Kitabı oku: «SAP-Schnelleinstieg: ABAP-Entwicklung in Eclipse»
Christoph Lordieck
SAP®-Schnelleinstieg: ABAP-Entwicklung in Eclipse

| ISBN: | 978-3-96012-001-8 (ePUB) |
| Lektorat: | Anja Achilles |
| Korrektorat: | Christine Weber |
| Coverdesign: | Philip Esch, Martin Munzel |
| Coverfoto: | fotolia #101791987 | James Thew |
| Satz & Layout : | Johann-Christian Hanke |
Alle Rechte vorbehalten
1. Aufl. 2016, Gleichen
© Espresso Tutorials GmbH
URL: www.espresso-tutorials.com
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Eine Auswahl weiterer Bücher von Espresso Tutorials:
Antje Kunz: SAP® Legacy System Migration Workbench (LSMW)
Dr. Boris Rubarth: Schnelleinstieg in ABAP®
Thomas Stutenbäumer: SAP® Praxishandbuch ABAP Teil 1 – Konzeption, Entwicklung und Debugging
Rüdiger Deppe: Schnelleinstieg in SAP® ABAP Objects
Thomas Stutenbäumer: SAP® Praxishandbuch ABAP Teil 2 – Performance, Erweiterungen, Transportwesen
Marcel Schmiechen: Adobe® Interactive Forms – Interaktive Formulare in SAP®

