Kitabı oku: «Zu Gast in Kitzbühel»

Yazı tipi:


CONNY PIPAL, FOTOS JAN HETFLEISCH

ZU GAST IN
KITZBÜHEL

SEHNSUCHTSORTE, ORIGINALREZEPTE UND GEHEIMTIPPS



VORWORT

KITZBÜHEL

Kulinarischer Höhenflug am Horn, Alpenhaus

Alm-Menü zur Loungemusik, Berghaus Tirol

Die Bergstation im Stiegenhaus, Bichlalm

Wirt Walter fischt frischen Fisch, Bichlhof

Leseratten in der Gamsstadt, Bücherklause

Das schönste Wohnen wird Realität, Hagsteiner Immobilien

Gemüse auf der Streif, Die Hahnenkammbäuerin

Arnold Schwarzeneggers Apfelstrudl, Hahnenkammstüberl

Ein Küchenmeister namens Koch, Herbarium

Großmutters bestes Rezept, Il Gusto

Ein echtes Original, Kitzbühel Eyewear

Kleines, feines Schatzkämmerchen, Maurachhofladen

Echte österreichische Wirtshausküche, Mocking

Erinnerungen an damalige Zeiten, Museum Kitzbühel

Zwei Köche in der Küche, Neuwirt

Der Troubadour ist ein Hit, Hansi Hinterseer

Viel Stoff zum Träumen, Franz Prader

Mehlspeisen mit der besonderen Note, Café Praxmair

Viel Raum für Legenden, Sporthotel Reisch

Die jodelnde Wirtin, Rosi’s Sonnbergstuben

Plüschmaus spielt die Hauptrolle, Café Schatzi

Drei fesche Wirtinnen am Sprung, Seidlalm

Die kleine Schwester vom Bayerischen Hof, Hotel zur Tenne

Ian Fleming im Auftrag seiner Mutter, Tennerhof

Spiel, Satz und Sieg, Tennis in Kitzbühel

Im Herzen von Kitzbühel, Hotel Tiefenbrunner

Fruchtbares Kleinod, Villa Licht

Der Charme des Chaletstils, Vordergrub

Einmalige fünf Stuben, Weißer Hirsch

Hauben-Küche auf vier Rädern, Winklers Foodtruck

GEHEIMTIPPS

REITH

Eine umschwärmte Sumserei, Bioimker Foidl

Goldstaub und eine gute Fee, Kitzbühel Lodge

Fürstliches Mahl vorm Wilden Kaiser, Ritterstern

Wandschmuck aus aller Welt, s’Pfandl

GEHEIMTIPPS

AURACH

Das Alte in Ehren halten, Auwirt

Hier wohnt die Zufriedenheit, Backhäusl

Hut ab vor den drei Mützen, Branderhofstube

Filmreife Kulisse, Hallerwirt

GEHEIMTIPPS

JOCHBERG

Frische Fische ganz fidel, Alte Wacht

Bärige Paarhufer und flinke Flusskrebse, Bärenbadalm

Ganz Tirol auf dem Teller, Bärenbichl

Einkehren im Kuhstall, Bruggeralm

Andis schmackhafter Ideentopf, Schwarzer Adler

Lukullisches Viermäderlhaus, Steinberg

GEHEIMTIPPS

KOSTBARES RUND UM KITZBÜHEL

Ein magischer Hochgenuss, voller Poesie Esskultur

Ein Kraftplatz mit Weitblick, Jakobskreuz

Meisterlich ausgezeichnete Kulinarik, Restaurant Rosengarten

Gastfreundschaft seit über 400 Jahren, Stanglwirt

GEHEIMTIPPS

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IMPRESSUM

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Liebe Gäste in Kitzbühel!

VORWORT VON DR. KLAUS WINKLER

Bürgermeister der Stadt Kitzbühel

Kitzbühel ist eine Stadt mit jahrhundertlanger Tradition und besitzt seit 750 Jahren das Stadtrecht (1271). Dieses Recht wurde Kitzbühel mit Urkunde vom 6. Juni 1271 durch Herzog Ludwig II. dem Strengen von Bayern verliehen. Den ersten bedeutenden wirtschaftlichen Impuls erhielt Kitzbühel mit dem Bergbau. Bereits im frühen 15. Jahrhundert wurde mit dem Abbau von Silber und Kupfer begonnen, der sich bis Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem richtigen Bergbau-Boom entwickelte und Wohlstand in die Stadt und Region brachte. Der historische Stadtkern geht nicht zuletzt auf diese Zeit zurück.

Die zweite große Blüte erlebte Kitzbühel mit dem Beginn des Fremdenverkehrs und des Skisports im ausgehenden 19. Jahrhundert. Zu nennen ist hier vor allem Franz Reisch, der als Erster ein Paar Skier nach Kitzbühel brachte und mit seinen Pioniertaten großen Anteil zu der touristischen Entwicklung Kitzbühels beitrug.

Die Stadt Kitzbühel ist im Sommer idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wanderungen und Bergtouren. Im Winter bildet die Stadt das Zentrum eines großen Skigebiets. Die Lage der Stadt Kitzbühel am Fuße des Hahnenkamms und des Kitzbüheler Horns lässt den Blick auf eine einmalig schöne Bergwelt zu. Mit annähernd 900.000 Nächtigungen im Jahr ist die Region Kitzbühel heute eine Tourismusmetropole ersten Ranges, die ihre Gäste mit vielen größeren und kleineren Events und entsprechender Infrastruktur zu verwöhnen versteht.

Der Name Kitzbühel wird ja im Allgemeinen mit Sportveranstaltungen wie dem berühmten Hahnenkammrennen im Winter oder dem internationalen Tennisturnier im Sommer in Verbindung gebracht. Nicht vergessen möchte ich in dieser Aufzählung aber die Kultur. Die vielen hochkarätigen Kulturveranstaltungen, die ebenfalls das ganze Jahr über in Kitzbühel durchgeführt werden, blühen oft – zumeist unberechtigt – ein wenig im Verborgenen. Dabei war die Stadt Kitzbühel in ihrer 750-jährigen Geschichte immer auch ein guter Nährboden für bedeutende Kulturschaffende. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass in Kitzbühel ein breit gefächertes Spektrum an Veranstaltungen – verteilt über das ganze Jahr – angeboten wird.

