Kitabı oku: «SAINT GERMAIN. Die Meisterschaft des Seins»

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Christine Woydt

SAINT GERMAIN

DIE MEISTERSCHAFT DES SEINS

Wege zur Selbstermächtigung für das Goldene Zeitalter


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Herausgeber & Lektor Michael Nagula
Einbandgestaltung Guter Punkt
Layout & Satz Birgit Letsch
Druck CPI books GmbH

Copyright © 2020 by Christine Woydt

ISBN Printausgabe 978-3-95447-377-9

ISBN eBook 978-3-95447-378-6

Ebenfalls von Christine Woydt bei AMRA erhältlich:

Saint Germain. Dein Aufstieg in die Meisterschaft (Buch) Transformation gemeinsam erleben (Channeling-Kongress-DVD)

Eine frühere Ausgabe dieses Buches erschien unter dem Titel Die Meisterschaft des Seins. Sie wurde durch ein Vorwort ergänzt. Alle Rechte der Verbreitung vorbehalten, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische, digitale oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks. Im Text enthaltene externe Links konnten vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen

Der Meister ist der Kanal der göttlichen Weisheit

und der allumfassenden Liebe. Seine einzigartige

Präsenz speist sich aus der immerwährenden

Verbindung zur göttlichen Quelle.

Saint Germain


Inhalt

Vorwort des Mediums

Prolog von Saint Germain

Entscheidung für die Meisterschaft

Bewusste Meisterschaft

Die fünf Phasen des Aufstiegs

1. Phase: Aufwachen zur Verantwortung • 2. Phase: Annahme der Schöpferkraft • 3. Phase: Integration der Seele • Übung: Seelenintegration • Übung: Auflösung von Prägungen • 4. Phase: Integration des Schattens • Übung: Integration des persönlichen Schattens • 5. Phase: Verkörperung der Meisterschaft

An der Schwelle zur Meisterschaft

1. Erleuchtung • Übung: Der Zustand der Leere • Übung: Expansion des Dritten Auges • Geschichte »Die Insel« • 2. Neutralität • Werkzeug Dankbarkeit • Werkzeug Segen • 3. Demut • Innere Reise: Demut gegenüber dem Leben

Die acht Meister-Fragen

Der Lichtkörper

Übung: Einladung des Lichtkörpers • Lichtkörperreise • 1. Verwandlung des physischen Körpers • Übung: Lichtheilung • 2. Transformation des Gehirns • 3. Expansion des Herzens

Attribute des Lichtkörpers

1. Attribut Licht • 2. Attribut Einheit • 3. Attribut Energie

Träger des Lichtkörpers

1. Solitär und Universelles Selbst • Übung: Der Raum Soluna • 2. Korrespondent und Botschafter • Innere Reise: Der Zaun • 3. Schöpfer und Meister • Übung: Meister-Kur • Geschichte »Der Tag des Meisters«

Ausbalancierung des Lichtkörpers

1. Ausbalancierung des Energieflusses • Übung: Energetische Transformation • 2. Ausbalancierung der Elemente • 3. Die Kraft der Stimme • 4. Mit den Händen wirken • Übung: Meister-Geste

Der Schlüssel zur Meisterschaft

Geschichte »Die Reise« • Übung: Der Meistersegen • Geschichte »Der Garten und das Meer«

Meisterattribute

1. Freiheit • 2. Erhabenheit • 3. Göttlichkeit • Übung: Herzensverbindung mit der göttlichen Liebe • Übung: Verbundene Herzatmung • Übung: Das Bild des Meisters • 4. Unendlichkeit • Übung: Unendlichkeit • Innere Reise: Der Kreis der Goldenen

Meisterwerkzeuge

1. Meisterwerkzeug Präsenz • Übung: Präsenz im Raum • 2. Meisterwerkzeug Mitgefühl • Übung: Der Glücksfaktor • 3. Meisterwerkzeug Heilung • 4. Meisterwerkzeug Wunder • 5. Meisterwerkzeug Fokus • 6. Meisterwerkzeug Dankbarkeit • 7. Meisterwerkzeug Bitte • 8. Meisterwerkzeug Liebe • Übung: Das Maß der Liebe • Übung: Das Implantat der Liebe

Die Gesetze der Liebe

1. Gesetz der Liebe: Liebe ist die Nahrung der Seele • 2. Gesetz der Liebe: Liebe ist allgegenwärtig • Übung: Allgegenwärtigkeit der Liebe • Innere Reise: Die Liebe fühlen • 3. Gesetz der Liebe: Die Liebe vervielfältigt sich • Innere Reise: Der Strom der Liebe • Übung Die Kurve des Vertrauens

Die Meisterschaft des Seins

Diamant-Meisterschaft • Innere Reise: Der Strahl deiner Meisterschaft • Übung: Der Regenbogenstrahl • Innere Reise: Deine Diamant-Meisterschaft • Übung: Die Gestalt deiner Meisterschaft • Geschichte »Der Aufstieg« • Aufgestiegene Meisterinnen • Kommunikation mit den Goldenen • Innere Reise: Der Raum der Goldenen • Die Einsamkeit des Meisters • Die goldene Schwingung • Innere Reise: Das goldene Bewusstsein

Die Potenziale der Meisterschaft

1. Verwandlung erlauben • Ressource • Plattform • Tara • 2. Mit der Seele kommunizieren • 3. Sich selbst ehrlich begegnen • 4. Der inneren Stimme folgen • Übung: Eine Botschaft aus der Zukunft empfangen • 5. Ausbalancierten Reichtum leben • 6. Glückseligkeit erfahren • 7. Im Einklang mit der Erde leben • Innere Reise: Als Meister auf der Erde • 8. Aus der Quelle schöpfen • Innere Reise: Die Quelle des Lichts und der Liebe • Geschichte »Der Turm« • 9. Neue Spiritualität leben • Geschichte »Die Burg« • Gruppenübung Tönen • Gruppenübung Vernetzte Vision • Gruppenübung Visionsnacht

Manifestation deiner Meisterschaft

Die Kreise der Potenziale • Das Improvisationstheater • Innere Reise: Die Bühne deines Lebens • Die Vision deiner persönlichen Meisterschaft • Innere Reise: Die Potenziale deiner Meisterschaft • 1. Portal universeller Weisheit • 2. Portal universeller Verbundenheit • 3. Portal der universellen Quelle • 4. Portal der Bewusstseinserweiterung • 5. Göttliche Schöpferkraft • Übung: Die Essenz deiner Meisterschaft • Übung: Meisteraufgabe • Meisterschaft als Dienst • Innere Reise: Begegnung mit dem göttlichen Bewusstsein

Meister-Affirmationen

Übung: Persönliche Affirmationen

Meister-Slogans

1. Meister-Slogan: Freiheit liebt Verantwortung – Verantwortung liebt Freiheit • Innere Reise: Der Seelengarten • 2. Meister-Slogan: Der Weg ist das Ziel – das Ziel ist der Weg • 3. Meister-Slogan: Die Lösung ist in mir – in mir ist die Lösung • Innere Reise: Im Kreis der Goldenen

Meistergebote

1. Meistergebot: Sei du selbst • 2. Meistergebot: Lass los • 3. Meistergebot: Vergib dir selbst • 4. Meistergebot: Erkenne dich selbst • 5. Meistergebot: Gib alles • 6. Meistergebot: Erde dich • 7. Meistergebot: Achte den Körper • Übung: Sitz der Meisterschaft • 8. Meistergebot: Finde die Liebe • 9. Meistergebot: Gehe in die Freude • 10. Meistergebot: Stelle dich ins Licht

Quellen der Kraft

1. Präsenz der Seele • 2. Gegenwart des Persönlichen Meisters • Übung: Der Raum des Unendlichen Lichts und der Allumfassenden Liebe • 3. Meisterregel • 4. Kraftquelle Traum • Übung: Die Blaue Lagune • Übung: Die Tür zur Wirklichkeit • Geschichte »Die Früchte der Meisterschaft« • 5. Zustand des Annehmens • Innere Reise: Die Nachkommen • 6. Kraftquelle Kreativität • 7. Kraftquelle Natur

Epilog

Übung: Der dritte Meistersegen

Über das Medium

Vorwort des Mediums

Als ich mir das vorliegende Buch Die Meisterschaft des Seins für die Neuausgabe wieder vorgenommen habe, habe ich rückblickend Bilanz gezogen, welche Veränderungen das Buch in meinem Leben initiiert hat. Ich bin beim Channeln ja zugleich das Medium, die Übermittlerin der Botschaften von Saint Germain. Aber ich bin auch die erste Rezipientin des Buches. So habe ich einige der Inneren Reisen, die Saint Germain in diesem Buch anregt, zu meinem persönlichen Repertoire entspannender und inspirierender Werkzeuge hinzugefügt und kontinuierlich praktiziert. Vielleicht hast du auch schon festgestellt, dass du in dieser turbulenten Zeit des Umbruchs eine regelmäßige spirituelle Praxis brauchst, um entspannt, ausgeglichen und zufrieden zu bleiben. Das Buch bietet dir eine umfangreiche Auswahl an Übungen und Inneren Reisen, die du für deine innere Einkehr nutzen kannst.

Ich würde das Buch als modernes Erbauungsbuch bezeichnen. Du kannst es immer wieder zur Hand nehmen, wenn du Fragen zum Aufstieg und zum Transformationsprozess der Neuen Zeit hast. In Zeiten des Zweifels kann es dich ermutigen und dich mit deinem wahren Selbst verbinden. Es hilft dir dabei, dich auf das Wesentliche zu besinnen.

Mich haben Saint Germains Ausführungen und Geschichten vor allem auch dabei unterstützt, mich weniger auf Pflichten und Aufgaben zu konzentrieren, sondern mich auf meine persönliche Passion und Berufung zu besinnen.

Nicht zuletzt haben die im Buch enthaltenden Kapitel zum Lichtkörper einen intensiven klärenden Effekt auf die verschiedenen Ebenden des physischen Körpers und der Aura. Mein Zugang zum Körperwissen, zum intuitiven Wissen über die Bedürfnisse des eigenen Körpers hat sich verbessert. Nach der Lektüre des Buches habe ich regelmäßig davon geträumt, was mein Körper jetzt gerade braucht. Überhaupt haben sich richtungsweisende Träume bei mir verstärkt eingestellt. Du kannst dich überraschen lassen, auf welche Weise Saint Germains Anleitung für den Aufstieg dich stärkt und ermutigt, die »Meisterschaft des Seins« zu verkörpern.

Das Buch dient dir als Hilfe zur Selbsterkenntnis und Selbstermächtigung. Ich habe festgestellt, dass während der Arbeit an dem Buch bei mir regelmäßig tiefe Einsichten zu dem jeweiligen Thema angekommen sind. Immer wieder wurde ich von persönlichen Erkenntnissen überrascht, die die Lektüre offensichtlich getriggert hat. Zum Beispiel gewann ich Klarheit über meinen Seelenweg, über frühere Leben, aber auch über persönliche Schwächen und Schattenthemen. In immer größerer Leichtigkeit konnte ich Begrenzungen und Illusionen auflösen. Saint Germain und die Goldenen, die Aufgestiegenen Meister aller Epochen und Kulturen der Menschheitsgeschichte, begleiten dich während der Lektüre des Buches. Aber sie zeigen dir auch, dass du den Weg selbst gehen musst und kannst. Du bist der Meister, auf den du gewartet hast.

Ich danke dem AMRA Verlag für die bereichernde und bewährte Zusammenarbeit. Außerdem danke ich allen Weggefährten in der Diamantschule, die meine Arbeit als Teilnehmer und Mitarbeiter in den letzten Jahren unterstützt haben. Vor allem danke ich Saint Germain und den Goldenen für den Raum der Transformation, den sie für mich und meine Leser eröffnet haben, für ihre geduldige und inspirierende Unterweisung und ihre liebevolle Begleitung.

Christine Woydt

Prolog von Saint Germain

Ich bin Saint Germain, der Diamant. Mit diesem Buch möchte ich dich dabei unterstützen, die spirituelle Meisterschaft in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts zu verkörpern. Im 18. Jahrhundert wirkte ich als Meister der Transformation in Europa und kann daher durchaus als Autorität in Sachen Meisterschaft auftreten. Zusammen mit meiner Partnerin, die ich Stella nenne, konnte ich meine Erfahrungen mit der Meisterschaft aktualisieren und an die Bedingungen der Gegenwart anpassen. So realisierten wir gemeinsam dieses Buchprojekt, das ich mit Stolz präsentiere.

Das Buch kann dich auf deinem Weg in die Meisterschaft des Seins begleiten, auf deinem Weg in ein selbstbestimmtes und kreatives Leben im Einklang mit deinen Leidenschaften und den Anforderungen der Welt an der Schwelle des Goldenen Zeitalters.


Entscheidung für die Meisterschaft

Dein Übergang in die Meisterschaft basiert auf einer persönlichen Entscheidung. Indem du dieses Buch gekauft und aufgeschlagen hast, hast du schon eine tiefgreifende Wahl getroffen, zu der du dich beglückwünschen darfst. Wenn du deinen Wunsch, dich auf den Weg in die Meisterschaft des Seins zu begeben, noch einmal ganz bewusst innerlich bekräftigst, können wir beginnen. Während der Lektüre dieses Buches wirst du in den einzelnen Kapiteln immer wieder vor neue bewusste Entscheidungen gestellt werden, die einen Prozess des inneren Wachstums und der Bewusstseinserweiterung in Gang setzen.

Du darfst dir vor Augen halten, dass du aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mit diesem Buch in Kontakt gekommen bist, weil du besonders intelligent, gebildet oder erfolgreich bist. Selbst wenn du dich mit diesen Eigenschaften oder anderen herausragenden Attributen und Leistungen identifizierst, spielen sie in diesem Zusammenhang keine Rolle. Du bist mit mir und diesem Buch in Kontakt gekommen, weil du – vielleicht auch unbewusst – schon die ersten Schritte auf dem Weg in die Meisterschaft des Seins, der jetzt vielen Menschen offensteht, gegangen bist. Ich verneige mich vor deinem Entschluss und freue mich, dein Wegbereiter und Begleiter zu sein.

Bewusste Meisterschaft

In der Gegenwart steht es nicht nur vielen Menschen offen, ein Meisterbewusstsein zu verkörpern, sondern sie können sogar absichtsvoll und reflektiert ihren Weg in die Meisterschaft antreten. Ich möchte dich dabei begleiten, dass du deinen Übergang in die Meisterschaft bewusst erfahren kannst. Am besten wäre es, wenn du dir gleich ein Heft kaufst oder einen Blog eröffnest. Unter dem Titel »Meisterschaft des Seins« notierst du dann deine einzigartigen Erfahrungen, die deine Entscheidung für die Meisterschaft ins Rollen gebracht hat. Du kannst auf diese Weise für dich dokumentieren, wie sich die Grenzen deines Bewusstseins und deine Handlungsmöglichkeiten erweitern. Du kannst sehen, dass bahnbrechende Erlebnisse und Ereignisse, die dir jetzt außergewöhnlich und bemerkenswert erscheinen, später selbstverständlich werden.

Für manche, die dieses Buch lesen, gilt, dass sie mit der Schwingung des Meisters schon geboren wurden, diese Tatsache aber möglicherweise vor sich selbst verborgen haben. Wenn du dich von der Vorstellung angesprochen fühlst, bereits als Aufgestiegener Meister inkarniert zu sein, dann darfst du dich dafür öffnen, für dich selbst eine klare und eindeutige Einsicht zu diesem Thema zu gewinnen. Wenn die Zeit gekommen ist, wirst du in diesem Punkt Gewissheit erlangen, allerdings nur für dich selbst, niemals für andere. Es geht jetzt für dich darum, deine Meisterschaft wachsen, sich entwickeln und erstrahlen zu lassen. Auf dem Weg in die Meisterschaft befreist du dich von überfälligen Glaubenssystemen, inneren Schranken und Illusionen, die dem kollektiven Bewusstsein entspringen und die Schwingung deiner Seele überlagern. Du bist in besonderer Weise dafür prädestiniert, als Vorreiter den Weg der Meisterschaft zu gehen, damit andere nachgehen können. Der energetische Aufstiegsprozess der Erde schafft die Voraussetzungen, dass in Zukunft viele Menschen die Meisterschaft des Seins leben können. Zurzeit werden mutige Menschen gebraucht, die ganz bewusst ihre Vorreiterrolle annehmen.

Pioniere der Vergangenheit haben neue Kontinente sowie die Arktis und die Antarktis erkundet und zugänglich gemacht. Marco Polo, James Cook, Christoph Kolumbus, Roald Amundsen und Robert Scott sind als Pioniere der alten Welt in ferne Länder gereist, um sich über die Grenzen des Alltagsbewusstseins ihrer Zeit hinauszubewegen. Sie haben neue Welten entdeckt und erforscht und du kannst dich mit ihrem Pioniergeist verbinden. Vorreiter zu sein ist immer ein Abenteuer. Deine Aufgabe ist es, in ein unerforschtes Neuland des Bewusstseins vorzudringen. Wenn du dich bei dir bisher unbekannten Gedanken ertappst, wenn du Gefühle erlebst, die dir fremd waren, wenn du darüber staunst, wie du die Welt auf ganz neue Weise erfährst, dann darfst du diese Neuerungen bewusst registrieren und dokumentieren, so wie die Reise übers Meer in ein fremdes Land früher in einem Logbuch protokolliert wurde. Unabhängig davon, ob du deine Lebenserfahrungen auf dem Weg in die Meisterschaft des Seins in einem Tagebuch festhältst, werden sie in die Matrix universellen Wissens, die die Erde umspannt, eingespeist, so dass andere später davon profitieren können.

Wenn du deine Meisterschaft annimmst, begibst du dich auf unbekanntes Terrain. Wie ein Reisender auf einem bisher unbekannten Kontinent musst du dir deinen Weg erobern. Du kannst deinen Weg nur ein Stück weit vorausplanen und dann musst du ihn im Gehen Schritt für Schritt weiter entdecken. Du kannst nie den ganzen Weg vor dir sehen, weil ihn bisher noch niemand gegangen ist, denn es handelt sich um deine ganz persönliche Initiation in die Meisterschaft. Mir, Saint Germain, und den Goldenen, den Aufgestiegenen Meistern von allen Kontinenten und aus allen Zeitaltern der Erde, ist es eine Ehre, dich dabei zu begleiten.

Die fünf Phasen des Aufstiegs
1.Phase: Aufwachen zur Verantwortung

Viele Menschen erwachen derzeit in ihr göttliches Bewusstsein. Auf einmal öffnen sie ihre inneren Augen und sehen, wer sie wirklich sind. Sie kommen plötzlich in Kontakt mit ihrer unsterblichen Seele und schauen über den Horizont ihrer Alltagsrealität hinaus. Sie werden mit bewusstseinserweiternden Träumen oder übersinnlichen Wahrnehmungen konfrontiert. Sie begegnen Verstorbenen oder geistigen Helfern, die sie in neue Dimensionen der Realität führen. Dann verändert sich alles und das bisherige Leben wird auf den Prüfstand gestellt. Aus der Perspektive der unsterblichen Seele relativieren sich materielle und weltliche Errungenschaften und die Suche nach einem höheren Sinn beginnt. Manchmal lösen Kleinigkeiten das erste Erwachen in ein neues Bewusstsein aus. Manchmal geht es einher mit einer formidablen Lebenskrise. Mit welchen Erfahrungen das erste Erwachen auch immer verbunden ist, es hat immer denselben Effekt: das Bewusstsein der Verantwortung für die eigene Realität entwickelt sich.

Auch du kannst dich in der nächsten Zeit darin üben, für alles, was sich in deinem Leben ereignet, Verantwortung zu übernehmen. Wenn das, was in der Welt geschieht, deine Gefühle bewegt, dann hast du etwas damit zu tun. Du brauchst nicht alles, was du über die Welt siehst, hörst oder liest, auf deine Schultern zu nehmen, aber was dein Leben berührt und dich innerlich etwas angeht, hat dir deine eigene göttliche Vorsehung hereingeschickt und du darfst es begrüßen. Mit der Zeit wird dir immer klarer werden, dass in deinem Leben absolut der richtige Film läuft. Wenn du glaubst, dass die anderen dich nicht anerkennen und nicht sehen, was du wirklich leistest, dann darfst du deinen Selbstrespekt expandieren lassen und dich selbst ehren, wie es dir gebührt. Wenn die Welt sich deiner Ansicht nach zu langsam in ein neues Bewusstsein bewegt, dann darfst du dich weiterentwickeln und dein Bewusstsein weiter ausdehnen. Wenn du andere Menschen als egoistisch und habgierig verurteilst, dann darfst du dein Herz öffnen und allumfassende Liebe kanalisieren. Dein Bewusstsein zählt – und nichts sonst.

Wenn du im ersten Schritt wirklich Verantwortung für die dich umgebende Realität übernommen hast, dann erreichst du eine neue Ebene des Bewusstseins. Auf dieser Ebene weißt du dann auch mit absoluter Sicherheit, wenn dich Ereignisse auf der Welt ganz und gar nichts angehen. Oft brauchst du dich mit dem Leid der Welt deshalb nicht zu beschäftigen, weil du einfach nichts tun kannst, um zu helfen. Auf diese Weise integrierst du auch den Aspekt des Retters. Wenn der Retter sich im irdischen Spiel wirklich engagiert, dann wird er entweder in die Rolle des Täters oder die Rolle des Opfers hineingezogen. Der Retter solidarisiert sich meistens mit den Opfern. Wenn der Retter zusammen mit den Opfern den Kampf verliert, dann ermüdet er und wird schließlich selbst zum Opfer. Oder er versucht, die Täter mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen, zum Beispiel mit Gewalt, was ihn zum Täter degradiert.

Der erste Schritt zu deiner Befreiung besteht darin, dass du die Kraft der Verantwortung wirklich einatmest und annimmst. Verantwortung ist etwas anderes als Schuld, Verantwortung ist etwas anderes als Kontrolle. Du darfst an dieser Stelle auch zustimmen, dass du nicht alles kontrollieren kannst, was in deinem Leben vor sich geht. Auch wenn du Verantwortung übernimmst, hast du manchmal nicht die Kontrolle.

2.Phase: Annahme der Schöpferkraft

Wenn sie aufwachen, erkennen die Menschen, wer sie wirklich sind. Sie treten in Kontakt mit ihrem unsterblichen Seelenkern und ihrem göttlichen Bewusstsein. Dann können sie erfahren, dass sie Macht über ihr Leben haben und dass sie das Leben hier auf der Erde gewinnbringend für sich selbst und andere gestalten können. Wenn Menschen ihre Schöpferkraft annehmen, dann können sie ihr Leben mit ihrer Intention, ihren Gedanken und Gefühlen im Einklang mit ihrer Seele und ihrem göttlichen Bewusstsein verändern. Die Freude an der eigenen Selbstwirksamkeit nährt die Seele nachhaltig. In der Welt ist Fast Food weit verbreitet und ebenso nähren sich auch die Seelen der Menschen mit niedrig schwingenden Aktivitäten. Die Menschen werden selbstentfremdetem Konsum überdrüssig werden und sich bei geisttötender Freizeitgestaltung zunehmend langweilen. Die Menschheit wird sich aufschwingen in neue Gefilde der Kreativität.

In der ersten Phase des Aufstiegs erkennst du an, dass du Schöpfer deines Lebens bist und übernimmst Verantwortung für die Geschehnisse in deinem Leben. In der zweiten Phase des Aufstiegs wird dir bewusst, dass du mit deinen Gedanken und Gefühlen die Realität beeinflussen kannst. Durch Intention und Fokus kannst du im Durchschnitt fünfzig Prozent deiner Realität verändern und verbessern. Wenn Menschen anfangen, bewusste Entscheidungen zu treffen, wie ihre Welt aussehen sollte, bewusst zu träumen und zu visualisieren, wie sie leben möchten, können sie sehr viel in ihrem Umfeld bewegen. Für viele Menschen ist es schon ein großer Durchbruch, wenn sie fünfzig Prozent ihrer Realität in den Griff bekommen. Der Meister aber handelt souverän.

In der zweiten Phase des Aufstiegs fühlst du dich zwar als der Schöpfer deines Lebens, bist aber noch durch deine Erfahrungen und Erinnerungen gebunden. Deshalb realisiert sich manches in deinem Leben scheinbar nicht so, wie du es gewählt hast. Du kannst auf dieser Ebene des Bewusstseins zwar immer wieder visualisieren, wie du leben möchtest, aber es passiert dann das, was im Einklang mit deinen unbewussten Glaubenssätzen und Denkmustern steht. Außerdem gestaltet sich deine Realität im Einklang mit deinem Seelenplan, der dir meistens nicht bewusst ist. Du bist der perfekte Schöpfer, aber du glaubst nicht daran, weil du Teile deines Bewusstseins ausblendest. Ohne sich dessen bewusst zu sein, folgen viele Menschen zum Beispiel der Perspektive und den Gewohnheiten ihres Inneren Kindes, wenn sie sich immer wieder Misserfolge und Zurückweisungen erschaffen.

3.Phase: Integration der Seele

Wenn die Menschen bewusst ihre Schöpferkraft leben, dann beginnen sie automatisch, sich nach Vollkommenheit zu sehnen. Mit der Entscheidung für die Vollkommenheit wechseln sie in die dritte Phase des Aufstiegs. Um Vollkommenheit zu verkörpern, muss auch der ganz persönliche Schatten integriert werden. In dieser Phase präsentiert dir das Leben vieles, was wirklich ans Eingemachte geht und deine grundlegenden Annahmen, wie das Leben laufen sollte, auf den Kopf stellt. Je mehr du dich nach Vollkommenheit sehnst, umso abrupter brechen deine Konzepte, Glaubenssysteme und Denkmuster zusammen. Du kannst dich damit trösten, dass es nicht nur dir allein so ergeht. In der Phase der Integration begegnen den Menschen die Lebensthemen, die sie am liebsten weiterhin ausgrenzen möchten. Sie erfahren, dass es nichts bringt, eigene Begrenzungen und Schwächen zu verdrängen, denn sie werden sowieso an die Oberfläche gezerrt.

