Kitabı oku: «der bauschaden-Spezial Schimmelpilzsanierung»

Yazı tipi:

Ingrid Kaiser

Constanze Messal

Uwe Münzenberg

Michael Thiesen

Schimmelpilzsanierung

Ursachen analysieren

Gesundheitsgefahren einschätzen

Sanierungen planen, durchführen und kontrollieren

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2. aktualisierte Auflage

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Titelfoto/-illustration: © Karin & Uwe Annas – fotolia.com

Satz: mediaTEXT Jena GmbH, 07747 Jena

Druck: Druckerei & Verlag Steinmeier GmbH & Co. KG, 86738 Deiningen

Printed in Germany 2018

ISBN: 978-3-96314-052-5

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Vorwort

Schimmelpilze sind grundsätzlich in unserer gesamten Umwelt vorhanden. Doch durch eine Feuchtequelle können sie sich in Innenräumen so weit entwickeln, bis sie die Gesundheit der Raumnutzer gefährden. Bevor die Feuchtequelle als Ursache beseitigt werden kann, ist zunächst der mikrobielle Befall zu beseitigen. Da dieser Befall einen Gefahrstoff darstellt, ist bei der Sanierung besondere Sorgfalt geboten, denn aus dem Sanierungsbereich verschleppte Sporen, der falsche Einsatz von Bioziden oder eine zu oberflächliche Feinreinigung können in kürzester Zeit zur „Sanierung der Sanierung“ führen.

Mit dem bauschaden Spezial „Schimmelpilzsanierung“ liegt nun eine kompakte Handlungsanleitung auf aktuellem Stand der Forschung und Sanierungspraxis vor. Neben den Hinweisen des Schimmelleitfadens des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2017 werden v. a. die DGUV-Information 201-028 zu Gesundheitsgefährdungen bei der Schimmelpilzsanierung sowie das WTA-Merkblatt 4-12 zur Kontrolle von Schimmelpilzschadensanierungen berücksichtigt.

Das Kapitel 1 „Den Schaden vor Ort prüfen“ geht zunächst der Frage nach, wie der Schaden einer ersten Begutachtung unterzogen werden kann. Das Muster eines Begehungsprotokolls hilft, die erforderlichen Objektdaten zu erfassen, um mögliche Ursachen einzugrenzen. Das daran anschließende Kapitel 2 „Die Ursachen des vorliegenden Schimmelschadens feststellen“ gibt von Wärmebrücken über Luftundichtheiten, energetischen Sanierungen bis zu Leckagen an der Bauwerksabdichtung usw. Hinweise auf typische Schimmelpilzursachen.

Im Kapitel 3 „Gesundheitsgefahren für Raumnutzer erkennen und eingrenzen“ werden die Gesundheitsgefährdungen erläutert, die von Schimmelpilzen ausgehen können. Erst deren Bewertung zeigt, welche Personen tatsächlich gefährdet sind. Darauf aufbauend liefert das Kapitel 4 „Ein Sanierungskonzept erstellen“ die Basis für ein durchdachtes und konsequentes Sanierungskonzept. Es wird gezeigt, wie der Sanierungsumfang anhand der Probenahme eingegrenzt wird, welche Gesundheitsgefährdung sich aus den Sanierungsmethoden ergibt und mit welchen Maßnahmen diese reduziert werden kann. Das Kapitel 5 „Die Sanierung durchführen und kontrollieren“ gibt schließlich Hinweise zur Umsetzung der im Konzept festgelegten Maßnahmen. Es beleuchtet die kontroverse Frage nach dem Einsatz von Bioziden und zeigt, wie eine sorgfältige Feinreinigung ausgeführt und der Erfolg der Sanierung anhand von Kontrollmessungen geprüft werden kann. Abschließende Hinweise auf Präventionsmaßnahmen sowie Objektberichte runden dieses Handbuch ab.

Die langjährige Berufserfahrung der Autoren auf dem Gebiet der Schimmelpilzanalytik und -sanierung ermöglichten es, ein zeitgemäßes, umfassendes und informatives Werk mit hohem fachlichem Anspruch, zahlreichen Fachinformationen und praktischen Lösungsvorschlägen in der hier vorliegenden Form zu erstellen.

