Kitabı oku: «Vater und Geliebter»

Yazı tipi:

Cleo Edwards

Vater und Geliebter

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Epilog

Impressum neobooks

Prolog

Bevor aus Lauren jene schöne Frau wurde, die fest im Leben stand, durchlebte sie eine durchwachsen schlechte Kindheit bei ihrer manisch depressiven Mutter und ihren zwei älteren Geschwistern. Ihr Vater Daniel verließ ihre Mutter Elena noch während der Schwangerschaft aus verschiedenen Gründen. Einerseits war er viel zu jung Vater geworden und heiratete frühzeitig, wodurch er sich noch nicht wirklich ausgetobt hatte; andererseits zweifelte er an ein weiteres, mögliches Zusammenleben mit dieser Frau. Die Flucht ergriff er, als Elena ihm mitteilte, dass sie zum dritten Mal schwanger sei. Daniel wollte das Kind nicht und er wollte das Leben mit dieser Frau nicht mehr. Er zog aus, kümmerte sich um seine Karriere als Art-Director in der Werbeabteilung eine großen IT Unternehmens und holte seine vermeintlich versäumte Jugend auf.

Für ihn war klar, dass er keine feste Partnerschaft mehr eingehen würde und sich vor allzu großen emotionalen Abhängigkeiten distanzierte. Vielleicht war das auch mit ein Grund, warum er seine jüngste Tochter nie wirklich akzeptierten wollte oder konnte und sie die ersten Jahre ihres Lebens emotional auf Abstand hielt. Finanziell ließ er es seiner jüngsten Tochter allerdings sehr gut gehen. So war es doch einfach, sein schlechtes Gefühl, aufgrund der emotionalen Distanz, mit Geld zu kompensieren.

So waren vor allem Holly und Maurice, ihre Geschwister, von Neid geprägt, da Lauren in materiellen Dingen schlicht und einfach mehr bekam. Lauren hingegen hätte lieber einen Vater gehabt, der sie lieben würde und der Zeit mit ihr verbringen wollte.

Ihr war ziemlich schnell klar geworden das er seine Gefühlsdefizite mit Geld ausgleichen wollte.

Es machte sie erst traurig, dann wütend, bis sie sich entschloss ihren Vater nur noch als wandelnden Geldsack anzusehen. Daniel konnte ganz gut damit leben.

Im Alter von vierzehn hatte Lauren ziemliche Probleme, traute sich jedoch keinem an.

Sie verzankte sich mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern, hatte keinen Bock mehr auf Schule und überhaupt war die ganze Welt für sie unerträglich geworden. Niemand außer ihr selbst, wusste damals den Grund, warum aus dem ehemals lieben und braven Mädchen, eine regelrecht aggressive Rebellin wurde.

Als es für ihre Familie gar nicht mehr ging, wollte ihre Mutter sie weggeben.

An diesem Abend, als Elena ihr das mitteilte, rannte Lauren weg. Sie wollte an diesem Tag einfach abhauen und ihre Familie nie wieder sehen.

Ohne Ziel, stieg sie in einen Bus und landete nach einer einstündigen Fahrt an einer Tankstelle, wollte sich was zu Essen und zu Trinken holen. An der Kasse sprach sie plötzlich jemand mit ihrem Namen an, schreckhaft drehte sie sich um…

“Daniel? Was machst du denn hier?”, fragte sie nervös, überlegte was sie sagen sollte, nachdem sie ihr Vater hier entdeckt hatte.

“Das gleiche könnte ich dich fragen Lauren. Was machst du um elf Uhr abends an einer Tankstelle? Deine Mutter wird schimpfen… und ich sehe es auch nicht gerne, wenn meine Tochter mit vierzehn Nachts an einer abseits gelegenen Tankstelle rumlungert. Ich zahl dir ein Taxi nach Hause.”

Lauren wollte die Colaflasche bezahlen, doch das übernahm ihr Vater für sie, woraufhin sie ihn wütend anschaute.

“Ich HASSE DICH und nenn mich ja nicht Tochter. Dein scheiß Taxi kannst du dir sonst wohin stecken. Wie wäre es, wenn DU mich nach Hause fahren würdest, aber nein, draußen im Auto wartet bestimmt wieder irgendeine von deinen Schlampen auf dich, da kann man ja seine Tochter nur verstecken.”

Sie klatschte dem Kassierer einen Geldschein hin, ging wütend und verletzt raus. Auf einer schwach beleuchteten Parkbank setzte sie sich hin. Einige Minuten später setzte sich Daniel schweigend hinzu.

“Also Lauren, wie wäre es wenn ich dich nach Hause fahre? Du bist vierzehn und ich kann dich hier nicht einfach alleine rumgammeln lassen. Es ist hier nicht gerade ungefährlich.”

Daniel stand auf, doch Lauren blieb trotzig sitzen.

“Was ist? Komm schon, in meinem Auto ist niemand, ich bin allein unterwegs.” Er sah, dass Lauren sich ein paar Tränen aus den Augen wischte und kramte in seiner Jackentasche nach einem Taschentuch, reichte es ihr.

“Ich will nicht nach Hause. Bitte Papa. Ich will nicht mehr nach Hause und auch nicht mehr in die Schule. Bring mich bitte nicht mehr…”, Lauren stockte, für sie gab es an jenem Abend kein Zuhause mehr.

“Lauren ich muss dich nach Hause bringen. Wohin willst du denn sonst? Hier rumlungern im Dunkeln?”

Sie stand auf und schaute ihren Vater Daniel mit, wie bis dahin nie zuvor, traurig flehenden Augen an…

Daniel fuhr sie an jenem Abend vor über sechs Jahren persönlich nach Hause, beredete mit seiner Exfrau Elena und Lauren was für alle am besten wäre. Zum ersten Mal interessierte es ihn, was mit seiner Tochter passierte und setzte sich für sie ein. Er wollte, dass es ihr gut geht.

Ein Kompromiss fand sich darin, dass Daniel sie probeweise bei sich wohnen ließ und sie vorerst nach der Schule als Praktikantin in das Unternehmen brachte, in dem er arbeitete.

Wenn sie sich beweisen und anstrengen würde, dann könnte sie dauerhaft bei ihm leben und eine Ausbildung im Brease Unternehmen machen, jener Firma in der Daniel arbeitete.

Lauren bewies sich und mit achtzehn zog sie in die frei gewordene Appartementwohnung direkt nebenan.

Heute, mit zwanzig, war sie eine schöne Frau geworden, die ein geregeltes Leben hatte, in der Firma eine gute Anstellung und sich mit ihrer Familie, zumindest oberflächlich, wieder einigermaßen verstand.

Zu ihrem Vater Daniel hatte sie im Laufe der Jahre ein recht besonderes, freundschaftliches Verhältnis. Sie arbeiteten im gleichen Gebäude und aßen meistens auch abends zusammen. Meist kochte Lauren, ab und zu auch mal Daniel, manchmal auch zusammen. Immer öfter saßen sie abends zusammen auf der Couch, guckten Komödien, Krimis, Horrorfilme und kuschelten sich auch öfter mal zusammen unter eine Decke. Daniel dachte sich nie etwas besonderes dabei, als sie immer wieder mal erzählte, wie gut er doch aussehe, was für einen tollen Körper er doch hätte und fasste solch Sätze wie: “Ich liebe dich”, nie als das auf, was sie eigentlich waren, nämlich Liebeserklärungen.

Durch die frühere Distanz entwickelten sich bei Lauren nämlich keine Vater-/ Tochtergefühle, sondern Schwärmereien. Jedenfalls hatte sie diese mit fünfzehn oder sechzehn gehabt, Schwärmereien für ihren eigenen Vater.

Es wäre schön gewesen, es wären noch Schwärmereien, doch heute mit zwanzig existierten keine Schwärmereien mehr, sondern tiefe Gefühle. Gefühle die man normalerweise zu einem Liebes- und Lebenspartner hatte.

Diese äußerten sich schon beim frühen Morgen, wenn sie aufwachte. Sie dachte nämlich zuerst mit flatternden Herzen an ihren Vater Daniel, fragte sich, was er in seinem Schlafzimmer tat, küsste das Bild von ihm, das unter ihrem Kissen versteckt war und dachte bei intimen Momenten mit sich, immer nur an ihn. Bei Begegnungen mit anderen Männern, stellte sie sich immer nur Daniel vor.

Beim gemeinsamen Frühstück lächelte sie ihn oftmals an, massierte seine Schultern, berührte mit ihrer Hand, die seine. Natürlich spielte sie auch mit ihren Reizen, jedoch mehr diskret, unverfänglich.

Sie hatte vor Zurückweisungen Angst. Sie gab ihm hier und da einen flüchtigen Kuss auf den Mund, richtete gerne seine Krawatte und spannte ihm öfter nach.

Abends in ihrem Bett, dachte sie wieder nur an ihn bevor sie einschlief.

Zwei Tage bevor der Schleier ihrer Gefühle fiel, erlebte Daniel eine Art Schlüsselerlebnis, was auch in ihm ein Gefühlschaos auslöste.

Kapitel 1

Sie saßen zusammen am Tisch, aßen Nudeln mit Lachs und tranken Weißwein.

Lauren trug an diesem Abend ein schwarzes kurzes Kleid, ohne Unterwäsche, dafür aber mit halterlosen Strümpfen und hochhackigen schwarzen Schuhen.

“Gehst du heute Abend noch weg?”, fragte Daniel und spitzelte beim Essen zu ihr rüber.

“Nein wieso, aber selbst wenn? Ich bin erwachsen.”

Daniel lächelte, nahm das Weißweinglas und blickte auf seine Armbanduhr. Es war schon spät, zehn Uhr abends.

Er griff nach einer Serviette und wollte sich seinen Mund abwischen, ließ jedoch versehentlich das Tuch fallen. Seufzend bückte er sich danach und blickte beim Auftauchen auf die Beine seiner Tochter.

Sie schlug die Beine übereinander und er sah überrascht, dass sie keine Unterwäsche trug. Beschämt guckte er auf, während sein Blut in Wallung geriet.

Der kurze Moment, ein kurzer Anblick ihrer bloßen intimen Stelle, den Spitzenstrümpfen und die schönen langen Beine, reichten aus, um ihn zu erregen und sein Blut zum kochen zu bringen.

Er war zutiefst erschrocken über sich selbst, dass ihn seine mittlerweile erwachsene Tochter sichtbar erregte.

Ihm wurde schlecht und er rannte entschuldigend ins Bad, kühlte sich ab.

“Scheiße”, sagte er zu sich und schlug mit seiner Faust auf das Waschbecken. Beschämt schaute er auf die Wölbung seiner Hose, hielt sich die Hand vors Gesicht. Ihm war schlecht, sein Magen rebellierte. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein, wer ihm gerade diese schmerzhafte Latte bereitete.

Von dieser Situation überfordert sackte er zusammen, hielt sich den Bauch und versuchte seinen Unterleib zu ignorieren. Das wäre ihm vielleicht gelungen, wenn er nicht beim Abstützen auf der Wäschekiste, an einen schwarzen getragenen Spitzenslip hängen geblieben wäre. Entsetzt und gleichzeitig fasziniert schaute er das Höschen von Lauren an. Er roch vorsichtig dran und gab dem Druck nach sich hier im Bad zu befriedigen.

Lauren, die im Esszimmer saß, lächelte. Die Aussicht von gerade eben war natürlich beabsichtigt gewesen und sie freute sich, dass es ihn anscheinend nicht kalt ließ. Sie dachte nach, wie sie es schaffen würde ihn zu küssen und zu verführen.

Nach einigen Minuten kam er leise zurück und ging zu ihr hin. Er musste weg, raus aus dieser Situation, damit fertig werden, was er gerade getan hatte.

“Lauren, ich bin müde und gehe rüber.”

Sie stand auf und umarmte ihn vorsichtig.

“Ich liebe dich”, flüsterte sie leise und wünschte ihm eine gute Nacht. Er ging daraufhin raus, eilig rüber in seine eigene Wohnung.

Lauren wusste, dass sie vorsichtig sein musste. Sie war sich ziemlich sicher, dass ihr Vater sie ebenfalls auf eine verbotene Art liebte, er musste es sich einfach nur bewusst werden. Sie wollte und musste erst mal vorsichtig sein, um diese zarte Knospe dieser Art von Liebe nicht zu überdüngen oder zu verwässern.

Daniel saß drüben bei sich am Küchentisch und starrte stumm auf ein Weinglas. Was hatte er gerade nur getan? Erregte ihn wirklich seine eigene, erwachsene Tochter? Sie war sehr schön und attraktiv, aber sie war ja immerhin seine Tochter. Es wäre wohl bedenklicher gewesen, er fände sie hässlich und unattraktiv.

Er stand auf und ging zu einem Designerregal, griff nach einem Bild seiner Tochter Lauren und betrachtete es. Lauren hatte braune, lange, gewellte Haare, glänzend braune Augen. Schönes Dekolleté wie ihm auffiel und einen schönen Hals. Ihre Beine waren auch nicht zu verachten, wie er gerade eben schon sah. Er verzweifelte langsam, schaffte es sich dann aber einzureden dass ihm schlicht und einfach nur Sex fehlte. Viel zu lange hatte er nicht mehr so richtig eine Frau gehabt, irgendwelche kurze, unbedeutende Flirts mal abgesehen. Er nahm nämlich auf seine Tochter Rücksicht, was sich wohl nach den Jahren als Fehler rausstellte. Nun beschloss er dem ganzen ein Ende zu bereiten und wollte wieder auf Jagd gehen. Die Hochzeit eines Freundes in zwei Tagen würde sich dazu wunderbar anbieten und da begann auch der Tag… Der Tag an dem das geschah, was er sich bis dahin nie zu träumen gewagt hätte.

Um acht Uhr klingelte sein Wecker, da er heute nun auf der Hochzeit eines Freundes eingeladen war. Ebenso seine Tochter Lauren.

Er stand auf, blickte aus dem Fenster und schlenderte dann ins Bad. Er gähnte nochmals herzhaft und sprang dann in die Dusche. Seinen Fauxpas vor zwei Tagen hatte er weitestgehend erfolgreich verdrängt.

Lauren stand zur selben Zeit in der Dusche und nahm sich vor nun endlich einen Schritt weiterzugehen. Heute würde sie nämlich mit Daniel in einem Raum schlafen, denn nach der Hochzeit, so bot das zukünftige Brautpaar den Beiden an, würden sie über Nacht bleiben, da die Fahrt zu der Villa des Hochzeitspaares fast zwei Stunden dauerte. Und für gewöhnlich floss auf einer Feier sowieso reichlich Alkohol, was sie in ihrem Vorhaben unterstützend würde.

Lauren zog ein kurzärmeliges, sanft fließendes, knielanges Sommerkleid in zartem Rot an, mit passenden Riemchensandaletten und Bolero.

