Kitabı oku: «Der erfolgreiche Einstieg in den Reitsport»

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© 2022 Carina Dieskamp

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1. Auflage 2022


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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Pferdearten und Rassen

  Ponys

  Warmblüter

  Kaltblüter

Der Umgang mit dem Reitpferd

  Die persönliche Einstellung

  Der Einstieg in die Umgangsregeln

Die richtige Pflege eines Pferdes

Sicherheit und Ausstattung beim Reiten

  Die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen für den Reiter

Erste Kontaktaufnahme mit dem Reitpferd

  Mögliche Vorgehensweise

  Welches Zubehör wird benötigt

  Loben und Belohnung – ein wichtiges Hilfsmittel

Mentaler Einstieg in den Reitsport

  Natural Horsemanship

Kauf des richtigen Pferdes als Grundvoraussetzung

Die Biomechanik – wie funktioniert der Pferdekörper?

Aufzäumen und Aufsatteln

  Anleitung zum Aufsatteln

  Anleitung zum Aufzäumen

Der richtige Sitz im Sattel

  Die Beweglichkeit des Reiters

  Die Schiefe des Reiters

  Das Gleichgewicht

Die richtige Zügelhaltung

Die erste Reitstunde an der Longe

  Erste Übungen an der Longe

  Das Leichttraben

  Das erste Galoppieren an der Longe

Reiten in der Abteilung

  Worauf sollte man bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsstall achten?

Bahnfiguren

Die Bahnregeln

  Die gängigen Bahnregeln

Zügelhilfen, Versammeln und Lösen

  Zügelhilfen

  Durchhaltende Zügelhilfe

  Verwahrende und annehmende Zügelhilfe

  Seitwärts weisende Zügelhilfe

  Das Versammeln

  Das Lösen

  Übungen, um das Lösen während des Reitens zu unterstützen

Dressurreiten

  Ausstattung für das Dressurreiten

  Die Leistungskategorien sind folgendermaßen unterteilt

  Was ist für die Leistungsrichter auf dem Turnier ausschlaggebend?

  Dressuraufgabe Klasse E, Aufgabe RE1/1

  Dressuraufgabe Klasse A RA1/1

  Dressuraufgabe Klasse L RL1

Springreiten

  Ausstattung für das Springreiten

  Die Leistungskategorien sind folgendermaßen unterteilt

  Wie sehen die Hindernisse im Springsport aus und wie werden sie bezeichnet?

Geländespringen

Vielseitigkeitsreiten

Das Westernreiten

  Voraussetzung eines Westernpferds

  Ausstattung des Pferdes

  Manöver im Westernreiten

  Ist Westernreiten pferdefreundlicher?

  Ist Westernreiten einfacher und harmonischer?

Spanische Reitschule

  Ausstattung von Pferd und Reiter

  Das ideale Dom-Vaguera-Pferd

  Was ist die Garrocha?

  Reiten mit der Garrocha

  Spanische Reitweise

  Akademische Bodenarbeit

  Der Kappzaum

  Die Gerte

Das Rückwärtsgehen

  Stellung und Biegung

  Übungen im Führtraining

  Übungen am Zügel

Das Freizeitreiten

  Eigenschaften eines Freizeitpferdes

  Reiterspiele mit dem Pferd

Das Distanzreiten

  Unterschiede im Distanzreiten

  Der Hundertmeiler

  Das Wanderreiten

  Die Philosophie des Wanderreitens

  Voraussetzungen eines Wanderreitpferdes

  Ausrüstung für das Wanderreiten

  Drei wichtige Punkte, die beim Bepacken des Pferdes beachtet werden müssen

  Tipps, die das Wanderreiten unvergesslich werden lassen

Das Voltigieren

  Was genau ist Voltigieren?

  Diese werden wie folgt bezeichnet

  Voraussetzungen, die ein Voltigierpferd mitbringen sollte

  Alter und Ausbildung

  Ausrüstung beim Voltigieren

  Grundübungen im Voltigieren

  Das Aufsteigen

  Der Grundsitz bzw. freier Sitz

  Die Mühle

  Die Fahne

  Die Flanke

  Die Schere

  Der Aufsprung in den Sitz

  Der Aufsprung in die Hocke

  Freies Stehen

Therapeutisches Reiten

Reitabzeichen

  Reitabzeichen 10-6

  Reitabzeichen 5

  Grundvoraussetzungen des Reitabzeichens 5 laut FN

Nachwort

Quellenverzeichnis

Vorwort

„Es gibt keine falsche oder richtige Reitweise. Es gibt nur ungerechtes oder gerechtes Reiten.“

(Fair Riding Corp)


Das Pferd zählt zu den ältesten Haustieren der Geschichte und erfreut sich auch heute mehr denn je großer Beliebtheit.

Früher wurden Pferde für Nutz- und Lastenarbeit gehalten und dienten hauptsächlich auf dem Feld. Später nutzte man sie als Fortbewegungsmittel, vor allem über weite Strecken.

Wie das Pferd zum Reittier wurde oder wer es zuerst

bestieg und es sich unter dem Sattel zunutze machte, ist bis heute nicht bekannt. Man geht davon aus, dass mehrere Völker dieser Erde gleichzeitig auf die Idee kamen, von der Kraft der edlen Tiere Gebrauch zu machen.

Heute werden die sensiblen und klugen Tiere überwiegend im Reit- und Fahrsport eingesetzt, aber auch zu Therapiezwecken und in manchen Teilen der Welt sogar noch ganz ursprünglich für Wald- und Ackerarbeiten.

Jedes einzelne Pferd zeichnet sich durch seine Besonderheiten, den individuellen Charakter und seine Talente aus. Welche das sind, ist nicht ganz unabhängig davon zu betrachten, zu welcher der 280 verschiedenen Rassen das Pferd gehört. Doch eines ist sicher: Die richtige Haltung und das pferdegerechte Reiten sind die Basis dafür, um im Einklang mit diesen wundervollen Wesen zu arbeiten.

Der feine Einsatz der Hand, die sensibel mit dem Pferdemaul umzugehen weiß, der richtige Sitz, um die Balance zu halten und den Pferderücken nicht zu schädigen, und die

liebevolle, natürliche Reitweise, sind Grundvoraussetzungen für die gesamte reiterliche Arbeit mit den Tieren.

