Kitabı oku: «James Bond für Besserwisser»

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James Bond für Besserwisser

- Der tiefe Einblick in die Welt des Geheimagenten 007 -

von Danny Morgenstern

mit Fotos von Sascha Braun und Christian Danner

Danny Morgenstern

James Bond für Besserwisser -

Der tiefe Einblick in die Welt des Geheimagenten 007

Braunschweig 2014

© Danny Morgenstern

Korrektorat und Beratung: Doris Kreklau-Giemulla

Co-Lektorat: Fam. Ebbecke/Maren Scholz

Abbildungen: Die Rechte an den abgebildeten Fotografien liegen bei Sascha Braun, Christian Danner und Danny Morgenstern. Videocover, Buchcover, CD- und Plattencover entstammen der Sammlung von Danny Morgenstern.

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung, die über den Rahmen des Zitatrechts bei korrekter und vollständiger Quellenangabe hinausgeht, ist honorarpflichtig und bedarf der schriftlichen Genehmigung.

Das Buch ist kein offizielles Produkt des James-Bond-Merchandising. Verlag und Herausgeber stehen in keiner Beziehung zu den Produzenten und Rechte-Inhabern der Filmserie oder eventueller Markeninhaber rund um „James Bond“ oder die Figuren, Charaktere, Begriffe usw., der Filme oder Bücher.

Internet/E-Mail

www.james-bond-xxl.de

danny.morgenstern@007-xxl.de

In Erinnerung an

Ian Lancester Fleming

(1908 - 1964)

[no image in epub file]Ian Flemings Grab auf dem Friedhof von Sevenhampton in England

Inhalt

Vorwort

1)

Der Blick durch die Pistole (mit einem Überblick über die James-Bond-Filme)

2)

Der Film vor dem Film

3)

Die Einführung James Bonds

4)

„Casino Royale“ (2006) - mehr Neubeginn als Rückblick

5)

Von Querverweisen, Metaphern und Anspielungen

6)

„Sind Sie verheiratet, Mr. Bond?“

7)

Bond für die Ohren

8)

Bond rettet die Welt, aber wer rettet Bond?

9)

Weltherrschaft, der alte Traum

10)

Der tanzende Agent

11)

„Sie sind ein witziger Mann, Mr. Bond“ - der Humor in den James-Bond-Filmen

12)

Die Cameos

13)

Die James-Bond-Romane

14)

James Bond lebt... in einem Buch von John Pearson

15)

Eine Sekretärin packt aus

16)

„James Bond? So ein Unsinn!“

17)

Wenn sich Fiktion und Realität treffen

18)

„Ich hätte mir was zu lesen einstecken sollen“ - Literatur bei 007

19)

Agent in Fahrt

20)

Zeitungsmeldungen, Irrtümer, Gerüchte ...

21)

Ein Name bei Bond, James Bond

22)

Spion spielen

23)

„Die Zwei“ (...Richtungen der Inspiration)

24)

Peitsche, Powers, PPK

25)

James Bond und Adolf Hitler

26)

Eine angemessene Menge Trost

27)

M - Mutter - Minimalismus

28)

007: Wenn Zahlen zählen

29)

Was wäre gewesen, wenn ...

Anhang I -

Darsteller ohne Nennung im Abspann

Anhang II -

Tango to the Death

Anhang III -

Die Spiele in der Welt des James Bond

Anhang IV -

Quellennachweis/Bibliographie

Danksagung

Vorwort

Dieses Buch ist Ian Fleming gewidmet, der am 12. August 1964 an den Folgen seines zweiten Herzinfaktes starb. Obwohl es in „Man lebt nur zweimal“ heißt „Tote vergisst man schnell“, trifft dies auf Fleming nicht zu.

Dieses Buch erscheint zu seinem 50. Todestag und belegt, dass der britische Spionageautor allgegenwärtig und unvergessen ist. Geschafft hat er das mit einer Figur, die er 1953 in dem Roman „Casino Royale“ ins Leben rief: James Bond 007.

Fleming und Bond hatten viele Geheimsamkeiten, aber nur James Bond ist unsterblich.

Während meiner über sechs Jahre andauernden Arbeit an der ersten Ausgabe von „James Bond XXL“, dem weltweit umfangreichsten 007-Nachschlagewerk, stellte ich fest: Das James-Bond-Universum birgt Unmengen von Geheimnissen. Viele Dinge, die ich herausfand, ließen sich einfach nicht in einem Lexikon unterbringen, so entschloss ich mich dazu, ein weiteres Buch über 007 zu schreiben.

Am 18. Mai 2007 begann ich mit diesem Buch, und nachdem ich die Filme, die Romane, die Dokumentationen und die Sekundärliteratur über den Geheimagenten studiert habe, schlage ich mit „James Bond für Besserwisser“ ein weiteres Kapitel der Forschungsreise in die Welt des berühmten Geheimagenten Ihrer Majestät auf, um zu beweisen, dass in dieser Welt nicht alles trivial ist.

Ian Flemings eigene Aussage, er schriebe für „vernünftige, warmblütige, heterosexuelle Leser“, möchte ich ergänzen und mein Buch auch den unvernünftigen, kaltblütigen und homosexuellen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten.

Ich wünsche den 007-Fans und allen andern Menschen, die James Bond faszinierend finden, einmal mehr viel Spaß.1

12. Juli 2014, Danny Morgenstern

1) Der Blick durch die Pistole

Die Entwicklung der James-Bond-Filme im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ist offensichtlich.

„James Bond jagt Dr. No“ (1962) startet mit dem „Gun-Barrel“ oder „Through the Barrel“, dem Blick durch einen Pistolenlauf, der auf den vorbeigehenden James Bond gerichtet ist. Dieser Anfang, als dessen Erfinder Titeldesigner Maurice Binder2 gilt, sollte zum Markenzeichen aller offiziellen James-Bond-Filme werden.

Sam Mendes3, Regisseur von „Skyfall“ (2012) meinte, die gesamten James-Bond-Filme seien „eine Welt von Eröffnungssequenzen“.

Im Jahre 1954 kündigte ein Sprecher mit „Live from Television City in Hollywood“ die James-Bond-TV-Version „Casino Royale“ zu Beginn der Sendung „Climex!“ an, und die Kamera fuhr auf das Objektiv einer anderen Kamera zu. Dann verschmelzen die Übergänge, und der Betrachter glaubt, sich im langen Lauf des Objektivs zu befinden. Die Ähnlichkeit zu Binders „Gun-Barrel“ drängt sich auf.

„Barry Nelson4“ erscheint als Schriftzug, und eine Überblendung im Hintergrund lässt noch einmal den Objektivgang entlangfahren. Dann öffnet sich eine Blende, und die Namen der anderen Mitwirkenden sind zu sehen. Dann folgt, was man fast als Pre-Title-Sequenz bezeichnen kann: William Ludigan bereitet den Zuschauer mit einem Kartenschlitten für Bakkarat in der Hand auf das Kommende vor. Diese knappen anderthalb Minuten enthalten mehr, als man auf den ersten Blick wahrnimmt.

Eine andere Erklärung, wodurch Binder sich möglicherweise hat inspirieren lassen, bietet Ian Flemings5 Roman „Moonraker“ von 1953. Mit der Passage: „It was like being inside the polished barrel of a huge gun. From the floor, forty feet below, rose circular walls of polished metal near the top of which he and Drax clung like two flies. Up through the centre of the shaft, which was about thirty feet wide, soared a pencil of glistening chromium, whose point, tapering to a needle-sharp antenna, seemed to graze the roof twenty feet above their heads“ beschreibt er James Bonds Eindruck, als er die „Mondblitz-Rakete“ auf der Abschussrampe bestaunt. In der Übersetzung wurde daraus: „Es war, als befände man sich im Inneren eines gigantischen Gewehrlaufs.“ Und weiter: „Vom Boden, der zwölf Meter tief unter ihnen lag, erhob sich die runde Wandung aus spiegelglattem Metall, an der er und Drax hoch oben auf ihrer Galerie wie zwei Fliegen klebten. In der Mitte des Schachts, der ungefähr zehn Meter breit war, ragte ein Projektil aus glitzerndem Chrom, dessen Spitze, die in einer nadeldünnen Antenne auslief, das Dach über ihnen durchbohren zu wollen schien.“

Maurice Binder starb im April 1991 an einem Krebsleiden und nahm das Geheimnis, wodurch er sich hatte inspirieren lassen, mit ins Grab.

„Casino Royale“ (1954) klärt auch, wer wirklich der erste James Bond war: Barry Nelson - nicht etwa Sean Connery6, wie fast immer behauptet wird. Einer der großen Irrtümer in der Welt des 007.


Und Connery war auch nicht der erste James Bond auf der Kinoleinwand, denn Connery spielte zwar 007 im ersten Bond-Kinofilm „James Bond jagt Dr. No“ (1962), doch zeigt Maurice Binders „Gun-Barrel“ zu Beginn den Stuntman Bob Simmons7, der als Double engagiert wurde. Connery war also „nur“ Nummer 3.

Binders Pistolenlauf änderte sich im Laufe der Jahre leicht, auch wenn der Grundablauf immer gleich blieb: Ein wandernder Kreis auf schwarzem Grund fängt den vorbeigehenden, scheinbar nichts ahnenden James Bond ein. Der Agent geht von rechts nach links, während der Pistolenlauf ihm folgt. Blitzschnell dreht sich Bond herum und schießt mit seiner Walther PPK bzw. P99 in Richtung Pistolenlauf. Blut läuft vom oberen Bildrand, der Pistolenlauf beginnt zu wackeln und verschwindet meist am unteren Bildrand. Das ist die Überleitung zur Pre-Title-Sequenz.

In „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962), „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) und „Goldfinger“ (1964) blieben die Aufnahmen unverändert.8

Roger Moore erklärte, dass man diese Sequenz nicht bei jedem Film erneuerte, weil es schwierig war, die „Gun-Barrel“-Aufnahmen zu drehen. Und dies, obwohl Moore erst ab 1973 Bond war.

Binders zweite „Gun-Barrel“-Sequenz entstand für „Feuerball“ (1965), dem vierten offiziellen James-Bond-Film. Nun ist es wirklich Sean Connery, der als erste Person zu sehen ist. Die Aufnahme wurde bei „Man lebt nur zweimal“ (1967) und als Connery nach seiner ersten Bond-Pause für „Diamantenfieber“ (1971) zurückkehrte, gezeigt.

Zwischendurch spielte George Lazenby9 Bond in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969). Lazenby bewegt sich beim Herumwirbeln kontrolliert auf sein rechtes Knie. Dass 007 vor seinem Publikum auf die Knie ging, war niemals wieder in einer „Gun-Barrel“-Sequenz zu sehen. Neben den erwähnenswerten zusätzlichen Lichteffekten, die sich an der Innenseite des Gun-Barrels zeigen, gibt es eine weitere Besonderheit: Lazenby wird vom Blut, das den Pistolenlauf herunterläuft, verdeckt. Und so hält sich seit „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ hartnäckig das Gerücht, George Lazenby werde deshalb vom Blut „ausgelöscht“, weil man ihn im nächsten Bond-Film nicht wieder als Darsteller haben wollte. Bondfans schmunzeln über diese Theorie, dennoch ist sie noch heute in angesehenen Kinozeitschriften zu lesen.

Aufgrund der sich ändernden Mode verzichtete man bei Roger Moores10 Einstand als 007 in „Leben und sterben lassen“ (1973) auf den Hut. Seine erste Pistolenlaufszene wurde schließlich in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) mit blauen Farbtönen leicht verändert.

[no image in epub file]Timothy Dalton winkt seinen Fans bei der Premiere von Stirb an einem anderen Tag (2002)

Nach der Trennung der Bond-Produzenten Harry Saltzman11 und Albert R. Broccoli12 im Jahre 1975 beschloss Broccoli, 007 im Alleingang zu produzieren. Für „Der Spion, der mich liebte“ (1977) drehte Roger Moore eine neue „Gun-Barrel-Sequenz“; diesmal in Schlaghosen, in denen er bis „Im Angesicht des Todes“ (1985), seinem letzten Bondfilm, viermal gezeigt wurde.

Mit dem neuen Darsteller Timothy Dalton13 wechselte auch wieder die Gun-Barrel-Sequenz. Maurice Binder schuf mit Dalton eine Version für „Der Hauch des Todes“ (1987) und „Lizenz zum Töten“ (1989).14

Nach Binders Tod 1991 wurde Daniel „Danny“ Kleinman dessen Nachfolger, weil sein Musikvideo zu „Licence to Kill“, mit Gladys Knight15 fast selbst als Titelvorspann hätte Verwendung finden können.

Mit Pierce Brosnans16 Einführung in „GoldenEye“ (1995) gab Kleinman dem „Gun-Barrel“ durch wandernde Schatten und Spiegelungen eine neue Dimension, die in den kommenden zwei Filmen unverändert blieb.

[no image in epub file]Bei der Premiere von „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) hat Pierce Brosnan noch gut lachen. Hier mit seiner Frau, der Jounalistin Keely Shaye Smith

In „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) sah man schließlich das Projektil, das aus Bonds Waffe abgefeuert wurde. Pierce Brosnan meinte nach den Dreharbeiten zu diesem Film, er würde die Gun-Barrel-Sequenz gerne noch einmal drehen, auch wenn sich diese Aufnahmen nach seiner Erfahrung sehr schwierig gestaltet hatten. Doch „Stirb an einem anderen Tag“ war Brosnans Abschiedsvorstellung als 007.17

Bisher ist nur von „GoldenEye“ bekannt, dass man die Aufnahmen der Gun-Barrel-Sequenz wiederholen musste, nachdem man sie schon gedreht hatte, weil Produzent Michael G. Wilson18 mit den ersten Aufnahmen nicht einverstanden war. Sie zeigen 007, wie er im alten Stil die freie Hand beim Herumwirbeln zum Balancehalten herausnimmt, doch das erschien Wilson nicht mehr zeitgemäß. So beauftragte er den Regisseur Martin Campbell19, die Gun-Barrel-Sequenz mit Brosnan neu zu drehen. Man machte die Aufnahmen am selben Tag, als man auch Einstellungen der Szene wiederholte, in der 007 Xenia Onatopp im Auto einen Nackenschlag verpasst. Diese Aufnahmen wiederum wurden deshalb wiederholt, weil man wegen der beantragten Freigabe des Films ab 12 Jahren eine etwas „entschärfte“ Version benötigte. In der neuen Gun-Barrel-Sequenz von „GoldenEye“ ist Brosnans Bewegung glatter und wirkt echter. Seine freie Hand hängt nun locker nach unten. Wer die ursprünglichen Aufnahmen für „GoldenEye“ machte, ist nicht genau geklärt, man vermutet aber, dass es Daniel Kleinman war. Wie die Gun-Barrel-Sequenz mit James Bonds Leben zusammenhängt, zeigte schließlich „Casino Royale“ (2006) mit Daniel Craig20. Bond kämpft einen Kampf auf Leben und Tod, und als er glaubt, er habe sich seines brutalen Feindes Mr. Fisher (Daud Shah) entledigt, wirbelt dieser plötzlich mit einer Waffe in der Hand herum und will Bond erschießen. Der Agent reagiert blitzschnell und schießt seinerseits: Man sieht die Geburt der Gun-Barrel-Sequenz.

Das Geheimnis, durch welchen Pistolenlauf der Zuschauer blickt, ist gelüftet: Es ist die Waffe der Figur Fisher.

Nur in zwei Filmen leitet die Gun-Barrel-Sequenz direkt in den Titelvorspann über: in „Casino Royale“ und in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962); im letztgenannten aus stilistischen Gründen, weil die Reihenfolge „Gun-Barrel - Pre-Title-Sequenz - Titelvorspann - Hauptfilm“ erst ab „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) festgelegt wurde.

Seit 1962 steht „Blick durch die Pistole“ für den Auftakt eines James-Bond-Films. Der Zuschauer weiß, was ihn erwartet, der Wiedererkennungswert ist hoch, man freut sich auf eine furiose „Pre-Title-Sequenz“.

Eine Ausnahme bildet „Ein Quantum Trost“ (2008). Hier bekommt der Zuschauer das Gun-Barrel-Motiv erst am Ende des Films zu sehen. Die Abfolge „Pre-Titel-Sequenz - Titelvorspann - Hauptfilm - Gun-Barrel“ ergibt sich daraus, dass das Gun-Barrel von „Casino Royale“ und der „zweite Teil“ „Ein Quantum Trost“ den Rahmen für den Handlungsstrang bilden, der die Vesper-Lynd-Affäre, ihren Tod und Bonds Rache als Hauptthema hat. Daniel Craig drehte die Bond-Gun-Barrel für „Ein Quantum Trost“ neu. Sie kommt den ursprünglichen Gun-Barrels näher als die aus „Casino Royale“.

Eine Anspielung auf die Gun-Barrel-Sequenz in „James Bond 007 jagt Dr. No“ bietet der Film „Ein Quantum Trost“. Hier wird ein roter Kreis im Titelvorspann zweimal in Anlehnung daran eingesetzt und führt den Betrachter schließlich zu den Namen von Judi Dench und Barbara Broccoli21.

„Skyfall“ (2012), der einzige 007-Film, der mit einer missglückten Mission für Bond beginnt, zeigt die 2012 neu gedrehte Gun-Barrel-Sequenz ebenso wie „Ein Quantum Trost“ am Ende des Films, nachdem James Bond das Büro des neuen M betreten hat und dieser ihn für neue Aufträge einplant. Sam Mendes hielt es für eine ungünstige Doppelung, wenn seine Pre-Title-Sequenz so beginnt, dass 007 im Bild auftaucht, eine Waffe zieht und diese fast auf den Zuschauer richtet und schon die Gun-Barrel-Sequenz zuvor denselben Ablauf hat. Also setzte er die Gun-Barrel-Sequenz ans Ende des Films. Seine Version mit den unscharfen Umrissen von Bond, der auf den Betrachter zugeht und die Waffe zieht, nannte Mendes „eine andere Version des Gun-Barrels“. Er sprach auch von einer Umkehrung, denn Adeles Song zu „Skyfall“ am Anfang des Films beginnt mit der Textzeile „This is the end...“, und am Schluss des Films ist der typische Anfang zu sehen.

Nachfolgend ein Überblick über die James-Bond-Filme

(die inoffiziellen sind grau schattiert):



Originaltitel (Erscheinungsjahr)Deutscher TitelJames-Bond-DarstellerRegisseur(e)
Casino Royale (1954)------------Barry NelsonWilliam H. Brown Jr.
Dr. No (1962)James Bond 007 jagt Dr. NoSean ConneryTerence Young22
From Russia with Love (1963)Liebesgrüße aus MoskauSean ConneryTerence Young
Goldfinger (1964)GoldfingerSean ConneryGuy Hamilton23
Thunderball (1965)FeuerballSean ConneryTerence Young
Casino Royale (1966)Casino RoyaleDavid NivenKen Hughes24, John Huston25, Joseph McGrath26, Robert Parrish27, Val Guest28
You Only Live Twice (1967)Man lebt nur zweimalSean ConneryLewis Gilbert29
On Her Majesty's Secret service (1969)Im Geheimdienst ihrer MajestätGeorge LazenbyPeter Hunt30
Diamonds Are ForeverDiamantenfieberSean ConneryGuy Hamilton
Live and Let Die (1973)Leben und sterben lassenRoger MooreGuy Hamilton
The Man with the Golden Gun (1974)Der Mann mit dem goldenen ColtRoger MooreGuy Hamilton
The Spy Who Loved Me (1977)Der Spion, der mich liebteRoger MooreLewis Gilbert
Moonraker (1979)Moonraker - streng geheimRoger MooreLewis Gilbert
For Your Eyes Only (1981)In tödlicher MissionRoger MooreJohn Glen31
Octopussy (1983)OctopussyRoger MooreJohn Glen
Never Say Never Again (1983)Sag niemals nieSean ConneryIrvin Kershner32
A View to a Kill (1985)Im Angesicht des TodesRoger MooreJohn Glen
The Living Daylights (1987)Der Hauch des TodesTimothy DaltonJohn Glen
Licence to Kill33 (1989)Lizenz zum TötenTimothy DaltonJohn Glen
GoldenEye (1995)GoldenEyePierce BrosnanMartin Campbell
Tomorrow Never Dies (1997)Der Morgen stirbt niePierce BrosnanRoger Spottiswoode34
The World Is Not Enough (1999)Die Welt ist nicht genugPierce BrosnanMichael Apted35
Die Another Day (2002)Stirb an einem anderen TagPierce BrosnanLee Tamahori36
Casino Royale (2006)Casino RoyaleDaniel CraigMartin Campbell
Quantum of Solace (2008)Ein Quantum TrostDaniel CraigMarc Forster37
Skyfall (2012)SkyfallDaniel CraigSam Mendes
Spectre38 (2015)SpectreDaniel CraigSam Mendes


2) Der Film vor dem Film

Die Pre-Title-Sequenz wird auch als „Teaser“ bezeichnet und ist eine Erfindung von Regisseur Terence Young.

Dass die Pre-Title-Sequenz im Laufe der Jahre immer wichtiger wurde, ist an den Laufzeiten zu erkennen:


Film (Kinostart)[Abkürzung] englisch[Abkürzung] deutschLaufzeit
Casino Royale[CR][CR]ohne
James Bond 007 jagd Dr. No (1962)[DN][DN]ohne
Liebesgrüße aus Moskau (1963)[FRWL][LAM]3 Minuten 7 Sekunden
Goldfinger (1964)[GF][GF]4 Minuten 55 Sekunden
Feuerball (1965)[TB][FB]4 Minuten 35 Sekunden
Man lebt nur zweimal (1967)[YOLT][MLNZ]5 Minuten 50 Sekunden
Im Geheimdienst ihrer Majestät (1969)[OHMSS][IGIM]6 Minuten 33 Sekunden
Diamantenfieber (1971)[DAF][DF]4 Minuten 35 Sekunden
Leben und sterben lassen (1973)[LUSL][LALD]4 Minuten 33 Sekunden
Der Mann mit dem goldenen Colt (1974)[TMWTGG][DMMDGC]7 Minuten 49 Sekunden
Der Spion, der mich liebte (1977)[TSWLM][DSDML]7 Minuten 35 Sekunden
Moonraker - streng geheim (1979)[MR][MSG]5 Minuten 33 Sekunden
In tödlicher Mission (1981)[FYEO][ITM]6 Minuten 15 Sekunden
Octopussy (1983)[OP][OP]7 Minuten 02 Sekunden
Im Angesicht des Todes (1985)[AVTAK][IADT]5 Minuten 58 Sekunden
Der Hauch des Todes (1987)[TLD][DHDT]7 Minuten 10 Sekunden
Lizenz zum Töten (1989)[LTK][LZT]8 Minuten 15 Sekunden
GoldenEye (1995)[GE][GE]10 Minuten 02 Sekunden
Der Morgen stirbt nie (1997)[TND][DMSN]9 Minuten 05 Sekunden
Die Welt ist nicht genug (1999)[TWINE][DWING]13 Minuten 40 Sekunden
Stirb an einem anderen Tag (2002)[DAD][SAEAT]12 Minuten 49 Sekunden
Casino Royale (2006)[CR 2006][CR 2006]3 Minuten 11 Sekunden39
Ein Quantum Trost (2008)[QOS][EQT]3 Minuten 38 Sekunden40
Skyfall (2012)[SF][SF]13 Minuten 00 Sekunden41

Ein Diagramm zeigt dies deutlich:


Die vier Pre-Title-Sequenzen der Bond-Filme mit Pierce Brosnan (1995 bis 2002) laufen zusammengenommen ca. 45 ½ Minuten. Stellt man die ersten vier Sequenzen Connerys (1963 bis 1967) gegenüber, kommt man nur auf ca. 18 ½ Minuten. Roger Moores Pre-Title-Sequenzen aus seinen ersten vier Filmen (1973 bis 1979) kommen immerhin auf 25 ½ Minuten.

Während Drehbuchautor Christopher Wood42, der „Der Spion, der mich liebte“ und „Moonraker - streng geheim“ schrieb, sein Leid klagte, meinte Regisseur John Glen (er inszenierte die fünf Bond-Filme von „In tödlicher Mission“ bis „Lizenz zum Töten“ und hält damit den Rekord), es sei wunderbar, die Möglichkeit zu haben, den Hauptfilm inhaltlich mit der Pre-Title-Sequenz zu verbinden.43 Es gelang ihm aber nur in seinen drei letzten Filmen.

Die Länge der Pre-Title-Sequenz von „Die Welt ist nicht genug“ (1999) ist mit 13 Minuten und 40 Sekunden die längste. Regisseur Michael Apted hatte zunächst geplant, sie nach James Bonds Sprung aus dem Bürofenster von Bankier Lachaise (Patrick Malahide44) enden zu lassen und den Film nach dem Titelvorspann mit der Bootsverfolgungsjagd auf der Themse einzuleiten, doch nur der Sprung aus dem Fenster erschien ihm zu unspektakulär.

[no image in epub file]Regisseur John Glen im Jahre 2012

Also schob er die Bootverfolgungsjagd vor den Vorspann, was die Länge des Vorfilms erklärt. Ursprünglich wäre die Pre-Title-Sequenz mit der Bootsjagd noch länger ausgefallen, weil allein diese Jagd 18 Minuten lang war.

Es gibt nur drei Pre-Title-Sequenzen, die James Bond nicht zeigen. In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) sieht man zwar einen Mann, der wie James Bond aussieht, doch es ist ein Double, das von der Gegenseite zum Training durch den Killer Grant (Robert Shaw45) getötet wird.46 Auch „Leben und sterben lassen“ (1973) kommt ohne 007 im Pre-Title aus. In diesem Film werden drei von Mr. Big/Dr. Kananga (Yaphet Kotto47) in Auftrag gegebene Morde an Geheimagenten des Secret Service gezeigt. Im Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) wirft man zwar einen kurzen Blick auf 007 alias Roger Moore, doch handelt es sich um eine Wachsfigur.

Tom Mankiewicz48, u.a. Drehbuchautor von „Diamantenfieber“ (1971), „Leben und sterben lassen“ (1973) und „Der Mann mit dem goldenen Colt“, bezeichnete die Pre-Title-Sequenz von „Goldfinger“ (1964) als die gelungenste der gesamten Serie49. Die Kinozuschauer sind anderer Meinung, denn das größte Publikumslob erhielt die Sequenz aus „Moonraker - streng geheim“ (1979), in der 007 ohne Fallschirm aus einem Flugzeug gestoßen wird und nur überlebt, weil er einem feindlichen Fallschirmspringer den Fallschirm in der Luft entreißt. Laut Michael G. Wilson waren 88 Fallschirmsprünge nötig, um die nur wenige Minuten dauernde Actionszene zu filmen. Gedreht wurde sie über Pope Valley in Nordkalifornien.50 Die Szene wurde so erfolgreich, dass sie im Film „Eraser“ (1996) mit Arnold Schwarzenegger51 zitiert wurde.

Aber auch bei Bond kam man noch einmal auf diese Idee zurück. In „Ein Quantum Trost“ (2008) - Drehbeginn war am 3. Januar 2008 - fällt 007 auch ohne Fallschirm aus einem Flugzeug und kann sich nur retten, weil er sich an die ebenfalls herausgefallene Camille (Olga Kurylenko52) klammert, die einen Fallschirm angelegt hat.

In „Moonraker - streng geheim“ (1979) und „Der Spion, der mich liebte“ (1977) enthält die Pre-Title-Sequenz einen sogenannten „Doppelprolog“. Neben den für die Haupthandlung unwichtigen, jedoch furiosen Action-Szenen sind für die Handlung inhaltlich wichtige Szenen zu sehen, mit denen der Haupt-Plot eingeleitet wird.

Vor seinem Urlaub stellte Regisseur John Glen beim letzten Durchsehen des Films „Octopussy“ (1983) fest, dass die Pre-Title-Sequenz mit knapp über 7 Minuten recht lang war. Er entschied, das Ende zu schneiden. Die Einstellungen, in denen James Bond mit seinem Mini-Düsenjet an eine Tankstelle rollt, um ihn volltanken zu lassen, hätte also niemals ein Kinogänger zu sehen bekommen.

[no image in epub file]Roger Moore als Story-Board-Zeichnung für „Octopussy“ (1983)

Eines Abends im Urlaub sah Glen im Kino zufällig den Trailer zu „Octopussy“ (1983). Maurice Binder, der Gestalter des Titelvorspanns, wusste von Glens nachträglicher Kürzung nichts und hatte für seine Werbetrailer noch die ursprüngliche Version der Pre-Title-Sequenz vorliegen. Teile von Bonds Landung mit dem Jet vor der Tankstelle waren nun im Trailer enthalten. Das Kinopublikum reagierte auf die Einstellung mit einem großen Lacher. John Glen brach seinen Urlaub ab und fügte die geschnittenen Szenen in London wieder in den Film ein.

Als 1983 auch der Konkurrenz-Bond-Film „Sag niemals nie“ (1983) produziert wurde, kam es zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten zwischen Albert R. Broccoli und Kevin McClory53, der das Feuerball-Remake inszenierte. Gerichtlich wurde festgelegt, was die „Nachahmer“ tun durften und was nicht. So wurde die Gun-Barrel-Sequenz rechtlich Teil der offiziellen Bond-Filme, und man musste sich für Connerys Comeback als 007 in „Sag niemals nie“ (1983) etwas Neues einfallen lassen. Es entstand eine Verbindung zwischen Pre-Title-Sequenz und Titelvorspann: Die Schriften laufen ab, aber man sieht, was James Bond tut. So gab es für die Produzenten keine rechtlichen Konsequenzen, und der Zuschauer glaubt, einen Film vor dem Film zu sehen.

Es gibt nur eine Pre-Title-Sequenz, in der James Bond einer gesellschaftlichen Verpflichtung nachkommt: In „Lizenz zum Töten“ (1989) wird der Agent in eine rasante Jagd verwickelt, obwohl er eigentlich nur als Trauzeuge an Felix Leiters (David Hedison54) Hochzeit teilnehmen wollte. Bonds private Vergnügungen ohne Bezug zur Mission sind in den Hauptfilmen sehr rar: seine Hochzeitsfeier in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) und das Achterbahnfahren55 mit Kara Milovy in „Der Hauch des Todes“ (1987).

Wer die Idee zu den Pre-Title-Sequenzen hatte, war jahrelang ungeklärt, da die Macher sich in Interviews unterschiedlich äußerten. Mittlerweile steht fest: Regisseur Terence Young traf diese Entscheidung bei „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), dem zweiten 007-Film. Young hielt es für eine gute Idee, den Film mit einem spannungsgeladenen Anfang zu beginnen statt mit der herkömmlichen Schrift. Im Schneideraum, zusammen mit Cutter Peter Hunt, kam dann der Einfall, zunächst eine Filmsequenz zu zeigen, danach in die Haupttitel, also die Schriften, überzugehen, die schließlich zum Hauptfilm führten. Der Titelvorspann konnte als vollwertiges Filmstück angesehen werden und nicht als verzichtbares Fragment am Anfang. Der Tod James Bonds in der Pre-Title-Sequenz von „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) wurde vom Publikum wie erwartet aufgenommen: Viele Zuschauer glaubten, James Bond sei tot.

In späteren Bond-Filmen versuchte man, an diesen vorgetäuschten Tod anzuknüpfen. So sieht der Zuschauer in der Pre-Title-Sequenz von „Feuerball“ (1965) einen Sarg mit den Initialen „J.B.“, aber nicht Bond liegt im Sarg, sondern angeblich Jacques Bovier (im Film dargestellt von Bob Simmons und Rose Alba56)57, und in „Man lebt nur zweimal“ (1967) wird 007 in einem einklappbaren Bett eingeklemmt und von Maschinengewehrsalven durchlöchert. Doch Bond lebt, und der vorgetäuschte Tod (der bis zu einer Seebestattung führt) sollte nur die Feinde von Bond ablenken (M zu Bond: „Tote vergisst man schnell, und damit haben Sie Bewegungsfreiheit.“).

In „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) wird Bonds vorgetäuschtes Ende im übertragenen Sinn gezeigt: Francisco Scaramanga, Bonds Gegner, schießt einer 007-Wachsfigur vier Finger der linken Hand ab. Eine Botschaft, die beim Publikum als „007 ist so gut wie tot“ ankommt. Diese Pre-Title-Sequenz erinnert an die zu „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), denn die Kulisse ist ein moderner Irrgarten, wie das Heckenlabyrinth aus dem zweiten 007-Film.

In „Skyfall“ (2012) „erschießt“ Eve Moneypenny58 James Bond versehentlich von einem fahrenden Zug, als sie einen Killer ausschalten will. M ist das Risiko, Bond zu verlieren, zwar eingegangen, zeigt sich jedoch bestürzt, als sie von seinem Tod erfährt. Sie schreibt seinen Nachruf, der mit den Zeilen aus Ian Flemings Roman „You Only Live Twice“ beginnt: „Obit: M. writes : As your readers will have learned from earlier issues, a senior officer of the Ministry of Defence, Commander James Bond, CMG, RNVR, is missing, believed killed, while on an official mission to Japan. It grieves me to have to report that hopes of his survival must now be abandoned. It therefore falls to my lot, as the Head of the Department he served so well, to give some account of this officer and of his outstanding services to his country.“ In „Skyfall“ (2012) schreibt „M“: „Commander James Bond, CMG., RN, is missing, believed killed, while on an official mission to Turkey.“

Sam Mendes bestätigte, dass die Quelle der James-Bond-Filme noch immer die Romane Ian Flemings sind. Die Grundlage für „Skyfall“ liege in den letzten drei düsteren Romanen, in denen Bond unter Depressionen leidet und viel Bitterkeit, Zynismus und Selbstverachtung zeigt.

Wie auch in „Man lebt nur zweimal“ (1967) „stirbt“ James Bond in „Skyfall“ (2012) und kommt verändert zurück.

Aber nicht nur die Filme enthalten den vermeintlichen Tod des Agenten. In der zweiten Hälfte des Romans „The Man from Barbarossa“ wird James Bond plötzlich während einer Schießerei getötet - das soll der Leser jedenfalls glauben. Bonds angebliche Leiche wird geborgen und beerdigt. Auf dem Grab steht ein Stück Holz mit der Inschrift: „Hier liegt der Körper eines tapferen britischen Offiziers, vermutlich Captain James Bond, Royal Navy. Er starb für seine Sache am 9. Januar 1991.“ Die Nachricht erreicht „M“, der wie Bill Tanner und Miss Moneypenny am Boden zerstört ist.

Das Motiv des vorgetäuschten oder angedeuteten Todes findet sich auch in „Diamantenfieber“ (1971). Hier ist nicht James Bond das Opfer, sondern Ernst Stavro Blofeld (Charles Gray59) bzw. dessen Doppelgänger, der echte Blofeld lebt noch. Bei der Vorgehensweise orientierte man sich am Vorgänger „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969), in dem Bonds Gesicht erst sehr spät gezeigt wurde.60

Da in „Casino Royale“ (2006) die eigentliche Pre-Title-Sequenz nicht vor dem Titelvorspann, sondern vor der Gun-Barrel-Sequenz abläuft, müsste man sie „Pre-Barrel-Sequenz“ nennen.

In den meisten 007-Filmen wird der jeweilige James-Bond-Darsteller in diesem kurzen Film vor dem Film eingeführt.

Viele deutsche und englische Filmtitel haben mit Tod, Leben und Sterben zu tun: „Man lebt nur zweimal“, „Leben und sterben lassen“, „In tödlicher Mission“, „Im Angesicht des Todes“, „Der Hauch des Todes“, „Lizenz zum Töten“, „Der Morgen stirbt nie“, „Stirb an einem anderen Tag“. Romane oder Kurzgeschichten tragen Titel wie „Leben und sterben lassen“, „Tod im Rückspiegel“, „Du lebst nur zweimal“, „Der Hauch des Todes“, „Niemand lebt für immer“, „Sieg oder stirb, Mr. Bond!“, „Lizenz zum Töten“, „Tödliche Antwort“, „Der Morgen stirbt nie“, „Tod auf Zypern“, „Stirb an einem anderen Tag“, „Stille Wasser sind tödlich“, „Zurück kommt nur der Tod“, „Reden ist Silber, Schweigen ist tödlich“, „Der Tod kennt kein Morgen“ und „Der Tod ist nur der Anfang“.

3) Die Einführung James Bonds

Meist führen die Gun-Barrel-Sequenzen 007 ein - was besonders beim Darstellerwechsel immer für Spekulationen sorgte.

Ausnahme bleibt Roger Moore. Er war im Pre-Title von „Leben und sterben lassen“ (1973) gar nicht zu sehen, im Folgefilm „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) ist er wenige Sekunden im Bild - als Wachsfigur.

In „Der Hauch des Todes“ (1987) erscheint zur Bondmelodie Timothy Daltons Gesicht in Großaufnahme. Der Darstellerwechsel von Moore zu Dalton war vergleichsweise unproblematisch und unkompliziert. Anders beim Wechsel von Sean Connery zu George Lazenby: Wie sollte man den unbekannten Dressman Lazenby beim Publikum einführen, nachdem Sean Connery in der Rolle des 007 weltberühmt geworden war?

Die Drehbuchautoren zeigten das Gesicht des neuen Darstellers erst recht spät; seine Gestik, das Fahren eines schnellen Autos, das Anzünden einer Zigarette und das Öffnen des Handschuhfachs bereiten auf den spannenden Moment der Gesichtsenthüllung vor. Darum rettet Bond - noch immer fast gesichtslos (in ganz kurzen Zwischenschnitten ist das Gesicht bereits zu sehen) - Tracy Di Vicenzo (Diana Rigg61), die sich ertränken will, aus dem Meer. Erst als er sich über sie beugt und sich mit dem lässigen „Mein Name ist Bond, James Bond“ vorstellt, schaut der Zuschauer George Lazenby in die Augen. Um dieser Lässigkeit und dem augenscheinlichen Darstellerwechsel noch eine Prise Humor zu verleihen, flüchtet das Mädchen kurz darauf mit Bonds Aston Martin DBS, was ihn zu der Aussage verleitet: „Das wäre dem anderen nie passiert.“ (im Original: „That never happened to the other fella.“) Connery sind die Frauen eben nicht einfach abgehauen. Das ist eine der wenigen Szenen, in denen sich der Filmagent direkt an das Publikum wendet. Ein weiteres Mal geschah dies nur im inoffiziellen Film „Sag niemals nie“ (1983). Von Domino (Kim Basinger62) gefragt, ob er nicht zum Geheimdienst zurückkehren wolle, sagt Bond (Sean Connery): „Nein, nie wieder“, und zwinkert dem Publikum zu.

Auch wenn „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) keine großartigen Kritiken bekam und sich erst im Laufe der Jahre zu einem James-Bond-Kultfilm entwickelte, so war der Darstellerwechsel mit einem Fünkchen Ironie am Ende der Pre-Title-Sequenz doch geglückt.

Zu einem zweiten Bond-Film mit George Lazenby in der Hauptrolle kam es nicht. Angeblich soll Lazenby wegen seiner Publikumsunwirksamkeit gefeuert worden sein, doch er selbst bat darum, aus den Verträgen entlassen zu werden und keinen zweiten Bondfilm zu drehen.

[no image in epub file]George Lazenby genießt die Royale Premiere von „Stirb an einem anderen Tag“ (2002)

Diese Entscheidung ist auch auf einen Berater zurückzuführen, der dem Darsteller einredete, ein gelackter Anzugträger wie Bond habe keine Zukunft und würde von Figuren in Filmen wie „Easy Rider“63 verdrängt werden.

So konnten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli gerade wegen der Zuschauerresonanz problemlos zustimmen, als Lazenby als Bond ausstieg. Connery kam in „Diamantenfieber“ (1971) zu seinem ersten 007-Comeback. Im Nachhinein ärgerte sich George Lazenby über seine Entscheidung im Jahre 1970. In Interviews betonte er immer, er hätte zumindest noch einen zweiten Film machen sollen, um es allen zu zeigen.

Timothy Dalton, der Darsteller nach Roger Moore, machte nur zwei Filme, dann kam nach einer 6-jährigen Pause der Wechsel zu 007 Nr. 5: Pierce Brosnan.

Wegen seines aalglatten, geschniegelten Auftretens wurde Brosnan von den Kritikern als Kleiderständer bezeichnet. Regisseur Martin Campbell wagte eine Einführung des neuen 007, auf die sich die Kritiker voller Häme stürzten: James Bonds Gesicht ist in der Pre-Title-Sequenz von „GoldenEye“ (1995) erstmals zu sehen, als er kopfüber in einer Toilettenkabine hängt.64

„Der neue Bond, ein Griff ins Klo“, titelte eine Zeitung - Fehlanzeige, denn „GoldenEye“ wurde der bis dato erfolgreichste 007-Film. Ganz richtig ist die Einführung nicht beschrieben, denn Brosnans Augen sieht man schon ein paar Einstellungen früher. Die geheimnisvolle Enthüllung erinnert stark an George Lazenbys ersten Auftritt.

Brosnan blieb vier Filme lang der britische Geheimagent. Dann musste er seine Doppelnull an Daniel Craig abgeben. Auch dessen erster Film wurde wieder von Regisseur Martin Campbell inszeniert. Nachdem die Presse Craig schon vor Drehbeginn als Null abgestempelt hatte, war der Einstand mehr als schwierig. Die Einführung erfolgte filmisch als Rückblende und zeigt einen harten, rücksichtslosen Bond, der zwei Morde begeht, um seine Tötungslizenz, die Doppel-Null, zu bekommen. Dies war nicht nur der zweite Bond-Film, bei dem Martin Campbell Regie führte, sondern auch der zweite von ihm, in dem Bond wieder eine seiner ersten Szenen auf einer Toilette hat.

Aber wie erfolgreich, oder besser angreifbar, die Einführung eines neuen Darstellers der Rolle des 007 auch war: Am Anfang waren immer alle gegen ihn, da ist Daniel Craig keine Ausnahme.

Sogar Ian Fleming legte vor „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) sein Veto ein. Er fand, Connery passe gar nicht in die Rolle des englischen Gentleman. Er gleiche mehr einem Bauarbeiter als einem Agenten. Er sei zu hart und zu männlich. Außerdem hasste Fleming Connerys schottischen Akzent, so Drehbuchautor Tom Mankiewicz.

George Lazenbys Einstand war nach Connerys Durchbruch als 007 ebenso ungern gesehen. Fleming war zwar schon fünf Jahre tot, doch das Publikum war strikt gegen Lazenby und warf dem Australier vor, er habe keine Schauspielerfahrung. Die Presse machte sich über ihn lustig, weil er Werbung für Schuppenshampoo gemacht hatte. Warf man Connery zu starke Männlichkeit vor, so kritisierte man das Fehlen der Männlichkeit bei Lazenby.

Als schließlich Roger Moore65 auf der Bildfläche erschien, musste er sich ebenfalls mit Connery vergleichen lassen und wurde vor dem Filmstart schon als Weichei abgestempelt. Moore sei eine Witzfigur, hieß es. Er sei nicht erotisch genug.


Aber auch er machte erfolgreiche James-Bond-Filme. Als die Presse ihn aufgrund seines Alters 0070 nannte, wusste Moore, dass er als Bond aufhören musste. Schon bei den Dreharbeiten zu seinem vorletzten 007-Abenteuer „Octopussy“ (1983) sagte der damals 55-jährige bei Aufnahmen im Auktionshaus Sotheby's, er habe Angst, dass er inmitten der ganzen Antiquitäten versehentlich versteigert werde.

Timothy Dalton war ein erfahrener Bühnendarsteller und auch erfolgreich in Filmen aufgetreten. Da „Der Hauch des Todes“ (1987) einen harten 007 zeigen sollte - so viel wusste man im Vorfeld - konnte man Dalton kein Waschlappenimage aufdrücken. Schon Roger Moore war in seinen sieben James-Bond-Filmen immer selbstironischer und weicher geworden, das Publikum akzeptierte das. Also suchte man nach einem anderen schwachen Punkt. Der war zunächst Daltons Aussehen. Er käme, besonders bei den amerikanischen Frauen, kaum an. Diese Annahme bewahrheitete sich nicht.

Ironischerweise bediente sich die Presse beim zweiten Versuch, negative Schlagzeilen zu schreiben, der Grundidee von „Lizenz zum Töten“ (1989): In diesem Film dringt der Agent in die Organisation des Drogenbarons Franz Sanchez ein und weckt bei den Schurken untereinander ein solches Misstrauen, dass am Ende alle gegeneinander arbeiten und Sanchez' Imperium von innen zerstört wird. Die Presse also griff Insiderinformationen auf, Regisseur John Glen, das Filmteam und Timothy Dalton kämen nicht auf einen Nenner. Dalton wollte die Figur anders anlegen, und John Glen wollte seine Autorität als Regisseur nicht untergraben lassen.

Tatsächlich wollte Dalton sich mit seinem 007 den Fleming-Romanen annähern und den Realismus in die Serie zurückbringen. Er untersagte beispielsweise den Maskenbildnern am Set, ihn zu kämmen. Begründung: Wenn Bond einen Fallschirmsprung hinter sich hat, dann können seine Haare nicht wie frisch gekämmt liegen. Aber Glen war nicht immer seiner Meinung, und da Bond Fiktion ist, könne er mitunter auch nach halsbrecherischen Actionszenen wie aus dem Ei gepellt auftreten. Das, was man bei den Moore-Filmen immer wieder gefordert hatte, die Härte nämlich, wurde bei „Lizenz zum Töten“ (1989) von den Kritikern als fehl am Platze beschrieben. Sie nannten Daltons James Bond „Rambond“ - in Anlehnung an den gewalttätigen John Rambo aus der gleichnamigen Filmreihe.66

Auch wenn diese Dinge aufgebauscht wurden, trugen sie dazu bei, dass sich Dalton nach sechs Jahren Wartezeit auf seinen potenziellen dritten Bond-Film aus dem Agentengeschäft zurückzog. Er wurde nicht gefeuert, sondern bat um einen Aufhebungsvertrag. Am 12. April 1994 wurde dies der Öffentlichkeit mitgeteilt. Man mag es als Ironie des Schicksals ansehen, dass Pierce Brosnan am 1. Juni 1994 die Zusage für die Rolle des 007 in „GoldenEye“ (1995) erhielt.

Was bei Dalton angeblich gefehlt hatte, hatte Brosnan zu viel. Von einem Schönling, einem Schuljungen im Anzug war die Rede. Deshalb bat Martin Campbell67 Brosnan darum, sich einen Dreitagebart stehen zu lassen, um etwas rauer und männlicher zu wirken; nach dem Erfolg von „Der Morgen stirbt nie“ (1997) verzichtete man darauf.

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Hat James Bond in „Casino Royale“ (2006) wiederbelebt - Regisseur Martin Campbell

Mangelnde Härte, Feigheit, schlechtes Aussehen und Inkompetenz warf man Daniel Craig vor. Er wurde mit Schwimmweste an der Themse der Weltpresse vorgestellt („Beckenrandschwimmer“), konnte angeblich nicht Auto fahren, holte sich bei den Dreharbeiten auf den Bahamas einen Sonnenbrand und wäre der hässlichste 007, seit es die Filmfigur gibt.

Nachdem der Film „Casino Royale“ (2006) explosionsartig gestartet war, verstummten die Kritiker wieder. Dokumentationsmaterial, das erst nach dem Filmstart freigegeben wurde, zeigt Craig am Tag des Pressetermins, wie er verblüfft fragt, ob er wirklich diese lächerliche Schwimmweste tragen müsse. Ja, er müsse: „Versicherungstechnische Gründe“. Craig kann problemlos Auto fahren, brauchte lediglich eine kurze Einweisung für einen Bagger am Set.

Den Sonnenbrand holte sich Craig bei den Dreharbeiten im Wasser in der prallen Sonne und durch eine Reflexionspappe, die dem Darsteller die Sonne immer von derselben Seite an den Körper scheinen ließ.

Fazit: Jeder Darsteller hatte einen schlechten Start, wenn man der Presse glauben darf.

Connery war zu männlich und hart, Lazenby zu hässlich, Moore zu weich und glatt, Dalton zu hässlich, Brosnan zu schön und Craig wieder zu hässlich und unfähig. Dann wird James Bond Nr. 7, wer auch immer es sein mag, wohl wieder ein Schönling allererster Güte werden.

4) „Casino Royale“ (2006) - mehr Neubeginn als Rückblick

Der neue James-Bond-Film „Casino Royale“ (2006) geht zurück zu den Anfängen und zeigt den frühen 007, wie er einen Entwicklungsprozess durchmacht, der ihn zu dem werden lässt, den das Publikum aus 20 anderen Filmen kennt und den es so liebt? Falsch. „Casino Royale“ (2006) ist kein Einblick in die Anfänge der Entwicklung des James Bond68, sondern zeigt, wie Bond seine 00-Nummer durch zwei Auftragsmorde erhält. Das könnte bedeuten, dass dieser Film zeitlich vor „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) spielt, denn in diesem ersten offiziellen James-Bond-Film ist Bond bereits Nr. 007.

Folgende Dinge führen diese Theorie ad absurdum: James Bond besitzt in „Casino Royale“ (2006) schon seine Walther PPK - in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) bekommt er sie aber erst von seinem Chef „M“ ausgehändigt. „M“ ist im ersten James-Bond-Film ein Mann (Bernard Lee69, dann Robert Brown70), in „Casino Royale“ (2006) jedoch eine Frau (Judi Dench71), die seit „GoldenEye“ (1995) diesen Posten innehat („Ich habe gehört, der neue „M“ ist eine Lady“, so Valentin Zukovsky in „GoldenEye“(1995)).

Und: 007 erfindet seinen berühmten „Wodka-Martini“ und nennt ihn nach Vesper Lynd, doch hat er ihn schon jahrelang in allen Lebenslagen getrunken.

James Bond lernt Felix Leiter kennen - schon zum zweiten Mal, denn auch in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) begegneten sich die beiden Männer und kannten einander nicht!

James Bond bekommt den Aston Martin DB5 in „Goldfinger“ (1964) als Dienstwagen mit zahlreichen Extras und benutzt ihn ebenso in „Feuerball“ (1965). In „GoldenEye“ (1995), „Der Morgen stirbt nie“ (1997) und „Die Welt ist nicht genug“ (1999) fährt er das gleiche Modell als Privatwagen, und dann sehen wir plötzlich, wie Bond den Wagen in „Casino Royale“ (2006) beim Pokern von seinem Widersacher Dimitrios (Simon Abkarian72) gewinnt. Spätestens jetzt sollte das logisch denkende Gehirn eine Pause machen.73

[no image in epub file]Aston Martin DB5 - Der Bond-Wagen schlechthin.

„Casino Royale“ (2006) spielt weder vor „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) noch danach. Der Film ist eher ein Neubeginn. Und gerade diese verwirrende Tatsache löste bei den Kinogängern Diskussionen aus. Warum tut man so etwas? Warum zerstört man die lieb gewonnene Kontinuität der erfolgreichen Serie? Das Publikum wollte sich mit diesem Gedanken einfach nicht anfreunden, und noch heute ärgert es Bond-Freunde. Aber die Kontinuität der Filme wurde schon mehrfach unterbrochen, und kaum jemanden störte es, weil es nicht so offensichtlich war. Erst jetzt, da es etwas deutlicher wird, jammern Kritiker und Bond-Fans. Dass sie zu spät jammern, will ich hier kurz aufzeigen.

In „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) stellt sich bei einer Unterhaltung zwischen James Bond und Julius No (Joseph Wiseman74) heraus, dass er (zumindest in der deutschen Synchronversion) Präsident der Gofta ist. Gofta ist ein anderes Wort für die Geheimorganisation Phantom, die im Original Spectre heißt. Im zweiten Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) sitzt Ernst Stavro Blofeld (Anthony Dawson75) an der Spitze von Spectre und beklagt den Verlust des besten Mitarbeiters: Dr. No. Also entweder hat No Bond angelogen, oder man hat hier einen gewaltigen Fehler gemacht, als man No damit protzen ließ, die Spitze von Gofta/Spectre/Phantom zu sein.

Logische Fehler im Fortlauf der Serie bieten ebenso die Filme von 1967 und 1969. In „Man lebt nur zweimal“ (1967) kämpft James Bond gegen Blofeld. Beide stehen sich Auge in Auge gegenüber. Blofelds Gesicht ist durch eine längs über das rechte Auge verlaufende Narbe entstellt. Im Verlauf des Films explodiert Blofelds Unterschlupf, doch der Schurke kann entkommen. Die Jahre vergehen, und 007 verliert in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) den Auftrag, Blofeld zu Fall zu bringen und ermittelt zunächst privat gegen ihn weiter. Als es zu einer Begegnung kommt, hat Blofeld weder die Narbe im Gesicht noch erkennt er James Bond.

Auf diesen Patzer angesprochen, meinten die Produzenten Albert Romolo Broccoli und Harry Saltzman, Blofeld könne 007 gar nicht erkennen, da er ein neues Gesicht habe: War es im ersten Film noch Sean Connery, so verkörpere ihn nun George Lazenby. Eine wirklich lustige Erklärung. Ian Fleming schrieb „Im Dienst Ihrer Majestät“ (so einer der deutschen Romantitel von „On Her Majesty's Secret Service“) im Jahre 1963, „Du lebst nur zweimal“ wurde hingegen erst 1964 veröffentlicht. Die Produzenten haben sich bei der Verfilmung der Stoffe schlicht und einfach nicht an die Reihenfolge gehalten, und da sich Regisseur Peter Hunt beim Drehen von „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) fast hundertprozentig an die Romanvorlage hielt, führte dies zum Bruch der Kontinuität der Filme und stiftet bis heute einige Verwirrung.

Die Beispiele zeigen: „Casino Royale“ (2006) ist keine Besonderheit, auch wenn die Presse meinte, der Film würde als krasser Außenseiter dastehen, weil er James Bond so hart zeige. Diese Kritiker haben wohl „Lizenz zum Töten“ (1989) vergessen, in dem ein blutverschmierter James Bond durch den Wüstenstaub robbt und seine Gegner kaltblütig den Haien zum Fraß vorwirft.

