Kitabı oku: «Duft- und Heilpflanzen»
Heinz Schilcher
Ingeborg Stadelmann
Christian Herb
Duft- und Heilpflanzen
sehen, verstehen, anwenden
Stadelmann Verlag 
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Wichtiger Hinweis
Dieses Handbuch dient der Aufklärung, Information und Selbsthilfe. Jede Leserin und jeder Leser ist aufgefordert, in eigener Verantwortung zu entscheiden, ob und inwieweit die Pflanzen und deren Zubereitungen angewendet werden können. Das Buch dient lediglich dem Kennenlernen der Duft- und Heilpflanzen und zeigt die Vielfalt deren Einsatzgebiete. Es ersetzt weder Fachliteratur noch medizinischen Rat.
Pflanzen und Zubereitungen daraus, homöopathische Arzneien und ätherische Öle sind hochwirksame Substanzen, die, falsch eingesetzt oder zu hoch dosiert, zu Nebenwirkungen führen können.
Zwischen den abgebildeten Pflanzen und deren Erscheinen in freier Natur oder im Duft- und Heilpflanzengarten auf der Burghalde in Kempten sind Abweichungen möglich. Für eine exakte Bestimmung der Pflanze empfehlen wir entsprechende Literatur.
ISBN Print: 978-3-943793-03-1
ISBN ePub: 978-3-943793-35-2
ISBN ePDF: 978-3-943793-34-5
ISBN Mobi: 978-3-943793-36-9
© 2012 Stadelmann Verlag: 2. Auflage 2013
Nesso 8, 87487 Wiggensbach Fax: 0 83 70 – 88 96 www.stadelmann-verlag.de
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Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf deshalb der vorherigen schriftlichen Einwilligung der Autorenschaft und des Verlags.
Satz: Simone Dorn, Kempten
Lektorat: Danielle Flemming, Darmstadt
Druck: Kösel, Krugzell
Vorwort
Im Jahr 2004 entstand in einem Gespräch zwischen der Naturheilkundlerin und Hebamme Ingeborg Stadelmann und dem Gärtner Christian Herb die Idee, im Allgäu einen Duft- und Heilpflanzengarten anzulegen. Beiden liegen nicht nur die Heilkräuter mit ihren vielfältigen Wirkungen am Herzen, sondern auch der korrekte Einsatz dieser Pflanzen. Jedoch sollte das Wissen zu solchen Pflanzen nicht nur in Seminaren und Vorträgen vermittelt werden, sondern das Betrachten, Anfassen und Kennenlernen in natura möglich sein. Der Apotheker Dietmar Wolz und die Stadt Kempten unterstützen die Idee sofort, und so konnte im Jahr 2005 das Projekt „Duft- und Heilpflanzengarten auf der Burghalde“ im Herzen der ältesten Stadt Deutschlands umgesetzt werden. Die Pflanzen wurden gemeinsam ausgewählt, von der Gärtnerei Herb zur Verfügung gestellt und unter Mithilfe der staatlichen Berufsschule (Abteilung Gartenbau) und des Förderzentrums St. Georg konnte der damals angehende Landschaftsarchitekt Ralph Stadelmann den mittlerweile gut besuchten Schaugarten Wirklichkeit werden lassen.
Sieben Jahre später entstand unter Initiative von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heinz Schilcher der Wunsch, zu diesem Duft- und Heilpflanzengarten ein lehrreiches Büchlein im Sinne eines Gartenführers zu schreiben.
Der Garten wie das Buch zeigen die Vielfalt Heilpflanzen: Sowohl heimische Kräuter aus dem Allgäu bzw. der Alpenregion sind zu finden wie auch viele Exoten aus fernen Ländern.

