Kitabı oku: «On the Road – Mit dem Campervan entlang der französischen Atlantikküste. 21-Tage-Rundreise»

Yazı tipi:


Inhaltsverzeichnis

Vorwort Über mich

WARUM EINE REISE AN DIE FRANZÖSISCHE ATLANTIKKÜSTE?

Einleitung Die Strecke

MIT DEM CAMPERVAN ENTLANG DER FRANZÖSISCHEN ATLANTIKKÜSTE

Reisen in Frankreich

WISSENSWERTES ZU LAND UND LEUTEN

Campen in Frankreich

WISSENSWERTES RUND UM DEN CAMPINGURLAUB

Sparen in Frankreich

TIPPS, DIE DEN GELDBEUTEL SCHONEN

Kommunizieren auf Französisch

TIPPS BEI VERSTÄNDNISPROBLEMEN

Die Anreise

ANFAHRTSROUTEN IN DIE BRETAGNE

Etappe 1 Golfe du Morbihan

DAS »KLEINE MEER« DER BRETAGNE

Etappe 2 Le Croisic

EINGANGSHAFEN ZUR BRETONISCHEN KÜSTE

Etappe 3 Île d’ Oléron

WILDE KÜSTEN UND BUNTE CABANES

Etappe 4 Bordeaux

GESICHTER EINER GROSSSTADT

Etappe 5 Arcachon

BADEN AM FUSS DER WANDERDÜNE

Etappe 6 Soorts-Hossegor

DAS SURFERMEKKA FRANKREICHS

Etappe 7 Saint-Émilion

UNESCO-WELTKULTURERBE

Etappe 8 Le Périgord Noir

KULTUR, NATUR UND KULINARIK

Etappe 9 Beaulieu-sur-Dordogne

ZEITREISE INS MITTELALTER

REGISTER

IMPRESSUM


Oben: Gemütliche Gasse in Saint-Émilion

Unten: Blick aus dem Bullifenster auf die Weinberge von Saint-Émilion


Oben: Uriges Café in Saint-Léon-sur-Vézère

Unten: Surfer am Strand der Belle-Île


Surfer am Plage Nord in Soorts-Hossegor – dem Surfermekka der Atlantikküste

VORWORT


ÜBER MICH
Über mich
WARUM EINE REISE AN DIE FRANZÖSISCHE ATLANTIKKÜSTE?

Leben wie Gott in Frankreich!? Endlos oft gehört, endlos oft zitiert … aber vielleicht ist ja doch etwas dran an diesem Sprichwort. Also machten wir – mein Partner Leon Ginzel, der als Reisejournalist arbeitet und mich beim Fotografieren unterstützt hat, und ich – uns auf, um unser vielfältiges Nachbarland zu entdecken, und zwar die Atlantikküste entlang. Unser Reisebegleiter: ein froschgrüner VW-Bus, 32 Jahre alt, hört auf den Namen »Kermit«, Motor und Gangschaltung manchmal ein bisschen eigenwillig – aber was erwartet man auch von einem so alten Herrn? Und tatsächlich: Frankreich hat uns nicht enttäuscht, sondern mit Bravour bestätigt, was wir insgeheim schon vermutet haben: Ja, das Paradies existiert. Und die Chancen stehen gut, dass es irgendwo an der französischen Atlantikküste zu finden ist.

Einmal am Atlantik entlang … von der Bretagne bis fast nach Spanien. Wenn ich an diese Campingreise zurückdenke, habe ich endlose Strände vor Augen, mir steigt der Duft von Pinien in die Nase, ich spüre die wärmende Sonne auf der Haut, erinnere mich ans Baden im kalten Atlantik, das Salzwasser auf der Zunge oder die ersten (kläglichen) Versuche beim Wellenreiten. Meine Gedanken lenken mich zu prall gefüllten Tellern mit Austern und Muscheln, frischem Fisch in Salzkruste, dazu ein kühles Glas Weißwein – französisches Savoir-vivre par excellence!

Momente, in denen wir uns nach einem langen, aufregenden Tag in unsere Campingstühle fallen lassen, vor uns sinkt die Sonne in den Atlantik. Der Bulli steht mitten auf der größten Wanderdüne Europas, während neben uns ein Paraglider mit Anlauf in die Luft startet und anmutig in den Sonnenuntergang schwebt. Auf dem Campingtisch ausgebreitet französische Leckereien, frisches Baguette und der Wein direkt vom Winzer.

Momente, in denen wir voller Glück und Dankbarkeit sind und die pure Freiheit genießen, die diese Art des Reisens erst möglich macht.

Carina Hofmeister


Mit unserem Bulli »Kermit« an der Dune du Pilat


Oben: Delikate Gebäckteilchen beim traditionellen Bäcker in Le Palais

Unten: Fischer am Hafen von Quiberon

EINLEITUNG


DIE STRECKE
Die Strecke
MIT DEM CAMPERVAN ENTLANG DER FRANZÖSISCHEN ATLANTIKKÜSTE

Wilde Küsten. Karge Felsen. Kilometerlange Dünen. Tiefblaues Wasser. Weißer Sand. Endlose Pinienwälder. Romantische Weinfelder. Wunderschöne Dörfer. Moderne Städte. Und immer an deiner Seite: der weite Atlantik.

Diese 21-tägige Camperreise entlang der französischen Atlantikküste führt dich zu den schönsten Landschaften, den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und den hübschesten Städten und Dörfern in Südwestfrankreich. Es erwarten dich einzigartige Erlebnisse, zum Beispiel ein Tag mit einem Austernzüchter in der Bretagne oder die Suche nach geheimnisvollen Trüffeln mit einem Trüffelbauern und seinem Hund im Schwarzen Périgord.

Die 1300 Kilometer lange Route startet in der Südbretagne und führt dich entlang des Atlantiks bis kurz vor die Grenze Spaniens und über das Landesinnere zurück. Die Tagesetappen variieren zwischen 70 und 300 Kilometern, wobei sich Fahr- und Ruhetage abwechseln, damit du ausreichend Gelegenheit hast, die Orte zu entdecken, Aktivitäten zu unternehmen oder einfach am Strand zu entspannen.

