Kitabı oku: «himmlisch heiße Lustbarkeiten»
Lilly An Parker, Lilly Grünberg, Emilia Jones, Jennifer Schreiner, Katinka Uhlenbrock, Carry Fox, Kelly Stevens
Himmlisch heiße Lustbarkeiten
erotische Rezepte und Geschichten

www.Elysion-Books.com
ELYSION-BOOKS
Print; 1. Auflage: April 2019
eBook; 1. Auflage: April 2019
VOLLSTÄNDIGE AUSGABE
ORIGINALAUSGABE
© 2018 BY ELYSION BOOKS GMBH, LEIPZIG
ALL RIGHTS RESERVED
UMSCHLAGGESTALTUNG: Ulrike Kleinert
www.dreamaddiction.de FOTO: © Anja Roesnick/Fotolia LAYOUT &WERKSATZ: Hanspeter Ludwig www.imaginary-world.de
ISBN (vollständiges Ebook) 978-3-96000-088-4
ISBN (gedrucktes Buch) 978-3-96000-087-7
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Inhalt

Aphrodisiakum
Liebe geht durch den Magen
Club Secret Teil 1
Kusstastisch
Bonbons
Zartbittere Schokoladenbrüstchen
Vegane Schokoladenbrüstchen
Die Erdbeer-Verführung
Eine Erdbeerverführung
Mousse au Chocolat
Club Secret – Teil 2
Spielst du schon, oder planst du noch?
Tunnelspiele
Kandierter Ingwer und Ingwer-Orangensirup
Minz-Öl, Minz-Paste
Wackelpudding
Wackelpudding
Club Secret – Teil 3
Antiaphrodisierendes
Zur Venusmuschel
Rezept für Spaghetti Vongole
Scharfe Venusmuscheln
Feigen und Ziegenfrischkäse, eine perfekte Vorspeise
Lachsmouse mit Kaviar
Schokoladenpudding mit Chili
Marinierter Spargel-Erdbeersalat
Schwarzer Venere-Reis mit sinnlicher Paella
die rote Paprika-Creme
Hummer
Hummer mit schwarzen Tagliatelle und Parmesanschaum
Club Secret – Teil 4
Muckefuck, Mindfuck und Missionen
Muckefuck
Eichel-Kaffee
Löwenzahnkaffee
Weidenkaffee
Feigenkaffee
Kaffee Carajillo
Aphrodisiakum
Rezept
Lust hautnah
Rezept-Ideen für schnelles Finger-Food
Verführt mit Rosen
Rosen-Risotto
Rosen-Sorbet
Aphrodisiakum

Ein Aphrodisiakum ist ein Mittel zur Belebung oder zur Steigerung der Libido. Es wirkt anregend auf das sexuelle Verlangen, die Lust und manchmal sogar direkt auf die Geschlechtsorgane.
Der Name ist von »Aphrodite« abgeleitet, der griechischen Göttin der Liebe, und bedeutet »Liebesgenuss«. Zu Aphrodites Ehren wurde schon damals das Fest »Aphrodisia« gefeiert – und in diesem Rahmen angeblich anregende Speisen und Getränke serviert.
Bereits in der Antike waren der Göttin Aphrodite viele würzige Kräuter oder Pflanzen mit erotisierender Wirkung geweiht. Dazu zählen zum Beispiel der Safran oder die Alraune (die ja teilweise wie ein Mensch aussieht und der man ohnehin magische Fähigkeiten nachsagt). Auch in Rom oder in Ägypten waren erotisierende Pflanzen bekannt und wurden den dortigen Göttinnen der Liebe (Venus/Hathor) zugeschrieben.
Im Mittelalter galten etliche »Zauberpflanzen« als Aphrodisiakum. Teilweise zu Recht, wie die Muskatnuss, teilweise nur dem Namen nach, wie der »Liebstöckl«. Selbst die Tomate erhielt den Beinamen »Liebesapfel« und wurde als Lustförderer in Betracht gezogen. (Zu Unrecht. Schmeckt gut, macht aber höchstens Lust nach mehr Essen.)
Auch heute noch gelten im Volksglauben oder in zahlreichen Pseudowissenschaften Pflanzen, Tiere, Drogen usw. als Aphrodisiakum. Oder Gewürze, Nahrungen, Parfüme, Schmuckstücke. So gilt in einigen Ländern das Horn eines Nashorns als Lustspender, in anderen wird der Spanischen Fliege nachgejagt.
Für eine luststeigernde Wirkung gibt es selten einen Beleg.
Ausnahmen bestätigen die Regel:
1. Drogen, die erotisierender Nebenwirkungen haben können (Alkohol, Canabis, Kokain, Poppers usw.)
2. aphrodisierende Drogen: sind im Grunde nichts anderes als verschiedene Hormone (z.B. Pheromone, Testosteron, Serotonin, Dopamin …), die uns und unser sexuelles Verhalten auf verschiedene Weise beeinflussen. Einen einzigen Stoff, der alle erotischen »Probleme« lösen kann und bei jedem gleich wirkt, gibt es (leider) noch nicht.
3. Nahrungsmittel: Viele Nahrungsmittel sind mit der menschlichen Sexualität verbunden. Sie werden wegen ihres Geruchs, Geschmacks, ihrer Wirkung oder ihres Aussehens als Aphrodisiakum benutzt. Dazu zählen zum Beispiel Schlagsahne (Ablecken vom Körper), Schokolade, Austern oder Spargel. Aber auch kandierte Früchte werden gerne ins Feld geführt; und auch Ginseng oder Safran verbessern die Sexualfunktionen.
Auch die traditionelle indische Heilkunst (Ayurveda) kennt Liebesmittel und -gerichte, die aphrodisierend wirken sollen. Hier werden oft Feigen, Sumach, Pistazien, Süßwurz oder Sesam angeführt.
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Liebe geht durch den Magen

Viele Lebensmittel, Produkte oder Düfte stehen im Ruf, die Leidenschaft zu steigern. Bei einigen von ihnen ist es der Hauch von Luxus, das Ungewöhnliche, das sie zu etwas Besonderem macht – und die die Lust auf mehr wecken. Bei anderen sind es allerdings wissenschaftlich belegte Fakten zu den Inhaltsstoffen.
Champagner, Hummer und Kaviar zählen sicherlich zu den ungewöhnlicheren Dingen, denen, die man seltener isst und die für Exklusivität und Sinnlichkeit stehen. Immerhin kann man beim Champagner arguementieren, dass die prickelnde Kohlensäure die Nerven im Mundraum und die der Zunge anregt. Zudem wirkt Alkohol enthemmend. Beides in Kombination macht Lust auf mehr.
Dahingegen kommt eine Banane beinahe schon plump und gewöhnlich daher. Zu phallusartig ist die Form und zu sehr hat die Werbeindustrie damit lange Jahre gespielt. Völlig zu Unrecht, denn die Banane ist wirklich ein aphrodisierendes Gewächs, denn sie ist reicht an Serotonin, einem Hormon, das Glück bewirkt und unsere Laune effektiv verbessert.
Auch beim Spargel ist man kein Schuft, wenn man »Böses« denkt. Und auch bei ihm liegt es nicht ausschließlich an der phallusartigen Form, sondern an dem hohen Gehalt an Vitamin E, das zu einer Steigerung der Libido führen kann. Zudem hat Spargel eine entwässernde Wirkung und steigert den Blasendruck. Der positive Effekt: Die Nerven im Genitalbereich werden sensibilisiert.