Besonders Bonds Härte gegenüber Vesper Lynd, die sich in „Casino Royale“ (2006) als Doppelagentin entpuppt, wurde mehrfach zitiert und angeprangert. Man mokierte sich darüber, dass James Bond sie gegenüber „M“ als „Schlampe“ bezeichnete. Doch Ian Fleming schrieb 1953 in „Casino Royale“: „This is 007 speaking. This is an open line. It's an emergency. Can you hear me?... Pass this on at once: 303076 was a double, working for Redland.... Yes, dammit, I said „was“. The bitch is dead now.“

Mit diesem Telefonat endet der Roman und lässt einen verblüfften Leser zurück.77

Der deutsche Text lautet: „(...) 3030 war ein Doppel und arbeitete für Rotland. Jawohl - „war“, habe ich gesagt. Das Biest ist nämlich tot.“

Im Kinofilm von 2006 bezeichnet Bond Vesper, als „Schlampe“ und die Presse griff dieses Wort und die damit verbundene Härte gegenüber einer toten Frau, die 007 geliebt hatte, auf. 35 Jahre zu spät, denn in „Diamantenfieber“ (1971) nannte James Bond (Sean Connery) schon Tiffany Case (Jill St. John78) auf Blofelds Ölbohrinsel eine „Schlampe“. Selbst der Sprecher, der den Film auf der DVD mit Kommentaren ergänzt, redet von der „Schlampe Tiffany“.

In „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) nannte Jinx (Halle Berry79) Miranda Frost (Rosamund Pike80) ebenso „bitch“.

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Auch nach Bond vielbeschäftigt Rosamund Pike - Miranda Frost aus Stirb an einem anderen Tag (2002)

Abschließend kann man sagen, dass der Stoff des ersten Fleming-Romans zeitgemäß adaptiert wurde und „Fleming at his best“ zeigt, auch wenn die Chronologie und der Sinn der Serie damit durcheinander gewürfelt werden und der Inhalt etwas härter wirkt als noch in der Pierce-Brosnan-Ära.

Einige Filmkritiker sahen in James Bonds Passivität und Hilflosigkeit bei der Gegenüberstellung mit Le Chiffre ein klares Zeichen, dass dieser 007-Film sich von allen vorherigen unterscheidet. Immer hatte Bond seinen Gegner selbst umgebracht, nicht etwa tatenlos dabei zugesehen, wie sein Gegner umgebracht wird. Aber schon einmal tötete 007 seinen Gegner nicht, und nicht etwa, weil er nicht die Gelegenheit gehabt hatte, sondern weil er es nicht wollte. Im oft gelobten, weil sehr realistischen Agentenfilm „In tödlicher Mission“ (1981), versucht James Bond sogar zu verhindern, dass Melina Havelock (Carole Bouquet81) dem Schurken Aris Kristatos (Julian Glover82) (mit dem Bond nicht einmal gekämpft hat!) einen Pfeil in die Brust schießt.

Des Weiteren soll „Casino Royale“ (2006) der Film sein, der die entscheidenden Momente in der Entwicklung James Bonds vom Menschen mit Herz zum eiskalten Killer zeigt. Die Wandlung wird vollzogen, als Bond Vesper Lynd verliert. Die Zeitungen überschlugen sich mit Berichten darüber, wie Bond zu dem Bond wird, den wir kennen. Genau genommen war hier aber nichts Neues zu sehen. Schon in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) lässt 007 innerlich verhärten, dass seine Ehefrau Tracy di Vicenzo am Ende des Films erschossen wird. Die Szene war, obwohl sie auf Ian Flemings Romanvorlage basiert, nicht sehr erfolgreich beim Publikum. In „Casino Royale“ (2006), 37 Jahre nach „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969), wird Bond seine gefühlvolle Seite hoch angerechnet und die Entwicklung zu „Bond, James Bond“83 in dieser Form akzeptiert - nur: Neu war das nicht!

Kritiker bemängelten in Craigs Bond-Debüt das Fehlen von Stammcharakteren wie „Q“ und Moneypenny. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass „Q“ auch schon in „Leben und sterben lassen“ (1973) nicht dabei und Moneypenny in „Lizenz zum Töten“ (1989) kaum 30 Sekunden auf der Leinwand zu sehen war. Aber das Fehlen einer bestimmten Figur hat eine längere Präsenz eines anderen bekannten Charakters der Bondfamilie zur Folge. Das Fehlen „Qs“ im erstgenannten Film wird mit der Anwesenheit Moneypennys und „Ms“ in 007s privater Wohnung ausgeglichen, das kurze Erscheinen Moneypennys im Film von 1989 wird dadurch abgeschwächt, dass die Figur „Q“ seinen bis dato längsten Auftritt hatte und Bond sogar bei dessen Mission unterstützt.

In „Casino Royale“ (2006), wo dann beide Charaktere fehlen, werden Felix Leiter und James Bond zu Verbündeten und es wird ein neuer Charakter eingeführt: René Mathis. Er wird im folgenden Film ein fester Bestandteil sein und schließt die in der Bondfamilie entstandenen Lücken gemeinsam mit Leiter.

Der Erfolg gibt „Casino Royale“ (2006) Recht. Die Zeit war reif für diesen Neubeginn und mit „Ein Quantum Trost“ (2008) wird diese harte Linie - auch ohne „Q“ und Moneypenny - weitergefahren mit dem Unterschied, dass der 22. offizielle James-Bond-Film direkt an den 21. anschließt. Die Kontinuität ist also wieder gegeben. Der Film beginnt damit, dass Bond versucht, Mr. White zum Verhör zum MI6 zu bringen.

Das hervorstechende Merkmal an „Casino Royale“ ist, im Vergleich zu den anderen Bond-Filmen, seine Geschichte. James Bonds Leben findet in mehreren „Parallelwelten“ statt. So gibt es die Romane, die Comics, die Filme und die Romane basierend auf Filmen - „Casino Royale“ hat fast alles davon zu bieten. Die Problematik zum Verständnis des Phänomens „James Bond“ liegt darin, dass sich diese einzelnen „Parallelwelten“ teilweise überschneiden und damit auch beeinflussen.

1) Die Romanfigur: Ian Fleming schrieb 1953 den Roman „Casino Royale“. Das Buch erschien am 13. April 1953.

2) Die Comicfigur: In der Zeit vom 7. Juli 1958 bis zum 13. Dezember 1958 erschien der erste Comic-Strip von „Casino Royale“ im Daily Express. Der Text stammte von Anthony Hern (andere Quellen: Anthony Hearne), die Zeichnungen von John McLusky84. McLusky gab also 007 ein Gesicht, wenn auch nur ein gezeichnetes.

3) Die TV-Figur: Produzent und Regisseur Gregory Ratoff85 kaufte die Rechte an Ian Flemings Roman und bot sie dem TV-Sender CBS86 an. Der Fernsehfilm „Casino Royale“ (1954) entstand und wurde als dritte Folge der ersten Staffel der CBS-Fernsehshow Climax! am 21. Oktober 1954 ausgestrahlt. Man hatte Bond hierfür amerikanisiert und nannte ihn Jimmy Bond, obwohl der Name James Bond im Film einmal genannt wird und auch im Abspann steht.

4) Die inoffizielle Kino-Figur: 1966, als die ersten vier offiziellen James Bond-Filme mit gewaltigem Erfolg in den Kinos gelaufen waren, erschien ein weiterer Casino-Royale-Ableger. In der Produktion von Charles K. Feldman spielte David Niven Sir James Bond.

5) Die Theaterfigur: 1985 adaptierte Raymond Benson Ian Flemings Roman für ein Theaterstück, das allerdings niemals produziert wurde. Das Stück wurde einer britischen Theateragentin vorgelegt, die empfahl, es nicht zu produzieren. Benson äußerte dazu in einem Interview: „Sie war sehr ältlich, und nach meiner Ansicht hat sie es nicht verstanden (...). Nach weiteren Überlegungen schob Glidrose87 die Produktion auf, mit der abschließenden Entscheidung, dass ein James-Bond-Bühnenstück einfach nicht funktionieren würde. Ich war nicht dieser Meinung, aber es war ihr Eigentum.“

6) Die offizielle Kinofigur: Nachdem die Rechte am Stoff „Casino Royale“ wieder frei waren, griffen die Produzenten der offiziellen 007-Filme darauf zurück und schufen einen Blockbuster mit Daniel Craig in der Rolle des 007, der 2006 in die Kinos kam und die Serie wieder neu belebte.


5) Von Querverweisen, Metaphern und Anspielungen.

Mit Ausnahme des Kapitels „Casino Royale“ (2006) - mehr Neubeginn als Rückblick ist die Welt des James Bond mit Romanen und Filmen vernetzt. Auch die Computerspiele und die 007-Comics genießen durch die zahlreichen Querverweise einen besonderen Status in der Welt der Fantasiefiguren.

Bei Vernetzungen in den Filmen ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Wie hängen die James-Bond-Filme miteinander zusammen? Welcher Film nimmt auf welchen anderen Film Bezug?

In der linken Spalte sind die Filme genannt, auf die der in der rechten Spalte genannte Film Bezug nimmt. Wiederkehrende Charaktere sind nur aufgeführt, wenn sie nicht auf James Bonds Seite stehen. Die Wiederkehr von „M“ als Bonds Chef ist logisch, wenn die Geschichte aus der Sicht des Agenten erzählt wird.

Blofeld hingegen, der als Schurke Mehrfachauftritte hat, stellt eine Verknüpfung zu vorhergehenden Filmen dar. Auch ironische Anspielungen (mit einem * gekennzeichnet) werden berücksichtigt - das trifft vor allem für „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) zu.


Filme mit Verbindung zu ...... „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)
„James Bond jagt Dr. No“ (1962)Bond hat dieselbe Freundin (Sylvia Trench88).Blofeld will Rache für Dr. Nos Tod.Silvia spricht Bond auf seinen Jamaika-Aufenthalt an (sie musste sechs Monate auf ihn warten).

[no image in epub file]Dauerfreundin für zwei Filme - Eunice Gayson alias Sylvia Trench


Filme mit Verbindung zu ...... „Goldfinger“ (1964)
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)Szenen aus LAM werden im Titelvorspann gezeigt.
... „Feuerball“ (1964)
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)Blofeld tritt wieder als Gegner in Erscheinung.
„Goldfinger“ (1963)James Bond fährt wieder seinen Aston Martin DB5.
... „Man lebt nur zweimal“ (1967)
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)Blofeld tritt wieder als Gegner in Erscheinung.
... „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)
„James Bond jagd Dr. No“ (1962)Szenen werden im Titelvorspann gezeigt.Bond hat Honeys Tauchermesser in einer Schreibtischschublade.
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)Szenen werden im Titelvorspann gezeigt.Blofeld tritt wieder als Gegner in Erscheinung.Bond hat Grants Uhr in einer Schreibtischschublade.
„Goldfinger“ (1964)Szenen werden im Titelvorspann gezeigt.„M“ spricht über die „Goldfinger-Affäre“.Ein Hausmeister pfeift Töne aus dem Lied „Goldfinger“89.
„Feuerball“ (1965)Szenen werden im Titelvorspann gezeigt.Blofeld tritt wieder in Erscheinung.Bond bewahrt seine Atemstäbchen in einer Schreibtischschublade auf.
„Man lebt nur zweimal“ (1965)Szenen werden im Titelvorspann gezeigt.Blofeld tritt wieder in Erscheinung.
... „Diamantenfieber“ (1969)
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) „Feuerball“(1965) „Man lebt nur zweimal“(1967)Blofeld tritt wieder in Erscheinung.
„Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)Blofeld tritt wieder in Erscheinung.Bond sucht in der Titelsequenz nach dem Mörder seiner Frau.
... „Leben und sterben lassen“ (1973)
„James Bond jagd Dr. No“ (1962)Quarrel Jr. (Sohn von Quarrel) tritt auf.
„Diamantenfieber“ (1971)Hamilton, der hier vorkam, sirbt in der Pre-Title-Sequenz von „LALD“.
... „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974)
„Diamantenfieber“ (1971)Als Scaramanga seine Pläne erläutert, meint Bond, er so etwas schon einmal erlebt90.
„Leben und sterben lassen“ (1973)James Bond trifft auf J.W. Pepper, der ihn wiedererkennt.
... „Der Spion, der mich liebte“ (1977)
„Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)Anya Amasova spricht 007 auf seine verstorbene Ehefrau an.
... „Moonraker - streng geheim“ (1979)
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)Beißer wird von Drax engagiert und kämpft wieder gegen 007.
... „In tödlicher Mission“ (1981)
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) „Feuerball“ (1965) „Man lebt nur zweimal“ (1967) „Diamantenfieber“ (1971)Bond tötet einen Mann, der mit großer Wahrscheinlichkeit Blofeld ist.
„Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)James Bond besucht das Grab seiner Frau.Bond tötet einen Mann, der mit großer Wahrscheinlichkeit Blofeld ist.
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)James Bond und „Q“ geben beim Betreten eines geheimen Raumes einen Zifferncode ein, und das Hauptmotiv des Liedes „Nobody does it better“ ist zu hören.*
... „Im Angesicht des Todes“ (1985)
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)In einer Cut-Szene ist die Armbanduhr von Grant zu sehen.
„Octopussy“ (1983)In einer Cut-Szene wird James Bonds Säure-Füller benutzt.
... „Goldeneye“ (1995)
Auf alle James-Bond-Filme von „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) bis „Lizenz zum Töten“ (1989)James Bonds neue Chefin „M“ merkt an, dass seine plumpen Methoden bei ihr nicht so gut ankämen wie bei ihrem Vorgänger.Zukovsky weiß: „Der neue „M“ ist eine Lady.“
... „Die Welt ist nicht genug“ (1999)
„Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969)Bond erklärt Elektra King sein Familienmotto.
Auf alle James-Bond-Filme von „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) bis „Moonraker - streng geheim“ (1979)An der Wand beim MI691 hängt ein Bild des männlichen „M“ (Bernard Lee).
„Goldeneye“ (1995)Zukovsky und Bond begegnen sich bei 007s Ermittlungen erneut. Sie verbünden sich.

[no image in epub file]Der Hauptsitz des MI6 steht noch am Vauxhall Cross in London


Filme mit Verbindung zu ...... „Stirb an einem anderen Tag“ (1999)
„James Bond jagt Dr. No“ (1962)Bond flüchtet aus seinem Krankenzimmer, und die ersten Töne aus „James Bond jagt Dr. No“ erklingen.*Jinx entsteigt dem Meer wie Honey Rider und ist ähnlich gekleidet.*
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)In „Qs“ Werkstatt findet Bond Rosa Klebbs Schuh.In „Qs“ Werkstatt steht Bonds alter Aktenkoffer.
„Goldfinger“ (1964)„Q“ sagt: „Ich scherze nie, wenn es sich um meine Arbeit handelt.“In „Qs“ Werkstatt steht die Parkuhr mit Gassprüher.James Bonds Aston Martin hat wieder einen Schleudersitz.
„Feuerball“ (1965)Bond nimmt eine Weintraube als er unerlaubt ein Krankenzimmer betritt.*In „Qs“ Werkstatt hängt Bonds Jet-Pack.
„Diamantenfieber“ (1971)Bond liest einen Zeitungsartikel über Gustav Graves, der das Kernzitat „Diamonds Are Forever“ enthält.*
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)Gustav Graves springt mit einem „Union Jack“-Fallschirm ab. (*)Ein Bildschirm in „Qs“ Werkstatt zeigt die Konstruktionspläne des Lotus Esprit.In „Qs“ Werkstatt steht der bekannte Overheadprojektor.
„In tödlicher Mission“ (1981)In „Qs“ Werkstatt befindet sich Bonds gelber Taucherhelm.
„Octopussy“ (1983)Ein Plakat imm Film trägt die Aufschrift: „Game, set and match!“ - Ein Ausspruch von Vijay.In „Qs“ Werkstattwird das Seil des indischen Seiltricks aufbewahrt.steht der Bede-Jet.steht das Krokodil-U-Boot.hängen die exotischen Waffen.befindet sich die Lupe.
„Der Hauch des Todes“ (1987)In „Qs“ Werkstatt befindet sich Kara Milovys Cello.
„Lizenz zum Töten“ (1989)In „Qs“ Werkstatt befindet sich das Reisegepäck des Waffenmeisters.
... „Ein Quantum Trost“ (2008)
„Goldfinger“ (1964)Agentin Fields Leiche liegt in der gleichen Position wie die Leiche von Jill Masterson auf dem Bett. Fields wurde mit Öl überzogen, Masterson mit einem Goldüberzug getötet.
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)James Bond benutzt erneut den Decknamen Robert Sterling.James Bond wirft den Leibwächter von Guy Haines vom Dach, wie er es schon mit Sandor tat.
„Moonraker - streng geheim“ (1979)007 stürzt ohne Fallschirm aus einem Flugzeug.
„Im Angesicht des Todes“ (1985)Dominic Greene attackiert 007 wie schon Max Zorin mit einer Feueraxt.
... „Skyfall“ (2012)
„James Bond jagt Dr. No.“ (1962)James Bond bekommt von „Q“ eine Waffe vom Typ Walther PPK S in einem kleinen Kasten ausgehändigt. (*)
„Goldfinger“ (1964)007 flüchtet mit „M“ wieder in seinem Aston Martin und ärgert sie mit dem Knopf für den Schleudersitz. (*)92
„Feuerball“ (1965)Die Hirsch-Skulptur, die am Eingangstor der Skyfall-Lodge zu sehen ist, steht auf dem Portal des Château d'Anet93 und wurde in „TB“ schon von 007 im Jet-Pack überflogen.Die beiden Jagdhunde rechts und links neben dem Hirsch gehören zu der Rasse, die auch Kincade in „SF“ hält.
„Leben und sterben lassen“ (1973)Bond springt auf den Rücken eines Komodowarans, um einer gefährlichen Situation zu entkommen. In „LALD“ war er über die Rücken von Krokodilen gelaufen.94
„Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974)Die Löwenstandbilder vor dem Peninsula-Hotel, in dem Andrea Anders wohnt, gleichen denen im Gehege der Komodowarane.95
„Octopussy“ (1983)Der Kampf auf dem Zugdach und der plötzlich auftauchende Tunnel, dessen Rand Bond nur knapp verfehlt.
„Lizenz zum Töten“ (1989)James Bond Walther PPK ist eine Signaturwaffe wie die, die er in „LTK“ gegen Sanchez einsetzt.Bond fällt auf, dass Sévérine eine Beretta um den Oberschenkel geschnallt trägt - auch Pam Bouvier trug ihre Waffe so.
„Goldeneye“ (1995)„Q“ teilt Bond mit, dass er keine explodierenden Stifte als Ausrüstung erwarten könne. (*)
„Casino Royale“ (2006)Bond gibt Eve Moneypenny den Hinweis, sich nicht an den Ohrhörer zu fassen. Auch Carter96 machte er darauf aufmerksam, bevor Bond Mollaka hinterherjagte.

Die Übergänge zwischen den Vernetzungen von Film zu Film und Anspielungen sind fließend. Nicht zuletzt wegen des Erfolgs der James-Bond-Filme finden sich immer wieder in anderen Filmen Anspielungen. Sogar ganze Filme, wie zum Beispiel die Austin-Powers-Reihe, sind aufgrund von Anspielungen zu Blockbustern geworden.

Manchmal sind Szenen bei 007 aber von anderen Filmen inspiriert worden, so der Helikopterangriff auf James Bond in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)97. Es ist ein Zitat einer Szene aus „Der unsichtbare Dritte98“, in der Cary Grant99 von einem Sprühflugzeug gejagt wird.

Der Regisseur Alfred Hitchcock100 hat nicht nur in diesem Film die Bondmacher inspiriert. Da Sexszenen zur Zeit von „Feuerball“ (1965) auf keinen Fall auf der Leinwand hätten gezeigt werden dürfen, half sich Terence Young mit einer Idee von Hitchcock. Als James Bond und Fiona Volpe (Luciana Paluzzi101) im Bett liegen und sie ihre Arme um ihn schlingt, wird geschnitten, und die nächste Szene zeigt eine Kamerafahrt direkt auf die Öffnung einer Tröte beim Junkanoo102 zu. Diese Idee, zwar leicht abgewandelt, stammt ebenfalls aus dem Film „Der unsichtbare Dritte“. Darin befinden sich die Protagonisten in einem Zug, und auch hier konnte die sexuelle Handlung nicht auf der Leinwand gezeigt werden. Nach dem Schnitt sieht der Zuschauer den Zug in einen Tunnel rasen.103

Schon Ian Fleming spielte in seinem Roman „Thunderball“ (1961) auf diesen Hitchcock-Klassiker an: „'Sure, sure'. Petacchi asked some questions, verified the course set on George, checked the air speed and altitude. Now everyone in the cockpit was relaxed, almost drowsy. Five more hours to go. Rather a bind missing North by Northwest at the Odeon.“

„North by Northwest“ ist der englische Titel des Films „Der unsichtbare Dritte“.

Guy Haines, Hauptfigur in Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ heißt auch die von Paul Ritter in „Ein Quantum Trost“ (2008) gespielte. Guy Haines ist darin ein Sondergesandter des Premierministers, der mit Dominic Greene gemeinsame Sache macht.

Musik und Kameraeinstellung in den Szenen, in denen James Bond in „Skyfall“ (2012) im 79. Stockwerk eines Fahrstuhlschachtes herumklettert, sind laut Sam Mendes eine Anspielung auf Alfred Hitchcocks Film „Vertigo - Aus dem Reich der Toten“ (1958), der u.a. Höhenangst thematisiert - die Musik erinnert stark an die von Bernard Herrmann104 für Hitchcock komponierte.

Sam Mendes zitierte Hitchcock: „Filme einen Mord wie eine Liebesszene und eine Liebesszene wie einen Mord.“ Damit beschreibt Mendes die Szene, in der Eve James Bond mit einem Rasiermesser rasiert.105

Hitchcocks Art der Szenengestaltung hat auch andere Bond-Regisseure beeinflusst, so z.B. Peter Hunt. In „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969)106 ist eine lange Passage zu sehen, in der James Bond in das Büro vom Rechtsanwalt Gumpold einbricht und dort einen Safe knackt. Diese Szenenabfolge stand nicht im Drehbuch und wurde von Hunt zur Spannungssteigerung in den Film mit aufgenommen. Er arbeitete wie Hitchcock: Die Szene ist lang, voller Spannung, aber ohne Text. Wahrscheinlich wurde sie wegen der Länge und weil sie die Filmhandlung nicht voranbringt, bei zahlreichen TV-Ausstrahlungen und auch auf einigen Kaufvideos geschnitten. Peter Hunt sah das gelassen, er ärgerte sich mehr darüber, dass in einigen Ländern sein Name im Vorspann des Kinofilms herausgeschnitten wurde.107

Im selben Moment sind die Silhouetten zahlreicher nackter Frauen, deren Brustwarzen man erkennen kann, zu sehen. Solche „anstößigen“ Szenen wollte man dem Publikum nicht zeigen, und deshalb hatte „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ in den Kinos in Südafrika keinen Regisseur.

Bei „GoldenEye“ (1995) ließ Regisseur Martin Campbell den Orgasmus, den Xenia Onatopp durch das Strangulieren ihres Opfers bekommt, darstellen, indem er direkt von ihrem Stöhnen zu von einer Schiffsschraube aufgewirbeltem Wasser umschneiden ließ. Er war der Meinung, ein Großteil des Publikums habe diese Anspielung nicht verstanden, doch die Reaktionen der Zuschauer im Kino widerlegte diese Annahme.108

Im Musikvideo zu „Die Another Day“ von Madonna reiht sich ebenfalls Zitat an Zitat: Wie James Bond kurz vor dem Titelvorspann von „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) wird auch Madonna in einen Folterraum geschleppt, einer ihrer Gegner trägt ein Stahlgebiss wie „Beißer“ aus „Der Spion, der mich liebte“ (1977) und „Moonraker - streng geheim“ (1979). Die folgenden Fechtszenen zwischen Madonna und ihrer Doppelgängerin lehnen sich an „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) und dem darin stattfindenden Fechtkampf zwischen Bond und Graves an, ebenso wie die Folterszene, in der die Sängerin in Eiswasser getaucht wird. Im Verlauf des Kampfes schnellt eine Spitze aus dem Schuh der weiß gekleideten Frau, eine Idee aus dem Film „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), in dem Spectre-Mitglieder vergiftete Spitzen in ihren Schuhen haben, um damit ihre Gegner zu töten.109 Als die weiß gekleidete Madonna ihr schwarz gekleidetes Double in eine Glasvitrine schleudert, fühlt man sich an den Kampf zwischen James Bond und Chang (Toshirõ Suga110) in „Moonraker - streng geheim“ (1979) erinnert.

Waffen werden, wie auch beim Fechtkampf zwischen Graves und Bond, von ausgestellten Rüstungen genommen.

[no image in epub file]Madonna spielte in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) Bonds Fechtlehrerin Verity

Madonna schwingt sich gegen einen riesigen halbdurchlässigen Spiegel, wie der im Film „Sag niemals nie“ (1983) auf Largos Schiff, der bei einer Schlägerei zwischen 007 und Carvers Leuten in „Der Morgen stirbt nie“ (1997) und in Bonds Hotelzimmer in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002)111. Kurz darauf landet ein Schwert in einem Portrait Pierce Brosnans an der Wand, das ihn in seiner Fechtuniform aus „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) zeigt; eine Anspielung auf die Szene im Film, als ein im Blades-Club hängendes Gemälde beschädigt wird.

Wenn die weiße Madonna von ihrer Gegnerin durch ein rundes Fenster in der Wand getreten wird, erinnert das an den tödlichen Sturz Changs durch das Zifferblatt einer riesigen Uhr in Venedig in „Moonraker - streng geheim“ (1979).

Neben den Rüstungen und Vitrinen gehört auch der goldene Colt aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) zu den Ausstellungsstücken, die kurz im Bild sind. In derselben Szene sieht man im Hintergrund Tee Hees (Julius W. Harris112) Greifarm aus „Leben und sterben lassen“ (1973). Nachdem wieder mehrere Vitrinen in Moonraker-Manier zerlegt wurden, erscheint ein Mann, der eine nackte Frau mit Goldfarbe bestreicht, im Bild: eine Anspielung auf die vergoldete Jill Masterson (Shirley Eaton113) aus „Goldfinger“ (1964).

Als Madonna auf einen elektrischen Stuhl gefesselt wird, spuckt sie ihrem Peiniger ins Gesicht. Das hat auch Miss Taro (Zena Marshall114) mit Bond in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) gemacht, als sie ihm ausgeliefert war.

In einer Vitrine steht ein Odd-Job-Double. Die schwarze Madonna zerschlägt die Scheibe, nimmt dem Mann die Melone vom Kopf und benutzt sie als Wurfgeschoss. Bevor die weiße Madonna getroffen wird, reißt die Melone einem weiteren Ausstellungsstück den Kopf ab: einer weißen Perserkatze, dem Markenzeichen Ernst Stavro Blofelds in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), „Feuerball“ (1965), „Man lebt nur zweimal“ (1967), „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969), „Diamantenfieber“ (1971) und auch einer, niemals als Blofeld bezeichneten Figur, in der Pre-Title-Szene von „In tödlicher Mission“ (1981).

Als die weiße Madonna getroffen wird, kann man kurz im Hintergrund den Jet-Pack aus „Feuerball“ (1965) sehen.

Die von der Melone getroffene Madonna entreißt einer Schaufensterpuppe im Bikini115 von Honey Rider aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) ein Harpunengewehr, wie es schon in „Feuerball“ zum Einsatz gekommen ist. Im Hintergrund sieht man eine weitere Schaufensterpuppe, die gekleidet ist wie die erotischen Angestellten von Octopussy. Die weiße Madonna erschießt ihr schwarzes Ebenbild.

Damit zeigte sich schon im Musikvideo von „Stirb an einem anderen Tag“, worauf es in dem Film, den Pierce Brosnan als „Hommage-City“ bezeichnete, hinauslaufen würde.

Für eine Anspielung auf James Bond, ob im Film oder im wirklichen Leben, ist sich niemand zu schade. Es ist unmöglich, hier alle Beispiele aufzuführen, daher beschränke ich mich auf einige selten oder noch gar nicht genannte: Im Film „Joe Dirt“ (2001) kommt Christopher Walken116 in seiner Rolle als Clem ins Zeugenschutzprogramm der Vereinigten Staaten. Sein Name wird in Gert B. Frobe geändert. (Gert Fröbe spielte 1964 Goldfinger). Christopher Walken hatte in „Im Angesicht des Todes“ (1985) Max Zorin verkörpert. Über diesen Film hört man oft, er sei ein Remake von „Goldfinger“ (1964). (Walken gewann für den Film „Die durch die Hölle gehen“ (1978) einen Oscar. Sam Mendes erinnert in „Skyfall“ (2012) mit der Skorpion-Szene vage an Walkens Part in diesem Kriegsfilm.)

Selbst Sean Connery hat nichts dagegen, an seine Vergangenheit als Bond zu erinnern. Im Film „The Rock - Fels der Entscheidung“ (1996) antwortet er (Mason) auf die Frage Dr. Stanley Goodspeeds (Nicolas Cage), wie es ihm gelungen sei, als einziger Häftling von Alcatraz zu fliehen: Es habe an seiner ausgezeichneten SAS-Ausbildung gelegen. Zitat: „Ich habe eine hervorragende Ausbildung genossen: Britischer Geheimdienst“.

Abseits der Filmzitate gibt es in den Asterix-Comics die Figur „Nullnullsix“.117 Er ist ein Spitzel des römischen Geheimdienstes und trägt seinen Namen, weil er sechsmal durch die Druidenprüfung gefallen ist. Ebenso wie James Bond hat „Nullnullsix“ aufwendige Ausrüstungsutensilien in seinem Repertoire. Dazu gehört ein aufklappbarer Wagen mit Nebelgenerator und sich selbst zerstörender Papyrus. Vom Zeichnerischen ist die Figur „Nullnullsix“ eine Sean-Connery-Karikatur.

In „Der Rosarote Panther“ (2006) hat Clive Owen118 einen Cameo-Auftritt als 006, woraufhin Inspekteur Clouseau meint: „Sie haben die Superzahl knapp verpasst.“ Damit wird darauf anspielt, dass Owen vor „Casino Royale“ (2006) als potenzieller James-Bond-Darsteller in der engeren Auswahl war. In „The Hitcher“ (2007), dem Remake des 1986 erschienenen Films „Hitcher, der Highway Killer“, spielt Sean Bean119 (Alec Trevelyan aus „GoldenEye“) einen brutalen Mörder. In einer Szene ist ein Schriftzug an der Wand zu lesen: „Living on the Edge of a Broken Dream. Live to Live another day.“ („Leben am Abgrund eines zerbrochenen Traums - leben, um ein andermal zu leben.“) Für „Die Another Day“ (2002) warb man mit dem Slogan: „When Danger becomes a temptation, when every move brings you closer to the edge, when you live each day like it's your last - there's a surprise around every curve...“ Eine Anspielung zum Lachen bot zuletzt der Film „Transformers 3“ (2011): Ein Autobot, der die anderen Autobots mit Waffen ausstattet, trägt den Namen „Que“.120

Sam Mendes brachte in „Skyfall“ (2012) noch ein Zitat der besonderen Art unter. Als der Schurke Raoul Silva aus der U-Bahnstation Embankment gelaufen kommt, sieht man im Hintergrund das Playhouse, dessen Reklametafel auf das Musical „Assassins“ hinweist, das Mendes 20 Jahre zuvor geleitet hatte. Das Stück startete am 29. Oktober 1992 im Donmar Warehouse. Henry Goodman spielte den Charles Guiteau, Louise Gold die Sara Jane Moore. Das Stück lief bis zum 9. Januar 1993 und hatte 76 Vorstellungen.


6) „Sind Sie verheiratet, Mr. Bond?“

Der Gedanke an einen verheirateten und damit gebundenen James Bond scheint zunächst absurd, doch sowohl beim Film- als auch beim Roman-Helden 007 wird Bonds Heirat gar nicht so selten thematisiert.

In „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) findet Bond in Tracy di Vicenzo seine wahre Liebe und macht ihr einen Heiratsantrag. Auf das „Willst du mich heiraten?“ gibt sie im Film keine Antwort, sondern stellt die Gegenfrage: „Willst du das wirklich?“. Die beiden werden getraut.

Das Glück währt nur kurz. Der Satz „Bis dass der Tod euch scheidet“ bekommt eine neue Bedeutung, denn Tracy wird auf der Fahrt in die Flitterwochen von Irma Bunt (Ilse Steppat121) erschossen.122

Unverständlicherweise macht sich James Bond im kommenden Film „Diamantenfieber“ (1971) auf die Suche nach Blofeld, obwohl der die tödlichen Schüsse gar nicht abgegeben hat. Die Figur Irma Bunt wurde seit „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969), wo sie überlebte (!) nie wieder gezeigt.

Was Fleming nicht schrieb, ließ sich Drehbuchautor Richard Maibaum123 für „Man lebt nur zweimal“ (1967) einfallen: Hier heiratet James Bond während einer Mission zur Tarnung die Japanerin Kissy Suzuki (Mie Hama124) und in „Liebesgrüße aus Moskau“ sind James Bond und Tatjana Romanova mit dem Orientexpress als Mr. und Mrs. David Somerset auf einer vorgetäuschten Hochzeitsreise.

Auf die Frage Honey Riders (Ursula Andress125) „Sind sie verheiratet, Mr. Bond?“ in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962), gibt Bond gar keine Antwort, da sie für ihn zu überraschend kommt.

Der Romanheld hat noch öfter als die Filmfigur Bond mit diesem Thema zu tun. Schon in „Casino Royale“ von 1953, Ian Flemings erstem Roman, will Bond Vesper Lynd einen Heiratsantrag machen.

Da sie vorher Selbstmord begeht, kommt es nicht dazu.126 Bonds Vorhaben war im Film „Casino Royale“ (2006) nicht zu sehen.

Auch Gala Brand aus Flemings „Moonraker“ (1955) scheint es dem Romanhelden angetan zu haben. 007 denkt über Flitterwochen nach, doch Brand heiratet einen anderen Mann.127

Im Buch „From Russia with Love“ (1957) sprechen 007 und sein Chef „M“ über Bonds verflossene Liebe Tiffany Case (aus „Diamonds Are Forever“), und Bond sagt, er hätte sie beinahe geheiratet. John Pearson128 greift James Bonds Beziehung zu Tiffany Case in seinem Buch „Agent 007 Das Leben von James Bond“ wieder auf: „Er (Bond) hatte immer nur eine Frau heiraten wollen, die etwas von Liebe und Sauce béarnaise verstand. Tiffany verstand von beidem etwas.“

Bleibt es bei Percy Proud aus dem Roman „Die Ehre des Mr. Bond“ (1984) auch nur ein „fast“, so schreitet 007 in John Gardners Buch „Scorpius“ (1988) erneut zum Traualtar. Der Schurke Wladimir Scorpius will James Bond und Harriet Horner verheiraten, da er dem Vater der potenziellen Braut einen Gefallen schuldet. James Bond geht die Ehe nur ein, weil er weiß, dass sie ungültig ist.

Im James-Bond-Roman „SeaFire“ (1994) macht 007 Frederika von Grüsse einen Heiratsantrag, den sie annimmt, aber zur Hochzeit kommt es nicht. John Gardner129 lässt von Grüsse zwar noch in „Cold“ auftreten, doch auf das Versprechen, das Bond und sie einander gegeben haben, wird nicht weiter eingegangen.

Es mag auch am Autorenwechsel von Gardner zu Raymond Benson130 liegen, dass die Verbindung zwischen Frederika von Grüsse und James Bond nicht mehr thematisiert wurde.

Eine Frau, die als mögliche Lebensgefährtin für den Agenten in Frage kommt, wird schnellstmöglich durch den Roman- oder Drehbuchautor eliminiert, sei es, dass man sie sterben lässt oder dass sie sich einem anderen Mann zuwendet beziehungsweise von Bond entfremdet wird und die beiden schließlich getrennte Wege gehen.

Bond-Schöpfer Ian Fleming, ein Frauenheld und Playboy, hatte u.a. eine Affäre mit der verheirateten Anne Geraldine Rothermere131, deren erster Mann im Zweiten Weltkrieg gefallen war. Sie wurde im November 1951 von Fleming schwanger, und sowohl die Gewissheit, Vater zu werden als auch die Absicht, Rothermere zu heiraten, veränderten Fleming grundlegend.

Am 15. Januar 1952, zwei Monate und neun Tage vor der Eheschließung, begann Ian Fleming mit seiner Arbeit am ersten James-Bond-Roman „Casino Royale““ und arbeitete bis 6 Tage vor der Hochzeit daran.

Anne Geraldine Rothermere und Ian Fleming gaben sich am 24. März 1952 auf Jamaika das Jawort. Sohn Casper wurde am 12. August geboren.

Fleming setzt sich im Roman mit dem Thema Bonds Heirat auseinander. Er lässt 007 gegenüber Vesper Lynd ironisch anmerken, er wolle sie heiraten, weil sie die Temperatur des Badewassers passend gewählt habe - Lynd reagiert emanzipiert: „Du brauchst eine Sklavin und keine Ehefrau“ - und einmal spielt Bond tatsächlich mit dem Gedanken, zu heiraten.

War „Casino Royale“ Ablenkung und Überbrückung bis zur Hochzeit, so konnte Fleming in allen weiteren Romanen den Agenten das tun lassen, was ihm selbst nicht gelungen war: ihn mit allen Frauen schlafen lassen und ihn zum Helden machen, der keine Verpflichtungen hatte. Wenn er schließlich eine Frau traf und sich sogar verliebte, dann tötete Fleming seine weiblichen Romanfiguren oder ließ sie verschwinden. Bond war wieder frei.

Fleming schrieb bis zu seinem Tod 12 Romane und 9 Kurzgeschichten über den Agenten Ihrer Majestät, und das Thema Ehe ist darin immer wieder präsent. Gegenüber Tiffany Case äußert 007 in „Diamonds Are Forever“, er sei schon verheiratet - mit einer Person namens „M“.

John Pearson schreibt in seinem oft vernachlässigten Buch „Agent 007 Das Leben von James Bond“, Bond verlobte sich mit der Schwester eines Offiziers, die 22 Jahre alt war und Muriel hieß - dies ist die erste Erwähnung einer möglichen Heirat in der Biographie James Bonds.


Pearson beschreibt auch, wie 007 Kissy Suzuki einen Heiratsantrag macht, weil sie seinen Sohn James Suzuki132 geboren hat. Kissy lehnt den Antrag ab und heiratet einen bei Shell angestellten Japaner.

Weiter trifft James Bond in seinem Buch auf Honeychile Schultz (geb. Rider), die verwitwet ist und es auf Bond abgesehen hat. Tatsächlich plant Bond am Ende des Buches zu heiraten. Am Vorabend der Hochzeit findet eine große Party statt, doch Bill Tanner und andere Geheimdienstmitarbeiter versuchen Bond zu überreden, in den Secret Service zurückzukehren. Bond bleibt hart. Honey Schultz überredet ihn letztendlich, wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren.

Zusammengefasst gibt es eine echte Heirat (mit Tracy di Vicenzo), eine unwirksame Trauung (mit Harriet Horner), zwei vorgespielte Hochzeiten bzw. Ehen (mit Kissy Suzuki und Tatjana Romanova), drei Verlobungen (mit Muriel, Honeychile Schultz und Frederika von Grüsse) sowie viermal das Vorhaben zu heiraten (mit Vesper Lynd, Gala Brandt, Tiffany Case und Percy Proud).

7) Bond für die Ohren

Als die James-Bond-Filme mit großem Erfolg in den Kinos liefen, war abzusehen, dass bald andere Zweige der Multimediabranche an diesem Erfolg teilhaben wollten. So erschienen in Deutschland die James-Bond-Hörspiele bei „Europa“, als erstes „James Bond 007 jagt Dr. No“. Das Ergebnis war enttäuschend, denn bis auf den Originalton, den man auch vorm heimischen Bildschirm hätte aufnehmen können, bieten diese Audio-Kassetten nichts wirklich Ansprechendes. Hinzu kommt, dass man die Handlung kaum versteht, wenn man den Film nicht vorher gesehen oder zumindest das Buch gelesen hat.

Lediglich ein Sprecher versucht, den Hörer auf dem Laufenden zu halten. Der Autor wiederum war nicht gut mit der Materie vertraut; so ist die Rede von Bonds Beretta, während 007 schon längst eine Walther PPK hat, oder von Strangway statt Strangways, obwohl der Name im Filmsound schon mehrfach genannt wurde.

Beim zweiten Hörspiel zum Film wurden die Informationen durch den Sprecher noch weiter reduziert. Ein Durchschauen der Handlung ist für den unerfahrenen Hörer nicht möglich. Der Sprecher bei den Hörspielveröffentlichungen war Norbert Langer133. Peter Bondy war für die Bearbeitung und Heikedine Körting134 für die Regie der Hörspielbearbeitung zuständig. Beim dritten Hörspiel „Goldfinger“ straffte man die Handlung wie bei den beiden Vorgängern. Besonders Actionszenen, wo nur Explosionen oder Reifenquietschen zu hören waren, beschrieb der Sprecher. Auf Shirley Bassies Ohrwurm „Goldfinger“ wollte man aber nicht ganz verzichten, und so ist ein Teil des Originalvorspann- und Abspannsounds zu hören. Oddjobs Demonstration der tödlichen Melone fehlt ganz, und im Moment, als Oddjob ums Leben kommt, sind die Geräusche für den unwissenden Hörer unmöglich bestimmten Aktionen zuzuordnen.

Zum Kinofilm „Feuerball“ (1965) ist kein Hörspiel erschienen, denn im ersten Teil des Films wird die Handlung von Aktionen dominiert, kaum gesprochen, und der rote Faden wäre für einen Bond-unerfahrenen Hörer nicht zu erkennen. Die zahlreichen Unterwasserpassagen des Films sind für eine Hörspielversion ungeeignet.

Die Firma „Europa“ veröffentlichte als viertes Abenteuer des Agenten überraschenderweise „Diamantenfieber“. Die umfangreichen Textpassagen brachten dieses Hörspiel zu einer Laufzeit von über 70 Minuten. Wieder scheint der Autor mit der Materie nicht vertraut zu sein. Das das automatisch fahrende elektrische Schweißgerät, das in der Pipeline auf James Bond zufährt und ihn in Bedrängnis bringt, wird zu einem Reinigungsgerät. Ferner wird sinnverfälschend davon gesprochen, dass Tiffany Case absichtlich von der Ölbohrinsel gesprungen sei. Im Film erkennt man sofort, dass es sich um eine Ungeschicklichkeit handelte und sie hinunterstürzte. Die Hörspiele dürfen eine bestimmte Laufzeit nicht überschreiten. So wurde die Pre-Title-Sequenz von „Diamantenfieber“ von 4 Minuten 35 Sekunden Laufzeit im Film auf 2 Minuten 33 Sekunden im Hörspiel verkürzt. In „Der Mann mit dem goldenen Colt“ fehlt die Pre-Title-Sequenz komplett, das Hörspiel beginnt mit einer musikalischen Einleitung, die in das Titellied des Films übergeht. Nachdem der Song kurz zu hören ist, werden die ersten Dialoge in „Ms“ Büro geführt.

Der Sprecher erklärt vieles. Der Bond-unerfahrene Hörer bekommt einen besseren Überblick, obwohl der Sprecher Unrichtiges von sich gibt. Er spricht von einer halb gesunkenen Dschunke statt von der Queen Elisabeth135 im Hafen von Hong Kong.

Schon im Hörspiel „Leben und sterben lassen“ sind dem Autor Fehler unterlaufen. Er scheint große Probleme mit den Namen zu haben: Aus Quarrel Jr. wird Skipper, Harold Strutter heißt bei ihm Trotter, und nachdem er Quarrel als diesen identifiziert hat, nennt er ihn Squorrel oder so ähnlich.

Es drängt sich die Vermutung auf, dass man bei der Produktion dieser Hörspiele nicht sehr viel Zeit gehabt hat. Der Sprecher ist an einigen Stellen zu langsam, dafür hört man anschließend den Filmton, der schon läuft, als der Sprecher noch zu hören ist, ein weiteres Mal. Es gibt Tonüberlagerungen und schlechte Schnitte.

Auch die zusätzliche „Spannungsmusik“ wertet das Ganze nicht auf. Und wenn die Stimme vom Tonband wieder von Bonds Beretta spricht, die von Tee Hee verbogen wird, kann der Bond-Fan nur den Kopf schütteln. Ebenso heißt es auf der Kassette, James Bond hätte die Brandbomben auf Kanangas Mohnfeldern gelegt, es war aber Quarrel.

Der Schreiber dieses Hörspiels schien eine Vorliebe für den Ausdruck „sprach es“ als Ersatz für „sagte“ zu haben und nervt den Zuhörer damit. In „Der Spion, der mich liebte“ bezeichnet der Sprecher Beißer als den „weißen Hai“, statt ihn beim deutschen Filmnamen zu nennen. In der englischsprachigen Originalversion heißt Beißer „Jaws“, und so hieß der Film „Der weiße Hai“ auf Englisch.

„Moonraker“ als Hörspiel - zehn Jahre nach dem Film erschienen - bietet wenig Neues. Zwar nutzte man für den Abspann den Originalsong (komplett), der auch am Ende des Films zu hören ist, doch liefen Film- und Sprecherton wieder asynchron. So ist der Sprecher schon bei der handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Bond und Chang zu hören, als der Ton der in Drax' Labor sterbenden Wissenschaftler eingeblendet wird - eine Szene, die im Film viel früher läuft. Einziger Lichtblick sind die von Norbert Langer gesprochenen Kommentare, die dem Hörer ermöglichen, zumindest dem Plot zu folgen.

Kürzungen und Fehler gab es auch im Hörspiel „In tödlicher Mission“: Es beginnt wieder einmal ohne Pre-Title-Sequenz. Ohne den Film zu kennen, versteht niemand, warum Bond auf seinen Lotus verzichten muss und mit Melinas „Ente“ (2 CV) flüchtet. Weder hängt, wie behauptet, an Bonds Hotelzimmertür ein „Bitte nicht stören“-Schild, bevor er auf Bibi (Lynn-Holly Johnson136) trifft, noch versteht der Zuhörer, warum die „St. Georges“ gesunken ist. Als später von einer Treibmine die Rede ist, kann man dem Handlungsfaden kaum folgen. Klare Handlungen werden völlig verkehrt dargestellt: Columbo hat sein Tonband (mit dem das Gespräch zwischen Kristatos und Bond mitgeschnitten wird) nicht in der Tasche, und 007 hechtet auch nicht, wie behauptet, absichtlich durch das Klosterfenster, um Kristatos zu fangen. Wer den Film kennt, weiß, dass er während einer Schlägerei hindurchstürzt. Kristatos stirbt im Hörspiel übrigens zweimal (Tonwiederholung).

Ähnliche Probleme treten auch bei „Octopussy“ auf: Das Hörspiel beginnt sofort in der Residenz des Botschafters in Berlin. Es wird behauptet, dass Gobinda 007 mit einem Knüppel niederschlägt (obwohl er es mit der bloßen Handkante tut), Kamal Khan bekommt bei der Tigerjagd angeblich zunächst nichts von James Bonds Flucht mit. Orlows Tod wird verfrüht beschrieben: Er stirbt durch den Kugelhagel seiner eigenen Männer, und auch Kamal findet laut dem Sprecher bereits im Monsun-Palast „kein rühmliches Ende“. Die komplette Passage mit Bonds Kampf gegen Gobinda (dessen Verbleib im Hörspiel ungeklärt bleibt) auf der Außenhaut eines Flugzeugs und Kamals Absturz fehlen gänzlich.

Hörspiel-Übersicht:

Folge 1)

James Bond jagt Dr. No (1988)

Folge 2)

Liebesgrüße aus Moskau (1988)

Folge 3)

Goldfinger (1988)

Folge 4)

Diamantenfieber (1988)

Folge 5)

Man lebt nur zweimal (1988)

Folge 6)

Im Auftrag Ihrer Majestät137 (1988)

Folge 7)

Leben und sterben lassen (1989)

Folge 8)

Der Spion, der mich liebte (1989)

Folge 9)

Der Mann mit dem goldenen Colt (1989)

Folge 10)

Moonraker, streng geheim (1989)

Folge 11)

In tödlicher Mission (1989)

Folge 12)

Octopussy (1989)

Folge 13)

Die Welt ist nicht genug (2 Teile) (2000)

Zum Thema „Bond für die Ohren“ gehört auch der Sound in den Filmen. Ein Paradebeispiel ist „James Bond jagt Dr. No“ (1962). Alle Soundeffekte in diesem Film sind im positiven Sinne übertrieben.

Norman Wanstall138 war der verantwortliche Sounddesigner des ersten Bond-Abenteuers. Er entschied, in diesem damals futuristisch anmutenden Film die Geräusche zu verstärken und zu ergänzen.

Das Ganze wurde als „Steigerung des Produktionswertes“ des Films beschrieben.

Wanstall ließ Stimmen einfügen, die von Menschen im Hintergrund der entsprechenden Szene stammen sollten.

In der Casino-Szene am Anfang des Films unterhalten sich beispielsweise zwei Frauen über ihr Kleingeld. Am Hafen, als 007 und Quarrel erstmals aufeinandertreffen, sprechen zwei Fischer über ihre Netze.

Die Art der Geräuschzusammenstellung ist aufwendig. Wanstall, der seine Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Winston Ryder139 gesammelt hatte, benutzte allein für das Geräusch des Zerdrückens der Statue auf Dr. Nos Tisch sieben verschiedene Tonelemente, die er miteinander kombinierte (eines davon war das Zerdrücken einer Cola-Dose). Norman Wanstall bezeichnete dieses Geräusch als eine der kompliziertesten und aufwendigsten Tonproduktionen an „James Bond 007 jagt Dr. No“.

Auch Bonds Flucht durch das Röhrensystem in Julius Nos Hauptquartier wurde durch zusätzliche unbekannte und auch real nicht existierende Geräusche verstärkt. Was mit dem Geräusch eines normalen Lüftungsschachts beginnt, steigert sich zu einem Dröhnen und fremdartigen Echo. Für das Donnern des heranrollenden Wassers erinnerte sich Wanstall an seinen Kollegen Gordon K. McCallum140. Dieser hatte ein Donnern für den Film „El Cid“141 erzeugt, das das Geräusch von galoppierenden Pferden darstellen sollte.

Wanstall lieh sich die Tonspur aus und legte sie über die Passage im Film, in der das Wasser auf 007 zuschießt.

Die Reaktionen auf die Soundeffekte in diesem Film waren nicht nur von Seiten des Publikums sehr stark, sogar in Radiosendungen wurde darauf eingegangen.

Wanstall führte seine Arbeit bei „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), „Goldfinger“ (1964), „Feuerball“ (1965), und „Man lebt nur zweimal“ (1967) fort. Für „Goldfinger“ gewann er einen Oscar für die Soundeffekte.

Auch das übertriebene Geräusch beim Öffnen eines Vorhangs in „Feuerball“ (1965) stammt von Norman Wanstall.

Um nur einige Szenen zu nennen, in denen die Geräuschverstärkung (auch von anderen) als Stilmittel eingesetzt wurde: Bei der Schlägerei zwischen James Bond und drei Handlangern vor Dracos Büro in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) sind zahlreiche Töne mit Hall unterlegt, das Geräusch der zersplitternden Fensterscheibe im Zug, als sich Bond und Grant in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) prügeln, wurde mehrfach übereinander gelegt und so verstärkt.

Peter Hunt, der bei „Feuerball“ (1965) hauptamtlich für den Schnitt verantwortlich war, ließ mehrere Personen (auch in anderen Bond-Filmen) von Sprechern nachsynchronisieren, deren Stimmen eine ähnliche Klangfarbe hatten.

Äußerst aufwendig gestaltete sich die Geräuschcollage in „Skyfall“ (2012) in der Szene, in der Silva sich die Wangenknochenprothese herausnimmt. Sam Mendes behauptet, dass ihm beim Ansehen der Szene noch immer übel wird.

Neben Mendes und Scott Millan arbeiteten am Geräusch Greg P. Russell, Per Hallberg und Karen Baker Landers mit.

Außer den offensichtlichen Tonspielereien gibt es auch unterschwellige Töne. Als das Columbia-Logo am Anfang zu sehen ist, hört man einen Muezzin und bekommt so einen Hinweis darauf, wo sich 007 befindet.

Die Produzenten schickten George Lazenby zu einem Sprachlehrer, damit er seinen australischen Akzent ablegte, und als Lazenby seinen ersten Termin bei diesem Lehrer hatte, verließ gerade ein anderer Schüler die Praxis: Harold Wilson142. Trotz des Unterrichts verlangten Lazenbys Stimme und die Reste seines Akzents nach einer besonderen Lösung; deshalb wurde Lazenby von dem Moment ab im Film synchronisiert, als er sich als Sir Hilary Bray ausgibt. So sprach der Darsteller des Bray, George Baker143, 007 die meiste Zeit. Nach Bonds Enttarnung ist wieder die Originalstimme George Lazenbys zu hören.

In der deutschen Version kommt es nicht zur Stimmveränderung. Hier wird Lazenby durchgängig von Gert Günther Hoffmann144 gesprochen, der auch Sean Connery in allen 007-Filmen die deutsche Stimme lieh, mit Ausnahme von „Sag niemals nie“ (1983). Hier wechselt Connerys deutsche Stimme in einigen Szenen von einem Sprecher zum anderen, weil Gert Günther Hoffmann 1997 verstorben war. Erst nach seinem Tod kam eine erweiterte DVD zu „Sag niemals nie“ auf den deutschen Markt, die bisher nicht übersetzte Szenen enthielt. Die zusätzlichen Szenen wurden von Engelbert von Nordhausen145 gesprochen.

