Kitabı oku: «Callgirl unterm Weihnachtsbaum», sayfa 2
„Ich liebe dich“, sagte er schon zum zweiten Mal an diesem Tag und darüber wollte ich mich bestimmt nicht beklagen.
4
BIG BIG LOVE
JACOB
Es war ein vollkommen neues Gefühl für mich, hier mit Emma anzukommen. Nach all den Jahren, in denen mir keine Frau nahe gekommen war, erschien es mir, als wäre ich endlich Zuhause.
Dabei hatten wir bisher kaum Zeit miteinander verbracht. Unsere spärlichen Telefonate während der vergangenen zwei Wochen ausgenommen, war es nur eine knappe Woche, in der wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnet waren.
Und doch war Emma mir vertrauter als jeder andere Mensch auf der Welt.
„Ich liebe dich“, hauchte sie und sah mich dabei an, als wäre ich etwas ganz Besonderes.
Ungefähr so besonders wie Emma für mich war.
Auch ich hatte bereits mehrmals Ich liebe dich zu ihr gesagt. Die drei Worte, die seit Jahren überhaupt nicht mehr über meine Lippen gekommen waren, rutschten mir bei Emma einfach so raus. Ohne dass ich darüber nachdenken musste, erblickten sie das Licht der Welt. Ich fühlte es in diesen Momenten genau so. Es war beinahe schon unheimlich.
Jetzt hatten wir eine ganze Woche nur für uns. Wenn wir zu zweit alleine hier draußen in der Wildnis waren, würde sich zeigen, ob das zwischen uns nur ein Strohfeuer war oder der Beginn von etwas ganz Großem.
Ich tendierte entschieden zu letzterem. Aber ich hatte mich schon einmal so sehr in einem Menschen getäuscht, den ich von ganzem Herzen geliebt hatte.
Darum prüfe, wer sich ewig bindet - das war mein Motto. Davon würde ich auch Emma nicht ausnehmen, so sehr ich sie auch liebte. Beziehungsweise zu lieben glaubte.
Gefühle konnten gemeine Verräter sein. Die Vernunft sollte mir eigentlich eindringlich sagen: Jacob, Augen auf! Doch sie sagte es nicht. Aber noch hatte ich die Kontrolle über meinen Verstand nicht ganz verloren.
Emma zitterte unter mir. Da ich nicht sicher sein konnte, ob das von der Kälte kam oder von der Erregung, gab ich ihr einen weiteren romantischen Kuss und löste mich dann von ihr.
Ich reichte ihr meine Hände, die sie vertrauensvoll ergriff, und zog sie auf ihre kleinen Füße, die in den dicken Stiefeln doppelt so groß aussahen wie sie eigentlich waren.
Wenn sie sich nicht so furchtbar vor dem Elch erschrocken hätte, hätte ich ihr gern den Fuchs gezeigt, der uns aus dem Schutz einer Fichte beobachtete. Aber den weiteren Schrecken wollte ich ihr ersparen.
„Du bist total nass und durchgefroren. Du musst ins Haus, Emma.“
Am ganzen Leib zitternd, schmiegte sie sich an mich. Ihr Kopf mit dem schönen blonden Haar, das von der Toberei ganz zerzaust war, bewegte sich. Das sollte wohl ein Nicken bedeuten.
„Geh schon vor und lass dir ein Bad ein. Aber sei vorsichtig. Es ist glatt. Nicht, dass ich dich wieder vom Boden auffischen muss.”
„Glaub mir, so etwas passiert mir nur einmal. Ab sofort bin ich so sorgsam, als würde ich im Central Park Schlittschuhlaufen.“
Übervorsichtig setzte sie einen Fuß vor und wäre prompt wieder ausgerutscht, hätte ich sie nicht im letzten Moment aufgefangen.
„Winter scheint nicht so deins zu sein”, bemerkte ich, musste mir das Grinsen aber verkneifen. Emmas rotgefrorenes Näschen und ihr verhuschter Gesichtsausdruck waren einfach so süß, dass ich sie am liebsten an Ort und Stelle vernascht hätte.
Doch das behielt ich für mich. So wie ich sie einschätzte, wäre sie sofort dabei gewesen. Aber das ging gar nicht. Das kleine Stadtmädel hätte sich eine Lungenentzündung eingefangen.