Dieser Ratgeber soll ein Leitfaden für alle reitbegeisterten Pferdefreunde sein und sowohl Einblick in die Anfänge des Reitens als auch in die verschiedenen Reitweisen – wie zum Beispiel das Dressur- und Springreiten, oder das Westernreiten – geben.

Meine Intention ist es, die reiterlichen Möglichkeiten vorzustellen und dabei fest im Auge zu behalten, welche Art des Reitens gerecht und fair für das Pferd ist.

Des Weiteren möchte ich verschiedene Trainingsarten vorstellen, die Pferd und Reiter Spaß bereiten und artgerecht „auspowern“ sollen.

Denn das Wichtigste nach den Stunden am Stall ist zu wissen, dass es dem Liebling gut geht, das Training erfolgreich war oder aber auch, dass beim freizeitlichen Reiten die Entspannung und die Pflege des Pferdes beidseitig genossen wurden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit diesem Ratgeber und freue mich, meinen Erfahrungsschatz und mein mit den Jahren

erworbenes Wissen mit Ihnen teilen zu dürfen.

Ihre

Carina Dieskamp


Pferdearten und Rassen

Wie im Vorwort erwähnt, gibt es 280 verschiedene Pferderassen. Um zu klären, welche Pferderasse für den Reitsport geeignet ist, ist es wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Arten und Voraussetzungen gibt, die sich vor allem in der Größe und der Beschaffenheit des Körperbaus unterscheiden. Dem liegt auch zugrunde, für welche Tätigkeiten sie am besten in Anspruch genommen werden.

Die Größe eines Pferdes wird immer am Widerrist gemessen und nennt sich Stockmaß.


Ponys

Zu den Ponys zählen Pferde, die 1,48 m im Stockmaß nicht überschreiten. Zudem sind sie meist stämmiger und robuster gebaut. Dies kommt allerdings ganz auf die Rasse des Ponys an, denn zum Beispiel sieht ein deutsches Reitpony einem Trakehner (ostpreußisches Warmblut) zum Verwechseln ähnlich, ist aber wesentlich kleiner.

Die beliebtesten Ponyrassen

Shetlandpony: Das Shetlandpony überschreitet die Größe von 107 cm selten. Es ist sehr robust und hervorragend geeignet für kleinere Kinder und um Kutsche zu fahren. Das stabile Pony kann ganzjährig im Offenstall gehalten werden und zeigt beste gesundheitliche Voraussetzungen.


Haflinger: Die Gebirgsponys zählen zu den Endmaßponys und sind meist zwischen 1,40 - 1,48 m groß. Sie sind vielseitig einsetzbar und besonders beliebt im freizeitlichen Breitensport, dem Westernreiten und sind auch im Dressursport nicht zu unterschätzen.


Islandpony: Das Islandpony zählt zu den robustesten Ponyrassen der Welt und gehört mit einer Größe von ca. 1,38 m zu den größeren Ponys. Es kann schwere Lasten tragen und auch ohne weiteres einen erwachsenen Reiter. Besonders auffällig ist die außergewöhnliche Gangart „Tölt“. Hierbei entsteht keine Schwebephase während des Reitens, was das Sitzen in dieser Gangart auch über weite Strecken sehr angenehm macht.


Deutsches Reitpony: Auch dieses Pony gehört mit einer Größe von ca. 1,40 m zu den Endmaßponys und findet sich überwiegend im Turniersport wieder. Der Körperbau und das Temperament eignen sich gut für junge, mutige Reiter. Das deutsche Reitpony ähnelt vom Körperbau einem ausgewachsenen Warm- oder Vollblut.


Warmblüter

Der Warmblüter befindet sich unter den Arten zwischen Kaltblüter und Vollblüter und nimmt von beiden nur das Beste mit. Die Kraft des Kaltbluts und die Leichtigkeit des Vollbluts werden miteinander vereint. Die Größe eines Warmbluts liegt zwischen 1,60 m und 1,75 m. Je nach Warmblutrasse befinden sich mehr Vollblutanteile oder mehr Kaltblutanteile in der Züchtung. Das hat zur Folge, dass das Tier zum Beispiel eher für den Springsport oder eventuell mehr für die Kutsche geeignet ist.

Die beliebtesten Warmblutrassen


Hannoveraner: Er zählt zu den klassischen Warmblütern und hat die besten Voraussetzungen, um im Turniersport erfolgreich zu sein. Durch die gleichmäßigen Anteile der Züchtung kann er vielseitig eingesetzt werden. Der Hannoveraner ist edel und gleichzeitig sehr sportlich gebaut.

Trakehner: Der Trakehner gehört zu den ältesten Pferderassen überhaupt und war eine der ersten Züchtungen. Sein hoher Vollblutanteil bewirkt häufig, dass diese Rasse sehr temperamentvoll ist. Deshalb ist der Trakehner üblicherweise kein Anfängerpferd und wird überwiegend für das Vielseitigkeitsreiten eingesetzt. Power und Bewegungsdrang ist für diesen Sport Grundvoraussetzung. Durch seine edlen Vollblutanteile ist der Trakehner auch gerne in der Dressur gesehen. Er gibt ein überaus graziles und stolzes Bild ab.


Oldenburger: Er zählt zu den Springtalenten unter den Warmblütern und wird vorwiegend hierfür gezüchtet. Auch er verspricht ein hohes Maß an Eleganz, gepaart mit Sportlichkeit. Besonders hervorzuheben ist die ausgeprägte Hinterhand, die dieser Rasse in den Genen liegt.


Holsteiner: Der Holsteiner gehört zur Elite unter den Springtalenten. Er zeichnet sich besonders durch seine enorme Leistungsbereitschaft aus und besitzt einen starken Siegeswillen. Deshalb wird der Holsteiner auch gerne im Vielseitigkeitsbereich eingesetzt.


Lipizzaner: Diese Pferderasse zeichnet sich besonders durch den edlen Körperbau, die graziöse Bewegung und durch die bereitwillige Gelehrigkeit aus. Sie wird überwiegend in der spanischen Reitweise und als Showpferd genutzt. Aber auch im freizeitlichen Reiten ist der Lipizzaner ein temperamentvoller, aber sehr treuer Begleiter.


