Kitabı oku: «Earthing - Heilendes Erden»

Yazı tipi:

Clinton Ober

Dr. Stephen Sinatra

Martin Zucker

Earthing –

Heilendes Erden

Gesund und voller Energie

mit Erdkontakt

Vorwort von

Dr. James Oschman


VAK Verlags GmbH

Kirchzarten bei Freiburg

Titel der amerikanischen Originalausgabe:

Earthing

© Clinton Ober, Dr. Stephen T. Sinatra, Martin Zucker, 2010

ISBN 978-1-59120-283-7

Erschienen bei Basic Health Publications, Inc., Laguna Beach (Kalifornien)

Das Buch wurde 2011 in den USA mit dem NAUTILUS BOOK AWARD ausgezeichnet, einem Buchpreis für innovative Ideen, die einer besseren Welt den Weg bereiten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

VAK Verlags GmbH

Eschbachstraße 5

79199 Kirchzarten

Deutschland

www.vakverlag.de

© VAK Verlags GmbH, Kirchzarten bei Freiburg 2012

Abbildungen: W. Peter Pauley jr. (The Design Partnership, Colorado Springs)

Übersetzung: Isolde Seidel

Lektorat: Norbert Gehlen

Layout: Karl-Heinz Mundinger, VAK

Umschlagdesign u. Motiv: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich

Herstellung: Satzweiss.com, Saarbrücken

ISBN: 978-3-95484-003-8 (epub)

ISBN: 978-3-95484-004-5 (Mobi)

ISBN: 978-3-95484-005-2 (ePDF)

Hinweise des Verlags

Dieses Buch dient der Information über das Erden als Methode der Selbsthilfe und Gesundheitsvorsorge. Wer sie für sich anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Autor und Verlag beabsichtigen nicht, Diagnosen zu stellen oder Therapieempfehlungen zu geben. Die hier vorgestellten Vorgehensweisen und Hilfsmittel sind in keiner Weise als Ersatz für professionelle Behandlung bei ernsthaften Beschwerden zu verstehen.

Earthing (Erden) – was ist das?


Earthing (Erden) – was ist das?

clear

Beim Lesen dieses Buches sollten Sie nach Möglichkeit mit Ihren nackten Füßen die Erde berühren; dabei ist es egal, ob Sie auf dem Erdboden im engeren Sinne oder auf Gras, Sand oder Betonboden sitzen.

So werden Sie das, was Sie lesen, gleichzeitig ­erleben – nämlich: wie der Kontakt mit der Erde den naturgegebenen elektrischen Grundzustand Ihres Körpers wiederherstellt.

Die positive Veränderung, die Sie spüren werden, ist nur der Anfang eines Prozesses, in ­dessen Verlauf die allgegenwärtige heilende Energie der Erde Ihren Körper allmählich wieder vollständig durchströmen wird.

Das ist Erden, ein erstaunlich einfacher, sicherer und natürlicher Vorgang, der neben vielen anderen Wirkungen auch Stress und Schmerzen lindert.

Dieses Buch widme ich Kay Wilson, der mir in der Anfangszeit eine große Hilfe war, und ebenso den vielen anderen Menschen, die erkannten, dass Earthing wirklich etwas Besonderes ist, und die mir Ermutigung und Unterstützung zukommen ließen, sodass ich dieses Wissen in die Welt bringen konnte (– die es dringend braucht).

Clinton Ober

Für meinen Sohn Step, der eine für ihn fast tödlich verlaufende Überempfindlichkeit gegen Elektrosmog überlebt hat, die ihn sechs Jahre seines Lebens kostete, und der durch Earthing wieder gesund wurde: Du lehrtest mich so viel über den Durchhaltewillen des menschlichen Geistes und darüber, wie wirkungsvoll eine positive Absicht und die Liebe den Heilungsprozess beeinflussen können! Ich bin dir zutiefst dankbar für das, was ich durch dich gelernt habe, und noch viel dankbarer für meine Freude darüber, dass du weiterhin mein Leben bereicherst.

Stephen Sinatra

Für Rosita, wie immer, und für die Chance, unseren Planeten zu „nutzen“ – zur Abwechslung mal auf eine ganz wunderbare Art und Weise.

Martin Zucker

Vorwort

Vorwort

D

ieses Buch handelt von der fast unglaublichen Geschichte einer Entdeckung, von einem Phänomen, das Sie, liebe Leserin, lieber Leser, beim Lesen der nachfolgenden Seiten selbst erleben werden.

Es ist ein seltenes, demütig stimmendes Erlebnis für einen Wissenschaftler, Neuland im wahrsten Sinne des Wortes erforschen zu können, also neuen „Grund und Boden“ – und diese Geschichte handelt von nichts anderem als dem Erdboden. An einem Forschungsprozess mitzuwirken, der die Menschen so viel gesünder und glücklicher zu machen verspricht, das faszinierte mich und war zugleich eine große Herausforderung. Ich sah mich veranlasst, Fragen zu stellen, die nie zuvor gestellt worden waren. Die Antworten reichten von faszinierend bis verblüffend und beleuchteten einige der wichtigsten ungelösten Fragen in Physiologie und Medizin.

Unter den vielen überraschenden Erkenntnissen, mit denen dieses Buch uns die Augen öffnet, ist eine offensichtlich und grundlegend, doch bisher übersehen, nämlich die Lösung für das Problem „Entzündung“. Es gilt als das zentrale Problem unserer Zeit, deshalb wird es sicher noch lange wissenschaftlich untersucht und es werden darüber noch zahlreiche Doktorarbeiten geschrieben werden. Ich sage das als erfahrener Zellbiologe und Biophysiker, der selbst Dutzende von Aufsätzen in den weltweit angesehensten Wissenschaftsjournalen geschrieben hat. Die in diesem Buch dokumentierte Forschungsarbeit führt aus einer völlig unerwarteten Richtung einen triftigen Grund für die Ausbreitung von Entzündungen an und – noch wichtiger – es zeigt, was wir dagegen tun können.

In diesem Buch werden Sie schon bald von einigen grundlegenden Tatsachen lesen, die Ihr Leben stark beeinflussen und von denen Sie bisher nichts wussten; sie betreffen unsere Beziehung zu dem Planeten, auf dem wir leben. Beispielsweise erfahren Sie, welch zentrale Rolle Elektronen in dieser Beziehung spielen. Die Rolle der Elektronen in der Biologie und für die Gesundheit ist schon seit Langem mein Lieblingsthema. Als ich untersuchte, welchen Stellenwert die Elektronen für das Leben als solches haben, war in den 1980er-Jahren die Zusammenarbeit mit der weltweit führenden Forschergruppe zu diesem Thema für mich besonders bedeutsam. Zu ihr gehörten der Nobelpreisträger Albert Szent-Györgyi und Kollegen aus der ganzen Welt; sie waren im Marine Biological Laboratory in Woods Hole (Massachusetts) tätig. Einige dieser hervorragenden Forscher waren Elektronikingenieure und Materialwissenschaftler, die ein Fachgebiet erforschen sollten, das er selbst „kreiert“ und „elektronische Biologie“ genannt hatte. Dr. Szent-Györgyi galt als einer der führenden Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts und seine Untersuchungen und Schriften sind eine Quelle der Inspiration und Erkenntnis. Ich habe mehrere Artikel und zwei Bücher darüber verfasst, wie sich Elektronen im menschlichen Körper bewegen können, und darüber, wie verschiedene Therapiemethoden die Bewegung der Elektronen beeinflussen. Die im vorliegenden Buch zusammengefasste Forschung erweitert unser Verständnis der elektronischen Biologie um eine ganz neue Dimension.

Dieses Buch beschreibt die Entdeckungen von Clint Ober, der eigentlich ein Pionier der Kabelfernsehtechnik war und der außerdem den gesundheitlichen Nutzen des Erdens erforschte. Als Earthing – „Erden“ – bezeichnet er es, wenn wir mit der Oberfläche unseres Planeten Verbindung aufnehmen, indem wir auf der Erde sitzen oder barfuß auf ihr stehen oder laufen. Wir erden uns auch, wenn wir auf einer speziellen leitfähigen Unterlage schlafen, die mit einer ein­fachen Metallstange verbunden ist, die außerhalb des Schlafzimmerfensters in der Erde steckt. Clint Ober hat mehrere solcher Hilfsmittel erfunden, die unsere lebenswichtige, aber bisher übersehene Verbindung mit der Erde wiederher­stellen.

Viele Menschen berichten von einem Gefühl des Wohlbefindens, wenn sie auf der Erde barfuß laufen. Die in diesem Buch angeführten Geschichten und Untersuchungen beschreiben den Hintergrund, die Dynamik und die Folgen dieses Wohlgefühls – eine echte Erfahrung, die etwas sehr Tiefgreifendes und Wichtiges erkennen lässt, was den meisten von uns im Leben fehlt. Ja, dieses fehlende „Element“ (das Erden) ist so grundlegend, dass es viele Gesundheitsprobleme unserer Zeit beseitigen oder enorm verbessern kann: Schlaflosigkeit, die chronischen Schmerzen zahlreicher Krankheiten und Verletzungen, Erschöpfung, Stress, Angstgefühle und vorzeitiges Altern. Schnell fühlte ich mich zu diesen Untersuchungen hingezogen und war begeistert, als ich sah, wie viele Menschen vielfältigen gesundheitlichen Nutzen daraus zogen, dass sie einfach ihren Körper mit der Erde verbanden. Besonders beeindruckte mich die Erfahrung meines Freundes und Kollegen Dr. Jeff Spencer mit der spektakulären Siegesserie amerikanischer Radrennteams bei der Tour de France, deren bemerkenswerte Geschichte Sie weiter hinten lesen werden. Ich kann seine Beobachtungen bestätigen, weil ich persönlich bei vielen Freunden miterlebte, dass sie von der Anwendung der Erdungssysteme in ihrem Leben profitierten. Ein Beispiel: Als meine Masseurin ihre Klienten zu erden begann, erzielte sie solche Erfolge, dass die Ärzte der Umgebung ihr die schwierigsten Fälle schickten. Meine eigene Herausforderung bestand darin, genau festzustellen, wie das Erden derart wohltuende Wirkungen erzeugt und wie sich das wissenschaftlich korrekt erklären lässt.

Mit unseren Untersuchungen zu Earthing haben wir vielleicht das einfachste und natürlichste Mittel gefunden gegen die stark zunehmenden schmerzhaften und oft tödlich verlaufenden Krankheiten, die durch verschiedene Arten von Entzündungen hervorgerufen werden. Wie Sie weiter unten lesen werden, unterscheidet sich unsere Hypothese, wie dieses „Heilmittel“ des Erdens wirkt, völlig von allem, was Sie je gehört haben. In all seinen Auswirkungen stellt es unserer Ansicht nach ein neues Heilungsparadigma dar.

Kurz gesagt: Earthing (Erden) stellt den naturgegebenen elektrischen Grundzustand des Körpers wieder her und erhält ihn aufrecht; dieser wiederum fördert optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alltag. Die natürliche Energie, die die Erde abgibt, ist das Mittel schlechthin gegen Entzündungen und gegen das Altern.

Mehr als zehn Jahre lang hat sich Clint Ober unermüdlich im Alleingang bemüht, die Welt der Skeptiker auf eine einfache und vergessene Tatsache aufmerksam zu machen: Die Erde unter unseren Füßen ist Träger einer wunderbaren Heilenergie. Wenn wir mit dieser Energie Verbindung aufnehmen, profitieren wir sofort davon; das ist erstaunlich einfach und wir können es auch rein intuitiv tun.

Wie es bei jeder neuen Entdeckung der Fall ist, stieß auch Clint Ober bei „Experten“ auf Skepsis und erntete Spott, ja, einige betrachteten ihn als verrückt. Doch er ließ nicht locker und hat mittlerweile signifikante wissenschaftliche Beweise für sein außergewöhnliches Konzept. Außerdem fühlen sich Tausende von Menschen, die das Erden praktizieren, besser, sie sehen vitaler aus, schlafen besser und haben weniger Schmerzen.

Als wir im Prozess der Erforschung völlig neue Wege beschritten, um das Konzept des Erdens zu überprüfen und um seine Wirkung auf den menschlichen Körper zu ermitteln, erwies sich Clint Ober als Fels in der Brandung und als engagierter Vordenker auch für diejenigen unter uns, die einen Doktortitel hatten. Er erwähnt oft seine mangelnde wissenschaftliche Ausbildung, doch seine Leistungen zeigen, dass entschlossene und inspirierte Menschen mit autodidaktischem Lernen sehr viel erreichen können. Immer wieder verblüffen mich Clint Obers präzise und treffende Erkenntnisse, die über die Schlussfolgerungen eines logisch denkenden Wissenschaftlers hinausgehen. Meinem Empfinden nach habe ich das Privileg, mit einem echten Entdecker und Pionier zusammenzu­arbeiten, dem viel mehr daran liegt, anderen zu helfen, als an seinem Eigenin­teresse.

Koautor Steve Sinatra, Kardiologe aus Connecticut, der sich auf integrative Medizin spezialisiert hatte und für die „Elektromedizin“ interessierte, lernte Clint Ober im Jahre 2001 kennen. Er betrachtete das Erden als sehr vielversprechend, und zwar sowohl für sein eigenes Fachgebiet, die Kardiologie, wie auch für die Medizin allgemein. Dr. Sinatra ermunterte Clint Ober, „dranzubleiben“ und weiterzuforschen, besonders zum Zusammenhang mit Entzündungen, die in letzter Zeit als wahrscheinliche Ursache von Herzerkrankungen ausgemacht wurden.

Und wie er weitermachte! Schließlich traf Clint Ober auf sehr aufgeschlossene Experten in den Fachgebieten Medizin, Physiologie und Biophysik und regte zahlreiche Forschungsprojekte an. Diese belegen, dass die Erdoberfläche einem einzigen vielseitigen Arzneimittel vergleichbar ist, das Entzündungen eindämmt, den Schlaf fördert und Energie liefert – alles in einem.

Nun haben sich Clint Ober, Steve Sinatra und Martin Zucker, der erfahrene Sachbuchautor zum Thema Gesundheit, zusammengetan und stellen die faszinierende Geschichte des Erdens vor und wie das Erden uns „Erdlingen“ helfen kann.

Neue Wege einzuschlagen [engl.: to break new ground] bedeutet, etwas ganz anderes zu tun als alles, was bisher getan worden ist. Wenn das Attribut „wegweisend“ [ground-breaking] je auf ein Buch zutraf, dann auf dieses, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Dieses Buch handelt vom Boden [ground] unter unseren Füßen und führt uns das lebensnotwendige elektrische Kontinuum zwischen der Erde und den Organismen, die sie bewohnen, vor Augen.

Laufen, stehen oder sitzen Sie ungefähr eine halbe Stunde lang mit nackten Füßen auf dem Boden. Falls Sie etwa unter Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Arthritisschmerzen, unter dem prämenstruellen Syndrom oder unter Jetlag leiden oder sich einfach nur erschöpft fühlen, dann gehen Sie ins Freie (vorausgesetzt, das Wetter lässt es zu) und berühren Sie mit bloßen Füßen die Erde. Hinterher werden Sie sich besser fühlen. Und wenn Sie sich besser fühlen, geht Ihnen ein Licht auf. Sie werden erkennen: Wir leben zwar auf der Erdoberfläche, doch durch unsere Lebensweise haben wir uns von der unerschöpflichen heilenden Energie abgetrennt, die die Erde unter unseren Füßen bereithält. Sie ist immer da und wir brauchen nur mit ihr „in Kontakt zu treten“.

Dr. James L. Oschman

(Autor der Bücher Energiemedizin: Konzepte und ihre wissenschaftliche Begründung und Energy Medicine in Therapeutics and Human Performance)

Teil I: Warum wir nicht gesund sind


Teil I:

Warum wir

nicht gesund

sind


Kapitel 1
Die Elektrizität unseres Körpers und die Elektrizität der Erde

H

aben Sie schon einmal gespürt, wie ein zartes Kribbeln oder ein Gefühl von Wärme durch Ihre Füße aufstieg, wenn Sie barfuß an einem Sandstrand oder auf einer Wiese im Morgentau spazieren gingen?

Fühlten Sie sich nach Ihrem Spaziergang erfrischt? Wenn ja, dann haben Sie erlebt, wie die Erde Ihrem Körper Energie gab.

Tatsache ist: Wir leben auf einem Planeten voll natürlicher Energieformen. Seine Oberfläche wimmelt nur so von sanft pulsierenden Schwingungen, ein Phänomen, von dem die meisten Menschen nichts wissen. Wer betrachtet schon den Sand, die Wiese, den Gehweg oder den blanken Erdboden unter seinen Füßen als Energiefeld? Doch genau das ist der Boden und er ist es immer schon gewesen!

