Kitabı oku: «Nikolas Nickleby», sayfa 12

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»D'Hand geb'n?« rief der gutmütige Yorkshirer. »Ah, bei so was bin i immer dabei.« Mit einem breiten Lachen beugte er sich sogleich aus dem Sattel und drückte Nikolas kräftig die Hand.

»Aber was hast denn da im G'sicht, Mensch? Schaust ja aus, als obs d' Wichs kriegt hättst.«

»Es war ein Schlag«, erklärte Nikolas vor Zorn errötend. »Aber ein Schlag, den ich mit reichlichen Zinsen zurückgegeben habe.«

»So? Ah!« rief John Browdie. »Recht so, dös g'fallt mir.«

»Ich wurde nämlich mißhandelt«, flüsterte Nikolas, der nicht recht wußte, wie er eine nähere Erklärung einleiten sollte.

»Aber geh!« unterbrach ihn Browdie, der, ein Riese an Kraft und Gestalt, in ihm wohl nur einen Zwerg sehen mochte, mitleidig. »Sagen S' dös not.«

»Es ist leider so«, gestand Nikolas, »und zwar von diesem schuftigen Squeers; aber ich habe ihn gründlich durchgebleut und dann sein Haus verlassen.«

»Wos?« schrie John Browdie in solcher Ekstase, daß sein Pferd darüber scheute. »Den Schulmeister verdroschen? – A, do legst di nieder. Gib mir noch a mal d'Hand, Kamerad. Den Schulmeister verdroschen! Teufel noch amol, küssen möcht i di deswegen.«

Und wieder lachte John Browdie so laut, daß ringsum das Echo weit und breit erwachte und seine Heiterkeit teilte. Als sich seine Begeisterung ein wenig gelegt hatte, fragte er Nikolas, was er denn jetzt zu tun gedenke, schüttelte aber auf die Mitteilung, daß er schnurstracks nach London zurück wolle, nur bedenklich den Kopf und meinte, Nikolas wisse wohl nicht, was ein Wagen für eine so weite Fahrt koste.

»Ich weiß es allerdings nicht«, gab Nikolas zu; »es kommt aber auch weiter nicht in Betracht, da ich vorhabe, meine Reise zu Fuß zu machen.«

»Nach London zu Fuß?« fragte der Kornhändler verwundert.

»Jeden Schritt Weges. Ich hätte übrigens, statt hierzustehen, schon eine schöne Strecke hinter mich bringen können. Also Gott befohlen.«

»Na, dös gibts nöt«, protestierte der biedere Yorkshirer, sein ungeduldiges Pferd zügelnd. »Wart a bißl, sag i. Wieviel Geld hast d' in der Taschen?«

»Nicht viel«, gestand Nikolas errötend; »aber ich muß eben trachten, damit durchzukommen. Fester Wille vermag viel.«

John Browdie machte nicht viel Worte, zog einen alten, schmutzigen, ledernen Geldbeutel hervor und bestand darauf, daß Nikolas soviel von ihm annehmen müsse, als er augenblicklich brauche.

»Brauchst di not schämen, Mensch«, sagte er. »Nimm soviel, als d' zum Heimkommen nötig hast. Ich habe ka Sorg; du wirst mir's schon wieder z'ruckzahlen.«

Nikolas ließ sich trotzdem durchaus nicht bewegen, mehr als eine Guinee anzunehmen, womit sich Mr. Browdie nach vielem Drängen, doch tiefer in den Beutel zu greifen, zufriedengeben mußte, wenn auch nur widerstrebend, trotzdem er mit echt Yorkshirer Vorsicht hinzufügte, Nikolas könne ja, was er nicht ausgebe, gelegentlich portofrei zurückschicken.

»Da, nimm noch den Stecken zum Andenken mit, Kamerad«, sagte er zum Abschied und drückte Nikolas abermals die Hand.

»Bewahr dir an frischen Mut, und Gott mit dir. – Den Schulmeister verdroschen! Teifel, dös is das Beste, wo i in zwanz'g Jahren g'hört hab'«

Und mit mehr Zartgefühl, als man von ihm erwartet hätte, brach er aufs neue in ein lautes Gelächter aus, um nicht auf Nikolas' Dankesbezeugungen achten zu müssen, gab dann seinem Pferd die Sporen und ritt in scharfem Trab davon. Nikolas sah ihm noch lange nach. Erst, als Roß und Reiter hinter dem Kamme eines fernen Hügels verschwunden waren, setzte er seinen Weg fort.