Nachdem sie komplett fertig war um kurz vor neun, ging sie zu Daniel rüber. Sie klopfte an seiner Tür und er öffnete sie. Beinahe überrannt von ihrer Erscheinung, entglitt ihm ein kurzes „umwerfend“, bevor er sich dann eilig Richtung Auto mit ihr begab.

Während der Fahrt sprachen sie über belanglose Dinge, bis sie ihren Vater, ein wenig aus Berechnung und weil es sich anbot, nach der Ehe und Hochzeit mit ihrer Mutter fragte. Erst schwieg er, doch dann versuchte er zu antworten warum er ihre Mutter geheiratet hatte und sie auch verließ.

“Lauren, weißt du, wir haben uns in der Schule kennen gelernt. Sie war die erste Frau gewesen und”, er stockte, wusste nicht was er sagen sollte, “sie wurde damals mit Holly ungeplant schwanger und ich dachte, wir könnten zusammenleben und haben auch dann geheiratet. Ich war mir meiner Gefühle damals schon nicht so sicher. Sie wollte dann auch ein zweites Kind und ich habe mir gedacht, vielleicht kommt dann mehr. Mir ist dann klar geworden, dass ich sie einfach nicht mehr liebe oder es nie mehr wie eine Schwärmerei war. Ich wollte mit fünfundzwanzig einfach nicht mein Leben komplett gelebt haben. Ich habe dann auch einige Dummheiten getan, die mir leid tun. An dem Abend, als ich ihr dann mitteilen wollte, dass ich über eine Trennung nachdenke, hat sie mir dann gesagt dass sie schwanger sei. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Lauren, es tut mir leid, aber ich wollte damals einfach kein Kind mehr.” Daniel bekam einen kratzigen Hals, es tat ihm leid, dass er ihr sagen musste, dass er sie nicht wollte. Lauren jedoch legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. Er schaute kurz auf ihre Hand und griff nach ihr.

“Ist schon okay. Irgendwie kann ich froh sein, dass du damals kein Kind mehr wolltest, denn sonst wären vielleicht diese Gefühle nicht da. Sicherlich wären sie nicht da. Ich liebe dich." Leise fügte sie ein: "nicht nur als Tochter”, hinzu.

Daniel zuckte daraufhin zusammen und traute seinen Ohren nicht. Er brachte kein Wort raus. Hatte er dies gerade wirklich richtig verstanden?!

Sie krallte sich in seinen Oberschenkel, doch zu Daniels Erleichterung klingelte ihr Handy und sie ging ran. Er war geschockt nach dieser Aussage von Lauren und wusste nicht wie er sich verhalten sollte. Hatte sie das gerade so gemeint, wie er das aufgefasst hatte? Oder doch anders und ihm spielte die Wahrnehmung einen Streich?

Lauren beendete das Telefongespräch erst bei der Ankunft.

Ab da ging dann alles schnell und sie hatten keine Möglichkeit mehr zu reden. Daniel verdrängte dann auch erst einmal schnell was im Auto war und ging auf diverse Flirts auf der Hochzeitsfeier ein. Er musste wieder normal werden, er überschritt Grenzen, gefährliche Grenzen. Sich auf den getragenen Slip seiner Tochter einen von der Palme zu wedeln, konnte definitiv nicht mehr von allzu viel überboten werden. Und dass er nun schon in Sätzen von ihr etwas rein interpretierte, machte ihm deutlich, dass es so nicht weitergehen konnte. Er brauchte eine Frau, von ihm aus hier. Jetzt. Sofort.

Ein paar mal sah sich das Lauren an, wie er offenherzig flirtete, Körperkontakt suchte. Nicht mit einer Frau, mit mehreren. Irgendwann platzte ihr der Kragen und sie ging wütend zu ihm hin, zog ihn zur Seite.

“Was soll das? Was machst du? Warum flirtest du hier bitte?”, fragte sie wütend und hielt sich an seinem Jackett fest.

“Lauren was wird das? Ich bin wohl alt genug, dass es mir zusteht, mich zu amüsieren.” Sie griff in sein Jackett und zog ihn näher zu sich hin.

“Amüsier dich mit mir. Ich meinte das im Auto wirklich ernst, dass ich dich liebe… auch körperlich.”

Daniel fühlte bei den Worten seine Beine nicht mehr. Seine Tochter hatte ihm gerade eindeutige Avancen gemacht. Daran gab es nichts zweideutig zu verstehen.

Lauren wollte ihn gerade vor versammelter Mannschaft küssen, doch glücklicherweise konnte er das verhindern.

“Sag mal bist du bescheuert? Du wolltest gerade deinen eigenen Vater küssen.”

Er guckte sich verlegen um ob jemand was mitbekam, doch dem war anscheinend nicht so und er wandte sich von ihr ab, ging schweigend weg, rein in die Villa, wollte auf die Toilette und kurz verschnaufen. Allerdings folgte ihm Lauren und ging unbemerkt mit in das Gäste WC. So gedankenverloren wie er war, bekam er das nicht mal mit. Als er die Tür schloss, krallten sich zwei Hände von hinten um seine Taille. Er bekam einen großen Schreck und drehte sich um.

“Lauren was machst du…”, weiter kam er nicht, denn dann spürte die Lippen seiner Tochter auf seinen.

Ihre Arme waren um seinen Nacken geschlungen und er spürte ihren Atem in seinem Gesicht.

Sanft und wild, küsste sie seinen Mund, versuchte vorsichtig mit ihrer Zunge in seinen Mund zu gelangen.

Er wusste nicht was er tun sollte, geschweige denn denken. Er war erstarrt, fühlte nur ihre Lippen und ihren warmen Atem.

Nachdem ihre Zunge endlich den Weg in seinen Mund gefunden hatte, umfassten seine Hände vorsichtig ihre Taille. Er wünschte es wäre ein Traum, doch er konnte wirklich seine Tochter schmecken.

Daniel konnte den Geschmack nicht definieren, doch er war alles andere als unangenehm.

“Ich liebe dich”, sagte sie zwischendurch und war dabei sein Hemd zu öffnen, doch dann schaffte es Daniel seinen Verstand einzuschalten und konnte stoppen.

“Schluss Lauren.” Er riss sich von ihr los und richtete seinen Anzug.

“Wieso Schluss? Ich liebe dich und du liebst mich oder hat dir das nicht gefallen?” Sie griff wieder nach ihm und wollte weitermachen.

“Nein! Doch!… Ich meine… Ist doch völlig unerheblich ob es mir gefallen hat. Du bist meine Tochter und ich küsse meine Tochter nicht so. Das ist nicht normal.”

Kaum hatte er das gesagt, waren auch schon wieder ihre Lippen aneinander.

“Es ist völlig egal, ob es normal ist oder nicht”, flüsterte sie zwischendurch und griff in seinen Schritt, wollte wissen ob es ihm gefiel. Nach seinem Erregungsgrad zu urteilen schien es ihm jedenfalls sehr zu gefallen.

“Hör jetzt auf, wir reden wenn wir alleine sind.” Ob er den Satz mit ihr alleine zu sein, nicht noch bereuen würde, war ihm erst mal egal. Daniel fiel es zwar auf eine gewisse Art nicht gerade leicht sich von ihr zu lösen, doch hier auf der Gästetoilette wollte er garantiert nicht mehr bleiben.

Er ging, ohne sie weiter anzublicken, raus. Lauren blieb einen kurzen Moment lächelnd zurück. Ihr Vater liebte sie also auch auf eine andere Art.

Während der weiteren Hochzeitsfeier suchte Lauren Blickkontakt zu ihm, doch er wies sie ab. Daniel hatte im Laufe des Abends schon vor der kommenden Nacht Angst.

Um halb vier Nachts war die Feier dann, zumindest teilweise, beendet und ihnen wurde ein Gästezimmer gezeigt. Es gab zwei Schlafmöglichkeiten in dem Raum, ein relativ kleines Tagesbett und eine Couch.

“Ich schlaf auf der Couch”, murmelte Daniel und zog sich, bis auf sein T-Shirt und Unterwäsche, aus, verkroch sich schnell auf die Couch, zog sich die Decke bis zum Kopf hoch.

Er wusste nicht wie er sich verhalten sollte und wollte vor allem Dingen heute nicht mehr darüber nachdenken. Der Alkohol, der Kuss, alles Dinge, die er gerade vergessen wollte.

Lauren setzte sich erst mal auf das Bett und zog sich dann komplett aus. Immer wieder schaute sie zu Daniel hin. Sie räusperte sich kurz und ging dann zu dem Klamottenstapel von ihrem Vater. Nach kurzem wühlen nahm sie sein Hemd, zog es sich an und knöpfte es halb zu.

Schleichend ging sie zu ihm hin und legte ihre Hand auf seine Schulter.

Daniel hatte sich weggedreht und ihm überkam ein wohliger Schauer bei ihrer Berührung. Seinem Gefühl folgend, drehte er sich auf den Rücken und Lauren kuschelte sich auf ihn drauf. Er sagte nichts, wehrte nicht ab, diskutieren wollte und konnte er nicht in diesem Moment.

Eine Zeit lang schwieg sie und hörte ruhig auf seinen Atem. Irgendwann ging Daniels Hand unbedacht auf ihren Rücken und begann kurz zu zucken.

“Warum weichst du mir aus?”, fragte Lauren leise und blickte zu ihm auf.

“Da fragst du noch warum? Du bist meine Tochter, reicht das als Antwort?”

Sie streichelte über seine Wange und näherte sich gefährlich nah seinen Lippen.

“Und?” Sanft begann sie ihn zu küssen.

“Was und? Das geht nicht. Das darf nicht sein, dass wir uns so küssen.”

Lauren überfiel sanft seinen Hals, ließ sich davon nicht beirren.

“Wieso darf das nicht sein? Du bist erwachsen, ich bin erwachsen und wir tun doch niemanden weh…” Ihre Hände verfingen sich unter seinem T-Shirt und streichelten seine Brust.

“Lauren, bitte hör auf” Seine Worte und seine Körpersprache waren nicht ganz einer Meinung wie Lauren gerade erfühlte.

Ihre Hände waren gerade in seiner kurzen Shorts und vergriffen sich an seiner Männlichkeit.

“Schlaf mit mir”, flüsterte sie leise in sein Ohr und fuhr vorsichtig mit ihrer Zunge über seine Lippen. Daniel schluckte, führte mit seiner Tochter einen intimen Zungenkuss aus und berührte zum ersten Mal ihre Brust. Ihre Haut war weich, ihre Brust rund, ihre Knospen spitz. Er fand ziemlich schnell Gefallen daran, ihre Brust zu liebkosen.

Lauren gefiel seine Berührungen aus sanften Kneten, zartem Streicheln und zärtlichen Verwöhnen mit seinem Mund.

“Lauren… wir…”, bevor Daniel noch sagen konnte, dass sie einfach nicht miteinander schlafen durften, hatte sie auch schon sein lästiges Stück Stoff runter gezogen und begann sich mit ihm körperlich komplett zu vereinen. Lauren fühlte sich noch nie so komplett und befriedigt. Schon so lange wollte sie endlich Eins mit ihm sein, schon lange, hatte sie drauf gewartet…

Daniel wusste nicht ob es daran lag, dass er schon so lange abstinent lebte, doch wenn das was er vorher hatte, schöner Sex gewesen sein sollte, was war dann dass was er gerade erlebte?

Die Wärme, Enge und Feuchtigkeit von ihr brachten ihn schlicht um den Verstand. Ihr Becken, ihre Hüften, die sich ihm entgegen pressten. Bei jedem Stoß erlebte er eine Welle der Befriedigung und Lust die er noch nie zuvor fühlte.

Wäre er jetzt gestorben, wäre er als der glücklichste Mann der Welt gestorben.

In welcher Lautstärke sie sich ihrer Lust hingaben nahmen sie nicht wahr und Daniel fühlte, dass er sich ziemlich schnell seinem Höhepunkt näherte und war sich unsicher in ihr zu kommen, obwohl er wusste das sie geschützt war. Lauren spürte, dass er nicht in ihr kommen wollte, presste sich aber fest gegen ihn und genoss jede einzelne Zuckung von ihm.

Erschöpft und glücklich ließ sie sich auf seine Brust fallen. Er legte seinen Arm um sie und eine Zeit lang blieben sie schweigend übereinander.

Nachdem die Lust jedoch abgeklungen war, überkam Daniel ein schlechtes Gewissen. Mit wem hatte er nur gerade geschlafen?

Es war die Frau, die er vor über zwanzig Jahren selbst gezeugt hatte.

Was hatte er ihr nur angetan? Das was sie und er wollten…

Als er müde wurde und kurz vorm Einschlafen war, spürte er zwei weiche Lippen auf seinem Mund.

Er zuckte kurz zusammen und schlug seine Augen auf.

“Du hast schon geschlafen?”, fragte sie entschuldigend und legte ihre Nase an seinen verschwitzten Hals.

“Hm fast. Lauren das war gerade ein Fehler”, teilte er ihr leise mit, während er sanft ihren Rücken streichelte.

“Wieso Fehler? Dir hat es doch auch gefallen oder?”

Er musste lächeln. Ja, das war schön gewesen, aber ob es die Konsequenzen wert war?

“Ja, es war schön. Solange du es noch nicht bereust.”

Lauren griff mit ihren Armen unter seinen Nacken und hielt ihn fest.

“Warum bereuen? So schön habe ich es noch nie empfunden und ich liebe dich so, wie dich noch keine geliebt hat. Was fühlst du eigentlich für mich?”

Daniel dachte nach und suchte nach der Klarheit seiner Gefühle. Was fühlt man für eine Frau, die das eigene Kind war, was man vor zwanzig Jahren nicht wollte?!

“Lauren, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Sicherlich liebe ich dich, aber ich weiß nicht genau, was für eine Liebe. Du bist immerhin meine Tochter. Meine Tochter die ich die ersten Jahre total vernachlässigt habe. Es tut mir leid.”

In Lauren stiegen Tränen auf und sie hielt sich an ihm fest.

“Und jetzt? Willst du abhauen, weil dir die Situation mit mir wieder nicht passt?” Krallend hielt sie sich an ihm fest, wollte ihn nicht verlieren.

“Nein, ich lass dich nicht wieder alleine, doch wie stellst du dir das nur weiter vor?”

Daniel sah für sie beide keine positive Zukunft, davon mal abgesehen, wusste er nicht, was er für Gefühle für sie besaß.

Vatergefühle? Ja sicher entwickelten die sich mit den Jahren, aber sie unterschieden sich zu seinen anderen zwei Kindern.

Sexuelle Gefühle? Ja, zu seiner Schande hatte er diese und die waren gefährlich ausgeprägt.

Liebesgefühle? Ja, Lauren war eine tolle Frau. Sie sah gut aus, sie hatten gemeinsame Interessen, sogar beruflich waren sie zusammen. Vielleicht schon zu viel des Guten.

“Wieso? Wir leben doch eh schon zusammen. Daniel wir… sag mir bitte, dass du mich so liebst, wie du nur eine Frau liebst und lieben kannst.”

Er zuckte zusammen.