Anders ausgedrückt: Ihr Planet ist sozusagen ein Akku mit einer Masse von sechs Trilliarden Tonnen (das ist eine 6 mit 21 Nullen), der ständig neu aufgeladen wird – von der Sonnenstrahlung, von Blitzen und von der Hitze seines geschmolzenen Kerns tief im Inneren. Wie eine Autobatterie den Motor laufen und die Räder sich drehen lässt, so verleiht die rhythmisch pulsierende natürliche Erdenergie, die die Erdoberfläche durchströmt und von ihr ausstrahlt, dem gesamten Leben auf der Erde – zu Wasser und zu Land – Rhythmus und Gleichgewicht. Das betrifft also Menschen, Tiere, Fische, Pflanzen, Bäume, Ungeziefer, Bakterien, Viren ...

Schon immer in der Geschichte sind die Menschen über die Erde gelaufen, sind auf ihr gesessen oder gestanden und haben auf ihr geschlafen. Dabei berührte die Haut ihres Körpers die „Haut“ der Erde und sie merkten gar nicht, dass ein so einfacher Kontakt ein natürliches elektrisches Signal an den Körper übermittelt.

Erst in letzter Zeit erforschen und erklären Experten die Zusammenhänge und die Bedeutung dieser Verbindung; es sind Wissenschaftler aus den Fachgebieten Geophysik, Biophysik, Elektrotechnik, Elektrophysiologie und Medizin. Sie teilen uns mit, dass die elektrische Energie der Erde die Ordnung unserer eigenen Körperschwingungen aufrechterhält, etwa so, wie ein Dirigent das Zusammenspiel und den Rhythmus eines Orchesters vorgibt. Wir alle leben und funktionieren elektrisch auf einem elektrischen Planeten. Jede und jeder von uns ist eine Ansammlung dynamischer elektrischer Schaltkreise. In der lebenden ­Matrix unseres komplexen Körpers übermitteln und empfangen Billionen von Zellen ständig Energie im Rahmen ihrer programmierten biochemischen Reaktionen. Stellen Sie sich die Zellen als winzige elektronische Maschinen vor. Elektrische Felder steuern den Transport von Nährstoffen und Wasser in die Zellen hinein und jeder Zelltyp arbeitet in einem bestimmten Schwingungsbereich. Unser Herz, Gehirn, Nervensystem, unsere Muskeln und unser Immunsystem sind die wichtigsten Beispiele für elektrische Subsysteme, die in unserem „bioelektrischen“ Körper tätig sind. Tatsache ist: Elektrizität ermöglicht alle unsere Bewegungen, Verhaltensweisen und Handlungen.

Unsere verloren gegangene elektrische „Verwurzelung“

Selbst in unserem „wissenschaftlichen“ Zeitalter sind sich die meisten Menschen ihrer bioelektrischen Natur überhaupt nicht bewusst. Praktisch niemand hat auch nur eine vage Vorstellung von der elektrischen oder energetischen Verbindung zwischen dem eigenen Körper und der Erde. In der Schule lehrt und lernt man nichts darüber. Deshalb weiß niemand, dass wir den Kontakt zur Erde größtenteils verloren haben und von ihr getrennt sind. Besonders in den Industrienationen haben wir im Grunde genommen unsere elektrische „Verwurzelung“ verloren. Unsere nackten Füße mit ihrem weitverzweigten Netz von Nervenenden berühren nur selten den Erdboden. Wir tragen isolierende Schuhe mit Kunststoffsohlen. Wir schlafen in erhöhten Betten aus isolierenden Materialien. Die meisten von uns in der modernen, industrialisierten Welt leben ohne Kontakt mit der Erdoberfläche. Wahrscheinlich haben Sie darüber noch nie nachgedacht, und doch leiden Sie wegen dieser fehlenden Verbindung vielleicht unnötig. Möglicherweise leiden Sie massiv und in mehrfacher Hinsicht, auch wenn Sie sich das überhaupt nicht vorstellen können.

Stellen Sie sich zum Vergleich eine Glühbirne mit einem „Wackelkontakt“ vor. Die Birne flackert, leuchtet schwach oder gar nicht. Viele Menschen gehen mit einer „flackernden“ oder schwachen, also schlechten Gesundheit durchs Leben.

Soweit wir wissen, ist dieses Buch das erste, das je über diese natürlichen elektromagnetischen „Schwingungen“ der Erde geschrieben wurde und darüber, wie sie uns gesund erhalten – wenn wir uns mit der Quelle verbinden. Abgekoppelt, abgetrennt erscheint der Körper anfällig für (und neigt zu) Fehlfunktionen, entzündungsbedingten Krankheiten und beschleunigter Alterung – eine spektakuläre Theorie, die in der Wissenschaft gerade erst Fuß fasst. Darum geht es in unserem Buch.

Die natürlichen Schwingungen oder Frequenzen der Erde, von denen wir hier sprechen, sind Energiewellen, hervorgerufen durch die Bewegungen subatomarer Teilchen, die man als freie Elektronen bezeichnet. Niemand hat schon einmal ein Elektron gesehen, doch Sie können sich Elektronen vor der Kulisse eines Bienenstocks vorstellen: Die Bienen, die um den Bienenstock summen, gleichen den Elektronen, die sich in einer „Energiewolke“ um den Atomkern bewegen. Eine andere, im Laufe der Jahre immer wieder benutzte Analogie ist die von Planeten, die um die Sonne kreisen. Der Atomkern enthält Protonen (Teilchen mit positiver Ladung), und Neutronen, die, wie ihr Name besagt, keine Ladung tragen. Elektronen sind negativ geladen.

Die elektrische Leitfähigkeit unseres Körpers

Um die grundlegende Beziehung zwischen Ihren bioelektrischen Eigenschaften und der elektrischen Qualität Ihres Planeten zu verstehen, führen Sie sich bitte kurz drei Klassen von Materialien vor Augen, die im Zusammenhang mit Elektrizität verwendet werden: Leiter, Nichtleiter und Halbleiter. Ein Beispiel für einen Leiter ist metallener Kupferdraht in den Wänden Ihres Hauses oder im Stromkabel eines Gerätes, das Sie an die Steckdose anschließen. In Leitern werden die äußeren Elektronen nur so lose zusammengehalten, dass sie sich leicht zwischen den Atomen bewegen – sie entsprechen damit, vereinfacht ausgedrückt, den Bienen, die ganz außen um den Bienenstock fliegen, oder den Planeten, die in großer Entfernung um die Sonne kreisen. Sie bilden eine Art Gas um die Atome und „fließen“ frei durch das feste, leitfähige Material. Deshalb bezeichnet man sie als freie Elektronen. Stellen Sie sie sich gewissermaßen als Freigeister vor, die mit keinem Atom, das das feste Material ausmacht, in fester Beziehung stehen.

In Nichtleitern haben die Atome ihre Elektronen fest im Griff. Es gibt keine freien Elektronen, deshalb kann in diesen Materialien kein Strom fließen. Beispiele für Nichtleiter sind unter anderem Plastik, Gummi, Glas und Holz. Jetzt erkennen Sie, inwiefern Sie die meiste Zeit von der Erde getrennt sind: Ihre Schuhsohlen sind meist aus Plastik oder Gummi gefertigt. Ihr Haus besteht zum größten Teil aus Holz. Und viele Teile unserer Häuser bestehen aus Holz oder Glas … Halbleiter stehen dazwischen: Mal sind sie Leiter, mal sind sie es nicht. Ihre Leitfähigkeit ist nicht so gut wie die eines Leiters, aber auch nicht so schlecht wie die eines Nichtleiters. Halbleiter sind wichtige Bestandteile moderner elektronischer Geräte, weil sich ihre Leitfähigkeit mit einem elektrischen Feld steuern lässt.

Wie die Erde besteht auch unser Körper überwiegend aus Wasser und Mineralien – beide sind hervorragende elektrische Leiter. Die freien Elektronen pulsieren unaufhörlich an der Oberfläche der leitfähigen Erde, gespeist von natürlichen Phänomenen, nämlich von der Sonnenstrahlung, von Tausenden ­Blitzeinschlägen pro Minute und von der Energie, die der Kern des Planeten erzeugt. Solange unsere Haut direkten Kontakt mit dem Erdboden hat, gelangen diese freien Elektronen leicht zu unserem Körper und in ihn hinein und verteilen sich dort.

Davon hatte der Homo erectus vor etwa hunderttausend Jahren keine Ahnung. Ebenso wenig die Sammler und Jäger, die ihm entwicklungsgeschichtlich folgten; genauso wenig die Zivilisationen, die vor etwa 400 Generationen das Land bestellten, und auch die Angehörigen des industriellen Zeitalters nicht. Selbst in der heutigen „drahtlosen“, elektronisch geprägten Zeit wissen nur wenige um das übersprudelnde Reservoir der Erde an freien Elektronen.

Im späten 19. Jahrhundert maßen Wissenschaftler die feinen Erdströme an verschiedenen Orten der Welt und beschrieben sie mit Begriffen wie „ruhig“ und „unauffällig“. Wissenschaftler von heute bezeichnen sie als tellurische Ströme und erkennen sie als Teil eines größeren Systems, das als globaler elektrischer Kreislauf bezeichnet wird und die Wolken und die gesamte Atmosphäre mit einschließt. Nach Ansicht der Geophysiker wird dieser Vorrat an fast unerschöpflicher Energie ständig mit freien Elektronen aufgefüllt, und zwar durch etwa 5000 Blitzeinschläge pro Minute, die unablässig rund um den Planeten auftreffen. Ohne allzu technisch zu werden, lässt sich sagen: Die elektrische Spannung an der Erdoberfläche steigt und fällt mit der Position der Sonne. Tagsüber ist sie stärker positiv und energiereicher und unterstützt so Ihre täglichen Aktivitäten vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. In den Nachtstunden ist sie weniger positiv und energieärmer, sodass sie den Schlaf fördert. Dieses tägliche Hoch-tief-Muster initiiert und organisiert im Körper Prozesse, die den Schlaf-wach-Rhythmus und die Hormonproduktion steuern und die Gesundheit aufrechterhalten.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die grundlegenden Phänomene der Elektrizität sind schon seit der Antike bekannt, doch erst in den letzten etwa 120 Jahren wird Elektrizität in der Industrie und im Wohnumfeld des Menschen eingesetzt. Das Elektron selbst wurde erst 1897 entdeckt – die ganze Menschheitsgeschichte hindurch wusste bis dahin also praktisch niemand etwas von Elektronen. Allerdings ist schon seit Äonen wohlbekannt, dass der Boden eine spezielle Art von heilender Energie in sich trägt und buchstäblich die „Grund“-lage darstellt für unsere Verbundenheit mit der Natur. Die Erde galt als heilig. Dieses Wissen, das eine Generation an die nächste weitergab, hat in der einen oder anderen Form rund um die Welt überlebt. Überall haben Zivilisationen die Zyklen der Natur in ihrer Bedeutung für Überleben und Gesundheit erkannt und sich darauf eingestimmt. Sie waren sich der Grundrhythmen bewusst, die etwa den Schlaf-wach-Rhythmus steuern und die Gesundheit aufrechterhalten; und sie wussten, dass unser Organismus in Übereinstimmung mit den Zyklen und Rhythmen der Erde „funktioniert“. Das Bewusstsein dafür, dass Erde, Leben und Gesundheit prinzipiell zusammenhängen, war immer da und kam in der jeweiligen Sprache zum Ausdruck.

Qi ist das zentrale Prinzip in der langen Geschichte des chinesischen Wissens und wird als die Energie oder natürliche Kraft angesehen, die das Universum erfüllt. Aus der indischen Tradition der Veden stammt ein gleichwertiger Begriff, Prana, der „Lebenskraft“ bedeutet.

In der chinesischen Tradition setzt sich das Himmels-Qi aus den Kräften zusammen, die Himmelskörper auf die Erde ausüben, beispielsweise Sonnenschein, Mondlicht und die Wirkung des Mondes auf die Gezeiten. Das Erd-Qi, das vom Himmels-Qi beeinflusst und kontrolliert wird, besteht aus Energie­linien und Energiemustern sowie dem Erdmagnetfeld und der unter der Erde verborgenen Wärme. Und innerhalb des Erd-Qi haben alle Menschen, Tiere und Pflanzen ihr eigenes Qi-Feld. Nach diesem Konzept wachsen alle natür­lichen „Dinge“ nach den natürlichen Zyklen des Himmels- und des Erd-Qi und werden von ihnen beeinflusst.

Beim Barfußlaufen nehmen wir Erd-Qi auf, ohne darüber nachzudenken. Das könnte erklären, warum es so entspannend ist, keine Schuhe zu tragen, und warum Übungen zur Stärkung des Körpers und zur Beruhigung des Geistes oft ohne Schuhe praktiziert werden (etwa Yoga, Tai-Chi und Qigong). Bei den chinesischen Übungen liegt ein Hauptaugenmerk darauf, „sich zu verwurzeln“, wobei es darum geht, den Austausch zwischen der Fußsohle und der Erde zu ­eröffnen. Dieser geschieht durch den „Yongquan-Punkt“, in der Akupunktur auch bekannt als „Niere 1“.

Die alten Griechen wussten ganz sicher etwas von diesem Konzept. Herakles, einer der größten Helden der griechischen Mythologie, kämpfte gegen den Riesen Antaios, der als berühmter Ringer bekannt war, und bezwang ihn. Wie es im Mythos heißt, war Antaios unbesiegbar, solange seine Füße mit der Erde in Kontakt waren, aus der er seine Kraft bezog. Nie zuvor war er besiegt worden. Da Herakles Antaios’ Geheimnis kannte, hob er ihn in die Luft und erwürgte ihn.

Die amerikanischen Ureinwohner ehrten ganz eindeutig die Verbindung zur Erde. Der verstorbene Ota Kre (Luther Standing Bear), Schriftsteller, Lehrer und Häuptling der Lakota-Sioux, fasste es so zusammen: „Die Alten liebten die Erde buchstäblich. Sie saßen auf der Erde mit dem Gefühl, einer mütterlichen Kraft nahe zu sein. Es tat der Haut so gut, die Erde zu berühren, und die Alten zogen gern ihre Mokassins aus und liefen mit nackten Füßen über die heilige Erde. Der Erdboden beruhigte, stärkte, reinigte und heilte.“

Die Essenz dieses Buches: Erdkontakt heilt und hält fit!

Dieses Buch will Ihnen zeigen, wie beruhigend, stärkend und heilend die Erde ist. Es wird Ihre Sichtweise des Bodens unter Ihren Füßen völlig verändern und ebenso Ihre Beziehung zu dem Planeten, auf dem Sie leben.

Sich wieder mit der Erde verbinden, das bedeutet für die meisten Menschen normalerweise: zelten gehen, wandern, im Garten arbeiten, an den Strand ­gehen oder etwas Ähnliches tun, was uns – mit Körper und Seele – in den Schoß der Natur zurückbringt. Die „Wiedervereinigung“ mit der Erde, mit der wir uns in diesem Buch beschäftigen, ist aber etwas anderes. Mit diesem „Erdkontakt“ meinen wir, dass wir Schuhe und Strümpfe ausziehen und barfuß auf dem Boden sitzen, stehen oder laufen, also etwas, was absolut kostenlos und fast überall möglich ist (natürlich nur, wo es auch sicher und bequem ist). Wiederverbindung kann aber auch mit einschließen, dass wir leitfähige „Bettlaken“ (Schlafunterlagen) oder Bodenmatten verwenden, die über eine elektrische Leitung mit einem Erdleiter außerhalb unseres Hauses oder Büros verbunden sind oder mit einem modernen Erdungssystem an eine Steckdose angeschlossen werden.

In beiden Fällen bezeichnen wir diese Wiederverbindung mit den Synonymen Earthing (Erden) oder Grounding (Kontakt mit dem Erdboden). Beide Begriffe besagen lediglich, dass wir mit der Erde in Kontakt sind. Was wir da tun, ähnelt dem, was in der Elektrotechnik als „Erdung“ bezeichnet wird, nämlich der gängigen Vorgehensweise, Geräte mit der Erde zu verbinden, um sie vor Erschütterungen, Kurzschlüssen und Störungen zu schützen. Auf Menschen übertragen schützt das Erden den empfindlichen bioelektrischen Kreislauf vor elektrischen Ladungen und vor Störungen. Am wichtigsten aber ist: Er fördert die Aufnahme freier Elektronen sowie der stabilisierenden elektrischen Signale und der Energie der Erde. Erden hilft einem elektrischen Ungleichgewicht und einem Elektronenmangel ab, von denen Sie bisher gar nichts wussten. Es füllt und lädt Ihren Körper wieder mit etwas auf, wovon Sie bisher sicher nicht wussten, dass es Ihnen fehlte und dass Sie es brauchten.