Noch eine Stimme kommt in der englischen Originalversion von „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ vor: Der Darsteller Gabriele Ferzetti146 (er spielt Tracys Vater Marc Ange Draco) wurde von David de Keyser147 synchronisiert. De Keyser wiederum spielte im folgenden Film „Diamantenfieber“ (1971) den Zahnarzt Dr. Tynan, der von Mr. Wint (Bruce Glover148) und Mr. Kidd (Putter Smith149) getötet wird.

Die Nachsynchronisation von „Sag niemals nie“ (1983) ist nachvollziehbar. Auch einige Passagen aus „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) mussten für eine erweiterte DVD-Version neu synchronisiert werden, da sie in der alten nicht enthalten waren. Doch abgesehen von der Aufwertung mit zusätzlichen Geräuschen, wie beispielsweise einem passenden Glockenläuten, als 007 mit einem Wagen vor der Anwaltskanzlei Gumpold ankommt, und den verschiedenen Vogelstimmen am Piz Gloria, leistete man sich im Tonstudio unverzeihliche Fehler. Zum einen synchronisierte man Szenen George Lazenbys neu, die bereits mit der Stimme von Gert Günther Hoffmann für den deutschsprachigen Markt existierten (gleiches passierte auch in einigen Szenen, in denen Blofeld, Tracy, Marc-Ange Draco und „Q“ sprachen), zum anderen wurde ungenau gearbeitet. So bei einer neu enthaltenen Szene, in der sich Draco und Tracy in seinem Auto unterhalten: Draco: „Ich werde morgen mit Malone sprechen.“

Der Zuhörer fragt sich, wer dieser geheimnisvolle Malone ist. Im englischen Original sagt Draco allerdings: „Tomorrow I will speak to him alone.“ Aus „him alone“ wurde im Deutschen „Malone“!

Aber gelegentlich gibt es auch im Originalton Seltsames zu hören: In „Diamantenfieber“ (1971) ist eine Textzeile zweimal vorhanden, nämlich als Sir Donald Munger (Laurence Naismith150) „M“ und Bond über Diamanten und deren Gewinnung aufklärt: „The whole process operates under an airtight security system.“ Derselbe Satz fällt einmal im Gespräch mit Munger und einmal aus dem Off.

In der deutschen Synchronversion von „Feuerball“ (1965) wurde unverständlicherweise ein Datum geändert. Hieß es im Originalton, die Diamanten sollen am 27. Mai (1965) abgeworfen werden, wurde daraus der 25. März. Im selben Film sagt der Minister in der deutschen Version zu „M“: „Uns bleiben noch genau 12 Stunden und zwanzig Minuten.“, im englischen Original: „We have exactly 14 hours and 50 minutes.“

Man sollte sich nicht wundern, wenn einem in Versionen der Filme Stimmen von unterschiedlichen Figuren seltsam vertraut erscheinen. Monica van der Zyl, eine Synchronsprecherin, die berühmt wurde, weil sie Ursula Andress in „Dr. No“ ihre Stimme lieh151, sprach in dem Film auch alle anderen weiblichen Rollen, außer Miss Moneypenny, Miss Taro und möglicherweise Schwester Rose und Schwester Lily.

Außerdem war van der Zyl die Sprachtrainerin für Gert Fröbe, dessen Englisch begrenzt war.

[no image in epub file]Nicht nur 007 kann tanzen - Nikki van der Zyl und Autor Danny Morgenstern 2013 in Braunschweig. Foto © Henry Behrens

Zurzeit arbeitet sie als Künstlerin, Dichterin und öffentliche Rednerin. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in London. Zum 50. Jubläum von „Liebesgrüße aus Moskau“ berichtete van der Zyl in Braunschweig vor 750 Gästen in einer Talkrunde von ihren Erfahrungen mit den Bond-Filmen. In Berlin widmete sich 2013/14 eine umfangreiche Ausstellung ihrem Leben.

Synchronisationsrollen von van der Zyl (sie gab in einem Interview an, sich gar nicht mehr an alle Sprechrollen zu erinnern, deshalb könnte die Auflistung unvollständig sein):

„Dr. No“ (1962): Ursula Andress (Honey Rider) und andere weibliche Figuren in diesem Film.

„From Russia with Love“ (1963): Eunice Gayson (Sylvia Trench) und die Büroangestellten im Hotel in Istanbul.

„Goldfinger“ (1964): Shirley Eaton (Jill Masterson) und Nadja Regin (Bonita).

„Thunderball“ (1965): Claudine Auger (Domino) und Diane Hartford (die Frau mit dem roten Kleid im Nachtclub).

„Casino Royale“ (1967): Ursula Andress (Vesper Lynd).

„You Only Live Twice“ (1967): Mie Hama (Kissy Suzuki).

„On Her Majesty's Secret Service“ (1969): Virginia North (Olympe) und verschiedene andere Darstellerinnen.

„Diamonds Are Forever“ (1971): die Touristenführerin auf dem Boot in Amsterdam.

„Live and Let Die“ (1973): einige Textpassagen von Jane Seymour (Solitaire).

„The Man with the Golden Gun“ (1974): Francoise Therry (Chew Mee) und verschiedene andere Darstellerinnen.

„Moonraker“ (1979): Corinne Cléry (Corinne Dufour) und andere Darstellerinnen.

In seltenen Fällen führen auch Tonfehler zu Ungereimtheiten in James-Bond-Filmen. In der Pre-Title-Sequenz von „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) ist das Reifenquietschen von Bonds Aston Martin zu hören, obwohl der Wagen am Strand auf Sand fährt und bremst. Damit der Wagen auf dem Sand beschleunigen konnte, wurden Bahnschwellen vergraben, und Tracy Di Vicenzo fuhr in der entsprechenden Szene schnell davon.

Als der Lieferwagen, mit dem Bond und Anya Amassova in „Der Spion, der mich liebte“ (1977) in Ägypten durch die Wüste fahren, den Geist aufgibt, hört man zunächst etwas Blechernes auf dem Boden entlangrollen und dann erst das Geräusch, wie das Objekt zu Boden fällt (Bond kommentiert: „Die Zylinderkopfdichtung ist hin“).

Manchmal bekommen wir Bond für die Ohren, wo im Original Totenstille herrscht. Als sich 007 in „Leben und sterben lassen“ (1973) auf den Weg nach Amerika macht, sieht die Hellseherin Solitaire (Jane Seymour152) die Zukunft voraus: „Ein Mann kommt an. Er reist sehr schnell. Er kommt über das Wasser. Er reist mit anderen. Er ist unser Feind. Er bringt Gewalt und Zerstörung.“ Bis zum letzten Satz stimmt die Übersetzung auch mit den Inhalten überein, doch als 007 durch die Halle des JFK-Flughafens in New York geht, sagt die Solitaire-Stimme aus dem Off plötzlich: „Er ist eingetroffen.“ An der entsprechenden Stelle ist im Originalfilm nichts zu hören.

Einige Töne in der Welt des 007 haben ganz besonderen Wiedererkennungswert wie das seit 1962 immer wiederkehrende Sirenengeheul:

In „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) hört es der Kinobesucher zum ersten Mal, als James Bond in Dr. Nos Hauptquartier den Atomreaktor außer Kontrolle bringt und zusammen mit Honey Rider flieht. Die Sirene ertönt, bevor beide in ein Boot steigen und fliehen.

Die Sirene ist zu hören, bevor Bond in „Man lebt nur zweimal“ (1967) über den Torpedo-Schacht das U-Boot verlässt, um an die Küste Hongkongs zu gelangen, und später noch einmal, als er den Safe von Osato (Teru Shimada153) knackt und daraus Dokumente stiehlt, beim Raketenstart in Blofelds Krater und auch, als eine Wache Alarm auslöst („Unbekannte Männer im Krater“).

Blofeld benutzt die Sirene in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969), als 007 mit Skiern vom Piz Gloria flieht und auch, als die Helikopter154 die Bergfestung angreifen.

In „Diamantenfieber“ (1971) ist die Sirene beim Angriff auf die Ölbohrinsel zu hören, in einer leicht geänderten Tonlage schließlich 1977, als der Helikopter mit den Entwicklern des U-Boot-Ortungssystems in „Der Spion, der mich liebte“ Karl Strombergs „Atlantis“ verlässt.

Das Geräusch wurde von den Tontechnikern auch in „Casino Royale“ (2006) verwendet: Bond verfolgt Obanno in die Botschaft und löst das Alarmsignal aus, als er beginnt, Amok zu laufen. Und auch die Fans der Bond-Computerspiele bekommen den altbekannten Ton zu hören: So in „Tomorrow Never Dies“, wenn 007 auf der Suche nach Paris Carver (Teri Hatcher155) ist, und ebenso im Level sieben nach dem Deaktivieren eines Sicherheitssystems.

In „Lizenz zum Töten“ (1989) geben die von einem Truck abprallenden Projektile aus einem Maschinengewehr die Tonfolge des James-Bond-Themas wieder und in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) erklingen genau in dem Moment die ersten Töne aus dem Film „James Bond jagt Dr. No“ (1962), als 007 nach einem Herzstillstand wieder ins Leben zurückkehrt. Damit wird der „Geburtsmoment“ der Agentenserie ins Gedächtnis der Zuschauer zurückgerufen.

Als sich der Geheimagent in „Lizenz zum Töten“ (1989) an der Fassade des „Casino de Isthmus“ abseilt, um zum Bürofenster von Franz Sanchez zu gelangen, stößt er sich von der rechten Brust einer Statue ab. Dazu ist aus dem Straßenlärm vor dem Kasino ein Hupen zu hören, als hätte Bond es mit dem Druck auf die Brust ausgelöst.

Neben den Geräuschen verdient die Musik in den Filmen Beachtung, so zum Beispiel das Lied „The Look of Love“ aus dem Soundtrack „Casino Royale“ (1967). Der Song brachte Sérgio Mendez und Brazil '66156 am 10. April 1968 eine Oscar-Nominierung ein. Das Lied wurde von Burt Bacharach157 geschrieben und von Dusty Springfield158 gesungen (in der deutschen Version des Films als „Ein Blick von dir“ von Mireille Mathieu159). Mike Myers soll das Lied 1997 im Autoradio gehört haben und es regte ihn zur James-Bond-Parodie „Austin Powers160“ an. Myers brachte das Lied in seinem Film unter und konnte Burt Bacharach zu einem Cameo-Auftritt bewegen.

Bacharach gewann 1982 einen Oscar für den besten Song zum Film „Arthur - Kein Kind von Traurigkeit“, und deshalb gingen Bill Conti161 (Musik) und Michael Leeson (Text), die für den besten Song mit „For Your Eyes Only“ zum Film „In tödlicher Mission“ (1981) nominiert waren, leer aus.

Neben Mireille Mathieu sangen noch andere Interpreten James-Bond-Titellieder (meist minder erfolgreich) mit deutschem Text. So gab es am Ende von „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) in den deutschen Kinos einige Kopien, in denen man das Lied „Die Wolga ist weit“ von Ruth Berlé162 gegen den Song „From Russia with Love“ ausgetauscht hatte.

André Gissy163 sang die deutsche Version von „You Only Live Twice“ mit dem Titel „Man lebt nur zweimal“.

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Gissy André - Man lebt nur zweimal

Tanja Berg164 interpretierte „Diamanten sind für immer“ und orientierte sich dabei an Shirley Bassey.

Tine Kemp war mit „Kein anderer fliegt mich höher“, der deutschen Version von „Nobody Does It Better“, erfolglos.

Zu guter Letzt gab es da noch Sollie Nero, der mit „In deinen Augen“ - dem deutschen Pendant zu „For Your Eyes Only“ keinen Erfolg hatte. Seit dieser Eindeutschung hat sich kein weiterer Interpret an eine deutsche Version eines 007-Titelliedes gewagt.

„Echte“ Interpreten von James-Bond-Songs können aber sicher sein, dass ihre Lieder, auch wenn sie keine Oscars gewinnen und vielleicht sogar nicht den Geschmack der breiten Masse treffen, durch das allgemeine Interesse an den James-Bond-Filmen Aufmerksamkeit erhalten. Die Band Garbage erreichte mit dem Titellied „The World is not enough“ zum gleichnamigen Film von 1999 in Deutschland Platz 35 der nationalen Verkaufscharts. Das ist Garbages bisher höchste Platzierung in Deutschland. In den USA und Großbritannien schaffte die Single den Sprung in die Top 20.

Und auch der umstrittene Song „Die Another Day“ von Madonna165 machte Kasse. Madonna hatte das Lied gemeinsam mit Mirwais166 geschrieben. Es ist einer der ersten Titel mit gewollten Tonaussetzern am Anfang, und selbst Bond-Regisseur Lee Tamahori meinte, er habe sich zunächst mit dem Stück schwergetan.

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Charles Mingus - Die CD wurde am Set vor Fields Bett positioniert.

Dennoch: „Die Another Day“ wurde zum meistverkauften Bond-Titellied aller Zeiten, wozu auch die Verbreitung von Musik im Internet beitrug.167

Ein Erfolg in Zahlen zwar, der sich aber nicht mit dem Erfolg des Liedes „Goldfinger“ vergleichen lassen kann. „Goldfinger“ stammt aus einer anderen Zeit, die Verbreitung von Tonträgern steckte 1964 im Vergleich zum Jahre 2002 noch in den Kinderschuhen.

Das Lied „Goldfinger“ von John Barry - inspiriert von der „Moritat von Mackie Messer“168 - war so erfolgreich, dass es das zeitgleich veröffentlichte Lied der Beatles („A Hard Day's Night“169) schlug. Eine ungewollte Anspielung darauf findet sich im Film, als 007 sagt, man könne den Beatles nicht ohne Ohrenschützer zuhören.170

Man versuchte, an diesen großen Erfolg anzuknüpfen, indem man das Team Barry/Bassey auch bei den Titelliedern „Diamonds Are Forever“ und „Moonraker“ zusammenarbeiten ließ.

[no image in epub file]Shirley Bassey bei der Royale Premiere von „Stirb an einem anderen Tag“ (2002)

Als Barry den Song „Diamonds Are Forever“ fertiggestellt hatte, lud er Regisseur Guy Hamilton, die Produzenten Saltzman und Broccoli sowie einige weitere Mitglieder der Crew zu einer Hörprobe zu sich ein. Alle Gäste waren von dem Song begeistert, nur Harry Saltzman nicht. Barry wusste um Saltzmans mangelnde Musikalität und bat ihn, die ersten Takte von „Rule, Britannia!“171 zu pfeifen. Jeder im Raum wusste, dass er dies nicht konnte. Saltzman verließ türenknallend den Raum. Dieser Vorfall wurde jahrelang totgeschwiegen.

Als 007 in einer Szene in „Der Hauch des Todes“ (1987) von „Q“ einen Schlüsselfinder bekommt, der auch ein K.-o.-Gas versprühen kann, teilt der Waffenmeister Bond die Tonfolge mit, die das Gerät auslöst: „...und jetzt pfeifen Sie die ersten Takte von „Rule, Britannia!“, worauf der Schlüsselfinder zu qualmen beginnt; zur Explosion wird er mit dem Playboy-Pfiff gebracht.

Nachdem Maximilian Largo (Klaus Maria Brandauer) Domino in „Sag niemals nie“ (1983) seine wahre Gesinnung offenbart hat und sie ihn für verrückt erklärt, pfeift er „Die Forelle“172 von Franz Schubert173, bevor er sie zum Sklavenmarkt bringt, wo sie versteigert werden soll.

Der Text zu Schuberts Lied „Die Forelle“ ist das gleichnamige Gedicht von Christian Friedrich Daniel Schubart174.

In „Der Spion, der mich liebte“ (1977) werden etliche bekannte klassische Stücke angespielt. Als Strombergs Sekretärin (Marilyn Galswerthy175) dem Hai zum Fraß vorgeworfen wird, erklingt „Air“ von Johann Sebastian Bach176, später beim Auftauchen der Unterwasserstadt Atlantis aus dem Meer, der zweite Satz (Andante) aus Wolfgang Amadeus Mozarts177 Klavierkonzert Nr. 21178 „Elvira Madigan“. Der Einsatz dieses Stückes im Film war ursprünglich nicht vorgesehen. Cutter John Glen legte die Musik beim Rohschnitt nur als Gag unter die Szenen, und Marvin Hamlisch179, der für den Soundtrack verantwortlich war, setzte sich später dafür ein, dass diese zufällig entstandene Verbindung erhalten blieb.180

Aber es sind auch ganz andere Töne zu hören. Als James Bond in einer Szene mit Triple X (Barbara Bach181) durch die Wüste marschiert, ist das Thema aus dem Film „Lawrence of Arabia“ von Maurice Jarre182 zu hören; dieses Lied ist aus rechtlichen Gründen auf dem Soundtrack nicht vorhanden. Die Szene, in der dieses Lied bei 007 zu hören ist, spielt auf den mit sieben Oscars preisgekrönten Film an, der zum Teil, genau wie „Der Spion, der mich liebte“ (1977) in Kairo spielt. Der Kameramann Freddie Young183 hatte nicht nur an „Lawrence von Arabien“ mitgewirkt, sondern auch bei „Man lebt nur zweimal“ (1967).

Hier arbeitete er mit Regisseur Lewis Gilbert zusammen, der auch „Der Spion, der mich liebte“ (1977) inszenierte.184

Roger Moore bezeichnete den Einsatz dieses Liedes als Hommage an den Regisseur David Lean185, der einen Cameo-Auftritt in „Man lebt nur zweimal“ (1967) hatte.

In „Lawrence von Arabien“ spielt Peter O'Toole186 die Hauptrolle. Er wiederum sollte James Bond in „Casino Royale“ (1967) sein, lehnte aber mit der Begründung ab, dass Sean Connery als Geheimagent jeden anderen in der Rolle blass aussehen lasse. Dennoch hatte Peter O'Toole einen Gastauftritt in der Bond-Parodie von 1966.

Geplant war der Einsatz des Liedes nicht, doch ein humorvoller Mitarbeiter, der Szenen zur Ansicht für die Crew zusammenschneiden sollte, unterlegte Bonds Marsch durch die Wüste mit der bekannten Musik. Bei den Testvorführungen kam die Kombination so gut an, dass man das Lied beibehielt. Im selben Film erklingt später „Nocturne No. 8 in D-moll, Op. 27 No. 2“ von Frédéric Chopin187, ebenso wie ein Auszug Charles Camille Saint-Saëns'188 „Aquarium“ aus „Karneval der Tiere“.

Als James Bond auf der Suche nach Fekkesh eine abendliche Darbietung bei den Pyramiden besucht, bekommen er und der Zuschauer „Son et lumière“189 dargeboten.

In „License Renewed“ sagt Ann Reilly über eines der von ihr erfundenen Gadgets: „h come on, James. The transformation's easy: micro and electronics; son et lumière. I built it all myself.“

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Blanche Ravalec alias Dolly in „Moonraker - streng geheim“ (1979) hat ihre alten Zöpfe abgeschnitten

Neben in „Der Spion, der mich liebte“ (1977) sind in „Moonraker - streng geheim“ (1979) die meisten klassischen Stücke zu hören. Hugo Drax (Michael Lonsdale190) spielt das „Regentropfenprélude191“ von Fryderyk Chopin am Klavier und lässt sich vom eintreffenden 007 kaum stören. Später im Film ist die Ouvertüre zu „Romeo und Julia“ von Tschaikowski192 zu hören, als Beißer (Richard Kiel193) seine Freundin Dolly (Blanche Ravalec194) trifft.

Bonds rasende Fahrt mit der Bondola über den Markusplatz wird mit der „Tritsch-Tratsch-Polka“195 von Johann Strauß196 untermalt.

In Venedig gibt es später im Film klassischen Live-Gesang, der unsanft von James Bond unterbrochen wird: Ein Tenor singt Caninos „Recitar! ... Vesti la giubba“197 aus Leoncavallos „I Pagliacci“, als 007 seinen Gegner Chang aus einem oberen Stockwerk wirft und dieser im Flügel eines Musikers stecken bleibt. Der Gesang verstummt, und auch Bond hat Ruhe.

Acht Jahre nach „Moonraker - streng geheim“ (1979) ist die Arie im Film „Die Unbestechlichen“198 (1987) zu hören. Al Capone199 (gespielt von Robert de Niro200) ist davon zu Tränen gerührt.

Der Tenor in der Rolle des Canio verstummt bei Bond nach der Zeile „... vesti la giubba“201.

Anders als alle vorherigen Bond-Titel von John Barry wurde die Titelmusik für „Moonraker - streng geheim“ (1979) in Paris aufgenommen, denn wegen eines Generalstreiks in Großbritannien wurde die Produktion nach Frankreich verlegt. Die Titelmusik von „Moonraker - streng geheim“ (1979) wurde niemals komplett veröffentlicht, da die Originalaufnahmen in Frankreich nicht wiedergefunden wurden.

Marvin Hamlisch spielte nach eigenen Angaben Mozart auf seinem Klavier, als er mit Carly Simon202 am Titellied zu „Der Spion, der mich liebte“ (1977) arbeitete. Plötzlich sang sie dazu die Textzeile „Nobody does it better“ - das Thema des neuen Titelliedes.203

Bei der Komposition des Soundtracks von „Der Spion, der mich liebte“ (1977) zitierte Hamlisch die Bee Gees204, weil er deren Musik sehr mochte.

In „Octopussy“ (1983) ist Julius Fučíks205 „Einzug der Gladiatoren“206, im Volksmund „Zirkusmarsch“, bei einer Vorstellung des Octopus-Zirkus zu hören. Im Roman „Stille Wasser sind tödlich“ hört der junge James Bond diesen Marsch mit seiner Tante bei einer Zirkusvorstellung.

John Barry207, der insgesamt die Soundtracks zu 14 James-Bond-Filmen schrieb, zitiert sich in „Im Angesicht des Todes“ (1985) selbst. Als der Eiffelturm208 in Großaufnahme zu sehen ist, hört man das Thema aus dem Film „Until September“209 - eine Arbeit von Barry.

In der Pre-Title-Sequenz von „Im Angesicht des Todes“ (1985) flüchtet 007 mit einem Snowboard vor seinen Verfolgern zu „California Girls“210 von den Beach Boys211. Der Einsatz dieser 007-untypischen Musik unterstreicht einmal mehr die Entwicklung der Bond-Figur vom harten Action-Helden der Connery-Ära hin zur eigenen Parodie mit einem „Ulk-Agenten“ (ein Vorwurf, den sich Roger Moore als Bond von den Kritikern immer wieder gefallen lassen musste). 1985 hatten solche Töne bei Bond keine negativen Auswirkungen, weil man an den ironischen Moore-Bond gewöhnt war.

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Badete mit Bond und danach in der Menge - Fiona Fullerton im Jahre 2002. Sie spielte Pola Ivanova in „Im Angesicht des Todes“ (1985)

Neben Pop-Musik ist in „Im Angesicht des Todes“ (1985) auch wieder Klassik zu hören, wie der „Frühling“ aus „Die vier Jahreszeiten“212 von Vivaldi213, als sich 007 auf dem Schloss Max Zorins befindet.

Zu Beginn des letzten Filmdrittels entspannen sich 007 und die KGB-Agentin Pola Ivanova (Fiona Fullerton214) in einem türkischen Bad bei gegenseitigen Massagen zu Musik aus dem Ballett „Dornröschen“215 von Tschaikowsky.216

Das Titellied „A View to a Kill“ von Duran Duran217 war eine eigenständige Single, die für den James-Bond-Film komponiert wurde, und sie ist der einzige James-Bond-Titelsong, der die Nr. 1 der „Billboard Hot 100“218 erreichte. In Großbritannien war der Titel Nr. 2 der Single-Charts.

Da das Bond-Girl Kara Milovy Cello spielt, sind in „Der Hauch des Todes“ (1987) Passagen aus Mozarts „großer“ g-moll-Sinfonie, KV 550, aus dem Jahre 1788, Passagen aus Borodins219 Streichquartett in D, aus Antonín Dvořáks220 b-Moll-Konzert für Cello und, zum dritten Mal in einem 007-Film, etwas von Tschaikowsky zu hören: die Rokoko-Variationen A-Dur op. 33 für Violoncello und Orchester (1876/1877).

Milovys Cello trägt im Film den Namen „The Lady Rose“, angeblich ein Instrument von Stradivari. (In der Kurzgeschichte „The Living Daylights“ (1966), auf der Teile des Films basieren, fällt der Name der portugiesischen Cellistin Suggia.)221

Professor Joe Butcher (Wayne Newton) hört in seinem privaten Meditationsraum in „Lizenz zum Töten“ (1989) das Stück „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven aus dem Jahre 1810. „Der Brautchor“ (auch „Hochzeitsmarsch“) aus der Oper „Lohengrin“222 von Richard Wagner223 wird bei der Hochzeit von Felix Leiter und Della Churchill (Priscilla Barnes224) in „Licence to Kill“ (1989) gespielt und geht mit einer Überleitung direkt in den Titelsong (gesungen von Gladys Knight) über.

Der Originaltext lautet:

„Treulich geführt ziehet dahin,

wo euch der Segen der Liebe bewahr!

Siegreicher Mut, Minnegewinn

eint euch in Treue zum seligsten Paar.

Streiter der Jugend, schreite voran!

Zierde der Jugend, schreite voran!

Rauschen des Festes seid nun entronnen,

Wonne des Herzens sei euch gewonnen!“

Das Lied wird meistens nicht gesungen, sondern nur gespielt.

Auf James Bonds eigener Hochzeit in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) hören wir keine Musik, die auf eine Trauung schließen lässt (auch das Ja-Wort fiel auf der Leinwand nicht).

Minnie Driver225 singt als Zukovskys Geliebte in „GoldenEye“ (1995) eine schräge Version von „Stand by Your Man“. Kurz bevor die Szene gedreht wurde, sollte eigentlich der Titel „Memories“ aus dem Musical „Cats“ interpretiert werden. Eine Dialogzeile, passend dazu, ist in „GoldenEye“ (1995) noch enthalten: Bond fragt Zukovsky im Original: „Who strangles the cat?“, worauf Zukovsky ausrastet.

Gardner schrieb dazu später in seinem auf dem Drehbuch basierenden Roman: „Irena schickte sich an, Lloyd-Webber hinzurichten“.226

Man wählte das Lied „Stand by Your Man“227 von Billy Sherril.

Klassik gibt es in keinem der Pierce-Brosnan-Bonds, von einer kleinen Ausnahme abgesehen228, aber einen Evergreen im Original: Als Gustav Graves (Toby Stephens229) mit dem Fallschirm über London abspringt, erklingt „London Calling“ vom 1979 veröffentlichten Album der Gruppe „The Clash230“. Geschrieben haben es Mick Jones231 und Joe Strummer232. Der Song unterstreicht das mit der Ankunft des Schurken im Film drohende Unheil.233 Laut Greil Marcus234 beschreibt das Lied das gleichzeitige Hereinbrechen aller möglichen Katastrophen:

„Now war is declared, and battle come down

... The ice age is coming, the sun's zooming in

Meltdown expected, the wheat is growing thin

Engines stop running, but I have no fear

Cause London is drowning, and I live by the river

... A nuclear error, but I have no fear“

Nach Silvas Outing in „Skyfall“ (2012) geht er mit seinen Männern und Bond über das verwahrloste Gelände von Silvas Geisterinsel, und es ertönt aus den Lautsprechern das Lied „Boum!“ von Charles Trenet235 aus dem Jahre 1938. Der französische Sänger hatte während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg wegen seiner Homosexualität große Probleme.

Regisseur Sam Mendes wollte ursprünglich ein Lied von Jacques Brel236 in dieser Szene verwenden.

Als Silva am Ende des Films die Skyfall-Lodge, 007s Elternhaus, angreift, spielt er über Lautsprecher an seinem Wildcat Helicopter „Boom Boom“ ab. Das Lied wurde von John Lee Hooker237 geschrieben und in dieser Version von den „Animals“, einer englischen Rockband aus den 1960er Jahren, gespielt.

Des Weiteren sind in „Skyfall“ (2012) eine Passage von „Moonlight“ von Jun Chen und das Thema der Nachrichten von CNN mit dem Titel „CNN Breaking News Theme #2“ von Herb Avery zu hören.

In „Skyfall“ (2012) wurde das Musikstück „Konyali“ vom Ensemble Hüseyn Türkmenier vorgetragen. Es stammt aus dem Album „Turkish Bellydance“.

Aus Adeles238 „Skyfall“ ist das James-Bond-Thema deutlich herauszuhören. Ein Musikspezialist hat den Song analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass schon die ersten Töne an das James-Bond-Thema erinnern, lediglich die Tonart wurde gewechselt.

Auch die Töne, die Adele singt, sind genau die drei, mit denen auch die Haupttöne der James-Bond-Melodie gebaut sind, nur die Reihenfolge wurde geändert.239

Dass Adele das Lied zu „Skyfall“ (2012) singen würde, wurde erst am 1. Oktober 2012 offiziell bekanntgegeben, veröffentlicht wurde es am 5. Oktober 2012 - genau 50 Jahre nach der Uraufführung des ersten Bond-Filmes - um 00:07 Uhr britischer Sommerzeit.

Bond-untypisch ist die Marschmusik in „Diamantenfieber“ (1971): Bond will auf Blofelds Ölbohrinsel eine Steuerkassette für Computerbänder, die als Musikkassette mit Marschmusik getarnt ist, mit einer echten Kassette vertauschen, auf der die Märsche sind. Blofeld hört sich den Titel „The British Grenadiers“, gespielt von einer Militärkapelle, an.

Die Kassette trägt den Titel „World Greatest Marches“.

Nur einmal kommt ein für eine Actionszene komponiertes Stück eines Soundtracks auch in einem anderen James-Bond-Film vor: Das Lied „Death of Dr. No“ aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) ist auch in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) zu hören, als die Spectre-Boote Feuer fangen.240

Die Originalaufnahmen des Soundtracks gelten als verloren und erschienen nicht, als die Soundtracks neu aufgenommen auf CD herausgebracht wurden. Das Album unterscheidet sich vom Film insofern, als in der Aufnahme der Haupttitel keine Orgel vorkommt und sie langsamer klingt. Etliche Titel waren im fertigen Film nicht zu hören.

Allen offiziellen Filmen gemeinsam ist das James-Bond-Thema, ein weltweit bekanntes Instrumentalthema von Monty Norman241 (heißt es), das die Figur Bond im ersten Kinofilm charakterisierte. Wohl kein anderes Lied aus den Filmen wurde so häufig gecovert. Sehr erfolgreich war u.a. eine Technoversion von Moby242 im Jahre 1997. Jonas Åkerlund243, der das Musikvideo zu Mobys „James Bond Theme“ inszenierte, hätte gern auch einmal bei einem Bond-Film Regie geführt, bisher wurde ihm das aber verwehrt.

John Barry244 hatte lange Jahre behauptet, er habe die Bond-Erkennungsmelodie komponiert. Er setzte dieses Stück immer dann ein, wenn 007 etwas tat, was nur Bond tun kann. Auf „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) trifft das noch nicht zu, wohl aber auf die folgenden Filme.

[no image in epub file]John Barrys Hauseingang wurde in „Skyfall“ (2012) von M betreten.

Das James-Bond-Thema ist besonders häufig im Soundtrack von „Octopussy“ (1983) zu hören, da ein Konkurrenz-Bond-Film mit Sean Connery in die Kinos kommen sollte („Sag niemals nie“). Albert R. Broccoli beauftragte Barry, das Thema so oft wie möglich einzusetzen, um zu unterstreichen, dass es sich um einen offiziellen Film handelte. Die Nachahmer, die keine Rechte an diesem Lied hatten, verloren so ein wichtiges 007-Erkennungsmerkmal.

Bei der Musik zu „Die Welt ist nicht genug“ (1999) griff David Arnold245 vermehrt auf elektronisch erzeugte Rhythmuselemente zurück. Einige seiner Kompositionen sind nicht nur in diesem, sondern auch im Folgefilm „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) zu hören: Ein Thema, das die Figur Renard (Robert Carlyle246) charakterisieren sollte, findet sich 2002 während einer Szene mit dem Antonow-Transportflugzeug als Klavierstück wieder.

Ein weiteres musikalisches Thema aus „Die Welt ist nicht genug“ (1999) wurde von Arnold als „romantisches Bond-Stück“ beschrieben. Es wird streckenweise im Lied „Christmas in Turkey“ benutzt und ist leicht abgewandelt als „Going Down Together“ im Soundtrack von „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) zu hören.247

Nicht alle Komponisten konnten ihre Lieder frei in mehreren Filmen verwenden, und nicht alle Stücke wurden angenommen. So bei Arnolds Vorgänger Éric Serra248. Sein Soundtrack zu „GoldenEye“ (1995) wurde nicht nur massiv kritisiert, weil er sich so weit von den bereits existierenden, wegweisenden Soundtracks entfernt hatte, sondern die Produzenten engagierten später sogar John Altman249, um für die Panzerverfolgungsjagd in St. Petersburg ein neues spannungsgeladenes Actionthema zu schreiben, das die Bond-Melodie enthielt.

Der Original-Track von Serra ist zwar auf dem Soundtrack zum Film unter dem Titel „A Pleasant Drive In St. Petersburg“ enthalten, im Film bekommt man ihn jedoch nicht zu hören.

Sechs Jahre zuvor schrieben Eric Clapton250 und Vic Flick251 eine Version des Titelsongs zu „Lizenz zum Töten“ (1989).

Es soll sich dabei um eine neue Version des James-Bond-Themas gehandelt haben.

Das Stück wurde nicht genommen, und Gladys Knight sang den Titel von Narada Michael Walden252, Jeffrey Cohen und Walter Afanasieff253, der später in den Top Ten in Großbritannien war.

„Licence to kill“, das längste Lied in einem Bond-Film, basiert auf dem Hornthema aus „Goldfinger“ (1964) und bescherte den Originalschreibern fürstliche Honorare.

Das Musik-Video zu „Lizenz zum Töten“ (1989) entstand unter der Regie von Daniel Kleinman, der später Maurice Binders Nachfolger wurde und den ersten seiner bisher sechs James-Bond-Vorspänne für den Film „GoldenEye“ (1995) schuf.

Alle Instrumentalstücke aus „Lizenz zum Töten“ (1989) sind Mischungen verschiedener musikalischer Konzepte und nicht, wie oft bei anderen Filmen, Interpretationen des Titelthemas.

Obwohl der letzte Titel des Films „If You Asked Me To“ unter den Top Ten der „Rhythm and Blues Charts“ und ein unbedeutender Pophit für Patti LaBelle254 war, wurde der Song 1992 von Céline Dion255 gecovert und für sie ein viel größerer Hit.

Das Stück „Wedding Party“, das während der Hochzeit von Felix Leiter und Della Churchill erklingt, ist eine Anspielung auf „Jump Up“, einem Stück aus dem ersten James-Bond-Film.

Über die Existenz einer weiteren Hommage streiten sich Experten noch heute. Der Soundtrack von „Licence to Kill“ enthält im Lied „Sanchez is in the Bahamas“ bei 01:26 ein rhythmisches Motiv, sehr ähnlich dem aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962), als Bond die Vogelspinne erschlägt.

In zwei James-Bond-Filmen sind die Titellieder Teil der Handlung: In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) läuft das Titellied im Radio, als James Bond und Sylvia Trench zusammen Picknick machen und in „Leben und sterben lassen“ (1973) tritt die Sängerin B.J. Arnau256 im Fillet of Soul auf und singt „Live and Let Die“.

Durch die Synchronisation kann ein Film erhebliche Veränderungen erfahren, und zwar durch die Stimmen der (deutschen) Synchronsprecher und leichte Veränderungen der Texte.

In „Im Angesicht des Todes“ (1985) wurde „silicon“, von dem der Schurke Max Zorin im englischen Original spricht, in der deutschen Version zu „Silikon“. Mikrochips sind nicht aus Silikon, sondern aus Silizium, und das heißt im Englischen „silicon“. Silikon dagegen heißt auf Englisch „silicone“.

Das Titellied „You Know My Name“ zum Film „Casino Royale“ (2006), das James-Bond-Thema aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962), „We have all the Time in the World“ aus „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) und „All Time High“257 aus „Octopussy“ (1983) sind Lieder, in denen nicht der Titel des Films genannt wird. Der Soundtrack zu „Casino Royale“ (2006) wurde am 11.10.2006 von David Arnold fertiggestellt, erschien am 14. November 2006 im Handel und erhielt überwiegend positive Kritiken. Die bekam auch Daniel Craig für seine Darstellung Bonds. Er ist bisher der einzige 007-Darsteller, der für den Preis als bester Hauptdarsteller nominiert wurde.

Der „Casino Royale Sound“ wurde 2007 mit dem BAFTA-Award258 für den besten Ton ausgezeichnet.

Neben den James-Bond-Darstellern auf der Leinwand sind drei zu nennen, die 007 spielten, aber nur zu hören waren: Bob Holness, Michael Jayston und Toby Stephens.

Bob Holness259 lieh Bond 1956 seine Stimme. Es handelte sich um die erste Adaption des Romans „Moonraker“ im „South African Radio“.

Michael Jayston260 lieh dem Agenten 007 seine Stimme für die Radiofassung von „You Only Live Twice“ im Jahre 1990.

Toby Stephens spielte Gustav Graves in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002). Im April 2008 strahlte die BBC eine Radioversion von „Dr. No“ aus, in der Stephens 007 sprach, Dr. No wurde von David Suchet261 gesprochen. Als BBC Radio 4 im Jahre 2012 eine Version von „From Russia with Love“ ausstrahlte, sprach Stephens ebenfalls James Bond. 2014 folgte die Radioversion von „On Her Majesty's Secret Service“. Joanna Lumley262 spielt darin Irma Bunt.

[no image in epub file]Toby Stephens - Gustav Graves in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) und James Bond in zahlreichen Hörspielen

Zu guter Letzt soll noch der Synchronsprecher Corey Burton263 erwähnt werden. Er sprach James Bond Jr., den Neffen James Bonds, in der gleichnamigen Zeichentrickserie.

Es gab mehrere Titellieder, die von den Bond-Film-Produzenten als „unpassend“ abgelehnt wurden. Die Band „Blondie“264 lieferte beispielsweise das Titellied „For Your Eyes Only“; es findet sich auch auf ihrem Album „The Hunt“ (1982), bei James Bond aber ist es nicht zu hören. Und auch die Gruppe „Ace of Base“265 landete einen Fehlversuch. Ihr Lied „The Goldeneye“ für den Film „GoldenEye“ (1995) wurde nicht akzeptiert. Man ersetzte die Band durch Tina Turner, die ihr eigenes Lied sang. Aus rechtlichen Gründen durfte Ace of Base „The Goldeneye“ nicht auf einem Album veröffentlichen. Sie nannten das Stück in „The juvenile“ um und ersetzten die Textpassage „The Goldeneye“ dadurch. Das Lied wurde 2002 auf dem Album „Da Capo“ veröffentlicht und schaffte es in Deutschland auf Platz 78 der Charts.

Wie sich der Erfolg der Bond-Songs auch heute noch fortsetzt, ist gut daran zu erkennen, welche Musikgrößen sich bei den Klängen aus den Agentenfilmen bedienen. 1998 brachte Robbie Williams (der vor „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) selbst als möglicher Bonddarsteller ins Gespräch gebracht wurde) sein Lied „Millennium“266 heraus, das auf dem Song „You Only Live Twice“ basiert, und stürmte damit die Charts. Eine Rock-Version von „You Only Live Twice“ wurde schließlich ein Hit für Coldplay auf deren Tour im Jahre 2001. Eine weitere Coverversion kam von Natacha Atlas (*20. März 1964) auf den Markt und ist auf dem Album „The Best of Natacha Atlas“ (2005) zu hören.

8) Bond rettet die Welt, aber wer rettet Bond?

Dem Kinohelden Bond wird vorgeworfen, er schaffe alles, meistere jede Situation mit links und verliere niemals. Diese Eigenschaften machten ihn zum unrealistischen Hau-drauf-Agenten mit übermenschlicher Aura. Wer sich mit Bond auseinandersetzt, wird feststellen, dass das nicht stimmt.

„Q“ - die von Desmond Llewelyn267 in 17 James-Bond-Filmen verkörperte Figur des Waffenmeisters - brachte es in „Lizenz zum Töten“ (1989) auf den Punkt: „Vergessen Sie nicht, 007, gäbe es keine Q-Branch, dann wären Sie schon lange tot!“.268

[no image in epub file]1993 hatte Desmond Llewelyn alias Q noch so manchen Trick in der Tasche

„Q“ deutet damit an, dass er James Bond durch die zahlreichen Erfindungen mehrfach das Leben gerettet hat. Das stimmt zwar, aber James Bond wäre schon lange von der Bildfläche verschwunden, gäbe es nicht die zahlreichen Bond-Girls und Nebencharaktere, die ihm das Leben retten.

Im ersten Film „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) ist 007 noch die ganze Zeit auf sich gestellt, seine Helfer kommen um oder sind nicht vor Ort, wenn es um Leben und Tod geht, und die Bondgirls sind eher schmückendes Beiwerk, um dem Zuschauer Erotik fürs Auge zu bieten - doch ab „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) überlebt Bond nur mit der Unterstützung dieser Figuren.

Im ersten Fall ist es sogar ein Schurke, der James Bonds Leben bewusst rettet. Red Grant schießt in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) einen Mann nieder, der versucht, Bond von hinten zu erstechen. Grant handelt nicht ganz uneigennützig: Er will, dass Bond überlebt, damit er ihm unwissentlich dabei hilft, Spectres Pläne in die Tat umzusetzen. Später will Grant Bond beseitigen, was ihm nicht gelingt.

Wer die Rolle als Bondgirl übernimmt, läuft Gefahr, als Charakterdarstellerin nicht mehr ernst genommen zu werden, denn Bondgirls sind so, wie sich Männer angeblich Frauen wünschen: immer knapp bekleidet, hilflos und willig. Aber auch wenn sie von Kritikern nur als blondes Beiwerk gesehen werden, das nicht zur Handlung beiträgt269, und obwohl Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer270 das Bild des Bondgirls verabscheuen und verurteilen, muss man zugeben, dass 007 ohne die Frauen den zweiten Film nicht überlebt hätte.

Erst ab „Moonraker - streng geheim“ (1979) traten in jedem Bondfilm hübsche Mädchen auf, die nichts mit der Handlung zu tun hatten. Den Anfang machten Françoise Gayat, die auch im Playboy zu sehen war, in der Rolle der Lady Victoria Devon271 und Catherine Serre als Gräfin Lubinski.

Nach der Rettung durch Red Grant steht Bond einer Gegnerin hilflos gegenüber: Rosa Klebb (Lotte Lenya272). Tatjana Romanova (Daniela Bianchi273) greift ein, bevor Klebb Bond erschießen kann, und schlägt ihr die Waffe aus der Hand. 007 gelingt es nicht, Klebb unter Kontrolle zu bringen. Die Frau hat eine vergiftete Spitze an ihrem Schuh und trifft 007 um ein Haar damit, bevor sie von Romanova erschossen wird.

In Flemings Roman kann 007 dem Gift nicht entkommen; der Autor hatte geplant, Bond sterben zu lassen. Doch Flemings Verleger überzeugte ihn vom Gegenteil. So wird Bond von René Mathis durch Mund-zu-Mund-Beatmung gerettet.274

Pussy Galore (Honor Blackman275) tauscht in „Goldfinger“ (1964) das Delta-9-Nervengas aus, dessen tödliche Wirkung die in Fort Knox276 stationierten Truppen ausschalten sollte. Indem sich Galore auf Bonds Seite schlägt, rettet sie ihn und vereitelt Goldfingers Plan.

Emilio Largo (Adolfo Celi277) kann die Atombomben in „Feuerball“ (1965) nicht zünden, nachdem er gemerkt hat, dass sein Erpressungsplan zum Scheitern verurteilt ist. Die für die Haupthandlung völlig unwichtige Person Ladislav Kutze (gespielt von George Pravda) hat die Zündvorrichtungen für die Bomben ins Meer geworfen und befreit außerdem Domino (Claudine Auger278), die von Largo an ein Bett gefesselt wurde. Domino erschießt Emilio Largo mit einer Harpune, kurz bevor der James Bond ins Jenseits befördern kann.

Die Figur Bond ist hier in der Tat nur auf der Leinwand präsent, um die Handlungsstränge zusammenzuführen.

Aki (Akiko Wakabayashi279) warnt Bond in „Man lebt nur zweimal“ (1967) mit dem Schrei „Deckung!“ und rettet ihm das Leben, als ein Schuss fällt. Im selben Film wirft Tiger Tanaka (Tetsurõ Tamba280) einen Ninjastern, der in Blofelds (Donald Pleasence281) Handgelenk stecken bleibt, und Blofeld, der 007 gerade erschießen will, trifft nicht.

Tracy di Vincenzo verhilft in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) 007 im Auto zur Flucht vor Blofelds Schergen, und Tiffany Case schleudert in „Diamantenfieber“ (1971) eine Tortenbombe auf Mr. Wint, als der versucht, James Bond zu erdrosseln. Der Agent nutzt die Schrecksekunde, überwältigt Wint, klemmt ihm die Bombe an den Frack und wirft ihn von der Queen Elizabeth282 über Bord. Noch vor dem Aufprall auf der Wasseroberfläche wird Wint in Stücke gerissen.

Neben Red Grant rettet ein weiterer Schurke das Leben des Agenten in „Leben und sterben lassen“ (1973), wenn auch unfreiwillig. Whisper (Earl Jolly Brown283) betritt James Bonds Hotelsuite genau in dem Moment, als eine Schlange versucht, sich in die Badewanne herabzulassen, in der der Agent sitzt und sich rasiert. 007, der Whisper hereinkommen hört, verlässt die Wanne und entgeht dem tödlichen Schlangenbiss. Auch der Zufall kommt Bond zu Hilfe.

In „Der Spion, der mich liebte“ (1977) wird James Bond wieder durch eine Frau gerettet: Anya Amasova stößt 007 beiseite, als Beißer versucht, ihm auf einer Baustelle einen Felsen auf den Kopf zu werfen. 007 ist sich dieser Rettung durchaus bewusst und spricht Amasova alias Triple X284 darauf an. Die emanzipierte sowjetische Agentin entgegnet knapp: „Wir alle machen Fehler, Mr. Bond.“

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Kristina Wayborn - Magda aus „Octopussy“(1983)

Mit Anya Amasova hatte sich zum ersten Mal ein deutlicher Wandel der Frauenfiguren in den James-Bond-Filmen vollzogen. Amasova ist nicht auf James Bond angewiesen, handelt selbstständig und ist ihm, was bisher nicht vorkam, sogar manchmal einen Schritt voraus. Dieses Frauenbild hielt sich in den kommenden drei Filmen, in denen es James Bond mit der CIA-Agentin Holly Goodhead (Lois Chiles285) in „Moonraker - streng geheim“ (1979), der rachsüchtigen Melina Havelock (Carole Bouquet) in „In tödlicher Mission“ (1981) und der Schmugglerin Octopussy286 (Maud Adams287) sowie ihrer akrobatischen Gehilfin Magda (Kristina Wayborn288) in „Octopussy“ (1983) zu tun hat.

Das Frauenbild entwickelte sich aber noch einmal zurück. In „Im Angesicht des Todes“ (1985) ist Stacey Sutton (Tanya Roberts289) zwar eine gebildete Frau (Geologin), aber dennoch völlig hilflos und Bond nicht gerade eine Hilfe. Kara Milovy (Maryam d'Abo290) in „Der Hauch des Todes“ (1987) trägt ebenfalls nicht aktiv zum Überleben des Agenten bei, ganz im Gegenteil: Sie bringt ihn mehrfach in fast auswegslose Situationen.291

Zurück zum zentralen Thema dieses Kapitels: Beißer, der in „Moonraker - streng geheim“ (1979) eine gewöhnungsbedürftige Wandlung durchmacht und sich auf die Seite des MI6 schlägt, rettet den Agenten das Leben, indem er eine Blockierung in der Dockingautomatik von Drax' Raumstation aufhebt und James Bond damit ermöglicht, sich zusammen mit Holly Goodhead auf den Weg zurück zur Erde zu machen.

Es gibt unzählige weitere Beispiele, in denen James Bonds tödliche Lage nicht offensichtlich ist. Dazu gehört die Szene, in der Melina Havelock ihn mit ihrer Armbrust in „In tödlicher Mission“ (1981) frei schießt. Bibi schlägt Erich Kriegler im selben Film eine Waffe aus der Hand, als er 007 erschießen will. In „Lizenz zum Töten“ (1989) wird der Agent mehrfach von Pam Bouvier (Carey Lowell292) gerettet, z.B. als sie Dario (Benicio del Toro293) anschießt, kurz bevor dieser 007 in die Zerhäckselungsmaschine stoßen kann.

Mit „Der Morgen stirbt nie“ (1997) wandelte sich das Bild der Frau ein zweites Mal. Hatten sich die Bondgirls zur vollwertigen und selbstständigen Frau entwickelt, war das Bondgirl nun eine Art „Kampfmaschine“. Bestes Beispiel dafür sind Wai Lin (Michelle Yeoh294) in „Der Morgen stirbt nie“ (1997), die ihre Gegner mit Karate295, Maschinenpistolen und Ninjasternen erledigt, und Jinx in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002). Jinx, gespielt von Halle Berry, ist sogar der personifizierte weibliche James Bond. Sie ist NSA-Agentin, ist stark, elegant, fährt teure Autos und besitzt den gleichen trockenen Humor wie 007.296 Sie rettet Bond u.a., indem sie Mr. Kil (Lawrence Makoare297) mit einem Laserstrahl durch den Hinterkopf schießt, bevor er Bond mit seiner vergifteten Haarspange stechen kann.

Der Erfolg dieser Figur beim Publikum führte dazu, dass ein Spin-off298 mit der Hauptfigur „Jinx“ geplant wurde. Zu der Realisierung des Projekts kam es jedoch nicht.299

In „Casino Royale“ (2006) kehrt man mit Vesper Lynd zum „normalen“ Frauenbild zurück, aber auch sie rettet James Bond das Leben. Als der Agent mit einem Herzstillstand in seinem Aston Martin nach einer Vergiftung zusammenbricht, schließt Lynd den Defibrillator an und belebt Bond wieder. Felix Leiter gibt 007 in „Ein Quantum Trost“ (2008) einen Hinweis und Bond kann sich in letzter Sekunde retten. In „Skyfall“ (2012) tritt Eve Moneypenny einen Schurken k.o., der eine Waffe auf Bonds Gesicht richtet.

Gäbe es also keine hilfsbereiten, wachsamen Kontaktpersonen und vor allem keine Bondgirls, würde James Bond schon lange nicht mehr agieren. Er ist keineswegs der Alleskönner, der jede Situation problemlos überleben kann. James Bond ist den Gefahren seines Agentenberufes ausgesetzt.

Oft lassen Drehbuchautoren brenzlige Situationen zu Bonds Gunsten ausgehen. Daraus ergeben sich Momente zum Schmunzeln. So ist James Bond in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) zwar beim Kampf im Zigeunerlager dabei und tut auch alles, damit die Zigeuner gegen die Angreifer gewinnen, doch bewegt er sich fast wie nicht anwesend zwischen den kämpfenden, ringenden Menschen. Er wird nicht Teil des Chaos' und scheint eine Art Tarnkappe zu tragen. Dennoch kann er eingreifen.

Wie schnell er aber in Patt-Situationen gerät und in diesen auch verharrt, zeigt folgende kleine Statistik:


Ein Agent in der Falle - 007 mal nicht auf freiem Fuß:

Oftmals ist Bond nicht die aktive Figur in den Filmen. Regelmäßig gerät er in Gefangenschaft und ist in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt.