Als negativer Effekt sei – hauptsächlich für die Damen – erwähnt, dass Spargel das Sperma bitter macht. Etwas, was der Erdbeere nicht passieren kann. Sie sind süß und enthalten viel Zink, das für die Produktion von Testosteron nötig ist. Die Kombination von Champagner und Erdbeeren oder Erdbeeren in flüssiger Schokolade (oder Sprühsahne) ruft förmlich nach sinnlichen Stunden.
Ähnlich sieht es bei der Feige aus. Bringt man diese zu einer Verabredung als (Gast)geschenk mit, verrät man seine Hoffnung auf eine Liebesnacht. Feigen enthalten nämlich viel Eisen und Kalzium und genug Energie für eine durchgeliebte Nacht. Sie waren schon im Orient und später in Rom und Griechenland ein Symbol der Fruchtbarkeit. Auch heute noch steht die Feige häufig metaphorisch für das weibliche Geschlechtsorgan und Adam und Eva verhüllten sich, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis (Granatapfel) gegessen hatten und ihrer Nacktheit gewahr wurden, mit Feigenblättern. So wurden auch in der Kunst häufig Feigenblätter benutzt, um die Genitalien von Skulpturen zu bedecken. (z.B. »David« von Michelangelo)
Durch dieselbe Geschichte zählt auch der Granatapfel zu den »sinnlichen Früchten« und auch Goji-Beeren, Kaffee, Schokolade, Vanille, Zimt, Eier, Kardamon, Muskat und Safran gelten zu Recht als Scharfmacher.
Aber richtig scharf wird es natürlich bei Knoblauch, Rettich, Ingwer oder der Chili – und ich rede hier nicht von der Verwendung bei SM-Tunnelspielen.
Denn sie sind auch ansonsten anregend und ihre Schärfe fördert die Durchblutung. Uns wird heiß, die Haut sensibler. Durch die Kombination aus Endorphin-Bildung (Glücksgefühle!) und Sensiblisierung, regieren wir empfindlicher auf Berührungen. Bei der Chili kommt noch hinzu, dass der enthaltene Stoff Capsaicin die Schleimhäute reizt und ebenfalls deren Durchblutung fördert – auch im Genitalbereich.
Eher ein unbekannter Außenseiter unter den aphrodisierenden Lebensmitteln ist das Sellerie. Und das, obwohl es doch schon lange den Ruf eines Lustbringers aufweist, heißt es doch auch »Geilwurz« oder »Stehwurz«. Völlig zu Recht, denn es enthält Adrostenol. Ein Pheromon, das auch in Männerschweiß vorkommt und direkt auf das weibliche Hirn wirkt … äh … Frauen anregt.
Ihr seht also, liebe Leser, mit geeigneten Lebensmitteln oder schönen Speisen kann man hervorragend eine tolle Liebesnacht einleiten. Allein die Vorbereitung, das eventuell stattfindende Zusammen-Kochen ist sinnlich. Genau wie das Speisen und die zahlreichen Möglichkeiten des gemeinsamen Genießens. Man sagt schließlich nicht umsonst, Liebe geht durch den Magen.
Und um euch ein wenig mehr in Stimmung zu bringen, haben wir einige Geschichten zusammengestellt, die man nicht nur gut als Inspiration nutzen kann, sondern auch als Einstieg in einen lustvollen Abend – zum Vorlesen, mitkochen und mitlieben.
Club Secret Teil 1

Kusstastisch
Jennifer Schreiner

Meine Gefühle waren echt und ursprünglich. Ich hatte nicht einmal ganze fünf Minuten gebraucht, um das Hotel zu hassen, die Anlage, das angebotene, angeblich aphoridisierende Bonbon und den Animateur. Ganz besonders meinen persönlichen Animateur. Einen Typen, der so intensiv nach verführerischer Caramelschokolade roch, dass man ihn am liebsten sofort aufknuspern wollte – oder vernaschen.
Aber jetzt einmal ehrlich und unter uns: Wenn das hier ein superduperintensiver Erotikurlaub werden sollte, wieso hatte ich dann nach all den Fragebögen, Tests und Gesprächen ausgerechnet Mister Superschnösel als Dauerspielpartner bekommen? Partner … da konnte ich ja nur lachen!
Im besten Falle konnte der gut riechende Lackaffe als Spielzeug herhalten. Aber auch nur dann, wenn er anständig um Gnade betteln konnte. Etwas, was ich mir kaum vorzustellen wagte. Sollte er aber besser. Zumindest, wenn er mich noch einmal »Skar« nannte. Dann würde ich das mit dem Betteln ausprobieren. Schließlich benutzte selbst meine kleine, rotzfreche Schwester diesen schrecklichsten aller möglichen Spitznamen nur, wenn sie wütend auf mich war. Schließlich war mein echter Name, Skarina, schon schlimm genug.
Ich seufzte tief und versuchte zu ignorieren, wie sehr mich die Sonne lockte und der Strand rief und wie sehr ich es hasste, in einer förmlichen Rezeption festzuhängen, weil irgendetwas mit den Buchungen nicht so stimmte, wie geplant. Mein Blick glitt zu Mister Superschnösel, der sich zu voller Größe – imposant – ein gutes Stück vor mir aufgebaut hatte und förmlich über der Empfangsdame aufragte. Immerhin … um meine Termine und mein leibliches Wohlbefinden kämpfte mein sogenannter Partner wie ein Löwe und schien jedes Detail, jeden Wunsch meiner zahlreichen Listen und Ideen verinnerlicht zu haben. Gott sei Dank, denn Urlaub statt Kampf hatte ich wirklich nötig!
Wenn ich nur daran dachte – oder daran, dass ausgerechnet jetzt, wo ich endlich einmal die Möglichkeit hatte, mich zu entspannen, etwas nicht stimmte – wurde ich wütend: Seit Monaten musste ich ja förmlich um meine eigenen Eltern einen Bogen machen – und um den Typen, mit dem sie mich verkuppeln wollten. Essenseinladungen, Familiennachmittage, spontane Treffen mit Freunden … Alles schien zu einer mehr oder weniger vorsichtigen Herzblatt-Show mutiert zu sein. Und das nur, weil Mama und Papa der Meinung waren, eine Heirat wäre ausgerechnet jetzt eine tolle Idee. Also eine Heirat mit dem Kerl, den sie mir ausgesucht hatten.
Dabei passten wir wirklich nicht zusammen. Und nur weil seine Familie und meine Familie Firmen hatten, die ganz zufällig nun zusammengeschlossen wurden … Wir lebten doch nicht im Mittelalter. Für so etwas gab es Anwälte und Verträge!
Ich verdrehte die Augen, weil es jeder außer mir wildromantisch fand. Sogar meine Freunde, die ihn als sexy klassifizierten – und mich als notorischen Dauer-Single natürlich auch gerne verkuppelt sehen wollten.
Inzwischen war ich vor lauter Blind-Date-Versuchen und Familienzusammenführungsevents schon so paranoid, dass ich nur meiner Schwester von diesem Urlaub erzählt hatte und in jeder zweiten Nacht von Wellness träumte. Von einer Tiefen-Entspannung, für die Mister Superschnösel immer noch verbal mit der Tussi von der Rezeption kämpfte und sich in der Diskussion wirklich tapfer schlug. Gott sei Dank eigentlich. Besser er als ich, obwohl ich sonst nicht der Typ Mensch war, jemand anderem das Reden zu überlassen.