Los geht es am Golfe du Morbihan, dem kleinen Meer, und weiter über die Salzgärten von Guérande zum kleinen Hafenstädtchen Le Croisic. Danach erwartet dich die größte Insel des Atlantiks, die Île d’Oléron, auf der es bunte Häuschen und endlose Strände zu entdecken gibt. Das Kontrastprogramm folgt sogleich, denn nach der weiten Insel geht es hinein in die Großstadt Bordeaux. Nach einem Kurztrip in die Hauptstadt des Départements führt die Reise nach Arcachon und zur größten Wanderdüne Europas, bevor du das Surfermekka schlechthin, Soorts-Hossegor, besuchst. Bei der nächsten Station, Saint-Émilion, dreht sich alles um den vielfach prämierten Wein aus der gleichnamigen Region nahe Bordeaux. Dann geht es auch schon wieder zurück ins Landesinnere, ins Schwarze Périgord, und abschließend in das bezaubernde kleine Örtchen Beaulieu-sur-Dordogne.


Oben: Die faszinierenden Felsnadeln von Port-Coton (Belle-Île)

Unten: Traditionelle Häuser an der Felsküste der Belle-Île

EINLEITUNG


REISEN IN FRANKREICH
Reisen in Frankreich
WISSENSWERTES ZU LAND UND LEUTEN


Hauptstadt

Paris

Zeitzone

Identisch mit Deutschland

UTC+1 MEZ, März–Okt. UTC+2 MESZ

Währung

Euro

Amtssprache

Französisch

Ländervorwahl

+33

Frankreich, das ist das Land der Liebe und der Leichtigkeit, ein Land facettenreicher Landschaften und kulinarischer Hochgenüsse. Jährlich schätzen rund 80 Millionen Menschen die Vorzüge des größten Landes Europas und lassen sich von seinem Charme bezaubern. Mit einem halben Dutzend Nationalparks, unzähligen Naturgärten und über 40 Regionalparks wird deutlich, wie viel Wert Frankreich auf ein gepflegtes Ökosystem legt. Mit dem Camper kannst du abseits der typischen Touristenrouten einmalige Aus- und Einblicke in ein Land erleben, das man bei dieser Art des Reisens einfach lieben muss. Nicht zuletzt, weil es eine vielfältige und eindrucksvolle Auswahl an erstklassig ausgestatteten Campingplätzen gibt, die bestens an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche angepasst werden können.

Einreise

Als Mitglied der Europäischen Union kann man in unser Nachbarland Frankreich sorglos einreisen. Die Grenzübergänge sind häufig gar nicht besetzt, einen Personalausweis oder einen Reisepass solltest du als Identifikationsdokument aber natürlich trotzdem immer mitführen. Kinder benötigen für die Einreise einen Kinderreisepass und die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten, sofern dieser selbst nicht mitreist. Für Hunde sind der EU-Heimtierausweis, ein Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung verpflichtend für die Einreise nach Frankreich.

Sicherheit

Die Kleinkriminalität nimmt, wie in fast jedem Land, in Touristengebieten und Großstädten auch in Frankreich leider zu. Bei Ausflügen ist es deshalb ratsam, Wertgegenstände und Papiere immer mitzunehmen oder in einem Safe im Camper einzuschließen, sofern dein Camper nicht auf einem Campingplatz steht.

Das Übernachten auf Parkplätzen oder nicht einsehbaren Stellen ist in der Regel nicht erlaubt und bietet zudem Dieben eine publikumsfreie Bühne. An Autobahnen und Raststätten täuschen Kriminelle leider häufig vor, eine Panne zu haben. Es wird empfohlen, nicht auszusteigen, wenn kein sichtbarer Schaden am Auto erkennbar ist. Hartnäckige Gerüchte kursieren auch über Gas-Überfälle auf schlafende Camper an Raststätten und öffentlichen Parkplätzen. Wie viel davon wirklich stimmt, ist nicht genau bekannt. Dennoch ist es am sichersten, auf offiziellen Camping- oder Stellplätzen zu übernachten.


Notrufnummern

Notruf vom Handy: +33 112

Notruf Feuerwehr (Pompiers): +33 18

Notruf Polizei: +33 17

Deutschsprachiger ADAC-Notruf: 04 72 17 12 22

Zahlungsmöglichkeiten

In Frankreich bezahlt man fast überall mit einer »carte bancaire«, also einer Kreditkarte (Visa oder Mastercard), erschreckenderweise sogar ohne PIN und Unterschrift. Melde einen Verlust deiner Karte deswegen so schnell wie möglich. Es empfiehlt sich, die Nummer des Kreditkarteninstitutes mit der deutschen Vorwahl vor der Reise im Mobiltelefon einzuspeichern. Bei dieser Gelegenheit kannst du dich auch gleich informieren, ob und welche Kosten beim Abheben von Bargeld auf dich zukommen.

Auch Zahlungen mit der EC-Karte (»carte bleue«, Maestro) sind mitunter möglich, aber zum Teil mit Schwierigkeiten verbunden. Das Abheben von Bargeld funktioniert damit jedoch problemlos und ist manchmal sogar günstiger als das Bezahlen mit der Kreditkarte.

Trinkgeld

Wenn man in einer Bar oder einem Restaurant eine Rechnung mit Karte bezahlt, kann man das Trinkgeld danach einfach auf dem Tisch liegen lassen. Die empfohlene Höhe des Trinkgeldes wird fälschlicherweise oft mit zehn Prozent angegeben, fällt aber in der Realität meist geringer aus. Mit Beträgen zwischen 50 Cent und ein paar Euro gleicht es also dem deutschen Trinkgeldverhalten.

Klima, Temperatur, Reisezeit

Die geografische Vielfalt macht aus Frankreich ein Land mit vielen verschiedenen Klimazonen. Zusammenfassend könnte man das Klima als gemäßigt bezeichnen – man muss nicht mit allzu großen Hitze- oder Kälteperioden rechnen. Auf unserer Route sollte man sich, je nach Jahreszeit, auf milde Temperaturen und gelegentlichen Regen einstellen. Der Atlantik sorgt öfters mal für relativ schnelle Wetterumschwünge, beispielsweise in der Bretagne. Dort folgt auf einen regnerisch-windigen Vormittag manchmal auch ein herrlicher, sonnig-warmer Nachmittag. Und wie sagt man so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Bekleidung.


Oben: Frischer Fang – Seespinnen auf dem Markt von Le Palais

Unten: Schicke Cafés in Soorts-Hossegor


Oben: Mit dem Fahrrad entlang des Atlantiks

Unten: Sonnenuntergang durchs Bullifenster

Das beste Wetter für unsere Atlantikküsten-Tour erwartet dich zwischen Mai und September. Wir können als Reisezeit die Monate Mai und Juni sehr empfehlen, da das Wetter dann bereits gut ist und nahezu alle Campingplätze geöffnet haben.