Kitzbühel ist aber vor allem ein Ort, in dem der Begriff Gastfreundschaft nicht als Worthülse verstanden, sondern als Symbiose von GAST und FREUNDSCHAFT gelebt wird. In unserer Stadt und den umliegenden Bergen mit ihren traumhaften Ausblicken fühlt sich jeder Gast wohl. Sollten Sie Kitzbühel bisher noch nicht persönlich kennen, so hoffe ich, dass ich Ihnen unsere Stadt ein wenig schmackhaft machen konnte und wir Sie bald bei uns herzlich willkommen heißen dürfen.

VORWORT VON DR. VIKTORIA VEIDER-WALSER

Geschäftsführerin von Kitzbühel Tourismus

125 Jahre ist es her, seit unsere Pioniere den Grundstein für unser heutiges Kitzbühel gelegt haben. Auch die naturräumliche Schönheit, eingebettet zwischen dem markanten Kitzbüheler Horn und dem geschichtsträchtigen Hahnenkamm, wird wohl Seines dazu beigetragen haben, diesen Ort zu einem der bekanntesten alpinen Destinationen zu machen.

„Das Universum trifft sich in Kitzbühel“, heißt es, und doch präsentiert sich die Region auf eine unaufgeregt edle Art. Großevents und Rückzugsort, Prestige und Ursprünglichkeit, Naturnähe und Urbanität, Leistungssport und Savoir-vivre, die Geschichten von damals und der Zeitgeist von heute finden in Kitzbühel ihren Platz und ihre Daseinsberechtigung.

Die Region präsentiert sich dabei so facettenreich, dass es kein Leichtes ist, ihren besonderen Charme in Worte zu fassen. Umso mehr gebührt mein Dank Frau Prior-Callwey – ihr ist es gelungen, mit diesem Bildband einen gleichzeitig niveauvollen wie auch abwechslungsreichen Einblick in die Geschichten, Bilder und Menschen dort zu schaffen.

Lassen Sie sich inspirieren, von der Natur und Schönheit der Landschaft Kitzbühels. Spüren Sie den Spirit der quirligen, lebendigen Stadt mit ihrer malerischen Häuserkulisse. Lernen Sie die Menschen in Kitzbühel kennen, selbstbewusst, stark, der Tradition verbunden und gleichermaßen fortschrittlich wie weltoffen. Werte Leserinnen und Leser, freuen Sie sich auf wunderbare Momente in Kitzbühel, schließen Sie die Augen und spüren Sie nach.

Auf bald bei uns in Kitzbühel!


Kitzbühel

MÜSSTE MAN DIE BEIDEN BEGRIFFE „URBAN“ UND „TRADITIONELL“ GEOGRAFISCH AUF DEN PUNKT BRINGEN, DANN GIBT’S WOHL KEINEN ORT IN DIESER SCHÖPFUNG, DER DIES BESSER PRÄSENTIERT ALS KITZBÜHEL.

Wie aus einem Guss lebt hier das Erdige, das Authentische, das Gewachsene neben dem Trendigen, Städtischen, Weltoffenen. Ganz selbstverständlich und als wär’s schon immer so gewesen. Werfen wir einen Blick auf die Geschichte der „Gamsstadt“, spiegelt die Gegenwart harmonisch das Gewesene. Die malerische Seite Kitzbühels brachte mit dem berühmten Maler Alfons Walde (1891–1958) Farbe in den touristischen Aufstieg. Er zeichnete für unzählige Landschafts- und Wintersportmotive ebenso verantwortlich wie für die Kitzbüheler Gams, das Logo der Stadt. Dass Kitzbühel eine derartige Berühmtheit erlangt hat, ist neben der Geschäftstüchtigkeit des Bürgermeisters, Hoteliers, Skipioniers und Visionärs Franz Reisch auch der einzigartigen Aura dieses bezaubernden Fleckchens Erde zu verdanken.

Man könnte wohl sagen: die richtige Idee am richtigen Ort. Und wenn dann noch die richtigen Leut zusammenkommen und ein Quäntchen Glück mitmischt, dann darf ein Wunder geschehen. So war’s wohl damals, als Franz Reisch im Jahre 1893 ein Paar fast zweieinhalb Meter lange Ski aus Norwegen mit in die Tiroler Heimat brachte. Franz Reisch hat erkannt: Wenn man etwas Besonderes auf die Beine stellt, folgen die Menschen auf dem Fuß. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er machte Curling und Eishockey in Kitzbühel populär, ließ eine Bob- und Rodelbahn, ja sogar eine Skisprungschanze bauen. Dank seiner geschickten Werbestrategie wedelten um die Jahrhundertwende die ersten Touristen auf den hölzernen Brettln die Hänge der Kitzbüheler Berge herunter. Bald fanden die ersten Skirennen statt, die Vorläufer des berühmten Hahnenkammrennens, das heute ein Millionenpublikum begeistert. Mit dem Bau des Grand Hotels und des Bades am Schwarzsee eroberte der findige Geschäftsmann damals die große Welt, die seither dem kleinen, feinen Alpenstädtchen ihre Aufwartung macht.