Vielleicht … wenn er einfach machte, was ich verlangte und ansonsten einfach nur anwesend war …? Meine Gedanken schweiften ab und ich musste mich schwer beherrschen, um nicht zu sabbern, weil er wirklich gut roch – und gut aussah. Ein wenig verwegen, mit seinen dunklen Haaren, die zerwuschelt waren, als hätte er gerade aufregende Stunden im Bett verbracht. Augen, die fast zu dunkel waren, um echt zu sein und einem Gesicht, das man so leicht nicht mehr vergaß. Markant, aber ohne den Dreitagebart wohl aufgrund seines Alters noch zu soft. Obwohl er voll angezogen war, mit Jeans und weißem T-Shirt, war ich mir sicher, dass auch sein Körper einem jungen Adonis zur Ehre reichen konnte. Einzig seine Nase besaß einen kleinen Makel und milderte den Eindruck der Perfektion ein wenig: Sie war an der Spitze ein wenig schief, so als wäre sie einmal gebrochen gewesen und …
Das Objekt meiner Betrachtung schien meine Aufmerksamkeit zu spüren, oder das Wortgefecht zu seiner Zufriedenheit beendet zu haben, denn er blickte auf und mich direkt an. In seinen Augen war keine Spur von Verlegenheit zu sehen, keine Verunsicherung, weil ich ihn so lange beobachtet hatte. Es war eher Überheblichkeit, die dort zu lesen war. Vielleicht auch ein Hauch Spott.
Er wusste definitiv, dass er attraktiv war. Deutlich attraktiver als jeder Typ, den ich mir freiwillig ausgesucht hätte. Solche Männer verunsicherten mich und machten mir Angst. Niemand sollte so selbstsicher sein dürfen, dass er die Welt allein durch einen Blick wissen lassen konnte, wie glücklich sie sich zu schätzen hatte, weil er anwesend war.
Trotzdem verfehlte es seine Wirkung auf mich nicht, so dass ich von ihm fortsah und meine Aufmerksamkeit auf die Rezeptionistin richtete, die brav meine Wunschtermine in den Kalender eintrug. Alle.
Jetzt war ich doch ein kleines bisschen beeindruckt!
»Wenn du mich noch umtauschen willst – jetzt ist der perfekte Zeitpunkt«, wisperte mein Begleiter in spe leise. Er war nicht nur zu mir geschlendert, ohne dass ich sein Näherkommen bemerkt hatte, er war mir auch gleich förmlich auf die Pelle gerückt. Seine Nähe jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken und die kleinen Härchen auf meinem Nacken stellten sich auf.
Ich fühlte mich gleichzeitig eingekreist – obwohl er still neben mir stand – als auch verunsichert. Einfach durch seine Anwesenheit und den Blick, den er mir schenkte. So als lese er mich wie ein Buch.
Beide Emotionen gefielen mir nicht – und auch nicht die Absicht, die hinter dem Auftreten meines Begleiters steckte. Deswegen lehnte ich mich absichtlich in seine Richtung – und kam ihm gleich noch ein wenig näher. Dabei drehte ich auch mein Gesicht mehr in seine Richtung. So nah kam ich mit meinem Mund gewöhnlich nur Typen, die ich auch küssen wollte.
»Wieso sollte ich … meinen persönlichen … Bespaßer tauschen wollen?«, fragte ich und staunte über meine Stimme. Ich klang aggressiver als beabsichtigt.
»Ben«, korrigierte er mich. »Mein Name ist Ben.« Er zwinkerte mir zu und kam dann wieder auf sein ursprüngliches Anliegen zurück. »Weil ich dich verunsichere?!« Trotz der Überheblichkeit in seiner Stimme schweifte sein Blick von meinen Augen zu meinem Mund und ließ ihn allein dadurch trocken werden. Es war dieser Blick – vor allem die überraschende Gier in ihm – die mich leicht den Kopf schütteln ließ. Ich war schon lange nicht mehr so angesehen worden. Zumindest nicht so … offensichtlich und so … ursprünglich.
Noch mehr als sein Blick wunderte mich allerdings, dass es ihm nichts auszumachen schien. Beinahe schien es sogar so, als lege er es darauf an, mich wissen zu lassen, wie heiß er mich fand. Alles an mir. Denn langsam wanderte sein Blick wieder hoch und musterte mein Gesicht, als suche er etwas. Eine Einladung vielleicht oder auch nur eine Bestätigung. Aber auch die Gier in seinen Augen war noch da. Unverholen und rau. Sie genügte, um meinen Körper reagieren zu lassen – meine Libido kribbelte förmlich und ich konnte spüren, wie ich feucht wurde.
»Die ganze Situation ist … verwirrend«, versuchte ich es mit einer Halbwahrheit. Denn plötzlich war ich mir gar nicht mehr sicher, ob ich Mister Mister nicht Unrecht getan und falsch eingeschätzt hatte. Wenn ich feucht wurde, konnte er – Ben – ja nicht alles falsch gemacht haben, oder?
»Wenn du willst, kann ich auch den großen, starken Beschützer rauskehren«, schlug er entgegen meiner schriftlich vor dem Urlaub fixierten Wünsche vor. Dabei umspielte ein freches Lächeln seine Lippen und ließ ihn nur wenig seiner überheblichen Art einbüßen. Doch entgegen seiner überheblichen Frechheit legte er seinen Arm um mich. Eine besitzergreifende Geste, die mich sofort und mehr instinktiv denn willentlich einen Schritt zur Seite treten ließ. Aus seiner Reichweite.
»Sicher, dass es nicht an mir liegt?« Er musterte mich prüfend und mit hochgezogener Braue. Nicht länger überheblich, sondern nachdenklich. So als durchschaue er mich ziemlich genau. Mich und meine Aversion gegenüber zu gut aussehenden Kerlen. Kerlen, die zu gut ausschauten, um wahr zu sein, ehrlich.
Als ich nicht reagierte, warf er einen hilfesuchenden Blick in Richtung Rezeption, blieb aber unterwegs an einer neuankommenden Person hängen. Sie war groß, blond und schlank. Ihre Haare waren glatt und gingen bis zu ihren Brüsten, die hübsch verpackt waren und zum Anbeißen aussahen. Eine sehr ansprechende Frau.
»Sicher, dass du nicht tauschen willst?«, erkundigte ich mich und gab mir keine Mühe, den bissigen Tonfall in meiner Stimme zu unterdrücken. Das war ja klar gewesen. Bei so einem gut ausschauenden Kerl. Ich hatte ihn durchschaut … nicht umgekehrt.
Mein Animateur drehte sich lachend zu mir. Ein schönes Geräusch, das trotz meiner Gedanken durch meine emotionale Abwehr schlüpfte und meine Libido zum Klingen brachte.
»Sogar ganz sicher!«, behauptete er und sein Blick war genauso besitzergreifend, wie es seine Umarmung zuvor gewesen war. Ein Fakt, der mir wider jeder Logik schmeichelte.
Wie um seine Behauptung zu unterstreichen, trat der Dunkelhaarige näher und drehte mich so zu der Blondine, dass ich sie mustern musste. Er schob sich hinter mich, um mich genau in dieser Position zu halten und raunte: »Wieso sollte ich ein Plagiat nehmen, wenn ich das Orginal haben kann?«
Sein Mund war so nahe an meinem Ohr, ich konnte die Worte über meine Haut streichen fühlen, erregte mich. Fast so sehr, wie es der verlockende Geruch tat, der von ihm ausging. Und sein Körper … Sein Körper hatte meine volle Aufmerksamkeit. Genau deswegen mochte ich so unglaublich attraktive Männer nicht. Weil ich nicht wusste, wie ich mich gegen sie wehren sollte. Weil sie mich durcheinander brachten.
Trotzdem schaffte ich es zu fragen: »Plagiat?«
Dieses Mal hatte ich nicht den Mut, mein Gesicht in seine Richtung zu drehen, um ihn anzusehen. Und das war auch ganz gut so, denn Sekunden nach meiner Frage schlossen sich seine Arme um mich und zogen mich ein Stück näher zu ihm heran. Bis sich mein Rücken an seiner Front schmiegte, an die Wärme und das, was ich instinktiv und gegen besseres Wissen als »Schutz« interpretierte. Es fühlte sich gut an. Er fühlte sich gut an.