Die Autoren, im Mai 2018

Die Autoren

Ingrid Kaiser


Studium der Architektur, Vertiefung Baubetrieb, an der Gesamthochschule Essen
Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Fachhochschule Bochum
ak architekturbüro kaiser in Bremen mit dem Schwerpunkt energieeffizientes Bauen (alle Leistungsphasen HOAI), Mitglied der Architektenkammer Bremen und des Bundes Deutscher Baumeister (BDB)
Energieberatung nach BAFA, Wertermittlungsgutachten
Seminare zu den Themenbereichen Architektur, Energieeffizienz, Hochbau, Projektmanagement, Immobilienwirtschaft, Facility Management
Autorin von Kapitel 1 Den Schaden vor Ort prüfen und Kapitel 2 Die Ursachen des vorliegenden Schimmelschadens feststellen

Kontakt

www.architekturbuero-kaiser.com

Dr. Constanze Messal


Diplom-Physikerin, Promotion in angewandter Physik und Biologie
öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für mikrobielle Materialzerstörung und Materialschutz an Maschinen, Anlagen und technischen Oberflächen der IHK Rostock
leitet in Rostock die MICOR Gesellschaft für mikrobielle Prozesse und Materialkunde mbH, ein Labor, mit Schwerpunkt mikrobielle Prozesse an Werkstoffen und deren Vermeidung, sowie ein Sachverständigenbüro
Fachbereichsleiterin Schimmelpilze beim Deutschen Holz- und Bautenschutzverband e. V.
Autorin von Kapitel 3 Gesundheitsgefahren für Raumnutzer erkennen und begrenzen

Kontakt

www.micorgruppe.de

Uwe Münzenberg


Hochbautechniker, Baubiologe (VDB) und Mediator (iHT), seit 1991 als Sachverständiger tätig
Vorstand im Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e. V.
Initiator und Organisator der Pilztagung sowie der VDB Ringversuche „Probenvergleichsmessungen zu Schimmelpilzen aus Raumluft – Partikelsammlung sowie Kultivierung“
Mitglied in mehreren Fachausschüssen u. a. WTA Arbeitsgruppe 4-12 Ziele und Kontrolle von Schimmelpilzsanierungen in Innenräumen; WTA Arbeitsgruppe 1.11 Schimmelpilze auf Holz des Referats 1 Holz – Holzschutz; DIN EN 16000 Ausschuss Erfassung von Mikroorganismen; Innenraumlufthygiene-Kommission im Umweltbundesamt: Unterarbeitsgruppe zur Überarbeitung des „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden (Schimmelleitfaden)“; Arbeitsgruppe der BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft Prävention, DGUV Fachbereich Information zur Schimmelpilzsanierung: BGI 858 „Handlungsanleitung Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung“
Autor von Kapitel 5 Die Sanierung durchführen und kontrollieren

Kontakt

www.muenzenberg-partner.de

Michael Thiesen


baubiologischer Messtechniker mit anerkannter baubiologischer Beratungsstelle (IBN) in Höhr-Grenzhausen
Studium der Werkstoffkunde & des Marketings an der FH Koblenz
seit 2007 Sachverständiger der Baubiologie
Messung und Bewertung von Gesundheitsrisiken wie Schadstoffbelastungen oder Schimmelpilzschäden, Sanierungen nach dem D-MIR®-Standard
als Referent wie beispielsweise beim Würzburger Schimmelpilz Forum in ganz Deutschland vertreten
Autor der Kapitel 4 Ein Sanierungskonzept erstellen, Kapitel 6 Präventionsmaßnahmen gegen erneuten Befall sowie Kapitel 7 Beispiele für die Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzschäden

Kontakt

www.baubiologie-thiesen.de

Gesamtinhaltsverzeichnis

Deckblatt

Impressum

Bedienung des E-Books

Vorwort

Die Autoren

Gesamtinhaltsverzeichnis

1 Den Schaden vor Ort prüfen

1.1 Unter welchen Bedingungen entsteht Schimmel?

1.2 Welchen Umfang hat der sichtbare Befall?

1.2.1 Befall in unbeheizten Räumen

1.2.2 Befall in beheizten Räumen

1.2.3 Anteil befallener Flächen

1.2.4 Nutzungsklassen

1.3 Was deutet auf einen versteckten Befall hin?

1.3.1 Geruch

1.3.2 Beschwerden der Nutzer

1.4 Mit welchen Methoden können Intensität, Tiefe und Alter des Befalls bestimmt werden?

1.4.1 Raumluft- und Materialmessungen

1.4.2 Messung der Oberflächentemperaturen (Infrarot)

1.4.3 Messung der Luftdichtigkeit (Differenzdruck-Messverfahren)

1.4.4 Endoskopie

1.4.5 Zustand der Flächen und des Materials

1.4.6 Struktur des Befalls

1.5 Wie können die Objektdaten und mögliche Ursachen erfasst werden?

1.6 Begehungsprotokoll zur Erfassung von Schimmelpilzbefall

2 Die Ursachen des vorliegenden Schimmelschadens feststellen

2.1 Welche sind die häufigsten Ursachen?

2.2 Liegt ein nutzungsbedingter Schaden vor?

2.2.1 Lüftungs- und Heizungsverhalten der Nutzer

2.2.2 Nutzungsarten der Räume

2.2.3 Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch

2.2.4 Leerstände

2.3 Sind Wärmebrücken oder (Luft-)Undichtheiten die Ursache?

2.3.1 Mindestwärmeschutz

2.3.2 Entstehung von Oberflächenwasser durch Wärmebrücken

2.3.3 Undichtheiten am Gebäude

2.4 Kann eine energetische Sanierung Schimmelpilzbefall auslösen?

2.4.1 Wärmedämmwerte einzelner Außenbauteile

2.4.2 Mängel und Undichtheiten der Dampfsperren und -bremsen

2.4.3 Mangelhafte Innendämmung

2.4.4 Baufeuchte

2.5 Wie sind Leckagen an der Bauwerksabdichtung und an Wasserleitungen feststellbar?

2.5.1 Durchfeuchtung bei Schlagregen

2.5.2 Bauwerksabdichtung

2.5.3 Fallrohre und Regenrinnen

2.5.4 Undichtheiten an Installationsleitungen

2.5.5 Leckageortung

2.6 Was deutet auf mangelhafte Trocknung während der Bauphase hin?

2.6.1 Überschreitung der zulässigen Einbaufeuchten

2.6.2 Zu kurze Trocknungszeiten

2.7 Welche besonderen Ereignisse bergen Schimmelrisiken?

2.7.1 Rohrbrüche

2.7.2 Hochwasser und Überschwemmungen

2.7.3 Einfluss von Löschwasser im Brandfall

2.8 Wie erfolgt die Ursachenanalyse im Einzelfall?

3 Gesundheitsgefahren für Raumnutzer erkennen und eingrenzen

3.1 Welche gesundheitlichen Folgen können Mikroorganismen in Innenräumen auslösen?

3.1.1 Infektionen

3.1.2 Mykotoxikosen

3.1.3 MVOC

3.1.4 Befindlichkeitsstörungen

3.1.5 Sensibilisierung und Allergien

3.2 Wie relevant können Schimmelpilze in Innenräumen für die Nutzer sein?

3.3 Wer ist tatsächlich gefährdet?

3.4 Bewertung einer Gesundheitsgefährdung – aber wie?

3.5 Wie werden Schimmelpilzarten bestimmt?

3.6 Was sagen die Laborergebnisse aus? Wie kann der vorliegende Befall beurteilt werden?

3.7 Wann sind vor einer Sanierung Sofortmaßnahmen zu ergreifen?

3.8 Häufige Schimmelpilze in Innenräumen

4 Ein Sanierungskonzept erstellen

4.1 Wie ist der Umfang des zu sanierenden Bereichs festzulegen?

4.1.1 Lebenszyklus der Schimmelpilze

4.1.2 Bestimmung des Schadensausmaßes

4.1.3 Die Probenahme

4.1.4 Nicht sichtbare Schäden in Bodenaufbauten

4.1.5 Die Nutzungsklassen

4.1.6 Exkurs: Vertraglich vereinbarter Erfolg