Bei Ihrem Besuch im Duft- und Heilpflanzengarten in Kempten können Sie so mithilfe des Buchs Ihr Wissen ergänzen. Aber auch zuhause – auch weitab des Allgäus – können Sie sich in Ruhe anhand der vielen Fotos eine Vorstellung davon machen, welche wunderbaren Geschöpfe aus Gottes Natur die Naturheilkunde möglich machen. Das knappe und kurze Nachschlagewerk vereint Wissenschaft, gelebte Anwendung und Erfahrung. Es beschreibt Pflanzen, die in der Kräuterheilkunde (Phytotherapie), in der Aromatherapie und in der Homöopathie angewendet werden. Die Pflanzen, in verarbeiteter Form, finden Sie wieder in den Original-Stadelmann®-Aromamischungen, in Teemischungen und in den homöopathischen Taschenapotheken von Ingeborg Stadelmann, die in der Bahnhof-Apotheke hergestellt werden und direkt dort oder über Ihre Apotheke vor Ort erhältlich sind.
Dieses Buch soll auch aufzeigen, dass sich in der sogenannten Komplementär-Medizin wissenschaftliches und empirisches Wissen ergänzen, sowohl bei der eigenverantwortlichen Anwendung wie in der Therapie. Dabei ist immer eine Portion Respekt nötig und vor allem Wissen. Zur Vertiefung Ihres Wissens finden Sie ab hier eine Liste der verwendeten oder empfehlenswerten Literatur. Und vielleicht bekommen Sie ja durch das Duft- und Heilpflanzenbuch Lust, sich auch an Ihrem Wohnort für die Anlage eines solchen Gartens einzusetzen, damit möglichst viele Menschen die Vielfalt der Natur betrachten können. Womöglich begleitet sie dieses Taschenbuch aber auch beim Besuch in einem der vielen botanischen Gärten Europas. Oder einfach nur beim nächsten Spaziergang oder beim Verweilen in Ihrem Garten, und hilft Ihnen so, die Vielfalt der Pflanzenwelt in der Naturheilkunde besser zu sehen, zu verstehen und anzuwenden.
Viel Freude beim Lesen wünschen
Ihre Ingeborg Stadelmann
Ihr Heinz Schilcher, Christian Herb
Einführung
Liebe Leserin, lieber Leser, lieber Gartenbesucher,
das Duft- und Heilpflanzenbuch soll lediglich exemplarisch sein und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es will auf die Möglichkeiten der vielseitigen „Kräuteranwendungen“ im täglichen Leben sowie in der Selbstmedikation aufmerksam machen. Kräuter werden unterteilt, je nach Verwendungszweck, ob für die medizinische oder traditionelle Kräuterheilkunde, die Aromatherapie, die Homöopathie oder einfach als Lebensmittel, in:
•Arzneikräuter
•Aromapflanzen
•Kräuter als Ausgangspflanze für homöopathische Arzneien
•Gewürzpflanzen
•Salat- und Gemüsekräuter
Es werden mehr als 100 Pflanzen aufgezeigt, die in der Selbstmedikation von besonderer Bedeutung und zugleich auch „heimische Heilkräuter“ sind, oder ferne Exoten wie Teebaum und Eukalyptus, deren ätherische Öle über die Aromatherapie Einzug in unsere duftenden Hausapotheken gehalten haben. Einige wenige Giftpflanzen sind exemplarische Vertreter für die homöopathischen Arzneikräuter.
In der Anwendung gibt es für viele Pflanzen Überschneidungen, z. B. können Salbeiblätter sowohl Gewürz als auch Heilkraut sein. Weitere Beispiele sind Basilikum, Thymian, Zwiebel u. a. Nur wenige der aufgeführten Pflanzen sind in allen Bereichen vertreten, viele jedoch mindestens in zwei, manche sind gar in drei oder vier Anwendungsgebieten im anerkannten wie im bewährten Einsatz. Aber lesen und sehen Sie selbst auf den folgenden Seiten zu den unterschiedlichen Möglichkeiten und Varianten.
Bei vielen Arzneikräutern[1] sind die Qualität, die eingenommenen Mengen und die Zubereitungsoder Darreichungsformen entscheidend, um den gesundheitsbzw. krankheitsbezogenen Erwartungen gerecht zu werden. Heilkräuter sind je nach Dosis heilend und lindernd, in niedriger Dosis aber auch vorbeugend wirksam und unterliegen dementsprechend dem Arzneimittelgesetz (AMG 1976). Bei den Pflanzensteckbriefen sind gesicherte medizinische Anwendungsempfehlungen beschrieben, die durch Monographien von vier Sachverständigenkommissionen erstellt wurden:
•Deutsche Sachverständigenkommission E nach dem AMG 1976
•Europäische Kommission ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy)
•Kommission der WHO (World Health Organisation)
•EU-Committee for Herbal Medicinal Products (HMPC) bei der European Medicines Agency (EMA) in London
Die vertretbaren volksmedizinischen und traditionellen Anwendungsmöglichkeiten sind das Ergebnis eines 5-jährigen Forschungsauftrages, den Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heinz Schilcher und sein Arbeitskreis an der FU Berlin vom Bundesgesundheitsamt erhalten hatten.
Aromapflanzen sind Pflanzen, deren ober- und unterirdische Pflanzenteile reich an ätherischen Ölen (natürliche Duftstoffe) sind und die sowohl als Heilwie auch als Gewürzkräuter verwendet werden. Vornehmlich werden daraus jedoch durch schonende Wasserdampfdestillation naturreine ätherische Öle gewonnen, die dann in der Aromatherapie eingesetzt werden. Hochtechnisierte Analysemethoden sind unerlässlich geworden, um naturbelassene ätherische Öle von naturidentischen, von minderwertigen verschnittenen Ölen sowie von synthetischen Duftstoffen zu unterscheiden. Die duftenden Pflanzenwirkstoffe, Duftmoleküle genannt, wirken nicht nur über Raumbeduftung, sondern werden überwiegend lokal äußerlich angewandt. Ätherische Öle werden nur in Ausnahmen pur (niemals in Nasennähe!) aufgetragen, im Allgemeinen werden sie eingearbeitet in hautverträgliche und verstoffwechselbare fette Pflanzenöle, wie Sonnenblumenoder Johanniskrautöl u. a. Wollwachs und Sheabutter dienen als natürliche Salbengrundlagen. Egal in welcher Form sie angewendet werden, immer beeinflussen die duftenden Pflanzenwirkstoffe das zentrale Nervensystem. Hochmoderne Analysemethoden, wie z. B. Kapillar-Gaschromatographie an Massenspektrometer gekoppelt (GC-MS), ermöglichen den Nachweis der Inhaltsstoffe ätherischer Öle und somit eine optimale Qualitätsauswahl. Mikrobiologische Untersuchungen garantieren einwandfreie Ausgangsrohstoffe für Aromamischungen. Das Wissen um Wirkungen und Eigenschaften der ätherischen wie fetten Pflanzenöle und Pflanzenwasser (Hydrolate) beruht sowohl auf wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf langjährigen Erfahrungen.
Die Arzneipflanzen für die Homöopathie sind zum Teil auch Giftpflanzen, die nach den Regeln des Arztes Hahnemann verdünnt bzw. potenziert werden. Eingesetzt werden häufig tiefe oder niedere bis mittlere Potenzen (noch messbare materielle Dosen), oftmals auch hohe Potenzen (nur noch feinstoffliche Gaben) entsprechend der klassischen Ähnlichkeitsregel. Die Informationen über die Arzneien beruhen seit Hahnemann auf der Erfahrung von Ärzten, Heilpraktikern und Hebammen, sind in anerkannten Arzneimittelehren (Materia medica, s. Literatur S. 293) nachzulesen und werden durch jüngere wissenschaftliche Studien bestätigt.
Von den Gewürz- und Salat-Wildkräutern darf man keine therapeutische Wirksamkeit erwarten, sie besitzen aber auf alle Fälle einen gesundheitsfördernden bis vorbeugenden Effekt.
Ganz besonders gilt es ebenfalls zu beachten, dass viele Kräuter – ob sie nun als traditionelle Heilkräuter bekannt sind oder gesicherte medizinische Empfehlungen vorhanden sind – in Genusstees („Haustees“) getrunken werden, z. B. Lavendel, Melisse, Pfefferminze u. v. a. Dies zeigt auch die enge Verknüpfung von Therapie und regelmäßigen präventiven Maßnahmen. Wichtig ist dabei sicher, darauf zu achten, dass in manchen angebotenen Tees zwar mit Heilkräutern geworben wird, diese aber nur in zu vernachlässigenden Mengen zugesetzt sind. Andererseits versteckt sich aber hinter manchem Genusstee doch eine angenehme Gesundheitswirkung. Wichtig ist auch, solche Genusstees immer wieder zu wechseln, damit der menschliche Organismus seinem Prinzip gerecht werden kann, nämlich dem Reiz-Reaktions-Mechanismus. Gewohnheit stumpft auch in dieser Hinsicht ab. Und unter dem Leitsatz von Hippokrates: „Lass Deine Lebensmittel Deine Heilmittel sein.“ ist es ganz sicher sinnvoll, solch wohltuende Tees jedem Süßoder Alkoholgetränk vorzuziehen.
Im Pflanzensteckbrief hat der Gärtner und Heilkräuterliebhaber Christian Herb sein Wissen und seine Erfahrungen eingebracht, sodass Sie den Pflanzen in Ihrem Garten den richtigen Standort und die entsprechenden Bedingungen geben können. Um zu wissen, wie die Pflanzen zu überwintern sind, finden Sie außerdem im Anhang eine Winterhärtezonen-Karte.
So können Sie Ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit Duft- und Heilpflanzen sammeln. Mit den praktischen Tipps und Zubereitungshinweisen wünschen wir Ihnen viel Freude für Ihren persönlichen Gebrauch der Wild- und Heilkräuter.
Bei der Beschreibung hier im Buch wird unterteilt in:
•botanischer deutscher und lateinischer Name
•Pflanzensteckbrief
–Familie, Ursprungsland, Höhe, Blütezeit und -farbe, Standort und Biologie
•Anwendung
–Verwendete Pflanzenteile
–Arzneilich nachgewiesene Wirkung als Heilpflanze: gesicherte medizinische Anwendungsempfehlungen
–Wirkungen des ätherischen Öls – und die typischen Anwendungsbereiche
–Homöopathie: die wichtigsten Indikationen, insbesondere für den Hausgebrauch
–Traditionelle Anwendung: vertretbare Anwendungen, für die keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien existieren, die aber in der traditionellen Anwendung eine Bedeutung besitzen und für die auch der Verbraucherschutz gewährleistet ist.
–Lebensmittel: Verwendung als Gewürze, Salate, Gemüse etc.
–Interessantes und Nützliches: interessante, wissenswerte und allgemeine Hinweise, sowie ggf. die Notiz zu Giftigkeit
–Tipps (aus dem Kräutergarten u. a.): Zubereitungshinweise, Raffiniertes und Mögliches aus der Zauberkiste der Natur zum selbst Ausprobieren
Diese Informationen finden Sie auch auf den Schildern im Duft- und Heilpflanzengarten auf der Burghalde in Kempten.
Grundsatz
In der Naturheilkunde gilt immer der wichtige Satz von Paracelsus (Naturheilforscher Theophrastus Bombastus zu Hohenheim, 1493 – 1541): „All Ding sind Gift und nichts ist ohn Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Frei übersetzt: In vielen Fällen ist weniger mehr. Gleichzeitig muss aber natürlich auf eine ausreichende Dosierung geachtet werden, um eine Wirkung zu erzielen.
Wenn Sie in diesem Sinne den Umgang mit den Pflanzen und den daraus zur Verfügung stehenden Produkten pflegen und diese mit Bewusstsein einsetzen, stehen Ihnen hilfreiche Möglichkeiten zur Verfügung.
Erläuterungen zu den Pflanzenzubereitungen
Teeaufguss (Infus)
1 – 2 Teelöffel oder 1 Esslöffel geschnittene Droge (= getrocknete Pflanzenteile) werden mit 150 – 200 ml (= eine große Tasse) kochendem Wasser übergossen und ca. 10 Minuten ziehen gelassen, abgeseiht und möglichst warm getrunken. Empfohlen wird die Verwendung von speziellen Teetassen oder auch große Kannen mit einem Siebeinsatz und Deckel. Beim Abnehmen des Deckels ist es wichtig, diesen an der Kanne oder Tasse abzuklopfen, damit die gesammelten Wassertropfen, die mit ätherischem Öl angereichert sind, wieder im Tee landen und somit der feine Duft und Geschmack auch erhalten bleibt. So wird eine Gesamtwirkung erreicht, denn das Teetrinken mit Kräutern, die ätherisches Öl enthalten, ist immer auch ein bisschen Aromatherapie.
Teeabkochung (Dekokt)
Die Droge (Menge wie beim Infus) wird mit kaltem Wasser angesetzt, 20 – 30 Minuten gekocht, abgeseiht und warm getrunken.
Kaltauszug (Mazerat)
Bei manchen Drogen würde ein Infus oder ein Dekokt, aufgrund des hohen Anteils an Pektinen und Stärke zu einer Verkleisterung führen (z. B. Eibischwurzel), bei anderen gehen bei einem Auszug mit kochendem Wasser unerwünschte Inhaltsstoffe in den Tee über (z. B. Bärentraubenblätter). In diesen Fällen wird ein Kalt-Mazerat hergestellt. Dazu werden die zerkleinerten Drogen mit kaltem Wasser übergossen im Verhältnis von etwa 1 : 10.
Der Ansatz wird 3 – 5 Stunden oder auch über eine Nacht stehen gelassen bei Raumtemperatur, unter gelegentlichem Umrühren. Dann wird er durch ein Sieb oder Mull abgeseiht. Aus mikrobiologischen Gründen ist es ratsam, das Mazerat unmittelbar vor der Verwendung kurz aufzukochen.
Arzneipflanzen-Tinktur
Geschnittene oder grob pulverisierte Droge wird mit 45 – 60 Vol. % Alkohol (geeignet ist auch Obstler etc.) im Verhältnis 1 : 10 in einer braunen, gut verschließbaren Flasche übergossen. Unter täglichem Schütteln lässt man den Ansatz ca. 1 Woche bei Raumtemperatur stehen und filtriert ihn anschließend. Zusätzlich werden die Pflanzenteile ausgepresst und dieser Rest des Extraktionsansatzes wird zum Filtrat gegeben.