Wenn man sich im Sonnenlicht aufhält, bildet der Körper das für die Gesundheit notwendige Vitamin D. Wenn man mit dem Erdboden in Kontakt kommt, stellt dieser einen elektrischen „Nährstoff“ in Form von Elektronen zur Verfügung. Stellen Sie sich diese Elektronen sozusagen als „Vitamin G“ vor – G für Grund, Erdboden. Wie Vitamin D brauchen Sie auch Vitamin G für Ihre Gesundheit!

Wie Sie in diesem Buch lesen werden, äußern sich die Resultate des Erdens als signifikante Verbesserung – ja sogar als völlige Verwandlung – der Gesundheit und Vitalität. Eine 36-jährige Patientin mit fortgeschrittener Multipler Sklerose (MS) war so glücklich über ihre Fortschritte nach dem Erden, dass sie aus dem Haus rannte, sich mitten auf die Straße stellte und alle Nachbarn lautstark aufforderte, sich ebenfalls zu erden. Sie wollte nach eigener Aussage die „Barfuß-Revolution“ ins Leben rufen und allen Menschen beibringen, wie man gesund wird. Sie selbst hatte Erden aus Verzweiflung probiert – jemand hatte ihr davon berichtet –, nachdem ein Arzt ihr geraten hatte, sich ein verstellbares Bett und einen Großbildfernseher zu kaufen und es sich möglichst gemütlich zu machen. Bei MS gebe es keine Besserung, so hatte der Arzt ihr mitgeteilt. In ihrem Fall hat sich ihr Zustand sehr wohl gebessert, und zwar enorm.

Eine andere Frau litt nach einem schlimmen Autounfall fünf Jahre lang an lähmenden Schmerzen, einer Entzündung, an Müdigkeit und Schlafproblemen. Obwohl sie viele Jahre lang im Gesundheitswesen gearbeitet hatte, mühte sie sich erfolglos damit ab, selbst wieder gesund zu werden. Sie ging von einem Behandler und einer Methode zur nächsten. „Wie Humpty Dumpty in dem Kinderlied“, sagte sie „alle Pferde des Königs und alle seine Leute konnten mich nicht wiederherstellen.“ Sie war arbeitsunfähig und lag instinktiv gern im Gras und ging gern barfuß am Strand spazieren. 1999 gab ihr ein Freund eine leitfähige Bettauflage. Sie schlief jede Nacht darauf und innerhalb von Monaten verschwanden ihre Schmerzen, die Müdigkeit und die Schlafprobleme.

„Nach jahrelangem Einnehmen von Tabletten und fehlgeschlagenen teuren Behandlungen legte ich mich einfach in mein Bett und schlief!“, sagte sie. „Ich glaube, unser Körper ist in der Lage, sich von praktisch allen Krankheiten zu erholen, wenn wir die von Stress verursachten Ungleichgewichte abbauen. Dafür müssen wir unserem Körper unentbehrliche natürliche Grundstoffe zur Verfügung stellen, etwa saubere Luft, eine vernünftige Ernährung, reines Wasser und – das fehlende Glied in der Kette – unsere Verbindung mit dem natürlichen elektrischen Rhythmus der Erde.“

Selbst Sportler, die es gewohnt sind, ihrem Körper alles abzuverlangen, haben es schätzen gelernt, sich zu erden und sich an die natürliche Energie der Erde anzuschließen. So waren die siegreichen von Amerikanern gesponsorten Radrennteams bei der Tour de France in den letzten Jahren der vielleicht eindrucksvollste Test für die Wirkung des Erdens. Der extreme körperliche und mentale Stress in diesem äußerst strapaziösen Rennen führt bei den Akteuren oft zu Krankheit, Sehnenentzündung und schlechtem Schlaf. Außerdem heilen nach Unfällen ihre Wunden nur schlecht. In den Jahren 2003 bis 2005 und dann wieder 2007 wurden die Teamfahrer nach ihrem Wettkampf jeden Tag geerdet. Sie gaben an, besser zu schlafen, waren signifikant weniger krank, hatten praktisch keine Sehnenentzündung, sie erholten sich wesentlich besser vom Rennen und ihre Verletzungen heilten schneller. Wie sich jetzt gezeigt hat, ist diese Praxis so nützlich, dass viele Spitzensportler – auch Schwimmer, Footballspieler der nordamerikanischen Profiliga, Triathleten und Motorsportprofis – sich regelmäßig selbst erden.

Auf einen Blick: Wie das Erden funktioniert

Was ist Erden?

Erden bedeutet, den Körper an die stets vorhandenen feinen Oberflächenenergien der Erde „anzukoppeln“, also ihn damit zu verbinden. Wir meinen damit vor allem: im Freien barfuß laufen und/oder am Boden sitzen. Erden kann man sich aber auch, wenn man in Räumen arbeitet oder schläft und dabei an ein leitfähiges Hilfsmittel angeschlossen ist, das die natürliche Heilenergie der Erde an den Körper weiterleitet. Seit mehr als zehn Jahren haben Tausende Menschen auf der ganzen Welt – Männer, Frauen, Kinder, Sportler – das Erden in ihren Alltag integriert. Die Ergebnisse sind dokumentiert – und sie sind außergewöhnlich.

Was ist Erden nicht?

Es hat in keiner Weise zu tun mit so etwas wie Sitzen auf einem „elektrischen Stuhl“. Erden gehört zum Natürlichsten und Sichersten, was Sie tun können.

Was geschieht beim Erden?

Ihr Körper wird „durchflutet“ mit negativ geladenen freien Elektronen, die an der Erdoberfläche im Überfluss vorhanden sind. Er gleicht sich dann sofort an das elektrische Energieniveau oder Energiepotenzial der Erde an.

Was werden Sie empfinden?

Manche spüren gleich ein warmes Kribbeln und oft Ruhe, Leichtigkeit und Wohlbefinden. Die meisten fühlen sich danach wohler, oft sehr schnell. Der Grad der Besserung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Wichtig ist, das Erden langfristig in den Alltag zu integrieren und es so oft wie möglich zu praktizieren, um optimal davon zu profitieren. Hört man mit dem Erden auf, dann treten frühere Symptome oft allmählich wieder auf.

Was genau bewirkt das Erden?

Beobachtungen und Untersuchungen deuten auf die folgenden Nutzeffekte und Vorteile hin (– wir erwarten, dass mit den fortlaufenden Untersuchungen viele weitere hinzukommen):

Das Erden …

• lindert die Ursache von Entzündungen und bessert oder beseitigt die Symptome zahlreicher entzündungsbedingter Krankheiten.

• verringert oder beseitigt chronische Schmerzen.

• verbessert in den meisten Fällen den Schlaf.

• erhöht das Energieniveau.

• lindert Stress und fördert die Entspannung im Körper, indem es das Nervensystem und die Stresshormone beruhigt.

• reguliert die natürlichen Körperrhythmen.

• verdünnt das Blut und verbessert Blutdruck und Blutfluss.

• lindert Muskelverspannungen und Kopfschmerzen.

• bessert hormonelle Erkrankungen und Menstruationsbeschwerden.

• beschleunigt Heilungsprozesse enorm und hilft, Wundliegen zu verhindern.

• verringert oder beseitigt Jetlag.

• schützt den Körper vor möglicherweise gesundheitsschädlichen elektromagnetischen Feldern in der Umgebung.

• beschleunigt die Regeneration nach intensiver sportlicher Betätigung.

Erden ist einfach, grundlegend und wirkungsvoll. Wir betrachten es als ein Phänomen mit erstaunlichem „Potenzial“ (!), das der Menschheit sehr nützen kann. Sich mit der Erde zu verbinden – entweder indem Sie sich barfuß im Freien aufhalten oder indem Sie in Innenräumen mit geerdeten Hilfsmitteln in Kontakt sind – „heilt“ Sie nicht von Krankheiten oder Beschwerden. Jedoch verbindet es Sie wieder mit den natürlichen elektrischen Signalen aus der Erde, die alle Lebewesen beeinflussen. Erden stellt das natürliche innere elektrische Gleichgewicht des Körpers und die Körperrhythmen wieder her, die wiederum die Körper­systeme normal funktionieren lassen, etwa das Herz-Kreislauf-System, die ­Atmung, den Verdauungstrakt und das Immunsystem. Erden hilft einem Elektronenmangel ab und lindert dadurch Entzündungen – eine häufige Krankheitsursache. Es lässt das Nervensystem vom „Stressmodus“ in den „Ruhemodus“ wechseln, dadurch schlafen Sie besser. Indem Sie direkten Kontakt zur Erde herstellen, kann Ihr Körper wieder in seinen normalen elektrischen Zustand kommen, er kann sich besser selbst regulieren und selbst heilen.

Der herausragende Biologe T. H. Huxley behauptete 1863: „Die Hauptfrage der Menschheit, das Problem, das allen anderen zugrunde liegt und interessanter ist als alle anderen, ist, wie wir unseren Platz in der Natur und unsere Beziehung zum Kosmos bestimmen.“ Das vorliegende Buch betrachtet diese Frage aus der einfachen Perspektive, dass Ihr Platz in der Natur, in Ihrem unmittelbaren Kosmos, es erfordert, dass Sie regelmäßig direkt mit der Erde unter Ihren Füßen in Kontakt sind. Wir erkunden hier, welche Folgen es für die Gesundheit des Menschen hat, wenn er nicht mit der Erde in Kontakt ist; und wir stellen die ungewöhnliche Geschichte vor, wie dieses Nicht-verbunden-Sein und das Wiederverbinden entdeckt wurden. Sie werden Berichte von Ärzten und von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten über erstaunliche Heilungen lesen. Das Wichtigste aber ist: Sie erfahren, wie leicht es ist, den direkten Kontakt mit der Erde wieder herzustellen, sich also zu erden und sich besser zu fühlen.


Kapitel 2
Unser fehlender Erdkontakt und seine Auswirkungen

H

ippokrates, der „Vater der Medizin“, wusste vor 2500 Jahren nur zu gut, wovon er sprach, als er seine griechischen Landsleute allerlei Frevel wider die Natur begehen sah: „Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel. Sie entwickeln sich aus kleinen täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich genügend Sünden angesammelt haben, treten plötzlich Krankheiten auf.“

Stellen Sie sich einmal vor, was er heute denken würde, wenn er nur auf das angeblich fortschrittlichste Land der Welt schauen würde. Die öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben in den USA machen über 17 Prozent des Bruttosozialproduktes aus und steigen voraussichtlich um 6 Prozent pro Jahr. Im Jahr 2018 wird unsere „Arztrechnung“ demnach rund 20 Prozent der Einkünfte des Landes ausmachen. Das weist auf eine schlimme Erkrankung des Gesundheitswesens hin und auf seine Unfähigkeit, Krankheiten von vornherein zu verhindern. Hippokrates würde wahrscheinlich sagen: „Da wird ganz schön gesündigt!“

Im heutigen wissenschaftlichen Zeitalter diskutieren Forscher lebhaft darüber, was an den alarmierend zunehmenden Immun- und Entzündungskrankheiten schuld ist. Im März 2008 machte ein Artikel von Rob Stein in der Washington Post auf eines der Hauptprobleme bei diesem „Gesundheits-GAU“ aufmerksam: auf die Verschlechterung des menschlichen Immunsystems. Der Artikel trug die Überschrift: „Ruiniert das moderne Leben unser Immunsystem?“

„Erst schnellten die Asthmafälle in die Höhe, zusammen mit Heuschnupfen und anderen häufigen allergischen Reaktionen wie Ekzemen“, schrieb Rob Stein. „Dann kamen immer mehr Kinder mit Lebensmittelallergien zu den Kinderärzten. Jetzt sind die Fachleute zunehmend davon überzeugt, dass eine Zunahme von Lupus, Multipler Sklerose und anderen ­Beschwerden zu erwarten sei, verursacht durch ‚Fehlzündungen‘ des Immunsystems.

Zwar sind die Daten für einige Krankheiten ausgeprägter als für andere und die Zunahme mag teilweise bessere Diagnosemöglichkeiten widerspiegeln, doch nach Meinung der Experten haben sich viele Allergien und Immunkrankheiten in den letzten paar Jahrzehnten verdoppelt, verdreifacht oder sogar vervierfacht, je nach Erkrankung und Land. Heute deuten einige Untersuchungen darauf hin, dass über die Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung mindestens eine Allergie hat.“

Die Forscher machen dafür die moderne Lebensweise verantwortlich, weil diese Erkrankungen zuerst überwiegend in den hoch entwickelten Ländern Europas, in Nordamerika und anderswo zunahmen; und inzwischen sind sie auch in anderen sich entwickelnden Ländern auf dem Vormarsch. „Das ist auffallend“, so ein englischer Forscher.

„Beunruhigend“, sagte ein französischer Wissenschaftler über die Zunahme der Autoimmunkrankheiten; das sind schwierig zu behandelnde und oft invalidisierende Krankheiten, die von einer Fehlfunktion des Immunsystems herrühren, das körpereigene Zellen, Gewebe und Organe angreift. Zu den häufigen Autoimmunerkrankungen zählen Lupus, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und Diabetes Typ 1. Die Ursache ist unbekannt und Gründe für die Zunahme sind bisher kaum herausgefunden worden. Allgemein gesehen gehören sie zu den am häufigsten vorkommenden Krankheiten in den USA; zwischen 15 und 24 Millionen Amerikaner sind davon betroffen, ungefähr 75 Prozent von ihnen Frauen.

Die Zunahme von Entzündungen

Alle diese Erkrankungen – ebenso wie die Haupttodesursachen, nämlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Krebs – stehen mit chronischen Entzündungen in Verbindung, ein Thema, auf das die medizinische Forschung in den letzten Jahren ihr Hauptaugenmerk gerichtet hat. Wie das Time Magazine 2004 berichtete, „vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine weitere Studie veröffentlicht wird, die feststellt, dass chronische Entzündungen auf eine weitere Art dem Körper schaden.“

Chronische Entzündungen setzen sozusagen die empfindlichen Innenwände der Arterien in Brand, die Herz und Gehirn versorgen, was zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Chronische Entzündungen zerfressen Nervenzellen im Gehirn und können zum Entstehen von Demenz und Alzheimer beitragen. Sie können die Vermehrung krankhafter Zellen fördern und diese in Krebszellen verwandeln. „Mit anderen Worten“, so das Magazin, „könnten chronische Entzündungen der Motor sein, der viele der am meisten gefürchteten Krankheiten des mittleren und hohen Lebensalters in Gang setzt.“

Als die Ärzte ihren Fokus immer stärker auf Entzündungen richteten, kam ein neuer Begriff auf: „Entzündungsaltern“ (engl.: inflamm-aging). Italienische Forscher prägten ihn 2006, um einen fortschreitenden Entzündungszustand zu beschreiben sowie die nachlassende Fähigkeit, Stress zu bewältigen, zwei Hauptmerkmale des Alterungsprozesses.

Heute geht man davon aus, dass Entzündungen für über achtzig chronische Krankheiten die zugrunde liegende Ursache darstellen; und über die Hälfte der Amerikaner leidet derzeit an einer oder mehreren von ihnen. Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen an diesen Krankheiten. Die häufigsten chronischen Erkrankungen kosten allein die US-Wirtschaft über eine Billion Dollar jährlich – und diese Zahl droht bis Mitte des Jahrhunderts auf 6 Billionen anzusteigen.

„Entzündungen könnten sich als der schwer fassbare Heilige Gral der Medizin erweisen – als dasjenige Phänomen, das den Schlüssel zu Gesundheit und Krankheit enthält“, schrieb Dr. Dr. William Megs von der Universität von East Carolina in seinem Buch The Inflammation Cure: How to Combat the Hidden Factor Behind Heart Disease, Arthritis, Asthma, Diabetes & Other Diseases (McGraw-Hill, 2003).

Das fehlende Element

Bei all dem ist klar: Das Immunsystem ist überlastet. Die „üblichen Verdächtigen“ in der wissenschaftlichen Diskussion sind unter anderem die Gene, ungesunde Ernährung, Luftverschmutzung, Übergewicht, Bewegungsmangel und sogar das Wohnen in „toten“ Räumen. Für uns ist offensichtlich, dass die Forscher einen weiteren Faktor übersehen haben, einen, der sich unmittelbar unter ihrer Nase befindet oder, anatomisch korrekter, direkt unter ihren Füßen. Wir schlagen in diesem Buch vor, einen weiteren Punkt in die Liste der „Übeltäter“ aufzunehmen: die verloren gegangene Verbindung zu unserem Planeten mit seiner natürlich fließenden elektrischen Oberflächenenergie sowie den Elektronenmangel in unserem Körper, den diese fehlende Verbindung hervorruft. Aus unseren Untersuchungen ergibt sich eindeutig, dass chronische Erkrankungen in einer Zeit so rapide zugenommen haben, in der immer mehr Menschen immer weniger mit der Erde verbunden sind.