Inhaltsverzeichnis
Cover
Titelseite
Copyright / Impressum
Vorwort
1 Einführung in Eclipse
1.1 Motivation der SAP für Eclipse
1.2 Vorteile von ABAP-Entwicklung in Eclipse
1.3 Wichtige Begriffe in Eclipse
1.4 Allgemeine Hinweise
2 Eclipse einrichten
2.1 Eclipse und Plugins installieren
2.2 ABAP-Projekt einrichten
2.3 Oberfläche der ABAP-Perspektive
3 Arbeiten mit Entwicklungsobjekten
3.1 Entwicklungsobjekt anlegen
3.2 Ein Paket anlegen
3.3 Ein Programm anlegen
3.4 Strukturen anlegen
3.5 Funktionsbausteine anlegen
4 Hilfsmittel und nützliche Funktionen
4.1 Code-Vervollständigung
4.2 Syntax-Prüfung
4.3 Quick Fix
4.4 ABAP Doc
4.5 Vorlagen
4.6 Navigation
4.7 Funktionen im Kontextmenü
4.8 Versions-Historie
4.9 Lesezeichen
4.10 Transporte
4.11 ADT-Links
4.12 Aufgaben
5 Debuggen in Eclipse
5.1 Breakpoints
5.2 Oberfläche der Debug-Perspektive
6 Fazit/Ausblick
7 Tastenkombinationen
7.1 Bearbeitung
7.2 Navigation und Suche
A Der Autor
B Disclaimer
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Vorwort
Seit einiger Zeit steht nun fest, dass seitens der SAP keine Weiterentwicklung der von ABAP-Entwicklern bisher genutzten »ABAP Workbench« in der SAP GUI mehr zu erwarten ist. Mehrfach hat Thomas Fiedler als Verantwortlicher für die neu erschlossene Entwicklungsumgebung Eclipse IDE betont, dass es keine weiteren Funktionen und Verbesserungen für das alteingesessene Programmierwerkzeug der SE80 geben wird. Alle zukünftigen Anstrengungen werden in die Verbesserung der Möglichkeiten in der Eclipse IDE fließen, die auch strategisch für die Entwicklung auf Basis von SAP HANA vorgesehen ist.
In diesem Buch richte ich mich daher an Gleichgesinnte – ABAP-Entwickler, die wie ich schon in der »alten Welt« zwischen dem Data Dictionary (DDIC), dem Function Builder und der ABAP Workbench gependelt sind und sich jetzt auf eine Reise ins Ungewisse begeben. Wagen Sie wie ich den Sprung heraus aus der bekannten Workbench, in der jedes Tastenkürzel sitzt, und hinein in eine neue Welt, die erst mal einiges an Umstellung mit sich bringt, aber auch hilfreiche Funktionen zur Erleichterung der täglichen Arbeit bereitstellt.
Ich möchte Sie Schritt für Schritt an ABAP in Eclipse heranführen: Beginnend mit ein paar grundlegenden Erläuterungen dieses strategischen Schritts der SAP, widmen wir uns der ersten Hürde, nämlich dem Einrichten der neuen Entwicklungsumgebung. Bis zum Ende von Kapitel 3 geht es darum, Sie zu befähigen, in der ungewohnten Umgebung zu arbeiten und die notwendigsten Schritte wie das Anlegen von Objekten, das Aktivieren und die Navigation zu meistern.
In Kapitel 4 kommen dann diejenigen Funktionen hinzu, die Ihnen als Entwickler bei Ihrer täglichen Arbeit unterstützend zur Seite stehen – allen voran die Auto-Vervollständigung und die Nutzung von Quick Fixes. Auch Eclipse-eigene und damit dem versierten ABAP-Entwickler bisher unbekannte Funktionen werden ausführlich erläutert, wie z.B. die lokale Überarbeitungshistorie und der einfache Quelltext-Vergleich.
Als Abschluss der funktionalen Beschreibungen steht mit Kapitel 5 der wichtige Debugger im Fokus, um auch hier die nötige Sicherheit bei der Analyse Ihrer Anwendungen zu schaffen und damit Ihre Entwicklungskompetenz abzurunden.
Ich selbst habe vor einiger Zeit diesen Wechsel von der Entwicklung in der SAP GUI hin zur Entwicklung in Eclipse vollzogen und mich mühsam in viele kleine und manchmal auch versteckte Funktionen eingearbeitet. Mit diesem Buch möchte ich Ihnen diese lange Umstellung ersparen und in einem kompakten Aufbau alle wesentlichen Aspekte übersichtlich erläutern. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eclipse mit der ABAP-spezifischen Erweiterung ist ein sehr umfangreiches und mächtiges Werkzeug. Mein Ziel ist, dass Sie am Ende einen guten Überblick über alles Notwendige für einen direkten Start in Eclipse haben werden.
Dieses Buch bezieht sich ausschließlich auf den reinen ABAP-Entwicklungsanteil. Andere Technologien wie BOPF, Web Dynpro for ABAP usw. werden nicht näher betrachtet, sind jedoch auch über Erweiterungen in Eclipse integrierbar. Sie werden feststellen, dass Sie sich nach einer Einfindungsphase in die Entwicklung mit Eclipse bestens zurechtfinden werden. Sobald dieser Grundstein gelegt ist, können Sie die vorhandenen Menüs erforschen und sich alle über ABAP hinaus bereitgestellten Funktionalitäten ohne Weiteres selbst erschließen.
Im Text verwenden wir Kästen, um wichtige Informationen besonders hervorzuheben. Jeder Kasten ist zusätzlich mit einem Piktogramm versehen, das diesen genauer klassifiziert:
Hinweis
Hinweise bieten praktische Tipps zum Umgang mit dem jeweiligen Thema.
Beispiel
Beispiele dienen dazu, ein Thema besser zu illustrieren.
Achtung
Warnungen weisen auf mögliche Fehlerquellen oder Stolpersteine im Zusammenhang mit einem Thema hin.
Zum Abschluss des Vorworts noch ein Hinweis zum Copyright: Sämtliche in diesem Buch abgedruckten Screenshots unterliegen dem Copyright der SAP SE. Alle Rechte an den Screenshots liegen bei der SAP SE. Der Einfachheit halber haben wir im Rest des Buches darauf verzichtet, darauf unter jedem Screenshot gesondert hinzuweisen.
1 Einführung in Eclipse
Trotz bestehender Entwicklungsumgebungen für die verschiedenen genutzten Technologien hat sich die SAP dazu entschlossen, in eine weitere Entwicklungsplattform zu investieren – die Eclipse IDE.
IDE steht für integrated development environment, zu Deutsch: »integrierte Entwicklungsumgebung«. Das bedeutet, dass diese Plattform im Optimalfall alle für die Entwicklungstätigkeit notwendigen Bestandteile in sich vereint, sodass keine weiteren Anwendungen oder Hilfsmittel wie etwa ein Texteditor, ein Debugger oder auch eine Versionsverwaltung der Quelldateien benötigt werden.
Warum die SAP sich zu diesem Schritt entschieden hat und welche konkreten Vorteile Eclipse für einen ABAP-Entwickler bereithält, erfahren Sie in den folgenden zwei Abschnitten. Anschließend gebe ich Ihnen einen Überblick über wichtige Komponenten der Entwicklungsumgebung Eclipse, die Ihnen im weiteren Verlauf des Buchs immer wieder begegnen werden.
1.1 Motivation der SAP für Eclipse
Für alle von der SAP bereitgestellten oder verwendeten Technologien existieren bereits die notwendigen Bordmittel oder zusätzlichen Anwendungen, um diese nutzen bzw. mit ihnen entwickeln zu können. Für ABAP-Entwickler ist das klassischerweise die ABAP Workbench, auch bekannt als »SE80«. Für SAP Interactive Forms by Adobe (SIFbA/AIF) steht der Adobe LiveCycle Designer und für die Entwicklung von Java-Komponenten das SAP NetWeaver Development Studio (NWDS) zur Verfügung.