Erläuterungen zu Standort und Biologie
Boden
trockener Boden: Kies oder Schotter mit Lehm oder Landerde gemischt (im Verhältnis 3 – 5 : 1), kein Kompost, sehr gute Drainage
frischer Boden: durchlässige Landerde oder sandiger Lehm, sehr gute Drainage
feuchter Boden: Lehm oder schwere Landerde, drainiert, jedoch wasserhaltend
nasser Boden: schwerer Lehm ohne Drainage, Wasser bleibt zeitweiße stehen
Nährstoffgehalt
mager: benötigt wenig Dünger. Im Beet ausgepflanzte Pflanzen müssen oft gar nicht gedüngt werden, nur wenn die alten Blätter gelb werden ist eine Düngergabe sinnvoll. Im Topf nur im April oder Mai (sonst leidet die Winterhärte) eine Düngergabe mit organischem Volldünger (Beispielpflanzen sind Rosmarin, Salbei, Thymian, Bärentraube); kiesige und sandige Böden.
mäßig nährstoffreich: Gaben von abgelagertem Kompost (mind. 3 Jahre alt) und organischen Düngern im Frühjahr oder Spätherbst (November); sandige Lehmböden.
hoher Nährstoffbedarf: Gaben von abgelagertem Kompost (mind. 3 Jahre alt) und organischen Düngern im Frühjahr oder Spätherbst (November), bei spärlichem Wachstum ist eine Nachdüngung bis Ende Juni gut möglich, danach nicht mehr, da sonst oft die Winterhärte leidet; Lehmböden.
Licht
sonnig: Volle Sonne den ganzen Tag ist optimal, oft auch sehr heiße Lagen. Ein zeitweiser Schatten durch Häuser und Bäume wird jedoch für kurze Zeit vertragen. absonnig: der Sonne abgewandte Grundstücke, auf denen die Hitze nicht stehen bleibt, zeitweiser Schatten durch Häuser und Bäume ist auch gut, oft auch die Westseite oder gut sonnige Südostseite.
halbschattig: meist Ostoder Nordseiten mit Morgen- bzw. Abendsonne, Gehölzrand.
schattig: Pflanzen die unter (Laub-)Bäumen wachsen, Nordseite.
Bodensäure
sauer: pH-Wert ca. 4 – 4,5. Moorbeeterde, Torf, Erde mit Kiefern- und Tannennadeln; Gießwasser kalkfrei und weich, pH-Senkung mit Torfsäckchen in der Wassertonne oder Zitronensäure möglich, zusätzlich Eisen düngen. leicht sauer: pH-Wert ca. 4,5 – 5,5; Zitruserde, Gießwasser kalkfrei und weich, pH-Senkung mit Torfsäckchen in der Wassertonne oder Zitronensäure möglich, zusätzlich Eisen düngen.
normal: pH-Wert ca. 5,5 – 6,5
basisch: pH-Wert über 6,5; bei Unterschreitung ist eine Düngung mit Kalk notwendig.
Winterhärtezonen
Die Einteilung in Winterhärtezonen basiert auf der mittleren kältesten Jahrestemperatur. Sie hilft dabei, einzuschätzen, welche Pflanzen in welcher Region überleben kann. Deutschland liegt in den Zonen 5 (Hochgebirge) bis 8 (z. B. Helgoland), die Übersichtskarte finden Sie hier
Pflanzensteckbriefe (A – Z)
Alant, echter – Inula helenium
Alant, echter – Inula helenium L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Korbblütler, Asteraceae (Compositae)
Ursprungsland: Südeuropa, Türkei, Iran, Westsibirien, Zentralasien
Höhe: 100 – 130 cm
Blütezeit, -farbe: Juli bis Oktober; gelb
Standort und Biologie
•sonnig
•Garten
•nährstoffreicher, durchlässiger, frischer Gartenboden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 5
•Bienen- und Insektenpflanze


Anwendung
Für die Kräuterheilkunde und zur Herstellung der Tinktur als Ausgangsstoff für die homöopathische Arznei werden die zwei- bis dreijährigen Wurzelstöcke bzw. Wurzeln verarbeitet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Von der Kommission E als „Negativ-Monographie“ verabschiedet.
Wirkung des ätherischen Öls
Die Aromatherapie verwendet das Öl von Inula graveolens bei Husten.
In der Homöopathie
Eine nicht häufig gebrauchte Arznei, aber hilfreich bei trockenem Husten mit Kitzeln im Kehlkopf.
Traditionelle Anwendung
Bei Husten mit zähflüssigem Schleim sowie als verdauungsförderndes Magenmittel und sehr selten als Harnwegsmittel.
Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Achtung!
Allergische Reaktionen sind möglich. Alant ist auch bekannt unter dem Namen Helenkraut.
• Tipp aus dem Kräutergarten
An einem sonnigen Platz im Garten wächst Alant zu einer Prachtpflanze heran. Seine großen Blätter eignen sich gut für füllige Blumensträuße.
Aloe, echte – Aloe vera
Aloe, echte – Aloe vera (L.) Burm.
früher: Aloe barbadensis
Pflanzensteckbrief
Familie: Liliengewächse, Liliaceae
Ursprungsland: Afrika, Arabien, Indien
Höhe: 40 – 80 cm
Blütezeit, -farbe: Januar bis April; gelb, rot
Standort und Biologie
•sonnig
•Kulturpflanze, Kübelpflanze
•magerer, durchlässiger Boden, Kakteenerde
•mehrjährig
•Überwinterung bei 5 – 12 °C im Kalthaus, Zone 8

Anwendung
Der komplette Pflanzensaft wird zu einem Trockenextrakt bzw. zum Aloe-Pulver verarbeitet und zur Herstellung von Aloe-Abführmittel verwendet. Das von der äußeren Rinde befreite Mark des Blattinneren wird zu einem Gel verarbeitet, das entweder direkt verwendet wird oder aus dem mit Rapsöl ein Aloe-Vera-Öl (Mazerat) hergestellt werden kann.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Bei Stuhlverstopfung; ohne ärztlichen Rat nicht länger als 1 – 2 Wochen einnehmen.
Wirkung in Aromamischungen
Das ölige Mazerat aus dem Aloe-Vera-Mark mit seiner kühlenden und feuchtigkeitsspenden Wirkung wird als Trägeröl für Aromamischungen geschätzt.
In der Homöopathie
Drei andere Aloe-Arten werden gelegentlich verwendet, vor allem A. socotrina bei Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Hämorrhoiden.