Dass dies niemals anders sein wird, hat auch mit den Kitzbühelern zu tun. Im Grunde ihres Herzens sind diese Menschen jedem freundlich gesinnt und tief mit ihrer Heimat verbunden. Die ehrliche Gastfreundschaft, über Generationen gewachsen, die wunderbaren Bräuche, ehrfurchtsvoll hochgehalten, die alten Werte, authentisch gelebt, sind fest in ihrer Seele verwurzelt. Das „Sie“ will den Einheimischen so gar nicht über die Lippen kommen, ein herzliches „Du“ mundet da viel besser. Apropos: Dass Kitzbühel eine grandiose Hauben-Dichte auftischt, freut natürlich die Feinschmecker aus nah und fern. Ob in den noblen Restaurants, den urigen Wirtshäusern und Hütten, den lässigen Bars, hier kommt jeder auf seinen Geschmack. Hunger auf mehr? Dann lassen Sie sich unseren kulinarischvergnüglichen Streifzug durch Kitzbühel auf der Zunge zergehen. Wir servieren Ihnen ein wahrlich geschmackvolles Menü an Gaumenfreuden à la Gamsstadt.

Kulinarischer Höhenflug am Horn
ALPENHAUS AM KITZBÜHELER HORN

Diese Geschichte lasse man sich auf der Zunge zergehen. Aber der Reihe nach: Urgroßvater Franz Reisch ist von Kufstein nach Kitzbühel gekommen und hat aus dem verarmten Bergwerksort die berühmteste Tourismusstadt der Welt gemacht. Und weil sich ebendieser Uropa ins Kitzbüheler Horn verliebte, erwarb er obendrein dort oben eine Liegenschaft und machte daraus eine Herberge samt Gastwirtschaft. Danach hat Großvater Walter am Kitzbüheler Horn ein Hotel inklusive Gasthaus bewirtschaftet. Schließlich übernahm Vater Ernst Walter den Betrieb im Jahr 1973, machte alsdann einen Tagesbetrieb daraus und baute eine prachtvolle Panoramastraße aufs Kitzbüheler Horn. Klingt alles unglaublich? Doch, die Geschichte der Familie Reisch hat sich genau so zugetragen.

Und wer nun denkt, dass die Wirtschaft mit dem „Von Generation zu Generation“ so weitergeht, hat vollkommen recht. Seit 1996 ist nämlich Franz Reisch in vierter Generation am Ruder – als begeisterter Wirt und als leidenschaftlicher Chefkoch. Seine bezaubernde Tochter Franziska heißt die Gäste auf 1670 Meter Seehöhe herzlich willkommen. Sie kümmere sich auch um alles Administrative rund ums Alpenhaus, sagt die Franzi, wie sie von allen gerufen wird. Ihr fescher Bruder Hans-Peter bereitet die besten Mehlspeisen und bewältigt sonst noch allerlei wichtige Aufgaben. Natürlich hat auch Ursula Reisch, die Gattin vom Franz, alle Hände voll zu tun: Wenn sie nicht gerade in ihrem Hauben-gekrönten Gasthof Jodlbühel in Jochberg zu tun hat, „schupft“ sie im Alpenhaus souverän den Souvenirladen. So etwas nennt man eine fantastische Familienbande.

ALPENHAUS AM KITZBÜHELER HORN

Kitzbüheler Horn 7

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/53 56/647 61

info@alpenhaus.at alpenhaus.at


Das Alpenhaus liegt unweit des Kitzbüheler-Horn-Gipfels.


Franz, Franziska, Ursula und Hans-Peter Reisch heißen die Gäste herzlich willkommen.


Stubenreine Gaststätte hoch über der Gamsstadt.


Traumhafter Ausblick von der Sonnenterrasse.

Spinatknödel

FÜR CA. 4 PERSONEN

3 EL Öl

80 g Zwiebel, klein gewürfelt

ca. 65 ml Milch

250 g Rahmspinat (tiefgekühlt), 2 Stunden vor Zubereitung auftauen lassen

250 g Blattspinat (tiefgekühlt), 2 Stunden vor Zubereitung auftauen lassen

2 TL Salz plus etwas mehr für das Kochwasser

1 TL Pfeffer

½ TL frisch gemahlene Muskatnuss

1 TL durchgepresster Knoblauch

4 EL gehackte Petersilie

400 g Knödelbrot

3 Eier

ANRICHTEN

200 g Butter

200 g Parmesan

30 g Schnittlauch, fein gehackt

Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin anschwitzen. Mit der Milch ablöschen und den aufgetauten Rahmspinat sowie Blattspinat unterheben. Das Salz, den Pfeffer, den Muskat, den Knoblauch sowie die Petersilie ebenfalls zugeben und untermischen. Dann das Knödelbrot gut einarbeiten. Zuletzt die Eier zufügen und alles zu einem Knödelteig vermengen. Anschließend 15 Minuten ruhen lassen.

•

Währenddessen Salzwasser in einem großen Topf erhitzen. Aus dem Teig Knödel formen und für ca. 10 Minuten in das siedende Wasser geben. Anschließend vorsichtig herausnehmen.

•

Zum Anrichten die Butter zerlassen und den Parmesan reiben. Die Spinatknödel mit der Butter, dem Parmesan und dem Schnittlauch auf einem Teller anrichten und servieren.


Alm-Menü zur Loungemusik
BERGHAUS TIROL

„Taugt ma“ steht auf der Karte und auf den Servietten. Uns taugt’s auch. Hier oben auf 1750 Metern befindet man sich auf historischem Boden. Das Berghaus Tirol ist das letzte realisierte Projekt auf dem Hahnenkamm des großen Malers und Architekten Alfons Walde. „Es gibt ein Foto aus dem Jahr 1937. Da war hier eine Baustelle“, weiß Alois Sieberer, Hüttenwirt und Bruder von Haubenkoch Martin Sieberer, der seine Kochkunst am anderen Ende von Tirol, in Ischgl, zum Besten gibt.