Doch mit jeder neu hinzukommenden Technologie vergrößert sich das Arsenal der mit ihr verbundenen, in der Regel gleichzeitig auch unumgänglichen Anwendungen und Hilfsmittel, um sie überhaupt nutzen zu können. Im Zuge der Entwicklung von SAP HANA, der SAP-eigenen In-Memory-Datenbank, ist erstmals ein strategisches Umdenken in diesem Bereich erkennbar. Es wurde das Ziel ins Auge gefasst, sich auf eine Entwicklungsumgebung festzulegen, die für möglichst viele verfügbare Technologien genutzt und ständig erweitert werden kann. Um das zu ermöglichen, ging die Überlegung in Richtung einer Desktop-basierten Anwendung – diese schafft eine Unabhängigkeit vom dahinterliegenden System, auf dem entwickelt wird, und bietet gleichzeitig die notwendige Flexibilität für Erweiterungen und Anpassungen an die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Technologie.
Mit dem SAP NetWeaver Development Studio hat die SAP schon in der Vergangenheit eine Desktop-basierte Anwendung für die Java-Entwicklung auf Basis von Eclipse bereitgestellt. Die SAP NWDS kommt jedoch mit einem vorinstallierten Software-Paket daher, das ausschließlich auf spezifische Bedürfnisse von Java und Web Dynpro for Java (WD4J) ausgelegt ist.
Um mehr Flexibilität zu erreichen, ohne eine weitere SAP-eigene Plattform zu schaffen, sondern möglichst nah an bereits etablierte Entwicklungsumgebungen zu reichen, fiel die Entscheidung auf die Eclipse IDE. Diese wurde 2001 von IBM vorgestellt und ursprünglich für die Entwicklung von Java und C/C++ bereitgestellt. Sie ist unter der Eclipse Public License (EPL), einer Open-Source-Lizenz, veröffentlicht und damit kostenfrei verfügbar. Sie kann durch eigene Softwarekomponenten, sogenannte Plugins, erweitert werden. Diese können über den Eclipse Marketplace oder über externe Bereitstellungswebseiten verfügbar gemacht und ganz nach dem eigenen Bedarf installiert werden.
Genau diese Möglichkeit hat die SAP genutzt und eigene Eclipse-Plugins entwickelt, die ständig erweitert und verbessert werden. Zur Standard-Installation von Eclipse können über die im Kapitel 2 beschriebenen Schritte die folgenden Plugins installiert werden:
ABAP Development Tools for SAP NetWeaver, nachfolgend mit ADT abgekürzt,
Modeling Tools for SAP BW powered by SAP HANA für die Business-Warehouse-Entwicklung,
SAP HANA Cloud Platform Tools für die Arbeit auf der SAP HANA Cloud-Plattform,
SAP Mobile Platform Tools für die Gateway-Entwicklung,
SAP HANA Tools für die SAP HANA-Entwicklung,
SAP HANA Cloud Integration Tools für die Prozess-Integration in SAP HANA,
SAP Identity Management Configuration Lifecycle Tools,
SAP Mobile Tools für hybride Web-Apps,
UI Development Toolkit for HTML5 für die SAP-UI5-Entwicklung.
Dieses Buch beschäftigt sich ausschließlich mit dem zuerst genannten Plugin, den ADT. Dieses liefert die wesentlichen, für die ABAP Entwicklung benötigten Erweiterungen für Eclipse, inklusive zahlreicher Besonderheiten zur Erleichterung der täglichen Arbeit. Die Nutzung dieser Plugins ist in der SAP-NetWeaver-Lizenz enthalten – es fallen keine weiteren Kosten an.
Plugins in ständiger Entwicklung
Für die oben aufgeführten Plugins werden regelmäßig neue Versionen herausgegeben. Sie unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung und liegen strategisch absolut im Fokus der SAP. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass schon jetzt neue Funktionen vorhanden und bestehende weiterentwickelt wurden, wodurch einige Bildschirm-Darstellungen in diesem Buch von der Darstellung Ihrer möglicherweise neueren Version abweichen können.
Nutzungsvoraussetzungen für Eclipse
Um überhaupt eine Verbindung von der externen Entwicklungsumgebung Eclipse zu Ihrem SAP-System herstellen und damit ABAP in Eclipse nutzen zu können, benötigt Ihr SAP-System mindestens das SAP-NetWeaver-7.31-SP4-Release. Für andere Plugins können andere, möglicherweise höhere Release-Stände Voraussetzung sein.
1.2 Vorteile von ABAP-Entwicklung in Eclipse
Vor dem Umstieg auf die neue Entwicklungsumgebung stellen Sie sich vermutlich – genau wie ich vor einiger Zeit – die natürlicherweise aufkommenden Fragen: Was sollte besser geeignet sein für die ABAP-Entwicklung als die gute alte Workbench? Warum sollte ich wechseln, wenn ich doch alle meine Transaktionen kenne? Welche Vorteile bietet mir die Eclipse IDE gegenüber bisher genutzten Transaktionen?
Ich bitte Sie, für einen kurzen Moment über meine folgenden Fragen nachzudenken – und sich erst anschließend die Liste der möglichen Vorteile anzusehen:
1 Wie oft wechseln Sie bei der ABAP-Entwicklung in der SAP GUI die Transaktion?
2 Wie viele Modi haben Sie üblicherweise gleichzeitig geöffnet, auch über Systeme und Mandanten hinweg?
3 Wie oft wechseln Sie in den falschen Modus und suchen anschließend den richtigen unter den vielen offenen Fenstern?
4 Wie oft wollen Sie ein Programm debuggen und landen im alten Debugger mit der Meldung »Kein weiterer Modus verfügbar – Wechsel zu altem Debugger«?
5 Wie oft öffnen Sie im Object Navigator der ABAP Workbench andere Objekte (Pakete, Klassen, Funktionsgruppen), um kurz etwas nachzusehen und anschließend den gleichen Weg wieder zurückzugehen?
6 Wie oft springen Sie in einer Klasse zwischen der Methodenübersicht und deren Implementierung hin und her und haben dabei ständig den Zurück-Button im Zugriff?
7 Wie oft prüfen Sie über den Verwendungsnachweis, ob eine Variable überhaupt noch genutzt wird?
8 Wie oft legen Sie Methoden per Hand an, die Sie im Quelltext schon inklusive aller Parameter vorgesehen haben?
Ich könnte die Liste noch beliebig weiterführen.
Vermutlich denken Sie sich nun so etwas wie: »Das hat mich bisher noch nie gestört. Es funktioniert doch einwandfrei!« Das dachte ich auch. Doch wenn ich heute bei einem meiner Kunden keine Eclipse IDE benutzen kann und ich auf die mir seit jeher zur Verfügung stehenden Bordmittel zurückgreife, fällt mir auf, wie sehr Eclipse die Arbeit in vielen dieser angemerkten Punkte erheblich vereinfacht. Ganz konkret bietet die Eclipse IDE einem ABAP-Entwickler die folgenden Vorteile:
Entwicklung auf allen Systemen (auch verschiedener Mandanten) in einer einzigen Oberfläche,
Entwicklung unterschiedlicher Technologien wie ABAP, ABAP OO oder BOPF ohne Wechsel der Entwicklungsplattform,
Anpassung vieler Einstellungen an die eigenen Bedürfnisse, wie das farbige Hervorheben von Schlüsselwörtern oder die Anordnung der Oberflächen-Elemente,
umfangreiche Such- und Navigationsmöglichkeiten,
eigene lokale Versionsverwaltung zusätzlich zur ABAP-Versionierung,
Einbindung weiterer Drittanbieter-Software möglich, wie z.B. Stylecheck, Projektmanagement-Tools etc.,
Öffnen beliebig vieler Entwicklungsobjekte über alle Systeme,
einfacher Zugriff auf alle Systeme ohne SAP GUI,
große Unterstützung bei der Source-Code-Bearbeitung,
und falls Sie mal etwas nicht finden: die Möglichkeit, eine integrierte SAP-GUI-Session zu öffnen!
Auch diese Liste von Vorteilen ist noch sehr übersichtlich gehalten. Machen Sie sich in den nachfolgenden Abschnitten am besten selbst ein Bild davon, welche Möglichkeiten die ADT mit sich bringen und welche Vorteile Sie daraus im Vergleich zur bisherigen ABAP Workbench und weiteren notwendigen Transaktionen ziehen können.
1.3 Wichtige Begriffe in Eclipse