4.1.7 Empfehlungen zur Festlegung des Sanierungsausmaßes

4.2 Welche Verfahren werden zum Trocknen von Bauteilen eingesetzt?

4.2.1 Trocknungsverfahren

4.2.2 Trocknungsverfahren für Fußbodenaufbauten

4.2.3 Trocknung und Mikrobiologie

4.2.4 Aktuelle Forschungsergebnisse zur Trocknung von Estrichdämmschichten

4.3 Welche Sporenkonzentrationen können bei Sanierungsarbeiten auftreten?

4.4 Welche Gefährdungsklasse und Arbeitsschutzmaßnahmen ergeben sich aus den zu erwartenden Sporenbelastungen?

4.4.1 Gefährdungsbeurteilung

4.4.2 Muster-Gefährdungsbeurteilung

4.4.3 Ziel von Arbeitsschutzmaßnahmen

4.4.4 Sporenfreisetzung bei typischen Sanierungsaufgaben

4.4.5 Besonderheiten

4.4.6 Die Gefährdungsklassen

4.4.7 Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

4.4.8 Änderung der Gefährdungsklasse durch organisatorische Maßnahmen

4.5 Was ist bei Ausschreibung, Vergabe und Qualifikation der Fachbetriebe zu beachten?

4.5.1 Ausschreibung und Vergabe

4.5.2 Der Werkvertrag

4.5.3 Fachunternehmen zur Schimmelpilzsanierung

4.5.4 Leitung und Überwachung der Arbeiten

5 Die Sanierung durchführen und kontrollieren

5.1 Was ist belastetes Material?

5.1.1 Schimmel gleich mikrobieller Befall

5.1.2 Besiedelung gleich Befall

5.1.3 Unterschied zwischen Verunreinigung und Besiedlung

5.2 Wie muss belastetes Material entfernt werden?

5.2.1 Einrichtung des Arbeitsbereiches

5.2.2 Luftführung

5.2.3 Vorbereitende Arbeiten

5.2.4 Durchführung der Arbeiten

5.3 Streitfall Desinfektion – heißt desinfizieren auch sanieren?

5.4 Wie kann die Umsetzung der Schutzmaßnahmen geprüft werden?

5.4.1 Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung

5.4.2 Maßnahmen zum Umgebungsschutz

5.4.3 Messtechnische Überprüfung als Maßnahme zur Qualitätskontrolle

5.5 Wie muss eine Feinreinigung durchgeführt werden?

5.6 Wie sind Erfolgskontrollen durchzuführen?

5.6.1 Methodenwahl der Sanierungskontrolle nach Aufgabenstellung

5.6.2 Methoden der Sanierungskontrolle

5.6.3 Messstrategie zur Kontrolle der Feinreinigung

5.6.4 Vorgehensweise bei Raumluftuntersuchungen zur Kontrolle der Feinreinigung

5.6.5 Grundlagen zur Beurteilung einer Feinreinigung

5.6.6 Kontrolle, ob Materialien ausreichend trocken sind

6 Präventionsmaßnahmen gegen erneuten Befall

6.1 Neubaufeuchte

6.2 Luftdichtheit

6.3 Wärmeschutz und Wärmebrücken

6.4 Feuchtepufferung

6.5 Oberflächentemperaturen

6.6 Notwendiger Luftwechsel

6.7 Überwachung von Raumluftparametern

6.8 Baubiologische Empfehlungen

7 Beispiele für die Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzschäden

7.1 Nicht sichtbarer aktiver Schaden mit Auswirkungen auf die Raumluft

7.2 Schäden in der Bodenkonstruktion

7.3 Ausbau unter lokaler Absaugung

7.4 Desinfektionsmaßnahmen nach Wasserschaden

7.5 Feinreinigung, aber richtig

Stichwortverzeichnis

Weiterführende Informationen

1 Den Schaden vor Ort prüfen

1.1 Unter welchen Bedingungen entsteht Schimmel?

Schimmelpilzsporen sind sowohl in der Innenraum- als auch in der Außenluft enthalten. Im Außenbereich schwankt die Konzentration witterungsbedingt jedoch sehr stark. Sie schweben in der Luft und werden durch Wind transportiert und können so in den Innenbereich gelangen. Gleichzeitig können sie auf bestimmten Nährböden auch direkt in Innenräumen entstehen.