Kaltblüter

Kaltblüter fallen üblicherweise durch ihren kräftigen Körperbau und ihr geringes Maß an Temperament auf. Idealerweise werden sie deshalb als Zugpferd für Kutschen und im freizeitlichen Reiten genutzt. Früher wurde diese Rasse ausschließlich für die Arbeiten im Wald und auf dem Acker verwendet. Auch in der Zucht finden sich einige Liebhaber und stellen ihre schönsten Tiere auf nationalen und internationalen Show-Sichtungen vor.

Die beliebtesten Kaltblutrassen

Schwarzwälder Kaltblut: Das breit gebaute Arbeitspferd ist eines der am häufigsten gezüchteten Kaltblutrassen. Es ist besonders als Kultpferd bei Umzügen wie dem Leonhardiritt oder dem Oktoberfest zu sehen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit als Freizeitpferd.


Noriker: Der Noriker ist ein mittelschweres Kaltblut mit einem hohen Maß an Ausdauer. Er ist sehr ausgeglichen und ruhig. Außerdem ist diese Rasse neugierig und interessiert, weshalb sie als gelehrig und unerschrocken gilt und gerne für Wanderritte genutzt wird.


Shire Horse: Dieser Kaltblüter zählt zu den größten Pferderassen dieser Erde und weist Maximalmaße bis zu 1,90 m im Stockmaß auf (selten darüber). Durchschnittlich wird das Shire Horse 1,80 m groß. Seine gutmütige Art ist außergewöhnlich und es wird deshalb auch gerne der sanfte Riese genannt. Shire Horse sind sehr umgänglich und können sowohl als Zugpferd als auch im freizeitlichen Reiten eingesetzt werden.



Fazit

Ob Pony, Warmblut oder Kaltblut, alle Rassen haben etwas für sich und dienen mit ganz besonderen Talenten. Das Pony eignet sich gut für Kinder und hat gleichzeitig Rassen unter sich, die zu den beliebtesten Pferden für Erwachsene und Einsteiger zählen. Das Warmblut ist überwiegend in der Turniersportszene oder dem gehobenen Freizeitsport zu sehen. Kaltblüter hingegen sind bekannt für ihre Sanftmütigkeit und finden sich in allen freizeitlichen Bereichen und als Zugpferde wieder. Allgemein ist zu sagen, dass alle Rassen in vielerlei Hinsicht einsetzbar sind und es außer auf die Voraussetzungen des Körperbaus auch auf den Charakter des Pferdes ankommt. Ein Trakehner kann genauso gut vor der Kutsche laufen und ein Pony im Kader springen, wenn die entsprechenden Veranlagungen vorhanden sind.


Der Umgang mit dem Reitpferd

Beim Umgang mit Pferden ist es wichtig, neben der Leidenschaft für die Tiere auch einige Grundregeln zu kennen und diese sicher anzuwenden. Die Regeln dienen der Sicherheit und fördern den Spaß beim gemeinsamen Miteinander. Es ist von Anfang an wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass Pferde sehr sensibel sind und zu den Fluchttieren zählen. Ein Reiter sollte zu jeder Zeit darauf eingestellt sein, dass ein Pferd bei einer Gefahrensituation überraschend Reißaus nehmen könnte und unerwartete Situationen keine Seltenheit sind. Dies ist allerdings stark abhängig davon, wie unerschrocken oder temperamentvoll ein Pferd ist. Im Vordergrund steht

immer ein ruhiger und ausgeglichener Umgang, der beiden Seiten Spaß bereitet.

Pferde leben in der freien Natur in einer Herde und können deshalb nur das verstehen, was sie aus dem natürlichen Herdenverhalten kennen. Deshalb ist es wichtig, dem Tier immer auf einer ihm verständlichen Ebene zu begegnen. Hierfür ist dringend notwendig, die eigene Ansicht stetig zu überdenken und den Wissensschatz fachkundig zu erweitern.

Die persönliche Einstellung

• Pferde sind sehr empfindsame Wesen und müssen auch dementsprechend achtsam behandelt werden. Dieser Gedanke sollte in der Zusammenarbeit mit den Tieren allgegenwärtig sein.

• Positive Gedanken, Gefühle und Emotionen verbessern die Zusammenarbeit mit Pferden immens. Negative Gedanken und eine nervöse Grundhaltung können sich im Gegensatz dazu schnell auf das Tier übertragen und eine gemeinsame Arbeit erschweren.

• Es ist wichtig, eine aufrichtige und liebevolle innere Haltung dem Pferd gegenüber zu entwickeln und auch zu zeigen. Ein Pferd ist nie von sich aus böswillig. Alles was „schiefläuft“ sollte unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, dass etwas im Umgang vonseiten des Menschen nicht richtig gelaufen ist. Die Situation ist zu reflektieren und ggf. umzugestalten.

Der Einstieg in die Umgangsregeln

Bevor man das erste Mal an ein Pferd herantritt, ist es gut zu wissen, dass ein Pferd meist anders reagiert als man es zum Beispiel von einem Hund oder einer Katze gewohnt ist. Ein unüberlegtes Herantreten mit hastigen Bewegungen und Streicheln über den Kopf, ist nur wenig sinnvoll und könnte das Pferd erschrecken. Vorab kann man sich ein paar Verhaltensregeln verinnerlichen und hat somit eine sehr gute Voraussetzung für die ersten Schritte im Umgang mit einem Pferd.

• Auf sich aufmerksam machen: Aufgrund dessen, dass Pferde Fluchttiere sind, ist es wichtig, sie nicht einfach zu überrumpeln. Denn das würde für das Tier bedeuten, dass es womöglich einer Gefahr ausgesetzt sein könnte und führt zu Fluchtverhalten. Deshalb ist es generell besser, das Tier mit Abstand anzusprechen, bevor man sich von der Seite nähert. Das Pferd sollte immer sehen können, wenn man darauf zugeht.