Aloe-Blütenstand
Traditionelle Anwendung
Das von den äußeren Zellschichten befreite Blattwerk wird zu Gel verarbeitet und wirkt äußerlich angewandt entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Es ist bei Verbrennungen sehr beliebt und war in Europa bis vor 30 Jahren unbekannt.
Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Das Mark wird in großen Mengen für Kosmetika verwendet. Es werden ihm allerhand Heilwirkungen zugeschrieben, jedoch sollte auf die Konservierungsmittel geachtet werden, die oftmals in größeren Mengen zugesetzt werden. Außerdem muss seine abführende Wirkung beachtet werden, wenn die äußeren Zellschichten nicht sauber entfernt wurden. Von einer innerlichen Anwendung von Aloe-Vera-Präparaten ist abzuraten, insbesondere wenn nicht angegeben ist, dass das Produkt frei von Anthrachinonderivaten ist.
• Praktischer Tipp
Bei Verbrennungen ist es einen Versuch wert, von der Pflanze ein Stück abzuschneiden und den gesamten Pflanzensaft auf die schmerzende Stelle zu träufeln. Gleiches gilt zur Erstbehandlung von Schnittwunden etc.
Notizen
Anis – Pimpinella anisum
Anis – Pimpinella anisum L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Doldengewächse, Apiaceae (Umbelliferae)
Ursprungsland: Westasien
Höhe: 40 – 50 cm
Blütezeit, -farbe: Juli bis August; weiß
Standort und Biologie
•absonnig
•Wiese
•mäßig nährstoffreicher, durchlässiger Boden
•einjährig
•Fruchtwechsel beachten
•Bienen- und Insektenpflanze Zone 7

Anwendung
Verwendet werden die getrockneten reifen Früchte, aus ihnen wird auch das süßlich würzige ätherische Öl gewonnen. Für die homöopathische Arznei werden die Samen von Sternanis (Illicium verum Hook. f.) verarbeitet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Die dokumentierten Wirkungen lauten: auswurffördernd (expektorierend), krampflösend und antibakteriell sowie leicht blähungslindernd.
Wirkung des ätherischen Öls
Das Öl ist beschrieben als auswurffördernd, schleimlösend, blähungswidrig, milchbildend. Seine krampflösenden Wirkungen machen es zu einem wichtigen Bestandteil in Aromamischungen bei Verdauungsbeschwerden.

In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
Wird bei Magen-Darm-Beschwerden, Reizhusten und zur Förderung der Milchbildung in der Stillzeit angewendet.
Als Lebensmittel
In Brot und Kleingebäck ein beliebtes Gewürz, nicht nur zur Weihnachtszeit.
Interessantes und Nützliches
Um die Wirkung des ätherischen Öls der Anissamen im Tee optimal zu nutzen, sollen sie immer frisch angestoßen werden. Das ätherische Anisöl darf nicht zu hoch dosiert werden und gehört in Expertenhände.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Nach einem üppigem Essen empfiehlt sich ein Tee aus Anis, Kümmel und Fenchel, zu jeweils gleichen Teilen. Nicht vergessen, die Früchte anzustoßen vor dem Überbrühen mit kochendem Wasser oder kauen.
Notizen
Arnika, Bergwohlverleih – Arnica montana
Arnika, Bergwohlverleih – Arnica montana L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Korbblütler, Asteraceae (Compositae)
Ursprungsland: Nordamerika, Europa ohne britische Inseln
Höhe: 30 – 50 cm
Blütezeit, -farbe: von Mai bis Juli; gelb
Standort und Biologie
•absonnig
•lichter Bergwald und Bergwiesen, kalkmeidend
•magerer, durchlässiger, saurer Boden
•kurzlebige Staude von 2 – 4 Jahren
•winterhart, Zone 6
•Bienen- und Insektenpflanze

Berg-Arnika (A. montana)

Wiesen-Arnika (A. chamissonnis)
Anwendung
Es werden die ganzen Blütenstände oder die ausgezupften Blütenblättchen für die Kräuterheilkunde verwendet. Die homöopathische Arznei wird aus den getrockneten unteriridischen Teilen hergestellt.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Arnika hilft bei Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen und weiteren Unfallfolgen. Sie wirkt entzündungshemmend, z. B. nach Insektenstichen. Innerlich in der Selbstmedikation nicht anzuwenden und äußerlich nur als verdünnte Tinktur (1 : 4 bis 1 : 5), z. B. mit weinsaurer Tonerdelösung oder in der „Retterspitz-Tinktur“.
Wirkung in Aromamischungen
Arnikaöl (Ölauszug von Arnikablüten in Olivenöl) ist als Grundlage für Salben und Massageöle bei den genannten Indikationen sehr bewährt und beliebt, v. a. bei Berg-Arnika (A. montana) Sportlern und älteren Menschen. Es wirkt durchblutungsfördernd und erwärmend, darf aber nicht auf offene Wunden gelangen und in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit einem Experten benutzt werden.

Berg-Arnika (A. montana)
In der Homöopathie
Die bewährte Arznei, die in keiner Hausapotheke fehlen darf. Sie wird eingesetzt bei Folgen von Überanstrengung, Hämatom, Prellung, Verrenkung, Verstauchung, Quetschung, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen. Sie wirkt wundheilungsfördernd, bei Venenbeschwerden, nach Operationen, Geburten, Zahnextraktionen. Bewährt in tiefer Potenz bei bettnässenden Kindern.
Traditionelle Anwendung
durchblutungsfördernd, rheumatische Muskel- und Gelenkbeschwerden
Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Im Kräutergarten auf der Kemptener Burghalde befindet sich Wiesen-Arnika (Arnica chamissonis Less.) aus Nordamerika und nicht unsere Berg-Arnika (Arnica montana), weil sich diese nur an ihrem natürlichen Standort kultivieren lässt (Ausnahme: 2 Kultursorten der Firmen Weleda und Kneipp, Sorte „Arbo“). Die Wiesen-Arnika gedeiht auch im Garten. Die Anwendung ist ähnlich, allerdings ist sie schwächer wirksam und es existieren im Unterschied zu unserer heimischen Berg-Arnika keine ausreichenden pharmakologischen und klinischen Studien.
Achtung!
Berg-Arnika steht unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden!
Baldrian – Valeriana officinalis (s. l.)
Baldrian – Valeriana officinalis L. (s. l.) (Baldrian-Sammelart)
Pflanzensteckbrief
Familie: Baldriangewächse, Valerianaceae
Ursprungsland: Europa und Asien
Höhe: 80 – 120 cm
Blütezeit, -farbe: Juni bis August; weiß bis zart rosa
Standort und Biologie
•absonnig, halbschattig
•Bach, Wiese
•nährstoffreicher, feuchter Boden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 3
•Bienen- und Insektenpflanze.


Anwendung
Die ausschließlich aus Kulturen stammenden, unterirdischen Organe (Wurzelstock, Wurzeln und Ausläufer) werden sowohl für die Kräuterheilkunde als auch für die Homöopathie verarbeitet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Baldrian wirkt beruhigend bei vielen Formen der Nervosität, z. B. bei nervösen Darm- u. Magenbeschwerden, bei Einschlafstörungen aufgrund nervöser Erschöpfung und beim Burn-out-Syndrom. Er nimmt bei nervösen Herzbeschwerden den Druck von der Brust. Entscheidend ist aber eine entsprechend hohe Dosierung (z. B. 600 mg Trockenextrakt in Kapseln oder 1 TL Baldriantinktur).
Wirkung des ätherischen Öls
Der europäische Baldrian wird nicht destilliert. Für die Aromatherapie wird Nardenöl verwendet, das aus den Wurzeln von Nardostachys jatamansi (D. Don) DC., einer Baldrianart aus Nepal, destilliert wird. Es hat einen warmen, erdig dominanten Duft, seine entspannende, schlaffördernde, und angstlösende Wirkung macht es zu einem wichtigen Bestandteil in Aromamischungen. Das Öl sollte sehr sparsam verwendetet werden, denn der Geruch ist nicht jedermanns Sache.
In der Homöopathie
Valeriana ist eine bewährte homöopatische Arznei, die in tiefen Potenzen bei Nervosität, Schlaflosigkeit und nervösem Erbrechen hilft.
Traditionelle Anwendung
Ein schon lange bekanntes beruhigendes Mittel bei Schlafstörungen. Bei einer Unterdosierung kann es zu einer paradoxen Wirkung kommen, also zu Unruhe und Zappeligkeit.
Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Baldrianpflanzen im Garten ziehen Katzen, insbesondere Kater, an. Sie aalen sich solange am Fuß der Pflanze, bis die Wurzeln frei liegen, was zum Absterben der Pflanze führen kann. Auch Aromamischungen mit Nardenöl locken Katzen an und machen sie dann äußerst anhänglich. Baldrian sät sich gerne selbst im gesamten Garten aus.
• Praktischer Tipp
Baldrianteeaufgüsse helfen auch nervösen Tieren zur Ruhe zu kommen, z. B. nach einem Umzug, wenn die neue Umgebung Nervosität auslöst.
Notizen
Basilikum – Ocimum basilicum
Basilikum – Ocimum basilicum L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Lippenblütler, Lamiaceae
Ursprungsland: Indien; Basilikum ist schon seit Alexander dem Großen eine Kulturpflanze im Mittelmeerraum.
Höhe: 60 cm
Blütezeit, -farbe: Juni bis September; weiß, rosa, lila
Standort und Biologie
•sonnig
•Kulturpflanze
•nährstoffreicher, durchlässiger, frischer Boden
•einjährig; Strauchbasilikum ist mehrjährig
•Überwinterung im Warmhaus bei mind. 15 °C, Zone 10
•Bienen- und Insektenpflanze