Ist dieses Nicht-verbunden-Sein, ist dieser Mangel ein bisher fehlendes Glied in der Kette der Gründe dafür, dass die Zahl der Erkrankungen und der Krankheitsfälle immer weiter ansteigt? Ist es vielleicht der Hauptgrund? Falls Entzündungen der Heilige Gral der Medizin sind, ist die Verbindung zur Erde der Heilige Gral der Entzündungen?

Die Antwort auf die erste Frage ist ein eindeutiges Ja. Wir maßen uns nicht an, bereits die Antworten auf die zweite und die dritte Frage zu wissen. Dazu werden noch jahrelange Untersuchungen notwendig sein, doch erste Untersuchungen liefern zusammen mit vielen Beobachtungen und Erfahrungen aus dem echten Leben faszinierende Hinweise. Dieses Buch enthält zahllose solche Belege. Unserer Ansicht nach haben die Informationen auf diesen Seiten das Zeug dazu, eine alarmierende Entwicklung umzukehren, die zu einem allgemeinen Niedergang der Gesundheit führt. Aus unserer Sicht können sie ganz neue Gesundheitsstandards und Unternehmen ins Leben rufen, die dazu beitragen, große Teile der nicht mit der Erde verbundenen Bevölkerung wieder mit der Erde in Kontakt zu bringen. Wir sind sicher, falls diese Informationen weithin genutzt werden, dann können sie buchstäblich „von Grund auf“ alle Bemühungen unterstützen, die Last der Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, die Einzelpersonen, Arbeitgeber und Staat gleichermaßen schultern.

Die Belege, die wir gesammelt haben, weisen stark darauf hin, dass Ihre Gesundheit in vielerlei Hinsicht davon profitieren wird, wenn Sie sich wieder mit der Erde verbinden, selbst wenn Sie chronisch oder schwer krank sind und die Medizin Ihnen wenig bieten kann.

Das menschliche Immunsystem hat sich über Jahrmillionen entwickelt. In diesem langen Zeitraum lebten wir natürlich überwiegend im Barfußkontakt mit der Erde. Wir waren ganz von selbst geerdet, mit der Erde verbunden. Dennoch ist den Wissenschaftlern nicht aufgefallen, dass die moderne Lebensweise davon geprägt ist, dass wir nicht mehr mit der stabilisierenden elektrischen Energie der Erde verbunden sind und uns damit der natürliche, geerdete Zustand des Körpers verloren gegangen ist. Genau das könnte die Fehlfunktion des Immunsystems auslösen.

Hat das Immunsystem – wie das Nervensystem und andere Körpersysteme – aufgehört, richtig zu funktionieren, als wir Schuhe mit isolierenden Sohlen zu tragen begannen und anfingen, in Häusern zu leben, die uns von den natürlichen Schwingungen der Umgebung abschirmen?

Leben ohne Erdkontakt – ein Experiment

Was mit dem menschlichen Körper passiert, wenn er von den feinen Signalen der Erde getrennt wird, zeigten drastisch Experimente, die das weltberühmte Max-Planck-Institut in Deutschland in den 1960er- und 1970er-Jahren durchführte. Die Wissenschaftler koppelten Freiwillige monatelang in unterirdischen, elektrisch abgeschirmten Räumen gezielt von den Rhythmen des elektrischen Feldes der Erde ab. Dabei wurden die Muster der Körpertemperatur, des Schlafes, der Urinausscheidung und andere physiologische Parameter sorgfältig überwacht. Alle Teilnehmer entwickelten vielfältige abnorme oder chaotische Muster, eine Art Arrhythmie von Kopf bis Fuß. Ihr Schlaf-wach-Rhythmus und die Hormonproduktion gerieten aus dem Gleichgewicht, die allgemeine Körperregulation brach zusammen.

Wurden elektrische Schwingungen, die den auf der Erdoberfläche gemessenen ähnelten, in die metallische Abschirmung um die unterirdischen Räume eingeleitet, so stellten sich die normalen physiologischen Muster in eindeutiger Weise wieder ein.

Diese Untersuchungen, an denen über viele Jahre hinweg Hunderte von Probanden teilnahmen, dokumentierten eindeutig die Bedeutung der elektrischen Rhythmen der Erde für die normale Körperfunktion. Normale Körperrhythmen bilden einen verlässlichen Bezugspunkt für Heilungsprozesse, Regeneration und Revitalisierung – kurz gesagt für vollkommene Gesundheit.

Ohne Frage würde das körperliche Chaos, das in den Experimenten herbeigeführt wurde, im Laufe der Zeit die Gesundheit beeinträchtigen. Die Schlussfolgerung lautet: Die innere Körperuhr muss ständig auf den Pulsschlag der Erde abgestimmt sein, der den Zirkadianrhythmus allen Lebens auf dem Planeten steuert.

Experimente wie diese, die unter kontrollierten Bedingungen ablaufen, liefern deutliche Belege. Doch wir leben nicht unter der Erdoberfläche. Wir leben über der Erdoberfläche, aber nicht wirklich am Boden – und das ist das Problem. Wir sind nicht verbunden. Vielleicht können Sie sich selbst und viele Menschen um Sie herum betrachten und sich dann ein Bild davon machen, wie sich dieser Mangel an Erdkontakt auswirkt. Krankheit allerorten. Schauen Sie sich nur die Gesundheits- oder vielmehr die Krankheitsstatistiken an, da finden Sie weitere Belege, die zu einem großen oder kleinen Teil den Mangel an Erdkontakt widerspiegeln.

Wie verlieren wir diese Verbindung, obwohl wir doch ganz offensichtlich „auf“ der Erde leben?

Das Problem mit unseren Schuhen

Achten Sie mal darauf, was Sie Tag für Tag an Ihren Füßen tragen. Die meisten von Ihnen tragen Schuhwerk in der einen oder anderen Form, das sich aus einem einfachen „Fußschutz“ entwickelt hat, der die Füße vor kaltem oder unwegsamem Untergrund schützen sollte. Wahrscheinlich tragen Sie heutzutage viel raffiniertere Schuhe und diese sind sozusagen eine Ausdrucksform, in der sich Ihre Kultur, die Mode, Ihr Verhalten und in manchen Fällen sogar die Identifikation mit einem Tennis- oder Basketball-Superstar widerspiegeln. Sie tragen gewohnheitsmäßig Schuhe, selbst wenn sie keinem praktischen Zweck dienen.

Dr. William Rossi, ein Fußorthopäde aus Massachusetts, Experte für die Geschichte der Schuhindustrie, produktiver Autor und aufmerksamer Beobachter, schrieb viele beunruhigende Artikel darüber, was Schuhe unseren Füßen antun. Er war der festen Überzeugung, dass das Schuhwerk ein wesentlicher Bestandteil der Fußpflege sei, und beklagte oft, dass die „Schuhexperten“ keine Ahnung von den Füßen und die „Fußpflegeexperten“ keine Ahnung von Schuhen hätten.

Ein natürlicher Gang sei jedem Menschen, der Schuhe trägt, aus biomechanischen Gründen nicht möglich, schrieb Rossi 1999 in einem Artikel in der Fachzeitschrift Podiatry Management. Und weiter: Es habe vier Millionen Jahre gedauert, bis sich unser einzigartiger menschlicher Fuß und unser daraus resultierender unverwechselbarer Gang entwickelt hätten, eine Meisterleistung der Biotechnik. Doch in nur wenigen Jahrtausenden hätten wir mit einem einzigen sorglos entwickelten Gegenstand – nämlich mit unseren Schuhen – die ursprüngliche anatomische Form des menschlichen Gangs entstellt, indem wir seine technische Funktionsfähigkeit behinderten, ihn belasteten und stressten und ihm seine von Natur aus anmutige Form und Leichtigkeit der Bewegung von Kopf bis Fuß verwehrten.

Von mechanischen Problemen ganz abgesehen waren Dr. Rossi die möglichen Gesundheitsrisiken sehr bewusst, zu denen es kommt, wenn der Körper von der Erde getrennt ist – und das bewirken ja die modernen Schuhe mit Sohlen aus isolierendem Material:

„Die Fußsohle (oder die plantare Oberfläche des Fußes) ist dicht mit ungefähr 1300 Nervenenden pro Quadratzoll [circa 6,5 cm2] durchzogen“, schrieb er 1997 in einem Artikel in Footwear News. „Das sind mehr, als man an jedem anderen Körperteil vergleichbarer Größe findet. Warum konzentrieren sich hier so viele Nervenenden? Um uns mit der Erde in Kontakt zu halten. Mit der konkreten greifbaren Welt um uns. Das bezeichnet man als Reaktion der Sinnesorgane. Der Fuß ist die lebenswichtige Verbindung zwischen Mensch und Erde. Die Pfoten aller Tiere sind ebenso reichlich mit Nervenenden ausgestattet. Die Erde ist mit einem elektromagnetischen Feld ‚bedeckt‘. Und genau dieses ruft die Sinnesreaktion in unseren Füßen und in den Pfoten der Tiere hervor. Laufen Sie einmal ein paar Minuten lang barfuß auf der Erde. Jedes Lebewesen, auch der Mensch, bezieht durch Füße, Pfoten oder Wurzeln Energie aus diesem Feld.“

William Rossi bezeichnete den Fuß als eine Art Radarantenne mit einer wenig bekannten, aber lebenswichtigen Funktion; sie diene nämlich dazu, Energie aus der Erde zu ziehen, ähnlich wie eine Pflanze für ihre Ernährung dem Boden Feuchtigkeit entziehe. Solche Schwingungen vom Boden in die Füße könnten daher eine wichtige belebende Kraft sein, die dazu beitrage, den Körper mit Lebenskraft zu versorgen, so Rossi.

Wie recht er damit hatte! Auch wenn er sich mit seiner Ansicht täuschte, die Quelle dieser in den Körper aufgenommenen Energie sei magnetischer Natur. Mittlerweile ist bekannt, dass die Energie an der Erdoberfläche überwiegend elektrisch ist. Das zentrale Thema unseres Buches ist: Wir nehmen durch unsere Füße elektrische Energie auf, und zwar in Form von freien Elektronen, die zwischen vielen Frequenzen fluktuieren. Diese Schwingungen stellen unsere innere Uhr neu und versorgen den Körper mit elektrischer Energie. Die Elektronen selbst strömen in den Körper, richten ihn am elektrischen Potenzial der Erde aus und erhalten dieses Potenzial aufrecht. Wie jedes serienmäßige Elektrogerät eine zuverlässige Erdung braucht, um gut zu funktionieren, so muss auch der Körper zuverlässig geerdet sein, um gut zu funktionieren.

Dr. Rossi bedauerte die Tatsache, dass moderne Schuhsohlen uns von der Energie der Erde trennen und verhindern, dass wir den Boden spüren. Er schrieb: „Die Unterseite unserer Füße wird praktisch völlig abgestumpft. Ein Querschnitt durch einen Schuh zeigt mehrere Schichten: äußere Sohle, mittlere Sohle, Füllmaterial der inneren Sohle, Fußbett, Polsterung, Einlegesohle. Dadurch wird die Sinnesreaktion fast völlig unterdrückt.“

W. Rossis Klage beschreibt mit wenigen Worten den Wiederaufbau der Schuhherstellung nach dem Zweiten Weltkrieg. Neue Materialien hielten in der Fertigung Einzug: Gummi, Plastik und petrochemische Komponenten. Sie haben das Leder als altbewährtes Material für Schuhsohlen allmählich verdrängt. Heutzutage greifen auch die Hersteller modischer Gesellschaftsschuhe für Herren zunehmend zu Gummi, Plastik und anderen nicht leitenden Materialien, ebenso wie vor ihnen die Hersteller von Freizeit- und Arbeitsschuhen. Leder (hergestellt aus Tierhäuten), im feuchten Zustand leitfähig, war traditionell das Ausgangsmaterial für Schuhe und Sandalen. Der ursprünglich leichte, einfache Mokassin ohne Absatz und mit weicher Sohle – ein Stück grob gegerbtes Leder, das den Fuß umschließt und mit Rohlederriemen befestigt wird – ist wahrscheinlich die Form, mit der wir jemals am nächsten an den „idealen“ Schuh ­herangekommen sind. Er ist über 14 000 Jahre alt.

In seinen Schriften wies Dr. Rossi auch noch auf eine weitere faszinierende Verbindung zwischen dem Fuß und dem Erdboden hin – auf die erotische. Der menschliche Fuß sei, so schrieb er, reich an vibrierenden und elektromagnetischen Kräften, die vom Erdkontakt herrührten – weshalb er von alters her mit der menschlichen Fruchtbarkeit und den Fortpflanzungsorganen in Verbindung gebracht werde.

In seinem 1989 erschienenen Buch The Sex Life of the Foot and Shoe (Wentworth Edition) zeigte Rossi auf, dass der Fuß ein wichtiges Sinnesorgan sei, das reich mit „Sexualnerven“ ausgestattet sei, und jeden Moment, in dem wir stehen oder gehen, hätten wir Sinneskontakt mit dem Erdboden. Erotische Empfindungen könnten ausgelöst werden durch die Berührung von Erde, Gras, Wind, Luft, Sonne, Sand und Wasser. Solch eine Empfindung spürten wir, wenn wir an einem warmen Tag Schuhe und Strümpfe auszögen und barfuß im Gras liefen oder im Sand, oder wenn wir unser Füße in kühles Wasser tauchten.

Die gefährlichste Erfindung auf der Welt

David Wolfe, Autor, Referent und ausgewiesener Experte für Gesundheit und Lebensweise, der kein Blatt vor den Mund nimmt, hält den normalen Schuh für die „vielleicht gefährlichste Erfindung der Welt“. Nach fünfzehn Jahren Untersuchungen zu Ernährung und Lebensweise bezichtigt er den Schuh als einen der „zerstörerischsten Schuldigen für Entzündungen und Autoimmunerkrankungen“ in unserem Leben, denn er trenne uns von der heilenden Energie der Erde: „Ziehen Sie einen Schuh an, dann ist diese Heilenergie weg.“

Das Problem mit unseren Häusern und Betten

Die modernen Gebäude, in denen wir großenteils leben und unserem Beruf nachgehen, also unser Zuhause und unsere Arbeitsplätze, sind ebenfalls „Nichtleiter“ und trennen uns von den heilenden Elektronen der Erde. Denken Sie einmal darüber nach, wo Sie die meiste Zeit Ihres Tages verbringen: in einer Wohnung, einem Haus oder Büro, die um einiges höher liegen als der Erdboden, mit einer Schicht Holz, Kunststoffteppich oder PVC als Fußboden. Wenn Sie nicht auf Erdboden, Zement, Marmor- oder Steinfußboden wohnen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie die guten Schwingungen von „unten“ abbekommen. Weiter unten werden wir darauf eingehen, inwiefern das Leben und Arbeiten in Hochhäusern ein Gesundheitsrisiko darstellen kann.

Wie Schuhe und Häuser, so wurden auch die Betten weiterentwickelt. Sie trennen heutzutage die meisten von uns in dem Drittel der Zeit von der Erde, das wir mit Schlafen verbringen. Wir schlafen (oder wälzen uns – wie die unzähligen Schlaflosen – von einer Seite auf die andere …) in modisch gestalteten und gemütlich gepolsterten, erhöhten Betten, in erhöhten Häusern, um dem aus dem Weg zu gehen, was nachts kreucht und fleucht.

Erhöhte Betten wurden erstmals bei den ägyptischen Pharaos und ihren wohlhabenden Freunden erwähnt, dank der Erfindungen der dort ansässigen Handwerker in der Bronzezeit (3000 bis 1000 v. Chr.). Die Mode und die Betten haben sich zwar in den Jahrhunderten seitdem gewandelt, doch an dem einfachen Konzept, wonach man auf einer erhöhten Fläche mit vier Beinen schläft, hat sich nicht viel geändert.

Doch vor den Ägyptern kuschelten sich die Menschen nachts offensichtlich auf die Erde und schliefen, wo das möglich war, in angenehmen, trockenen Höhlen. Ob Sie es glauben oder nicht, in unserer heutigen Zeit gibt es immer noch Höhlenbewohner; zu erwähnen sind hier vor allem die etwa 40 Millionen in den Bergen des nördlichen Zentralchina. Sie leben umgeben von Erde und Erdenergie und sind, wie uns zu Ohren kam, immerhin sogar mit Kabelfernsehen ausgestattet.