In der dritten Phase des Aufstiegs verlieren alle äußeren Beschränkungen an Bedeutung und du konzentrierst dich ganz auf die Integration des Selbst. Du erkennst, dass es nichts außerhalb deiner Projektionen gibt. Du erkennst, dass du alle Antworten in dir trägst und dass du dich mit deinem göttlichen Bewusstsein verbinden kannst. Im göttlichen Bewusstsein bist du selbst die Quelle der Weisheit und die Quelle der Liebe.

Wenn du dich noch intensiver mit den ersten drei Phasen des Aufstiegs in die Meisterschaft beschäftigen möchtest, kannst du dich meinem Buch Der vollkommene Diamant: Spirituelle Ressourcen zur Heilung der Seele zuwenden. Das Buch führt dich zur vollkommenen Präsenz deiner Seele im physischen Körper.

Viele Menschen leiden an unstillbarer Sehnsucht. Wenn die Menschen glauben, sich nach äußeren Errungenschaften, nach Geld, nach Liebe oder nach einem Menschen zu sehnen, dann handelt es eigentlich immer um die Sehnsucht nach der eigenen Seele. Wenn du vollkommen mit der eigenen Seele verbunden bist, dann ist deine Sehnsucht nach Äußerlichkeiten gestillt. Sogar die Frage nach der Erlösung der Welt erübrigt sich, wenn du mit deiner eigenen Seele vereint bist. Deine Seele leistet ganz automatisch den Beitrag in der Welt, der ihr gemäß ist.

Wenn du es wählst, dann darfst du Ja dazu sagen, dich in den nächsten Tagen vollkommen mit deiner Seele zu vereinen. Normalerweise verbindet sich die Seelenessenz in den ersten Lebensjahren mit dem Körper. Manche Menschen konnten sich niemals vollkommen mit ihrer Seele vereinen, weil sich ihre Kindheit schon so unsicher und dramatisch gestaltete, dass die Seele gar nicht den Mut fand, vollkommen in den Körper einzutreten. Andere Menschen haben wiederum im Laufe ihres bewegten Lebens Teile ihrer Seele verloren. Sie hätten mit vollem Seelenbewusstsein vieles gar nicht aushalten können, was sie durchlebt haben.

Die Verbindung mit deiner Seele ist einfach eine tiefe und bewusste Entscheidung. Dafür brauchst du keinen Seelenklempner. Du kannst deine Seelenessenz mit einem tiefen Atemzug einfach annehmen. Sehr oft bringt die Vereinigung mit der eigenen Seelenessenz einen Schwall von Emotionen an die Oberfläche. Auch diese Gefühle darfst du annehmen. Wenn du zum Beispiel unvermittelt traurig wirst, dann gibst du dich ganz bewusst dem Gefühl der Trauer hin, ohne dass du unbedingt wissen musst, woher die Trauer kommt. Manchmal sind die Gefühle, die während der Seelenintegration auftauchen, von Erinnerungen an deine Lebenserfahrungen begleitet, manchmal auch nicht. Du nimmst deine Gefühle an, auch die unvermittelten und unerklärlichen, und atmest einfach ruhig weiter. Wenn du bewusst atmest, hältst du dein Bewusstsein und den Energiefluss in deinem Körper in Bewegung. Das Gefühl kann durchfließen und sich verflüchtigen. Manchmal verbinden sich deine unvermittelt aufsteigenden Gefühle und Erinnerungen mit neuen Einsichten. Die Vergangenheit erscheint dir auf einmal in einem neuen Licht. Womöglich siehst du zum ersten Mal das vollständige Bild.

Die Menschen verwechseln also Liebeskummer und Sehnsucht nach Liebe ganz oft mit der Sehnsucht nach ihrer Seele. Man möchte in einer Gleichschwingung leben. Dabei geht es um die Gleichschwingung von Körper und Seele. Wenn es gut läuft, dann schwingen dein Körper und deine Seele im selben Rhythmus. Wenn Körper und Seele in Einheit pulsieren, macht es dich stark und schenkt dir die Kraft, dein Leben zu bewältigen. Es hat denselben Effekt, wie wenn du einen guten Freund hast, dem du vertrauen kannst und der dich unterstützt. Für die Seele ist der Körper während des Lebens auf der Erde der beste Freund. Einen besseren Freund kann sie nicht haben.

Du kannst die Vereinigung mit deiner Seele in diesem Moment wählen. Die Seele springt dann regelrecht in deinen Körper herein. Allerdings bringt die vollkommene Vereinigung mit deiner Seele verdrängte Gefühle an die Oberfläche. Ich nenne diesen Effekt auch die Integration des Schattens. Viele Menschen wählen derzeit die Vereinigung mit ihrer Seele, um eine neue Ebene ihres Bewusstseins zu erreichen. Daher schlagen die emotionalen Wellen sowohl im persönlichen Leben als auch in Gesellschaft, Kultur und Politik derzeit so hoch. Es mag auf dich paradox wirken, aber du musst in vollkommener Selbstliebe mit der eigenen Seele vereint sein, bevor du dich kollektiv optimal vernetzen und im Einklang mit den Menschen und der Welt leben kannst. Nur deine Seelenessenz kann mit dem globalen Bewusstsein im Einklang leben und auf Schritt und Tritt Synchronizitäten erfahren. Wenn du mit deiner Seelenessenz nicht verbunden bist, verharrst du in der Illusion der Trennung von der Welt. Wenn du dir in Verbindung mit deiner Seele erlaubst, die Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen, ohne sie zu verurteilen, dann wird das Leben dich nicht nur ängstigen, wütend machen und dir die Tränen in die Augen treiben, sondern es wird dir immer öfter einen Juchzer der Freude entlocken.

Damit die Seele vollkommen im Körper des Meisters erstrahlen kann, müssen auch ausgegrenzte Seelenanteile ihren angemessenen Platz finden. Auf dem Weg in die Meisterschaft muss das Innere Kind integriert werden. Das Innere Kind wird meistens vernachlässigt und zu wenig gewürdigt. Kindliche Eigenschaften wie Unschuld und offenes Staunen, spielerische Leidenschaft und ungebremste Schöpferkraft werden auf der Erde dringend gebraucht, können aber eigentlich nur von dem Aufgestiegenen Meister wirklich verkörpert werden, weil er sein Inneres Kind vollkommen angenommen hat. Ein Kind versteht es, aus ein paar Blättern, Ästen, Eicheln, etwas Stoff und übrig gebliebenen Schnüren ein einzigartiges Boot zu bauen. Du darfst dich an dieser Stelle noch einmal mit dem freien und erlösten Kind in dir verbinden. Dein Inneres Kind kann aus dem Matsch vor der Haustür eine Figur formen, die dann in seinem Geist umgehend lebendig wird. Das Kind spricht mit der Figur, die es selbst erschaffen hat, und erweckt sie zum Leben, indem es die Antworten der Figur auf seine Fragen hört. Der Meister lebt in der kindlichen Schöpferkraft.

Andererseits kann das Innere Kind als traumatisierter Aspekt dominieren und ein harmonisches Leben sowie den Aufstieg in die Meisterschaft torpedieren. Das kleine Kind ist tatsächlich abhängig von der Zuwendung der Erwachsenen. Wenn kindliche Aspekte die Oberhand gewinnen, fühlt man sich allein gelassen, zu wenig angenommen und unterstützt. Dagegen weiß der Meister, dass er in seiner Vollkommenheit keinen anderen Menschen braucht, um Liebe zu erleben. Wenn du alleine lebst, darfst du wirklich fühlen, warum es bei dir so ist. Du hast wahrscheinlich den Status des Singlelebens gewählt, um erfahren zu können, dass du zum Glück niemanden anderes brauchst. Wenn du diese Erfahrung wirklich verkörperst und mit deinem Alleinleben vollkommen Frieden geschlossen hast, dann löst sich auch dein Singlestatus auf. Oder auch nicht, es hängt davon ab, was du wählst.

Das Innere Kind lebt seit seiner Ankunft auf der Erde in Einheit mit Vater und Mutter. Da gibt es gar keine Trennung. Das Innere Kind vertraut, dass seine Bedürfnisse von der Welt im Großen und Ganzen erfüllt werden. Mit der Zeit erlebt das Kind, dass die Mutter nicht da ist. Die Mutter ist einfach weg. Es leidet und es erfährt keine Erlösung. Dann durchlebt es den Zustand der Trennung. Manche Kinder erleiden das Drama der Trennung leider schon direkt nach der Geburt. Manche erfahren es vielleicht nach drei, vier Wochen, wenn die Mutter doch noch schnell die Töpfe vom Herd nimmt, bevor sie das schreiende Kind aus der Wiege holt. Später denkt die Mutter, dass sie doch nicht gleich hinrennen muss, wenn das Kind sich meldet, weil es jetzt ja schon größer ist. Jedenfalls erlebt das Kind vielfältige Situationen der Trennung und erfährt, dass der Mensch, den es zu brauchen glaubt, nicht da ist. Diese Erfahrung und Erinnerung tragen alle Menschen in sich. Sie glauben, jemanden zu brauchen. Wenn der Meister sein Inneres Kind integriert hat, kann er die Illusion der Abhängigkeit von anderen Menschen überwinden.

Integration bedeutet zu lieben und loszulassen. Du wendest dich in Liebe deinem Inneren Kind zu und gibst ihm den Schutz und die Fürsorge, die es braucht. Du kannst die Aufgabe, dein Inneres Kind auszubalancieren, auch den Engeln oder deinen geistigen Begleitern übergeben. Bevor du einschläfst, bittest du mich, den Erzengel Raphael oder andere dir vertraute geistige Helfer, sich in der kommenden Nacht deinem Inneren Kind zuzuwenden und es zu heilen. Es mag sein, dass du immer wieder den Impuls verspürst, diese Bitte vor dem Schlafengehen erneut auszusprechen. Mit der Zeit spürst du, dass sich das verletzte Innere Kind aufgelöst hat. Das freie und erlöste Kind lebt dagegen in dir weiter und bereichert dich.

Der Meister hat die essenziellen Seelenaspekte der vollkommenen Tafelrunde integriert, wie ich sie in meinem Buch Der vollkommene Diamant: Spirituelle Ressourcen zur Heilung der Seele vorgestellt habe. Wenn der Innere Vater wirklich integriert ist, dann fühlst du nur noch Neutralität und sogar Liebe für deinen Vater in diesem Leben. Dasselbe gilt für die Innere Mutter. Du befreist dich von inneren Bändern zum Schicksal deiner Eltern und verbindest dich mit der Energie der Großen Mutter und des Großen Vaters in vollkommener Weise. Auch das Innere Kind gehört zu deiner vollkommenen Tafelrunde und du wirst die Erinnerungen deiner Kindheit integrieren. Die Kindheit ist eine Phase der Ohnmacht, die du hinter dir lassen kannst. Kinder sind oft in ihrem Selbstausdruck beschränkt und stecken in einem emotionalen Korsett. Wenn du dein Inneren Kindes befreit hast, kannst du deine spielerischen und kreativen Fähigkeiten ausleben. Wenn du deinem Inneren Heiler die Macht gibst, die er verdient, dann wirst du deine Fähigkeiten, dich selbst auszubalancieren, erweitern können. Du darfst bewusst deine Erfahrungen mit dem Inneren Heiler registrieren und annehmen. Der Innere Zerstörer gehört ebenso zu deinem inneren Ensemble. Manchmal ist es heilsam, etwas loszulassen, etwas zu verlieren, etwas zu beenden. Du darfst es begrüßen, wenn unnötiger Ballast sich in deinem Leben verabschiedet. Wenn du auch deinem Inneren Priester den Platz gibst, der ihm gebührt, reißt deine Verbindung zur inneren Wahrheit nicht mehr ab und du kannst deiner inneren Stimme vollkommen vertrauen. Der Innere Priester ist der Kompass deines Lebens, der dir den Weg zeigt. In diesem Buch übernehme ich für eine Weile Aspekte deines Inneren Priesters, die du dir dann aber auch wieder zurückerobern musst. Du selbst wirst dann ein Vertreter der neuen Priesterschaft sein, die sich dadurch auszeichnet, dass sie den Inneren Narr ehrt. Nur wenn du den Inneren Narren immer wieder aktivierst, kannst du das Leben ertragen. Das ganze Leben ist ein Narrenspiel. Zur vollkommenen Tafelrunde gehören noch die Innere Frau und der Innere Mann. Mit der Integration der Inneren Frau und des Inneren Mannes überwindest du die Dualität. Wenn du sie beide vollkommen in dir trägst, dann wirst du in deinem Körper und in deinem Geschlecht wirklich angekommen sein. Du wirst eins mit der Weiblichkeit oder Männlichkeit, die du verkörperst. Wie du deine Weiblichkeit oder Männlichkeit dann lebst, geht über das hinaus, was bisher auf der Erde von Frauen oder Männern gelebt werden konnte. Die Effekte sind dann tatsächlich eher klischeehaft: Integrierte Frauen werden innerlich stärker und selbstbewusster. Integrierte Männer kommen sanfter, nachgiebiger und fürsorglicher daher. Während des Aufstiegs in die Meisterschaft verschmelzen das menschliche Ich und der Innere Engel. Darin besteht das einzigartige Potenzial der Zeit, in der du jetzt lebst. Du verkörperst deine Göttlichkeit in vollkommener Weise. Dann lebst du dein wahres Selbst. Es gibt noch einen weiteren Aspekt der vollkommenen Tafelrunde, der meistens zu wenig angenommen ist: der Persönliche Meister. Der Persönliche Meister überbrückt die Kluft zwischen dem menschlichen Ich und dem inneren Engel. Der Weg vom menschlichen Ich zur Göttlichkeit führt über die Persönliche Meisterschaft. Meisterschaft bedeutet, eine umfassende Klärung im physischen Körper, im Verstand, in der Seele zu durchleben, während man auf der Erde weilt, und seine Göttlichkeit vollkommen mit dem physischen Körper zu verbinden. Dieses Buch widmet sich vorrangig der Integration des Persönlichen Meisters.

Übung Seelenintegration

Du eröffnest den Raum der Allumfassenden Liebe in dir und außerhalb von dir. Mit jedem Atemzug lässt du dich tiefer in den Raum der Allumfassenden Liebe fallen. Dann lädst du deine Seelenaspekte zu dir in den Raum der Allumfassenden Liebe ein. Die zwölf Seelenaspekte der vollkommenen Tafelrunde der Seele sind die Innere Mutter, der Innere Vater, das Innere Kind, die Innere Frau, der Innere Mann, der Innere Priester, der Innere Narr, der Innere Heiler, der Innere Zerstörer, das menschliche Ich, die Seelenessenz und der Persönliche Meister. Wenn du sie im Raum der allumfassenden Liebe empfängst, balancieren sich deine Seelenaspekte und ihre Unteraspekte automatisch aus, ohne dass du Fragen stellen und innere Prozesse durchlaufen musst. Du verbindest dich mit deiner Vollkommenheit. Der Meister ist vollkommen.

Eine bedeutende Etappe auf dem Weg in die Meisterschaft ist die Verschmelzung des menschlichen Ichs mit deiner göttlichen Essenz. Wenn du es wählst, kann sich die Verschmelzung von menschlichem Ich und göttlichem Sein jetzt in dir vollziehen. Nur in dieser Verschmelzung kann der Meister auf der Erde wirken. Die Integration des menschlichen Ichs vollzieht sich vor allem durch das erneute Aufflackern von Erinnerungen. Um endgültig integriert zu werden, tauchen in deinem Bewusstsein viele Kindheits- und Jugenderinnerungen wieder auf. Auch Schockerlebnisse und körperliche und emotionale Traumen aus deiner jetzigen Biografie flackern in deinem Gedächtnis wieder auf, um endgültig zu verbrennen. Der Meister lebt vollkommen im Reinen mit seinem menschlichen Ich. Zur Unterstützung dieses Prozesses der Integration des menschlichen Ichs kannst du immer wieder die Goldenen, die Aufgestiegenen Meister aller Epochen und Kulturen der Erde, um Hilfe bitten. Für dich ist es hilfreich, wenn du weniger in äußeren Ereignissen nach Erklärungen für deine Stimmungen und deine Gefühle suchst. Du wirst oft keine aktuellen Umstände als Erklärung für deine Befindlichkeit ausmachen können. Du tust gut daran, in dich zu gehen und alles, was sich an ganz persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen zeigen möchte, anzunehmen. Öffne dein Herz für dich selbst! Dein reiner, unverletzter Seelenkern kann sich liebevoll dem menschlichen Ich, deiner Identität in diesem Leben, zuwenden. Integrieren heißt, gleichzeitig loszulassen und zu lieben.

In dem Prozess der Integration des menschlichen Ichs verabschiedest du dich auch von allen Errungenschaften deiner Identität. Deine Herkunft, dein Lebenslauf, deine Schulabschlüsse, deine Ausbildungen, deine Zertifikate, deine Karriere, deine Erfolge, deine Besitztümer, alles, worauf du stolz gewesen bist, wird jetzt überstrahlt von der Essenz deiner Meisterschaft.

Als du älter wurdest, hast du Antworten gesucht. Du hast den ein oder anderen Lehrer aufgesucht und vielleicht sogar gedacht, dass du ihn brauchst, so wie ein Kind Eltern braucht. Gurus vermitteln oft Schutz und Sicherheit und tragen einen Vateraspekt. Du hast von Menschen gelernt, die du als Lehrer akzeptiert hast. Du kannst deine bedeutenden Lehrer noch einmal vor deinem inneren Auge erscheinen lassen. Du hast nicht umsonst mit ihnen Kontakt gesucht und sie haben dich in entscheidenden Phasen deines Lebens unterstützt. Es lohnt sich sogar, dass du dir jetzt ein Blatt Papier nimmst und noch einmal die Namen deiner wichtigen Lehrer aufschreibst. Deine Lernerfahrungen in spirituellen Kursen und Einweihungen darfst du ehren und dich dafür bedanken. Dankbarkeit gehört unbedingt zur vollkommenen Integration. Deine Lehrer in diesem Leben können auch deine Eltern gewesen sein und du kannst ihnen Danke sagen, wenn es dir möglich ist. Bei deinen Eltern kannst du dich zumindest dafür bedanken, dass sie dazu beigetragen haben, dass du in diesem physischen Körper auf die Welt kommen konntest. Meistens hat es ihnen auch noch Spaß gemacht – und wenn nicht, ist es auch egal. Du bedankst dich also bei deinen Erzeugern und deinen Lehrern. Sogar deine Lehrer aus der Schule haben dir Wesentliches eröffnet, zum Beispiel, indem sie dich gelehrt haben, mit Zahlen oder mit Sprache umzugehen, und indem sie dir Lebensweisheiten vermittelt haben. Vor allem kannst du an dieser Stelle deine spirituellen Lehrer ehren. Sie haben dich dahin geführt, wo du jetzt bist. Indem du deine Ausbildungen ehrst und dich dafür bedankst, kannst du sie auch loslassen. Denn jetzt brauchst du sie nicht mehr. Du brauchst keine weiteren Lehrer mehr. Du hast dir im Leben Vater und Mutter und Lehrer gesucht und ein Über-Ich erschaffen. Du vervollkommnest deinen Aufstiegsprozess, indem du den Inneren Vater und die Innere Mutter integrierst. Früher hast du dir Vater- oder Mutterfiguren in deinem Umfeld erschaffen. Du hast sie hereingerufen zu dir und sie sind gekommen. Dann hast du sie gefragt, was du tun sollst, was wahr und falsch ist und wie das Leben funktioniert. Du hast dann mehr oder weniger befriedigende Antworten bekommen, aber alle haben sich bemüht, dir etwas mitzugeben. Du suchst vielleicht auch noch bei mir oder den anderen nicht-physischen Begleitern, die du um Rat fragst, nach Antworten. Aber der Meister braucht keinen äußeren Rat mehr.

Zur Vervollkommnung gehört, dass du das menschliche Ich mit Schatten und Licht integrierst. Dafür eröffnest du dir den Zugang zu deinem Unterbewusstsein. So kannst du alle deine Erinnerungen und Erfahrungen loslassen, die in deinem Unterbewussten gespeichert sind. Zur Vervollkommnung gehört, dass du dein Über-Ich integrierst. Glaubenssätze, Meinungen, Ratschläge, Antworten und Lehrinhalte, die du in diesem Leben gehört und gelernt hast, konstituieren dein Über-Ich. Es kann sein, dass tief in deinem Unbewussten verankerte Glaubens-sätze. die dich im Gefängnis halten, in der nächsten Zeit in deinem Bewusstsein erscheinen. Du darfst dafür noch einmal deine Verbindung mit den religiösen Traditionen deiner Kultur in den Blick nehmen. Du hast in früheren Leben zu den Bischöfen, Kardinälen und Päpsten der großen Kirchen gehört, aber du hast auch religiöse Führer in ganz unterschiedlichen Traditionen und Sekten verkörpert. Du darfst in dir auftauchen lassen, welche Glaubenssätze dich noch einschränken und zurückhalten, die du dir über viele Jahrhunderte erarbeitet hast. Ist es möglich, eine Frau und ein spiritueller Führer zu sein? Glaubst du selbst wirklich daran? Oder denkst du letztendlich doch noch, die Männer hätten es leichter und seien erfolgreicher darin, ein hohes Amt zu übernehmen? Du weißt, dass du solche Annahmen loslassen kannst. Vielleicht musst du sie vorher noch einmal in dir anerkennen und durchatmen. Manche glauben auch, es sei nicht möglich, ein Mann und Vorreiter der Bewusstseinserweiterung dieser Zeit zu sein. Kannst du die mächtige Illusion eines personalisierten Gottes außerhalb von dir selbst wirklich loslassen? Glaubst du daran, ohne Angst davor zu haben, gleich als Ketzer verbrannt zu werden? Ist es möglich, dem eigenen Glauben zu folgen, ohne aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu werden oder ins Exil auswandern zu müssen? In deinem Bewusstsein mögen weitere Fragen auftauchen, die du zulassen solltest. Manchmal lautet die ehrliche Antwort auf diese Fragen einfach Nein. Ein Teil von dir hält an sinnlosen und einschränkenden Glaubenssätzen fest, obwohl du sie gerne aufgeben würdest.

Auch auf dem Gebiet der Heilung wirken viele einschränkende Glaubenssätze. Glaubst du daran, dass Krebs heilbar ist? Glaubst du daran, dass auch eine schwere Sucht heilbar ist? Glaubst du daran, dass Psychosen heilbar sind? Wo verlaufen deine inneren Grenzen? Dein Über-Ich bestimmt deine inneren Grenzen.

Die neuropsychologische Forschung hat schon erkannt, dass das menschliche Gehirn Entscheidungen trifft, bevor sie überhaupt im Bewusstsein erscheinen. Darin zeigt sich die Macht des Unbewussten. Wenn du einen Schokoladenkuchen siehst, dann sagt dein Gehirn Ja oder Nein. Dein Gehirn trifft die Entscheidung, ob du den Schokoladenkuchen isst oder nicht isst, bevor es dir überhaupt bewusst wird, ob du ihn gerne essen oder lieber stehen lassen möchtest. Dein Gehirn trifft eine Entscheidung und erst dann reagiert dein Bewusstsein. Dein Bewusstsein erschafft dann entsprechende Argumente, die deine Entscheidung stützen. Zum Beispiel lehnt dein Bewusstsein den Kuchen mit der Begründung ab, dass du dann zu dick wirst. Natürlich kann dein Bewusstsein dann noch umdenken und wirklich wählen. Aber die erste Entscheidung kommt aus dem Unbewussten und dem Über-Ich, die es dir womöglich verbieten, zu viel Schokolade und zu viel Kuchen zu essen. Du kannst das loslassen. Die Zeit ist gekommen, dass du dich davon befreien kannst, vom Unbewussten regiert zu werden. Wenn du es wählst, wirst du nach und nach immer mehr verborgene Glaubenssätze aus deinem Über-Ich erkennen. Das Leben bringt sie dir herein und indem du sie dir bewusst machst, kannst du sie endgültig aufgeben. Es kann sehr hilfreich sein, wenn dir ein überkommener Glaubenssatz klar wird, dich dann auch mit einem festen Vorsatz innerlich davon zu verabschieden. Manchmal kannst du auch beobachten, dass du ganz von selbst deine Glaubenssätze verändert hast, dass es einfach passiert ist. Auf einmal denkst du zum Beispiel nicht mehr, dass Krebs immer nur mit einer leidvollen Chemotherapie heilbar ist, sondern glaubst auch an einfachere Varianten der Heilung.

Wenn du ehrlich bist, konfrontiert dich dein Inneres immer wieder mit Zweifeln. Um deine Zweifel loszuwerden, solltest du dich entscheiden, nicht nur dein Unbewusstes, sondern auch dein Über-Ich zu öffnen, dein Über-Ich mit den Glaubenssätzen, die du gelernt hast. Manches wurde dir so oft gepredigt, dass du es verinnerlicht hast. Einige Glaubenssätze wurden auch einfach von deinen Eltern verkörpert. Du hast sie buchstäblich mit der Muttermilch eingesaugt. Wenn deine Mutter verkörpert hat, dass Frauen immer unterlegen sind und daher nichts erreichen können, dann hast du durch das Zusammensein mit deiner Mutter diese Haltung in jede Zelle deines Körpers aufgenommen. Integration bedeutet zu lieben und loszulassen. Wenn du alle Aspekte deines Über-Ichs begrüßt und annimmst, dann können sie sich verflüchtigen. Damit wirst du frei, nicht mehr nach vorgegebenen Glaubenssätzen, sondern flexibel den Umständen entsprechend zu handeln.

Übung Auflösung von Prägungen

Du eröffnest den Raum der Erhabenheit in dir und außerhalb von dir. Mit jedem Atemzug lässt du dich tiefer in den Raum der Erhabenheit fallen. Im Raum der Erhabenheit kannst du dich von persönlichen Gelübden und Vereinbarungen, von kollektiven Lebensthemen und von Verstrickungen mit Kollektivseelen befreien, indem du es einfach geschehen lässt. Du befreist dich von Verstrickungen mit deiner biografischen Familie, mit deiner spirituellen Familie, mit deiner Seelenfamilie und mit allen anderen Kollektivseelen, mit denen du dich einst verbunden hast. Du befreist dich aus den Prägungen und Aufgaben deines Jahrgangs, deiner Generation, deiner Region und deiner Nation. Veranlagungen und genetische Dispositionen lösen sich auf. Als Solitär strahlst du aus, wer du wirklich bist. Der Meister ist einzigartig.