Alois hat vor Kurzem das Berghaus Tirol übernommen: „Ich war mit meinem Bruder in Ischgl. Dann wollte ich wieder heim, zurück in die Kitzbüheler Alpen,“ sagt er und zeigt zufrieden auf die umliegenden Grasberge, hinüber zum Steinbergkogel und, wie er sagt, auf seinen Heimatberg, zur Hohen Salve. So war es eine logische Konsequenz, dass der gebürtige Hopfgartener die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und das Berghaus Tirol übernommen hat. Oben angekommen wartet gleich eine delikate Überraschung auf den hungrigen Wanderer: Der würzig-rauchige Duft aus dem Räucherofen verspricht ein besonderes Geschmackserlebnis. Was Küchenchef Peter Russek dann auf die Teller hext, übertrifft alle Erwartungen, was dem Wirt Alois wiederum ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen zaubert: „Mit unseren herrlichen Tiroler Fischen haben wir das Beste vor der Haustüre. Da braucht man nicht groß in der Ferne zu fischen. Dazu servieren wir noch unser einfaches Konzept einer klassischen Hütte.“ Mit dem Einläuten – auf diese Weise wurden die Bauersleute in früheren Zeiten zur Mahlzeit gerufen – werden nun auch im Berghaus die Gäste zum Alm-Menü mit Zungentratzerln vom Almrind gelockt. Dass im Hintergrund dazu statt Volksmusik chillige Loungemusik läuft, bringt den Hüttenwirt Alois schon wieder zum Lachen: „Unser junges Team gibt bei der Musikauswahl den Ton an. Von mir aus würde den ganzen Tag Volksmusik laufen.“

Direkt unter dem Berghaus Tirol führt ein Wanderweg vorbei, der für ein spannendes Abenteuer sorgt: Verschiedenste Stationen stellen neun Schlüsselstellen der berüchtigten Streif spielerisch dar. Nach dieser actionreichen Runde ist das Berghaus Tirol ein beliebtes Ziel, um Hunger und Durst zu stillen.

BERGHAUS TIROL

Hahnenkamm 21

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/53 56/624 70

berghaustirol.at


Alois Sieberer liebt das Leben als Hüttenwirt am Hahnenkamm.


Am Räucherofen vor dem Haus kommt niemand vorbei.


„Taugt ma“-Servietten taugen auch den Gästen.


Sonnenuntergang überm Berghaus.


Anlehnen an den Schindeln und der Loungemusik „zualosen“.

Räucherforelle

FÜR 10 FORELLEN

10 Tiroler Gebirgsforellen

1,5 kg Salz

100 g Zucker

1 EL Pfefferkörner

5 Lorbeerblätter

1 EL Wacholderbeeren plus etwas mehr zum Räuchern

½ Bund Dill, grob gehackt

5 Knoblauchzehen, angedrückt

0,5 kg Buchenholzspäne

2 Zweige Thymian

Die Forellen ausnehmen, die Kiemen entfernen und waschen. 10 l warmes Wasser, das Salz, den Zucker, die Pfefferkörner, die Lorbeerblätter, die Wacholderbeeren, den Dill und den Knoblauch zu einer Lake verrühren und die Forellen 12 Stunden darin einlegen.

•

Anschließend die Forellen aus der Lake nehmen, waschen und trocknen lassen. Auf einem Haken in den Räucherofen hängen. Die Holzspäne, Wacholderbeeren und die Thymianzweige direkt über der Flamme auf einem Rost platzieren. Die Forellen bei 80–90 °C etwa 45 Minuten räuchern. Sobald sich die Rückenflossen leicht herausziehen lassen, sind die Forellen fertig.

•

Die Forellen sofort servieren und als Beilagen beispielsweise Sahnekren (Sahnemeerrettich) und Bauernbrot oder Sahnekren und Petersilienkartoffeln dazu reichen.


Die Bergstation im Stiegenhaus
BICHLALM

Wenn der Vater mit dem Sohne – oder man könnte auch so beginnen: Es war einmal … Wie immer man es auch dreht und wendet, die Geschichte von Klaus und Niko Gasteiger klingt wie ein wahr gewordenes Märchen. Hoch über Kitzbühel haben die beiden aus einer alten Hütte eine Edelalm gezaubert. Sieben Jahre ist das Haus leer gestanden. Dann hat Vater Klaus seinen Traum verwirklicht: „Schon viele Jahre zuvor wollte ich die BichlAlm kaufen“, erzählt er und lehnt sich zufrieden zurück. Direkt neben dem Doppelsessellift hat er 2015 ein Refugium geschaffen, das den staunenden Besucher auf Augenhöhe mit den unzähligen umliegenden Gipfeln der Tiroler und Salzburger Bergwelt bringt. Die grandiose Glasfront in der Nikos-Lounge gibt den Blick frei auf den Hahnenkamm, den Großvenediger, den Pass Thurn, die Hohen Tauern, den großen und den kleinen Rettenstein und wie sie alle sonst noch heißen mögen, die stolzen Erhebungen rundherum. Es sei ein magischer Kraftplatz, dem Himmel ganz nah, sagt man über die BichlAlm. Das gilt gleichermaßen für die nahe gelegene kleine Kapelle, die aus dem alten Holz der einstigen Hütte erbaut wurde.

Auch im Inneren der BichlAlm findet man so manches Relikt des ehemaligen Hauses, an dessen ursprünglichem Platz nun ein edles Almparadies steht. So findet man noch den alten Mühlstein der früheren Feuerstelle als Fundament für den offenen Kamin in der Luxus-Lounge. „Im Stiegenhaus haben wir die letzte Stütze der alten Gondelbahn von der Bergstation und den Sessel des ehemaligen Einsersesselliftes eins zu eins im Original einbauen lassen“, erzählt Niko, während Papa Klaus von der Kulinarik schwärmt und dies mit einer zünftigen Brettljausn unter Beweis stellt. Auf der BichlAlm wird vorzüglich aufgetischt. Küchenchef Jürgen Nentwich mag die gutbürgerliche Tiroler Küche, das Hausgemachte aus regionalen Produkten, und am liebsten mag er alte, fast vergessene Gerichte wie die Blattln mit Schlamperkraut. Vieles wird hier selbst gemacht, natürlich auch der Käse, von der Milch der Kühe, denen man auf dem Weg hier herauf begegnet.

BICHLALM

Familie Gasteiger

Am Rehbühel 27

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/53 56/718 88

bichlalm.at


Hoch über Kitzbühel: die BichlAlm.


