Kitabı oku: «Verwirrende erste Liebe»

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Caroline Milf

Verwirrende erste Liebe

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Inhaltsverzeichnis

Titel

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Impressum neobooks

1

Alle beteiligten Personen der nachfolgenden Geschichte sind bereits über 18 Jahre.

Die sexuellen Handlungen erfolgten freiwillig und gewollt.

„Nein! Nicht!“, rief Vanessa und wachte abrupt aus dem tiefen Schaf auf. Sie hatte von einem nassen Waschlappen geträumt, der solange über ihr Gesicht rieb, bis sich die Haut löste und vom Schädel abfiel. Das letzte Bild, an das sich erinnerte, war ein kahler Totenschädel.

Die restlichen Gedanken blieben dem blonden Mädchen würgend im Hals stecken, als heller Lichtschein auf ihre Augen traf. Sie schützte sie mit den Händen. Als sie die Augen endlich aufschlug, stellte sie fest, dass sie im Bett ihres Zimmers lag.

Eine ganze Weile blickte sie verwirrt zum Fenster hinüber. Es war hell, die Sonnenstrahlen fielen auf ihr Gesicht. Da wurde ihr klar, dass sie nur einen Alptraum gehabt hatte.

Der Wecker hatte sie mit leiser Musik geweckt. Es wurde Zeit aufzustehen, obwohl die Schule heute eine Stunde später begann. Seufzend schlüpfte sie aus dem Bett, ging noch leicht zittrig zum Fenster und blickte hinaus. Es war Mai, die sonnigen Tage der letzten Wochen hatten die Natur bereits erblühen lassen. Sie betrachtete den weitläufigen Garten ihres Elternhauses und versuchte, die Erinnerung an den Alptraum abzuschütteln.

Sie schüttelte den Kopf und ging barfuß ins Bad. Nach einer ausführlichen Dusche, betrachtete sie sich in dem großen Spiegel hinter der Tür.

Sie musterte ihr außergewöhnlich schönes Gesicht. Die kleine Nase, der perfekt geschwungene Mund, die hohen, etwas hervorstehenden Backenknochen, die dem Gesicht einen unverwechselbaren, typischen Ausdruck verliehen, wirkten geheimnisvoll und anmutig.

Sie trug ihre langen, blonden Haare offen, sodass diese wild und ungebändigt bis zur Hälfte ihres Rückens herabfielen. Die warmen, leuchtend grünen Augen glänzten vor Lebensfreude. Ihre samtige, gepflegte Haut, und der schlanke, sportlich trainierten Körper vervollständigten ihre Perfektion.

Vanessa war sehr selbstkritisch, wie es die meisten jungen Frauen waren, aber sie musste zugeben, dass sie in der Tat fantastisch aussah. Sie lächelte, ließ dann den Blick über ihren nackten Körper gleiten. Ihre Brüste standen wie zwei reife Früchte, in der Größe zweier Mangos, von dem schmalen Oberkörper ab. Mit den dunkelrosa Aureolen waren sie von der erlesenen Vollkommenheit einer klassischen Aphrodite. Aus den großen dunklen Warzenhöfen ragten die harten Nippel wie kleine Dolche heraus.

Sie ließ ihre Blicke tiefer gleiten, über den flachen Bauch, dann noch weiter herunter, bis zum Ansatz ihres Schambereichs. Beim Anblick ihrer Intimzone nahm sie sich unbewusst etwas mehr Zeit. Auf ihrem Venushügel befanden sich ihre gekürzten und frisierten Intimhaare, die höchstens eine Länge von zwei Millimetern hatten. Manchmal trug sie ein Dreieck, heute jedoch waren ihre Schamhaare zu einem etwa vier Zentimeter breiten Streifen frisiert. Sie blickte tiefer, betrachtete die rosigen Schamlippen, die komplett enthaart waren. Die äußeren Lippen lagen eng zusammen, und verbargen so die kleineren, inneren Labien.

Sie streichelte sanft zwischen ihre Schenkel, fühlte, ob sie außer dem Streifen noch glatt rasiert war. Alles war perfekt.

Sie wandte sich zum Waschbecken und putzte ihre Zähne. Nachdem sie die Zahncreme ausgespuckt hatte, rubbelte sie ihr Gesicht trocken. Sie legte leichtes Make-up auf, anschließend noch ein paar Spritzer Parfüm.

Zum Schluss warf sie einen letzten Blick in den Spiegel. Vanessa wusste, dass die Jungs in der Schule sie attraktiv fanden, doch das störte sie nicht. Sie war intelligent und aufgeschlossen. Das sollte reichen, um sie zu mögen. Sie lächelte ihr Spiegelbild mit einem schiefen Grinsen an.

In ihrem Zimmer öffnete sie den Kleiderschrank und suchte einen Slip und BH heraus. Sie warf das Handtuch auf den Boden und wollte sich ankleiden. Erneut betrachtete sie ihren nackten Körper vor den Spiegel des Schrankes. Die festen Brüste schaukelten leicht an ihrem schlanken Körper. Ihre Hände glitten die seidige Haut entlang, hinunter zu ihrem kurzrasierten Schamhaarstreifen.

„Ohhh... jaaa“, keuchte sie und spürte einen übermächtigen Drang nach sexueller Befriedigung.

Mit den Fingerkuppen berührte sie die Schamlippen. Ein wollüstiges, prickelndes Gefühl überkam sie. Mit einem schmatzenden Geräusch drang der Mittelfinger sanft in die verlangende Vagina.

Sie ließ sich auf das Bett fallen. Tief bohrte sie zwei Finger in die Höhle ihrer Lust.

„Ooooh, oooh... ja, ist das gut“, stieß sie hervor.

Vor ihren Augen tanzten bunte Kreise, die Zunge fuhr geil über ihre Lippen, der flache Bauch zuckte voller Verlangen. Tiefer und immer schneller werdend, setzten die Finger ihr stoßendes Werk fort.

„Aaaah, ooohhh, jeeeetzt“, stöhnte sie auf.

Der Körper spannte sich an, schneller stießen die Finger in ihre Spalte, bis sie zum Orgasmus kam. Erschöpft blieb sie liegen, die langen blonden Haare hingen ihr ins Gesicht.

„Vanessa, kommst du zum Frühstück?!“, rief die Mutter von unten. „Du musst außerdem noch mit Luna Gassi gehen!“

Erschrocken sprang sie auf. „Ja, Mutter, ich komme.“

Der heutige Schultag schien kein Ende nehmen zu wollen. Die Gedanken von Vanessa gingen häufig zu ihrer morgendlichen Selbstbefriedigung zurück. Es war schön gewesen, aber nicht perfekt. Dazu gehörte mehr, und sie beschloss, sich mehr zu holen. Aber woher? Die Jungs in ihrer Klasse waren alles unattraktive Langweiler. Wo sollte sie also einen attraktiver Burschen finden, der ihre sexuellen Fantasien befriedigte?