Generell unterteilt sich die Reisezeit in Frankreich – wie in vielen Ländern – in zwei Kategorien: Hauptsaison und Nebensaison. Die Hauptsaison der Franzosen startet mit dem 1. Juli, wenn die großen Ferien in Frankreich beginnen, und endet am 31. August. In diesen Monaten verlassen gefühlt sämtliche Städter ihr Zuhause und fliehen aus der Hitze ans Meer. Urlaub im eigenen Land ist nach wie vor angesagt in Frankreich, daher sind die Küstengebiete meist voll bis auf den letzten Platz. Dazu kommt ein Preisanstieg von 50 Prozent oder mehr für Unterkünfte und Campingplätze. Wer keine schulpflichtigen Kinder hat und deshalb in den Schulferien verreisen muss, sollte die Monate Juli und August lieber meiden. Wer in der Hauptsaison verreisen muss, sollte die Campingplätze unbedingt vorab reservieren und sich erkundigen, ob es einen Mindestaufenthalt gibt. Allen anderen steht eine vielfältige Nebensaison offen, die gegen Mitte März beginnt und bis Ende Oktober geht.

Straßennetz

Straßen gibt es »en masse« in Frankreich, sodass du das Land der Vielfalt dank eines sehr gut ausgebauten Straßennetzes bequem mit dem Auto oder Wohnmobil erkunden kannst. Alleine zwischen den größeren Städten sorgen 8000 Kilometer Autobahn für ein schnelles Vorankommen »von A nach B« (nicht, dass das für Camper immer erstrebenswert ist, aber manchmal eben doch notwendig).

Umweltzonen

In Frankreich hat man sich im Juli 2016 dem Thema Umweltverschmutzung gesetzlich gewidmet und, wie in Deutschland, die Umwelt- und Feinstaubplakette Certificat Qualité de l’Air (CRIT’Air) für Automobile eingeführt. Damit soll die atmosphärische Umweltverschmutzung durch Feinstaub und Stickoxide in Ballungsgebieten und größeren Städten vermindert werden. Bisher wurden fünf dauerhafte Umweltzonen (ZCR) durchgesetzt und weitere wetterbedingte (ZPA) eingerichtet. Hier kann es an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung zu temporären Fahrverboten kommen.

Dauerhafte Umweltzonen

Paris, Lyon, Grenoble

Straßburg und Elsass (tagesaktuelle Hinweise beachten, ab September 2018 dauerhafte Plakettenpflicht!)

Großgemeinde Lille mit 89 Städten und

Gemeinden (Autobahnen wie A25, A27, A22, A1 und A3 führen teilweise hindurch)

Je nach Abgaswerten des Autos oder Campers muss eine gültige Plakette an der Windschutzscheibe befestigt werden. Es gelten die europäische Abgasnorm EURO oder die Werte im Jahr der Erstzulassung. Es gibt die Klassen 1 bis 5, eine Plakette für Wasserstoff- und Elektro- und eine für Erdgas-, LPG- und Hybridfahrzeuge. Achtung: Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen werden als Lkw eingestuft.

Auf www.certificat-air.gouv.fr können die benötigten Plaketten für 4,80 Euro angefordert werden. Unbedingt rechtzeitig bestellen – die Lieferung kann bis zu 15 Tage dauern. Bei Verzögerungen empfiehlt es sich, die Bestellbestätigung der Plakette auszudrucken und bei Kontrollen vorzuzeigen.

Wer sich die 4,80 Euro für die Umweltplakette »sparen« möchte, muss bei einer Kontrolle mit einer Buße von 68 Euro für Pkws und 135 Euro für Lkws und Busse rechnen.


App »Green Zones«

Sehr praktisch ist die kostenlose Green-Zones-App, um tagesaktuell über alle Umweltzonen, Plaketten und wetterbedingten Fahrverbote informiert zu sein. Mit dem geodatenbasierten Kartensystem erhält man bei der Routenplanung eine farblich markierte Übersicht der Umweltzonen. Darüber hinaus ist hier auch die Bestellung bequem per App möglich.

Mautgebühren

In den meisten Teilen Frankreichs ist das Befahren der Autobahnen gebührenpflichtig und wird durch eine Maut abgegolten. Nur im Elsass und der Bretagne ist die Benutzung auf den meisten Fernstraßen aufgrund historischer Hintergründe kostenfrei. Auch die Straßen rund um große Städte wie Paris, Bordeaux etc. befährt man glücklicherweise zum Nulltarif.

Die Höhe der Mautgebühren ist in verschiedenen Tabellen geregelt und bereits vor der Abfahrt im Internet abrufbar. Sie richtet sich nicht nur nach der Größe und Art des Autos, der Entfernung und der Wahl der jeweiligen Autobahn, sondern auch nach den beim Bau der Autobahn entstandenen Kosten – frei nach dem Motto: »Super Straße – höhere Kosten«.


Wohnmobil vor dem beeindruckenden Bastidendorf Beynac


Oben: Die morgendliche Ruhe am Golfe du Morbihan

Unten: Schicker Bulli auf der Belle-Île

Es kann wahlweise an personell geführten Mautstellen oder an Automaten bezahlt werden. Letztere akzeptieren zwar fast alle gängigen Kreditkarten und Bargeld, aber leider nur äußerst selten EC-Karten. An den Mautstationen – du passierst sie unweigerlich – ist die Bezahlung mit Karte denkbar einfach. Achte jedoch beim Einfahren in die Mautstation auf die Zeichen oberhalb der jeweiligen Schlangen. Viele Franzosen nutzen ein Télépéage-System, das das Fahrzeug beim Durchfahren registriert und die Bezahlung automatisch vornimmt. Die versehentliche Einordnung in einer solchen Schlange mit daraus resultierendem Rückwärtsfahren und Neueinsortieren sorgt nach eigener Erfahrung für viel Gehupe, einen Schwall an fuchtelnden Handbewegungen und genervtes Kopfschütteln bei den Franzosen … und kostet eigene Nerven. Also lieber zweimal hingucken, bevor man sich in eine Schlange einreiht.

Geschwindigkeitsbeschränkungen

Wie jeder routinierte Autofahrer weiß, sind Geschwindigkeitsbegrenzungen abhängig von der Straßenkategorie und müssen an die herrschenden Witterungsverhältnisse angepasst werden (siehe Kasten). Aber Achtung! In Frankreich müssen Fahranfänger, die ihren Führerschein noch nicht länger als drei Jahre besitzen, ihr Fahrtempo auf Schnellstraßen um zehn und auf Autobahnen um 20 km/h verringern.

