Kitabı oku: «Ein Jahr auf dem Court»

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CHRISTIAN ALBRECHT BARSCHEL

EIN JAHR

AUF DEM COURT

365

SPANNENDE GESCHICHTEN AUS DER WELT DES TENNIS


Ein Jahr auf dem Court

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

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9783840313745

eISBN 9783840337413

E-Mail: verlag@m-m-sports.com

www.dersportverlag.de

INHALT

Vorwort

Januar: Down Under

Februar: Debüts und Premieren

März: Bombendrohung und Fair Play

April: Comeback und Höchststrafe

Mai: Sandplatzhelden

Juni: Roland Garros

Juli: Der Heilige Rasen

August: Goldige Momente

September: New York, New York

Oktober: Porsche-Problem und Heirat

November: Weltmeister

Dezember: Davis-Cup-Helden

Anhang

1 Literatur

2 Bildnachweis

VORWORT


„Ganz großes Tennis!“ Diese Redewendung ist aus dem alltäglichen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. „Tennis ist eine perfekte Kombination aus brutaler Action in einer Atmosphäre der absoluten Ruhe“, sagte einst die US-Ikone Billie Jean King, eine leidenschaftliche Kämpferin für die Gleichberechtigung zwischen Spielern und Spielerinnen. Andre Agassi stellte treffend über den „weißen Sport“ fest: „Jeder Punkt kann zum Wendepunkt werden und sich in deine dunkelste oder größte Stunde verwandeln.“

Ganz großes Tennis schildert auch dieses Buch über den „weißen Sport“. Es liefert 365 Geschichten, ob historisch, kurios oder bizarr, aus der Welt des Tennissports – von Neujahr bis Silvester. Der Fokus liegt größtenteils auf den deutschen Spielern und Spielerinnen, die seit Beginn der Open Era im Jahr 1968 – der Geburtsstunde des Profitennis – denkwürdige Matches gespielt haben.

Wann gewann Boris Becker zum ersten Mal in Wimbledon? Warum ist der 9. Juli 1989 der größte Tag in der Geschichte des deutschen Tennis?

Wer schaffte das außergewöhnlichste Comeback nach einem Rückstand von 0:6, 0:5, 0:40?

Wieso wurde am 30. April 1993 am Hamburger Rothenbaum das dunkelste Kapitel im Tennissport geschrieben?

Und wie lief das kuriose Geschlechterduell zwischen dem Kettenraucher Karsten Braasch und den Williams-Schwestern Serena und Venus bei den Australian Open 1996 ab?

Roger Federer sagte einmal: „Wenn du deinen Sport wirklich liebst, musst du seine Geschichte studieren, damit du verstehst, wie er zu dem geworden ist, wie wir ihn heute kennen.“ Ein treffender Satz vom wohl populärsten Spieler der Tennisgeschichte.

Dieses Buch erzählt zu jedem Tag im Jahr eine passende Geschichte über die schönste Sportart der Welt. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und im Schwelgen historischer Erinnerungen.

Christian Albrecht Barschel

Januar: Down Under


1. Januar 1973
Margaret Court gewinnt historischen Titel bei den Australian Open

Margaret Court ist mit 24 Grand-Slam-Titeln im Einzel Rekordhalterin im Damentennis. Fast die Hälfte ihrer Grand-Slam-Titel gewann die Australierin bei ihrem Heim-„Major“, den Australian Open. Den elften und letzten Turniersieg in Down Under holte sich Court am Neujahrstag des Jahres 1973, allesamt auf Rasen, da die Australian Open erst im Jahr 1988 ein Hartplatzturnier wurden.

Im Endspiel besiegte Court bei Temperaturen um die 45° C ihre Landsfrau Evonne Goolagong mit 6:4, 7:5. Kein Spieler oder keine Spielerin hat bei einem Grand-Slam-Turnier mehr Einzeltitel gewonnen als Court.

Allerdings: Die Australian Open waren in früheren Jahren eher eine australische Meisterschaft, da das Turnier damals noch nicht das Renommee von heute besaß und viele ausländische Topstars die lange Reise nach Australien nicht unternehmen wollten.

Court wurde die Ehre zuteil, dass im heutigen Melbourne Park, dem Veranstaltungsort des Turniers, der zweitgrößte Platz der Anlage nach ihr benannt ist. Nach diversen homophoben Aussagen von Court wurde eine Namensänderung der Margaret Court Arena diskutiert, die allerdings bislang nicht durchgeführt wurde.

2. Januar 1992
Boris Becker, Steffi Graf und das Mixed mit Folgen

Boris Becker und Steffi Graf bildeten beim Hopman Cup 1992 in Perth, der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis, das deutsche Team. Ihr Auftritt stand aber unter keinem guten Stern. Damals wurde im australischen Perth im K.-o.-Format gespielt.

Becker und Graf siegten im Viertelfinale gegen Frankreich in den Einzeln, traten aber nicht zum abschließenden Mixed an. Im Halbfinale gegen die Tschechoslowakei musste Graf ihr Einzel gegen Helena Sukova nach Satzgleichstand wegen Schwindelanfällen aufgeben. Becker gewann anschließend sein Einzel gegen Karel Novacek. Trotz ihrer Aufgabe im Einzel trat Graf zum entscheidenden Mixed an, war aber am Ende ihrer Kräfte. Becker und Graf hielten zwar mit, verloren jedoch die Partie mit 4:6, 4:6. Es war der einzige gemeinsame Mixedauftritt der beiden deutschen Tennislegenden.

Für Graf hatte das Antreten beim Hopman Cup schwere Folgen. Vor Turnierbeginn hatten deutsche Ärzte bei ihr eine Mittelohrentzündung festgestellt und ihr von der Teilnahme am Hopman Cup abgeraten. Doch Graf ignorierte den Rat, flog nach Perth und machte die Erkrankung dadurch noch schlimmer. Nach dem Hopman Cup erteilten die Ärzte ihr zunächst Flugverbot von Perth nach Melbourne. Bei den Australian Open angekommen, musste Graf nach einigen kurzen Trainingseinheiten und diversen Bluttests für das Grand-Slam-Turnier absagen.

3. Januar 1972
Ken Rosewall und seine unglaubliche Siegesspanne

Ken Rosewall gewann 1953 als 18-Jähriger bei den Australian Open seinen ersten Grand-Slam-Titel. 19 Jahre später triumphierte der Australier zum vierten Mal bei seinem Heimturnier und sicherte sich seinen achten und letzten Turniersieg bei einem Grand Slam. Der 37-jährige Rosewall besiegte im ältesten Grand-Slam-Finale in der Geschichte des Profitennis seinen australischen Landsmann Malcom Anderson mit 7:6 (7:2), 6:3, 7:5.

Mit 19 Jahren ist dies die größte Zeitspanne im Tennis zwischen dem ersten und letzten Grand-Slam-Titel eines Spielers. Mit 37 Jahren und zwei Monaten ist Rosewall bis heute der älteste Grand-Slam-Sieger im Einzel in der Geschichte des Profitennis.

4. Januar 1976
Mark Edmondson und sein Australian-Open-Titel aus dem Nichts

Mark Edmondson hat das erreicht, wovon alle australischen Spieler träumen. Er gewann sein Heimturnier: die Australian Open. Es war im Jahr 1976, als Edmondson als Nummer 212 der Weltrangliste im Finale bei den Australian Open gegen seinen Landsmann John Newcombe sensationell siegte. Er ist damit der am niedrigsten platzierte Spieler, der je ein Grand-Slam-Turnier bei den Herren gewinnen konnte und ist bis heute der letzte Australier, der bei den Australian Open triumphierte.

„Ich bin in Schock. Das ist zu gut, um es zu glauben. Ich denke, ich werde mir heute Abend ein paar Flaschen Schampus genehmigen“, sagte der Sensationssieger nach seinem Coup.

Wer jetzt dachte, dass dies der Beginn einer großen Einzelkarriere von Edmondson war, der sah sich getäuscht. Der Australier konnte hauptsächlich nur bei Turnieren in seinem Land glänzen und erreichte mit Position 15 seine beste Platzierung in der Weltrangliste. Besser lief dagegen seine Karriere als Doppelspieler. 34 Turniersiege, darunter fünf Grand-Slam-Titel, machten Edmondson zu einem der besten Doppelspieler seiner Zeit.

5. Januar 2019
Angelique Kerber und Alexander Zverev verlieren dramatisches Finale im Hopman Cup

Wie schon im Jahr 2018 erreichten Angelique Kerber und Alexander Zverev beim Hopman Cup in Perth, der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis, das Finale und trafen erneut auf die Schweiz mit Belinda Bencic und Roger Federer. Und wie 2018 verlor das deutsche Duo das Endspiel und verpasste den dritten deutschen Titelgewinn beim Hopman Cup.

Zverev verlor im ersten Match gegen Federer mit 4:6, 2:6. Anschließend siegte Kerber mit 6:4, 7:6 (8:6) gegen Bencic, sodass im Mixed die Entscheidung über den Titelgewinn fallen musste. Dort entwickelte sich eine kuriose und hochklassige Partie, die Kerber und Zverev hauchdünn verloren. Im Tiebreak des dritten Satzes kam es zu einer Premiere. Beim Stand von 4:4 entschied der letzte Punkt, wer den Titel gewinnen würde. Kerber und Zverev verloren den spektakulären Ballwechsel und unterlagen schließlich mit 0:4, 4:1, 3:4 (4:5).

„Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir waren so nah dran. Wir als Spieler haben eigentlich genug von euch, aber was können wir machen?! Besonders du, Roger. Lass uns doch auch mal gewinnen, nur einmal den Hopman Cup. Es gibt wahrscheinlich nicht genug Drinks auf diesem Planeten, um das hier zu vergessen“, scherzte Zverev nach der bitteren Niederlage.

Nach 30 Jahren Hopman Cup wurde die inoffizielle Mixed-Weltmeisterschaft vorerst eingestellt. Ob es in den nächsten Jahren ein Comeback der Teamveranstaltung gibt, ist noch unklar.

6. Januar 1996
Marc Rosset und sein Faustschlag mit Folgen

Das Schweizer Duo mit der erst 15-jährigen Martina Hingis und Olympiasieger Marc Rosset spielte 1996 beim Hopman Cup in Perth, der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis, um den Titel im Finale gegen Kroatien mit Iva Majoli und Goran Ivanisevic. Die Entscheidung um den Turniersieg fiel im Mixed.

Und dort sorgte Rosset mit einer riesengroßen Dummheit für den Titelgewinn für Kroatien. Hingis und Rosset hatten bei 5:4-Führung im dritten Satz bei Aufschlag von Ivanisevic drei Matchbälle am Stück. Die Schweizer konnten diese große Chance nicht nutzen. Als auch nicht der vierte Matchball die Entscheidung brachte, kochten bei Rosset die Emotionen hoch.

Der Zwei-Meter-Hüne donnerte seine rechte Faust gegen eine Werbebande. Es war ein Faustschlag mit Folgen. Nach dem Ausgleich zum 5:5 ließ sich Rosset an der Schlaghand behandeln. Zwar ging es zunächst weiter, doch obwohl die ersten beiden Punkte im Aufschlagspiel von Hingis an die Schweizer gingen, waren die Schmerzen bei Rosset zu groß – Aufgabe und Hopman-Cup-Titel für Kroatien.

Während Hingis nach der Siegerehrung bittere Tränen in den Armen ihrer Mutter weinte, zog sich Rosset einen Haarriss im kleinen Finger und in der rechten Hand zu, sodass er seinen Start bei den folgenden Turnieren, unter anderem bei den Australian Open, absagen musste. „Ich kann nicht erklären, wie leid es mir tut, aber manchmal hat man sich selbst nicht unter Kontrolle“, zeigte sich der Schweizer zerknirscht.

Kurios: Hingis und Rosset traten im nächsten Jahr wieder an. Im Gruppenspiel gegen Südafrika führte Rosset gegen Wayne Ferreira klar mit 6:0, 2:1, als er über ein Ballmädchen stolperte und wegen Rückenschmerzen aufgeben musste und auch nicht zum Mixed antreten konnte.

7. Januar 1995
Anke Huber und Boris Becker gewinnen Hopman Cup im finalen Liebesduell

Für Anke Huber war das Finale beim Hopman Cup in Perth im Jahr 1995 eine verflixte Situation. An der Seite von Boris Becker spielte sie um den zweiten deutschen Titel bei der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft im Tennis nach 1993. Ihre Finalgegner: die Ukraine mit den Geschwistern Andrei Medvedev und Natalia Medvedeva.

Das Besondere dabei: Huber und Medvedev waren seit zwei Jahren ein Liebespaar. Huber brachte Deutschland mit einem Dreisatzsieg gegen Medvedeva mit 1:0 in Führung. Danach kam es zum Duell zwischen Becker und Medvedev, bei dem Huber eher ihrem Freund die Daumen drückte, wie sie später erzählte.

Becker siegte in drei Sätzen und sicherte Deutschland den zweiten und letzten deutschen Titel beim Hopman Cup. Huber war trotzdem froh, dass es im Mixed nicht zum ultimativen Showdown mit ihrem Freund Medvedev um den Turniersieg kam. Die beiden trennten sich wenig später, kamen im Jahr 1999 wieder zusammen. Von der Liebe beflügelt, erreichte Medvedev 1999 bei den French Open das Endspiel, wo er gegen Andre Agassi nach einer 2:0-Satzführung schon eine Hand am Siegerpokal hatte.

Die Liebe zerbrach endgültig Anfang 2000. Medvedev trennte sich von Huber. Kuriosum am Rande: Medvedev und Huber spielten im Oktober 2001 innerhalb von einer Woche ihr letztes Karrierematch.

8. Januar 1993
Steffi Graf und Michael Stich gewinnen ersten Hopman-Cup-Titel für Deutschland

Nachdem Steffi Graf 1989 (mit Patrik Kühnen) und 1992 (mit Boris Becker) nicht den Titel beim Hopman Cup in Perth holen konnte, unternahm sie 1993 den nächsten Versuch. Ihr Partner war Michael Stich. Und tatsächlich waren aller guten Dinge drei.