Mitten in ihren Gedanken erklang der Gong und beendete den heutigen Schultag. Schnell packte sie ihre Tasche, sprang auf und ging zu ihrer besten Freundin.

„Nun mach schon, Sarah!“, rief sie ungeduldig. „Luna stellt bestimmt wieder was an, wenn ich sie nicht endlich rauslasse. Warum trödelst du nur immer so herum? Ich muss jeden Tag auf dich warten.“

Vanessa griff ungeduldig nach dem Englischbuch, das ihre beste Freundin garantiert vergessen hätte.

„Steck das auch ein. Und dann komm endlich, zum Donnerwetter!“, schimpfte sie.

„Nun hetz doch nicht so“, maulte Sarah. „Nur weil dein blöder Hund nicht stubenrein ist, haben wir jeden Tag diesen Stress.“

Vanessa ärgerte sich. „Kein Hund kann einen halben Tag in der Wohnung bleiben. Außerdem ist Luna nicht blöd. Ich bin froh, dass ich sie soweit habe, dass sie nur noch draußen Pipi macht.“

„Seit du den Hund hast, bist du echt ungemütlich, Vanessa.“

Sarah nahm ihrer Freundin das Englischbuch aus der Hand und stopfte es zu den anderen Büchern und Heften in ihren Rucksack. In dem herrschte das absolute Chaos.

Vanessa bemerkte es und grinste. „Kein Wunder, dass die Bohnenstengel dich auf dem Kieker hat. Deine Hefte sehen aus wie schon mal gegessen“, meinte sie lachend.

„Ich bin halt keine Musterschülerin wie du“, erwiderte Sarah ungehalten. „Mich langweilt die blöde Schule!“

„Nun komm endlich! Wir gehen zu mir nach Hause und machen es uns gemütlich.“

Vanessa zog ihre Freundin am Ärmel ihrer Jeansjacke aus dem Klassenzimmer.

Aber schon auf der Treppe des alten Kastens, in dem die Realschule untergebracht war, begann Sarah wieder zu meckern.

„Bei dir ist es nicht mehr gemütlich, seit dieses Monster von einem Hund auch da wohnt“, knurrte sie grimmig.

„Luna ist kein Monster!“, stellte Vanessa richtig. „Luna ist ein wahnsinnig lieber Hund.“

„Ha, ha, ha!“, machte Sarah verächtlich. „Luna sieht aus wie das Krümelmonster aus der Sesamstraße, nur hässlicher, wenn du mich fragst.“

„Ich hab' dich aber nicht gefragt!“

Nun war auch Vanessas gute Laune dahin. Manchmal wusste sie wirklich nicht, warum sie mit Sarah befreundet war. Die Freundin konnte echt zickig sein.

„Wenn du weiter maulen willst, dann geh besser nach Hause“, sagte Vanessa nun verärgert. „Ich hab' nämlich keine Lust, mir den ganzen Nachmittag deine schlechte Laune anzusehen, nur weil du dich wieder mit der Bohnenstengel angelegt hast.“

„Ich hab' keine schlechte Laune“, widersprach Sarah. „Ich will nur aus der Schule weg, und zwar schnell!“

„Wir könnten schon lange draußen sein, wenn du nicht...“ Vanessa schluckte den Rest des Satzes hinunter. Warum sollte sie Sarahs Laune weiter verschlechtern, wenn es auch anders ging?

„Schau, da vorne sind Philipp und Marcel!“, rief sie ihrer Freundin aufmunternd zu. „Wenn wir uns beeilen, holen wir sie noch ein.“

„Ich renne doch Jungs nicht nach“, sagte Sarah hochnäsig. „Wenn die was von uns wollen, sollen sie warten.“

„Seit wann hast du was gegen die beiden? Ich dachte immer, du fändest sie okay. Vor allem Marcel.“

„Marcel kann mir gestohlen bleiben“, behauptete Sarah ärgerlich. „Hast du nicht mitbekommen, dass er sich seit Neuestem andauernd mit Michelle trifft?“

„Mit Michelle? Marcel? Das glaubst du doch selbst nicht!“, rief Vanessa belustigt aus. „Marcel interessiert sich nur für dich, Sarah. Wenn du das noch nicht gemerkt hast, bist du blind!“

„Ach, lass mich doch mit Marcel in Ruhe!“, fauchte Sarah.

Vanessa kannte Sarah lange und gut. Deshalb merkte sie genau, dass Sarah bedrückt war. Das hing bestimmt nicht nur mit dem Rüffel zusammen, den die Englischlehrerin ihr in der letzten Stunde erteilt hatte. Sarah war an Rüffel von Frau Bohnenstengel gewöhnt. Also musste es etwas anderes sein.

Sie zogen ihre Räder aus dem Unterstand. Vanessa wartete, bis Sarah ihren Rucksack aufgeschnallt hatte. Dann fragte sie beiläufig: „Hast du zu Hause wieder mal Knatsch, Sarah?“

Sarah zuckte mit den Schultern. „Nicht mehr als üblich. Vergiss es, Vanessa. Fahren wir jetzt endlich zu dir raus?“

„Na klar. Du weißt doch, Luna wartet...“

Vanessa schwang sich in den Sattel ihres brandneuen Mountain-Bikes. Es war ein Geschenk von ihren Eltern.

Sarah setzte sich auf ihr altes, klappriges Fahrrad. Nicht ohne Neid sah sie zu Vanessa rüber.

„Dein Rad ist echt die Wucht!“, stellte sie fest. „Ich wollte, ich hätte auch so eins!“

Vanessa nickte. Es tat ihr ehrlich leid, dass Sarahs Eltern nicht so betucht waren wie ihre eigenen. Außerdem hatte Sarah zwei jüngere Geschwister, die auch Wünsche hatten. Für sie war ein teures Fahrrad nicht erschwinglich.

„Mach dir nichts draus“, versuchte sie Sarah zu trösten. „So toll ist das Rad gar nicht. Ich meine, ich fahre ja damit nicht in die Berge. Ich hätte viel lieber ein Rennrad gehabt, aber mein Vater...“

„Du hast bestimmt keinen Grund, dich über deinen Vater zu beschweren“, fand Sarah. „Kauft dir so ein Wahnsinnsrad, und du meckerst daran herum.“

„Tu ich ja gar nicht“, sagte Vanessa schnell. Sie fuhr los und nahm sich vor, Sarah erst einmal in Ruhe zu lassen. Bestimmt würde sie in den nächsten Stunden damit herausrücken, was sie bedrückte.