Für das bessere Verständnis der in den folgenden Abschnitten beschriebenen Vorgehensweisen und Funktionen möchte ich Ihnen vorab einige wiederkehrende Begriffe, Bezeichnungen und Elemente in der Eclipse IDE näherbringen. Sie können diese zunächst einfach zur Kenntnis nehmen oder aber die Installation von Eclipse gemäß Abschnitt 2.1 bereits vornehmen, um die hier beschriebenen Menüpunkte direkt in der Anwendung nachzuvollziehen. Die Reihenfolge der Begriffserläuterungen mag Ihnen etwas willkürlich erscheinen. Sie ist so gewählt, dass immer nur ein Begriff pro Erklärung neu ist. Sollten andere Begriffe benötigt werden, wurden diese vorher bereits erläutert. Am Ende bringe ich jedoch alles in den richtigen Zusammenhang.
Projekt: Ein Projekt bezeichnet in Eclipse klassischerweise eine Sammlung von Objekten, die thematisch zusammengehören, wie z.B. alle für eine Applikation benötigten Dateien und Quelltexte. Das für die ABAP-Entwicklung spezifische Projekt wird im folgenden Abschnitt 2.2 näher erläutert.
Workspace: Alle über Eclipse bearbeiteten Projekte und verwendeten Dateien werden auf dem PC des Anwenders lokal an einer Stelle gesammelt abgelegt. Dieser technische Speicherort wird Workspace genannt und von Eclipse beim Starten abgefragt.
Plugin: Ein Plugin ist eine in sich abgeschlossene Komponente mit bestimmten Funktionalitäten, die in Eclipse eingebunden werden kann und damit die IDE um gewünschte Funktionen erweitert. Eclipse an sich besteht nur aus einem Programm, das Plugins laden kann. Alle anderen gebotenen oder zusätzlich möglichen Funktionen werden über Plugins bereitgestellt.
Plattform: Die Plattform bezeichnet die »leere« Eclipse-Installation, zu der keine weiteren Plugins hinzugefügt wurden. Diese bietet neben dem genannten Laden der Plugins den Workspace und eine Benutzeroberfläche zur Bearbeitung der Projekte.
View: Eine View bzw. Sicht ist ein Bereich der Benutzeroberfläche, in dem Informationen zu verschiedensten Objekten und Abläufen dargestellt werden. Ein Beispiel ist der Package Explorer, der wie der Object Navigator in der ABAP Workbench (SE80) die Objektstrukturen in einem Baum darstellt und dort eine Navigation zu bestimmten Elementen ermöglicht.
Perspektive: Eine Perspektive fasst viele Views zu inhaltlich passenden Benutzeroberflächen zusammen. Der Benutzer kann die Anordnung der Views ändern oder auch verschiedene aus- und dafür andere einblenden.
Workbench: Die Workbench bildet die Arbeitsoberfläche der Eclipse IDE. In ihr werden die Perspektiven/Views und die verschiedenen Editoren zur Bearbeitung von Quelltexten oder sonstigen Objekten dargestellt.
Bringe ich die aufgeführten Begriffe in einen kausalen Zusammenhang, so ergibt sich daraus folgende Beschreibung:
1. Die Plattform Eclipse besteht aus einer
Workbench als grafische Oberfläche und
einem Workspace als technische Ablage der bearbeiteten Objekte.
2. Die gewünschten Funktionen werden über Plugins bereitgestellt.
3. In der Workbench wird
eine Perspektive dargestellt,
die aus verschiedenen Views bestehen kann.
4. Jede Projektart ist einer Standard-Perspektive zugeordnet.
Damit keine Verwechslungsgefahr zwischen der SE80 und der Eclipse Workbench besteht, werde ich mich nachfolgend mit dem Begriff »Workbench« immer auf die ABAP Workbench beziehen.
1.4 Allgemeine Hinweise
Wie bereits am Ende von Abschnitt 1.1 erwähnt, befinden sich die ABAP Development Tools für Eclipse ständig in der Weiterentwicklung. Das bezieht sich nicht nur auf die ADT selbst. Auch neue SAP-NetWeaver-Releasestände stellen regelmäßig zusätzliche Funktionen in Eclipse bereit, die die Entwicklungsarbeit weiter vereinfachen.
Bitte behalten Sie das beim Durcharbeiten des Buches im Hinterkopf: Durch unterschiedliche System- oder Installationsversionen kann es durchaus sein, dass
Abbildungen von Ihrer Installation abweichen,
Funktionen nicht zur Verfügung stehen,
andere oder zusätzliche Funktionen verfügbar sind,
Abläufe sich verändern.
Die nachfolgenden Inhalte sind auf Basis eines SAP-NetWeaver-7.50-SP0-ABAP-Stacks entstanden. Als Eclipse IDE wurde die Version »Mars.2 Release (4.5.2)« verwendet, mit dem ADT-Plugin auf Version 2.64.2.
Eine Übersicht über verfügbare Funktionen auf verschiedenen SAP-NetWeaver-Release-Ständen finden Sie hier:
http://scn.sap.com/community/abap/eclipse/blog/2013/06/05/adt-feature-availability-matrix-for-as-abap-releases.
Die Seite wird bisher sehr aktuell gehalten, garantieren kann ich deren Korrektheit aber natürlich nicht. Sie bekommen dort auf jeden Fall einen Eindruck, was Sie mit Ihrem System nutzen können und was nicht. Meine persönliche Empfehlung: Ab Release SAP NetWeaver 7.40 lohnt sich die Nutzung der ADT noch deutlich mehr als auf älteren Release-Ständen. Nichtsdestotrotz bietet meiner Meinung nach auch vorher die Entwicklung in Eclipse einige Vorteile, die eine Umgewöhnung zu jeder Zeit sinnvoll machen. Falls Sie also noch überlegen, ob Sie überhaupt wechseln wollen – tun Sie es!
Auch die Eclipse IDE wird weiterentwickelt, und es erscheinen regelmäßig neue und verbesserte Versionen. Welche Version zurzeit die richtige für Sie ist, entscheiden Sie am besten anhand der verfügbaren Erweiterungen (siehe Abschnitt 2.1).
Im folgenden Kapitel 2 werde ich Sie durch die Client-Installation von Eclipse führen. Jedoch gibt es auch ein paar Voraussetzungen auf der Server-Seite, damit der Zugriff über die ABAP Development Tools überhaupt gestattet wird. Diese sind nicht Teil des Buchs, da ich mich voll auf die Entwickler-Seite konzentriere.
Backend-Konfiguration
Alle notwendigen Einstellungen für das ABAP Backend zur Nutzung der ADT finden Sie im Konfigurations-Leitfaden der SAP (auf Englisch): http://help.sap.com/download/netweaver/adt/SAP_ADT_Configuration_Guide_Backend_en.pdf.
2 Eclipse einrichten
Eclipse ist als eigenständige Open-Source-Entwicklungssoftware kostenlos verfügbar. Erfahren Sie in diesem Kapitel, welche Schritte notwendig sind, bevor Sie mit Eclipse in die eigene Entwicklungsarbeit einsteigen können.
In den folgenden Abschnitten stelle ich Ihnen im Detail die beiden erforderlichen Installationsschritte bis zur vollständig eingerichteten Eclipse-Software vor: Zuerst installieren wir eine Version von Eclipse auf dem lokalen Rechner und laden die benötigten Plugins herunter. Anschließend richten wir ein erstes ABAP-Projekt und eine Verbindung zu den SAP-Entwicklungssystemen ein. Am Ende des Kapitels sind Sie in der Lage, mit dieser Entwicklungsumgebung auf Ihre SAP-Systeme zuzugreifen und sich voll und ganz der Entwicklung in Eclipse zuzuwenden.
2.1 Eclipse und Plugins installieren
Für die Installation einer passenden Eclipse-Version und dazu kompatibler Plugins stellt die SAP auf der zentralen Internetseite https://tools.hana.ondemand.com/ alle benötigten Download-Links und eine Liste verfügbarer Features pro Eclipse-Release zur Verfügung.
In Abbildung 2.1 sehen Sie den Aufbau der Webseite. Zentral positioniert, befindet sich eine Tabelle, in der alle für Eclipse vorhandenen Erweiterungen für verschiedene UI-Technologien aufgeführt sind. Dort ist angegeben, ob die Plugins für eine UI-Technologie eine bestimmte Version von Eclipse unterstützen oder nicht.