Er kam an diesem Abende nicht mehr weit, da es rasch finster wurde. Es hatte stark geschneit, und der Weg war nicht nur sehr mühsam, sondern auch in der Dunkelheit für jemand, der in der Gegend fremd war, unsicher und schwer aufzufinden. Er übernachtete daher in einer leeren Scheune, die ein paar hundert Ellen neben der Straße stand.

Als er frühmorgens erwachte und sich schlaftrunken die Augen rieb, sah er zu seinem grenzenlosen Erstaunen – Smike vor sich stehen.

»Ja, Smike, wie kommst du denn hierher?« – rief er überrascht.

»Lassen Sie mich mit Ihnen gehen!« flehte der arme Bursche, warf sich nieder und umschlang Nikolas' Knie. »Sie sind doch mein Freund. Nehmen Sie mich mit. Bitte, bitte.«

»Aber dieser Freund kann wenig für dich tun«, sagte Nikolas und hob Smike sanft auf. »Wie kommst du eigentlich hierher?«

Der arme Junge war ihm, wie sich herausstellte, nachgegangen und hatte ihn auf dem ganzen Weg nicht aus dem Gesicht verloren, sich aber stets gescheut, vor ihm zu erscheinen, um nicht wieder zurückgeschickt zu werden. Er wäre auch jetzt nicht hervorgetreten, aber Nikolas war früher erwacht, als er vermutete, und so hatte er keine Zeit mehr gehabt, sich zu verbergen.

»Armer Junge«, seufzte Nikolas, »dein hartes Geschick hat dir nur einen einzigen Freund beschieden, und dieser ist beinahe so arm und hilflos wie du selbst.«

»Darf ich – darf ich mit Ihnen gehen?« fragte Smike schüchtern. »Ich will ja gerne alles tun, was Sie verlangen, und Ihnen dienen. – Ich brauche keine Kleider«, beteuerte das arme Geschöpf freudig und raffte seine Lumpen zusammen, »ich komme ganz gut mit diesen durch. Nur in Ihrer Nähe möchte ich sein.«

»Und das sollst du«, rief Nikolas. »Wir wollen unser Geschick gemeinsam tragen, bis einer von uns diese Welt mit einer besseren vertauscht. Also komm.«

Mit diesen Worten warf er sein Felleisen auf den Rücken, nahm seinen Stock in die Hand, reichte die andere dem vor Entzücken sprachlosen Smike und verließ mit ihm die Scheune.

14. Kapitel: Handelt nur von ganz gewöhnlichen Leuten

In dem Teil von London, in dem Golden Square liegt, zieht sich auch eine alte schmutzige Straße hin mit zwei unregelmäßigen Reihen hoher, schmaler Häuser, die sich gegenseitig so lange angestarrt zu haben scheinen, bis sie die Balance verloren haben. Selbst die Schornsteine sind düster und melancholisch geworden, da sie nichts Besseres anzusehen haben als ihre Herren Kollegen jenseits der Straße. Sie sind bröckelig vom Wetter, zerrissen und von Rauch geschwärzt, und hie und da scheint ein über die andern hervorragender Kamin, der sich schwerfällig auf die eine Seite neigt und schon halb über das Dach herabgestürzt ist, aus Rache für die Vernachlässigung eines halben Jahrhunderts auf Zerschmetterung der in tiefer liegenden Dachstübchen wohnenden Leute zu sinnen.

Das Geflügel, das in den Gossen herumpickte und in der üblichen trübseligen Londoner Manier, die ein Hahn oder eine Henne vom Dorfe nur verblüfft mit ansehen könnte, umherhüpft, steht in vollkommenem Einklang mit den baufälligen Wohnungen seiner Eigentümer. Schmutzig, halb entfiedert und schläfrig wird es, wie auch so manches Kind in der Nachbarschaft, auf die Straße hinausgejagt. So hüpfen denn die armen Tiere von Stein zu Stein, um irgend etwas Freßbares im Kot aufzustöbern. Darüber haben die Hähne das Krähen verlernt, und der einzige, der noch etwas hat, was einer Stimme ähnelt, ist ein alter Gockel in dem Hause eines Bäckers, und selbst dieser ist infolge der schlechten Kost bereits bei seinem früheren Herrn endgültig heiser geworden.

Dem baulichen Umfange der Häuser nach zu schließen, müssen diese früher reicheren Besitzern als ihren gegenwärtigen gehört haben, jetzt aber werden die Stockwerke oder vielmehr einzelnen Zimmer nur wochenweise vermietet, und jede Haustüre hat fast so viele Namentäfelchen oder Klingelgriffe aufzuweisen, als sich Stuben im Innern befinden. Die Fenster bieten aus demselben Grunde einen bunten Anblick dar, da sie mit jeder denkbaren Art von Fensterschirmen und Vorhängen geziert sind, während jeder Hausflur verbarrikadiert und gleichsam unwegsam gemacht wird durch dichte Haufen von Kindern und Porterkrügen von jeder Größe und Umfang.