Luna hatte eine Pfütze in die Diele gesetzt und den weißen Teppich angefressen. Vanessa sah beides sofort, als sie die Haustür aufschloss. Aber noch bevor sie ihren Hund ausschimpfen konnte, schnellte Luna auf ihren vier kurzen Beinen wie ein Gummiball hoch und landete direkt in ihren Armen. Voller Begeisterung leckte sie ihr übers Gesicht und vollführte ein wahres Freudengeheul zur Begrüßung.

„Böser Hund!“, schimpfte Vanessa aber doch. Sie setzte das grauweiße Tier auf den Boden. „Was hast du da gemacht? Darfst du das?“

Luna winselte leise und versuchte weg zu laufen.

„Hiergeblieben, Luna!“, rief Vanessa. Sie packte sie an ihrem roten Halsband und zog sie zu der Pfütze. „Da, schau! Böser Hund.“ Sie gab ihr einen leichten Klaps aufs Hinterteil.

Danach hätte sie schwören können, dass der Hund weinte. Er jaulte und winselte zum Steinerweichen und legte sich flach auf den Bauch. Seine Knopfaugen sahen so traurig aus, dass Vanessa sich nicht gewundert hätte, wenn Tränen aus ihnen geströmt wären.

Sie richtete sich auf und sagte zu Sarah: „Da siehst du es. Luna kann einfach nicht sechs Stunden lang dicht halten. Sie ist zu klein dazu. Aber wenn meine Mutter mitbekommt, dass sie schon wieder ins Haus gemacht hat...“

„Wir können es ja wegwischen“, meinte Sarah schnell. „Dann merkt deine Mutter nichts von dem Unglück.“

„Und der Teppich? Siehst du nicht, dass Luna ein Stück davon abgefressen hat? Bestimmt, weil sie sich einsam fühlte. Himmel noch mal, Sarah, was soll ich bloß machen? Meine Eltern sind den ganzen Tag nicht zu Hause. Ich kann den Hund doch nicht mit in die Schule nehmen, oder?“

„Ich weiß nicht. Vielleicht doch“, antwortete Sarah nachdenklich. „Stören würde er doch nicht, oder?“

„Ich weiß nicht, was Luna einfällt, wenn sie die vielen Hosenbeine in unserer Klasse sieht“, lachte Sarah. „Vielleicht hat sie Lust hineinzubeißen. Und für die krummen Beine unserer geliebten Bohnenstengel kann ich schon gar nicht garantieren.“

Endlich war es ihr gelungen, Sarah zum Lachen zu bringen. Sarah lachte so herzlich, dass Luna begeistert um sie herumsprang. Der Hund hatte eine Vorliebe für lustige Leute.

„Ach, das müsste herrlich sein!“, japste Sarah. „Ich stell mir vor, wie die Bohnenstengel mit ihren krummen Beinen und dem langen Schlabberrock ins Klassenzimmer stolziert, ihr blödes Englischbuch unter dem Arm und mit ihrem Spinnengesicht... du weißt schon. Und dann saust Luna unter unserem Tisch hervor und beißt ihr mir nichts, dir nichts in die Wade… ach bitte, Vanessa, nimm den Hund doch morgen mit in die Schule. Ich wette, er springt die Bohnenstengel sofort an, wenn er sie sieht. Ich würde das tun, wenn ich ein Hund wäre, das schwöre ich dir.“

Vanessa lachte mit. Sie lachten und kicherten, wie sie es oft taten, wenn sie etwas witzig fanden. Vanessa war froh darüber, dass Sarah wieder gute Laune hatte. Jetzt wurde der Nachmittag vielleicht doch noch richtig gemütlich.

„Ich geh schnell einen Lappen holen“, sagte sie zu Sarah. „Lässt du Luna mal eben in den Garten?“

„Ja, mach' ich.“ Sarah öffnete die Haustür, und Luna raste los.

Als Sarah eine halbe Stunde später immer noch nicht zurück war, fing Vanessa an, sich zu wundern. Wo war sie bloß abgeblieben? Es hätte doch genügt, den Hund mal eben in den Garten zu lassen...

Aber Sarah schien mit Luna spazieren gegangen zu sein.

Vanessa öffnete die Haustür und spähte in den Garten. Dort war weder von Sarah noch von Luna eine Spur zu sehen. Also zog sie ihre Jacke über und ging durch den Garten auf die Straße. Sie sah in beide Richtungen, aber sie entdeckte immer noch nichts. Sarah und Luna blieben verschollen.

„Das gibt's doch gar nicht“, murmelte Sarah vor sich hin. Sie ging zuerst in Richtung Innenstadt. Den Weg zum Park hatte Sarah bestimmt nicht eingeschlagen. Sie fand Parks langweilig.

Vanessa ging fünf Minuten, ohne eine Spur von ihrer Freundin oder Luna zu entdecken. Sie begann sich allmählich Sorgen zu machen. Sie kehrte um und ging schnell in Richtung Park.

Plötzlich sah sie Luna. Sie raste mit fliegenden Ohren hinter einem schwarzen Ungetüm von Hund her.

„Luna, hierher!“, rief Vanessa energisch.

Der Hund musste taub geworden sein. Er blieb nicht einen Augenblick lang stehen, sondern fuhr damit fort, das schwarze Ungetüm zu verfolgen.

Wo war nur Sarah? Vanessa ging über die Wiese und sah sich suchend um. Und dann entdeckte sie sie.

Sarah saß mit zwei Typen auf einer Bank und unterhielt sich allem Anschein nach prächtig. Gerade lachte sie laut heraus.

„Das ist doch die Höhe!“, schimpfte Vanessa, obwohl ihr niemand zuhörte. Sie ging schnell auf die Bank zu.

„Also hier steckst du!“, sagte sie vorwurfsvoll zu Sarah. „Ich hab' die halbe Stadt nach dir und Luna abgesucht. Du hättest mir ja sagen können, dass du dich im Park mit Freunden treffen willst.“

Endlich hörte Sarah damit auf, den schlanken Jungen anzulächeln. Aber sie schien sich nur ungern von ihm loszureißen.

„Ich wäre gleich zurückgekommen, wenn du deinen Hund besser erzogen hättest“, erklärte sie Vanessa. „Ich hab' Luna nur in den Garten gelassen, aber dann sind die beiden Jungs mit Rocky vorbeigekommen, und Luna ist einfach über den Zaun gesprungen und Rocky hinterhergerast.“

„Was für ein Rocky denn?“, fragte Vanessa verblüfft.

„Lustiger Name für einen Hund, nicht wahr? Ich hab' auch gelacht, als ich ihn gehört habe: Rocky heißt der Hund, den deine Luna jagt. Hast du ihn nicht gesehen? Ein schwarzer Riese mit ganz viel Fell!“, meinte Sarah grinsend.