Der allzu beschwingte Tritt aufs Gaspedal kann – auch für deutsche Urlauber – teuer werden. Seit 2010 werden in Frankreich gesammelte Urlaubsknöllchen nämlich auch in Deutschland eingetrieben. Bei Überschreitungen von mehr als 50 km/h beträgt das Bußgeld bis zu 1500 Euro.


Tempolimits Pkws

Autobahn (A plus Nummer): 130 km/h

(bei Nässe 110 km/h)

Schnellstraßen/Route Nationale

(N plus Nummer): 80 km/h

Bei vierspurigem Ausbau: 110 km/h

(bei Nässe 100 km/h)

Außerorts/Route Départementale

(D plus Nummer): 80 km/h

Innerorts: nicht schneller als 50 km/h

Tempolimits Campingwagen/Wohnmobile (zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t)

Autobahn: 90 km/h

Landstraße: 80 km/h

Stadt: 50 km/h

EINLEITUNG


CAMPEN IN FRANKREICH
Campen in Frankreich
WISSENSWERTES RUND UM DEN CAMPINGURLAUB

Camping- und Stellplätze

Kein anderes europäisches Land verfügt über eine höhere Anzahl an Camping- und Stellplätzen als Frankreich – für die (wohlverdiente) Pause mit einem Camper stehen mehr als 11 000 offizielle Anlagen zur Verfügung. Campingplätze werden mit einem Sterne-Ranking ausgezeichnet und zeigen damit an, mit welcher Komfort-Ausstattung und welchen Preisen du rechnen kannst. Ganz allgemein ist aber bereits die gängige Ausstattung auf einem guten Niveau.

Dennoch gibt es natürlich große Unterschiede hinsichtlich Größe und Komfort der Plätze. Die Franzosen sind begeisterte Camper und verbringen die großen Ferien am liebsten im eigenen Land auf einem Campingplatz – und das gerne drei Wochen oder länger. Reiste die ganze Familie früher mit Auto und Zelt durch das Land, sind heutzutage vor allem Mobile Homes oder schicke Safari-Zelte auf den Campingplätzen angesagt, aber auch Wohnmobile und Camper haben in der Beliebtheit in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Da viele Franzosen gerne länger auf einem Campingplatz bleiben, gleichen manche von ihnen riesigen Feriendörfern mit großen Badelandschaften, allen erdenklichen Sportmöglichkeiten und Animationsprogrammen für Groß und Klein.

Neben diesen High-End-Plätzen gibt es aber natürlich auch normale bis kleine Campingplätze, die sich vor allem auf die Grundbedürfnisse von Campern eingerichtet haben. »Camping Municipal« heißen jene Stellplätze, die von den lokalen Gemeinden betrieben werden. Da man den Großteil dieser charmanten und preisgünstigen Campingplätze nicht vorab reservieren kann, sind sie besonders für spontane Pausen geeignet.

Wildes Campen hingegen ist in Frankreich generell verboten und wird teilweise mit hohen Geldstrafen geahndet. Häufig ist das Befahren von schönen Plätzen, z. B. direkt am Meer, für größere Campingbusse oder Wohnmobile gar nicht erst möglich, da mit Höhenbegrenzungen von maximal zwei Metern vorgesorgt wurde. Zusätzlich wird – besonders in den Sommermonaten! – auch gerne kontrolliert, und die französischen Beamten des Ordnungsamts verstehen dann meist wenig Spaß. Außerhalb der Saison werden manchmal aber beide Augen zugedrückt – dennoch empfehlen wir dir, es lieber nicht darauf anzulegen.


Morgenkaffee bei Sonnenaufgang auf der Dune du Pilat


Oben: Die wilde Küste bei Quiberon

Unten: Idyllischer Stellplatz an der Dordogne

Viele Camper berichten aber auch von kostenlosen Stellplätzen, die ihnen Einheimische angeboten oder empfohlen haben. Fragen kostet nichts – am besten auf Französisch; vielleicht hast du ja Glück. Übrigens: Einige Gemeinden bieten mit dem Hinweis »Camping reglementé – s’adressier à la Mairie« an, sich zunächst beim Bürgermeisteramt zu melden und einen der zugewiesenen Stellplätze des Ortes zu nutzen. Nett!

France Passion

Eine ganz besonders authentische Art des Reisens kannst du mit dem Erwerb des jährlichen France-Passion-Guides erleben. Man entdeckt Straßen und Plätze abseits der üblichen Routen, übernachtet kostenlos auf märchenhaften Anwesen von Weingutbesitzern, Imkern oder Bauern, probiert ökologische Lebensmittel und Getränke wie zum Beispiel Wein, Käse, Honig oder andere Anbauprodukte aus Frankreich … frisch und direkt vor Ort und so naturnah und authentisch, wie es anders kaum möglich wäre. Der Kauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ist keine starre Gegenleistung, sondern vielmehr ein weiteres Angebot für Camper. Das du nutzen solltest, denn: So schnell sitzt du sicher nicht wieder bei einem französischen Winzer, um köstlichen Wein zu trinken.

Mittlerweile gibt es über 2000 Gastgeber, die Reisenden mit einem autarken Wohnmobil für jeweils eine Nacht eine Pause in malerischer und ortstypischer Kulisse bieten. Für die einmalige Gebühr von 30 Euro erhältst du deinen France-Passion-Kit für das jeweilige Jahr mit persönlicher Vignette und allen nötigen Informationen zu Gastgebern, Speisemöglichkeiten und anderen Dienstleistungen. Zu bestellen unter www.france-passion.com.

Gas nachfüllen

Wer seine Gasflasche in Frankreich auffüllen muss, sollte sich vorher ein »Europa-Entnahme-Set« kaufen. Im Fachhandel kann man diese Adapter für etwa 17 Euro erwerben und ist bei Reisen durch Europa dann auf der sicheren Seite. Eine Alternative sind die blauen GAZ-Flaschen, die aber mit ihrem Anschaffungs- und Wiederbefüllungspreis sowie einem weiteren Adapter die Urlaubskasse unnötig strapazieren.


Oben: Frankreich – das Käseparadies!

Unten: Dazu ein knuspriges Baguette vom Markt

EINLEITUNG


SPAREN IN FRANKREICH
Sparen in Frankreich
TIPPS, DIE DEN GELDBEUTEL SCHONEN

Bei einer Reise nach Frankreich empfiehlt es sich, die Ausgaben ein bisschen im Auge zu behalten. Mit folgenden Tipps kannst du deine Kosten minimieren.

