bestimmten Grad hohen Bewusstseins erreicht hat, sie das Wissen voll ins nächste Leben mitbringt.
So gibt es Menschen, die in ihrer Art so weise, entwickelt und vollkommen erscheinen, ohne in diesem Leben eine entsprechende Schulung genossen zu haben, dass man erstaunt ist. Auch bei uns könnte manches offenbar werden, wenn wir still genug würden und die Fähigkeit hätten, in unser wahres Selbst, in unsere ewige Seele einzutauchen. Frühere Erfahrungen könnten wir uns dann zunutze machen. Solange wir noch so stark in der Welt beschäftigt sind und uns in ihr niederlassen, als lebten wir ewig hier, wird es uns jedoch nicht gelingen, tiefere Einblicke und Rückblicke zu erlangen.
Das selbstloseste Motiv, wieder ein Ebenbild des Höchsten zu werden, ist es wohl, wenn der Mensch sich aus Liebe zum Vater aus dem Rad des Karma, der Wiederverkörperung lösen will. Diese Liebe kann eine solche Kraft und Macht sein, dass sie imstande ist, alles Karma, was die Seele in eine Wiederverkörperung zwingt, zu verbrennen, und dadurch der ewigen Glückseligkeit teilhaftig zu werden. Wie hätte sonst Christus am Kreuze zu dem Schächer, der mit ihm gekreuzigt wurde, sagen können: „Wahrlich ich sage dir, noch heute wirst du bei mir im Paradiese sein." In den Stunden am Kreuze wurde der Schächer von großer Sehnsucht nach dem Himmelreich und seiner Liebe erfasst, und was seine Seele durchlebte und durchlitt, weiß nur Gott allein. Durch seine Worte: „Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst«, offenbarte er Christus seine Seele bis auf den Grund, und darum konnte dieser die verheißenden und erlösenden Worte sprechen.
Spricht man nicht vom Feuer der Liebe? Feuer bedeutet immer Reinigung. Das Leben Jesu war durchstrahlt und durchflammt von dieser Liebe zu seinem Vater und dadurch auch zu allen Wesen, zu aller Kreatur. Und immer wieder lehrte er diese Liebe.
Das Erlösungswerk Jesu Christi ist wohl darin zu sehen, dass es dem, der von dieser von ihm vorgelebten Liebe ganz durchdrungen und durchglüht ist, möglich ist, sein Karma aufzulösen, weil er in dieser Liebe lebend nicht mehr sündigen kann. Würde ein Vater sein Kind verstoßen, und habe es sich noch so weit von ihm entfernt, das brennend von der Liebe zu ihm, wieder in seine Arme flieht?
Solange wir aber diese befreiende Liebe nicht kennen, befinden wir uns auf dem mühsamen Weg der Selbsterlösung, den der größte Teil der Menschen gehen muss. Aus diesem Kreislauf von Ursache und Wirkung, dem zwanghaften Zustand der Wiederverkörperung, kommen wir heraus durch bewusstes Bemühen, das Lebensgesetz zu erfassen. Man muss Gott im eigenen Innern suchen, stets gegenwärtig und bewusst die Verbindung mit diesem Göttlichen Selbst herstellen und unerschütterlich daran festhalten in allen Lagen des äußeren Lebens.
Die Zeit ist nun gekommen, da viele Menschen beginnen zu erwachen. Sie müssen jetzt erfahren, dass sie vielleicht ungezählte Male schon gelebt haben, jedes mal in einem neuen physischen Körper, und dass jedes Leben Wachstum ermöglicht und jedem Gelegenheit bietet, sein Gleichgewicht wiederherzustellen. Das richtige Verständnis für dieses große Gesetz bringt auch das Verständnis für den tieferen Sinn mancher menschlichen Erfahrung, die sonst als völlig ungerecht empfunden werden müsste. Es vermittelt uns die Gewissheit, dass es nichts Zufälliges und Nebensächliches geben kann, dass jede Erfahrung Auswirkung einer früher gelegten Ursache ist.