„Du meinst dieses Ungetüm?“, fragte Vanessa und deutete auf den großen schwarzen Hund.

„Allerdings. Das ist Rocky. Deine Luna hat sich in ihn verliebt, glaube ich.“ Sarah lachte schon wieder. Dabei schielte sie verdächtig zu dem großen Blonden hin, als wolle sie die Wirkung ihres Gelächters auf ihn testen.

Vanessa fand, es war an der Zeit, die beiden gutaussehenden Typen auf der Bank kennenzulernen. Wenn Sarah nicht von selbst auf die Idee kam, sie vorzustellen, musste sie nachhelfen.

„Ich bin übrigens Vanessa“, sagte sie unbestimmt in Richtung der beiden Jungs. „Und der kleine graue Hund gehört mir.“

Der große Blonde grinste, und der tolle Dunkle betrachtete Vanessa mit interessiertem Blick.

„So, so, du bist also Vanessa“, sagte der Dunkle lächelnd. „Das ist ja ein toller Tag. Da lernen wir so ganz nebenbei zwei süße Mädchen kennen...“

„Wieso? Habt ihr Sarah auch gerade erst kennengelernt?“, fragte Vanessa verblüfft.

„Natürlich. Das heißt - eigentlich hat Rocky sie kennengelernt. Er hat sie nämlich umgerannt, als er vor deinem sogenannten Hund ausgerissen ist. Wir haben ihr wieder auf die Beine geholfen, und so lernt man sich eben kennen“, meldete sich nun der große Blonde zu Wort.

Vanessa sah irritiert von, einem zum anderen.

„Habt ihr auch Namen?“, wollte sie wissen.

Die beiden lachten.

„Ich heiße Henri“, sagte der Dunkle, der Vanessa eigentlich besser gefiel.

„Und ich Niklas“, ergänzte der Blonde lächelnd.

„Wem von euch beiden gehört der Riesenhund?“, erkundigte sich Vanessa.

„Mir“, antwortete Henri, der dunkelhaarige Junge.

„Dann könntest du ihn vielleicht dazu bewegen, damit aufzuhören, meine Luna zu Tode zu hetzen“, bat Vanessa, ohne zu lächeln.

„Wenn du meinst.“

Henri pfiff durch die Zähne.

Der schwarze Riesenhund mit dem komischen Namen Rocky hielt mitten in einem Sprung inne, drehte sich um seine eigene Achse und raste im Eilzug-Tempo auf Henri zu. Gerade als Vanessa sicher war, dass der Hund seinen Herrn einfach plattdrücken würde, bremste Rocky so scharf ab, dass der Kies unter der Bank nach allen Seiten stob. Dann saß er still und sah Henri erwartungsvoll an.

„Braver Hund!“, lobte Henri das Ungetüm und tätschelte es.

„Wie hast du das nur fertiggebracht?“, fragte Vanessa beeindruckt. „Ich versuche seit sechs Wochen, meinen Hund zu erziehen, aber der versteht immer nur Bahnhof. Er pinkelt ins Haus und knabberte unsere Teppiche an. Kannst du mir sagen, was man tun muss, um einem Hund das abzugewöhnen?“

Wenn Henri lächelte, sah er wie ein großer Lausejunge aus, fand Vanessa. Es gefiel ihr, wie er lächelte: Seine dunklen Augen blitzten dann übermütig, und er sah richtig lustig aus.

„Ich könnte dir Unterricht im Hundeerziehen geben. Wann hast du Zeit?“, fragte er grinsend.

Vanessa wusste nicht, was sie antworten sollte. Sie sah zu Sarah hinüber, die immer noch damit beschäftigt war, Niklas anzuhimmeln.

„Wollen wir nicht endlich nach Hause gehen?“, fragte sie ihre Freundin.

Sarah wirkte, als käme sie von weit her. „Nach Hause? Du meinst, zu dir?“

„Ja, natürlich, wohin denn sonst? Ich dachte, wir wollten uns einen gemütlichen Nachmittag machen“, rief Vanessa ihr gereizt in Erinnerung.

Ihr ärgerlicher Gesichtsausdruck verschwand, als sie sah, was die beiden Hunde trieben. Rocky, der große schwarze Hund und Luna, der kleine graue, umkreisten sich, jeder die Nase am Hinterteil des anderen.

„Also so was!“, lachte Vanessa. „Die schämen sich kein bisschen, seht ihr?“

Sarah und die beiden Jungs lachten ebenfalls. „Warum sollen sie sich schämen, nur weil sie ein bisschen Leckerschmecker machen?“

Henri schien sich königlich zu amüsieren.

„Leckerschmecker?“, fragte Vanessa irritiert. „Was ist denn das für ein bescheuerter Ausdruck?“

„Wieso bescheuert? Siehst du nicht, dass die beiden Hunde genau das treiben? Sie mögen sich, so viel ist klar. Ich finde, wir sollten sie öfter zusammenbringen. Wie ist es mit morgen?“

Henri sah Vanessa fragend an.

Vanessa gab den fragenden Blick an Sarah weiter, und Sarah starrte ihrerseits Niklas an.

Aber eine Antwort auf Henris Frage gab niemand.

„Ihr wollt also nicht“, stellte Henri fest. „Schade. Ich dachte, wo wir uns jetzt schon mal kennen...“

„Ich kenne hier keinen außer meiner Freundin Sarah“, behauptete Vanessa keck.

„Wir haben uns vorgestellt. Ich bin Henri, und das ist mein Freund Niklas. Wer Rocky ist, weißt du auch. Also, was soll der Blödsinn?“, fragte Henri ärgerlich.

„Ich finde schnelle Anmache doof“, hielt Vanessa ihm vor. „Und deshalb gehen Sarah und ich jetzt nach Hause.“

„Ist das wahr, Sarah?“, wandte sich Henri an Vanessas Freundin. „Gehst du nach Hause, nur weil Vanessa es will?“

„Ich wollte sowieso gerade gehen“, sagte Sarah schnell. Sie stand endlich von der Bank auf. „Ciao, Jungs.“

„Ihr habt doch nichts dagegen, wenn wir auch gehen?“, fragte nun Niklas und stand ebenfalls auf.

„Wir können euch nicht daran hindern“, schnappte Vanessa. Sie leinte Luna an, obwohl die sich dagegen wehrte, und ging energisch los.

Rocky ging mit der Nase an Lunas Hinterteil direkt hinter ihr her.

„Kannst du deinen unanständigen Hund nicht an die Leine nehmen?“, rief Vanessa Henri zu.