An der Tür eines dieser Häuser, das womöglich noch schmutziger als die übrigen war, auch mehr Kinder, Klingelgriffe und Porterkrüge aufwies und den Qualm eines dicken Rauches, der Tag und Nacht aus einer großen, anstoßenden Brauerei aufstieg, aus erster Hand bezog, klebte ein Zettel mit der Anzeige, daß noch ein Zimmer zu vermieten sei, obgleich es die Fähigkeit des besten Rechenkünstlers überstiegen haben würde, den Stock, in dem es liegen konnte, zu bestimmen, wenn er die äußeren Merkmale ins Auge faßte, die die ganze Front des Hauses entlang – von der Wäschemangel im untersten Küchenfenster an bis zu den Blumentöpfen in der Dachstube hinauf – auf Bewohntsein schließen ließen.

Schon vor der gemeinschaftlichen Treppe des Hauses fehlte die Strohmatte. Wenn aber ein Neugieriger gar bis zum Giebel emporklomm, so konnte er bemerken, daß es, je höher es hinaufging, nicht an Merkmalen zunehmender Armut mangelte, trotzdem die Zimmer der Bewohner verschlossen waren.

In dem allerobersten Dachgelasse nun bückte sich ein ältlicher, schäbig gekleideter Mann mit harten Zügen und einem breiten Gesichte nieder, um die Türe des nach vorne hinausgehenden Stübchens zu öffnen, in das er sodann mit der Miene des gesetzlichen Eigentümers eintrat, nachdem er mit dem Geschäfte, einen verrosteten Schlüssel in dem noch mehr verrosteten Schlosse umzudrehen, glücklich zustande gekommen war.

Der Mann trug eine Perücke mit kurzen, groben, roten Haaren, die er mit seinem Hut zugleich abnahm und an einen Nagel hängte. Nachdem er diese Kopfbedeckung durch eine schmutzige wollene Nachtmütze ersetzt und im Dunkeln nach einem Lichtstümpchen umhergetappt hatte, klopfte er an die Verbindungstüre, die zur anstoßenden Dachkammer führte, und fragte mit lauter Stimme, ob Mr. Noggs zu Hause wäre und vielleicht Licht hätte.

Die Antwort war zwar durch die mit Mörtel beworfene Wand gedämpft, es schien aber noch außerdem, als ob sie aus dem Innern eines Kruges oder eines Trinkgefäßes käme – jedenfalls war es aber Newmans Stimme und die Auskunft eine bejahende.

»Eine garstige Nacht, Mr. Noggs«, brummte der Mann in der Nachtmütze und trat in die Stube seines Nachbarn, um sein Licht anzuzünden.

»Regnet es?« fragte Noggs.

»Ob es regnet? Ich bin bis auf die Haut durchnäßt.«

»Dazu braucht es nicht viel, um Sie und mich bis auf die Haut zu durchnässen, Mr. Crowl«, sagte Newman mit einem Blick auf die Ärmel seines eigenen fadenscheinigen Rocks.

»Um so unangenehmer ist es«, knurrte Mr. Crowl, dessen Züge die eingefleischteste Selbstsucht verrieten, verdrossen. Dann bedeckte er das spärliche Feuer so mit Brennmaterial, daß es fast erstickte, trank das Glas, das auf dem Tische stand, aus und fragte, wo Newman seine Kohlen aufbewahre.

Newman zeigte nach dem untersten Fach eines Schrankes. Mr. Crowl ergriff sofort die Schaufel und warf die Hälfte des Vorrats in den Ofen. Noggs jedoch holte sie, ohne ein Wort zu sprechen, wieder heraus.

»Ich hoffe doch nicht, daß Sie ausgerechnet heute anfangen zu sparen?« rief Mr. Crowl.

Newman deutete auf das leere Glas, als ob das hinreiche, eine solche Beschuldigung zurückzuweisen, und sagte kurz, daß er zum Nachtessen hinuntergehe.

»Zu den Kenwigs?«

Newman nickte.

»Da sehe einer«, brummte Crowl. »Wenn ich nicht angenommen hätte, Sie gingen bestimmt nicht hin, wie Sie doch vorhatten, hätte ich auch nicht abgesagt.«

»Sie haben unten ausdrücklich darauf bestanden, daß ich kommen müsse«, entschuldigte sich Newman.