• Handlungen im Pferdebereich: Es gilt zuallererst, sich ruhig und nicht hektisch zu bewegen. In der Pflege eines Pferdes ist es oft zu sehen, dass Reiter sich unmittelbar hinter dem Pferd befinden und großes Vertrauen voraussetzen. Der sicherste Platz ist aber neben dem Pferd und keinesfalls dahinter. Auch das bravste Pferd kann einmal ausschlagen. Deshalb empfiehlt es sich auch, besser vorne an der Schulter auf die andere Seite zu wechseln oder aber mit großem Abstand hinter dem Pferd vorbeizugehen.

• Die richtigen Schuhe: Das richtige Schuhwerk wird deshalb bei den Grundregeln aufgegriffen, weil es eine wichtige Rolle in Bezug auf die Sicherheit der eigenen Füße spielt. Ein Pferd wiegt nun mal ein paar hundert Kilo, was nicht unterschätzt werden sollte. Viele Reitstiefel besitzen eine kleine Stahlkappe im vorderen Teil der Schuhe, um für den Fall, dass ein Pferd darauf tritt, das Gewicht abzufangen und Quetschungen zu vermeiden.

• Putzen und Pflegen: Während man ein Pferd putzt und pflegt (vor allem im Hufbereich), sollte man sich nicht hinknien oder in die Hocke gehen. Wenn das Pferd erschrickt, ist der Reiter meist nicht schnell genug, um aus dem Gefahrenbereich zu entkommen. Außerdem ist es wichtig, während des gesamten Pflegevorgangs immer ein wachsames Auge darauf zu haben, ob das Pferd entspannt ist oder es Gründe (womöglich unbegründet) zur Panik gibt. In manchen Reitställen dürfen Reiter die Pflege anfänglich nur mit Reithelm ausführen, was vor allem bei Kindern durchaus angebracht erscheint.

• Das Anbinden: Ein Pferd sollte ohne Ausnahme ausschließlich mit Panikhaken am Halfter und mit einem Sicherheitsknoten am Putzplatz angebunden werden. Wenn für das Tier eine vermeintliche Gefahrensituation eintritt, ist es essenziell, den Knoten oder ggf. den Panikhaken schnell öffnen zu können. Anders gestaltet es sich beim Führen. Hier sollte ein Panikhaken, wenn möglich, vermieden werden, da er auch bei Widerstand des Pferdes aufgehen könnte und dem Tier somit zur Flucht verhilft.

• Das Führen: Die sicherste Art, um ein Pferd zu führen, ist mit Halfter und Führstrick oder mit Trense/Kappzaum. Es sollte niemals der Führstrick um die Hand gewickelt oder der Finger durch den Ring am Halfter geführt werden. Wenn das Tier erschrickt und loszieht, schnürt sich die Schlaufe zusammen und der Reiter steckt darin fest. Im schlimmsten Falle zerrt das Pferd den Reiter mit. Genauso kann eine ruckartige Bewegung des Pferdes beim Führen mit dem Finger im Haltering zu schweren Verletzungen führen – zum Beispiel zur Beschädigung des Kapselgelenks.

• Leckerlis geben: Leckerbissen, die dem Loben eines Pferdes dienen, sind immer mit der flachen Hand zu reichen. Der Daumen sollte angelegt sein, um ein versehentliches Hineinbeißen zu verhindern.


Fazit

Es ist wichtig, die Grundregeln mit einem Pferd zu beachten, um die Sicherheit für Pferd und Reiter zu gewährleisten. Sensibilität und ein ruhiger Umgang sind genauso wichtig wie das Wissen über die richtige Handhabung im täglichen Miteinander.


Die richtige Pflege eines Pferdes

Wer sich in die Pferdepflege einliest, wird schnell feststellen, dass sich mittlerweile unzählige verschiedene Pflegemittel für Pferde finden lassen und man nahezu alles (über-)pflegen kann. Angefangen von unterschiedlichsten Mitteln für Mähne und Schweif, bis hin zu Glanzsprays für das Fell, die das Tier in eine glitzernde Wolke hüllen. Diese sind meist eine große Bereicherung – allerdings für den Händler und nicht für das Pferd (oder den Geldbeutel des Reiters). Wir alle wollen das Beste für unsere Vierbeiner, doch sollte man beachten, was tatsächlich notwendig ist und dies in einem gesunden Maß einsetzen. Wer dennoch auf Turnieren ein funkelndes Pferd vorstellen möchte, sollte sich nicht davon abhalten lassen und den Auftritt in vollen Zügen genießen.

Welche Pferdepflege notwendig ist und was man dabei beachten sollte, ist nachfolgend beschrieben:

1. Mähne und Schweif: Vor jeder Trainingseinheit muss das Pferd geputzt werden, damit durch Schmutz an Sattel, Trense etc. das Pferd während der Arbeit nicht wund gescheuert wird. Zum Putzen zählen auch das Verlesen und Durchkämmen der Mähne und des Schweifes. Einzeln werden die Haare auseinander sortiert. Wie bei uns Menschen ist es auch einem Pferd unangenehm, wenn mit Gewalt das Haupthaar „ausgerissen“ wird. Wenn Mähne und Schweif verlesen wurden, kann mit einem hochwertigen Mähnenkamm oder einer Mähnenbürste noch einmal vorsichtig durchgebürstet werden. Wer den Schweif und die Mähne zuvor etwas mit Kokos- oder Olivenöl einreibt, erleichtert sich das Kämmen und pflegt das Haar gleichzeitig.


2. Das Putzen des Fells: Verschiedene Putzutensilien werden für die unterschiedlichen körperlichen Bereiche genutzt. Die wichtigsten sind nachfolgend dargestellt:

• Die Kardätsche dient für die allgemeine Fellpflege und wird im Bereich Hals, Widerrist, Rücken, Bauch und Hinterhand verwendet.


• Der Gummistriegel wird für das „Ausstriegeln“ des Fells genutzt, um das bereits gelöste Unterfell an die Oberfläche zu bringen. Anschließend kann es mit der Kardätsche abgestrichen werden.