Anwendung
Für die Kräuterheilkunde und Aromatherapie werden die getrockneten oberirdischen Teile verwendet, daraus wird auch ein scharfes, krautigartiges, frisches ätherisches Öl destilliert.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Eine klinische Untersuchung auf Wirksamkeit ist zurzeit (2013) in der Prüfphase.
Wirkung des ätherischen Öls
Bei neuralgischen Beschwerden; entspannend, angstlösend. Ist nicht in den Original-Stadelmann®-Aromamischungen enthalten, da das ätherische Öl nicht bei Schwangeren und Kleinkindern angewendet werden darf.
In der Homöopathie
keine Verwendung

Ocimum x africanum
Traditionelle Anwendung
Die Pflanze mit dem kräftigem Aroma wird in der traditionellen Heilkunde bei Blähungen und Verdauungsstörungen eingesetzt.
Als Lebensmittel
Unverzichtbar zu Tomaten und Mozarella und zum Würzen vieler anderer Gerichte, z. B. als Pesto zu Spaghetti.
Interessantes und Nützliches
Basilikum soll aufgrund seines kritischen Wirkstoffs Estragol nicht in großen Mengen verzehrt werden, dies wird aber schon durch seinen intensiven Geschmack vermieden. Das ätherische Öl gehört ausschließlich in die Hände von Fachleuten.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Basilikum lässt sich gut in Töpfen aussäen. Die Schnecken lieben ihn, deshalb am besten im Topf lassen. Aus Afrika kommen Strauchbasilikum-Sorten (Ocimum x africanum Lour.) wie „der Grüne Afrikaner“ oder „der Blaue Afrikaner“. Diese sind robuster und halten sich auch im Allgäu über den Sommer im Freien. Sie können bis zu einem Meter und höher werden. Als Kübelpflanze sind sie mehrjährig.
Notizen
Beinwell – Symphytum officinale
Beinwell – Symphytum officinale L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Borretschgewächse (Rauhblattgewächse), Boraginaceae
Ursprungsland: Südostasien, jetzt weltweit verbreitet
Höhe: 150 cm
Blütezeit, -farbe: Mai bis Juli; weiß, gelb, hell- bis dunkellila
Standort und Biologie
•halbschattig bis absonnig
•Bach, Wegesrand, Baudeponien
•nährstoffreicher, durchlässiger, lehmiger Boden, normaler Gartenboden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 4
•Bienen- und Insektenpflanze

Anwendung
Verwendet werden die Wurzeln sowie das blühende Kraut, nur zur äußeren Anwendung in Form von Salben. Für die homöopathische Arznei werden die unterirdischen Teile vor der Blüte gesammelt und verarbeitet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Bei Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen sowie bei Sportverletzungen trägt er zum Heilungsprozess bei.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
Prellungen, Quetschungen, Knochenhautentzündung, Knochenbruch, klaffende Wunden, schlechte Wundheilung – darf in keiner Hausapotheke fehlen und wird in tiefen Potenzen gebraucht.


Traditionelle Anwendung
Entzündungshemmend, fördert die Kallusbildung. Die volksmedizinische Anwendung bei Schleimbeutel- und Nagelbettentzündungen ist plausibel. Bei Spontanprellungen sofort ein sauber gewaschenes Beinwellblatt auf die Körperstelle legen. Das Blatt „bitzelt“ und hinterlässt eine leichte Rötung auf der Haut, meist bleiben Schwellungen und/oder Hämatome aus bzw. verschwinden bald wieder. Bei Knochenbrüchen können immer wieder frische Blätter aufgelegt werden, solange die Bruchstelle schmerzt. An Winter- oder stark regnerischen Tagen ist ein Stück Wurzel aus dem Gefrierfach fein geraspelt eine wunderbare Gelenkauflage.
Als Lebensmittel
Lediglich die Blüten der Pflanze können zur „Verzierung“ einer Speise in geringen Mengen bedenkenlos verzehrt werden.
Interessantes und Nützliches
Achtung!
Der Verzehr von Beinwellblättern als Gemüse muss wegen einer möglichen Leberschädigung abgelehnt werden. Beinwellblätter und -wurzeln dürfen nur äußerlich angewendet werden. Im Handel erhältliche Päparate sind auf die Abwesenheit bzw. auf die Gesamtmenge von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) geprüft und enthalten nur die erlaubten Höchstmengen (äußerlich 100 Mikrogramm pro Tagesdosis).
• Tipp aus dem Kräutergarten
Achtung: Beinwell wuchert im Garten – einmal gepflanzt immer vorhanden. Deshalb besser nicht ins Blumenbeet pflanzen. Die Blätter sind hervorragendes Mulchmaterial.
Berberitze; gewöhnlicher Sauerdorn – Berberis vulgaris
Berberitze; gewöhnlicher Sauerdorn – Berberis vulgaris L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Berberitzengewächse (Sauerdorngewächse), Berberidaceae
Ursprungsland: Asien, Türkei, Kaukasus, Europa ohne britische Inseln und Skandinavien
Höhe: 2 – 3 m
Blütezeit, -farbe: April bis Mai; gelb
Standort und Biologie
•sonnig bis halbschattig
•Waldrand, Hecke
•normale Gartenerde, anspruchslos
•mehrjährig
•winterhart, Zone 3

Anwendung
Es werden die getrockneten Früchte und die Wurzelrinde verwendet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Die getrockneten Berberitzenfrüchte beseitigen Darmträgheit. Das aus Berberitzenfrüchten isolierte Alkaloid Berberin wird medizinisch in Augentropfen zur Behandlung von Bindehautentzündungen verwendet.
Aromatherapie
keine Verwendung
In der Homöopathie
Berberis ist in tiefen Potenzen eine bewährte Arznei bei Blasen- und Harnwegsinfektionen. Das verwandte Sauerdorngewächs Caulophyllum (Caulophyllum thalictroides (L.) Michx.), ist eine potenzabhängige, wehenregulierende homöopathische Arznei in der Geburtshilfe.

Traditionelle Anwendung
Nur in kleinen Mengen verwenden, bei Verdauungsbeschwerden als Tee aus der Wurzelrinde oder den getrockneten Früchten. 1 TL auf 1 Tasse Wasser, 20 Min. kochen.
Als Lebensmittel
Werden die Beeren roh verzehrt, können Unverträglichkeiten auftreten. Verkocht finden die Beeren als Kompott und Marmelade Verwendung. Aufgrund des relativ hohen Vitamin-C-Gehalts (der beim Kochen stark abnimmt) werden die Berberitzenfrüchte auch Sauerdornfrüchte genannt.
Interessantes und Nützliches
Berberitzenhecken waren früher die Begrenzungen von Äckern und Feldern. Sie sind entfernt worden, weil sie der Zwischenwirt für die Sporen des Geteiderostes (Puccinia graminis) sind.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Dass Berberitze im Volksmund auch als „Sauerdorn“ bekannt ist liegt auch daran, dass es besser ist, dem dornigen Strauch beim Ernten der Früchte mit Respekt und dicken Handschuhen zu begegnen.
Notizen
Bergamotte – Citrus bergamia
Bergamotte –
Citrus bergamia L. Risco et Perit.
Pflanzensteckbrief
Familie: Rautengewächse, Rutaceae
Ursprungsland: Südostasien
Höhe: 150 cm
Blütezeit, -farbe: April bis Juni; weiß
Standort und Biologie
•hell, sonnig warm
•Kulturpflanze, Kübelpflanze
•nahrhafter Boden, keine Staunässe, durchlässiger Lehm, leicht sauer, gut mit Eisen versorgen, umtopfen in spezielle Kübelpflanzenerde
•mehrjährig
•Überwinterung im Kalthaus bei 5 – 12 °C, Zone 9
•Bienen- und Insektenpflanze