»Sie sieht aus wie du«, erklärte er leise an meinem rechten Ohr.
Unwillkürlich sah ich wieder zu der blonden Frau an der Rezeption. Sie war sehr hübsch. So hübsch, dass ich widersprechen wollte, aber mein Animateur kam mir zuvor, indem er meinte: »Nur nicht ganz so gut.«
Er hauchte einen Kuss auf die rechte Seite meines Halses und fügte ein »sexy« hinzu. Nur um den Kuss zu wiederholen und ein »aufregend« nachzuschießen. Beim dritten Kuss – dem vor dem »verführerisch« - streiften sein Mund kurz meinen und hinterließ einen Hauch Caramelgeschmack auf meinen Lippen.
»Das musst du ja sagen«, behauptete ich mit weniger Nachdruck als angebracht. Generell war schönen Männern nicht zu trauen – und diesem hier erst Recht nicht.
»Muss ich?«, fragte er. Seine Stimme klang rauer als zuvor. Anscheinend hatte der Körperkontakt und die sich anbahnende Intimität auch ihn nicht kalt gelassen.
Oder er war wirklich ein begnadeter Schauspieler. Eigentlich genau das, was ich für die horrenden Kosten des Urlaubs auch erwartete. Trotzdem wünschte ich mir plötzlich etwas anderes. Etwas Echtes, Reales. Etwas, was vollkommen bescheuert war.
Nicht nur in diesem Urlaub, in dem ich einen Traummann dafür bezahlte, einen Traum zu leben. Auch generell. Gerade generell.
Und dann erst Recht, wenn man bedachte, dass wir uns erst seit einer halben Stunde kannten.
»Außerdem dachte ich, küssen sei nicht erlaubt, Ben?«, protestierte ich mehr schlecht als recht und versuchte hauptsächlich mich selbst zu überzeugen. Davon, dass küssen eine ganz besonders bescheuerte Idee war. Im Großen und Ganzen – und ganz besonders wenn es um so einen bestechlichen Schwerenöter ging, der es nur auf mein Geld abgesehen hatte.
Mein bezahlter Verführer grinste. Ich konnte es aus dem Augenwinkel sehen, bevor er meinte: »Erstens war das noch kein richtiges Küssen, zweitens bin ich mir ziemlich sicher, dass du den Unterschied merken und dich dann auch nicht beschweren wirst.« Er lachte heiser und vergrub sein Gesicht in meinen Haaren, bevor er ein wenig hitziger hinzufügte: »Höchstens wenn ich wieder aufhöre.«
Sekunden später hatte er sich von mir gelöst und war um mich herumgetreten. »Also?«, verlangte er zu wissen und musterte mich so intensiv, dass ich rot wurde. Plötzliche Hitze kribbelte von meinen Ohren bis zu den Fußspitzen hinab. Eine Reaktion, die noch zunahm, bevor er präzisierte: »Brauchst du einen Beschützer oder jemanden an dem du all deine spannenden Fantasien ausleben kannst?«
»Oder beides?«, schlug ich wagemutig vor und gab auf. Ich konnte einfach nicht widerstehen – und wieso sollte ich auch? Beim besten Willen konnte ich mich nicht mehr daran erinnern. Er war gut aussehend und sexy und verführerisch und ich wollte ihn auf jede erdenkliche Art, wollte ihn haben, ihm verfallen und verdammt noch mal, ich wollte ihn schmecken. Diesem unglaublich süßen, verlockenden Geruch auf die Spur kommen und ihn mit allen Konsequenzen vernaschen.
Mein Kuss war kurz und sanft und vollständig unschuldig. Noch kürzer, dafür nicht ganz so unschuldig, war nur der Zungenschlag, mit dem ich über seine Lippen leckte und Ben kostete.
Bonbons
1. Grundrezept
(1 Portion): 300g Zucker, 100ml Wasser
Alles in einem Topf zum Kochen bringen. Dabei nicht umrühren. Wenn die Masse langsam braun wird, auf eine Silikonmatte oder ein eingefettetes Backpapier schütten. Nun einmal zusammenfalten und erkalten lassen.
Tipp:
Wahlweise kann man Caramel, Schokolade, Honig oder Minze o.ä. hinzugeben.
2. Karamellutscher
(4 Portionen): 125g Zucker, 1/8l Sahne, 30g Margarine,
1Pck. Vanillezucker, 1TL Honig, etwas Butter
Alle Zutaten in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze etwa 25 Minuten unter Rühren kochen lassen. Die Karamellmasse in eine flache, mit Butter eingefettete Form gießen und etwas abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen in kleine Bonbon-Stücke schneiden.
3. Mandel – Karamell – Bonbons
(1 Portion): 3EL Butter, 4 EL Zucker, 2 1/2EL Sahne,
2 EL Mandelsplitter (angeröstet)
Die Butter in einem Topf bei kleiner Hitze schmelzen, den Zucker einrühren und kurz darin erwärmen. Die Sahne dazu geben und schnell (!) verrühren. Die Mandeln unterrühren.
Auf ein Backpapier oder Alufolie streichen und trocknen lassen. Nach dem Erstarren in Stückchen schneiden.
Zartbittere Schokoladenbrüstchen
Kelly Stevens

Melina tauchte den langstieligen Löffel ein letztes Mal in die flüssige Schokolade, bevor sie ihn langsam und genüsslich ableckte. Dabei schloss sie die Augen, um sich ganz auf das sinnliche Erlebnis konzentrieren zu können, dass sich ihren Lippen, ihrer Zunge, ihrem Gaumen und natürlich ihren Geschmacksknospen bot. Ein Hauch von Vanille, von Brombeer und natürlich von gutem, dunklen Kakao.
»Man könnte meinen, du bekommst Zuhause nicht genug Sex.«
Der Spruch riss sie unsanft aus ihrer Versunkenheit. »Mann, Benno, schleich dich hier nicht so an!«, fuhr sie ihren Mitarbeiter an.
Doch Benno grinste nur. Hauptberuflich war er Lebenskünstler, deshalb behauptete er immer, den Job in ihrer Patisserie nicht wirklich nötig zu haben. Auch Sex bekam er genug, wenn man seinen Erzählungen Glauben schenken durfte. Melinas Typ war er nicht; mit siebenundzwanzig war Benno nicht nur einige Jahre jünger als sie, sondern er war auch der Mode erlegen, Vollbart zu tragen. In der Schokoladenproduktion war es aus Hygienegründen Pflicht, eine Plastikhaube über den Kopf zu ziehen, damit keine Haare in die Lebensmittel fielen. Nur für Vollbärte schien es noch keine Regelung zu geben.
Auch jetzt wischte sich Benno ein paar Krümel aus dem Bart. Hatte er also wieder genascht. Melina seufzte. Ihr Geschäft lief gut, was vor allem an den herrlichen Schokoladenpralinen, zartschmelzenden Trüffeln und verführerischen kleinen Törtchen lag, die sie anboten.
Man sollte meinen, wer so viel Liebe und Aufmerksamkeit seinen Schokoladenkreationen widmete, bekäme zuhause ebenfalls mehr als genug davon. Leider war das Gegenteil der Fall, wie Benno ihr gerade wieder, wenn auch unbeabsichtigt, schmerzhaft klar gemacht hatte. Ihr Mann war im öffentlichen Dienst tätig, ein typischer Büromensch, der ihren Laden, in den sie so viel Herzblut steckte, als ‘dein kleines Hobby’ abtat und es nicht mochte, wenn sie zuhause nach Schokolade roch. Genauso wenig, wie er ihre süßen Kreationen mochte. Ein gutes Steak mit Pommes Frites, und möglichst wenig Grünzeug, damit konnte sie ihn glücklich machen. Nicht jedoch mit einem Schoko-Nuss-Törtchen oder einem Erdbeer-Rhabarber-Trüffel, und die Fernbedienung zuhause bekam deutlich mehr Streicheleinheiten ab als seine Frau.