Und wenn sie dabei auch noch den Fuchs entdeckt hätte und eventuell auch den Elch, der uns aus sicherer Entfernung angstvoll beäugte, hätten wir gleich wieder abreisen können. Gleich nachdem ich den Jeep aus dem Hügel befreit hatte. Was nicht besonders schwierig werden würde. Aber Emma sollte den richtigen Eindruck von mir bekommen. Ja, ich war ein Schwein. Doch ich würde alles tun, damit Emma mich auch wirklich so sehr liebte wie ich sie. Und wenn ich dafür Elche verscheuchen, Füchse verheimlichen und einen angeblich festgefahrenen Jeep mit Allradantrieb befreien musste.
Oder ihrem unfähigen Boss ein halbes Dutzend Aushilfskräfte beschaffte. Und meinem Freund vom Buffalo Manager Magazine 100.000 extra zusteckte. Darum musste ich mich auch noch kümmern, sobald Emma in der Wanne saß, denn noch hatte ich keine Ahnung, wie es in der Sache stand.
„Hoffen wir, dass bis zum Ende der Woche ein bisschen Schnee geschmolzen ist”, murmelte ich und zwinkerte Emma zu.
„Bloß nicht. Ich finde den Schnee toll!“, protestierte sie überraschenderweise und ließ sich bereitwillig von mir ins Haus führen.
„Ach du meine Güte! Was ist denn mit dem armen Kerl passiert?”, rief sie, kaum dass ich die Tür aufgeschlossen hatte.
Sie schlug eine dick behandschuhte Hand, an der auch noch ihr Schal hing, auf ihren aufgerissenen Mund, sodass von ihrem Gesicht nur noch das rote Näschen und die kugelrunden Augen zu sehen waren.
Mein Gott, sie war so süß!
Aber noch war keine Zeit für ein Schäferstündchen. Armen Kerl vertreiben, Jeep umparken, Ricky anrufen, Jeep auspacken, Emma anpacken.
Ich sah mich nach einem armen Kerl um. Sollte sich ein Trapper hierher verirrt haben? Oder hatte Gelber Bär es sich in meinem Haus gemütlich gemacht, weil er bei sich Heizkosten sparte?
Es war weder das eine, noch das andere. Emma sprach tatsächlich von dem Weihnachtsbaum.
5
DER ARME KERL
EMMA
Ich starrte auf eine riesige Tanne. Wie eine Trennwand stand das wunderschön gewachsene Teil im Eingangsbereich, zwischen dem Wohnzimmer und dem Esstisch mit den vielen Stühlen.
Der ganze Raum war erfüllt von dem ätherischen Öl, das der Baum verströmte, und ein bisschen nach Harz. Es duftete himmlisch.
Aber die Tanne war alles andere als festlich geschmückt. Keine Kugeln, keine hübschen Anhänger. Noch nicht einmal einfache Strohsterne.
Wenn wenigstens jemand eine Lichterkette darüber geworfen hätte. Aber nichts. Gar nichts. Der Baum blickte mich dunkelgrün, nackt und traurig an.
„Ich will ihn schmücken”, flüsterte ich wie Gollum persönlich.
Jacobs Griff um meine Taille wurde fester.
„Erstmal kommst du mit ins Bad.”
Ich machte mich steif. „Aber ...“
„Nichts aber. Wenn du jetzt krank wirst, hilft uns das auch nicht weiter. Komm.“
Jacob zerrte an mir und ich hatte keine Chance gegen ihn. Widerwillig stolperte ich hinter ihm her, doch mein Blick klebte immer noch an der Tanne.
Einen so schönen Baum hatte ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Der Superbaum am Rockefeller Center in New York war zwar größer, doch der hier war viel schöner. Aber groß war er auch. Er reichte von dem Holzboden, auf dem er stand, bis in den Dachfirst. Diese Blockhütte besaß nämlich eine offene Galerie.
„Hast du ihn schon abgeschmückt? Du oder der- oder diejenige, der oder die dafür zuständig ist?”
Wir waren im oberen Stockwerk angekommen. Holzwände und schöne Gemälde mit indianischen Motiven - genau so hatte ich dieses Haus in Erinnerung. Doch auch hier gab es keinen Weihnachtsschmuck.
„Redest du immer noch von dem Baum?“
„Natürlich.“
Wie konnte man nicht von diesem Baum reden?
Jacob konnte. Geradezu brutal schob er mich ins Bad.
„Ausziehen“, kommandierte er mich herum und stürzte sich auf die Wanne.
Er spritzte sie aus, versenkte den Stöpsel und ließ heißes Wasser ein. Es dampfte kräftig um die Armatur herum.