Film (Kinostart)SituationZeit in Gefangenschaft
„James Bond 007 jagd Dr. No“ (1962)Auf Crab Key gerät 007 in die Gefangenschaft seines Gegners. Er entkommt über einen Belüftungsschacht.1:13:39 bis 1:34:20 [20:41]
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)Grant schlägt Bond nieder und hat ihn mehrere Minuten in seiner Gewalt. Bond tötet Grant im Kampf.1:24:05 bis 1:31:49 [7:44]
„Goldfinger“ (1964)300Oddjob sorgt dafür, dass 007 zu Goldfingers Gefangenem wird. Bond tötet Oddjob in Fort Knox.0:45:10 bis 1:38:33 [53:23]
„Feuerball“ (1965)A) Bond wird von Fiona Volpe gefangen genommen und entkommt beim Junkanoo. B) Bond wird von Largo in einer unterseeischen Höhle eingesperrt. Felix Leiter rettet ihn.A) 1:21:00 bis 1:23:00 [3:00] B 1:43:37 bis 1:48:00 [4:23] Gesamt: [7:23]
„Man lebt nur zweimal“ (1967)A) Bond wird gefangener von Helga Brandt. B) Bond ist in den Fängen von Blofeld.A) 0:44:51 bis 0:48:36 [3:45] B) 1:33:50 bis 1:43:43 [9:57] Gesamt: [13:42]
„Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)Spätestens, nachdem man ihn niedergeschlagen hat, ist Bond offiziell Geisel.301 Er kann aus dem Maschinenraum der Seilbahn entkommen.1:15:22 bis 1:25:15 [9:53]
„Diamantenfieber“ (1971)A) Von Wint und Kidd niedergeschlagen, erwacht Bond in einem Sarg und soll eingeäschert werden. Shady Tree öffnet den Sarg. B) Sobald Bond in Williard Whytes Penthouse eingedrungen ist, ist er in Blofelds Gewalt.302 Der Agent wird lebendig begraben und entkommt aus der Pipeline mit einem Trick. C) Auf Blofelds Ölbohrinsel angekommen, ist 007 kein freier Mann mehr, bis er aus seiner Zelle fliehen kann.A) 0:30:40 bis 0:32:16 [1:36] B) 1:10 bis 1:19:40 [9:33] C) 1:36:23 bis 1:44:50 [8:27] Gesamt: [19:36]
„Leben und sterben lassen“ (1973)A) Bonds erste Gefangenschaft beginnt mit einer drehbaren Nische im „Fillet of Soul“.303 B) Auch beim zweiten Besuch eines Lokals dieser Kette wird 007 seiner Freiheit beraubt. Er entkommt schließlich von Kanangas Krokodilfarm. C) Beim Durchqueren von Kanangas unterirdischem Reich gerät Bond ein drittes Mal in eine Falle.A) 0:22:30 bis 0:26:00 [3:30] B) 1:07:32 bis 1:21:26 [13:54] C) 1:44:37 bis 1:50:20 [5:43] Gesamt: [23:07]
„Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974)A) Im Garten von Hai Fat304 schlägt Schnick Schnack Bond nieder. Er kann später aus Hai Fats Karateschule flüchten. B) Sobald 007 einen Fuß auf Scaramangas Insel setzt, ist er ein Gefangener, bis er den Mann mit dem goldenen Colt erschießt.A) 0:49:05 bis 0:54:23 [5:18] B) 1:31:26 bis 1:47:48 [16:22] Gesamt: [21:40]
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)Wie der Rest der U-Boot-Besatzung wird auch James Bond eine Geisel Strombergs. 007 kann seine Bewacher überlisten.1:25:15 bis 1:31:00 [5:45]
„Moonraker - streng geheim“ (1979)A) Bond wird niedergeschlagen und ist kurz in Gefangenschaft. B) Beißer nimmt Bond fest, doch Bond flüchtet durch einen Luftschacht. C) Selbst im Weltraum bleibt Bond nicht auf freiem Fuß, entkommt aber, indem er die Schwerelosigkeit in Drax' Raumstation auslöst.A) 1:08:06 bis 1:09:04 [0:58] B) 1:20:23 bis 1:25:56 [5:33] C) 1:40:18 bis 1:44:54 [4:36] Gesamt: [11:07]
„In tödlicher Mission“ (1981)A) Bond ist seinem Feind schon in der Pre-Title-Sequenz ausgeliefert. B) 007 befindet sich kurz in den Fängen von Gonzalez' Männern. C) Zusammen mit dem Bondgirl wird 007 von Kristatos seiner Freiheit beraubt und beim Kielholen fast getötet.305A) 0:01:40 bis 0:05:16 [3:36] B) 0:20:33 bis 0:21:15 [0:42] C) 1:32:36 bis 1:36:54 [4:18] Gesamt: [8:36]
„Octopussy“ (1983)A) Bond wird beim Bombenlegen entdeckt und gefangen genommen. Bianca hilft ihm zu entkommen. Gobinda schlägt Bond nieder. Er erwacht in Khans Monsunpalast und flüchtet von dort.306A) 0:02:54 bis 0:04:04 [1:10] B) 0:44:32 bis 0:58:58 [14:26] Gesamt: [15:36]
„Im Angesicht des Todes“ (1985)A) James Bond wird von May Day kurzfrsitig festgesperrt. B) Max Zorin sperrt 007 und Stacey Sutton in San Francisco in einen Fahrstuhl und will beide darin verbrennen.A) 0:49:13 bis 0:51:26 [2:13] B) 1:22:01 bis 1:26:36 [4:35] Gesamt: [6:48]
„Der Hauch des Todes“ (1987)Betäubt von Kara Milovys Wodka-Martini, bricht Bond zusammen und landet in Koskovs Händen. Die Flucht erfolgt von einem russischen Luftwaffenstützpunkt in Afghanistan aus.1:16:53 bis 1:26:42 [9:49]
„Lizenz zum Töten“ (1989)Dario erkennt Bond und nimmt ihn gefangen. Nachdem Dario in einer Maschine zerstückelt wurde, kann Bond fliehen.1:43:33 bis 1:50:28 [6:55]
„GoldenEye“ (1995)A) Kurzes Intermezzo mit Ourumov in der Pre-Title-Sequenz. Bond kann fliehen. B) Zukovsky hält 007 fest. C) Bond bekommt einen Betäubungspfeil ab und wird gefangen genommen. D) 007 ist in Trevelyans Raketenzug gefangen. E) Auch in Trevelyans Hauptquartier wird Bond entdeckt und seiner Freiheit beraubt.A) 0:06:43 bis 0:07:53 [1:11] B) 0:57:25 bis 0:59:35 [2:10] C) 1:07:53 bis 1:16:36 [8:46] D) 1:27:08 bis 1:29:22 [2:14] E) 1:45:14 bis 1:51:01 [5:47] Gesamt: [20:08]
„Der Morgen stirbt nie“ (1997)A) Bond wird auf Carvers Party gefangen genommen und zusammengeschlagen. B) 007 gerät in die Hände von Dr. Kaufman.307 C) Bond und Wai Lin sind Carvers Gefangene.A) 0:36:06 bis 0:37:35 [1:29] B) 0:53:34 bis 0:56:31 [2:57] C) 1:08:53 bis 1:14:47 [5:54] Gesamt: [10:20]
„Die Welt ist nicht genug“ (1999)Bond und Dr. Christmas Jones werden von Elektra Kings Männern in Istanbul festgehalten. 007 wird gefoltert und kann entkommen.3081:36:30 bis 1:44:07 [7:37]
„Stirb an einem anderen Tag“ (2002)James Bond wird verhaftet, gefoltert und gefangen gehalten.3090:12:14 bis 0:20:06 [7:52]
„Casino Royale“ (2006)Nach einem Autounfall ist 007 in den Händen von Le Chiffre, bis dieser von Mr. White erschossen wird.1:42:48 bis 1:49:18 [7:30]
„Ein Quantum Trost“ (2008)In diesem Film ist 007 zu keinem Zeitpunkt in den Händen der Schurken.
„Skyfall“ (2012)James Bond will von Sévérine zu Raoul Silva gebracht werden. Auf dem Weg zu dessen Insel wird 007 gefangen genommen und kann erst nach Sévérines Tod wieder entkommen.1:09:00 bis 1:20:18 [11:18]

[no image in epub file]Modell vom Raketenzug aus „GoldenEye“ (1995)

Ohne die TV-Version von „Casino Royale“ befindet sich 007 306 Minuten und 30 Sekunden von insgesamt 3144310 Minuten Filmlänge in Gefangenschaft, im Schnitt 9,75% seiner Missionszeit.

Gert Fröbe als Goldfinger wird noch heute als der Bondschurke gesehen. Neben seiner darstellerischen Leistung ist es keinem anderen Bond-Gegner gelungen, James Bond so lange in einem Film seiner Freiheit zu berauben. In „Diamantenfieber“ (1971), „Leben und sterben lassen“ (1973) und „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) ist Bond ähnlich lange in Gefangenschaft. Die Drehbücher der drei Filme stammen von Tom Mankiewicz, Regie führte Guy Hamilton, der auch „Goldfinger“ inszenierte.

[no image in epub file]Guy Hamilton am Set von „Goldfinger“ (1964)

Es gibt nur eine Mission, in der Bond die ganze Zeit über ein freier Mann ist. Den Grund, warum 007 so lange am Leben gelassen wird, obwohl er sofort hätte getötet werden können, meint u.a. Michael Scheingraber in „Die James-Bond-Filme“ aufgedeckt zu haben: „Er (der Gegner) nimmt Bond nicht ernst“. Dennoch sieht er Bond als einzige Person, die seine Pläne zu würdigen weiß, und verrät ihm deshalb, was er plant.311

In erster Linie geht es darum, das Publikum zu informieren. Doch im Film erwartet der Fiesling, dass Bond ihm ein Lob ausspricht, was er freilich nicht tut312.

Diese Fehleinschätzung Bonds, weil er meint, 007 könne nicht entkommen, und auch der absurde Plan spreche für den kranken Geist des Bösewichts. 007 sagt treffend in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962): „Unsere Kliniken sind voll von Menschen, die glauben, sie wären Napoleon oder Gott.“313

Fast alle Schurken der kommenden Filme sehen sich als Genies und stellen sich in einigen Fällen sogar über Gott, wie Carver in „Der Morgen stirbt nie“ (1997):

Carver: „Worte sind die neuen Waffen, Satelliten die neue Artillerie.“

Bond: „Und Sie sind demnach der neue alliierte Oberbefehlshaber?“

Carver: „Ganz genau. Cäsar hatte seine Legionen, Napoleon seine Armeen, ich habe meine Divisionen. Fernsehen, Nachrichten, Printmedien. Und bis heute um Mitternacht habe ich mehr Menschen informiert und beeinflusst als jeder andere in der Geschichte des Planeten, mit Ausnahme von Gott, natürlich. Das Beste, was er je zustande gebracht hat, waren die Zehn Gebote.“

Bond: „Jetzt sind Sie wirklich wahnsinnig.“

Carver: „Der Unterschied zwischen Wahnsinn und Genie definiert sich lediglich aus dem Erfolg.“314

Dazu schreibt Arthur Schopenhauer315: „Zwischen dem Genie und dem Wahnsinnigen ist die Ähnlichkeit, dass sie in einer anderen Welt leben als der für alle vorhandenen.“

Die Tatsache, dass der Schurke, geblendet und von sich selbst überzeugt, 007 nicht sofort vernichtet, ermöglicht Bond, aus der Gefangenschaft zu entkommen. Bond ist frei und rettet die Welt.


9) Weltherrschaft, der alte Traum

Die gängige Meinung, dass der Schurke in einem James-Bond-Film nur ein Ziel kennt, die Weltherrschaft, stimmt in den meisten Fällen nicht.

Dr. Julius No in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) versucht lediglich, die Raketenstarts von Cape Canaveral zu stören. Er arbeitet für Gofta316 und sinnt auf persönliche Rache, weil er als Wissenschaftler verkannt wurde; ein Schicksal, das er mit John Gardners Romanfigur Dr. Anton Muric aus „Countdown für die Ewigkeit“ (1981) teilt. Der will einen Super-Atom-Reaktor bauen, hat aber keine Genehmigung bekommen. James Bond verkennt auch Nos Pläne und wirft bei einem Gespräch ein: „Weltherrschaft, der alte Traum.“

Dieselbe Organisation, der No angehörte, will sich in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) für den Tod Nos rächen und James Bond aus dem Weg schaffen, womit auch dem Ansehen des Secret Service empfindlicher Schaden zugefügt werden soll. Eine Dechiffriermaschine vom Typ Lektor soll nebenbei einen satten Gewinn in die Spectre-Kasse spülen. Von Weltherrschaft keine Rede.

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Goldfinger steigt aus dem Helikopter - Schnappschuss am Set

Sogar Auric Goldfinger ist nur am Profit interessiert. Er will eine Wertsteigerung seines Goldes erreichen, indem er die Goldvorräte in Fort Knox atomar verseucht.

In Ian Flemings Roman ist das Ziel ein gewaltiger Diebstahl, der zwar nicht plausibel erscheint, wie später im Film von 007 erklärt wird, aber auch hier geht es lediglich um persönliche Bereicherung.

Reichtum ist für die Mächtigen der Unterwelt aus dem Bond-Universum ein Ansporn: Blofeld (Anthony Dawson317) lässt in „Feuerball“ (1965) von Emilio Largo Atombomben stehlen, um von den USA und Großbritannien ein Lösegeld in Höhe von einer Million Pfund in lupenreinen Diamanten zu erpressen.

Auch in „Man lebt nur zweimal“ (1967) hat Ernst Stavro Blofeld nur das Ziel, reicher zu werden. Der Versuch, einen Dritten Weltkrieg zwischen den USA und Russland auszulösen, ist Blofelds Auftrag, für den er 100.000.000 $ in Goldbarren erhalten soll.318 Die Auftraggeber bleiben im Hintergrund. Es handelt sich um eine nicht genannte Organisation aus dem asiatischen Raum.

Blofelds (Telly Savalas319) Belange in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) erscheinen noch absurder: Er will sich als Graf de Bleuchamp ins Privatleben zurückziehen, seinen Adelstitel anerkannt bekommen und Immunität genießen. So hat also der Schurke schlechthin (Blofeld kommt als Figur [genannt] in bisher fünf Filmen vor) einen Plan, der wegen seiner Belanglosigkeit beinahe lächerlich erscheint.

In „Diamantenfieber“ (1971) ist die Motivation des Gangsters wieder materieller Natur: Mit einem Riesenlaser, der im Weltall stationiert ist, sollen die Weltmächte erpresst werden. Wer am meisten zahlt, bekommt die beste Rüstung. Mr. Big alias Dr. Kananga will in „Leben und sterben lassen“ (1973) sein Heroin auf den Markt bringen, um die Preise für das Rauschgift in die Höhe zu treiben, wenn sich die Anzahl der Süchtigen in den USA verdoppelt hat. Scaramanga, der Mann mit dem goldenen Colt, verfolgt (zumindest am Ende des Films) zwei Ziele: Zum einen will er James Bond, den besten Geheimagenten des Secret Service, töten und zum anderen möchte er durch sein Solex (einen Energieumwandler), das er von Hai Fat „geerbt“ hat, satte Profite mit seinem Sonnenkraftwerk erzielen.

Der erste Schurke, der zumindest ein wenig an die Weltherrschaft denkt, ist Karl Stromberg (Curd Jürgens320) in „Der Spion, der mich liebte“ (1977). Er will die „schmutzigen“ Städte, New York und Moskau mit Atomraketen zerstören, damit die Menschen eine Chance zum Neuanfang haben. Sein weiteres Ziel ist es, eine Welt unter der Wasseroberfläche zu schaffen. 7/10 des Planeten, die Welt der Meere, wären dann sein Reich.

Christopher Wood, der Stromberg schuf, schrieb das Drehbuch für „Moonraker - streng geheim“ (1979), in dem seine Figur Hugo Drax versucht, die Menschheit von seiner Raumstation aus mit Gift zu vernichten. Wenn auf der Erde dann kein menschliches Leben mehr existiert (Tiere und Pflanzen sind gegen Drax' Gift immun), würde er seine im Weltraum gezüchtete Superrasse aus schönen und starken Menschen zur Erde zurückkehren und sie in seinem Sinne neu bevölkern lassen. Hugo Drax aus Ian Flemings Roman „Moonraker“ (1954) war von seinen teuflischen Plänen her etwas bescheidener: Er wollte lediglich eine Rakete auf London abfeuern, weil er die Engländer hasste.

Alle weiteren Schurken haben banalere Ziele:

Aris Kristatos in „In tödlicher Mission“ (1981) will den automatischen Angriffskoordinator (ATAC) aus einem Schiffswrack bergen und an die Russen verkaufen. Dies ist der einzige Film, in dem James Bond tatsächlich auch gegen Russland bzw. russische Agenten kämpft - in allen anderen Filmen stellen sich autarke Personen oder fremde Organisationen gegen ihn, und auch wenn es immer fälschlicherweise heißt, der britische Agent kämpfe häufig gegen die Sowjets, mag das auf Ian Flemings Romane zutreffen, nicht aber auf die Filme.

Der Prinz im Exil, Kamal Khan (Louis Jourdan321) arbeitet in „Octopussy“ (1983) mit General Orlow (Steven Berkoff322) zusammen, der die Machtübernahme im Westen plant. Khan jedoch will nur an einem riesigen Juwelenschmuggel verdienen.

Max Zorin ist ein Industrieller in der Mikrochipbranche und will in „Im Angesicht des Todes“ (1985) Silicon Valley durch eine riesige Flutwelle vernichten, um mit seinen Produkten den Computerchipmarkt zu beherrschen. In „Der Hauch des Todes“ (1987) veruntreuen Georgi Koskov (Jeroen Krabbé323) und Brad Whitaker (Joe Don Baker324) KGB-Gelder und sind außerdem an einem riesigen Opiumschmuggel beteiligt.

Rauschgift ist nach „Leben und sterben lassen“ (1973) auch das Hauptthema in „Lizenz zum Töten“ (1989). Franz Sanchez (Robert Davi325) verdient damit sein Geld und möchte seinen Markt erweitern. „Weltherrschaft“ ist der falsche Ausdruck für seine geschäftlichen Bestrebungen als Drogenbaron.

Die Figur Alec Trevelyan, deren Wurzeln auch in Ian Flemings Romanfigur Hugo Drax zu finden sind (Drax und Trevelyan geben sich beide als Engländer aus und sind gegen England. Sie haben vernarbte Gesichtshälften und werden lange Zeit für tot gehalten, bevor sie in Aktion treten), bricht per Computer in die Bank von England ein und transferiert sich elektronisch viel Geld.326 Mit der GoldenEye-Explosion, die einen elektromagnetischen Impuls über London auslösen soll, möchte er alle Spuren verwischen. Sein Ziel ist Reichtum.

Medienmogul Elliot Carver (Jonathan Pryce327), der Hauptschurke in „Der Morgen stirbt nie“ (1997), arbeitet daran, einen dritten Weltkrieg zwischen Großbritannien und China zu provozieren, was ihm die Exklusiv-Senderechte einbrächte.

Elektra King (Sophie Marceau328) benutzt in „Die Welt ist nicht genug“ (1999) den Terroristen Renard alias Victor Zokas, um den Bosporus nuklear zu verseuchen und die Welt von ihrer Ölpipeline abhängig zu machen.329

Gustav Graves, durch eine Genmanipulation aus Colonel Moon330 entstanden, möchte mit seinem Weltraumlaser „Ikarus“ das Minenfeld zwischen Nord- und Südkorea räumen, um seinen Truppen den Weg freizumachen. Durch den Zusammenschluss von Japan, China und dem Vereinigten Korea käme dann eine neue Supermacht zustande.

Le Chiffre (Mads Mikkelsen331), Bonds Hauptgegner in „Casino Royale“ (2006), will nur sein Leben retten, da er auf der Abschussliste von Verbrechern, deren Gelder er veruntreut hat, steht. Damit ist er ein kleiner Fisch. Da aber „Casino Royale“ (2006) und „Ein Quantum Trost“ (2008) unmittelbar aufeinander aufbauen, steckt wesentlich mehr dahinter: Dominic Greene und die Verbrecherorganisation „Quantum“.

Dominic Greene geht es in „Ein Quantum Trost“ (2008) um das wertvollste Lebensmittel auf Erden: Er möchte so viel Trinkwasser wie möglich kontrollieren, was er schafft, indem er General Medrano332 erpresst.333

Raoul Silva will sich als fallengelassener Agent an „M“ rächen. Er arbeitet bereits seit Jahren auf eigene Rechnung, sucht sich seine eigenen Geheimoperationen und lässt sich vom Meistbietenden für seine Verbrechen bezahlen. Nur ein Schurke strebt also tatsächlich die Weltherrschaft an: Hugo Drax. Karl Stromberg ist nur an der Unterwasserweltherrschaft interessiert. Da aber gerade diese beiden Filme in Deutschland besonders erfolgreich waren („Der Spion, der mich liebte“ (1977) war mit 7,6 Millionen Zuschauern in Deutschland der erfolgreichste Bond-Film, „Moonraker - streng geheim“ (1979) liegt mit 4,2 Millionen immerhin jetzt noch auf Platz 9), hat sich das Bild des Schurken, der nach Weltherrschaft strebt, fälschlicherweise in den Köpfen der Zuschauer und bei der Presse eingeprägt, und das bis heute.

Das Streben nach Macht, egal auf welchem Gebiet, weist auf die Neurose der Schurken hin, deren gestörte Vergangenheit bzw. Kindheit der Grund dieser Erkrankung ist. Ansatzweise wird in den Filmen darauf eingegangen, mehr jedoch in den Romanen.

Sigmund Freud334 schrieb: „Maßhalten, sich bescheiden, resignieren lernt es (das Kind) erst durch die Kultur der Erziehung. Bekanntlich neigt der Neurotiker zur Maßlosigkeit und Unmäßigkeit.“

James Bonds Gegner streben also nur selten die Weltherrschaft an, doch sie verraten 007 ihren Plan.

Wenn ein Verbrecher schließlich seine Pläne erläutert oder seine Beweggründe für ein bestimmtes Handeln rechtfertigt, erzählt er nicht nur, sondern er schmückt aus, schwärmt und gerät fast in einen Zustand der Trance. Die Reden erinnern an die Ausführungen Adolf Hitlers335. (Siehe Kapitel 25) Während James Bond Intelligenz, Stärke, Mut etc. in einer Person vereint, sind die meisten James-Bond-Widersacher nur mit einzelnen Fähigkeiten ausgestattet. Um jedoch Bond ebenbürtig zu erscheinen und zu einer echten Bedrohung zu werden, treten Schurken in den seltensten Fällen allein in Erscheinung (vgl. „James Bond XXL“).

Die folgende Einteilung in physisch starke Gegner Bonds, die meist in der Überzahl auftreten und psychisch starke Schurken, die meist Kopf einer Operation sind oder die Fäden ziehen, unterstreicht diese Theorie der Aufteilung der Eigenschaften.

In „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) und „In tödlicher Mission“ (1981) wird deutlich, wie eine Verschiebung der Figur in den einzelnen Kategorien erfolgen kann, wenn eine Figur hinzukommt oder den Filmtod stirbt.336

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Schurkentypen kann auch durch ungleiche Anzahl der Charaktere in einer Kategorie erzeugt werden, wie z.B. in „Lizenz zum Töten“ (1989). Die Figur des Franz Sanchez bedarf mehrerer Handlanger, um das Gleichgewicht zwischen „Körper und Geist“ des Bösen zu erzeugen.


FilmPsychischer SchurkePhysischer Schurke
„James Bond 007 jagd Dr. No“ (1962)Julius NoThree Blind Mice (Mörder Trio) Professor Dent
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)Ernst Stavro Blofeld Rosa KlebbRed Grant
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) - nach Grants TodErnst Stavro BlofeldRosa Klebb
„Goldfinger“ (1964)300Auric GoldfingerOddjob
„Feuerball“ (1965)Ernst Stavro Blofeld Emilio LargoFiona Volpe
„Man lebt nur zweimal“ (1967)Ernst Stavro BlofeldHans
„Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)Ernst Stavro BlofeldGunther Irma Bunt
„Diamantenfieber“ (1971)Ernst Stavro BlofeldMr. Wint Mr. Kidd Bambi Klopfer
„Leben und sterben lassen“ (1973)Dr. Kananga/Mr. BigTee Hee Whisper Baron Samedi
„Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974)Francisco ScaramangaSchnick Schnack
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)Karl StrombergBeißer Sandor
„Moonraker - streng geheim“ (1979)Hugo DraxChang Beißer
„In tödlicher Mission“ (1981)Ari Kristatos Emile Leopold LocqueErich Kriegler Hector Gonzales Apostis
„In tödlicher Mission“ (1981) - nach Gonzales TodAri KristatosEmile Leopold Locque
„Octopussy“ (1983)Kamal Khan General OrlowGobinda Mischka Grischka
„Im Angesicht des Todes“ (1985)Max Zorin Karl MortnerMay Day Scarpine Jenny Flex
„Der Hauch des Todes“ (1987)Brad Whitaker Georgi KoskovNecros
„Lizenz zum Töten“ (1989)Franz SanchezDario Milton Krest Braun Perez
„GoldenEye“ (1995)Alec Trevelyan General OurumovBoris Grischenko Xenia Onatopp337
„Der Morgen stirbt nie“ (1997)Elliot Carver Henry GuptaStamper Dr. Kaufmann
„Die Welt ist nicht genug“ (1999)Elektra King Victor Zokas (Renard)Gabor Sasha Davidov Goldie
„Stirb an einem anderen Tag“ (2002)Gustav Graves Miranda FrostZao Mr. Kil
„Casino Royale“ (2006)Mr. White Le ChiffreObanno Kratt Mollaka
„Ein Quantum Trost“ (2008)Mr. White Dominic GreenElvis338
„Skyfall“ (2012)Raoul SilvaPatrice

Die Gegner 007s haben Tiere bei sich, durch die sie charakterisiert werden oder die sie als Waffe einsetzen. Blofelds weiße Perserkatze ist ein Muss, wenn die Figur in anderen Filmen parodiert wird.

Mit einer Vogelspinne soll Professor Dent James Bond im Auftrag von Julius No beseitigen.339

Blofeld hält sich in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) neben seiner Katze siamesische Kampffische (Betta splendens) und demonstriert daran die Vorgehensweise von Spectre.340 In „Man lebt nur zweimal“ (1967) wirft er unliebsame Mitarbeiter Piranhas zum Fraß vor.

Emilio Largo hält sich in „Feuerball“ (1965) für diesen Zweck Haie in seinem Swimmingpool, Mr. Wint und Mr. Kidd nennen den Skorpion „Mutter Naturs liebsten Killer“ und töten mit einem der Tiere Dr. Tynan, Kananga besitzt in „Leben und sterben lassen“ (1973) eine Krokodilfarm, auf der 007 zur Hauptspeise für die Tiere werden soll. Als das nicht gelingt, sollen Bond und Solitaire an seine Haie verfüttert werden. Auch die Schlangen von Baron Samedi spielen eine Rolle.

Scaramanga outet sich in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) als Tierfreund, ohne dass im Film Tiere, die mit ihm in Verbindung stehen, vorkommen. Allerdings relativiert er seine Tierliebe im selben Satz auch schon wieder: „Ich dachte immer, mein größtes Glück sei meine Liebe zu Tieren, aber dann entdeckte ich ein noch größeres Glück: Menschen zu erschießen.“

Scaramanga-Nachfolger Karl Stromberg hält sich einen Hai, um abtrünnige Angestellte zu beseitigen. Beißer überlebt den Haiangriff jedoch und tötet das Tier. Hugo Drax setzt auf seinen Python, der von 007 mit einer giftigen Kugelschreibermine getötet wird. Corinne Dufour wird im selben Film von Drax' Dobermännern zerfleischt - die übrigens Probleme bei den Dreharbeiten verursachten, da sie schlecht erzogen waren.

Ari Kristatos besitzt in „In tödlicher Mission“ (1981) zwar keine Tiere, weiß aber, wo Haie zu finden sind und will ihnen Bond vor der albanischen Küste zum Fraß vorwerfen.

Kamal Khan, der indische Prinz im Exil, hält sich ebenfalls keine Haustiere, doch gibt es in seinem Palast und in der Nähe zahlreiche Tiere, die Bond das Leben schwer machen: Tiger, Krokodile, Spinnen, Blutegel, Schlangen und Elefanten. Den Octopus von Octopussy setzt Bond gekonnt gegen einen Angreifer ein: Das Tier saugt sich am Kopf eines Gegners fest und tötet ihn mit dem starken Gift.

Maximilian Largo hält sich in „Sag niemals nie“ (1983) Aasgeier in einem Verlies, in dem 007 seine letzten Tage verbringen soll. Fatima Blush stellt James Bond im selben Film eine Falle und lockt ihn, markiert mit einem Sender, auf dessen Frequenz Haie abgerichtet sind, in eine fast ausweglose Situation in einem Wrack.

Max Zorin ist in „Im Angesicht des Todes“ (1985) ein begeisterter Pferdezüchter und macht seine Tiere durch implantierte Spritzen zu gefährlichen, unberechenbaren Wesen. Bond bekommt dies bei einem Pferderennen zu spüren.

Markenzeichen von Franz Sanchez in „Lizenz zum Töten“ (1989) ist ein Leguan mit einem Diamantenhalsband. Das Tier trug bei den Dreharbeiten den Spitznamen Iguanita341. Die Szene, in der Darsteller Robert Davi dem Tier einen Kuss aufdrückt, war seine Idee und stand nicht im Drehbuch.

Zwar gehören die Komodowarane in „Skyfall“ (2012) nicht zu Silvas Haustieren, aber 007 gerät beim Kampf gegen dessen Männer in den Gefahrenbereich der Warane.

Die Verbindung zwischen Tieren und Bösewicht gehört nicht nur in den 007-Filmen, sondern auch in den Romanen zu den Standardmustern im Aufbau. Graf Ugo Carnifex, der Schurke in Charlie Higsons Buch „Zurück kommt nur der Tod“, will den jungen James Bond mit Moskitos aus dem Weg räumen.342

Es gibt auch Szenen mit Tieren, die nicht wirklich in Zusammenhang mit den Schurken stehen, die der Schere zum Opfer gefallen sind oder geplant waren, aber nicht gedreht wurden.343 So sollte Dr. No in frühen Drehbuchversionen ein Affe sein. Eine gedrehte, aber nicht verwendete Szene zeigt, wie Krabben auf die gefesselte Honey Rider zukommen, um sie zu fressen. Im Buch „The Battle of Bond“ von Robert Sellers ist die Rede davon, dass Blofelds Katze in einer frühen Drehbuchfassung von „Sag niemals nie“ (1983) giftige Krallen hatte und Blofeld am Ende des Films kratzen und damit töten sollte.

Für „Im Angesicht des Todes“ (1985) wurden Szenen gedreht, in denen „Qs“ Snooper344 von Wachhunden angegriffen wird, doch mit Rücksicht auf Tierschützer wurden diese Szenen entfernt. Snooper sollte den Hunden Tränengas in die Augen sprühen.345

Man kann einen Jaguar im Hintergrund erkennen, als „Q“ James Bond in „Der Morgen stirbt nie“ (1997) seinen neuen BMW 750iL vorstellt. Als Gag sollte „Q“ im Film zuerst eine Kiste mit dem Tier darin öffnen und feststellen, dass es sich um die falsche handelt. Man schnitt diese Szene allerdings, weil der Witz „Jaguar statt BMW“ als zu platt empfunden wurde.

[no image in epub file]Das Ende des BMW im Schaufenster von AVIS - Modell des Ladens und des BMW 750iL aus „Der Morgen stirbt nie“ (1997)

Auch ein Killerwalauftritt wurde dem Zuschauer vorenthalten: Zao sollte in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) von einem Killerwal gefressen werden, nachdem er in Graves' Eispalast346 durch die Eisdecke eingebrochen ist. Man verwarf die Idee, weil 007 sich selbst an Zao rächen und ihn töten sollte.

Aber, ob mit oder ohne Tier, nicht alle Schurken in den James-Bond-Filmen werden dem Publikum sofort präsentiert. Und wenn 007s Gegner früh eingeführt werden, dann stehen sie und er sich meist erst später im Film Auge in Auge gegenüber. Dies trifft in einigen Fällen auch auf unwichtige Schurkenfiguren zu.

Die Tabelle auf den folgenden Seiten gibt einen Überblick:


FilmSchurkeErster AuftrittErste aktive Begegnung mit Bond
„James Bond 007 jagd Dr. No“ (1962)A) Julius No B) R.J. DentA) 1:20:30347 B) 0:03:08A) 1:23:49 B) 0:25:01
„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)A) Red Grant B) Rosa KlebbA) 0:00:48 B) 0:07:54A) 1:18:21 B) 1:45:05
„Goldfinger“ (1964)A) Auric Goldfinger B) OddjobbA) 0:09:31 B) 0:15:16A) 0:24:27 B) 0:24:51
„Feuerball“ (1965)A) Fiona Volpe B) Emilio LargoA) 0:17:49 B) 0:07:33A) 1:04:03 B) 0:47:51
„Man lebt nur zweimal“ (1967)A) Ernst Stavro Blofeld B) Helga BrandtA) 1:02:05 B) 0:36:38A) 1:34:43 B) 0:36:51
„Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (1969)A) Ernst Stavro Blofeld B) Irma BuntA) 0:52:20 B) 0:46:04A) 1:01:10 B) 0:46:29
„Diamantenfieber“ (1971)A) Ernst Stavro Blofeld B) RWint und KiddA) 0:01:58348 B) 0:10:08A) 1:11:14 B) 1:50:30
„Leben und sterben lassen“ (1973)A) Mr. Bid B) Dr. Kananga C) Tee HeeA) 0:24:37 B) 0:15:30 C) 0:15:30A) 0:24:37 B) 1:09:34 C) 0:23:29
„Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974)A) Francisco Scaramanga B) Schnick SchnackA) 0:01:00 B) 0:00:48A) 1:13:16 B) 1:13:28
„Der Spion, der mich liebte“ (1977)A) Karl Stromberg B) BeißerA) 0:14:36 B) 0:18:18A) 1:03:49 B) 0:29:52
„Moonraker - streng geheim“ (1979)A) Hugo Drax B) Chang C) BeißerA) 0:13:57 B) 0:15:18 C) 0:03:32A) 0:14:21 B) 0:15:18 C) 0:05:00
„In tödlicher Mission“ (1981)A) Aris Kristatos B) Emile Leopold Locque C) Erich KrieglerA) 1:32:42349 B) 0:19:00 C) 0:43:27A) 0:35:12 B) 0:48:38350 C) 0:44:24
„Octopussy“ (1983)A) General Orlow B) Kamal Khan C) BGobindaA) 0:15:58 B) 0:20:40 C) 0:22:57A) 1:28:47 B) 0:30:00 C) 00:30:58351
„Sag niemals nie“ (1983)A) Maximilian Largo B) Fatima BlushA) 0:29:46 B) 0:07:16A) 1:06:47 B) 0:44:30
„Im Angesicht des Todes“ (1985)A) Max Zorin B) May DayA) 0:12:32 B) 0:12:32A) 0:31:55 B) 0:28:24352
„Der Hauch des Todes“ (1987)A) Georgi Koskov B) Brad Whitaker C) NecrosA) 0:10:48 B) 0:49:34 C) 0:23:00A) 0:15:22 B) 1:56:48 C) 1:16:52
„Lizenz zum Töten“ (1989)A) Franz Sanchez B) Milton KrestA) 0:02:29 B) 0:17:57A) 1:05:29 B) 0:25:56
„GoldenEye“ (1995)A) Alec Trevelyan B) Xenia Onatopp C) OurumovA) 0:03:52 B) 0:13:26 C) 0:05:30A) 1:05:34353 B) 0:13:26 C) 0:06:47
„Der Morgen stirbt nie“ (1997)A) Elliot Carver B) StamperA) 0:14:13 B) 0:13:47A) 0:30:15 B) 0:56:57
„Die Welt ist nicht genug“ (1999)A) Renard B) Elektra KingA) 0:46:50 B) 0:58:04A) 1:16:05354 B) 0:17:00355
„Stirb an einem anderen Tag“ (2002)A) General Tan-Sun Moon B) Gustav Graves C) Zao D) Miranda FrostA) 0:03:41 B) 0:48:18356 C) 0:04:22 D) 1:24:57357A) 0:04:46 B) 0:51:35 C) 0:04:36 D) 0:51:50
„Casino Royale“ (2006)A) Le Chiffre B) Alex Dimitrios C) Carlos D) Mr. WhiteA) 0:07:46 B) 0:27:58 C) 0:41:06 D) 0:06:55A) 1:06:44 B) 0:29:50 C) 0:42:16 D) 2:14:35
„Ein Quantum Trost“ (2008)A) Dominic Greene B) Mr. WhiteA) 0:22:44 B) 0:03:11A) 0:43:48 B) 0:03:11
„Skyfall“ (2012)A) Raoul Silva B) PatriceA) 1:10:38 B) 1:10:38A) 0:03:23 B) 0:03:23

Die folgende Grafik, bei der jeweils eine Schurkenfigur pro Film aufgeführt wird, verdeutlicht den Zeitunterschied zwischen der Einführung des Gegners und dem ersten aktiven Kontakt mit Bond (Stunden:Minuten:Sekunden):


Das späte Zusammentreffen Mr. Whites mit Bond lässt sich zum einen damit erklären, dass der Film „Casino Royale“ (2006) mit 139 Minuten Spielzeit deutlich Überlänge358 hat, zum anderen ist die Figur White das Bindeglied zum Film „Ein Quantum Trost“ (2008), der mit dessen Verhör beginnt.

Raoul Silva in „Skyfall“ (2012) ist der erste und einzige Hauptschurke, den James Bond und das Publikum gleichzeitig zu Gesicht bekommen.

Mit nur 48 Sekunden hält die Figur Schnick Schnack (Hervé Villechaize359) den Rekord als am schnellsten eingeführter Bondwidersacher.

Ari Kristatos, Elektra King und Miranda Frost entpuppen sich erst im Verlauf der Haupthandlung als Gegner Bonds. Und erst durch das Bekanntgeben ihrer wahren Identität kann eine klare Zuordnung durch den Zuschauer erfolgen.

Das Erscheinen eines Bondgegners im Film ist bis auf diese drei Ausnahmen absolut eindeutig. Neben der physischen Präsenz oder einer schockierenden Tat eines Psychopathen, wie sie besonders bei den Hauptschurken vorkommt und mit der dieser deutlich hervorsticht, kann man ihm Gleichgesinnte an noch einem weiteren Merkmal deutlich erkennen: Sie haben eine körperliche Abnormität, die in einigen Fällen auch als Waffe gegen 007 zum Einsatz kommt.


Der Zuschauer weiß auf den ersten Blick, dass es sich um einen Gegner des körperlich „vollkommenen“ Agenten handelt. Der Kontrast Gut - Böse, normal - abnorm wird so verstärkt.

Die Waffe des Gegners und/oder die nicht der Norm entsprechende körperliche Auffälligkeit werden dem Schurken im Verlauf des Films zum Verhängnis.

Der Schurke Julius No ist, übertrieben gesagt, halb Mensch, halb Maschine, aber er ist nicht so unglaubwürdig wie der „Terminator“. Julius No hat bei seiner illegalen Arbeit mit Radioaktivität beide Hände verloren, und sie wurden durch Stahlprothesen ersetzt. Zunächst werden dadurch seine „unmenschlichen“ Züge verstärkt, was ihn zum prädestinierten Gegner Bonds macht. No ist das erste Mal (wenn auch nicht ganz) zu sehen, als er mit seinen Stahlklauen die Bettdecke vom betäubten Agenten hebt, um ihn in Augenschein zu nehmen. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird in dieser Szene auf die schwarzen Handprothesen gelenkt. Später demonstriert Dr. No seine Stärke, indem er eine Statue, die auf dem Tisch steht, greift und zerdrückt.

Als es schließlich zum finalen Kampf zwischen 007 und No kommt, wird dem Bösewicht seine Abnormität zum Verhängnis: Er kann sich mit seinen Kunsthänden nicht am Eisengeländer des Atomreaktors festhalten und rutscht deshalb langsam in das kochende Reaktorwasser.

Red Grant besitzt in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) eine Uhr mit einer Drahtschlinge darin, mit der er seine Gegner erwürgt. Im Zweikampf erwürgt 007 Grant mit dessen eigener Waffe.

Hatte Bond Pussy Galore in „Goldfinger“ (1964) gerade noch davor gewarnt, im Flugzeug einen Revolver abzufeuern360, so wird Auric Goldfinger Opfer dieses Fehlers: Goldfinger wird aus dem Flugzeugfester gesogen und findet so seinen Tod beim Versuch, Bond zu erschießen.361

Oddjob, der stumme Diener Goldfingers, tötet Menschen auf außergewöhnliche Weise: Er wirft eine Melone mit Stahlkante so punktgenau, dass er seinen Opfern damit das Genick bricht. Der Koreaner stirbt dann auch durch seine Kopfbedeckung: Als sich der Hut in einem Metallgitter verkantet hat und Oddjob ihn herausziehen will, setzt Bond die Gitterstäbe mit einem zuvor von Oddjob gekappten Starkstromkabel unter Spannung. Der Stumme wird elektrisiert: Bond hat seinen Gegner mit dessen eigenen Waffen geschlagen.


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Harold Sakata (Oddjob) bei einer Drehpause von „Goldfinger“ (1964) ...... das Pferd hat es überlebt.

Emilio Largo trägt in „Feuerball“ (1965) eine Augenklappe. Einem Vorurteil folgend, weiß der Zuschauer sofort: Largo ist böse.

Sein Handlanger Vargas (Philip Locke362) raucht nicht, trinkt nicht und liebt nicht363, und besonders die Darstellung Vargas' als vermeintlich asexuelles Wesen lässt ihn wenig menschlich erscheinen.

Zudem versuchte man bei mehreren Gegnern Bonds, das Sprechen zu vermeiden. Den Anfang macht Red Grant in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963). Er kommt erst zu Wort, als er 007 gegenübersteht und sich als jemand anders ausgibt. Das geschieht nach einer Stunde, 18 Minuten und 21 Sekunden. Grant folgen der oben genannte Oddjob als stummer Killer, der nur seltsame Laute von sich gibt, Vargas, der keine zwei Sätze spricht, Hans (Ronald Rich) aus „Man lebt nur zweimal“ (1967), der auch nichts sagt, Whisper in „Leben und sterben lassen“ (1973), der sich nur ein Flüstern herausdrückt, der wortlos bleibende Kra (Sonny Caldinez364) in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) und Beißer, der in „Der Spion, der mich liebte“ (1977) nichts, jedoch in „Moonraker - streng geheim“ (1979) wenigstens einen Satz sagt.

Sandor (Milton Reid365) konnte in „Der Spion, der mich liebte“ (1977) zumindest in seiner Todesszene ein Wort schreien. Chang in „Moonraker - streng geheim“ (1979) bleibt bis auf einen Satz, den er zu Holly Goodhead sagt, stumm.

Emile Leopold Locque (Michael Gothard366) in „In tödlicher Mission“ (1981) schreit einmal ein „Nein“, Gabor (John Seru367) in „Die Welt ist nicht genug“ (1999) fehlen die Worte, Kratt in „Casino Royale“ (2006) schweigt sich ebenfalls aus.

Zuletzt war es der Killer Patrice, dargestellt von Ola Rapace368, der schon in der Pre-Title-Sequenz von „Skyfall“ (2012) auftritt und nach rund 50 Minuten Filmlaufzeit sein Leben lässt, ohne ein einziges Wort gesprochen zu haben. Fast immer fehlen den Handlangern die Worte, die Hauptschurken sind wortgewandt. Das müssen sie auch sein, um im Film Bond ihren Plan zu verraten und sich den obligatorischen verbalen Schlagabtausch mit dem Agenten zu liefern. Der berühmteste ist der zwischen 007 und Goldfinger:

Bond: „Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“

Goldfinger: „Nein, Mr. Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben! Es gibt nichts, was Sie mir erzählen könnten, das ich nicht schon wüsste!“

Nach 45 Jahren werden diese Zeilen immer noch zitiert, obwohl es in jedem Film zeitgemäßere ironische Zitate gibt, zum Beispiel in „GoldenEye“ (1995):

Alec Trevelyan: „Warum kannst du nicht wie ein braver Junge sterben?“

Bond: „Du zuerst.“

Oder in „Casino Royale“ (2006):

Bond: „Was passiert, wenn die Welt davon erfährt, dass Sie starben, während Sie meine Eier massierten?“369

Doch zurück zu den Waffen der Schurken und wie sie ihnen oder ihren Mitarbeitern zum Verhängnis werden. Blofelds Piranhas (in zahlreichen Filmen immer wieder fälschlicherweise als Killerfische dargestellt) wirft 007 in „Man lebt nur zweimal“ (1967) Hans zum Fraß vor.

Da Blofeld in mehreren Filmen von unterschiedlichen Darstellern verkörpert wurde (Anthony Dawson370 [FRWL, TB], Donald Pleasence [YOLT], Telly Savalas [OHMSS], Charles Gray [DAF], John Hollis371 [FYEO] und Max von Sydow372 [NSNA]), entschied man sich, ihn auch bezüglich seiner Abnormität unterschiedlich zu gestalten. So verläuft in „Man lebt nur zweimal“ (1967) eine gewaltige Narbe längs über sein rechtes Auge und die Wange. In „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) klebte man dem Darsteller Savalas lediglich die Ohrläppchen nach hinten um (sie sollen Blofeld im Film fehlen). Savalas' verstümmelter Zeigefinger der linken Hand wird zwar in einer Szene deutlich gezeigt, wurde aber vom Publikum kaum wahrgenommen. Außerdem gehört der Finger, der im Zweiten Weltkrieg Schaden nahm, in erster Linie zur Person Savalas und nicht zur Figur Blofeld.

John Hollis war in seiner Rolle an einen Rollstuhl gefesselt (Rollenbezeichnung lautete daher „Rollstuhlschurke“).

Damit ist das Blofeld-Geheimnis gelüftet. Zwar wird der Rollstuhlschurke im Film niemals Blofeld genannt, es soll sich aber um den Superverbrecher handeln. Regisseur John Glen betonte, dass es Bond hier mit dem Erzschurken zu tun hat. Blofeld, so Glen, sitze nach seinem Unfall in der Bobbahn (in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969)) wegen eines gebrochenen Genicks im Rollstuhl und will an Bond Rache nehmen („Now, Mr Bond, I'll get my revenge!“). 007 wirft den Schurken in einen Schornstein.373 Blofeld ist tot und tritt daher in der offiziellen Bond-Reihe nicht mehr in Erscheinung. Der Darsteller des Tee Hee aus „Leben und sterben lassen“ (1973), Julius W. Harris, schlug vor, seiner Figur einen Piraten-Haken zu verpassen. Harris trug daraufhin eine gefährlich wirkende Stahlprothese. Beim letzten Kampf zwischen Bond und Tee Hee knipst Bond mit einer Nagelschere die Stahldrähte durch, mit denen Tee Hee seine Prothese öffnen kann, und klemmt ihn an einem Fenstergriff fest. Tee Hee kann sich nicht selbst befreien, und 007 wirft ihn aus dem Fenster, wobei Tee Hees Kunstarm abreißt und am Fenstergriff baumelnd hängen bleibt. Im selben Film kann die Figur Whisper nur flüstern, und die von Earl Jolly Brown gespielte ist kaum zu verstehen. Als Whisper in 007s Zimmer auftaucht, um als vermeintlicher Kellner Champagner zu servieren, verlässt Bond seine Bandewanne, in der sich eine tödliche Schlange befindet, von der er nichts ahnt, weil er Whisper nicht verstehen kann. Am Schluss des Films ist auch Whispers „Rufen“, um Kananga vor Bond zu warnen, eher ein Flüstern.

Die Vorlage zu dieser Figur stammt aus Flemings Buch „Live and Let Die“. Darin ist „The Whisper“ ein Schurke, der wegen einer Tuberkulose-Erkrankung nur noch Reste seiner Lunge hat und deshalb flüstert.

Francisco Scaramanga, der Mann mit dem goldenen Colt, hat eine dritte Brustwarze. Darsteller Christopher Lee hielt dies für unmöglich und fragte seinen Arzt, ob es diese Abnormität gäbe. Beim Menschen entsteht die Milchleiste bei männlichen und weiblichen Embryos in der siebten Woche und bildet sich kurz danach, mit Ausnahme eines kleinen Teils in der Brustregion, wieder zurück. Geschieht dies nur teilweise, kann es zur zusätzlichen Brustwarzenbildung kommen, der Polythelie. Die überzähligen Brustwarzen sind angeborene Fehlbildungen, die meist einseitig auftreten. In seltenen Fällen bildet sich ein verbliebenes Restgewebe der Milchleiste zu einer vollständigen zusätzlichen Brustdrüse aus. Hier spricht man von Polymastie.

Im Film wird Scaramangas Abnormität als Zeichen von „Unverwundbarkeit und besonderer sexueller Potenz“ fehlgedeutet. James Bonds tödliche Kugel trifft seinen Gegner im Finale des Films direkt in die Brust.

Bekannteste lebende Person mit drei Brustwarzen ist Mark Wahlberg374.

Scaramanga ist aber auf noch eine andere Art ein Sonderling: Laut Andrea Anders schläft er nur mit ihr, bevor er einen Mord begeht. Bond klärt auf: „Stierkämpfer machen das genauso. Sie behaupten, es schärft das Auge.“ Den kleinwüchsigen Schnick Schnack (Hervé Villechaize) sperrt James Bond einfach in einen Koffer.

In allen Arbeiten des Autors Tom Mankiewicz treten die Nebenschurken noch einmal in Erscheinung, nachdem ihre Arbeitgeber längst das Zeitliche gesegnet haben. Auf diese Idee griffen auch Mankiewicz' Nachfolger zurück („Der Spion, der mich liebte“ (1977), „Der Morgen stirbt nie“ (1979)).

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Caroline Munro spielte Naomi in „Der Spion, der mich liebte“ (1977)

Zurück zu Beißer in „Der Spion, der mich liebte“ (1977) mit seinen äußerst ungewöhnlichen Zähnen. Mehr als einmal gerät Bond durch Beißer in Bedrängnis, schafft es aber doch, sich zu retten, indem er Beißers Gebiss gegen ihn selbst einsetzt. Bei einem Kampf im Zug drückt er die Kontakte einer Glühbirne in den Mund seines Gegners und setzt ihn damit unter Strom. Eine normalerweise tödliche Kugel aus Bonds Walther PPK prallt einfach von den Zähnen des Schurken ab.375 Später hängt Beißer an einem Elektromagneten, den 007 kontrolliert über ihm abgesenkt hat.

Hauptschurke Stromberg, hat, wenn auch unauffällige, Schwimmhäute zwischen den Fingern; daher die Aversion gegen das Händeschütteln, auf die Naomi (Caroline Munro376) James Bond hinweist.

Ebenso wie Scaramangas dritte Brustwarze sind Schwimmhäute zwischen Fingern beim Menschen möglich. Durch eine Verwachsung bzw. Nichttrennung von Finger oder Zehen scheint bei einer als Syndaktylie benannten Fehlbildung eine schwimmhautartige Hautschicht zwischen den einzelnen Gliedern zu sein. Normalerweise findet noch im frühen Kindesalter eine Operation statt, um diesen optischen Fehler zu beheben. Die einfache Syndaktylie, bei der die Finger zusammengewachsen, die Fingerknochen jedoch getrennt angelegt gewachsen sind, findet man bei ca. einem von 10.000 neugeborenen Kindern.

Strombergs ungewöhnliche Waffe, eine Raketenpistole, ist unter der Platte einer sehr langen Tafel (laut Ken Adam ca. 12 Meter) in seinem Esszimmer angebracht. Als 007 an der kurzen Seite Stromberg gegenüber Platz nimmt, läuft seine Zeit laut Stromberg ab. Doch Bond springt reaktionsschnell auf und entkommt, während der Stuhl durch die Minirakete explodiert.377 Nun nutzt der Agent Strombergs Vorrichtung gegen ihn selbst: Er schießt in den Lauf hinein.

In der Pre-Title-Sequenz von „Moonraker - streng geheim“ (1979) will ein Schurke 007 ohne Fallschirm aus einem Flugzeug stoßen und findet sein jähes Ende so, wie er es Bond zugedacht hatte.

Hauptgegner Hugo Drax will Bond ohne Raumanzug ins Weltall katapultieren, doch die Luftschleuse wird ihm selbst zum Verhängnis.

Messerwerfer Grischka (Tony Meyer378) stirbt in „Octopussy“ (1983) durch einen Messerwurf, und der Yo-Yo-Killer (William Derrick379) stürzt von einer Brüstung, als 007 an dem Draht seines Kreissägen-Yo-Yos zieht und ihn so kurzfristig außer Gefecht setzt.

Max Zorin aus „Im Angesicht des Todes“ (1985) will 007 von der Golden Gate Bridge stürzen lassen380, stürzt dabei aber selbst ab. Sein „Vater“ Carl Mortner (Willoughby Gray381), der Bond mit Dynamit sprengen will, tut dies ungewollt mit sich.

Ähnliche Umkehrungen gibt es auch in „Lizenz zum Töten“ (1989): Dario will Bond in eine Zerhäckselungsmaschine werfen und wird selbst zerstückelt, und in „GoldenEye“ (1995) will Alec Trevelyan Bond von einem Riesenradioteleskop werfen und stürzt selbst in die Tiefe.382

Durch eine Explosion, die Bond in der Pre-Title-Sequenz ausgelöst hat, ist Trevelyans rechte Gesichtshälfte vernarbt. So wird deutlich, dass er Bonds Widersacher ist.383 Trevelyan nennt seine Organisation „Janus“384.

Elliot Carver besitzt in seinem Stealth-Schiff eine mächtigen Unterwasserfräse, die Sea-Vac, mit der Löcher in die Schiffe gefräst werden können, die er versenken will. Diese Waffe kommt gegen Carver zum Einsatz, und Bond zerhäckselt ihn damit. Carvers Handlanger Stamper will unbedingt erreichen, dass die Bombe seines Bosses noch planmäßig abgefeuert wird. Während einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Bond wird Stamper durch die Bombe eingeklemmt und explodiert mit ihr.385

Die Abnormität Elektra Kings in „Die Welt ist nicht genug“ (1999) ist neben einem entstellten rechten Ohr mehr psychischer Natur: Sie leidet - so heißt es im Film fälschlich - am Stockholm-Syndrom386. Renard dagegen darf wieder etwas auffällig Abstoßendes an sich haben. Er ist völlig gefühllos, da eine Pistolenkugel in seinem Gehirn steckt. 009 hat sie dort hineingeschossen, und sie wandert, was das oben beschriebene Symptom auslöst.387 Renard versucht, mit einem Plutonium-Stab eine Atomexplosion in einem U-Boot auszulösen. Das ist seine Waffe, durch die er stirbt: James Bond schießt Renard den Plutonium-Stab mit Druckluft in den Brustkorb.388

Zu erwähnen wäre noch Bull, ein abtrünniger Angestellter Valentin Zukowskis (Robbie Coltrane389). Die Merkmale der Figur gehören zum Darsteller selbst: Goldie390 hat Goldzähne und wurde deshalb von vielen Bond-Fans als Anspielung auf das silberfarbene Gebiss Beißers angesehen.391

[no image in epub file]Goldie heißt in Wirklichkeit Clifford Joseph Price. Er spielte in „Die Welt ist nicht genug“ (1999) Mr. Bull

Ein außergewöhnlicher Schurke ist Zao (Rick Yune392) in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002). Er sieht zunächst ganz menschlich aus, entwickelt aber im Verlauf des Films ein Aussehen, das laut den Drehbuchautoren Purvis und Wade einem Insekt nachempfunden wurde. Zunächst fliegen Zao bei einer durch Bond ausgelösten Explosion zahlreiche Diamantensplitter ins Gesicht, die - trotz eines Klinikaufenthaltes - den gesamten Film über nicht entfernt werden, und zum anderen unterzieht er sich einem DNA-Austausch, der jedoch vor der Beendigung von Bond unterbrochen wird. Zao ist also ein halbfertiges Wesen mit Diamanten im Gesicht und damit weiter von der Realität entfernt als etwa Beißer.393

Im selben Film wird der DNA-Austausch auch bei General Moon durchgeführt, dessen Metamorphose schließlich in der Figur Gustav Graves endet. Graves lässt sich im Film durch Vlad (Mikhail Gorevoy) eine ganz besondere Waffe bauen: einen gepanzerten Anzug im Robocop-Stil394, der Stromstöße aussendet und mit dem man den Ikarus-Satelliten steuern kann. Graves stürzt in eine laufende Flugzeugturbine, nachdem er durch seinen eigenen High-Tech-Anzug einen Stromschlag erhalten hat.