»Da kam gerade ‘ne Anfrage rein, wegen deiner Workshops«, unterbrach Benno ihre Gedanken. »Der wollte wissen, ob du auch vegane Sachen machst.«
»Vegan?« Melina runzelte die Stirn. Als gelernte Konditorin hatte sie sich in verschiedenen Chocolaterie-Workshops weitergebildet, aber das Thema ‘vegane Ernährung’ war dabei nie zur Sprache gekommen. Ihre Ausbilder waren immer der Meinung gewesen, Butter und Sahne seien unverzichtbare Geschmacksträger. Auch sie selbst liebte ihre süßen, fetten Kalorienbomben.
»War ja nur ‘ne Frage. Ist wohl ein ziemlich bekannter Foodblogger. Aber dann sag ich besser mal ab.«
»Warte!« So eine Chance wollte Melina sich nicht entgehen lassen. Sie bot seit einigen Monaten einmal in der Woche Schokoladen-Workshops zu verschiedenen Themen an, um sich einen zusätzlichen Kundenkreis zu erschließen – sehr zum Unwillen ihres Mannes, weil diese Kurse meistens abends oder am Wochenende stattfanden. »Hat er irgendetwas Genaueres gesagt, was er möchte?«
»Er erwähnte deine Schokoladentörtchen und fragte, ob es die auch in einer veganen Variante gibt.«
Für ihre Schokoladentörtchen war Melina sogar bis über die Grenzen ihrer Kleinstadt hinaus bekannt. So schwer konnte es ja wohl nicht sein, diese köstlichen Leckereien ohne tierische Produkte zuzubereiten. »Das muss dann aber ein Extratermin werden.«
»Geht klar.« Pfeifend schob Benno ab.

Drei Wochen später, an einem Sonntagnachmittag, war es soweit. Melina hatte sich vorher ausführlich informiert, welche Zutaten sie ersetzen musste, und ihr Rezept mehrfach ausprobiert, bis sie es perfektioniert hatte.
Außer seinem Vornamen, einer Handynummer und Bennos Aussage, dass er Foodblogger war, wusste sie nichts über ihren Kunden. Das war aber nichts Ungewöhnliches. Das einzig Ungewöhnliche war, dass dies ein Einzeltermin war; normalerweise hatte sie immer Gruppenkurse mit bis zu sechs Personen. Viel Platz war in ihrer dem Verkaufsraum angeschlossenen Produktionsküche, in der die Kurse und Workshops stattfanden, nämlich nicht.
Sie warf einen letzten Blick auf ihre blitzblanke Arbeitsplatte, auf der sie schon die Zutaten bereitgestellt hatte, bevor sie leicht nervös nach vorne ging. Die einzige Möglichkeit, ihr Geschäft zu betreten, führte durch den Verkaufsraum.
Tatsächlich, vor dem Schaufenster wartete ein Mann. Noch recht jung, wie sie überrascht feststellte, vielleicht Ende zwanzig. Aber Blogger waren wahrscheinlich eher jung und technikaffin.
»François«, stellte er sich mit dem Namen vor, der auch in ihrem Terminplaner eingetragen war.
»Oh, sind Sie Franzose oder Schweizer?«, fragte Melina überrascht.
»Nicht ganz.« Er lächelte. »Belgier.«
»Die belgische Schokolade ist ja auch sehr bekannt«, redete sie drauflos, um ihre Nervosität zu überspielen. Er sah aber auch wirklich verdammt gut aus. Dunkles, leicht welliges Haar, sehr sinnliche Lippen, warme braune Augen, die sie sofort an geschmolzene Schokolade erinnerten. Sein Körper war schlank, nichts deutete auf exzessive Schlemmereien hin, wie sie es bei seinem Beruf fast erwartet hätte. Der ganze Mann war eine einzige Versuchung!
»Melina von ‘Melinas Chocoparadies’«, stellte sie sich verspätet vor. »Kommen Sie doch bitte herein.«
Er folgte ihr nach hinten. Plötzlich kam Melina ihre ohnehin kleine Produktionsküche noch kleiner vor, so eine Präsenz hatte er.
Er ist nur ein Kunde, versuchte sie sich selbst einzureden. Zwar jemand, der sehr wichtig für dein Geschäft sein könnte, aber erst einmal nur ein Kunde!
Sie versuchte, ihre hungrigen Blicke auf seinen Körper im Zaum zu halten, während sie ihm mit bemüht neutraler Stimme etwas über den Anbau von Kakaobohnen, den Fermentierungsprozess und zuletzt die Herstellung von Schokolade erzählte. »Wir verwenden nur die besten Bioprodukte und stellen alle Pralinen und Trüffel selbst her. Sie sind etwas teurer, aber sie sind wirklich eine Sünde wert.«
François nickte zu allem, was sie sagte. Dabei lag ein feines Lächeln auf seinem Gesicht.
Melina wurde zunehmend unsicherer. Dennoch beendete sie den theoretischen Teil so souverän sie konnte, bevor sie zum Praktischen überging.
»Sie sind also wegen meinen Schokotörtchen hier?«
François lächelte. »Sie wurden mir sehr empfohlen.«
Obwohl sie nicht vegan waren? Melina runzelte die Stirn. »Wenn Sie irgendwelche Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht. Ich liebe Schokolade, und wenn ich in meinem Element bin, geht meine Begeisterung manchmal mit mir durch …«
»Ich darf doch fotografieren?«, fragte François höflich und zeigte ihr eine kleine Digitalkamera.
Stimmt, er war ja Blogger. Sie hätte eher eine Profikamera erwartet. »Natürlich.«
Er lächelte schon wieder. Fast ein wenig hintergründig, dachte Melina.
»Da wir mit Lebensmitteln arbeiten, muss ich Sie leider bitten, diese Plastikhaube überzuziehen.«
Er warf einen Blick darauf. »Es sind ja nur Sie und ich hier. Das wäre jammerschade, eine so schöne Frau wie Sie damit zu verunstalten. Ich verrat’s auch nicht weiter, dass wir uns nicht an die Hygieneregeln gehalten haben.«
Kurz zögerte Melina, ob sie ihm wirklich so einfach nachgeben sollte. Dann beschloss sie, Hygienevorschriften Hygienevorschriften sein zu lassen.
»Mein Mitarbeiter hat gesagt, dass Sie Veganer sind«, plapperte sie drauflos, »deshalb habe ich mir erlaubt, das Rezept auf Ihre Bedürfnisse anzupassen. Dies hier ist das Original.«
Sie zeigte ihm eins ihrer berühmten Schokotörtchen. Es bestand aus mehreren Schichten, die kunstvoll aufeinander aufbauten. »Den Boden bildet ein dunkler Biskuitteig mit Nüssen, darauf befindet sich eine Schokoladenmousse, und die Dekoration besteht aus dunkler Schokolade. Ich würde aber gerne einen anderen Boden machen, der ohne Eier auskommt.«
François lächelte weiterhin und sah sie auffordernd an. »Das klingt gut.«
Melina atmete erleichtert aus. »Ich dachte an einen dünnen Nussboden, der nicht gebacken werden muss. Wir benötigen lediglich eine Basis, auf der das Törtchen stehen kann, damit die Creme Halt hat«, erklärte sie.