Vererbung im Lichte des Gesetzes der Wiederverkörperung
Jeder Mensch, wie er uns jetzt gegenübertritt, ist ein Brennpunkt, der die Summe all seiner (Vor-) Existenzen darstellt. Vererbung und Milieu werden heute allgemein für die Ursache seines augenblicklichen Zustandes, körperlich und geistig, verantwortlich gemacht. Zu dieser Folgerung sind Wissenschaft und Psychologie gekommen, da der Mensch nur in seinem „einmaligen" Leben gesehen wird, als Einzelwesen, getrennt von einer All-Einheit, außerhalb der kosmischen Rhythmen und Gesetze.
Wenn aber das erste Kosmische Gesetz, das der Reinkarnation (Wiederverkörperung), den wissenschaftlichen Betrachtungen zugrunde gelegt wird, muss es zwangsläufig zu ganz anderen Erkenntnissen kommen, die der bisherigen allgemeinen Denkweise fremd sind. Demnach sind Vererbung und Milieu in erster Linie Wirkungen und nicht Ursachen, also Folgen einer langen Vergangenheit, früherer Existenzen. Die Eltern, die ein Kind bekommen, sind nach unbestechlichen und präzis wirkenden Gesetzen gewählt im Hinblick auf die künftige physische Konstitution und die Entwicklungsmöglichkeiten. Ausgeschlossen ist dabei nicht, dass die Seele bei der Wahl beteiligt war, dass aber stets die Möglichkeit zur Erfüllung des individuellen Karmas in Betracht gezogen wurde. Die Eltern sind wohl die Werkzeuge zur Erschaffung des Körpers und eines bestimmten Milieus, nicht aber die Übermittler sämtlicher Eigenschaften. Es ist daher fraglich, ob ein Milieu, das vorher ausersehen oder vorgesehen wurde, um vielleicht einem Verlangen der Seele nachzugeben, als der entscheidende Einfluss von außen angesehen werden kann.
Durch die Wahl der Eltern, die im Einvernehmen mit dem Individuum und dem Gesetz des Karmas geschieht, werden der physische Körper, die Kindheits-Umgebung und auch eine bestimmte Art der Ausbildung gewählt. Nicht davon berührt sind die Charaktereigenschaften, die ja die Summe aller Vergangenheit sind. Ähnlichkeiten zwischen Eltern und Kindern, soweit sie Gesten und Persönlichkeit betreffen, sind vielfach auf kindliches Nachahmungstalent zurückzuführen. Nachahmend lernt ein Kind in den ersten Lebensjahren alles, was es zur Einordnung in das Leben seiner Umgebung braucht.
Übereinstimmung von Charakterzügen zwischen Eltern und Kindern wollen Fachleute mit „Vererbung" begründen. Zu dieser Folgerung können sie nur kommen, wenn das Gesetz der Wiederverkörperung außer acht gelassen wird. Es muss aber zu Fehlfolgerungen und Irrlehren kommen, wenn auf einem falschen Denkgebäude aufgebaut wird.
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich bestimmte Stellungen von Planeten bei den Geburten innerhalb einer Familie wiederholen, wiederholen sich dementsprechend physische wie auch psychische Ähnlichkeiten, denn als Kind des Kosmos ist der Mensch auch dessen Rhythmus eingegliedert. Dieser ist überall zu bemerken.
Vielleicht helfen folgende Vergleiche zum besseren Verständnis für das Ausgesagte:
Es gibt Tierarten, die nur in einem bestimmten Monat Junge zur Welt bringen, die Blätter der Blumen öffnen und schließen sich nach dem täglichen Sonnenrhythmus, Ebbe und Flut gehorchen einem bestimmten Rhythmus, der Menstruationszyklus der Frau ist einem Rhythmus unterworfen, der mit dem Umlauf des Mondes um die Sonne zusammenhängt. Dies nur als Beispiele von Rhythmen, die jedem bekannt sind. Auch in einem Horoskop zeigen sich solche rhythmischen Abläufe.