„Welchen Duft bevorzugst du?“
Inzwischen stand Jacob vor einem schmalen, hohen Regal, in dem allerlei hübsch aussehende Pflegemittel aufbewahrt wurden.
„Tanne“, hauchte ich und ließ meinen dicken Rollkragenpullover auf meine dicke Daunenjacke fallen.
„Hm”, machte Jacob.
Seine Augen schauten mich ungefähr so gierig an, wie ich vorhin den Weihnachtsbaum betrachtet hatte.
Ein Lächeln der Vorfreude huschte über mein Gesicht.
„Nichts da!“, sagte Jacob streng. Entschieden nahm er eine Flasche mit einem rötlichen Inhalt aus dem Regal. Das war doch nie im Leben Tanne.
„Aber ich habe lange genug gewartet“, wisperte ich.
„Genau wie ich. Und weil sogar ich das schaffe, wirst auch du noch eine halbe Stunde aushalten können. Du musst dich unbedingt aufwärmen.“
Jacob gab einen kräftigen Schuss von dem roten Badezeug ins Wasser. Sofort duftete es sommerlich nach Kirsche.
Nicht mal Glühwein, dachte ich enttäuscht.
Ich wusste ja, wie undankbar ich war, doch wenn man mir einen ungeschmückten Weihnachtsbaum zeigte, gleich nachdem ich eine weiße Winterlandschaft gesehen hatte, dann glaubte mein Gehirn, wir hätten Weihnachten.
Wo ich doch so vernarrt war in Weihnachten ...
Und wenn dann auch noch Jacob dazukam, war es ganz um mich geschehen. Das war dasselbe, als wenn mir jemand eine schwierige Matheaufgabe vorlegte. Dann wollte ich sie lösen. Und dann gab ich nicht eher Ruhe, bis das Ergebnis dastand.
Meine Enttäuschung unterdrückend pellte ich mich aus den nassen Jeans und sagte in verführerischen Ton: „Mir ist schon ganz heiß.”
Lachend drückte Jacob mir einen Kuss auf die Stirn. „Dein niedlicher Strip in allen Ehren, du kleine Schlange, aber deine Gesundheit geht vor!“
Blitzschnell schoss meine Rechte vor. Hatte ich es mir doch gedacht! Jacobs Teil gierte nach mir.
„Willst du mir ernsthaft vormachen, dass du keine Lust auf eine Runde Schlammcatchen hast?“, gurrte ich.
„Das fühlt sich sehr … angenehm an. Aber … Nein … Hüpf endlich in die Wanne. Diese Stange schmilzt gleich beim Jeepbefreien dahin.” Jacob floh geradezu aus dem Bad.
„Beeil dich. Und dann komm schnell zu mir in die Wanne”, rief ich ihm aus Leibeskräften hinterher, um sein Getrampel auf der Holztreppe zu übertönen.
„Entspann dich, Emma, und wärm dich vor allen Dingen auf. Wir haben noch eine ganze Woche, um uns das Hirn aus dem Leib zu vögeln.“
Das Hirn aus dem Leib vögeln …
Jetzt war nicht nur der Baum traurig, sondern auch Jacobs wunderschöner harter Schwanz blieb ungenutzt. Und das nach zwei Wochen Abstinenz.
6
AUFHEIZEN
JACOB
Ich hatte zwar keine Ahnung, über wen ich den Kopf mehr schüttelte, ob über Emma oder über mich. Auf alle Fälle rannte ich kopfschüttelnd die Treppe runter.
Der Anblick von Emmas Minikurven hatten mich total heiß gemacht. Nun sorgte meine knüppelharte Latte für akuten Platzmangel an meiner Hose.
Schon als Emma mit ihren kleinen, rotgefrorenen Händchen den Saum ihres dicken Pullovers berührte, hatte sich etwas in mir gerührt.
Als sie dann dastand mit ihrem roten Spitzen BH, durch den sich ihre steifgefrorenen Nippel bohrten, war ich bereit gewesen.
Bereit, Emma in meine Arme zu ziehen und meine Hände über ihre samtene, helle Haut zu führen. Ich wollte jeden Quadratzentimeter ihres Körpers erobern und unter mir spüren. Und um mich herum. Oh, wie ich ihre kleine rosa Pussy vermisste, die mich so oft, aber bei weitem nicht oft genug, glücklich gemacht hatte.