• Der Fellkratzer ist hauptsächlich beim Fellwechsel einzusetzen, da er durch seine Eisenrillen relativ hart ist. Hat das Pferd aber ein dickes Winterfell, das sich in den Frühlingsmonaten zu lösen beginnt, ist es eine hervorragende Möglichkeit, dieses damit auszubürsten. Wichtig dabei ist, mit dem Fellkratzer immer vorsichtig und sorgsam umzugehen, damit keine Verletzungen beim Pferd entstehen.

• Die Wurzelbürste wird überwiegend für die Beinregion in Gebrauch genommen. Hartnäckige Verschmutzungen von der Weide oder aus der Box gehen damit meist restlos weg.

• Der Putzhandschuh eignet sich hervorragend dafür, um am Ende des Putzvorgangs noch einmal gleichmäßig den Staub vom Pferd zu wischen. Vor allem Lammfellhandschuhe haben sich dafür sehr gut bewährt.

• Der Schwamm wird benutzt, um diverse Verschmutzungen mit Wasser zu lösen oder am Ende des Putzvorgangs die Nüstern des Pferdes auszuwischen und anzufeuchten. Wichtig ist immer, vor allem im Gesichtsbereich, mit einem sauberen Schwamm zu arbeiten. Der Schwamm, der für die restlichen Bereiche genutzt wird oder gar dem Hufesäubern dient, soll in keinem Fall für das Pferdegesicht Verwendung finden.

• Das Schweißmesser wird genutzt, wenn das Pferd nass ist. Nach einer ausgiebigen Dusche an Sommertagen oder nach Regen auf der Koppel ist es immer wichtig, die Nässe vom Oberfell abzutragen.

• Der Hufauskratzer ist für die Säuberung der Hufe zuständig.


Wichtig ist es, darauf zu achten, den Mittelstrahl der Hufe stets sehr vorsichtig zu bearbeiten. Alle Steine aus den Vertiefungen und dem Hufrand sind zu entfernen, sodass beim Reiten nichts drücken kann.

3. Das richtige Waschen:


An lauen Sommertagen gibt es nichts Schöneres, als nach getaner Arbeit eine ausgiebige Dusche zu genießen und sich abzukühlen. Nicht nur den Menschen geht es so, auch die Pferde finden daran meist großen Gefallen. Folgende Punkte sind beim Abspritzen und Waschen des Pferdes zu beachten:

• Generell soll das Tier mit lauwarmem Wasser gewaschen werden. Auch Pferde können Kreislaufprobleme bekommen und dürfen vor allem an heißen Tagen nicht eiskalt abgeduscht werden.

• Beim Waschen wird genauso wie beim Putzen von vorne nach hinten gearbeitet.

• Die Kopfpartie wird nur mit einem feuchten Schwamm gesäubert. Niemals sollte man diese einfach mit dem Wasserschlauch abduschen. Das kann ansonsten zur Folge haben, dass sich Wasser in den Ohren sammelt, was zu schweren Gleichgewichtsstörungen führen kann. Da ein Pferd nicht erbrechen kann und nur durch die Nase atmet, ist sorgfältig darauf zu achten, dass kein Wasser in die Nüstern bzw. die Nase eindringt.

• Shampoo sollte, wenn möglich, nicht verwendet werden, da es den Eigengeruch des Pferdes überdeckt. Dieser ist für das Wohlbefinden und für das Sicherheitsgefühl des Tieres äußerst wichtig.

• Abschließend wird das Wasser mit dem Schweißmesser abgezogen, um das Pferd vom überschüssigen Wasser zu befreien. Dies ist notwendig, damit das Fell schnell trocknen kann und keine Auskühlung droht.

• Das Pferd sollte entweder im Solarium oder mit einer Abschwitzdecke trocknen. Dabei ist zu beachten, dass ein Pferd zum Trocknen niemals in eine zugige Stallgasse oder im Freien in den Wind gestellt werden soll. Das kann zu schweren Verspannungen oder starken Erkältungs- und Zugschmerzen führen.

Wer seinem Liebling nach einer Komplettwäsche einen Gefallen tun möchte, darf gerne etwas Stroh unter die Abschwitzdecke stecken. Dies führt zu einer wohligen Wärme. Bei heißen Außentemperaturen sollte man davon allerdings absehen.


Fazit

Die richtige Pflege gehört zu den Grundbedürfnissen eines Pferdes. Eine schlechte Haltung führt zwangsläufig zu Problemen wie Ekzemen, Krankheiten und Unwohlsein. Vor dem Reiten ist das Putzen nicht nur eine willkommene Massage, die den Pferderücken bereits zur Durchblutung anregt, sondern es ist auch zum Befreien von Schmutz, der unter dem Sattel oder der Trense scheuern könnte, absolut notwendig.


Sicherheit und Ausstattung beim Reiten

Oberste Priorität beim Reiten hat die Sicherheit von Pferd und Reiter. Der Reiter muss in seiner Ausstattung bereits Sicherheitsvorkehrungen treffen, um bei einem möglichen Sturz vom oder mit dem Pferd den geringsten Schaden davonzutragen. Das Pferd sollte mit einer sanften Zäumung ausgestattet sein, die im Pferdemaul keine Schmerzen verursacht. Dazu gehört ein passender Sattel, der nicht reibt, drückt oder scheuert. Das Gesamtpaket muss für Pferd und Reiter stimmig sein.

Die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen für den Reiter

• Reithelm: Der Reithelm hat wohl schon einige Köpfe vor schweren Blessuren gerettet. Er soll für den Reiter, wenn er sich auf den Pferderücken begibt, oberste Priorität haben. Für die meisten Pferdeliebhaber gilt heutzutage „safety first“ und der Helm ist ein ständiger Begleiter. In der Freizeit- und Westernreitweise ist der Reithelm noch nicht vollständig akzeptiert. Aber auch hier gibt es mittlerweile stylische Varianten mit westernüblichen Applikationen, die den Stil nicht herabwürdigen und gerne getragen werden.

• Reithose: Die Reithose ist eine lederbesetzte Hose aus widerstandsfähigem Material. Sie gibt dem Reiter

einen festen Halt an den Knieinnenseiten oder, je nach Variante, auch auf der kompletten Sitzfläche.