„Ich hab' keine Leine dabei. Rocky folgt mir aufs Wort. Wenn ich will, geht er bei Fuß“, antwortete Henri lachend.

„Dann sag ihm gefälligst, dass er das tun soll!“, forderte Vanessa ihn auf.

Henri tat ihr den Gefallen. „Rocky, bei Fuß!“, rief er. Der gehorchte tatsächlich und ging brav neben Henris linkem Bein.

Und was tat die unmögliche Luna, die Vanessa als Baby aus dem Tierheim geholt hatte, um ihr ein schönes Zuhause zu geben? Undankbar, wie sie war, drehte sie sich um und versuchte sich von der Leine loszureißen, um näher bei ihrem großen Freund zu sein.

„Dein Hund hat Geschmack, das muss man ihm lassen“, stichelte Henri.

Vanessa ärgerte sich schon wieder. Zumindest gab sie es vor.

„Zieht bloß Leine!“, rief sie den Jungs zu. „Und nehmt das Ungetüm mit, von dem ihr behauptet, es sei ein Hund.“

Henri machte noch einen letzten Annäherungsversuch.

„Warum bist du denn so grob, Vanessa? Mit Sarah haben wir uns prima verstanden.“

Jetzt wurde es Vanessa zu bunt. Sie drehte sich nicht mehr nach den Typen um, sondern zerrte Luna in den Vorgarten vor ihrem Haus. Und weil Sarah hinter ihr her trödelte und sich alle paar Meter nach den Jungs umsah, giftete sie: „Du kannst gern mit den beiden spazieren gehen, Sarah! Ich würde es allerdings an deiner Stelle nicht tun. Das sind nämlich echte Aufreißer, merkst du das nicht?“

„Nein. Ich glaube es auch nicht. Ich würde sie eigentlich gern näher kennenlernen“, antwortete Sarah lässig.

„Aber ich nicht!“, behauptete Vanessa und zog ihren Hund ins Haus.

2

„Das sind echt süße Mädels“, stellte Niklas fest.

Er war mit Henri auf dem Nachhauseweg vom Ausflug mit Rocky in den Park.

„Ja, finde ich auch“, stimmte Henri sofort zu. „Dass wir die beiden noch nie gesehen haben, oder? Sie wohnen doch in der Nähe.“

„Ich glaube, nur die Freche wohnt hier“, sagte Niklas nachdenklich. „Hast du gehört, dass sie zu Sarah gesagt hat, sie wollten sich einen gemütlichen Nachmittag bei ihr zu Hause machen?“

„Doch ja, ich glaube, du hast Recht“, meinte Henri. „Aber frech finde ich Vanessa nicht. Sie ist bloß schlagfertig, und das finde ich gut. Wir haben die beiden Mädels ja auch ziemlich plump angemacht, oder?“

„Wir? Wieso wir? Du hast doch keine Ruhe gegeben. Ich war still“, bemerkte Niklas grinsend.

„Du überlässt ja immer alles mir“, konterte Henri. „Wenn es nach dir ginge, hätten wir noch nicht ein einziges Mädchen näher kennengelernt, die aus unserer Klasse ausgenommen. Aber da sind wir uns ja einig: lauter Zicken. Hochnäsiges Volk. Nee, ehrlich, die beiden von eben sind mir lieber. Richtig süße Mädchen waren das.“

„Krieg dich wieder ein“, meinte Niklas bedächtig.

„Hast du Vanessas tolle Figur nicht gesehen? Und Sarah ist auch nicht ohne, oder?“

„Nee, ist sie nicht. Sie sind beide nicht ohne. Ich glaube, man könnte eine Menge mit ihnen anfangen, wenn sie wollten“, stimmte Niklas zu und stellte sich die nackten Brüste von Sarah vor. Nur zu gerne hätte er an der Oberweite des Mädchens gespielt um anschließend an den Nippel zu saugen. Er musste seine Hose zurechtrücken, um die beginnende Erektion zu verbergen.

„Wir müssen versuchen, die beiden Wiederzusehen. Wir wissen ja jetzt, wo Vanessa wohnt. Also dürfte es nicht schwer sein, ganz zufällig mal an ihrem Haus vorbeizugehen. Den Rest kann Rocky besorgen“, überlegte Henri laut.

„Keine schlechte Idee.“ Niklas grinste. „In manchen Lebenslagen ist ein Hund ein echter Freund und Helfer. Glaubst du, Rocky packt das?“

„Und ob! Er hat an dem kleinen Köter von Vanessa einen Narren gefressen, das hast du ja gesehen. Wenn er auch nur eine Nase voll von Lunas Duft nimmt, rast er los um sie zu finden. Wetten?“

„Ich glaub' dir auch ohne Wette. Ich weiß ja, dass dein Hund total verrückt ist“, wehrte Niklas schnell ab. Er wettete nicht gern mit Henri, weil der jede Wette gewann.

Sie gingen weiter, und Henri meinte: „Also, pass auf, Niklas, wir machen das so...“

Er entwickelte einen regelrechten Schlachtplan, der es ihnen ermöglichen sollte, den beiden Mädchen ganz zufällig über den Weg zu laufen, am besten schon am nächsten Tag.

Niklas hörte zu und wiegte bedächtig den Kopf.

„Das könnte hinhauen“, murmelte er nachdenklich. „Aber selbst wenn die Mädels bereits sind, mit uns zu reden... was machen wir dann?“

„Das verstehe ich nicht“, wunderte sich Henri. „Seit wann muss ich dir sagen, was man mit süßen Mädchen anstellt?“

„Das meine ich doch nicht, du Trottel!“, empörte sich Niklas. „Ich meine nur, wir sollten klarstellen, wer wen anpeilt. Ich meine, besser, wir vermeiden von Anfang an Ärger und so was.“

„Verstehe.“ Henri nickte beeindruckt. „Gut, dass du daran denkst. Ich hätte das glatt vergessen.“

„Das ist mir klar. Wie immer denke ich für dich mit.“

Niklas verbuchte einen Triumph für sich. Er war bedächtiger als Henri, aber Henri hatte die besseren Ideen. Vielleicht verstanden sie sich gerade deshalb so gut, weil sie so verschieden waren.

„Also, welche gefällt dir besser?“, wollte Niklas unumwunden wissen.

Henri überlegte. „Du, ehrlich, ich weiß es nicht“, gestand er nach einer Weile. „Sarah ist echt süß mit ihren braunen Augen und den dunklen Locken. Aber Vanessa gefällt mir auch. Sie hat eine Spitzenfigur und irgendwie so was in den Augen... verdammt, wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich alt aussehen. Ich kann dir echt nicht antworten, Niklas. Ich weiß nicht, welche von den beiden mir besser gefällt.“

„Das ist ja witzig“, fand Niklas. „Weil es mir nämlich genauso geht. Ich kann auch nicht sagen, welche mir besser gefällt. Sie gefallen mir nämlich beide.“

„Da haben wir den Salat!“, knurrte Henri. „Dann lassen wir unseren Plan wohl am besten sausen.“

„Oder wir ziehen Lose“, sagte Niklas trocken.