Schon im Morgengrauen, als ich sie in ihrer Zweier-WG abgeholt hatte, konnte ich mich kaum noch beherrschen. Die gesamten zwei Wochen der Trennung, die hinter uns lagen, hatte ich immer an sie gedacht. Selbst wenn ich arbeiten musste, dachte ich dabei an Emma. Wie sollte ein Mann dabei ruhig bleiben?
Aber ihre schwangere Freundin hatte Emma stundenlang abgeknutscht und uns keine Sekunde allein gelassen. Als würde Emma für immer aus ihrem Leben verschwinden.
Wenn es doch so gewesen wäre.
Aber Emma verabschiedete sich auch noch, als hätte ich sie zu einer Weltreise abgeholt. Stattdessen hatten wir bloß diese eine Woche und ich wollte, dass sie so schnell wie möglich begann. Ich konnte allerdings nicht verhehlen, dass ich hoffte, dass daraus mehr wurde. Viel mehr. Am besten ein ganzes Leben.
Ich hatte den verdammten Weihnachtsbaum, der das ganze Haus ausfüllte und den Grauer Bär eigentlich schon Anfang Januar hätte entsorgen sollen, umrundet, und trat nach draußen, um erstmal ungestört mit meinem Freund Ricky zu telefonieren.
Klare, eiskalte Luft schlug mir entgegen.
Ich liebte die Wildnis, besonders im Winter. Hoffentlich verliebte Emma sich außer in mich auch in meine Heimat. Dann stand unserem Glück nichts im Wege.
Die Funkverbindung stand, doch Ricky nahm nicht ab. Also sprach ich im auf die Mailbox, dass er sich so schnell wie möglich bei mir melden sollte, und kümmerte mich dann um die anderen Aufgaben, die zwischen mir und Emma standen.
Der Jeep sprang sofort an. Ich legte den Rückwärtsgang ein und fuhr bis vor die Haustür, um bequem ausladen zu können.
Da ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt unserer Beziehung noch keine Ahnung hatte, was Emma gern aß, hatte ich von allem etwas gekauft. Ich schleppte die Vorräte in die Küche, putzte die Spur aus Schnee und Eis, die ich durchs Haus gezogen hatte, und begann, die verderblichen Waren in den Kühlschrank zu räumen.
„Wie lange willst du mit mir Ferien machen?”
Ich fuhr herum.
„Emma!“
Mir stockte der Atem. Hatte Gott mir einen Engel geschickt?
Emma wies mit ihren himmlischen Fingerchen auf den Lebensmittelberg, der sich auf der Kücheninsel erhob. Und dann noch auf die Getränkekisten, die sich auf dem Boden stapelten.
„Auf die Apokalypse, sind wir auf jeden Fall schon einmal vorbereitet! Bis zum Sommer können wir uns hier locker die Bäuche vollschlagen”, kicherte sie.
Sie stand im Eingang zur Küche und trug lediglich ein durchscheinendes weißes Spitzenhöschen und den dazu passenden BH.
Irgendetwas schleppte sie außerdem auf dem Rücken mit sich herum, auf das ich mich aber nicht konzentrieren konnte. Kein Mensch hätte das zustande gebracht, denn Emmas süße rosa Nippel stachen mir geradezu in die Augen.
„Ich wusste nicht, was du gern isst.“ Ich zuckte mit den Schultern, Auge in Auge mit Emmas angespitzten Nippeln.
Das niedliche kleine Luder unterdrückte ein zufriedenes Grinsen. Sie sah genau, was sie wieder mit mir angestellt hatte. Es zuckte bereits schon wieder in meiner Hose.
„Vielleicht sollten wir die Fressalien gemeinsam einräumen ....“ Sie zwinkerte mir neckisch zu.
Wie sollte ich mich dagegen wehren? Ich hatte Emma zwar mit Ordnung und einer Tasse heißer Schokolade überraschen wollen. Aber wenn sie so dastand …
„So kannst du doch nicht vor mir auftreten und dann erwarten, dass ich Lebensmittel einräume“, röchelte ich.
Ich gab der Kühlschranktür einen Stoß und war auch schon bei Emma. Heißblütig riss ich sie in meine Arme.
„Aber das erwarte ich doch gar nicht“, kicherte sie, während ich meine Hände schon wieder von ihr zog.
„Was hast du da am Rücken?“
Mann, tat das weh! Irgendetwas hatte sich in meinen Handteller gebohrt.
Es war eine weiße Feder.