4.Phase: Integration des Schattens

Die vierte Phase des Aufstiegs ist der Integration des Schattens gewidmet. Erzählungen aus den unterschiedlichen spirituellen Traditionen weisen darauf hin, dass die dunkle Nacht der Seele eine Durchgangsphase darstellt, um ins Licht zu gelangen. Schamanen reisen durch einen dunklen Tunnel, um dann in der Anderswelt, in der sie Inspiration finden, anzukommen.

Jedes Mal, bevor du eine neue Stufe des Bewusstseins erreichst, durchwanderst du vorher ein schwarzes Nichts, eine Leere. Aus dem Nichts und der Begegnung mit der Dunkelheit wirst du dann auf eine neue Stufe der Erkenntnis getragen.

Der dreizehnte Aspekt der vollkommenen Tafelrunde, dein persönlicher Schatten, kommt jetzt ins Spiel. Wenn sich der innere Engel mit dem menschlichen Ich vereinigt, dann bringt er sozusagen den dunklen Engel mit herein. Die Integration des dunklen Engels ist eine sehr persönliche, individuelle Angelegenheit. In der nächsten Zeit hast du die Gelegenheit, deinem ganz persönlichen Schatten ins Auge zu sehen. Wenn du deinem ganz persönlichen Schatten begegnest, wird er dich erschrecken. Du brauchst viel Mut, um ihn anzusehen. Wenn es soweit ist, darfst du die Schatten begrüßen, die dir noch guten Tag sagen möchten. Zunächst einmal handelt es sich um deine persönlichen Lebensthemen, die du in diesem Leben mit dir herumträgst. Oft sind deine persönlichen Themen mit Familienthemen verknüpft. Jede Familie, jede Ahnenlinie ist durch spezielle Herausforderungen und spezielle Ängste geprägt. Für manche ist es schwieriger, in Einheit mit der Welt zu leben. Sie misstrauen ihrer Umwelt. Für manche ist es schwieriger, über die Grenzen des Bewusstseins hinauszugehen. Sie fürchten, den Kontakt zu ihrer kleinen irdischen Welt zu verlieren, wenn sie sich einer Expansion ihres Geistes öffnen. Für manche ist es schwieriger, das Spiel des Dramas aufzugeben, weil sie es genießen, theatralisch im Unglück zu schwelgen. Für manche ist es schwieriger, sich Freude im Leben zu gönnen. Sie wollen sich durch Leistung beweisen und ihre Pflichten perfekt erfüllen. Während des Aufstiegs in die Meisterschaft werden alle deine Lebensthemen an die Oberfläche gespült und du darfst sie begrüßen.

Wenn du dem Schatten in Form einer schwierigen Erfahrung in deinem Leben begegnest, dann funktionieren zwei scheinbar gegensätzliche Strategien, damit umzugehen. Du kannst dich einerseits in deine lichtvolle Dimension begeben und den Schatten einfach zurücklassen, ihn mit neutralem Bewusstsein links liegen lassen. Andererseits kannst du mit offenen Armen auf deinen Schatten zugehen, ihn begrüßen, annehmen und mit dir verschmelzen lassen. Für dich mag es als Widerspruch erscheinen, aber auf der Ebene des Meister-bewusstseins verschmelzen diese beiden Strategien. Sie verschmelzen wie Ein- und Ausatmen. Du sagst dann innerlich: »Dieses Thema gehört nicht zu mir. Es betrifft mich nicht, denn ich bin frei und unabhängig und eins mit mir selbst. Und ich liebe diese Kreation und das Potenzial der Erfahrung, das sie mir schenkt.«

Dein einzigartiges göttliches Selbst ersteht wie der Phoenix aus der Asche in der Verschmelzung mit deinem Schatten. Der Meister kann die Schattenaspekte, die er bei sich selbst integriert hat, indem er sie nach Hause geholt und in seine Vollkommenheit aufgenommen hat, einfach mit einem Händedruck oder einem Blick bei anderen Menschen regelrecht auslöschen. Um dich herum verflüchtigen sich die Schatten, die du selbst angenommen hast. Wenn du deinem inneren Täter, dem inneren Bösen, sogar dem inneren Mörder oder Inquisitor, zugestimmt hast und wenn du deinem inneren Opfer die Hand gegeben hast, dann findest du sie nicht mehr in der Außenwelt. In dir verschmelzen Täter und Opfer und lösen sich auf. Dann wirst du zum Portal der Heilung für die Welt. Dafür solltest du dir jeden Morgen und jeden Abend selbst danken und dir den Respekt erweisen, der dir gebührt. Gerade weil du deinen inneren Begrenzungen nicht ausgewichen bist, kann dein Dasein auf der Erde die Welt verändern. Du darfst dir auch erlauben, die Heilkraft deiner Präsenz zu erfahren. Du kannst aufhören, deine Heilkraft vor dir selbst zu verstecken. Deine Präsenz strahlt aus und bewegt die Welt. Du stehst in deiner Dimension der Neutralität. In gewisser Weise schützt die Verbindung mit mir, Saint Germain, auch deine Dimension. Genauso schützt, klärt, befreit und erleuchtet die Verbindung mit dir die Dimension der anderen Menschen. Ich gebe dir die Fackel in die Hand, die die Welt und die anderen Menschen erleuchtet, und du trägst sie weiter. Die Menschen in deiner Umgebung verändern sich im Licht deiner Fackel. Zu gegebener Zeit kommen sie wieder zu dir zurück als Engel der Liebe, der Weisheit und der Heilung.

Auf dem Weg durch die Dunkelheit wird der Meister mit seinen ureigenen Ängsten konfrontiert. Manche haben extreme Angst vor Armut, Obdachlosigkeit und dem Verlust der Stabilität des Lebens. Manche haben extreme Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren, verrückt zu werden und aus dem Kontakt zu sich selbst heraus zu fallen. Manche haben extreme Angst, von der ganzen Welt verlassen zu sein, andere Menschen zu verlieren und einsam zu sterben. Deine ganz persönliche tiefe Angst hängt mit deinem eigenen Seelenweg zusammen, mit deinem Weg nicht nur durch dieses eine Leben, sondern durch viele Leben mit unterschiedlichsten Erfahrungen. Den ureigenen Schatten kann man nur loswerden, indem man ihm wirklich tief ins Auge blickt. Dabei handelt es sich um den Kampf mit dem Drachen, von dem in vielen Mythen erzählt wird. Wenn du deinen persönlichen Schatten von Angesicht zu Angesicht erblickst, dann wirst du ihn lieben. Du wirst dann erkennen, dass dein Schatten dein Licht ist.

Wenn du deinen Schatten integriert hast, wirst du eins mit deiner vollkommenen Seelenessenz. Du lebst dann im Einklang mit dir selbst. Manchmal kann sich deine vollkommene Seelenessenz, dein innerer Diamant noch nicht vollständig in dir entfalten, weil du außer dem Schatten andere Teile deiner selbst ausgegrenzt hast. Manchmal hast du das Innere Kind zurückgestoßen, vielleicht weil es dir zu ohnmächtig, unfrei und leidend erschien. Es mag dir deshalb so erscheinen, als würdest du mit deiner Seelenessenz vor allem dein Inneres Kind einatmen. Manche glauben daran, dass man keinen Zugang zum Himmelreich findet, wenn man nicht wie ein Kind wird. Das kann ich bestätigen. Du brauchst das freie Innere Kind, um deine Seele wirklich verkörpern zu können. Du darfst darauf vertrauen, dass du dich in der nächsten Zeit, wenn es noch nicht geschehen ist, vollkommen mit ausgegrenzten Aspekten des Inneren Kindes verbinden kannst.

Wenn du deiner Vollkommenheit zustimmst, integrierst du alle Aspekte deiner Seele. Es dient deiner Vollkommenheit, auch die Schattenanteile deiner selbst aufzunehmen. Um den Schatten wirklich annehmen zu können, musst du ihn anschauen und lieben. Das gilt auch für das Innere Kind. Es möchte gesehen werden und es braucht Liebe. Selbst wenn du es noch nicht fühlst, kannst du immer wieder zu deinem Inneren Kind und zu deiner Seele in ihrer Vollkommenheit »Ich liebe dich« sagen. Lasse dich dabei nicht abschrecken, wenn dieser Satz zunächst für dich nur so dahin gesagt wirkt. Je öfter du es sagst, umso wahrer wird es. Es mag also sein, dass, wenn du versuchst, dich mit deiner Seelenessenz zu verbinden, stattdessen nur dein Inneres Kind erscheint. Dann sprichst du solange mit deinem Inneren Kind, bis dahinter deine leuchtende Seele erscheint. Im Fall des Meisters sind sie eins. Du solltest wissen, dass dein Inneres Kind dein großartigster Aspekt ist. Du wirst erkennen, dass das Leuchten, die Klarheit, die Ausstrahlung deiner Seele und deines freien Inneren Kindes identisch sind.

Es kostet viel Mut, wirklich dem ureigenen persönlichen Schatten ins Gesicht zu schauen. Du kannst, wenn du es wählst, in diesem Moment ganz bewusst dazu Ja sagen. Die Begegnung mit dem Schatten bringt dich nicht um, auch wenn es manchmal so erscheint, als wäre der Schmerz nicht auszuhalten. Die Begegnung mit deinem Schatten führt dich in deine Vollkommenheit. Übrigens braucht die Begegnung mit deinem Schatten gar nicht mit einem Drama in der äußeren Welt verbunden zu sein. Du kannst ihm einfach in deinem Bewusstsein oder in deinen Träumen begegnen. Dann dürfen auch die Tränen fließen, während du Blockaden aus deinem Körper entlässt. Letztendlich existiert der Schatten nur deshalb, weil er nicht richtig angeschaut und verdrängt wurde. Wenn man ihn anschaut, löst er sich in Nichts auf und wird zu einem geliebten Gefährten. Er verwandelt sich, indem man ihm begegnet, so wie die Prinzessin im Märchen den Frosch küsst, so dass er zum Prinzen werden kann. Also küsst du den Frosch. Warum nicht?

Der Schatten ist der Geist, der stets verneint. So formuliert es Johann Wolfgang von Goethe sehr passend in seinem Drama »Faust«. Mephisto, der Teufel, sagt Nein zum Leben und initiiert lebensverweigernde Aktionen. In der dritten Phase des Aufstiegs, in der Phase der Integration mischt der Geist, der stets verneint, immer noch kräftig mit. Ich kann den Geist, der stets verneint, auch den Inneren Zerstörer nennen. Um diesen Geist loszuwerden, muss man ihn als Teil von einem selbst anerkennen und muss ihn sogar lieben. Um dich mit dem Geist, der stets verneint, als Teil von dir selbst bewusst zu verbinden, kannst du etwas Walzermusik auflegen. Bei der Walzermusik handelt es sich um transformierende Musik, die das Herz erreicht, weniger den Verstand. Aber du kannst natürlich auch intuitiv eine passende Musik aus deinem eigenen Repertoire wählen. Ungefähr zwanzig Minuten solltest du dir für die Integration deines Schattens Zeit nehmen.

In der vierten Etappe deines Aufstiegsprozesses eröffnest du dir deine Vollkommenheit. Wenn du den Frosch geküsst hast, kann der Prinz erscheinen. Dann begegnest du der unversehrten, strahlenden Essenz deiner Seele. Du atmest deine lichtvolle Seelenessenz, den inneren Diamanten einfach ein. Walzermusik eignet sich auch hervorragend dafür, um bewusst deine Seelenessenz einzuatmen.

Übung Integration des persönlichen Schattens

Lege Walzermusik auf. Entspanne dich, konzentriere dich auf deinen Atem und lasse alle Gedanken an Alltagsangelegenheiten los. Verbinde dich bewusst mit deiner lichtvollen Seelenessenz. Begrüße mit jedem Atemzug deine Seele mit »Ich liebe dich«.

Wenn statt deiner lichtvollen Seele zunächst dein Inneres Kind erscheint, dann begrüße dein Inneres Kind mit »Ich liebe dich«. Kommuniziere mit deinem Inneren Kind, solange wie nötig. Schenke ihm Aufmerksamkeit und alles, was es braucht, zum Beispiel ein offenes Ohr oder eine Umarmung.

Wenn deine lichtvolle Seelenessenz wieder auftaucht, verbinde dich mir ihr. Begrüße mit jedem Atemzug deine Seele mit »Ich liebe dich«.

Lade deinen ganz persönlichen Schatten ein, schaue ihn an und verbinde dich mit ihm, indem du ihn mit jedem Atemzug mit »Ich liebe dich« begrüßt. Kommuniziere mit deinem persönlichen Schatten und empfange alle Informationen, die deinem höchsten Wohl dienen. Beobachte, wie sich dein persönlicher Schatten in der Verbindung mit deiner Seelenessenz auflöst und lasse deine Seelenessenz, deinen inneren Diamanten erstrahlen.

Der Meister unterscheidet sich dadurch von den anderen Menschen, dass er vollkommen die Verantwortung für sein Leben und sein Handeln übernimmt und keiner äußeren Instanz Macht über sein Leben gewährt. Der Leitsatz des Meisters, wenn er mit schwierigen Lebenssituationen konfrontiert wird, lautet »Ich bin die Meisterin« oder »Ich bin der Meister«. Dieser Standpunkt bedarf keiner Bedingungen oder Einschränkungen.

Wenn der Meister einer Herausforderung begegnet, dann kann er sich darauf besinnen, dass er in seiner Dimension lebt, in der die Gesetze gelten, die er, der Meister, dort eingerichtet hat. Dort gilt statt der définition mondiale, also statt der Weltengesetze, die … définition maîtresse. Selbst die physikalischen Gesetze unterliegen in seiner Dimension der Kontrolle des Meisters. Dazu gibt es viele berühmte Geschichten der Aufgestiegenen Meister, wie zum Beispiel die weitverbreitete Erzählung, dass Jesus über das Wasser laufen konnte. Der Körper des Meisters schwingt so hoch, dass er nicht nur die Schwerkraft überwinden, sondern auch unabhängig von allen äußeren Bedingungen, zum Beispiel Klima und Wetter, leben kann. Für den Meister stellt sich sogar auf der körperlichen Ebene eine schrankenlose Unabhängigkeit ein. Der Meister kann immer wieder einen Sicheren Raum in sich und außerhalb von sich eröffnen. Er kann sich mit einem Bannkreis umgeben, der der définition maîtresse unterliegt. Er lebt dann in einer Dimension der Freiheit und der Erlösung.

Auf der anderen Seite steht der Meister wie kein anderer in der Präsenz des Augenblicks im Leben. Es gibt nichts, was der Meister verdrängt. Er erlaubt sich Einsicht, Klarheit und Wahrheit in jeder Minute seiner Existenz. Der Meister hat den heiligen Gral in seinem Versteck aufgespürt und an sich genommen. Da es nichts mehr gibt, was der Meister vor sich selbst versteckt oder verdrängt, gibt es in der Außenwelt auch keinen abgelehnten und gefürchteten Schatten mehr. Zu den dunklen Themen der Welt entsteht ja nur dann eine überwältigende gefühlsmäßige Resonanz, wenn sie im eigenen Bewusstsein verdrängt sind. Selbst schwierige Themen und Energien kann der Meister mit einem tiefen Atemzug einfach in seiner Präsenz verwandeln. In der vollkommenen Tafelrunde der Meisterseele ist der Persönliche Meister mit dem Schatten vereint. Dadurch löst sich der Schatten auf. Dann kann die Meisterschaft wirklich verkörpert werden. Es geht um die Integration des letzten grundlegenden Schattens. Mit Integration ist Erkennen, vollkommene Annahme und Auflösung gemeint. Integration bedeutet zu lieben und loszulassen.

Es gibt aber auch ganz typische Schattenthemen der Meisterschaft. Mit einem tiefen Atemzug kannst du zustimmen, dich jetzt dem spezifischen Schatten des Meisters zu stellen und ihn wirklich zu integrieren, so dass er sich auflöst.

Es kann sein, dass du dem Schatten des Meisters längst begegnet bist und dich mit ihm vereint hast. Aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich der spezielle Schatten deines Persönlichen Meisters nun mit dir vereint, so wie die Verschmelzung der Seelenessenz mit dem physischen Körper auch Schritt für Schritt voranschreitet. Ein persönliches Schattenthema, das mit deiner Meisterschaft zu tun hat, mag in den nächsten Tagen in deinem Leben und deinem Bewusstsein erscheinen. Du weißt ja: Dein Schatten ist dein Licht. Dein persönliches Schattenthema kann also die Kehrseite deiner Meisterschaft zum Ausdruck bringen.

Viele Menschen verbinden mit der Schwingung des Aufgestiegenen Meisters, dass er eine bedingungslose, allumfassende Liebe ausstrahlt. Was ist die Kehrseite von Liebe? Wenn der Meister die göttliche Liebe kanalisiert, dann steht er selbst in einer immerwährenden Verbundenheit mit allem, was ist. Er lebt in Harmonie und in Einheit mit der Welt. Demgegenüber steht eine tiefe Verlorenheit in der Welt, eine abgrundtiefe Einsamkeit. Wenn du dich selbst in deiner Meisterschaft als Portal von Licht und Liebe siehst, dann darfst du auch die abgrundtiefe innere Einsamkeit jetzt mit einem bewussten Atemzug integrieren.

Viele Menschen verbinden mit der Schwingung des Aufgestiegenen Meisters, dass er ein Portal der Transformation und der Heilung für die Welt ist, dass er einfach durch seine Präsenz Veränderungen initiiert. Diese Fähigkeit wird auch mir als dem Meister der Transformation zugeschrieben – und zwar zu Recht. Demgegenüber steht eine unüberwindliche Stagnation, eine Endlosschleife eingefahrener Muster, mit der gerade der Meister der Transformation konfrontiert wird. Über mich kursiert die Geschichte, dass ich hunderttausend Jahre in einen Kristall gebannt war. Die Stagnation ist die Kehrseite der Transformation und selbst ich bin manchmal noch geschockt, wenn ich zuschauen muss, dass jemand nicht vor und zurück kann. Als Meister der Transformation tust du gut daran, die Stagnation in den Blick zu nehmen und zu integrieren.

Viele Menschen verbinden mit der Schwingung des Aufgestiegenen Meisters, dass er sein Bewusstsein über alle Grenzen hinaus erweitern kann und dass er Zugang zu tiefem Wissen und essenziellen Weisheiten hat. Der Meister der Bewusstseinserweiterung tut gut daran, auch die Banalitäten des Alltags in den Blick zu nehmen und sich damit zu beschäftigen, nicht zuletzt deshalb, weil der Alltag so ein wunderbarer Lehrmeister ist.

Du findest in den Erzählungen zum Tod von Jesus auch aufschlussreiche Aspekte zum Thema »Der Schatten des Meisters«. Als Jesus gekreuzigt wurde, hat er sich recht standhaft gehalten. Dann gab es einen Moment, als der Satz »Oh, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« plötzlich aus ihm herausbrach. Er fühlte sich von Gott, von allen guten Geistern und von seinem höheren Selbst abgeschnitten. Die Essenz der Meisterschaft besteht darin, dass du dein Gott-Selbst vollkommen verkörperst und verinnerlichst. In dem Moment der Verkörperung deiner Göttlichkeit verschwindet Gott im Außen und du fühlst dich abgrundtief verlassen. Du nimmst das göttliche Licht, das dich umgibt, in dich auf, verbindest dich mit ihm und gehst damit in die goldene Schwingung über, in die Schwingung der Meisterschaft des Seins. Dann scheint es, als wäre alles um dich herum dunkel. Nichts mehr ist greifbar, auf das du dich stützen kannst. Alles, wonach du suchst, findest du jetzt nur noch in dir selbst. Antworten, Weisheit, Anerkennung und Liebe findest du jetzt nur noch in dir selbst. Das realisierst du in einem Moment des Loslassens und der Integration. Ich kann es auch den Moment des Umstülpens nennen, während dem du alles, was dich im außen getragen hat, nach innen holst. Wenn du in der Freiheit der Meisterschaft stehst, gibt es ja auch keine Vereinbarungen mit anderen Seelen mehr, die deinem Leben Struktur geben. In deiner Umgebung gibt es niemanden mehr, der mehr weiß als du. Es gibt niemanden mehr, der dir helfen kann. Die Erkenntnis, allein zu sein, konkretisiert sich in diesem Moment für dich und lässt dich erschrecken. Dann besinnst du dich auf deine eigene Kraft und darin besteht die Auferstehung im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf der Ebene der Meisterschaft gelten paradoxe Wahrheiten. Wenn du frei von Karma, von Vorherbestimmungen und schicksalhaften Fügungen lebst, wenn du in deiner eigenen Dimension in vollkommener Freiheit lebst, erst dann können die Engel dir wirklich helfen. Erst dann ist ihnen vollkommener Zugriff auf dein Leben gegeben, wenn du es wählst. Wenn du also zustimmst, dass du dich nur auf dich selbst stützt und alles in dir findest, was du brauchst, dann können die Engel des Lichts und der Liebe, die geistigen Helfer und die Aufgestiegenen Meister, die Goldenen, dich wirklich unterstützen. Dasselbe gilt für die Menschen auf dem Weg in die Meisterschaft. Nur wenn sie wirklich annehmen können, dass der Weg in die Meisterschaft ein individueller Prozess ist, den jeder allein durchlaufen muss, dann können sie sich gegenseitig wirklich unterstützen.

Der allgemeingültige Schatten des Meisters ist die reine, pure Dunkelheit. Als Aufgestiegener Meister bist du ein Träger des Lichts. Du bist ein Träger der goldenen Energie und du leitest sie weiter. Durch deine Präsenz in einer goldenen Schwingung verwandelst du die Welt um dich herum. Es ist deine Aufgabe, der Kanal des Lichts zu sein. Solange du in der Dualität der Welt lebst, findest du dich allerdings in vollkommener Dunkelheit wieder. Die Begegnung mit der vollkommenen Dunkelheit lehrt den Meister, auf Bewertungen und ganz allgemein auf die Definition von Licht und Schatten zu verzichten. Er gibt sich der Dunkelheit hin und gibt sie damit auf, so dass er weiß, dass Licht und Schatten eins sind. Die Begegnung mit vollkommener Dunkelheit ist als Erfahrung zumindest gewöhnungsbedürftig. Du musst dich daran gewöhnen, auf dem Weg in die Meisterschaft in vollständige Dunkelheit, ins Nichts, in die Leere herein zu geraten. In aller Neutralität nenne ich diese Erfahrung den Schatten des Meisters. Wenn du in die Dunkelheit hineingehst, lernst du, sie zu lieben. Die Erfahrung der Dunkelheit vereint sich mit den Erfahrungen des Lichts. Du findest dann das Licht in der Dunkelheit. Du findest dort echte Visionen. Doch wenn sich das Nichts in deinem Verstand, in deinem Körper, sogar in deinem Herz ausbreitet, dann fühlt es sich für das menschliche Ich immer wieder trostlos und verzweifelt an. Dann versuchst du, dagegen anzukämpfen. Aber du darfst zustimmen, den allgemeingültigen Schatten der Meisterschaft wirklich anzunehmen. Das reine Nichts ist eins mit der Vollkommenheit des Seins. Das reine Nichts eröffnet dir neue Lösungen, die unvermittelt aus der Dunkelheit auftauchen. Du wirst erleben, dass in einem Moment der Enttäuschung, der Frustration, des Schreckens, der Angst das Nichts in dir erscheint und dann genau aus diesem Raum der Leere Geistesblitze und heilsame Gelassenheit auftauchen.

Bisher hast du, wenn sich in deinem Leben etwas Schwieriges ereignet hat, nach einer Lösung gefragt. Du hast dich selbst, andere Menschen oder die Engel um Unterstützung gebeten. Du hast dann eine Weile gebraucht, um Wege aus der Krise zu finden und dich wieder auszubalancieren. In der Zukunft wirst du erleben, dass der Moment der Enttäuschung und das Erscheinen ungeahnter neuer Potenziale sich vereinen. Diese Erfahrung ist verbunden mit einer Erfahrung von vollkommener innerer Leere und vollkommener Verlassenheit. So erschaffst du eine neue Ebene des Seins, auf der sich die neue Christusenergie entfalten kann. Das Nichts gebiert die goldene Schwingung. Du kannst einmal deine Aufmerksamkeit darauf richten, dass du die Erfahrung der vollkommenen Dunkelheit in zahlreichen Geschichten der Aufgestiegenen Meister findest. Universelles Licht und vollkommene Dunkelheit gehören zum Leben des Meisters als zwei Seiten einer Medaille. Die Dunkelheit löst sich immer wieder auf und dennoch verschwindet sie nicht. In der goldenen Schwingung der Meisterschaft verflüchtigt sich allerdings auch die vollkommene Tafelrunde der Seele. Du kannst an dem Beispiel von Jesus sehen, dass die Berührung mit absoluter Verlassenheit und der ganz physische Tod unter schrecklichen Umständen das Durchgangsportal in die Meisterschaft bilden.

Ich möchte dir mit meinen Worten auch die Angst vor dem Gefühl vollkommener Losgelöstheit nehmen. Du kannst diese Erfahrung auch Freiheit nennen. Du trittst in eine bisher nicht gekannte Schwingung der Freiheit ein. Auch auf energetischer Ebene warst du bisher daran gewöhnt, in Verbindung mit anderen zu leben, aber diese Verbindungen lösen sich auf.

Dass in dem Moment, in dem man dem Leid begegnet, auch neue Potenziale der Verwandlung auftauchen, erzählen auch viele der Heilungsgeschichten von Jesus. Jesus sieht einen gelähmten Menschen und sagt zu ihm »Nimm dein Bett und geh!« Beim Anblick des Gelähmten erteilt er ihm einfach den Befehl zu laufen. Er sieht das Potenzial, dass der Lahme seine Krankheit einfach loslassen kann, weil sie sich überlebt hat. So kann der Meister auch in seinem eigenen Leben in dem Moment der Frustration, der Angst und Ratlosigkeit sofort die Unendlichkeit der Potenziale sehen.