Graf und Stich gewannen den Hopman Cup erstmals für Deutschland. Im Finale besiegten sie das spanische Geschwister-Duo Arantxa Sanchez Vicario und Emilio Sanchez. Für Graf und Stich war es der Startschuss zu einer starken Saison. Graf gewann 1993 insgesamt zehn Turniere, darunter drei Grand-Slam-Titel, Stich siegte bei sechs Turnieren und triumphierte zudem mit Deutschland im Davis Cup.

9. Januar 2003
Patrick Rafter verkündet Karriereende

Überraschend kam dieser Rücktritt nicht. Patrick Rafter verkündete wenige Tage vor Beginn der Australian Open nach einer einjährigen Auszeit in einem offenen Brief an die Medien sein Karriereende im Alter von 30 Jahren.

„Ich bedauere es, dass die Trophäen in Wimbledon und im Davis Cup nicht in meinem Schrank sind, aber so ist der Sport. Du gewinnst einiges, und du verlierst einiges. Wie auch immer, ich fühle, dass ich das Spiel zufrieden mit meinen Leistungen verlasse, in der Gewissheit, dass ich alles gegeben habe“, schrieb der Australier.

Rafter gewann in seiner Karriere elf ATP-Titel, darunter zweimal die US Open. In Wimbledon stand er zweimal im Finale. Mit einer Woche an der Spitze im Jahr 1999 hatte er zudem die kürzeste Regentschaft als Nummereins-Spieler.

Rafter spielte sein letztes Einzel im Davis-Cup-Finale 2001 gegen Frankreich, wo er in drei Sätzen gegen Sebastien Grosjean siegte. Der Australier ist somit einer von nur ganz wenigen Spielern, die mit einem Erfolg im Einzel die Tennisbühne verlassen haben.

10. Januar 1982
Beim Schaukampf zwischen Jimmy Connors und John McEnroe fliegen die Worte

Auch bei einem Match, wo es nicht um Weltranglistenpunkte und Trophäen geht, können die Emotionen überkochen. Die beiden US-Amerikaner Jimmy Connors und John McEnroe, bekannt für ihr heißblütiges Temperament, gerieten bei der Michelob Light Challenge in Rosemont im US-Bundesstaat Illinois, einem Einladungsturnier mit acht Spielern, heftig aneinander.

Es war ein Match mit Verwarnungen, Punktstrafen, Spielverzögerungen und Streitereien. Als Connors mit dem Verhalten von McEnroe nicht einverstanden war, kletterte er übers Netz und geigte seinem Landsmann die Meinung. Bevor es zu Handgreiflichkeiten kommen konnte, gingen die Offiziellen dazwischen.

Connors gewann das Match in fünf engen Sätzen und sprach einen Tag später über den Vorfall: „Ich war sauer. Ich hoffe, das passiert nicht wieder, aber ich möchte nicht, dass jemand etwas über mich sagt, das er nicht belegen kann. Ich hoffe, ich habe missverstanden, was er gesagt hat. Ich denke, dass wir beide die gleiche Einstellung haben. Er ist aggressiv, ich bin aggressiv. Wir beide stehen für unsere Rechte ein. Aber ich stehe für meine Rechte in einer anderen Art und Weise ein. Wenn ich mich im Recht fühle, trete ich hervor. Ich möchte etwas Respekt.“

Connors und McEnroe standen sich in offiziellen Matches insgesamt 34mal gegenüber, darunter zweimal im Finale in Wimbledon.

11. Januar 2015
Roger Federer gewinnt 1.000 ATP-Match

Es hätte kaum einen besseren Rahmen geben können für den 1.000 Einzelsieg auf der ATP-Tour von Roger Federer, und zwar mit einem Titelgewinn. Der Schweizer durchbrach die gigantische Schallmauer mit dem Finalerfolg beim ATP-Turnier in Brisbane.

Federer besiegte im Endspiel den Kanadier Milos Raonic mit 6:4, 6:7 (2:7), 6:4. „Kein Zweifel. Das ist ein spezieller Moment. Ich habe über die Jahre so viel gespielt, aber dieser Sieg vor euren Augen bedeutet mir so viel“, sagte Federer und blickte dabei zu den Tennislegenden Rod Laver und Roy Emerson, die in Brisbane diesen historischen Moment miterlebten. „Dieses Match werde ich bestimmt nicht mehr vergessen“, freute sich der Schweizer über den 1.000 Sieg auf ATP-Level.

Federer wurde nach Jimmy Connors und Ivan Lendl der dritte Spieler, dem dieses Kunststück gelang.

12. Januar 1980
Vitas Gerulaitis und sein Zitat für die Ewigkeit

Vitas Gerulaitis war zu seiner Zeit einer der großen Stars der Tennisszene. Der US-Amerikaner gewann die Australian Open, stand bei den French Open und bei den US Open im Finale, erreichte in der Weltrangliste Platz drei.

Doch der im Jahr 1994 verstorbene Gerulaitis ist mittlerweile mehr bekannt für ein geflügeltes Wort. Es ist ein Satz für die Ewigkeit. Obwohl Gerulaitis zu den Topspielern gehörte, gab es einen Gegner, an dem er sich lange Zeit die Zähne ausbiss – Jimmy Connors. Gegen seinen Landsmann gab es in 16 Duellen keinen Sieg, bis zum Halbfinale beim Masters im New Yorker Madison Square Garden.

Und auch im 17. Aufeinandertreffen mit Connors sah es zunächst nach einer weiteren Niederlage für den Lebemann, der kaum eine Party ausließ, aus. Connors führte mit 5:3, doch dann drehte Gerulaitis auf und siegte mit 7:5, 6:2. Auf der folgenden Pressekonferenz gab der US-Amerikaner das vielleicht bekannteste Zitat der Tennisgeschichte zum Besten. „Das war eine Lektion an alle: Niemand schlägt Vitas Gerulaitis 17-mal in Folge!“

Gerulaitis gewann auch die drei folgenden Spiele gegen Connors und behielt mit seinem Zitat recht. Auch gegen Björn Borg verlor er 16-mal in Folge, zu einem 17. Duell kam es laut aktueller Auflistung nicht mehr. Andere Aufzeichnungen sprachen jedoch davon, dass Gerulaitis gegen Borg alle 20 Matches verloren hat. Aber es ist sicherlich besser so, dass das geflügelte Wort von Gerulaitis Bestand hat.

13. Januar 1997
Boris Beckers historische Niederlage im Glutofen von Melbourne

Boris Becker ging bei den Australian Open 1997 als Titelverteidiger ins Rennen und traf in der ersten Runde auf den Spanier Carlos Moya, der mit seinen 20 Jahren bereits die Nummer 25 der Weltrangliste war. Im Glutofen von Melbourne mit bis zu 60° C auf dem Centre Court lieferten sich Becker und Moya ein packendes Duell, was zumindest bei Becker große Spuren hinterließ.

„Mein Gehirn ist Rührei, mein Reservekanister ist leer. Am Ende des Spiels wusste ich nicht einmal mehr, wie ich eigentlich heiße“, sagte Becker.

Der Deutsche hatte zunächst alles im Griff und führte mit 7:5, 3:1, ehe der Spanier erbitterten Widerstand leistete. Nach 3:31 Stunden schaffte Moya die große Sensation und schickte Becker nach fünf Sätzen (5:7, 7:6 (7:4), 3:6, 6:1, 6:4) ins Tal der Tränen. „Meine Füße fühlten sich im fünften Satz wie verbrannt an. Ich hatte bei jedem Schritt die Angst, dass sich meine Haut ablöst“, erklärte Becker, der seinem Gegner den gebührenden Respekt zollte. „Es gibt keine Entschuldigung. Ich bin Realist, Carlos war der Bessere. Er hat verdient gewonnen.“

Beckers Niederlage war bis heute die einzige Niederlage eines Australian-Open-Titelverteidigers bei den Herren in der ersten Runde. Für Moya war der Coup gegen Becker der Beginn eines sensationellen Laufs. Der Spanier spielte ein herausragendes Turnier und schlug auf dem Weg ins Endspiel unter anderen noch Michael Chang. In seinem ersten Grand-Slam-Finale blieb Moya aber nur die Rolle des klar unterlegenen Statisten. Gegen Pete Sampras war der damalige 20-Jährige chancenlos.

14. Januar 2002
Monster-Comeback von Stefan Koubek bei den Australian Open

Die Australian Open 2002 waren das beste Grand-Slam-Turnier von Stefan Koubek, der das erste und einzige Mal das Viertelfinale bei einem „Major“ erreichte. Dabei wäre es zu diesem Erfolg beinahe gar nicht gekommen, denn der Österreicher stand in der ersten Runde kurz vor dem Aus.

Gegen den französischen Qualifikanten Cyril Saulnier lief bei Koubek zweieinhalb Sätze lang nichts zusammen. 6:0, 6:1, 4:1 und 40:15 führte Saulnier, ehe der Österreicher ins Match fand und tatsächlich noch den Sieg schaffte. Im Tiebreak des dritten Satzes wehrte Koubek dabei einen Matchball ab und siegte schließlich mit 0:6, 1:6, 7:6 (8:6), 6:4, 8:6.

„Ich saß mit einem Bein im Flieger“, blickte Koubek Jahre später auf sein Monster-Comeback zurück. Auch im Zweitrundenmatch gegen James Blake drehte der Österreicher einen 0:2-Satzrückstand zum Sieg. Im Viertelfinale war Koubek dann platt und verlor klar gegen Jiri Novak.

15. Januar 1981
Björn Borg bekommt Strafpunkte gegen John McEnroe

Björn Borg war der erste große Popstar im Tennis. Mit seiner Spielweise hat er den Sport revolutioniert und dafür gesorgt, dass Tennis einen regelrechten Boom erlebte. Aufgrund seiner in sich ruhenden Art bekam der Schwede den Namen „Iceborg“ verpasst.

Doch so still und cool, wie sich Borg auf dem Platz gab, war er in Wirklichkeit nicht. „Ich war nie so kalt, wie es schien. Das war nur Schauspielerei. Ein Schauspiel, das ich perfekt spielte. Es war Teil meiner Waffenkammer. Ich dachte, wenn meine Gegner nicht wissen, wie ich mich richtig fühlte im Inneren, dann wäre ich unbesiegbar“, gestand Borg nach seiner Karriere.

Doch in einer Partie gingen mit Borg die Pferde durch. Beim Gruppenspiel beim Masters-Turnier in New York stand Borg seinem ewigen Rivalen John McEnroe gegenüber. Beim Stand von 3:3 im Tiebreak des zweiten Satzes schlug der Schwede einen Vorhandwinner. So dachte er jedenfalls.

Der Schiedsrichter schritt ein und überstimmte die Entscheidung des Linienrichters. Borg wollte das nicht wahrhaben und diskutierte mit dem Schiedsrichter Mike Lugg. Nach 30 Sekunden wurde Borg wegen Spielverzögerung verwarnt, nach 30 weiteren Sekunden erhielt er einen Strafpunkt. Borg wollte nicht aufhören zu diskutieren und fing sich einen weiteren Strafpunkt ein. McEnroe führte daraufhin mit 6:3 im Tiebreak.

Zwar verlor Borg den Satz, aber den Sieg sicherte er sich im Tiebreak des dritten Satzes sowie später auch den Turniersieg. „Ich konnte nicht glauben, was passiert ist. Ich war schockiert darüber, was Borg getan hat. Ich kann mir das nicht erklären. Er tut so etwas nie. Ich wollte die Strafpunkte beinahe nicht nehmen“, sagte der temperamentvolle McEnroe über die Strafpunkte für Borg.

Der Schwede zeigte sich auch nach dem Sieg angriffslustig. „Ich war sauer. Es hätte 4:3 für mich stehen müssen, das war ein wichtiger Punkt.“

16. Januar 2013
Maria Sharapovas historischer Double Bagel

Von einem Double Bagel spricht man im Tennis, wenn ein Spieler das Match mit 6:0, 6:0 gewinnt. Die Bezeichnung stammt daher, weil die runde Form des Bagels an die Zahl 0 erinnert. Bei den Australian Open 2013 verteilte Maria Sharapova gleich zweimal in Folge einen Double Bagel.

In der ersten Runde siegte die Russin gegen Olga Puchkova mit 6:0, 6:0. In der zweiten Runde fertigte sie die Japanerin Misaki Doi mit dem gleichen Ergebnis ab. Zwei Double Bagel in Folge bei einem Grand-Slam-Turnier hatte es zuvor zuletzt durch Wendy Turnbull bei den Australian Open 1985 gegeben.

„Ich möchte nicht für diese Statistik bekannt sein. Ich möchte dafür bekannt sein, Grand-Slam-Titel zu gewinnen, nicht dafür, dass ich zwei Matches mit 6:0, 6:0 gewonnen habe“, sagte Sharapova über die beiden Double Bagel. Die Russin zeigte sich bei den Australian Open 2013 in bärenstarker Form, gab bis zum Halbfinale insgesamt nur neun Spiele ab, wurde dann aber selbst vom Platz gefegt. Na Li gewann 6:2, 6:2 gegen Sharapova.

17. Januar 1992
John McEnroe lässt Boris Becker verblüfft zurück

Boris Becker ging bei den Australian Open 1992 als Titelverteidiger und aktuelle Nummer drei der Welt an den Start. In der dritten Runde bekam er es mit dem knapp 33-jährigen Altstar John McEnroe zu tun. Die Favoritenrolle lag klar auf der Seite des Deutschen, auch weil McEnroe zu seinen Lieblingsgegnern gehörte. Doch was der US-Amerikaner in Melbourne spielte, ließ Becker verblüfft zurück.

McEnroe siegte klar mit 6:4, 6:3, 7:5. „Es ist eine große Erleichterung. Ich fühle mich so viel leichter. Es ist so lange her, dass ich einen Spieler von Boris‘ Kaliber besiegen konnte“, strahlte McEnroe. „Das hat mich überrascht. Ich habe einfach nicht glauben können, dass John sein Spiel drei Sätze lang durchzieht“, kommentierte Becker die überraschende Niederlage und stellte bereits vor dem Match treffend fest: „Wenn es bei John läuft, kann er uns immer noch viel Ärger bereiten.“

18. Januar 1991
Boris Becker siegt nach 5:11 Stunden im Glutofen von Melbourne

Boris Becker und Omar Camporese gaben sich so richtig die Kugel in der dritten Runde der Australian Open 1991, und zwar 5:11 Stunden lang. Es war bis dato das längste Match in der Turniergeschichte. Im Glutofen von Melbourne schien Becker das Match nach einer 2:0-Satzführung aus den Händen zu gleiten. Der fünfte Satz wurde dramatisch und dauerte über zwei Stunden.