Anthropologen berichten, sie hätten im Südwesten von Texas Hinweise auf mit Gras gefütterte Betten entdeckt, die über 9000 Jahre alt seien. Für ein bescheidenes Maß an Komfort wurden im weichen Sediment Vertiefungen ausgehoben und mit Gras gefüllt. Ob Stroh, Gras oder Felle, diese Naturmaterialien haben in Verbindung mit dem Körperschweiß die Leitfähigkeit für Elektronen Jahrtausende lang begünstigt.

Noch heute sind diese Schlafmaterialien für viele indigene Kulturen in gemäßigten Klimazonen überall auf der Welt die Materialien der Wahl. Erwachsene ruhen in traditionellen Gesellschaften auf Häuten, Matten, auf dem Erdboden oder so ziemlich allem außer einer dicken, federnden Matratze – so war 1999 in einem Artikel in Science News Online zu lesen, der Forschern empfahl, in diesen Gesellschaften nach Hinweisen auf Schlafmuster, Schlaflosigkeit und nächtliche Gehirntätigkeit zu suchen.

Unseren Körper als „Antenne“ nutzen

Unsere Geschichte führt uns zurück zu der transzendenten Frage, die T. H. Huxley im Hinblick auf unsere Beziehung zu Natur und Kosmos aufwarf. Im Jahr 1969 gab Matteo Tavera, ein französischer Agronom, eine einzigartige Antwort in Form mehrerer provokativer Hypothesen, die er in einem weitgehend unbemerkten Buch aufstellte. Darin behauptet er, unser Platz auf dem Planeten sei, in Übereinstimmung mit der „natürlichen Elektrizität“ zu leben, die uns alle reguliere. Agronomie ist die praktische Anwendung mehrerer Wissenschaften, nämlich von Biologie, Chemie, Ökologie, Geowissenschaft und Genetik. Tavera bezieht seine Sichtweise aus all diesen Fachgebieten und daraus, dass er als Landwirt die Natur viele Jahre lang aufmerksam beobachtete. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass die Menschen infolge ihrer Trennung von der Natur einen gepfefferten Preis zahlten: in Form von Degeneration und Krankheit.

Taveras Buch, das in Frankreich unter dem Titel La Mission Sacrée [dt. etwa: Die geheime Mission] erschien, betont die verkannte elektrische Beziehung aller Lebewesen – darunter auch Pflanzen, Tiere und Menschen – zum Erdboden und zum Himmel. Der Franzose betrachtete das Leben auf unserem Planeten als von oben und unten reguliert, von einem Energie spendenden Kontinuum; und er fand, dass unsere Strukturen von der Natur so gestaltet seien, dass sie diese Energie empfangen und weiterleiten: Stellen Sie sich unseren Körper, unsere Gestalt als Antenne vor, sagte er.

Tavera beklagte die „fürstlichen Gebäude“ der modernen Lebensweise: Alles sei eng zusammengebaut …, mit isolierenden Fußböden, Kleidung aus Kunstfasern und Schuhen mit Gummisohlen. Der elektrische Kontakt zur Erde werde vermindert oder fehle völlig und die Zunahme chronischer Krankheiten als Ergebnis dessen sei mittlerweile recht augenfällig.

Gesündere Lebensmittel zu essen, die frei von chemischen Stoffen sind, und sauberere Luft zu atmen, das trägt sicher zu einer besseren Gesundheit bei. Doch unsere „heilige Mission“ besteht laut Tavera darin, uns wieder mit der Erde zu verbinden. Tavera warnte, dass die Menschen beharrlich weiter in die falsche Richtung gingen, und wenn die Natur auch vieles verzeihe, habe dies doch auch Grenzen denen gegenüber, die keine Verbindung herstellten und keine Elektrizität durch ihren Körper führten, um das erforderliche gesundheitliche Gleichgewicht herzustellen, das zum Überleben notwendig sei.

Der französische Naturwissenschaftler sagte, die Menschen sollten Beispiele aus dem Tierreich betrachten, um zu erkennen, warum die Rückverbindung mit der Erde so notwendig sei:

„Nehmen Sie zur Kenntnis, dass eine Kuh in einem Stall, in dem aufgrund der isolierenden Wirkung des Gebäudes die elektrische Leitfähigkeit eingeschränkt ist, gewöhnlich fröstelt und friert“, so schrieb er. „Bringen Sie dieselbe Kuh beim gleichen Wetter auf die Weide, dann fühlt sie sich recht wohl. Die kalten Nächte sind erträglich. Hühner, die sich frei bewegen können, werden nie krank. Hühner in Käfighaltung müssen abgedeckt und geschützt werden … [und] schauen Sie die Medikamente an, die Käfighühner brauchen. Wilden Wachteln geht es Sommer wie Winter gut – ohne Abdeckung und ohne spezielle Unterkunft. Der Hund, der sich allzu lange die Gewohnheiten seines Herrn angeeignet und keinen Kontakt mit der Erde hat, wie ihn die Natur vorsieht, hält den Tierarzt auf Trab.

Wild lebende Tiere sind absolut gesund, vor allem dann, wenn der Mensch noch nicht eingegriffen hat. Trotz aus unserer Sicht scheinbar unbehaglicher Bedingungen und wahrscheinlich wegen dieser Bedingungen kennen Wildtiere keine Krankheiten. Dieses Privileg und dieser Vorteil resultieren daraus, dass sie von ihrem Recht auf Leben Gebrauch machen, indem sie sich in angemessener Weise mit der elektrischen Quelle austauschen.

Lassen Sie sich von den frei lebenden Tieren inspirieren, die so gut überleben können, weil sie in ständigem Kontakt mit der Erde sind. Vergleichen Sie das einmal mit Ihrer Lebensweise.“

Im Hinblick auf unsere moderne Zeit machte Tavera vielfältige praktische Vorschläge, die durchaus zur Lebensweise der meisten Menschen passen könnten. Nachstehend einige davon:

• „Gehen Sie in die unberührte Natur und ziehen Sie Grasflächen den Asphaltstraßen vor. Versuchen Sie, barfuß zu laufen oder zumindest mit einer Fußbekleidung, die den elektrischen Kontakt oder Austausch gestattet. Sie werden den Unterschied an Ihrer Stimmung und Ihrer Gesundheit bemerken. Das hält Sie lebendig und Sie empfinden Freude in Ihrem Herzen.

• Setzen Sie so oft wie möglich die Haut beliebiger Körperteile der Erde oder dem Gras aus oder irgendeinem natürlichen Gewässer, einem See, Bach oder dem Meer. In Ihrem Garten … ist feuchtes Gras ein ausgezeichneter Leiter.

• Lehnen Sie sich an einen Baumstamm und übernehmen Sie etwas von seiner Elektrizität, zum Wohle Ihrer Gesundheit.

• Baden tut Ihnen besonders gut, vor allem im Meerwasser (wegen der Salze) oder in einem See oder Fluss. Laufen Sie, wenn Sie können, barfuß in diesen Gewässern. Falls Sie das schon einmal gemacht haben, sind Ihnen bestimmt die Vorteile für Ihr Nervensystem, Ihren Schlaf, Ihren Appetit und Ihre Stimmung aufgefallen. Wenn Sie mit der Erde verbunden sind und der elektrische Austausch mit ihr stattfindet, beginnen Sie sich wieder wie ein Mensch zu fühlen.“

Matteo Taveras Schriften sind faszinierend und verändern unsere Denkweise über uns selbst, unsere Umwelt und unsere Beziehung zum Kosmos. (Eine englische Übersetzung seines Textes können Sie im Internet lesen: unter www.earthinginstitute.net.) Seine Ausführungen bieten wunderbare Einsichten über unsere Verbundenheit mit der Natur. Noch beeindruckender aber ist, dass die gesundheitlichen Folgen, die Tavera in seinem Text erwähnte, bestätigt worden sind – nicht von einem „reinrassigen“ Wissenschaftler, sondern von einem Nichtwissenschaftler aus der Kabelfernsehbranche. Seine persönliche Geschichte lesen Sie als Nächstes.

Teil II: Wie die Wirkungen des Erdens entdeckt wurden


Teil II:

Wie die Wirkungen

des Erdens

entdeckt wurden


Kapitel 3
Clinton Ober: Die richtigen Fragen stellen

I

m Jahr 1993 war ich 49 Jahre alt, erfolgreich und hätte Bäume ausreißen können. Es war ein weiter Weg gewesen, mit einem schwierigen und bescheidenen Start, denn ich war auf einer Farm aufgewachsen, hatte Kühe gehütet, Heu in Ballen gepresst und hatte an langen Sommertagen barfuß in den langen Rüben- und Bohnenreihen Unkraut gejätet. In meinen Jugendjahren starb mein Vater an Leukämie und hinterließ meine Mutter und sechs Kinder, die sich um die Pflanzen und Tiere kümmern mussten. Als ältester Sohn musste ich von der Schule gehen und den Hof führen. Das war damals unter solchen Umständen gang und gäbe.

In den frühen 1960er-Jahren, als auch meine Brüder alt genug waren, hatte ich das Bedürfnis, das Land zu verlassen und mich in die Vergnügungen der Großstadt zu stürzen. Dabei landete ich in der damals noch jungen Kabelfernsehindustrie. In der Gemeinde, in der ich aufwuchs, hatten wir nur zwei Fernsehprogramme – ein politisch rechtes und ein politisch linkes –, daher waren die Informationen, die wir bekamen, sehr polarisierend. Ich erkannte das Kabelfernsehen rasch als die Zukunft des Fernsehens. Begeistert sprang ich darauf an und organisierte höchst erfolgreich Werbefeldzüge, um die Menschen überall in Montana mit Kabelfernsehen zu versorgen. Dabei kletterte ich auch auf die Masten, bohrte die Löcher, setzte Erdungsstäbe ein und verlegte die Leitungen, um in möglichst vielen Haushalten Kabelfernsehen installieren zu können.

Nachdem ich einige Jahre bei örtlichen Kabelanbietern gearbeitet hatte, bekam ich eine Stelle als landesweiter Marketingchef für eine Firma aus Denver, die bald der größte Kabelfernsehbetreiber in den USA wurde. Später wurde sie von AT&T gekauft. 1972 gründete ich meine eigene Firma, mit der ich mich auf die Entwicklung von Kabelfernsehsystemen spezialisierte sowie auf Fernseh- und Rundfunkübertragung. Die Firma wurde zum landesweit größten Anbieter für Kabelfernsehvermarktung und Installationsdienstleistung. Überall im Land arbeitete ein Heer von Installationsunternehmen für uns. Sooft für eine kleinere oder größere Stadt ein Kabelsystem zugelassen wurde, schickten wir zwischen zehn und hundert Monteure dorthin. Sie durchkämmten das Gebiet und installierten bei allen Leuten, die das wollten, Kabelfernsehen. Dann zogen sie in die nächste Stadt und so weiter. Im Laufe der Jahre installierten wir so in Millionen von Häusern überall im Land Kabelfernsehen.

In der Zeit vor dem Internet war ich unter den Wegbereitern für das erste Kabelmodem überhaupt und für die weltweite Verbreitung von Berichten der Nachrichtenagenturen über Heimcomputer. Frühzeitig war ich in der Kabel- und TV-Industrie auch stark in die Programmierung und den Vertrieb eingebunden. Ich arbeitete mit den Spitzenkräften zusammen, die Cable News Network (CNN), Home Box Office (HBO) und andere Kabelnetze entwickelten. Ich war ein höchst erfolgreicher Unternehmer und führte ein gutes Leben. Ich hatte ein Haus mit 460 Quadratmetern auf einem Berggipfel in Colorado mit Rundumblick auf Denver und die Rocky Mountains. Mein Haus war voll von Kunstgegenständen und allem, was man mit Geld kaufen konnte.

1993 brach dieses gute Leben in sich zusammen. Nach einer Wurzelkanalbehandlung bekam ich einen massiven Abszess in der Leber. 80 Prozent meiner Leber waren stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Infektion hatte sich im ganzen Körper ausgebreitet. Alle Organe arbeiteten nicht mehr richtig. Die Ärzte machten mir wenig Hoffnung, sie empfahlen mir, meine Angelegenheiten zu ordnen.

Doch ein junger Chirurg sagte mir, es gebe eine Überlebenschance, wenn auch eine sehr kleine, nämlich den Großteil meiner geschädigten Leber herauszuoperieren – ein Experiment. Er machte mir nicht viel Hoffnung, doch es war die einzige überhaupt, deshalb willigte ich ein. Nach 28 Tagen schmerzhafter Genesung im Krankenhaus und viel Physiotherapie konnte ich nach Hause. Langsam wurde ich wieder gesund. Es dauerte ungefähr drei bis vier Monate, bis ich wieder ein paar Straßenzüge weit laufen konnte, und ein halbes Jahr, bis ich eine Meile gehen konnte. Erstaunlicherweise war meine Leber nach neun Monaten wieder so groß wie vorher.

Meine Suche nach der wahren Lebensaufgabe

Während meiner langen Genesung wachte ich eines Morgens auf, schaute hinaus und bemerkte, dass der Himmel tiefer blau war und die Bäume von einem leuchtenderen Grün waren, als ich je zuvor gesehen hatte. In diesem Moment fühlte ich mich wieder lebendig, doch ganz anders als vorher. Ich kam zu der harten Erkenntnis, dass ich mein eigenes Zuhause und meine zahllosen Besitztümer gar nicht richtig besaß; vielmehr besaßen sie mich. Mein Leben drehte sich nur noch darum, mich um meinen ganzen Kram zu kümmern. Ich hatte mein ganzes Leben damit zugebracht, Dinge anzuhäufen, zu sammeln und mich um sie zu kümmern, sowie mit dem Versuch, noch mehr zu bekommen, vielleicht um damit anzugeben, wie erfolgreich ich war. Ich erkannte, dass ich durch mein eigenes Handeln Sklave meines eigenen Besitzes geworden war.

In diesem Moment beschloss ich, mich selbst zu befreien und etwas zu finden, was mein Leben mit etwas anderem erfüllte als mit Besitz. „Ich möchte dieses Leben nicht mehr“, sagte ich laut zu mir selbst. „Ich möchte etwas anderes machen. Wie viel Zeit ich auch noch zur Verfügung habe, ich möchte sie etwas Lohnendem und Sinnvollem widmen.“

Ich rief meine Kinder an, die alle schon erwachsen waren und im ganzen Land verstreut lebten. Ich bat sie, zu kommen und sich zu nehmen, was sie haben wollten. „Alles, was ihr nicht mitnehmt, gebe ich weg“, sagte ich.

Ich verkaufte das Haus. Meine Firma verkaufte ich an meine Mitarbeiter. Dann zog ich los und kaufte ein Wohnmobil, packte das Nötigste ein und fuhr los. Die nächsten vier Jahre fuhr ich im Land umher und suchte dabei mich selbst und meine Lebensaufgabe. Ich verbrachte viel Zeit mit meinen Kindern da und dort, doch ganz oft tat ich auch einfach nichts. Ich fuhr irgendwohin, ließ mich dort eine Weile nieder und wartete darauf, dass etwas auftauchte.

Eines Abends 1997 war ich in Key Largo, Florida. Ich wurde allmählich kribbelig und ungeduldig. Nichts geschah, nichts tat sich für mich auf. Ich war nun schon monatelang am selben Ort. Als ich so dasaß und über die Bucht schaute, bat ich um Führung. Ich wusste, etwas wartete auf mich. Als ich zum Wohnmobil zurückging, schossen mir einige Wörter durch den Kopf und ich erinnere mich, dass ich sie gleichsam automatisch auf ein Stück Papier schrieb: „Werde eine entgegengesetzte Ladung.“

Nun, eine entgegengesetzte Ladung zu werden bedeutete für mich, hinauszugehen und den Leuten einen Schubs zu geben, sie aufzurütteln, sie aufzuladen. Mittlerweile war ich definitiv ungeduldig genug, etwas Aufrührerisches zu tun.

Der zweite Satz, den ich aufschrieb, lautete: „Der Status quo ist der Feind.“ Ich wusste nicht, was das bedeutete, außer dass ich meinen Status quo und mein Nichtstun satt bekam. Das war’s. Ich schrieb diese Gedanken auf einen gelben Notizblock und hob ihn aus irgendeinem Grund auf. Ich hatte keine Ahnung, was diese Worte wirklich bedeuteten.

Als ich am nächsten Morgen aufstand, ging mir der seltsame Gedanke durch den Kopf, dass die Erde selbst mir etwas zu sagen versuchte. Doch ich wusste nicht, was. Ich spürte eine gewisse Dringlichkeit und wusste, für eine Antwort müsste ich Richtung Westen fahren. Ich fuhr nach Los Angeles und empfand es als zu verrückt. Ich fuhr nach Tuscon und Phoenix, doch keiner dieser Orte fühlte sich richtig an. Deshalb machte ich mich auf in Richtung Norden und kam eines Abends um 22 Uhr in Sedona an. Ich parkte auf einem Campingplatz in der Nähe eines Bachs. Am nächsten Morgen schaute ich hinaus und war verzaubert von der Schönheit des Landes. Die Landschaft sprach meine Wurzeln an, da ich im ländlichen Montana aufgewachsen war und Kontakt zu den amerikanischen Ureinwohnern hatte, die auf die Naturverbundenheit großen Wert legen.