„Hä? Was? Lose ziehen? Du meinst, wir sollen das Los entscheiden lassen, wer mit wem?“

Henri war einigermaßen perplex, und das war ihm anzusehen.

„Du willst doch immer wetten und spielen und so was“, hielt Niklas ihm vor.

„Ja, schon, aber ich hab' noch nie um Mädchen gespielt“, erwiderte Henri ärgerlich.

Niklas, der nicht umsonst gut in Mathematik war, antwortete logisch: „Einmal ist immer das erste Mal, Henri. Irgendwie müssen wir uns absprechen, wenn wir keinen Ärger bekommen wollen.“

„Ich weiß nicht so recht, aber wenn du meinst. Warum eigentlich nicht?“ Henri schien noch nicht ganz überzeugt zu sein. Nachdem er eine Weile gegrübelt hatte, fragte er nachdenklich: „Und wenn wir die Falsche ziehen?“

„Dann haben wir Pech gehabt!“, lachte Niklas.

„Und wenn die Mädchen uns abblitzen lassen?“

„Dann haben wir noch größeres Pech gehabt“, meinte Niklas lässig. „Also. was ist jetzt? Versuchen wir es?“

Henri dachte nach. Als er damit fertig war, meinte er grinsend: „Ich werde Rocky fragen. Wenn Rocky will, werden wir den struppigen Hund und die beiden Mädels wiedersehen. Und wenn Rocky nicht will, lassen wir es bleiben.“

Niklas protestierte. „Hör mal, ich hab' ja nichts gegen deinen Hund - aber meine Liebesgeschichten möchte ich ihm nun doch nicht überlassen.“

Henri lachte laut. „Ohne meinen Hund bist du aufgeschmissen“, erklärte er seinem Freund. „Ohne Rocky werden wir die beiden Süßen nie wiedersehen!“

„Aber warum denn nicht? Wir brauchen uns doch nur vor Vanessas Haus zu stellen und zu warten, bis sie rauskommt“, widersprach Niklas.

Henri kicherte. „Raus kommt sie bestimmt mal, aber sie wird uns nicht einmal anschauen. Du hast doch gemerkt, dass sie nicht auf unsere Anmache abfährt. Nee du, sei mal froh, dass wir den Hund haben. Ich glaube, Vanessa ist eine Hundenärrin. Hast du nicht gesehen, wie verliebt sie Rocky angeschaut hat?“

„Ich dachte eher, sie schaut dich verliebt an“, grinste Niklas.

„Quatsch! Das hätte ich gemerkt.“

Damit war das Thema für Henri erst einmal erledigt.

Sie gingen weiter bis zu dem großen Wohnblock an der Ecke der Straße, in denen ihre Eltern Eigentumswohnungen gekauft hatten. Henri und Niklas wohnten erst seit einem halben Jahr in Starnberg. Deshalb hatten sie Vanessa auch noch nie gesehen, die hier aufgewachsen war, und auch Sarah nicht, die mehr bei Sarah als bei sich zu Hause war.

Aber jetzt, wo sie sie kannten, hatten sie große Lust, die beiden wiederzusehen. Denn Henri und Niklas waren überzeugt davon, dass die Mädchen aus ihrer Klasse im Gymnasium alle miteinander Zimtzicken waren, die sich für etwas Besseres hielten. Wie so viele andere Menschen in Starnberg auch.

Vanessa und Sarah hatten dagegen etwas herrlich Erfrischendes und Fröhliches an sich gehabt. Sie wirkten, als seien sie liebenswert und unkompliziert und als hätten sie Spaß an allem, was Henri und Niklas auch Spaß machte.

„Du machst das schon, nicht wahr, Rocky?“, fragte Henri seinen Hund, der brav neben ihm her trottete.

Rocky sah zu ihm auf. Niklas hätte schwören können, dass der Hund grinsend nickte.

„Du hättest die Typen echt nicht so abblitzen lassen müssen, Vanessa“, warf Sarah ihrer Freundin vor, als sie endlich in der Küche saßen und darauf warteten, dass das Fertiggericht im Mikrowellenherd gar wurde.

„So? Und warum nicht? Stehst du seit neuestem auf arrogante Typen wie Henri und Niklas?“, fragte Vanessa empört.

„Ich finde sie nicht arrogant“, sagte Sarah fest. „Ich finde sie sogar richtig nett, alle beide.“

„Ach ja? Und warum, wenn ich mal fragen darf? Henri bildet sich sonst was auf seinen Köter ein und macht sich lustig über meine Luna, und Niklas ist... einfach langweilig.“

„Ist er nicht!“, rief Sarah wütend. „Ich finde Niklas irre nett, und Henri auch. Und sein Hund ist viel, viel süßer als deiner, ehrlich.“

„Süß? Süß nennst du so ein Ungetüm von einem Hund? Echt, Vanessa, bei dir hat was ausgehakt. Wie kann man so ein Monster süß finden?“ Vanessa tippte sich an die Stirn.

„Ist ja egal“, lenkte Sarah ein. „Ich hätte es jedenfalls toll gefunden, wenn wir die beiden noch mal wiedergesehen hätten. Aber damit ist bestimmt Essig, blöd, wie du dich benommen hast!“

Sarahs Vorwürfe trafen Vanessa tiefer, als sie zugeben wollte. Sie hatte sich inzwischen selbst schon vorgehalten, einen Fehler gemacht zu haben. Niklas und Henri waren nämlich wirklich nicht ohne!

Jedenfalls waren sie wesentlich erwachsener als die Jungs aus ihrer Klasse, bei denen man nur kalt kichern konnte, wenn sie einen anmachten.

„Ist ja nicht gesagt, dass wir sie nicht mehr treffen“, meinte sie kleinlaut. „Man läuft sich doch immer mal über den Weg, oder?“

„Wir sind Niklas und Henri noch nie über den Weg gelaufen“, bemerkte Sarah spitz.

„Doch, sind wir. Heute nämlich“, stellte Vanessa richtig.

„Heute bin ich ihnen über den Weg gelaufen. Alles war klasse, bis du aufgetaucht bist und die Zicke rausgehängt hast. Mich würde echt mal interessieren, was du gegen die Jungs hast.“

Sarah sah Vanessa fragend an.

Vanessa sinnierte vor sich hin. Sie war froh, als das Mikrowellengerät einen Piepton von sich gab. Rasch stand sie auf und öffnete die Tür.