Wo kam die denn her?
Lächelnd wandte Emma mir den Rücken zu.
„Engelsflügel?“
Über das ganze Gesicht strahlend drehte Emma sich wieder zu mir zurück und machte sich ohne Umstände an meiner Hose zu schaffen. „Die Flügel habe ich in der Tüte gefunden, die hinter dem Weihnachtsbaum auf dem Boden liegt. Sind die nicht süß?“
7
JACOB VERLEIHT FLÜGEL
EMMA
„Vor allen Dingen sind diese Mistdinger schmerzhaft“, knurrte Jacob und setzte mich auf einen Sack mehlig kochende Kartoffeln.
„Was machst du mit mir?“, kreischte ich verdutzt. Ich kam gar nicht mehr dazu, mich um Jacobs Wohlergehen zu kümmern.
„Als wenn du das nicht wüsstest, mein Engelchen.“ Jacobs Augenbrauen zogen sich über seiner schönen Nasenwurzel zusammen.
Mann, war der entschlossen! Und das war so heiß. Zwischen meinen Beinen köchelte schon die scharfe Sauce.
„Bin ich der Braten zu der Kartoffelbeilage?“ Ich legte den Kopf schräg und bot damit Jacob meinen Hals dar.
„Hm. Ein Satansbraten.“
Jacobs Lippen senken sich auf die zarte Haut unterhalb meines Halses.
Zischend sog ich die Luft durch meine Lippen und verhedderte mich in den Trägern der Flügel, die ich gerade ablegen wollte, damit Jacobs Hände nicht gleich gefiedert waren.
„Was tust du da, Emma?“, fragte Jacob, ohne sich aus dem Konzept bringen zu lassen.
Er küsste jede Stelle meines Dekolleté.
Trotz meines Kampfes mit den Engelsflügeln stellten sich sämtliche Härchen auf meinem Körper auf und ich wettete mit mir selbst, dass er mich allein durch Küssen zum Orgasmus bringen konnte.
„Ich ziehe mich für dich aus”, stöhnte ich lustvoll.
„Klappt wohl nicht so gut“, kam es zurück.
„Mach du mal den Entfesselungskünstler, während jemand deine empfindlichsten Stellen mit dem Mund bearbeitet und du gleichzeitig auf einem Kartoffelsack sitzt.“
„Mache ich dich nervös?“
Ich kreischte leise auf, als Jacob mit den Händen unter die zarten Körbchen meines BHs kroch. „Du und die Kartoffel, die sich in meinen Hintern bohrt.“
Jacob lachte leise und schob den BH hoch, sodass meine Brüste frei lagen. Er betrachtete sie hingerissen und fragte nachdenklich: „Ist das gut oder schlecht?“
„Ich hasse anal, aber ich liebe es, wie du mich anschaust.“
„Es bleibt nicht beim Anschauen.“
Jacob legte seine Lippen um meine Brustwarzen und knabberte genüsslich an ihnen.
Die Sauce zwischen meinen Beinen brodelte. Ich vergaß, dass ich in den Trägern der Engelsflügel gefangen war. Das war ungünstig für mein Gleichgewicht und ich knallte auf den Rücken.
Äpfel und Birnen pressten sich in meine Haut, eine Karotte pikste in mein Ohr und der wunderbare Geruch eines frischen Baguettes kroch mir in die Nase. Mein Magen knurrte, als Jacob mich vom Tisch zog und mich ins Wohnzimmer schleppte.
Wir kamen an dem wunderbaren und doch so traurigen Weihnachtsbaum vorbei. Wehmut stieg in mir auf, doch mein Verlangen, den Baum so zu schmücken, wie er es verdient hatte, musste meinem und Jacobs körperlichem Verlangen weichen.
Jacob setzte mich von hinten auf die weiche Lehne des Sofas, das quer im Raum stand, als ich die Engelsflügel verlor. Er packte die Flügel und schleuderte sie quer durch den Raum. Danach packte er mich.
Ich schlang meine Arme um seinen Hals und die Beine um seine schlanken Hüften. Dann ließ ich mich rückwärts fallen. Eng aneinander geklammert landeten wir erst auf dem Sofa und dann auf dem Boden davor.
Wir küssten uns wild und unsere Hände tasteten sich über unsere Körper. Wie waren so erregt, dass es uns nichts ausmachte, dass wir uns auf Teppich wälzten, halb unter dem Sofatisch.