Essen gehen

Franzosen sind wahre Gourmets, und als Gast in Frankreich will man sich hier sicherlich nicht einschränken müssen. Um euch aber auf Ausflügen in touristische Gegenden einen Preisschock zu ersparen, solltet ihr für eine günstige Selbstversorgung im Supermarkt nach lokalen Produkten schauen und dann Brötchen schmieren, Äpfel schälen, Tee kochen … Für den ersehnten (und definitiv lohnenswerten) Gaumenschmaus in einem Restaurant empfiehlt es sich, etwas abseits der Hauptsehenswürdigkeiten Ausschau zu halten. Hier gibt es meist günstigere und kulinarisch bessere Alternativen. Übrigens: Viele gute Restaurants bieten preisgünstige Mittagsmenüs! Hier bekommt man meist schon ab 13 Euro ein Zwei- bis Drei-Gänge-Menü inklusive einem Glas Wein. Wer also gerne im Restaurant isst, sollte das bevorzugt zu Mittag tun, denn hier lassen sich pro Person leicht zehn Euro oder mehr sparen.

Einkaufen

Delikatessen gibt es in Frankreich an jeder Ecke. Egal ob Austern, Meeresfrüchte, Trüffel, Käsespezialitäten oder Wein, die Auswahl ist riesig und die Preise sind im Vergleich zu Deutschland relativ gering. Während man in Deutschland pro Auster gerne zwei bis drei Euro das Stück bezahlt, bekommt man in Frankreich die beste Qualität für sieben Euro das Dutzend. Vorausgesetzt, du kaufst lokal und bei den Produzenten oder auf dem Wochenmarkt. Gleiches gilt für viele andere Produkte. Für die Qualität, die man vor Ort bekommt, bezahlt man in Deutschland meist doppelt so viel. Deshalb unser Tipp: unbedingt bei den lokalen Produzenten zuschlagen und euch über köstliche Delikatessen freuen, die ihr in Deutschland nicht so einfach bekommt.


Urige Restaurants in Sarlat-la-Canéda

Tanken

Ohne Treibstoff keine Reise … dafür gibt es keine Alternative. Bei der Auswahl der Tankstellen kann man aber schnell bis zu 30 Cent pro Liter (!) sparen. Vermeide das Tanken an der Autobahn, die Preise dort sind zum Jammern. Am besten hältst du nach Tankstellen der großen Supermarktketten Ausschau, z. B. von Intermarché, Super U oder Casino. Sie belohnen potenzielle Kunden mit erstaunlich günstigen Spritpreisen im Vergleich zu »normalen« Tankstellen.

Maut

Wer genügend Zeit mitbringt, kann durch die Umfahrung von mautpflichtigen Autobahnen weitere Euro sparen. Dazu einfach im Navigationssystem »Mautstraßen vermeiden« wählen – schon geht es entschleunigt und preisgünstig über die französischen Landstraßen.

EINLEITUNG


KOMMUNIZIEREN AUF FRANZÖSISCH
Kommunizieren auf Französisch
TIPPS BEI VERSTÄNDNISPROBLEMEN

Die Kunst, das Leben mit Leichtigkeit, Stil und guten Manieren zu meistern, ist typisch französisch und wird von (noch) gestressten Urlaubern immer wieder bewundert. Dieses berühmte Savoir-vivre – sie können es einfach, die Franzosen.

Vor allem im deutschen Raum hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass sich das französische Volk mit Vorliebe ratlos stellt, wenn man ihnen in einer anderen Sprache Fragen stellt. Das kann mitunter daran liegen, dass Fremdsprachen an Schulen lange Zeit sehr praxisfern unterrichtet wurden. Doch wer sich als Tourist ein bisschen Mühe gibt und ein paar Grundwörter Französisch beherrscht, wird schnell merken, wie offen und freundlich die Franzosen gegenüber ausländischen Besuchern sind. Und keine Angst: Selbst ohne Französischkenntnisse kann man als Tourist in Frankreich gut zurechtkommen.

Der gute Wille zählt

Beginnt man ein Gespräch mit einer freundlichen französischen Begrüßung (»Bonjour«), ist vielerorts das Eis schon gebrochen. Bei ein paar einfachen Vokabeln oder dem auswendig gelernten Satz »Je ne parle pas bien français« (»Mein Französisch ist leider nicht so gut«) honoriert auch der stolzeste Franzose den guten Willen und hilft, wo er kann. Mit einem von Herzen kommenden »Merci« zeigt man seine Dankbarkeit. Im digitalen Zeitalter kann und darf man auch eine Sprach-App zücken und Sätze ablesen oder vorlesen lassen.

Zur Begrüßung

Als Tourist kann man sich in Frankreich auf typische Begrüßungen einstellen. Es wird das herzliche französische »bisou« verteilt, also der (eher angedeutete) Wangenkuss. Die Anzahl der Küsschen, die man bei alten oder neuen Freunden verteilt, variiert von Ort zu Ort. Lieber abwarten, was das Gegenüber macht, oder vorher nach der Anzahl fragen. Das sorgt immer wieder für einen Lacher … und verbindet ungemein.


Oben: Französisches Savoir-vivre

Unten: Restaurant in Port des Salines auf der Île d'Oléron


Oben: Austernfischer bei der Sortierung

Unten: Das berühmte »Wellen-Haus« in Soorts-Hossegor

EINLEITUNG


DIE ANREISE
Die Anreise
ANFAHRTSROUTEN IN DIE BRETAGNE


Entfernung

aus Hamburg: ca. 1350 km

aus Frankfurt: ca. 1000 km

aus München: ca. 1300 km

Mautkosten

aus Hamburg: ca. 30–40 €

(abhängig vom Fahrzeugtyp)

aus Frankfurt: ca. 56 €

aus München: ca. 65 €

Hamburg–Golfe du Morbihan

Aus dem hohen Norden bis in die Bretagne ist es ein weiter Weg, den du dir auf zwei oder sogar drei Etappen aufteilen solltest. Mit dem Camper ist das Reisen meist ja ohnehin eher entschleunigt und man kommt nicht ganz so schnell voran wie mit einem normalen Pkw. Als mögliche Zwischenstopps bieten sich zum Beispiel das nette Städtchen Lüttich in Belgien oder Chantilly bei Paris an. Mithilfe einer Stellplatz-App kann man meist auch spontan einen Platz für die Übernachtung finden.

Zunächst geht es die A1 entlang Richtung Ruhrgebiet. Von dort aus fährst du in die Niederlande und hinter Maastricht nach Belgien. Die Bekanntschaft mit den belgischen Autobahnen ist leider kein Highlight der Reise – sie sind in keinem besonders guten Zustand. Schlaglöcher und unebene Bodenbeläge machen das Fahren dort beschwerlich.