In der Geschichte waren die Aufgestiegenen Meister oft extremer Bedrohung ausgesetzt. Jesus wurde verfolgt und brutal getötet. Warum das geschah, kannst du dir sehr konkret vorstellen: Wenn jemand mit der Schwingung der Meisterschaft einem Menschen begegnet, dann passiert es automatisch, dass sich das Herz des Gegenübers öffnet. Sein Herz öffnet sich gleichzeitig für sich selbst und für die anderen. Wenn diese Herzöffnung bei der Begegnung mit dem Meister innerhalb weniger Sekunden stattfindet, dann wird die Seele auch überschwemmt von bisher ausgegrenzten Gefühlen. Wenn die Selbstliebe ansteigt, wird einem plötzlich bewusst, was man in der letzten Zeit erlitten hat. Man bemitleidet sich in diesem Moment selbst. Gleichzeitig eröffnet sich dem Menschen in der Begegnung mit dem Meister auch eine verstärkte Empathie für seine Mitmenschen, die ihn mit persönlicher Schuld konfrontiert. Man fühlt sich zum Beispiel auf einmal schuldig für die Machtspiele, die man in seinem Leben am Laufen hält. Dass einem gleichzeitig die eigene Misere und unterschwellige Schuld- und Reuegefühle ins Bewusstsein kommen, kann einen schon aus der Bahn werfen. Wenn er dann dem Meister, dem er begegnet ist, sein Unwohlsein anlastet, dann hat er sogar Recht. Unbewusst möchten die Menschen in diesem Moment unbedingt wieder ihr Herz verschließen und den alten Zustand der Verdrängung zurückgewinnen. Das kann dazu führen, dass sie den Aufgestiegenen Meister, dem sie begegnet sind, aus ihrem Leben verbannen möchten. In früheren Zeiten wurde dann der Prophet, der Seher, der Heiler oder der Meister umgebracht. In der heutigen Zeit passiert das nicht so schnell, aber es kann natürlich eine heftige Gegenreaktion geben. Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, dann kannst du dich erinnern, schon oft Zurückweisungen erlebt zu haben, die du dir nicht recht erklären konntest. Du konntest in solchen Situationen wahrscheinlich immer wieder ein rettendes Ufer erreichen. Manchmal muss der Meister einfach eine Situation verlassen. Oft hast du dir sogar vorgegaukelt, dass du freiwillig das Feld geräumt hast.

Du darfst den spezifischen Schatten des Meisters annehmen und Sicherheit als Meisterattribut verkörpern. Du kannst dir selbst jetzt versprechen, deine Meisterschaft in vollkommener Balance zu leben. Der Meister ist sicher, weil er gleichzeitig vollkommen souverän und vollkommen vernetzt lebt. Wann du die Erde verlassen möchtest, entscheidest allein du selbst. Du entscheidest es im Einklang mit der Welt und in der Vernetzung mit deiner Umgebung. Für den Meister reicht es nicht mehr, sich einmalig fürs Leben zu entscheiden, was dann ein paar Jahre vorhält, sondern er muss sich Tag für Tag entscheiden und abwägen, was das Leben noch zu bieten hat und warum er noch hier auf der Erde sein möchte. Du kannst es dir wirklich so vorstellen, dass du jeden Morgen alles in dir erscheinen lässt, was dein Leben lebenswert macht. Du öffnest dich täglich, dass du etwas findest, warum du leben möchtest. Wenn du manchmal am Morgen noch gar nichts siehst, was dir das Leben lebenswert erscheinen lassen kann, dann öffnest du dich, dass dir der Tag die Glückseligkeit der Meisterschaft schenkt. Der Meister im Zustand der Erleuchtung muss tatsächlich jeden Tag wieder Ja zum Leben sagen. In vollem Bewusstsein der Bedrohung, die zu der Schwingung des Meisters gehört, kannst du Sicherheit verkörpern, wenn du innerlich dem Leben zugewandt bist. Die hohe Schwingung deines Körpers garantiert dir Sicherheit gegenüber körperlichem Leid, gegenüber seelischen Dramen, die deine Kraft übersteigen würden, und sogar Sicherheit vor geistigem Zusammenbruch oder vor zerstörerischen Zweifeln.

Einer der Schattenaspekte der Erleuchtung und überhaupt des inneren Aufstiegs ist die Angst vor Ausgrenzung durch die Gesellschaft, weil man Grenzen überschritten hat und anders als alle anderen geworden ist. Man hat Angst, mit Schimpf und Schande aus der Gemeinschaft vertrieben zu werden. Diese Angst sitzt oft sehr tief. Sie nährt sich aus dem kollektiven Bewusstsein, vielleicht aber auch aus Erfahrungen des eigenen Seelenwegs in früheren Leben. Der Aufgestiegene Meister hat schon immer allein durch seine Ausstrahlung Menschen angezogen, weil sie sich von seinem Licht nähren konnten. Andererseits kommt es vor, dass Menschen die Präsenz des Aufgestiegenen Meister nicht aushalten können, weil er allein durch seine Schwingung eine starke Transformation bei den anderen bewirkt. Manche Menschen merken dann, dass sie die Energie des Meisters nicht ertragen können und machen sich aus dem Staub. Es ist noch das Beste, das passieren kann, dass Menschen einfach weggehen und mit dir den Kontakt abbrechen. Du musst dem zustimmen und immer wieder bewusst die ständige Verwandlung annehmen. Wenn du deine Schwingung anhebst, müssen die Menschen, die mit dir ganz selbstverständlich in Kontakt sind, immer wieder Entscheidungen treffen, ob sie den Kontakt aufrechterhalten wollen. In den alten Zeiten entschieden sich Gemeinschaften oder Gruppen oft, den Meister zu töten. Letztendlich konnte das allerdings nie ohne die Zustimmung des Meisters geschehen. Er hat dann innerlich auch entschieden, dass er jetzt dieses Leben abschließen möchte. Außerdem hat sein Umfeld entschieden, an einem bestimmten Punkt auf die durch diesen Meister ausgelöste Transformation verzichten zu wollen. Die Geschichte von Jesus wurde auch durch einen plötzlichen gewaltsamen Tod beendet. Auch deine Seele kennt wahrscheinlich die Erfahrung von Verfolgung auf Grund innerer Entwicklung. In der Geschichte der Menschheit wurden zahlreiche »Hexen«, »Ketzer« und Erleuchtete getötet. Andere fanden sich in einer psychiatrischen Heilanstalt wieder. Auch in der Gegenwart werden Erleuchtete noch dadurch ausgegrenzt, dass sie in einer psychiatrischen Heilanstalt verschwinden. Wenn du bewusst auf die Psychiatrien in deiner Nähe schaust, dann kannst du sehen, wie viel Licht dort zusammengepackt ist. Bestimmte Visionen zu haben befördert einen auch heute noch in die Psychiatrie, wenn man nicht rechtzeitig um Hilfe ruft. Die Meister dieser Zeit tragen auch dazu bei, dass sich das menschliche Bewusstsein dahingehend verändert, dass es für viele Menschen alltäglicher erscheinen wird, dass sie plötzlich Vorahnungen und übersinnliche Wahrnehmungen erleben. Die Menschen können lernen, ohne Angst innere Stimmen und innere Bilder zu empfangen und großen Nutzen aus ihrem siebten Sinn zu ziehen. Auch du kannst möglicherweise dazu beitragen, dass die Menschen sich ihrer Bewusstseinserweiterung ohne Angst stellen können. Dazu musst du dich der Angst stellen, die ein Stück weit in den Zellen eines jedes Menschen sitzt, mit der Anhebung der Schwingung ausgesetzt, verfolgt, eingesperrt oder gar getötet zu werden. Die Medikamente, die psychisch kranke Menschen oder sogar Menschen, die ein Erleuchtungserlebnis erfahren haben, heute bekommen, sind ein energetisches Gefängnis. In der Zukunft werden sich die Psychiatrien völlig auflösen, denn die Menschen verlieren die Angst vor den Energien, die zum Beispiel ein an Psychose erkrankter Mensch kanalisiert. Die Menschen werden die Angst davor verlieren, vom Schatten überwältigt zu werden, den ein geistig kranker Mensch kanalisiert. Denn wenn du deinen Inneren Schatten angenommen hast, dann wird auch der äußere Schatten handhabbar und wandelbar. Es geht um deine Zustimmung zur Verwandlung. Wenn ein Mensch dann in deiner Gegenwart austickt, aggressiv und gefährlich wird, dann weißt du, dass du seine Aggressionen verwandeln kannst, zum Beispiel mit dem Instrument des Sicheren Raums, den du in dir und um dich herum erschaffst. Du kannst für dich den Sicheren Raum wirklich annehmen, indem du ihn in dir und außerhalb von dir eröffnest. Er steht dir jederzeit zur Verfügung. Wenn du deinen eigenen Ängsten begegnest, dann darfst du ihnen ins Gesicht schauen, sie herzlich begrüßen und annehmen. Dann kannst du sie mit dem Instrument des Sicheren Raums ganz selbstverständlich verwandeln.

Wenn du den spezifischen Schatten deiner Meisterschaft integrierst, erweiterst du deinen Fokus und gewinnst Energie. Du kannst dir allumfassende Liebe, Transformation und Bewusstseinserweiterung als energetische Dimensionen im Diamantraum vorstellen. Im Diamantraum, dem Raum aus Farben, Licht und Tönen, der die Erde umgibt, werden alle Schöpfungen der Menschheit geboren. Außerdem haben dort alle Schöpfungen und alle kulturellen Leistungen der Menschheit Wissensfelder aus Farben, Licht und Tönen hinterlassen. Ganz automatisch entsteht dort zu jedem Aspekt des menschlichen Lebens auch ein komplementäres Wissensfeld, das ich hier Schatten nenne. Wenn du den Schatten integrierst, gewinnst du einfach zusätzliche Energie für deine Projekte, denn du erweiterst das Feld des Wissens, das dir zugänglich ist. Die Ausgrenzung des Schattens kostet dich einmal die Kraft, die du in krampfhafte Verdrängung stecken musst, und sie verschließt dir zusätzlich noch energetische Felder, aus denen du schöpfen könntest.

Die Integration des Schattens des Meisters vollzieht sich jetzt.

5.Phase: Verkörperung der Meisterschaft

Für den Meister präsentieren sich alle Begegnungen und Ereignisse des Lebens wie die Farben eines Regenbogens. Wenn du alle ausgegrenzten Aspekte deiner selbst willkommen geheißen hast, kannst du aufhören, andere zu verurteilen. Der Welt ohne Urteil zu begegnen, wird dir leichtfallen, wenn du dein Über-Ich vollkommen integriert hast. Dann siehst du alle Gegebenheiten des Lebens einfach als Erfahrung an und kannst sie in Neutralität anschauen. Deine Neutralität verschafft dir inneren Frieden. Im Zustand der Meisterschaft gehst du sogar noch weiter und der Regenbogen löst sich auf. Dann kannst du letztendlich alles, was in deinem Leben passiert, als Geschenk Gottes empfangen. Alles, was geschieht, siehst du nicht nur als eine Farbe des Lebens an, sondern als ein leuchtendes und strahlendes Geschenk. Du kannst dir die Haltung des Meisters hier und jetzt eröffnen, indem du über den Regenbogen hinausgehst und in allem, was dir in den nächsten Wochen begegnet, ein Geschenk siehst, ein Geschenk deiner Seele an dich selbst, ein Geschenk deiner Göttlichkeit an dich selbst und ein Geschenk der universellen göttlichen Intelligenz an dich.

Als Meister weißt du, dass du Entscheidungen treffen kannst und damit dein Leben gestalten. Du weißt, dass deine tief erfahrenen Gefühle sich auf die Ereignisse in deinem Leben auswirken. Du weißt und verkörperst es, dass deine Herzenswünsche und deine Gefühle die Realität verändern. Du weißt, dass du die Welt bewegen kannst. Aber du weißt auch, dass nicht dein menschliches Ich die Kontrolle über die Welt ausübt, sondern die göttliche Intelligenz, die deine Seele und dein einzelnes göttliches Bewusstsein überstrahlt. Du stimmst dem zu, dass du hier im physischen Körper ein Teil des Ganzen bist. Du stimmst dem zu, die Geschenke des Lebens zu empfangen, und lässt es los, alles kontrollieren zu wollen. So kannst du dich zu deiner vollkommenen Größe aufschwingen. Die Voraussetzung ist, dass du auch deine Begrenztheit in diesem physischen Körper erst einmal anerkennst und annimmst.

Als Meister weißt du, dass alles aus der Quelle göttlicher Intelligenz entspringt und dir dient. Als Meister weißt du, dass deine Seele Zugang zu universeller Weisheit, Erkenntnis und Erleuchtung besitzt, dass dein Geist im physischen Körper und in der Schwingung, in der du jetzt bist, aber immer noch Begrenzungen unterliegt. Deine umfassende Seelenweisheit fühlst du oft, aber du kannst sie mit deinem Verstand noch nicht vollkommen greifen. In deinem Herzen und sogar in deinem Körper fühlst du die Vollkommenheit des Lebens. Jeden Tag ein bisschen mehr gibst du dich der Vollkommenheit göttlicher Weisheit und Liebe hin und lässt dich in sie hineinfallen. So lebst du deine Meisterschaft.

Aus der Perspektive und in der Schwingung der Meisterschaft wirkt die Welt vollkommen. Für den Meister erscheint die Welt wie ein vollkommenes Bild in den Farben des Lebens oder wie ein wohlklingendes Lied. Oft nimmt der Meister die Geräusche der Welt aber auch nur als Hintergrundmusik wahr. Mit seinem höheren Bewusstsein ist der Meister auch mit der göttlichen Welt verbunden. Dadurch schwächt sich der Lärm der Welt ab. Gleichzeitig hört der Meister, wie die Welt ein perfektes Lied von Liebe und Schönheit singt.

Der Meister des Seins ist bestrebt, die hohe göttliche Schwingung, die in ihm wirkt, in besonderer Weise mit dem Leben zu verbinden. Deshalb stürzt er sich auch mit Begeisterung und mit allen Sinnen in die Normalität. Deshalb begibt er sich auch nicht dauerhaft zu seiner Erleuchtung und Erbauung in einen Aschram, ein Kloster oder an einen abgelegenen Ort in der Natur. Indem der Meister sich selbst immer wieder in Frieden bringt, egal wo er sich aufhält und was um ihn herum geschieht, verändert er die Welt. Der Meister lebt in der Welt und in der Welt verbindet er sich vollkommen mit der göttlichen Intelligenz und Liebe.

In deinem jetzigen Leben hast du immer wieder den Kanal zu deiner Göttlichkeit und zur Quelle des Lichts und der Liebe verschlossen. Du darfst jetzt noch einmal zustimmen, den Kanal zu deiner Göttlichkeit immer offen zu halten. Die bereits vollzogene Integration deiner Seelenaspekte erlaubt dir, trotzdem in der Welt zu leben und die Welt zu ertragen.

Eine weitere Bedingung für die Verkörperung deiner Göttlichkeit ist, dass du dich zweifelsfrei für das Leben entschieden haben musst. Auch der Aufgestiegene Meister muss sich von Zeit zu Zeit neu für das Leben auf der Erde entscheiden. Dann zieht er sich zurück, so wie sich Jesus in einen Olivenhain zurückgezogen hat, und gesteht sich selbst ein, dass er nicht mehr weitergehen kann und will. Er gesteht sich ein, dass er es nicht mehr erträgt, die göttlichen Potenziale in jedem Menschen zu sehen, die nicht realisiert wurden. Er gesteht sich ein, dass er es nicht mehr erträgt zu sehen, wie mächtig der Geist ist, der stets verneint. Obwohl in der Welt alles vorhanden ist, was gerade gebraucht wird, also Fülle, Liebe, Freude, Erleuchtung, Einheit in jeder Minute erfahrbar sind, weisen es die Menschen zurück. So wirkt der Geist, der stets verneint. Dann hadert der Meister vielleicht ein paar Tage mit sich selbst und der Welt, um dann entweder in Leichtigkeit zu sterben oder sich wieder in den Trubel der Welt zu stürzen.

An der Schwelle zur Meisterschaft
1. Erleuchtung

Was ist Erleuchtung? Für Moses bedeutet Erleuchtung, in der Wüste einen brennenden Busch zu sehen. Paulus erfährt Erleuchtung, indem er von einem Licht getroffen wird und von seinem Pferd fällt. Ein Mönch gerät in Ekstase, wenn er die Mutter Gottes sieht. Was fällt dem Narren über Erleuchtung ein? Der Narr sagt: »Ich gehe in einen dunklen Raum und mache ein Streichholz an.« Viele Menschen haben Angst vor Erleuchtungen. Deshalb sagen die Engel »Fürchtet euch nicht!«, wenn sie erscheinen. Viele Menschen ängstigen sich vor übersinnlichen Phänomenen, womöglich weil ihre Erfahrungen erweiterter Wahrnehmung sie schon einmal ziemlich aus der Bahn geworfen haben.

Was bedeutet Erleuchtung für dich? Du darfst dir erlauben, dich zu erinnern. Vielleicht kannst du längst vergessene Erlebnisse aus deiner Kindheit reaktivieren. Du darfst dich auch an Erfahrungen deines Seelenweges erinnern, die über das derzeitige Leben hinausgehen und die du noch in deinen Körperzellen trägst. Vielleicht siehst du dich selbst in einem biblischen Zusammenhang als Prophet oder Urchrist. Vielleicht siehst du dich als Eremit in der Einöde der Wüste sitzen und auf die Erleuchtung warten. Vielleicht erinnerst du dich, wie dein Kopf vom Obertonsingen glühte. Oder du siehst dich selbst vor deinem inneren Auge als Nonne, die in ihrer Zelle fastet. Der Aufgestiegene Meister hat also meistens einen gewissen Grad der Erleuchtung schon in früheren Leben erreicht.

In deinem jetzigen Leben sind die verschiedenen Phasen des Aufwachens womöglich auch nicht nur mit angenehmen und beschwingten Erlebnissen einhergegangen. Viele Menschen wachen auf, weil sie krank werden. Vielleicht sitzen die Spuren körperlicher Beschwerden, die mit deinem inneren Erwachen zu tun hatten, noch in deinen Zellen. Viele Menschen wachen auf, weil sie ihren Arbeitsplatz oder einen geliebten Menschen verlieren. Vielleicht verschließen die Verluste, die dich auf den Pfad des spirituellen Erwachens geführt haben, noch dein Herz. Du darfst zustimmen, auch die Spuren und Narben deiner Erleuchtung nun ausheilen zu lassen.

Wie bei jedem Verwandlungs- und Transformationsprozess kann es sein, dass die Erleuchtung plötzlich in einem einzigen Moment über einen hereinbricht. Andere haben in ihrem Leben ein Puzzle von Erleuchtungserfahrungen zusammengesetzt. Erleuchtungen passieren in den Momenten, in denen sich das Bewusstsein plötzlich erweitert. Teilweise hast du dir deine Erleuchtungserfahrungen ins Leben gerufen und regelrecht erschaffen. Wenn du schon als Meister geboren wurdest, dann hast du dir auf deinem Lebensweg Ereignisse erschaffen, bei denen sich Licht und Dunkelheit verwoben haben. Du konntest verschiedene Erfahrungen aus unterschiedlicher Perspektive durchleben, sowohl aus der Täter- und der Opferperspektive. Zum Beispiel hast du dich als Opfer gefühlt, wenn ein Geliebter weggerannt ist. Dann hast du erfahren, wie man sich fühlt, wenn man einen Partner mutwillig sitzen lässt. Solche gegensätzlichen Erfahrungen haben zu deiner Bewusstseinserweiterung beigetragen. Es mag sein, dass sich in den nächsten Wochen die Puzzlesteine der Erleuchtung, die du bereits durchlebt hast, vor deinem inneren Auge noch einmal klar zusammenfügen. Für die Zukunft kannst du einen leichten Weg wählen, um dich in jeder Minute deines Lebens mit universellen Wahrheiten zu verbinden, die deine persönliche Weisheit übersteigen. Du darfst dich öffnen, in der nächsten Zeit immer wieder im Wachbewusstsein, im Traum und im Schlaf Erleuchtung zu erleben.

Meistens wird man von seinen Erleuchtungserfahrungen regelrecht überrollt. Ein gewisser Grad an Schock und Überwältigung gehört zur Erleuchtung. Du darfst wählen, Erleuchtungen immer wieder zum rechten Zeitpunkt zu erleben, ohne dabei verrückt zu werden oder mental zusammenzubrechen, sondern trotzdem in deinem Alltagsbewusstsein noch so zu funktionieren, wie es angemessen ist und dir dient.

Manchmal gestaltet sich dein Erleuchtungserlebnis derart, dass wirklich ein Licht auf dich herabfällt und der Moment des Jetzt Energien freisetzt, die dir gerade dienen. Manchmal gestaltet sich dein Erleuchtungserlebnis derart, dass du von starken Gefühlen überwältigt wirst und damit eine neue Verbindung zu deiner Umwelt schaffst. Manchmal gestaltet sich dein Erleuchtungserlebnis derart, dass du in einem Moment aus einer Verstrickung heraustrittst und eine alte Last fallen lässt. Sehr oft besteht deine Erleuchtung darin, dass du dich in deine eigene Dimension begibst, in der du die Meisterin und der Meister bist, und dass du aus deiner eigenen Dimension heraus agierst und dein Licht erstrahlen lässt.

Du kannst dir zunächst einen inneren Zustand eröffnen, der deine Erleuchtungen vorbereitet. Es handelt sich um den Zustand der inneren Leere, einen leeren Raum in dir, der auch Nichts oder Nirwana genannt wird. Dieser Zustand konnte früher nur durch monatelanges oder sogar jahrelanges Meditieren erreicht werden. Früher musste man sich sehr anstrengen, um einen Zipfel von diesem Zustand der Leere, des Nichts und der Gedankenlosigkeit zu erlangen. Es geht heute wesentlich leichter. Diesen Zustand kannst du erreichen, indem du einfach eine Wahl triffst.

Übung Der Zustand der Leere

Wir öffnen gemeinsam den Raum, so dass du in dir einen vollkommenen Zustand der Leere erfahren darfst. Mit einem tiefen Atemzug darfst du nun innere Leere, Gedankenlosigkeit und Absichtslosigkeit in dir aufsteigen lassen. Du kannst den Zustand der Leere genießen, solange du möchtest. Mindestens zehn Minuten solltest du dir allerdings Zeit nehmen.

Wenn du dich entscheidest, zurück zu kommen, darfst du die Geschenke empfangen, die aus der Leere erwachsen. So wie das Universum aus schwarzen Löchern hervorgegangen ist, entstehen alle Schöpfungen aus dem Nichts. Ins Nichts purzeln jetzt deine Visionen herein. Ein Potenzial nach dem anderen, Schlag auf Schlag, landet vor deinen Füßen.

Auf deinem Aufstiegsweg findest du nicht nur Fülle in allem, was du für dein Leben brauchst, sondern du findest auch eine Fülle an Potenzialen. Du wirst dich nicht mehr fragen müssen, was du überhaupt für Möglichkeiten hast, sondern du wirst eine Auswahl treffen müssen. Indem du dich für den leeren Raum in dir öffnest, kann eines deiner Potenziale in den Vordergrund treten, auf das du dann fokussieren kannst. Indem du dich für den leeren Raum in dir öffnest, schaffst du den Boden für eine Neuschöpfung, die aus dem Nichts erwächst, so wie die Welt aus dem Urknall entstanden ist.

Auch Erleuchtung basiert auf einer persönlichen Entscheidung, obwohl sie dann meistens erst in einem unerwarteten Moment erscheint. Auf jeden Fall ereignen sich die inneren Erleuchtungen, wenn sie gebraucht werden, zum Beispiel wenn du vor einem Menschen stehst, der einen Rat von dir braucht, oder wenn du ganz aktuell ein schwieriges Problem lösen musst. Auf einmal weißt du, was zu sagen oder zu tun ist.

Wenn du Erleuchtungen wählst, werden sie sich in Zukunft in deinem Leben auf Schritt und Tritt ereignen. Du eröffnest mit deiner Entscheidung ein inneres Portal für Erleuchtungen. Die Erleuchtung, die du wählst, kann sich in jeder Sekunde des Lebens ereignen. Erleuchtung ist etwas anderes als inneres Wissen oder Intuition, sie verbindet dich mit universellem Wissen, das außerhalb von dir liegt. Auf dem Weg in die Meisterschaft kannst du vielen spirituellen Aha-Erlebnissen begegnen oder von einem einzigartigen Geistesblitz umgehauen werden. Jedenfalls wirst du mentale Grenzen sprengen, wenn du in die Meisterschaft des Seins aufsteigst.

Die Erleuchtung entspringt der Quelle des Lichts und der Liebe von allem, was ist. Du begegnest einer kosmischen Intelligenz, die auch dein großartiges schöpferisches Selbst übersteigt. Durch deine Begegnung mit der Quelle von Licht und Liebe, die die Menschen Gott nennen, erhöht sich automatisch die Schwingung deines Energiefeldes. So überwindest du zumindest für einige Momente die Begrenzungen der Glaubenssysteme und Mentalfelder der Erde. Du kannst dich mit universellen Energien jenseits des Planeten Erde verbinden. Du kannst dich sogar mit kosmischen Energien jenseits deines eigenen Universums verbinden. Wenn du dich für universelle Wahrheiten öffnest, dann öffnest du dich für Erkenntnisse, die nicht nur dich selbst, sondern die ganze Welt bereichern. Du darfst dich vor dem Wissen, das dein kleines menschliches Ich und sogar dein spirituelles Selbst übersteigt, innerlich in Demut verneigen. Wenn du es nicht schon getan hast, wirst du vor der Großartigkeit universeller Intelligenz ehrfurchtsvoll auf die Knie fallen.

Das Licht der Quelle, dem du dich in Demut überlassen kannst, existiert außerhalb von dir. Du wirst es nur zu einem kleinen Teil in deinem Körper tragen können, obwohl sich in der nächsten Zeit das Fassungsvermögen deines Körpers für das unendliche Licht steigern wird. Du darfst es wählen, Schritt für Schritt mehr Licht und Liebe in dich aufnehmen zu können, als du es bisher getan hast. Und du darfst dich immer wieder in Demut vor allem verneigen, was ist. Der erleuchtete Meister bringt Demut gegenüber den Menschen, gegenüber dem Planeten Erde und allen Lebewesen, die hier sind, und gegenüber dem Leben selbst zum Ausdruck. Der Meister verneigt sich vor seinem Hund, vor seiner Katze, vor seinem Gummibaum, vor seinen Kindern, einfach vor allem, was ist. Gerade deine Erleuchtungserlebnisse lassen dir dein menschliches Ich klein und begrenzt vorkommen. Du durchschaust die menschlichen Illusionen und die sinnlosen Spiele des Lebens. Fassaden von scheinbarer Schönheit, Liebe und Freude blenden dich nicht mehr, weil du jetzt Zugang zu echter Schönheit, zu allumfassender Liebe und zur Glückseligkeit gefunden hast.