“Lauren nein. Ich kann es dir nicht genau sagen welche Gefühle ich für dich habe. Ich kann dir nur sagen, ich habe so was noch nicht gefühlt. Ich will nicht, dass du unglücklich wirst, aber mit dem was wir tun, wirst du unglücklich sein. Deine Mutter bringt mich um, Holly und Maurice verachten mich, in der Arbeit sind wir unseren Job los… es ist... nicht richtig.”

Lauren verschloss seinen Mund mit einem Kuss und einer Träne. “Das ist doch egal. Deinen Job verlierst du nicht und andere haben uns nichts einzureden, aber wenn du mich nicht liebst…”

Daniel blickte auf die Uhr, es war schon früh und dämmerte.

“Lauren, es klingt vielleicht blöd, aber gib mir bitte etwas Zeit und lass mich darüber nachdenken wie es weiter geht, mit uns. Ich will einfach mit mir selber klar werden.”

Lauren schaute ihm tief in die Augen und gab ihm wieder einen Kuss, den Daniel versucht hatte abzubrechen. Versuchte, wohlgemerkt.

“Lauren, wenn du mich so küsst, dann…”

Er konnte ihr nicht widerstehen und verfiel mit ihr in ein weiteres Liebesspiel…

Irgendwann gegen Mittag fuhren sie nach Hause, die Heimfahrt lief sehr schweigend ab. Daniel bat sie darum, die nächsten zwei Tage nicht zu ihm zu kommen da er Pause brauchte.

Er musste nachdenken, über sich, über seine Tochter und über sie beide. Ginge es nur um ihn, ausschließlich um ihn, würde ihm ein weiteres Leben wie bisher am besten bekommen, mit gelegentlichem Sex, wenn er dran dachte wie sehr es ihm gefiel, aber hier ging es nicht nur um ihn. Lauren wollte eine richtige Beziehung mit ihm, ein Teil in ihm eigentlich auch, aber eine normale Beziehung würden sie nicht führen können, so viel stand fest.

Kapitel 2

Er traf sich am nächsten Tag nachmittags mit seinem besten Freund Chris in einem Café in der Innenstadt. Chris Dearing, Amerikaner, war ein wenig jünger als er, hatte braune Haare, grüne Augen, war etwas über 1.80 Meter groß, sehr sportlich und muskulös, mit einem gewissen Badboy Image. Er war der Liebhaber der Firmenchefin und Inhaberin Lizzy Brease, eigentlich Elizabeth Brease.

Daniel konnte mit ihm über so ziemlich alles reden, sofern nötig, auch wenn er sich nicht sicher war wie er darauf reagieren würde. Er fühlte sich schon selbst wie ein perverses Schwein, wenn er darüber nachdachte was er tat und fühlte…

Chris ahnte schon ein gewisses Donnerwetter als Daniel ihn anrief und mit ihm reden wollte. Er hatte ein ziemlich gutes Gespür für so was, aber DAS hatte er nun gar nicht erwartet. Erst sprach Daniel nur über belanglose Dinge, bis Chris von seinem nervös wippenden Fuß genervt war, den Daniel gerne an den Tag legte.

“Daniel, was ist los? Dein Schönwettergequatsche kannst du auslassen.”

Daniel räusperte sich und verzog eine Grimasse.

“Hast du schon mal was getan, wovon du weißt dass es falsch ist, aber du kannst es trotzdem nicht lassen?”

Chris verdrehte die Augen und überlegte sich einen Schnaps zu bestellen, je mehr Daniel für gewöhnlich rumdruckste desto schlimmer waren normalerweise seine Probleme.

“Ja sicher, ständig. Also was ist jetzt?”

Daniel schaute fragend zu ihm hin. “Ich hab, ich habe…”, er verschluckte die Wörter und räusperte sich leise.

“Chris ich habe gestern mit meiner Tochter geschlafen”, brachte er dann leise raus.

Nach dem ersten Moment, Chris musste erst realisieren was sein Freund meinte, fiel ihm die Kinnlade runter und schaute Daniel zwischen Entsetzen und Ungläubigkeit an.

“Du hast was? Wieso? Nur damit wir vom gleichen sprechen, du hast deine Tochter gevögelt?

Welche eigentlich?”

Daniel schaute sich verlegen um und gab Chris einen Handschlag auf den Arm.

“Brüll doch noch lauter. Mit Lauren natürlich.”

Chris entschied sich nach der Aussage doch zu einem Wodka. Einen Wodka am Mittag, Nachmittag.

“Ich hoffe doch wenigstens freiwillig”, meinte Chris woraufhin sich Daniel an seinem Espresso verschluckte. Nachdem er wieder Luft gefunden hatte, schaute er Chris entsetzt an.

“Natürlich, jedenfalls von ihrer Seite aus, wenn dann wurde ich eher…”

Chris lachte abfällig und schüttelte den Kopf.

“Du willst mir jetzt aber nicht mitteilen, du hättest dich nicht gegen deine Tochter wehren können.”

Bevor Daniel antworten konnte klingelte sein Handy und er bekam eine Nachricht von Lauren.

“Ja doch, sieht sehr nach unfreiwillig aus, was?” Daniel zeigte ihm die Nachricht von seiner Tochter Lauren.

“Hi Daniel,

wo bist du?

Vermisse Dich so sehr,

würde gerne wieder mit Dir einschlafen,

wie in unserer Ersten Nacht.

Ich liebe Dich so sehr!!!”

Chris schnappte nach Luft als er die Nachricht gelesen hatte.

“Also”, fing er an und atmete tief durch, “wie bescheuert bist du eigentlich mit deiner Tochter zu schlafen? Wie kommst DU drauf?”

Daniel zuckte mit den Schultern.

“Man du weißt es doch selber. Sie wohnt gegenüber von mir, wir arbeiten zusammen, essen zusammen, liegen zusammen am Sofa, unternehmen was zusammen, sie sieht…”

Chris klopfte mit der Hand auf den Tisch und unterbrach ihn.

“Also Moment mal, ich wohnte auch mal mit meinen Töchtern zusammen, wir essen zusammen, lagen auch zusammen am Sofa und wir unternehmen was zusammen, aber entschuldige, deswegen habe ich noch nie ansatzweise daran gedacht mit ihnen in die Kiste zu springen… nein sorry, aber hier ist bei mir Schluss, darüber will ich gar nicht nachdenken. Ich habe meine kleinen Hosenscheißer gewickelt, gefüttert…” Chris schüttelte es durch und bekam eine unübersehbare Gänsehaut.

“Du scheinst zu vergessen, dass ich mit Lauren früher rein gar nichts zu tun hatte. Ich habe sie ja erst richtig kennen gelernt als sie zu mir zog und da war sie eine junge Frau. Chris es tut mir leid, aber irgendwie hat es nie zu richtige Vatergefühle gereicht, weißt du doch selber. Das wird mir jetzt wohl zum Verhängnis.”

Daniel blickte nachdenklich auf die Nachricht von Lauren.

“Bei mir brauchst du dich nicht zu entschuldigen, wenn dann bei Lauren. Das Mädchen hat sich anscheinend, aus mir schier unerklärlichen Gründen, in dich verschossen und du legst sie einfach flach. Du bist ihr Vater.”

Daniel blickte böse zu ihm hin.

“Was heißt flachlegen? Ich weiß einfach nicht was ich fühle. Außerdem hab ich sie nicht flachgelegt. Sie ist eine tolle junge Frau, wunderschön. Wäre ich nicht bei der Zeugung vor zwanzig Jahren dabei gewesen würde ich einmal laut verkünden: hier, das ist meine Frau.”

Chris lachte und legte seine Hand auf Daniels Schultern.

“Na ja, vor wann? Dreißig Jahren hast du das mit Elena…” Daniel schüttelte den Kopf und unterbrach ihn.

“Nein, das mit Elena damals war was völlig anders. Das waren andere Gefühle. Ich war zwar verliebt in sie, denke ich, aber ich war viel zu jung und hätte mich damals nicht so schnell binden sollen. Am Tag meiner Hochzeit habe ich mich schon gefragt ob ich das jetzt tun soll, weil ich es eigentlich nicht wirklich wollte. Irgendwas hat mich dann wohl doch dazu getrieben.”

Daniel zermarterte sich den Kopf darüber. Egal was er tun würde, es wäre falsch.

“Tja, muss wohl ein blödes Gefühl sein, seine eigene Traumfrau zu produzieren”, sagte Chris und kippte mittlerweile den nächsten Wodka runter.

“Im Moment wäre es das Beste, Lauren würde einen anderen jungen Kerl finden, dann würde sie nicht so leiden…” Just in dem Moment, stand plötzlich Lauren neben ihm und gab ihm eine Ohrfeige.

“Mieses Schwein”, sagte Lauren und ging wütend davon. Daniel und Chris wussten im ersten Moment nicht, was geschehen war und sammelten sich.

“Also wenn du mich fragst, deine Autorität als Vater kannst du vergessen”, gab Chris von sich.

Daniel rannte ihr hinterher.

Das mit gerade eben hätte er wohl nicht sagen dürfen, doch was sollte er auch ahnen, dass plötzlich seine Tochter hinter ihm stand und wahrscheinlich hatte sie es völlig falsch aufgefasst.

Er sah, dass sie in ein großes Kaufhaus flüchtete und eilte ihr hinterher. Als sie in den Aufzug einstieg, schaffte er es noch mit rein.

“Lauren was war das…?”, fragte er und näherte sich ihr. Sie schaute ihn wütend an.

“Anderen Kerl kennen lernen, damit du mich nicht mehr an der Backe hast? Das findest du ja immer wahnsinnig toll, mich abzuschieben und mich alleine zu lassen, wenn es dir nicht mehr in den Kram passt.”

Daniel nahm sie wortlos in den Arm und Lauren fing zu weinen an.

“Nein, so meinte ich das nicht. Lauren hör mal, ich weiß nicht ob ich dir das jemals wieder sagen kann. Ich dachte, wenn du einen anderen Mann kennen lernst, dass dann nur einer von uns unglücklich ist. Ich kann damit leben, wenn du einem anderen deine süßen Küsse gibst. Ich kann auch damit leben, dass du für einen anderen so lecker kochst und ihn mit deiner Anwesenheit beglückst. Ich kann damit leben abends Zuhause zu sein und dich zu vermissen, daran zu denken, wie schön es dieser andere hat, dass du bei ihm bist. Ich kann auch damit leben, nachts im Bett zu liegen und daran zu denken wie schön diese Nacht mit dir war, aber ich könnte nie damit leben, wenn du mich dafür hasst und mir vorwirfst dein Leben kaputt gemacht zu haben, weil ich diese Gefühle und Nähe zugelassen habe.”

Lauren und Daniel küssten sich daraufhin leidenschaftlich in diesem Aufzug.

“Ich hasse dich nur dann, wenn du deine Gefühle nicht zulässt und mich wegschickst oder mich verlässt. Mein Leben ist nur dann zerstört, wenn du nicht bei mir bist…”

Daniel strich die Tränen aus ihrem Gesicht und hörte ein plötzliches “Gong”.

Eine ältere Dame stieg ein und sie beide standen Arm in Arm beieinander.

“Lass uns nach Hause gehen und überlegen wie wir das am besten zusammen schaffen.”

Lauren lief leicht rot an und lächelte. Er hatte zu ihr gesagt, dass sie es zusammen schaffen würden.

Nachdem sie wieder in Daniels Appartementwohnung waren, war eine weitere Aussprache

unumgänglich. Nur leider ließ es sich in manchen Situationen nur schwer die passenden Worte finden und so saßen sie eine Zeit lang schweigend zusammen auf der Couch. Lauren dachte weniger nach, sie genoss nur den Arm ihres Vaters um ihre Schultern und war glücklich, dass er mit ihr zusammen sein wollte.

Daniel dachte darüber nach, wie es mit ihnen weiter gehen würde. Er wollte und konnte mittlerweile seine Gefühle für sie nicht unterdrücken, aber ihm war klar, dass ihr Verhältnis niemals so ausgelebt und gezeigt werden konnte, wie es bei einem “normalen” Liebespaar sein würde.

Sie wohnten direkt nebeneinander und was hinter ihren verschlossenen Türen passierte, ginge im Endeffekt niemanden was an und es bekam auch keiner mit. Nur leider gab es auch ein Leben außerhalb der eigenen vier Wände.

Dass sie im gleichen Gebäude und teilweise zusammen arbeiteten, machte die ganze Sache nicht gerade einfach, aber dieses Problem ließe sich noch am einfachsten lösen, denn er konnte sich in seinem Beruf entweder verselbstständigen oder in eine andere Niederlassung verlegen lassen. Weitaus schwieriger war die familiäre Situation. Er hatte zwei weitere Kinder, die ihn dafür hassen würden. Er hatte mit Holly und Maurice mehr oder weniger häufigen Kontakt und traf sich mit den beiden, mal regelmäßiger, mal unregelmäßiger. Wie lange könnten sie ihre Situation vor den beiden verheimlichen?

Ein anderes Problem war seine Exfrau und Laurens Mutter. Er konnte von ihr jede Reaktion erwarten, denn Elena hatte Depressionen, nicht nur, sie war manisch depressiv und manchmal fühlte er sich dafür mitschuldig.

Er bekam schon oft zu hören, seine Schuldgefühle Elena gegenüber seien unbegründet.

Zwar hatte seine Trennung und sein Betrug nicht unbedingt ihre Heilung gefordert, aber hätte er denn mit ihr sein weiteres Leben unglücklich verbringen sollen? Er hatte sie ja finanziell unterstützt, kümmerte sich um seine zwei älteren Kinder und vor sechs Jahren nahm er dann seine Jüngste bei sich auf.

Daniel machte sich teilweise Vorwürfe, denn hätte er zu Lauren von Anfang an, das selbe Verhältnis zu ihr gepflegt, wie zu seinen anderen zwei Kinder, wäre es nie so weit gekommen.

War er daran schuld?

Er schaute Lauren an und atmete tief durch. Irgendwie würden sie es schon schaffen.

Es würde zwar noch holperig werden, aber diesmal wollte er auf seine Gefühle hören und nicht, wie vor fast dreißig Jahren, auf seinen Verstand. Damals, als er Elena heiratete…

“Gehen wir heute Abend Essen Daniel? Wir waren schon lange nicht mehr bei unserem Italiener.”

Lauren schaute ihn mit glänzenden Augen an und gab dem Bedürfnis ihn zu küssen nach.

Daniel war sich unsicher, aber einsperren war auch nicht gut. Außerdem gefiel es ihm mit Lauren Essen zu gehen.

“Ja, wenn du mich loslässt und aufhörst wild zu küssen.”

Lauren seufzte und stand auf, sie musste sich noch umziehen.

“Ich glaube, deine Wohnung ist groß genug für uns beide oder?”, sprach sie plötzlich und zwinkerte ihrem verdutzten Vater zu und ging dann rüber um sich kurz frisch zu machen und umzuziehen.