»Gut. Und was soll aus mir werden?« wendete der Ehrenmann ein, der nie an etwas anderes dachte als an sich selbst. »Sie sind doch schuld an allem. Aber ich will Ihnen was sagen, ich bleibe hier bei Ihrem Feuer sitzen, bis sie wiederkommen.«

Newman warf einen verzweifelten Blick auf seinen kleinen Vorrat an Brennmaterial, da er aber nicht den Mut hatte, »nein« zu sagen – ein Wort, das er sein ganzes Leben lang weder gegen sich noch gegen andere zu rechter Zeit hatte gebrauchen lernen –, ließ er sich den Vorschlag gefallen, und Mr. Crowl schickte sich augenblicklich an, es sich auf Newman Noggs' Kosten so behaglich zu machen, als es die Umstände gestatteten.

Die Partei, die Crowl mit dem Ausdruck die »Kenwigs« bezeichnet hatte, bestand aus der Gattin und den hoffnungsvollen Sprößlingen eines Elfenbeindrechslers namens Kenwigs, der im Hause als Mann von hohem Ansehen galt, da er die ganze Beletage, die aus zwei Zimmern bestand, bewohnte. Überdies spielte sich Mrs. Kenwigs auf die Mondäne, da sie aus achtbarer Familie stammte und einen Wassersteuereinnehmer zum Onkel hatte. Die zwei ältesten ihrer Mädchen genossen zweimal wöchentlich in der Nachbarschaft Tanzunterricht, trugen das Flachshaar in üppigen Zöpfen mit blauen Bändern geflochten und zierliche weiße Höschen mit Krausen um die Knöchel – lauter Dinge, die nebst zahllosen anderen gleich wichtigen es höchst wünschenswert erscheinen ließen, mit Mrs. Kenwigs auf gutem Fuß zu stehen und sie zum Mittelpunkt aller Klatschereien in der Straße, und vielleicht auch noch ein wenig um die Ecke herum, zu machen.

Es war heute die Jahresfeier des glücklichen Tages, an dem die englische Kirche zwischen Mr. und Mrs. Kenwigs das Band der heiligen Ehe geknüpft, und Mrs. Kenwigs hatte in dankbarer Erinnerung an diesen denkwürdigen Wendepunkt ihres Lebens einige auserlesene Freunde zu einer Partie Karten und einem Souper zu sich in den ersten Stock eingeladen. Sie trug zum Empfange ein neues geflammtes Kleid von äußerst jugendlichem Schnitt, das ihr so gut stand, daß Mr. Kenwigs erklärte, die acht Jahre seiner Ehe mit ihrem Kindersegen kämen ihm wie ein Traum vor und Mrs. Kenwigs sähe jünger und blühender aus als an dem Sonntag, wo er sie zum ersten Male erblickte.

Mrs. Kenwigs machte in ihrem Putz auch wirklich solchen Staat, daß man hätte vermuten können, es stünden ihr wenigstens eine Köchin und ein Dienstmädchen zu Gebote und sie hätte den ganzen Tag nichts weiter zu tun als zu befehlen. Tatsächlich aber hatte sie mit ihren Vorbereitungen unsägliche Mühe gehabt; mehr sogar, als sie bei ihrer zarten Konstitution durchzumachen imstande gewesen wäre, wenn sie nicht der Stolz, sich im vollen Glanze ihrer Wirklichkeit zeigen zu können, aufrecht erhalten hätte.

Endlich war jetzt alles, was herbeigeschafft werden mußte, beisammen, das, was stören konnte, aus dem Wege geräumt und alles in schönster Ordnung. Überdies hatte der Wassersteuereinnehmer zugesagt, und so blieb denn für das ungetrübte Glück des Abends nichts mehr zu wünschen übrig.

Die Gesellschaft war bewundernswert zusammengestellt. Erstens einmal Mr. Kenwigs und Frau Gemahlin nebst vier Kenwigs-Sprößlingen, die zum Abendessen aufbleiben durften – einmal, weil es nicht mehr als billig war an einem solchen Tage, zweitens, weil ihr Zubettgehen in Gegenwart der Gesellschaft unpassend, um nicht zu sagen, unschicklich gewesen wäre –, ferner die junge Dame, die die Toilette der Festgeberin besorgt und in der zuvorkommendsten Weise ihr Bett für das jüngste Kenwigs-Reis, ein Knäblein in der Wiege, hergegeben und ein Mädchen für seine Bewachung besorgt hatte, und dann als passende Gesellschaft für die junge Dame ein junger unverheirateter Herr, dessen Bekanntschaft Mr. Kenwigs in früheren Jahren gelegentlich gemacht hatte und der von den Damen sehr geschätzt wurde, da er in dem Rufe eines Bruders Lüderlich stand. Hierzu kam noch ein unvermähltes Paar, das bei Kenwigs kürzlich Brautvisite gemacht hatte, und eine Schwester Mrs. Kenwigs' die als ausgemachte Schönheit galt. Nicht zu vergessen noch ein anderer junger Herr, von dem man sagte, daß er honette Absichten auf die obenerwähnte junge Dame habe, und Mr. Noggs, weil er früher ein Gentleman gewesen. Eine ältliche Dame aus dem Erdgeschoß, dann noch eine jüngere, die nächst dem »Löwen« Steuereinnehmer vielleicht die größte »Löwin« der Gesellschaft war, da sie einen Theaterspritzenmann zum Vater hatte, bisweilen als Statistin auftrat und das ausgezeichnetste dramatische Talent besaß, von dem man je gehört, machten den Schluß.