Becker breakte Camporese zum 11:10 und hatte anschließend drei Matchbälle am Stück. Doch der Italiener gab sich nicht geschlagen und schaffte mit fünf Punktgewinnen in Folge das Rebreak. Auch das nächste Break von Becker zum 12:11 konterte Camporese. Einen weiteren Aufschlagverlust zum 13:12 konnte der Italiener aber nicht egalisieren. Becker beendete das Match mit zwei Assen in Folge und siegte mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 0:6, 4:6, 14:12.

„Ich habe keine Ahnung, wie ich es beendet habe. Ich nehme an, dass ich am Ende einen Schlag mehr als er gemacht habe. Es war ein tolles Match von beiden Spielern. Für mich war es eines meiner fünf besten Matches, in denen ich gespielt habe. Es hätte nicht enger sein können“, sagte Becker. Der Deutsche gewann eine Woche später die Australian Open und wurde dadurch zum ersten Mal die Nummer eins der Weltrangliste.

19. Januar 1997
Das Ende von Steffi Grafs gigantischer Grand-Slam-Serie

Als uneingeschränkte Grand-Slam-Königin ging Steffi Graf in die Australian Open 1997. Die Deutsche hatte die letzten sechs Grand-Slam-Turniere, an denen sie teilnahm, allesamt gewonnen. Bei den Australian Open 1995 und 1996 fehlte sie wegen Verletzungen. Und auch der Start beim Turnier 1997 verlief nicht ohne Wehwehchen. Graf litt an einer Entzündung im Zeh und musste Antibiotika nehmen.

Sie erreichte das Achtelfinale und war damit seit 45 Grand-Slam-Matches ungeschlagen. Im Achtelfinale traf Graf auf die nur 1,58 Meter große Südafrikanerin Amanda Coetzer, die wegen ihrer wieselflinken Beine auch „Speedy Gonzales“ genannt wurde. Der Glutofen in Melbourne mit 37° C im Schatten machte Graf zu schaffen. Sie erlitt einen Hitzschlag und musste mehrmals mit Eispacks behandelt werden.

Coetzer, die in der Wüste Südafrikas aufwuchs und zu den fittesten Spielerinnen zählte, kam mit den hohen Temperaturen weitaus besser zurecht. Im zweiten Satz sah es danach aus, als ob Graf auf die Siegerstraße zurückkommen würde. Sie führte schnell mit 4:0, doch am Ende jubelte Coetzer nach einem 6:2, 7:5-Erfolg. „Sie hat wirklich sehr gut gespielt. Ich habe alles versucht, was ich konnte. Ich habe es so hart versucht, wie ich konnte. Ich hatte einfach nicht die Energie bei der Hitze. Aber gebt ihr die Anerkennung. Sie ist mit den Bedingungen sehr gut umgegangen“, kommentierte Graf.

„Wir beide hatten mit der Hitze ein wenig zu tun. Ich habe versucht, nicht darüber nachzudenken, dass sie den Arzt kommen ließ. Sie hat zu dieser Zeit sehr gut gespielt. Ich habe versucht, mich nicht ablenken zu lassen. Ich habe viel Training bei warmem Wetter in Florida gemacht“, sagte Coetzer, die 1997 zur Angstgegnerin von Graf wurde. Bei den French Open besiegte sie die Deutsche erneut, und auch bei deren Heimturnier in Berlin mit dem vernichtenden Ergebnis von 6:0, 6:1 – die höchste Niederlage in der Karriere von Graf.

20. Januar 2008
Lleyton Hewitt, Marcos Baghdatis und das späteste Ende eines Tennismatchs

Bis 03:44 Uhr, so lange spielten Andreas Seppi und Bobby Reynolds in der ersten Runde der Australian Open 2007. Das war das späteste Ende bei einem Profimatch, bis Lleyton Hewitt und Marcos Baghdatis kamen. Der Australier und der Zypriote spielten in der dritten Runde der Australian Open 2008 bis 04:34 Uhr morgens und setzten damit vielleicht einen Rekord für die Ewigkeit.

Erst um 23:47 Uhr Ortszeit fiel der Startschuss für dieses epische Match mit vielen Aufs und Abs. Da die vorherigen Partien sehr lange gingen, konnte die Night Session erst sehr spät losgehen. Baghdatis knickte Anfang des dritten Satzes um. Es roch nach Aufgabe und vorzeitigem Ende. Doch der Zypriote hielt durch und zeigte sein Kämpferherz.

Um 03:06 Uhr und bei einer 5:1-Führung von Hewitt im vierten Satz war das Match eigentlich gelaufen. Baghdatis wehrte einen Matchball ab und schaffte tatsächlich den Satzausgleich. Im fünften Satz brachte das Break von Hewitt in einem 15-minütigen Aufschlagspiel von Baghdatis die Entscheidung. Um 04:33 Uhr verwandelte Hewitt schließlich seinen fünften Matchball und ließ sich nach 4:45 Stunden Spielzeit erschöpft auf den Boden fallen.

Tennisgeschichte wurde in dieser Nacht zu Sonntag in Melbourne geschrieben. Hewitt erklärte später, dass es mental einer seiner besten Siege gewesen sei.

21. Januar 1990
John McEnroe vergisst Regeländerung und wird disqualifiziert

Die bekannteste Disqualifikation im Herrentennis ist sicherlich die von John McEnroe bei den Australian Open 1990 in seinem Achtelfinale gegen Mikael Pernfors. „Big Mac“ bewegte sich stets am Rande einer Disqualifikation. In Melbourne passierte es dann erstmals, als ihm eine Regeländerung zum Verhängnis wurde, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten war.

Die Schritte für die Disqualifikation wurden von vier auf drei reduziert. Somit konnte ein Spieler nach drei Verwarnungen wegen unsportlichen Verhaltens disqualifiziert werden. McEnroe hatte die neue Regel nicht im Kopf und stand nach der Bekanntgabe der Disqualifikation ungläubig und wortlos auf dem Platz.

Nachdem McEnroe seine zweite Verwarnung bekam und damit einen Punktabzug kassiert hatte, rief er nach Oberschiedsrichter Ken Farrar, der kurz darauf mit dem Turnierschiedsrichter Peter Bellenger den Platz betrat. Farrar erklärte McEnroe, dass die Entscheidung mit dem Strafpunkt bestehen bleibe. Nach einer kurzen Diskussion rief Schiedsrichter Gerry Armstrong zum Weiterspielen auf.

Während McEnroe in Richtung Grundlinie ging, ließ er eine Schimpftirade los. „F … deine Mutter“, rief der US-Amerikaner in Richtung Farrar. Farrar hörte die Beleidigung, drehte um in Richtung Schiedsrichterstuhl und gab Armstrong die Anweisung, McEnroe zu disqualifizieren. „Code violation, verbal abuse. Default, Mr. McEnroe. Game, set and match, Pernfors“, sagte Armstrong in sein Mikrofon und verkündete die Disqualifikation von McEnroe.

Die Zuschauer des Matchs quittierten die Disqualifikation mit Buhrufen und schrien minutenlang: „Wir wollen McEnroe.“ Der US-Amerikaner war der erste Spieler in der Turniergeschichte der Australian Open und der zweite Spieler in der Grand-Slam-Geschichte, der wegen Fehlverhaltens disqualifiziert wurde. 1963 wurde der Spanier Willie Alvarez bei den French Open wegen schlechten Benehmens disqualifiziert.

22. Januar 2003
Andy Roddick, Younes El Aynaoui und die 21:19-Schlacht

Ein denkwürdiges Match, das kein Ende nehmen wollte, lieferten sich Andy Roddick und Younes El Aynaoui bei den Australian Open 2003. Das Duell zwischen dem US-Amerikaner und dem Marokkaner gilt als eines der besten Matches aller Zeiten und sollte in der Sammlung eines Tennisfans nicht fehlen. Die Partie wurde von Minute zu Minute intensiver. Waren die ersten vier Sätze schon ein absoluter Leckerbissen, bot der fünfte Satz Tennis auf allerhöchstem Niveau.

Beide leisteten sich kaum Fehler und produzierten Winner um Winner. Am Ende standen auf beiden Seiten mehr als 100 direkte Gewinnschläge auf dem Konto. Bei 5:4 hatte El Aynaoui Matchball. Doch Roddick wehrte diesen mit einem Inside-Out-Vorhand-Gewinnschlag in Weltklassemanier ab und feierte diesen Punktgewinn enthusiastisch. Roddick servierte bei 11:10 zum Matchgewinn. Doch das war auch noch nicht das Ende. Roddicks Break zum 20:19 brachte schließlich die Entscheidung.

Nach 4:59 Stunden um kurz vor 1 Uhr nachts in Melbourne verwandelte Roddick seinen zweiten Matchball in dieser epischen Partie und siegte mit 4:6, 7:6 (7:5), 4:6, 6:4, 21:19. Beide umarmten sich am Netz und verneigten sich vor den Zuschauern, die alle bis zum Schluss geblieben waren und den Spielern mit stehenden Ovationen dankten.

John McEnroe interviewte beide noch auf dem Platz. „Er sah so aus, als ob er noch einen Satz spielen könnte“, sagte Roddick scherzhaft über El Aynaoui. „Meine Beine fühlten sich am Ende etwas schwer an. Auch wenn ich verloren habe, bin ich glücklich“, kommentierte El Aynaoui. „Der fünfte Satz war wirklich speziell. Die Strategie wurde über den Haufen geworfen. Es war nur noch ein purer Kampf. Es ging nur noch ums Herz“, resümierte Roddick das Match, das mit 83 Spielen die längste Partie in der Geschichte der Australian Open war.

23. Januar 1988
Steffi Graf gewinnt mit einem Novum erstmals die Australian Open

Bei den Australian Open 1988 legte Steffi Graf den Grundstein für etwas Einmaliges im Tennis – das Erreichen des Golden Slams, der Gewinn von allen vier Grand-Slam-Turnieren und Olympiagold innerhalb eines Kalenderjahres. Das Finale gegen Chris Evert in Melbourne wurde zu einem Novum in der Tennisgeschichte. Zum ersten Mal musste ein Grand-Slam-Finale unter geschlossenem Dach zu Ende gespielt werden.

Bei 2:1-Führung für Graf im ersten Satz wurde das Match wegen eines Regenschauers unterbrochen. Nach 90 Minuten entschieden die Offiziellen, dass das einfahrbare Dach, das im gleichen Jahr in Betrieb genommen wurde, geschlossen würde. Das Schließen des Dachs war ein klarer Vorteil für Graf, da die Deutsche die bessere Hallenspielerin der beiden war. „Steffi ist eine viel bessere Hallenspielerin als ich. Es ist komplett anders als Freiluft. Sie ist einfach besser damit umgegangen“, sagte Evert nach dem Finale.

Und Graf bewies das zunächst eindrucksvoll, als es unter geschlossenem Dach weiterging. Den ersten Satz gewann sie mit 6:1. Im zweiten Satz raste sie zu einer schnellen 5:1-Führung. Es sah nach einem ganz klaren Finalsieg der Deutschen aus. Doch so leicht ließ sich Evert dann doch nicht besiegen. Die 18-malige Grand-Slam-Siegerin gewann fünf Spiele in Folge und stand dicht vor dem Satzausgleich. Es ging schließlich in den Tiebreak, den Graf mit 7:3 für sich entschied.

Die Deutsche hatte zum ersten Mal die Australian Open gewonnen. Der Grundstein für etwas noch Größeres war gelegt. Nach ihrem Australian-Open-Triumph wurde die 18-Jährige mit Lobeshymnen überschüttet. „Ich weiß nicht, wer Steffi überhaupt schlagen kann“, sagte Pam Shriver. „Das Damentennis wird 1988 zu einer One-Girl-Show. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der Steffi 1988 besiegen wird“, prophezeite die australische Tennislegende Rod Laver, der 1962 und 1969 den Grand Slam schaffte.

24. Januar 1995
Die traurigen Tränen des Pete Sampras in Melbourne

Das Viertelfinale bei den Australian Open 1995 gegen seinen Landsmann Jim Courier ist eines der emotionalsten Matches von Pete Sampras. Der US-Amerikaner brach in Trauer und Sorge um seinen schwerkranken Trainer Tim Gullikson auf dem Platz in Tränen aus. Gullikson hatte während des Turniers einen Schwächeanfall erlitten und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Courier war im vierten Satz dank seines ersten Breaks im Match auf der Siegerstraße, ehe ihm ein Doppelfehler zum Verhängnis wurde. Zu Beginn des fünften Satzes brach Sampras plötzlich auf dem Platz und auf seiner Bank in Tränen aus. „Als ich in meinem Stuhl während des Seitenwechsels saß, begann ich, über Tim nachzudenken. Ich dachte an Tim im Krankenhaus zurück, wie verletzlich und traurig er war. Einen Moment später brach ich auseinander. Diese ganze Sache hatte sich in mir aufgestaut. Die kraftvollen Emotionen, die ich die ganze Zeit verdrängt hatte, mussten und wollten heraus. Es war nicht meine Art, Dinge rauszulassen, schon gar nicht bei einem Tennismatch. Deshalb wusste ich nicht, wo ich mit meinen Gefühlen hin sollte. Dass ich meine Gefühle kontrollieren wollte, machte es dabei noch viel schlimmer“, schilderte Sampras später diesen Vorfall in seiner Biografie A Champion‘s Mind.