• Reitstiefel, Stiefeletten, Chaps: Welche dieser Varianten der einzelne Reiter verwendet, bleibt ganz ihm überlassen. Wichtig ist, dass der reiterliche Schuh einen kleinen Absatz besitzt, der im Falle des Falles ein Durchrutschen im Steigbügel verhindert. Ebenfalls wichtig ist die Schafthöhe, die in jedem Fall über den Knöchel gehen soll, um Halt zu gewährleisten. Auch die glatte Oberfläche des Stiefels spielt dabei eine Rolle, denn durch das glatte Leder wird das Reiben am Pferdebauch verhindert. Aufscheuern und schmerzende Wunden werden so vermieden.

• Reithandschuhe: Sie verhindern das Aufreiben der Hände beim Reiten. Die meisten Reiter kennen das unangenehme Gefühl nach einer Dressur- oder Springstunde ohne Handschuhe: die offenen Stellen jucken, brennen und nässen tagelang. Außerdem ist mit Reithandschuhen die Griffigkeit der Zügel sehr viel besser als ohne diese, denn die Zügel rutschen in Gefahrensituationen nicht so leicht durch die Hände.

• Schutzweste: Die Schutzweste wird meist beim Springsport eingesetzt und ist beim Bewältigen von Geländesprüngen Pflicht. Aber auch beim Ausreiten dient sie als wertvoller Begleitschutz, der vor schlimmen Wirbelsäulentraumata oder anderen schweren Verletzungen wirkungsvoll zu schützen vermag.


Fazit

Eine sichere Reitweise setzt eine grundlegende Ausstattung voraus. Reithelm, Hose, Stiefel, Handschuhe und ggf. eine Schutzweste zählen zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen im Reitsport und sollten nicht unterschätzt werden. Außerdem unterstützt die Ausstattung das reiterliche Können in unterschiedlichen Bereichen, wie zum Beispiel dem festen Sitz oder der Haltung auf dem Pferd.


Erste Kontaktaufnahme mit dem Reitpferd

Bevor man das erste Mal auf ein noch unbekanntes Pferd steigt, ist es besonders wichtig, zuvor einen guten Kontakt herzustellen. Allzu oft sieht man, dass an Reitställen die Pferde in der Halle oder auf dem Platz von Reitschüler zu Reitschüler weitergereicht werden, ohne dem Tier einmal in die Augen geblickt zu haben. In jeder Situation im Umgang mit Pferden muss einem bewusst sein, dass man kein Sportgerät beturnt, sondern dass man es mit einem sehr feinfühligen Lebewesen zu tun hat, das individuell behandelt werden möchte. Desgleichen ist es hilfreich, sich beim Besitzer zuvor über den Charakter des Pferdes zu informieren, um über mögliche Marotten gegenüber Menschen Bescheid zu wissen.

Mögliche Vorgehensweise

1. Beim Betreten der Box wird das Pferd mit sanfter Stimme angesprochen, bis die Aufmerksamkeit beim Reiter liegt.

2. Ist dies der Fall, kann man sich langsam und ruhig auf das Pferd zubewegen. Dabei streckt man am besten die Hand Richtung Pferd, damit das Tier diese beschnuppern kann. Diese Geste signalisiert, dass man in Frieden und mit Umsichtigkeit entgegentritt.

3. Ein Streicheln über den Kopf und am Hals verkörpert dem Tier, dass man einen guten Kontakt pflegen möchte und Berührungen nur im positiven Sinne ausübt.

4. Nun kann das Halfter vorsichtig über die Pferdenase und über das Genick gestrichen und ohne Hektik verschlossen werden.

5. Wenn das Pferd aus der Box herausgeführt und angebunden ist, kann mit dem Putzen begonnen werden. Nun beginnt ein wichtiger Akt in der Kommunikation, denn durch den möglichst sanften und nicht hektischen Körperkontakt wird dem Tier vermittelt, dass man gut gesinnt ist und gemeinsam mit Freude etwas gestalten will.

6. In dieser Phase kann man viel von der Körpersprache des Tieres erlesen. Mag das Tier die Berührungen, legt es die Ohren an, oder verspannt es sich? Im besten Fall steht man einem gut gelaunten Pferd gegenüber, das bereitwillig und gerne Kontakt aufnimmt. Ist dies also geschehen und das Tier akzeptiert die Handlungen an ihm, ist eine gute Basis gegeben, um die nächsten Schritte einzuleiten.

7. Zunächst wird der Sattel seitlich von vorne an das Tier herangetragen, damit es weiß, was im nächsten Moment passiert. Ein kurzes, sanftes Berühren mit dem Sattel an der Pferdeschulter nimmt meist die Anspannung im Pferderücken heraus.

8. Der Sattel wird nun sachgemäß (eine Anleitung befindet sich im Kapitel Aufzäumen und Aufsatteln) auf den Pferderücken gelegt und mit dem Sattelgurt geschlossen. Etwaige Ausbinder wie Martingal, Dreieckszügel etc. müssen, bevor der Gurt geschlossen wird, sachkundig angebracht werden.

9. Es ist wichtig, das Tier während des gesamten Vorgangs zu beobachten. Steht es ruhig und entspannt am Putzplatz, spricht nichts dagegen, es aufzutrensen und sich mit dem Pferd in die Halle zu begeben.

10. Das Loben nicht vergessen! All die einzelnen Schritte sind für Pferd und Reiter nicht selbstverständlich. In diesem Sinne dürfen die Lorbeeren nicht fehlen.

Welches Zubehör wird benötigt?