Die Schimmelbildung ist ein sich stetig wiederholender Zyklus:

Die durch die Luft verteilten Sporen (als Verbreitungseinheiten der Pilze) siedeln sich auf den Oberflächen der Bauteile an, wobei sie bereits Stoffwechselprodukte an die Luft abgeben. An diesen Stellen wachsen die einzelnen Zellfäden (Hyphen), die das Geflecht (Myzel) auf den Oberflächen bilden. Dadurch entstehen erneut Sporen, die sich wiederum durch die Luft bewegen und an neuen Stellen mit den entsprechenden Wachstumsbedingungen niederlassen.

Wichtigste Voraussetzung für das Wachstum von Schimmel {Schimmel, Wachstum von} ist Feuchtigkeit, die sowohl aus der Raumluft als auch aus den Baustoffen, in der Fachliteratur als Substrat bezeichnet, aufgenommen werden können. Auch wenn die Temperatur – der Bereich liegt zwischen ca. 0 °C und 50 °C – ebenso wie der ph-Wert (optimaler Bereich 4,5 bis 6,5, bei einigen Arten auch 2 bis 11) für das Schimmelwachstum eine untergeordnete Rolle spielt, hat die Raumtemperatur durch den erhöhten Wassergehalt bei höheren Temperaturen Einfluss auf die Schimmelbildung.


Bild 1: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. (Quelle: Ingrid Kaiser)

In diesem Zusammenhang wird häufig auch von der Wasseraktivität {Wasseraktivität} aW gesprochen, die sich aus dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft in unmittelbarer Umgebung des betreffenden Materials ergibt. Es handelt sich hierbei um freies Wasser, das heißt nicht chemisch gebundene Flüssigkeit, die von den Schimmelsporen optimal genutzt werden kann. Der aW-Wert {aW-Wert} (ohne Dimension) wird aus der Luftfeuchtigkeit [%]/100 % ermittelt. Liegt er längere Zeit (mehrere Tage) über 0,8, sind die Voraussetzungen für das Schimmelwachstum äußerst günstig. Bereits vor Entstehung von Tauwasser können also Schimmelpilze wachsen.

Als Nährboden {Nährboden} eignen sich vorrangig organische Stoffe (Kohlehydrate, z. B. Zellulose und Eiweißverbindungen) wie Tapete, Kleister, Holz, Dispersionsfarben, Textilien, Leder, Papier und einige Kunststoffe. Sie werden nach Sedlbauer[1] wie folgt eingeteilt:


Substratgruppe 0: optimaler Nährboden (Vollmedien)
Substratgruppe I: gut verwertbare Stoffe wie Tapeten, Gipskarton, gut abbaubare Rohstoffe, Materialien für dauerelastische Fugen
Substratgruppe II: kaum verwertbare Stoffe wie mineralische Baustoffe mit porigem Gefüge (Putze, Dämmstoffe)

Für die Schimmelentstehung ist zunächst die oberste Bauteilschicht mit den entsprechenden Bedingungen maßgeblich. Im weiteren Verlauf dringt der Schimmel durch Zerstörung der einzelnen Stoffebenen in die tieferen Schichten ein. Daher ist beim Einbau von Baustoffen auf den Feuchtegehalt zu achten, der sich zusätzlich auch auf die Dämmwerte der jeweiligen Stoffe auswirkt (siehe DIN 4108-4[2]).


Bild 2: Je höher Feuchte und Temperatur und je günstiger der Nährboden, desto besser sind die Bedingungen für Schimmel. (Quelle: Ingrid Kaiser)

1.2 Welchen Umfang hat der sichtbare Befall?

1.2.1 Befall in unbeheizten Räumen

{Räume, unbeheizte}

Die Raumtemperatur wie auch die Wandtemperatur in diesen Räumen, insbesondere in Kellerräumen, ist im Sommer meist relativ niedrig. Aufgrund der höheren Außentemperaturen wird dann häufig gelüftet, in der Annahme, die Wärme trockne die Räume aus. Das Gegenteil ist der Fall, da warme Luft wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte (siehe Bild 1). Trifft nun die warme Luft mit hohem Feuchtigkeitsgehalt auf kalte Wand-, Decken- und Bodenflächen, kühlt sie sich ab und der Wasserdampf wandelt sich in Tauwasser {Tauwasser} um. Wie in Bild 3 dargestellt, bildet sich Tauwasser bereits bei einem Temperaturunterschied von beispielsweise 6 K (Außentemperatur 20 °C, Oberflächentemperatur 14 °C) und einer relativen Luftfeuchte von 70 %.