Später wurde angenommen, dass ein Ruf eines Zuschauers für den Gefühlsausbruch bei Sampras gesorgt hatte. Doch davon distanzierte sich Sampras in seiner Biografie. „Es gibt einen Mythos über den gesamten Vorfall. Die Idee, dass mein Zusammenbruch begann, als ein Fan schrie ‚Auf geht‘s Pete. Tu es für deinen Coach.‘ Doch das ist nicht wahr. Ich habe den Kerl nicht einmal gehört“, klärte Sampras die Situation auf. Sampras konnte nicht aufhören zu weinen. Bei 1:1 und 30:0 rief Courier ihm zu: „Bist du in Ordnung, Pete? Wir können das auch morgen zu Ende bringen.“

Nach knapp vier Stunden um 01:09 Uhr morgens Ortszeit verwandelte Sampras seinen ersten Matchball. „Ich weiß, dass du tot bist, Pete, weil ich tot bin“, sagte Courier beim Handshake. „Gewinnen oder verlieren. Es war eins der besten Matches, an denen ich teilgenommen habe. Ich habe nicht aufgegeben und alles versucht, um zu gewinnen. Wir haben beide viel Herz dort draußen gezeigt“, sagte Sampras später in der Pressekonferenz. Bei Gullikson wurde später ein Gehirntumor diagnostiziert. Er verstarb schließlich am 3. Mai 1996.

25. Januar 2003
„Serena Slam“ und „Sister Slam“ in Melbourne

Zum insgesamt fünften Mal und zum vierten Mal in Folge spielten die Williams-Schwestern Serena und Venus in einem Grand-Slam-Finale gegeneinander. Serena hatte in Paris, Wimbledon und New York die Endspiele gegen ihre ältere Schwester gewonnen und strebte nun nach ihrem persönlichen „Serena Slam“ – dem Sieg bei vier Majors in Folge. Doch Venus machte es ihrer Schwester nicht einfach und leistete erbitterten Widerstand.

Doch mit vier leichten Fehlern im letzten Spiel gab Venus das Match leichtfertig ab – 7:6 (7:4), 3:6, 6:4 hieß es am Ende für Serena. „Ich bin nie zu Tränen gerührt, aber gerade bin ich sehr emotional. Ich bin wirklich, wirklich, wirklich glücklich. Ich möchte meiner Mutter und meinem Vater für die Hilfe danken“, sagte die gerührte US-Amerikanerin nach ihrem „Serena Slam“.

„Ich wünschte, dass ich die Siegerin bin, aber natürlich ist Serena ein großer Champion. Sie hat alle vier Grand Slams gewonnen, was etwas ist, was ich auch gerne mal schaffen möchte“, sagt die geschlagene Venus, die auch das vierte Grand-Slam-Finale in Folge gegen ihre Schwester verloren hatte. Den „Serena Slam“ hätte man also auch „Sister Slam“ nennen können.

26. Januar 2003
Rainer Schüttler verpasst Sensationssieg bei den Australian Open

Rainer Schüttler erlebte 2003 bei den Australian Open ein zweiwöchiges Tennismärchen. Das ganz große Happy End blieb allerdings aus. Der Deutsche, zum damaligen Zeitpunkt die Nummer 36 der Welt, spielte sich in Melbourne sensationell ins Finale vor.

„Wahnsinn, das ist einer der besten Momente meines Lebens. Ich habe die Welt innerhalb von zwei Wochen ein bisschen auf den Kopf gestellt. Daran habe ich vor dem Turnier nie gedacht. Ich war froh, in der dritten Runde zu sein“, freute sich Schüttler nach dem Einzug ins Endspiel. Für den Titelgewinn bei den Australian Open reichte es nicht.

Andre Agassi war viel zu stark und besiegte Schüttler im Endspiel glasklar mit 6:2, 6:2, 6:1 – nach nur 76 Minuten. „Er war einfach zu gut für mich. Das Finale habe ich mir mit Sicherheit anders vorgestellt. Aber ich habe nicht gegen irgendjemanden verloren. Wenn ich in ein paar Wochen zurückblicke, werde ich auf keinen Fall enttäuscht sein“, kommentierte Schüttler die Niederlage in seinem einzigen Grand-Slam-Endspiel.

27. Januar 1998
Karsten Braasch gewinnt Männer-Frau-Vergleich gegen die Williams-Schwestern

Die damals 17-jährige Serena Williams ließ sich zur Aussage hinreißen, dass sie Spieler in den Top 200 der Herren-Weltrangliste besiegen würde. Dies nahm Karsten Braasch zum Anlass, die Herausforderung anzunehmen. Während der Australian Open 1998 kam es zum Showdown zwischen Braasch, einem bekennenden Kettenraucher, und den Williams-Schwestern Venus und Serena.

Braasch, zum damaligen Zeitpunkt die Nummer 203 der Welt, spielte zunächst einen Satz gegen Serena und dann einen gegen Venus. „Meine Trainingsvorbereitung beinhaltete eine gemütliche Runde Golf am Morgen, gefolgt von einigen Radlern. Ich tauchte auf dem Platz angemessen entspannt auf“, sagte Braasch.

Der Deutsche machte sich sogar selbst das Handicap, zu Beginn des Matchs nur einen Aufschlag zu haben. „Ich fühlte mich so entspannt, dass ich mich nicht mal richtig aufgewärmt habe. Wir haben angefangen zu spielen und ich raste zu einer 5:0-Führung. Schließlich habe ich mein Match gegen Serena mit 6:1 gewonnen“, erinnerte sich Braasch.

„Es war sehr schwer. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer wird. Ich habe Schläge gemacht, die auf der WTA-Tour Gewinnschläge gewesen wären, aber er hat sie einfach erreicht“, sagte Serena nach der Niederlage. Nach der Niederlage von Serena versuchte Venus ihr Glück. „Das Match gegen Venus war sehr ähnlich. Es endete mit einem 6:2 für mich“, sagte Braasch. Der Deutsche spielte nicht annähernd sein bestes Tennis, wie einige Beobachter berichteten.

„Ich denke nicht, dass sie jemals einen Spieler in den Top 500 besiegen können, weil ich heute wie ein Typ, der auf Platz 600 notiert ist, gespielt habe“, erzählte Braasch hinterher.

28. Januar 1996
Boris Becker gewinnt bei den Australian Open seinen letzten Grand-Slam-Titel

Seinen sechsten und letzten Grand-Slam-Titel gewann Boris Becker bei den Australian Open 1996. In der zweiten Runde stand der Deutsche nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Thomas Johansson vor dem Aus. In typischer Becker-Manier spielte er sich schließlich bis zum Turniersieg. Im Endspiel siegte er 6:2, 6:4, 2:6, 6:2 gegen den US-Amerikaner Michael Chang.

„Um ehrlich zu sein, ich habe nicht gedacht, dass ich noch einen Grand-Slam-Titel in mir habe“, überraschte Becker mit ehrlichen Worten in seiner Siegerrede. „Meine Tage sind gezählt, deine nicht“, sagte Becker gegenüber seinem Finalgegner Chang. Der 28. Januar hat besondere Bedeutung in der Karriere von Becker. Er gewann an diesem Tag nicht nur seinen letzten Grand-Slam-Titel, sondern führte an jenem Tag im Jahr 1991 nach seinem ersten Sieg bei den Australian Open erstmals die Weltrangliste als Nummer eins an.

29. Januar 2012
Novak Djokovic besiegt Rafael Nadal im Gigantenfinale der Australian Open

Ein Finale für die Ewigkeit spielten Novak Djokovic und Rafael Nadal bei den Australian Open 2012. 5:53 Stunden lang boten sich die beiden Superstars einen Abnutzungskampf auf höchstem Niveau. Das Endspiel hatte nahezu alles, was man sich als Tennisfan wünschen kann. Es war ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen atemberaubenden Ballwechseln, vielen Wendungen und ganz vielen Emotionen.

Djokovic rang Nadal in fünf erbarmungslosen Sätzen mit 6:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5 nieder. Es ist bis heute das längste Grand-Slam-Finale der Tennisgeschichte. Bei der Siegerehrung konnten die beiden kaum stehen. Es mussten Stühle gereicht werden, auf denen beide erschöpft zusammensackten.

„Rafa, wir haben heute Geschichte geschrieben. Leider konnte es heute nur einen Sieger geben“, sagte Djokovic.

30. Januar 2016
Angelique Kerber gewinnt ersten Grand-Slam-Titel

Viel fehlte nicht und Angelique Kerber wäre bei den Australian Open 2016 in der ersten Runde ausgeschieden. Die Deutsche hatte gegen die Japanerin Misaki Doi Matchball gegen sich und kam letztendlich doch noch weiter. Knapp zwei Wochen später durfte Kerber über den ganz großen Coup jubeln: den ersten Grand-Slam-Titel, und das mit einem Finalsieg gegen die aktuelle Nummer eins der Welt.

Kerber besiegte Serena Williams in einem hochklassigen Finale mit 6:4, 3:6, 6:4. „Mein Traum ist wahr geworden an diesem Abend. Dafür habe ich hart gearbeitet. Das waren die besten zwei Wochen meines Lebens“, freute sich die Deutsche. Weitere große Titel in Kerbers Karriere sollten folgen.

31. Januar 2016
Angelique Kerber löst Wette ein und springt in den Yarra River

Wettschulden sind Ehrenschulden, hieß es für Angelique Kerber. Einen Tag nach ihrem Titelgewinn bei den Australian Open, ihrem ersten Grand-Slam-Titel, löste die Deutsche ihr Versprechen ein und sprang in den Yarra River in Melbourne.

„Es war kalt, aber das hat sich gelohnt. Das war es wert“, sagte Kerber nach dem Sprung in den Fluss. Die Deutsche hatte ihrem Trainer Torben Beltz zuvor versprochen, im Falle des Turniersieges bei den Australian Open im Yarra River zu baden.

Nach ihrem überraschenden Titelgewinn hatte Kerber „eigentlich gar nicht geschlafen”, wollte die verlorene Wette aber unbedingt einlösen. „Ich kann es immer noch nicht glauben. Jetzt bin ich in der Historie drin”, sagte die Deutsche nach ihrem überraschenden Titelcoup in Melbourne.

Die Idee mit dem Sprung in den Yarra River war nicht neu. Jim Courier sprang nach seinen Australian-Open-Triumphen 1992 und 1993 ebenfalls in den damals völlig verdreckten Fluss.

Februar: Debüts und Premieren


1. Februar 2009
Rafael Nadal besiegt Roger Federer und gewinnt erstmals die Australian Open

Dieses Finalduell hatte sich angekündigt. Roger Federer und Rafael Nadal trafen im Endspiel der Australian Open aufeinander – zum insgesamt siebten Mal in einem Grand-Slam-Finale. Bei einem Finalerfolg hätte Federer seinen 14. Grand-Slam-Titel errungen und mit Pete Sampras gleichgezogen. Nadal strebte seinen ersten Erfolg bei den Australian Open an.

Wie so oft in ihren Partien boten Nadal und Federer über weite Strecken Traumtennis. Federer machte einen Punkt mehr als Nadal, doch das nützte ihm in der Endabrechnung nichts. Nach 4:22 Stunden hieß der Sieger Nadal nach einem 7:5, 3:6, 7:6 (7:3), 3:6, 6:2. Der Spanier hatte zwei Tage zuvor im Halbfinale bereits 5:14 Stunden auf dem Platz gestanden.

Bei der Siegerehrung kämpfte Federer mit den Tränen. Nadal nahm den Schweizer in den Arm und tröstete ihn. „Oh, mein Gott, das bringt mich um. Rafa, du hast unglaublich gespielt. Du hast den Sieg verdient“, sagte der emotionale Federer. „Roger, tut mir leid für heute. Ich weiß ganz genau, wie du dich jetzt fühlst. Denk daran, dass du ein großer Champion bist, einer der Besten in der Geschichte. Du wirst die 14 Grand-Slam-Titel von Sampras verbessern“, erklärte Nadal. Der Spanier sollte damit recht behalten.

2. Februar 2004
Roger Federer wird erstmals Nummer eins der Welt

Dieser Moment hatte sich lange Zeit vorher schon abgezeichnet. Nach dem Finaleinzug bei den Australian Open 2004 war klar, dass Roger Federer erstmals den Tennisthron besteigen würde. Der Schweizer löste einen Tag nach seinem ersten Titelgewinn in Melbourne Andy Roddick als Weltranglistenersten ab.

„Es ist mir sehr wichtig, meine Spitzenposition möglichst lange zu verteidigen. Dass ich jetzt noch mehr der Mann bin, den jeder schlagen will, ist klar. Als Nummer eins kann ich nicht weiter nach oben kommen, also muss ich mich fortan über Bestätigungen und Turniersiege freuen“, kommentierte Federer.

Gesagt, getan. Der Schweizer blieb 237 Wochen in Folge lang an der Spitze der Weltrangliste – einsamer Rekord bei den Herren. Federer war für insgesamt 310 Wochen die Nummer eins der Welt.

3. Februar 1990
Michael Stich gibt Debüt im Davis Cup

Michael Stich kam in der Erstrundenpartie im Davis Cup gegen die Niederlande erstmals zum Einsatz für das deutsche Team. Nachdem Carl-Uwe Steeb und Eric Jelen am Eröffnungstag die beiden Einzel für Deutschland gewinnen konnten, trat Stich im Doppel an der Seite von Jelen an. Die beiden siegten gegen Tom Nijssen und Michiel Schapers mit 6:4, 6:2, 5:7, 6:4 und brachten das deutsche Davis-Cup-Team uneinholbar mit 3:0 in Führung.

„Mir wackelten noch etwas die Beine vom Abspielen der Nationalhymne“, gab Stich nach dem Doppelsieg zu. Stich spielte insgesamt 17 Davis-Cup-Partien für Deutschland. Seine Gesamtbilanz: 35:11 – 21:9 im Einzel und 14:2 im Doppel. Stich führte das deutsche Davis-Cup-Team 1993 zum dritten und bislang letzten Titel.

4. Februar 2001
Roger Federer gewinnt in Mailand ersten ATP-Titel

Dieser Titelgewinn war überfällig. Roger Federer holte sich beim Hallenturnier in Mailand im Alter von 19 Jahren und sechs Monaten endlich seinen ersten ATP-Titel. Der Schweizer besiegte im Finale den Franzosen Julien Boutter mit 6:4, 6:7 (7:9), 6:4.