Almflair neu interpretiert.


Almflair neu interpretiert.


Kaffeepause für den Juniorchef Niko Gasteiger.


Weinselige Augenblicke für Seniorchef Klaus Gasteiger.

Gedünstetes Weißkraut oder Schlamperkraut

Frisch geerntetes junges Weißkraut zählt zu den köstlichsten Herbstgemüsen. Es wird verschiedensten Zubereitungen unterworfen. Solange es jung ist und einen frischen Eigengeschmack aufweist, sollte man mit Gewürzen sehr zurückhaltend sein.

FÜR CA. 4 PERSONEN

800 g Weißkraut (Weißkohl)

1 EL Öl

50 g Butter

100 g Zwiebeln, fein gewürfelt

20 g Knoblauch, fein gehackt

100 g Speck, fein gewürfelt

Salz

weißer Pfeffer aus der Mühle

10 g Kümmel

Maisstärke (nach Bedarf)

Das Kraut von den Strünken sowie den groben Blattrippen befreien und „feinnudelig“ schneiden (hobeln) oder in kleine quadratische Würfel.

•

Das Öl und die Butter in einem Topf zerlassen. Die Zwiebel leicht darin anschwitzen, nach 6 Minuten 30 Sekunden den Knoblauch und die Speckwürfel zugeben und kurz mitrösten.

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Dann das Kraut mit etwas Salz, Pfeffer und Kümmel zufügen und bei kleiner Hitze und

geschlossenem Deckel in ca. 20 Minuten knackig weich dünsten. Nach Bedarf mit etwas Maisstärke abbinden.

•

Das Kraut als – geradezu unerlässliche! – Beilage zu Blattln, mildem Beinschinken oder Spanferkel servieren.

TIPPS

1. Gibt man den angeschwitzten Zwiebeln etwas Paprikapulver hinzu, so erhält man ein Paprikakraut, das so manchen Feinschmecker erfreut.

2. Statt Weißkohl kann man auch – das nach seiner Form benannte – Spitzkraut (Spitzkohl) verwenden. Es hat einen besonders feinen Geschmack!

Blattln, Bladln oder Platteln

So wie das Kiachl- und das Krapfenessen ist auch das Blattlessen ein Gesellschaftsessen. Als Außenstehender zu so einem Essen eingeladen zu werden, ist schon eine große Ehre. Es macht einfach Spaß, in einer größeren Runde diese frisch gebackenen Köstlichkeiten nach und nach, sobald sie aus der Küche kommen, zu verzehren.

FÜR CA. 4 PERSONEN

400 g glattes Weizenmehl (ein wenig Mehl braucht man zum Bestäuben der Arbeitsfläche)

50 g Butter, zerlassen

250 ml Milch

2 Eier (à 50 g)

Salz

Backfett (entweder reines Butterschmalz oder eine Mischung aus Butterschmalz und Kokosfett bis zu einem Verhältnis von 1:1)

Das Mehl sieben. Die Butter zerlassen. Dann die Milch, die Butter, die Eier und eine Prise Salz zum Mehl geben und alles zu einem glatten geschmeidigen Teig kneten. Anschließend ½ Stunde ruhen lassen.

•

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Messerrückenstärke ausrollen und nach Belieben Rechtecke oder Rhomboide, d. h. große Rauten, (ca. 10 × 5 cm) aus dem Teig schneiden.

•

Das Backfett auf 180 °C erhitzen und die Blattln beidseitig darin ausbacken. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß, wie oben und rechts beschrieben, servieren.

Zum Ausbacken wird nur bestes Butterschmalz verwendet, dem manche Kokosfett beimengen, um die Hitzeempfindlichkeit etwas zu reduzieren. Öl bringt geschmacklich kein gutes Resultat und ist außerdem schwerer verträglich als Butterschmalz. Die Erwachsenen essen die ersten frischen Blattln mit Kraut, um die nächsten dann gezuckert, mit Preiselbeeren, Marmelade oder Apfelmus zu verspeisen. Die Kinder essen sie für gewöhnlich mit Puderzucker und Marmelade und trinken Milch oder Kakao dazu.


Wirt Walter fischt frischen Fisch
BICHLHOF

„Viele wissen gar nicht mehr, wie die Kräuter riechen, wie das Gemüse und das Obst schmeckt, wenn es frisch geerntet ist“, sagt die Chefin Andrea Hopfner. Am Bichlhof, in vierter Generation im Familienbesitz, kann man die Düfte, den Geschmack so richtig genießen. Hier muss niemand die Früchte aus Nachbars Garten naschen. Da dürfen die Gäste nach Herzenslust im hauseigenen Naturparadies zugreifen. Walter Hopfner, Chef des Hauses, kommt gerade mit einem prall gefüllten Korb aus dem Garten und bringt seine Schätze direkt in die Küche, die dort frisch verarbeitet werden: „Mein Mann ist für den bäuerlichen Part zuständig, ich für die Blumendeko und die Kräuterverarbeitung“, sagt Andrea Hopfner und zeigt auf eine Vitrine mit feinsten selbst gemachten Hausmittelchen, gefertigt aus heimischen Kräutern. Wenn es um die Zubereitung der Gerichte geht, wird am Bichlhof Regionalität großgeschrieben. „Das ist für uns nicht nur ein Trend, sondern wir leben es tagtäglich. Was heißt: Unser Fleisch kommt aus der Region, die Eier aus dem benachbarten Aurach, die Milch vom Bauern. Alle Wildprodukte kommen aus dem nahen Jochberg“, so die Chefin. Seit 32 Jahren kümmert sich Karl Aichholzer um die Gaumenfreuden der Gäste am Bichlhof. Wohl aus diesem Grund entschwindet der Küchenchef sogleich in sein Revier. Das Gericht des heutigen Abends lasse man sich auf der Zunge zergehen: Rosa gebratener Lammrücken mit Zwiebelkuchen und Lachsforelle mit Roten Rüben. Um den Gästen frischen Fisch zu servieren, brauchen die Hopfners keinen Fritz. Den Job hat sich Wirt Walter Hopfner geangelt. Er ist der Herr über die fünf Teiche, die rund ums Haus angelegt sind und Forellen, Saiblinge und Lachsforellen beheimaten. Am Bichlhof hat auch ein ganz besonderer Bio-Gin sein Zuhause gefunden mit Zutaten, die äußert gesund klingen, und einem Geschmack, der an Wald und Wiese erinnert.