Abbildung 2.1: Zentrale Bereitstellung der Eclipse-Plugins seitens der SAP
Klicken Sie in der Tabelle unter der Überschrift Tools auf den Link ABAP. Sie werden daraufhin auf die Webseite der ABAP Development Tools for SAP NetWeaver geleitet. Dort finden Sie neben den technischen Voraussetzungen, die Ihr Client für Eclipse erfüllen muss, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation (siehe Abbildung 2.2).

Abbildung 2.2: Voraussetzungen und Installations-Anleitung für ADT
Klicken Sie nun auf den unterstrichenen Link »Eclipse IDE for Java Developers«. Eclipse war ursprünglich eine für Java konzipierte Entwicklungsumgebung, die aber durch ihre offene Architektur und Plugins auf beliebige Programmieranforderungen angepasst werden kann. Laden Sie auf der folgenden Seite die für Sie passende Version der Eclipse IDE herunter. Eclipse wird in einer .zip-Datei bereitgestellt, die Sie auf Ihrem Client entpacken können. Nach dem Entpacken können Sie direkt loslegen, es ist keine separate Installation notwendig. In den entpackten Dateien finden Sie zwei Ordner: Navigieren Sie in den Ordner Eclipse und öffnen Sie dort die Datei »eclipse.exe« mit einem Doppelklick.
Wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllt haben und über eine intakte Java-Installation auf Ihrem Client verfügen, öffnet sich die Eclipse Workbench mit dem Einstiegsbild (siehe Abbildung 2.3). Klicken Sie dort in der oberen Menüleiste auf Help.