Anwendung
Die Schalenpressung der Früchte ergibt eine wunderbar frisch-herbe Duftessenz, bestehend aus ätherischen Ölen und Furanocumarinen.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Bisher keine Wirkung nachgewiesen.
Wirkung des ätherischen Öls
Entspannend, entkrampfend, antibakteriell, antidepressiv, angstlösend. In der Duftlampe sehr beliebt. In Körperölen muss es vorsichtig dosiert werden.
In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
keine Verwendung
Als Lebensmittel
Bergamotte wird in Kalabrien zu Marmeladen und Likören verarbeitet.
Interessantes und Nützliches
Achtung!
Körper- und Massageöle oder „Kölnisch Wasser“ mit Bergamotteöl können nach Sonnenbestrahlung zu Hautentzündungen führen, deshalb nicht vor dem Solarium und bei Sonneneinstrahlung anwenden. Die gut riechenden Furanocumarine besitzen phototoxische Nebenwirkungen.
• Tipp aus der Teeküche
Ein Tropfen Bergamotteöl in eine Teekanne Darjeelingtee und Sie erhalten einen selbstgemachten Earl-Grey-Tee. Allerdings ist auch bei regelmäßigem Genuss dieses Tees im Sommer Zurückhaltung geboten wegen der phototoxischen Wirkung. Im Herbst ist das jedoch ein wunderbar stimmungsaufhellendes Getränk.
Bilsenkraut, schwarzes – Hyoscyamus niger var. niger
Bilsenkraut, schwarzes –
Hyoscyamus niger L. var. niger
Pflanzensteckbrief
Familie: Nachtschattengewächse, Solanaceae
Ursprungsland: Europa, Asien (ohne Südostasien), Nordafrika
Höhe: 30 – 50 cm
Blütezeit, -farbe: Mai bis September; hellgelb mit schwarzen Punkten
Standort und Biologie
•sonnig
•warme Schutthalden, Wiesen
•nährstoffreicher, frischer, lehmiger, durchlässiger Sandboden
•ein- bis zweijährig
•mit Schutz winterhart, Zone 5

Anwendung
Verwendet werden Blätter, Samen und Wurzeln.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Die Alkaloide wirken in Arzneimitteln (rezeptpflichtig) krampflösend und betäubend.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
Wird als homöopathische Arznei in hohen Potenzen eingesetzt bei Halluzinationen und Wahnideen (Achtung: nur durch Fachleute!), aber auch bei krampfartigem Husten, hier meist in tiefen Potenzen.
Traditionelle Anwendung
Keine Verwendung, wegen der Giftigkeit.

Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Giftig! Alle Pflanzenteile sind giftig! Bilsenkraut wurde historisch als Betäubungsmittel eingesetzt und galt als „Hexendroge“. Die immer wieder berichteten Vergiftungsfälle sind auf den missbräuchlichen Genuss von Kräutertees zur Stimmungsaufhellung zurückzuführen. Früher wurde Bilsenkraut wie Hopfen als Zutat zum Bierbrauen verwendet. Vermutlich verdankt das „Pils“ seinen Namen dem Bilsenkraut ebenso wie die tschechische Stadt Pilsen, die auch große Bilsenkrautgärten hatte zum Bierbrauen. Der Rausch sei furchtbar gewesen. Wohl auch deswegen entwickelte sich das bayerische Reinheitsgebot von 1516, das nur noch Hopfen und Malz zum Bierbrauen erlaubte.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Bilsenkraut lässt sich nicht gerne pflanzen, gehört aufgrund seiner Giftigkeit auch nicht in den Hausgarten.
Notizen
Bittersüß; bittersüßer Nachtschatten – Solanum dulcamara
Bittersüß; bittersüßer Nachtschatten –
Solanum dulcamara L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Nachtschattengewächse, Solanaceae
Ursprungsland: Europa, Asien
Höhe: 50 cm
Blütezeit, -farbe: Juni bis August; dunkelviolett
Standort und Biologie
•halbschattig
•Bach, Waldrand
•nährstoffreicher, durchlässiger Boden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 6


Anwendung
Verwendet werden die getrockneten zwei- oder dreijährigen Stengel. Die Homöopathie verarbeitet die frischen Triebe zur Blütezeit.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Zur unterstützenden Therapie bei chronischen Ekzemen und gegen Juckreiz, als Salbe oder Tinktur.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
Dulcamara wird in hohen Potenzen verwendet bei Erkältungen in Folge von Durchnässung und Kälte, Augenentzündungen, Blasenentzündungen, Sommerdurchfall, Nesselsucht, Herpes, Heuschnupfen und rheumatischen Beschwerden.

Traditionelle Anwendung
Die entzündungshemmende, adstringierende Wirkung wird genutzt bei Entzündungen der oberen Atemwege, Bronchitis, Asthma, rheumatischen Beschwerden; äußerlich bei Hautbeschwerden.
Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Giftig! Die unreifen grünen Beeren sind giftig und können für Kinder sogar tödlich sein.
Ebenso giftig sind übrigens die Blätter und v. a. die grünen, beerenartigen Früchte unserer heimische Kartoffel (Solanum tuberosum L.) und unreife Tomaten – beide Pflanzen sind auch Nachtschattengewächse.
• Praktischer Tipp
Bringen Sie Ihren Kindern möglichst frühzeitig bei, giftige von ungiftigen Beeren zu unterscheiden und nichts Unbekanntes zu essen. Die Beeren des Bittersüß – und von manch anderer Pflanze – dürfen auf keinen Fall in den Mund wandern!
Notizen
Blutwurz; aufrechtes Fingerkraut, Tormentill – Potentilla erecta
Blutwurz; aufrechtes Fingerkraut, Tormentill – Potentilla erecta L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Rosengewächse, Rosaceae
Ursprungsland: Europa, Türkei, Kaukausus, Westsibirien
Höhe: 20 – 40 cm
Blütezeit, -farbe: Mai bis August; gelb
Standort und Biologie
•sonnig bis halbschattig
•Böschungen, Waldlichtungen
•magerer, durchlässiger, leicht saurer Boden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 5
•Bienen- und Insektenpflanze

Anwendung
Verwendet wird das von den Wurzeln befreite, getrocknete Rhizom.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Der Wurzelstock wird als Pulver oder Extrakt verwendet und ist das stärkste pflanzliche Mittel bei Durchfall, insbesondere weil die Blutwurz keimhemmend und stark zusammenziehend wirkt. Die Wurzel, mit Obstler angesetzt, hilft außerdem bestens bei Magenverstimmung und bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum – hier wirken die zu 15 – 20 % enthaltenen Catechingerbstoffe.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
keine Verwendung


Traditionelle Anwendung
Früher wurde das frisch zerriebene Pulver über frische Wunden gestreut um deren Blutung zu stillen und die Wundheilung zu fördern – das ist plausibel aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts.
Als Lebensmittel
Sehr bekannt ist der „Penninger“ Blutwurzschnaps mit seiner verdauungsfördernden Wirkung.
Interessantes und Nützliches
Kindern oder gar Säuglingen sollten Sie Blutwurz nur unter ärztlicher Aufsicht geben, da der hohe Gerbstoffgehalt Magenreizungen und Erbrechen auslösen kann. Die Pflanze erhielt ihren Namen aufgrund ihrer Wurzeln, die beim Anschneiden ein intensives Rot zeigen. Früher wurde damit sogar Wolle rot gefärbt.
Obwohl es sich um ein Rosengewächs handelt, hat die Pflanze nur vier Blütenblätter, im Unterschied zum Gänsefingerkraut (Potentilla anserina, s. unten.) mit fünf Blütenblättern.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Gitta Schmidt zitiert in ihrem Kräutermärchenbuch „Sonnenwirbel für den König“ ein empfehlenswertes Rezept von Alfred Sigirst: 30 g frisch pulverisierte Wurzelstücke mit 1 l Rotwein 8 – 10 Tage ziehen lassen und danach abseihen. 3-mal täglich nach dem Essen ein Likörgläschen trinken.
Notizen
Brennessel – Urtica dioica ssp. dioica, Urtica urens
Brennessel, große – Urtica dioica ssp. dioica L. Brennessel, kleine – Urtica urens L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Brennesselgewächse, Urticaceae
Ursprungsland: Europa, nördl. Asien, nördl. Nordamerika
Höhe: kleine Brennessel (U. urens) 50 – 70 cm, kleinblättrig große Brennessel (U. dioica) bis zu 1,5 m, lange spitze Blätter
Blütezeit, -farbe: Juli bis Oktober, unscheinbar grün
Standort und Biologie
•sonnig, halbschattig
•Bach, Wiese, Waldrand
•nährstoffreicher, durchlässiger Boden, stickstoffanzeigende Pflanze
•einjährig (U. urens) bzw. mehrjährig (U. dioica)
•winterhart, Zone 2