SPORT- UND WELLNESSHOTEL BICHLHOF GMBH

Familie Andrea & Walter Hopfner

Bichlnweg 153

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/53 56/640 22

bichlhof.at


Gastgeberin Andrea Hopfner in ihrem Kräuterparadies.


Hausherr Walter Hopfner nach reicher Ernte.


In freudiger Erwartung auf ein genussvolles Menü.

Zweierlei von der Lachsforelle mit Roten Rüben

FÜR 4 PERSONEN

LACHS-TATAR

2 Filets von der Lachsforelle (à 200 g), fein gehackt

1 Schalotte, fein würfelig geschnitten

abgeriebene Schale und Saft von 1 Limette

1 TL gehackter Dill

2 EL Olivenöl

Salz

Pfeffer aus der Mühle

LACHS, GEBRATEN

2 Filets von der Lachsforelle (à 200 g)

Salz

Pfeffer

1 Zweig Rosmarin

Olivenöl zum Braten

SAUCE

125 ml Fischfond

125 ml Sahne

1 EL Wermut (Noilly Prat)

100 g kalte Butter

Salz

etwas geriebene Muskatnuss

1 EL Zitronensaft

ROTE RÜBEN

3 Rote Rüben (Bete)

2 Lorbeerblätter

2 Zweige Thymian

1 Zweig Rosmarin

1 TL Kümmel

3 Wacholderbeeren

2 TL Zucker

100 g Butter

Salz

Pfeffer

Für das Lachs-Tatar alle Zutaten außer Salz und Pfeffer verrühren und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

•

Für den gebratenen Lachs die Filets in vier Stücke portionieren, mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Rosmarin im Olivenöl braten.

•

Für die Sauce den Fischfond mit Sahne und Wermut einkochen und danach mit der kalten Butter mit einem Rührstab aufmixen. Mit Salz, Muskat und Zitronensaft abschmecken.

•

Die Roten Rüben in einem Topf mit Wasser und Kräutern, Gewürzen und Zucker weich kochen, danach schälen. Würfeln und in einer Pfanne mit Butter schwenken. Die Rüben mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem gebratenen Fisch, dem Tatar und der Sauce anrichten.


Leseratten in der Gamsstadt
BÜCHERKLAUSE

Man kann gar nicht anders. Man muss einfach stehen bleiben, mitten im Zentrum von Kitzbühel und einen neugierigen Blick ins Schaufenster dieses Schmuckstückes werfen. „Unser Geschäft wird sehr viel fotografiert“, erzählt Susanne Thomson-Haertel mit einem wissenden Lächeln und zeigt auf die originelle Beschilderung ihrer Bücherklause. Für einen Moment fühlt man sich ins vorige Jahrhundert zurückversetzt, ja, man meint gar, das Klappern von Pferdehufen zu hören. Man dreht sich um und merkt, die Zeit scheint stehen geblieben. Die Kutsche fährt immer noch durch Kitzbühels Innenstadt, und auch das Schild ist noch dasselbe, mit der alten Schrift auf grünem Hintergrund, die Buchstaben aus feinstem Blattgold gefertigt. Diese bezaubernde Buchhandlung schreibt Geschichte. Wenn man darin „blättert“, schlägt Susanne Thomson-Haertel ganz besondere „Seiten“ auf: „Mein Vater Karl ist ursprünglich aus Schlesien gekommen und war auf der ganzen Welt unterwegs. Schließlich hat er Kitzbühel als seinen Lebensmittelpunkt gewählt und im Jahre 1927 die Buchhandlung von einem Kitzbüheler übernommen.“

Nach der Lehre beginnt Susanne mit 21 ein neues Kapitel in ihrem Leben und steigt mit eigenem Gewerbeschein in der Bücherklause ein. Sohn Oliver machte zuerst einen, wie er sagt, sehr anstrengenden Ausflug in die Hotellerie, wechselte aber bald in die Bücherklause und steht seither seiner Mutter zur Seite. Die beiden gelten weithin als besonnene Vielleser mit einem guten Gespür für die Wünsche ihrer Klientel: „Wir denken nicht nur an uns. Welche Bücher könnten für unsere Kunden interessant sein? Und so treffen wir dann die Auswahl, welche Bücher wir in unser Programm aufnehmen“, erklärt Susanne Thomson-Haertel und will dies nicht ungesagt lassen: „Bei uns gibt es ausschließlich Direktverkauf. Die Menschen glauben, online ist immer alles billiger, aber das ist ein Irrtum“, ist die Buchhändlerin aus Leidenschaft überzeugt.

BÜCHERKLAUSE

Vorderstadt 20

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/676/975 21 56

buecherklause.at


Thomas und Susanne Thomson-Haertel lieben das Lesen.


Seitenweise Schönes zum Schmökern.


Gülden und grün beschildert, verzaubert die Bücherklause die Besucher.


Auch ein „Eichkätzchenbuch“ gibt es hier für Leseratten.


Liebliche Schreibwaren sind ebenso in der besonderen Buchhandlung zu finden.