Jacobs Lippen und seine Hände waren überall. Ich zerrte ihm den kratzigen Winterpullover über den Kopf. Dann das T-Shirt. Und dann ein Unterhemd aus blaugrau gestreiftem Trikotstoff.
Endlich spürte ich seine nackte Haut. Stöhnend und am ganzen Leib zitternd berührte ich seinen Bauch mit meinen Brüsten. Ich erschauderte und bekam eine Gänsehaut.
„Du machst mich so heiß“, raunte Jacob in mein Haar, während er ungefähr so mit seinen Jeans kämpfte, wie ich vorhin mit den Engelsflügeln.
Endlich war die blöde Hose weg. Und die dicken Socken an seinen Füßen.
„Oh, komm zu mir, schnell“, wimmerte ich und streckte meine Arme nach Jacob aus.
In dem Augenblick dudelte irgendwo ein Handy.
Jacob geriet fast in mehr Aufregung als vorhin, als er mich in meinem sexy Engels-Outfit erblickte.
„Gehst du da etwa dran?”, keuchte ich.
„Sorry … Geschäftlich ...”, murmelte er entschuldigend. Und schon krabbelte er zu seiner Hose.
Enttäuscht grabbelte ich nach der Wolldecke, die auf dem Sofa lag und wickelte mich darin ein. Sie war kein Ersatz für Jacob, der sich das Handy ans Ohr riss und damit in die Küche floh.
„So ein Mist”, hörte ich ihn fluchen.
Ja, ganz recht: So ein Mist!
„Du kommst hier nur als Kratzen an”, sagte Jacob. „Falls du mich verstehst …”
Die Küchentür flog zu und ich verstand gar nichts mehr.
Trübselig spähte ich zu dem Weihnachtsbaum und versuchte mir schönzureden, was hier gerade abging.
Das war ja ganz toll, wenn die Geschäfte schon jetzt wichtiger waren als ich.
Aber da flog die Küchentür auch schon wieder auf.
„Irgendwo ist bestimmt wieder ein Schneesturm. Der Empfang ist unter aller Sau. Ich hab das Handy ganz ausgeschaltet.”
Jacob grinste breit, als er auf die Knie ging und auf allen Vieren zu mir krabbelte. Ich warf die Wolldecke in hohem Bogen von mir und ließ Jacob zwischen meine Beine. Er gab mir einen Kuss auf meine empfindlichste Stelle, legte seine warmen, weichen Lippen um meinen Kitzler und saugte daran. Ich schnappte nach Luft und schloss die Augen. Hatte vorhin ein Handy geklingelt?
War das schön. So schön. Wie hatte ich das vermisst.
„Jacob, willst du denn gar nicht mitmachen?”, fragte ich halbherzig, denn es war wirklich so schön. Ich hätte das stundenlang haben können. Aber lange hielt ich Jacobs Schlecken und Saugen nicht mehr aus. Er machte mich wahnsinnig damit. Wenn ich nachher wieder bei Verstand wäre, würde ich ihn fragen, was er da eigentlich genau machte mit seiner Zunge, den Lippen und Fingern. Er sollte es mir erklären. Bis ins Detail. Aber jetzt sollte er erstmal weitermachen damit.
Nur nicht so schnell.
Ich spürte schon, wie sich alles in mir auf diesen einen Punkt hin zusammenzog.
Was Jacob mit mir machte, war etwas vollkommen anderes als das, was ich mit mir selbst trieb. Es war viel besser. Es war grandios.
„Oh, Jacob, ich komme”, schrie ich.
Doch Jacob ließ nicht locker. Er leckte immer weiter. Er drang mit zwei Fingern in mich ein und ließ mich um ihn herum zucken, als hätte ich seit zwei Wochen keinen Mann mehr gehabt, was absolut zutraf. Darum war es ja so wahnsinnig. Ich hörte gar nicht mehr auf zu zucken. Ich bäumte mich auf und drückte mich gegen Jacob.
„Bitte, Jacob, komm zu mir. Ich will dich in mir spüren”, keuchte ich auf dem Höhepunkt.
Und endlich kam er zu mir. Seine seidenweiche Granate drang hart in mich ein und ich schrie erneut auf. Verwundert ließ ich den zweiten Orgasmus über mich ergehen, während Jacob sich abwechselnd sanft und heftig in mir bewegte.
„Fester, Jacob, fester”, feuerte ich ihn an.