Der erleuchtete Meister kann sich immer wieder mit seinem Universellen Selbst und mit der göttlichen Quelle des Universums verbinden und Licht und Liebe in das Gefäß seines Körpers einfließen lassen. Dadurch wirst du zum Portal der Erleuchtung für andere Menschen. In deiner Gegenwart werden auch die anderen Menschen plötzlich spüren, was wirklich in ihrem Leben zählt. Während ihr Ego zusammenbricht, werden sie erkennen, dass sie Respekt und Zuneigung von anderen gar nicht brauchen. Sie werden fühlen, wie groß sie sind, und gleichzeitig, wie klein sie sind. Sogar die Vergänglichkeit ihrer Schöpferkraft wird ihnen bewusst werden. Sie werden sich in Demut vor allem, was ist, verneigen.

Du bist das Portal der Erleuchtung und du bringst Demut ins Leben hinein. Du eröffnest den Menschen die echte allumfassende Liebe zum Leben und zur Schönheit der Erde. Eigentlich könnten erleuchtete Menschen das Leben auf der Erde harmonisch gestalten und sich an der Natur erfreuen. Sie könnten einen paradiesischen Zustand wiederfinden. Du jedenfalls wirst die Erde immer mehr lieben. Du wirst dir verbieten, ihr etwas anzutun. Du wirst die Erde wie deinen eigenen Körper in dir fühlen, wenn du erleuchtet bist. Du wirst zulassen, mit allem verbunden zu sein, was um dich herum existiert. Indem du mit jedem Erleuchtungserlebnis die Grenzen deiner Persönlichkeit einreißt, lässt du Weisheit und Liebe in deine Realität einfließen.

Du bist alles, was ist. Du bist nicht alles, was ist. Du bist mehr als deine Realität. Du bist der erleuchtete Meister. Du verbindest dich Schritt für Schritt zunehmend mit der universellen Intelligenz und erkennst die Illusionen des Lebens. Du erkennst deine eigenen Illusionen. Du kannst deine begrenzenden Glaubenssätze und kollektive Beschränkungen loslassen. Denn du bist der Schöpfer deiner Realität und du bist es doch nicht. Du bist in Demut, aber auch in Freiheit und mit Macht der göttlichen universellen Intelligenz unterworfen. Du bist der Mitschöpfer der göttlichen Intelligenz und du bist ein Teil von ihr. Du bist der Teil Gottes, der auf der Erde wandelt. Du bist der Tropfen im Meer – und das Meer kannst du nur zu einem kleinen Teil erfassen. Solange du im physischen Körper lebst, wirst du in deinem Erleuchtungs- und Aufstiegsprozess fortschreiten. Du wirst dennoch mit Schranken und Begrenzungen deines menschlichen Ichs leben müssen, bis du eines Tages endgültig aufwachst, wenn du den physischen Körper verlässt.

Du darfst dich öffnen, in Leichtigkeit und mit Freude und auch auf einfache und ausbalancierte Weise Schritt für Schritt kleine Erleuchtungen und von Zeit zu Zeit auch existenzielle Erleuchtungserfahrungen in deinem Leben zu installieren. Der Meister lebt im Einklang mit der Welt in Liebe, Freude und permanenter Erleuchtung. Du kannst unermessliche Freude am Leben erfahren. Du bist das Portal allumfassender Liebe. Permanente Erleuchtung begleitet dich. Und doch bist du weit entfernt davon, erleuchtet zu sein. Dein Bewusstsein wirkt auf der Höhe der Zeit und dennoch begrenzt deine menschliche Wahrnehmung deine Realitätserfahrung. Du öffnest dich Tag für Tag, weiter zu gehen, das Ego zu schreddern und dich mit universellen Wahrheiten zu verbinden. Du bist der Engel, der gewählt hat, die Grenzen des Bewusstseins zu sprengen, zu neuen Ufern auszuschreiten und voranzugehen. Und immer wieder darfst du dich an deiner Erleuchtung erfreuen. Du darfst dich daran erfreuen, zu sehen, wie die Menschen von Illusionen verblendet sind, und du darfst die Hypnosen der Menschheit und des irdischen Lebens Tag für Tag ein Stück weit auflösen. Was übrig bleibt, ist eine große Demut gegenüber dir selbst, gegenüber den anderen und gegenüber der Schönheit des Lebens.

Mit Erleuchtung ist auch die Präsenz des Wissens im Jetzt gemeint. Im Jetzt eröffnet sich dir das Wissen, was zu tun ist, was du ändern kannst und was du akzeptieren musst. Dir eröffnet sich spontanes Wissen, warum sich alles so ereignet, wie du es erlebst. Du stellst innerlich sehr oft Fragen wie »Warum ist das so?«, »Warum passiert das alles?«. Manchmal verhakst du dich in diesen Fragen und bleibst darin hängen. In Zukunft wirst du entsprechende Fragen gar nicht mehr stellen, weil du einfach wissen wirst, worin der tiefere Sinn des Geschehens liegt. Dann kannst du die Frage nach dem Warum loslassen. Erleuchtung im Jetzt bedeutet auch, dass du, wenn Menschen vor dir stehen, die unangenehm und schwierig sind, die dir Stress bereiten oder die dich vielleicht sogar bedrohen, in einem einzigen Moment ihre ganze Geschichte siehst. Du weißt, was ihnen fehlt. Du weißt, warum sie tun, was sie tun. Du kannst sogar die Verstrickungen mit ihrer Familie sehen, die sie gerade ausagieren. Du siehst die Hintergründe ihres Dramas. Manchmal tauchst du nur für einen Moment in das tiefsitzende Gefühl deines Gegenübers ein, das hinter seinem Drama steckt und das ihm möglicherweise selbst nicht einmal bewusst ist. In einem Moment der Erleuchtung kannst du den Menschen in seinem Drama sehen und, ohne überhaupt noch seine Worte zu hören, einfach nur den Schmerz, die Trauer, die Angst fühlen, die hinter seiner Rede steckt. Der Mensch, der etwas verloren hat und trauert, klammert. Er klammert sich auch an dich und nervt. Der Mensch, der verletzt ist, schlägt um sich, weil er denkt: »Ich möchte nie mehr so verletzt werden, also greife ich lieber vorher an, bevor ich verletzt werde.« Der Mensch, der verletzt wurde, läuft in seinem Schock noch betäubt und benebelt herum, so dass er nichts mehr hört und sieht. Dann kann er gar nicht mehr wahrnehmen, was doch vor seinen Augen liegt und was er einfach nur zu empfangen braucht. Die Betäubung hält ihn in einer Glasglocke, in der er das Leben verneint. Möglicherweise nährt er die Glasglocke mit einer Sucht. Du darfst zustimmen, im Moment des Jetzt zu wissen, was wirklich vor sich geht. Wenn du dir erlaubst, von allem, was passiert, die Hintergründe zu sehen, dann eröffnet sich dir die Vollkommenheit der Existenz. Außerdem wird der Mensch, der dir gegenübersteht, allein dadurch geheilt, dass jemand ihn wirklich erkennt.

Wenn du dein Bewusstsein erweitern und die Matrix universellen Wissens, die die Erde umgibt, anzapfen möchtest, dann musst du auch akzeptieren, dass lineare Zeit gar nicht existiert. Denn wenn die Zeit gar nicht existiert, dann kannst du gleichzeitig aus dem Pool des Wissens der Vergangenheit, des Jetzt und der Zukunft schöpfen. Das auf der Erde in Zukunft verfügbare Wissen ist dir genauso zugänglich wie das Wissen der Vergangenheit. Du kannst zwar auch wissen, was die Zukunft bringt, aber die Vorhersage der Zukunft verliert immer mehr an Bedeutung, da die Menschen vorgegebene Schicksalspfade verlassen und spontan entscheiden können. Die Zukunft erschafft sich erst auf der Basis der Entscheidungen, die du in der Gegenwart triffst. Du findest aber jetzt schon Zugang zu Erkenntnissen, die der Menschheit erst in der Zukunft zur Verfügung stehen.

Universelles Wissen offenbart sich den Menschen gerne in Form von Bildern oder Symbolen. Daher darfst du jetzt auch vor deinem inneren Auge ein Bild erscheinen lassen, das für dich ganz persönlich die Matrix universellen Wissens repräsentiert. Manche stellen sich eine Art Bibliothek des Wissens an einem ganz physischen Ort vor. Aber das ist natürlich auch nur eine symbolische Vorstellung. Manche stellen sich ein Netz des Lichts vor, das die Erde umspannt. Du kannst vor deinem inneren Auge das passende Bild erscheinen lassen, wie du ganz persönlich dich mit universellem Wissen verbindest.

Universelles Wissen existiert außerhalb von Raum und Zeit und du musst nichts weiter tun, als es in deine Gegenwart einströmen zu lassen. Wenn du universelles Wissen in dein Bewusstsein einfließen lässt, gibst du ihm damit auch eine Struktur, die dein Verstand erfassen kann. Erst wenn dein Verstand Teile des universellen Wissens aufnimmt, können sie dir bewusst werden und du kannst sie greifen. Normalerweise empfängst du universelles Wissen in Form von Sprache oder Bildern, aber in Zukunft wird dir das universelle Wissen immer öfter in Form von Frequenzen, Farben und Tönen zugetragen werden. Du darfst das annehmen. Wenn du meditierst oder kurz vor dem Einschlafen bist, umhüllt dich zum Beispiel ein grüner, blauer oder rosafarbener Mantel aus hochschwingender Frequenz. Du kannst dir dann ruhig vorstellen, dass du dich auf diese Weise mit universellem Wissen auflädst. In Form von Bildern, Gedanken oder Worten erscheint dann das Wissen in deinem Alltag in dem Moment, in dem du es brauchst. Universelles Wissen fällt dir auch oft im Traum zu. Sicher hast du es schon oft genug erlebt, dass du am Morgen aufwachst und die Wahrheit vor Augen hast.

Du darfst noch einmal zustimmen, dass das Wissen, das du brauchst, dir außerhalb von Raum und Zeit zufließt und im entscheidenden Moment zur Verfügung steht. Du kannst immer wieder ganz bewusst mit deinem Inneren Weisen Kontakt aufnehmen. Der unterstützende Aspekt des Inneren Weisen ist fast identisch mit dem Inneren Priester. Die traditionellen Religionen zeichnen sich dadurch aus, dass der Mensch, um erleuchtet zu werden, einen Vermittler braucht. Der Vermittler ist ein menschlicher Lehrer oder Priester. Das Projekt der Erleuchtung wird also delegiert. Es gibt immer noch viele Menschen in der Welt, die glauben, dass sie die Wahrheit nur in einer Kirche oder jedenfalls mithilfe der Vermittlung durch einen anderen Menschen erfahren können. Heutzutage suchen die Menschen nach der Wahrheit in einem Internet-Video, in einem möglichst teuren Seminar oder immer noch in einem »heiligen« Buch. Der Meister begibt sich in eine ganz neue Schwingung jenseits der Religionen, wenn er wirklich verkörpert, dass er den Zugang zur Wahrheit, den Schlüssel zum Wissen in sich trägt. Wenn du diesen Schlüssel in die Hand nimmst, dann übernimmst du die vollständige Verantwortung für dein Leben.

Wenn du dir den Zugang zur Quelle universellen Wissens eröffnest und Erkenntnisse und tiefere Wahrheiten zu dir einströmen, dann nimmst du damit gleichzeitig auch die Verantwortung an, ihnen eine Form zu geben. Deine Seele übernimmt die Verantwortung, das Wissen weiter zu tragen und zu vervielfältigen. Du kannst alle Ausdrucksformen und Medien, die dir in den Sinn kommen, nutzen, um dem universellen Wissen, das du empfängst, eine Form zu geben. Universelles Wissen ist übrigens keinesfalls gleichzusetzen mit intellektuellen Erkenntnissen. Wenn du zur Bewusstseinserweiterung Ja sagst, dann sagst du auf einer tiefen Ebene auch Ja zum Selbstausdruck. Wenn du dem in Freiheit gelebten Selbstausdruck zustimmst, dann verstärkst du auch deine übersinnlichen Wahrnehmungen und hellseherischen Fähigkeiten. Deine Meisterschaft darin, universelles Wissen aufzunehmen, expandiert parallel mit deinem kreativen Selbstausdruck.

Das Universum agiert sparsam und verschwendet keine Energie. Wenn du deine Zeit jetzt damit verbringen würdest, deine sämtlichen früheren Leben in allen Einzelheiten wieder zu erleben, dann würdest du damit nur Energie verschwenden. Du hast diese Leben ja schon gelebt. Aber aus deinen Erfahrungen unterschiedlicher Schicksale in den verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte hast du eine tief verkörperte Weisheit destilliert, die dir jederzeit zur Verfügung steht. Du hast Zugang zur komprimierten Erfahrung deines Seelenweges und dafür darfst du dankbar sein.

Die Bewusstseinserweiterung, die der Meister durchlebt, ist auch an den Körper gebunden. Ein Symbol für das erweiterte Sehen ist das Dritte Auge.

Übung Expansion des Dritten Auges

In der Stirnmitte zwischen den Augenbrauen befindet sich das Dritte Auge. Es ist ein Eingangsportal höheren Wissens. Gehe bewusst mit deiner Aufmerksamkeit an diesen Punkt deines Körpers und verbinde dich mit deinem Dritten Auge.

Alle Chakren, und so auch das Dritte Auge, haben einen Eingang auf der Vorderseite des Körpers und einen Ausgang auf der Rückseite des Körpers. Das Dritte Auge mündet im Nacken. Universelles Wissen fließt ein in deine Stirnmitte, durch dein Gehirn hindurch und im oberen Nacken, am Übergang von Kopf und Hals, wieder heraus. Du kannst dir vorstellen, dass das universelle Wissen zu dir einfließt, dir bewusst wird, in deinem Gehirn gespeichert wird und dann hinten im Nacken wieder herausfließt und in der Welt wirkt.

Jetzt kannst du das Dritte Auge auch auf der körperlichen Ebene expandieren lassen. Stelle dir zunächst ein Dreieck vor, welches das Dritte Auge in der Stirnmitte und deine beiden physischen Augen umfasst. In diesem Dreieck befinden sich deine physischen Augen und das Dritte Auge. So verbindest du das physische Sehen der Augen mit dem Sehen des Dritten Auges, mit deiner Hellsichtigkeit.

Dieses Dreieck kannst du nun in deiner Vorstellung erweitern. Die Spitze des Dreiecks befindet sich dann über deinem Scheitel. Die unteren Ecken des Dreiecks befinden sich auf deinen Schultern. Du kannst zustimmen, das Portal des Dritten Auges für deine persönliche Bewusstseinserweiterung auszudehnen. So bindest du das Potenzial der Bewusstseinserweiterung, das dir zur Verfügung steht, ganz bewusst an deinen physischen Körper an.

Bewusstseinserweiterung, expandierte Hellsichtigkeit und multidimensionale Wahrnehmung gehören zu den großen Leidenschaften der Meisterschaft. Es mag sein, dass du sogar schon mit einer Passion für das erweiterte Sehen in dieses Leben gekommen bist. Multidimensionales Leben voller magischer Erfahrungen lässt jetzt Traum und Wirklichkeit noch intensiver verschmelzen, als du es bisher kanntest. Wenn du das Dritte Auge entsprechend expandieren lässt, dann bedeutet es auch, dass universelles Wissen tatsächlich zu dir kommt und durch dich kanalisiert wird. Für den Meister gibt es kein Geheimwissen mehr, denn das Wissen, das du dir eröffnest, steht allen Menschen zur Verfügung. Damit erschaffst du die Basis für vernetzte Bewusstseinserweiterung, die dann Kreise ziehen kann.

Wenn du noch nicht in der vollkommenen Präsenz universellen Lichts und göttlicher Liebe stehst, dann wird dein Zugang zu tieferem Wissen immer wieder unterbrochen. An dieser Stelle darfst du noch einmal Ja dazu sagen, die Verbundenheit mit der Quelle des Lebens in jeder Minute zu fühlen und die Unterbrechungen aufzugeben. Du wirst dann auch an einen Punkt kommen, an dem du weißt, dass du erleuchtet bist und dass du niemanden mehr um Rat fragen brauchst, dass du selbst Zugang zu allem Wissen hast, sogar auf jedem Fachgebiet, wenn es dir dient. Das gilt selbst für das Gebiet der Technik, das für dich vielleicht ein Buch mit sieben Siegeln ist. In diesem Zusammenhang darfst du dich von allen Schranken des Bewusstseins befreien. Du darfst Ja dazu sagen, dass dir das universelle Wissen zur Verfügung steht, wenn du es brauchst. Dann ereignet sich die Erleuchtung im Jetzt.

Früher haben Menschen auf Erleuchtungserlebnisse hingearbeitet. Sie sind zum Beispiel ins Kloster gegangen und haben dort jahrelang meditiert. Sie haben zum Beispiel einen Guru aufgesucht, um von ihm spirituelle Techniken zu erlernen. So konnten sie im Laufe eines langen Lebens eine Erfahrung der Erleuchtung generieren. In der heutigen Zeit ist es möglich, dass du die wesentlichen Erleuchtungen wirklich verkörpern und in deiner Präsenz tragen kannst. Wenn du weißt, woher deine Seele kommt und wohin sie geht, dann verkörperst du eine wesentliche Voraussetzung der Meisterschaft. Selbst dein Körper kann wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht, wo deine Seele nach dem Tod existiert. Selbst dein Körper kann wissen, dass du in wenigen Sekunden zuhause sein kannst. Aus unserer Sicht ist das Leben auf der Erde nur der Flügelschlag eines Schmetterlings. Tief innerlich weißt du, dass du jederzeit auf die andere Seite wechseln kannst, dass du frei bist, zu kommen und zu gehen. Dadurch fühlst du dich nicht mehr in deinem Körper und im Leben gefangen. Daher weißt du auch, was im Leben wirklich von Bedeutung ist und was nicht. Du kennst die echten Prioritäten, weil du mit deiner Seele verbunden bist. Dieses Wissen strahlt aus und kann auf andere abfärben.

Viele Menschen rennen Illusionen hinterher, wie sie ein glückliches Leben führen können. In der heutigen Zeit sind die Menschen in Mitteleuropa meistens keine Sklaven, Zwangsarbeiter oder Moorsoldaten mehr, aber sie bleiben in anderen Zwängen gefangen, nämlich in Glaubenssätzen und Ideologien. Die meisten Menschen haben zum Beispiel sehr feste Vorstellungen, wie sich Frauen oder Männer zu kleiden haben. Du darfst dir erlauben, mit strengen kulturellen Vorschriften zu spielen. Der Meister spielt mit allen Regeln und Gesetzen seiner Kultur. In dieser Beziehung darfst du dir Ausreißer erlauben und angepasstes Wohlverhalten aufgeben.

Im Zusammenleben mit den Menschen generiert der Aufgestiegene Meister oft einen starken Aspekt des Hippies, Freaks, Clowns oder Schauspielers. Du darfst deiner Fantasie Raum geben, auf der Straße, beim Einkaufen, in deinem Alltag aus den Mustern des Wohlverhaltens auszuscheren – und es darf Spaß machen. Du bist im Sicheren Raum, wenn du es wählst, exzentrisch individuell zu leben. Es kann dir nichts passieren, sondern du eröffnest eine neue Dimension des Selbstausdrucks. Du darfst deiner Erleuchtung Raum geben, wie du dich stylen und präsentieren kannst, um deiner Meisterschaft Ausdruck zu verleihen. Wie möchtest du auftreten, um deiner Meisterschaft eine Gestalt zu geben? Diese Frage kannst du in der nächsten Zeit immer wieder in deine Meditationen mitnehmen und neue Antworten aus deinem Inneren aufsteigen lassen. Du darfst deiner ganz persönlichen Erleuchtung vertrauen. Ich möchte dich auch noch einmal daran erinnern, dass es das Beste ist, dich immer auf die erste Eingebung zu verlassen. Außerdem kannst du darauf bauen, dass das Leben selbst dir durch deine Erfahrungen alle echten Fragen beantworten wird. Auch die Antworten des Lebens nenne ich Erleuchtung.

Woher kommen die inneren Erleuchtungen des Meisters? Manchmal beantworten dir sogar deine Seelenaspekte aus früheren Leben deine Fragen. Das ist auch in Ordnung, denn sie haben oft ein tiefes Wissen auf einem speziellen Gebiet. Manchmal beantwortet deine Seele deine Fragen. Die Seele ist sozusagen die höhere Ebene deines menschlichen Seins in diesem Leben. Oft kommen aber die inneren Erleuchtungen aus der Quelle deiner Vollkommenheit, aus der Quelle deiner Göttlichkeit. Wenn das Leben dir deine Fragen beantwortet, dann kommen die Antworten natürlich auch aus der Quelle der Göttlichkeit eines anderen Menschen, der mit dir kommuniziert. Antworten begegnen dir natürlich auch in einer Fernsehsendung oder einem Zeitungsartikel. Jedenfalls speist sich die Gestaltung deines Lebens zunehmend aus der Quelle deiner Göttlichkeit. Deine Erleuchtungserfahrungen tragen dazu bei, deinen Seelenweg zu vollenden. Du suchst nichts mehr, sondern du wendest dich vollkommen deiner inneren Quelle zu. Du verkörperst die Erleuchtung in jedem Moment des Jetzt.

Erleuchtung hat viel gemeinsam mit Sex. Man kann darüber nicht reden, man kann darüber nicht referieren. Man kann es eigentlich nur lebendig erfahren. Du kannst dir in jedem Moment ein Ereignis der Erleuchtung erlauben. Du kannst einfach eine Frage in den Raum stellen und im gleichen Moment die Antwort hereinkommen lassen.

Ich möchte dir an dieser Stelle eine kleine Geschichte erzählen. Den Helden der Geschichte nenne ich Max.

Geschichte »Die Insel«

Max mochte es, mit seinem Boot aufs Meer hinauszufahren. Er liebte es, Grenzen zu überschreiten. Wenn es ihn überkam, setzte er sich einfach in sein Boot und fuhr auf das weite Meer hinaus – und er fuhr und fuhr und fuhr, sogar mehrere Tage. Die Sonne schien. Dann regnete es. In der Nacht leuchteten die Sterne und der Mond. Max saß in seinem Boot und genoss die Fahrt.

Was kann passieren, wenn man in einem Boot sitzt? Es kommt ein mächtiger Sturm und das Boot kippt um. So geschah es nun auch mit Max. Ein Sturm kam auf, große Wellen peitschten gegen das Boot, das Boot kenterte und Max lag im Wasser.

Er begann zu schwimmen und irgendwann, oh Wunder, landete er an einem unbekannten Strand. Dort fand er sich wieder, vollkommen erschöpft von dem Kampf gegen das Meer. Regungslos lag er am Strand.

Als er wieder zu sich kam, fühlte er nichts weiter als Dankbarkeit. Er bedankte sich bei den Wellen und dem Wind, dass er den weiten Weg über das Meer überlebt hatte und an diesem Strand gelandet war. Er fragte nicht: »Warum kam der Sturm? Warum kamen die Wellen?« Er sagte einfach Danke dafür, dass er jetzt da angekommen war, wo er war.

Als er sich lange genug ausgeruht hatte und die Sonne am Himmel höher gestiegen war, spürte er, dass die Zeit gekommen war, weiter zu gehen. Er sprach es aus: »So, jetzt ist es Zeit.« Er stand auf und wanderte ein Stück weit am Strand entlang, über die Felsen, über die Berge, durch die Wälder, über die Wiesen. Er wanderte ein Stück weit ins Landesinnere hinein. So ging er und ging und setzte einfach einen Fuß vor den anderen und ging immer weiter. Er lief Schritt für Schritt weiter. Er hörte das Zwitschern exotischer Vögel, die er noch nicht kannte. Er sah das Sonnenlicht durch das schimmernde Grün der Blätter scheinen. Er fühlte eine warme Brise auf seiner Haut. Manchmal fühlte er einen Stein oder einen Ast unter seiner Fußsohle. Er schaute auf den Weg und ging achtsam Schritt für Schritt und Schritt für Schritt weiter.

Auf einmal öffnete sich der Wald, die Bäume wurden lichter und er sah, dass eine Quelle zwischen den Felsen hervorsprudelte. In diesem Moment fühlte er, wie durstig er war, und begann zu trinken. Nachdem er getrunken hatte, sagte er innerlich wieder Danke. Er bedankte sich dafür, dass im richtigen Moment die Quelle erschienen war, an der er sich ergötzen konnte. Dann ging er weiter. Er war erfrischt von dem klaren Wasser der Quelle und seine Schritte wurden schneller.

Als er ein Stück weit gegangen war, betrat er wieder den schattigen Wald. Er folgte einfach seinen Füßen und ging seinen Weg. Plötzlich stand er vor einem Busch mit süßen Früchten, an denen er sich erfrischen konnte. Wieder sagte er einfach Danke. Er fühlte mit Dankbarkeit die neue Kraft, die die Nahrung ihm geschenkt hatte. Außerdem sagte er sich: »In dem Moment, als ich Hunger bekommen habe, waren die Früchte schon da.« Dann ging er weiter.

Als die Sonne unterging, stand er auf einmal vor einer Höhle. Er betrat die Höhle und erkundete sie.

Erfreut sagte er sich: »Jetzt wird es Abend und ich habe einen Schlafplatz gefunden!« Wieder bedankte er sich für den Platz, an dem er sein Haupt niederlegen konnte.


Du kannst dir vorstellen, wie diese Geschichte von Max endlos weiter gehen kann. Du kannst dir ähnliche Geschichten ausdenken, die in deiner Welt und in deinem Leben spielen.

Wenn du den Zustand der Erleuchtung verkörperst, dann weißt du, dass die Welt ein vollkommener Ort ist. Wenn du im Zustand der Erleuchtung bist, dann verkörperst du Fülle und Vollendung. Dann weißt du, dass die Antwort erscheint, bevor du die Frage überhaupt gestellt hast. Bevor du überhaupt einen Mangel wahrgenommen hast, ist alles, was du brauchst, schon da.