„Was für eine Erleichterung. Als Kind träumt man ständig davon, seinen ersten Titel zu gewinnen. Ich bin sehr glücklich, meinen ersten Titel hier in Mailand gewonnen zu haben“, sagte Federer.

Für Federers Vater Robert endete der erste Titeltag seines Sohnes mit einer Schrecksekunde. So heißt es in der Biografie über Federer vom Schweizer Journalisten René Stauffer. „In seiner Aufregung hat er seine Autoschlüssel im abgeschlossenen Wagen gelassen und musste das Fenster einschlagen, um sie herauszuholen.“

5. Februar 1985
Ivan Lendl und Larry Stefanki beenden Match ohne Schiedsrichter

Äußerst kurios ging die Erstrundenpartie zwischen Ivan Lendl und Larry Stefanki beim ATP-Turnier in Delray Beach zu Ende, und zwar ohne Schiedsrichter. Lendl dominierte das Match nach Belieben und führte mit 6:2, 4:0, als Stefanki einen Punktabzug vom italienischen Stuhlschiedsrichter Luigi Brambilla wegen Spielverzögerung verpasst bekam.

Der US-Amerikaner hatte dem Schiedsrichter zuvor eine Frage gestellt und wartete auf eine Antwort. Während Brambilla den Oberschiedsrichter kommen ließ, spielten Lendl und Stefanki munter weiter. „Nachdem wir sechs Punkte gespielt hatten, sagte Brambilla: ‚Lass uns weitermachen.‘ Wir sagten, dass wir von Einstand weiterspielen“, erzählte Stefanki.

Als Lendl das Spiel zum 5:0 machte, verließ Brambilla aus Protest den Platz und das Stadion. Lendl und Stefanki brachten die Partie ohne Schieds- und Linienrichter zu Ende. „Tennis ist Unterhaltung, die Fans liebten es. Lendl und ich trafen unsere eigenen Entscheidungen und jemand in der Pressebox verkündete den Spielstand. Wir hatten Spaß und es war total unter Kontrolle. Das Match war nicht eng und wir wollten einfach Spaß haben“, sagte Stefanki nach dem kuriosen Matchende.

6. Februar 1993
Arthur Ashe stirbt nach HIV-Erkrankung

Am 6. Februar 1993 verließ eine große und bedeutende Persönlichkeit im Tennissport diese Welt. Arthur Ashe starb im Alter von 49 Jahren an den Folgen einer HIV-Erkrankung. Im Jahr 1983 hatte sich Ashe mit dem Virus infiziert, weil er eine mit dem Virus infizierte Blutkonserve anlässlich einer Herzoperation erhalten hatte. Fünf Jahre später wurde die Krankheit bei einer weiteren Operation diagnostiziert. 1992 verkündete Ashe der Öffentlichkeit, dass er das HI-Virus in sich trägt.

„Champions sind Leute, die ihren Sport besser verlassen wollen, als sie ihn vorgefunden haben“, sagte der US-Amerikaner. Als erster dunkelhäutiger Spieler gewann er ein Grand-Slam-Turnier. Seinem Sieg bei den US Open 1968 ließ er den Gewinn der Australian Open 1970 folgen. Sein Meisterstück folgte in Wimbledon 1975. Auf dem „Heiligen Rasen“ triumphierte er als bislang einziger farbiger Spieler bei den Herren und wurde dadurch unsterblich.

Bei den French Open reichte es für Ashe nur bis zum Viertelfinale, sodass er seine Grand-Slam-Titelsammlung nicht vervollständigen konnte. Ashe war ein aktiver Bürgerrechtler, der für die Menschenrechte in Südafrika und Haiti protestierte und deshalb verhaftet wurde.

Der Name Arthur Ashe lebt nach seinem Tod weiter. Das weltgrößte Tennisstadion bei den US Open in New York, das Platz für 23.771 Zuschauer hat, trägt genauso seinen Namen wie die Auszeichnung der ATP „Arthur Ashe Humanitarian of the Year“, die menschliches Engagement von Tennisspielern ehrt.

7. Februar 2016
Deutsches Fed-Cup-Team verliert mit Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber

Trotz der Reisestrapazen nach dem Gewinn der Australian Open stand Angelique Kerber genau eine Woche nach ihrem ersten Grand-Slam-Triumph in Melbourne wieder auf dem Platz. Die 28-jährige Deutsche nahm am Erstrundenduell des deutschen Fed-Cup-Teams in Leipzig gegen die Schweiz teil.

Kerber gewann zwar ihr erstes Einzel gegen Timea Bacsinszky klar mit 6:1, 6:3, verlor jedoch im Spitzeneinzel gegen Belinda Bencic mit 6:7 (4:7), 3:6. Die Entscheidung in der Fed-Cup-Partie fiel im entscheidenden Doppel, das Anna-Lena Grönefeld und Andrea Petkovic gegen Bencic und Martina Hingis mit 3:6, 2:6 verloren.

Das deutsche Fed-Cup-Team musste nach dem 2:3 gegen die Schweiz den Gang in die Relegation antreten. „Irgendwann war mein Akku alle. Irgendwann kommt man einfach an die körperlichen Grenzen“, sagte Kerber nach der Niederlage im Fed Cup.

8. Februar 2015
Andrea Petkovic gewinnt zwei Fed-Cup-Krimis an einem Wochenende

Andrea Petkovic war die gefeierte deutsche Spielerin beim Fed-Cup-Sieg der deutschen Mannschaft im Viertelfinale gegen Australien. In Stuttgart sicherte Petkovic den deutschen Erfolg mit zwei hart erkämpften Einzelsiegen. Nachdem sie am Vortag Australiens Spitzenspielerin Samantha Stosur nach 3:16 Stunden Spielzeit mit 6:4, 3:6, 12:10 niedergerungen und zum 1:1-Zwischenstand ausgeglichen hatte, folgte ein 6:3, 3:6, 8:6 gegen Jarmila Gajdosova, mit dem sie das deutsche Team uneinholbar mit 3:1 in Führung brachte.

„Das ist definitiv einer der Momente in meiner Karriere, die ich im Kopf behalten werde“, sagte Petkovic nach dem Marathonmatch gegen Stosur. Als sie den zweiten Einzelsieg zur Entscheidung nachlegte, reagierte Petkovic euphorisch. „Ich war ein bisschen müde von gestern, aber ich habe immer weitergemacht, nur Punkt für Punkt gespielt. Ich hoffe, es gibt Champagner, aber Bier ist auch okay. Wir werden uns auf jeden Fall unter die Fans mischen. Die Atmosphäre hier war unglaublich.”

9. Februar 1996
David Prinosil und Hendrik Dreekmann feiern umjubeltes Davis-Cup-Debüt

Boris Becker stand für die Davis-Cup-Auftaktpartie des deutschen Teams gegen die Schweiz nicht zur Verfügung. Michael Stich war nach einer Verletzung nur für das Doppel spielbereit. Und so kam es, dass David Prinosil und Hendrik Dreekmann beim Auswärtsspiel in Genf ihre Davis-Cup-Premiere feierten. Für die beiden Deutschen wurde es ein Einstand nach Maß gegen die favorisierten Schweizer.

Zunächst siegte Prinosil gegen Jakob Hlasek mit 6:4, 7:6 (7:4), 5:7, 4:6, 6:1. Prinosil hatte bei 5:4 im dritten Satz bereits Matchball. „Aber ich habe Angst bekommen, gedacht, spiele den Ball nur noch ins Feld und warte darauf, dass er den Fehler macht“, gab Prinosil hinterher zu.

Es folgte die Gala von Dreekmann, der Olympiasieger Marc Rosset auf dem roten Sandplatz mit 6:3, 6:1, 6:4 entzauberte. Das deutsche Team gewann schließlich mit 5:0 und zog ins Viertelfinale ein.

10. Februar 1992
Jim Courier wird erstmals Nummer eins der Welt

Nicht Pete Sampras, Andre Agassi oder Michael Chang, sondern Jim Courier war der erste Spieler aus der goldenen Generation des US-Herrentennis, der den Sprung an die Weltranglistenspitze schaffte. Zwei Wochen nach seinem Titelgewinn bei den Australian Open 1992 löste Courier den Schweden Stefan Edberg als Nummer eins der Welt ab.

Mit dem Finaleinzug beim ATP-Turnier in San Francisco hatte der US-Amerikaner sein großes Ziel erreicht. „Ich war deswegen sehr gestresst. Ich war mir der Situation bewusst. Ich wollte es einfach für eine Woche schaffen, nur um zu sagen, dass ich es an die Spitze des Gipfels geschafft habe“, sagte Courier über seinen Meilenstein.

Der US-Amerikaner, der insgesamt 58 Wochen die Weltrangliste anführte, war bekannt für seine weiße Baseballkappe, die er bei jedem Spiel trug. Während der Pausen beim Seitenwechsel las Courier zur Entspannung hin und wieder Bücher.

11. Februar 2017
Hymneneklat beim Fed-Cup-Match USA gegen Deutschland auf Hawaii

Eine Fed-Cup-Partie auf Hawaii – eine traumhafte Vorstellung für Tennisspielerinnen. Für das deutsche Fed-Cup-Team begann das Duell gegen die USA alles andere als traumhaft. Bei der obligatorischen Präsentation der Hymnen der beiden Länder vor Spielbeginn kam es zum Eklat. Der US-amerikanische Sänger trällerte im Royal Lahaina Resort die falsche Version der deutschen Nationalhymne ins Mikrofon.

Das deutsche Team musste statt der dritten Strophe des Deutschlandliedes die in Deutschland verbotene erste Strophe anhören, die mit den Worten „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“ beginnt. Die deutsche Mannschaft guckte sich entsetzt an, als sie die falsche Hymne hörte. Julia Görges begann sogar zu weinen.

Zwar versuchten Spielerinnen, Betreuer und Fans die richtige Hymne anzustimmen, doch gegen den lautstarken Sänger verhallte das „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Der Sänger, dem der Fauxpas unterlief, hätte es als Lehrer eigentlich wissen müssen, was er da gesanglich zum Besten gab. Andrea Petkovic sprach anschließend davon, dass es das „mit Abstand Schlimmste war, was mir im Leben passiert ist“.

Nach einem kleinen Shitstorm wegen ihrer Aussage relativierte Petkovic ihre Aussage. „Mit etwas mehr Rationalität kann ich es so einordnen, wie es war: ein Fehler, für den die Amerikaner sich entschuldigt haben. Das erklärt die emotionale Ausdrucksweise vielleicht etwas besser. Es ist das Schlimmste, das mir in meinem Fed-Cup-Leben passiert ist. Es ist nicht das Schlimmste, das mir im Leben je passiert ist.“

Der Hymneneklat war für das deutsche Fed-Cup-Team der Anfang von zwei gebrauchten Tagen auf Hawaii. Bereits nach drei Partien war das Duell gegen die USA verloren. Statt den Titeltraum im Fed Cup weiter zu leben, musste Deutschland in die Relegation.

12. Februar 1996
Thomas Muster wird erstmals Nummer eins der Welt

Was Boris Becker für das deutsche Tennis war, das war Thomas Muster für das österreichische. Der Steirer hat den Tennissport in Österreich, im Land des Wintersports, populär gemacht. Am 12. Februar 1996 war Muster endlich auf dem Gipfel angekommen.

Im Alter von 28 Jahren wurde er erstmals die Nummer eins der Welt. Den Grundstein für die Besteigung des Tennisthrons legte Muster im Jahr zuvor, in dem er zwölf Turniere gewann, elf davon auf seinem heiß geliebten Sand – darunter die French Open.

„Ich bin dafür bekannt, dass ich mit den Füßen am Boden bleibe. Ich habe seit Jahren auf dieses Ziel hingearbeitet und werde deswegen nicht ausflippen. Dafür bin ich schon zu alt und zu reif“, nahm Muster die Übernahme der Führung in der Weltrangliste gelassen zur Kenntnis. Den ersten Tag als Nummer eins verbrachte der Österreicher wie gewohnt auf dem Tennisplatz, wenn auch recht unüblich.

Denn die Davis-Cup-Partie in Südafrika konnte wegen Regen erst am Montag zu Ende gespielt werden. Muster gewann sein erstes Match als Weltranglistenerster gegen Wayne Ferreira und glich für Österreich zum zwischenzeitlichen 2:2 aus. Für den Linkshänder war es nur ein kurzes Gastspiel an der Spitze.

Bereits eine Woche später wurde er von Pete Sampras abgelöst. Nach seinem Turniersieg in Mexiko-City übernahm Muster am 11. März erneut die Führung im ATP-Ranking und blieb fünf weitere Wochen die Nummer eins der Welt.

13. Februar 2000
Marc Rosset bringt Roger Federer zum Weinen

Zum ersten Mal in der Geschichte des Herrentennis standen sich beim ATP-Turnier in Marseille zwei Schweizer im Finale eines ATP-Turniers gegenüber: der 29-jährige Marc Rosset und der 18-jährige Roger Federer. Für Federer war es das erste Finale auf der ATP-Tour. Der Teenager hatte damals bereits als Nummer 67 der Welt eine bessere Weltranglistenposition als der Schweizer Veteran Rosset mit Platz 77.

Federer verlor das Finale denkbar knapp mit 6:2, 3:6, 6:7 (5:7) und weinte bei der Siegerehrung bittere Tränen. Rosset tröstete seinen Landsmann und verriet Jahre später im Interview mit der Zeitung Blick: „Während der Zeremonie weinte Roger unaufhörlich. Ich sagte ihm, er solle aufhören zu weinen, da er ja noch jung sei. Darauf meinte Roger, er werde es nach dieser Niederlage vielleicht nie wieder in ein Finale schaffen.“

Bei seine Siegerrede prophezeite Rosset: „Ich nehme dieses Match, aber du wirst alle anderen gewinnen. Roger ist die Zukunft des Schweizer Tennis, keine Frage.“ Rosset sollte mit dieser Einschätzung völlig richtig liegen.