François nickte. »Verstehe.«
Sie zog ihren Mixer nach vorne. »Für kleinere Portionen ist ein haushaltsüblicher Mixer völlig ausreichend. Ich dachte, wir machen zwei Stück? Sie können Sie nachher selbstverständlich mitnehmen.«
»Wir werden sehen.« Er lächelte schon wieder so merkwürdig.
Melina schob ihm die Behälter mit Mandeln, Walnüssen und Haselnüssen sowie eine Küchenwaage zu. »Für den Boden benötigen wir insgesamt fünfzig Gramm Nüsse. Ich persönlich nehme immer etwas mehr Mandeln, weil sie neutraler schmecken als beispielsweise Haselnüsse, aber das ist Ihrem Geschmack überlassen.«
Geschickt wog François die Nüsse ab. »Lassen Sie mich raten, wir werden sie mahlen?«
»Bevor wir das machen, werden wir sie leicht rösten, bis sie duften. Das macht sie aromatischer.« Melina zeigte auf eine beschichtete Pfanne. »Ohne Zugabe von Öl, bei mittlerer Hitze. Es dauert nur ein paar Minuten.«
Während Francois die Nüsse röstete, stellte Melina die anderen Zutaten für den Boden bereit: dicke, saftige Medjool-Datteln, dunkles, leicht entöltes Kakaopulver, Agavendicksaft, Vanilleschoten und feine Meersalzkristalle.
Sie ließen die Nüsse einige Minuten abkühlen, während sie François zeigte, wie man das Mark aus der Vanilleschote kratzte. »Echte Madagaskar-Vanille in Bioqualität. Wussten Sie, dass Vanilleschoten die Früchte von Orchideen sind?«
»Ja, die Gewürzvanille stammt ursprünglich aus Mexiko«, überraschte François sie mit seinem Wissen. Er nahm eine Schote in die Hand, roch daran und betrachtete sie sehr genau, bevor er sie der Länge nach aufschlitzte und erneut daran roch, bevor er vorsichtig mit einem scharfen Messer das Mark herauskratzte. »Diese hat eine sehr gute Qualität.«
Melina, die sah, wie er die Schote aufbog, bekam plötzlich ganz andere Assoziationen und errötete. Wie es wohl wäre, wenn seine schlanken Finger nicht die dunkle Frucht der Orchidee so sinnlich öffnen würden, sondern die verbotene Frucht, die ihr Körper bot? Plötzlich sah die aufgeschlitzte Schote fast aus wie ihre rosige Spalte, die aufgeklappten Seiten wie ihre inneren Lustlippen, die sich um seine Finger schmiegten.
»Danke«, stammelte sie. Reiß dich zusammen!, befahl sie sich selbst. In ihren Workshops waren normalerweise überwiegend Frauen. Aber selbst, wenn ein Mann dabei gewesen war, hatte sie noch nie so reagiert wie heute.
»Ich denke, die Nüsse sind nun genug abgekühlt, um weiterverarbeitet werden zu können«, sagte sie. »Sie können sie jetzt im Mixer zerkleinern. Ein paar Sekunden dürften reichen, es können gerne noch ein paar Stückchen drin sein.«
François folgte ihren Anweisungen und arbeitete nach und nach zwei entkernte Datteln, einen gehäuften Teelöffel Kakaopulver, das Mark von einer Viertel Vanilleschote und eine kleine Prise feines Meersalz unter die Nussmischung.
»Durch die Datteln wird der Teig saftig, aber noch ist er eher krümelig als klebrig. Wenn wir nun etwas Agavendicksaft hinzufügen, wird er weicher und lässt sich viel besser verarbeiten.«
François gab einen Strahl des fast goldfarbenen, flüssigen Sirups in den Mixer. »Wie viel etwa?«
»Insgesamt vielleicht ein oder zwei Teelöffel voll, das kommt darauf an. Lieber anfangs ein bisschen weniger und testen, wie der Teig sich anfühlt.«
»Fühlt sich gut an«, sagte François, während er die Masse sinnlich zwischen den Fingern rollte. »Schön weich und warm.« Er kostete ein bisschen. »Himmlisch.«
Melina zwang sich, an ihren Kühlschrank zu denken. Kalt und hart. Jawohl. Das fehlte noch, dass sie hier Schnappatmung bekam!
Sie holte zwei Servierringe aus einer Schublade. »Teilen Sie den Teig in zwei Hälften«, wies sie ihn leicht atemlos an, während sie einen ovalen Teller auf die Arbeitsplatte stellte. »Sie können die Törtchen direkt auf Tellern anrichten, oder eine Platte mit Frischhaltefolie überziehen, damit man sie später besser abnehmen kann.«
Sie zeigte ihm anhand des ersten Bodens, wie man den Teig in den Servierring streichen musste, um einen dünnen, runden Boden zu erhalten, der in Form blieb. »Etwa drei Millimeter Höhe reichen schon aus. Die Schokotörtchen sind so gehaltvoll, dass der Boden nicht zu dick sein sollte.«
François stellte sich beim zweiten Boden so geschickt an, dass sie vermutete, dass er dies nicht zum ersten Mal tat. »Kochen Sie zuhause oft?«
»Oh ja, ich liebe es, zu kochen und auch zu essen«, antwortete er und warf ihr dabei ein spitzbübisches Lächeln zu. Er hatte schöne Zähne, ebenmäßig und hell. Der ganze Mann war zu schön, um wahr zu sein! Und dann konnte er auch noch Kochen! Wenn Melina dagegen an ihren eigenen Mann dachte …
Sie seufzte unwillkürlich und zwang ihre Gedanken wieder in andere Bahnen. Schließlich war sie eine verheiratete Frau!
Nachdem die beiden Böden in den Kühlschrank gestellt worden waren, um fest zu werden, holte Melina einen Block dunkler Schokolade aus ihrem Vorratsschrank und eine Packung aufschlagbare Sojasahne aus einem ihrer Kühlschränke.
»Dunkle Schokolade mit sehr hohem Kakaoanteil ist oftmals vegan, selbst wenn es nicht explizit darauf steht«, erklärte sie. »Der Hauptbestandteil ist Kakaomasse und Kakaobutter, beides Bestandteile der Kakaobohne. Dazu kommt Zucker und manchmal noch Sojalecitin. Diese Masse wird fein gewalzt, dann erwärmt und dabei gerührt, das nennt man conchieren. Dadurch wird die Schokolade cremig. Kühlt sie ab, wird sie wieder fest. Wir müssen sie zur weiteren Verarbeitung erneut erwärmen, damit sie flüssig wird.« Sie reichte ihm ein großes Messer und ein Schneidebrett. »Wir benötigen fünfundsiebzig Gramm, fein gehackt.«
Während er Stücke der Schokolade abschnitt und hackte, stellte Melina das Temperiergerät ein. »Zuhause können Sie Schokolade auch in einer Metallschüssel über dem Wasserbad schmelzen. Wichtig ist, das die Temperatur sehr niedrig ist, sonst verbrennt sie und wird krisselig anstatt flüssig. Man sollte unbedingt danebenstehen und beispielsweise mit einem Schneebesen rühren, damit die Stücke gleichmäßig schmelzen. Es dauert nur ein paar Minuten, aber die Mühe sollte man sich machen.«
François gab die abgewogene, gehackte Schokolade in das Temperiergerät, wo sie automatisch gerührt wurde, bis sie geschmolzen war. »Sieht sehr appetitlich aus.«
Melina nickte. »Die ideale Temperatur zur Weiterverarbeitung ist gut dreißig Grad Celsius. Wir lassen sie jetzt ein paar Minuten abkühlen und schlagen derweil die Sojasahne.«
Da sie nicht mit Gelatine arbeiten konnte, hatte sie sich für aufschlagbare Sojasahne entschieden. Sie hatte einige Produkte testen müssen, bevor sie eins gefunden hatte, das sich tatsächlich gut aufschlagen ließ.