Vernarbte Gesichter gibt es wieder in „Casino Royale“ (2006): Der Bombenleger Mollaka (Sébastien Foucan), den James Bond und Carter (Joseph Millson395) am Anfang des Films jagen, hat sogar einen komplett vernarbten Körper. Le Chiffres Narbe am linken Auge (396) verursacht, dass gelegentlich Blut aus dem Auge läuft.

Le Chiffre ist außerdem Asthmatiker und benutzt im Film viermal sein Asthmaspray, so vor der Geldübergabe von Obanno (Isaach De Bankolé397), als er die Nachricht erhält, dass ein britischer Agent (Bond) einen seiner Attentäter eliminiert hat, als James Bond im Casino Royale das Poker-Spiel verzögert, indem er einen komplizierten Wodka-Martini bestellt, und als 007 nach der Vergiftung durch Digitalis unerwartet wieder am Pokertisch erscheint und den Big Blind auf eine Million Dollar erhöht.

James Bond versteckt in der Spraydose mit Le Chiffres Medikament eine Wanze mit Ortungssender. So kann er seinen Gegner in dessen Hotelzimmer nicht nur abhören, sondern auch über die Wanze orten.

Gettler hat in „Casino Royale“ (2006) ein schwarzes Brillenglas, das man heutzutage selten zu sehen bekommt. Es wird aus ästhetischen Gründen eingesetzt, wenn jemand auf einem Auge erblindet ist. Schwarze Brillengläser können auch zur Schonung eines in Mitleidenschaft gezogenen Auges eingesetzt werden. Gettlers Auge wird von Bond nicht geschont: 007 schießt einen Nagel durch das Glas in das Auge seines Gegners.

Dominic Greene sorgt in „Ein Quantum Trost“ (2008) dafür, dass die Agentin Strawberry Fields mit Öl überzogen wird (laut „M“ fand man es auch in ihrer Lunge398). Als er schließlich Bond in der Wüste gegenübersteht, wirft dieser Greene eine Dose Motoröl vor die Füße und lässt ihn in der Wüste zurück.399

Zahlreiche E-Mails erreichten mich, als ich in „James Bond XXL“ bei der Homosexualität von Mr. Wind und Mr. Kidd aus „Diamantenfieber“ (1971) als Abnormität sprach. Heutzutage ist gleichgeschlechtliche Liebe nichts Besonderes mehr, doch sollte man Wint und Kidd als erstes schwules Pärchen auf der Leinwand vor dem Hintergrund der 1970er Jahre sehen, als Homosexualität strafbar war. Der Kontrast zum Frauenverführer Bond war sehr deutlich, und als Wint und Kidd in ihrer ersten Szene händchenhaltend durch die Wüste spazierten, war jedem Zuschauer klar, dass es sich um Bonds Gegner handelt. Und auch hier stimmt das Muster, nach dem Wint und Kidd durch ihre „Andersartigkeit“ im Vergleich mit 007 Nachteile haben, die zu ihrem Tod führen: Bond erkennt das Parfüm von Wint wieder, als dieser mit einer Weinflasche neben ihm steht: „Riecht ziemlich kräftig. Nicht der Korken. Ihr Aftershave. Zu süß und zu schwul. (...) Ihr Aftershave habe ich schon mal gerochen und beide Male sah ich eine Ratte.“ Die Killer sind enttarnt und werden abserviert. Hinzu kommt, dass Bond Wint zunächst mit einer Bombe die Hoden einklemmt, bevor er ihn tötet, was sich wieder mit dem deckt, worum es in diesem Kapitel geht: Die „Abnormität“ (nach damaliger Ansicht) wird dem Schurken zum Verhängnis.

Über Wint und Kidd kann man heutzutage eher lachen als sie als bedrohlich zu empfinden. In einer repräsentativen BRAVO-Umfrage (Ausgabe 14/1997) heißt es, 25 Prozent aller Jungen zwischen 14 und 17 hätten schwule Erfahrungen gemacht. Zwei Prozent gaben an, sie seien schwul, 68 Prozent hätten nichts gegen Schwule. Der Kinsey-Report400 stufte 1948 zwischen 90 und 95 Prozent der Bevölkerung als „bis zu einem gewissen Grad bisexuell“ ein. Vielleicht sehen wir James Bond - der bekanntermaßen immer der Zeit voraus ist - in einem folgenden Film auch mal einen Mann küssen („Für England, James.“).401

Einen kleinen Schritt in diese Richtung ist man schon gegangen. In „Skyfall“ (2012) beginnt der Schurke Raoul Silva damit, James Bond, der an einen Stuhl gefesselt ist, zu streicheln. Silva meint zu 007: „Irgendwann ist immer das erste Mal.“ Bond reagiert unerwartet: „Wie kommen Sie auf die Idee, das wäre mein erstes Mal?“.

Schon in Flemings Romanen war Homosexualität ein Thema. In „Liebesgrüße aus Moskau“ diskutiert 007 mit Captain Troop darüber, mehr Intellektuelle beim MI6 zu beschäftigen. Troop daraufhin zu Bond: „Sie schlagen also vor, dass wir die Organisation mit langhaarigen Perversen besetzen sollen. (...) Ich dachte, wir wären uns einig, dass Homosexuelle das größtmögliche Sicherheitsrisiko darstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Amerikaner einer Gruppe parfümierter Schwuchteln Atomgeheimnisse anvertrauen würden.“

Bond: „Nicht alle Intellektuellen sind homosexuell. Und viele von ihnen haben eine Glatze.“

(Ian Flemings Nachbar auf Jamaika, Noël Coward402, war homosexuell und hatte eine Glatze.)

Dieses Kapitel will ich nicht abschließen, ohne auf die Leiden einzugehen, die Bond ertragen muss, wenn er mit seinen brutalen Gegnern konfrontiert wird.

Dass James Bond Schmerzen kennt, kann man sich bei dem, was er in den Filmen und in den Romanen durchmacht, gut vorstellen. Dennoch kann man ihn nicht als Masochisten bezeichnen. Besonders in den Filmen mit Pierce Brosnan ist das Thema Folter gegenwärtig. Als 007 und Xenia Onatopp in „GoldenEye“ (1995) in einem türkischen Bad aneinander geraten, ist die Konfrontation eine Mischung aus sexueller Anmache und Kampf. Beide küssen sich, dann wieder beißt Onatopp Bond die Lippe blutig. 007 sagt danach sogar: „Schluss mit dem Vorspiel.“

Bond kommt später im Film ironisch auf Folter zu sprechen: „Tja, das ist das Problem von heute. Keiner will sich mehr Zeit für ein richtig finsteres Verhör nehmen. Eine verloren gegangene Kunst.“403 Zur Gewaltanwendung kommt es in diesem Film nicht, dafür aber in „Der Morgen stirbt nie“ (1997): Elliot Carver will Bond und Wai Lin dem Folterknecht Stamper überlassen:

Carver: „Mr. Stamper ist Schüler des verstorbenen Mr. Kaufman, der ihn die alte Kunst der Chakra-Folter gelehrt hat.“


Stamper: „Er war für mich wie ein Vater.“

Bond: „Wirklich? Psychologisch sehr interessant.“

Carver: „Nach der asiatischen Philosophie hat der Körper sieben Chakra-Punkte404 - Energiezentren, wie das Herz oder die Genitalien. Der Sinn dieser Instrumente ist es, diese Organe zu sondieren, größtmöglichen Schmerz zuzufügen und das Opfer gleichzeitig so lange wie möglich am Leben zu lassen.“ Wieder kommt es nicht zu brutalen Szenen, wie Carvers Beschreibungen befürchten lassen, Bond und Lin fliehen.405

Der antike Folterstuhl von Elektra King in „Die Welt ist nicht genug“ (1999), eine originalgetreue Nachbildung, erinnert an die Szene aus „Goldfinger“ (1964), als Bond auf Goldfingers Lasertisch festgebunden ist und der tödliche Laserstrahl zwischen seinen gespreizten Beinen nach oben wandert. Bei Elektra King, mit der 007 schon sexuelle Abenteuer erlebt hat, entwickelt sich die Szene anders. Bei der Strangulation meint Bond: „Ich bekomm' einen steifen...Hals.“ (Originalzitat: „One...last...screw.“ ).406 In der Tat ist bekannt, dass es bei einer Strangulation durch die Position, in der sich der Körper beim Todeszeitpunkt befindet und in der er verharrt, zur postmortalen Erektion kommen kann. Der Irrglaube, eine Erektion habe primär mit Strangulation zu tun, kommt daher, dass beide Faktoren oft zusammen auftreten, denn der Mann, der durch Erhängen gestorben ist und in der Todesposition verbleibt, hat durch den ausbleibenden Herzschlag keine gleichmäßige Blutverteilung im Körper. Die Erektion kommt durch einen Stau des abfließenden Blutes zustande. Das Blut sammelt sich an den am tiefsten liegenden Stellen des Körpers zuerst. Dort entstehen Ödeme und Schwellungen. Tiefer gelegene Körperteile wie die Füße füllen sich bis zu ihrer elastischen Belastungsgrenze mit Blut, danach staut sich das Blut die Beine aufwärts bis in die Hüften. Das Blut sammelt sich nun unter anderem im Penis, der in Folge des Bluteinstromes erigiert.

Elektra erfreut sich am Quälen und zeigt damit eine Störung der Sexualpräferenz, den Sadismus. In der Romanliteratur trifft dies auch auf Stamper zu. Er foltert Prostituierte bis zum Tode und filmt dies.407

In „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) wird die Verbindung zwischen Lust und Schmerz durch den Titelvorspann von Daniel Kleinman deutlich: Nichtvorhandene, geisterhafte Frauenhände erscheinen als Bond durch Hitze und Kälte quälende Dämonen. In Madonnas Titelsong „Die Another Day“ fällt der Name Siegmund Freud. Der Vater der Psychoanalyse sah in allem einen sexuellen Hintergrund. (Freud wurde schon in „GoldenEye“ (1995) erwähnt:

Bond: „And all so mad little Alec can settle a score with the world 50 years on.“

Trevelyan: „Please, James! Spare me the Freud.“)408

Aber noch immer können Bonds Leiden gesteigert werden. Im Film „Casino Royale“ (2006) peitscht Le Chiffre 007 die Hoden aus. Nachdem Bond seinen ersten Schlag eingesteckt hat, möchte er noch einen weiteren.

007: „Ich hab' so ein kleines Jucken da unten. Hätten Sie wohl die Güte?“ Le Chiffre schlägt zu.

Bond: „Nein, nein, weiter rechts, weiter rechts, weiter rechts.“

Le Chiffre: „Sie sind ein witziger Mann, Mr. Bond.“

Le Chiffre schlägt erneut zu.

Bond: „Ja, ja, ja (lacht) [mit Erregung vergleichbare Ausrufe]. Was ist, wenn die Welt erfährt, dass Sie gestorben sind, als Sie mir die Eier massiert haben?“

Diese Folterszene geht auf den ersten Bond-Roman Flemings zurück, in dem Le Chiffre Bond mit einem Teppichklopfer auf die Genitalien schlägt. Nachdem 007 seinen ersten Schlag erhalten hat:

„Bonds ganzer Körper zuckte in einem unfreiwilligen Krampf zusammen. Sein Gesicht verzog sich zu einem tonlosen Schrei, und seine Lippen gaben die Zähne frei. Gleichzeitig flog sein Kopf zurück, und an seinem Hals traten die kräftigen Muskeln hervor. Für einen Augenblick hatten sich sämtliche Muskeln seines Körpers zu Knoten zusammengezogen, und Zehen wie Finger krümmten sich, bis sie schneeweiß waren. Dann sackte der Körper in sich zusammen, und auf der ganzen Haut trat Schweiß aus. Er stöhnte zitternd.“

Im Verlauf der Folter denkt Bond: „Andere Männer des Service, die bei Deutschen und Japanern die Folterungen überlebt hatten, hatten erzählt, dass kurz vor dem Ende eine Zeit von Wärme und Mattigkeit kam, die zu einer Art sexuellem Zwielicht führten, in dem der Schmerz zu einer Wonne und die Angst vor den Peinigern zu einer masochistischen Verwirrung wurden.

Und er hatte gehört, dass es der letzte Beweis von Willensstärke war, diese Form der Trunkenheit nicht zu zeigen. Man nahm nämlich an, dass die Peiniger sonst den Gefolterten sofort umbrächten oder ihn so weit wieder zu sich kommen ließen, bis seine Nerven die andere Seite der Parabel409 wieder heruntergekrochen waren.“410

Die Folterszene in diesem Buch lässt Bond streckenweise wie jemanden erscheinen, der keinerlei menschliche Gefühle hat.411 So gelang es zu zeigen, wie Bond zu dem wurde, den wir in „Ein Quantum Trost“ (2008) sehen. In Bonds Leben sind Folter und Schmerzen an der Tagesordnung; und solange es Nachfolger von Goldfinger, Graves und Grant gibt, wird auch das Foltern ein Bestandteil der 007-Filme und -Romane bleiben. Guy Hamilton äußerte dazu: „Ein Bond ist immer nur so gut wie seine Schurken.“

10) Der tanzende Agent

Dreimal schwang James Bond in den Filmen das Tanzbein. In „Feuerball“ (1965) nicht ganz so professionell, dafür rettet es ihm zumindest einmal das Leben.

Nachdem Domino klar und deutlich gesagt hat, dass sie tanzen möchte, fordert er sie auf und beide tanzen langsam zum Lied „Café Martinique“. Domino meint, man könne Bond nicht mit Largo vergleichen: „Das fühle ich, wie Sie mich halten.“

Auf dem Soundtrack zum Film „Thunderball“ (1965) (der von Countrylegende Johnny Cash412 geschriebene Haupttitel wurde von den Filmproduzenten abgelehnt) findet man als Lied Nr. 8 John Barrys „Death of Fiona“. James Bond versucht, auf der Flucht vor seinen Feinden auf einer Party unterzutauchen, und fordert an der Bar eine Frau auf, mit der er mit recht abwesendem Gesichtsausdruck tanzt. Fiona Volpe entdeckt 007 und klatscht ab. Bond hat nun seine Gegnerin im Arm und versucht, der tödlichen Situation zu entkommen. Die Tanzschritte sind eher Nebensache. James Bond sieht eine Waffe, die durch einen Vorhang geschoben wird und die auf ihn zielt. Er passt den Moment exakt ab und wirbelt Fiona Volpe herum. Die Kugel, die ihm galt, trifft Volpe in die Wirbelsäule. Sie ist sofort tot. Bond bricht den Tanz ab und setzt seine leblose Partnerin an einen Tisch, an dem schon andere Partybesucher sitzen, und meint lässig: „Darf ich meine Freundin hier hinsetzen? Sie belästigt Sie nicht, sie ist nämlich tot.“

Nachdem die Choreographie in „Feuerball“ (1965) wirklich nicht erwähnenswert ist, da es nicht einmal eine festgelegte Schrittfolge gab, wurde für „Sag niemals nie“ (1983) eine einstudiert.

In dem „Feuerball“-Remake gewinnt James Bond gegen Maximilian Largo (Klaus Maria Brandauer) beim Spiel „Domination“ 267.000 Dollar und tauscht sie gegen einen Tanz mit Domino Petachi ein, der teuerste Tango der Filmgeschichte. Sean Connery und Kim Basinger lernten für die Filmaufnahmen tatsächlich Tango.

Während des Tanzes macht 007 Domino klar, dass Largo ein Schurke ist und ihren Bruder hat umbringen lassen. (Choreographie: Siehe unter „Tango to the Death“ im Anhang).

Die Tanzszene kam beim Kinopublikum sehr gut an, doch war dies bisher das letzte Mal, dass man James Bond tanzen sehen konnte.

Filmagent Harry Tasker, gespielt von Arnold Schwarzenegger, der sich im Bond-Ableger „True Lies“ mit dem Abschaum der Menschheit herumschlagen musste, zeigte ebenfalls, über welche tänzerischen Qualitäten ein Geheimagent im Einsatz verfügen kann. Tasker tanzt zur Ablenkung, genau wie Bond, einen Tango, auch wenn die Elemente darin eher auf Tango Argentino hindeuten. Es war bisher die beste Tanzszene in einem Agentenfilm und mit großer Wahrscheinlichkeit von Bonds Einlage in „Sag niemals nie“ (1983) inspiriert. Am Ende von „True Lies“ durfte Tasker noch einmal mit seiner Frau (Jamie Lee Curtis413) zum selben Lied tanzen, und Schwarzenegger macht hierbei eine erstaunlich gute Figur. Nach diesen beiden Filmen waren zahlreiche Tanzszenen in Bond-Parodien zu sehen. So tanzte Bill Murray414 in „Agent Null Null Nix“ („The Man Who Knew Too Little“) (1997) und Steve Carell415 als Maxwell Smart in „Get Smart“ (2008). Auch Leslie Nielsen416 tanzte in „Agent 00 - Mit der Lizenz zum Totlachen“ („Spy Hard“) (1996).

Für die Deutsche Meisterschaft im Kürtanzen im Jahre 2006 entwarf sich der amtierende deutsche Vizemeister Marcus Weiß417 eine James-Bond-Tanzkür. Zusammen mit seiner Tanzpartnerin und Lebensgefährtin Isabel Edvardsson418, die die erste Staffel der RTL-Show „Let's Dance“419 gewonnen hatte, hörte er alle Soundtracks der Filme und übertrug Oliver Wessel-Therhorn420 den Tonschnitt und das Mischen der Elemente für die Tanzchoreographie.

Wessel-Therhorn schuf eine Zusammenstellung aus dem James-Bond-Thema, „From Russia with Love“, „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“, „Let's go get 'EM“ aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974), dem Titelthema aus „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) und „Getting the Bullet“ aus „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974).

[no image in epub file]Isabel Edvardsson und Autor Danny Morgenstern bei der Skyfall-Premiere in Berlin; Foto © Martin Funke

Zu den verwendeten Textpassagen gehören das typische Zitat „Bond, James Bond“ ebenso wie „Licence to kill“, ein Dialog zwischen Mai Lei und James Bond aus dem Film „Goldfinger“ (1964), „I'll have to leave immediatley“ aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) sowie „Oh James.“ und „Well, almost immediately.“

Dieser Zusammenschnitt aus Musik, Text und Geräuschen, der 3 Minuten und 49 Sekunden dauert, wurde von Weiss und Edvardsson erfolgreich vertanzt. Sie gewannen damit 2006 die Deutsche Meisterschaft im Kürtanzen in der Braunschweiger Stadthalle.

Aber man kann mit 007 auch tänzerisch verlieren: Bei der ersten Ausgabe des Eurovision Dance Contest am 1. September 2007 in London erreichten Camilla Dallerup und Brendan Cole, die im Bereich Freestyle ein Medley vom „James Bond Theme“ (Moby) und den Song „Diamonds Are Forever“ (Shirley Bassey) vertanzten, mit 18 Punkten nur den 15. Platz von 16 teilnehmenden Ländern. Das Paar hatte bereits an allen Staffeln der Sendung „Strictly Come Dancing“ - dem englischen Vorläufer von „Let's Dance“ teilgenommen, sie starteten für Großbritannien.

Nicht nur Tänzer waren mit James-Bond-Musik erfolgreich: Der französische Eiskunstläufer Brian Joubert421 wurde in der Saison 2006/07 nicht nur mehrfach Erster bei den Grands Prix, sondern gewann auch den Europameister- und Weltmeistertitel. Jouberts Kurzprogramm war hier „James Bond: Die Another Day“.

Auch in Ian Flemings „Live and Let Die“ ist Tanz ein Thema. Nach einem Besuch im Restaurant „Ma Frazier's“ nehmen sich Bond und Leiter ein Taxi zum „Savoy Ballroom“.

„By the time they left the restaurant it was ten-thirty and the Avenue was almost deserted. They took a cab to the Savoy Ballroom, had a Scotch-and-soda, and watched the dancers.

„Most modern dances were invented here,“ said Leiter. „That's how good it is. The Lindy Hop, Truckin', the Susie Q, the Shag. All started on that floor. Every big American band you've ever heard of is proud that it once played here - Duke Ellington422, Louis Armstrong423, Cab Calloway424, Noble Sissle425, Fletcher Henderson426. It's the Mecca of jazz and jive427.'

They had a table near the rail round the huge floor. Bond was spellbound. He found many of the girls very beautiful. The music hammered its way into his pulse until he almost forgot what he was there for.“

In Raymond Bensons Buch „Countdown!“ steht das Wort „Tanz“ als Synonym für „Sex“. James Bond trifft in einem Nachtclub auf das Animiermädchen Sunni Pei: „Sie beugte sich zu ihm. „Und ich würde gern sehen, was Sie in der Hose haben, James“, flüsterte sie ihm ins Ohr.

Eine plumpe Aufforderung, für Frauen dieser Art typisch. Aber als sie es sagte, erregte es Bond aus irgendeinem Grund.“

Benson beschreibt den nun folgenden Striptanz:

„Rhythmische Musik dröhnte durch den Raum. Sunni Pei fing an, langsam und verführerisch vor Bond zu tanzen. (...) Ihre Bewegungen waren geschmeidig. Vielleicht hatte sie einmal Tanzunterricht gehabt.

(...) Sunni knöpfte ihren Cheongsam auf und zog ihn aus. Darunter trug sie nur einen schwarzen Büstenhalter aus Satin und einen dazu passenden Slip. In ihrem Nabel steckte ein kleiner, dünner Goldring. Sie streifte die Träger ihres Büstenhalters über die Schultern, öffnete ihn und warf ihn Bond in den Schoß. Sie lachte. Ihre Brüste waren so groß wie Äpfel, fest und schön geformt, die Brustwarzen hart. Sie genoss es, die Exhibitionistin zu spielen. Ein paar Takte später zog sie den schwarzen Slip herunter und hob eines ihrer langen Beine. Mit einer anmutigen Bewegung entledigte sie sich des Slips und kam dann auf Bond zu. Sie stellte sich mit gespreizten Beinen über seinen Schoß und beugte sich soweit vor, dass ihre Brüste nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt waren. Er konnte ihre Haut riechen428, die mit einem dünnen Schweißfilm überzogen war, und spürte das Verlangen, sie zu berühren.

(...) Er wollte sie haben, doch dies war weder der richtige Ort noch der richtige Zeitpunkt dafür. Aber er ließ zu, dass der „Tanz“ seine Wirkung entfaltete, und gab sich den Phantasien hin, die sie für ihn geplant hatte.

„(...) „Hat es Ihnen gefallen?“, fragte sie schließlich.

„Und wie“, antwortete er. „Danke.“

Sie streckte ihm ihre Hand entgegen. Er nahm sie und stand auf. „Gehen wir zurück? Oder möchten Sie noch einen Tanz?“

Bond lächelte. „Ein anderes Mal, Sunni.““

11) „Sie sind ein witziger Mann, Mr. Bond.“429 - der Humor in den James-Bond-Filmen.

Obwohl einem beim Stichwort „Humor“ sofort Roger Moores430 Darstellung des 007 einfällt, hat er lediglich etwas aufgegriffen und verstärkt, was schon bei Sean Connery in seinem ersten Film vorkommt.

Als Connery und Regisseur Terence Young das Drehbuch zu „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) durchgingen, stellten sie fest, dass es viele Gewalt und Sex-Szenen enthielt, und Young wollte den Film durch Humor entschärfen. Entsprechende Szenen wurden zwar nicht reduziert, aber durch Humor abgeschwächt.

Abgesehen davon ist die Gewalt bei 007-Filmen im Vergleich zu anderen Actionfilmen gering. Wenn man bei Gewaltszenen auf den ersten Blick glaubt, ein Protagonist sei ums Leben gekommen, wird man in den folgenden Bildern eines Besseren belehrt. In „GoldenEye“ (1995) überfährt Bond mit einem Panzer ein Polizeiauto und zermalmt es. Die nächsten Szenen zeigen einen unverletzten Polizisten, der sich aus dem Autowrack befreit. In „Casino Royale“ (2006) hat der Terrorist Carlos (Claudio Santamaria431) seinen Einsatzbefehl per SMS bekommen und rast mit einem gestohlenen Tankwagen auf einem Flughafen durch einen Gelenkbus mit Fahrgästen. Der Bus wird zerfetzt, doch Leichen sucht man vergeblich. Im Making-of ist zu sehen, dass der Bus voller Puppen ist. Cutter Stuart Baird432 ist dafür verantwortlich, dass wir keine Opfer sehen, auch wenn man sich bei den Dreharbeiten die Option offengehalten hat.

Das Entschärfen von Gewaltszenen gelang aber auch durch darauffolgende Dialoge oder „Oneliners“. Diese einprägsamen Einzeiler haben einen hohen Stellen- und Wiedererkennungswert.

Nicht immer spricht Bond433 mit einer Person, sondern sagt diese Zeilen am Ende einer bondigen Situation zu sich selbst - oder direkt dem Publikum.

Seine Kommentare wurden so berühmt und bezeichnend für ihn, dass sie Nachahmer fanden. Zu ihnen zählen u.a. Figuren wie John McClane in den „Stirb-Langsam“-Filmen434. Da auch er meist allein gegen die Schurken kämpft, schließt er eine hochbrisante, spannungsgeladene, mitunter brutale Situation mit einem Einzeiler ab. Besonders McClanes wiederkehrender Spruch, vergleichbar mit Bonds immer wiederkehrender Art und Weise sich vorzustellen, wenn er einen Schurken über die Klinge springen lässt, hat sich zu einem oft zitierten Satz in der Jugendsprache entwickelt: „Yippie-Ay-Yeah, Schweinebacke!“

Die humorvollen Texte bei Bond sollen brutale Szenen abschwächen und die Zuschauer belustigen, oft in Form eines „Oneliners“ (A), oder eine Person oder Situation im Film bloßstellen bzw. abwerten (B), oder - besonders in den Moore-Filmen - mit einer Doppeldeutigkeit (C), sexuellen Anspielung [auch Anmache] (D), oder einfach einem (Wort)Witz (E) bzw. Ironie (F), zum Teil auch nur optisch/akustisch (G) unterhalten. Verbindungen von Humorkomponenten (meist C und D) sind häufig, aber auch andere Kombinationen sind möglich. Beim Vergleich zwischen der deutschen Synchronversion und dem englischen Originaltext wird der Unterschied zwischen deutschem und englischem Humor deutlich. Manchmal gibt es nur in einer Version Humor.

Hier der Überblick über die humorigsten Momente in 007-Filmen:

„James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962):

A/E) Nachdem 007 mit einer Leiche auf der Rückbank seines Wagens vor einem Regierungsgebäude auf Jamaika gehalten hat, wendet er sich einem Wachposten zu.

Bond: „Sergeant, passen Sie auf, dass er sich nicht verdrückt.“

A/F) Als der Leichenwagen mit Bonds Verfolgern (den Three Blind Mice) über eine Klippe gestürzt ist, kommt ein Bauarbeiter mit 007 ins Gespräch. Bauarbeiter: „Wie ist das passiert?“

Bauarbeiter: „Wie ist das passiert?“

Bond: „Die hatten es eilig, zu ihrer eigenen Beerdigung zu kommen.“

D) Bei der ersten Begegnung zwischen Honey Rider und Bond: Honey Rider: „Suchen Sie Muscheln?“

Honey Rider: „Suchen Sie Muscheln?“

Bond: „Nein...hübsche Mädchen.“

„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)

D) Ein Mann fährt mit einer Gondel an Bond und Sylvia Trench vorbei und sagt zu seiner Frau: „Ich habe gesagt, dass das ein wundervoller Sport ist.“ Bond (bezieht die Aussage auf sein erotisches Picknick mit Sylvia Trench): „Ich bin ganz seiner Meinung.“

Bond (bezieht die Aussage auf sein erotisches Picknick mit Sylvia Trench): „Ich bin ganz seiner Meinung.“

Trench: „Ich finde nur, man sollte nicht so lange Pausen einlegen.“

A) Kerim Bay erschießt Krilencu, der durch einen geheimen Fluchtweg (durch den Mund einer auf einem Plakat abgebildeten Frau) aus einer Hauswand kommt.

Bond: „Sie hat wirklich einen hübschen Mund.“435

B) Grant nennt James Bond immer „Mein Lieber“ (im Roman „Alter Knabe“). Nachdem 007 Grant getötet hat, nimmt er ihm das Geld ab.

Bond: „Das werden Sie nicht mehr brauchen, mein Lieber.“436

F) Bond klemmt einem Schurken absichtlich die Arme unter einer Motorhaube ein.

Bond: „Verzeihung.“

„Goldfinger“ (1964):

War es in den ersten beiden James-Bond-Filmen mehr Mittel zum Zweck, brutale Szenen mit einem lustigen Satz abzuschließen, was für den eher sparsamen Einsatz von Humor sorgte, gab man Bond mit „Goldfinger“ eine neue Note. Sein Humor wurde zum Markenzeichen der Figur.

Ab diesem Film gibt es deutlich mehr Humor in den Bond-Filmen.

A) 007 tötet einen Killer, indem er einen Heizstrahler in die Badewanne wirft.437

Bond: „Widerlich, einfach widerlich.“438

D) James Bond liegt mit Jill Masterson auf dem Bett und küsst sie, als eine Radiodurchsage zu hören ist:

„Washington. Im Weißen Haus sagte der Präsident heute Nachmittag, dass er außerordentlich befriedigt sei.“

Bond: „Wie schön, der auch.“439

D) James Bond wird durch einen Telefonanruf unterbrochen, als er Jill Masterson küsst. Danach wendet er sich ihr wieder zu und bedauert: „Ach, jetzt ist er abgestanden.“

Jill Masterson: „Ach, der Wein.“

E/F) Bond zum Trinken von Wein:

„Mein liebes Kind, es gibt Dinge, die man einfach nicht tut. Man trinkt z.B. nie einen 53er Dom Perignon, wenn er eine Temperatur von über 8 Grad hat. Das wäre genau so, als ob man den Beatles ohne Ohrenschützer zuhören würde.“

D) Bond trifft auf Pussy Galore.

Bond: „Wer sind Sie?“

Galore: „Ich bin Pussy Galore.“

Bond: „Das muss ein Traum sein.“

B) Bond und Goldfinger treffen sich auf dessen Gestüt.

Goldfinger: „Hübsches Pferd, was?“

Bond: „Sicher von besserem Blut als sein Besitzer.“

B) 007 wird von Pussy Galore entwaffnet.

Pussy: „Geben Sie den Revolver her.“

Bond: „Ach so, ja. Sie meinen die Pistole.“

B) Goldfinger bietet Bond Paroli:

Bond: „Sie werden 60.000 Menschen sinnlos umbringen.“

Goldfinger: „Ach. Autofahrer bringen im Laufe von zwei Jahren genauso viele um.“440

B/C) Nachdem James Bond Oddjob durch einen Stromschlag getötet hat und Felix Leiter nach dessen Verbleib fragt:

„Wo ist sein Butler?“

Bond: „Der hat sich die Finger verbrannt.“441

B/C) Nachdem Goldfinger aus dem Fenster eines Flugzeugs gesaugt wurde:

Pussy Galore: „Was ist passiert? Wo ist Goldfinger?“

Bond: „Der spielt auf einer goldenen Harfe.“

„Feuerball“ (1965)

B/E) James Bond hat die vermeintliche Witwe von Colonel Boivard enttarnt: Es ist Boivard selbst. 007 verpasst dem Mann in Frauenkleidern einen Kinnhaken und kommentiert: „Mein lieber Colonel Boivard, Sie sollten keine Pfenning-Absätze tragen, bei Ihrem Plattfuß.“442

G) Nachdem 007 Boivard getötet hat, wirft er Tulpen über die Leiche.

G) Obwohl 007 Gefahr läuft, im Zimmer von Graf Lippe entdeckt zu werden, nimmt er sich noch eine Weintraube.

D) James Bond soll sich vor der Krankenschwester Patricia entkleiden.

Patricia: „Machen Sie sich frei, bitte.“

Bond: „Sehr gern. Wie wär's, wenn Sie ein bisschen mitmachen?“

B/E) James Bond sperrt Graf Lippe im Sitzbad ein und stellt die Temperatur auf Maximum ein.

Lippe: „He, was soll denn der Blödsinn?“

Bond: „Kochen Sie leise vor sich hin, ich sag dem Küchenchef Bescheid.“443 (Bond singt zusätzlich in der deutschen Version: „Schwitze Gräflein, schwitze schnell! Schwitzen macht die Äuglein hell.“444)

C/D) Bond verabschiedet sich von Patricia.

„Wir sehen uns wieder.“

Patricia: „Wann du willst und wo du willst.“

Bond: „Ich will eigentlich immer. Ich hab' nur so wenig Zeit.“

B/E/F) James Bond trifft in Moneypennys Büro ein.

Moneypenny: „Muss was vorgefallen sein. Alle europäischen Doppelnullagenten wurden herbeordert. Der Innenminister ebenfalls.“

Bond: „Wahrscheinlich ist Frau Minister der Hund entlaufen.“

D) 007 will mehr über Domino herausfinden.

„Was treiben Sie denn sonst noch? Und wo?“

C/D) Bond zu seiner Kollegin Paula, die mit einem Motorboot liegengeblieben ist.

„Es macht Ihnen doch nichts aus, sich abschleppen zu lassen?“

D) 007 und Domino bei ihrem ersten Treffen.

Bond: „Wie charmant Sie nein sagen können, Domino...“

Domino: „Woher wissen Sie das? Woher wissen Sie, dass meine Freunde mich Domino nennen?“

Bond: „Das steht auf Ihrem Fußkettchen.“

Domino: „So? Sie haben erstaunlich scharfe Augen.“

Bond: „Warten Sie, bis Sie meine Zähne spüren.“

E) 007 hat Largo im Kartenspiel geschlagen und lädt Domino zu einem Drink ein.

Domino: „Es wird furchtbar werden, wenn seine Pechsträhne anhält.“

Bond: „Ich habe das Gefühl, heute Nacht hält sie an.“

E) James Bond wird von Fiona Volpe im Auto mitgenommen. Sie fährt sehr schnell.

„Fliegen Sie immer so tief?“445

D/E) Largo und 007 fachsimpeln über Largos Gewehr.

Bond: „Schönes Gewehr. Passt eigentlich mehr zu einer Frau.“

Largo: „Verstehen Sie etwas von Waffen, Mr. Bond?“

Bond: „Nein. Aber etwas von Frauen.“

D) James Bond trifft Volpe, die in der Badewanne liegt.

Volpe: „Sind Sie nicht im falschen Zimmer, Mr. Bond?“

Bond: „Soweit ich das von hier überblicken kann, nicht.“

D/G) Volpe bittet um das Badetuch. James Bond gibt ihr aber nur ihre Schuhe.

B) Volpe stellt Bond als Verlierer bloß.

Volpe: „Welch harter Schlag für Sie, diesmal versagt zu haben.“

Bond: „Tja, Berufsrisiko.“

B/F) Zur Tarnung greift sich der angeschossene Bond im „Kiss Kiss Club“446 eine Frau und tanzt mit ihr.

Frau: „Sie sind ja gar nicht fröhlich.“

Bond: „Dafür sind's die anderen umso mehr.“

A) 007 dreht Volpe beim Tanzen genau in dem Moment herum, als eine für ihn bestimmte Kugel abgefeuert wird. Volpe wird tödlich getroffen, und Bond setzt die Leiche an einen Tisch, an dem andere Gäste des Clubs sitzen.

Bond: „Darf ich mal meine Freundin hierhersetzen? Sie belästigt Sie nicht, sie ist nämlich tot.“447

D) Domino hat sich den Stachel eines Seeigels eingetreten und Bond saugt ihn heraus.

Bond: „Ich habe noch nie eine Frau angeknabbert, aber es schmeckt nicht schlecht.“

A) 007 schießt eine Harpune ab und spießt den Schurken Vargas damit an einen Baum.

Bond: „Einer weniger von den Strolchen.“448

E) Kurz bevor Largo Bond erschießen kann, tötet Domino ihn von hinten mit einer Harpune.

Domino: „Ich bin froh, dass er tot ist.“

Bond: „Das war höchste Zeit.“449

E) James Bond will, dass Kutz (George Pravda) von der Disco Volante aus ins Meer springt.

Kutz: „Aber ich kann nicht schwimmen.“

Bond: „Dann lernen Sie's.“

„Man lebt nur zweimal“ (1967)

D/E) Moneypenny teilt James Bond ein Kennwort mit, das er zur Kontaktbestätigung in Japan nennen soll.

Moneypenny: „Wir haben uns etwas ausgedacht, was deinen verwöhnten Ansprüchen genügt: „Ich liebe dich“. Wiederhole, damit ich weiß, dass du's verstanden hast.“

Bond: „Nicht nötig, Penny, das kann ich singen.“

E) Mit einem Elektromagneten an einem Helikopter wird ein Verfolgerfahrzeug von der Straße gehoben und ins Meer fallen gelassen. Bond beobachtet die Aktion am Monitor.

Tiger Tanaka: „Na, wie gefällt Ihnen unser Abschleppdienst?“

Bond: „Nicht von mir, aber ganz nett.“450

D/F) James Bond verführt Helga Brandt.

Bond: „Alles für England.“451

[no image in epub file]Etwas in die Jahre gekommen - Little Nellie aus „Man lebt nur zweimal“ (1967)

B) Nachdem 007 beim Erkundungsflug in „Little Nellie“ von vier Helikoptern angegriffen wurde und diese abgeschossen hat452:

Bond: „Nellie wurde von vier ausgewachsenen Luftlümmeln belästigt. Aber wir haben uns wacker gehalten. Sie hat ihre Ehre mit großem Erfolg verteidigt. Ich komme jetzt zum Tee.“453

E) Tiger Tanaka führt Bond seine Baby-Raketen in Zigaretten vor.

Tanaka: „Rauchen Sie Raketen und Sie leben länger.“

Bond: „Sie waren mal Redakteur beim Werbefernsehen, was?“

F) 007 erfährt, dass er zur Tarnung ein ihm unbekanntes Mädchen heiraten soll.

Bond: „Ist sie wenigstens hübsch?“

Tanaka: „Sie hat ein hübsches Pfannkuchengesicht.“454

Bond: „Ein Scheißplan.“

D) Als James Bond seine Tarnung als Japaner erhält, wird der Farbton seiner Haut durch Auftragen einer Flüssigkeit verändert. Die Frauen nehmen das seinen Körper bedeckende Handtuch ab. Bond sieht an sich hinunter.

Bond: „Oh, und alles andere wollen Sie weiß lassen?“455

D) Aki: „Der Tiger hat gesagt, du musst jetzt alles, was du auch machst, auf japanische Art tun.

Bond: „Wirklich alles? Das kommt mir sehr entgegen.“

A) James Bond kämpft mit Hans und wirft den Schurken schließlich in Blofelds Piranhabecken.

Bond: „Bon appétit.“456

„Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969)

A/E) George Lazenby als 007 stellt fest, dass Sean Connery wohl eine andere Art Bond war.

„Das wär' dem anderen nie passiert.“457

E) James Bond bekommt in einem Hotel das Fürstenappartement.

Bond: „Das hat mir der Arzt verschrieben.“458

D) James Bond und Tracy di Vicenzo im Gespräch.

Tracy: „Auf Nummer sicher geht, wer am Leben bleiben will.“

Bond: „Bitte bleiben Sie am Leben. Wenigstens für heut Nacht.“

B/E) Bond schlägt einen von Dracos Männern in Tracys Hotelzimmer nieder.

Bond: „Rowdy. Na, viel Spaß beim Aufräumen.“459

C/D) James Bond nimmt sich etwas Kaviar.

„Mm, Beluga, das hebt... die Stimmung.“460

D) Zwei von Dracos Männern holen James Bond aus dem Hotel ab.

Bond: „Ja, machen wir n' flotten Dreier.“461

B) Einer der Männer hält Bond ein Messer an den Bauch.

Bond: „Nicht kitzeln.“462

E) Tracy ist James Bond gegenüber absolut abweisend.

Draco: „Sie mag Sie, das sehe ich gleich.“

Bond: „Geben Sie mir mal die Adresse von Ihrem Augenarzt.“

G) 007 nimmt sich aus der Anwaltskanzlei Gumbold das Centerfold aus einem Playboy mit.

D) Vor dem Helikopterflug mit Irma Bunt.

Bunt: „Vergessen Sie nicht, Ihre Pfeife auszuklopfen.“

Bond: „Das sind ja vielleicht Angebote.“463

C/D) Ruby Bartlett malt 007 mit einem Lippenstift ihre Zimmernummer an die innere Seite seines Oberschenkels. Irma Bunt merkt, dass Bond gestutzt hat.

Bunt: „Was ist denn? Ist Ihnen nicht wohl, Sir Hilary?“

Bond (zu Bunt): „Nur eine kleine Versteifung.“464

Bond (zu Ruby): „Einen einprägsamen Lippenstift haben Sie.“

D) Bond denkt noch an den Sex mit Ruby, da taucht schon Nancy hinter ihm auf.

Bond: „Das war vielleicht 'ne wilde Maus.“

Nancy: „Bin ich die wilde Maus?“

Bond: „Das muss ich erst ausprobieren.“

E) Bond lässt sich am Bett von Ruby nieder, doch stellt er mitten im Satz fest, dass Irma Bunt darin liegt.

Bond: „Hat dir die alte Kuh wenigstens gesagt, wann? ...Das „alt“ war natürlich nicht so gemeint.“465

B/F/E) Nachdem Bond einen Wachmann Blofelds ohnmächtig geschlagen hat:

„Aber nicht die Bescherung verschlafen. Na dann, frohes Fest.“466

E) Nachdem James Bond eine gefährliche Bobverfolgungsjagd mit Blofeld hinter sich hat, kommt ein Lawinenhund und legt sich zu ihm in den Schnee.

Bond: „Grüß Gott, Herr Landarzt.467 (...) Geh und besorg mir'n doppelten Cognac.“468

„Diamantenfieber“ (1971):

D/C) Um zu erfahren, wo sich Blofeld befindet, reißt Bond Marie (Denise Perrier469) das Bikinioberteil herunter und würgt sie damit.

Marie: „Kann ich irgendetwas für Sie tun?“

Bond: „Ja, ich glaube schon, dass Sie irgendetwas für mich tun können, aber erst wollen wir mal ein bisschen auspacken.“470

E) Blofeld entdeckt Bond, der sich mit einem Wasserschlauch den Arm abwäscht.

Blofeld: „Sie hätten Bademeister werden sollen, 007.“471

A/C) James Bond lässt den vermeintlichen Blofeld in kochendem Schlamm versinken:

„Fahr zur Hölle, Blofeld.“472

D) Bond und Sir Donald Mungar im Gespräch.

Mungar: „Wie ich höre, hatten Sie sich einen kleinen Urlaub gegönnt. Sie haben sich gut erholt, hoffe ich.“

Bond: „Erholt ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber ich bin sehr befriedigt.“473

E/F) Nachdem sich Bond wieder einmal als Besserwisser474 gezeigt hat, fragt Mungar ihn: „Eine Frage, Commander, da Sie auf allen Gebieten so beschlagen sind, welche Kenntnisse haben Sie denn in Bezug auf Diamanten?“

Bond: „Die härteste vorkommende Substanz, schneidet Glas, reizt das weibliche Geschlecht und hat, wie mir scheint, den Hund als besten Freund der Frau abgelöst.“475

E) Tiffany Case erklärt, warum sie Tiffany heißt.

Case: „Ich wurde bei Tiffany geboren, im ersten Stock, meine Mutter war gerade dabei, sich einen Trauring auszusuchen.“

Bond: „Na, da können Sie ja von Glück sagen, dass es nicht bei Woolworth war.“476

D) Tiffany Case trägt über ihrem BH ein halboffenes, durchsichtiges Oberteil.

Bond: „Ein hübsches kleines Nichts, das Sie da beinahe anhaben! Gefällt mir.“

D) Case will sich anziehen.

Bond: „Oh, bitte nicht, nicht meinetwegen.“

D) Case kommt, nachdem sie zuerst eine blonde und dann eine braune Perücke getragen hat, mit roten Haaren ins Zimmer zu Bond.477

Bond: „Aus Rothaarigen mache ich mir nichts, sie sind immer gleich so wild.“

F) Nach dem Kampf mit Peter Franks (Joe Robinson478) zieht James Bond dessen Leiche in Cases Wohnung.

Case: „Ist er tot?“

Bond: „Na, das will ich doch hoffen.“

E) Tiffany Case zieht Bonds Playboy-Club-Ausweis aus Franks Jackett, den 007 dort hineingesteckt hat.

Case: „Na so was. Sie haben James Bond umgebracht.“

Bond: „Was? Der war das? Na sieh mal einer an, man lebt also doch zweimal.“479

C/E) James Bond hat die Diamanten in der Leiche von Peter Franks versteckt. Felix Leiter (Norman Burton480) fragt, nachdem er den Leichnam abgetastet hat, wo genau sie sind.

Bond: „Im Magen-Darm-Trakt, Dr. Leiter“481

F) James Bond wird von Kidd und Wint in einen Sarg verfrachtet und soll eingeäschert werden. Kurz bevor es zu spät ist, öffnet Shady Tree (Leonard Barr482) den Sarg und rettet 007.

Bond: „Nein, nein, kein Wort mehr! Sie sind Petrus.“

D) James Bond trifft am Spieltisch die üppig ausgestattete Penny O'Toole (Lana Wood483).

Penny: „Ich heiße Penny.“

Bond: „Na, die Auslage ist mehr wert.“

Penny: „Penny O'Toole.“

Bond: „Oh, du irisches Milchgeschäft.“484

D) Nachdem beide am Spieltisch gespielt haben, will Penny den weiteren Abend mit Bond verbringen.

Penny: „Sagen Sie, wollen wir nicht noch irgendwo einen zur Brust nehmen?“

Bond: „Zur Brust nehmen?“

C/D) Nachdem drei Männer Penny O'Toole aus Bonds Hotelzimmerfenster in den Pool geworfen haben, findet 007 Tiffany Case in seinem Bett vor.

Case: „Schade um Ihre Schaubusenbesitzerin, da ist Ihnen viel aus der Hand geglitten.“

Bond: „Oh, wissen Sie, die Menge ist dabei nicht immer entscheidend.“

Case: „Wollen wir vorher noch etwas plaudern?“

Bond: „Vorher? Bitte. Eigentlich ungern, aber weil Sie es sind.“

D) Case bietet Bond nach dem Sex an, ihm bei seinen Problemen mit den Diamanten zu helfen.

Bond: „Na, dann kann ich ja von Glück sagen, dass ich auf dich gestoßen bin.“

C/D) Im Bett sind Bond und Case sich über die Vorgehensweise einig geworden:

Case: „Oh, Peter, ich hab' das Gefühl, dass das der Auftakt für eine besonders tiefe Verbindung ist.“

Bond: „Das fühle ich auch gerade.“

C/D) James Bond versucht, Case zu beruhigen und lehnt sich im Bett über sie.

Bond: „Reg' dich nicht auf, Schatz, ich stehe über den Dingen.“485

E) James Bond erwacht in einer Pipeline tief unter der Erde. Neben ihm sitzt eine Ratte. Bond, der mit dem Parfüm eines Killers in Berührung gekommen ist, wundert sich über den Geruch und spricht die Ratte an.

„Einer von uns stinkt nach Nutten-Parfüm. Im Zweifelsfall ich, entschuldige, alter Knabe.“486

B/E) Bond entkommt aus der Pipeline, als zwei Arbeiter einen Revisionsschacht öffnen.

Bond: „Danke, sehr freundlich. Ich bin mit meiner kleinen Ratte Gassi gewesen, da ist mir das dumme Ding doch weggelaufen. Wo ist sie denn?“487

E) James Bond trifft auf Klopfer (Trina Parks) und Bambi (Lola Larson).

Klopfer: „...und ich heiße Klopfer. Können wir irgendwas für Sie tun?“

Bond: „Klopfer? Ui, da kann ich ja bei Gelegenheit mal auf den Busch klopfen.“488 (...)

Klopfer: „Bist du Dompteur? Wo hast du denn deine Peitsche?“489

D/E) Bonds Kopf ist zwischen Bambis Oberschenkeln eingeklemmt.

„Mami, hier bleib' ich.“490 (...) „Der Dschungel ruft.“

E/F) James Bond kommt auf außergewöhnliche Weise an Blofelds Versteck, einer Ölbohrinsel, an.

Bond: „Ah, guten Morgen, meine Herren, ich bin Inspektor für Umweltschutz. Wir säubern die Welt, und hier bei Ihnen wollen wir beginnen.“491

A/D) Mr. Wint und Mr. Kidd erscheinen als Kellner getarnt in der Kabine von Bond und Tiffany an Bord der „Queen Elizabeth“. Bond klemmt eine Zeitbombe zwischen Wints Beine, wirft ihn über Bord und sieht zu, wie er in der Luft explodiert.

Bond: „Den Hund hat's mit eingeklemmten Schwanz zerrissen.“492

„Leben und sterben lassen“ (1973):

B/E/F) „M“ klärt 007 über den Tod dreier Kollegen auf:

„In den letzten 24 Stunden sind drei unserer Agenten getötet worden. Dawes in New York, Hamilton in New Orleans und Baines in der Karibik.“

Bond: „Der arme Baines. Wir haben uns immer sehr gut verstanden. Wir hatten sogar denselben Schneider.“493

D) James Bond kauft zur Tarnung in einem Voodoo-Shop eine Stoffschlange.

„Könnten Sie es in Geschenkpapier einpacken? Äh, der Länge nach, bitte nicht den Schwanz einklemmen.“494

E) Nachdem Tee Hee James Bonds Walther PPK verbogen hat und lachend weggeht, sagt Bond: „Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder.“495

B) James Bond und Mr. Big begegnen sich:

Bond: „Da scheint ein Irrtum vorzuliegen. Mein Name ist...“

Big: „Namen sind was für Grabsteine, Baby.“

C/E) James Bond unterhält sich über einen Transmitter im Zigarettenanzünder des Autos mit Felix Leiter.

Bond: „Ein echtes Felix-Feuerzeug. Für Nichtraucher.“496

B/F) Rosie Carver (Gloria Hendry497) benutzt Bonds Badezimmer, sieht die von Bond getötete Schlange und schreit.

Bond: „Ah, ja. Die Schlange. Ich vergaß. Ich hätte Ihnen sagen sollen, dass wir hier mit Haustieren zu rechnen haben.“498

F) James Bond, der sich als Fluglehrer ausgegeben hat, lässt die verstörte Flugschülerin Mrs. Bell (Ruth Kempf) in einem zerstörten Flugzeug zurück.

Bond: „Morgen wieder um dieselbe Zeit, Mrs. Bell?“

B) Tee Hee versucht, mit seiner Armprothese umständlich James Bond die Armbanduhr abzunehmen.

Bond: „Nicht mit der Kneifzange.“499

A/B/F) Tee Hee zeigt James Bond die Krokodile auf einer Farm.

„Ah! Das ist der „alte Albert“. (...) Ich hab' mal mit ihm spielen wollen, da hat er mir den Arm abgebissen.“500

Bond: „Bravo, Albert.“

Tee Hee: „Die fressen alles. Sogar sich selber. Und dann halten sie wieder ein ganzes Jahr durch, ohne zu fressen.“

Bond: „Ja, darauf hatte ich eigentlich gehofft.“

G) 007 trägt in der Szene, in der er an die Krokodile verfüttert werden soll, Schuhe aus Krokodilleder.501

G) Nachdem sich Bond mit den Schurken eine wilde Bootsverfolgungsjagd mit Höchstgeschwindigkeit geliefert hat, kommt er gemächlich an einem Schild mit der Aufschrift: „Make Boating a fun sport. 3 M.P.H. Please.“ vorbei.

Und Bond hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

B/F) James Bond trifft in einer Höhle Dr. Kananga und befindet sich in der Falle.

Kananga: „Worauf wollen wir trinken, Mr. Bond?“

Bond: „Vielleicht auf ein Erdbeben?“

B/F) James Bond muss Whisper, nachdem dieser Drinks serviert hat, seine Waffe übergeben.

Bond: „Der Rest ist für Sie.“

C) Kananga fummelt an einer Pressluftpatrone herum.

Bond: „Mr. Kananga, ziehen Sie nicht den Stift raus. Hier ist die Luft schon dick genug.“

B/F) Kananga ritzt James Bond an mehreren Stellen den Arm auf.

Bond: „Vielleicht sollten Sie es mit einer simplen Vene probieren.“

A/B) James Bond hat Kananga eine Pressluftpatrone in den Mund gesteckt, so dass dieser sich aufbläht und explodiert.

Solitaire: „Wo ist Kananga?“

Bond: „Der war schon immer ein ziemlich aufgeblasener Kerl.“502

A) James Bond hat Tee Hee aus einem fahrenden Zug geworfen und dessen Armprothese baumelt noch am Fenster.

Solitaire: „James, was ist denn das?“

Bond: „Der Arm von dem Armleuchter.“503

„Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974):

F) 007 erfährt von „M“, dass Scaramanga den Auftrag hat, ihn zu töten.

Bond: „Wer sollte für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen?“

„M“: „Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider... Die Liste ist endlos.“504

D) Dauerflirt zwischen Bond und Moneypenny.

Bond: „Moneypenny, Sie sind besser als ein Computer.“

Moneypenny: „In mancher Beziehung auf jeden Fall, aber Sie machen ja keinen Gebrauch davon.“

E) James Bond hat eine goldene Patrone von Scaramanga verschluckt und will sie schnellstmöglich auf natürlichem Wege zurückerhalten.

Taxifahrer: „Taxi. Zum Hotel, Mister?“

Bond: „Nein, zur nächsten Apotheke.“

F) Waffenexperte Colthorpe (James Cossins505) klärt 007 in „Qs“ Labor über die Patrone auf, die James Bonds Verdauungsapparat einmal durchlaufen hat.