14. Februar 2008
Monica Seles verkündet Karriereende

Knapp fünf Jahre nach ihrem letzten Match auf der WTA-Tour gab Monica Seles im Alter von 34 Jahren ihr endgültiges Karriereende bekannt. „Tennis war und wird immer ein riesiger Teil meines Lebens sein. Ich habe einige Zeit eine Rückkehr zum Profitennis in Betracht gezogen, aber nun habe ich entschieden, das nicht zu verfolgen“, sagte Seles, die bei den French Open 2003 ihr letztes Profimatch spielte.

Die gebürtige Jugoslawin gewann 53 WTA-Titel, neun davon bei Grand-Slam-Turnieren, und führte die Weltrangliste für 178 Wochen an. Ihre erfolgreiche Karriere nahm eine entscheidende Wendung, als sie am 30. April 1993 von dem verwirrten Steffi-Graf-Fan Günter Parche beim Turnier in Hamburg mit einem Küchenmesser niedergestochen wurde.

15. Februar 2013
Serena Williams krönt sich mit Comebacksieg zur ältesten Nummer eins im Damentennis

Es war nur ein Viertelfinalsieg beim WTA-Turnier in Doha, doch für Serena Williams bedeutete dies etwas Historisches. Dank des Erfolgs sicherte sich die US-Amerikanerin die Rückkehr an die Weltranglistenspitze und machte sich mit 31 Jahren und vier Monaten zur ältesten Nummer eins im Damentennis. Williams brach den Rekord von Chris Evert, die kurz vor ihrem 31. Geburtstag auf Platz eins vorgerückt war.

Der Viertelfinalerfolg von Williams in Doha war hart erkämpft. Gegen Petra Kvitova lag die US-Amerikanerin mit 1:4 im dritten Satz zurück und siegte sich schließlich mit 3:6, 6:3, 7:5 in die Rekordbücher. „Ich bin so sensibel in diesen Tagen, ich heule immer. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier wieder sein würde“, sagte Williams im Anschluss an das Match und vergoss dabei ein paar Tränen.

Den Rekord als älteste Nummer eins im Damentennis baute Williams in den folgenden Jahren weiter aus. Das letzte Mal stand Williams mit 35 Jahren und sieben Monaten an der Weltranglistenspitze.

16. Februar 1992
Martina Navratilova stellt Titelrekord auf

Dieser Rekord hatte sich angekündigt. Martina Navratilova spielte sich mit dem Turniersieg beim WTA-Turnier in Chicago in die Geschichtsbücher. Die US-Amerikanerin setzte sich im Finale gegen Jana Novotna mit 7:6 (7:4), 4:6, 7:5 durch und stellte einen neuen Titelrekord im Einzel auf. Für Navratilova war es der 158. Turniersieg auf der WTA-Tour. Sie überflügelte damit ihre Langzeitrivalin und gute Freundin Chris Evert, die 157 Titel gewann.

Der Rekord in Chicago stand aber auf der Kippe, als Novotna bei 5:4-Führung im dritten Satz zum Sieg servierte. „Du kannst dich selbst belügen, so viel du willst. Aber wenn ein Rekord auf dem Spiel steht, gibt es Druck. Ich wollte einfach dieses Match gewinnen“, sagte Navratilova nach dem Aufstellen des Rekordes. Mit insgesamt 167 Titeln im Einzel hat Navratilova möglicherweise einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt.

17. Februar 1995
Steffi Graf gewinnt erstes Duell mit dem 14-jährigen Wunderkind Martina Hingis

Mit dem Turniersieg beim WTA-Turnier in Paris konnte sich Steffi Graf wieder an die Spitze des WTA-Rankings spielen. Dabei traf sie im Viertelfinale auf das neue Wunderkind im Damentennis: Martina Hingis.

Graf setzte sich im ersten Duell mit der damals 14-jährigen Schweizerin zwar klar mit 6:2, 6:3 durch, war nach dem Sieg trotzdem voll des Lobes für Hingis. „Ich denke, sie ist definitiv auf dem richtigen Weg. Ich glaube nicht, dass ich Martina viel erzählen muss. Sie weiß, was sie von der Grundlinie tun muss. Sie muss an ihrem Aufschlag arbeiten, aber das wird sie wissen. Sie braucht nur ein paar Jahre mehr an Erfahrung. Die wird sie bekommen“, kommentierte Graf über Hingis.

Zwei Jahre später wurde Hingis die jüngste Nummer eins im Damentennis. Graf sicherte sich schließlich auch den Titel in Paris, den 87. in ihrer Karriere, und wurde wieder die Nummer eins der Welt.

18. Februar 1990
Boris Becker und Carl-Uwe Steeb schreiben deutsche Tennisgeschichte

Ein deutsches Endspiel bei einem ATP-Turnier gehört auch heute noch zu einer Rarität. Boris Becker und Carl-Uwe Steeb spielten 1990 in Brüssel das erste deutsche ATP-Finale in der Tennisgeschichte. Becker setzte sich gegen seinen Landsmann mit 7:5, 6:2, 6:2 durch und feierte seinen 25. ATP-Titel.

Die weiteren deutschen ATP-Finals bestritten Michael Stich und Becker (Wimbledon 1991), Markus Zoecke und Hendrik Dreekmann (Sun City 1994), Tommy Haas und Nicolas Kiefer (Los Angeles 2004), Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner (Halle 2011), Haas und Kohlschreiber (München 2013), Florian Mayer und Alexander Zverev (Halle 2016) und Zverev und Kohlschreiber (München 2018).

19. Februar 2006
John McEnroe gewinnt Doppeltitel mit 47 Jahren

Dieser Doppeltitel kam völlig aus dem Nichts. Der 47-jährige John McEnroe spielte beim ATP-Turnier in San Jose sein erstes Profiturnier nach zwölf Jahren und trat in der Doppelkonkurrenz mit dem Schweden Jonas Björkman, zum damaligen Zeitpunkt die Nummer vier der Doppelweltrangliste, an. Und tatsächlich: McEnroe gewann an der Seite von Björkman sensationell seinen 78. ATP-Titel im Doppel und wurde zum ältesten Titelgewinner in den letzten 30 Jahren – Einzel und Doppel.

„Ich habe es gespürt, dass ich es in mir habe. Jonas hat uns geführt. Als ich hierher kam, dachte ich, dass wir entweder in der ersten Runde verlieren oder den Titel holen“, sagte McEnroe. „Er ist so clever. Er spielt mit seinem Kopf. Was mich wirklich beeindruckt hat, war, wie er mit der Power der jungen Kerle umgegangen ist“, kommentierte Björkman über seinen Doppelpartner.

McEnroe bestritt danach nur noch ein weiteres Turnier. Ein halbes Jahr später, im Oktober 2006, trat er beim ATP-Turnier in Stockholm im Doppel an – wiederum mit Björkman. Das Duo verlor dabei im Viertelfinale.

20. Februar 1999
Steffi Graf verpasst Finale in Hannover

Das WTA-Turnier in Hannover wurde nur viermal ausgetragen. Zweimal trat Steffi Graf zum Hallenevent in Niedersachsen an. Der Titelgewinn war der so erfolgsverwöhnten Deutschen nicht vergönnt. Bei ihrem zweiten Auftritt in Hannover scheiterte sie im Halbfinale an der 18-jährigen Venus Williams. Graf unterlag der US-Amerikanerin mit 3:6, 6:3, 3:6.

„Das Alter meiner Gegnerin ist das wenigste, was mich interessiert. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich weiß, dass ich immer noch gut Tennis spielen kann“, sagte Graf, die sich in den Endzügen ihrer Karriere befand.

21. Februar 1999
Tommy Haas gewinnt in Memphis ersten ATP-Titel

Der erste ATP-Titel ist immer etwas ganz Besonderes. Tommy Haas musste trotz seiner frühen Erfolge als Teenager ein wenig auf seinen Premierentriumph auf der ATP-Tour warten. Die ersten drei Endspiele gingen verloren. Bei den Australian Open 1999 zeigte Haas mit dem Einzug ins Halbfinale, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er seinen ersten Turniersieg eintüten würde.

Kurz darauf war es schließlich so weit. Haas triumphierte sechs Wochen vor seinem 21. Geburtstag beim ATP-Turnier in Memphis. Im Finale ließ er dem ehemaligen Weltranglistenersten Jim Courier beim 6:4, 6:1 keine Chance. „Ich fühle mich großartig. Es hat Riesenspaß gemacht, hier zu spielen“, jubelte Haas. Courier stellte fest: „Er wird ein ganz Großer. Was Tommy alleine an Returns zurückgebracht hat, war unglaublich.“

Mit den ganz großen Titeln klappte es für Haas nicht. Memphis war für ihn immer eine Reise wert. 2006 und 2007 gewann er das Hartplatzturnier im US-Bundesstaat Tennessee zwei weitere Male in eindrucksvoller Manier. Bei keinem Turnier siegte Haas öfter.

22. Februar 1987
Boris Becker gewinnt Premiere in Indian Wells

Zum ersten Mal gastierten die Tennisstars 1987 in Indian Wells, nachdem das Turnier vom nahe gelegenen La Quinta nach Indian Wells verlegt wurde. Boris Becker gewann die Premierenausgabe des Hartplatzturniers in der kalifornischen Wüste, das heute nach den Grand-Slam-Turnieren zum prestigeträchtigsten Turnier im Herrentennis zählt. Becker spielte dabei eines der besten Turniere in seiner Karriere und blieb im Turnierverlauf ohne Satzverlust.

Im Finale besiegte der Deutsche Stefan Edberg mit 6:4, 6:4, 7:5. Für Becker war es das erste Turnier ohne seinen Trainer Günther Bosch. Die beiden hatten sich einen Monat zuvor nach dem Achtelfinalaus bei den Australian Open getrennt. „Ich musste mir so viel beweisen, es hat geklappt. Von einem Trainer habe ich mich erst mal abgenabelt. Jetzt bin ich selbstständig und trage Verantwortung. Ich muss mich um alles selbst kümmern“, sagte der damals 19-jährige Becker.

23. Februar 1994
Steffi Graf verpasst Tracy Austin in Indian Wells die Höchststrafe

Tracy Austin, die ehemalige Nummer eins der Welt, war die Gegnerin von Steffi Graf bei ihrem Profidebüt im Oktober 1982. Mehr als elf Jahre später trafen sich die beiden beim Turnier in Indian Wells zum zweiten Mal auf dem Platz. Graf, mittlerweile die dominierende Spielerin im Damentennis, zeigte ihre ganze Klasse und erteilte der mittlerweile 31-jährigen US-Amerikanerin eine spielerische Lehrstunde. 6:0, 6:0 hieß es nach 43 Minuten.

„Als ich gegen Steffi das erste Mal spielte, war sie ein kleines Kind – 13 Jahre alt. Sie begann ihre Karriere, ich war an der Spitze. Nun bin ich eine alte Frau am Ende meiner Karriere und sie ist an der Spitze“, stellte Austin treffend fest. Die US-Amerikanerin, die genau wie Graf als Wunderkind bezeichnet wurde, beendete drei Monate später ihrer Karriere.

24. Februar 2007
Tommy Haas krönt Traumwoche in Memphis

Das ATP-Turnier in Memphis und Tommy Haas – das passte gut zusammen. In Memphis feierte der Deutsche seinen ersten ATP-Titel. Das Hallenturnier in den USA gehörte zu den Lieblingsturnieren von Haas. 2007 ging Haas als Titelverteidiger an den Start und spielte eines seiner überzeugendsten Turniere in seiner Karriere. Auf dem Weg zum dritten Memphis-Titel schlug er in fünf Matches fünf US-Amerikaner und blieb ohne Satzverlust.

Noch besser: Haas hatte im gesamten Turnierverlauf nicht einen einzigen Breakpunkt gegen sich. „So etwas passiert nicht oft. Ich weiß nicht, ob mir das vorher jemals gelungen ist“, sagte Haas.

Im Endspiel besiegte er Andy Roddick klar mit 6:3, 6:2. „Irgendwas an diesem Turnier lässt mich gut spielen. Alles schien zu meinen Gunsten zu laufen. Ich habe sehr gut aufgeschlagen“, freute sich Haas über seinen elften ATP-Titel.

25. Februar 1990
Boris Becker gewinnt mit perfektem Match ersten ATP-Titel in Deutschland

Lange musste Boris Becker auf diesen Moment warten. Beim Hallenturnier in Stuttgart war es endlich so weit. Becker gewann seinen ersten ATP-Titel in Deutschland – und das in überzeugender Manier.

Der Deutsche besiegte im Finale den Weltranglistenersten Ivan Lendl klar mit 6:2, 6:2. „Ich habe das perfekte Match gespielt“, freute sich Becker hinterher.

Vier weitere Titel in der Heimat sollten in den nächsten Jahren folgen: zweimal bei der ATP-Weltmeisterschaft in Frankfurt, ein weiteres Mal in Stuttgart in der Halle sowie beim Grand Slam Cup in München.

26. Februar 2007
Roger Federer bricht Ranglistenrekord von Jimmy Connors

Auf diesen Rekord hat Roger Federer lange hingearbeitet. Mit seiner 161. Woche in Folge als Nummer eins im ATP-Ranking brach er den Uraltrekord von Jimmy Connors, den der US-Amerikaner zwischen 1974 und 1977 aufgestellt hatte.

„Ich habe die Tage gezählt“, gestand Federer nach seinem mühsamen Auftaktsieg beim ATP-Turnier in Dubai, wo er den Dänen Kristian Pless mit 7:6 (7:2), 3:6, 6:3 bezwang. „Dieser Rekord ist besonders für mich. Selbst wenn ich die Nummer eins morgen verlieren sollte, braucht es drei Jahre, bis jemand den Rekord brechen kann.“ Federer baute seinen Rekord auf insgesamt 237 durchgehende Wochen als Nummer eins der Welt aus. Der Schweizer ist somit Rekordhalter im Damen- und Herrentennis.

Bei den Damen führen Steffi Graf und Serena Williams mit jeweils 186 Wochen in Folge als Nummer eins diese Bestenliste an.

27. Februar 1994
Steffi Graf und Michael Stich gewinnen Titel am gleichen Tag

Zwei deutsche Titel am gleichen Tag erlebt man nicht alle Tage. Steffi Graf und Michael Stich schafften dies – auf unterschiedlichen Kontinenten. Während Stich beim Hallenturnier in Rotterdam siegreich war und sein 14. ATP-Titel gewann, triumphierte Graf beim WTA-Turnier in Indian Wells. Für Graf war es ihre Premiere beim hochkarätig besetzten Hartplatzturnier in Indian Wells.