Nicht dass Daniels Wohnung zu klein wäre oder er sie hier nicht begrüßen würde, aber wie sah denn das aus, wenn eine Zwanzigjährige zu ihrem Vater zieht, obwohl die Tochter selber bereits eine eigene Wohnung hatte?

Während sich Lauren umzog und herrichtete, sprang er ebenfalls schnell unter die kalte Dusche und zog sich an.

Als Lauren wieder bei ihm war, kam er nicht drum rum ihr ein paar Komplimente über ihr Aussehen zu geben. Sie hatte sich ziemlich verführerisch raus geputzt, was ihm zwar gefiel, aber viel zu verräterisch war.

“Hoffe du hast das nicht ernst gemeint?”, fragte Daniel sie dann, während der kurzen Autofahrt zum Italiener.

“Was meinst du?”

“Na dass meine Wohnung groß genug für uns beide ist und du zu mir ziehen möchtest.”

Lauren lächelte und legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel, diese Berührung gefiel ihr sehr.

“Ja natürlich, eigentlich schon. Wir leben doch eh schon fast zusammen und ab heute will ich nicht mehr ohne dich einschlafen. Du doch auch oder?”

Daniel schüttelte den Kopf.

“Deine Wohnung zu behalten, hindert uns doch nicht daran zusammen zu schlafen, aber mal ehrlich, wie willst du erklären, dass du keine Wohnung mehr hast und bei mir schläfst?”

Daniel versuchte sich vorzustellen, was für eine Reaktion das auslösen würde, dann wäre doch jedem sofort klar, dass zwischen ihnen beiden mehr lief.

“Vielleicht die Wahrheit erklären, dass wir uns lieben?”

Daniel zuckte zusammen und vor lauter Schreck, über die -naiv dumme- Aussage seiner Tochter, fuhr er über eine rote Ampel. Er hielt schnell auf einen Parkplatz um einen Unfall zu vermeiden.

“Lauren, das war doch gerade ein Scherz. Du kannst doch niemanden erzählen, dass wir uns lieben. Lauren ich glaube du verstehst nicht, ich bin dein Vater und ein Vater der mit seiner Tochter ins Bett geht, wird schlicht und einfach für pervers und krank gehalten, da ist es völlig egal um welche Umstände es sich handelt.”

Daniels Herz begann zu rasen, das war ja wohl völlig bescheuert, ihr Verhältnis und Beziehung zu erzählen.

“Wieso nicht? Wer damit ein Problem hat, kann mich mal…”

In Daniel kam gerade eine ziemliche Wut hoch. Das war mal wieder typisch für seine Tochter Lauren.

-Ich setze meine Meinung durch und mir ist alles völlig egal-.

Zum ausflippen, dass Lauren keine Konsequenzen sehen wollte und die Konsequenzen ihres gemeinsamen Tun, würden nun mal schwerwiegende Konsequenzen mit sich ziehen, wenn es andere erfuhren. Er konnte nur den Kopf schütteln.

“Lauren hör mir mal zu. Dass was wir tun und was wir fühlen, ist gesellschaftlich nicht akzeptabel und moralisch für die meisten einfach verwerflich, ich hätte nicht gedacht, dass ich das meinem erwachsenen Kind erklären müsste. Wenn mir jemand anderes erzählt, er würde mit seiner Tochter vögeln, würde und hätte ich genauso darüber gedacht. Die Umstände was zwischen uns war und ist, interessiert niemanden, sondern nur die Tatsache, dass du meine Tochter und ich dein Vater bin. Beruflich wären wir am Ende und damit auch finanziell. Du könntest an einer Hand abzählen wer zu uns noch Hallo sagt. Holly und Maurice, die schauen mich nie wieder an und deine Mutter, du kennst sie, deine Mutter bringt mich um. Ich schwöre dir, sie nimmt eine Axt und spielt einmal den nächsten Psychothriller nach. Sollte dies in deinem Interesse sein, können wir das auch anders und schneller regeln.”

Lauren kamen die Tränen. Der letzte Satz von ihrem Vater tat ihr weh, war natürlich völlig gemein und falsch.

Daniel bekam nicht mit, dass sie weinte. Er hielt sich die Hände vors Gesicht um sich selbst zu beruhigen.

“Es tut mir leid”, sagte sie mit zitternder Stimme und nun hörte er, dass sie weinte. Entschuldigend nahm er sie in den Arm. Sie zum weinen bringen wollte er nicht und konnte er nicht mit ansehen.

“Es tut mir leid Lauren, ich wollte nicht so was Dummes sagen. Ich bin mit der ganzen Situation einfach überfordert.”

Daniel versuchte sie beruhigen und war innerlich selber zum Weinen zu mute.

“Lauren, ich verspreche dir, wir finden schon eine Lösung, damit wir zusammen glücklich werden, aber unsere Beziehung muss sich erst entwickeln. Außerdem, sieh doch bitte ein, dass wir niemanden sagen können was wir tun und fühlen. Bitte. Das sind nun mal die Bedingungen und Konsequenzen unserer… Liebe.”

Lauren musste sich erst mal damit abfinden und sie müssten sie ihre Beziehung einfach geheim halten. Wahrscheinlich für immer.

Durch ihre Tränen verschmierte ihre Wimperntusche und sie entschieden sich nach Hause zu fahren und sich was vom Lieferdienst bringen zu lassen.

Kapitel 3

Am nächsten Tag rief wieder der Arbeitsalltag. Lauren musste eine Stunde früher wie ihr Vater im Gebäude sein, aber zu einem gemeinsamen Frühstück reichte es doch noch.

An diesem Montagmorgen sah er einfach nur die junge hübsche Frau, mit der er die gestrige Nacht, eine der schönsten und aufregendsten in seinem bisherigen Leben, verbracht hatte. Er war absolut fasziniert von ihr, als sie im Morgenmantel zusammen am Tisch waren. Er wusste gar nicht wie er sich fühlte, jedenfalls nicht wie Mitte vierzig oder auf die fünfzig zugehend.

Der Tag in der Arbeit verlief aber dann recht unangenehm für ihn, da er Angst hatte, jemand würde merken was zwischen ihnen war. Er hatte immer Angst auf seiner Stirn wäre die Aufschrift: Perversling, treibt es mit seiner Tochter.

Lauren hingegen strahlte das komplette Gebäude zusammen und wurde von ihrer Kollegin gefragt, die mit ihr das Büro teilte, wer denn der Glückliche sei.

”Ein Mann meine liebe Nina”, gab sie freudestrahlend als Antwort. Nina war nicht nur eine Kollegin sondern auch noch eine gute Freundin von Lauren; kurz gesagt, sie hassten sich auf eine Art.

Hätte Lauren gewusst, dass Nina heimlich scharf auf Daniel war, hätte sie jedoch noch nicht mal ein Wort mit ihr gewechselt.

“Ach was, ich dachte schon ein Hund”, kicherte Nina.

Lauren schüttelte genervt den Kopf.

“Na komm schon Lauren, verrate es mir doch.”

Lauren schwieg Nina lächelnd an und legte ihren Zeigefinger auf den Mund.

“Psst, Geheimnis. Ich kann dir nur so viel sagen, er ist der tollste Mann der Welt. Er ist attraktiv, charmant, gebildet, kann gut kochen, wir haben die gleichen Hobbys, von seinen Qualitäten als Liebhaber mal ganz zu schweigen.”

Nina lachte, sie hätte zu gerne gewusst wer der Typ ist.

“Ist er verheiratet?”, fragte Nina und Laurens Gesicht verfinsterte sich und sie dachte zwangsläufig an ihre Mutter…

“Also doch ein kleiner Haken”, sagte Nina, die Laurens Schweigen und betrübten Gesichtsausdruck als Ja wertete.

“Was? Nein, er ist nicht mehr verheiratet. Schon lange nicht mehr, aber er war es.”

Lauren griff zum Telefon und klingelte Daniel an. Sie musste ihm zeigen, dass sie an ihn dachte, zu klarem Verstand war sie eh nicht fähig.

Daniel, der ein paar Gänge und Büroräume woanders saß, schaute wütend zum Telefon als er sah, dass es Lauren war. Zumal er wusste, dass es nicht geschäftlich sein konnte.

Es war furchtbar, er teilte sich zur Zeit das große Büro mit einem weiteren Kollege und Daniel war das unangenehm, wenn Lauren ihn grundlos anrief bzw. anklingelte.

Er schrieb ihr dann auch kurz darauf eine E-Mail:

Lauren unterlass das bitte. Willst du, dass alles auffliegt?

Daniel konnte nicht ahnen, dass Nina in diesem Moment an Laurens Computer war und die

E-Mail las.

Nina hatte gehofft, sie könnte vielleicht irgendwas über Laurens heimlichen Geliebten raus finden, außerdem war sie eh unsagbar neugierig.

Die Mail verstand Nina natürlich nicht, aber fand sie eigenartig. Sie dachte eher, dass Lauren und Daniel irgendwas Verbotenes in der Firma taten.

Nina beschloss dann ein kleines Auge auf die beiden zu werfen, ein großes hatte sie eh schon auf Daniel geworfen.

“Der blöde Kopierer funktioniert nicht”, schimpfte Lauren, die gerade wieder zur Tür rein kam.

Sie wollte etwas kopieren, doch der Kopierer streikte.

“Hast du meine E-Mails gelesen?”, fragte Lauren, als sie wieder am Bürotisch saß und sich ihrem PC widmete.

“Ja sorry, habe was nachgeschaut, bin dann versehentlich auf die aufleuchtende E-Mail gekommen, habe sie aber nicht gelesen. Ich schwöre. War sowieso nur die Adresse deines Vaters.” Nina versuchte glaubhaft zu wirken, doch Lauren schaute sie wütend an.

“Du hast an meinem PC nichts zu suchen. Nina, das ist ein Kündigungsgrund und das nächste Mal werde ich das auch melden.”

Nina äffte sie still nach.

“Fragt sich nur wer hier bald die Kündigung kriegen wird,” dachte sich Nina, entschuldigte sich allerdings nochmals bei Lauren.

Daniel saß gerade an einem neuen Projekt, das lief allerdings ziemlich schleppend, da er gedanklich immer wieder abschweifte, auf die Situation zwischen Lauren und ihm. Er fickte seine Tochter, da konnte man schon mal etwas durcheinander sein.

“Hey Kollege, alles klar?” Lucas, sein Kollege, bat ihn um Unterlagen. Bereits zum dritten Mal.

“Entschuldige Lucas, ich schicke es dir dann gleich, Moment noch.”

Daniel war in Gedanken. Es machte ihn wahnsinnig, dass seine Arbeit unter der Situation litt.

“Das hast du vorhin schon mal gesagt. Mensch Daniel was ist los? Probleme?”

Daniel schaute gespannt auf seinen Bildschirm und schüttelte den Kopf.

"Alles okay." Das war es zwar nicht, aber das ginge niemanden etwas an. Oder zumindest keinem Kollegen, der eigentlich nur drauf spekulierte, dass Daniel Platz für ihn machte.

Um 15:00 Uhr machte Daniel dann Pause und ging raus auf das Parkgelände in dem es sich gute Spaziergänge laufen ließ. Frische Luft tat ihm gut. Er würde wahrscheinlich eh heute nichts vernünftiges mehr zusammen bringen. Er lief mit gesenktem Kopf durch den Park. Er fühlte sich so schlecht.

Was sollte er nur tun? Wie sollte er damit nur umgehen?

An einer leeren Holzbank setzte er sich hin und ließ sich die Sonnenstrahlen auf sein Gesicht scheinen.

Es war über 25 Grad warm, aber er hatte eine Gänsehaut. Nicht weil ihm kalt war.

Mit einem Mal fühlte er, wie sein Oberschenkel wärmer wurde und ihn ein Schauer durchzog.

Ruckartig setzte er sich auf und öffnete die Augen, schaute neben sich.

“Lauren? Was machst du hier?”

Lauren saß gerade neben ihm und schaute ihn lächelnd an.

“Ich hab doch schon Feierabend, weißt du doch. Ich hab immerhin feste Zeiten.” Irgendwo musste ihr Gehaltsunterschied ja begründet sein. Abgesehen von der Berufserfahrung, Studium und Verantwortungsbereich.

Lauren ließ ihre Hand auf seinen Oberschenkel ruhen, was Daniel zwar einerseits gut tat und gefiel, aber andererseits furchtbar unangenehm war, hier in der Öffentlichkeit.

“Hab ich vergessen. Lass meinen Oberschenkel los, du weißt warum.”

Er forderte sie ruhig, aber bestimmt auf. Solche Spielereien wollte er auf der Arbeit nicht. Das Gelände war videoüberwacht und es konnte jeder vom Fenster aus zu ihnen rüber blicken.

“Nimmst du mich kurz in den Arm? Mir ist kalt.” Sie fragte leise und flehend.

“Bei fünfundzwanzig Grad im Schatten ist dir kalt? Eine glaubwürdigere Ausrede hättest du dir aber schon überlegen können oder?” Daniel lächelte, überlegte dann ob er ihr den Gefallen tun sollte. Unauffällig und normal.

“Das war keine Ausrede. Mir ist wirklich innerlich kalt, wenn ich dich nicht spüre. Nur ganz kurz Daniel, bitte. So dramatisch ist das doch nicht.” Lauren ging vorsichtig mit ihrem Kopf auf seine Schultern und schmiegte sich an ihn.

Daniel legte seinen rechten Arm kurz um sie und gab ihr einen Kuss auf ihr braunes, gewelltes Haar.

“Na komm schon. Ich muss wieder rein und du hast Feierabend.”

Daniel stand auf und Lauren verabschiedete sich lächelnd. Etwas glücklicher ging er dann wieder ins Büro. Laurens Haar roch so gut…

So wirklich gut kam er zwar immer noch nicht voran, aber irgendwie freute er sich schon auf Lauren heute Abend. Um 19:00 Uhr machte er dann Feierabend und verließ das Gebäude.

Sein Auto war unten in der Tiefgarage und auf den Weg dahin traf er Susan, die ihn freundlich grüßte und ihn nach seinem Befinden fragte.

Er arbeitete vor zwei Jahren kurz mit ihr zusammen, kannte sie allerdings schon etwas länger. Früher hatte er eine kurze Bettgeschichte mit ihr. Als sie ihn anlächelte fiel ihm auch wieder ein, was sie gut konnte, den Blowjob hatte er noch in Erinnerung.

Heute gefiel sie ihm nicht mehr, obwohl er wusste, dass sie ein Männertraum war mit ihren blonden, gelockten, langen Haaren. Aber für ihn strahlte sie keinerlei Erotik oder Anziehung mehr aus, stellte er jedenfalls fest, während sie munter drauf losredete. War das nun gut oder schlecht, dass sich in seiner Hose nichts mehr regte?

“Wäre schön, wenn du dich mal wieder melden würdest. Wir könnten mal wieder was zusammen unternehmen. Hier hast du meine Nummer.”