Colthorpe: „Solche Dum-Dum-Geschosse mit abgeflachter Spitze reißen riesige Wunden in den Körper. Ganz heimtückisch.“

Bond: „Sicher haben Sie recht.“

F) James Bond beobachtet Andrea Anders unter der Dusche. Als sie herauskommt, richtet sie eine Waffe auf ihn.

Bond: „Eine Wasserpistole?“

F) Bond öffnet eine Zigarettenschachtel, in der sich die goldenen Patronen von Scaramanga befinden.

„Deshalb ist die Warnung auf den Zigarettenschachteln vorgeschrieben. Die Dinger sind ja tatsächlich lebensgefährlich.“

F) James Bond will von Anders wissen, woran er Scaramanga erkennen kann.

Anders: „Schlank, hochgewachsen und dunkelhaarig.“

Bond: „Das ist meine Tante auch.“

D) Im Pool von Hai Fat (Richard Loo506) trifft 007 eine nackte Schwimmerin (Françoise Therry).

„Guten Morgen. Wie ist das Wasser?“

Hasch Misch: „Warum kommen Sie nicht rein, dann wissen Sie's.“

Bond: „Das klingt sehr verlockend, Miss...äh.“

Hasch Misch: „Hasch Misch.“507

Bond: „Mmh, gern.“508

D) Bond verabschiedet sich im Hotel von Mary Goodnight, will aber wiederkommen.

Goodnight: „Ich werde den Wein hübsch kühl halten.“

Bond: „Und alles andere warm, will ich hoffen.“

E) Den Wortwitz, den 007 in Hips Auto macht, gibt es nur in der deutschen Synchronversion.

Hip: „Ich hoffe, es stört Sie nicht, wenn ich meine Nichten ein Stück mitnehme?“

Bond: „Aber mitnichten.“

D/F) James Bond trifft ein zweites Mal auf Andrea Anders. Sie ist diesmal bekleidet.

Bond: „Mrs. Anders. In einem Kleid hätte ich Sie beinahe nicht wiedererkannt.“509

D) James Bond klärt Scaramanga auf, dass er kein Körperteil mit dem flüssigem Helium in Berührung kommen lassen sollte.

„Ich an Ihrer Stelle würde weder meinen Finger noch irgendwas Ähnliches da hineinstecken.“

E/F) Schnick Schnack will Bond ermutigen, Scaramanga zu töten.

Schnick Schnack: „Monsieur, schießen Sie gut.“

Bond: „Ich hab' noch nie einen Zwerg getötet, aber irgendwann ist immer das erste Mal.“

A) Nachdem 007 Scaramanga erschossen hat:

Goodnight: „Wo ist er?“

Bond: „Der ist über seine eigene Schlauheit gestolpert.“510

„Der Spion, der mich liebte“ (1977)511:

Seit der Etablierung in „Goldfinger“ (1964), erfuhr der Humor bei Roger Moores drittem Einsatz noch eine Steigerung.

D) Als James Bond mit einer hübschen Frau (Sue Vanner) auf einem Bärenfell vor einem Kamin seinen Spaß hat, bekommt er über seine Armbanduhr eine Textbotschaft. Er steht auf und eilt davon.

Frau: „Was ist passiert? Wo willst du hin?“

Bond: „Es ist gerade was gekommen.“512

B/C) Nach einer rasanten Skiverfolgungsjagd trifft Bond auf einer Marinebasis ein.

„Q“: „Na, wie ist es gelaufen?“

Bond: „Oh, ein ständiges Auf und Ab.“

C/D) James Bond trifft auf seinen alten Schulfreund Hosein (Edward de Souza513), der nun als Scheich von zahlreichen hübschen Frauen umgeben ist, die ihm seine Wünsche erfüllen.

Hosein: „Ich habe mich gefragt, was du wohl treiben würdest, nach unserer Zeit in Cambridge.“

Bond: „Also, was du danach treiben würdest, war mir schon klar.“

C/D) James Bond bekommt von Hosein eine Ägypterin zum Zeitvertreib in der Nacht angeboten.

Bond: „Wenn man schon Ägypten besucht, sollte man auch versuchen, in seine Geheimnisse einzudringen.“514

C/D) Felicca (Olga Bisera515) versucht, James Bond zu verführen.

Bond: „Das kommt zwar überraschend, aber für Süßes lass ich alles stehen.“516

A) Der Schurke Sandor fällt nach dem Kampf gegen 007 von einem Hausdach und bleibt tot auf der Straße liegen.517

Bond: „Ein hoffnungsloser Fall.“518

C) Anya Amasova hat zugesehen, wie 007 mit Iwan (Chris Webb) und Boris (Bob Simmons) gekämpft hat, während im Hintergrund die Licht- und Musikshow „Son et lumière“ läuft.

Bond: „Ich hoffe, die Vorführung hat Ihnen gefallen.“

G) Max Kalba (Vernon Dobtcheff519) wird in einer Telefonzelle von Beißer getötet. Bond findet die Leiche und legt ein Schild darauf: „Out of Order“.

E) Bond und Amasova sprechen über Max Kalba.

Amasova: „Kalba wurde ans Telefon gerufen. Was ist passiert?“

Bond: „Er wurde durch einen Anruf abberufen.“520

A/B/E) Bond und Beißer kämpfen an einem maroden Baugerüst. Beißer schlägt versehentlich einen Stützbalken um und wird unter dem einstürzenden Gerüst begraben.

Bond: „Auf Holz klopfen bringt eben Glück.“521

B) James Bond und Anya Amasova wollen mit dem Auto vor Beißer flüchten. 007, als sie sich verschaltet:

„Schaltet man so in Russland?“522

Als sie noch immer keinen Gang findet:

„Rückwärts wäre eine echte Alternative.“523

Als Beißer den Wagen hinten festhält:

„Wollen Sie lieber, dass ich fahre?“

Als Amasova mit dem Wagen gegen die Wand fährt:

„Frau am Steuer.“

C) Nachdem Amasova Beißer mit dem Wagen an der Wand eingequetscht hat, sagt sie:

„Geschüttelt, wie Ihr Martini.“524

F) Bond spricht Amasova darauf an, von ihr gerettet worden zu sein:

„Schließlich haben Sie mir das Leben gerettet.“

Amasova: „Wir alle machen Fehler, Mr. Bond.“

C) Der Wagen von Bond und Amasova bleibt in der Wüste stehen, und sie entdeckt auf den ersten Blick, woran es liegt:

„Die Zylinderkopfdichtung ist hin.“

Bond: „Hut ab.“525

B/C) 007 erscheint in Moneypennys Büro, nachdem er in der Nacht davor von Amasova betäubt worden war.

Moneypenny: „Muss das aber ne' Party gewesen sein.“

Bond: „Lähmend, Moneypenny. Ich bin dabei eingeschlafen.“

C) Bond und Amasova gehen durch „Qs“ Werkstatt. Sie sehen einen Sitz, aus dem eine spitze Klinge schnellt, die sich in das Hinterteil des darauf Sitzenden bohren würde.

Bond: „Untergrundmethoden.“526

A/C) Nach einem Angriff Beißers auf Bond und Amasova:

Amasova: „Was ist denn passiert?“

Bond: „Ach nichts, er kam bloß auf einen kleinen Happen vorbei.“527

D) Bond sieht die mit einem Bikini bekleidete Naomi in ein schnelles Boot steigen.

Bond: „Ungeheuer schnittig. Das Boot natürlich.“528

B/E) James Bond und Anya Amasova werden von einem Motorrad mit Beiwagen verfolgt. Bond sprengt einen Geflügeltransporter, der Motorradfahrer rast durch die umherwirbelnden Überreste von LKW und Ladung, kommt federübersät von der Straße ab und stürzt in eine Schlucht.

Bond: „Mmh, ich glaube, der ist falsch abgebogen.“529

G) 007 taucht mit dem Lotus an einem Strand aus dem Wasser auf und wirft einen kleinen Fisch aus dem Fahrerfenster.530

C) Die Empfangsdame des Hotels kommt aufreizend an Bonds Zimmertür und will ihm eine Nachricht übergeben.

Empfangsdame: „Ich habe etwas für Sie.“

Bond: „So, was haben Sie denn für mich?“

Sie gibt ihm einen Zettel.

Bond: „Ach so.“531

E) James Bond will den Sprengkopf aus einer Nuklearrakete ausbauen. Sollte er einen Fehler machen, würde er damit eine Explosion auslösen und sich und seine Verbündeten töten.

Carter (Shane Rimmer532): „Sie wissen doch hoffentlich, was Sie da machen?“

Bond: „Na ja, alles macht man irgendwann zum ersten Mal.“

[no image in epub file]Shane Rimmer war Captain Carter

C/E) Stromberg will James Bond durch eine Falltür im Fahrstuhl in ein Haifischbecken stürzen lassen. Bond hat die Falle durchschaut und steht sicher auf dem schmalen Rand des Liftbodens.

Bond: „Eine bodenlose Gemeinheit.“533

B/C/F) Bond gelingt es, Beißer mit einem Elektromagneten an den Zähnen hochzuheben.

Bond: „Sie hängen wohl sehr an Ihrem Job?“534

E) Bond schaltet den Elektromagneten ab und Beißer stürzt ins Haifischbecken.

Bond: „Ahai!“535

D) James Bond und Anya Amasova werden nach erfolgreicher Mission von ihren Vorgesetzten beim Sex in Strombergs Rettungskapsel gesehen.

Frederick Gray: „Bond, was machen Sie denn da?“

Bond: „Ich versuche, die Zusammenarbeit zu vertiefen.“536

„Moonraker - streng geheim“ (1979):

Ab diesem Film kritisieren Experten das Abdriften in den Slapstick-Bereich537, was u.a. durch mehr optische (G) Gags deutlich wird.

Besonders fällt die zunehmende verbale Schlagfertigkeit des Bond-Girls Holly Goodhead auf; eine Idee von Drehbuchautor Christopher Wood.

C/D/B) 007 befindet sich an Bord eines kleinen Privatflugzeugs, und während dieses steigt, streichelt James Bond das Bein der Stewardess (Leila Shenna), die er verführen will, immer weiter aufwärts.

Stewardess: „Noch etwas höher, Mr. Bond, und mein Trommelfell platzt.“

Bond: „Ich glaube, ich werde nie wieder mit jemand anderem fliegen.“

Stewardess (richtet eine Waffe auf den Agenten): „Sie haben ja so recht, Mr. Bond.“

Der Pilot (Jean-Pierre Castaldi538) kommt mit einem Fallschirm aus dem Cockpit.

Pilot: „Hier werden wir Sie verlassen, Mr. Bond.“

Bond: „Etwas verfrüht, finden Sie nicht?“539

G) Als Beißer die Reißleine seines Fallschirms ziehen will, reißt sie ab. Er versucht, durch Schlagen mit den Armen zu fliegen.

E/F/G) James Bond bekommt in „Ms“ Büro von „Q“ eine Handgelenkspistole. Er trifft versehentlich mit einem Pfeil ein Gemälde, auf dem ein Pferd zu sehen ist.

Bond: „Sehr einfallsreich, „Q“. Die müssen zu Weihnachten noch in die Spielwarengeschäfte.“540

D) James Bond steigt zu der hübschen Corinne Dufour (Corinne Cléry541) in den Helikopter.

Dufour: „Willkommen in Kalifornien, Mr. Bond.“

Bond: „Mir gefällt's jetzt schon.“

E) 007 ist von Hugo Drax' Imperium beeindruckt:

„Dass er den Eiffelturm nicht gekauft hat, wundert mich.“

Dufour: „Das hat er, aber die französische Regierung hat die Ausfuhrgenehmigung verweigert.“

D) Dufour zeigt 007 die Teilnehmerinnen an dem von Drax finanzierten Astronautentraining.

Bond: „Er scheint ein geübtes Auge für gute Anlagen zu haben.“

B) James Bond und Holly Goodhead treffen sich zum ersten Mal.

Bond: „Ich suche Dr. Goodhead.“

Goodhead: „Sie haben sie gefunden.“

Bond: „Eine Frau demnach.“

Goodhead: „Ihre Beobachtungsgabe spricht für Sie, Mr. Bond.“

B/E) James Bond wird von Goodhead überredet, die Zentrifuge auszuprobieren.

Goodhead: „Ein 70-jähriger verträgt 3g.“542

Bond: „Tja, das Dumme ist nur, dass ein 70-jähriger nie zur Hand ist, wenn man ihn braucht.“543

E/F) Hugo Drax versucht, Bond zur Fasanenjagd zu überreden.

Drax: „Schade, dass Sie uns verlassen, das ist so ein hübscher Sport.“

Bond: „Außer, man ist ein Fasan.“544

(Bond nimmt sich ein Gewehr, erschießt jedoch keinen Fasan, sondern einen Heckenschützen, den Drax auf ihn angesetzt hat.)

Drax (mit Blick auf den Fasan): „Daneben geschossen, Mr. Bond.“

Bond: „Tatsächlich? Wie Sie schon sagten: So ein hübscher Sport.“545

D) James Bond betritt in Venedig den Laden Venini Glas und wird von einer schönen Empfangsdame (Irka Bochenkon; andere Quellen: Irka Bochenko) begrüßt.546

Empfangsdame: „Kann ich vielleicht irgendetwas für Sie tun?“

Bond: „Ich bin versucht, sofort ja zu sagen, aber es ist besser, wenn ich mich erst mal umsehe.“

G) Ein Venezianer (siehe: Cameos) beginnt zu husten, als er einen Sarg in einem Kanal treiben sieht.

G) Bond fährt mit der Bondola durch eine andere Gondel hindurch und zerteilt sie. Ein darin sitzendes, sich küssendes Liebespaar bekommt davon nichts mit. Als Bond mit der Bondola über den Markus-Platz rast, gießt ein Kellner einem Gast das Getränk über den Kopf, Bond fährt eine Staffelei eines Straßenkünstlers um und dessen Pinsel malt ins Leere u.v.m.

G) Bei einer handfesten Auseinandersetzung zwischen James Bond und Chang in einem Glasmuseum gehen alle Vitrinen inklusive der gläsernen Kostbarkeiten zu Bruch. Lediglich die kleine Glasphiole mit tödlichem Inhalt in Bonds Hemdtasche bleibt unbeschädigt.

A/F) James Bond stößt Chang aus dem oberen Stockwerk eines Uhrenturms. Chang bleibt beim Aufprall in einem Klavier stecken, die Musik verstummt.

Bond: „Spiel's noch einmal, Sam.“

C/E/G) In Holly Goodheads Hotelzimmer stößt Bond auf mehrere Gegenstände, die zur CIA-Standardausrüstung gehören, z.B. eine vergiftete Kugelschreibermine.

Bond: „Der möchte ich heute Abend nicht näher kommen.“547,

ein Tagebuch mit herausschießendem Giftpfeil:

„Ein Tagebuch. Ein sehr scharfes Tagebuch.“548,

ein Parfümzerstäuber, der sich als Flammenwerfer entpuppt:

„Ein überwältigender Duft.“549

[no image in epub file]Venini 2008 - Noch immer am Markusplatz in Venedig

B/E) Ein tuntiger Hotelmanager überreicht 007 den Schlüssel zu seiner Hotelsuite.

Hotelmanager: „Die Präsidentensuite.“

Bond: „Ach wirklich? Ich dachte, es wär 'ne Sozialwohnung. Wenn ich verloren gehe, können Sie ein Taxi nehmen.“550

G) Da Beißer immer sein Gebiss zeigt, entblößt auch 007 die Zähne und lächelt ihn an.

E) Die Seilbahngondel am Zuckerhut mit James Bond und Holly Goodhead darin kommt plötzlich zum Stehen.

Goodhead: „Was ist denn los?“

Bond: „Keine Ahnung. Vielleicht streiken die Seilbahnwärter.“551

E) Beißer kommt auf Holly und James Bond zu.552

Bond: „Hätt' ich mir eigentlich denken können.“

Goodhead: „Kennst du den Mann?“

Bond: „Nicht gesellschaftlich. Er heißt Beißer, und so benimmt er sich auch.“553

C/E) James Bond und Holly Goodhead sind bei einer Seilbahnkatastrophe nur knapp dem Tod entronnen und liegen am Boden.

Goodhead: „Irgendwas gebrochen?“

Bond: „Nur das Herz meines Schneiders.“

C/E) Bond und Goodhead küssen sich leidenschaftlich, als Sanitäter auf der Bildfläche erscheinen.

Bond: „Danke, die Mund-zu-Mund-Beatmung hat schon geholfen.“554

G) Eine Krankentrage mit einem Schurken darauf rollt eine steile Straße herunter und bleibt in einem Plakat für „British Airways“ genau zwischen den Lippen der abgebildeten Person stecken. Der Slogan lautet: „We'll take more care of you.“

G) Als Beißer versucht, sein auf einen Wasserfall zurasendes Motorboot zu wenden, bricht er das Lenkrad ab und stürzt ungebremst in die Tiefe.

E) Nachdem James Bond mit einem Python gekämpft und diesen getötet hat, ist Drax enttäuscht.

Drax: „Warum haben Sie den Flirt mit meiner Lieblings-Python so abrupt abgebrochen?“

Bond: „Ich hatte das Gefühl, sie würde mich erdrücken aus Liebe.“ 555

G) Als James Bond Beißer zwischen die Beine tritt, erklingt ein metallenes Geräusch.

A) Die letzte Konfrontation zwischen 007 und Drax: Bond schießt Drax einen Blausäurepfeil ins Herz.

Bond: „Das Herz bricht mir, Mr. Drax.“

C/E/F) Bond lässt den sterbenden Drax in eine Luftschleuse wanken und befördert ihn ins Weltall.

Bond: „Darf ich bitten. Das ist nur ein kleiner Schritt für Sie, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“

Holly Goodhead: „Wo ist Drax?“

Bond: „Er...er musste mal raus.“556

D) Kurz vor dem Eintauchen des Raumschiffs in die Erdatmosphäre bekommt die NASA das Live-Bild von Bond und Goodhead, das direkt ins Weiße Haus und in den Buckingham Palast übertragen wird. Es zeigt 007 und Goodhead beim Geschlechtsverkehr.

Frederick Gray (Verteidigungsminister): „Mein Gott, was macht Bond denn da?“

„Q“: „Ich hab' das Gefühl, er versucht, wieder einzutauchen, Sir.“557

[„M“: „Nicht zu fassen.“

„Q“: „Das ist ein ganz normaler Vorgang, Sir.“

„M“: „Aber doch nicht auf dem Bildschirm, so was.“]558

„In tödlicher Mission“ (1981):

Mit der Entwicklung zum ernsteren, bodenständigeren Bond-Film wird auch der Humor reduziert, obwohl zur Figur, neu geprägt durch Roger Moore, Humor gehörte. Moore bemängelte, er vermisse in „In tödlicher Mission“ den Humor seiner früheren Bond-Filme.

E/C) James Bond wird mit dem im Rollstuhl sitzenden Blofeld konfrontiert. Bond spießt den Rollstuhl mit einer Kufe seines Helikopters auf und fliegt mit Blofeld über ein Industriegebiet. Blofeld versucht, sein Leben zu retten: „Ich mache Ihnen ein Angebot. Ich schenke Ihnen mein Haus in der Bond Street, wenn Sie mir mein Leben schenken. Bitte!“

Bond (tätschelt die Glatze Blofelds): „Ganz ruhig, behalten Sie einen klaren Kopf.“

Blofeld: „Mr. Bond, setzen Sie mich ab.“

Bond (der mit dem Helikopter über einem Schornstein kreist): „Oh, Sie wollen abgesetzt werden?“ Daraufhin lässt 007 den Rollstuhl mit Blofeld in den Schornstein fallen.559

G) Als jemand (Bob Simmons) versucht, Bonds Lotus Esprit zu knacken, explodiert das Fahrzeug. Bond und Melina Havelock müssen mit einem 2CV (Ente) fliehen.560

F) Bond gibt Melina Havelock Anweisungen, wohin sie die Ente fahren soll.

Bond: „Fahr'n Sie rechts runter.“

Der Wagen fährt über ein Hindernis und kippt aufs Dach.

Bond: „Nicht so weit runter.“

[no image in epub file]007 wertet jedes Auto auf. Ente wie in „In tödlicher Mission“ (1981)

E/F) Bond fährt mit der Ente querfeldein einen Abhang hinunter.

Bond: „Ich liebe es, durchs Land zu fahren, Sie auch?“

E) In „Qs“ Werkstatt bekommt Bond einen Regenschirm vorgeführt, der tödliche Spitzen ausfährt, wenn er nass wird. Beim Zusammenklappen werden sie in den Hals des Trägers gerammt.

Bond: „Ich stech' im Regen.“561

G) „Q“ benutzt den Identigraphen. Dabei lässt er der zu identifizierenden Person auf dem Monitor aus Versehen eine Banane als Nase erscheinen, und auch die Lippen werden durch eine falsche Eingabe des Waffenmeisters überdimensional groß.562

A) James Bond kämpft mit einem Motorradfahrer, der im Verlauf seines Angriffs in das Schaufenster eines Blumenladens stürzt und dabei zu Tode kommt. Die Blumenverkäuferin (Robbin Young) erkennt Bond und will ihm die Lilien aushändigen, die er zuvor bestellt hat. Bond drückt ihr Geld in die Hand.

Bond: „Schicken Sie sie zur Beerdigung.“

D/F) James Bond wird in seinem Hotelzimmer von der für ihn viel zu jungen Bibi Dahl erwartet, die plant, mit ihm zu schlafen. Bond lehnt ab.

Bibi Dahl: „Gefalle ich Ihnen nicht, Mr. Bond?“

Bond: „Gefallen...Ich finde Sie bezaubernd, Bibi, aber Onkel Ari hätte das nicht besonders gern, glaube ich.“

Bibi Dahl: „Ach was? Der denkt doch, ich wäre noch Jungfrau.“

Bond: „Ich dachte Löwe. Ziehen Sie jetzt Ihre Sachen an, dann kaufe ich Ihnen ein Eis zur Abkühlung.“563

D/F) Bibi Dahl überwältigt Bond und drückt ihm einen Kuss auf.

Bond: „Müssen Sie denn nicht mal Luft holen?“

Bibi Dahl: „Das Training ist doch zu etwas gut: Ich hab' mich unter Kontrolle.“

Bond: „Ja, aber ich gleich nicht mehr.“564

G) 007 kämpft auf einer Schlittschuhbahn gegen drei Eishockeyspieler. Er schafft es, alle drei zu besiegen und sie nacheinander in ein Eishockeytor zu schleudern. Die Punktetafel zeigt für jeden Körper im Tor einen Punkt an.

E) James Bond hat sich mit Gräfin Lisa von Sahm (Cassandra Harris565) vergnügt. Sie haben es sich vor einem Kaminfeuer gemütlich gemacht und von Sahm stolpert über ein Kissen.

Lisa von Sahm: „Hups! Ich bin beinahe ausjeglitten.“ (in Berliner Dialekt)

Bond: „In der Sprache auf jeden Fall. Berlin?“

Lisa von Sahm: „Nicht weit davon. Breslau.“566

A) James Bond lässt den Wagen des Schurken Emile Leopold Locque einen Abhang hinunterstürzen; der Killer wird aus dem Autofenster geschleudert und stirbt.

Bond: „Er war schon vorher sehr runtergekommen.“567

A/F) Als James Bond und Melina Havelock in das Schiffswrack der St. Georges tauchen, schwimmt plötzlich ein Hai an ihnen vorbei, ohne sie zur Kenntnis zu nehmen.

Bond: „Er hatte anscheinend schon gegessen.“568

E) Margaret Thatcher569 (Janet Brown570) glaubt, sie telefoniere mit James Bond, in Wirklichkeit aber hat Bond seine Sprechfunkarmbanduhr in den Futternapf eines Papageis571 gelegt, der Thatchers Worte wiederholt und sie glauben lässt, ein Gespräch sei zustande gekommen. [James Bond traf schon auf zahlreiche real existierende Personen wie z.B. Margaret Thatcher in „In tödlicher Mission“ (1981) oder Gunther von Hagens, Helmut Kohl572, Ronald Reagan573, George Bush574 und Michael Gorbatschow575.]

„Octopussy“ (1983)

Schon nach einem Film kippte der Plan, Bonds Humor und damit den Grundton des Films zu ändern. „Octopussy“ bietet mit Tarzan-Einlagen zusammen mit „Moonraker - streng geheim“ die Slapstick-Höhepunkte der Serie.

E/G) James Bond landet mit einem Düsenjet an einer normalen Tankstelle. Bond (zum Tankwart [David Grahame]): „Vollmachen bitte.“

G) Der indische Kontaktmann Vijay spielt auf einer Flöte das James-Bond-Thema.

Bond: „Eine hübsche Melodie.“576

D) Als Bond an der Rezeption seines Hotels in Indien eincheckt, steht neben ihm eine hübsche Frau im Bikini.

Rezeptzionist: „Ich hoffe, es gefällt Ihnen bei uns.“

Bond: „Davon bin ich überzeugt.“

D) James Bond trifft in Indien Magda, die er schon einmal in London gesehen hat, und er erkennt sie.

Magda: „Sie haben ein fabelhaftes Personengedächtnis.“

Bond: „Auch für Figuren.“

E) James Bond und Vijay flüchten in einer Motorrikscha vor Gobinda (Kabir Bedi577) und seinen Schergen. Vijay rast mehrere Steintreppen hinunter. Fahrzeug und Insassen werden durchgerüttelt.

Bond: „Nehmen Sie die Rolltreppe. Das könnte ihn abschütteln.“578

G) Ein Schurke springt in die Rikscha. Vijay versucht, die anderen Gegner mit einem Tennisschläger in Schach zu halten. Die Passanten wenden die Köpfe wie Zuschauer bei einem Tennisspiel hin und her. Ein Verkehrspolizist sitzt erhöht, ähnlich einem Schiedsrichter beim Tennis.579

C) Ein Killer versucht, Bond zu erstechen. Der überlebt, weil er ein Bündel Geldscheine - gewonnen von Kamal Khan beim Backgammon - in der Innentasche seines Jacketts hat.

Bond: „Gut, dass ich gewonnen habe.“580

G) Bond wirft das Geld in die Schale eines indischen Bettlers.

G) Bei der Flucht vor seinen Gegnern läuft James Bond wie ein Fakir über glühende Kohlen.

A/C/G) James Bond schleudert einen seiner Feinde bei einem Kampf auf das Nagelbett eines indischen Fakirs.

Bond: „Schlaf gut.“

Fakir: „Was machen fremder Mann in mein Bett?“581

C/G) Um eine Waffe zu haben, zieht James Bond einem Schwertschlucker sein Schwert aus dem Hals. Nachdem er damit einen Angreifer besiegt hat, gibt er es zurück.

Bond: „Ich wünsche Ihnen weiterhin guten Appetit.“582

D) In „Qs“ Labor in Indien misslingt ein „indischer Seiltrick“. Das ausfahrbare Seil knickt ab, der Mann fällt herunter.

Bond zu „Q“: „Haben Sie Probleme damit, dass es stehen bleibt?“583

E) In „Qs“ Werkstatt wird ein Gipsdummy durch eine Tür zerschmettert.

Bond: „Überraschend.“584

E) „Q“ demonstriert einen Füller, in dem sich eine Mischung aus Nitrit und Salzsäure befindet.

Bond: „Damit kann man die giftigsten Briefe schreiben.“585

D/G) James Bond filmt das Dekolleté einer Mitarbeiterin in „Qs“ Abteilung. Ihr Busen ist auf einem Monitor zu sehen.

Bond: „Eine bestechend scharfe Bildwiedergabe.“586

E/F) Magda will James Bond überreden, Kamal Khan das Fabergé-Ei zurückzugeben.

Magda: „Er schlägt Ihnen einen Tausch vor: Das Ei gegen Ihr Leben.“

Bond: „Ich weiß, dass die Preise für Eier gestiegen sind, aber ist das nicht etwas sehr hoch?“

D) Magda und Bond liegen im Bett und trinken Champagner.

Magda: „Ich könnte noch einen Schuss brauchen.“

Bond (stutzt): „...ach, das meinst du.“ (er greift zum Champagner - die Flasche ist fast leer) „Ich lasse noch was kommen.“587

B/G) James Bond bekommt einen gefüllten Schafskopf zum Dinner serviert. Gobinda beobachtet ihn permanent, und 007 blickt zwischen den Augen des Schafskopfs und Gobindas hin und her.

Bond: „Eigenartig. Wenn mich jemand so anstarrt, verliere ich meinen Appetit.“

C/E) Bei einer Großwildjagd, bei der es Kamal Khan auf 007 abgesehen hat, läuft Bond direkt auf einen Tiger zu.588

Bond: „Du gehörst in den Tank.“589

E) Als Bond im indischen Dschungel liegt, kriecht eine Schlange über seine Waden.

Bond: „Zisch ab.“590

G) James Bond schwingt sich mit einem Tarzan-Schrei von Liane zu Liane.

E) James Bond kann Khan entkommen und gelangt an Bord eines Touristenschiffes.

Touristin: „Sind Sie auch Tourist?“

Bond: „Nein, Madame, ich bin zum Vergnügen hier.“591

C) „Q“ und James Bond sind in einem Heißluftballon unterwegs.

Bond: „Ich hoffe, Sie können mit dem Ding umgehen, Q?“

„Q“: „Ich probiere es mal.“

Bond: „Sehr vertrauenerweckend.“592

G) 007 rutscht ein Treppengeländer herunter und kann im letzten Moment den Knauf am Ende mit einer Maschinenpistole abschießen, bevor er sich die Hoden quetscht.

D) Nur im englischen Original kommt es kurz vor Filmschluss zu folgender Anspielung: Bond und Octopussy befinden sich unter Deck auf ihrer Barkasse, die rudernden Mädchen auf Deck werden angetrieben: „In. Out. In. Out.“ Im Hintergrund hört man Küsse und Octopussys Stöhnen.

„Sag niemals nie“ (1983):

B/F) „M“ wirft 007 seine ungezügelte Lebensweise vor.

„M“: „Ich rede von den vielen Giften, die Ihren Körper und Ihren Verstand zerstören. Sie essen zu viel rohes Fleisch, zu viel Weißbrot und Sie trinken zu viele trockene Martinis.“

Bond: „Dann werde ich das Weißbrot weglassen, Sir.“

F) Im Sanatorium Shrublands bittet eine Krankenschwester 007 um eine Urinprobe. Sie steht am anderen Ende des Raumes.

Krankenschwester: „Mr. Bond, ich brauche eine Urinprobe von Ihnen. Könnten Sie mir diesen Becher vollmachen?“

Bond: „Von hier aus?“

D) James Bond trifft die für ihn zuständige Krankenschwester Mrs. Fearing (Prunella Gee593) auf dem Flur.

„Ach so, Sie sind Mr. Bond. Sie sind bei mir in etwa einer halben Stunde dran.“

Bond: „In Ihrem Zimmer, oder besser bei mir?“

D) Fearing tastet James Bonds untere Wirbelsäule ab.

Bond: „Es gibt wohltuendere Therapien für den unteren Körperbereich eines Mannes.“

F) Der behandelnde Arzt findet 007 blass.

Arzt: „Ein Kräutereinlauf wird Sie wieder auf den Damm bringen.“

Bond: „Klingt ja köstlich.“594

G) 007 tötet einen Angreifer, indem er ihm seine Urinprobe ins Gesicht schüttet. Der Angreifer stürzt rücklings in ein Regal und spießt sich an den Gefäßen darin auf. Der Becher wird gezeigt: „Specimen James Bond“.

F) Bond versucht, „M“ die Situation mit dem Angreifer zu erklären.

„Ein Mann versuchte, mich umzubringen, Sir.“

„M“: „So? Er hat Sie wohl dabei erwischt, wie Sie seine Frau verführten.“

C/F) „Q“ alias Algernan (Alec McCowen595) führt 007 einen Füller mit Union-Jack-Emblem596 vor, der kleine explosive Raketengeschosse abfeuern kann.

Bond: „Mit dem Füller kann man endgültige Verträge unterzeichnen.“597

F/G) „Q“ übergibt Bond eine neue Uhr mit eingebautem Laser. Bonds alte Uhr wirft er einfach zu Boden.

„Q“: „Sie sieht zwar aus wie eine Uhr, ist aber eine Laserkanone und geht auf die Sekunde genau.“

Bond: „Aber für wie lange?“

„Q“: „Jedenfalls solange Sie leben.“

[„Q“: „Rolex...pff.“]598

D/F) „Q“ weiß 007 sehr gut einzuschätzen.

„Q“: „Na, jetzt sind Sie ja wieder da. Ich hoffe, da tut sich auch auf dem sexuellen Sektor wieder was.“

Bond: „Um ehrlich zu sein, die Hoffnung hege ich auch.“599

D) James Bond trifft am Hafen von Nassau eine gut aussehende Anglerin (Valerie Leon600).

Bond: „Was wollen Sie denn an Land ziehen?“

Anglerin: „Etwas, das ungefähr 1,90 groß ist, 190 Pfund wiegt und braune Augen hat.“

C/D) Fatima Blush (Barbara Carrera601) kommt von einer Wasserskirampe und läuft dem an einer Bar stehenden 007 direkt in die Arme.

Fatima Blush: „Oh! Wie ungeschickt von mir! Ich hab' Sie ganz nass gemacht.“

Bond: „Ja, aber mein Martini ist trocken geblieben. Mein Name ist James.“

Fatima Blush: „Hallo, James, ich bin Fatima Blush.“

Bond: „Sie laufen sehr gut Wasserski.“

Fatima Blush: „Es gibt viele Dinge, die ich sehr gut mache.“

Bond: „Das glaube ich aufs Wort.“

Fatima Blush: „Was führt Sie denn nach Nassau, James?“

Bond: „Ich will fischen.“

Fatima Blush: „Wonach?“

Bond: „Nach allem, was ich kriegen kann.“

D) Fatima Blush hält für 007 einen passenden Taucheranzug bereit. Bond zieht sich aus, um ihn anzuprobieren.

Bond: „Sie sind ja erstaunlich gut ausgerüstet.“

Fatima Blush: „Danke, James. Sie aber auch.“

G) Bond wird durch einen Telefonanruf beim Sex gestört. Als er keine Lust mehr auf das Gespräch hat, steckt er den Hörer in einen Sektkühler.

D) Bond begibt sich in einen Schönheitssalon, um sich Domino Petachi zu nähern.

Bond: „Werden Herren hier auch verarztet?“

Angestellte: „Aber natürlich. Das kommt immer auf den Herrn an.“602

C/D) Bond gibt sich als Masseur aus und beginnt, Domino Petachi zu behandeln.

Bond: „Tja... hätten Sie es gern recht hart, oder darf es etwas sanfter sein?“ Domino Petachi: „Hart, bitte.“

D) Bond massiert Domino und fährt dabei mit seinen Händen mehrfach über ihre Pobacken.

Domino Petachi: „Wenn Sie wüssten, wie gut das tut.“

Bond (flüstert): „Ja, in der Tat.“

B/E) Bond verpasst dem Türsteher von Largos Wohltätigkeitsveranstaltung einen Schlag in die Weichteile. Als er den Mann durch die Empfangshalle führt, um ihn aus dem Weg zu schaffen, kommen Bond andere Gäste entgegen, die sich über das schmerzverzerrte Gesicht des Türstehers wundern.

Bond: „Den Fisch essen Sie besser nicht.“

E) Bond drückt einem Türsteher von Largo etwas in die Hand, um ihn „auszuschalten“.

Bond: „Diese kleine Bombe hier hat in sich einen winzigen Kreiselkompass. Bei der geringsten Bewegung seitwärts Ihrerseits könnte man Sie hinterher im Eierbecher servieren.“

G) Bond hat dem Türsteher die Waffe abgenommen und steckt sie in einen Sektkühler.

G) 007 holt die Kreiselkompassbombe wieder beim Türsteher ab, der sich aus Angst zu explodieren, längere Zeit nicht bewegt hat. Es stellt sich heraus, dass es eine Schachtel ist, in der Bond seine Zigarren aufbewahrt.

B) Fatima Blush bedroht Bond mit einer Waffe.

Fatima Blush: „Es war doch das größte Vergnügen deines Lebens, mit mir zu schlafen.“

Bond: „Ich möchte mal so sagen, es...ähh war da noch eine Kleine in Philadelphia...“

Fatima Blush: „Halt die Schnauze!“

A) Bond schießt eine Mini-Rakete aus „Qs“ noch nicht ausgereiftem Füller auf Fatima Blush ab. Sie explodiert erst mit einer ungeplanten Verzögerung, so dass Bond fast von Blush erschossen werden kann. Von Blush bleiben nur noch die Schuhe stehen, der Körper ist nach der Explosion der Rakete pulverisiert.

Bond: „So ganz ausgereift ist er noch nicht.“

B) James Bond bittet um Ausrüstung von der CIA, um damit von einem U-Boot ans Festland zu gelangen.

Bond: „Commander Pederson (Billy J. Mitchell603), sind Sie zufällig schon mit den neuen XT-7Bs ausgerüstet?“

Pederson: „Das ist Top Secret, Sir. Woher wissen Sie was davon?“

Bond: „Ich hab's in der russischen Übersetzung unserer Bedienungsanweisung gelesen.“

Pederson: „Oh, Entschuldigung, Sir.“

E) Nigel Small-Fawcett wird von „M“ geschickt, um 007 zu überreden, im britischen Geheimdienst zu bleiben.

Small-Fawcett: „„M“ sagt, wenn Sie nicht bei der Familie bleiben, fürchtet er um die Sicherheit der freien zivilisierten Welt.“

Bond: „Nein, nie wieder.“

Domino Petachi: „Niemals?“

Es erklingt das Lied: „Never, never say never again...“604

„Im Angesicht des Todes“ (1985):

G) Bond surft mit der Kufe eines Schneemobiles über einen Eis-See, dazu wird „California Girls“ von den Beach Boys gespielt. Bonds Verfolger auf Skiern gehen im Wasser unter.

C/D) Bond trifft nach einer wilden Ski-Verfolgungsjagd im Eisberg-U-Boot Kimberley Jones (Mary Stavin605).

Kimberley Jones: „Ich dachte, Sie kommen gar nicht mehr.“

Bond: „Es war sehr viel Verkehr auf der Piste.“606

C/E) Nach einer holprigen Skiverfolgungsjagd zieht Bond eine Flasche Wodka aus seinem Schneeanzug.

Bond: „Wodka, liebevoll geschüttelt...“607

E) James Bond sieht May Day zum ersten Mal. Sie trägt eine Kopfbedeckung, die an den Seiten bis zum Boden reicht.608

Bond: „Wer ist das unter dem Hut mit dem Kleid?“

A/C) Achille Aubergine (Jean Rougerie609) wird von May Day mit einem vergifteten Schmetterlingsimitat getötet. Der Schmetterling bleibt in der Wange Aubergines hängen, und der Mann kippt vornüber in seinen Suppenteller.

Bond: „In seiner Suppe ist eine Fliege.“

[no image in epub file]Ungewolltes Cabrio - Der Renault 11 aus „Im Angesicht des Todes“ (1985)

G) Bei der Verfolgung eines Fallschirms610 wird Bonds Auto mehr und mehr zerlegt. Mit einem halben dachlosen Renault hält er auf einer Brücke.

E) Bond springt auf ein unter der Brücke durchfahrendes Schiff, auf dem eine Hochzeit stattfindet, und landet in der Hochzeitstorte. Er übergibt der Braut einen Klumpen Torte.

Bond: „Herzlichen Glückwunsch.“

A) Bei einem Kampf, den Bond und Godfrey Tibbett (Patrick Macnee611) mit zwei Schurken in der Mikrochip-Fabrik Zorins austragen, lässt Bond die Angreifer auf ein Förderband fallen. Beide Körper werden von Maschinen in Kisten verpackt.

Tibbett: „Ich war wohl keine große Hilfe.“

Bond: „Das macht nichts, ich hab' sie allein verpackt.“612

C) Zorin lässt einen seiner Handelspartner, der aus einer Unternehmung herausgehalten werden möchte, aus seinem Zeppelin613 fallen.

Zorin: „Noch jemand, der aussteigen möchte?“

E) James Bond muss sich im Haus von Stacey Sutton gegen mehrere Angreifer wehren und benutzt dabei ihr Gewehr. Als die „erschossenen“ Männer wieder aufstehen, wundert sich 007.

Bond: „Womit ist denn das geladen?“

Stacey Sutton: „Mit Steinsalz.“

Bond: „Wie delikat.“614

G) Während des Kampfes versucht Bond um jeden Preis, die Vase heil zu lassen, die Stacey Sutton von ihrem Großvater geerbt hat. Schließlich nimmt sie sie und zerschlägt sie auf dem Kopf eines Angreifers.

D) James Bond will das Telefon von Stacey Sutton wieder in Betrieb nehmen. Stacey Sutton: „Der Anschlusskasten ist gleich neben meinem Schlafzimmerfenster.“615

Bond: „Da werde ich ihn bestimmt finden.“

G) Als 007 mit Stacey Sutton eine Feuerwehrleiter hinunterklettert, eine Stufe verfehlt und fast abstürzt, fällt einem Obdachlosen, der das Ganze von der Straße aus beobachtet, seine Weinflasche aus der Hand.

C/E/F) Bei einer Verfolgungsjagd gelingt es Bond durch ein geschicktes Manöver, die ihn verfolgenden Polizeifahrzeuge durch ein vorbeifahrendes Cable Car616 zu blockieren.

Bond: „Jetzt sind sie auf dem falschen Gleis.“617

E/F) Auf dem Gelände von Zorins Mine fällt Stacey Sutton auf, weil sie Stöckelschuhe trägt.

Bond: „Gleichberechtigung. Sie hat die Hosen an. Meine sind nur noch Verkleidung.“618

D) Versteckt, auf Dynamitsäcken sitzend, lassen sich 007 und Stacey Sutton in Zorins Mine transportieren.

Stacey Sutton: „Wissen Sie, worauf ich sitze?“ (Sie zeigt Bond das Dynamit und damit ihren Hintern.)

Bond: „Fragt sich, was explosiver ist.“619

G) Ein Angler sitzt plötzlich auf dem Trockenen, weil Zorin eine unterirdische Explosion ausgelöst hat und daraufhin der See über ihm in eine Mine gelaufen ist.

[no image in epub file]

Gefahr für James Bonds Hoden - Die Transamerican Pyramid ist ein Wahrzeichen von San Francisco

G) Zorin fährt mit seinem Zeppelin, unter dem James Bond an einem Tau hängt, über die Transamerican Pyramid620, und Bond schlägt die Antenne des Gebäudes zwischen die Beine.621 Auf der Straße geschieht durch die abgelenkten Passanten ein Verkehrsunfall, in den ein Polizist verwickelt ist, der Bond kennt. Sein anderes Fahrzeug war bei einer Verfolgungsjagd mit 007 zerstört worden.

E) Nachdem James Bond Zorin von der Spitze der Golden Gate Bridge hat fallen lassen, stehen er und Stacy Sutton oben auf der Brücke und blicken auf die Fahrbahn hinab.

Bond: „Wenn du'n Taxi brauchst, ist nie eins da.“

D) James Bond und Stacey Sutton stehen gemeinsam unter der Dusche.

Bond: „Die Seife ist mir runtergefallen.“

Stacey Sutton: „Ich hab sie.“

Bond: „Das ist nicht die Seife.“

C/D/E) „Q“ beobachtet Bond und Stacey Sutton mit einem Überwachungsgerät unter der Dusche. „M“ will wissen, wie es Bond geht und was er tut.

„Q“: „007 lebt. Er hat noch ein paar Kleinigkeiten zu bereinigen.“

„Der Hauch des Todes“ (1987):

An den Sprüchen, die in diesem Film in Action-Szenen fallen, merkt man, dass das Drehbuch noch für Roger Moore geschrieben wurde.

B) Saunders verschanzt sich hinter Paragraphen und gibt keine Geheimnisse über die Befreiungsaktion von Koskov preis. 007 revanchiert sich.

Saunders: „Wo bringen Sie ihn hin? Wie wollen Sie ihn rausbekommen?“

Bond: „Tut mir leid. Absatz 26, Paragraf 5: Nur für Berechtigte.“

G) In „Qs“ Werkstatt sind wieder zahlreiche Erfindungen zu sehen, die das Publikum belustigen. „Q“ stößt sich den Kopf.

Bond (hinterher): „Vorsicht, Ihr Kopf.“

G) Bond soll pfeifen, nachdem „Q“ ihn gebeten hat, eine Gasmaske aufzusetzen.

G) In „Qs“ Werkstatt steht ein Sofa, dessen Sitzfläche durch eine Rollbewegung den darauf sitzenden Mann in den Sofakasten befördert.

E/F) „Q“ präsentiert einen Schlüsselfinder, der Gas versprüht:

„Q“: „Betäubungsgas. Effektive Reichweite: knapp 2 Meter. Setzt jeden normalen Menschen für ca. 30 Sekunden außer Gefecht.“

Bond: „Man findet nur so wenig normale Menschen in unserem Beruf.“

G) Bond überprüft Kara Milovys Cellokasten auf einer Herrentoilette. Ein Mann, der für die Toilettenreinigung verantwortlich ist, ist etwas irritiert.

E) Kara Milovy besteht darauf, bei der Flucht aus Bratislava ihr Cello622 mitzunehmen. Bond lehnt kategorisch ab: „Auf keinen Fall.“

In der nächsten Szene sieht man den wartenden Bond: Milovy holt ihr Cello.

Bond: „Warum spielen Sie nicht Violine?“

F) Bond und Kara Milovy fliehen mit dem Aston Martin DBS. 007 bringt zahlreiche von „Q“ in den Wagen eingebaute Extras zum Einsatz, um die Verfolger abzuhängen, und kommentiert jedes Teil der Ausstattung ironisch.

Im Autoradio hört Bond den Polizeifunk ab.

Kara Milovy: „Sie haben den Polizeifunk erwischt.“

Bond: „Sicher nur eine atmosphärische Störung.“

Kara Milovy: „Sie suchen ein ausländisches Auto. Einen Mann und eine Frau.“

Bond: „Und ein Cello.“

Als ein Verfolgerfahrzeug auf derselben Höhe wie Bond ist, trennt der mit einem Laser den Boden des Fahrzeugs ab.

Kara Milovy: „Was ist passiert?“

Bond: „Salzkorrosion.“

Bond setzt ein Zielerfassungssystem ein, das in die Windschutzscheibe projiziert wird.

Kara Milovy: „Was ist das?“

Bond: „Ich habe ein paar Extras einbauen lassen.“

Die Maschinengewehrgeschosse prallen an der Heckscheibe ab, Milovy ist überrascht.

Bond: „Erstaunlich, dieses moderne Sicherheitsglas.“

[no image in epub file]Daltons erster und einziger Aston Martin. Ein V8 Vantage aus „Der Hauch des Todes“ (1987)

F) 007 muss seinen Aston Martin zurücklassen und will den Cello-Kasten als Schlitten benutzen.

Bond: „Gut, dass ich darauf bestanden habe, das Cello mitzunehmen.“

B) Georgi Koskov hat James Bond in der Falle.

Koskov: „Tut mir leid, ich finde großen Gefallen an Ihnen, James, aber bei uns zu Hause heißt es: „Pflicht kennt kein Erbarmen.““

Bond: „Ja, ja. Und bei uns zu Hause heißt es: „Sie können mich mal.““623

F) Bond und Kara Milovy werden von den Mudschaheddin624 und deren Anführer Kamran Shah (Art Malik625) gefangen genommen.

Kamran Shar: „Ich hab' gesagt, ihr seid keine Russen. Sie werden euch nicht töten.“

Kara Milovy: „Jetzt nicht, aber vielleicht später.“

Bond: „Keine Sorge, sie heben dich für den Harem auf.“

F) Bond sieht im Unterschlupf der Mudschaheddin aus dem Fenster und entdeckt einen alten Mann, der seinen Landsleuten Befehle erteilt und sie schlägt und cholerische Anfälle hat.

Bond: „Hoffentlich ist der nicht zum Essen eingeladen.“

A) James Bond hat Necros aus der Ladeluke eines Flugzeugs stürzen lassen, indem er seine Schnürsenkel durchgeschnitten hat und ihm der Stiefel, an dem sich Necros festhält, vom Fuß gerutscht ist.

Kara Milovy: „Was ist passiert?“

Bond: „Er hat meinen Stiefel mitgenommen.“626

A/G) Nachdem Brad Whitaker durch eine umstürzende Wellington-Statue erschlagen worden ist, drückt Bond noch einmal - so wie es Whitaker die ganze Zeit getan hat - auf dessen Fernbedienung für seine Kriegsspiele.627

Ein Piepton ertönt.

Bond: „Er hat sein Waterloo gefunden.“628

F) Die Mudschaheddin kommen bis an die Zähne bewaffnet zu Kara Milovys Konzert, in dem sie Tschaikowskis Rokoko-Variationen629 spielt.

Kamran Shah: „Es tut mir leid, dass wir das Konzert verpasst haben. Wir hatten Probleme am Flughafen.“

„M“: „Ich kann mir gar nicht denken, wieso.“

„Lizenz zum Töten“ (1989):

Dass „Lizenz zum Töten“ einen anderen Ablauf hat als seine Vorgänger, wird neben vielen anderen Faktoren besonders am Humor deutlich. Den ersten (befreienden) Lacher gab es erst nach über 30 Filmminuten - und im Gegensatz zu allen anderen Bond-Filmen - nicht durch einen Spruch von 007 ausgelöst, sondern durch einen von Sharky, einer komödiantischen Figur630. Das Drehbuch war auf den harten Bond zugeschnitten, den Timothy Dalton immer verkörpern wollte.

B) James Bond stößt den Schurken Ed Killefer (Everett McGill631) mitsamt einem Geldkoffer, in dem sich zwei Millionen Dollar befinden, in ein Haifischbecken. Sharky (Frank McRae632) sieht den Tod des Mannes mit an.

Sharky: „Mann, tut mir das leid. Ich kann gar nicht hinsehen...Ich meine das Geld.“633

E) In einer Striptease-Bar schlägt 007 einen Gegner am Tisch nieder, nachdem die Bedienung gefragt hat, ob noch etwas zu trinken gewünscht wird.

Bond: „Der hat genug, setzen Sie's auf die Rechnung.“634

G) Beim Abseilen an Sanchez' Hauptquartier in Isthmus greift Bond einer weiblichen Statue an der Hausfassade an die Brust, zeitgleich ertönt ein Hupen auf der Straße.635

E) Franz Sanchez wirft Milton Krest (Anthony Zerbe636) in eine Druckkammer, in der sich mehrere Millionen Dollar befinden und Krests Kopf explodiert.637

Perez (Alejandro Bracho638): „Was machen wir mit dem Geld, Patron?“

Sanchez: „Waschen.“

G) „Q“ spricht in ein in einem Besen verstecktes Funkgerät. Danach behandelt er seine Erfindung genau so, wie er es bei Bond niemals gutheißen würde: Er wirft sie achtlos ins Gebüsch.

C) James Bond hängt über einer Häckselmaschine, in die Dario gestürzt ist und zerstückelt wurde.

Pam Bouvier: „Alles in Ordnung?“

Bond: „Stellen Sie die verdammte Maschine ab!“639

A/C) Heller (Don Stroud640), ein Handlanger Sanchez', wurde mit einem Gabelstapler aufgespießt.

Pam Bouvier: „Oh Gott, das ist Heller!“

Bond: „Ja. Er ist an einem toten Punkt angelangt.“641

„GoldenEye“ (1995):

Nachdem der zu harte Ton und der stark reduzierte Humor bei der Mehrheit des Publikums nicht gut ankam, versuchte man für Pierce Brosnans Interpretation eine Mischung aus Härte und Humor zu finden. „GoldenEye“ ist lockerer als „Lizenz zum Töten“ (1989), aber bei weitem nicht so komödiantisch wie „Im Angesicht des Todes“ (1985) oder „Der Hauch des Todes“ (1987).

D/F) James Bond hängt plötzlich kopfüber in einer Toilettenkabine, in der ein Mann auf dem WC sitzt.

Bond: „Ich bitte um Verzeihung. Hab' vergessen anzuklopfen.“ (Bond schlägt den Mann k.o.).

B) Während 007 und 006 einen Anschlag planen, tritt Ourumov auf.

Ourumov: „Hier spricht Oberst Ourumov. Kommen Sie raus, die Hände über dem Kopf.“

Bond: „Wie originell.“

E) James Bond rast mit seinem Aston Martin eine Landstraße entlang, auf dem Beifahrersitz die Psychologin Caroline (Serena Gordon), als der rote Ferrari mit Xenia Onatopp neben ihnen auftaucht.

Caroline: „Mir gefällt deine temperamentvolle Fahrweise genauso wie jeder anderen, aber... Wer ist das?“

Bond: „Eine von den anderen.“642

[no image in epub file]Storyboard der Autojagd in „GoldenEye“ (1995)

G) Bei der Verfolgungsjagd rasen Bond und Onatopp an einer Gruppe von Radfahrern vorbei. Einer von ihnen stürzt, und die Gruppe kippt wie Dominosteine um.643

C/D) Caroline soll ein psychologisches Gutachten von James Bond erstellen. Beide kommen sich näher und küssen sich.

Bond: „Auf eine sehr tiefgehende Beurteilung.“644

D/E) James Bond erfährt den Namen von Xenia Onatopp.

Onatopp: „Xenia Zaragevna Onatopp.“

Bond: „Ohne Top?“645

C/F) Bond im Gespräch mit Onatopp.

Onatopp: „Sie waren in Russland?“

Bond: „In letzter Zeit nicht. Früher war ich gelegentlich dort. Rein- und rausgeschossen.“

Onatopp: „Dort hat sich vieles verändert. Ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“

Bond: „Mit einem neuen Ferrari vor jeder Haustür?“

Onatopp: „Nicht ganz. Der gehört einem Freund.“

Bond: „Ein Tipp für Ihren Freund: Die französischen Nummernschilder dieses Jahres beginnen alle mit einem „L“, selbst die gefälschten.“

C/D) Moneypenny hat für Bond Nachforschungen über Xenia Onatopp angestellt und beendet ihre Nachricht an ihn: „Gute Nacht, James. Ich hoffe, Sie sind wie immer top drauf.“646

G) Bond erledigt einen Angreifer, indem er beim Kampf ein Handtuch benutzt. Nachdem er den Schurken besiegt hat, tupft er sich mit dem Handtuch den Schweiß ab.