Die Freude, einen solchen Freundeskreis um sich zu sehen, wurde Mrs. Kenwigs nur durch den einen unangenehmen Umstand verbittert, daß die Dame aus dem Erdgeschoß – die sehr beleibt und über die sechzig hinaus war – in einem ordinären Musselinkleid und kurzen Lederhandschuhen erschien, was Mrs. Kenwigs so verdroß, daß sie ihrer Schwester zuflüsterte, sie würde diese unverschämte Person auf der Stelle wieder ausgeladen haben, wenn nicht bereits das Nachtessen auf dem Kochherde des Parterrestübchens stünde.

»Meine Liebe«, meinte Mr. Kenwigs, »wäre es nicht am besten, wenn wir gleich ein Gesellschaftsspiel begännen?«

»Lieber Kenwigs«, versetzte die Hausfrau, »wie kommst du mir vor?! Du willst ohne den Onkel anfangen?«

»Oh, auf den Steuereinnehmer habe ich ganz vergessen«, entschuldigte sich Mr. Kenwigs; »nein, das geht allerdings nicht gut.«

»Mein Onkel ist so eigen«, erklärte Mrs. Kenwigs der andern verheirateten Dame; »er hat gesagt, er werde uns für immer aus seinem Testament streichen, wenn wir je ohne ihn begännen.«

»Ist es möglich?« rief die verheiratete Dame.

»Sie haben keine Idee, wie eigen er ist! Obgleich er sonst der gutmütigste Mensch von der Welt ist.«

»Die liebevollste Seele, die je existierte«, bekräftigte Mr. Kenwigs.

»Es schneidet ihm, sagt man sich allgemein, ins Herz, den Leuten das Wasser absperren zu müssen, wenn sie nicht bezahlen können«, meldete sich der Bruder Lüderlich, um einen Witz zu machen.

»George! Nichts der Art, wenn ich bitten darf!« verwies Mr. Kenwigs würdevoll.

»Es war nur ein Scherz«, entschuldigte sich der junge Mann kleinlaut.

»George!« tadelte Mr. Kenwigs. »Ein Scherz ist zuweilen recht hübsch, wenn aber dieser Scherz die Gefühle meiner Frau verletzt, so muß ich mich dagegen verwahren. Ein Mann, der eine öffentliche Stellung bekleidet, muß sich natürlich Spottreden gefallen lassen, aber die Schuld liegt in seiner hohen Stellung und nicht an ihm selbst. Der Verwandte meiner Frau ist Beamter, George! Er weiß das und kann auch das damit verbundene Unangenehme ertragen; aber abgesehen von meiner Frau, wenn man sie schon trotz einem Anlasse, wie dem gegenwärtigen, nicht aus dem Spiele lassen will, so habe ich selbst die Ehre, mit dem Steuereinnehmer durch meine Ehe verwandt geworden zu sein, und ich kann und darf daher keine solchen Bemerkungen in meinem –« Mr. Kenwigs war im Begriff »Haus« zu sagen, ergänzte aber den Satz mit »– Zimmer dulden.«

Gegen Schluß dieser wortreichen Zurechtweisung, die Mrs. Kenwigs bis zu Tränen rührte und ihren Zweck – die Bedeutsamkeit des Wassersteuereinnehmers der Gesellschaft möglichst vor Augen zu führen – nicht verfehlte, ließ sich der Ton der Klingel vernehmen.

»Da ist er!« flüsterte Mr. Kenwigs aufgeregt. »Morlina, liebes Kind, eile hinunter und lasse den Onkel ein; vergiß aber nicht, ihm sogleich einen Kuß zu geben. – Hm, fangen wir irgendein Gespräch an.«

Mr. Kenwigs' Aufforderung eifrig nachkommend, begann die Gesellschaft sogleich eine sehr laute Unterhaltung, um unbefangen zu erscheinen. Man hatte indessen kaum angefangen, als ein kleiner, alter Herr in gelben Beinkleidern und Gamaschen und mit einem Gesicht, das wie aus lignum sanctum geschnitzt aussah, von Miss Morlina Kenwigs unter fröhlichem Hüpfen hereingeführt wurde.