Sogar so gut, dass sich einige Sahnespritzer über ihre Küche verteilten, dachte Melina reumütig und wischte die erreichbaren Stellen mit einem Küchenhandtuch ab.
»Tut mir leid«, entschuldigte sich François. Auch auf seiner Nase waren noch ein paar Sahnespritzer.
»Sie haben da noch was …«, sagte sie verlegen und deutete sich auf ihre eigene Nase.
Doch anstatt sich übers Gesicht zu reiben, kam er näher. »Was, Sahne? Willst du sie für mich wegwischen?«
Melina musste sich sehr beherrschen, nicht ihre Finger zu nehmen und sie danach abzuschlecken, sondern mit einem sauberen Küchentuch zu arbeiten.
»Jetzt heben wir die geschlagene Sojasahne vorsichtig unter die geschmolzene Schokolade.«
Melina sah zu, wie er beides vorsichtig mit dem Schneebesen verrührte, bis die Farbe einheitlich hellbraun war. »Wir hätten auch helle Schokolade nehmen können, aber ich persönlich bevorzuge den leicht herben Schokoladengeschmack von dunklem Kakao. Deshalb ist in der Mousse auch kein Zucker.«
»Ich ebenfalls. Irgendwie intensiver, findest du nicht auch?«
Sie hatten auch noch den gleichen Geschmack!, dachte Melina verzückt und griff das vertrauliche Du auf.
»Meine Schokotörtchen baue ich normalerweise auf, indem ich die Schokoladenmousse direkt in die Servierringe streiche. Wir können aber auch halbrunde Formen benutzen, die den gleichen Durchmesser haben wie der Boden. Was meinst du? Davon habe ich aber nur zwei Stück …«
Ihr war bewusst, dass sie schon wieder nervös plapperte, aber François nickte zustimmend. »Dann wissen wir auf jeden Fall, dass es unsere sind.«
Sie empfahl ihm, die Formen kurz mit kaltem Wasser auszuspülen, bevor er die Schokoladen-Sojasahne-Mischung hinein strich. »Du musst sie bis zum Rand füllen und gut drücken, damit keine Luftblasen entstehen.«
Die fertig gefüllten Formen stellten sie in den Kühlschrank.
Während sie warteten, konnten sie sich um die Dekoration kümmern, vielleicht ein paar Schokoladenblätter aus Schokolade herstellen oder ein paar Schokospäne hobeln. Ihnen würde schon etwas einfallen.
»Das dauert jetzt mindestens eine halbe Stunde, bis die Creme fest ist. Ich habe gedacht, in der Zwischenzeit könnte ich dir zeigen, wie man vegane Trüffel zubereitet?«
»Was, und das hier verschwenden?« François griff nach der Schüssel, in der sich noch Reste der Schokocreme befanden. Er fuhr mit seinem Zeigefinger hindurch und führte ihn, schokoladenüberzogen, an seine Lippen. Spitzbübisch grinste er sie an, bevor er die Creme von seinem Finger ableckte.
Wie hypnotisiert sah Melina zu. In ihrer Magengegend zuckte etwas, obwohl sie sicher war, keinen Hunger zu haben. Jedenfalls keinen Hunger auf Essbares.
»Willst du auch?«, fragte François und hielt ihr die Schüssel hin.
Als sie nicht reagierte, fuhr er mit seinem Zeigefinger erneut durch die Creme und hielt ihn ihr vor die Lippen.
Wie hypnotisiert öffnete Melina den Mund und leckte die Creme von seinem Finger ab.
»Oh là là«, kommentierte François mit hochgezogener Augenbraue.
Sie hatte doch tatsächlich an seinem Finger genuckelt! Tiefrot im Gesicht wandte Melina sich ab und begann, die Küche aufzuräumen. Das machte sie normalerweise zwar erst, wenn ihre Kunden gegangen waren, aber sie brauchte gerade dringend etwas, um sich abzulenken.
François leckte derweil ungerührt die Schüssel aus, indem er abwechselnd mit dem Zeigefinger durch die restliche süße Masse fuhr und ihn danach ableckte.
Bisher hatte er noch kein einziges Foto gemacht. Für einen Foodblogger, der extra einen Workshop gebucht hatte, fand Melina das schon etwas seltsam. Oder wollte er nur das Endergebnis fotografieren, nicht den Weg dorthin?
Sie zeigte ihm noch die Herstellung von Schokoladenspänen, die sie später als Dekoration für die Törtchen verwenden konnten, und von veganen Orangentrüffeln. Dann wurde es Zeit, ihre Schokotörtchen fertigzustellen.
Ein kurzes Abspülen der Form unter heißem Wasser genügte, damit die Mousse sich löste. Geschickt ließ Melina sie direkt auf die Böden gleiten, so dass sie zwei perfekte Halbkugeln auf dem Teller hatten. »Voilà! Jetzt kann man sie noch dekorieren, beispielsweise mit Schokoladenspänen und frischer Minze. Frisches Obst schmeckt auch sehr gut dazu, beispielsweise Beeren.«
»Hättest du denn welche da?«, fragte François.
»Natürlich.« An einem Sonntag zwar keine große Auswahl mehr, aber das, was sie fand, stellte sie auf den Arbeitstisch: Physalis, Blaubeeren, Erdbeeren, Kiwis und ein halbvolles Schälchen mit Himbeeren.
François musterte das Obst eine Weile, bevor er die beiden Törtchen mit einem dekorativen Rand aus Blaubeeren und Physalis umgab. Zum Schluss griff er nach dem Schälchen mit Himbeeren. Mit seinen langen, schlanken Fingern suchte er zwei gleichgroße, feste Beeren aus und setzte sie jeweils genau in die Mitte der Törtchen.
»Sieh sie dir an«, murmelte er. »Was meinst du?«
Melina sah die Törtchen an. Doch anstatt zwei Schokotörtchen zu sehen, sah sie zwei perfekte braune Halbkugeln, garniert mit zwei rosigen Spitzen. Die Himbeeren erinnerten sie von Farbe und Aussehen her an zwei erigierte Brustwarzen, die Krönung auf den Schokobrüsten.
François schien ähnliche Assoziationen zu haben. Erst jetzt griff er zur Kamera und machte beinahe andächtig ein paar Fotos. »Perfekt. Du bist ein Naturtalent.«
Melina war verwirrt. »Ich bin Konditorin.«
Er lachte. »Sag ich doch, du bist ein Naturtalent. Der sinnliche Umgang mit Lebensmitteln liegt dir im Blut.« Er trat einen Schritt zurück und begutachtete sein Werk. »Rund, prall und sahnig. Und dann die Spitzen oben drauf … würdest du nicht auch am liebsten reinbeißen?«
»Reinbeißen?«, wiederholte Melina, die immer noch nicht ganz sicher war, worauf er hinauswollte.
Doch da hatte François sich bereits vorgebeugt. Fasziniert beobachtete Melina, wie er mit der Zunge über die Schokolade der linken Brust fuhr, die Umgebung der Himbeeren sinnlich erkundete, um dann – ihr stockte der Atem – den Mund zu öffnen und hineinzubeißen, während er aus dem Handgelenk Fotos machte.
Als er sich wieder erhob, war sein halbes Gesicht schokoladenverschmiert. Er lächelte sie an.
Melina hatte keine Ahnung, wie sie reagieren sollte. Sie schwankte zwischen Fassungslosigkeit, einer Predigt über Hygienevorschriften beim Umgang mit Lebensmitteln und Bewunderung.