C/D) Bond und Moneypenny im Gespräch.

Bond: „Moneypenny, ich bin untröstlich. Was würde ich nur ohne Sie machen?“

Moneypenny: „Soweit ich mich erinnern kann, James, haben wir es noch nie gemacht.“

G/E) In „Qs“ Werkstatt wird ein Mitarbeiter durch einen Airbag in einer Telefonzelle festgeklemmt.647 Eine Mitarbeiterin wird mit einem „Schreibtisch-Schleudersitz“ durch den Raum katapultiert. Als 007 ein Baguette berührt, das auf einem Tisch zusammen mit zahlreichen anderen Erfindungen der Abteilung „Q“ liegt, regt sich „Q“ auf: „Nehmen Sie Ihre Finger da weg! Das ist mein Mittagessen.“

B) James Bond hält Zukowsky von hinten eine Waffe an den Kopf.

Zukowsky: „Walther PPK, 7,65mm. Ich kenne nur drei Männer, die eine solche Waffe tragen. Ich glaube, zwei von denen habe ich getötet.“

Bond: „Ich hab' nun mal Glück.“

D) Xenia Onatopp trifft 007 in einem türkischen Bad. Bond greift zur Walther PPK.

Onatopp: „Sie brauchen Ihre Kanone nicht, Commander.“

Bond: „Kommt darauf an, was Sie unter Safer Sex verstehen.“

C/D) Die Konfrontation wechselt zwischen erotischer Spielerei mit sadomasochistischen Elementen und Kampf. Bond überwältigt Onatopp und bedroht sie mit der Waffe.

Bond: „Nein, nein, nein. Schluss mit dem Vorspiel.“

G) Nach einer furiosen Panzerverfolgungsjagd rückt sich James Bond seinen Krawattenknoten zurecht.

B) Bond bedroht Trevelyan mit einer Waffe.

Trevelyan: „Warum kannst du nicht einfach wie ein braver Junge sterben?“

Bond: „Du zuerst.“

E) Bond und Natalia Simonova können nur knapp aus Trevelyans Zug entkommen, bevor er explodiert.

Simonova: „Zerstören Sie jedes Fahrzeug, in das Sie steigen?“

Bond: „Das ist die übliche Vorgehensweise.“

C/D) Natalia spricht über „GoldenEye“, Bond bezieht die Frage auf sich.

Simonova: „Können Sie die Waffe entschärfen?“

Bond: „Schwer zu sagen. Kommt drauf an, welche Waffe Sie meinen, die entschärft werden soll.“

E/D) Natalia Simonova mischt sich in ein Gespräch zwischen James Bond und Jack Wade ein.

Wade: „Wer ist das?“

Bond: „Natalia Simonova.“ (falsche Betonung)

Natalia Simonova: „Natalia Sim-yo-nova.“

Bond: „Die russische Verkehrsministerin.“

Wade: „Haben Sie sie schon überprüft?“

Bond: „Von oben bis unten.“

A/D) James Bond ficht den letzten Kampf mit Xenia Onatopp aus: Er bindet sie mit einem Seil an einen abstürzenden Helikopter. Das Seil strafft sich, Onatopp wird in eine Baumgabel gerissen und durch das Seil stranguliert.

Bond: „Das war eine sehr zugkräftige Nummer.“648

„Der Morgen stirbt nie“ (1997):

Roger Spottiswoodes Wunsch war es, „Der Morgen stirbt nie“ lustiger zu machen, als es „GoldenEye“ (1997) gewesen war. Allerdings reicht der Humor nicht an die zum Teil gagüberladenen Szenen in den Roger-Moore-Bonds heran.649

F) James Bond schlägt einen Terroristen nieder, der sich gerade eine Zigarette anzünden will.

Bond: „Rauchen ist ungesund.“650

A/C) 007 schießt einen Mann auf einem Platz hinter sich im Cockpit eines Jets per Schleudersitz aus dem Flugzeug.

Bond: „Diese Typen auf den billigen Plätzen.“651

D) James Bond frischt sein Dänisch auf: Er liegt mit seiner Lehrerin im Bett.

Inga Bergström (Cecilie Thomsen652) : „Ich bin zufrieden mit Ihren Fortschritten, Mr. Bond.“

Bond: „Ich habe immer gern meine Zungenfertigkeit geübt, Professor.“

Inga Bergström: „Man könnte sagen, dass es Ihnen in den Schoß fällt.“

Bond: „Trotzdem: Übung macht den Meister.“653

C/D) Moneypenny ruft an und unterbricht Bond beim Sex. Sie merkt, was vor sich geht.

Moneypenny: „Sie waren schon immer sehr zungenfertig, James.“654

C/D) „M“ und General Roebuck (Geoffrey Palmer655) geraten verbal aneinander.

Roebuck: „Bei allem Respekt, „M“, ich glaube, Ihnen fehlt das, was ein Mann hat für diesen Job.“

„M“: „Schon möglich, aber dafür muss ich nicht dauernd mit dem, was mir fehlt, denken.“656

C/D) James Bond soll wieder Kontakt zu seiner ehemaligen Geliebten Paris Carver aufnehmen, um Informationen über Elliot Carver zu bekommen.

„M“: „Bringen Sie sich wieder in Erinnerung und dann quetschen Sie ein paar Informationen aus ihr heraus.“

Moneypenny: „Sie müssen dann nur noch entscheiden, wie sehr Sie quetschen müssen, James.“

Bond: „Vielleicht sollte ich damit bei Ihnen anfangen, Moneypenny.“657

F) „Q“ übergibt 007 ein neues Handy mit eingebauten Extras.

„Q“: „Ihr neues Telefon. Hier sprechen, hier hören.“

Bond: „Ich wusste doch, ich hab' mich die ganzen Jahre geirrt.“

E) Der Bordcomputer von Bonds BMW spricht mit einer Frauenstimme. Bond kommt beim Carver-Medienzentrum an und übergibt den Wagen einem Mann zum Einparken.

Bordcomputer: „Achtung. Der Motor läuft, schließen Sie jetzt bitte die Tür.“

Bond: „Nicht alles glauben, was sie sagt.“658

C/E) James Bond konfrontiert Elliot Carver mit seinem Verdacht, er habe mit dem Verschwinden eines britischen Kriegsschiffes zu tun.659

Carver: „Vielleicht sollte ich Sie beauftragen, einen Roman zu schreiben.“

Bond: „Oh nein, damit würde ich ganz gewiss...Schiffbruch erleiden.“

G) In einem geheimen Tresor von Gupta findet Bond das Magazin Blitz-Illu660.

A/C) James Bond kämpft mit einem Schurken in einer Druckerei. Im Verlauf der Schlägerei wirft Bond seinen Widersacher in eine Druckerpresse.

Bond: „Heutzutage drucken die auch wirklich alles.“661

E/F) James Bond bekommt vor einem Halo-Jump Instruktionen.

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Kostümdesignerin Lindy Hemming am Set von „Casino Royale“ (2006) in Karlsbad

Mann: „Den Absprung aus großer Höhe, bei dem im letzten Moment der Fallschirm geöffnet wird, nennen wir Halo-Jump662. Dabei gibt es die meisten Todesfälle. Sie springen aus 9.000 Meter ab. 8.000 Meter freier Fall. Und benutzen Sie die Sauerstoffmaske.“

Jack Wade: „Klingt fast wie meine erste Ehe.“

B) Elliot Carver erklärt James Bond die Chakra-Folter, die ihm bevorsteht: „Nach der asiatischen Philosophie hat der Körper sieben Chakra-Punkte - Energiezentren, wie das Herz oder die Genitalien. Der Sinn dieser Instrumente ist es, diese Organe zu sondieren, größtmöglichen Schmerz zuzufügen und das Opfer gleichzeitig so lange wie möglich am Leben zu lassen.“

Stamper: „Dr. Kaufmans Rekord war 52 Stunden. Ich verspreche, ihn zu brechen.“

Bond: „Und ich dachte, Ihre TV-Shows zu sehen, wäre Folter genug.“

B/F) 007 und Wai Lin stürzen sich am Werbebanner eines Hochhauses hinunter, bleiben jedoch fast 20 Stockwerke über dem Boden an der Fassade hängen.663

Bond: „Nächstes Mal nehme ich den Aufzug.“

C/E) Auf der Flucht mit einem schweren Motorrad rasen James Bond und Wai Lin über die Motorhaube eines Autos auf die Dachterrassen mehrerer Häuser.664

Bond: „Wir nehmen den Highway.“

C) Als Bond und Wai Lin unter Wäscheleinen hindurchfahren, bleibt auf ihren Köpfen ein Hemd hängen, das sie abschütteln.

Wai Lin: „Helikopter!“

Bond: „Schon gut, machen Sie sich nicht ins Hemd.“665

B) Nachdem beide mit dem Motorrad durch ein Dach in ein Zimmer eingebrochen sind, sagt Bond wie ein Fahrlehrer666: „Kupplung kommen lassen.“667

G) Bond tut so, als wolle er einem Handlanger General Changs Feuer geben. Doch als er seine Hände öffnet, sind sie leer, und er schlägt den Mann nieder.

G) James Bond will mit Lins Computer eine Nachricht an seine Regierung abschicken, doch auf der Tastatur sind nur chinesische Schriftzeichen.

Bond: „Also, wenn ich's mir recht überlege: Sie können das tippen.“

G) Bond benutzt (teilweise versehentlich) zahlreiche Waffen aus Wai Lins Ausrüstungslager, z.B. einen feuerspeienden Drachen (er erschreckt sich).

Bond: „Hübsche Idee.“668 und einen Fächer, der Pfeile ausschießt, die mit kleinen Seilen verbunden sind.

Bond: „Ich war schon immer ein Fan von chinesischer Technologie.“

F) Carver ärgert sich, da Bond trotz der Begegnungen mit Stamper noch immer am Leben ist: „Und da heißt es immer, die Deutschen arbeiten effektiv.“669

A) Bevor James Bond Carver von der Sea-Vac zerstückeln lässt:

„Ich hab' noch ein paar Neuigkeiten für Sie, Elliot. Sie haben Regel Nummer 1 für die Massenmedien vergessen: Man muss den Leuten das geben, was sie wollen.“670

„Die Welt ist nicht genug“ (1999):

In einen Interview sagte Michael Apted, der nächste Gag im Film soll den vorherigen toppen, der letzte Lacher im Film solle alle vorangegangenen übertreffen.

F) 007 trifft sich mit dem Bankier Lachaise.

Bond: „Was wäre das für eine Welt, in der wir einem Schweizer Bankier nicht mehr trauen?“

D) Bond und das Cigar Girl671 treffen aufeinander. Sie übergibt ihm eine Quittung.

Cigar Girl: „Sie können mich gerne noch mal überprüfen.“

Bond: „Oh, ich bin sicher, da gibt es nichts zu bemängeln.“672

C) Bond ist in Lachaises Büro von dessen Männern umgeben.

Lachaise: „Also in Anbetracht dieser Situation würde ich als Bankier sagen, die Zahlen sprechen leider keineswegs für Sie.“

Bond: „Offenbar berücksichtigen Sie in Ihrer Rechnung meine stillen Reserven nicht.“ (Bond lässt eine Bombe explodieren).

G) Bond taucht mit dem „Q“-Boot unter einer Hebebrücke hindurch. Unter Wasser rückt er seinen Krawattenknoten zurecht.

C/D) Dr. Molly Warmflash (Serena Scott Thomas673) untersucht Bond. Es läuft auf Sex hinaus.

Warmflash: „Tja, ich meine, wenn du immer engen Kontakt zu mir hältst.“

Bond: „Selbstverständlich.“

Warmflash: „...dein Stehvermögen wirklich so enorm ist.“

D) Moneypenny ist auf Warmflash eifersüchtig, als diese Bond seine Arbeitsfähigkeit attestiert: „Sie fand es sicher beeindruckend, wie James die Dinge anpackt, die vor ihm liegen.“674

D/F) „M“ will, dass Bond Elektra King überwacht.

Bond: „Ich werde Elektras Schatten?“

„M“: „Aber beachten Sie, Schatten sollten vor oder hinter einem sein, und nie obenauf.“

C/F) Elektra King meint zu Bond, sie hoffe, dass er Ski fahren könne.

Bond: „Ich war auf einen kühlen Empfang vorbereitet.“

C/D) Bond rast auf Skiern hinter Elektra King her.675

Bond: „Sie mögen es, wenn man hinter Ihnen her ist, was? Ich nehme an, das passiert Ihnen regelmäßig.“676

C) James Bond gelingt es, einen Verfolger mit Parahawk in eine Schlucht stürzen zu lassen.

Bond: „Na, dann bis später auf der Hütte.“677

C) James Bond hat Davidov (Ulrich Thomsen678) erschossen und dessen Leiche in einen Müllcontainer geworfen. Ein Kontaktmann Davidovs erkundigt sich bei Bond nach dessen Verbleib.

Bond: „Der steckt bis zum Hals in Arbeit.“679

E/F) James Bond und Christmas Jones (Denise Richards680) lernen sich kennen.

Jones: „Dr. Jones. Christmas Jones. Und bitte keine Witze. Ich kenn sie alle.“

Bond: „Ich kenne keine Doktorwitze.“681

C) James Bond zu Renard über den Verbleib von Davidov:

„Erwarten Sie Davidov? Er hat statt des Flugzeugs nur 'ne Kugel erwischt.“

C/D) James Bond und Christmas Jones ist Renard entkommen.

Jones: „Wenn der gefährlichste Terrorist mit 6 Kilo waffenfähigem Plutonium herumläuft, kann das nicht gut sein. Ich muss es zurückholen, sonst kriegt man mich am Arsch.“

Bond: „Immer eines nach dem anderen.“

E) Jones möchte mehr über die Beziehung zwischen Bond und Elektra King erfahren: „Eines würde ich gern wissen: Was läuft da zwischen Ihnen und Elektra?“

Bond: „Alles rein plutonisch.“682

B/G) James Bonds BMW wird bei einem Helikopterangriff von einer Kreissäge längs durchtrennt.683

Bond: „Das wird „Q“ nicht gefallen.“

[no image in epub file]Der Kratzer ging tiefer - Bonds BMW Z8 aus „Die Welt ist nicht genug“ (1999)

C/D) James Bond wird von Elektra King auf einem Folterstuhl gewürgt.

Bond: „Ich bekomm' einen steifen...Hals.“684

C) Bei der letzten Auseinandersetzung zwischen Bond und Elektra King bedroht er sie mit einer Waffe.

Elektra King: „Du schießt nicht. Eine Frau wie mich triffst du nie wieder.“

Bond (nachdem er sie erschossen hat): „Ich treffe immer.“685

G) James Bond befindet sich in einer überfluteten Kammer in einem U-Boot und wartet darauf, dass Christmas Jones einen Knopf zur Öffnung der Luke betätigt. Da er vergeblich wartet und ihm beim Luftanhalten der Sauerstoff ausgeht, blickt er auf seine Armbanduhr.

C/D) James Bond und Christmas Jones genießen nach getaner Arbeit eine weihnachtliche Auszeit in der Türkei.

Bond: „Auf Weihnachten in der Türkei war ich schon immer scharf.“

Christmas Jones: „War das ein „Christmas-Scherz“?“

Bond: „Von mir? Nein, niemals.“

Christmas Jones: „Solltest du nicht bald dein Geschenk auspacken?“

Nachdem es zum Sex zwischen 007 und Christmas Jones gekommen ist:

Bond: „Ich dachte, Christmas kommt nur einmal im Jahr.“686

„Stirb an einem anderen Tag“ (2002):

E) Nach einem actionreichen Kampf gegen Colonel Moon (Will Yun Lee687) bleibt James Bond in einer Tempelanlage an einem Seil hängen und schlägt durch seinen Schwung mehrfach eine Glocke an.

Bond: „Ich muss mal wieder in die Kirche.“688

[no image in epub file]

Will Yun Lee (Colonel Tan-Sun) will sich seinen Auftritt in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) ansehen

B) Bond wird nach monatelanger Folter General Moon (Kenneth Tsang Kong689) vorgeführt. Das Scorpion-Girl690 (Sarllya), das für die Folter verantwortlich war, ist ebenfalls anwesend.

Moon: „Ich billige keinesfalls, was man hier tut.“

Bond: „Das können Sie der Kleinen da erzählen.“691

E) James Bond - aus der Gefangenschaft zurück - wird mit der Da-Vinci-Maschine untersucht.

Mediziner: „Die Leber sieht nicht gut aus. Dann ist er's ganz bestimmt.“

C/D/E) James Bond, der für einen Verräter gehalten wird, wird vom MI6 gefangen gehalten. Durch Autosuggestion fährt er seine Herzfrequenz herunter, und eine Krankenschwester beginnt mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung. Bond gelingt es, zwei Ärzte zu überwältigen und zu fliehen.

Bond: „Ich checke aus. Danke für den belebenden Kuss.“

C/D) James Bond und Jinx treffen sich am Strand.

Bond: „Entzückende Aussicht.“

(Im Verlauf des Dialoges kommt es zu einer Anspielung auf „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963):

Jinx: „Giacinta Johnson. Meine Freunde nennen mich Jinx.“

Bond: „Und meine Freunde nennen mich James Bond.“

Den gleichen Dialog führten schon Bond und Tatjana Romanova in Bonds Hotelzimmer.)

D) Jinx und Bond, der sich mit Fernglas in der Hand als Vogelkundler (eine Anspielung auf den Ornithologen James Bond) ausgibt, im Gespräch.

Jinx: „Ornithologe, verstehe. Das ist ja 'n Ding. Sieht vielversprechend aus.“692

B/E) James Bond schlägt einen Schurken nieder, der behauptet hat, er benötige keinen Rollstuhl.

Bond: „Nein? Aber jetzt schon.“

B/C) James Bond findet den entstellten Zao in einem Krankenzimmer vor:

„Wer hat Ihr Make-up finanziert, Zao?“

E) Bond bekommt im Flugzeug einen Wodka-Martini serviert. Die Stewardess (siehe Cameos) wackelt mit dem Drink auf dem Tablett durch die Turbulenzen.

Bond: „Gut geschüttelt ist halb gewonnen.“693

C/D) James Bond trifft im Blades Club auf seine Fechtlehrerin.

Varity: „Sie haben Ihre Waffe gut im Griff, wie ich sehe.“

Bond: „Dafür bin ich bekannt. Die Spitze immer oben.“694

E/F) „Q“ (John Cleese695) stellt James Bond seine neuesten Erfindungen vor.

Bond: „Sie sind cleverer, als Sie aussehen.“

„Q“: „Besser, als cleverer auszusehen, als man ist.“

C/F) „Q“ gibt Bond seine neue Armbanduhr.

„Q“: „Hier Ihre neue Uhr. Ähm, dürfte die zwanzigste sein, wenn ich nicht irre.“696

Bond: „Wie schnell die Zeit vergeht.“

B/C/F) Bond trifft auf Mr. Kil

Kil: „Ich bin Mr. Kil.“

Bond: „Ein unwiderstehlicher Name.“697

B/C) James Bond und die unnahbare Miranda Frost unterhalten sich in Graves' Eispalast.

Bond: „Ein Eispalast. Sie fühlen sich hier sicher wie zu Hause.“

E) Bond bestellt an der Bar im Eispalast einen Drink:

„Wodka-Martini. Mit viel Eis. Wenn Sie haben.“

C/D) Miranda Frost zu Jinx:

„Ich nehme an, Sie durften schon Mr. Bonds Nahkampftechnik bewundern.“

Jinx: „Oh ja, und die Stoßkraft hat mich besonders fasziniert.“698

C/D) Frost und Bond landen im Bett.699 Sie ist scheinbar von seinem Dienstgrad beeindruckt: „Das ist Wahnsinn. Ein Doppel-0-Agent.“

Bond: „Das ist nur eine Nummer.“

C/F) James Bond findet die gefesselte Jinx:

„Interessant. Das ist das Mädchen, das sich nicht gerne bindet.“

B/C) Der reptilienartige Zao und Bond stehen sich im Eispalast gegenüber:

„Sie sind stumm wie ein Fisch. Es mangelt Ihnen wohl an Schlagfertigkeit.“700

C/F) Nachdem mehrere von Graves' Leuten aus einem Flugzeug gesogen wurden, sagt Bond: „Ihre Freunde sind wohl schon abgehauen.“701


A/B) Das letzte Duell zwischen Bond und Graves an einer offenen Flugtür.

Graves: „Zeit, dem Schicksal ins Auge zu sehen.“

Bond: „Zeit, der Schwerkraft ins Auge zu sehen.“

A)/C) Bond kniet vor der erstochenen Frost, die von Jinx getötet wurde.

Jinx: „Ich hab' ihr das Herz gebrochen.“702

D) James Bond spielt mit einem Diamanten in Jinx' Bauchnabel herum. Das Publikum kann diesen nicht sehen und weiß nicht, was Bond tut.

Jinx: „Warte, nimm ihn noch nicht raus, ich bin noch nicht fertig mit ihm.“

Bond: „Er passt sich perfekt an.“

Jinx: „Lass ihn drin.“

Bond: „Irgendwann muss er ja mal raus.“

Jinx: „Nein, lass ihn drin. Nur ein paar Minuten.“

„Casino Royale“ (2006):

Für diesen Film überarbeitete Paul Haggis703 das gesamte Drehbuch von Robert Wade und Neil Purvis. Im Gegensatz zu Jinx' Einzeilern in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) kann Vesper Lynd Bond Paroli bieten.

Der Humor in „Casino Royale“ ist stimmig, wenn auch weniger, und obwohl „Casino Royale“ ein wesentlich härterer Film mit weniger Humor als die Brosnan-Bonds ist, erscheint er nicht so humorarm wie „Lizenz zum Töten“ (1989).

B) Dryden (Malcolm Sinclair704) spricht mit 007, bevor er versucht, ihn zu erschießen:

„Zu dumm. Wir haben uns kaum kennengelernt.“ Dryden drückt ab, doch das Magazin der Waffe fehlt. Bond hält das Magazin hoch:

„Ich weiß, wo Ihre Waffe liegt. Das ist immerhin ein Anfang.“

A) Dryden will Bond klarmachen, dass der erste Auftragsmord immer der schwierigste ist:

„Keine Sorge, das zweite Mal ist...“

Bond erschießt Dryden mitten im Satz und setzt hinzu: „Ja, erheblich.“

C) Bond und Vesper Lynd treffen sich.

Lynd: „Ich bin das Geld.“

Bond: „Und jeden Penny wert.“705

E) Bond sagt zu Vesper Lynd, als er die gefälschten Pässe der beiden durchgeht:

„Sie sind Miss Stephanie Brustwarz, die Erbin von...“706

Lynd: „Bin ich nicht!“

[no image in epub file]Eva Green mochte als Vesper Lynd ihren Tarnnamen in „Casino Royale“ (2006) gar nicht.

B) Lynd betritt allein einen Lift und will Bond nicht mitnehmen, weil sie sich gestritten haben: „Nehmen Sie den Nächsten. Hier ist nicht genug Platz für mich und Ihr Ego.“

B) Bei der ersten Begegnung zwischen 007 und Le Chiffre sagt Le Chiffre:

„Sie sind wohl der Ersatzmann für Mr. Bliss? Willkommen, Mr. Beach. Oder heißt es Bond? Ich bin etwas verwirrt.“

Bond: „Und das wollen wir doch nicht, oder?“

B) 007 scheint gegen Le Chiffre keine Chance zu haben. Er geht an die Bar und bestellt:

Bond: „Einen Wodka-Martini.“

Barkeeper: „Geschüttelt oder gerührt?“

Bond: „Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?“

F) Mitarbeiter des MI6 versuchen, Bond per Ferndiagnose das Leben zu retten.

MI6-Mitarbeiter: „Sie leben keine zwei Minuten mehr, wenn Sie nicht genau meiner Anleitung folgen.“

Bond: „Ich bin ganz Ohr.“

B/C) Bond kehrt nach der Vergiftung zurück an den Spieltisch, und Le Chiffre sieht ihn verwundert an.

Bond: „Das Blatt vorhin ist tödlich gewesen“

B/C) Le Chiffre peitscht Bonds Hoden aus.

007: „Ich hab so ein kleines Jucken da unten. Hätten Sie wohl die Güte?“

Le Chiffre schlägt zu.

Bond: „Nein, nein, weiter rechts, weiter rechts, weiter rechts.“

Le Chiffre: „Sie sind ein witziger Mann, Mr. Bond.“

Er schlägt erneut zu.

Bond: „Ja, ja, ja.“ (lacht). „Was ist, wenn die Welt erfährt, dass Sie gestorben sind, als Sie mir die Eier massiert haben?“

„Ein Quantum Trost“ (2008):

A) Camille wurde in einem Boot bewusstlos geschlagen. Bond legt sie an Land in die Arme eines Mannes auf dem Anlegesteg.

„Verzeihen Sie bitte. Danke. Sie ist seekrank.“707

E/F) Mathis will wissen, was James Bond in der Flugzeugbar trinkt.

Bond: „Ich weiß nicht. Was trinke ich?“

Barmann: „Drei Teile Gordons Gin, ein Teil Wodka, ein Schuss Kina Lillet708; nicht einfach nur Wermut. Gut geschüttelt, bis es eiskalt ist und mit einem großen dünnen Streifen Zitronenschale serviert. Sechs davon.“

E/F) Mathis über Agentin Fields: „Ich glaube, sie hat Handschellen dabei.“

Bond: „Das hoffe ich doch.“709

B/F) Fields hat ein heruntergekommenes Hotel gebucht, um die Tarnung als „Lehrer auf Forschungsreise“ aufrechtzuerhalten. 007 will dort auf keinen Fall wohnen und checkt in einem Luxushotel ein.710: „Wir sind Lehrer auf Forschungsreise... und wir haben im Lotto gewonnen.“

B) James Bond und Dominic Greene begegnen sich.

Greene: „Meine Freunde nennen mich Dominic.“

Bond: „Da bin ich mir sicher.“

„Skyfall“ (2012)

B/F) Eve hat den rechten Außenspiegel abgefahren.

Bond: „Ist egal. Wer braucht den schon?“

Nachdem sie auch den zweiten Außenspiegel abgefahren hat.

Eve: „Den braucht auch niemand.“

G/F) Bond stößt mit einem Bagger zwei Autos von einem Zug, die vor Eves Jeep stürzen. Sie kann gerade noch ausweichen.

„M“ (über Funk): „Was war das?“

Eve: „Zwei VW Beetle. Nagelneu.“

A/C) Mit einer Baggerschaufel reißt Bond den hinteren Bereich eines Zugabteils ab und springt in den aufgerissenen Waggon.

„M“: „007, alles in Ordnung?“

Bond: „Ich wechsele nur das Abteil.“

G) Nachdem Bond das Waggonende abgerissen hat und in das neue Abteil gesprungen ist, zieht er seine Manschetten unter den Anzugärmeln hervor.

E/F) Bond taucht, nachdem er für tot gehalten worden war, plötzlich in „Ms“ Privatwohnung auf.

„M“: „Wieso haben Sie nicht angerufen?“

Bond: „Haben Sie meine Postkarte nicht gekriegt?“

B) „M“ ist von Bonds Erscheinungsbild nicht angetan: „...und eine Dusche würde nicht schaden.“

B) Bonds Wohnung wurde verkauft, seine Sachen eingelagert.

„M“: „Hätten Sie mal angerufen.“

Bond: „Ich suche mir ein Hotel.“

„M“: „Na, hier schlafen Sie bestimmt nicht.“

G) Bond muss seine Einsatzfähigkeit unter Beweis stellen und macht Klimmzüge. Als alle den Raum verlassen haben, bricht er erschöpft zusammen.

B/E) 007 muss sich einem Assoziationsspiel711 unterziehen. Der Psychologe will es zunächst erklären: „Also sage ich z.B. Tag, sagen Sie...“

Bond: „...verschwendet.“

Im Verlauf des Assoziationsspiels sagt der Psychologe: „M.“

Darauf Bond: „Miststück.“

F) James Bond trifft erneut Eve Moneypenny, die ihn zu Beginn der Mission angeschossen hat.

Eve: „Ich sollte mich bei Ihnen entschuldigen.“

Bond: „Es waren nur vier Rippen und ein paar unwichtige Organe. Nichts Weltbewegendes.“

B/C/F) Bond gibt Moneypenny einen Tipp: „Zu Ihrer Verteidigung: Ein bewegtes Ziel ist sehr viel schwerer zu treffen.“

Eve: „Dann bleiben Sie lieber in Bewegung.“

B/F) Bei „M“ im Büro blickt Bond auf die Porzellan-Bulldogge mit dem Union Jack.

„Das ganze Büro fliegt in die Luft und ausgerechnet dieses scheußliche Ding überlebt.

„M“: „Ihre Dekorationstipps waren mir schon immer sehr willkommen, 007.“

B/F) James Bond trifft den neuen Quartiermeister „Q“ in der Nationalgalerie. „Q“ setzt sich neben Bond und analysiert das Bild „The Fighting Temeraire“ von William Turner: „Das macht mich immer ein wenig melancholisch: Ein stolzes altes Schlachtschiff wird schmachvoll auf den Schrott geschleppt. Die Unabwendbarkeit der Zeit, nicht wahr? Was sehen Sie?“

Bond: (der noch nicht weiß, dass „Q“ neben ihm sitzt): „Ein Schiff und noch ein Schiff. Entschuldigen Sie.“

B) „Q“ gibt sich als „Q“ zu erkennen. Bond hält das für einen Scherz.

Bond: „Weil bei Ihnen noch die Pickel sprießen.“

„Q“: „Meine Hautbeschaffenheit ist wohl kaum relevant.“

F) 007 wird von „Q“ mit einer Walther PPK S und einem Handsender ausgestattet. Er ist nicht überwältigt.

Bond: „Eine Pistole und ein Sender. Weihnachten stell' ich mir anders vor.“

„Q“: „Haben Sie explodierende Stifte erwartet? So etwas machen wir eigentlich nicht mehr.“

C) Moneypenny trifft Bond im Einsatz in Macao. Er ist gerade im Begriff, sich zu rasieren. Sie übernimmt das für ihn mit einem klassischen Rasiermesser.

Moneypenny: „Legen Sie schon wieder Ihr Leben in meine Hände?“

E) Und nach der Rasur:

Moneypenny: „Jetzt erfüllen Sie die Rolle.“

Bond: „Und welche Rolle ist das?“

Moneypenny: „Alter Hase, neue Tricks.“ 712

D/C/F) Im Spielcasino in Macao hilft Moneypenny 007 beim Sichten des Ortes.

Bond: „Das Kleid steht Ihnen ausgezeichnet.“

Moneypenny: „Sie haben sich auch ganz schön rausgeputzt.“

Bond: „Erstaunlich, was man mit zwei weiteren Händen so bewerkstelligen kann.“

D/G/F) James Bond wirft Eve Moneypenny seinen Ohrhörer ins Champagnerglas, weil sie nicht alles hören soll, was er und Sévérine besprechen.

Moneypenny: „Sie ist hübsch...“

Bond: „Na, na, na.“

Moneypenny: „...wenn man auf so was steht.“

B) Sévérine spricht mit 007 über Raoul Silva.

Sévérine: „Können Sie ihn töten?“

Bond: „Ja.“

Sévérine: „Werden Sie es tun?“

Bond: „Irgendjemand stirbt immer.“

F) Ein Schurke versucht, 007 mit seiner Signaturwaffe zu erschießen.

Bond: „Viel Glück damit.“

A/F) Als der Schurke von einem Komodowaran gefressen wird, sagt Bond:

„Der Kreislauf des Lebens.“713

A) Raoul Silva über „M“: „Sie hetzt Sie auf mich, obwohl sie weiß, dass Sie nicht bereit sind und dass Sie wahrscheinlich sterben. Mami war sehr böse.“

F) Raoul Silva hat Bond gefangen genommen.

Silva: „Sehen Sie, was sie [„M“] getan hat.“

Bond: „Na ja, jedenfalls hat sie mich nie an einen Stuhl gefesselt.“

B/F) Raoul Silva beginnt, Bond zu streicheln.

Silva: „Nun, es gibt für alles ein erstes Mal.“

Bond: „Wie kommen Sie auf die Idee, das wäre mein erstes Mal?“

Silva: „Die Jagd nach Spionen, so altmodisch. Das muss doch auf die Knie gehen.“

B) Bond: „Jeder braucht ein Hobby.“

Silva: „Was ist das Ihre?“

Bond: „Auferstehung.“

A/B/C) Raoul Silva schießt Sévérine in den Kopf, ein Glas mit 50 Jahre altem Macallan714 darin, das auf ihrem Kopf steht, fällt zu Boden.

Silva: „Was sagen Sie dazu?“

Bond: „Schade um den guten Scotch.“

B) Nachdem Silva sich über die Abteilung „Q“ lustig gemacht hat, benutzt Bond einen Funktransmitter von „Q“, um Hilfe anzufordern.

Bond: „Das Neueste aus Abteilung „Q“. Nennt sich Sender.“715

B/C/F) James Bond ist im U-Bahn-Netz von London unterwegs und jagt Raoul Silva. „Q“ leitet Bond über einen Ohrhörer und spricht mit ihm.

Bond steht vor einer verschlossenen Tür.

Bond: „Sie geht nicht auf.“

„Q“: „Doch, schmeißen Sie sich doch mal dagegen.“

Bond: „Kommen Sie doch runter und schmeißen Sie sich selbst dagegen.“

F) Im Tunnel hinter Bond tauchen Lichter auf.

Bond: „Na toll, jetzt kommt auch noch ein Zug.“

B/F) 007 schiebt sich durch die Menschenmengen in der U-Bahn und hält Ausschau nach Silva.

„Q“: „Wo sind Sie jetzt?“

Bond: „Temple Station. Zusammen mit halb London.“

„Q“: „Oh, ich sehe Sie. Da sind Sie.“

Bond: „Ja, ich weiß, wo ich bin, „Q“. Wo ist er?“

(...)

„Hier sind so viele Leute. Ich sehe ihn nicht.“

„Q“: „Willkommen zur Rushhour in der U-Bahn. Nicht, dass Sie das kennen würden.“

G) Mehrfach fragt James Bond „Q“, ob er einsteigen soll, doch erst als die Bahn losfährt, sagt „Q“, er solle einsteigen. 007 verdreht die Augen und rennt dem wegfahrenden Zug hinterher.

A/E) Nachdem Bond auf den fahrenden Zug aufgesprungen ist, reagiert ein Mann am Bahnsteig.

Mann: „Ich könnt' wetten, der hat keinen Fahrschein.“716/717

A/E/G) Bond hängt am Zug, und die Schaffnerin sieht ihn entgeistert an. Er muss sie mehrere Male energisch darum bitten, die Tür zu öffnen.

Bond (als er eingelassen wird): „Sicherheit und Arbeitsschutz. Machen Sie weiter.“

G) Bond jagt den als Polizisten verkleideten Schurken durch die U-Bahn, als plötzlich viele andere Polizisten auftauchen und für Verwirrung sorgen.

Silva lacht.

F) 007 bringt „M“ zu einer Garage, in der sein Aston Martin eingelagert ist.

Er will den Wagen wechseln, weil der Wagen von „M“ als Dienstfahrzeug über einen Peilsender verfügt.

„M“: „Und der hier ist ja auch wirklich unauffällig.“

F/G) Bond und „M“ fahren im Aston Martin. „M“ ist von der Federung des Fahrzeugs nicht überzeugt. 007 öffnet den Knopf für den Schleudersitz.

Bond: „Wollen Sie jetzt die ganze Fahrt rumnörgeln?“

„M“: „Los, schleudern Sie mich raus. Ist mir doch egal.“

E) Der schwerhörige Kincade nennt „M“ immer „Emma“.

B) Bei Schießübungen macht 007 Kincade klar, dass er beim Kampf gegen Silva nicht mitmachen soll. Kincade sträubt sich.

Kincade: „Ich mache, was ich will, du eingebildeter kleiner Scheißer.“

E) Bond trifft die Ziele beim Übungsschießen ohne Probleme. Kincade ist beeindruckt.

Kincade: „Was, sagtest du, machst du beruflich?“

F) Bond kommt auf den Nachruf zu sprechen, den „M“ für ihn verfasst hatte.

„M“: „Und?“

Bond: „Grauenvoll.“

„M“: „Ja, ich wusste, Sie würden es hassen.“

F) Als die Schurken anrücken, will Bond wissen, ob „M“ und Kincade bereit seien.

Kincade: „Ich war schon bereit, da warst du noch gar nicht geboren, mein Sohn.“

A) Nachdem Kincade einen Schurken erschossen hat.

Kincade: „Willkommen in Schottland.“718

A) „M“ wird von einem Handlanger719 Silvas angeschossen, doch sie will es gegenüber Bond nicht zugeben.

Bond: „Sind Sie verletzt?“

„M“: „Nur mein Stolz.“

G) Als Silva James Bonds Aston Martin zerstört, sieht man Bond die Wut deutlich an.

A) 007 hängt nicht sehr am Anwesen „Skyfall“ und will es in die Luft sprengen.

Bond: „Ich hab dieses Haus immer gehasst.“

G) James Bond rennt über einen zugefrorenen See, und Silva stoppt ihn, indem er ihm vor die Füße schießt.

Silva: „Sehen Sie, was einem das Rumgerenne bringt, Mr. Bond? Das ganze Gespringe und Gekämpfe. So anstrengend.“

G) Silvas verzerrtes, wütendes Gesicht, als Bond ihm ein Messer in die Wirbelsäule gerammt hat. Silva betrachtet 007 als eine Plage.720

C) Nachdem Bond im zugefrorenen See eingebrochen ist und schließlich Silva getötet hat, steht er „M“ gegenüber.

„M“: „007, wo waren Sie so lange?“

Bond: „Na ja, ich hab' mich mal wieder auf zu dünnem Eis bewegt.“721

F/G) Eve Moneypenny überreicht James Bond die Porzellan-Bulldogge, die Bond als „grauenvoll“ bezeichnet und die „M“ ihm testamentarisch vermacht hat.

D/F) Erstmals stellt sich Eve Moneypenny Bond mit vollem Namen vor.

Bond: „Nun, ich freue mich auf die Zusammenarbeit, Miss Moneypenny.“

Moneypenny: „Ich mich auch. Und auch auf den einen oder anderen Ritt auf der Rasierklinge.“

Die Auflistung witziger Wortspiele und Gags bei 007 kann nicht vollständig sein, verdeutlicht aber den Humor in den Filmen. In den aufeinanderfolgenden Filmen „Ein Quantum Trost“ (2008) und „Skyfall“ (2012) sind die humorigen Äußerungen deutlich mehr geworden und hatten beim Publikum und den Kritikern Erfolg. Humor ist zu einer wichtigen Komponente in 007-Filmen geworden.

Einige Wortwitze sind in der Auflistung deshalb nicht aufgeführt, weil sie durch die unterschiedlichen Synchronversionen im Deutschen verloren gingen. So zum Beispiel eine Passage in „Goldfinger“ (1964), die im Original ein Wortspiel enthält. Bond geht den Hotelflur entlang und nimmt dem Zimmermädchen (Janette Rowsell) den Schlüssel ab.

C/D) Zimmermädchen: „What are you...? That's Mr. Goldfinger's suite.“

Bond: „Yes, I know. You're very sweet.“

Deutsche Version:

Zimmermädchen: „Was soll denn das? Das ist Mr. Goldfingers Appartement!“

Bond: „Ja, ich weiß. Sie sind sehr süß.“

In „Im Angesicht des Todes“ (1985) befinden sich Bond und Stacey Sutton in einem brennenden Fahrstuhlschacht. 007 klettert los, um einen Ausweg zu finden.

Bond: „Halten Sie sich fest.“

F) Im englischen Original sagt 007 zur hilflosen Stacey: „Don't go away.“

12) Die Cameos

Ein Cameo ist der überraschende und zeitlich begrenzte Auftritt einer (bekannten) Person in einem Film. In der Regel wird die betreffende Person im Vor- und Abspann nicht genannt. Der „Cameo“ ragt aus dem Film heraus wie das Bild aus einer Kamée.

Bekannt für seine Kurzauftritte in seinen Filmen ist Kultregisseur Alfred Hitchcock. Auch bei 007 sind häufig Person mit vor der Kamera gewesen, die man manchmal auf den ersten Blick nicht erkennt.

Ursprünglich galt, dass die bei einem Cameo vorkommende Person bekannt ist - meist ein Regisseur oder Produzent. In den Bond-Filmen sind es auch unbekannte Crew-Mitglieder; manchmal haben unbekannte Personen oder Models Gastauftritte, oder es ist nur ihre Stimme zu hören oder Teile des Körpers zu sehen. Mitunter tauchen berühmte Personen in kurzen Rollen auf, die als Gastauftritte gewertet werden können. In seltenen Fällen ist nur ein Name zu lesen und die Person gar nicht zu sehen, dennoch werde ich sie hier mit aufführen.

Die Zahl in der Klammer hinter dem Namen zeigt an, um den wievielten Cameo/Gastauftritt es sich handelt. In eckigen Klammern stehen Auftritte, die nicht zustande kamen oder geschnitten wurden.

„James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962): Den ersten Cameo-Auftritt in einem James-Bond-Film gab es in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962).

Deloris Keator (1) stellte ihr Haus auf Jamaika für die Dreharbeiten zur Verfügung und bekam als kleines Dankeschön die Rolle als Strangways Sekretärin Mary. Die Figur heißt in Ian Flemings Romanvorlage von 1958 Mary Trueblood.

In Puss-Fallers Lokal tanzt Chris Blackwell722 (1). Er hatte die Film-Crew in Jamaika herumgeführt und sollte später nicht nur erfolgreicher Musikproduzent und Gründer von Island Records723, sondern auch Drehortmanager von „Leben und sterben lassen“ (1973) werden. Blackwell erwarb später das Anwesen Goldeneye, Ian Flemings jamaikanischen Wohnsitz, wo er alle Bond-Romane geschrieben hatte.724

„Liebesgrüße aus Moskau“ (1963): Als sich der Orientexpress auf dem Bahnhof in Istanbul in Bewegung setzt, ist im Zugfenster vor Robert Shaw, der Red Grant spielt, Jaqueline Saltzman (1) zu sehen, die Frau von Harry Saltzman.

Eine andere Szene mit Cameo wurde am 1. Mai 1963 gedreht und Bill Hill (1) schlüpft auf dem Bahnhof in Zagreb725 als James Bonds Kontaktmann in eine kleine Rolle des Captain Nash726. Hill war ursprünglich Produktionsmanager. Er lieferte dem Publikum damit den ersten Cameo-Auftritt, über den man streiten könnte. Grant lockt Nash in eine Toilette, wo er ihn ermordet.

Ian Fleming [1], der dem Drehteam im Mai 1963 einen Besuch abstattete, soll angeblich auch in einer kurzen Einstellung am Bahnhof in Istanbul im Bild sein. Dieser Cameo-Auftritt konnte aber nicht nachgewiesen werden. Am Schluss von „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) fahren 007 und Tatjana Romanova in Venedig mit einem Boot unter einer Brücke hindurch. Die Frau von Regisseur Terence Young Dorothea Bennett (1) ist einmal zu sehen. Sie ist die Touristin, die auf der Brücke mit einer Handkamera filmt.

In den Crewlisten und auch im Abspann des Films ist der Schauspieler, der Ernst Stavro Blofeld spielt, mit einem „?“ angegeben. Es handelt sich um Anthony Dawson (1), der hier zwar zum zweiten Mal in einem James-Bond-Film spielte (seine erste Rolle war die des Professors Dent in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962)), dessen Auftritt aber erstmals als Cameo gewertet werden kann.

Stuntman Bob Simmons (1), der James Bond in der Gun-Barrel-Sequenz von „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) dargestellt hatte, ist der Taxifahrer, der im Film von Grant ermordet und dessen Leiche vor der russischen Botschaft platziert wird.

„Goldfinger“ (1964): Im dritten James-Bond-Film hätte man die Frau Harry Saltzmans gesehen, doch Cutter Peter Hunt entschied sich dagegen.

Jaqueline Saltzmans [2] Szene als Schweizer Tankstellenbesitzerin, bei der Tilly Masterson neue Autoreifen bestellt, nachdem Bond mit seinem Aston Martin zwei Reifen ihres Ford Mustang zerstört hat, wurde geschnitten.727

Als Goldfinger das Golddepot Fort Knox einnimmt, ist auf einem Schild am Depot der Satz „Welcome General Russhon“ zu lesen. Kein wirklicher Gastauftritt, aber ein Dankeschön der Produzenten an Charles Joseph Anthony Russhon728 (1), der sich seit „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) immer wieder für die Bond-Filme eingesetzt und es unter anderem möglich gemacht hatte, dass die US-Luftwaffe mit den Filmemachern kooperierte. Russhon sorgte auch dafür, dass in den Filmen immer wieder Bell Jet Ranger-Hubschrauber zum Einsatz kamen. Er besorgte ebenfalls die modernen Waffen, die im Ninja-Trainingslager in „Man lebt nur zweimal“ (1967) benutzt wurden und war für den Abwurf der Rettungsschlauchboote in diesem Film verantwortlich. Russhon hat bei den 007-Filmen bis „Leben und sterben lassen“ (1973) als Berater fungiert.

Michael G. Wilson (1), der nach seinem Schwiegervater Albert R. Broccoli die James-Bond-Filme produziert, hatte seinen ersten, wenn auch nicht hundertprozentigen Cameo-Auftritt ebenfalls in „Goldfinger“. Als 21-jähriger Student war er das Double für Harold Sakata729 und fuhr in Kentucky den Lincoln Continental, der später in einer Schrottpresse landen sollte. Nicht hundertprozentig belegt ist Wilsons Auftritt als Soldat, als die Gruppe zum Stehen kommt. Andere Quellen nennen Wilson als einen der gefesselten Männer, die James Bond am Ende des Films hätten zum Präsidenten der Vereinigten Staaten fliegen sollen. Wilson soll noch einen dritten Auftritt im Film gehabt haben, nämlich als Double für einen Koreaner. Diese Aussage machte Regisseur Guy Hamilton in einem Interview.

[no image in epub file]

Er hat von allem Ahnung - Produzent Michael G. Wilson

Erwähnenswert ist noch Lenny Rabin (1): Er ist neben Wilson einer der Rekordhalter bei den Bond-Cameos. In „Goldfinger“ hat er seinen ersten Auftritt als einer der Gangster, die von Goldfinger mit Giftgas getötet werden. Rabin war ein guter Freund der Familie Broccoli und saß oft mit Albert R. Broccoli am Spieltisch.

Stuntman George Leech730 (1) lässt sich als Mitarbeiter in „Qs“ Labor mit einer Maschinenpistole beschießen.

„Feuerball“ (1965): In „Feuerball“ ist Charles Joseph Anthony Russhon (2) zu sehen, als Moneypenny „M“ eine Nachricht von James Bond im Besprechungssaal übergibt.

Unterwasserkameramann Jordan Klein (1) hat seinen Cameo als Fahrer des Transport-U-Bootes für die Atombomben.

Anthony Dawson (2) sitzt hinter einer Jalousie und zeigt als Ernst Stavro Blofeld seine Hände.

Zahlreiche Millionäre, die bei den Dreharbeiten auf den Bahamas dabei waren, wurden Statisten auf der Party, bei der Bond mit Fiona Volpe tanzt, und auch bei der Junkanoo-Parade.

Im Kasino auf den Bahamas bläst Kevin McClory (1), der Produzent dieses James-Bond-Films, Zigarettenrauch in die Luft. Der Maskenbildner hat ihm lediglich einen schmalen Oberlippenbart aufgeklebt.

Die Band, die auf einer Party in Nassau731 Musik macht, als Fiona Volpe in den Armen von James Bond erschossen wird, ist die „King Errison Combo“ (1). King Errison732 ist in Großaufnahme an den Congas zu sehen.

Diane Hartford (1) tanzt mit Bond, bevor sie von Fiona Volpe abgeklatscht wird. Ihr Mann Huntington Hartford stellte seinen Besitz „Paradise Island“ (als Palmyra) für die Dreharbeiten zur Verfügung.

Cutter Peter Hunt (1) ist zwar im Film nicht zu sehen, sein Name jedoch zu lesen: Auf der Rückseite des Fotos von Domino steht: „Hunt Photo INC.“ und die Adresse „Bay Street Nassau“. Dies am 19.9.1965 geschossene Foto mit der Aufschrift ist ein kleiner Gag.

Willie Myers (1) aus Nassau spielte in „Feuerball“ einen Piloten.

Zahlreiche Cameos in diesem Film sind übrigens auf Drängen von Produzent McClory entstanden, der sich von Auftritten der High Society (besonders in den Partyszenen) einen Bonus erhoffte.

George Leech (2) gehört zu den Crewmitgliedern von Largos Disco Volante.

„Casino Royale“ (1967): Der inoffizielle Bond-Film „Casino Royale“ strotzt geradezu vor Gastauftritten.

Peter O' Toole (1), der die Rolle als James Bond in diesem Film abgelehnt hatte, erscheint kurz als Dudelsackpfeifer, Sir Stirling Moss733 (1), der ehemalige britische Rennfahrer, der als bester Formel-1-Fahrer gilt, jedoch nie Weltmeister wurde, spielt einen Chauffeur, und William Holden734 (1) bekam eine Gastrolle als CIA-Chef. Jean-Paul Belmondos735 (1) Auftritt als französischer Legionär kann ebenfalls als Gastauftritt gewertet werden, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch kein Star war. George Raft736 (1), der in den 30er Jahren vor allem durch seine Rollen in Kriminalfilmen ein Star wurde, war zufällig in London und bekam eine besondere Gastrolle: Er spielte sich selbst. Ebenso ließ sich der Darsteller Charles Boyer737 (1) zu einem Cameo-Auftritt als Chef des französischen Geheimdienstes überreden.

„Man lebt nur zweimal“ (1967): Der Sumo-Ringer Sadoyanama (1) spielt sich selbst. Erst scheint er mit 007 zu kooperieren, dann muss Bond gegen ihn kämpfen, und der Filmcharakter „Sadoyanama“ stirbt mit großer Wahrscheinlichkeit durch Genickbruch. Wie erfolgreich der Sumo-Ringer war oder aus welchen Beweggründen die Produzenten ihn einsetzten, ist ungeklärt.

Oscargewinner David Lean (1), Regisseur der Erfolgsfilme „Die Brücke am Kwai“ (1957), „Lawrence von Arabien“738 (1962) und „Doktor Schiwago“739 (1965), hat einen weitgehend unbekannten Cameo im Hintergrund. Er sitzt in der Sumo-Arena hinter James Bond und Aki (Akiko Wakabayashi). Experten streiten bis heute darüber, ob Leans Anwesenheit beabsichtigt war oder nicht. Die Aufnahmen fanden während eines Sumo-Kampfes statt, und die Zuschauer sind keine Statisten. Bisher hat sich keiner der Bond-Macher zu diesem Thema geäußert.

Immer öfter übernehmen auch Stuntmen kleinere Gastrollen. So ist Richard Graydon (1) neben seiner Tätigkeit als Stuntman auch als sowjetischer Kosmonaut zu sehen.

In einer kleinen Rolle taucht - im wahrsten Sinnes des Wortes - Sean Connerys damalige Frau Diane Cilento740 (1) im Film auf. Sie doubelte Mie Hama, die weder eine besonders gute Schwimmerin war noch Ambitionen beim Tauchen hatte. Cilento sprang kurzerhand ein und bekam für ihren Einsatz lediglich eine schwarze Perücke aufgesetzt.

„Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969): Im sechsten offiziellen James-Bond-Film gab es wieder einen lange Jahre umstrittenen Cameo-Auftritt. Zu Beginn des Films ist ein Mann mit einem Hut zu sehen, der sich im Firmenschild von „Universal Exports“ spiegelt. Es handelt sich um Regisseur Peter Hunt (2). Hunt bestätigte seinen Auftritt im Jahre 1999.

Lenny Rabin (2) sitzt am Spieltisch, als neben ihm Tracy di Vicenzo erscheint.

Richard Graydon (2) ist kurz als Dracos Fahrer zu sehen.

Zum dritten Mal ist George Leech (3) dabei. Er wird als Spectre-Mann von Bond mit einem Ski gewürgt und stürzt dann einen Abhang hinunter.

„Diamantenfieber“ (1971): Sammy Davis jr.741 [1] Cameo-Auftritt ist der Schere zum Opfer gefallen. Er verliert in der geschnittenen Szene sein Geld an einem Spieltisch im Casino vom Whyte House. Diese Szene ist als Bonusmaterial auf der DVD-Special-Edition enthalten.

Harry Saltzmans Sohn Steven Saltzman [1] hatte seinen Cameo-Auftritt, in dem er als Passagier eines Schiffes in Amsterdam neben Jill St. John saß, schon abgedreht. Die Aufnahmen wurden herausgeschnitten.

Man könnte auch Joe Robinsons (1) Auftritt als Peter Franks als Cameo werten, denn er bekam die Rolle, weil er Sean Connerys Judo-Lehrer war. (Es handelt sich um keinen Einzelfall: Toshirõ Suga (1) kam zu seiner Rolle als Chang in „Moonraker - streng geheim“ (1979) weil er der Karate-Lehrer von Michael G. Wilson war.)

Der Besitzer von „Circus Circus742“ (1) stellte die Einrichtung für die Dreharbeiten zur Verfügung und wollte unbedingt im Film mitspielen. Er hat seinen Cameo-Auftritt als Schausteller, der als Wissenschaftler verkleidet eine Frau in einen Gorilla verwandelt.

Leroy Hollis (1), der Leiter des Produktionsteams, ist als Sheriff in Las Vegas hinter 007 her. Hollis taucht nirgends in den offiziellen Besetzungslisten auf, soll aber auch bei „Leben und sterben lassen“ (1973) dabei gewesen sein. Als James Bond auf dem Dach des Liftes an der Außenfassade des Whyte House nach oben fährt, steht Stanley Sopel (1) in der Kabine und sagt die Fahrt in die Starlet-Bar an. Sopel war Co-Produzent.