Susan griff in ihre Handtasche und holte Papier und Stift raus. Sie schrieb an der Wand ihre Handynummer auf. So richtig interessieren tat ihn das zwar nicht, aber eigentlich konnte er ja schon gar nicht mehr Desinteresse ihr gegenüber ausstrahlen, wie er bereits schon tat. Alles andere wäre dann unhöflich geworden.

“Susan, ich hab echt viel zu tun in der Firma”, sagte er gelangweilt zu ihr, als sie ihm den Zettel gab.

“Na ja vielleicht findest du ja mal kurz Zeit oder du besuchst mich mal. Meine Adresse ist immer noch dieselbe. Vielleicht magst du auch mal rein beruflich zu mir, wir haben doch ganz gut zusammen gearbeitet. Eine neutrale Meinung zu deiner Arbeit könnte doch nicht schaden.”

Daniels rechter Mundwinkel ging nach oben, der andere wollte nicht.

“Ja sicher, wenn ich Zeit habe komme ich drauf zurück, aber ich bin derzeit voll ausgelastet. Du Susan, ich muss los, werde erwartet.” Daniel zeigte auf die Armbanduhr und ging auf sein Auto zu.

Als er im Auto saß stopfte er den Zettel ins Handschuhfach und schrieb Lauren eine Nachricht, dass er nach Hause kommen würde und ob sie was Leckeres gekocht hätte. Am Ende schrieb er noch ein, “freue mich auf dich.”

Auf der Heimfahrt schaltete er den Radio an und sang mit. Je näher er dem Appartementblock kam, desto fröhlicher und gut gelaunter wurde er. Den ganzen Tag in deprimierte Gedanken versunken und nun freute er sich einfach nur noch auf sie. Im Akkordtempo ging er die Treppenstufen hoch, da ihm der Lift zu lange dauerte bis er erschien. Außerdem war Fitness ja nie schlecht, erst recht wenn man 90 % des Arbeitstages auf einem Bürostuhl saß.

Er öffnete seine Wohnung und ihm kam ein angenehmer Essensduft entgegen und sein leerer Magen meldete sich, empört über die heutige Vernachlässigung.

“Da bist du ja”, rief Lauren und ging auf ihn zu, fiel über ihn her und öffnete seine Krawatte.

“Hey, ich dachte das Dessert gäbe es zum Schluss”, sagte er lachend zu ihr und versuchte sich aus den Händen von Lauren zu befreien, die über seinen Oberkörper glitten und sich in seinem Hosenbund verfingen.

“Na gut, komm mit. Essen ist schon fertig.”

Zehn Minuten später saßen sie dann essend gegenüber. Lauren und Daniel hielten sich mit einer Hand einander fest. Nach ein paar Augenblicken stand sie dann auf und ging zu ihm hin, setzte sich vorsichtig auf seinen Schoß, nahm eine Garnele, führte sie zu seinem Mund und ließ ihn abbeißen.

Lauren schaute in seine grünen Augen die sie verliebt und gierig anschauten. Sie kraulte mit ihrer Hand seinen Nacken. Er bekam eine deutliche Gänsehaut.

“Ich bin so glücklich wenn ich bei dir bin”, sagte sie leise.

“Ich bin auch glücklich, wenn du bei mir bist, aber ich habe Angst. Warum nur habe ich so ein Verlangen nach dir?”

Seine Hand griff nach ihrer Taille, strich über ihren Oberschenkel. Lauren küsste ihn leidenschaftlich, griff in sein Hemd um seine Brust zu spüren, über die sie neckisch strich. Daniel konnte sein Verlangen nach ihr nicht unterdrücken und blickte kurz auf den Esstisch.

Mit seinem rechten Arm räumte er einmal darüber. Es gab ein kurzes Geklirre und das ein oder andere Geschirr und Besteck fiel runter, doch das war gerade nebensächlich. Er wollte sie hier und jetzt…

Kapitel 4

Es vergingen ein paar weitere Tage. An einem Samstag im Juli hatten beide frei. Es war ein sehr heißer Tag und niemand wollte wirklich raus. Wie schade, dass diese Appartements, in den sie wohnten, keine Außenfläche hatten. Für die Mietpreise wäre ein Pool jedenfalls fast verpflichtend gewesen.

Relaxend lagen sie beide in Daniels Bett und blickten wehmütig zum Fenster raus. Sie überlegten was sie beide zusammen unternehmen konnten.

Plötzlich sprang Lauren auf und forderte Daniel dazu auf sich anzuziehen, da sie was vor hätte.

“Was hast du denn vor Lauren?” Daniel gähnte und stand auf, eigentlich war es im Bett auch gemütlich.

“Wir zwei fahren zum Badesee, das heißt, du darfst deine Badehose mitnehmen.”

Daniel schaute sie skeptisch an. So wie er Lauren kannte, würde sie eh nicht die Finger von ihm lassen wollen und was wäre nun, wenn sie irgendein Bekannter sehen würde?

“Meinst du das ist eine gute Idee?”

Lauren nahm seine Hände und zog ihn zu sich hoch.

“Reicht dir das Argument mich im sexy Bikini zu sehen?”

Daniel dachte kurz scheinheilig nach.

“Hm, Überzeugt“, gab er dann sicher von sich. Lächelnd ging sie in ihre eigene Wohnung, packte ein paar Dinge zusammen und zog sich einen sehr aufreizenden Bikini an.

Ein paar Minuten später waren sie bereits im Auto. Daniel fuhr, musste aber immer wieder zu seiner Tochter rüber schielen. Die zog nämlich ihren Wickelrock provokativ hoch, öffnete ihre Bluse und ließ den recht freizügigen Bikini zum Vorschein kommen.

Unfreiwillig kam ihm plötzlich der Gedanke, dass Elena das nie getan hätte und nie tun würde. Es war ihm unangenehm, dass er unbewusst Lauren mit Elena verglich und dachte stattdessen lieber an wilde Phantasien mit seiner Lauren. Im Bikini.

“Ich muss tanken.” Bei der nächsten Tankstelle bog er ab.

“Lass mich tanken. Holst du mir bitte eine Cola von da drüben?” Lauren zeigte auf das Fastfood Restaurant, das neben der Tankstelle war.

“Okay, aber bitte richtige Zapfsäule benutzen”, sagte er lachend. Lauren hatte vor ein paar Monaten aus Versehen Benzin statt Diesel getankt. Nach ein paar Metern spielte ihr dann der Motor einen Streich.

Das fand Daniel recht amüsant und zog sie dementsprechend auf. Bis ihm eine Woche später, total Gedankenversunken, aus Versehen das gleiche passierte.

Daniel war ziemlich genervt als er an der Schlange des Fastfood Restaurants stehen musste.

Geschlagene zwanzig Minuten stand er nun in einer Menschenschlange, umgeben von Menschen die,

a) penetrant nach Schweiß stanken

b) in Schweiß standen, dass einem der Ekel überkam

c) zickige kleine Mädchen und deren weltbewegende Probleme oder

d) dass, war das schlimmste, eine ekelhafte Parfümwolke mit sich zogen…

Erleichtert kam er dann endlich dran.

“Hallo schöner Mann, was darf es sein?” Eine junge Frau hinter der Theke grinste ihn frech an.

“Zwei große Cola”, sagte er genervt, er wollte endlich wieder raus.

“Sorry aber wir haben nur noch Sprite oder Wasser da, die anderen Leitungen sind defekt. Heißen Kaffee kann ich noch anbieten.”

Daniel seufzte, auch das noch. Sprite bekam er nicht runter, Wasser wollte er nicht, davon abgesehen, sah er denn so aus als würde er heißen Kaffee wollen?! Bei diesen Temperaturen?! Für Lauren nahm er dann allerdings eine Sprite mit und beschloss sich an der Tankstelle was zu holen, hätte er ja gleich tun können, aber seine geliebte Lauren bat ihn um eine Cola aus diesem Laden. Eigentlich ging es ihr eher um die Verpackung. Ein Strohhalm war spaßiger, als ein Flaschenhals.

Lauren derweil hatte getankt und ging rein um zu bezahlen.

An der Kasse war ein junger Mann, Anfang oder Mitte zwanzig vielleicht, dem Lauren sofort gefiel.

Na klar, eine junge hübsche Frau, mit schönem Gesicht, kurzen Minirock der kaum den Po bedeckte, einem knappen Bikini der von einer leichten Bluse umhüllt war, noch dazu lange wohlgeformte Beine.

Ein optischer Leckerbissen für wohl jeden Mann, der zumindest ein wenig auf Frauen stand. Noch dazu war sie ja augenscheinlich alleine. Sie gab ihm einen größeren Schein, den er dankend annahm.

“Sag mal, wie fühlt man sich eigentlich wenn man die schönste Frau im Raum ist?” fragte der Typ keck, als er das Wechselgeld überreichte. Lauren schaute ihn gelangweilt an und drehte sich um, schaute einmal quer durch den Laden. Hier war niemand weiteres und wenn das nun eine Anmache gewesen sein sollte, war diese ziemlich dämlich und total verpeilt.

“Wie fühlt man sich, wenn man gerade den Titel gewonnen hat, größter Idiot der Welt?”, antwortete Lauren genervt und wollte rausgehen, doch dieser Typ lief ihr hinterher und versperrte ihr mit seinen Händen die Tür.

“Hey warte mal, ich weiß der war doof. Darf ich dir als Entschuldigung einen Kaffee anbieten?”

Der Typ war frech und unverschämt, stellte Lauren fest, eventuell war das auch Berechnung.

“Verrätst du mir deinen Namen?” fragte Lauren scheinheilig.

“Hi ich bin Nick und arbeite, wenn ich Zeit habe, immer an dieser Tankstelle um mir mein Jurastudium selber zu finanzieren.” Er grinste und Lauren sah, dass der Typ anscheinend Spinat zwischen den Zähnen hatte und musste nun unweigerlich zu grinsen anfangen. Ob er denn später als Anwalt Erfolg haben würde, blieb zu bezweifeln.

“Dankeschön, jetzt weiß ich wie ich mein Kind nie nennen werde und warum ich meinen Ex Freund wieder in den Wind geschossen habe. Der hatte auch Jura studiert und wenn du mich jetzt nicht vorbeilässt lernst du die Folgen des Strafgesetzbuches persönlich kennen.” Wütend drängte sie sich an dem Typen vorbei und stieg ins Auto.

“Alles Schweine außer Papa”, schrie sie wütend und schlug mit ihren Fäusten auf das Armaturenbrett. “Daniel würde so etwas nie tun”, sagte Lauren leise und wartete auf ihren Vater.

Der Typ von der Tankstelle starrte zu ihr ins Auto rüber und sie kam nicht drum rum ihm den Mittelfinger und ihre Zunge rauszustrecken. Vielleicht nicht ganz das souveräne Verhalten, doch sie war genervt.

Daniel ging in die Tankstelle um sich was zu trinken zu holen. Er sah, als er auf dem Weg zur Kasse war, dass der Kerl dahinter grinsend durch das Ladenfenster starrte. Daniel schaute ebenfalls durch und bemerkte dass er seine Lauren anstarrte.

“Schönes Mädel oder?”, fragte Daniel scheinheilig als er ihm die Cola übergab.

“Hm, ziemlich heißer Feger, aber wohl eine Lesbe.”

Daniel schaute ihn fragend an. Seine Lauren war ganz sicher nicht lesbisch, es sei denn, er wäre unbemerkt zur Frau geworden. Wie kam der nur drauf?

Er schüttelte verständnislos den Kopf und ging dann raus. Als er dann im Auto ankam bei Lauren, fiel diese buchstäblich über ihn her.

“Hey was ist denn mit dir los? War ich so lange weg?” Verwundert übergab er ihr die Sprite.

“Ich wollte diesem jungen, überaus charmanten Mann in der Tankstelle nur mal zeigen, auf was für einen Mann ich steh.” Lauren kicherte und bat ihn weiter zu fahren. Daniel musste schmunzeln als Lauren ihm erzählte was sie drinnen erlebt hatte.

Eine dreiviertel Stunde später kamen sie dann auf den steinigen Parkplatz des Sees an, wo die Sonne runter brannte.

“Schau mal an, wie viel los ist und da willst du mir sagen es gäbe noch leere Stellen für uns?”

Daniel schaute zu dem See hin, das Geschrei war bis hier zu hören und überall wo er hinschaute waren Menschen.

“Ja doch, ganz sicher. Allerdings müssen wir ein bisschen laufen.”

Daniel blickte in die Sonne, es war unglaublich wie diese runter brannte. Er zog sich eine Sonnenbrille auf.

Sie liefen Hand in Hand spazieren, bis sie nach einem zwanzigminütigem Spaziergang an einem leeren, schattigen Strandbereich ankamen. Daniel breitete eine Decke aus und setzte sich erleichtert hin.

Lauren ließ sich vor ihm auf die Knie fallen und legte ihre Arme um seinen Nacken.

“Findest du mich sexy?”, fragte sie ihn neckisch und zog ihre Bluse aus.

“Das weißt du doch”, antwortete er und betrachtete sie.

“Das war aber keine Antwort auf meine Frage. Findest du mich sexy?”, fragte sie noch mal.

“Was willst du hören? Du weißt, dass ich dich sexy finde, aber es fällt mir nicht gerade leicht das zu sagen.”

Lauren zog ihm das T-Shirt über den Kopf und legte ihre Hände auf seine Brust.

“Uns hört doch niemand zu. Ich würde aber gerne hören, dass ich dich anmache. Sag mir doch ein paar Dinge, die für uns verboten sind.”

Daniel schüttelte den Kopf und ließ sich nach hinten fallen.

“Lauren bitte, ich kann das nicht, noch nicht. Ich trau mich das noch nicht mal zu denken. Wie soll ich dir dann nur so etwas sagen? Du weißt, dass ich dir nicht widerstehen kann.”

Sie stand seufzend auf, ließ ihren Wickelrock fallen und rannte dann ins Wasser. Sie wollte sich abkühlen, außerdem schwamm sie recht gerne.

Daniel, der am Strand lag, war wieder mal in Gedanken versunken. Würde das denn jemals aufhören, dass er sich selbst Vorwürfe machte?

“Daniel?”, hörte er dann plötzlich eine Männerstimme fragen und setzte sich ruckartig auf.

“Jerry? Du hier?”, fragte Daniel mit klopfenden Herzen.

Es war sein Ex Schwager. Elenas Bruder samt Frau. Daniels Herz klopfte bis zum Hals, hoffentlich würde er ohne ein weiteres Wort verschwinden. Mit Jerry hatte er so gut wie keinen Kontakt, er sah ihn alle Jubeljahre mal. Der Typ war in Daniels Augen wahrscheinlich ein mieseres Arschloch als er je war und fast alle hielten ihn für Mr. Perfect, vor allem Elena, die ihn immer idealisiert hatte. Dabei beschiss er seine Frau schon ewig lange und griff öfter mal jungen Mädels auf den Hintern. Ein Schleimbatzen und Angeber dazu. Absolut widerlich der Kerl. Für Elena war er allerdings der heiligste Mensch auf Erden… Obwohl Daniel zugeben musste, dass er zeitweise eine Art Freundschaft gepflegt hatte.