Ich möchte dir noch einen Tipp geben, wie es dir gelingen kann, die Mauer, die dein Alltagbewusstseins umschließt, zu überwinden: Du musst dich öffnen, die Vollendung des Daseins zu sehen. Du musst dich öffnen zu sehen, dass alles vollkommen ist. Du bist erleuchtet, wenn du auf dein jetziges Leben schauen und aus vollem Herzen sagen kannst: »Es ist vollkommen, es war vollkommen und es wird vollkommen sein.« Mit einigen Abschnitten deines jetzigen Lebens haderst du wahrscheinlich immer noch und möchtest sie eigentlich lieber ungeschehen machen. Eines Tages wirst du allerdings aus vollem Herzen sagen können: »Es ist vollkommen, es war vollkommen und es wird vollkommen sein.« Du kannst dich dafür öffnen, dass du die Vollkommenheit in allem fühlst.

Du darfst auch sehen, wie sich alles verwandeln kann. Die Narben des Lebens, die dein Körper trägt, können geheilt werden. Die Welt kann sich von Grund auf verwandeln. Wenn du Vollendung und Vollkommenheit verkörperst, dann gehst du hinaus in eine neue Dimension des Daseins und weißt schon im Vorhinein, dass dein Leben perfekt sein wird. Du darfst an dieser Stelle zustimmen, diese Art der Erleuchtung, die die Fülle und Vollkommenheit der Welt sieht, zu empfangen. Erleuchtung in dieser Form zu verkörpern ist nicht einfach, denn die meisten Menschen sind ausschließlich auf den Mangel fokussiert. Die meisten Menschen in deiner Kultur sind darauf konzentriert, sich zu verbessern und ihre Persönlichkeit zu optimieren. In Zukunft solltest du dich darauf konzentrieren, die Fülle des Moments, des Jetzt anzunehmen und dafür Danke zu sagen. Du darfst der Erkenntnis auch in deinem Verstand Raum geben, dass das Universum für dich, lieber Meister, ein vollkommener Ort ist und dass alles schon da ist, bevor du überhaupt einen Mangel gefühlt hast.

Für viele Menschen, die jetzt auf der Erde weilen, ist es schon ein Fortschritt, wenn sie aufhören, sich ohnmächtig zu fühlen, und wenn sie sich daran erinnern, dass sie Schöpfer ihres Lebens sind. Aber das Meisterbewusstsein übersteigt das Schöpferbewusstsein. Um es etwas provozierend zu formulieren, kann ich sagen: Der Meister ist nicht der Schöpfer. Wenn du dich mental zu sehr darin verhakst, dir alle möglichen weltlichen Errungenschaften erschaffen zu müssen, dann verlierst du deine Meisterschaft und das Sein in der perfekten Welt, in der Vollkommenheit, in der Fülle.

Aus gutem Grund treten viele Menschen zunächst aus der Opferrolle heraus, indem sie sich zum Schöpfer ihres Lebens ermächtigen. Dann fühlen sie sich befreit und stark. Sie hören sogar auf, sich als Opfer der Umstände, von Sachzwängen oder Institutionen zu fühlen. Sie übernehmen automatisch Verantwortung für ihr Leben. Sich als (Mit)Schöpfer aller Ereignisse auf der Welt anzuerkennen liegt allerdings den meisten Menschen noch fern. Sie glauben, mit dem Hunger in der Welt, mit Naturkatastrophen und der Depression ihrer Mitmenschen nichts zu tun zu haben. Wenn du das Schöpferbewusstsein wirklich verkörperst, dann weißt du, dass alles Leid Teil deiner Schöpfung ist, sogar das Leid der Vergangenheit. Wenn du einen gewissen Grad der Erleuchtung erreicht hast, kannst du erkennen, dass die Menschen auf der Erde einfach Erfahrungen suchen. Alles, was auf der Erde geschieht, sind Erfahrungen, die die Weltenseele gerade sucht. Wenn du die Welt so siehst, kannst du Abstand zum Drama der Welt gewinnen. Dann hörst du auf zu bewerten. Der Quantensprung der Erleuchtung, der dir bevorsteht, liegt darin, dass du aufhörst, alles, was sich in der Welt ereignet, als gut oder schlecht zu bewerten. Du lernst als Meister, die Energie dahinter und sogar die Kraft in manchen dramatischen Ereignissen zu sehen. Du musst nicht einmal mehr so weit gehen zu sagen, dass aus allem, was jetzt geschieht, schon etwas Gutes herauskommen wird. Du siehst die Kraft im aktuellen Ereignis und lässt es einfach so stehen. Du nimmst es, wie es ist.

Wenn du nur die Schöpferkraft, die reine, explodierende Schöpferenergie in einem Ereignis siehst, dann kann sie sich tatsächlich verwandeln. Weil der Meister die energetische Ebene im Blick hat, kann er auch die Kraft sehen, die in manchen Katastrophen steckt. Er sieht dann auch, dass sich mit der Katastrophe eine neue Ebene des menschlichen Daseins eröffnet. Obwohl die Sprache an dieser Stelle begrenzt ist, findest du doch immer wieder positive Formulierungen für das, was gerade geschieht und zunächst erschreckend wirkt. Damit drückst du einfach den Frieden in deiner Seele aus, der sich jenseits der Erfahrungen und der Bewertungen breit macht.

Um inneren Frieden zu finden, muss sich der Meister immer wieder von der Welt zurückziehen. Er zieht sich in seine eigene Dimension zurück. Dort findet er im Moment des Jetzt die Erleuchtung für sich selbst. In der Präsenz der Meisterschaft entfaltet der Moment des Jetzt einen Frieden mit allem, was ist. Darin besteht die eigentliche Erleuchtung. Dann verkörperst du Frieden und damit stehst du jenseits des Kampfes der Täter- und Opfer-Aspekte. Sowohl als Opfer wie als Täter müssen die Menschen ständig kämpfen und, wenn du darüber hinausgehst, bist du im Frieden mit allem, was ist. Angesichts der großen und kleinen Katastrophen des Lebens kannst du dich immer schneller ausbalancieren, kannst die Herausforderungen annehmen und deinen Frieden damit finden. Indem du alle Bewertungen fallen lässt und die Neutralität verkörperst, förderst du deinen Prozess des inneren Friedens.

Der Meister ist der Herr über die Energien. Die Krönung deiner Meisterschaft in diesem Leben wird sein, dass du in allen Dramen des Lebens nur noch Farben, Licht und Ströme von Energie sehen kannst. Anstatt zu sagen »Ich habe heute meine Depression«, sagst du dann »Ja, heute ist wieder das blaue Licht präsent.« Dann bist du erleuchtet.

Ich begebe mich nun auf eine Ebene, auf der ich scheinbare Gegensätze verkünde. Erleuchtung bedeutet auch, Paradoxien aushalten zu können. Einerseits siehst und fühlst du oft nur noch Energien und Farben, zum Beispiel, wenn du einem anderen Menschen begegnest. Du siehst die Menschen dann so, wie wir Engel sie sehen. Andererseits erlebst du deine Gefühle viel klarer und tiefer. Du erfährst einerseits, dass du dich auf einer Wahrnehmungsebene befindest, die einem Traum gleicht, in dem die Energien wabern und fließen. Andererseits kannst du von einer Minute auf die andere ein äußerst intensives Gefühl erleben. Trotz ihrer Intensität kannst du diese spontanen Gefühle so schnell wieder loslassen, wie sie gekommen sind. So erlebt der Meister seine Erleuchtung und seine Präsenz im Sein.

Wenn du wirklich in die Meisterschaft gehen möchtest, dann darfst du die Potenziale der Zeitenwende und des Aufstiegs der Erde begrüßen. Dazu gehören Erleuchtungserlebnisse auf Schritt und Tritt, in jeder Minute deines Lebens. Während du das liest, fließen ausbalancierende Energien ein in den Raum, in dem du dich gerade aufhältst. Du darfst diese Energien annehmen, wenn du es wählst. Während die bei dir anwesenden Engel, geistigen Helfer und planetaren Begleiter dich ausbalancieren, kannst du eine der größten Ängste des Meisters loslassen: die Angst, verrückt zu werden. Wenn du in die Meisterschaft gehst, nimmst du eine Schwingung an, die höher ist als die Schwingung der Durchschnittsmenschen. Wenn du bereit bist, wirklich in dieser höheren Schwingung zu leben, dann musst du in gewisser Weise auch zustimmen, ab und zu nach außen etwas verrückt zu erscheinen. Du musst dem zustimmen, dass du anders schwingst als die anderen und auf sie fremdartig wirkst. Du musst ganz archaische Ängste loslassen, allein zu sein. Der Meister ist allein mit seinem Bewusstsein, mit seinem Denken und seinen Gefühlen. Er ist allein, weil er das Spiel des Dramas nicht mehr mitspielt. Er nimmt an den allgegenwärtigen Täter- und Opfer-Spielen nicht teil. Er ist auch oft allein mit seinem Wunsch nach Rückzug und seinen sehr speziellen Lebensgewohnheiten. Vielleicht kennst du die Einsamkeit schon, die in deiner Souveränität begründet ist. Sicher kannst du auch mit großer Klarheit für dich selbst erkennen, dass dir ein mentaler Zusammenbruch gar nicht mehr möglich ist, denn du hast dich schon so weit aus dem Fenster der irdischen Normalität gelehnt, dass es schon längst passiert wäre, wenn du nicht bereits perfekte Mechanismen gefunden hättest, deinen Geist und deinen Verstand auszubalancieren und zentriert zu bleiben. Der Meister würde verrückt, wenn er nicht bewusst atmet. Du kannst den bewussten Atem immer wieder als Werkzeug deiner Ausbalancierung einsetzen. Der Meister würde verrückt, wenn sich der Energiekörper zu sehr vom physischen Körper trennen würde. Der Meister hat aber gelernt, immer bei sich zu sein, egal wie die Wogen um ihn herum hochschlagen. Dafür achten ihn die Engel, die ihn kennen, lieben und begleiten, am meisten.

Wenn du dich ins Licht stellst, fliegen alle Lügen auf. Dann fliegt auch die größte Lebenslüge auf, die es gibt, nämlich die Lüge, wirklich dem Leben zugewandt zu sein und Ja zum menschlichen Leben zu sagen. Wenn du in die Meisterschaft gehst, nimmst du eine Schwingung an, die normalerweise dazu führen würde, dass du stirbst. In früheren Leben hast du immer einen Punkt erreicht, an dem alles integriert war, was du dir für das jeweilige Leben vorgenommen hattest. Du wirst auch in diesem Leben an einen Punkt kommen, an dem die Schatten, die du in diesem Leben für dich selbst, für andere oder im Einklang mit der Welt transformieren wolltest, integriert sind.

Weil deine Aufgaben dann erfüllt sind, könntest du dich von der Welt verabschieden. Wenn du dann weiterhin als Aufgestiegener Meister auf der Erde weilen und heilen möchtest, musst du aus vollem Herzen Ja zum Leben gesagt haben.

2. Neutralität

Das Leben spielt sich in Gegensätzen ab: plus und minus, innen und außen, nah und fern, arm und reich, gut und böse, schön und hässlich. Auf deinem Weg in die Meisterschaft verschwimmt das von der Dualität geprägte Denken, bis es vollständig verschwindet. Statt schematisch zu bewerten und zu verurteilen, triffst du im gegenwärtigen Moment einfach deine ganz persönliche Wahl.

In der von der Dualität geprägten Welt gestalten sich Beziehungen als Täter- und Opfer-Szenarien. Auch heute noch kämpfen in vielen Gegenden der Welt die Menschen ums Überleben. Der Überlebenskampf produziert Täter und Opfer, der Täter gewinnt und das Opfer verliert. In der westlichen Zivilisation wird meistens nicht mehr mit körperlichem Einsatz gekämpft, aber die Menschen suchen mit allen Tricks ihren Vorteil. Die Leistungs- und Ellbogengesellschaft basiert nach wie vor auf Täter- und Opfer-Szenarien.

Der Kampf ums Überleben und der Konkurrenzkampf bringt alle Beteiligten an die Grenze der Erschöpfung. In der heutigen Zeit nennt man es Burn-out. Der Kampf erschöpft und vertreibt die Freude aus dem Leben. Der Gewinner versucht krampfhaft, seinen Vorteil festzuhalten, während der Verlierer aus Angst vor neuen Übergriffen nicht zur Ruhe kommt.

In der gegenwärtigen Realität agieren die Menschen daher oft abgespalten von ihrem eigentlichen Selbst und nehmen ihre Gefühle gar nicht mehr wahr oder verleugnen sie.

Die Erfahrungen von Täter und Opfer erschaffen Leid in Form von Schuld und Angst. Der Täter fühlt sich schuldig und strebt nach einem Ausgleich. Sowohl die Schuldgefühle als auch das Streben nach Absolution können vollkommen unbewusst ablaufen. Der Täter wird dann ständig von einem unterschwelligen Gefühl, nicht zu genügen und immer mehr leisten zu müssen, angetrieben. Das Opfer hat Angst und neigt dazu, die Umstände, die die Angst hervorgebracht haben, immer und immer wieder, meistens auch unbewusst, zu wiederholen, um die Angst eines Tages in den Griff zu bekommen. Ein Geschehen, das Leid erzeugt hat, wird also immer und immer wieder generiert und mit unterschiedlichen Protagonisten durchgespielt. Die Seele strebt unermüdlich danach, vergangenes Leid zu heilen, indem sie es wiederholt, um Wiedergutmachung zu erlangen. Ein Handlungsmuster wird endlos perpetuiert… und perpetuiert… und perpetuiert… Was du als Seelenblockade oder als Karma bezeichnest, basiert eigentlich nur auf einer ständigen Wiederholung ein und desselben Handlungsmusters. Aus dieser Wiederholung kannst du aussteigen.

Spätestens wenn Menschen aufwachen und sich daran erinnern, wer sie wirklich sind, werden ihnen die verdrängten Gefühle von Angst und Schuld in vielfältiger Ausformung bewusst. Daher kommt das Aufwachen auch oft wie eine Krise daher. Der Mensch, der bisher in seinem Leben eher auf der Täterseite, auf der Seite der Macht stand, wird sich seiner Verantwortung für das Leid anderer Menschen bewusst. Er fühlt, dass er nichts mehr rückgängig machen kann, obwohl er jetzt seine Schuld erkennt. Der Mensch, der in seinem Leben bisher eher versagt hat und sich unterordnen musste, spürt auf einmal die Angst, die er lange verdrängt hat. Trotz seiner Angst vor neuen Verletzungen kann er aber an seiner ausweglosen Situation nichts ändern. Viele Menschen leben Täterund Opfer-Aspekte parallel in verschiedenen Bereichen ihres Lebens aus. Einer, der im Beruf ganz oben auf der Karriereleiter steht, wird vielleicht zu Hause herumkommandiert. Eine, die zu Hause das Heft in der Hand hat, muss vor dem Chef buckeln. Auf dem Weg in die Meisterschaft müssen die Täter- und Opfer-Aspekte integriert und überwunden werden.

Der Meister agiert jenseits von Täter- und Opfer-Szenarien. In der Vergangenheit hast du womöglich oft mit dir selbst gehadert, weil du gar nicht in der Lage warst, auf sinnlose Machtspiele anderer Menschen einzusteigen. In der Schule oder sogar schon im Kindergarten hast du gemerkt, dass du dich gar nicht so selbstgefällig und herausfordernd verhalten konntest wie die anderen. Selbst wenn du dich bemüht hast, schlagfertig und frech aufzutreten, ist es dir nicht gelungen. Selbst wenn es noch so weh tut, darfst du es dir erlauben, dich an Ereignisse zu erinnern, als du dich nicht behauptet, sondern auch noch die andere Backe hingehalten hast. Mit Sicherheit warst du nicht in extreme Opfer- und Täter-Aktionen verstrickt. Dennoch darfst du dir schmerzhafte Erlebnisse bewusst machen, denn auf deinem Weg in die Meisterschaft integrierst du Frustrationen und Enttäuschungen aus der Vergangenheit. Auf dem Weg in die Meisterschaft ziehst du Bilanz über dein bisheriges Leben. Es kann gut sein, dass du feststellst, dass du noch nie Lust hattest, dich zu sehr unterzuordnen und zu verbiegen. Du hattest aber auch keine Lust, andere dauernd in ihre Schranken zu weisen, sie auszunutzen und deinen Vorteil auf Kosten von anderen zu steigern. Du darfst es annehmen, dass du dich in deinem Leben von Anfang an jenseits der Täter- und Opfer-Rollen bewegt hast. Du warst weder Täter noch Opfer, obwohl du Versuchungen widerstehen und beweisen musstest, dass du es wirklich ernst damit meinst, auf Täter- und Opfer-Spiele zu verzichten.

Tatsächlich wird der Meister von seiner Umwelt immer wieder geprüft, ob er wirklich rücksichtsvolles Verhalten und bedingungslose Liebe leben und Zorn, Streit und Ausbeutung widerstehen kann. Auch du magst in deinem bisherigen Leben schon durch solche Prüfungen gegangen sein. Wenn das Leben dich geprüft hat, darfst du es dir bewusst machen. Von Zeit zu Zeit darfst du dir selbst auf die Schulter klopfen, wenn es dir gelungen ist, dem Sog der Täter- und Opfer-Spiele auszuweichen und in deiner Neutralität standhaft zu bleiben. Du solltest dich nicht über Gebühr verurteilen, wenn du in alte Muster des Zusammenlebens zurückfällst und deine Meisterschaft verleugnest, denn mit deiner Entscheidung zur Neutralität tust du einen großen Schritt. Indem du dich von Täterund Opfer-Spielen verabschiedest, steigst du aus den klassischen Umgangsformen auf der Erde aus. Stattdessen entscheidest du dich für einen neuen Umgang mit den anderen Menschen, der Win–win–Situationen erschafft. Du entscheidest dich für bedingungslose Achtsamkeit gegenüber deiner Umwelt.

Ich möchte dich noch einmal daran erinnern, dass du wahrscheinlich auf deinem Seelenweg schon alle nur denkbaren Täterund Opfer-Aspekte gelebt hast. Du denkst gerne daran, dass du eine Königin oder ein König gewesen bist. Du erinnerst dich womöglich gerne an ein früheres Leben als Herrscher über ein großes Reich und malst es dir aus. Du bist dir möglicherweise bewusst, dass du schon einmal Priester, Heilerin, Papst oder ein erleuchteter Meister warst. Die Goldenen, die Aufgestiegenen Meister aller Epochen und Kulturen der Erde, lachen gerne über deine Vorstellungen von den früheren Leben. Denn die Leben auf deinem Seelenweg, die am meisten zu deinem inneren Aufstieg beigetragen haben und die Schwingung deiner Seelenessenz und sogar deines Körpers ausmachen, sind die ganz normalen, unbedeutenden Leben als Fußvolk der Geschichte. Viele Leben in der Normalität des Erdendaseins ließen deine Seele am effektivsten lernen. In den alltäglichen Erdenerfahrungen hast du dich weiterentwickelt, deinen inneren Diamanten poliert und dich selbst in die Schwingung gebracht, in der du jetzt bist. Dein jetziges Leben weist sicher auch Aspekte der Normalität auf. Man könnte womöglich sagen, du bist nichts Besonderes. Gerade das macht deine Meisterschaft aus. Es hat noch niemand davon gesprochen, dass der Meister der König ist. Im Gegenteil: Der König bittet den Meister zu sich und fragt ihn um Rat.

In diesem Leben lässt du also alle Täter- und Opfer-Szenarien hinter dir. Darin besteht die Meisterschaft des Seins. Du eröffnest dir den Status der Neutralität. Ich möchte dir an einem Beispiel aus der Geschichte verdeutlichen, was Neutralität bedeutet. Henry Dunant, der Begründer des Roten Kreuzes, hat viel Gutes in die Welt gebracht, indem er das Prinzip der Neutralität in Kriegszeiten etabliert hat. Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann und eines Tages geriet er auf einer Geschäftsreise zwischen die Fronten und landete unversehens auf einem Schlachtfeld. Er fand sich in einem Krieg wieder, an dem er und seine Nation, die Schweiz, nicht beteiligt waren. Er lag nicht in einem Schützengraben, aber er wurde mit den Folgen des Krieges konfrontiert. Er öffnete sein Herz und schaute sich um. Er sah viele verwundete, schreiende und leidende Soldaten auf beiden Seiten der Front. Er musste den Menschen helfen, obwohl er kein Arzt oder Sanitäter war. Er tat, was er konnte, um Verwundete zu versorgen oder sie einfach nur bei ihren letzten Atemzügen zu begleiten. Als er dann nach Hause kam, hatte er eine Idee und gründete das Rote Kreuz, eine neutrale Organisation, die in den Kriegen seiner Zeit einen unschätzbaren Dienst leistete. Bis heute hat sich diese Organisation der Aufgabe verschrieben, auf der Basis der Neutralität der Welt Rettung, Heilung und Erlösung zu bringen.

Henry Dunant hat sich nicht dafür entschieden, die eine oder andere Partei in diesem Krieg zu stärken. Er hat sich nicht auf die eine oder andere Seite geschlagen. Er hat sich wahrlich in den Status der Neutralität begeben und er hat ihn ausgehalten. Er hat sich nicht in die Dramen des Täters oder des Opfers hereinziehen lassen. Er hätte mit in den Krieg ziehen und versuchen können zu siegen. Aber er hat seinen Status der Neutralität bewahrt und ausgebaut. Du darfst dich immer wieder an das Rote Kreuz erinnern, wenn du beobachtest, wie die Menschen das karmische Spiel von Geben und Nehmen, von Sieg und Niederlage, von Täter und Opfer ausagieren. Dann darfst du dich immer wieder auf deine Position der Neutralität besinnen und sie ausagieren.

Neutralität ist der Schlüssel zur Meisterschaft. Du begibst dich in die Neutralität, indem du aus den Bewertungen aussteigst. Es kommt dir manchmal so vor, als wäre eine Seite besser als die andere. Aber wenn du ehrlich bist und wenn du dein Bewusstsein erweiterst, ist es meistens gar nicht so eindeutig, wie es erscheint. Das Leben ist ein dynamisches Spiel und in diesem Spiel vollzieht sich auch immer wieder ein Ausgleich. Die Menschen pendeln ständig zwischen Täter und Opfer hin und her. Das einzige Gesetz, das das karmische Schicksalsrad beherrscht, ist das Gesetz des Ausgleichs.

Wenn der Täter erkennt, dass er eine Schuld trägt, sagt er: »Es tut mir leid, bitte verzeihe mir.« Er bittet in Gedanken das geschädigte Gegenüber um Verzeihung. Damit lösen sich die Täteraspekte auf. In manchen Fällen ist es sinnvoll, mit seinem Opfer direkt zu sprechen, aber oft lässt sich das gar nicht realisieren. Dann wirkt die Kommunikation von Seele zu Seele im inneren Dialog genauso. Du solltest nicht davor zurückschrecken, das etwas altmodische Wort Schuld zu verwenden. Deine Seele ist einverstanden, ihrer Schuld ins Auge zu schauen. Wenn es dir schwerfällt, das Wort Schuld in den Mund zu nehmen, kannst du auch von Reue sprechen. Vor deinem inneren Auge solltest du einmal alles erscheinen lassen, was du in diesem Leben bereust. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in der nächsten Zeit in deinem Bewusstsein einiges auftaucht, was du bereust, selbst wenn du es bisher verdrängt hast. Jeder Mensch hat in seinem Leben schon einmal etwas getan, das er im Nachhinein ändern würde, wenn er es könnte. Es gab in deinem Leben sicher einige Gelegenheiten, bei denen du etwas falsch gemacht hast, das besser nicht geschehen wäre. Es gibt aber auch verpasste Gelegenheiten. Du bereust dann, dass du etwas nicht zur rechten Zeit getan hast.

Der Meister integriert seine Täter- und Opfer-Anteile und stellt sich allen Aspekten von Schuld und Ohnmacht. Was die Schuld angeht, braucht er nichts anderes zu tun, als innerlich zu sagen: »Es tut mir leid, bitte verzeihe mir.« Wenn dieser heilsame Lösungssatz von Herzen kommt, wird alles ausgelöscht. Dieser Satz gehört übrigens auch zur traditionellen hawaiianischen Methode der Streitschlichtung, dem Ho’oponopono, die sich immer noch als sehr wirkungsvoll erweist. In der religiösen Tradition des Westens spricht man von Vergebung. Viele Menschen wissen bereits, dass Vergebung etwas bewegt. Anders als in den hierarchisch strukturierten religiösen Institutionen gepredigt, weiß der Meister allerdings, dass er sich nur selbst vergeben kann. Der Meister kann die Vergebung nicht an eine religiöse Autorität delegieren. Selbst wenn das geschädigte Gegenüber seine Entschuldigung akzeptieren würde, müsste er sich noch selbst vergeben.

Du darfst noch einmal stellvertretend für alle Täteraspekte deiner Selbst sagen: »Es tut mir leid, bitte verzeihe mir.« Damit entlässt du aus jeder Zelle deines Körpers die Schuld und die Verstrickung mit deinen eigenen Täteraspekten. Es ist gar nicht nötig, umfassendes Wissen über die Täteraspekte aus vielen, vielen Leben des irdischen Spiels in dein Bewusstsein zu lassen. Deiner Seele sind deine Schulden sowieso ebenso vertraut wie deine Verdienste. Du kannst sogar von Zeit zu Zeit deine Seele um Vergebung bitten, dass du dich in Illusionen verstrickt und von den Beschränkungen des irdischen Daseins in Beschlag hast nehmen lassen, dass du dich sozusagen selbst ins Gefängnis begeben und den Schlüssel verloren hast.

Wenn der Meister den Opferstatus beenden möchte, dann sagt er: »Stopp! Es ist genug!« Du darfst das auch innerlich zu dir selbst sagen. Du sagst es zu deiner Seele, aber in erster Linie zu deinem menschlichen Ich. Du kannst dir bildlich ein Stopp-Schild vor Augen führen und in etwa Folgendes sagen: »Stopp! Es ist genug! Bis hierher und nicht weiter! In meinem Raum passiert so etwas nicht mehr! Ich bin im Sicheren Raum!« Du kannst dich damit entscheiden, weder Täter noch Opfer zu sein. Für dich können die Worte »Stopp! Es ist genug!« magische Worte werden. Du setzt sie immer dann ein, wenn du dich überwältigt fühlst. Du eröffnest mit diesen Worten deine eigene Dimension und stellst dich in deine eigene Dimension hinein. In deiner Dimension wirken die ziehenden, wühlenden, grabenden Energien von Täter und Opfer nicht mehr. In deiner Dimension herrscht Frieden.