Das schönste Wohnen wird Realität
HAGSTEINER IMMOBILIEN

„Ich habe unser Haus rund um die Stube gebaut und dazu sogar das Dach abtragen lassen.“ Man möchte an einen Aprilscherz glauben, wenn man diese Geschichte hört. Doch erstens wurde sie im September erzählt, und zweitens handelt es sich beim Erzähler um einen ehrenwerten Geschäftsmann. Manfred Hagsteiner kennt sich bei Kitzbüheler Immobilien so gut aus wie kein anderer, und angesichts der Großartigkeit der wahrlich einzigartigen Stube aus dem Jahr 1920 würde man ihm das mit der Bauweise wohl gleichtun. In Holz geschnitzt zieren die Geschichten von Wilhelm Busch detailgenau jeden Winkel dieses unvergleichlichen Zimmers, das in dem Hagsteiner’schen Anwesen mit unverbautem Blick auf Kitzbühel seinen Platz gefunden hat. Wer nun glaubt, dass diese eingesessene Kitzbüheler Familie alleine wegen dieser Begebenheit Bekanntheit erlangt hat, liegt falsch. Die Summe von vielen richtigen Entscheidungen, ein Quäntchen Glück und der eine oder andere Zufall mischten mit, sodass die Hagsteiners heute in aller Munde sind. So eröffnete Haggi Hagsteiner seinerzeit einen Friseurladen in der Hahnenkammstraße und verpasste so manchem prominenten Haupt den perfekten Haarschnitt. „Eines Tages kam Romy Schneider ins Geschäft meines Vaters. Sie musste eine halbe Stunde warten, dann ist ihr der Geduldsfaden gerissen. Sie legte die Füße auf den Frisiertisch und machte ihrem Unmut Luft. Mein Vater meinte, wenn es ihr nicht passt, könne sie seinen Laden wieder verlassen“, erzählt Manfred Hagsteiner. Diese Geschichte ging durch die Weltpresse und der Kitzbüheler Friseur erlangte so über Nacht Berühmtheit. Alles, was Rang und Namen hatte, traf sich fortan in seinem Geschäft. So kam es, dass er immer wieder gefragt wurde, ob er nicht ein Haus oder ein Grundstück wisse, das zum Verkauf stünde. Der findige Figaro stieg alsbald ins Immobiliengeschäft ein und wurde zum erfolgreichsten Makler der Gamsstadt. Sohn Manfred folgte seinen Fußstapfen. Als meisterlicher Promibarbier, gekrönt mit dem Friseur-Oscar, frisierte er die prominente Kitzbüheler Klientel. Angelockt vom attraktiven Haarkünstler betrat eines Tages eine bildhübsche Blondine das Geschäft, um sich für eine Anstellung vorzustellen. „Ich hab sie gesehen und gewusst, sie wird meine Frau. Nach zwei Tagen habe ich ihr einen Heiratsantrag gemacht, nach zehn Tagen sind wir vor den Traualtar getreten“, so Manfred Hagsteiner, noch heute glücklich mit seiner Uschi vereint. 1995 verkaufte er den Friseurladen und stieg ins elterliche Immobiliengeschäft ein, das zu dieser Zeit bereits bestens florierte. Mit einem feinen Gespür und einem ausgeprägten Geschäftssinn gehören die Hagsteiners bis heute zu den Topmaklern am Kitzbüheler Immobilienmarkt. „Unsere Dienstleistung geht weit über die Vermittlung hinaus. Wir kümmern uns auch darum, wenn unsere Kunden ein Kindermädchen oder auch einen Christbaum brauchen“, so Manfred Hagsteiner. Mit Sohn Ferdinand ist nun die dritte Generation erfolgreich am Ruder. Mit 28 sitzt er bereits fest im Sattel des Familienunternehmens. Als Experte mit eigenem Geschäft in der Graggaugasse sieht er den Kitzbüheler Markt fest verankert, mit einem stabilen Fundament. Seine Firmenphilosophie: „Uns ist und war es schon immer wichtig, eine Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen, auf ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse einzugehen und sie individuell zu betreuen. Wer uns kennt, weiß, dass wir stets ehrlich und authentisch bleiben. Das ist seit Anbeginn unser Erfolgsrezept und so wollen wir auch in die Zukunft gehen“, erklärt der Juniorchef aus tiefster Überzeugung.

HAGSTEINER IMMOBILIEN GESMBH

Malinggasse 2

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/53 56/625 98

mobil: +43/664/101 50 61

hagsteiner.at


Wilhelm-Busch-Stube aus dem Jahr 1920.


Lehrer Lämpel öffnet Tür und Tor.


Das stylische Büro von Juniorchef Ferdinand Hagsteiner.


Genussvolle Momente im Garten: Manfred, Uschi und Ferdinand Hagsteiner.


Geschmackvolle Gestaltung des edlen Grüns.


Vater und Sohn auf gemeinsamer Mission vor der Kitzbüheler Stadtpfarrkirche.

Gemüse auf der Streif
DIE HAHNENKAMMBÄUERIN

Wer gewinnt nun das Rennen? Das Weißkraut, der Mangold, der Karfiol oder gar der Mais? Bei der Zwischenzeit sind die Kartoffeln, der Kürbis und die Gurken vorne dabei. Die Marillen liegen etwas hinten, doch die Äpfel posieren siegessicher in der Zieleinfahrt. Tja, und auch die Sonnenblumen sind noch lange nicht Schnee von gestern und liegen sogar um Haaresbreite vor den Stangenbohnen. Ja, tatsächlich: Da, wo im Winter die besten Skifahrer der Welt auf der gefährlichsten Abfahrt der Welt runterbrettern, wächst, sprießt und gedeiht im Sommer eine bunte Vielfalt an Gemüse, Obst und Kräutern.