“Ja, nette Aussicht hier. Und du Daniel? Mit neuer Flamme unterwegs?”

Daniel wusste gar nicht was er nun antworten sollte, davon abgesehen, dass der Kommentar unnötig war. Würde er ja sagen, wäre die Gefahr viel zu groß, dass er Lauren erblicken würde. Würde er die Wahrheit sagen, dann…

“Nein, Lauren und ich hatten Lust ein wenig zu schwimmen”, sagte er trocken und hoffte Jerry würde sich nicht sonderlich viel dabei denken.

“Deine Tochter ist auch dabei? Sag ihr mal schöne Grüße, sie kann sich ruhig mal melden.”

Winkend ging er dann glücklicherweise mit seiner Frau weiter.

Daniel atmete erleichtert auf. Um Haaresbreite waren sie einer Katastrophe entgangen. Nicht auszudenken, wenn er ein paar Minuten früher gekommen wäre.

Daniel schaute sich nach Lauren um, doch er sah sie nicht. Er machte sich irgendwie Sorgen und wollte gerade aufstehen nach ihr suchen, doch mit einem Mal waren zwei Hände vor seinem Gesicht und zwei Lippen auf seinem Schulterblatt, die ihn küssten.

“Rate mal wer?”, fragte Lauren, die sich hinter ihm versteckte.

“Ein kleines Biest, das gerade Glück hatte nicht da gewesen zu sein”, antwortete Daniel lächelnd und nahm ihre Hände aus seinem Gesicht.

“Wieso was ist passiert?” Neugierig fragend gesellte sie sich auf seinen Schoß.

“Dein lieber Onkel Jerry war gerade da.”

Lauren riss die Augen auf und starrte ihn an.

“Jerry? Hier?”

“Ja, du darfst dich bei geeignetem Zeitpunkt mal bei ihm melden. Ich rate ab…”

Lauren fing zu zittern und kuschelte sich ängstlich an ihn ran.

“Lauren was ist los?”, fragte er vorsichtig und nahm sie schützend in den Arm, er kam nicht drum rum sich gerade wie ein sorgender Vater zu fühlen.

“Nichts, ich… stell mir grad vor was passiert wäre, wenn er vorher aufgetaucht wäre.” Daniel spürte an seinem Hals, dass ihre Augen nass waren. Sie musste anscheinend weinen.

“Hey Lauren, du hast doch ganz schön Angst davor, wenn raus kommt was mit uns ist. Ich habe dich doch gewarnt, dass wir auffliegen können, wenn wir uns draußen anders verhalten.”

Lauren musste um ihre Tränen kämpfen.

Nein, sie hatte keine Angst davor dass es andere erfahren, aber sie hatte Angst vor Jerry. Der Typ war so widerlich. Was niemand wusste war, dass Jerry der damalige Grund für ihre Probleme war.

Jerry besuchte Elena ziemlich häufig, er war ja der Bruder ihrer Mutter und als Lauren zwölf wurde näherte er sich ihr auf ziemlich unsittliche Weise. Anfangs starrte er sie immer so eigenartig an, dann griff er ihr auffallend oft auf ihren Po. Das war Lauren damals schon unheimlich und unangenehm, doch sie traute sich damals nicht es ihrer Mutter zu sagen.

Irgendwann griff Jerry ihr dann damals zwischen die Beine. Lauren hatte ihn versucht zu sagen, dass sie das nicht will. Sogar ziemlich deutlich, wie sie empfand, doch er sagte ihr dass sie sich nicht anstellen soll, sie würde doch eh eine Frau werden. Würde sie das nicht tun, wäre sie genauso unglücklich wie ihre Mutter und es bliebe nie ein Mann bei ihr…

Dieser Satz prägte Lauren damals und sie glaubte ihm, so dumm es sich im Nachhinein betrachtet anhörte.

Sie sah, wie unglücklich ihre Mutter war, wie oft sie weinte und Lauren dachte daran, dass ihr Vater ihre Mutter Elena verließ. Das wollte sie nicht und widerwillig fügte sie sich Jerry.

Wie war das damals eklig für sie. Er griff ihr an die Brust, zwischen die Beine. Er begann sie zu küssen, überall…

Später erzählte er ihr was Männern so gefallen würde und nicht lange darauf musste sie diese Dinge dann bei ihm tun. Anfangs fing sie zu würgen an, wenn sie das tat. Dieser Kerl hatte so was von widerlich gerochen und erst geschmeckt. Das schlimmste kam dann, als Elena ihn bat mal über Nacht zu bleiben um auf sie aufzupassen.

Elena musste damals aus diversen Gründen, die Lauren noch nicht mal heute wusste, weg, wahrscheinlich aus psychischen Gründen, wenn sie drüber nachdachte.

Lauren sperrte sich an jenem Abend ins Zimmer ein und ging erst um zwei Uhr Nachts raus, weil sie so dringend auf die Toilette musste. Anscheinend hatte er auf sie gewartet, denn er fing sie ab, fragte sie ob sie nicht mal mehr lernen wollte. Lauren ahnte schreckliches…

Er zog sie damals ins Schlafzimmer ihrer Mutter, drückte sie fest auf das Bett und betatschte sie überall. Sie musste ihm in dieser Nacht ihre Unschuld geben. Es tat höllisch weh.

Sie musste sich auf ihn setzen und er drückte sie runter. Sie blutete so extrem und weil sie das Bettlaken voll blutete schlug er sie. Das war so schmerzhaft…

Das ging ein paar Mal so weiter. Wie oft, wusste sie nicht mehr, zählte sie auch nicht.

Sie war damals dann überglücklich als er beruflich für die nächsten Jahre weg musste oder sollte. Diese Tortur hatte ein Ende gefunden.

Mit der Zeit lernte sie dann, dass das, was er tat, komplett falsch war. Sie versuchte diese Sache allerdings zu vergessen, was ihr auch gelang, mehr oder weniger.

Bis sie dann erfuhr, dass Jerry wiederkommen sollte. Ab dem Zeitpunkt, als sie das von ihrer Mutter hörte, veränderte sie sich. Sie war nicht mehr lieb und nett, sondern aggressiv und zickig. Ihre Schulnoten fielen penetrant in den Keller, sie schrie von früh bis spät ihre Mutter und ihre Geschwister an, denen sie Mitschuld an der Sache gab.

An dem Tag, als ihr Vater sie dann aufnahm, sollte Jerry wiederkommen. An diesem Abend veranstaltete sie einen fürchterlichen Radau, beschimpfte ihre Mutter und zerschlug die halbe Wohnung. Als ihre Mutter dann sagte, dass sie zu ihm sollte, damit dieser ihr mal Benehmen beibrachte, verschwand sie und wollte weg.

Sie erzählte niemanden was los war.

Als sie bei ihrem Vater dann lebte wurde alles anders.

Er war so lieb zu ihr und völlig anders, als sie ihn vorher kennen gelernt hatte. Er wurde ihr gegenüber niemals zudringlich. Für sie war er der tollste Mann und Mensch geworden.

Sie konnte das mit Jerry niemanden sagen, auch wenn sie teilweise mit dem Gedanken spielte sich Daniel anzuvertrauen, doch was würde das bringen? Ein Riesentheater…

Sie konnte damit ja leben, denn Jerry verschwand aus ihrem Leben. Hoffentlich würde er sich nicht weiter an Daniel ran machen.

“Lauren? Hey? Hörst du mir zu?”, hörte sie Daniel dann sagen.

“Was?” Sie versuchte ihn loszulassen.

“Ich habe dich gefragt, ob es besser wäre, wenn wir nach Hause gehen.”

Lauren stimmte zu und küsste ihn. Sie wollte ihn schmecken.

Es war so schön mit ihm.

Auf dem Rückweg bat Daniel sie, sich ihm nicht intim zu nähern. Vor allem kein Händchenhalten.

Sie fügte sich, schaute sich immer wieder ängstlich um. Sie wollte diesen Kerl nie wieder sehen.

Kapitel 5

Sie war erleichtert, als sie endlich nach Hause kamen und kuschelte sich sofort in Daniels Bett. Sie zog sich die Bettdecke bis zum Kopf hoch und richtete sich das Kissen schützend hin. Nach zwei Minuten, stellte sie fest, dass was fehlte. Eilig stand sie auf, schlich sich ins Bad, in dem Daniel gerade unter der Dusche stand und schnappte sich ein getragenes und ungewaschenes Hemd. Es konnte gar nicht genug nach ihm riechen.

Daniel bekam nicht mit, dass sie gerade im Bad war. Er überlegte was mit Lauren sein könnte.

So einen wirklich plausiblen Zusammenhang erkannte er nicht zwischen Jerry und ihrem komischen Verhalten, aber er machte sich Sorgen um sie.

Daniel ahnte noch nicht mal ansatzweise was mit Lauren schlimmes passiert war.

Lauren lag nun, sich sicher fühlend, im Bett. Erfrischt kam Daniel, mit einem Handtuch um die Hüften, aus dem Bad. Langsam öffnete er die Schlafzimmertür und sah, dass sie sich im Bett komplett verkrochen hatte. Vorsichtig ging er zu ihr hin, legte seinen Arm um sie.

“Lauren was ist los? Bist du unglücklich mit uns? Möchtest du dass wir unsere Beziehung beenden?” Vorsichtig strich er ihr übers Gesicht. Ruckartig drehte sie sich zu ihm um und hielt ihn, mit aller Kraft die sie hatte, fest und fing bitterlich zu weinen an.

“Daniel nein. Nein, ich will für immer mit dir zusammen sein. Ich liebe dich über alles. Ich habe Angst, dass wir mal nicht mehr zusammen sein können. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass wir uns jemals trennen.”

Sie schluchzte, krallte sich an ihn, als wäre es ihr einziger Halt und sie würde stürzen, wenn sie ihn loslassen würde.

Daniel kannte seine Tochter Lauren gar nicht so sehr verletzlich und klammernd. So extrem hatte er sie noch nie erlebt. Sie nahm ihm gerade buchstäblich die Luft zum atmen und drückte ihn ziemlich fest zusammen.

“Lauren ich verlasse dich nicht freiwillig, du erdrückst mich allerdings gerade, das tut ziemlich weh.” Ein Schraubstock bot auch nicht mehr Bewegungsfreiheit, wenn er festgestellt war.

“Tut mir leid. Komm bitte ins Bett und steh heute nicht mehr auf. Ich will deinen Körper an und in mir spüren.”

Sie legte sich hin und zog ihn mit sich runter, wo sie dann den restlichen Tag verbrachten.

Am Sonntag gingen sie beide Eisessen und legten einen Museumsbesuch ein. Wie unangenehm immer auf der Lauer zu sein und wie es das Unglück will, trafen sie dann auch zwei Bekannte, aber sonderlich viel dachten die sich nicht dabei, wenn Vater und Tochter ins Museum gingen.

“Ich werde noch verrückt. Jedes Mal krieg ich ein halben Herzkasper, wenn uns jemand sieht. Ich hasse es, habe immer Angst, dass auf meiner Stirn steht, Vater vögelt Tochter”, flüsterte Daniel dann Lauren im Museum zu.

“Kein Mensch würde dir das ansehen. Wie lange leben wir zusammen? Wie oft haben wir was zusammen unternommen bevor wir angefangen haben uns körperlich zu lieben? Vorher hast du doch auch nie Angst gehabt.”

Lauren lächelte ihm zu. Als ob irgendjemand ansehen könnte was zwischen ihnen lief.

Erleichtert sperrte er dann abends die Tür auf und ließ einen befreienden Seufzer los. Irgendwie fiel ihn hier immer eine Last ab. Die Sorgen und Ängste blieben draußen.

Nächste Woche Samstag, den 17. Juli, veranstaltete die Firma eine Event, an dem er anwesend sein würde, Lauren natürlich auch, wenn auch mehr zu Dekorationszwecken.

Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl, wenn er daran dachte.

So gingen die Tage dahin. Nina fragte immer wieder nach Laurens neuem Macker, aber die schwieg. Daniel erleichterte sein Gewissen bei seinem Freund Chris.

Was würde er nur ohne ihn tun? Chris verurteilte ihn nicht, stand immer zu ihm, half ihm in so mancher Situation.

Lauren hatte nur Daniel als Ansprechpartner, wenn es um Kummer ging. Sie redete mit ihm über viele Dinge, nur nicht über ihr furchtbares Geheimnis.

Daniel saß am Donnerstagabend schmunzelnd am Sofa und dachte nach.

Als Lauren bei ihm einzog, fiel die ersten Monate das Thema Lauren und Freund flach.

Er fühlte sich in der Hinsicht völlig überfordert, denn in gewisser Weise war sie ein fremdes Mädchen für ihn gewesen. Nein, sie war ein fremdes Mädchen. Nachdem sie fünf oder sechs Monate bei ihm lebte, sprach er Lauren damals mit der Frage an, ob sie bereits einen Freund in Aussicht hätte. Sie verneinte und Daniel hatte auch den Eindruck als hätte sie noch kein wirkliches Interesse an Jungs. Er redete in groben Dingen, dass er kein Problem damit hätte, wenn sie einen Freund hat, aber es extrem wichtig sei ordentlich zu verhüten. Kurz bevor sie fünfzehn wurde, fiel ihm dann auf, dass Lauren irgendwie mehr strahlte und einfach so ein bisschen verliebt schien.

Er sprach sie darauf an und nach einigem nachbohren gestand sie dann, verliebt zu sein. Als Folge zog er sie daraufhin zum Frauenarzt, denn das Worst Case Szenario eines schwangeren Teenagers wollte er sich nun wirklich nicht antun.

Lauren hatte kurz darauf dann auch wirklich einen Freund, den sie von einer damaligen Freundin kennen lernte.

Nach zwei Monaten war allerdings schon Schluss. Ihn wunderte es damals, dass sie kein bisschen unglücklich schien als die Beziehung beendet wurde. Er wusste allerdings nicht, dass Lauren damals in ihn verliebt war und Lauren sich andere Jungs nahm, nur aus Angst davor dass ihre Gefühle für ihn auffliegen würden.

Jedenfalls wusste er es bis zu diesem Donnerstag nicht. Lauren war mit einer Freundin oder zumindest Bekannten, verabredet gewesen und um halb zehn abends kam sie dann heim. Freudestrahlend ging sie auf ihn zu.

“Man könnte meinen du bist verliebt”, lachte Daniel, als sie ihn so euphorisch um den Hals fiel und küsste.

“Bin ich doch auch”, flüsterte sie ihm ins Ohr.

Sie nahmen zusammen ein Entspannungsbad. Daniel massierte sanft ihre Schultern bis sie sich fest an ihn ran schmiegte.

“Ich liebe dich so sehr”, sagte sie leise und schloss ihre Augen.

“Seit wann?”, fragte Daniel spontan. Er wollte wissen, seit wann sie solche Gefühle für ihn hegte.