Immer wenn du von dir selbst enttäuscht bist, dir vorhältst, was du noch nicht erreicht hast, was du noch nicht leben kannst, wo, wenn du ehrlich mit dir selbst bist, dein Bewusstsein noch Begrenzungen aufweist, dann kannst du die magischen Worte benutzen, die das Täter- oder Opferdasein beenden. Manchmal passt der eine Satz besser, manchmal der andere. Manchmal gibst du dir selbst die Schuld, übernimmst Verantwortung und vergibst dir selbst, dass du immer wieder in alten Mustern hängen geblieben bist und noch nicht weitergehen konntest. Oder du beendest dein Opferdasein, indem du dich davon verabschiedest.

Wenn du aus dem karmischen Schicksalsrad der Täter- und Opfer-Szenarien aussteigst, gewinnst du eine einzigartige Freiheit. Freiheit bedeutet, dass du einfach du selbst bist. Freiheit bedeutet, dass du dich aus allen Vernetzungen mit dem Kollektivbewusstsein ausklinkst. Es geht darum, Täter- und Opfer-Spiele vollkommen aufzugeben und Täter- und Opfer-Anteile deiner selbst in allen Bereichen deines Lebens sterben zu lassen. Damit stehst du außerhalb der Welt. Es werden immer wieder herausfordernde Situationen auf dich zukommen, denn die Täter- und Opfer-Spiele üben eine extreme Anziehungskraft aus. Du tust gut daran, dir immer wieder selbst zu versprechen: »Ich bin weder Täter noch Opfer.« Manchmal musst du ganz bewusst betonen, dass du auch kein Opfer bist. Du liebst es, mit anderen Menschen friedvoll zusammenzuleben, und daher denkst du oft zunächst an die anderen und dann an dich selbst. Du weißt aber, dass du dich selbst genauso lieben solltest wie deinen Nächsten. Der vollkommene Diamant, der in seinem ureigenen Licht erstrahlt, hat seine Seele geheilt und integriert. Die vollkommene Integration der Seele ist die Voraussetzung für den Aufstieg in die Meisterschaft. Dann finden Selbstliebe und Nächstenliebe in dir eine Balance.

Wenn du Frieden findest und wenn sich die Situation verändert, dann kannst du dich bedanken. Dankbarkeit zeigt dem Universum, dass du das Gefühl hast, auf dem richtigen Weg zu sein. Dann wird dieser Weg unterstützt. Du bedankst dich bei dir selbst für die Erfahrung.

Werkzeug Dankbarkeit

An dieser Stelle kannst du noch einmal aus vollem Herzen Danke sagen für alle deine Erfahrungen, die dir das Spiel der Erde geschenkt hat. Deine Erfahrungen sind die Geschenke, die du von hier mitnimmst. Sie sind die Geschenke, die du deiner Seele bereitet hast. Die Seele inkarniert auf der Erde und sammelt Erfahrungen und Erinnerungen. In gewisser Weise wird sogar deine großartige Seelenessenz, sobald sie wieder im physischen Körper weilt, von ihren Seelenerfahrungen und Seelenerinnerungen gefangen gehalten. Wenn du es neutral ansiehst, so wie wir es tun, handelt es sich bei deinen Seelenerinnerungen einfach um einen Korb Geschenke, den die Seele bei sich trägt. Deine Seelenerfahrungen generieren die Farben deiner Seele, die Farben deiner Aura, deiner ureigenen Körperschwingung, deines strahlenden Diamanten.

Werkzeug Segen

Mit dem Werkzeug des Segens kannst du deine Täter- und Opfer-Aspekte auflösen. Du erkennst an, dass du durch Jahrhunderte und Jahrtausende an Erdenleben sowohl Täter- wie auch Opfer-Erfahrungen gesammelt hast. Und du gibst dem irdischen Spiel den Segen. Mit dem Segen würdigst du die Großartigkeit des irdischen Spiels und verabschiedest gleichzeitig das alte Spiel.


Immer wieder werden dich andere Menschen in Streit und Machtspiele hereinziehen, so dass du versucht bist, Täter- oder Opfer-Rollen anzunehmen. In der Situation der Versuchung steht dem Meister das besondere Werkzeug des Segens zur Verfügung. Der Meister segnet die Welt. Wenn die Menschen dir dumm kommen und Schwierigkeiten bereiten, dann darfst du sie innerlich segnen. Du kannst dann zuschauen, wie sich die Situation verändert. Du weißt ja selbst, dass die Menschen gute Gründe dafür haben, wie sie agieren. Immer wieder darfst du segnen, wie sie ausleben, was sie in sich tragen. Jeder Mensch geht einzigartig mit dem Stress um, den die Energieanhebung auf der Erde derzeit für alle erzeugt. Während sich das energetische Feld der Erde verändert, spitzen sich die Krisen auf der Erde zu. Unvermittelte Gefühlsausbrüche, Streit und Amokläufe nehmen rasant zu. Die Menschen agieren einen inneren Druck aus, dem sie nicht mehr standhalten können. Sie handeln in Extremen. Als Meister darfst du alles segnen, was dir begegnet. Du segnest das Drama, den Schmerz, die Trauer, die Angst der Welt. Der Meister ist sich bewusst, dass er niemanden helfen kann, eine Lösung zu finden. Jeder kann die Lösung für Konflikte und Dramen in seinem Leben nur selbst finden. Im Akt des Segnens wahrt der Meister seine Neutralität.

Der Meister erschafft sich keine starken Täter- und Opfer-Rollen mehr. Du darfst dir selbst versprechen, aus allen Täter- und Opfer-Spielen auszusteigen. Damit eröffnest du dir eine Quelle der Kraft jenseits der gewohnten Bedingungen für Macht. Wenn du dich von anderen in die Enge getrieben fühlst, dann kannst du dir innerlich den Leitsatz »Ich bin weder Täter noch Opfer« ins Gedächtnis rufen. Der kraftvolle Leitsatz »Ich bin weder Täter noch Opfer« katapultiert dich direkt in die Dimension der Neutralität. Es bringt auch nichts, wenn du zu nachgiebig bist und dich zum Opfer machst. Es bringt genauso wenig, wie wenn du versuchst, deinen Vorteil auf Kosten der anderen zu erlangen. Dass du weder Täter noch Opfer bist, gilt sogar für die Banalitäten des Alltags. Es gilt nicht nur in existenziellen Fragen deines Lebens.

Wenn du die sich wiederholenden Handlungsmuster der Täterund Opfer-Aspekte in deinem Leben bewusst beendest, dann wird auch die Vergangenheit geheilt. Du kannst dir sowieso vorstellen, dass die Zeit nur eine Illusion ist. Alles verläuft parallel. Indem du den Zug auf deiner Zeitschiene stoppst, also in deiner Realität aus überholten Handlungsmustern aussteigst, stoppst du gleichzeitig die Züge auf allen anderen parallelen Zeitschienen.

Wenn du einschränkende Handlungsmuster aufgibst, dann entsteht eine Leere, die du mit neuen Handlungsmustern füllen musst. Deine neuen Handlungsmuster wiederholen sich nicht und dem darfst du zustimmen und dich überraschen lassen. Im Moment des Jetzt handelst du jedes Mal vollkommen unabhängig und neu, indem du deiner inneren Stimme folgst. Du darfst der Geschichte deiner Seele den Segen geben und darfst die Bühne der Täter- und Opfer-Spiele verlassen. Für dein Leben erschaffst du dir eine Plattform der Neutralität. Auf dieser Plattform installierst du eine neue Dimension der Synchronizitäten und Win-win-Szenarien.

3. Demut

Die dritte Stufe vor der Tür zur Meisterschaft nenne ich Demut. Demut bedeutet, die Haltung eines Dienenden anzunehmen. Gleichzeitig beinhaltet der Begriff Demut das Wort Mut. Es erfordert Mut, in die Meisterschaft einzutreten, aber es bedarf auch einer Haltung der Hingabe und Ehrfurcht. Bei dem Übergang in die Meisterschaft handelt es sich um einen Narrensprung. Es mag sein, dass du eine Weile auf der Schwelle zur Meisterschaft stehen bleibst, bevor du den eigentlichen Narrensprung wagst. Es geht einfach darum, die Meisterschaft anzunehmen, die dein Universelles Selbst im Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein für dich vorbereitet hat.

Deine Demut wächst auf der Grundlage der Neutralität. Wenn du dich von allen Täteraspekten, also auch von den Aspekten unausgewogener Macht, verabschiedet hast, kannst du die Haltung der Ergebenheit an den Tag legen, die dich für den Eintritt in die Meisterschaft des Seins prädestiniert. Du vertraust darauf, dass die göttliche Vorsehung dein Bewusstsein zum rechten Zeitpunkt auf die ultimative Stufe der Erkenntnis, der Erleuchtung und der Liebesfähigkeit hebt, die die Meisterschaft des Seins manifestiert. Wenn du alle deine menschlichen Aspekte und Schattenseiten vollkommen integriert hast, weißt du, dass die Aufgaben dieser Inkarnation erfüllt sind und du aus freien Stücken auf der Erde verweilst. Du kannst dich dann für die Einsicht öffnen, dass allein der Dienst an der Welt dein Hiersein rechtfertigt. Wenn du bereit bist zu dienen, verkörperst du Demut in ihrer essenziellen Bedeutung.

Zugleich wird dir die Freude des freien Spiels auf der Erde bewusst. Ist die reine Freude am irdischen Leben nicht der tiefere Sinn deines Lebens? In dieser Phase deines Aufstiegs gibst du dich auch begeistert absichtsloser Lebensfreude hin. Der Meister verbindet seinen Dienst an der Menschheit, den er in Freiheit leistet, mit der Freude an seinem bewussten Leben auf der Erde. Dienst in Freude zu leisten zeichnet den Meister aus.

Wenn du dein menschliches Ich integriert hast und nicht mehr aus der Motivation deines Egos, sondern deines wahren Selbst lebst, dann entwickelst du automatisch eine umfassende Demut gegenüber allen Facetten der Schöpfung. Der Meister stellt seine eigenen Ansprüche nicht über die Bedürfnisse aller anderen Lebewesen auf der Erde. Er bringt der Erde, der Natur, den Elementen, den Pflanzen und Tieren Respekt entgegen. Weil er die Erde achtet, ehrt und liebt und ihr mit der staunenden Haltung eines Kindes begegnet, wähnt er sich im Paradies. Er tut alles, um das irdische Paradies zu erhalten.

Außerdem bringt der Meister dem schöpferischen Ausdruck aller Menschen Respekt entgegen. Obwohl der Meister im Vergleich zu seinen Mitmenschen außergewöhnlich klug und weise daherkommt, pflegt er seinen Inneren Narren, der sich unwissend gibt und immer wieder neue Fragen stellt. Der Meister achtet die Errungenschaften menschlicher Kultur und Wissenschaft. Obwohl der Meister seine Seele direkt an der Quelle von Licht und Liebe labt und Heilung und Erlösung in der Welt kanalisiert, fühlt er sich keiner anderen Seele überlegen, sondern begegnet ihr mit Ehrfurcht und Barmherzigkeit. Gerade weil er sich seiner eigenen Größe bewusst ist, kann er die besondere Ausstrahlung und einzigartige Schönheit jedes Lebewesens und aller Menschen fühlen und lieben. Die Demut des Meisters speist sich aus seiner Neugierde und Offenheit für die Welt. Sie speist sich aus seiner Anerkennung der Schönheit der Welt.

Ich möchte dich nun auf eine Reise führen, die deine Beziehung zur Erde stärkt. Außerdem kannst du mithilfe der folgenden Übungen erfahren, was unter dem Begriff Dimension zu verstehen ist. Du kannst dir dann besser vorstellen, was ich damit meine, dass der Meister in seiner eigenen Dimension lebt. Der Meister lebt gleichzeitig völlig souverän in seiner eigenen Dimension und im Einklang mit allen Lebewesen der Erde.

Innere Reise: Demut gegenüber dem Leben
Die Dimension der Pflanzen

Zunächst kannst du dich einmal ganz bewusst in die Dimension der Pflanzen begeben. Du kannst mit einem tiefen Atemzug Ja dazu sagen, die Dimension der Pflanzen zu betreten. Es geht nicht um die Begegnung mit einer bestimmten Pflanze. Es geht um die Begegnung mit der Dimension aller Pflanzen, die auf der Erde verwurzelt sind, wachsen und blühen.

Du fühlst dich wie eine Pflanze. Du empfindest wie eine Pflanze. Wenn du dich ganz bewusst in die Dimension der Pflanzen begibst, dann tauchen spezielle Wahrnehmungen, Gefühle und Bilder in deinem Bewusstsein auf. Du begibst dich in die Dimension der Pflanzen und fühlst dich dort ein.

Es kann sehr gut sein, dass deine Reise in die Pflanzenwelt ein Gefühl von Ausgeglichenheit und Freude erzeugt. Pflanzen leben in der Schwingung reiner Freude. Sie fühlen tatsächlich nur sehr begrenzt Schmerz und Unwohlsein. Du kannst immer wieder, wenn du dich ausruhen möchtest, in die Dimension der Pflanzen eintauchen. Die Pflanzen leben in ihrer eigenen Dimension, die aber auch zur Erfahrungswelt des irdischen Lebens gehört. In gewisser Weise bist auch du in der Dimension der Pflanzen zu Hause, denn die Pflanzen sind deine Brüder und Schwestern auf dieser Erde.

Wenn du diese Erfahrung vertiefen möchtest, kannst du die Reise in die Dimension der Pflanzen in deine Erholungs- und Rückzugsphasen einbinden. Du kannst, so oft du willst, die Dimension der Pflanzen aufsuchen. Du kannst deine Reisen in die Pflanzenwelt mit der Zeit auch spezifizieren und dich zum Beispiel in die Dimension der Bäume oder in die Dimension der Rosen begeben.

Die Dimension der Tiere

Ich möchte dir noch ein weiteres Experiment zum Thema Dimensionen vorschlagen. Mit einem tiefen Atemzug begibst du dich ganz bewusst in die Dimension der Tiere, wenn du es wählst. Du wirst den Unterschied zur Pflanzenwelt fühlen, denn hier passiert mehr. Die Tiere sind in ihren Bewegungsmöglichkeiten freier als die Pflanzen. Für dich ist der Aufenthalt in der Dimension der Tiere immer wieder heilsam, denn sie leben im Jetzt. Für sie gibt es kein Gestern und kein Morgen. Das kannst du von den Tieren lernen. Weil Tiere im Jetzt leben, beenden sie ihr Leben auch nicht im Freitod. Sie halten nie so lange wie die Menschen an einem Kummer oder einem Schmerz fest.

Wenn du möchtest, kannst du deine Erfahrungen in der Dimension der Tiere erweitern, indem du ein Krafttier für dich persönlich erscheinen lässt. Du trittst damit in die Dimension der Löwen, der Elefanten oder der Eidechsen oder eines anderen Tieres, das für dich erscheint, ein. Die Tiere sind auf der Erde, um dem Menschen zu dienen. Du kannst dein Krafttier, das dich in seine Dimension einlädt, fragen, wie es dir in der nächsten Zeit dienen möchte.

Die Dimension Strand

Ich möchte dich nun noch in eine Dimension einladen, die die meisten Menschen aus Mitteleuropa als erfrischend und heilsam erleben. Ich möchte dich einladen, dich auch in die Dimension einer Landschaft zu begeben. Wenn du es wählst, reist du innerlich in die Dimension des Strandes. Du erlebst die spezielle Schwingung einer Küstenlandschaft am Meer voller Licht und Wärme. Du begibst dich dorthin, ohne dass du dafür einen konkreten Ort benennen musst. Wenn du winterlicher Dunkelheit und Kälte überdrüssig wirst, kannst du immer wieder in die Dimension des Strandes hinübergleiten und dich dort auftanken. Du kannst dich am Strand aufhalten, solange du möchtest. Du kannst dich auch in der Nacht während deiner Träume mit mir und anderen nicht-physischen Freunden in der Dimension des Strandes treffen, ein Lagerfeuer unter freiem Sternenhimmel anzünden und ums Feuer tanzen.

Wenn du jetzt die nächsten Kapitel liest, wirst du dich in die Dimension deiner Meisterschaft begeben. Genauso wie du in Demut die Welt der Pflanzen und der Tiere und irdische Landschaften betrittst, solltest du nun in Demut vor der Vollkommenheit deines Seins in die Dimension deiner Meisterschaft eintreten.


Die acht Meister-Fragen

Ich werde dir jetzt die Meister-Fragen präsentieren. Du solltest ganz spontan aufschreiben, was dir als Antwort auf meine Fragen in den Sinn kommt. Wenn du möchtest, kannst du deine Antworten channeln, also einfach spontan aus deinem höheren Bewusstsein kanalisieren. Es geht darum, dass du dich deinen ganz persönlichen Antworten auf diese Fragen stellst. Du kannst dir diese Fragen übrigens von Zeit zu Zeit erneut vornehmen. Der Aufstieg des Meisters vollzieht sich als ein Prozess, bei dem Schritt für Schritt sein wahres Selbst, sein Bewusstsein und seine Herzkraft expandieren.

In der ersten Phase des Aufstiegs lernst du, wirklich für alles Verantwortung zu übernehmen, was in deinem Leben passiert. Vor allem, wenn etwas anders als erwartet abläuft, erweist es sich, ob du zu deiner Verantwortung stehen kannst. Der Meister muss ehrlich zu sich selbst sein und allen Ereignissen, Umständen und Gegebenheiten in seinem Leben ins Auge schauen, die ihn ängstigen und enttäuschen, und dafür Verantwortung übernehmen. In zunehmendem Maße kann der Meister dann die Vollkommenheit erkennen, die auch in diesen Schöpfungen liegt. Es geht manchmal darum, etwas zu lernen. Es geht sehr oft darum, eigene Seelenaspekte und immer wieder Lebensthemen zu integrieren und letztendlich loszulassen. Es geht meistens einfach darum, neue Erfahrungen zu machen.

Mit der Zeit denkt der Meister gar nicht mehr darüber nach, was in seinem Leben fehlt und was er optimieren könnte. Er hat das Prinzip immerwährender Verwandlung verinnerlicht und weiß, dass sich alles, was ihm das Leben serviert, innerhalb von Sekunden verändern kann. Ewiger Verwandlung zuzustimmen, darin liegt wahrhaftig die Kunst der Meisterschaft. Ich kann deine Zuversicht erschüttern, wenn ich dich auffordere, dir vorzustellen, dass dir dein Haus unter deinen Füßen weggerissen wird. Der Meister kann sogar einer derartigen Katastrophe zustimmen und darin die Vollkommenheit des Universums erkennen. Der Meister des Seins gestaltet sein Leben, indem er den Veränderungen zustimmt. Diese Haltung macht ihn zum Vorreiter seiner Zeit.

Wenn du dich nun mit meinem Fragen in dem energetisch vorbereiteten und gleichzeitig geschützten Raum, den ich für dich aufgebaut habe, in Beziehung und auseinandersetzt, dann wirst du dabei innere Bürden und Begrenzungen aufspüren, integrieren, loslassen und letztendlich in Schätze verwandeln.

1. Was ist deine größte Angst?

Du darfst ruhig darauf vertrauen, dass deine erste Antwort die richtige ist. Die erste Antwort, die dir auf die Frage »Was ist deine größte Angst?« erscheint, schreibst du auf. Du darfst deine Antwort einfach annehmen. Wenn du deiner größten Angst ins Auge schaust, kann sie sich verflüchtigen und dann verflüchtigen sich alle anderen Ängste. Deine inneren Opferaspekte verharren in der Haltung der Angst und, wenn du deine Angst wirklich durchatmest und annimmst, dann kannst du das Opferdasein in deinem Leben überwinden und die Haltung der Angst hinter dir lassen. Es mag sogar sein, dass deine Antwort gar nichts Wichtiges zutage fördert, sondern nur etwas fast Banales. Dann ist es auch in Ordnung, denn wahrscheinlich hast du alle anderen Ängste schon für dich angenommen und aufgelöst.

Nun komme ich zur zweiten Frage. Die Frage unterstützt dich, dir deiner persönlichen Illusionen bewusst zu werden. Denn selbst die größte Angst ist im gegenwärtigen Moment des Lebens, während du im Sicheren Raum sitzt und gut von der von meiner Wenigkeit verfassten Lektüre unterhalten wirst, schlicht eine Illusion.

2. Was schuldest du der Welt oder anderen Menschen?

Vielleicht gibt es einen Menschen, von dem du denkst, dass du ihm noch etwas schuldest. Vielleicht sind es sogar deine Eltern oder deine Kinder, von denen du glaubst, dass du ihnen noch etwas schuldig geblieben bist. Vielleicht fühlst du dich der Welt gegenüber zu etwas verpflichtet. Du darfst die Antwort in dir erscheinen lassen und notieren. Es kann auch ein Projekt oder ein Lebenstraum sein, von denen du glaubst, dass die Welt sehen möchte, dass du sie verwirklichst. Du kannst alles hereinkommen und vor deinem inneren Auge erscheinen lassen, wozu du dich noch irgendwie verpflichtet fühlst und was du scheinbar noch erledigen musst.

3. Was schuldest du dir selbst?

Bei der dritten Frage handelt es sich um eine Ergänzung der zweiten Frage. Vielleicht trägst du unerfüllte Träume, unerfüllte Projekte mit dir herum, die du in diesem Leben noch unbedingt realisieren möchtest. Vielleicht handelt es sich sogar um etwas ganz Banales, das du unbedingt in diesem Leben noch erreichen willst. Wenn du eines Tages das Zeitliche segnest, dann wirst du sehen, dass es dort, wo du hingehst, wirklich keinen Richter gibt, außer dir selbst. Du wirst dann fühlen, wie frei du in diesem Leben wirklich gewesen bist. Schuld ist also eine Illusion. Dennoch kannst du dir an dieser Stelle ins Bewusstsein rufen, was du glaubst, dir noch selbst zu schulden.

Wenn du die zweite und die dritte Frage beantwortet und durchgeatmet hast, dann kannst du damit alle Täteraspekte und Täterambitionen loslassen als Voraussetzung dafür, die Meisterschaft zu verkörpern.

Die drei Fragen, die ich dir bisher gestellt habe, waren die wichtigsten in dieser Reihe und dienten dazu, dein Bewusstsein über dich selbst zu erweitern.

Die Essenz des Meisters erstrahlt in der Welt und durch seine Präsenz heilt und verwandelt er die Welt. Die nächsten Fragen beziehen sich auf deinen Alltag und du kannst an dieser Stelle eine tiefe Entscheidung treffen, deinen Alltag mit allen seinen Banalitäten zu verwandeln.

4. Was sind deine täglichen Pflichten?

Auch in deinem Alltag belasten dich immer wiederkehrende Pflichten. Notiere unvoreingenommen alle routinemäßigen Verrichtungen deines Alltags. Wahrscheinlich hast du dann eine lange Liste erstellt.

Zum Beispiel glaubst du, dass du jeden Tag essen musst, was dir manchmal aber auch lästig ist. Da der Meister frei ist, seinen Dienst in der Welt zu wählen, lösen sich selbst banale Pflichten auf. Du glaubst, dass du verpflichtet bist, deinen Körper jeden Tag zu nähren und mit Wasser und Speisen zu versorgen, aber das ist auch nur eine Illusion. Du glaubst, dass du dich jeden Tag oder mindestens zweimal die Woche auf der Toilette entleeren musst. Alles Illusion! Ich weiß, dass dir viele deiner Alltagspflichten so selbstverständlich erscheinen, dass du dir gar nicht vorstellen kannst, sie aufzugeben. Aber der Körper kann sich verwandeln, sodass sich auch der Prozess der Verdauung verändert. Du glaubst, dass du dir die Zähne putzen musst. Probiere es einmal aus und überlasse deinen Körper einfach seinen Selbstreinigungskräften. Wenn du dich in neue Dimensionen des Bewusstseins bewegen möchtest, lehren dich diese Selbstversuche, dass sich der Körper aus eigener Kraft reinigen und versorgen kann. Deine täglichen Pflichten darfst du dir unter dem Blickwinkel der Illusion anschauen. Während deinem Aufstiegsprozess braucht der Körper viel Aufmerksamkeit. Dein Körper verlangt dein vollkommenes Vertrauen in seine in ihm wohnende Kraft, sich zu verwandeln und selbst zu heilen. Sprich mit deinem Körper und wundere dich auch nicht über überraschende Antworten.

Zu deinen regelmäßigen Pflichten gehört wahrscheinlich, dass du aufräumst, kehrst, putzt, Rasen mähst, Pflanzen umtopfst und vieles mehr. Natürlich ist es auch nur eine Illusion, dass diese Pflichten einem regelmäßigen Rhythmus unterliegen müssen. Wenn du diese Illusion erkennst, dann begibst du dich über die Begrenzungen der Zeit hinaus. Dann kannst du die Rhythmen der Reinigung oder Pflege deiner Umwelt verändern. Außerdem kannst du viel mehr energetisch erledigen, als du es bisher wagst. Viele Menschen sind ja schon bereit, ihren Körper energetisch zu reinigen, warum nicht auch ihr Haus? Öffne dich für deine eigenen Erfahrungen mit energetischem Putzen! Vertraue deinen Wahrnehmungen, wenn du dich entscheidest, deine Wohnung oder dein Haus jetzt energetisch zu reinigen. Möglicherweise wunderst du dich dann plötzlich, dass du gestern noch dachtest, die Fenster müssten geputzt werden.

Nicht-physische Helfer und Energien dienen dem Meister, so wie ihm die anderen Menschen dienen. Auf welche Weise die Wunder in deinem Leben bewerkstelligt werden, darfst du völlig loslassen. Du darfst es einfach annehmen, mit vielen alltäglichen Pflichten viel weniger Mühe zu haben, als du es dir jemals hast vorstellen können. In diesem Bereich darfst du immer wieder deinen Fantasien freien Lauf lassen.