DressurreitenAusstattung:• Dressurgeeignete englische Trense• Englischer Sattel• Ggf. Ausbinder• Ggf. Gerte und/oder Sporen (Gerte und Sporen sollen immer sparsam und vor allem gekonnt eingesetzt werden)• Reithelm• Reithose• Reitstiefel/-schuhe
Springreiten• Springgeeignete Trense• Springsattel• Ggf. ein Martingal• Gamaschen und Streichkappen• Springgerte und/oder Sporen• Sicherheitsweste (!)• Reithelm• Reithose• Reitstiefel/-schuhe
Vielseitigkeitsreiten• Vielseitigkeitsgeeignete Trense• Vielseitigkeitssattel• Ggf. Martingal• Gamaschen und Streichkappen• Springgerte und/oder Sporen• Sicherheitsweste (!)• Reithelm• Reithose• Reitstiefel/-schuhe
Westernreiten• Westerntrense• Westernsattel• Ggf. Trainingsfork• Westernreitjeans/Lederreithose• Ggf. Hemd oder Bluse• Westernstiefel• Ergänzend, falls es von Bedeutung ist: der Westernhut• Reithelm• Sporen
Spanisches Reiten• Spanischer Trensenzaum/Kandare• Spanischer Sattel• Ggf. Ausbinder• Reithose/Hosenreitrock• Reithelm• Reithose• Stiefeletten oder Chaps• Reithandschuhe• Ggf. Sporen oder Gerte• Ggf. Garrocha
Geländereiten• Vielseitigkeitstrense/Springkandare• Vielseitigkeitssattel• Ggf. Martingal• Gamaschen/Streichkappen• Reithelm• Sicherheitsweste (!)• Reithose• Reitstiefel• Reithandschuhe• Ggf. Sporen oder Gerte
Freizeitreiten• Freizeittrense mit einem schonenden Gebiss• Freizeitsattel oder Vielseitigkeitssattel• Reithelm• bequeme Reithose• Stiefeletten/Chaps• Reithandschuhe
Distanzreiten• Trense (mittlerweile gibt es speziell gefertigte Trensen für das Distanzreiten)• Vielseitigkeitssattel• Ggf. ein Gelpad, das auf langen Strecken eine Erleichterung für den Pferderücken verspricht• Reithelm• Reithose• Stiefeletten, Chaps, Reitstiefel• Reithelm• Sicherheitsweste (!)• Reithandschuhe
Wanderreiten• Wanderreitzaum• Wanderreitsattel• Wanderreitschabrake• Wanderreittaschen• Wanderreitset mit Zaun, Elektrogerät etc.• Halfter und Strick• Regenschutz für Pferd und Reiter• Multifunktionswerkzeug• Putzzeug/Hufauskratzer• Erste-Hilfe-Set• Equidenpass• Portemonnaie• Mobiltelefon• Getränke• Insekten- und Sonnenschutz• Reithose• Reithelm• Reitstiefel, Stiefeletten, ChapsEs gibt noch viele weitere Ausstattungsmerkmale beim Wanderreiten. Es ist wichtig, sich zuvor eine Liste zu erstellen, welche alles umfasst, das auf langer Strecke wichtig ist!
Reitspiele• Die zum Reitstil passende Trense• Der zum Reitstil passende Sattel• Zubehör wie: Spielball, Strick für das Knotenspiel, Hütchen etc.• Reithose• Reitstiefel• Reithelm• Ggf. eine Schutzweste (kommt auf das Spiel an)• Reithandschuhe (empfehlenswert)
Therapeutisches Reiten• Trense oder Führstrick und Halfter• Filzsattel oder geeigneter Therapiesattel• Ggf. Reitgurt, um sich sicher festhalten zu können• Dem Therapiezweck angemessene Reitbekleidung• Reithelm
Voltigieren• Kappzaum/Trense• Longe• Longierpeitsche• Voltigiergurt und Gurtpad• Voltigierpad• Ausbinder• Gamaschen• Streichkappen• Leggins oder Voltigieranzug• Voltigierschuhe

Loben und Belohnung – ein wichtiges Hilfsmittel


Belohnung und Lob steigert die Motivation bei Pferd und Reiter.

Sein Pferd zu belohnen sollte nicht bedeuten, ihm fortlaufend Leckerbissen ins Maul zu schieben. Dies kann schnell dazu führen, dass das Pferd aufdringlich und respektlos wird und somit die Konzentration auf die eigentlichen Aufgaben verloren geht. Deshalb ist es wichtig, die Belohnung zum richtigen Zeitpunkt und angemessen einzusetzen. Besser als ständig Leckerlis zu verabreichen ist es, nach einer Situation, in der Druck erzeugt oder bei einer bestimmten Aufgabe Leistungsbereitschaft abverlangt wurde, dies mit dem Lösen des Drucks bzw. mit einer Ruhepause zu belohnen. Pausen bedeuten Erleichterung, dienen der Entspannung und dem Ausgleich und schaffen so die Möglichkeit, sich aufs Neue zu konzentrieren.

Menschen, die ihr Pferd in der richtigen Form loben, haben nachgewiesenermaßen weniger Probleme im Umgang mit dem Pferd. Dies belegt eine Studie der Pferdewissenschaftlerin Emily Hancock. Die Tiere ziehen laut dieser Studie allerdings das ruhige Kraulen am Widerrist dem bekannten Abklopfen am Hals vor.

Um unter dem Sattel richtig zu belohnen, darf zwischen wichtigen Arbeitsschritten gerne einmal der Zügel lang gehalten werden, damit sich das Pferd entspannen und im Hals strecken kann. Während einer Aufgabe kann zum Beispiel der Zügel kurz nachgegeben werden, um im selben Zug mit dieser Hand 1-2 Mal auf den Hals zu klopfen. Ein ruhiges „Gut“ oder „Brav“ ist für die meisten Pferde als Belohnung verständlich. Wichtig ist es darauf zu achten, dass mit Lob und Ansprache niemand in der Halle oder auf dem Platz gestört wird. Ständiges Loben oder lautstarkes Motivieren mit der Stimme kann andere Reiter und Pferde mitunter recht schnell irritieren.

Nach verrichteter Arbeit ist es für viele Pferde eine wohltuende Belohnung, sich wälzen zu dürfen. Dies dient dem Kratzen und Trocknen der verschwitzten Stellen. Das Wälzen sollte allerdings nur auf einem separaten Platz oder unter Absprache mit den anderen Nutzern geschehen. Eine Karotte oder ein Leckerli runden das absolvierte Training letztendlich ab.


Fazit

Das Loben darf nicht vergessen werden! Auch beim Reiten kann es wie in der Bodenarbeit zu immensen Fortschritten kommen, wenn das Pferd für gute Arbeit belohnt wird.