Bild 3: Tauwasserbildung in Abhängigkeit von Temperaturdifferenz und Luftfeuchtigkeit (Quelle: Ingrid Kaiser)


Bild 4: Tauwasserbildung durch einströmende Warmluft in kühle Keller (Quelle: Ingrid Kaiser)


Hinweis
Unbeheizte Räume sollten nur dann gelüftet werden, wenn die einströmende Außenluft mit einer in Deutschland im Sommer durchschnittlichen relativen Luftfeuchte von ca. 80 % nicht mehr als ca. 5 K wärmer ist als die Bauteiloberflächen der zu belüftenden Räume. Feuchtere Außenluft mit entsprechend niedrigeren Temperaturen in den Nachtstunden ist wesentlich wirksamer.

Kellerräume {Kellerräume} sind darüber hinaus durch die hier meist untergebrachten haustechnischen Anlagen wesentlich gefährdeter hinsichtlich Leckagen. Gleichzeitig kann Feuchtigkeit aus dem Erdreich aufgrund von Niederschlägen (Spritzwasser) durch mangelnde oder fehlerhafte Abdichtungen eindringen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass durch Kapillarwirkung die Feuchtigkeit in den Kellerwänden nach oben zieht (siehe Kapitel 2).

Häufig kommen gerade in Kellerräumen mehrere der genannten Faktoren gleichzeitig zum Tragen, die zu einer massiven Durchfeuchtung der Bauteile führen. Verschmutzungen durch mangelnde Hygiene bieten dem Schimmel zusätzlichen Nährboden, sodass er sich auch auf ansonsten unempfindlichen, glatten Oberflächen bilden kann.


Bild 5: Umfangreiche Feuchte- und Schimmelschäden in einem Kellerraum (Quelle: Ingrid Kaiser)


Bild 6: Feuchtigkeitseinfluss in Kellern (Quelle: Ingrid Kaiser)

1.2.2 Befall in beheizten Räumen

{Räume, beheizte}

Oft treten die ersten Schimmelflecken am Übergang von Bauteilen, beispielsweise Boden/Wand oder Decke/Wand auf, ebenso häufig bleiben sie hinter Möblierung {Möblierung} unentdeckt, sodass der Befall beispielsweise erst bei der Durchführung von Malerarbeiten sichtbar wird. Da die Schimmelsporen zum einen kein Licht zur Verbreitung benötigen, zum anderen die Luftzirkulation {Luftzirkulation} zum Abtransport der Feuchtigkeit eingeschränkt ist, finden sie sich an diesen Stellen wie auch hinter dichten, nah an der Wand angebrachten Vorhängen besonders zahlreich.

Diese wirken, ebenso wie dicht an der Wand stehende Möbel ohne Füße, ähnlich wie eine Innendämmung mit dem Effekt der Taupunktverschiebung innerhalb der Wand.

1.2.3 Anteil befallener Flächen

Bisher gibt es noch keine einheitlichen Zuordnungen zur Katalogisierung und Beurteilung der betroffenen Flächengrößen; das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg[3] geht von folgender Einteilung aus:


Kategorie 1 – geringfügig (< 20 cm2)
Kategorie 2 – gering bis mittel (< 0,5 m2)
Kategorie 3 – groß (≥ 0,5 m2 + tiefere Schichten)

Je nach Dichte und Tiefe des Befalls kann, unabhängig von der Größe, eine Zuordnung zur jeweils höheren Kategorie erforderlich sein.