Glücklicherweise sind es nur etwas mehr als 150 Kilometer, sodass man schnell die Grenze zu Frankreich passiert.

Von dort führen dich die französischen Autobahnen A2 und A1 über Paris in den westlichen Zipfel von Paris. Hinter der französischen Hauptstadt geht es weiter auf der A11 und der A81 bis nach Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, und über Land- und Bundesstraßen zum Zielort, dem kleinen, gemütlichen Baden am Golfe du Morbihan.

Frankfurt am Main–Golfe du Morbihan

Mit Frankfurt hast du eine sehr gute Ausgangslage und kommst vergleichsweise schnell in unser Nachbarland Frankreich – die Anfahrt ist in zwei Tagen gut zu bewältigen. Vorausgesetzt, die Straßen sind frei und du bist nicht alleine unterwegs, sodass ihr euch beim Fahren abwechseln könnt. Einen Zwischenstopp könntest du beispielsweise rund um Reims planen. In nur etwa zwei Stunden ist bereits Saarbrücken erreicht – dort passierst du die Grenze nach Frankreich. Auf der französischen A4 geht es über Metz und Reims weiter bis nach Paris und von dort – wie oben beschrieben – nach Rennes und zum Golfe du Morbihan.

München–Golfe du Morbihan

Von Bayern ist die Anfahrt in die Bretagne wiederum etwas weiter – hier sollte man ebenfalls abwägen, ob man möglichst viel Strecke an zwei Tagen machen oder die Anfahrt in drei Tagesetappen aufteilen möchte und sie somit etwas ruhiger gestalten kann. Empfehlenswerte Zwischenstopps sind Metz oder die Gegend rund um Paris.

Als Erstes geht es über die A8 vorbei an Stuttgart und Karlsruhe und bei Baden-Baden auf die französische Seite des Rheins. Kurz hinter Straßburg gelangst du bereits auf die A4, die dich über Metz und Reims nach Paris führt. Der Weg von der Hauptstadt zum Ziel ist oben beschrieben.


Carina genießt den Blick auf den Atlantik.


Ankunft in der Bretagne – Küste in Quiberon

Die Etappen


Felsküste auf der Belle-Île

ETAPPE 1


GOLFE DU MORBIHAN
Golfe du Morbihan
DAS »KLEINE MEER« DER BRETAGNE


Aufenthaltsdauer

2 Tage

Sehenswürdigkeiten

Maison des Mégalithes, Cairn de Gavrinis

Aktivitäten

Bootsfahrten, Kajaktouren, Stand-up-Paddel-Kurs, Ausflüge auf die Inseln Île-aux-Moines und Belle-Île-en-Mer, Nachmittag mit einem Austernzüchter

Aus dem Bretonischen übersetzt heißt Morbihan »kleines Meer« – sehr passend! Denn das 11 500 Hektar große Areal wirkt tatsächlich wie ein dem Atlantik vorgelagertes Meer mit vielen Inseln, Buchten und einzigartiger Natur. Zwischen den Landspitzen von Kerpenhir und Port-Navalo geht der Golf in den Atlantik über. Nach einer Legende gibt es hier so viele Inseln wie das Jahr Tage hat. Na ja, das stimmt wohl nicht so ganz: Zumindest bei Flut sind es aber um die 40, und 30 davon sind tatsächlich bewohnt. Manche, so heißt es, gehören »steinreichen Amerikanern«. Die größte ist die Île-aux-Moines, auch »Perle des Golfs« genannt. Das Gebiet eignet sich bestens für Segler, Surfer und natürlich Fischer. Vor allem die Austernzüchter finden hier beste Bedingungen. Wasservögel lieben den Golf, der im Rahmen eines speziellen Programmes vor Jahren zu einem besonderen Schutzgebiet ernannt wurde. Die größte Stadt ist Vannes mit ihrem großen Hafen.

Campingplätze

Rund um Baden und den Golfe du Morbihan gibt es einige Campingplätze. Einer der komfortabelsten ist der Campingplatz Mané Guernehué von Yelloh! Village. Er befindet sich im südlichen Teil von Baden, nahe dem Golfe du Morbihan und nur etwa drei Kilometer vom Strand entfernt, ist sehr gut ausgestattet und bietet viele Annehmlichkeiten, insbesondere für Familien mit Kindern. Die 120 Stellplätze sind auf einem großen, leicht terrassierten Wiesengelände verteilt und liegen zum Teil unter schattigen Obstbäumen und großen Platanen. Neben dem für die Feriendörfer der Yelloh!-Village-Gruppe fast schon obligatorischen Erlebnisbad mit Rutschen, Sauna und Fitnessstudio gibt es hier sogar einen eigenen Reiterhof, wo Groß und Klein Reitstunden nehmen oder sogar Ausritte am Strand buchen können, und einen Hochseilgarten. Die Sanitäranlagen sind guter Standard und werden regelmäßig in Schuss gehalten. Eine vorherige Reservierung ist auch in der Nebensaison empfehlenswert, da große Anlagen wie diese längere Aufenthalte ab einer Woche bevorzugen.

Yelloh! Village Mané Guernehué*****

52 Rue Mané er Groez, 56870 Baden

Tel. +33 466 73 97 39

www.yellohvillage.de/

Mitte April bis Ende Sept.

Ein kleinerer, familiärer Campingplatz nahe am Strand ist der Campingplatz Ker Eden. Knapp 100 Stellplätze sind auf einer großen Rasenfläche mit ausladenden, Schatten spendenden Bäumen verteilt. Der Platz liegt etwa 800 Meter von der Ortsmitte von Larmor-Baden entfernt und hat einen eigenen Zugang zu einem kleinen Strand. Dieser ist auch für kleinere Kinder gut geeignet, die im flachen Wasser wunderbar spielen können. Der Platz hat natürlich auch einen Minimarkt mit Brötchenservice. Pizza und anderes Take-away-Food kann beim Campingplatz nebenan bestellt werden. Die Sanitäranlagen wurden in den letzten Jahren renoviert und sind nun recht modern und gut gepflegt. Wer auf ein umfangreiches Bespaßungsprogramm oder Swimmingpools Wert legt, ist hier fehl am Platz; dafür kann man aber hier und am Strand umso besser entspannen.


Camping Ker Eden***

Route d’Auray, 56870 Larmor-Baden

Tel. +33 297 57 05 23

www.camping-larmorbaden.com

Mitte Mai bis Mitte Sept.