»Jetzt du«, forderte François sie auf und deutete auf das zweite Brüstchen, das noch unversehrt war und in seiner ganzen Pracht glänzte.
Hätten sie doch lieber die anderen Formen genommen!, schoss es Melina durch den Kopf. Dann wäre sie jetzt nicht in dieser verfänglichen Situation!
»Was? Ich?«, stammelte sie.
»Ja, du! Komm schon, trau dich.«
Doch Melina schüttelte den Kopf. »Das sind doch deine.«
»Hmmm, was machen wir denn da?«, fragte er mit dunkler, sinnlicher Stimme, die sie an geschmolzene Schokolade erinnerte.
Wie gerne würde sie ihn jetzt küssen, schoss es ihr durch den Kopf. Die Schokoladencreme von seinen Lippen ablecken …
Gesagt, getan. Dass François ihr Kunde war, blendete sie in diesem Moment völlig aus. Und auch er schien nichts dagegen zu haben. Seine Zunge spielte mit ihrer, während er den Kuss vertiefte. Süß und schokoladig. Melina seufzte unwillkürlich auf.
Sie bekam kaum mit, wie François ihr das Kleid aufknöpfte. Als sie die Arbeitsplatte in ihrem Rücken spürte, kam sie kurz zur Besinnung, aber François’ »Halt still!« ließ sie verharren. Der Kunde war schließlich König in ‘Melinas Chocoparadies’.
Geschickt setzte François ihr das verbleibende Schokoladenbrüstchen zwischen ihre eigenen Brüste, die er zwischenzeitlich von ihrem BH befreit hatte. Eine dritte Brust, wenn auch farblich nicht ganz passend. Zwei helle Brüste, eine dunkle. Melina kicherte.
Ihr Kichern wurde jedoch schnell zum Stöhnen, als François begann, abwechselnd ihre und die Schokoladenbrust zu lecken. Dabei verteilte er immer mehr Schokocreme auf ihrer Haut, anstatt sie abzulecken.
»Willst du auch kosten?«, fragte er, fuhr mit seinen Fingern über ihre Haut und hielt ihr erneut einen schokoladecremeüberzogenen Finger vor die Lippen.
Ohne Nachzudenken nahm Melina seine Finger in den Mund und leckte sie ab. François’ Schokoladenaugen wurden noch eine Spur dunkler.
»Heiß«, kommentierte er, während er begann, mit Hilfe seiner Hände die Schokocreme in ihre Brüste zu massieren.
Melina stöhnte genussvoll. Sie hatte schon von Schokoladenmassagen in exklusiven Wellness-Spas gehört, aber eine Schokoladenbrüstchen-Brustmassage war auch für sie etwas völlig Neues. Die Masse war im ersten Moment kühl, so dass sich ihre eigenen Brustwarzen ebenfalls aufrichteten, aber durch ihre Körperwärme wurde sie schnell weicher und wärmer.
François’ sinnliche Berührungen und der Geruch der Schokolade beruhigte und erregte sie gleichermaßen.
»Wusstest du, dass Kakao eine aphrodisierende Wirkung hat?«, raunte François und bedeckte ihre Haut mit kleinen Bissen.
Melina bog den Rücken durch, je näher sein Mund ihrer Brustwarze kam. Da schlossen sich seine Lippen bereits um die harte Spitze, saugten und lutschten, um sie von der Schokolade zu befreien, die er kurz zuvor darauf gestrichen hatte.
»Kleine Genießerin«, raunte François und griff nach seiner Kamera.
Doch alles, was Melina in diesem Moment interessierte, war, dass er viel zu viel anhatte.
»Zieh dich aus, du machst dich ja ganz schmutzig«, keuchte sie, und François ließ sich nicht zweimal bitten. Auch ihr zog er das Höschen aus.
Sein Penis sah zum Anbeißen aus. Doch bevor sie ihn weiter bewundern oder gar anfassen konnte, glitt François auch schon in sie hinein.
Melina schlang die Beine um seine Hüften, um ihn näher zu ziehen. François hielt mit seinen Schokoladenaugen Blickkontakt, während er weiterhin die Schokoladenmousse in ihre Brüste massierte und sie auf ihrem Arbeitstisch mitten in ihrer Produktionsküche fickte.
Viel zu schnell baute sich die Spannung in Melinas Unterleib auf, und viel zu schnell entlud sie sich wieder. Sie bäumte sich auf der harten Arbeitsplatte auf, bevor sie zitternd darauf liegen blieb. So hatte sie Schokolade noch nie genossen. Sie fühlte sich entspannt, ausgeglichen – und glücklich.
François zog seinen Penis aus ihr, rieb ihn kurz und spritzte ihr dann seine Sahne auf die schokoverschmierten Brüste.
»Du bist der Wahnsinn«, sagte er, als er wieder zu Atem bekommen war, und machte noch ein paar Fotos von ihren schokoladen- und spermabeschmierten Brüsten.
Nur unwillig kehrte Melina wieder in die Wirklichkeit zurück und strich sich ein paar Haarsträhnen aus dem verschwitzten Gesicht.
Galant half François ihr vom Tisch. Melinas Beine zitterten immer noch. Eine Dusche gab es in ihrer kleinen Patisserie natürlich nicht, deshalb säuberte sie sich notdürftig am Spülbecken und trocknete sich mit ein paar Küchentüchern ab.
François hat es ihr gleich. Mit Bedauern sah sie, wie er seinen Luxuskörper wieder in Kleidung verpackte, die zu ihrem großen Erstaunen immer noch präsentabel aussah. Als ob hier nicht soeben eine Schokoorgie stattgefunden hatte!
Wie gut, dass er die Fotos gemacht hatte, bevor er die Törtchen wieder … zerstört hatte. »Was ist das eigentlich für ein Blog, für den du schreibst?«, fragte sie.
Ungläubig sah François sie an. »Hat dein Mitarbeiter dir echt nicht gesagt, worüber ich blogge?«, fragte er.
»Er meinte nur, du wärst Foodblogger.«
François begann zu lachen. Erst verhalten, dann immer lauter. »Ich fasse es nicht«, japste er. »Du wusstest gar nicht, worüber ich blogge?«
»Nein, wieso, stimmt was nicht?«, fragte Melina verunsichert.
»Doch, schon, aber …« Er schüttelte den Kopf und kam gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. »Es geht vor allem um Erotik. Sinnliche Erlebnisse beim Kochen und Backen, verführerische Rezepte, aphrodisierende Lebensmittel, der kreative Einsatz von Lebensmitteln zur Befriedigung spezieller Gelüste … Dein Mitarbeiter kannte meinen Blog, er sprach mich nämlich auf meinen Selbstbefriedigung-mit-Salatgurken-Beitrag an.«
Benno würde sie den Hals umdrehen, wenn sie ihn das nächste Mal sah, dachte Melina. Er hatte sie doch komplett ins offene Messer laufen lassen! Ob er das absichtlich getan hatte? Bestimmt. Wie sie Benno kannte, hatte er wahrscheinlich gedacht, ihr damit auch noch einen Gefallen zu tun, weil sie in seinen Augen nicht genug Sex bekam.
Melina schluckte. »Und was ist daran jetzt vegan?«
»Na, Fleischesgelüste ohne Fleisch.« Er grinste sie offen an und verstaute seine Kamera. »Dafür, dass du keine Ahnung hattest, was auf dich zukommen würde, warst du echt ein Naturtalent.«
Sie würde Benno den Hals samt Bart umdrehen! Aber erst, nachdem sie sich bei ihm bedankt hatte, dachte Melina und verabschiedete François mit einem glücklichen Lächeln an der Ladentür.

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