Keine Ahnung, was in mich gefahren war. Außer Jacob, meinte ich. So war ich sonst nicht. Nur mit ihm kam ich so aus mir raus. Er weckte meine verborgenen Leidenschaften und ich genoss es so sehr.
Unsere keuchenden Münder fanden sich zu einem unwahrscheinlich heißen Kuss. Und dann zuckten wir gemeinsam umeinander. Ich schrie wie eine Hirschkuh, Jacob stöhnte wie ein Elch. Es war animalisch. Animalisch schön. Wenn es so war, ein Tier zu sein, dann wollte ich immer eins sein. Ich wollte mich gehen lassen, gemeinsam mit Jacob.

„Autsch”, fluchte Jacob leise.
„Was ist”, murmelte ich verschlafen an seinem Bauchnabel. Wir lagen halb auf dem riesigen, kuscheligen Wohnzimmerteppich und halb unter dem Weihnachtsbaum. Wir waren tatsächlich eingeschlafen. „Federn?”
„Nadeln.”
Sofort war ich wach. „Das kommt daher, dass der Baum vor Trauer über die Vernachlässigung weint.”
„Du bist eine.” Jacob grinste halbherzig und robbte mit mir in seinen Armen zum Sofa.
Er hob mich auf das weiche Polster. Ich drehte mich auf die Seite und Jacob schmiegte sich von hinten an mich.
„Pass auf”, nuschelte er. „Jetzt kommt die Kartoffel. Sie will in deinen hübschen Popo.”
„Darauf fall ich nicht rein. Die Kartoffeln sind in der Küche”, nuschelte ich zurück. „Aber deine Zucchini darf jederzeit in mich eindringen.”
„Darauf werde ich zu gegebener Zeit zurückkommen”, grinste Jacob an meinem Ohr.
„Darum möchte ich bitten.”
„Jetzt?”
„Wenn du schon wieder kannst …”
Jacob drückte seinen Unterleib gegen meinen Hintern.
Uiuiuiui. Jacobs gutes Stück stand schon wieder auf Halbmast. Ich wedelte ein bisschen mit dem Po. Hm. Fühlte sich auch bei mir gut an. Mein Gott. Das konnte eine Woche werden. Wir würden pausenlos ineinander stecken. Das Paradies.
„Aber nicht anal”, sagte ich drohend.
„Nicht da?”
„JACOB!”, kreischte ich, denn er hatte einen Finger auf meine Rosette gelegt. „NEIN!”
Sofort nahm er den Finger wieder weg, umschlang mich und kuschelte sich züchtig an mich. Er züngelte nur ein bisschen in meinem Nacken und ich gab mich dem genüsslich hin. So schön weich war Jacobs Zunge. Und so warm. Und sie keckerte.
„Du keckerst”, kicherte ich.
„Hm?” Jacob züngelte weiter.
„Hörst du das?”
„Was denn?”
„Wenn du züngelst, keckerst du.”
„Was ist denn Keckern?”
„Das Geräusch, das du beim Schlecken mit der Zunge machst.”
„Ich bin aber ganz leise.”
„Nein. Hörst du das?”
„Nein. Aber vor allem schlecke ich gerade nicht.”
Das fiel mir in dem Moment auch auf.
Ich wurde stocksteif in Jacobs Armen. „Was ist das? Da ist es wieder. Keckeckeckeckeck. Oder hast du dein Handy auf Vibration gestellt?”
„Nein. Das ist aus.” Jacob fuhr hoch.
Vor Schreck machte ich es ihm nach.
Wir standen beide splitterfasernackt im Wohnzimmer. Ich konnte leider nicht an dem armen Baum vorbei sehen.
Jacob ließ seinen Blick wachsam über das Wohnzimmer schweifen, wie ich aus dem Augenwinkel heraus sah. Er war ganz der Indianer auf Spurensuche.
„Da”, zischte ich.
Keckeckeckeckeck.
„Hast du es gesehen?”, flüsterte Jacob.
Kreischend sprang ich aufs Sofa. „Nein! Klopft etwa der Elch an die Tür?”
Jacob schaute zu mir. Er zog einen Mundwinkel hoch.
„WAS?”
„Wenn der Elch an die Tür klopft, klingt das ein klein wenig anders.”
„Wie?”
„Es dürfte dir gefallen: Mehr wie das Poltern vom Weihnachtsmann. Nur lauter.”
„Haha. Der rennt aber nicht die Tür ein? Jacob, sag, dass er das nicht kann!”