Sie stellte das Nudelgericht vor Sarah hin.

„Gib mir die Hälfte davon ab!“, bat sie unwirsch.

„Klar. Hast du einen Teller?“

Sarah zerteilte den Nudelauflauf mir der Gabel in zwei Hälften. Vanessa holte einen Teller und hielt ihn Sarah hin. Die Aktion gelang.

„Schmeckt nicht schlecht“, meinte Vanessa kauend.

„Ich will jetzt nicht übers Essen reden“, maulte Sarah. „Ich will wissen, was wir tun sollen, um die Jungs wiederzusehen. Nun sag schon, Vanessa. Schließlich hast du alles vermasselt, nicht wahr?“

„Möglich“, gab Vanessa schuldbewusst zu. „Aber wenn die Typen uns sehen wollen, sollen sie sich was einfallen lassen. Hast du nicht gerade heute behauptet, du würdest keinem Jungen nachlaufen?“

„Würde ich auch nicht“, bekräftigte Sarah. „Aber als ich das gesagt habe, habe ich Marcel gemeint. Der kann mich echt mal!“

Sie aßen ihre Teller leer. Danach holte Vanessa zwei Becher Joghurt aus dem Kühlschrank.

„Kirsch oder Ananas?“, fragte sie Sarah.

Sarah stutzte. Dann kicherte sie. „Weißt du, woran ich gerade gedacht habe?“

„Nee. Ich kann leider keine Gedanken lesen.“

Sarah ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Sie griff nach dem Kirschjoghurt und riss ihn auf. Dann erklärte sie lachend: „Ich hab mir gerade gedacht, dass du genauso fragen könntest: Henri oder Niklas?“

„Wie? Was?“ Vanessa machte ein dummes Gesicht.

Sarah lachte immer noch. „Wenn du mich fragen würdest, ob ich Niklas oder Henri netter fände, wüsste ich auch keine Antwort. Genauso wenig wie ich weiß, ob ich Kirsch- oder Ananas-Joghurt lieber mag. Ich mag alle beide.“

„So wie Henri und Niklas?“, fragte Vanessa.

„Genau. So wie Henri und Niklas. Ich finde, sie sind beide irgendwie toll. Henri sieht unglaublich gut aus, und Niklas ist so... lieb...“

„Woher weißt du, dass Niklas lieb ist?“, wollte Vanessa wissen.

Sie stellte die Frage nur, um sich selbst keine Blöße zu geben. Ihr ging es nämlich haargenau wie Sarah. Sie fand sowohl Niklas als auch Henri sympathisch, und wenn man sie gefragt hätte, welchen von beiden sie netter fände, hätte sie keine Antwort gewusst.

„Ich weiß nicht, woher ich es weiß. Ich fühle es irgendwie. Ist ja auch egal. Wir sehen die beiden ja doch nie wieder“, antwortete Sarah niedergeschlagen.

Sie löffelte ihren Joghurt aus.

Vanessa tat das gleiche. Sie rührte in dem leeren Becher und fragte nach einer langen Pause: „Und wenn doch? Wenn wir sie doch wiedersehen? Was dann?“

„Was meinst du?“, fragte Sarah begriffsstutzig zurück.

„Was tun wir dann? Ich meine, wo wir doch beide nett finden?“

Sarah wirkte, als habe man in ihrem Kopf eine Kerze angezündet.

„Jetzt verstehe ich, was du meinst!“, rief sie aus. „Wir finden beide Niklas und Henri nett, nicht wahr? Und wenn wir die beiden wiedersehen, wissen wir nicht, wer zu wem... Mist! Vielleicht wissen die Jungs es?“

„Du willst doch nicht die Jungs entscheiden lassen, wer mit wem geht, ich meine, falls überhaupt und so? Ehrlich, Sarah, das ist unmöglich! Das geht nicht. Das will ich nicht. Entweder wir klären das, oder wir hauen ab, wenn die Jungs um die Ecke biegen.“

„Aber wie denn klären?“, fragte Sarah hilflos.

„Also, pass auf!“ Vanessa setzte sich gerade und schlug mit dem Löffel auf den Tisch. „Du musst dir darüber klar werden, ob du Niklas oder Henri besser leiden kannst. Nur für den Fall natürlich, dass da was läuft.“

„Ja, schon. Aber warum ich? Warum nicht du?“, wollte Sarah wissen.

„Och, mir ist es eigentlich egal“, murmelte Vanessa verlegen und dachte an Henri.

„Ich glaube, mir nicht“, gab Sarah zu. „Ich glaube, ich mag Niklas doch lieber. Er ist...“

„So lieb, ich weiß!“, lachte Vanessa. „Aber ich hab' nichts dagegen. Ich hätte sowieso vorgeschlagen, dass ich es mit Henri versuche.“

Sarah atmete erleichtert auf. „Bestimmt wegen dem Hund“, vermutete sie.

„Von wegen!“, widersprach Vanessa energisch. „Nee, du, ich finde, Henri hat tolle dunkle Augen. Hast du die nicht gesehen?“

„Augen? Henri? Ich weiß nicht... vielleicht. Niklas hat blaue Augen, oder?“

„Vielleicht. Woher soll ich das wissen? Blonde Typen haben meistens blaue Augen. Niklas ist doch blond, oder?“

„Ja, das ist er“, seufzte Sarah verträumt. „Jedenfalls ist er supertoll. Versprichst du mir, dass du nett bist, wenn wir die beiden zufällig wiedersehen?“

„Hab' ich doch gerade“, brummte Vanessa. Zufällig sah sie in eine Ecke der Küche, und was sie dort entdeckte, entlockte ihr einen lauten Schrei. „Luna! Nicht schon wieder! Wenn du so weitermachst, bringe ich dich ins Tierheim zurück. Ehrenwort!“

Der kleine Hund saß mit schuldbewusstem Gesicht in der Ecke und sah seinem Bächlein nach, das zwischen seinen kurzen Beinen hervorrann.

„Vielleicht behandelst du sie falsch“, meinte Sarah, die von Tieren null Ahnung hatte. „Du schimpfst immer nur mit ihr, aber sie ist doch noch so klein. Bestimmt vermisst sie ihre Mutter. Und dann das schreckliche Tierheim!“

Vanessa sprang auf und nahm Luna auf den Arm.

„Arme kleine Luna“, flüsterte sie ihr zu und schmiegte ihr Gesicht an ihr Fell. „Wir kriegen das schon hin, verlass dich drauf. Und ich hab‘ dich auch lieb, ehrlich.“

Luna leckte ihr dankbar übers Gesicht.