»Ach, lieber Onkel, wie freut es mich, dich zu sehen!« rief Mrs. Kenwigs und küßte den Steuereinnehmer zärtlich auf beide Wangen. »Ich bin unsagbar froh.«

»Möge der Tag oft und glücklich wiederkehren, meine Liebe«, gratulierte der Wassersteuereinnehmer.

Wirklich und wahrhaftig, es war ein erhebender Anblick.

Ein Wassersteuereinnehmer ohne sein Buch, ohne Feder und Tinte, ohne seinen schreckenerregenden Doppelschlag – ein Steuereinnehmer, der eine hübsche Frau küßte, tatsächlich küßte, und Steuern, Vorladungen, Mahnzettel usw. ganz beiseite ließ! Es war eine wahre Lust, mitanzusehen, wie die Gesellschaft, ganz hingerissen von diesem Anblick, den Herrn von allen Seiten beaugenscheinigte und sich gegenseitig durch Nicken und Blinzeln das innere Vergnügen zu erkennen gab, das man über dem Umstande empfinden mußte, daß bei einem Steuereinnehmer soviel Leutseligkeit zu finden war.

»Wo wollen Sie Platz nehmen, Onkel?« fragte Mrs. Kenwigs mit voller Entfaltung ihres Familienstolzes.

»Wo du mich hinsetzest, meine Liebe«, antwortete der Steuereinnehmer. »Ich bin darin nicht eigen.«

Nicht eigen! Welch ein bescheidener Steuereinnehmer! Wenn er ein Schriftsteller gewesen wäre, der sich seiner untergeordneten Stellung bewußt ist, hätte er nicht bescheidener sprechen können.

»Mr. Lillyvick«, wendete sich Mr. Kenwigs ehrfurchtsvoll an den Steuereinnehmer, »es sind hier einige Freunde von uns, die sich schon lange nach der Ehre Ihrer Bekanntschaft gesehnt haben. – Mr. und Mrs. Cutler, Sir.«

»Ich bin stolz darauf, Ihre werte Bekanntschaft zu machen, Sir«, versicherte Mr. Cutler, »zumal ich schon so oft von Ihnen gehört habe.«

Das waren durchaus nicht etwa bloße Worte der Höflichkeit, denn, da Mr. Cutler in Mr. Lillyvicks Sprengel gewohnt hatte, hatte er in der Tat sehr oft von ihm gehört. – Der Einnehmer war nämlich peinlich genau mit dem Einkassieren.

»George, ich glaube, du kennst Mr. Lillyvick bereits«, fuhr Mr. Kenwigs fort. – »Die Dame aus dem Erdgeschoß – Mr. Lillyvick. Mr. Snewkes – Mr. Lillyvick. Miss Green – Mr. Lillyvick. Mr. Lillyvick – Miss Petowker vom Königlichen Drury Lane Theater. Ich bin stolz darauf, hiermit zwei öffentliche Charaktere miteinander bekannt machen zu können. – Liebe Frau, möchtest du nicht die Spielkarten herausgeben?«

Mrs. Kenwigs beeilte sich, dieser Aufforderung – assistiert von Newman Noggs, von dem man sich nur so im allgemeinen zuflüsterte, er sei ein verarmter Gentleman, sonst aber, seinem ausdrücklichen Wunsche entsprechend, weiter keine Notiz nahm – nachzukommen, und der größere Teil der Gäste setzte sich sogleich zum Kartenspiel nieder, während Newman, Mrs. Kenwigs selbst und Miss Petowker vom Königlichen Drury Lane Theater sich mit der Zurüstung der Abendtafel zu schaffen machten.

Solange die Hausfrau in dieser Weise beschäftigt war, richtete Mr. Lillyvick seine ganze Aufmerksamkeit auf das Spiel, und da alles Fisch sein muß, was in eines Wassersteuereinnehmers Netz kommt, zierte sich der gute, alte Herr auch weiter nicht, sich an dem Eigentum seines Spielgegners nach Kräften zu bereichern, sooft sich Chance dazu bot. Dabei lächelte er unentwegt höchst leutselig und sprach den Verlierenden so herablassend Trost zu, daß diese ganz entzückt waren und im Innersten ihres Herzens dachten, er verdiene zumindest Schatzkanzler zu werden.