Im Finale besiegte die Deutsche Amanda Coetzer aus Südafrika mit 6:0, 6:4. Und auch Stich war in seinem Finalspiel in Rotterdam gegen einen Spieler aus Südafrika erfolgreich. Er bezwang Wayne Ferreira mit 4:6, 6:3, 6:0.

28. Februar 1983
Ivan Lendl wird erstmals Nummer eins der Welt

Über 30 ATP-Titel hatte Ivan Lendl bereits gewonnen, als er eine Woche vor seinem 23. Geburtstag erstmals die Nummer eins der Welt wurde. Der gebürtige Tschechoslowake löste Jimmy Connors an der Weltranglistenspitze ab. Allerdings: Lendl hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Er war somit die erste amtierende Nummer eins ohne „Major“-Titel.

Es dauerte bis zu den French Open 1984, bis Lendl seinen Grand-Slam-Fluch beenden konnte. „Ivan, der Schreckliche“ verbrachte zwischen 1983 und 1990 insgesamt 270 Wochen auf Platz eins in der Weltrangliste.

Lendl galt als Prototyp des professionellen Spielers, der nichts dem Zufall überließ. In Erinnerung an ihn bleibt die lange Zeit, bis er seinen Aufschlag ausführte. Schier endlos tickte der Sekundenzeiger der Uhr, wenn Lendl in die Tasche griff, um eine Handvoll Sägespäne hervorzukramen, den Ball etliche Male gegen den Boden tippte, sich schließlich an den Wimpern zupfte und den Ball meterhoch in die Luft warf, um seinen Aufschlag ins gegnerische Feld zu befördern.


März: Bombendrohung und Fair Play


1. März 1998
Venus Williams feiert besonderen Tag in Oklahoma City

Zwei Premierentitel innerhalb weniger Stunden feierte Venus Williams beim WTA-Turnier in Oklahoma City. Die 17-Jährige gewann in ihrem dritten Endspiel ihren ersten WTA-Titel. Im Finale besiegte Williams die Südafrikanerin Joanette Kruger mit 6:3, 6:2.

Nach dem Premierentriumph im Einzel kehrte Williams 30 Minuten später auf den Platz zurück, um mit ihrer 16-jährigen Schwester Serena Williams das Doppelfinale zu bestreiten. Und auch hier klappte es mit dem Premierentitel.

Die Williams-Schwestern schlugen Catalina Cirstea (Rumänien) und Kristine Kunce (Australien) mit 7:5, 6:2. „Das werde ich mit Sicherheit immer in Erinnerung behalten. Ich kann sagen, dass alles in Oklahoma City begann“, sagte Williams.

2. März 2019
Roger Federer gewinnt in Dubai seinen 100. ATP-Titel

Als zweiter Spieler bei den Herren nach Jimmy Connors (109 ATP-Titel) in der Geschichte des Profitennis gewann Roger Federer seinen 100. ATP-Titel. Der Schweizer schaffte diesen Meilenstein im Alter von 37 Jahren mit dem Turniersieg in Dubai – seinem Zweitwohnsitz nach der Schweiz.

Federer siegte im Endspiel gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas, gegen den er wenige Wochen zuvor bei den Australian Open 2019 im Achtelfinale ausgeschieden war, mit 6:4, 6:4 und holte seinen achten Titel in Dubai. „Heute ist ein Traum wahr geworden. Es war eine unglaubliche Woche für mich“, sagte Federer.

Seinen ersten ATP-Titel hatte der Schweizer am 4. Februar 2001 in Mailand errungen. „Ich weiß gar nicht genau, ob Stefanos schon geboren war, als ich meinen ersten Titel auf der Tour gewann“, scherzte Federer.

3. März 1980
John McEnroe wird erstmals Nummer eins der Welt

Das ATP-Turnier in Memphis im Jahr 1980 wird John McEnroe in bester Erinnerung behalten. Der Titelgewinn mit dem Finalsieg gegen Jimmy Connors brachte McEnroe erstmals an die Spitze der Weltrangliste. McEnroe löste Björn Borg als Nummer eins in der Weltrangliste ab.

„Es war eine unbeschreibliche Genugtuung, der Beste der Welt zu sein, brachte jedoch auch allerlei Nebenwirkungen mit sich: Die Erwartungen waren immer stratosphärisch, jeder wollte dich schlagen und man setzte sich zusätzlich selbst unter Druck, weil man über den Sieg grübelte“, sagte McEnroe im Rückblick auf seinen Status als Nummer eins.

Der US-Amerikaner verbrachte insgesamt 170 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. Zudem war er 269 Wochen lang die Nummer eins im Doppel.

4. März 1990
Michael Stich gewinnt in Memphis seinen ersten ATP-Titel

Die Karriere von Michael Stich lief ganz anders als die von Boris Becker. Während Becker im Alter von 17 Jahren Wimbledon gewann, drückte Stich noch lange die Schulbank. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner entschied sich recht spät dazu, Tennisprofi zu werden. Genauso wie bei Tommy Haas wurde Memphis der Ort für den ersten ATP-Titel von Stich.

Dabei stand der 21-Jährige, der als Nummer 80 im ATP-Ranking ins Turnier ging, in der ersten Runde gegen den Kanadier Grant Connell kurz vor dem Aus. Doch wie so oft im Tennis war dieser knappe Sieg die Initialzündung für den Erfolg im weiteren Turnierverlauf. Stich siegte im Endspiel gegen den Australier Wally Masur mit 6:7 (5:7), 6:4, 7:6 (7:1).

„Es gab nicht viele deutsche Spieler, die einen ATP-Titel gewinnen konnten. Vielleicht bekomme ich etwas Aufmerksamkeit“, kommentierte der Deutsche seinen Premierentriumph. Wegen des Hypes um Boris Becker ging Stichs Turniersieg in Memphis etwas unter. So richtig Aufmerksamkeit sollte er erst ein Jahr später bekommen, als er den endgültigen Durchbruch auf der ATP-Tour schaffte.

5. März 1987
Steffi Graf feiert in Miami einen ihrer größten Siege

Eines der besten WTA-Turniere ihrer noch jungen Karriere spielte Steffi Graf in Miami auf der Halbinsel Key Biscayne. Dabei besiegte die 17-Jährige im Halbfinale die aktuelle Weltranglistenerste Martina Navratilova klar mit 6:3, 6:2. „Ich bin so glücklich über das Match. Es ist einer der größten Siege, die ich bislang hatte“, freute sich Graf.

Navratilova prophezeite: „Heute war sie die beste Spielerin in der Welt. Und genau das wird sie auch sein, wenn ich das nächste Mal gegen sie spiele.“ Navratilova sollte sich mit ihrer Prognose um einige Wochen irren. Erst zwei Duelle später waren die Vorzeichen umgekehrt und Graf tatsächlich die Nummer eins der Welt.

Die Deutsche holte sich schließlich auch den Titel in Miami mit einem Finalsieg gegen Chris Evert und gab auf dem Weg zum Turniersieg in sieben Matches nur 21 Spiele ab.

6. März 1988
Boris Becker gelingt Doublesieg in Indian Wells

Im Vorjahr beim ATP-Turnier in Indian Wells hatte Boris Becker den Titel im Einzel gewonnen und das Finale im Doppel verloren. Ein Jahr später holte sich der Deutsche den Doublesieg in der kalifornischen Wüste. Becker triumphierte im Einzel und im Doppel an der Seite des Franzosen Guy Forget. Ein Kunststück, das in der Turniergeschichte von Indian Wells nur zwei weiteren Herrenspielern gelungen ist.

Im Finale im Einzel besiegte Becker den Spanier Emilio Sanchez mit 7:5, 6:4, 2:6, 6:4. „Wenn ich nicht gewonnen hätte, wäre für mich auch keine Welt untergegangen. Ich danke meinem Trainer Bob Brett. Er schafft es, dass ich arbeite“, sagte Becker nach dem Titelgewinn.

Der unterlegene Finalist Sanchez, der im Vorjahr in Indian Wells auch gegen Becker verloren hatte, kündigte bei der Siegerehrung an: „Liebe Freunde, ich gratuliere Boris Becker. Aber im kommenden Jahr komme ich wieder. Und ich verspreche euch, dann werde ich ihn schlagen.“ Kurioserweise trafen Becker und Sanchez zwei Tage später wieder aufeinander – in der ersten Runde beim ATP-Turnier in Orlando. Becker siegte erneut.

7. März 2016
Dopinggeständnis von Maria Sharapova

Als Maria Sharapova in Los Angeles eine Pressekonferenz einberief, dachte man an ein mögliches Karriereende oder an eine neue Geschäftsidee. Stattdessen überraschte Sharapova mit der Aussage, dass sie nach dem verlorenen Australian-Open-Viertelfinale gegen Serena Williams im Januar 2016 positiv auf das Dopingmittel Meldonium getestet wurde.

„Ich habe einen großen Fehler gemacht“, räumte die Russin ein. Sie habe jahrelang das Herzmittel Meldonium genommen, das bis Ende 2015 nicht auf der Dopingliste gestanden hatte. „Ich habe nicht auf die Liste geschaut“, erklärte Sharapova im Hinblick darauf, dass Meldonium mit Beginn 2016 auf die Dopingliste gesetzt wurde.

Sharapova wurde zunächst rückwirkend für zwei Jahre gesperrt. Nach ihrem Einspruch wurde die Sperre um neun Monate verkürzt. Am 26. April 2017 kehrte Sharapova beim WTA-Turnier in Stuttgart auf die Tennisbühne zurück.

8. März 1985
Boris Becker gibt sein Debüt im Davis Cup

Im Alter von 17 Jahren und drei Monaten war es so weit. Boris Becker kam in der ersten Davis-Cup-Runde der Weltgruppe zu seinem ersten Einsatz für die deutsche Davis-Cup-Auswahl gegen Spanien. Und Becker zeigte bereits im Teenageralter, dass er von Beginn an die Führungsfigur im deutschen Herrentennis sein würde.

Der 17-Jährige siegte in Sindelfingen gegen Juan Aguilera mit 6:3, 6:4, 6:4 und brachte Deutschland mit 2:0 in Führung. Einen Tag später fixierte Becker an der Seite von Andreas Maurer im Doppel mit einem Fünfsatzsieg gegen das zukünftige Weltklassedoppel Emilio Sanchez und Sergio Casal (4:6, 6:3, 1:6, 6:3, 6:4) den deutschen Gesamtsieg. Die knappe Niederlage in seinem zweiten Einzel gegen Casal (4:6, 6:1, 5:7) fiel nicht mehr ins Gewicht.

Es sollte die erste von nur drei Einzelniederlagen (die zweite Niederlage war ebenfalls gegen Casal) in der Davis-Cup-Karriere von Becker sein. Mit dem Leimener als Führungsfigur zog Deutschland 1985 in das Finale im Davis Cup ein.

9. März 1980
Deutsches Davis-Cup-Team gewinnt in Spanien

Das deutsche Davis-Cup-Team ging mit einem 1:2-Rückstand in den Schlusstag beim Auswärtsspiel in Valencia gegen Spanien. Rolf Gehring hatte am Eröffnungstag nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Jose Higueras den ersten Punkt für die deutsche Mannschaft geholt. Am Schlusstag glich zunächst Ulrich Pinner mit einem 6:4, 6:3, 6:3 gegen Higueras aus.

Gehring wurde anschließend zum Matchwinner. Er besiegte Fernando Luna mit 3:6, 6:3, 6:3, 6:3. Das deutsche Team zog mit dem hart erkämpften Sieg in Spanien in das Halbfinale der Europa-Zone ein, wo man später Schweden unterlag.

10. März 1986
Deutschland verliert im Davis Cup sensationell in Mexiko

Das deutsche Davis-Cup-Team ging als Vorjahresfinalist in die Davis-Cup-Saison 1986 und traf in der ersten Runde als klarer Favorit auf Mexiko. Gespielt wurde in Mexiko-City im German Club. Bei dem Namen des Spielortes durfte doch gar nichts schiefgehen, müsste man glauben. Tatsächlich ging eine Menge schief.

Gleich im Auftakteinzel war Michael Westphal chancenlos gegen Mexikos Nummer zwei, Francisco Maciel. Boris Becker konnte zwar mit einem klaren Sieg in seinem ersten Einzel ausgleichen. Doch im Doppel verloren Becker und Andreas Maurer völlig überraschend in fünf Sätzen. Das deutsche Team stand am Schlusstag unter Zugzwang.

Becker gewann auch sein zweites Einzel deutlich in drei Sätzen. Es lag im Schlusseinzel an Westphal, den deutschen Gesamtsieg zu holen. Der Hamburger war auf der Siegerstraße gegen Leonardo Lavalle, führte mit 2:0 in den Sätzen und brach trotz zahlreicher Chancen ein. Die Partie musste beim Stand von 10:8, 8:6, 3:6, 4:6, 1:3 aus Westphals Sicht wegen Dunkelheit abgebrochen werden.

Bis dahin hatten sich hitzige Szenen auf den Rängen – unter anderem eine Schlägerei zweier Betrunkener, weswegen das Match für einige Minuten unterbrochen werden musste – und dem Platz abgespielt. In der Fortsetzung konnte Westphal nicht mehr viel entgegensetzen und verlor den entscheidenden Satz mit 3:6.

Aus dem „Selbstgänger“ in Mexiko wurde ein Desaster. Das deutsche Davis-Cup-Team musste schließlich in die Relegation um den Verbleib in der Weltgruppe spielen.

11. März 1991
Monica Seles wird erstmals Nummer eins der Welt

Nicht einmal zwei Jahre nach ihrem ersten Turniersieg auf der WTA-Tour avancierte Monica Seles im Alter von 17 Jahren und drei Monaten erstmals zur Nummer eins der Welt. Und nicht nur das: Die gebürtige Jugoslawin brach damit den Nummer-eins-Rekord von Tracy Austin als jüngste Weltranglistenerste. Den Rekord als jüngste Nummer eins verlor Seles sechs Jahre später an Martina Hingis.