„Hier bleibe ich“, sagte ich mir, „bis ich finde, wonach ich suche.“ Also blieb ich fast zwei Jahre. Ich freundete mich mit vielen Künstlern und Galeriebesitzern vor Ort an. Als Hobby und um etwas zu tun zu haben, brachte ich viel Zeit damit zu, die zahlreichen Kunstgalerien der Stadt kunstvoll auszuleuchten.

1998 ging eines Tages mir selbst ein „Kronleuchter“ auf. Ich saß auf einer Parkbank und beobachtete die vorüberschlendernden Touristenscharen aus aller Welt. Irgendwann und ich weiß nicht, warum, konzentrierte sich meine Aufmerksamkeit nur darauf, was all diese verschiedenen Menschen an ihren Füßen trugen. Ich sah jede Menge Laufschuhe mit dicken Gummi- oder Kunststoffsohlen. Solche trug ich auch. Da kam mir ganz arglos der Gedanke, dass diese Menschen alle – wie ich auch – vom Boden isoliert waren, von der elektrischen Oberflächenladung der Erde unter unseren Füßen. Ich begann über statische Elektrizität nachzudenken und fragte mich, ob es sich irgendwie auf die Gesundheit auswirken könnte, wenn man derart isoliert war. Die Antwort darauf wusste ich nicht. Der Gedanke tauchte nur plötzlich in meinem Kopf auf.

Ich dachte an meine Jahre in der Fernseh- und Kabelbranche. Vor dem Kabelzeitalter hatte man oft viele Punkte im Fernsehbild („Rauschen“, wie wir es nannten). Oder man hatte „Schnee“ oder Streifen und alle möglichen elektromagnetischen Störungen. Falls Sie noch nicht alt genug sind, sich daran zu erinnern, dann kennen Sie aber wahrscheinlich die Störungen im Autoradio: Wenn Sie mit dem Auto an einer Starkstromleitung vorbei- oder unter einer hindurchfahren, dann hören Sie nur Knistern und Knacken.

Was ist elektrostatische Entladung?

Statische Elektrizität ist nichts anderes als der Funke oder der kleine Schlag, den wir alle schon erlebt haben, wenn wir beispielsweise einen Türgriff aus Metall berührten, nachdem wir ein mit Teppich ausgelegtes Zimmer durchquert hatten (siehe Abbildung), oder wenn wir auf einem Autositz hin und her rutschten. Keine große Sache.

Doch in einigen Branchen in der Industrie ist das eine riesengroße Sache. In früheren Jahrhunderten mussten die Streitkräfte Maßnahmen ergreifen, um die statische Elektrizität zu kontrollieren, damit sich das Schießpulver in den Lagern nicht entzündete. Heute sind solche Maßnahmen noch in der Petroleumindustrie notwendig, wo ein zufälliger Funke ebenfalls eine Explosion auslösen kann. In der Elektronikindustrie von heute verursacht elektrostatische Entladung (ESD) jährlich Schäden in Milliardenhöhe, weil hochempfindliche elektronische Bauteile und Mikrochips kaputtgehen. ESD wirkt sich aus auf die Produktionsausbeute, die Herstellungskosten, die Produktqualität, die Zuverlässigkeit von Produkten und die Wirtschaftlichkeit.

Zur Kontrolle der statischen Elektrizität hat sich ein ganzer Industriezweig entwickelt, der Armbänder, Schuhe und leitfähige Bodenbeläge herstellt, die die Produzenten elektronischer Geräte weithin nutzen. Diese Maßnahmen sollen möglicherweise schädigende Ladungen ableiten.


Ein Finger nähert sich dem Türknauf – das löst hier eine elektrostatische Entladung aus.

In der Kabelindustrie müssen Sie das gesamte Kabelsystem in jedem Haushalt erden und abschirmen, damit von außen einwirkende elektromagnetische Signale und Felder die Kabelübertragung nicht stören. Auf diese Weise verhelfen Sie dem Fernsehzuschauer zu einem perfekten Signal und zu einem klaren Bild; außerdem verhindern Sie dadurch, dass Signale aus dem Kabelsystem nach außen dringen und möglicherweise den Polizeifunk oder Übertragungen von Fernsehsendern stören. Das Kabel besteht aus einem inneren Kupferleiter, einer Isolierschicht und einer äußeren Abschirmung. Die Abschirmung ist elektrisch mit der Erde verbunden. Sie ist geerdet, sodass die Erde entweder Elektronen abgeben oder aufnehmen kann und Beschädigungen durch elektrische Ladungen verhindert. Das komplette Kabelsystem muss geerdet sein und auf dem gleichen elektrischen Potenzial gehalten werden wie die Erdoberfläche.

Der Beginn eines Abenteuers

Damals wusste ich noch wenig, doch mein Leben sollte bald darauf eine neue und völlig unterwartete Wendung nehmen, die mich praktisch voll und ganz in Anspruch nehmen sollte. Das ist jetzt, ein Dutzend Jahre später, immer noch so.

Es begann alles ganz unschuldig mit einer einzigen einfachen Frage: Könnte es sich auf unsere Gesundheit auswirken, dass wir alle Schuhe mit Gummi- oder Kunststoffsohlen tragen und uns dadurch von der Erde isolieren? Damals interessierte ich mich besonders für das Thema Gesundheit, weil ich seit einer Operation einige Jahre zuvor ständig Rückenschmerzen hatte. Ich schlief nie gut. In dieser Zeit nahm ich das Medikament Advil, um nachts besser zu schlafen; und morgens nahm ich Advil, um aus dem Bett und durch den Tag zu kommen. Je nachdem, wie stark die Schmerzen waren, nahm ich noch andere Schmerzmittel.

Ich wusste, dass der Körper ein elektrischer Leiter ist. Man braucht nichts über Elektrizität zu wissen, um diese einfache Tatsache zu verstehen. Gehen Sie einfach an einem sehr trockenen Tag an einen Türknauf, dann sehen oder spüren Sie jedes Mal einen Funkenüberschlag. Eine statische Aufladung kann sich an unserem Körper immer wieder aufbauen, zum Beispiel wenn wir auf mit Stoff bezogenen Möbeln sitzen oder über Teppiche laufen.

Ein erstaunliches Experiment

Als ich also dasaß und die vorbeilaufenden Füße beobachtete, fiel mir auf, dass die meisten Menschen, zumindest in den Industrienationen, wenig oder keinen Kontakt zum Boden hatten. In anderen Teilen der Welt, etwa in den Tropen, in Asien, Afrika und Südamerika, läuft die Landbevölkerung barfuß und schläft oft auf der Erde. Diese Menschen sind „geerdet“.

Ich beschloss, eine Antwort auf die Frage zu suchen, die ich mir selbst gestellt hatte. Ich ging zurück in meine Mietwohnung und holte meinen Spannungsmesser hervor. (Ein Spannungsmesser ist ein Gerät, das die elektrischen Potenzialunterschiede zwischen der Erde und einem beliebigen elektrischen Gegenstand misst oder zwischen zwei beliebigen Punkten in einem elektrischen Schaltkreis.) Ich schloss ein etwa 15 Meter langes Kabel an das Messgerät an, legte das Kabel durch die Wohnzimmertür hinaus ins Freie und verband es dort mit einem einfachen Erdungsstab, den ich in die Erde steckte. Dann lief ich in der Wohnung umher und maß die elektrischen Ladungen, die sich an meinem Körper aufbauten, weil ich vom Erdboden isoliert war. Die statische Elektrizität ließ sich leicht messen, denn sie veränderte sich mit jedem Schritt, den ich ging.

Am interessantesten fand ich das Ausmaß der Ladungen (in Volt), die elektromagnetische Felder (EMFs) meinem Körper zuführten. Wenn ich auf eine Lampe zuging, erhöhte sich die Voltzahl. Trat ich wieder einen Schritt zurück, dann sank sie. Ich testete das mit allen Elektrogeräten im Wohnzimmer und in der Küche. Die einzigen Geräte, die keine EMF-Spannung in meinem Körper erzeugten, waren der Kühlschrank und mein Computer. Die waren geerdet. Dank meines Hintergrundes in der Kommunikationsindustrie leuchtete mir das sofort ein, denn wir mussten unsere ganze elektronische Ausrüstung erden, um einen schädlichen elektrischen Einfluss durch EMFs zu vermeiden.

Als Nächstes ging ich ins Schlafzimmer, legte mich auf mein Bett und stellte dort die höchste EMF-Spannung an meinem Körper fest. Das Schlafzimmer war der „elektrisch aktivste“ Bereich der Wohnung. Das Bett stand vor einer Wand, in der überall elektrische Leitungen verlegt waren. Ich fragte mich, ob diese elektrischen Felder mein Einschlafen beeinflussen könnten, denn Schlafen war für mich immer ein großes Problem gewesen.

Damit war meine Neugier geweckt. Am nächsten Tag ging ich in den Baumarkt und kaufte ein metallisiertes Klebeband, wie man es im Ofenbau verwendet. Ich klebte ein grobes „Gitter“ aus Klebeband auf das Bett. Dann befestigte ich an einem Ende des Klebebandgitters eine Krokodilklemme. Diese verband ich mit einem elektrischen Kabel, legte dieses durch das Fenster hinaus und befestigte es an einem anderen Erdungsstab, ähnlich dem, an den ich den Spannungsmesser angeschlossen hatte. Anschließend legte ich mich auf das Klebebandgitter und stellte fest, dass das Messgerät fast 0 anzeigte; das bedeutete, dass ich „synchronisiert“ war, also in elektrotechnischer Hinsicht im gleichen Zustand, wie wenn ich direkt auf der Erde läge. Wie alle Kabelsysteme, die ich früher installiert hatte, war ich jetzt körperlich geerdet. Da lag ich nun, spielte mit dem Spannungsmesser herum … und als Nächstes bemerkte ich, dass es Morgen war! Ich war mit dem Spannungsmesser auf meiner Brust eingeschlafen. Ich hatte keine Schlaftabletten gebraucht. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich tief und fest geschlafen und mich die ganze Nacht hindurch kaum bewegt.

„Wow, das ist faszinierend“, sagte ich mir. Es war etwas Interessantes geschehen, doch ich erfasste seine Bedeutung noch nicht ganz. Deshalb wiederholte ich diesen Selbstversuch in der nächsten Nacht. Ich schlief ohne eine Tablette ein. Das Gleiche geschah in der nächsten Nacht, in der Nacht darauf und in der dann folgenden ...

Auf der Suche nach Antworten

Nach weiteren Tagen und Nächten dieser Art erzählte ich ein paar Freunden davon und fragte sie, ob ich ein ähnliches provisorisches Gitter aus metallisiertem Klebeband in ihren Betten anbringen dürfe. So begann ich, Menschen zu „erden“. Ich war noch ziemlich ahnungslos. Ein Bekannter, den ich erdete, sagte mir: „Weißt du, irgendetwas geht hier vor. Meine Arthritisschmerzen nehmen ab.“ Ich dachte nicht weiter über seine Worte nach, doch einige Tage später merkte ich, dass meine eigenen starken chronischen Schmerzen nachgelassen hatten. Ich brauchte keine Schmerzmittel mehr. Auch fühlte ich mich insgesamt wesentlich besser.

Ich hatte damals keine Ahnung von Biologie. Ich wusste nicht, wie die Nerven oder Muskeln arbeiteten, doch mir dämmerte etwas. Und zwar kam mir der Gedanke, es könne eine Analogie zwischen dem menschlichen Körper und dem Kabelfernsehen geben. Durch ein Kabel fließen Hunderte von Informationskanälen. Ähnlich finden sich im Körper zahllose Nerven, Blutgefäße und andere Gefäße, die elektrische Signale leiten. Wenn der Körper geerdet ist, so dachte ich, verhindert diese Erdung vielleicht das Eindringen von „Rauschen“, das wären hier elektrische Störungen aus der Umgebung, die den inneren Kreislauf stören könnten. Auf einfache Art und Weise verstand ich, dass sich der Körper ohne Kontakt mit der Erde ständig mit elektromagnetischen Feldern und statischer Elektrizität auflädt, sei es im Schlafzimmer oder im Büro oder wo auch immer. Im geerdeten Zustand hat man keine Ladung. Wenn ich mich selbst oder meine Freunde erdete, verschwanden die Ladungen und wir konnten alle besser schlafen und fühlten uns wohler.

Nachdem ich ein halbes Dutzend Personen geerdet hatte und diese ständig besser schliefen und weniger Schmerzen hatten, geriet ich regelrecht in einen Rausch. Ich wurde immer aufgeregter und kam zu dem Schluss: Ich hatte eine großartige Entdeckung gemacht. Ich sagte mir: Das ist etwas sehr, sehr Reales, das weiter erforscht werden muss.

Ich suchte überall, fand aber nirgends Informationen über Erden und Gesundheit. 1999 war das Internet bei Weitem noch nicht das Informationsuniversum, das es heute ist. Es war noch ziemlich neu und ich fand dort nichts. Ich probierte es in den Bibliotheken der hervorragenden medizinischen Universitäten in Arizona, doch auch dort fand ich nichts. Es gab dort ein paar folkloristische Anekdoten über amerikanische Ureinwohner. Ich erinnerte mich an meine Kindheit in Montana, als viele meiner Freunde aus dem Indianerreservat kamen. Besonders lebhaft war mir eine Begebenheit in Erinnerung, als die Schwester eines Freundes schlimm an Scharlach erkrankte. Sie war sehr krank. Ihr Großvater hob eine Vertiefung in der Erde aus und legte das Mädchen hinein. In der Nähe der Vertiefung zündete er ein Feuer an, damit sie es warm hatte, und saß einige Tage neben ihr, während das Mädchen meistens schlief. Danach ging es ihr viel besser.

Mir fiel auch ein, dass ich eines Tages mit einem meiner Freunde nach der Schule zu ihm nach Hause ging und seine Mutter ihn ermahnte, seine Schuhe auszuziehen. „Die machen dich krank“, sagte sie. Damals kam mir das alles sehr seltsam vor, doch ich wusste auch noch, dass das Meiste, was die amerikanischen Ureinwohner machten, sich stark von dem unterschied, was mir als normal beigebracht wurde. Später erkannte ich, dass es immer einen Grund dafür gab, der auf einem viel umfassenderen Wissen über die Natur beruhte, als es mir jemals vermittelt worden war.

Ich fand Informationen über Barfuß-Enthusiasten, die sich schon lange dafür einsetzen, ohne Schuhe herumzulaufen, weil es ihnen dann besser ging. Einige Begeisterte haben Organisationen gegründet, etwa die weltweite Society for Barefoot Living, die die Vorzüge davon propagiert, die Schuhe und Strümpfe auszuziehen und natürlich auf der Erde zu laufen. Ihre Erfahrungen sowie medizinische Untersuchungen auf dem Gebiet der Biomechanik legen nahe, dass viele Fuß- und Rückenprobleme teilweise von den Belastungen durch das Schuhetragen herrühren. Denn Schuhe zwingen uns, auf eine Art und Weise zu stehen und uns zu bewegen, für die der menschliche Körper nicht angelegt ist. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür scheint der Erfolg der Läufer zu sein, die barfuß laufen. Der beschuhte Fuß könnte die hohe Verletzungsrate nordamerikanischer Läufer erklären, im Gegensatz zur extrem niedrigen laufspezifischen Verletzungshäufigkeit der Bevölkerungsgruppen, die barfuß laufen. Beispielsweise haben Forscher weniger Belastung für die Gelenke festgestellt, weniger plantare Fasziitis (Reizung oder Entzündung der Fersensehne) und weniger Schienbeinkantensyndrome. Doch das war nicht wirklich die Information, nach der ich suchte.

Durchaus einiges Material fand ich über elektrostatische Entladung und darüber, wie Menschen, die an Computerkomponenten und elektronischen Chips arbeiteten, geerdet werden mussten, damit sie die Bauelemente nicht mit elektrischer Ladung beschädigten. Doch das war es auch nicht. Ich musste weitersuchen.

Ich wollte auch wissen, ob irgendeine Möglichkeit bestand, dass das „geerdete“ Schlafen, wie ich es nannte, schaden könnte. Elektronikfachleute versicherten mir, das Konzept sei vollkommen sicher. Wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie feststellen: Der geerdete Zustand war schon immer der natürliche Zustand lebender Systeme. Unnatürlich ist die Trennung von der Erde.