“Hm, seit wann? Genauen Tag kann ich dir nicht sagen. Ungefähr fünf Jahre.”

Daniel schaute sie skeptisch an.

“Jetzt lügst du aber.”

Lauren schüttelte den Kopf. “Nein, wieso sollte ich? Ich liebe dich wirklich schon so lange.”

Daniel kratzte sich am Kopf. “Und was war mit deinen bisherigen… Typen?”, fragte Daniel, doch Lauren schüttelte wieder den Kopf.

“Nein, Daniel. Ich habe nur einen Mann geliebt, immer nur dich. Du hast aber immer wieder gestänkert was mit meinem Freund ist. Ich hatte damals totale Angst, dass du mich wegschickst, wenn ich dir sage, dass ich in dich verliebt bin. Aus Angst, dass niemand rauskriegt was los ist, habe ich mir dann eben, den besten Freund meiner Freundin geschnappt. Aber nie war es so schön gewesen wie mit dir jetzt.”

Daniel war nach dieser Aussage leicht überrascht. Er konnte zwar auch kein konkreten Zeitraum sagen, ab wann Lauren in ihn verliebt schien, aber schon so lange?! Das wusste er nicht.

“Was hättest du damals eigentlich getan, wenn du es gewusst hättest? Mich weggegeben?” Ihre Stimme wurde traurig und betrübt.

Daniel schwieg kurz und überlegte. “Lauren, wenn ich ehrlich bin, ich weiß es nicht. Vielleicht hätte ich dich wirklich gebeten zu gehen, um dir selbst einen Gefallen zu tun. Ich kann dir aber wirklich nicht sagen, wie ich reagiert hätte. Ich hätte auch ehrlich gesagt nie damit gerechnet, dass ich mal vor dem Punkt stehe wo ich feststellen muss, dass ich dir nicht widerstehen kann.”

Lauren lächelte, aber war auch betrübt, wenn sie daran dachte, dass er sie damals weggeschickt hätte.

“Warum liebst du mich Lauren?” Es war ihm doch unbegreiflich, wenn man bedachte, dass es sie eigentlich nicht geben würde, wäre es nach ihm gegangen.

Lauren spielte die Nachdenkliche.

“Hm, also du siehst gut aus und hast Geld”, sagte sie kichernd, wohl wissend, dass dies nicht der einzige Grund war.

“Das ist bei vielen anderen Männern auch der Fall”, antwortete er ein wenig beleidigt.

”Nein also, du siehst wirklich gut aus und hast wirklich Geld", lachte Lauren verschämt und Daniel schmollte.

“Nein, du bist toll. Was ich an dir liebe ist das… also irgendwie ist mir das unangenehm.

We- Wehe du lachst…”, stotterte Lauren.

Es war ein wirklich seltsames Gefühl ihm zu sagen, was sie so sehr an ihn liebte.

“Wie fang ich nur an. Also, vielleicht mal etwas oberflächlich. Du bist groß, hast ein schönes markantes Gesicht, breite Schultern zum Anlehnen, schöne Augen in die ich stundenlang schauen und völlig versinken könnte. Du riechst so gut, angenehm, verführerisch, beruhigend… Du hast schöne Zähne, gepflegtes Aussehen, trotzdem doch so männlich…

Du bist charmant, manchmal leider auch zu charmant, vor allem der Damenwelt gegenüber.

Du bist gebildet, ich kann mit dir über fast alles reden. Ich kann mit dir stundenlang zusammen sein, ohne dass du was tust und mir ist trotzdem nicht langweilig.

Du bist irgendwie romantisch, manchmal jedenfalls, aber doch meist sehr beherrscht, du bringst mich zum Lachen, manchmal zum Weinen. Was ich an dir liebe ist die Art, wie du dir am Kopf kratzt, wenn du dir unsicher bist. Ich liebe es dir zuzuschauen wenn du schläfst. Ich liebe deine Art mich zu küssen, deine Zärtlichkeiten, wie du mich berührst. Du bist ein toller Liebhaber…” Bei dem letzten Satz musste Lauren lächeln, aber sie hätte auch weinen können, wenn sie dran dachte, dass er mit anderen auch so tolle Stunden verbracht hat.

“Daniel, aber ist es nicht eigentlich egal, was ich an dir liebe? Braucht es dafür einen speziellen Grund? Ich liebe dich einfach, außerdem warst du bei mir, als kein anderer bei mir war. Mein Herz klopft so wild, wenn ich an dich denke und ich kriege weiche Knie. Ich würde alles für dich tun. Ich fühle das halt einfach, ohne dir den genauen Grund sagen zu können. Es ist einfach so.”

Daniel fühlte sich nach dieser Aussage glücklich, geschmeichelt, verschämt, amüsiert, aber vor allem Dingen fing jetzt sein Herz wild zu hämmern an und in seinem Bauch war ein ganzer Schmetterlingsschwarm mit ein paar vereinzelten Bienen, denn so ein bisschen bereitete ihm das auch Bauchschmerzen.

Warum musste diese tolle Frau, die er liebte und begehrte… warum musste diese, ausgerechnet seine Tochter sein?

“Jetzt hast du mich ganz schön gebauchpinselt.” Fest nahm er sie in den Arm.

Am Samstag, den 17. Juli war nun das Firmenevent. Daniel musste um zehn Uhr bereits anwesend sein, Lauren erst offiziell um kurz vor 12:00 Uhr, eine Stunde bevor das Fest begann, aber sie ging bereits in der früh mit. Daniel war nervös, er war schließlich hier mit verantwortlich, aber nervös war er auch wegen Lauren. Er hoffte es würde zu keine Unannehmlichkeiten kommen.

Kapitel 6

"Hi Daniel, du kommst ziemlich spät”, rief ihm Lucas zu, als Daniel am Gelände ankam.

“Ich bin zwei Minuten zu früh”, antwortete er und blickte auf die Uhr. Es war 9:58 Uhr.

“Zwei Minuten zu früh, heißt zehn Minuten zu spät.”

Daniel grummelte in sich rein. Sich von diesem Grünschnabel, neunmalkluges Geschwätz anzuhören war auf seiner Liste der zehn nervigsten Dinge sehr weit oben.

“Daniel was ist denn los? Du bist heute so angespannt”, hörte er eine, ihm sehr bekannte und angenehme, Stimme fragen. Lauren legte ihre Hand auf seine Schultern.

“Lauren, halt bitte Abstand. Du machst mich nervös.”

Er nahm ihre Hand sanft von seinen Schultern.

“In Ordnung. bin vorne im Empfangsbereich.” Leise ging sie.

Daniel lief zu einer Freundin und Firmeninhaberin Lizzy Brease, besprach mit ihr den Ablauf des Tages. Vielleicht war dies ein Erfolg der Firma, denn Elizabeth Brease war aktiv in der Firma tätig. Hätte sie nicht tun müssen, theoretisch konnte sie sich ein schönes Leben machen.

Schon während den Vorbereitungen sehnte er schon den Abschluss herbei. Es war heute wieder mal sehr heiß und die Luft dazu extrem trocken.

Um dreizehn Uhr würde der Einlass beginnen, um vierzehn Uhr gab es die Begrüßung sowie ein Gläschen Champagner, um 14:30 Uhr fand dann die Vorstellung des neuen Produktes statt. Danach, um 16:00 Uhr folgte ein kleiner Snack, um 17:30 eine kurze Ansprach zu den geplanten Produkten die in den nächsten Monaten auf den freien Markt kommen sollten und als Abschluss würde dann um 18:00 Uhr ein reichhaltiges Buffet eröffnet werden…

Die letzten Vorbereitungen wurden erledigt.

Daniel war mit an der Präsentation beteiligt und diente auch als Ansprechpartner des neuen Produktes. Lauren war heute als Meinungsforscherin und Beraterin tätig, primär jedoch als hübscher Anblick.. Lauren war in solchen Dingen überaus gefragt, da sie nett, charmant und noch dazu gut aussah. Um 13:00 Uhr war dann der Einlass. Lauren begrüßte lächelnd die Gäste bzw. Kundschaft, stellte sich vor, erfreute mit ihrer Anwesenheit, trank mit diversen Leuten ein Gläschen Prickelbrause.

Als sie gerade mal nicht in einem Gespräch beteiligt war, blickte sie diskret durch die Menschenmenge. Es war ein guter Moment sich kurz umzuziehen und sich schnell frisch zu machen. Sie ging in den Privatbereich, zog sich ein neues Kostüm an. Kurz darauf kam auch ihre Arbeitskollegin Nina rein.

“Ach hallo Lauren. Die männliche Belegschaft ist wieder mal total von dir angetan. Du solltest dir echt ein Sonderzuschlag bezahlen lassen”, grinste Nina hämisch.

“Brauch ich nicht”, sagte Lauren abweisend, eigentlich hatte sie Nina nicht mal richtig zugehört.

“Ich hasse solche Veranstaltungen. Ich krieg von diesem blöden Dauergrinsen immer eine halbe Gesichtsstarre”, erzählte Nina während sie gerade ihre Bluse auszog und Lauren provokativ ihr Dekolleté aufzwängte.

“Ich hatte vorher, als ich auch noch 75 B hatte, immer solche Komplexe.”

Lauren versuchte die Anspielung auf ihre Brust zu ignorieren. Nina hatte sich ihre Brust von 75 B auf 75 D vergrößern lassen und prahlte nun gerne damit rum. Lauren war von Natur aus mit einer guten 75 B ausgestattet und hatte auch nicht vor, sich das ändern zu lassen. Sie waren zwar nicht überdimensional groß, aber straff und fest und lagen ganz gut in der Hand. Aber eigentlich waren ihr ihre Brüste auch egal.

“Ich habe keine Komplexe und bei mir hat sich noch kein Mann daran gestört”, sagte Lauren kurz und knapp, richtete noch kurz ihren Rock, eine Haarsträhne und ging dann raus.

Als sie, glücklich dass sie dem Geplapper von Nina entkommen war, nach draußen ging, bekam sie einen kurzen Herzstillstand. Sie musste mit Entsetzen feststellen, dass der Typ von der Tankstelle hier auch anwesend war.

“Was macht der denn hier?”, fragte sie leise und bekam Panik. Der Typ sah sie ja mit ihren Vater Daniel als Liebespaar, sie dachte ja nicht daran, dass sie den jemals wieder sehen würde. Elf Millionen Menschen im Lande waren einfach doch zu wenig um sicher zu gehen, jemanden nicht mehr zu begegnen. Wie sollte sie jetzt nur aus dem Schlamassel wieder rauskommen? Sie musste ja hier bleiben. Vielleicht hatte sie Glück und der Typ würde sie nicht erkennen.

Panisch und schreckhaft ging sie dann vorsichtig zu einem Gast hin, der anscheinend ein wenig Beratung oder Gesellschaft wünschte.

Daniel hatte wiederum den Typ von der Tankstelle schon wieder komplett vergessen, auch als dieser ihn dann ansprach, kam ihm nur der Gedanke das er den doch schon irgendwo gesehen hatte.

“Und wie geht es ihrer Freundin?”, fragte Nick, der Typ von der Tankstelle. Daniel schaute ihn kurz perplex an, dann fiel es ihm wieder ein. Vor lauter Schreck, fiel ihm dann auch keine Antwort ein. Nick grinste ihn an.

“Entschuldigung, aber ich bin hier nur für berufliche Fragen da. Mein Privatleben gibt es hier nicht”, sagte Daniel höflich. Nick drehte sich grinsend weg und Daniel suchte nach Chris. Dieser plauderte mit seiner Lizzy. Daniel räusperte sich kurz, tippte Chris an die Schulter an und ging mit ihm zwei Meter weiter. Nicht auszudenken wenn die Oberchefin Lizzy das mitbekäme, auch wenn er mit ihr ebenfalls befreundet war, aber da konnte er sich gleich die Kündigung geben lassen.

“Chris es kann sein, dass ich ein kleines Problem hab”, flüsterte Daniel ihm leise zu.

Chris schaute ihn fragend an.

“Kannst du mir verraten wer dieser eine Typ, im hellen Anzug, lila Krawatte und geleckten Haaren ist?” Chris schaute sich kurz um und sah dann einen jungen Mann, der auf Daniels Beschreibung ungefähr zu traf.

“Das ist der Sohn eines guten Kunden. Sein Vater ist Rechtsanwalt und besteht vom technischen her immer auf das Beste und Neueste… aber warum?” Chris grinste und Daniel seufzte.

“Der Typ hat uns gesehen. Lauren und mich”, sagte Daniel leise.

Chris verstand im ersten Moment nicht was er wollte, doch dann schaute er Daniel entsetzt an. “Tut mir ja leid Chris”, sagte Daniel kleinlaut und erzählte in kurzen Sätzen was geschehen war und seine Befürchtungen.

“Ich schicke Lauren nach Hause. Den Tag setzte ich euch beiden als Urlaub ein und noch dazu dürft ihr dafür unbezahlte Überstunden ableisten”, sagte Chris genervt und suchte Lauren auf. Als ob Daniel nicht schon genug unbezahlte Überstunden hätte. Sein Gehalt wurde mit den Stunden immerhin abgegolten.

Chris hatte ja kein Problem damit, dass Daniel und Lauren was miteinander hatten, aber das sich ihr kleines Tamm-Tamm auf die Firma auswirkte war definitiv zu viel und da kannte Chris, trotz bester Freundschaft, kein Mitleid.

“Pack deine Sachen und verschwinde hier”, sagte Chris dann in Laurens Ohr. Lauren schaute ihn eingeschüchtert an. Die zwar gerade eben nur vermuten konnte, nicht jedoch genau wusste was los war.

“Chris, aber…”, sprach sie doch er zeigte mit seinem Daumen wütend auf den Ausgang.

Lauren nickte kurz und ging dann hinter, sich umziehen. Nicht nur, dass er ein paar Posten über ihr stand, der Mann hatte eh schon in seiner Ausstrahlung eine Dominanz, bei der einem schwindelig wurde.

Eilig und diskret ging sie dann weg, hin zu Daniels Auto. Die Klimaanlage hielt das Auto kühl und Lauren beschloss, erstmal kurz sitzen zubleiben. Die Scheiben waren abgedunkelt und so konnte glücklicherweise niemand reinschauen.

Sie fing zu weinen an, sie fühlte sich gerade so unendlich fern von ihrem Daniel. Noch dazu hatte sie sich beiden jetzt Schwierigkeiten bereitet.

Sie suchte irgendwann nach einem Kaugummi vorne im Handschuhfach, doch stattdessen kam ihr ein Zettel entgegen. Neugierig schaute sie sich den Zettel an und staunte erst mal nicht schlecht. Auf dem Zettel stand neben einer Telefonnummer:

Hoffe du meldest dich bald

Wir hatten doch mal viel Spaß

xxxx-xxxxxx

Susan

Ihr anfängliches Staunen wechselte zu Panik, Angst, Wut.