Nach vieler Mühe und manchem Klaps auf die Köpfe der kleinen Kenwigs', von denen sogar zwei der aufrührerischsten kurzerhand hinausbefördert werden mußten, breitete man das Tischtuch mit Eleganz aus und trug ein paar gekochte Hühner, einen Schinken, eine Apfelpastete, Kartoffeln und Gemüse auf, bei deren Anblick Mr. Lillyvick sofort eine Unzahl höchst witziger Einfälle zum hellen Entzücken seiner Verehrer zum besten gab und mit bewunderungswürdiger Fertigkeit einzuhauen begann.

Das Abendessen ging sehr gut und sehr schnell vonstatten, ohne daß sich ernstere Schwierigkeiten ergeben hätten als das ewige Fragen nach reinen Messern und Gabeln, was die arme Mrs. Kenwigs mehr als einmal heimlich wünschen ließ, daß bei Privatgesellschaften auch das Prinzip der Kostschulen eingeführt werden möge, dem zufolge jeder Gast sein Besteck selbst mitzubringen hat.

Da jeder Gast von jeder Speise nahm, leerte sich der Tisch mit einer beunruhigenden Geschwindigkeit und ziemlichem Lärm, und bald kam die Reihe an die geistigen Genüsse, die nebst heißem und kaltem Wasser in Reih und Glied bereit standen, und denen Newman Noggs' Augen schon längst freudig und erwartungsvoll entgegengeglänzt hatten. Mr. Lillyvick erhielt einen Ehrenplatz in einem großen Lehnsessel am Kamin angewiesen, und die vier kleinen Kenwigs' wurden, mit den Gesichtern zum Feuer und ihren Flachszöpfen der Gesellschaft zugekehrt, ganz vorn auf eine niedrige Bank der Reihe nach hingesetzt. Dieses Arrangement war kaum vollendet, als Mrs. Kenwigs sich im Übermaße ihrer Muttergefühle an die linke Schulter ihres Gemahls gruppierte und in Tränen zerfloß.

»Wie schön sie sind!« schluchzte sie.

»Ja, wirklich entzückend«, stimmten alle Damen mit ein, »Sie haben vollkommen recht, Mrs. Kenwigs, und es ist sehr begreiflich, daß Sie stolz darauf sind. – Aber geben Sie Ihren Gefühlen nicht zu sehr nach.«

»Ich kann – ich kann mir nicht helfen. Und Freudentränen schaden der Gesundheit nicht«, schluchzte Mrs. Kenwigs. »Aber sie sind zu schön. Viel zu schön, als daß ich hoffen dürfte, daß sie mir lange erhalten blieben.«

Als die vier kleinen Mädchen die beunruhigende Nachricht vernahmen, sie seien bestimmt, in der Blüte ihrer Jugend einen frühen Tod zu erleiden, erhoben sie ein jämmerliches Geschrei, begruben zu gleicher Zeit ihre Köpfe im Schoß der Mutter und schluchzten so herzzerbrechend, daß ihre acht Flachszöpfe wie die Perpendikel hin und her baumelten. Mrs. Kenwigs drückte eines nach dem andern an ihr beklommenes Mutterherz und nahm dabei so ausdrucksvolle Stellungen inneren Schmerzes an, daß sich selbst Miss Petowker trotz ihres großen dramatischen Talentes daran hätte ein Vorbild nehmen können.

Allmählich ließ sich die bekümmerte Mutter wieder beruhigen, und die kleinen Mädchen wurden unter der Gesellschaft verteilt, um es zu vereiteln, daß Mrs. Kenwigs nochmals durch den Glanz ihrer vereinten Schönheit überwältigt würde. Dabei überboten sich Herren und Frauen in Prophezeiungen, daß sie noch viele, viele Jahre leben würden und daß für die wertgeschätzte Gastgeberin durchaus kein Grund vorhanden sei, sich trüben Gedanken hinzugeben.

»Heute vor acht Jahren!« rief Mr. Kenwigs nach einer Pause. »Lieber Gott, ach!«

Ergriffen echoten alle den Nachsatz, nur mit dem Unterschied, daß sie zuerst das »Ach« und hinterdrein das »Lieber Gott« seufzten.

»Ich war damals jünger«, lispelte Mrs. Kenwigs.

»Gewiß nicht«, bestritt der Steuereinnehmer.

»Bestimmt nicht«, bekräftigten alle.

»Ich sehe meine Nichte noch vor mir«, ergriff Mr. Lillyvick wieder das Wort und ließ den Blick ernst und würdevoll über seine Zuhörer hingleiten, »ich sehe sie noch vor mir, als sie eines Nachmittags zum erstenmal ihrer Mutter ihre Neigung zu Kenwigs gestand. ›Mutter‹, sagte sie, ›ich liebe ihn.‹«

»Bete ihn an, Onkel!« verbesserte Mrs. Kenwigs.

»Liebe ihn«, sagtest du, »soviel ich mich erinnere, meine Teuerste«, bestand der Steuereinnehmer mit Festigkeit auf seiner Behauptung.