Wenn das Gesetz der Wiederverkörperung einmal wieder zur Grundlage unseres Denkens geworden ist und in seinen vielfältigen Auswirkungen erkannt und richtig verstanden wird, können u. a. auch die bisherigen Irrtümer zum Thema „Vererbung geistiger Eigenschaften durch elterliche Gene" beseitigt werden.
Der Glaube an die physische Vererbung geistiger Eigenschaften stützt sich auch darauf, dass sich große Begabungen durch Generationen hindurch in einer Familie zeigen, z. B. die Musikalität der Familie Bach, obwohl es logisch sein dürfte, dass es unmöglich ist, dass sich geistige Eigenschaften physisch übermitteln lassen. Jedes Wesen ist doch eine Individualität, die wir in unserem Kulturkreis Seele nennen, eine Einmaligkeit, geprägt aus den Erfahrungen mancher Existenzen. Sie kann doch nur ihre eigenen Erfahrungen mitbringen. Um hier aber existent sein zu können, braucht sie den physischen Körper, der nur die Hülle, das Kleid ist, das der Verwesung anheimgestellt ist. Die beiden Bereiche, der geistig-seelische und der physische, verbinden sich nur für die Dauer der jeweiligen Inkarnation, wenn Astralleib und physischer Leib eine Einheit sind.
Bleiben wir beim Beispiel der Familie Bach. Einer der begabten Bach-Söhne, oder vielleicht auch mehrere, mögen sich durch Inkarnationen musikalische Talente erarbeitet haben und möchten gern Söhne eines ebensolchen Vaters werden. Es ist doch sehr naheliegend und sicher auch im Einklang mit dem Karmagesetz, dass sich solche Seelen in eine musikalische Familie inkarnieren. Vielleicht haben sich einige Familienmitglieder in Vorinkarnationen gekannt und möchten wieder zusammen sein und auch ihr Talent erweitern. Eine Inkarnation in eine solche musikbegabte Familie bietet die beste Möglichkeit zur Weiterentwicklung des Musiktalentes und würde gewiss auch dem persönlichen Karma entsprechen. Vielleicht spielt auch der Horoskop-Rhythmus eine Rolle dabei.
Ein Horoskop ist ein Diagramm des Sonnensystems im Augenblick der Geburt, mit dem sich ziemlich genau der künftige Stand von Sonne, Mond und Planeten ausrechnen lässt, woran durch eine ebenso ziemlich genaue Voraussage abzulesen ist, ob gewisse Zeiten sich schwierig oder günstig gestalten werden. Ein Horoskop stellt die Summe der Vergangenheit dar. Darum ist astrologisches Wissen ohne Kenntnis und Anerkennung der Reinkarnationslehre unvollkommen und kann viele Fragen nicht beantworten oder beantwortet sie falsch, weil das Denkgebäude, worauf aufgebaut wird, fehlerhaft ist.
Die Aspekte eines Horoskops an sich sind nicht gut oder schlecht. Sie sind eine Herausforderung, sich den daraus ergebenden Prüfungen zu stellen und die Lektionen zu lernen. Sie bieten, wenn der Mensch sie kennt und sich danach richtet, eine Chance zur Weiterentwicklung. Diese Aspekte werden uns ja nicht willkürlich zuteil. Sie entsprechen dem individuellen Karma. Sie sind sozusagen das Grundmuster, das sich jeder selbst geschaffen hat, das aber noch zu verändern und zu verbessern ist. Diese Veränderungen geschehen nicht von selbst. Sie hängen vom eigenen Bemühen ab, inwieweit jeder auf sein Karma reagiert, oder wie er es durch entsprechende Verdienste abzutragen, umzuwandeln oder aufzulösen imstande ist.
Unzerstörbar und ewig existierend kehrt die menschliche Seele so oft zur Erde zurück und muss sich eines physischen Körpers bedienen, bis sie alle Lektionen gelernt hat, wozu nur diese Ebene Gelegenheit bietet. Hat sie sich Göttliche Eigenschaften erarbeitet und alle Prüfungen des Lebens bestanden, ist sie reif geworden für höhere Daseinsebenen und -formen.
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