Baden – gemütliches Dorf am Golfe du Morbihan

Der Ort Baden ist ein verschlafenes Kleinod: gemütliche Steinhäuser, eine hübsch angelegte Dorfstraße, eine Kirche sowie zwei Kapellen, ein paar Cafés und Restaurants – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und er eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für alle Entdeckungen rund um den Golfe du Morbihan. Tatsächlich gehört das unscheinbare Baden aber eigentlich zu den größeren Städtchen am Golfe du Morbihan, das vor allem mit natürlichen Highlights und der Nähe zum Golf selbst als mit städtischen Sehenswürdigkeiten punktet. Dennoch gibt es auch in Baden das eine oder andere zu entdecken.

Die Kirche Saint-Pierre in der Mitte der Stadt ist kaum zu übersehen, denn sie bildet den zentralen Mittelpunkt direkt an einem kleinen Marktplatz. Ein kurzer Besuch in der Kirche lohnt sich, denn einige der Strebepfeiler sind noch römischen Ursprungs und das imposante hölzerne Altarbild stammt aus dem 16. Jahrhundert. Außerdem sind die beiden Kapellen von Locmiquel und Mériadec einen kleinen Abstecher wert. Beide stammen bereits aus dem 12. Jahrhundert und wurden im Laufe der Jahre wiederaufgebaut und instand gesetzt. Besonders schön ist die blau-goldene Decke mit Sternenhimmel in der Kapelle von Locmiquel.


Oben: Entspannen am Pool des Yelloh! Village Mané Guernehué

Unten: Grüne Stellplätze auf selbigem Platz


Die Kirche im gemütlichen Dorf Baden am Golfe du Morbihan

Märkte in der Region

Der Golf von Morbihan ist ein hervorragendes Revier zur Kultivierung von Meeresfrüchten. Hier werden sowohl Austern als auch Miesmuscheln und andere Muscheln gezüchtet und natürlich wird auch regulär Fisch gefangen. Wenn du ein Meeresfrüchte-Fan bist, solltest du auf jeden Fall einen der vielen Märkte rund um den Golf besuchen und dich mit Muscheln und Co. eindecken. Derart frisch gefangen und direkt über dem Campingkocher zubereitet, sind sie ein unvergleichlicher Genuss!


Wochenmarkt Larmor-Baden

nur sonntags (ab ca. 8 Uhr), ganzjährig

Place de l’Eglise

Wochenmarkt in Baden

Fr nachmittags am Kirchplatz

Wochenmarkt auf der Île-aux-Moines

Fr vormittags (ca. 8 Uhr), ganzjährig

Place du Marché

Gourmet- und Kunstmarkt in Baden

Juli–Aug. Mi 14–20 Uhr

Steg von Port-Blanc

Auf den Märkten findest du aber auch andere Spezialitäten aus der Umgebung, zum Beispiel die leckeren Kuchen mit Salzbutter oder den typischen Cidre. An den Ständen kommt man schnell mit den Verkäufern ins Gespräch und kann viele Produkte probieren. Man sollte unbedingt genug Bargeld mitnehmen, um bei all diesen Leckereien zuschlagen zu können!

Auf den Spuren megalithischer Kultur

Bei deinem Aufenthalt am Golfe du Morbihan solltest du eines der letzten Geheimnisse der Region nicht verpassen: die Hinkelsteine von Carnac. Fast 3000 Menhire, genauer gesagt 2792 Stück, stehen hier in Reih und Glied auf knapp vier Kilometern aufgereiht und nach Größe angeordnet, und das seit 5000 bis 3000 v. Chr. Damit bilden die Steinfelder Ménec, Kermario und Kerlescan die größte Hinkelsteinsammlung der Welt. Die kleinsten Steine sind knapp 40 Zentimeter groß, der größte 6,50 Meter hoch. Die perfekte reihenförmige Anordnung sowie die Bedeutung der Steine geben Experten auch heute noch Rätsel auf. Wer hat sie aufgestellt? Was stellen sie dar? Waren es Grabstätten? Versammlungsorte? Oder dienten sie der Astronomie?

Das Infozentrum Maison des Mégalithes versucht, Antworten zu geben und die Geschichte der Steine aufzuzeigen. Im Winter ist der Zugang zu dieser Stätte kostenlos möglich, im Sommer hingegen kann man aufgrund des hohen Andrangs und zum Schutz der Menhire nur unter Anleitung eines Führers auf das Gelände (die Führungen starten am Infozentrum). Eine Besichtigung von außen und ein schöner Spaziergang rund um die Felder sind jedoch auch im Sommer problemlos möglich.

Übrigens: Das Wort »carnac« soll vom keltischen »Kern« kommen, was so viel wie Stein oder Fels bedeutet. Dieser Wortstamm ist auch im Wort »cairn« vorhanden, das steinerne Grabhügel bezeichnet.


Maison des Mégalithes

LIeu-dit le Ménec, 56340 Carnac

Preis Führungen: Erwachsene 11 €,

Kinder (7–17 J.) 6 €

Ein weiteres Highlight megalithischer Kunst ist das runde »Cairn de Gavrinis« (Grabstätte von Gavrinis) auf der Île de la Chèvre, die nur mit einer kurzen Bootsfahrt zu erreichen ist. Allein die Größe der Grabstätte ist schon beeindruckend, denn die kunstvoll aufgestapelten Steinplatten erreichen zum Teil eine Höhe von acht und einen Durchmesser von mehr als 50 Metern. Doch die eigentliche Sehenswürdigkeit befindet sich im Inneren des Steinbauwerks. Dort befindet sich ein beeindruckender Dolmen, ein Megalith-Bauwerk, das aus riesigen Steinplatten besteht, welche Gänge und Decke des Bauwerks formen.

Insel und Grabstätte können nur zusammen mit einem Guide besichtigt werden. In kleinen Gruppen geht es durch den Torbogen und den 14 Meter langen Grabgang entlang zur Grabkammer. Auf dem Weg kann man zusammen mit dem Guide Zeichen auf den Steinplatten entdecken, vor allem Kreise, Spiralen, aber auch Schlangen, Äxte und Bögen. Im Inneren der Grabkammer sind auf einer gigantischen, vier Meter großen Platte zum Teil auch Personen und Tiere zu erkennen. Neben der Bedeutung der Motive und der damaligen Religion vermittelt die Tour auch noch Interessantes über das Leben der Völker vor mehr als 4000 Jahren vor Christus.

Die Tour dauert etwa 1,5 Stunden und wird zwischen Ende März und Ende September angeboten – in der Nebensaison von Dienstag bis Sonntag etwa viermal am Tag, in der Hauptsaison täglich mehrmals pro Stunde. Treffpunkt (30 Minuten vor Beginn der Tour) ist der Bootssteg in Larmor-Baden, Tickets sind sowohl online als auch vor Ort am Stand erhältlich.