»Du kannst recht haben, Onkel«, gab Mrs. Kenwigs unterwürfig zu, »ich meine aber doch, mich des Ausdrucks ›Anbeten‹ bedient zu haben.«

»Lieben! meine Beste!« sagte Mr. Lillyvick. »›Mutter,‹ sagte sie, ›ich liebe ihn.‹- ›Was muß ich hören!?‹ rief ihre Mutter und bekam augenblicklich heftige Krämpfe.«

– Allgemeiner Ausruf des Staunens von Seiten der Gesellschaft.

»Heftige Krämpfe!« wiederholte Mr. Lillyvick und sah sich stolz im Kreise um. »Kenwigs, Sie werden entschuldigen, wenn ich in der Gegenwart der Gesellschaft den Umstand erwähne, daß man mancherlei gegen Ihre Bewerbung einzuwenden hatte, da Sie dem gesellschaftlichen Range nach unter der Familie standen und man die Mesalliance nicht gerne sah. Sie entsinnen sich dessen doch noch, Kenwigs?«

»Gewiß«, gab der Elfenbeindrechsler, den diese Erinnerung keineswegs unangenehm berührte, da sie es außer allen Zweifel setzte, welch feiner Familie Mrs. Kenwigs entstammte, bereitwillig zu.

»Ich teilte damals diese Ansicht«, fuhr der Wassersteuereinnehmer fort, »die vielleicht begründet war, vielleicht auch nicht.«

Ein leises Murmeln der Gäste schien anzudeuten, daß bei einem Manne von Mr. Lillyvicks hoher Stellung ein solcher Einwurf nicht nur natürlich, sondern höchst begründet sein müsse.

»Er nahm mich jedoch bald für sich ein. Und als sie verheiratet waren und sich in der Sache nichts mehr ändern ließ, war ich einer der ersten, die sagten, man müsse Kenwigs achten. Die Familie tat das infolge meiner Vorstellungen auch, und ich fühle mich verpflichtet hervorzuheben – ja ich bin stolz darauf –, daß ich von da an immer einen höchst ehrenwerten, anständigen, rechtschaffenen und achtbaren Mann in ihm gesehen habe. – Kenwigs, geben Sie mir Ihre Hand!«

»Es ist mir eine Ehre«, rief Mr. Kenwigs.

»Gleichfalls, Kenwigs, gleichfalls«, sagte Mr. Lillyvick.

»Ich habe sehr glücklich mit Ihrer Nichte gelebt«, gestand der Elfenbeindrechsler.

»Es wäre Ihre eigene Schuld gewesen, wenn es anders gekommen wäre«, entgegnete Mr. Lillyvick.

»Morlina!« rief die durch diese Lobeshymne tief gerührte Mutter. »Gib deinem lieben Großonkel einen Kuß.«

Das Mädchen tat, wie verlangt, und dann wurden auch die drei anderen Flachsköpfchen herumgereicht.

»Liebe Mrs. Kenwigs«, schlug Miss Petowker vor, als diese Szene glücklich absolviert war, »lassen Sie doch Morlina Mr. Lillyvick den neuen Tanz vortanzen, während Mr. Noggs den Punsch bereitet, mit dem wir dann die glückliche und häufige Wiederkehr dieses Festes unter Trinksprüchen feiern wollen.«

»Nein, nein, meine Liebe«, wehrte Mrs. Kenwigs ab, »es würde meinen Onkel nur langweilen.«

»Oh, unmöglich«, rief Miss Petowker lebhaft, »es wird ihn im Gegenteil brillant unterhalten, nicht wahr, mein Herr?«

»Gewiß«, erwiderte der Steuereinnehmer mit einem Blick nach dem Punschkünstler.

»Also, dann mache ich den Vorschlag«, sagte Mrs. Kenwigs, »Morlina soll ihre Pas tanzen und Miss Petowker nachher ›Das Begräbnis des Vampirs‹ deklamieren!«

Der Vorschlag wurde von allen Seiten mit großem Applaus aufgenommen, und Miss Petowker neigte zum Zeichen des Dankes mehrere Male huldreich das Haupt.

»Sie wissen«, zierte sie sich vorwurfsvoll, »wie ungern ich in Privatgesellschaften mit Leistungen, die zu meinem Berufe gehören, hervortrete.«

»Oh, hier ist das etwas anderes«, redete ihr Mrs. Kenwigs zu. »Wir sind hier unter lauter Freunden, so daß sie ebensowenig Anstoß daran zu nehmen brauchen wie in Ihrem eigenen Zimmer. Zudem, der gegenwärtige Anlaß –«

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