Mentaler Einstieg in den Reitsport

Egal vor welchen Herausforderungen man im Leben steht, am besten meistert man sie mit mentaler Stärke. So ist es auch in der Reitkunst. Ein Ziel ist es, den sich ergebenden Herausforderungen zuversichtlich und gelassen zu begegnen. Es ist von Vorteil, zu erkennen und zu wissen, welche Stärken, Talente und Fähigkeiten, aber auch Schwächen man selbst hat. Pferde sind äußerst sensibel und bemerken feinfühlig und schnell, wenn ein Mensch unsicher, ängstlich, gestresst oder hektisch ist. Das bedeutet nicht, dass man als angstloser Held auftreten muss, im Gegenteil! Der Respekt dem Pferd gegenüber und die nötige Vorsicht sind grundlegende Voraussetzungen für einen sicheren Umgang.

Die ersten Reitstunden finden meist schon im Kindesalter statt. Da Kinder nur selten einen Ratgeber lesen und vermutlich am wenigsten die Rubrik des mentalen Einstiegs, ist es die Aufgabe der Eltern, diesen Part zu übernehmen. Häufig wird beobachtet, dass Eltern, die keine reiterliche Ausbildung haben, hektisch und nervös Ratschläge geben, oft kontraproduktiv und ohne Sachkenntnis. Weit besser beraten sind die Eltern, die ihren Kenntnisstand realistisch einschätzen. Im Idealfall sucht und findet man einen geeigneten Ausbildungsstall, der genau diese Gesichtspunkte vermittelt:

• Ruhe und Gelassenheit

• Faire und würdige Behandlung der Pferde

• Hilfestellung im Umgang mit Pferden bei eventueller Angst des Kindes

• Dem Kind verständlich vermitteln, welche Hilfsmittel es schützen – Helm, Schutzweste etc.

• Vermittlung sicherer Möglichkeiten zum Umgang mit Pferden im Stall, am Platz und im Gelände

• Möglichkeiten der verantwortungsvollen und von Respekt getragenen Kontaktaufnahme mit Pferden vermitteln und trainieren

• Mit Verständnis und Fürsorge „hinter dem Kind stehen“

• Kindgerechte, altersentsprechende, dosierte Leistungsanforderungen an das Kind herantragen (aus Lust wird bei Überforderung sehr schnell Frust!)

All diese Punkte gelten auch für erwachsene Reiteinsteiger oder Wiedereinsteiger.

Auch erfahrene Reiter sollten immer wieder an ihrer mentalen Einstellung feilen und diese regelmäßig hinterfragen. Besonders wichtig ist dies im Umgang mit schwierigen Pferden oder Jungpferden.

In manchen Situationen geraten Erfolge mit dem Pferd im Routinealltag am Stall in Vergessenheit, oder man erkennt sie nicht, weil es vielleicht nur kleine Schritte waren, die letztlich zum Erfolg führten. Mit stetig kleinen Schritten gelangt man auch zum Ziel. Das sollte man sich im Training mit Pferden immer vergegenwärtigen. Von Bedeutung ist es, Freude an dem zu erleben, was man gemeinsam tut, gute Stimmung zu haben und kreativ zu sein. Dies ist der Kern aller Arbeit mit Pferden. Außerdem ist Teamwork gefragt. Der Mensch sollte nicht auf der Position des Einzelkämpfers verharren, sondern gemeinsam mit dem Pferd arbeiten. Viele negative Situationen im Training geschehen nicht deshalb, weil das Pferd einfach „nur“ seinen Willen durchsetzen möchte, sondern aufgrund von Fehlern, die der oder die Menschen machen.

Wenn man die Sprache der Pferde verstanden hat und die Rangordnung klar definiert ist, werden sich einige Probleme in der Zusammenarbeit von selbst lösen.

Natural Horsemanship

Um mental stark an ein Pferd heranzutreten, ist es fundamental, die Sprache der Tiere zu sprechen. Dies gelingt am besten, wenn man erlernt, wie ein Pferd interagiert. Natural Horsemanship eignet sich hierfür hervorragend.

Was ist Natural Horsemanship?

Der Grundgedanke hinter Natural Horsemanship ist, als Mensch die Haltung des ranghöheren „Pferdes“ einzunehmen und aus dieser Position heraus einen fairen und gerechten Umgang zu pflegen.

1. Es charakterisiert den natürlichen und fairen Umgang mit einem Pferd.

2. Dem Tier soll in der gemeinsamen Arbeit die Rangordnung klargemacht werden. Gesprochen wird in der Sprache der Pferde – so, wie sie es aus dem natürlichen Herdenverhalten kennen.

3. Das Pferd soll zu geistiger Arbeit motiviert werden.

4. Die Harmonie zwischen Mensch und Pferd steht an erster Stelle.

5. Natural Horsemanship unterliegt keiner bestimmten Reitweise und ist eine Bereicherung auf allen reiterlichen Ebenen.

Was ist Natural Horsemanship NICHT?

Ein wildes Treiben in einem Roundpen, bis das Tier erschöpft nachgibt, ist weder pferdegerecht noch sinnvoll. In manchen Spielfilmen wird ein falsches Bild vom „Pferdeflüstern“ dargestellt, an dem man sich nicht ohne Weiteres orientieren sollte.

Das richtige Kommunizieren mit einem Pferd ist bis zu einem gewissen Grad zu erlernen. Diese Fähigkeiten werden insbesondere unter dem Horsemanship ausgearbeitet und praktiziert. Diese Art des Umgangs mit einem Pferd ist sehr zu empfehlen und es gibt erstklassige Trainer, die deutschlandweit Kurse anbieten.

Des Weiteren ist es wichtig, das passende Umfeld zu schaffen. Die richtigen Trainer an der Seite des Reiters und fachorientierte Kurse können sehr viel Positives schaffen. Indem man offen für gute Ratschläge und gute Zusammenarbeit ist, befindet man sich auf dem richtigen Weg, um erfolgreich zusammenzuwachsen.


Fazit

Zu den wichtigsten mentalen Punkten im Pferdesport gehören Ruhe und Gelassenheit. Mit Hektik und Panik ist noch kein Reiter weit gekommen. Der faire, verantwortungsvolle Umgang muss bereits im Kindesalter vermittelt werden.

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9783754958681
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