Das Schlimme war, dass Lauren davon ausgehen musste, dass der Zettel wohl neu war, denn Daniel war sehr um ein sauberes Auto bemüht und er putzte es öfter sehr intensiv durch.

Sie dachte nach, ob es vielleicht nur…

Ja was war es denn? Eine Telefonnummer von einer Susan, die ihn aufforderte sich bald zu melden, weil sie sehr viel Spaß gehabt hätten. Was heißt Spaß? Lauren kannte keine Susan. Das heißt, sie kannte schon ein paar Susans, aber woher sollte sie wissen, welche Susan gemeint waren?

Betrog ihr Vater Daniel sie? Ja, er war ein Betrüger, aber sie dachte nicht, dass er SIE betrügen würde. Ihre Beziehung war doch sowieso schon so besonders, dass man doch nicht extra zweigleisig fahren musste. Lauren versuchte sich zusammenzureißen. Sie musste warten bis er zurück kam, auch wenn das noch dauern würde, aber sie musste warten. Sie konnte doch jetzt nicht zu ihm hinrennen, eine Szene machen… Nein, sie musste sich jetzt ganz stark zusammenreißen, denn eigentlich war sie sich sicher, dass er sie nie betrügen würde, aber selbst wenn er sie nicht betrügen würde, WARUM hatte er eine Nummer von einer anderen? Einer anderen die Spaß mit ihm wollte? Verdammt noch mal, er hat nicht einfach eine Telefonnummer von einer anderen zu haben, die Spaß mit ihm wollte.

Lauren weinte verzweifelt. Irgendwann, als sie in ihrer Wutphase war, schrieb sie ihm eine Nachricht auf sein Handy mit der Mitteilung:

“Du Arschloch!!!”

Daniel, der noch am Fest war, schaute nach zehn Minuten, diskret in sein Handy und war über die Nachricht von Lauren leicht irritiert.

Daniel konnte jetzt nicht weg. Er zerbrach sich jedoch innerlich den Kopf, was Lauren meinen könnte. Wieso schrieb sie, aus ihm unerklärlichen Gründen, “Du Arschloch!!!”?

Er dachte ja schon, die Nachricht würde nicht ihm gelten. In einer ruhigen Minute schrieb er ihr dann: “Meinst du mich?”

Ein paar Sekunden später bekam er dann ein deutliches “Mistkerl…” zurück.

Daniel war nun jedenfalls klar, das Lauren IHN meinte, doch was um Himmelswillen meinte sie jetzt nur damit?

“Wo bist du?”, fragte er sie schriftlich und es folgte nur:

“Im Auto.”

So sehr sich Daniel auch den Kopf zerbrach, er kam nicht drauf was sie für ein Problem hatte. Der Zettel von Susan, kam ihm allerdings nicht mehr in den Sinn, warum auch?

Was war Daniel froh, als er um neun Uhr endlich gehen konnte. Eilend rannte er zum Auto hin, dachte aber eigentlich schon, dass sie weg sei. Nein, war sie nicht. Lauren saß grimmig dreinblickend im Auto, verschränkte wütend die Arme. Vorsichtig machte er die Tür auf, setzte sich hin und fragte nach, was das denn zu bedeuten hätte.

Lauren schmiss ihm wütend den Zettel auf seine Schultern. Er schaute ihn sich kurz an und blickte dann fragend zu ihr hin.

“Und?”, fragte er nüchtern.

Lauren wurde von wütend zu fuchsteufelswild und griff ihm im Auto an.

“Ich glaub das nicht. Ich dachte du würdest mich lieben und glücklich mit mir sein und du bräuchtest keine anderen Weiber zum Spaß haben. Reiche ich dir etwa nicht? Reicht dir prinzipiell keine einzelne Frau oder wie soll ich das verstehen?”

Daniel hielt ihre wild umher fuchtelnden Hände fest, näherte sich mit seinem Gesicht ihren.

“Lauren Moment mal. Du weißt doch, dass ich dich liebe oder meinst du ich würde den ganzen Scheiß sonst mitmachen? Ich weiß gar nicht was das soll. Die einzige Frau mit der ich Spaß habe und zusammen bin bist du…”

Er wollte sie küssen, er hatte abseits geparkt, doch sie blockte wütend ab.

“Warum hast du dann die Nummer von einer anderen mit der du ach so viel Spaß hattest? Ich brauch ja nicht zu fragen welchen Spaß.” Sie funkelte ihn wütend und böse an.

“Wir haben uns zufällig gesehen und sie hat mir unaufgefordert ihre Nummer gegeben. Ich kannte sie von früher. Ich kann ja schlecht den Zettel vor ihren Augen in den Müll werfe, aber weder habe ich sie angerufen noch habe ich das vor.” Daniel konnte die Aufregung von Lauren nur schwer nachvollziehen, zumal seine ehemalige Bettgespielin auf ihn heute rein gar keine Wirkung mehr hatte bzw. gab es gar keine weitere Frau, die auf ihn noch irgendeine sexuelle Wirkung hatte. Jedenfalls machte er bisher die Erfahrung.

“Warum hast du dann diese beschissene Nummer überhaupt noch in deinem Handschuhfach, wenn sie dich nicht interessiert?” Laurens Augen wurden feucht.

“Warum? Weil ich einfach vergessen habe sie in den nächsten Müll zu werfen. Der Zettel hat für mich nicht mehr Bedeutung als ein unerwünschter Werbeflyer. Was soll das Theater? Lauren du kannst mir vertrauen…” Er kam mit seinem Gesicht näher, wollte sie vorsichtig Küssen, doch Lauren biss ihn vor lauter Wut und Verzweiflung in die Lippen, was ihr Augenblicklich später auch furchtbar leid tat. Daniel gab ihr im ersten Schreckmoment eine reflexartige Ohrfeige.

Lauren erschrak daraufhin und fing zu weinen an.

Daniel war über sich selber entsetzt, denn das wollte er niemals. Er wollte ihr ganz sicher nicht weh tun, geschweige denn sie schlagen.

Mit verheulten und verzweifelten Augen schaute sie ihn an.

Daniel nahm sie augenblicklich darauf ganz fest in die Arme. Er hielt sie mit all seiner Kraft in seinen Armen fest.

“Lauren das tut mir so leid”, sagte er entschuldigend zu ihr und fing selbst zu weinen an. Seine Tränen liefen auf ihr braunes Haar. Zitternd und fest hielt er sie im Arm. Das hätte er nie tun dürfen und wollte es auch nicht.

Lauren hatte weder ihren Vater Daniel, noch ihren Geliebten Daniel je wegen ihr weinen sehen.

Mit Sicherheit tat er das auch noch nie. Jedenfalls nicht wegen ihr.

“Verzeih mir bitte Lauren, das wollte ich nicht. Es tut mir so leid.” Daniel spürte, dass Lauren ihn umarmte oder es zumindest versuchen wollte, doch wirklich viel Kraft hatte sie dazu nicht mehr.

Er ließ sie aus seinem festen Griff los, schaute ihr mit verweinten, teilweise auch verschämten Blick in die Augen. Er strich ihr zärtlich übers Gesicht, berührte sie vorsichtig an ihrem Kinn und küsste sie zart. Jedenfalls wollte er es, doch als er spürte, dass sie seinen Kuss nicht abblockte und sogar erwiderte, fiel er leidenschaftlich über sie her.

Er konnte sich nicht erinnern jemals einen so leidenschaftlichen und emotionsgeladenen Kuss erlebt zu haben. Er spürte nicht mal den Schmerz, als Lauren sich mit ihren Händen und Nägeln in seine Schultern fast schon rein bohrte. Ebenso wenig merkte er gar nicht, wie fest er gerade ihren Kopf und Hals festhielt. Seine festen Berührungen hinterließen gerötete Spuren.

Daniel fing stark zu schwitzen an. Die dreiunddreißig Grad im Schatten, das Hemd und das lange Jackett brachten ihn nicht so zum schwitzen wie die heißen Küsse und die Emotionen, die er in sich fühlte.

Wie lange sie sich so leidenschaftlich küssten wussten sie nicht, es hätten vom Gefühl her wenige Minuten, bis viele Stunden oder aber auch schon immer sein können.

Der aufkommende und gefühlte Durst brachte sie dann auseinander.

Lauren nahm die Wasserflasche die sie sich vorhin geholt hatte, trank einen ziemlich beachtlichen Zug und gab die Flasche dann Daniel.

Sie schwiegen ein paar Minuten vor sich hin.

“Und jetzt?”, fragte Daniel sich selbst und Lauren.

“Es tut mir leid, aber ich... Ich war so wütend dass du… Wie hättest du dich denn gefühlt, wenn du einen Zettel findest auf dem eine Telefonnummer von einem Kerl drauf ist, der daraufhin deutet dass wir mal ach so viel Spaß hatten und er diesen wiederholen möchte.”

Daniel griff nach seiner Lauren, nahm sie in den Arm.

“Du bist nicht wütend wegen der Telefonnummer sondern, eifersüchtig das drauf stand das wir angeblich viel Spaß hatten oder?” Er seufzte und küsste ihren Kopf.

Lauren gab erst keine Antwort. Nein. Ja. Irgendwie hatte er recht.

“Es tut mir leid, aber in mir kommt echt die Kotze hoch wenn ich dran denke”, sagte sie wütend, riss sich los und ging energisch raus.

Daniel schnaufte kurz durch und stieg ebenfalls aus. Es ging also weiter. Er ging zu Lauren nahm sie in den Arm.

“Ich kann nicht ändern was früher war, aber es gibt keine Frau mit der ich mehr Spaß hatte und es gibt auch keine die ich mehr liebe als dich.”

Lauren schniefte in sein Hemd.

“Du liebst nur mich und wirst keine andere Frau haben? Schwör mir, dass du mich nie betrügen wirst.” Sie schaute ihn fordernd in die Augen. Daniel nickte ihr zu.

“Ich verspreche dir, dass ich dir immer treu sein werde. Ich weiß, dass ich früher Fehler gemacht habe, aber die Fehler werde ich nie bei dir machen. Vertrau mir. Bitte. Es tut mir leid, dass ich dir gerade wehgetan habe, es kommt nie wieder vor.”

Lauren bekam eine Gänsehaut, ließ ihren Kopf auf seinen Schultern ruhen.

“Es tut mir auch so leid, dass ich dir weh getan habe.”

Daniel öffnete die Autotür und ließ Lauren wieder einsteigen.

“Lass uns nach Hause fahren, nicht dass uns doch noch jemand sieht.”

Lauren nickte und stieg ein.

Erleichtert öffnete Daniel seine Wohnungstür und ging rein. Er ging auf direktem Wege ins Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch nieder. Eigentlich wollte er auf direktem Wege in die Dusche, da er total verschwitzt war und überall klebte und so langsam ziemlich zu muffeln anfing, aber er musste sich kurz setzen und seine gewohnte Umgebung einmal tief einatmen.

Lauren setzte sich ebenfalls auf die Couch. Sie wollte sich eigentlich zu ihm kuscheln, aber sie fühlte sich zu Unwohl. Sie stank, so fühlte sie sich jedenfalls, wie zehn Tage nicht geduscht, aber es handelte sich eigentlich nur um ein paar Stunden.

Frontal saßen sie aneinander, betrachteten sich schweigend, bis Daniel kurz lächelte, als er sie so sitzen saß.

Sie hatte ihre Beine übereinander geschlagen, ihre Frisur war zerzaust, ihr Hals wies eine Nasse Spur auf, da sie schwitzte.

Lauren zog ihre Schuhe aus und Daniel kam ein leichter, unterschwelliger Duft in die Nase. Es waren beileibe keine Schweißfüße, aber durch die halterlosen Feinstrümpfe, die Hitze und den teilweise geschlossenen Schuhen entwickelte sich ein leichter, für ihn angenehmer Geruch. Dieser Geruch war nicht nur angenehm, sondern auch noch hocherotisch. Diese junge, wunderschöne, jetzt verschwitzte Frau war komplett hocherotisch.

“Warum grinst du so?”, fragte Lauren und sah an ihre Füße runter, die er anscheinend anstarrte und angrinste. Statt Lauren zu antworten, stand er lächelnd auf, ging den halben Meter zu ihr rüber und auf die Knie. Er strich leicht den dunkelblauen engen Rock hoch, nahm den Spitzenbesatz der Strümpfe zwischen seine Finger und fuhr mit seinen Händen über ihre Oberschenkel und ihr Knie hinab. Er streifte den Strumpf über ihren Fuß, führte ihn dann zu seiner Nase und roch dran. Die meisten Frauen hätten ihn an dieser Stelle wohl den Strumpf aus der Hand gerissen, bzw. Elena hätte ihn nicht mal auf diese Nähe hingelassen, aber Lauren ließ ihn gewähren. Einen kurzen Augenblick war es ihr unangenehm, aber dann ließ sie sich drauf ein.

Daniel ließ den Strumpf fallen, widmete sich ihren nackten Fuß.

Er nahm ihren leicht feuchten Fuß zwischen seine Hände, küsste ihn, knabberte leicht an ihrem Zeh.

Ihre Füße waren klar lackiert. Es gab keinen Zentimeter den er nicht mit seinen Händen, Lippen und seiner Zunge verwöhnte.

Nachdem er ausgiebig ihre Füße in Anspruch genommen hatte, wollte er sich ihrem restlichen Körper widmen. Sanft befreite er sie von diesen lästigen und verhüllenden Kleidungsstücken. Als er bei ihrem letzten und kleinsten Kleidungsstück ankam stoppte sie kurz.

“Warte mal Daniel, soll ich mich vorher duschen?”

Erst schaute er sie böse an, wie konnte sie jetzt nur daran denken? Wollte sie ihn jetzt ärgern? Er lächelte dann aber kurz und ohne eine Antwort zu geben, zog er ihr letztes Kleidungsstück aus und fiel sanft über ihren Körper her. Einen Moment hatte er mit dem Gedanken gespielt, sie für ihre Frage mit den Strümpfen zu fesseln.

Nach diesen Minuten am Sofa, die einfach nur nach purem Sex rochen, ging er mit ihr in die Dusche.

Sie seiften sich ein, betrachteten den Körper des anderen, küssten und liebten sich. Daniel war süchtig nach ihrem Geschmack und ihrem Geruch.

Sollte es denn nicht sein eigener sein? Müsste er sich nicht von diesem leckeren und verbotenen Duft ekeln, wenn er ihr so nahe war? Nein, er tat es nicht. Wenn er nicht mit ihr zusammen war, ekelte er sich manchmal vor sich selber, aber niemals vor ihr.

Seine Taten fühlten sich schlecht an, wenn er nicht mit ihr zusammen war, aber sobald er sie schmecken und fühlen konnte, war es ihm fast schon egal. Sicher war es ihm nicht wirklich egal was er tat, aber war er mit ihr zusammen, dann gab es auf jedes schlechte Gefühl und Gewissen ein Argument. War sie weg, fragte er sich wie er das nur tun konnte…

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Yaş sınırı:
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Hacim:
320 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9783847636052
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
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