kleine Brennessel (U. urens)
Anwendung
Traditionell werden nur das Kraut oder besser nur die Blätter verwendet. Für medizinische Zwecke, aufgrund jüngerer ärztlicher Studien, auch die unterirdischen Rhizome oder Wurzeln.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Brennnesseltee oder am besten Frischpflanzenpresssaft dient zur Durchspülungstherapie bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege sowie zur begleitenden Rheumatherapie. Alkoholisch-wässrige Brennesselwurzelextrakte werden als Trockenextrakte angewendet zur symptomatischen Linderung von Prostatabeschwerden.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung

große Brennessel (U. dioica ssp. dioica)
In der Homöopathie
Bei Hautausschlägen „wie in die Brennesseln gefallen“, Juckreiz, rheumatischen Beschwerden, Milchmangel. Hier werden tiefe Potenzen verabreicht.
Traditionelle Anwendung
Brennnesselkrautzubereitungen dienen dem körperlichen „Frühjahrsputz“, als sog. „Blutreinigungskur“, wobei es sich hier nicht um eine Blutdialyse handelt, sondern um eine stoffwechselanregende Wirkung mit vermehrter Harnausscheidung.
Als Lebensmittel
Junge Brennnesseltriebe, als Salat oder wie Spinat zubereitet, regen den Stoffwechsel an und sind leicht wassertreibend. Die unreifen Samen der Brennessel sind natürliche „Müsliriegel“.
Interessantes und Nützliches
Wird Brennesselkraut als Arzneitee getrunken, so empfiehlt es sich, davon 1½ – 2 Liter am Tag zu trinken.
Im Mittelalter wurden aus den Fasern der Brennessel Stoffe gewoben. Die Baumwolle und später die Kunstfasern verdrängten sie. Heute werden Textilien aus Naturfasern wieder modern, vielleicht erlebt die Brennessel dadurch eine Renaissence.
• Tipp aus dem Kräutergärten
Wuchert im Garten! Gitta Schmidt schreibt in ihrem Kräutermärchenbuch „Sonnenwirbel für den König“: Brennesselblätter kann man vorsichtig auswalken und in Bierteig panieren – eine schmackhafte Vorspeise.
Brombeere – Rubus fruticosus Himbeere – Rubus idaeus
Brombeere – Rubus fruticosus L.
Himbeere – Rubus idaeus L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Rosengewächse, Rosaceae
Ursprungsland: Brombeere: Europa, Mittelmeerraum Himbeere: Ostasien, Alaska, Europa
Höhe: 120 cm
Blütezeit, -farbe: Brombeere: Mai bis Juli; weiß Himbeere: Mai bis August; weiß
Standort und Biologie
•sonnig
•Bach, Wiese, Waldrand
•nährstoffreicher, durchlässiger Boden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 5
•Bienen- und Insektenpflanze

Brombeere (R. fruticosus)
Anwendung
Die jungen, getrockneten Brombeerblätter bzw. Himbeerblätter werden in Hausteemischungen verwendet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
zurzeit keine
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
Die Blätter sind fester Bestandteil der Volksmedizin. Ihre leicht adstringierende Wirkung wird genutzt in Gurgellösungen und als Tee bei Sommer-Durchfall. In der Geburtshilfe wird der Himbeerblättertee traditionell geburtsvorbereitend zur Wehenerleichterung getrunken.

Himbeere (R. idaeus)
Als Lebensmittel
Brombeer- und Himbeerfrüchte zur Saft- und Marmelade-Herstellung. Geschmackliche Unterschiede sind möglich, da von beiden Pflanzen sehr viele Sorten existieren. Die Blätter, am besten fermentiert, können als koffeinfreier Ersatz für schwarzen Tee oder Kaffee verwendet werden, denn der Tee daraus schmeckt ähnlich wie schwarzer Tee.
Interessantes und Nützliches
Die Früchte von Brombeeren und Himbeeren sind ein Gaumenschmaus. Eine Mischung aus Brombeer- und Himbeerblättern gilt in vielen Gegenden als vernünftiger Haustee für die Kinder.
• Praktischer Tipp
Einen „fermentierten“ Brombeer- oder Himbeerblättertee erhalten Sie durch das Tragen der Blätter am Körper, dadurch erfahren diese eine gleichmäßige Temperatur von ca. 36 °C. Hierzu werden die angetrockneten Blätter eng in eine Plastikfolie gewickelt, 24 – 48 Stunden der Körperwärme ausgesetzt wie in einem Klimaschrank und dann fertig getrocknet (nach U. Bühring).
Notizen
Cistrose, Lack-Zistrose – Cistus ladanifer, Cistus incanus ssp. creticus
Cistrose, Lack-Zistrose – Cistus ladanifer L., Cistus incanus ssp. creticus (L.) Heywood
Pflanzensteckbrief
Familie: Cistrosengewächse, Cistaceae
Ursprungsland: westliches Mittelmeergebiet
Höhe: 50 cm
Blütezeit, -farbe: Mai bis Juni; weiß, gelb, rosa, weiß mit roten Basalflecken
Standort und Biologie
•sonnig
•steinig
•magerer, durchlässiger, etwas lehmiger Boden
•mehrjährig
•bedingt winterhart mit Vliesschutz, Zone 7 – 8, oder als Kübelpflanze im Kalthaus überwintern
•Bienen- und Insektenpflanze

Cistus incanus
Anwendung
Blühende Zweige und Blätter von Cistus ladanifer werden destilliert und ergeben ein warm-würziges, gewöhnungsbedürftiges ätherisches Öl. Für die arzneilichen Verwendungen und in der Volksheilkunde (in Griechenland) wird Cistus incanus ssp. creticus verwendet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Es existiert kein zugelassenes Fertigarzneimittel, jedoch gibt es experimentelle und klinische Studien mit einem Cistus-incanus-Trockenextrakt (Cistus-Extrakt 052 nach Dr. Pandalis), die einen antiviralen Effekt gegenüber den Grippe-Viren H7N7, H5N1 und H1N1 zeigen.
Wirkung des ätherischen Öls
Das ätherische Öl wirkt antibakteriell, antiviral, blutstillend, immunmodulierend, hautpflegend und hautregenerierend, schleimlösend. Es ist in Aromamischungen zu finden, die zur Pflege von juckender Haut benutzt werden.

Cistus ladanifer
In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
In Griechenland zur Therapie banaler Infekte, als Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Als Lebensmittel
Das Präparat Cystus 052® ist als Infektblocker und zur Diät unter ärztlicher Aufsicht im Verkehr.
Interessantes und Nützliches
Eine Registrierung des genannten Trockenextrakts als Arzneimittel wurde eingereicht, aufgrund der bekannten Wirkungen (antiviral, antibakteriell, schwermetallausleitend); bislang (2013) noch nicht registriert.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Bienen besuchen die eintägigen Blüten der klebrigen Cistrose fleißig. Die Cistrose gedeiht selbst im Allgäu, an einem geschützten, sehr sonnigen, steinigen Platz. Um über den Winter zu kommen, muss sie gut eingepackt werden, jedoch darf weder Kompost noch Mist an die Pflanze gebracht werden. Die Art Cistus laurifolius L. gilt als die winterhärteste Cistrose.
Notizen
Citronella, Zitronellgras – Cymbopogon nardus
Citronella, Zitronellgras – Cymbopogon nardus (L.) Rendle
Pflanzensteckbrief
Familie: Süßgräser, Poaceae (Gramineae)
Ursprungsland: Südindien, Sri Lanka
Höhe: 100 cm
Blütezeit -farbe: Juli bis August; unscheinbar grün
Standort und Biologie
•sonnig
•Kübelpflanze, nährstoffreicher, durchlässiger, lehmiger, sandiger Boden
•mehrjährig
•Überwinterung im Warmhaus bei 15 – 18 °C, Zone 9