Übrigens: Die Steine von Gavrinis oder die Megalithen von Carnac wiegen teilweise zehn bis 20 Tonnen und mehr; einige von ihnen wurden bis zu zehn Kilometer bewegt, und das wohlgemerkt 4500 Jahre vor Christus. Welchen Zaubertrank die Lieferanten da nur getrunken haben?


Oben: Vielfalt an Meeresfrüchten auf dem Wochenmarkt

Unten: Die Hinkelsteine von Carnac


Oben: Die imposanten Felsnadeln von Port-Coton auf der Belle-Île

Unten: Leuchtturm an der Pointe du Poulains (Belle-Île)

Cairn de Gavrinis

Cale de Pen Lannic, 56870 Larmor-Baden

Preis Führungen 18 €, Kinder 8 € (10–17 J.),

4 € (unter 10 J.), Familien 42 €

www.cairndegavrinis.com

Aktivitäten am Golfe du Morbihan

Eine etwas sportlichere Art, den Golfe du Morbihan zu entdecken, und sehr empfehlenswert ist dessen Erkundung per Kajak oder auf dem Stand-up-Paddel. Vom Wasser aus hat man gleich eine ganz andere Perspektive und nimmt den Golf viel intensiver wahr. Die Strömungen bei Ebbe, das sich kräuselnde Wasser, der leichte (oder manchmal auch stärkere) Wind und die vielen Seevögel kann man auf dem Wasser hautnah erleben. Während einer Kajaktour lassen sich auch die vielen kleinen Inseln bestaunen, auf denen Vögel aller Art leben. Die Zahl der kleinen und größeren Inseln ändert sich kontinuierlich mit dem Stand des Wassers. Man kann sich entweder einer geführten Tour anschließen oder alleine per Kajak oder SUP den Golf erkunden. Wir empfehlen das gemeinsame Erlebnis mit einem Guide, da die Strömungen an einigen Stellen im Golf sehr gefährlich sein können! Und: regenfeste Kleidung, Wechselklamotten, Wasser und einen Snack nicht vergessen!


Nautik Experience

Preis Kajakmiete ab 15 €, geführte Paddel- oder

SUP-Tour ab 25 €

www.nautik-experience.fr/

Für einen Tagesausflug eignet sich die größte Insel des Golfe du Morbihan, die Île-aux-Moines, was übersetzt »Insel der Mönche« bedeutet. Der Name stammt bereits aus dem 9. Jahrhundert, als der König der Bretagne den Mönchen der Abtei Redon diese Insel schenkte. Auf die »Perle des Golfes«, wie sie häufig auch genannt wird, kommst du ganz leicht mit der Fähre von Port-Blanc. Nach nur zehn Minuten Überfahrt ist kannst du die ganze landschaftliche Schönheit des kleinen Archipels genießen: Eukalyptusbäume, Pinien und Olivenbäume säumen die kleinen Hügel der Insel, geschützte Buchten wechseln sich mit felsigen Landspitzen ab und hübsche Sandstrände laden im Sommer zu einem erfrischenden Bad ein. Auch die kleinen Ortschaften erinnern so gar nicht an die Bretagne, im Gegenteil. Man fühlt sich fast wie auf einer griechischen Insel, denn die weiß getünchten Fischerhäuschen mit den Blumen in den Vorgärten versprühen wahrlich mediterranen Charme. Zahlreiche Künstler haben die Schönheit der Insel bereits entdeckt und präsentieren ihre Aquarelle, Fotografien und Bilder in kleinen Ateliers oder in wechselnden Ausstellungen im Rathaus.

Unser Tipp: Nimm unbedingt dein Fahrrad mit oder miete dir eines auf der Insel! Mit dem Drahtesel kannst du durch die kleinen Gässchen radeln, auf den Fahrrad- und Wanderwegen die sanft hügelige Landschaft genießen oder auch Sehenswürdigkeiten wie die Großsteingräber im Süden erkunden. Eine Runde um die gesamte Insel beträgt etwa 20 Kilometer, sodass man ganz entspannt auch die kleinen Orte samt Restaurants und Cafés wie Port Miquel zwischendrin entdecken kann.


Île-aux-Moines

Fähren Juli–Aug. 7–22 Uhr, Sept.–Juni

7–19.30 Uhr, tgl. alle 30 Min. vom Quai Port-

Blanc, Baden

Preis Hin- und Rückfahrt: Erwachsene 5,50 €,

Kinder unter 4 J. 3 €, Fahrrad 4 €

Kein Ort trägt seinen Namen mit größerer Berechtigung als die Belle-Île-en-Mer, die »schöne Insel«. Zwischen ruhigen Stränden, sonnigen Dünen, spektakulären Steilküsten und farbenfrohen Häfen bietet sie ein Landschaftsmosaik der schönsten Art. Die Insel hat durch ihre landschaftliche Vielfalt schon seit jeher Künstler, Dichter, Schriftsteller und Maler inspiriert – deshalb solltest du auch unbedingt einen Tag für einen Tagesausflug einplanen. Mit der Fähre von Quiberon gelangt man in knapp 45 Minuten auf die Insel – das Wohnmobil kannst du auf dem Parking du Varquez stehen lassen und zum Hafen spazieren; oder du nimmst den Bus von Baden nach Quiberon. Um die größte bretonische Insel in Ruhe zu erkunden, nimmst du dir am besten ein E-Bike, denn sie ist wider Erwarten erstaunlich hügelig, an manchen Stellen sogar steil.

Die Fähre bringt dich direkt zum Hauptort der Insel: Le Palais. Ein Bummel auf dem Markt, der jeden Vormittag stattfindet, ist die perfekte Einstimmung auf einen tollen Tag. Hier kannst du auch das E-Bike (oder ein kleines E-Auto) mieten und auf Erkundungstour gehen.

Auch ein Besuch im malerischen Naturhafen von Sauzon ist Pflicht für jeden Besucher der Belle-Île. Die pastellfarbenen Häuser, die geschützte Meeresbucht mit den vielen Segelbooten und einige nette Restaurants direkt am Hafen machen Sauzon zu einem begehrten Motiv für Maler und Fotografen.


Oben: Der Hafen von Le Palais, Hauptstadt der Belle-Île

Unten: Das malerische Dörfchen Sauzon auf der Insel

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
09 kasım 2024
Hacim:
200 s. 118 illüstrasyon
ISBN:
9783734319464
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