„Ein 500-Kilo-Elch hat keine Chance gegen meine Hartholzhaustür.”
Misstrauisch versuchte ich Jacobs Blick zu fangen, doch der war immer noch auf der Spurensuche.
Plötzlich stürzte er sich mit seinem gesamten schönen Männerkörper auf ein Sofakissen, das ein wenig leblos in einer Ecke hing.
Oh Gott. Was tat der Mann da?
Solange ich darüber keine Klarheit hatte, ging ich wohl besser vom Sofa runter und hüllte mich wieder in die Wolldecke, die ich vorhin quer durch das Wohnzimmer geworfen hatte..
„Jacob, was machst du da?”
Er stand schon wieder auf seinen Beinen. In den Händen hielt er die Kissenhülle. „Siehst du das, Emma?”
Ich nickte, starr vor Angst.
„Jemand hat das Kissen ausgehöhlt.”
„Wer?”, presste ich hervor.
Jacob sah aus, als würde er nachdenken, ob er mir die furchtbare Nachricht zumuten konnte. Leider kam er zu dem Schluss, dass ich dem gewachsen sein müsste.
„Ein Tier”, sagte er und legte die Stirn in Falten.
„Was für ein Tier?”, kreischte ich schon wieder. So langsam ging ich mir aber selber auf die Nerven mit der Kreischerei. Ich wusste schon, warum ich normalerweise die Anwesenheit von Mathebüchern der belebten Natur gegenüber bevorzugte.
„Ist es ein gefährliches Tier?”
Ich flüchtete mich in Jacobs Arme. Die Decke rutschte an mir runter.
„Eins, das normalerweise Tannenbäume mag”, sagte er und schleppte mich in die Küche.

„Was kann das für ein gefährliches Tier sein, das Tannenbäume mag?”, kam ich auf das höchst unangenehme Thema von vorhin zurück.
Jacob hatte als erstes sein Handy gecheckt, hatte aber immer noch keinen Empfang. Dann hatte er die Heizung voll aufgedreht, damit wir uns nicht anziehen mussten. Ich fand das ein wenig seltsam, ließ mich aber gern auf ein Experiment ein. Zumal Jacob auf meine Nachfrage hin sagte, dass er das sonst nie machen würde. Außerdem hatte ich die Küchentür zugesperrt. Nur für den Fall, dass dieses gefährliche Tier, das Tannenbäume mochte, eventuell den Baum verlassen wollte.
Am liebsten hätte ich ja die Haustür weit geöffnet, damit das gefährliche Baumtier uns ganz verlassen konnte. Aber ich hatte an den Elch denken müssen und mich dagegen entschieden. Jetzt machte ich in der verschlossenen Küche einen Rum-Punsch, während Jacob immer noch Vorräte verstaute. Es war richtig gemütlich, gemeinsam zu werkeln.
Da Jacob meinen Fragen nach dem gefährlichen Tier aus dem Weg ging, fragte ich ihn, ob er ein Radio hätte oder so.
„Welche Musik magst du?”, fragte er interessiert.
„White Christmas, Last Christmas …”
Jacob lachte schallend. „Geht auch Kuschelrock?”
„Wenn darin Englein vorkommen ...” Ich grinste zwar, doch ich meinte das durchaus ernst.
„Frank Sinatra?”
„Na gut.”
Jacob machte irgendwas mit seinem Handy, das zur Zeit nicht zum Telefonieren taugte. Prompt erfüllte die samtene Stimme von dem alten Sinatra das Haus. Der Mann besaß natürlich die neueste Technik.
„Tut mir leid, dass ich nach einem Radio gefragt habe”, sagte ich zerknirscht.
„Besser als die Weihnachtslieder, die du aufgezählt hast.”
„Ich würde auch andere Weihnachtslieder hören, wenn du die lieber magst. Stehst du eher auf die lustigen. Jingle Bells …?”
Jacob knallte einen Haufen Dosen mit Flaschentomaten in den Vorratsschrank. „Was hast du eigentlich dauernd mit Weihnachten, Emma?”
Ohne meine Antwort abzuwarten, klemmte er sich zwei Familienpackungen Klopapier unter den Arm und marschierte aus der Küche.
„Tür zu”, rief ich schüchtern.
Aber Jacob scherte sich nicht um meine Bitte. Er wollte lieber nackt Klopapier im Haus verteilen.
Und da sah ich es: Das gefährliche Tier!
Ücretsiz ön izlemeyi tamamladınız.