Anwendung
Aus den getrockneten Blättern wird mit Wasserdampfdestillation ein nach Zitrone und Melisse duftendes Öl gewonnen oder ein weiniger bzw. alkoholisch-wässriger Auszug hergestellt.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Keine dokumentierte Wirkung bekannt.
Wirkung des ätherischen Öls
Insektenabwehrendes, schwach antibakterielles, krampflösendes und ausgleichendes Öl. Es wird überwiegend zur Wohnraumbeduftung eingesetzt. Die ätherischen Öle der Cymbopogon-Arten werden hauptsächlich in der Parfümerie und Duftindustrie sowie zur Aromatisierung von Tonika verwendet.
In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
Die Blätter und das ätherische Öl werden in Afrika als schwaches Beruhigungs- und Magenmittel sowie allgemein bei Verdauungsstörungen und Erschöpfung eingesetzt. In Europa ist keine traditionelle Anwendung bekannt.
Als Lebensmittel
Wird zur Aromatisierung vieler Nahrungsergänzungsmittel genutzt.
Interessantes und Nützliches
Citronellöl wird in Nicht-Fachgeschäften oft als billiges Melissenöl angeboten oder auch zum Verschneiden des echten, teuren Melissenöls benutzt.
• Praktischer Tipp
Wenn Sie selbst Kerzen machen, können Sie Citronellöl als Duft zugeben, das hält im Sommer die Insekten fern.
Notizen
Damiana – Turnera diffusa var. aphrodisiaca
Damiana – Turnera diffusa var. aphrodisiaca (Ward) Urb.
Pflanzensteckbrief
Familie: Safranmalvengewächse, Turneraceae
Ursprungsland: tropisches Amerika, Brasilien
Höhe: 20 cm
Blütezeit, -farbe: Mai bis August; gelb
Standort und Biologie
•sonnig
•Kulturpflanze, Kübelpflanze
•mäßig nährstoffreicher, durchlässiger Boden
•mehrjährig
•Überwinterung im Warmhaus (sehr hell) bei 16 – 18 °C, Zone 10, im Winter vorsichtig gießen.

Turnera diffusa

Turnera ulmifolia
Anwendung
Verwendet werden die Blätter, sowohl für die Teedroge, als auch zur Destillation, um ein herb erdig duftendes ätherisches Öl zu gewinnen.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Keine Anwendung im Sinne der rationalen Pflanzenheilkunde.
Wirkung des ätherischen Öls
Die Traditionelle Chinesische Medizin beschreibt eine stimmungsaufhellende Wirkung des Öls. Diese ist anhand der vorhandenen Inhaltsstoffe nicht plausibel.
In der Homöopathie
Es liegen Arzneibeschreibungen vor von tiefen Potenzen bei Libido- und Potenzproblemen sowie zur Inkontinenzbehandlungen älterer Menschen; es wird allerdings keine Selbstmedikation empfohlen.
Traditionelle Anwendung
Stimulierend, aphrodisisch, bei sexuellen Störungen und Unlust, außerdem bei Überarbeitung und Depressionen.
Als Lebensmittel
In Mexiko wird Damianatee als Haustee getrunken, so wie bei uns der Schwarztee.
Interessantes und Nützliches
Damiana in Kräuterteemischungen nur ganz sparsam zugeben, da diese ansonsten einen intensiven bitteren Geschmack bekommen.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Im Handel ist meist nur die Art Turnera ulmifolia L. erhältlich.
Dill – Anethum graveolens var. hortorum
Dill – Anethum graveolens var. hortorum Alef.
Pflanzensteckbrief
Familie: Doldengewächse, Apiaceae (Umbelliferae)
Ursprungsland: Südwestasien, Europa
Höhe: 50 – 100 cm
Blütezeit, -farbe: Juli bis September; gelb
Standort und Biologie
•sonnig
•Wiese
•mäßig nährstoffreicher, durchlässiger, normaler Gartenboden
•Fruchtwechsel beachten
•einjährig, Zone 8
•Bienen- und Insektenpflanze


Anwendung
Die oberirdischen Pflanzenteile und getrocknete Früchte werden sowohl für die Teezubereitung als auch zur Gewinnung des süß-würzigen, warmen ätherischen Öls verwendet.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Krampflösend, bakteriostatisch und blähungswidrig, daher bei Verdauungsbeschwerden angewendet.
Wirkung des ätherischen Öls
In den Original-Stadelmann®-Aromamischungen wird aus guten Gründen Dillöl nicht verwendet. Es existieren keine exakten Anwendungsempfehlungen, da je nach Zusammensetzung der Hauptkomponenten auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten könnten.
In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
Sowohl die Früchte als auch das Kraut werden schon immer zur Lösung von Krämpfen eingesetzt und zur Steigerung des Milchflusses verwendet.
Als Lebensmittel
Das Dillkraut ist ein beliebtes Gewürz, sowohl frisch wie auch getrocknet im Salat, insbesondere im Gurkensalat und zu Fisch.
Interessantes und Nützliches
Achtung!
Das ätherische Öl darf wegen des hohen Keton-Gehalts auf keinen Fall in der Schwangerschaft und bei Babys angewendet werden! Dasselbe gilt für Dillfrüchte!
• Tipp aus dem Kräutergarten
Dill sollte im Garten an einer sonnigen Stelle nicht fehlen.
Eibisch, echter – Althaea officinalis
Eibisch, echter – Althaea officinalis L.
Pflanzensteckbrief
Familie: Malvengewächse, Malvaceae
Ursprungsland: Asien, Nordafrika, Europa
Höhe: 80 cm
Blütezeit, -farbe: Juli; weiß bis leicht rosa
Standort und Biologie
•sonnig
•Gartenpflanze
•mäßig nährstoffreicher, durchlässiger Boden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 3
•Bienen- und Insektenpflanze

Anwendung
Im Spätherbst gegrabene Wurzeln von Eibisch werden in der Pharmazie zur Herstellung von Tees, Tinkturen und Eibischsirup verwendet. Im Hausgebrauch werden vornehmlich die Blätter und Blüten benutzt.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Hilft bei trockenem Reizhusten und Heiserkeit sowie bei Magen- und Darmkatarrh, wobei sogar die Wirkmechanismen weitgehend aufgeklärt werden konnten.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
keine Verwendung
Traditionelle Anwendung
Neben der Verwendung gegen Reizhusten auch bei leichten Magenschleimhautentzündungen. Äußerlich werden wässrige Eibischblätterauszüge im Form von Umschlägen bei Verbrennungen und wunden Stellen benutzt.
Als Lebensmittel
Eibischsirup wird zum Süßen von Kinderspeisen verwendet.
Interessantes und Nützliches
Achtung!
Eibischtee muss mehrere Stunden kalt angesetzt werden; danach abseihen und kurz auf 70 °C erwärmen.
Die bekannten Marshmallows wurden früher aus Eibischwurzelextrakten hergestellt.
• Tipp aus dem Kräutergarten
Eine langblühende und schöne Gartenstaude.
Eisenhut, blauer – Aconitum napellus ssp. napellus
Eisenhut, blauer – Aconitum napellus L. ssp. napellus
Pflanzensteckbrief
Familie: Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae
Ursprungsland: Europa
Höhe: 60 cm
Blütezeit, -farbe: Juni bis August; blau
Standort und Biologie
•halbschattig
•Gebirge
•nährstoffreicher, durchlässiger, frischer, lehmiger Boden
•mehrjährig
•winterhart, Zone 6


Anwendung
Für arzneiliche Zwecke wird eine Tinktur aus der Wurzelknolle hergestellt, während die Homöopathie die frische ganze Pflanze zur Blütezeit, inklusive Wurzel, zur Urtinktur verarbeitet und dann potenziert.
Arzneilich nachgewiesene Wirkung
Äußerliches Schmerzmittel (Analgetikum) bei Trigeminusneuralgie; wegen der Giftigkeit heute nicht mehr im Verkehr.
Wirkung des ätherischen Öls
keine Verwendung
In der Homöopathie
Die Arznei in hoher Potenz bei plötzlichem Fieber und akuten entzündlichen Krankheiten mit Panikattacken; bei akuten Geschehen in der Geburtshilfe. Sollte in keiner homöopathischen Hausapotheke fehlen.
Traditionelle Anwendung
keine Verwendung
Als Lebensmittel
keine Verwendung
Interessantes und Nützliches
Giftig! Der Eisenhut ist sehr giftig! Die Pflanze wurde früher als Pfeilgift eingesetzt. Beim Pflücken kann es selbst bei intakter Haut zur einer tödlichen Vergiftung kommen, es ist also unerlässlich, mit Handschuhen zu arbeiten, vor allem bei den Rhizomen!
• Tipp aus dem Kräutergarten
Wenngleich die Pflanze wunderschöne Blüten hat, sollte sie bei einer Familie mit Kindern im Garten nicht gepflanzt werden. Es gibt allerdings mittlerweile auch alkaloidarme Gartensorten – fragen Sie Ihren Gärtner.
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