Rosemarie Gasteiger vom Hohenegghof ist die Eigentümerin des Ganslernhanges und des Slalomzielhanges. Ihr gebührt eine Medaille. Für all den Fleiß, die Mühen und den unermüdlichen Einsatz, um all die Nahrungsmittel, die da prächtig gedeihen, Tag für Tag über viele Monate zu hegen und zu pflegen. Mit ihrer Großfamilie lebt die taffe Bäuerin auf dem Hof, der weithin sichtbar auf einer Anhöhe des Hahnenkamms steht. Gleich neben dem Haus befindet sich der Zielhang der berühmten Streif, der gefährlichsten Abfahrt der Welt. Wieder einmal ist Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs, zu Gast bei der Rosemarie. Zur ganz besonderen Streckenbegehung und zur fruchtbaren Pflege eines sportlich motivierten Miteinanders. Es ist für die beiden ganz selbstverständlich, dass man sich gegenseitig unter die Arme greift: So hat Michael Huber der Rosemarie die hohen Fangnetze geliehen, die beim Rennen dem Schutz der Fahrer dienen: „Die haben wir um die Gemüsebeete herumgewickelt, damit das Wild nicht alles frisst“, so die Hahnenkammbäuerin. Nur einjährige Pflanzen kann sie jedes Jahr an diesem weltberühmten Hang setzen: „Sonst kann die Strecke nicht optimal präpariert werden“, sagt sie und blickt zu Michael Huber. Er ist jedes Jahr wieder beeindruckt von der duftenden Vielfalt. Die Bäuerin zeigt ihm, wie gut das Gemüse am Zielhang gedeiht. Alles, was sie erntet, wird verarbeitet und als Vorräte für den Winter angelegt. Und die werden dann genüsslich verspeist, während die Rennfahrer über den Boden rasen, auf dem die schmackhaften Zutaten gewachsen sind.

DIE HAHNENKAMMBÄUERIN


Stubentiger am Fuße des Hahnenkamms.


Gut vernetzt und bestens geschützt: Das Gemüse auf der Streif.


Die Hahnenkamm-Hennen.


Der Blick vom Hahnenkamm zum Wilden Kaiser.


Stolz thront Rosemaries Hof über der Gamsstadt.


Die Bäuerin Rosemarie Gasteiger und der Ski-Club-Präsident Michael Huber.

Arnold Schwarzeneggers Apfelstrudl
HAHNENKAMMSTÜBERL

Auf der Suche nach einem waschechten Kitzbüheler Original muss man rauf auf 1710 Meter Höhe. „Ich bin die Gletscherwirtin“, lacht die Lisi Schipflinger und zeigt auf das Schneedepot, das unter ihrem Hahnenkammstüberl gelagert wird. Zu Zeiten, als Lisis Großmutter Luise Patschscheider eine der ersten Wirtinnen am Hahnenkamm war, hat es noch keine eiskalten Reserven gegeben. Aber das Skiwasser „Himbeer-Zitrone“ mit Leitungswasser, das war immer schon der Renner und damals die einzige kühle Limonade zum Durstlöschen. „Das Original gibt es heute noch bei uns. Wenn die Gäste dann sagen, sie wollen die Limo mit Soda, sag ich: Nein, die gibt es nur mit Hahnenkammwasser.“ Die Lisi lässt sich eben nicht verbiegen, selbst wenn plötzlich ein Superstar vor ihr steht und bewirtet werden möchte. Eines Tages ist Arnold Schwarzenegger im Hahnenkammstüberl aufgetaucht. „Griaß di, Arni, nett, dass du a amoi zu mir aufa kummscht“, hat die Lisi im wildesten Kitzbühelerisch zu ihm gesagt. Die Antwort folgte prompt, und zwar im wildesten Steirisch: „Griaß di, houst du an Apfelstrudl für mi?“ Und wieder ist die Lisi nicht auf den Mund gefallen: „Ich bin grod froh, dass i in der Steiermark in d’ Berufsschual gonga bin, sonst hätt i di nit verstandn.“ In gewohnter Manier endet Lisis Arni-Anekdote mit einem herzhaften Lacher. Seit 1983 ist die Lisi Hüttenwirtin mit viel Herzblut. „In unserer Küche wird das verarbeitet, was gerade wächst“, spricht’s, verschwindet in ihrer Hütte und kehrt sogleich mit einem Weidenkorb, gefüllt mit frischen Pfifferlingen und Steinpilzen, zurück. Lisis Spezialität ist, wie könnte es auf der urigen Alm auch anders sein, der Kaiserschmarrn. „Jeweils zubereitet mit den Beeren der Saison, momentan sind es die Granggln, zu Deutsch Preiselbeeren“, so die Wirtin lausbübisch. Und wieder zeigt sich dieses verschmitzte Lächeln auf ihren Lippen.

HAHNENKAMMSTÜBERL

Hahnenkamm 17

6370 Kitzbühel

Tel.: +43/53 56/625 21


Lisi, ein waschechtes Original, wie es im Buche steht.


Authentisch: Senf und Mayonnaise aus Hahnenköpfen-Tuben.


Bis zum Dach mit Trophäen bestückt.


Da geht’s „aufi“ zur Lisi.


Kaiserblick vom Hahnenkammstüberl.

Kaiserschmarrn

„Zan Kaisaschmorrn-Mochn muast da Zeit lossn, sist weascht’s nix [Zum Kaiserschmarrn-Machen musst du dir Zeit lassen, sonst wird’s nichts]“, Lisi Schipflinger

FÜR 2 PERSONEN

200–250 ml Milch

150 g Weizenmehl

Salz

3 Eier

50 g Butter

2 EL Zucker plus etwas mehr für die Beeren

frische Beeren (z. B. Heidel- oder Preiselbeeren)

2 EL Puderzucker

Die Milch, das Mehl und eine Prise Salz zu einem dickflüssigen Teig verrühren. Die Eier vorsichtig unterheben und den Teig noch einmal – nicht zu glatt – rühren.

•

Die Butter in einer Pfanne erhitzen und den Teig gleichmäßig darin verteilen. Einen Deckel aufsetzen und den Teig zunächst auf einer Seite durchbacken. Wenden, mit dem Zucker bestreuen, den Deckel wieder auflegen und den Teig auf der anderen Seite durchbacken.

Den Schmarrn aus der Pfanne nehmen und in grobe Stücke zupfen.

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Die Beeren mit etwas Zucker mischen. Über den Kaiserschmarrn geben, mit dem Puderzucker bestäuben und alles servieren.


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