Abbildung 2.3: »Help«-Menü im Eclipse – Einstiegsbild
In der folgenden Liste wählen Sie den Menüpunkt Install new software. Es öffnet sich ein Pop-up, in dem Sie aus verschiedenen Quellen die für Ihre Entwicklungsumgebung passenden Eclipse-Plugins herunterladen und installieren können, um diese an Ihre konkreten Bedürfnisse anzupassen.
Geben Sie in das Textfeld mit der Beschreibung Work with: die folgende URL ein und bestätigen Sie die Eingabe mit der »Enter«-Taste: https://tools.hana.ondemand.com/mars (siehe Abbildung 2.4).

Abbildung 2.4: Eclipse-Plugins auswählen und installieren
Der richtige Link zur Software
Die Lokation der Plugins hängt spezifisch von der installierten Eclipse-Version ab, die Sie erweitern möchten. In unserem Beispiel haben wir die Version »Mars« eingerichtet und daher den Link mit der Endung »/mars« gewählt. Wählen Sie für andere Eclipse-Versionen den für Sie passenden Link von der Überblickseite (siehe Abbildung 2.1) unter Eclipse Software Sites.
Setzen Sie, wie in Abbildung 2.4 dargestellt, den Haken bei ABAP Development Tools for SAP NetWeaver. Alle hierarchisch darunter angeordneten Elemente werden ebenfalls automatisch ausgewählt. Sie können selbstverständlich auch die anderen Plugins installieren. Da aber der Fokus in diesem Fall auf den ADT liegt, werden wir die aus den anderen Plugins resultierenden Möglichkeiten nicht weitergehend betrachten.
Mit einem Klick auf Next erhalten Sie im nächsten Bildschirm einen Überblick über die zur Installation ausgewählten Plugin-Komponenten. Nach erneuter Bestätigung mit der Taste Next erscheint die an die Plugin-Installation gebundene Lizenzvereinbarung. Nachdem Sie sie gelesen und den Vereinbarungen zugestimmt haben, können Sie die Installation mit einem Klick auf Finish beginnen. Sobald diese abgeschlossen ist, werden Sie zu einem Neustart von Eclipse aufgefordert.
War die Installation erfolgreich, erscheint nach dem Neustart der in Abbildung 2.5 gezeigte Bildschirm. Im Vergleich zum ersten Aufruf (vgl. Abbildung 2.3), sehen Sie nun den ADT-spezifischen Einstiegsbildschirm. Sie finden hier verschiedene Hilfen und Tutorials, die Sie jederzeit zurate ziehen können, wenn Sie bei Ihrer Entwicklungstätigkeit Funktionen nicht wiederfinden oder neue entdecken wollen. Im weiteren Verlauf dieses Buchs decke ich alle im täglichen Gebrauch genutzten und interessanten Funktionen ab und gehe noch mehr in die Tiefe, als es diese Einführungshilfen bieten.
Hilfe zu den Funktionen der ADT
Für die ADT stellt die SAP eine umfangreiche Hilfe-Bibliothek bereit, in der Sie jederzeit spezifische Funktionsweisen nachlesen können. Diese finden Sie über den Menüpunkt Help • Help Contents.

Abbildung 2.5: ADT-spezifischer Willkommensbildschirm in Eclipse
Die Installation und technische Vorbereitung der Entwicklungsumgebung Eclipse ist jetzt abgeschlossen. Im nächsten Abschnitt erstellen wir Schritt für Schritt ein erstes ABAP-Projekt, bevor ich Ihnen anschließend einen Überblick über die verschiedenen Elemente der Arbeitsoberfläche von Eclipse gebe, die Sie durch das Anlegen des Projekts öffnen.
2.2 ABAP-Projekt einrichten
Um einen praktischen und einfachen Einstieg zu ermöglichen, ignorieren Sie die Overview-Seite und navigieren mit einem Klick auf Workbench (siehe obere rechte Ecke von Abbildung 2.6) in die eigentliche Entwicklungsumgebung. Sie gelangen in die standardmäßig vorgegebene Java-Perspektive.

Abbildung 2.6: In die Eclipse-Workbench navigieren
Da die Perspektive im weiteren Verlauf dieses Abschnitts von Java zu ABAP gewechselt wird, gehe ich nicht weiter auf Ihre aktuelle Ansicht ein. Diese werden Sie später nicht mehr verwenden. Wir widmen uns also gleich unserem eigentlichen Interesse und erstellen ein ABAP-Projekt.
Bedeutung eines ABAP-Projekts
Ein »ABAP-Projekt« ist in Eclipse gleichbedeutend mit einer konkreten Systemverbindung auf ein ABAP-Backend-System. Das Öffnen eines ABAP-Projekts führt zur Anmeldung auf dem ABAP-Stack des gewählten Systems und Mandanten. Sie brauchen für jede Entwicklungssystem-Mandant-Kombination nur genau ein ABAP-Projekt einzurichten.
Für die Erstellung eines ABAP-Projekts klicken Sie in der Menüleiste am oberen Bildrand auf File, navigieren dort in das Untermenü New und wählen ganz unten den Eintrag Other… (siehe Abbildung 2.7).

Abbildung 2.7: Eintrag »ABAP Projekt« unter »Other…«
Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem alle zur Wahl stehenden Objekte aufgeführt werden. Hier expandieren Sie den Knoten ABAP und wählen den Eintrag ABAP-Projekt aus (siehe Abbildung 2.8).