„Das hat man davon, wenn man sich einen Hund zulegt“, tat Vanessa ruppig. „Ich muss das ganze Haus putzen, bevor meine Eltern nach Hause kommen.“

„Ich helfe dir dabei“, versprach Sarah. „Schließlich hat Luna uns heute Glück gebracht. Ohne sie hätten wir niemals Niklas und Henri kennengelernt, oder?“

„Wäre, wahrscheinlich besser gewesen“, knurrte Vanessa, während sie den Tisch abräumte und Wasser in einen Putzeimer laufen ließ.

„Hast du die neuen Mode Kataloge bereits bekommen?“, fragte Sarah und wollte das Thema von den Jungs weglenken.

„Ja, sicher.“

„Dann lass uns jetzt die Jungs vergessen und die Kataloge wälzen, ja?“

„Okay, gehen wir auf mein Zimmer.“

Kurz darauf lümmelten sie auf der Couch in Vanessas Zimmer und wälzten Kataloge. Zufällig schlug Vanessa im Katalog die Seite mit den Dessous auf.

„Sieh mal hier. Ich schwärme für schwarze Unterwäsche. Du auch?“, fragte Vanessa.

„Ich weiß nicht so recht. Es sieht immer etwas verworfen aus, finde ich.“

„Ach was. Ich hab viel davon. Willst du mal sehen?“

„Ja, klar. Zeig mal.“

Vanessa öffnete ihren Wäscheschrank, nahm schwarze Slips und BHs heraus. Sarah griff sich eine Kombination mit Spitze und Rüschen heraus, betrachtete die beiden Kleidungsstücke.

„Die sind aber raffiniert geschnitten“, meinte sie.

„Ja. Und auch schön eng“, entgegnete Vanessa.

„Darf ich mal probieren?“, fragte Sarah.

„Warum nicht? Es könnte dir passen.“

Vanessa verschloss die Zimmertür und Sarah streifte ihre Bluse ab. Sie öffnete den Verschluss ihres BHs und ihre festen Brüste sprangen hervor. Sie ergriff einen schwarzen Büstenhalter und legte ihn auf ihre Oberweite.

„Soll ich dir behilflich sein?“, fragte Vanessa.

„Ja, mach mir den Verschluss zu“, erwiderte Sarah.

Vanessa trat von hinten an Sarah heran, machte den Büstenhalter zu.

„Dreh dich mal um, lass dich anschauen“, sagte Vanessa.

Sarah drehte sich zu ihr herum und die prallen Brüste quollen aus dem zu engen BH hervor.

„Er ist etwas zu klein für dich, aber ich finde, die Farbe steht dir ganz gut.“

„Soll ich auch den Slip anprobieren?“

„Ja, klar.“

Sarah zog die Jeans aus, streifte als nächstes den Slip herunter. Vanessa betrachtete den nackten Unterleib der Freundin.

„Du trägst ja ein Dreieck“, rief Vanessa.

„Was?“, meinte Sarah, die nicht verstanden hatte, was die Freundin meinte.

„Na, deine Schambehaarung.“

„Ach so, ja, ich habe mir ein Dreieck rasiert. Was machst du mit deinen Schamhaaren?“

„Derzeit rasiere ich alles, bis auf einen schmalen Streifen weg.“

„Darf ich mal sehen?“, fragte Sarah neugierig.

„Was?“

„Na, deinen Streifen. Ich würde dich gerne mal komplett nackt sehen.“

„Okay, gerne, aber du ziehst dich auch aus.“

„Das bin ich doch eh schon fast“, antwortete Sarah und öffnete den Büstenhalter. Sie atmete tief ein und schien sich einen Ruck zu geben, bevor sie beide Arme an ihre Seite sinken ließ und sich nackt vor der Freundin präsentierte.

Vanessa setzte sich auf die Bettkante und betrachte neugierig die nackte Freundin. Zum ersten Mal in ihrem Leben konnte sie ausgiebig den Körper einer anderen Frau ansehen. Sie spürte erneut sexuelle Gelüste, wie schon am Morgen, als sie vor dem Frühstück im Bett masturbiert hatte.

Die Brüste waren genauso, wie erwartet. Immerhin hatte Vanessa die Freundin schon häufig im Bikini gesehen. Aber in Natura waren sie dennoch eine ganz andere Nummer. Ihre Augen streiften die runden Brüste mit den festen Nippeln. Die Vorhöfe hatten sich zusammengezogen und warfen feine, herrliche Fältchen.

Vanessas Blick folgte dem Verlauf des flachen Bauches hinab, bis die Taille in die Hüften überging. Sie waren nicht breit, aber auch nicht schmal. Sie passten einfach zum restlichen Körper. Sarah hatte schlanke, sportliche Schenkel mit fester Muskulatur.

Vanessa riskierte einen kurzen Blick auf Sarahs Füße, von denen einer nur auf den Zehen stand, wodurch das dazugehörige Bein am Knie leicht angewinkelt war. Etwas an dieser Haltung signalisierte Verlegenheit. Und die Zehen des anderen Fußes, verstärkten diesen Eindruck.

Dann konnte sie sich nicht länger zurückhalten und blickte dorthin, wo sich die Schenkel trafen. Sarahs Schamhaardreieck hatte die gleiche dunkelbraune Farbe wie ihr Kopfhaar. Sie hat eine sehr elegante Scham, fand Vanessa. Die äußeren Lippen waren dicht geschlossen und nur ganz leicht gewölbt. Aber dort, wo sie ihren Anfang nahmen, konnte sie die kleine Erhebung der Klitoris sehen.

Die gesamte Betrachtung hatte nur wenige Sekunden gedauert, aber dann erkannte sie noch ein Detail. Die empfindsame Haut der Schamlippen war feucht, kleine Tropfen perlten auf der Scham.

„Du bist ja feucht, Sarah!“, meinte Vanessa und blickte der Freundin tief in die Augen.

„Ich werde gerne betrachtet, ich mag es, wenn ich beobachtet werde. Vermutlich nennt man das Exhibitionismus“, antwortete Sarah. „Aber ich spüre auch ein erregendes Kribbeln, wenn das eine Frau macht.“

„Aber du bist doch nicht lesbisch, oder?“

„Nein, ich stehe voll auf Jungs. Aber mich reizt auch eine Frau, ich bin wohl bi-sexuell veranlagt. Findest du das schlimm?“

„Nein, natürlich nicht.“

„Findest du mich hübsch?“

„Du bist wunderschön, Sarah.“

„Warum hatten wir dann noch nie Sex zusammen?“

„Mir kam noch nie die Idee mit einer Frau zu schlafen. Aber ich werde darüber nachdenken“, antwortete Vanessa.

„Ich würde es sehr gerne mit dir ausprobieren“, flüsterte Sarah.

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