Seles löste Steffi Graf an der Spitze der Weltrangliste ab. Die Deutsche hatte zuvor die Spitzenposition 186 Wochen in Folge innegehabt. „Teenager sind gefüllt mit einer naiven Unbesiegbarkeit, die zu riesigen Leistungen führen können. Das zeigt, welche Kraft der Verstand hat“, sagte Seles über ihre riesengroßen Erfolge in jungen Jahren. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs wurde Seles am 30. April 1993 beim Turnier am Hamburger Rothenbaum von einem gestörten Steffi-Graf-Fan mit einem Küchenmesser in den Rücken gestochen. Seles war insgesamt 178 Wochen die Nummer eins der Welt, 65 Wochen davon wurde sie neben Graf als Co-Nummer-eins geführt.

12. März 2019
Philipp Kohlschreiber schreibt mit Sieg gegen Novak Djokovic Tennisgeschichte

Philipp Kohlschreiber spielte sich beim ATP-Turnier in Indian Wells in die Geschichtsbücher. Der 35-jährige Deutsche besiegte in der dritten Runde den Weltranglistenersten Novak Djokovic mit 6:4, 6:4. Damit wurde Kohlschreiber zum ältesten Spieler bei einem Debütsieg gegen einen aktuellen Nummer-eins-Spieler.

Insgesamt war Kohlschreiber der drittälteste Spieler seit Gründung der ATP-Tour im Jahr 1990, der gegen einen Weltranglistenersten gewinnen konnte. Älter waren nur Ivo Karlovic und Roger Federer. „Es ist ein ganz besonderer Moment“, sagte Kohlschreiber. „Sicher, gegen die Topspieler anzutreten, ist immer ein Vergnügen, aber in der Regel schlagen sie dich. Heute gegen Novak als Nummer eins und topgesetzten Spieler war es ein unglaublicher Sieg für mich.“

13. März 1999
Carlos Moya siegt sich zur ersten spanischen Nummer eins der Welt

Nach dem Auftaktaus von Pete Sampras beim ATP-Turnier in Indian Wells stand fest, dass Sampras die Weltranglistenführung verlieren könnte. Mehrere Spieler hatten die große Chance auf die Übernahme der Nummer eins, darunter Yevgeny Kafelnikov, Patrick Rafter und Carlos Moya. Da sowohl Kafelnikov als auch Rafter gleich zu Beginn scheiterten, öffnete sich die Tür für Moya.

Mit dem Finaleinzug hätte der Spanier die Nummer eins werden können. Und Moya schaffte es. Im Halbfinale bezwang er Gustavo Kuerten mit 6:3, 1:6, 6:1 und krönte sich zum ersten Weltranglistenersten aus Spanien im Herrentennis. „Ich kann es kaum glauben. Ich bin der König der Welt“, freute sich Moya über seinen historischen Coup.

Den Titel in Indian Wells konnte der Spanier allerdings nicht erringen. Er unterlag im Finale gegen den Australier Mark Philippoussis mit 7:5, 4:6, 4:6, 6:4, 2:6. Moya wurde allerdings nach nur zwei Wochen als Nummer eins vom Weltranglistenthron gestoßen. Die kürzeste Nummer eins im Herrentennis ist er damit jedoch nicht. Patrick Rafter blieb nur eine Woche lang die Nummer eins der Welt.

14. März 2015
Serena Williams beendet Boykott in Indian Wells

14 Jahre, nachdem sie zuletzt beim WTA-Turnier in Indian Wells gespielt hatte, kehrte Serena Williams zum prestigeträchtigen Event in der kalifornischen Wüste zurück. Die US-Amerikanerin hatte das Turnier jahrelang boykottiert, nachdem sie 2001 im Finale ausgebuht wurde, weil es Anschuldigungen gab, dass der Ausgang der Matches zwischen ihr und Schwester Venus von Vater Richard Williams bestimmt wurde.

14 Jahre später wurde Williams mit stürmischem Applaus empfangen, woraufhin die US-Amerikanerin in Tränen ausbrach. Bei ihrem Comeback in Indian Wells besiegte Williams die Rumänin Monica Niculescu mit 7:5, 7:5.

„Das war es wert, wieder hierherzukommen und neue Erinnerungen an das Turnier zu kreieren. Ich habe mich super gefühlt auf dem Platz und mich über die Reaktionen der Fans sehr gefreut. Es fühlt sich an wie einer der größten und stolzesten Momente in meiner Karriere“, sagte Williams, die bis ins Halbfinale kam und dann verletzungsbedingt zurückziehen musste.

15. März 1987
Boris Becker verliert im Davis Cup gegen Angstgegner Sergio Casal

Boris Becker verlor in seiner einzigartigen Karriere im Davis Cup in 41 Einzelmatches nur dreimal – zweimal gegen Sergio Casal. War die erste Niederlage gegen den Spanier im Jahr 1985 noch unbedeutend, da Deutschland bereits den Gesamtsieg sicher hatte, war das verlorene Match gegen Casal in der ersten Runde des Davis Cups 1987 eine Niederlage mit Folgen.

Becker und Casal traten in Barcelona beim Stand von 2:2 zum alles entscheidenden Einzel an. Der Deutsche konnte seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden, auch wenn die Partie auf dem von ihm so ungeliebten Sandboden stattfand. Casal lief in seiner Heimatstadt zur Höchstform auf und siegte trotz eines Hängers im zweiten Satz mit 6:2, 0:6, 6:2, 6:3. Deutschland musste daraufhin in die Relegation.

Es folgte das denkwürdige Abstiegsduell gegen die USA mit der Schlacht von Hartford. Becker gewann nach der Niederlage gegen Casal 22 Davis-Cup-Einzel in Folge und wurde zu einem der bestimmenden Spieler in diesem Mannschaftswettbewerb.

16. März 2016
Alexander Zverev verpasst Sensationssieg gegen Rafael Nadal

Es fehlte nur ganz wenig und Alexander Zverev hätte beim ATP-Turnier in Indian Wells für eine große Sensation gesorgt. Der 18-jährige Deutsche stand im Achtelfinale kurz vor dem Sieg gegen Rafael Nadal. Doch am Ende setzte es eine bittere Niederlage mit 7:6 (8:6), 0:6, 5:7.

Im dritten Satz führte Zverev mit 4:1 und hatte sogar Breakchance zum 5:1. Als sich der Teenager bei 5:3-Führung und eigenem Aufschlag seinen ersten Matchball erspielte, vergab er diesen leichtfertig. Ein einfacher Vorhandvolley landete im Netz. Es kam, wie es kommen musste. Der vergebene Matchball brach Zverev das Genick, sodass Nadal seine Routine ausspielte und das Match noch zu seinen Gunsten drehte.

„Beim Matchball habe ich versagt. Ich habe den wohl einfachsten Schlag im gesamten Match verhauen. Das Timing war komplett missraten, der Ball war am Ende zu weit weg von mir“, trauerte Zverev dem vergebenen Sieg hinterher. Es wäre sein erster Erfolg gegen einen aktuellen Top-Ten-Spieler gewesen. Nadal versuchte, Zverev mit den Worten trösten: „Alex ist einer der zukünftigen Nummer-eins-Spieler der Welt.“

17. März 2001
Serena Williams wird in Indian Wells ausgebuht

Serena Williams wurde im Finale beim WTA-Turnier in Indian Wells gegen Kim Clijsters über das komplette Match ausgebuht. Der Grund: Im Halbfinale hätte es zum Sister Act zwischen Serena und Venus Williams kommen sollen. Doch 20 Minuten vor Spielbeginn sagte Venus Williams das Match wegen einer Sehnenentzündung ab. Die Medien schürten den Verdacht, dass Vater Richard Williams den Ausgang der Duelle seiner Töchter vorher festlegen würde.

Trotz der Buhrufe siegte Williams im Endspiel gegen Clijsters mit 4:6, 6:4, 6:2. „Zu Beginn war ich etwas schockiert. Ich habe zu Gott gebetet, mir dabei zu helfen, stark zu sein. Nicht, dass ich gewinne, aber stark genug sein, nicht auf das Publikum zu hören“, sagte Williams zu den Vorfällen im Finale.

Da auf der Tribüne Vater Richard angeblich rassistisch beleidigt wurde, beschlossen die beiden Williams-Schwestern, das Turnier in Zukunft zu boykottieren. Serena Williams hielt ihren Boykott 13 Jahre lang aufrecht. 2015 kehrte sie schließlich nach Indian Wells zurück.

18. März 1984
Bombendrohung beim Finale in Rotterdam zwischen Ivan Lendl und Jimmy Connors sorgt für Abbruch

Ein ATP-Turnier ohne Sieger ist eigentlich unvorstellbar. Beim ATP-Turnier in Rotterdam ist es tatsächlich passiert – das erste und einzige Mal im Profitennis. Ivan Lendl und Jimmy Connors standen sich im Finale in Rotterdam gegenüber. Dabei spielte Lendl eines der besten Matches seiner Karriere, gewann den ersten Satz mit 6:0 und holte sich zu Beginn des zweiten Satzes gleich das Break zum 1:0. Doch dann musste das Finale unterbrochen werden.

Die Polizei ordnete die Evakuierung der Ahoy-Arena in Rotterdam an. Eine Bombendrohung ging via Telefon ein. Der Anrufer gab an, dass er zu einer antikapitalistischen Bewegung gehöre und eine Bombe in der Nähe des Platzes platziert sei. Eine Untersuchung ergab keinerlei Auffälligkeiten. Die Zuschauer durften zu ihren Sitzen zurückkehren, doch das Finale wurde nicht wieder aufgenommen.

Lendl weigerte sich, weiterzuspielen. Turnierchef Wim Buitendijk erklärte, dass Lendl „keine Risiken eingehen“ wolle. Trotz der klaren Führung von Lendl wurde entschieden, dass es keinen Turniersieger in Rotterdam gab. Lendl schlug vor, dass das Preisgeld für den Sieger und den Finalisten so lange einbehalten würde, bis das Match entschieden wurde. Eine Fortsetzung des Duells sollte es aber nie geben.

19. März 1989
Miloslav Mecir gewinnt als letzter Spieler Turnier mit Holzschläger

Der Holzschläger im Tennis wurde in den 1980er-Jahren vom modernen Grafitschläger abgelöst. Einige Spieler wollten sich von ihrem lieb gewonnenen Holzschläger nicht trennen. Einer von ihnen war Miloslav Mecir.

Beim Turnier in Indian Wells spielte sich Mecir in die Geschichtsbücher, indem er zum letzten Spieler wurde, der einen Titel mit einem Holzschläger gewinnen konnte.

Im Endspiel drehte der Tschechoslowake einen 0:2-Satzrückstand gegen Yannick Noah und siegte mit 3:6, 2:6, 6:1, 6:2, 6:3. Mecir bleibt in Erinnerung durch den Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul sowie durch seine elegante Spielweise.

Seine Art, Tennis zu spielen, wirkte mühelos, als bedeute es keine Kraftanstrengung. Daher bekam er auch den Spitznamen „die Katze“ verpasst. Für die meisten Spieler war der Tschechoslowake ein Angstgegner, weil es so schwer war, gegen ihn zu bestehen.

20. März 1994
Die Fair-Play-Geste von Andre Agassi gegenüber Pete Sampras

Das Finale bei den Miami Open 1994 versprach einen spielerischen Leckerbissen zwischen Andre Agassi und Pete Sampras. Dass das Finale überhaupt stattfinden konnte, lag an einer sportlich fairen Geste von Agassi. Denn Sampras litt an einer Magenverstimmung, an der das abendliche Pastaessen schuld gewesen sein soll. Dem Finale drohte die Absage, doch Agassi stimmte zu, dass das Endspiel später am Tag stattfinden konnte.

Sampras wurde 90 Minuten intravenös mit Flüssigkeit behandelt, ehe er mit einem leeren Magen den Platz betreten konnte. Und tatsächlich: Sampras holte sich den Titel bei den Miami Open, indem er Agassi mit 5:7, 6:3, 6:3 besiegte. „Ich bin genauso überrascht wie jeder in diesem Raum, dass ich gewonnen habe“, sagte Sampras auf der Pressekonferenz. Auf dem Platz dankte „Pistol Pete“ seinem Landsmann für die Fair-Play-Geste. „Er hat mir gezeigt, was Klasse bedeutet. Das werde ich nie vergessen.“

Agassi selbst sagte über seine Erlaubnis, das Finale später spielen zu lassen: „Das war keine komplizierte Entscheidung für mich. Wenn ich den besten Spieler der Welt nicht besiegen kann, dann verdiene ich es nicht, die Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Und gewiss verdiene ich sie nicht, wenn ich ihn nicht besiegen kann, wenn er krank ist.“

21. März 2010
Ivan Ljubicic krönt Traumlauf in Indian Wells

Spät, aber gewaltig, hieß es in der Karriere von Ivan Ljubicic. Der Kroate machte sich zwei Tage nach seinem 31. Geburtstag das schönste Geschenk und krönte sich zum ältesten Premierensieger bei einem Turnier der Masters-1000-Serie auf der ATP-Tour. Ljubicic schnappte sich den Titel beim prestigeträchtigen ATP-Turnier in Indian Wells.

Nachdem er im Achtelfinale Novak Djokovic und im Halbfinale Titelverteidiger Rafael Nadal bezwingen konnte, vollendete er seinen Traumlauf beim Hartplatzturnier in der kalifornischen Wüste mit einem Finalsieg gegen Andy Roddick. Ljubicic besiegte den US-Amerikaner mit 7:6 (7:3), 7:6 (7:5).

Für den Kroaten war es der zehnte und insgesamt letzte Titelgewinn auf der ATP-Tour. „Im Blick auf meine Karriere hat es sich angefühlt, dass etwas fehlt. Es ist ein fantastisches Gefühl, das nun endlich zu haben. Das gibt etwas Besonderes zu meiner Karriere“, sagte Ljubicic, der nach seiner Karriere Trainer von Roger Federer wurde.

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
16 aralık 2025
Hacim:
266 s. 11 illüstrasyon
ISBN:
9783840337413
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

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