Abbildung 2.8: »ABAP-Projekt« aus der Objektliste wählen
Mit Betätigung des Next-Buttons gelangen Sie in den Wizard, mit dem Sie das ABAP-Projekt konfigurieren können.
Da ein ABAP-Projekt die Verbindung zu einem ABAP-Backend-System und einem spezifischen Mandanten darstellt, werden Sie nachfolgend aufgefordert, diese Verbindung einzurichten. Sie haben zwei Möglichkeiten, die Konfiguration vorzunehmen:
1 Sie wählen eine von Ihnen bereits in der SAP GUI über das SAP Logon definierte Verbindung aus.
2 Sie richten manuell eine Systemverbindung ein.
Für die manuelle Verbindungseinrichtung benötigen Sie die gleichen Daten, die auch im SAP Logon erforderlich sind.
Single Sign-On in Eclipse
Wenn die SAP-Systeme in der SAP GUI für Sie mit Single Sign-On (SSO) eingerichtet wurden, benötigen Sie auch in Eclipse keine separate Passwort-Eingabe. Die Konfiguration wird aus der SAP GUI übernommen.
Sobald Sie eine gültige Verbindung ausgewählt oder manuell definiert haben, gelangen Sie über den Button Next zur Anmeldemaske für das SAP-System. Wie Sie es aus der SAP GUI gewohnt sein dürften, werden Sie hier nach dem Mandanten, Benutzernamen, Kennwort und der Anmeldesprache gefragt (siehe Abbildung 2.9). Geben Sie die geforderten Daten ein, und schließen Sie die Anlage des Projekts mit Finish ab.
VPN-Verbindung zur Anmeldung
Wenn Sie zur Anmeldung an Ihren SAP-Systemen über das SAP Logon eine VPN-Verbindung benötigen, bedarf es diese auch für die Anmeldung über Eclipse. Eine VPN-Verbindung ist eine sichere und abgeschirmte Verbindung in Ihr privates Unternehmensnetzwerk. Stellen Sie sicher, dass Sie die VPN-Verbindung vor dem Klick auf Finish aktiviert haben. Sonst schlägt die Anmeldung fehl, und ein interner Speichermechanismus macht es notwendig, die Anlage-Schritte erneut durchzuführen bzw. Eclipse neu zu starten.
Eclipse stellt jetzt die Verbindung zum System her und legt das konfigurierte Projekt an.
Nach der Anmeldung erscheint ein Pop-up, in dem Eclipse Sie fragt, ob Sie in die für das Arbeiten mit ABAP-Projekten vorgesehene ABAP-Perspektive wechseln wollen. Bitte bestätigen Sie das Pop-up mit Yes. Wir erinnern uns: Eine Perspektive ist eine vordefinierte Menge und Anordnung von Views, die Ihnen für die Arbeit mit dieser Art von Projekten zur Verfügung stehen.

Abbildung 2.9: Aus der SAP GUI bekannte Anmeldemaske zum SAP-System
Bis auf das Kennwort (ausgenommen der Fall »Single Sign-On«) werden alle Daten fest im ABAP-Projekt hinterlegt und brauchen bei der nächsten Anmeldung nicht mehr eingegeben zu werden.
Festgelegte Anmeldedaten
Da die Anmeldedaten für das ABAP-Projekt fest hinterlegt sind, können diese nicht mehr geändert werden. Für jeden weiteren Mandanten und auch verschiedene Anmeldesprachen auf dem gleichen Mandanten ist daher ein eigenes ABAP-Projekt notwendig.
Die automatische Namensgebung der ABAP-Projekte ermöglicht eine leichte Unterscheidung. Die Projektnamen sind in der folgenden Struktur aufgebaut:
<System-ID>_<Mandant>_<Benutzer>_<Anmeldesprache>
Sie befinden sich jetzt in der ABAP-Perspektive der Eclipse ADT und sehen auf der linken Seite unter Project Explorer Ihr angelegtes ABAP-Projekt (siehe Abbildung 2.10).

Abbildung 2.10: Ihr ABAP-Project in der ABAP-Perspektive der ADT
Sie haben jetzt alle notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen, um mit der ABAP-Entwicklung in Eclipse loslegen zu können. Die grundlegenden Begriffe der Eclipse-Entwicklungsumgebung haben Sie ebenfalls schon kennengelernt. Jetzt geht es darum, alle wichtigen Entwicklungsobjekte zu finden und sich sicher in der IDE zu bewegen, um die Vorteile von Eclipse voll ausschöpfen zu können. Daher erhalten Sie nachfolgend einen Überblick über die Bestandteile der ABAP-Perspektive und wie Sie diese an Ihre Bedürfnisse anpassen können.
2.3 Oberfläche der ABAP-Perspektive
Nach den ersten geführten Schritten in der Arbeitsoberfläche der Eclipse IDE gilt es jetzt, die verschiedenen Elemente etwas zu erforschen. Außerdem bekommen Sie Hinweise auf die wichtigsten Menüs, um diese Oberfläche an Ihre Wünsche anzupassen und lernen die darüber hinaus existierenden Anwendungsoptionen kennen.
Zum jetzigen Zeitpunkt dürfte Ihre Arbeitsumgebung der in Abbildung 2.11 dargestellten sehr ähnlich sein (hier etwas gestaucht für eine bessere Darstellung). Diese lässt sich grundsätzlich in vier Hauptbereiche unterteilen:
Den ersten Bereich am oberen Bildrand bildet die Menüleiste. Diese wird Ihnen vom Prinzip her aus vielen Anwendungen bekannt vorkommen. Sie bietet in den allgemeinen Menüs wie File, Navigate oder Run verschiedene Optionen, die unabhängig von der aktuellen Bearbeitung stets unverändert bleiben. Dort finden Sie u.a. auch die zentralen Einstellungen im Menü Window • Preferences • ABAP Development. Ich empfehle, hier vorerst keine Änderungen vorzunehmen, sondern sich erst mit der Eclipse IDE im Allgemeinen vertraut zu machen.

Abbildung 2.11: Bereiche der Arbeitsoberfläche von Eclipse
Der zweite Bereich ist die Aktionsleiste (synonym mit »Funktionsleiste«). Prinzipiell finden Sie hier über die diversen Icons Schnellzugriffe auf Funktionen, die auch in den Menüs der Menüleiste untergebracht sind, wie etwa das Anlegen neuer Objekte, Öffnen von ABAP-Objekten (nur in der ABAP-Perspektive) und die wichtigsten Entwicklungsaktionen: Prüfen, Aktivieren und Ausführen.
Darüber hinaus ist hier das sehr nützliche Textfeld Quick Access angesiedelt. Sobald Sie dort einen Suchbegriff eingeben, werden Ihnen alle verfügbaren Optionen aus den verschiedenen Eclipse-Menüs angezeigt, die diesen Begriff enthalten. Suchen Sie beispielsweise nach Project, öffnet sich eine Trefferliste mit passenden Menüeinträgen, die diesen Begriff im Namen oder in der Beschreibung enthalten (vgl. Abbildung 2.12).