Außer diesen paar Punkten entdeckte ich jedoch nirgends konkrete Informationen darüber, wie sich ein Defizit an natürlicher Erdung auf die Gesundheit auswirken kann.


Kapitel 4
Clinton Ober: Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Bestätigung

N

ach meiner Entdeckung fand ich mich – emotional gesehen – auf einer Achterbahnfahrt wieder: Ich kam zunächst zu dem Schluss, dass niemand in Vergangenheit und Gegenwart den Zusammenhang zwischen Erden und Gesundheit untersucht hatte. Ich fand keinerlei sachdienliche Informationen. Als mir klar wurde, dass niemand anders etwas davon wusste, empfand ich das als den besten Tag meines Lebens; ich hatte etwas Bedeutsames entdeckt, womit ich der Gesellschaft sehr helfen konnte. Ich hatte meine Mission, meine Lebensaufgabe gefunden. Und ich war der Einzige, der etwas darüber wusste. Doch diese Euphorie hielt nicht lange an. Vielleicht ist das immer so bei Entdeckungen: Selbstzweifel beginnen sich einzuschleichen, weil man mit einer wichtigen Erkenntnis oder einem Durchbruch allein dasteht, bevor andere die neue Idee akzeptieren.

In meinem Fall hielten alle, mit denen ich sprach, mich für verrückt. Niemand nahm mich ernst. Niemand wusste etwas. Mein Enthusiasmus stieß immer wieder auf blanke Gleichgültigkeit oder auf negative Reaktionen. Wer außer mir sagte denn noch, dass das so sei? Die Menschen wollten harte Fakten. Sie wollten Wissenschaft. Ich war nur ein „Ex-Kabeltyp“, der davon sprach, wie der Erdboden ihre Schmerzen reduzieren und ihnen zu besserem Schlaf verhelfen konnte. Was wusste ich schon? Welche Referenzen hatte ich?

Deshalb erlebte ich kurz nach dem besten Tag meines Lebens den schlimmsten: Eines Tages im Jahr 1999 war ich völlig deprimiert – aber dann saß ich mit einem Mann, den ich geerdet hatte, im Gespräch zusammen. Er erzählte mir, wie gut es ihm gehe und wie sehr sein Leben sich verändert habe. Als ich ihm zuhörte, entzündete sich in mir wieder der Funke und meine Stimmung besserte sich. Ich sagte zu ihm: „Mir geht es davon auch gut. Und andere Leute sagen mir das Gleiche. Es ist real. Ich denke mir nichts aus. Da gibt es kein Wenn und Aber. Ich muss nur noch die Antworten finden.“

Mit neuer Entschlossenheit packte ich meine Sachen und fuhr mit meinem Wohnmobil nach Kalifornien, wie ein Amateurdetektiv, der versucht, ein Geheimnis zu lüften. Ich stellte mir vor, dort ein paar Monate zu bleiben, und hoffte, auf echte Sachkenntnis zu stoßen, die ich nutzen könnte. Auch wollte ich ein paar Leute kennenlernen, die mir mehr darüber beibringen konnten, oder herausfinden, wie ich das alles in Zahlen ausdrücken könnte.

Als Fremder in einem fremden Land

Zuerst versuchte ich, das Interesse von Schlafforschern in Südkalifornien zu wecken. Ich führte Telefonate und klopfte an Türen. Ich stellte mich als jemanden aus der Elektrobranche vor, der interessante Beobachtungen zu Schlaf und Schmerzen gemacht habe. Ich sagte, ich hätte außergewöhnliche Ergebnisse erzielt und wünschte mir, dass Fachleute meine Beobachtungen bestätigten.

Auf der Suche nach Sachkenntnis fühlte ich mich wie der Held in Robert Heinleins altem Science-Fiction-Klassiker Fremder in einer fremden Welt. Ich kam mir vor wie auf einem anderen Planeten. Ich sprach ihre Sprache nicht, sie sprachen meine nicht.

Malen Sie sich aus, wie ich mich fühlte, wenn ich das Büro eines Wissenschaftlers oder die Praxis eines Arztes betrat – falls ich überhaupt so weit kam. Die Wände dort waren dekoriert mit Auszeichnungen und Diplomen. Das waren Menschen, die Jahre darauf verwandt hatten, Fachleute auf ihrem Gebiet zu werden. Und da kam ich daher ohne irgendeine formale Ausbildung auf diesem Gebiet. Die Experten verwendeten Fachbegriffe, die ich nie gehört hatte. Wenn ich das Gespräch auf Konzepte der Elektrotechnik lenkte, die ich verstand – wie Spannung, elektrische Felder, Erdung, positive und negative Ladungen im Körper –, dann waren sie ungefähr so ahnungslos wie ich, wenn sie über das sprachen, was sie wussten.

Doch die Kommunikation war nur ein Problem. Ein anderes war, dass die meisten Wissenschaftler oder Ärzte keinerlei Interesse daran hatten, sich auf etwas einzulassen oder ihren Namen für etwas so Abwegiges herzugeben, etwas ohne wissenschaftlichen Hintergrund oder Legitimation.

Ein Wissenschaftler lehnte sich zurück und lachte mir ins Gesicht. Er fragte mich, ob ich erwartete, er solle glauben, dass es den Schmerz reduziere, wenn ­jemand einen Nagel in den Erdboden stecke und ihn mit einer Eisenauflage auf dem Bett verbinde, auf dem er dann schlafe. Er sagte, das würde er nicht einmal glauben, wenn es im New England Journal of Medicine stünde.

Ein Arzt fragte mich: Selbst wenn das, was ich sagte, wahr wäre, warum solle er seinen Patienten raten, ihre Schuhe auszuziehen und kostenlos gesund zu werden?

Ein weiterer erklärte, ich solle ihm erst alle veröffentlichten Untersuchungen zum Thema Erdung des Körpers zukommen lassen, dann werde er sich das Ganze einmal ansehen. Als ich erwiderte, es gebe keine Untersuchungen, deshalb käme ich auf ihn zu, riet er mir, wiederzukommen, wenn jemand die Wirksamkeit des Erdens bestätigt habe.

Ein Forscher fragte mich ganz amüsiert, ob ich überhaupt eine Vorstellung davon habe, was Forschung koste. Er klärte mich auf, es werde fünf Jahre dauern und fünf Millionen Dollar kosten, eine solide wissenschaftliche Untersuchung auf die Beine zu stellen und zu veröffentlichen – wenn es überhaupt dazu komme.

Die meisten Fachleute, mit denen ich sprach, waren höflich, doch niemand hatte Interesse. Sie schickten mich weiter und wünschten mir viel Glück. Da beschloss ich, die erste Studie selbst durchzuführen.

Wie ich den Ball ins Rollen brachte

Dennoch war noch nicht alles verloren. An einer Universitätsklinik gelang es mir, mit ein paar freundlichen Studenten ins Gespräch zu kommen. Sie erklärten sich bereit, mich zu beraten, wie man eine Studie durchführt – davon hatte ich ja keine Ahnung. Ein Punkt, den ich herausbekommen musste, war der, wie ich die Leute lange genug erden konnte, um messbare Ergebnisse zu erzielen. Die Menschen sind ja heute in der Regel ständig auf Achse und beschäftigt.

Da kam ich wieder auf meine eigene Erfahrung zurück: Die einzige Möglichkeit, diese Untersuchung durchzuführen – so erkannte ich –, war die, das über Nacht zu machen, wenn die Testpersonen im Bett lagen und schliefen. Das ist die einzige Zeit, in der die meisten Menschen zur Ruhe kommen. Das erschien mir als das praktikabelste Vorgehen, um eine Messung durchzuführen. Irgendeine Art von Bettauflage schien das beste Hilfsmittel zu sein. Doch dafür musste ich etwas Stabileres entwickeln als das Gitter aus metallisiertem Klebeband, das ich für mich selbst und meine Freunde benutzte.

Ich nahm mit einer Firma Kontakt auf, die ESD-Schutzausrüstung für die Elektronikindustrie herstellte. [ESD = elektrostatische Entladung] Ich ließ spezielle leitfähige Fasermaterialien herstellen, die ich dann mit einer 30 mal 50 Zentimeter großen Wollfilzunterlage verband. Die Versuchspersonen sollten direkt auf dieser Unterlage schlafen, die auf ihrem Bett lag. An jeder Unterlage befestigte ich einen metallenen Druckknopf, sodass ich die Unterlage mit einem Kabel verbinden konnte, das nach draußen führte, zu einem Erdungsstab, der außerhalb des Schlafzimmerfensters in der Erde steckte. Nun hatte ich also die Unterlage, jetzt brauchte ich noch Versuchsteilnehmer.

Wie Sie sich vorstellen können, wollte mir kein Arzt Patienten für meine kleine Untersuchung „ausleihen“. Ich war auf mich gestellt und bekam die Inspiration, wie ich an Freiwillige kommen könnte, als ich eines Tages beim Friseur saß. Die Kunden redeten über ihre Gesundheitsprobleme. Ein Friseursalon oder ein Kosmetikstudio wäre eine gute Möglichkeit, an Freiwillige zu kommen, so malte ich mir aus. Ich überzeugte die Inhaberin, das Erden erst selbst auszuprobieren, und stellte ihr eine geerdete Bettauflage zur Verfügung. Ihre Reaktion war positiv: Sie schlief besser. Begeistert motivierte sie einige ihrer Kunden, sich an der Studie zu beteiligen. Andere Versuchspersonen fand ich, indem ich Flyer in zehn Friseursalons in Ventura (Kalifornien) auslegte, wo ich damals lebte.

Eine Frau, die sich meldete, war Krankenschwester. Sie war mir eine große Hilfe, denn sie ebnete mir den Weg, sodass ich in die Wohnungen dieser Menschen, die mir ja fremd waren, gehen konnte. Dort konnte ich die Bettauflagen erklären, legte sie tatsächlich in die Betten und verband sie mit einfachen Erdungsstäben, die ich jeweils vor dem Schlafzimmerfenster in die Erde steckte. Ich machte also nicht gerade einen normalen „Hausbesuch“. Letztlich konnte ich 60 Personen mit Schlafstörungen und Gelenk- oder Muskelschmerzen zum Mitmachen bewegen (38 Frauen und 22 Männer).

Dank der Ratschläge der Studenten teilte ich die Versuchspersonen in zwei Gruppen ein. Die eine Hälfte schlief auf Unterlagen, die geerdet waren. Die andere Hälfte schlief als Vergleichsgruppe auf Unterlagen, die genauso aussahen und mit Erdungsstäben verbunden waren, doch ich fügte hier ein Isolierstück ein, um die Leitfähigkeit zu unterbinden. Die Teilnehmer wussten nicht, ob sie tatsächlich geerdet waren oder nicht. Das wusste nur ich.

Während des 30 Tage dauernden Experiments stand die Krankenschwester mit den Teilnehmern in Kontakt und sammelte die Daten. Dann dokumentierten wir das Experiment als „Studie mit anekdotischen Evidenzen“ und veröffentlichten diese auf ESD, einem Online-Journal, das Artikel, Fachaufsätze, Nachrichtenmeldungen und Buchrezensionen zum Thema Elektrostatik anbietet.

Die Ergebnisse waren außergewöhnlich. Folgendes fanden wir beim Vergleich zwischen der geerdeten und der nicht geerdeten Gruppe heraus:

• 85 Prozent der geerdeten Personen schliefen schneller ein.

• 93 Prozent gaben an, die ganze Nacht hindurch besser zu schlafen.

• Bei 82 Prozent gingen Muskelverhärtungen signifikant zurück.

• Bei 74 Prozent ließen chronische Rücken- und Gelenkschmerzen nach oder verschwanden ganz.

• Zu 100 Prozent gaben die Teilnehmer an, sie fühlten sich morgens beim Aufwachen besser ausgeruht.

• 78 Prozent bezeichneten ihren allgemeinen Gesundheitszustand als besser.

Mehrere Versuchspersonen gaben an, andere Erkrankungen hätten sich unerwartet, aber signifikant verbessert, nämlich Asthma und Atemwegserkrankungen, rheumatoide Arthritis, Bluthochdruck, Schlafapnoe und das prämenstruelle Syndrom (PMS). Auch Hitzewallungen ließen nach.

Die Entdeckung des „magischen Schmerzpflasters“

Eine Versuchsteilnehmerin hatte so starke rheumatoide Arthritis in den Arm- und Handgelenken, dass diese bereits deformiert waren; außerdem fiel ihr das Gehen schwer. Ich wollte messen, wie viel elektrische Ladung sie in ihrem Schlafzimmer an ihrem Körper hatte, und bat sie, ein kleines Testgerät in die Hand zu nehmen. Das konnte sie nicht, ihre Arthritis war zu schlimm und zu schmerzhaft. Um diese Testung dennoch durchzuführen, klebte ich ein Elektrodenpflaster – wie es die Ärzte beim EKG benutzen – an ihren Unterarm und verband es mittels einer Krokodilklemme mit dem Erdungskabel, das in ihr Schlafzimmer führte. Um die Unterschiede in der Ladung zwischen geerdetem und ungeerdetem Zustand am Körper abzulesen, trennte und verband ich abwechselnd das Erdungskabel und das Elektrodenpflaster an ihrem Arm. Nachdem wir uns fünf oder zehn Minuten lang unterhalten hatten, während ich die Bettauflage einsatzbereit machte und sie an das Erdungskabel angeschlossen war, sagte die Frau, die Schmerzen in ihrem Arm hätten beträchtlich nachgelassen. Ich glaubte ihr nicht, doch ich tat, worum sie mich gebeten hatte, und klebte das Pflaster auf ihren anderen Arm. Minuten später teilte sie mir mit, dass auch in diesem Arm die Schmerzen deutlich zurückgegangen seien.

Nachdem ich von ihr weggegangen war, rief ich sofort mehrere Bekannte an, die, wie ich wusste, Arthritis oder andere schmerzhafte Erkrankungen hatten, und klebte ihnen Elektrodenpflaster auf, die ich per Kabel mit einem Erdungsstab verband. Ich wollte herausfinden, ob ich so ein merkliches Nachlassen lokalisierten Schmerzes wiederholen könne. Erstaunlicherweise gaben ausnahmslos alle Bekannten an, ihre Schmerzen hätten sich rasch gebessert. Ein Paar bezeichnete das Pflaster als das „magische Schmerzpflaster“. Damals entdeckte ich, dass lokalisiertes Erden des Körpers auf diese Art und Weise örtlichen Schmerz rasch und deutlich reduzieren kann. Das wirkte etwa so, wie wenn man Wasser auf Feuer gießt.

Jetzt war ich wirklich begeistert und fühlte mich ermutigt. Doch nach wie vor nahmen die Wissenschaftler mich in den Gesprächen nicht ernst. Meine Studentenfreunde rieten mir, noch viel mehr aussagekräftige Informationen zu sammeln, um das Konzept zu untermauern. Anekdotische Evidenzen reichten nicht aus, so sagten sie, und hielten einer exakten wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.

Wie ich die Entdeckung weiterentwickelte

Anfangs betrachtete ich die positiven Wirkungen, die ich beobachtete, als Folge davon, dass statische Elektrizität vom Körper abgeleitet und/oder der Körper von den elektrischen Feldern der Umgebung abgeschirmt wurde. Diese Annahme erwies sich als absolut richtig, erklärte die guten Resultate aber nur teilweise.

Wenn ich die Erdungssysteme für die erste Studie in den Häusern und Wohnungen der Menschen installierte, maß ich immer ihre Körperspannung, während sie im Bett lagen; ich maß sowohl, bevor ich die Erdungsauflage auf das Bett legte, als auch danach. Wenn ich bei manchen Menschen eine extrem hohe Körperspannung maß, dachte ich bei mir, dass ich da besonders gute Ergebnisse erzielen würde.

Eines Tages „arbeitete“ ich mit einem Freiwilligen, einem 65-jährigen Mann, der über chronische Schmerzen und Schlafstörungen klagte. Er hatte keine Elektrogeräte in der Nähe seines Betts. Der Fußboten war aus reinem Beton. Seine Spannung lag fast bei Null. Angesichts dieser niedrigen Spannung würden wir bei ihm keine Wirkung erzielen, so glaubte ich. Doch letztlich war sein Feedback so gut wie das der stärker „spannungsgeladenen“ Versuchspersonen.

Er gab damit den ersten Hinweis darauf, dass schon das Erden allein zu den Ergebnissen führte, die ich selbst erlebt und bei anderen beobachtet hatte. Diese Erkenntnis ließ mich innehalten und brachte mich zum Nachdenken: Nun musste ich so viel wie möglich über die elektrischen Eigenschaften der Erde in Erfahrung bringen!