1.2.4 Nutzungsklassen

{Nutzungsklassen}

Je nach Nutzung werden unterschiedliche Ansprüche an die Behandlung von Schimmelbefall gestellt, die gemäß dem Schimmelleitfaden 2017 des Umweltbundesamts wie folgt festgelegt sind:


NutzungsklasseAnforderungen an die InnenraumhygieneBeispiele
ISpezielle, sehr hohe Anforderungen wegen individueller DispositionRäume für Patienten mit Immunsuppression
IINormale AnforderungenInnenräume zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen: Wohn- oder Büroräume, Schulen, Kitas usw. einschließlich dazu gehörender Nebenräume
IIIReduzierte AnforderungenNicht dauerhaft genutzte Räume außerhalb von Wohnungen, Büros, Schulen usw., z. B. Keller- und Abstellräume, nicht ausgebaute Dachgeschosse sowie Garagen oder Treppenhäuser
IVDeutlich reduzierte AnforderungenLuftdicht abgeschottete Bauteile und Hohlräume in Bauteilen oder Räumen, die nach Anforderung der DIN 4108-7 mit geeigneten Stoffen gegenüber Innenräumen abgeschottet sind

Tab. 1: Anforderungen an Nutzungsklassen (Quelle: © Umweltbundesamt[4])


Bild 7: Geringer Schimmelbefall im Anschluss der Wand an die Decke (Quelle: Ingrid Kaiser)


Bild 8: Mittlerer Schimmelbefall im Anschluss der Wand an den Boden (Quelle: Ingrid Kaiser)

Die einzelnen Schimmelarten unterscheiden sich auch durch die Struktur der Oberfläche; einige bilden einen schleimigen Film, anderen fehlt dieser fast völlig, sodass die Sporen sich durch Luftbewegung wesentlich leichter im Raum bewegen können. Diese trockenen Befallstellen können leicht mit bereits abgestorbenen Schimmelflächen verwechselt werden, sodass weitergehende Untersuchungen erforderlich sind.


Hinweis
Aktiver Schimmelbefall bietet zusätzlich auch Milben und Bakterien einen entsprechenden Nährboden und erhöht damit die Gesundheitsgefährdung.

1.3 Was deutet auf einen versteckten Befall hin?

1.3.1 Geruch

{Geruch}

Auch wenn keine sichtbaren Spuren von Schimmel vorhanden sind, können Hinweise auf Befall durch modrigen, muffigen Geruch vorliegen. Dieser entsteht als Stoffwechselprodukt durch ausgeschiedene Gase (MVOC {MVOC}, siehe die folgenden Seiten). Je nach Intensität des Geruchs kann die Quelle eventuell direkt geortet werden, z. B. hinter großen Schränken, die ohne Füße direkt an der Wand stehen, oder in textilen Oberböden. Die VDI-Richtlinie 4301 Blatt 1[5], ergänzt durch die VDI-Agenda 2016[6], beschäftigt sich mit der Geruchsprüfung und den erforderlichen Randbedingungen sowie den Anforderungen an die Prüfer. Sie nimmt Bezug auf die DIN ISO 16000-30[7], die ebenfalls Hinweise zur Durchführung von Geruchsprüfungen und deren Anforderungen enthält.

Fühlen sich bestimmte Oberflächen zusätzlich feucht an, liegt höchstwahrscheinlich Schimmelbefall vor.

1.3.2 Beschwerden der Nutzer

Abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand treten mögliche Symptome {Symptome} in unterschiedlicher Ausprägung bei den Raumnutzern auf. Erste Anzeichen können ständige Kopfschmerzen, häufige Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwierigkeiten sein. Da die Sporen meist über die Atemwege {Atemwege} aufgenommen werden, treten oft Atembeschwerden, Husten und Bronchitis auf. Aber auch über die Haut können die Schadstoffe aufgenommen werden und zu Augen- und Hautreizungen (Rötungen, Juckreiz) führen. Häufige Infektionen, auch des Magen-Darm-Trakts, deuten ebenfalls auf Schimmelbefall der Räume hin.

Umweltmediziner und Allergologen können die Ursachen der Symptome feststellen und somit Hinweise auf Schimmelbefall geben.

Raumklima {Raumklima}

Türler ve etiketler

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9783963140525
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