„Leben und sterben lassen“ (1973): Der Stuntman Joie Chitwood743 (1) holte als Chauffeur Charlie James Bond vom JFK Airport in New York ab. Auch wenn Chitwoods Name und der seiner Rolle im Abspann genannt werden, kann man diesen Auftritt als Cameo werten.744

Bill und Flo Treadway (1) stellten ihr Anwesen an einem Bayou745 für die Dreharbeiten zur Verfügung. Als Dank erhielten sie und ihre Verwandten einen Gastauftritt.

„Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974): Colonel Clares Seabees (1) Anwesenheit in einigen Szenen von „Der Mann mit dem goldenen Colt“ ist belegt. Seabee war Besitzer des Wasserflugzeugs, mit dem Bond zu Scaramangas Insel gelangt. Er verlieh sein Flugzeug nur unter der Bedingung, es im Film selbst zu fliegen, und so steuert er auf die Inseln in den chinesischen Gewässern zu und landet das Flugzeug auf der Landzunge. Seabee verletzte sich sogar bei dieser Aufnahme. Die Szenen entstanden am ersten Drehtag auf der „James-Bond-Insel“ am 17. April 1974.746

Im Bottoms-Up-Club ist die Figur Gibson zu sehen. Sie wird von Gordon Everett (1) dargestellt, dem Tonmeister.

„Der Spion, der mich liebte“ (1977): Den Rekord als jüngste Person mit einem Cameo hält Richard Kiels Sohn Richard George Kiel (1). Er sitzt am Strand und zeigt auf den aus dem Meer auftauchenden Lotus Esprit. In einer weiteren Gastrolle in derselben Sequenz ist der italienische Regie- und Produktionsassistent Victor Tourjansky (1) zu sehen. Er blickt erstaunt auf seine Schnapsflasche, weil er nicht glauben kann, dass ein Auto aus dem Meer auftaucht.

Die Überwachungsmonitore seien ausgefallen, teilt Lenny Rabin (3) als Computerüberwacher von Strombergs Mannschaft seinem Vorgesetzten, dem Kapitän der Liparus (Sydney Tafler747), mit.

Als KGB-Schergen Iwan und Boris traten die Stuntmen Chris Webb (1) und Bob Simmons (2) auf.

George Leech (4) ist als bewaffneter Schurke dabei.

„Moonraker - streng geheim“ (1979): Victor Tourjansky (2) hatte wieder einen Cameo-Einsatz. Man sieht ihn diesmal als Alkohol trinkenden Touristen auf dem Markusplatz, als James Bond mit seiner Bondola vorbeirast.

Noch zwei weitere Personen aus der „Bond-Familie“ sind in dieser Sequenz zu sehen: Albert R. Broccoli (1) und seine Frau Dana748 (1) sind Touristen auf dem Markusplatz. Als Roger Moore mit der Gondel ankommt, gehen drei Männer (einer im hellblauen Hemd) am Kanal entlang. Dabei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Albert R. Broccoli. Wo seine Frau zu sehen ist, ist nicht bekannt. Der Mann neben Broccoli soll Ken Adam (1) sein, denn auch er hat in diesem Film seinen (ersten und einzigen) Cameo-Auftritt.

Michael G. Wilson (2/3) hatte seinen bis dato größten Cameo als NASA-Techniker, der einen Zettel an einen Kollegen weiterreicht. In seinem zweiten kommt er mit seinem Sohn David G. Wilson749 (1) direkt vor Venini Glas von rechts ins Bild gelaufen.

Andere Quellen nennen Michael G. Wilson auch als Co-Piloten in einer Raumfähre (bzw. als Mitglied in der Raumstation), doch das wurde niemals bestätigt.

Der ehemalige Posträuber Roland Biggs750 [1] sollte ursprünglich James Bond vom Flughafen zum Hotel in Rio fahren und hätte die Rolle als Chauffeur auch angenommen, wenn Albert R. Broccoli sich nicht dagegen ausgesprochen hätte.751 Den Satz, den Moore nach der Ankunft mit der Concorde improvisierte, als er den Chauffeur trifft („Thank you, Mr. Biggs“) musste man streichen.

Die Tochter von Moneypenny-Darstellerin Lois Maxwell, Melinda Maxwell (1) (* 1958) ist eine von Drax' Schönheiten. Es handelt sich um einen der selten genannten Cameo-Auftritte.

Wenn sich der Sargdeckel bei der Beerdigung auf einem Kanal in Venedig öffnet, bekommt der Zuschauer John Evans752 (1) zu sehen. Er spielt einen Gegner Bonds, der ihn mit einem Wurfmesser töten will, dabei selbst zu Tode kommt und passenderweise schon im Sarg liegt. Dieser Sarg, der später im Wasser treibt, bringt eine Figur mit Bezeichnung „Consumptive Italian“753 dazu, sofort das Rauchen einzustellen und hustend von dannen zu ziehen. Die Rolle wurde von Alfie Bass754 (1) gespielt.

Auf dem Markusplatz reißt schließlich ein Matrose ungläubig den Mund auf, als James Bond mit der Bondola vorbeirast. Der Matrose wurde von Walter Chunky Huse (1) dargestellt. Er war bei „Moonraker - streng geheim“ (1979) der Kamera-Grip und wirkte später auch an „In tödlicher Mission“ (1981), „Octopussy“ (1983), „Der Hauch des Todes“ (1987) und „Lizenz zum Töten“ (1989) mit.

Der Maler, dessen Staffelei auf dem Markusplatz umgefahren wird, ist Steve Swan (1). Er arbeitete als „unit publicist“ [Produktions-Presse] am elften Bond-Film und nicht, wie oft behauptet, Kameramann Jean Tournier755.

Als Hotelmanager in Brasilien tritt später im Film Peter Howitt756 (1) auf. Er war Setrequisiteur. Howitt streicht in seiner Mini-Rolle noch schnell ein Kissen glatt und übergibt dann Bond den Zimmerschlüssel zur Präsidentensuite. Regisseur Lewis Gilbert sagte in einem Kommentar zum Film, ihm sei der Auftritt zu „tuntig“ gewesen.

„In tödlicher Mission“ (1981): Lenny Rabin (4) ist bei einer Verfolgungsjagd zu sehen, bei der James Bond vor Locques Männern flüchtet. Auf dem Weg auf die Skischanze bekommt er fast einen Ski auf den Kopf.

Michael G. Wilson (4) war als koptischer Priester jedoch kaum auszumachen.

Victor Tourjansky (3) sieht Bond bei einer Skiverfolgungsjagd, steht geschockt auf und blickt den Verfolgern mit offenem Mund hinterher.757

[no image in epub file]Modell des U-Bootes Neptune aus „In tödlicher Mission“ (1981)

Im Olympischen Eisstadion in Cortina d'Ampezzo haben Roger Moores dritte Ehefrau758 Luisa Mattioli (1) und John Glens Sohn (1) einen Cameo-Auftritt.

Graham Hawkes759 (1), der Erfinder des Mantis-U-Boots von OSEL Limited, greift in dem Mini-U-Boot das U-Boot Neptune an, in dem sich James Bond und Melina Havelock befinden. Hawkes bediente sein Boot am routiniertesten. Sein Rollenname lautete „Mantis Man“.

Als Handlanger von Kristatos schlitzt George Leech (5) an Bord der Tirana den gelben Taucheranzug Melina Havelocks auf. Später fällt er über Bord und wird von Haien gefressen.760

Bob Simmons (3) spielt einen Handlanger von Hector Gonzales (Stefan Kalipha761). Er zerschlägt eine Scheibe von Bonds Lotus, löst damit die Diebstahlsicherung, eine Explosion, aus und kommt um.

„Octopussy“ (1983): Ken Norris (1) spielte aufgrund der Ähnlichkeit mit Roger Moore Oberst Toro. Norris hatte Moore schon bei „Die Zwei“ gedoubelt.

Rekordhalter mit den meisten Cameo-Auftritten war 1983 kurz Lenny Rabin (5), der auf der Auktion bei Sotheby's das Fabergé-Ei als potenzieller Käufer unter die Lupe nimmt. Michael G. Wilson (5) und seine Frau Janet (1) spielten in einer späteren Szene ein Touristenpaar, das den flüchtenden Bond aus dem Wasser ins Boot zieht, nachdem dieser bei einer Tiger-Safari fast das Opfer von Kamal Khan geworden wäre. In anderen Quellen ist noch von einer weiteren Rolle Michael G. Wilsons die Rede: Er soll auch ein General in der sowjetischen Sicherheitskonferenz sein, und zwar ganz links im Bild. Wer genau hinsieht, wird erkennen, dass der vollbärtige Mann stenografiert. Wilsons Cameo in dieser Szene wurde bisher nicht bestätigt.

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Nach dem Tennis kam Bond. Vijay Amritraj spielte in „Octopussy“ (1983) Vijay

Vijay Amritrajs762 (1), Cameo als Vijay, Bonds Kontaktmann in Indien, enthält zahlreiche Anspielungen auf seine Tennisspielervergangenheit. So fallen Sätze wie „Spiel, Satz und Sieg“, und er kämpft mit einem Tennisschläger gegen die Schurken.

Tracy Llewelyn (1), die Tochter von Q-Darsteller Desmond Llewelyn, spielt eine tanzende Schönheit.

Als „Francisco der Furchtlose“ lässt sich Richard Graydon (3) während einer Zirkusvorstellung aus einer Kanone abschießen763, und die Turnerin Suzanne Dando (1) tritt als eines von Octopussys Mädchen auf. Dando turnte bei der Olympiade in Moskau (1980).

Als 007 sein Glück als Anhalter versucht, wird er von Teenagern an der Nase herumgeführt, die erst anhalten, dann aber weiterfahren. Im Auto saß neben Statisten auch der Autor Gary Russell764 (1).

„Sag niemals nie“ (1983): Der durch seine Rolle als Mr. Bean bekannt gewordene Komiker Rowan Atkinson765 (1) ist bekennender James-Bond-Fan und äußerte öffentlich, einmal in einem James-Bond-Film mitspielen zu wollen. Im „Feuerball“-Remake erhielt er die Rolle als Bonds verwirrter Kontaktmann Nigel Small-Fawcett. Die Bondverbundenheit des Darstellers zeigte sich in seiner 007-Parodie „Johnny English“ (2003).

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Rekord-Bondgirl Maud Adams. Sie spielte Andrea Anders und Octopussy

„Im Angesicht des Todes“ (1985): Die schwedische Schauspielerin Maud Adams (1), die in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) Andrea Anders und in „Octopussy“ (1983) Octopussy gespielt hatte, soll in der Szene am Pier in Los Angeles im Hintergrund zu sehen sein, weil sie die Dreharbeiten besuchte. Ihre Anwesenheit ist unbestritten, wo genau sie zu sehen ist, kann jedoch niemand sagen.

Ihr damaliger Freund Steven Zax (1) geht einmal durchs Bild, als James Bond am Hafen von San Francisco auf seinen Kontaktmann Chuck Lee trifft und eine weichschalige Krabbe bestellt.766 Zax und Moore hatten sich während der Dreharbeiten zu „Octopussy“ (1983) angefreundet.

Sewa Nowgorodzew767 (1), hauptberuflich Journalist und Musiker, bekam eine Gastrolle in „Im Angesicht des Todes“, weil er einen Helikopter fliegen konnte. Nach dem Auftritt als feindlicher Pilot war er u.a. noch in der Bond-Parodie „Spione wie wir“768 zu sehen.

Dolph Lundgren769 (1) ist als Action-Held aus zahlreichen Spielfilmen bekannt. Seine Karriere begann allerdings mit einer Gastrolle als Bodyguard von General Gogol in „Im Angesicht des Todes“, die er bekam, weil er zur Zeit der Dreharbeiten mit Grace Jones770 liiert war. Noch während der Dreharbeiten wurden Fotos von ihm geschossen, mit denen er sich um die Rolle im Film „Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts“771 bewarb. Er bekam die Rolle und wurde international bekannt.

„Der Hauch des Todes“ (1987): Der Komponist von 12 James-Bond-Soundtracks, John Barry (1) spielte in der Wiener Oper den Dirigenten. Barry soll um einen Gastauftritt gebeten haben. Es war seine Abschiedsvorstellung bei 007; „Der Hauch des Todes“ wurde sein letzter Soundtrack für die Serie.

Michael G. Wilson (6) und seine Frau Janet (2) sind in früheren Szenen als Opernbesucher zu sehen. Gedreht wurde u.a. auf Schloss Schönbrunn in Wien. Laut Dr. Siegfried Tesches „Das große James-Bond-Buch“ wurde der Gitarrist Klaus-Peter Sornik (1) bei seinem Marrakesch-Urlaub von der Crew angesprochen und für 14 Tage als sowjetischer Luftwaffengeneral engagiert.

Das österreichische Fotomodell Andrea Stockinger [1] erhielt eine Rolle als Verkäuferin; die Szene wurde jedoch aus dem Film geschnitten.

Victor Gauntlett, der Vorstandsvorsitzende von Aston Martin, lehnte einen Gastauftritt ab, den ihm Albert R. Broccoli angeboten hatte - angeblich aus terminlichen Gründen. Gauntlett hatte sein persönliches Vorserienmodell des Aston Martin für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt.

„Lizenz zum Töten“ (1989): Mit seiner Stimme begann der sechzehnte offizielle Bond-Film: Michael G. Wilson (7) sagt in der Pre-Title-Sequenz: „Wenn die sich beeilen, dann erwischen sie diesen Schweinehund noch!“ Später sieht man Wilsons Hand anstatt der von Timothy Dalton, als sie das Absperrband der Polizei an der Haustür von Felix Leiter (David Hedison) durchschneidet.

Wayne Newtons772 (1) Rolle als Professor Joe Butcher in „Lizenz zum Töten“ scheint auf den ersten Blick kein Cameo-Auftritt zu sein. Dennoch nenne ich ihn hier, denn Newton sagte im Fernsehen, er würde gern einmal eine Rolle in einem James-Bond-Film spielen und bekam sie daraufhin. Ein Engagement aus rein beruflichem Interesse ist eher unwahrscheinlich. Wayne Newton war einer der bestbezahlten Entertainer der Welt und verdiente mit seiner Show in Las Vegas rund eine Million Dollar pro Monat. Newton gab in über 40 Jahren mehr als 25.000 Konzerte, was ihm den Spitznamen „Mr. Las Vegas“ einbrachte.

Seine Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erlangte Newton durch den Titel „Danke schön“773. 1972 landete er zudem einen Millionen-Hit mit dem Titel „Daddy Don't You Walk So Fast“.

Als Zollbeamter am Flughafen in Key West ist Robert Martinez774 (1), republikanischer Gouverneur von Florida von 1987 bis 1991, zu sehen.

Pedro Armendariz jr.775 (1), der Sohn von Pedro Armendariz776, der in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963) Bonds Kontaktmann Kerim Bay gespielt hatte, war hier der Präsident der Bananenrepublik Isthmus.

„GoldenEye“ (1995): Die Cameo-Auftritte brächten ihm Glück, meinte Michael G. Wilson (8) in einem Interview 1999. In „GoldenEye“ ist er ein Mitglied im russischen Aufsichtsrat. Regisseur Martin Campbell amüsierte sich sehr darüber, dass der Cutter Terry Rawlings eine Großaufnahme von Wilson einfügte.

Kate Gayson (1), die Tochter von Eunice Gayson, einem Bondgirl aus „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962), steht am Spieltisch, als James Bond (Pierce Brosnan) gegen Xenia Onatopp Baccara spielt.

Als Geliebte von Valentin Zukowski singt Minnie Driver (1) „Stand by your man“, bevor sie von Zukowski von der Bühne geworfen wird.

Die beiden Stuntmen Wayne Michaels777 (1) und Simon Crane778 (1) hatten ihre Gastauftritte als Piloten des Tiger-Helikopters, die von Xenia Onatopp erschossen werden.

Michael und Crane hatten die Rollennamen Bernard Jaubert und François Brouse - die Namen der Nachbarn von Regisseur Martin Campbell.

„Der Morgen stirbt nie“ (1997): Seinen größten Cameo-Auftritt mit längeren Textpassagen hatte Michael G. Wilson (9) als Tom Wallace auf einem Monitor in Elliot Carvers Hauptquartier. Des Weiteren treten in den Szenen von Carvers Videokonferenz der Freund von Michelle Yeoh (1), Frederick Zollo779 (1) und der Sohn eines der Anwälte von Michael G. Wilson (1) auf.

Das bedeutet, dass nur drei der Personen auf den acht Monitoren in Carvers Zentrale Schauspieler sind. Laut Wilson waren nur zwei Darsteller dabei, wobei nicht geklärt ist, wer den sechsten Cameo-Auftritt in der Szene hat.

Philip Kwok (1), der das Stuntteam leitete, mit dem sich Michelle Yeoh in ihrer Rolle als Wai Lin einen Kampf lieferte, ist in einer kurzen Szene als General Chang zu sehen.

Gerad Butler, Filmfans aus Streifen wie „Wes Craven präsentiert Dracula“ (2000), „Lara Croft: Tomb Raider - Die Wiege des Lebens“ (2003), „300“ (2007) und „P.S. Ich liebe Dich“ (2007) bekannt, hatte in „Der Morgen stirbt nie“ eine seiner ersten Kinorollen. Er spielte einen von Carvers Handlangern.

„Die Welt ist nicht genug“ (1999): Michael G. Wilson (10) tritt namenlos als Bediensteter im Spielcasino von Valentin Zukovsky auf und überreicht Elektra King einen Scheck.

Ein Portrait von Bernard Lee [1] hängt beim MI6 an der Wand.780

Der britische Springreiter Oliver Skeete781 (1) übergibt James Bond den Schlüssel, mit dem er in die stillgelegte U-Bahn-Station gelangt, wo „M“ auf ihn wartet.

„Stirb an einem anderen Tag“ (2002): Dieser Film zeigt Deborah Maria Moore782 (1), die Tochter von Roger Moore. Sie serviert James Bond auf dem Flug nach London als Stewardess einen Wodka-Martini.

Um dem ums Leben gekommenen Desmond Llewelyn Tribut zu zollen, erhielt sein Sohn Justin Llewelyn (1) eine kleine Gastrolle in dem Jubiläums-Bond-Film. Er holt sich von „M“ im Büro eine Unterschrift ab.

Den größten Cameo-Auftritt lieferte aber Madonna (1). Die Sängerin des Titelliedes „Die Another Day“ spielt Miranda Frosts Fechtlehrerin Varity. Sie erhielt für ihre darstellerischen Leistungen die „Goldene Himbeere“783.

[no image in epub file]Körperwelten in „Casino Royale“ (2006)

Michael G. Wilson (11) spielte General Chandler, der Gustav Graves' Ikarus-Satelliten durch eine Rakete zerstören lassen will.

Der Autor des Artikels über Gustav Graves, den Bond im „High Life“ Magazin von British Airways liest, heißt Gregg Wilson (1). Wilson ist „development executive“ von „Stirb an einem anderen Tag“ und späterer Schnittassistent von „Casino Royale“.

„Casino Royale“ (2006): Mit Cameos überrascht auch der erste 007-Film mit Daniel Craig. Hier ist unter anderem das brasilianische Topmodel Alessandra Ambrosio784 (1) als Tennisspielerin vor dem Oceans Club auf den Bahamas zu sehen, das interessiert an James Bond vorbeigeht.

Gunther von Hagens785 (1), führt Gäste durch seine Ausstellung „Körperwelten“ in Miami. Er gilt als Erfinder der Plastination. Sein Markenzeichen ist der schwarze Hut.

Sir Richard Charles Nicholas Branson786 (1) ist ein britischer Unternehmer und Ballonfahrer und Mitsponsor des Films „Casino Royale“. In einer Szene am Flughafen Miami wird er vom Sicherheitspersonal kontrolliert.

Für seinen Sohn konnte er auch einen Cameo-Auftritt arrangieren: Sam Branson787 (1) geht durch die Gepäckkontrolle und nimmt eine Gitarre.

Als korrupter Polizeichef von Montenegro wird Michael G. Wilson (12) durch gefälschte Beweise von René Mathis ausgeschaltet. Wilsons Auftritt sorgte bei der Premiere im Londoner Odeon für einen großen Lacher beim Publikum.

Der Kameramann Philip Méheux788 (1), auch Phil Méheux, steht als Mann vom Schatzamt in „Ms“ Büro, als sie auf das von Bond gegen Le Chiffre gewonnene Geld wartet. Méheux arbeitete an „GoldenEye“ und „Casino Royale“ mit. Er ist Martin Campbells Stammkameramann.

Nach ihrem Auftritt in „Feuerball“ (1965) ist Diane Hartford (2) in der Szene des Poker-Duells zwischen 007 und Alex Dimitrios als Spielerin dabei. In derselben Szene hat Jerry Inzerillo (1), der Leiter des „Atlantis“ auf den Bahamas einen Cameo in der Pokerrunde.

Obwohl er nur für die Überwachung der Soundeffekte verantworlich war, spielte Eddy Joseph789 (1) die Rolle von „Ms“ Ehemann. Er liegt im Bett neben ihr und dreht sich einmal um. Sein Gesicht ist nicht zu sehen.

„Ein Quantum Trost“ (2008): Als sich James Bond an der Rezeption eines heruntergekommenen Hotels als jemand anders ausgibt und einen Koffer abholt, sitzt im Hintergrund der zeitunglesende Michael G. Wilson (13).

Die Regisseure Guillermo del Toro790 (1) und Alfonso Cuarón791 (1) sind Freunde von Marc Forster. Während der Dreharbeiten bat er sie um einen Cameo-Auftritt, um spanische Stimmen zu haben. Cuarón war als bolivianischer Helikopterpilot zu hören, del Toro sprach verschiedene andere Rollen.

Als „Ms“ Ehemann ist Eddy Josephs (2) Stimme zu hören.

Roberto Durán792 (1), der die Dreharbeiten in Panama besuchte, klärt Dominic Greene darüber auf, dass in diesem Land manche Menschen die Hälfte ihres Lohnes für sauberes Wasser ausgeben.

Der einzige weibliche Cameo in diesem Film ist der von Oona Chaplin793 (1). Sie spielt die Rezeptionistin des Hotels „Perla De Las Dunas“, das 007 in Schutt und Asche legt.

Den wohl kürzesten Cameo der Bond-Filmgeschichte, nämlich weniger als eine Sekunde, hat Michael S. Lerman (1), ursprünglich erster Regieassistent. Er lässt sich in einer Einstellung als Kellner erschießen, als Bond vor Greenes Schergen durch ein Restaurant in Bregenz flüchtet.

Carl von Malaisé (1), ein Jugendfreund von Regisseur Marc Forster, hat eine kleine Rolle als Fahrer von Dominic Greene und erschießt einen Mann, der zuvor von James Bond auf die Motorhaube von Greenes Auto geworfen wurde. Forster verschaffte seiner Mutter (1) und seinem Bruder Peter (1) Gastauftritte als Opernbesucher in Bregenz.

„Skyfall“ (2012): In der Skorpion-Szene steht links von Daniel Craig Gregg Wilson (2), der sich extra für seinen Cameo-Auftritt einen Kinnbart hatte wachsen lassen.

Der CNN-Reporter Wolf Blitzer794 (1) spielt sich selbst und berichtet in einem TV-Beitrag im Film über die Anschläge auf den MI6. Blitzer hat für seine Arbeit als Berichterstatter über die Terroranschläge von Oklahoma City 1996 den Emmy Award gewonnen.

Michael G. Wilson (14) ist zu sehen, als sich die Tür zu dem Raum öffnet, in dem „M“ vor den Särgen der getöteten MI6-Agenten steht.795

Zahlreiche Darsteller und auch Gastauftritte wurden in den Abspännen der James-Bond-Filme nicht genannt; daher lässt sich auch heute kaum nachvollziehen, ob sie tatsächlich in den Rollen in Erscheinung getreten sind, wenn deren Nennung und Quellennennung in der Literatur oder auch im Internet erst Jahre später erschienen. (Siehe Anhang796)

[no image in epub file]Der Name des Autors ist nicht zu lesen - Birds of the West Indies

13) Die James-Bond-Romane.

Mit James Bond schuf Ian Fleming eine der populärsten Romanfiguren.

Ian Fleming erläuterte zu Lebzeiten, dass er auf der Suche nach einem unauffälligen Namen für seinen Helden das Buch „The Birds of the West Indies“ in seinem Regal entdeckte. Als Anspielung darauf findet 007 in „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) das Buch „Field Guide Birds West Indies“ von James Bond in einem Regal.797

„James“ und „Bond“ sind einprägsam und können ohne Abwandlung leicht in andere Sprachen übertragen werden.

Der James-Bond-Experte Dr. Siegfried Tesche fand heraus, dass schon Agatha Christie798 den Namen in ihrer Kurzgeschichte „The Rajah's Emerald“ benutzt. Die Geschichte erschien im Buch „The Listerdale Mystery“ und wurde bisher nicht ins Deutsche übersetzt. Sie beginnt mit dem Satz: „With a serious effort James Bond bent his attention once more on the little yellow book in his hand.“

In Agatha Christies Buch „Die Büchse der Pandora“ („Partners in Crime“; 1929) wird ein Mann in der Kurzgeschichte „Die Pfarrerstochter“ („The Clergyman's Daughter“; auch als „The Red House“ erschienen) deshalb zum Verdächtigen, weil er keine Ohrläppchen hat - ebenso wie Blofeld im Roman „On Her Majesty's Secret Service“ von Fleming.799

1948 erschien Christies „Three blind Mice and other Stories“. In seinem Roman „Doctor No“ (1958) lässt Fleming drei schwarze Killer auftreten, die „Three blind mice“.

„Three Bild Mice“ sind ein Kinderreim:

„Three blind mice,

see how they run,

three blind mice,

see how they run,

They all run after the farmer's wife,

She cut off their tails with a carving-knife,

Did you ever see such a sight in your life,

As three blind mice?“

Es heißt, der Ursprung des Kinderreimes „Three blind mice“ liege in der englischen Geschichte: „Farmer's wife“ (Die Bauersfrau) beziehe sich auf die Tochter König Heinrichs VIII, Königin Mary I. Mary war eine überzeugte Katholikin, und ihre gewalttätige Verfolgung der Protestanten brachte ihr den Beinamen „Bloody Mary“ ein. „Farmer's wife“ hänge mit ihrem und ihres Mannes, König Phillipp von Spanien, riesigen Grundbesitzes zusammen. Die „Three blind mice“ waren angeblich drei Adlige, die an ihrem protestantischen Glauben festhielten und wegen Verschwörung gegen die Königin verurteilt wurden. Sie ließ sie nicht zerstückeln und blenden, wie sich aus „Three blind mice“ schließen ließe - sie ließ sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Die „Three Blind Mice“ sind im Film „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962) nicht drei, sondern vier Personen! Drei Männer erschießen Strangways, ein vierter fährt den Leichenwagen.800

Ian Fleming schrieb 12 Romane und 9 Kurzgeschichten. „The Man with the Golden Gun“ und die Kurzgeschichtensammlung „Octopussy And The Living Daylights“ wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht. Nachdem er den Grundplot von „The Man with the Golden Gun“ verfasst hatte, schrieb er, es sei sein letzter Bond-Roman. Wie recht er hatte!


Als Fleming am 12.08.1964 einem Herzanfall erlag, war der Bond-Boom trotz ausgezeichneter Verkaufszahlen der Romane noch lange nicht auf dem Höhepunkt. Die James-Bond-Romane wurden im Laufe der Jahre in 18 Sprachen übersetzt. Von den ersten 14 Bond-Büchern wurden in zwölf Jahren 25 Millionen Exemplare verkauft.

Die Erben Flemings beschlossen, einen Autor zu beauftragen, die Romane und so den Erfolg von 007 fortzuführen, und ihre Wahl fiel auf Kingsley Amis801. Der Engländer hatte im Alter von 32 Jahren einen großen Erfolg mit seinem ersten Buch „Lucky Jim“ (dt. „Glück für Jim“) gelandet. Er hatte sich von je her für die Romane Ian Flemings interessiert und sein Idol sogar zweimal getroffen. Fleming hatte sich geschmeichelt gefühlt, als sich Amis als Fan der James-Bond-Romane zu erkennen gab.

Nach dem Tod Flemings bot sich Amis dem Verlag als Lektor des noch nicht veröffentlichten Buches „The Man with the Golden Gun“ an. Man lehnte dankend ab.802

Amis ließ sich durch die Ablehnung nicht entmutigen, sich des Themas 007 anzunehmen und schrieb das Buch „The James Bond Dossier“ (1965) [„Geheimakte James Bond 007“]803

Das Buch wurde sehr erfolgreich und erschien als Vorabdruck in einer Zeitung. Angespornt von diesem Erfolg schrieb Amis „The Book Of Bond Or Everyone His Own 007“, einen ironischen Leitfaden für angehende Agenten.

Flemings Erben wurden auf den Autor aufmerksam, nahmen zu ihm Kontakt auf und baten ihn (unter strengen Auflagen), einen neuen James-Bond-Roman zu schreiben und damit das literarische Erbe von Ian Fleming anzutreten.

Kingsley Amis verfasste seinen einzigen James-Bond-Roman „Colonel Sun“ auf Anraten seines Verlegers unter dem Pseudonym Robert Markham. Er schaffte es wie kein zweiter Autor nach ihm, im Stil Ian Flemings zu schreiben. Das Buch verkaufte sich sehr gut, und sicher wäre auch noch ein zweiter Roman von Amis entstanden, wenn er nicht einer Zeitung eine James-Bond-Kurzgeschichte angeboten hätte, ohne bei den Erben Flemings um Erlaubnis gefragt zu haben. Die Zusammenarbeit war damit beendet.

Jahre später erzählte Amis John Gardner, wie kompliziert und unerfreulich das Schreiben eines James-Bond-Romans durch die streng kontrollierenden, Anweisungen gebenden Erben Flemings im Hintergrund sei.

1968, als „Colonel Sun“ erschien, kam ein weiterer Bond-Roman mit dem Titel „003 ½ James Bond Junior“ auf den Markt. Dieses Buch wird heute meist gar nicht erwähnt, wenn man die 007-Romane auflistet. Dennoch handelt es sich um ein lizenziertes Produkt, denn das Copyright liegt, wie auch bei allen anderen offiziellen James-Bond-Romanen, bei „Glidrose Productions Ltd.“. Die Idee zu 003 ½ hatte Harry Saltzman.

R.D. Mascott schrieb diesen Roman, der völlig aus der Reihe fällt. Wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, wurde nie endgültig geklärt; vieles spricht für Arthur Calder Marshall.

Das Buch knüpft nicht an Flemings Werke an, sondern „003 ½ The Adventures of James Bond Junior“ ist vielmehr ein Jugendroman: Darin agiert der junge James Bond, der aber ein Neffe von James Bond 007 ist. Diese Tatsache wird im Buch nur am Rande erwähnt.

Der Roman wurde ein mäßiger Erfolg und ist deshalb wahrscheinlich in der Versenkung verschwunden. Die deutsche Übersetzung, unter dem Titel „003 ½ James Bond Junior“ für die Altersgruppe zwischen 11 und 14 Jahren gedacht, war aber auch hier erfolglos.

Dennoch soll der Roman die Inspiration zur Zeichentrickserie „James Bond Jr.“ geliefert haben und vielleicht gab sie den Anstoß zu weiteren James-Bond-Junior-Romanen. Die 65-teilige amerikanische Fernsehserie soll als Vorlage für Romane des Autors John Peel gedient haben.

Peel schrieb 1992 unter dem Pseudonym John Vincent sechs Bücher: „A View To A Thrill“ (Romanfassung basierend auf der ersten Zeichentrickepisode), „The Eiffel Target“, „Live And Let's Dance“, „Sandblast“, „Sword Of Death“ und „High Stakes“.

Nach dem Ausflug in die Welt des Kinderromans von Arthur Calder Marshall war es aus Sicht der Inhaber der Rechte an der literarischen Figur 007 wieder an der Zeit, sich dem erwachsenen Bond zuzuwenden. Man beauftragte den Bond-Experten John Pearson804 damit, den Agenten neue Abenteuer erleben zu lassen. Obwohl er offiziell der vierte Bond-Autor ist, wird auch er selten genannt. Das liegt wohl daran, dass in Pearsons Roman „James Bond the authorized biography of 007“ James Bond als reale Person dargestellt wird, die mit Ian Fleming befreundet ist und von John Pearson interviewt wird. Bond reflektiert sein Leben, berichtet von den zahlreichen Aufträgen, die später zu Romanen von Ian Fleming verarbeitet wurden, und trifft alte Bekannte (u.a. Honey Rider und Bill Tanner) wieder. Kritiker und Fans konnten gleichermaßen schlecht mit diesem Buch umgehen, und es ist bis heute noch sehr umstritten.

John Pearson hatte persönliche Verbindungen zu Ian Fleming, denn er war dessen Assistent, als dieser noch für die Londoner Sunday Times schrieb. Er verfasste Flemings erste Biographie: „The Life of Ian Fleming“. Nach der Veröffentlichung behauptete Kevin McClory, Pearson habe Unwahrheiten geschrieben, und es wurden kleine Änderungen vorgenommen.

Trotzdem wurde Pearson engagiert, die James-Bond-Buchreihe fortzuführen, vielleicht auch deshalb, weil McClory und die Fleming-Familie wegen rechtlicher Streitereien nicht gut aufeinander zu sprechen waren. So entstand „James Bond: The Authorised Biography of 007“.

Entweder sind die Auftraggeber mit dem Buch nicht zufrieden, oder ihre Pläne haben sich bis heute etwas geändert, denn weder wird Pearson in einem Atemzug mit den anderen Autoren genannt, noch orientierten sich die Folgeautoren an dem, was Pearson über James Bond geschrieben hatte.

Mehr noch: Selbst die Fans debattieren, ob das Buch als Bond-Roman mit aufgelistet werden soll. Es wäre vielleicht dazu gekommen, wenn Glidroses Pläne, John Pearson als Autor für eine ganze Bond-Buchreihe zu verpflichten, in den 70ern in die Tat umgesetzt worden wären.

Fünf Jahre lang tat sich bezüglich Bond nichts auf dem Buchmarkt.

Schließlich begann Albert R. Broccoli, den Film „Der Spion, der mich liebte“ (1977) zu produzieren. Ian Fleming hatte zu Lebzeiten festlegen lassen, dass zwar sein Roman „The Spy Who Loved Me“ als Titel für einen James-Bond-Film verwendet werden durfte, die Inhalte darin jedoch nicht freigegeben. Broccoli beauftragte mehrere Drehbuchautoren, eine völlig neue Geschichte zu entwickeln, die man als zehnten offiziellen Bond-Film auf die Leinwand bringen konnte.

Hauptautor für das Drehbuch war neben Richard Maibaum der Engländer Christopher Wood. Woods Plot gefiel dem Produzenten Broccoli so gut, dass er ihm gestattete, das Originaldrehbuch in einen Roman umzuschreiben und zu vermarkten. Der erste Bond-Roman zu einem Film war entstanden. Auch beim Folgefilm „Moonraker - streng geheim“ (1979) wurde so verfahren. Christopher Wood adaptierte sein eigenes Drehbuch, und es wurde zum 17. offiziellen James-Bond-Roman.

Als Romanautor hatte Wood schon einiges vorzuweisen. Unter anderem hatte er unter den Pseudonymen Rosie Dixon und Timothy Lea geschrieben und war mit der „Confession“-Serie805 sehr erfolgreich gewesen.

Aber diese Art des Film-Romans fand zunächst ein Ende, weil Wood als Autor für den nächsten James-Bond-Film nicht mehr zur Verfügung stand. Die Fleming-Erben wollten eine einheitliche Linie und einen verlässlichen Schriftsteller haben, der bereit war, mindestens drei Romane zu schreiben. Genügend Leser gab es.

Die genaue Auflagenstärke der späteren Bondromane wurde nie publik gemacht, aber die Flemingerben erkannten, dass es einen Markt für den literarischen 007 gab. Sie stellten eine Liste von potenziellen Autoren zusammen, die James Bond in die 80er und darüber hinaus führen konnten. An der Spitze stand John Edmund Gardner. Er erhielt das Angebot, die Bond-Reihe fortzuführen im Herbst 1980. Gardner hatte bereits Pläne und Ideen für Romane, die nichts mit James Bond zu tun hatten und ihn lange beschäftigen würden.

Schriftlich lehnte er das Angebot ab und dachte, damit sei die Angelegenheit erledigt. Glidrose ließ nicht locker. Telefonisch versicherte man ihm, dass es sich bei diesem Angebot um eine große Ehre handele.

Gardner war unschlüssig, denn er wollte realistische Texte schreiben.

Genau das wollte man bei Glidrose scheinbar hören und teilte Gardner mit, er sei geeigneter denn je, denn 007 sollte bodenständiger und realitätsnäher dargestellt werden, als dies in den Filmen geschah (1979 war gerade der Weltraum-Bond „Moonraker - streng geheim“ in den Kinos angelaufen).

Gardner erfuhr, dass sein Name als erster auf einer Liste mit sechs Namen von potenziellen Autoren stand und die James-Bond-Reihe auch ohne sein Zutun fortgeführt werden würde und überdachte seine Absage noch einmal. Er flog nach London und erfuhr, dass 007, der nicht gealtert war, modern sein und sich der Zeit entsprechend verhalten, fortschrittliche Technologie benutzen und sich mit den aktuellen Themen der Zeit beschäftigen sollte.806

Gardner konnte keinen Plot seiner Romanidee vorlegen, wie es Glidrose gewünscht hatte, er arbeite so kreativ, dass er noch nicht wisse, was als Nächstes passiere. Alle Inhalte und der Plot würden sich erst während des Schreibens ergeben.

Gardner verfasste die ersten vier Kapitel seines Bond-Buches „License Renewed“ mit den Überschriften „Passenger for Flight“, „Thoughts in a Surrey Lane“, „The Opposition“ und „Dossier on a Laird“ und schickte sie an seine Auftraggeber. Auch wenn Gardner niemals versuchte, Fleming zu kopieren, wie es Amis getan hatte, sollte er sich nach Ansicht der Fleming-Erben an gewisse Punkte halten, z.B. Bond niemals in seinen Mittagspausen arbeiten, sondern stattdessen etwas Bond-Typisches essen lassen.

Gardner lieferte drei weitere Kapitel, und auch hierauf war die Reaktion eher zurückhaltend. Seine Recherche schien nicht ausreichend zu sein, denn im sechsten Kapitel fanden sich siebzehn inhaltliche Fehler.

Trotzdem waren Gardners Bücher überaus erfolgreich. Er hatte 007 neu erfunden, ohne dass es jemand gemerkt hatte.

In den USA wurden seine ersten drei Romane zu New York Times-Bestsellern, und Gardner erhielt einen Vertrag für drei weitere Romane.

Beim Schreiben der Bücher kamen Gardner besonders seine Erfahrungen als Pilot und sein Posten bei einer Marine-Kommandoeinheit im Zweiten Weltkrieg zugute.

Bond wurde realistischer, und die Leser freundeten sich rasch mit Gardners 007 an.

Einziges Manko blieben die Romantitel, doch der Autor beteuerte, er habe oft andere Titel geplant, die er bei den Verlegern aber nicht hätte durchsetzen können. „Icebreaker“ wurde zunächst als Romantitel abgelehnt, da der Name „Bond“ im Buchttitel stehen sollte, und so entstanden Ideen wie „Oh no, Mr. Bond!“ als Titelvorschlag, der aber auch nicht benutzt wurde.

Abgesehen von den beiden Romanen zu Filmen, die Gardner verfasste („Licence to Kill“ und „GoldenEye“), war „Brokenclaw“ bisher sein letztes Bond-Buch, das ins Deutsche übersetzt wurde. Dafür gab es mehrere Gründe: Zum einen sanken in Deutschland die Verkaufszahlen der Romane und zum anderen erschien der Inhalt von „The Man from Barbarossa“ als heikel. Das Buch thematisiert den Massenmord an der jüdischen Bevölkerung durch deutsches Militär während des Zweiten Weltkriegs, nachdem die Wehrmacht in Kiew einmarschiert war.

Entsprechend dem Einsatzbefehl der Einsatzgruppe Nr. 101 wurden 33.771 Juden bei Babi Yar am 29. und 30. September 1941 durch Maschinengewehrfeuer der SS und Wehrmacht ermordet. Die Wehrmacht deckte die SS und sprengte nach dem Massaker Teile der Schluchtwände, um mit dem abgesprengten Schutt die Leichenberge zu verdecken. Bis zum 12. Oktober wurden insgesamt 51.000 Juden ermordet. Die Habseligkeiten der Ermordeten bewahrte man in einem Lagerhaus auf und verteilte sie schließlich an die Wehrmachtssoldaten.

Das Massaker von Babi Yar war einer der Anklagepunkte bei den Nürnberger Prozessen.

„The Man from Barbarossa“ ist der Roman mit dem stärksten Realitätsbezug. Er weicht komplett von der Art ab, in der Gardner seine Romane sonst zu schreiben pflegte. Obwohl das Buch ein Experiment blieb (wie Ian Flemings „The Spy Who Loved Me“), ist es Gardners und auch Glidroses Lieblings-Bond-Roman. Die Verlage sahen es anders. Man war nicht damit einverstanden, dass Gardner die Erfolgsformel umgeworfen hatte. „Wenn sie nicht mindestens versuchen, einen neuen Weg und eine wirklich kreative Annäherung zum Thema Bond zu finden, wird der Roman einfach platt, stumpf und uninteressant. Ich bin enttäuscht, dass niemand meine Intention gesehen hat und versucht hat nachzuvollziehen, was ich wirklich vor hatte“, sagte Gardner in einem Interview. Nach seiner Vorgehensweise beim Schreiben gefragt, sagte er einmal: „Ich beginne in der Regel mit dem ersten Buchstaben.“

Die Öffentlichkeit war für die Veränderung der Bond-Formel nicht bereit.

Gardner hat den Roman-Bond maßgeblich geprägt, sein Durchhaltevermögen als Autor und seine Kreativität werden wohl unerreicht bleiben. Als John Gardner mit dem Roman „Cold“ 1996 sein letztes Bond-Buch schrieb, meinte er rückblickend, er hätte nach sechs Büchern aufhören sollen.

„Cold“ kam in kleiner Auflage heraus und erzielt heute bei Auktionen im Internet Preise bis zu 500 Pfund.

Nachdem sich Gardner als Autor zurückgezogen hatte, fiel die Wahl erneut auf einen James-Bond-Spezialisten: Raymond Benson. Er ist der erste Amerikaner, der die Reihe fortführte.

Aufmerksam wurden die Inhaber der Rechte an der Figur James Bond auf den am 6. September 1955 in Texas geborenen Benson, als er 1984 eine Analyse über die Bond-Bücher und Filme unter dem Titel „The James Bond Bedside Companion“807 schrieb. Es soll einen Rechtsstreit mit Glidrose gegeben haben, da man Benson nicht zugestand, aus den 007-Büchern zu zitieren. Schließlich kam es aber zu einer Zusammenarbeit, und Benson gewann mit seinem Buch den „Edgar Allan Poe Award“ für das beste biografische/kritische Werk.

Kein anderer Autor vor ihm hat eine so genaue Studie der Fleming-Romane vorgenommen, bevor er den Auftrag erhielt, 007-Bücher zu schreiben. Damit war Raymond Benson überdurchschnittlich qualifiziert. Sein erstes Werk „Zero Minus Ten“ (in Deutschland unter dem Titel „Countdown!“ erschienen) bot einen furiosen Einstand und strotzt geradezu vor Bezügen und Anspielungen auf andere Bond-Romane und -Filme.

1997 schrieb der neue Autor als Erster nach Fleming wieder eine Kurzgeschichte, die im Playboy unter dem Titel „A Blast From The Past“ veröffentlicht wurde.

Nach insgesamt drei Kurzgeschichten und neun Romanen, von denen drei auf Drehbüchern zu Filmen basieren, gab Benson im Februar 2003 bekannt, keine weiteren James-Bond-Romane mehr zu verfassen. Als Gründe nannte er eine zu geringe Gage und den Frust, in seiner Kreativität gebremst zu werden, weil man ihm von Seiten der Ian Fleming Publications Ltd.808 so strenge Auflagen machte.

Nach dem Ende seiner Arbeit an James Bond schrieb er unter dem Pseudonym David Michaels zwei Romane zu Tom Clancys Splinter-Cell-Reihe.

Damit war der Roman zum Film „Die Another Day“ für viele Jahre der letzte, in dem 007 seine Walther PPK809 - oder wie Benson es geändert hatte - seine P99 zog.

Fleming hatte James Bond zunächst die Beretta in die Hand gegeben, ihn dann aber zur Walther PPK wechseln lassen, weil sich ein Leser und Waffenexperte über die Beretta lustig gemacht und sie als „agentenuntaugliche Frauenwaffe“ bezeichnet hatte. Der Waffenwechsel wurde schließlich auch zum Thema in „James Bond 007 jagt Dr. No“ (1962), in dem Major Boothroyd sagt, die Beretta sei gut für eine Damenhandtasche. In „Der Morgen stirbt nie“ (1997) bekam Bond nach 35 Jahren wieder eine neue Handfeuerwaffe, eine P99, das Nachfolgemodell der PPK.810

„PP“ steht für Polizeipistole, „PPK“ für „Polizeipistole Kriminal“.811 Über die in Deutschland hergestellten Waffen der Firma Walther haben die britischen Kinozuschauer niemals ein Wort verloren. Es erschien ganz normal, dass der so britische Agent sie benutzte. Als 007 in „GoldenEye“ (1995) aber plötzlich ein deutsches Auto bekommen sollte, waren die Engländer aus dem Häuschen. Bond und deutsche Technik!

In „Skyfall“ (2012) benutzte 007 die Walther PPK S mit optischem Handflächensensor.

John Garnder erklärt in „License Renewed“, warum Bond (zumindest in seinen Romanen) keine Walther PPK mehr benutzt: „By now, however, the PPK had been withdrawn from use, following its nasty habit of jamming at crucial moments. The weapon did this once too often, on the night of March 20th, 1974, when a would-be kidnapper with a history of mental illness attempted to abduct Princess Anne and her husband, Captain Mark Phillips. The royal bodyguard, Inspector James Beaton, was wounded, and, in attempting to return fire, his Walther jammed. That, than, was the end of this particular handgun as far as the British police and security services were concerned.“

Deutsche Verlage veröffentlichten, abgesehen von den Romanen basierend auf Filmen, ab „The Facts of Death“ (1989) keine Übersetzungen mehr von Raymond Bensons Bondgeschichten. Man begründete dies, wie schon bei Gardner, mit sinkenden Verkaufszahlen und der mittelmäßigen Story der Bücher. Auch warfen viele Kritiker Benson vor, seine Romane seien langweilig. So wurde angemerkt, wer lese gerne Sätze wie „Der Tag ging ereignislos weiter“812? Raymond Benson war hier dichter an Fleming, als man meinen mag, denn Fleming, der geistige Vater der Erfolgsromane schrieb in „Casino Royale“, als nichts passiert war: „Die nächsten Tage verliefen nicht anders.“

Leser des Bestseller-Autors Sebastian Faulks werden angesichts der oben genannten Kritik vermutlich schmunzeln, wenn sie Faulks Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ lesen. Darin fragt Darius Alizadeh James Bond:

„Hatten Sie eine angenehme Reise?“

„Ereignislos“, erwiderte Bond.

Alizadeh lachte vergnügt. „Ich hab's gern, wenn's ereignislos ist“, sagte er (...)“

Viele Leser waren der 007-Literatur im Laufe der Jahre überdrüssig geworden. Eine neue Art von Romanen dominierte den Markt, und an der Spitze standen die Bestseller der Schriftstellerin Joanne K. Rowling813. Ihre Figur des kleinen Zauberers Harry Potter brachte die Welt zum Jubeln, und so fand es Ian Fleming Publications Ltd. an der Zeit, einen Schritt zurück statt nach vorn zu gehen. Man wandte sich dem jungen James Bond zu und fand für diese Art des Romans den Autor Charlie M. Higson.

Higson ist auf vielen Gebieten künstlerisch tätig gewesen. Von 1980 bis 1986 spielte er in der Band „The Higsons“, von 1994 bis 2000 war er Darsteller und Autor der BBC Comedy-Reihe „The Fast Show“.

Für seinen ersten Roman der Reihe „Young Bond“ „Silverfin“814 hat Higson ebenso wie Benson vor ihm ausgezeichnet recherchiert.

„Silverfin“ erschien am 3. März 2005 und wurde ein Verkaufsschlager. Bisher sind 5 Romane und eine Kurzgeschichte erschienen, weitere werden wohl folgen.

In den Higson-Büchern erlebt der Leser Bond zu seiner Schulzeit in Eton. Er ist 13 Jahre alt und durchlebt seine ersten nervenaufreibenden Situationen. Dass sich Higson an Pearsons „Biographie“ anlehnt, wie oft behauptet, ist jedoch falsch. Bei Pearson ist Bonds Vergangenheit ganz anders verlaufen.

Wie Raymond Benson machte sich auch Charlie Higson einen Spaß daraus, auf die Romane von Ian Fleming anzuspielen. Sind diese Anspielungen bei Benson meist offensichtlich und beziehen sich auf James Bonds Vorlieben oder seine Vergangenheit sowie auf Ian Fleming selbst, setzt Higson ganz bewusst darauf, dass seine versteckten Seitenhiebe wirklich nur von fachkundigen Lesern entdeckt werden.

Um den Unterschied zu verdeutlichen: Raymond Benson schrieb in seinem ersten James-Bond-Roman gleich am Anfang, dass 007 Besitzer eines Hauses auf Jamaika sei, das den „schönen“ Namen „Shamelady“ trage. Dieses Haus soll einst einem bekannten und erfolgreichen britischen Autor und Journalisten gehört haben. Zweifellos meint Benson Ian Fleming. Dessen Haus auf Jamaika heißt zwar nicht „Shamelady“, sondern „Goldeneye“, aber als er es 1964 erwarb, schlug seine Frau Anne vor, das Anwesen nach der auf Jamaika vorkommenden Blume „Shamelady“ zu nennen. Fleming zog den Namen in Erwägung, entschied sich aber schließlich dagegen. Recherchen zufolge wollte man Szenen von „Skyfall“ (2012) auf „Goldeneye“ drehen, verwarf die Idee aber, da das Haus renoviert wurde.

Bensons Bücher sind voll von solchen kleinen Anspielungen, und diese Form der Hommage kam bei den Bond-Fans gut an.

Charlie Higson spielte in seinen Geschichten auf viel dezentere Art und Weise auf Fleming an:

In der englischen Originalausgabe seines Buches „Silverfin“ („Stille Wasser sind tödlich“) beginnt das erste Kapitel („The New Boy“) mit dem Satz: „The smell and noise and confusion of a hallway full of schoolboys can be quite awful at twenty past seven in the morning.“ Mit dieser Formulierung bezieht sich Higson auf Flemings erste Worte im Roman „Casino Royale“: „The scent and smoke and sweat of a casino are nauseating at three in the morning“. Auch schreibt Higson von einem im Zirkus auftretenden Mann, der im Original den Künstlernamen „The Mighty Donovan“ trägt. Hierbei soll es sich um den Vater von Red Grant aus Flemings Roman „From Russia with Love“ handeln. Dort heißt er „The Mighty O'Donovan“.

Auf der Jagd sagt Lord Hellebore zu seinem Sohn, dass sie wie Indianer seien, und nennt ihn einen echten Indianer, als er einen Hirsch erlegt.

Er spielt auf Flemings Soldaten im 2. Weltkrieg an, die „Flemings Red Indians“815 genannt wurden.

Im Roman „Casino Royale“ bezeichnet Le Chiffre Bond als einen Jungen, der Indianer spielt, und auf der letzten Seite des Buches sagt Bond zu sich selbst, dass er aufhöre, Indianer zu spielen.

In den Folgeromanen der Young-Bond-Reihe finden sich weitere Anspielungen.

Im Kapitel „Blood Brothers“ im Buch „Bloodfever“ veranstaltet der Schurke ein Abendessen, bei dem „Armando Lippe from Lisbon“ zu Gast ist. Dies soll der Vater von Graf Lippe (Count Lippe) sein, den James Bond im Roman „Thunderball“ kennen lernt. Der Name „Lippe“ existiert nur in den britischen Buchausgaben, auf dem amerikanischen Markt änderte sich der Name seltsamerweise in „Count Armando from Lisbon“. Der deutsche Roman nennt hier „Graf Armando aus Lissabon“. Der Übersetzer hat die Anspielung also nicht verstanden.

In „Double or Die“ („Goldenboy“) prahlt Sir John Charnage bei einem Kartenspiel mit James Bond mit seinen Erfolgen in einem Kasino in der Stadt von Royale-les-Eaux. Es ist das „Casino Royale“ gemeint, in dem ein Hauptteil der Handlung von Flemings Roman „Casino Royale“ spielt und in dem Bond in „On Her Majesty's Secret Service“ auch Tracy di Vicenzo kennenlernt.

Diese und zahreiche weitere Beispiele verknüpfen die Romane von Benson und Higson mit anderer 007-Literatur.

Kurz bevor der vierte Roman der Young-Bond-Reihe mit dem Titel „Hurricane Gold“816 herausgebracht wurde, nahm sich ein weiterer Autor des erwachsenen Bonds an.

Nach dem großen Erfolg von „Casino Royale“ im Jahre 2006 schien auch das Interesse an Bond wieder gewachsen zu sein.

[no image in epub file]Drehort für „Casino Royale“ (2006) in Karlsbad

Ian Fleming Publications Ltd. wandte sich an Sebastian Faulks817. Der Autor wurde 1953 in Newbury geboren, studierte Literatur und Geschichte in Cambridge und arbeitete danach als Journalist. Seit 1991 ist er freier Schriftsteller. Mit dem Roman „Gesang vom großen Feuer“, der bei seinem Erscheinen großes Kritikerlob erhielt, gelang ihm der internationale Durchbruch.

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