5. Worunter leidest du am meisten?

Im Moment herrscht Chaos im Universum und auf der Erde. Die bestehenden Weltgesetze lösen sich auf, die définition mondiale purzelt durcheinander und zerfällt im Chaos. Die Meister der Gegenwart definieren das Spiel der Erde gerade neu. Viele Menschen haben sich entschieden, dass sie keine Machtspiele mehr mitmachen möchten. Sie möchten, dass die Menschen von Herz zu Herz und in Liebe miteinander umgehen und kommunizieren. Viele Menschen möchten nicht mehr lügen und betrogen werden. Sie wünschen sich ein Leben in Frieden und Freude für alle, die hier auf der Erde leben. Viele Menschen möchten nicht mehr immer nur auf das nächste Leben warten, um glücklich und in Wohlstand leben zu können. Sie möchten jetzt Zufriedenheit für alle Menschen erschaffen. Viele Menschen möchten hier auf der Erde ganz neue Spiele spielen, indem sie ganz neue schöpferische und magische Fähigkeiten entwickeln. Dabei lösen vor allem die Gefühle der Menschen die Umgestaltung der Welt aus, und zwar die echten, unverstellten Gefühle des Alltags. Wenn du darunter leidest und innerlich aufstöhnst, dass die meisten Menschen sich in endloser Wiederkehr im Drama ihres Lebens drehen und ihre Kreativität in scheinbaren Pflichten ersticken, dann verwandelt sich die Welt. Wenn du das Leid der Welt wirklich fühlst und in deinem Herzen bewegst, dann verwandelt sich die Welt. Deshalb lohnt es sich für dich, dir die Frage zu stellen, worunter du am meisten leidest.

Du darfst dir erlauben zu sehen, was ich sehe. Dann schaust du auf die Welt und siehst, wie sie im Chaos versinkt und wie sich das Neue aus dem Chaos entwickeln möchte. In vielen Ländern der Erde ist es augenfällig geworden, dass die ganze Gesellschaft zusammenbricht, verkrustete Strukturen zusammenfallen, ohne dass Jemand schon das Neue sieht, sondern es entfaltet sich auf dem Boden des Zusammenbruchs.

Du darfst also auch gerne definieren, worunter du in deiner Gesellschaft, in deiner Kultur leidest, damit sie sich verändern kann. Trotz umfassendem Wohlstand versinken viele Menschen in Europa in einer tödlichen Langeweile. Es existieren viel zu wenig Räume und Gelegenheiten, um einfach miteinander Spaß zu haben und bedingungslos kreativ sein zu können. Viele Menschen suchen daher ihr Heil in der Unterhaltungsindustrie und im Internet, aber auch dort herrscht Öde und Gleichförmigkeit, wenn nicht gar sinnlose Machtspiele toben.

Indem du dich dieser Frage stellst, lässt du die Kraft der Verwandlung, die der Meister verkörpert, in das Thema einfließen, dass dich am meisten bewegt. Es bedeutet nicht, dass du in deinem Leid schwelgen sollst, sondern du sollst dir Leidvolles in der Gewissheit bewusst machen, dass sich jetzt gerade alles sehr schnell transformieren kann. Wenn es möglich ist, darfst du auch klare Entscheidungen treffen und dir innerlich versprechen, alles, was in deiner Macht liegt, beizutragen, um das Leid zu beenden.

6. Was bereitet dir am meisten Freude?

Um die Frage zu beantworten, darfst du dich ganz bewusst auf die Ebene deiner Seele begeben. Du klinkst dich aus dem Massenbewusstsein aus und öffnest dich zu erkennen, was deine Seele sucht und nährt. Wenn du in deinem Leben etwas findest, was dir Freude macht, darfst du es ganz bewusst begrüßen und dann wird es expandieren. Wenn du dich mit dieser Freude verbindest, indem du sie dir bewusst machst, dann verwandelst du auch deine Realität.

Du kannst dir ganz konkret vorstellen, dass die alte Welt in lauter Puzzleteile zerfällt, die chaotisch durcheinanderpurzeln. Du nimmst dann einen Puzzlestein in die Hand, der dir gefällt. Diesen Puzzlestein pflanzt du nun ganz bewusst in der Dimension deiner Meisterschaft ein. Andere Puzzlesteine hast du schon aus deiner Dimension herausgeschmissen und entrümpelt. Du räumst in deiner Dimension auf, indem du die durcheinanderfliegenden Puzzlesteine aufnimmst und sortierst. Genau das ist deine Aufgabe. Mit deiner hohen Schwingung kannst du deine définition maîtresse, deine Dimension der Meisterschaft erschaffen. Wer sollte das besser können als du?

Du hebst deine Schwingung an. Daher schwächt sich deine Bindung ans Leben ab. Du könntest ganz leicht im Leben aus- und wieder einsteigen. Du könntest über die Lichtbrücke, den Übergang zwischen Leben und Tod, hin und zurück laufen. Daher musst du dich jeden Tag neu für das Leben entscheiden.

7. Was macht dir das Leben lebenswert?

Diese Frage kannst du dir immer wieder stellen. Du kannst allem, was dir das Leben lebenswert erscheinen lässt, möglichst viel Zeit in deinem Alltag einräumen. Die siebte Frage ergänzt sehr gut die zweite bis vierte und die sechste Frage. Deine scheinbaren Verpflichtungen verblassen, während deine Leidenschaften dich zunehmend einnehmen. Du wirst beobachten können, dass genau das, was dir das Leben lebenswert macht, auch viele Menschen in deinem Umfeld nachahmen, weiterentwickeln und vertiefen werden. Auf diese Weise erschafft ihr gemeinsam eine neue Welt. Wenn du zum Beispiel feststellst, dass du gerne liest, dann werden viele Menschen in deinem Umfeld das Lesen neu entdecken. Wenn du gerne wanderst, werden neue Wanderwege eingerichtet und diese Freizeitbeschäftigung wird an Popularität gewinnen. Wenn du gerne schwimmst, wird eine neue Badekultur ins Leben gerufen. Wenn du gerne kochst und isst, wird sich eine neue Esskultur entwickeln, aber wenn dir Essen und Trinken egal sind, werden immer mehr Menschen zur Lichtnahrung übergehen.

Du bist der Vorreiter und damit definierst du die neue Lebenskunst. Dabei bist du natürlich nicht allein, aber deine Entscheidungen haben starkes Gewicht. Deine Gedanken und deine Leidenschaften bestimmen die Weiterentwicklung der Welt.

8. Was ist deine Vision für die Zukunft der Erde?

Jetzt darfst du dir etwas auszudenken und visualisieren, was es im besten Falle noch gar nicht gibt. Du hast dich erinnert, was du aus diesem Leben kennst, aber nicht mehr weitermachen möchtest, was du also aus deiner Dimension verbannen möchtest. Du hast dich erinnert, was dir jetzt schon Freude bereitet und was du expandieren oder sich vervielfältigen lassen möchtest. Darüber hinaus kannst du ganz neue Visionen entwickeln.

Was ist deine Vision für dein zukünftiges Leben, wenn du es jetzt in Einheit, Freude und Liebe gestaltest? Welche Vision gibt dir deine Liebe zur Erde ein? Deine Vision fügt sich in den Weltentraum ein, der die neue Erde erschafft.


Der Lichtkörper

Dein Aufstieg in die Meisterschaft verändert auch deinen physischen Körper in radikaler Weise. Ich bezeichne die Transformation des physischen Körpers auf dem Weg in die Meisterschaft als Lichtkörperprozess. Du darfst dich in diesem Kapitel überraschen lassen, wie einfach sich der Lichtkörperprozess in dieser Zeit gestaltet. Zunächst darfst du dich mit deiner Leidenschaft für persönliches Wachstum und inneren Aufstieg verbinden. Ich verneige mich vor dir wegen deiner Leidenschaft für den Aufstieg und deshalb arbeiten wir hier zusammen. Wenn ich dich jetzt zu deinem Lichtkörper führe, darfst du ganz bewusst deinem Verstand erlauben, mentale Begrenzungen loszulassen. Während du weiterliest, darfst du alles begrüßen, was in deinem Bewusstsein erscheint, auch Eingebungen jenseits von Gedanken und Worten. Der Lichtkörperprozess vertieft deine Selbsterfahrung, er eröffnet dir sehr spezifisches Wissen über dich selbst, das du annehmen darfst. Wenn du es wählst, kannst du dich während deiner dunkelsten Stunden auf der Erde oder vielleicht sogar in anderen Dimensionen des Universums sehen. Du kannst, wenn du damit Resonanz hast, zum Beispiel den Untergang von Atlantis noch einmal in deinem Körper spüren. Außerdem siehst du dich in glänzenden und herausragenden Rollen in früheren Leben. Aus unserer Sicht gehören glückliche und traurige Lebenserfahrungen deines Seelenweges untrennbar zusammen. Die Farben des Lebens, die du in dir trägst, fließen in deinem Lichtkörper zusammen und werden eins. Bei dem Lichtkörperprozess handelt es sich auch um einen Prozess der Verjüngung. Wenn du darauf dein Augenmerk richtest, kannst du das Potenzial der Verjüngung empfangen und erfahren.

Die Heilung des Körpers bewegt viele Menschen. Wenn man krank ist und Schmerzen erleidet, dann hat der menschliche Geist scheinbar vollkommen die Macht über den Körper verloren. Krankheit und Schmerz erzeugen Zustände absoluter Ohnmacht, die allerdings auch nur eine Illusion darstellen, denn der Körper gehorcht deinem Geist. Der Körper macht, was du willst, wenn du deine Macht annimmst. Kluge Beobachter der westlichen Gesellschaften stellen fest, dass Gesundheit die neue Religion ist. Ich stimme dieser Beobachtung zu. Viele Menschen sitzen den ganzen Tag vor einem Computer in einem Großraumbüro und schalten dabei ihren Körper ab, weil sie sonst die langen Arbeitszeiten im Sitzen gar nicht durchstehen könnten. Nach Feierabend verlangt der Körper dann sein Recht. Er verlangt Aufmerksamkeit. Wenn du so lebst, wie es viele Menschen in deiner Kultur tun, dass du berufsbedingt körperliche Empfindungen und Sinneswahrnehmungen abschaltest, muss es dazu einen Ausgleich geben. Daher suchen viele Menschen in ihrer Freizeit den Kontakt mit dem Körper. Gesundheit als neue Religion gehört natürlich eher zum Glaubenssystem des Mittelstands.

Im Lichtkörperprozess wird der physische Körper auf jeden Fall in den Fokus deiner Aufmerksamkeit rücken. Du kannst dir vorstellen, dass dein physischer Körper durch eine Art unsichtbarer Tunnel mit einer anderen Dimension verbunden ist, in der sich dein Lichtkörper befindet. In einem Paralleluniversum, auf der anderen Seite einer dünnen Bewusstseinsmembran existiert dein Lichtkörper. Du kannst deinen Lichtkörper daher einfach einatmen und dich damit verbinden, wenn du es wählst, diesen Schritt zu tun.

Dein physischer Körper war bisher über Meridiane (Energiebahnen) und Chakren (pulsierende Energiefelder im Zentrum deines Körpers) mit dem Lichtkörper verbunden, allerdings nur sehr rudimentär. Wenn die Experten der chinesischen Medizin unterschiedliche traditionelle Techniken einsetzten, um Meridiane mit Energie zu versorgen, dann ließen sie Energie aus dem ganz persönlichen Lichtkörper ihres Patienten in den physischen Körper einfließen. Genauso funktioniert die Energetisierung von Chakren. Allerdings ließ sich auf diese Weise meistens nur eine begrenzte physische Heilung bewirken. Du kannst dir vorstellen, dass durch einen energetischen Schlauch wie bei einer Infusion ständig Energie aus dem Lichtkörper in den physischen Körper hereintröpfelt. Traditionelle Heiltechniken zur Harmonisierung von Chakren und Meridianen konnten den Fluss der aus dem Lichtkörper einfließenden Energie verstärken, die je nach Tradition Chi, Prana oder Lebenskraft genannt wird. Bei den meisten Menschen haben sich im Laufe des Lebens die Energiebahnen des physischen Körpers verstopft, was den Alterungsprozess vorantreibt. Hellsichtige Medien können sehen, dass der Energiekörper von Kindern leuchtender erstrahlt als der Energiekörper alter Menschen. Du kannst dir vorstellen, dass Energielinien, die als Verlängerung der Meridiane aus deinem physischen Körper austreten, den Körper mit dem Lichtkörper verbinden. Hinzu kommen weitere Energieverbindungen, die bisher auch von energetischen Heilern kaum wahrgenommen wurden. Wie eine Marionette, die an Fäden hängt, bist du mit deinem Lichtkörper verbunden. Die Verbindung reißt auch nicht ab, wenn jemand stirbt.

Nun ist die Zeit gekommen, dass du die Verbindung zu deinem Lichtkörper neu konstituierst. Du kannst dir vorstellen, dass sich dein Lichtkörper aus dem Paralleluniversum, in dem er sowieso schon existiert, mit einem einzigen Atemzug mit deinem physischen Körper vereint. Während du das liest, kann es sein, dass du innerlich das Gefühl hast, Ja sagen zu müssen. Dann solltest du das tun, egal welche Sätze du gerade liest. Wenn du unvermittelt das Bedürfnis hast, Ja zu sagen, dann nimmst du den Lichtkörper auf. So einfach ist das. Eigentlich können wir das Kapitel hier beenden. Ich weiß aber auch, dass es dir guttut, wenn ich dich bei der Manifestierung deines Lichtkörpers eine Weile begleite. Wenn du ehrlich mit dir selbst bist – und du musst nicht ehrlich gegenüber anderen oder gegenüber mir, sondern nur zu dir selbst sein – dann spürst du womöglich, dass du zu einem Ja noch nicht bereit bist und es daher bei dir nicht erscheint. Etwas hält dich innerlich davon ab, Ja zu sagen, den Vorhang zwischen den Dimensionen aufzuziehen und den Lichtkörper hereinzulassen. Wenn ein Ja bei dir noch nicht erscheint, dann kannst du trotzdem weiterlesen. Auf mögliche Blockaden gehe ich nämlich auch noch ein. Später kannst du dich jederzeit noch einmal der Einladung deines Lichtkörpers zuwenden.

Übung Einladung des Lichtkörpers

Ich bitte dich, einen tiefen Atemzug zu nehmen und vor deinem inneren Auge deinen physischen Körper zu sehen und gleichzeitig das Paralleluniversum wahrzunehmen, in dem dein Lichtkörper jetzt erstrahlt und dir entgegenkommt. Du sagst innerlich Ja und damit kommt der Vereinigungsprozess zwischen Körper und Lichtkörper ins Rollen. Du nimmst einen tiefen Atemzug und verbindest dich mit deinem Lichtkörper.

Der Lichtkörper ist der strahlende Körper deiner Seele. Er ist weder die Seele selbst noch dein Energiekörper. Der physische Körper ist von deinem Energiekörper, von deiner Aura umgeben. Als Aura bezeichnet man den in einer einzigartigen Schwingung erstrahlenden energetischen Kreis um deinen physischen Körper. Dein Energiekörper kann sehr hell erstrahlen, besonders wenn du dich immer wieder von Verstrickungen mit anderen Seelen, dunklen Aspekten deines Seelenweges und körperlichen Traumapunkten gereinigt hast. Wenn du nun den Lichtkörper, den Körper deiner Seele, annimmst und vollkommen mit dem physischen Körper verbindest, dann lösen sich die energetischen Schnüre zwischen den beiden Körpern auf. Du könntest sogar vor deinem inneren Auge sehen, wie sich diese Energiebänder verkürzen, verkürzen, verkürzen und wie der Lichtkörper zu dir hereinschwebt, nachdem sich der Schleier zwischen den Dimensionen verflüchtigt hat. Obendrein lösen sich die Chakren und Meridiane in deinem Körper auf, denn sie haben ihre Funktion verloren, die Verbindung zum Lichtkörper herzustellen. Du kannst dich öffnen, diesen Prozess vor deinem inneren Auge zu sehen. Du siehst dann den strahlenden Körper, der du wirklich bist. Bei dem Lichtkörper handelt es sich um gleichförmig pulsierendes funkelndes Licht, das den physischen Körper durchströmt und umhüllt. Das Herzzentrum erstrahlt in der Mitte des Lichtkörpers besonders hell, vor allem dann, wenn du dich in einer dunklen Umgebung aufhältst. Der Lichtkörper bindet sich an den physischen Körper über das Herz, am Herzen ist er sozusagen an den physischen Körper angeheftet. Während der Lektüre kannst du alles, was ich hier beschreibe, vor deinem inneren Auge sehen.

Wenn du ein Ja in dir aufsteigen fühlst, den Lichtkörper anzunehmen, dann darfst du dieses Ja aus tiefstem Herzen begrüßen. Es mag sein, dass du zunächst einmal das Ja nur vor dich hinmurmelst. Auch das ist in Ordnung und dann steigt das leidenschaftliche Ja, den Lichtkörper wirklich zu empfangen, womöglich erst in einigen Tagen in dir auf. Es geht um deinen persönlichen Aufstiegsprozess, der sich in deinem ureigenen Rhythmus vollzieht. Wenn du dein Ja zum rechten Zeitpunkt fühlen kannst, dann wird ein Schleier zwischen den Dimensionen weggerissen, der sich dann auflöst. Ich bitte dich, dein Herz für dich selbst zu öffnen und dein strahlendes Licht zu sehen.

Wenn du deinen Lichtkörper empfangen hast, kannst du ihn kennenlernen und wirst erfahren, wie sich das Leben mit dem Lichtkörper verändert. Wenn du diesen Veränderungsprozess, den einige Menschen auf der Erde jetzt durchleben können, sehr bewusst wahrnimmst, dann kannst du später anderen Menschen deine Erfahrungen vermitteln. Jedenfalls wirst du dann in den Nächten, während du schläfst, in anderen Dimensionen zum Lehrer für neue Erdenseelen. Wenn der Lichtkörper zu dir hereingeschwebt und an dein Herz angeschlossen ist, dann entfaltet er sich in deinem physischen Körper. Die Entfaltung des Lichtkörpers im physischen Körper dauert ungefähr ein halbes Jahr. So lange begleite ich dich bei deinem Umbauprozess. Eigentlich ist es aber auch nur eine Illusion, dass dieser Prozess ein halbes Jahr dauert, er geschieht im Jetzt. In Wirklichkeit braucht der Verstand ungefähr ein halbes Jahr, um hinterher zu kommen und dem, was in deinem Körper geschieht, eine Struktur in Form von Gedanken, Sinnenwahrnehmungen und Gefühlen zu geben.

Es kann durchaus sein, dass du auch jetzt während der Lektüre Licht und Farben siehst oder dass du ein Flüstern oder eine Melodie hörst. Vielleicht schmeckst oder riechst du die Ausstrahlung deines Lichtkörpers. Alle diese Wahrnehmungen mögen dazu beitragen, dass du Ja sagen kannst, den Lichtkörper anzuziehen. Du sagst authentisch in deinem eigenen Rhythmus Ja. Dann gehört der Lichtkörper dir. So ist es.

Ich stelle dir nun einen bekannten Träger des Lichtkörpers vor: David, den König Israels. Er war bekanntlich ein erfolgreicher Krieger und kein Frauenverächter, wie es die Überlieferung erzählt. Er ist derzeit nicht auf der Erde inkarniert, das darfst du glauben, selbst wenn irgendwo jemand herumlaufen sollte, der sich als Wiedergeburt des Königs David ausgibt. Aber ein Abbild seines Lichtkörpers lebt auf der Erde. Es handelt sich um die berühmte Statue »David« von Michelangelo. Die Menschen schauen sie an und sagen: »Das ist ein vollkommener Körper.« Du siehst daran, auf welche Weise wir Geistwesen Aspekte von uns selbst auf der Erde manifestieren. Wir tun das zum Beispiel in Form von Bildern und Skulpturen.

David unterstützt uns hier auch, weil er einen Aspekt verkörpert, der auf der Erde in vielfältiger Weise transformierend wirkt und nun hier gebraucht wird: den Aspekt des Dichters. Mein Mark-Twain-Aspekt und Davids Psalmendichter-Aspekt arbeiten hier also zusammen, denn allein die Kraft der Poesie kann dir deinen Lichtkörper in angemessener Weise präsentieren. Mit wohl gesetzten Worten begleiten wir dich nun auf eine Lichtkörperreise. Selbst wenn du, lieber Erdenengel, noch davor zurückschreckst, dir das Gewand des Lichtkörpers anzuziehen, dann wirst du es nun sicher probeweise einmal angelegen, so wie man während einer Theateraufführung vorübergehend in ein Kostüm schlüpft. Nach der Kostümierung betreten wir die Bühne, die Welt heißt, und du trägst deinen Lichtkörper.

Bei der Verkörperung des Lichtkörpers handelt es sich um einen energetischen Prozess jenseits der Worte, der Dimensionen verbindet. Du kannst noch einmal einen tiefen Atemzug nehmen und dir vorstellen, dass du das Gewand des Lichtkörpers anziehst. Wenn du den Lichtkörper wirklich verkörperst, dann verändert sich deine Welt. Du schaust dich selbst anders an und die anderen schauen dich anders an. Du stehst jetzt an einem Wendepunkt in deinem Leben, der auch einfach nur ein Zufall ist. Der Lichtkörper fällt dir zu.

Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, dann kannst du auch innere Widerstände spüren, spontan zur Verkörperung des Lichtkörpers Ja zu sagen. Ich möchte dir daher erklären, warum die meisten Menschen davor zurückschrecken, den Lichtkörper wie ein neues Kleid einfach anzuziehen. Viele Menschen werden ja gar nicht vor diese Entscheidung gestellt und sie würden diesem Prozess auch nie zustimmen, weil er außerhalb ihres Lebensplanes liegt. Außerdem bewirkt die Verkörperung des Lichtkörpers Veränderungen, die die meisten Menschen scheuen.

Wenn du dich vor der Transformation des Gehirns, vor der Herzöffnung oder der Reinigung des Körpers fürchtest, die der Lichtkörper mit sich bringt, dann weist du ihn zurück. Ich unterstütze dich dabei, deine Angst loszulassen. Die grundlegende Angst, die dich zurückhält, ist die Angst vor dem Ungewissen. Du darfst dir bewusst machen, dass dein Pioniergeist, in neue Gefilde des Bewusstseins aufzubrechen, tatsächlich zu deiner Persönlichkeit gehört und dich trägt. Ich verabreiche dir an dieser Stelle eine energetische Infusion an Mut für das Unbekannte, die du annehmen darfst, so dass sich die Angst auflöst, du könntest den Boden unter den Füßen verlieren. In deinem Körper und in deinem Geist fühlt es sich in der nächsten Zeit immer wieder so an, als ob du sterben müsstest. Der Transformationsprozess im physischen Körper, den du durchlebst, ähnelt der Schwingungsanhebung, die mit dem physischen Tod einhergeht. Aber nur dein Ego stirbt, sonst nichts.

Was hindert die Seele daran, an diesem Wendepunkt des Lebens das Geschenk des Lichtkörpers anzunehmen? Oft blockiert ein tiefsitzender Glaubenssatz, das Geschenk des Lichtkörpers nicht zu verdienen. Du glaubst, noch irgendetwas tun oder verstehen zu müssen. Du glaubst, du müsstest die Leiter erst noch hochklettern, an deren Ende du schon angekommen bist. Der Verstand meint, noch ein paar Klimmzüge machen und sich schwierigen Lernstoff aneignen zu müssen. Gerade Menschen, die mit einem relativ integrierten Gehirn geboren wurden und sich mit dem ausschließlich linearen Denken auf ihrem Ausbildungsweg schwergetan haben, glauben oft, mental noch mehr arbeiten, Bücher lesen und Wissen sammeln zu müssen. Das darfst du loslassen. Du verdienst diese Transformation, ohne dass es noch weiterer Kurse, Ausbildungen und Einweihungen bedarf. Ein Aspekt des Inneren Kindes glaubt, den Lichtkörper nicht zu verdienen, weil er zu frech, zu schmutzig oder einfach zu wenig kompatibel für das Normalbewusstsein seines Umfeldes zu sein schien. Du darfst es in diesem Moment fühlen, wenn es dich betrifft, dass du nicht so gewesen bist, wie es sich deine Eltern, Freunde oder Vorgesetzten gewünscht haben. Der Virus der Unerwünschtheit wird nun auch das Zeitliche segnen. Du darfst noch einmal einen tiefen Atemzug nehmen und innerlich zu dir selbst sagen: »Ich verdiene den Lichtkörper.« Alle Aspekte, die sich klein, schuldig, unfrei, unverstanden, zurückgewiesen und abgelehnt fühlen, könnten in den nächsten Wochen noch einmal bei dir anklopfen, aber nur, um sich zu verabschieden. Du gibst ihnen dann den Segen und lässt sie gehen.

Um den Lichtkörper einzuladen, brauchst du eine gewisse Hingabe, Demut und vielleicht sogar Unterwerfung. Du musst dich dem Prozess überlassen, ihn geschehen lassen, einfach wirken lassen und nicht nur zulassen. In der nächsten Zeit darfst du dich immer wieder daran erinnern, dass es sich um einen Zufall handelt. Der Lichtkörperprozess hat nichts mit Machbarkeit zu tun. Es geht darum, ein Geschenk anzunehmen und es nicht zu bewerten, sondern einfach zu akzeptieren. Hingabe, Demut und Gelassenheit sind für dich zunächst vielleicht leere Worte, die aber in deiner Seele in den nächsten Tagen und Wochen Raum gewinnen werden. Im Zustand der Gedankenleere, die dich in nächster Zeit immer wieder überfallen wird, kannst du sie erfassen. Du wirst zunehmend aufhören, dich selbst ständig zu verbessern und optimieren zu wollen. Wenn du den Habitus der Gelassenheit verkörperst, dass du dich so, wie du bist, lässt, dann kannst du dich vor dir selbst verneigen. Dein Leben ist vollkommen, so wie es jetzt ist. Dein Leben stellt die Basis dar, auf der sich der Wendepunkt der Lichtkörperintegration ereignen kann. Wenn es eine andere Basis gebraucht hätte, dann hätte sie sich realisiert.

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533 s. 23 illüstrasyon
ISBN:
9783954473786
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