Ich fand beispielsweise heraus: Die elektrische Oberfläche der Erde ist immer negativ, das bedeutet, dass die Oberfläche voll freier Elektronen ist. Sie können sich bewegen und eine positive Ladung reduzieren. In der Natur ist der Blitzschlag das Paradebeispiel dafür, wie eine negative Ladung eine positive Ladung reduziert.

Wenn das Erden bei Menschen chronische Schmerzen linderte, dann hieß das für mich, dass ihr Schmerz vielleicht mit positiver Ladung zusammenhing. Daraufhin begann ich, Menschen in einer Umgebung mit einem schwachen elektrischen Feld und ohne elektrisches Feld zu erden, um diese Beobachtung zu wiederholen und zu bestätigen, dass allein das Erden die Schmerzen reduzierte. Die Resultate waren widerspruchsfrei: Erden verringerte Schmerzen, völlig unabhängig von der elektrischen Umgebung. Erst viel später erkannte ich den Zusammenhang zwischen chronischem Schmerz und Entzündungen sowie die Rolle der Elektronen.

Die Regulierung des Stresshormons

Als die erste Studie veröffentlicht wurde, löste sie bei Forschern und im Gesundheitswesen Tätigen große Aufregung aus, weil diese sich Sorgen machten wegen der Gesundheitsrisiken, die von elektrischen Feldern in der Umgebung aus­gehen können. Einer von ihnen war Maurice Ghaly aus Südkalifornien, ein ­Anästhesist im Ruhestand, der sich für die Forschung zu elektrischen Feldern interessierte. Ich teilte ihm mit, was ich bis dahin in Erfahrung gebracht hatte. Er lehnte meine Theorie rundweg ab. Doch er sagte, er werde mich gern widerlegen. Für ihn ergab es keinen Sinn, dass das Erden die Wirkung haben sollte, die ich ihm zuschrieb.

Dr. Ghaly entschloss sich zu einer Pilotstudie. Er wollte einige Wochen lang die Kortisolausschüttung der Teilnehmer im Tagesverlauf messen, bevor sie geerdet schliefen, und hinterher erneut. Kortisol ist als „Stresshormon“ bekannt. Wenn Sie sich sorgen, ängstigen oder beunruhigt sind, steigt Ihr Kortisolspiegel. Dieser Anstieg regt den Ast des autonomen Nervensystems an, der als Sympathikus bezeichnet wird. Ihr Körper wechselt in einen wachsamen Zustand über, er ist, wenn nötig, bereit zu kämpfen oder zu fliehen; er wechselt in den sogenannten Kampf-oder-Flucht-Modus.

Nach dieser Phase der erhöhten Reaktionsbereitschaft sinkt der Hormonspiegel wieder und die Spannung lässt nach. Ein Leben in Dauerstress – aufgrund üblicher Faktoren wie finanzielle Probleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder in der Beziehung – lässt Ihren Kortisolwert ebenfalls ansteigen und hält ihn hoch, das heißt, der Sympathikus arbeitet im Körper auf Hochtouren. In unserer Zeit ist ein dauerhaft hoher Wert ein klassischer Indikator für Stress und trägt bekanntermaßen zu vielen Gesundheitsproblemen bei, etwa zu Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwäche des Immunsystems, Autoimmunerkrankungen, Stimmungsschwankungen oder Unregelmäßigkeiten im Blutzucker. Derartiger Stress fördert auch Entzündungen im Körper.

Meine erste Studie war subjektiv gewesen, sie beruhte auf dem Feedback der Menschen, die ich geerdet hatte. Diesmal wollten wir eine Substanz messen, die der Körper produziert, und somit objektiv messen, wie sich Erden auf den Körper auswirkt. Wissenschaftlich gesehen war das ein großer Schritt vorwärts. Für diese Studie brauchte ich etwas, was noch besser hielt als die bisherige Bettauflage. Deshalb entwickelte ich eine stabilere Auflage, die über die ganze Matratze passte.

Wir warben zwölf Versuchspersonen an, die über Schlafprobleme, Schmerzen und Stress klagten. Sie schliefen acht Wochen lang auf den Erdungsunterlagen, die ich entwickelt hatte. Direkt vor Beginn der Studie und dann noch einmal, nachdem drei Viertel der Zeit vergangen waren, ermittelten wir mit einem standardisierten Speicheltest im Abstand von vier Stunden die Kortisolwerte der einzelnen Teilnehmer an dem jeweiligen Tag. Außerdem gaben die Teilnehmer während des gesamten Experiments täglich Auskunft über ihr Befinden.

Diese Untersuchung wurde 2004 in einer Ausgabe des Journal of Alternative and Complementary Medicine veröffentlicht. Die Schlussfolgerung war signifikant: Das Erden während des Schlafs bringt die Kortisolausschüttung wieder in Einklang mit ihrem normalen, natürlichen Rhythmus – die höchste Ausschüttung ist morgens um 8 Uhr, die geringste um Mitternacht. In der Abbildung ­sehen Sie das deutlich verbesserte Kortisolprofil der Gruppe in ­einer Grafik dargestellt.


Kortisolwerte vor und nach dem Erden Bei nicht gestressten Menschen hält sich die normale Kortisolausschüttung innerhalb von 24 Stunden an ein vorhersagbares Muster – am niedrigsten ist sie um Mitternacht und am höchsten um 8 Uhr morgens (Grafik A). Die Aufzeichnung vor dem Erden (Grafik B) zeigt höchst unterschiedliche Muster der Versuchsteilnehmer. In Grafik C sieht man die veränderten Muster der Teilnehmer nach dem Erden, die eine signifikante Stabilisierung der Kortisolwerte zeigen. Bei sieben Versuchspersonen wurde ein Rückgang der nächtlichen Kortisolausschüttung festgestellt, die anfangs hoch bis außerhalb des Messbereichs war; der Rückgang betrug durchschnittlich 53,7 Prozent. Bei sechs Teilnehmern stieg der Wert um 8 Uhr morgens um 34,3 Prozent auf den Normalwert an; und bei zwei Personen mit abnorm hohen Werten um 8 Uhr morgens sank der Wert um durchschnittlich 38 Prozent. (Zahlen nach The Journal of Alternative and Complementary Medicine, 2004)

Subjektiv gaben die Teilnehmer an, sie schliefen besser und hätten weniger Schmerzen und Stress. Noch eindrucksvoller war die Tatsache, dass die Verbesserungen oft innerhalb der ersten Tage eintraten, in denen sie geerdet schliefen. Nachstehend eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

• Bei allen Versuchspersonen außer zweien normalisierte sich die Kortisolausschüttung und bei einer der Ausnahmen war sie schon vorher regelmäßig.

• Elf von zwölf Teilnehmern sagten, sie schliefen schneller ein.

• Alle zwölf Versuchspersonen sagten, sie wachten nachts seltener auf. (Von durchschnittlich 2,5-mal ging der Wert zurück auf 1,4-mal, das ist eine Abnahme um 44 Prozent.)

• Neun von zwölf sagten, sie fühlten sich frischer und weniger müde; sie hätten tagsüber mehr Energie; drei sagten, es habe sich nichts verändert.

• Von den elf Teilnehmern, die vor dem Erden sagten, ihre Schmerzen beeinträchtigten sie bei Alltagsaktivitäten, gaben sieben hinterher eine Verbesserung an, nur vier bemerkten keine Veränderung.

• Neun von zwölf erwähnten, ihr emotionaler Stress habe nachgelassen und sie würden weniger geplagt von Unruhe, Depression und Reizbarkeit; zwei sagten, es habe sich nichts verändert; eine Person sagte, der Stress habe sich verschlimmert.

• Sechs von sieben Teilnehmern berichteten, ihre Magen-Darm-Symptome seien besser geworden.

• Fünf von sechs Frauen, die vorher unter dem prämenstruellen Syndrom oder unter Hitzewallungen gelitten hatten, sagten, ihre Symptome hätten sich gebessert.

• Alle drei Teilnehmer mit Schmerzen im Kiefergelenk gaben an, ihre Beschwerden hätten nachgelassen.

Was Erdkontakt beim Schlafen bewirkt

Die Studie lieferte ein weiteres recht interessantes Ergebnis, das nicht veröffentlicht wurde, aber die vielfältigen Vorzüge des Erdens weiter unterstreicht. Bei acht unserer Versuchspersonen stieg das Melatonin zwischen 2 und 16 Prozent. Bei drei Personen änderte sich der Melatoninwert nicht, bei einer ging er um 6 Prozent zurück. Dieser Befund war faszinierend, denn Melatonin ist ein wichtiges Hormon, das den Schlaf-wach-Rhythmus und andere Körperrhythmen regulieren hilft; auch wirkt es stark antioxidativ und damit dem Krebs entgegen.

Schon seit meinen ersten Experimenten mit Earthing – hier meine ich meine eigenen ersten Erfahrungen – war die positive Wirkung auf den Schlaf deutlich spürbar. Und das ist doch immerhin bemerkenswert! Wir alle brauchen eine gute Regeneration, damit unser Körper sich selbst „reparieren“ und von den Tagesaktivitäten erholen kann. So ist es von Natur aus angelegt: Zyklen von Ruhepausen und Aktivität.

Seit ich beobachtete, dass das Erden die Menschen besser schlafen ließ, beschäftigte ich mich eingehender mit den Problemen des Schlafens. In der Zeitschrift Newsweek fand ich 2002 einen Artikel mit dem Titel „Auf der Suche nach Schlaf“, in dem es hieß, allein in den USA hätten ungefähr 70 Millionen Menschen Schlafprobleme. Mit „Ich kann nicht schlafen“ war die Titelgeschichte ­einer Business-Week-Ausgabe von 2004 überschrieben. Aus diesen und vielen anderen Artikeln zum Thema Schlaf aus der ganzen Welt wurde mir klar, dass guter Schlaf die Gesundheit ganz allgemein verbessert und dass schlechter Schlaf genau das Gegenteil bewirkt.

Ich erfuhr auch, dass Forscher in den 1970er-Jahren mehrere Verhaltensweisen ermittelt hatten, die sich positiv auf die Lebensdauer auswirkten. Schlaf stand an erster Stelle, gefolgt von Sport und Bewegung, regelmäßiger Einnahme eines Frühstücks und Verzicht auf Zwischenmahlzeiten. Später stellten Forscher fest, dass Schlafmangel das Bakterienwachstum begünstigen und ausreichender Schlaf das Bakterienwachstum verlangsamen könne. Erst kürzlich wurde festgestellt, dass schon leichter Schlafmangel Entzündungen im Körper Vorschub leistet. Schlafverlust, selbst wenn es nur wenige Stunden in der Nacht sind, scheint das Immunsystem dazu anzuregen, sich gegen gesunde Gewebe und Organe zu richten. Andere neue Untersuchungen legen nahe, dass Schlafdefizit auch zu wiederkehrenden Depressionen beitragen kann.

Bei meiner kontinuierlichen „Detektivarbeit“ brachte ich in Erfahrung: Seit Hans Selye, der Begründer der Stressmedizin, in den 1950er-Jahren die ersten Untersuchungen dazu durchführte, vermuten Forscher einen Zusammenhang zwischen aus dem natürlichen Gleichgewicht geratenen Kortisolwerten und entzündungsbedingten Schmerzen.

Mir wurde immer klarer, dass Earthing etwas ganz Besonderes war, was das Leben der Menschen in vielfältiger Weise verbessern konnte. Diese Vision ließ mich weitermachen, denn viele Male fühlte ich mich, ehrlich gesagt, überwältigt von den Herausforderungen, denen ich gegenüberstand; schließlich war ich ein Unbekannter ohne Titel vor dem Namen und ohne höhere Bildung – und als solcher wollte ich der Welt der Wissenschaft beweisen, dass meine völlig fremdartige Methode fundiert und zuverlässig war?

Von Problemen mit Betten, mit Partnern und mit der Mode

Meine erste Schlafstudie löste Begeisterung aus, als sie im Jahr 2000 veröffentlicht wurde. Ich wurde regelrecht verfolgt von Menschen, die Bettauflagen haben wollten. Mit einem Mal gab es eine große Nachfrage nach diesem vermeintlichen „Produkt“. Damals war mir das nicht bewusst, doch ich wurde gewissermaßen zum Entwickler von Bettauflagen für das Erden. Als ich später Vertreter aus der Welt des Sports erdete, wollten diese Sportler keine kompletten Bettauflagen. Da mussten sie zu viel mit sich herumschleppen. Sie wollten etwas zum Zusammenrollen, was sie in eine kleine Tasche stecken und auf die Reise mitnehmen konnten. Daraus entstand der „Erholungsschlafsack“: leitfähige Silberfasern, die in Baumwollbetttücher eingewebt waren, und diese wiederum waren wie ein Schlafsack zusammengenäht.

Diese Produkte entwickelte ich, weil Menschen, die vom Erden gehört hatten, danach fragten und weil ich selbst die wissenschaftliche Forschung vorantreiben wollte. Alles begann ganz provisorisch mit leitfähigem Klebeband und einem Verbindungskabel zu einem Erdungsstab. Das benutzte ich in Arizona selbst, das benutzten meine Freunde und andere Interessierte. Alles war provisorisch, nichts war technisch ausgefeilt.

Als sich das Ganze weiterentwickelte, wollten die Menschen einfach etwas Feineres. Einige wollten Bettlaken, deshalb nahm ich Gespräche mit Fachleuten aus der Textilindustrie auf. Zuerst versuchte ich es mit Polyester mit Karbonfäden. Doch niemand wollte Polyester, deshalb schwenkte ich um auf Baumwolle mit leitfähigen Silberfäden. Diese Entwicklung kostete über eine Million Dollar und nahm drei bis vier Jahre in Anspruch. Erst musste ich Hersteller finden, die bereit waren, sich mit etwas abzugeben, was für sie ein Ärgernis darstellte; dann mussten sie immer wieder testen. Alle diese Produkte waren Prototypen, die in der Herstellung sehr teuer waren und die ich größtenteils an Sportler, Ärzte, Versuchsteilnehmer und ihre Angehörigen verschenkte. Alles ging weg wie warme Semmeln. Ein Modell war weg, dann bestellte ich nach und bekam eine weitere Ladung neuer Materialien und gleich weitere Bestellungen und Nachfragen. Vorher hätte ich nicht einmal im Traum daran gedacht, dass ich einmal in der Bettenbranche tätig sein könnte ...

In diesen frühen Tagen bestellten viele Ärzte Produkte für ihre Patienten. Einer von ihnen rief mich an und fragte, ob ich so etwas wie eine „halbe Auflage“ hätte, ein Laken, das nicht das ganze Bett bedeckte. Ich erkundigte mich, warum er das wolle. Er erwähnte das „Partnerschaftsproblem“. Partnerschaftsproblem?

Folgendes lief ab: Wenn eine Frau eine Bettauflage bekam, regte sich der Mann auf und sagte, er wolle damit nichts zu tun haben, das sei nur Geldverschwendung. Wenn der Mann die Auflage mit nach Hause brachte, bezeichnete die Frau sie als verrückt und verbannte sie von ihrer Betthälfte.

Damals waren Laken mit möglichst hoher Fadenzahl in Mode. Der Hit waren Laken mit 300, 600, 1200 und dann 2400 Fäden. Je höher die Zahl, desto luxuriöser, weicher und feiner soll der Stoff sein. Diese Sicht fand sehr viel Zuspruch, doch einige Fachleute glauben, eine höhere Fadenanzahl bedeute lediglich einen höheren Preis.

Egal, ich verhedderte mich darin. Wenn Sie irgendetwas anderes als eine hohe Fadenzahl auf Ihrem Bett hatten, gingen Sie nicht mit der Mode. Dann mussten die Designfarben zur Inneneinrichtung und zum Farbgeschmack passen. In einer typischen Ehe kommt nichts ohne die Zustimmung der Frau aufs Bett. Man konnte also nicht einfach irgendetwas auf ein Bett legen – ganz egal, wie gut es für die Gesundheit war.

Ich wollte mich mit derartigen Nebensächlichkeiten eigentlich nicht abgeben. Eines Tages beschloss ich, ein halbes Laken anzubieten, das man am Fußende quer über das Bett legen konnte. Dann hatte man mit den Füßen Erdkontakt, etwa so, als ob man mit den Füßen die Erde berührte – das ist dann Ihre Barfußverbindung. Das halbe Laken konnte man aber auch der Länge nach auf eine Bettseite legen, wenn ein Partner nichts damit zu tun haben wollte.

Die halben Laken lösten viel von dem, was mir Kopfzerbrechen bereitet hatte, und reduzierten den Kummer vieler Menschen, die darauf schliefen.

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Yaş sınırı:
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372 s. 38 illüstrasyon
ISBN:
9783954840038
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