Abbildung 2.12: Beispielsuche »Project« im Quick Access
Besonderheiten von Quick Access
Die Treffermenge wird so zusammengestellt, dass sie in die definierte Größe des Ergebnisfensters passt. Dieses können Sie nach Belieben vergrößern und verkleinern, wodurch entsprechend mehr oder weniger Ergebnisse sehen, ohne dass Laufleisten angezeigt werden. Die vollständige Ergebnismenge können Sie sich, wie im Fenster unten rechts eingeblendet, über die Tastenkombination »Strg« + »3« anzeigen lassen. Außerdem hängt der Erfolg der Suche davon ab, ob der gewünschte Menüeintrag oder die Aktion auf Englisch oder Deutsch formuliert sind. Suchen Sie z.B. nach Projekt, das Menü ist in Ihrer Eclipse-Version aber mit dem englischen Namen »Project« geführt, werden Sie diesen Treffer nicht erhalten. Daher lohnt sich meist auch ein Versuch mit dem gleichen Suchbegriff in der jeweils anderen Sprache, falls das gewünschte Ergebnis ausbleibt.
Diese Funktion spart Ihnen sehr viel Zeit, gerade wenn Sie am Anfang noch viele verschiedene Navigationspfade und Menüs nach der passenden Option durchsuchen müssen. Quick Access beschränkt sich allerdings auf Eclipse-relevante Ergebnisse. Wie Sie nach ABAP-Entwicklungsobjekten suchen können, erfahren Sie in Abschnitt 4.6.
In der gleichen Leiste (Bereich
) wird Ihnen am rechten Rand die aktuell geöffnete Perspektive angezeigt und ein Schnellzugriff auf die voreingestellte Java-Perspektive ermöglicht. Über die Drucktaste Open Perspective
können Sie die Perspektive manuell wechseln bzw. auch weitere Perspektiven in die Schnellwahl aufnehmen. Je nach persönlicher Präferenz könnten Sie dadurch zum Beispiel die Perspektive Debug hinzufügen, die in Kapitel 5 näher erläutert wird.
Java-Perspektive aus Schnellwahl entfernen
Falls Sie die standardmäßig angezeigte Java-Perspektive entfernen wollen, können Sie den Mauszeiger darauf positionieren, über einen Rechtsklick das Kontextmenü aufrufen und den Eintrag Close wählen. Dann verschwindet die Perspektive aus der Schnellwahl, bleibt aber natürlich allgemein erhalten.
Ihre meiste Zeit werden Sie wohl in diesem Bereich verbringen: einer Sammlung einzelner Views, die mit der ABAP-Perspektive verknüpft sind. Jede View bietet Ihnen bestimmte spezialisierte Funktionen und Informationen. Sie werden die verschiedenen Views im Verlauf des Buchs besser kennenlernen, sodass Sie am Ende sicher und zielgerichtet navigieren und Ihre gewünschte Funktion oder das gesuchte Entwicklungsobjekt finden können.
Den großen mittleren Bereich bildet die Editor View, in der Ihre aktuell zur Bearbeitung geöffneten Entwicklungsobjekte in einzelnen Tabs dargestellt werden. Sobald Sie Ihr erstes Paket und Programm in Kapitel 3 angelegt haben, werden Sie sehen, was ich damit meine.
Am unteren Bildrand befindet sich noch eine Informationsleiste. Ähnlich dem aus der SAP GUI bekannten »Nachrichtenbereich« am Seitenende werden Ihnen hier Meldungen zu durchgeführten Aktionen angezeigt. Meistens lohnt sich v.a. dann ein Blick auf diese Leiste, wenn Sie eine Aktion wie z.B. die Syntax-Prüfung (siehe Abschnitt 4.2) durchgeführt, aber noch keine Ergebnisanzeige erhalten haben. Es kann durchaus sein, dass ein Fehler gefunden, aber die dazugehörige View nicht direkt geöffnet wurde.
Auf der rechten Seite dieser Leiste finden Sie allgemeine Informationen wie die aktuelle Stelle, an der sich der Cursor befindet. Auch ein Hinweis, ob Sie sich im Bearbeitungsmodus befinden und in welchem Projekt Sie gerade das aktuelle Entwicklungsobjekt geöffnet haben, können Sie dort auf einen Blick einsehen.
Eclipse ist mit einem sehr dynamischen Oberflächen-Konzept versehen. Je nach persönlicher Präferenz können Sie – mit Ausnahme der Menü- und Infoleiste – beinahe alle Elemente der Oberfläche per Drag & Drop verschieben, schließen, minimieren und an Ihre Bedürfnisse anpassen. Das ermöglicht ein angenehmes Arbeiten auf jedem Bildschirm: Für kleine Screens werden überflüssige Views minimiert, während auf großen eine Optimierung der angezeigten Informationen erfolgen kann. Auch können Sie zwei oder mehr Editoren nebeneinanderlegen und so z.B. auf der linken Seite eine Klasse anpassen, die Sie parallel dazu im rechten Editor in Ihrem Programm aufrufen (Abbildung 2.13).

Abbildung 2.13: Zwei nebeneinander geöffnete Editoren
Im Laufe der Zeit werden Sie die für Sie passende Oberflächenanordnung finden und vermutlich auch ganz eigene Tricks für eine optimale Arbeit entwickeln.
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