Kitabı oku: «Der Engel an meiner Seite»

Yazı tipi:

Das Buch

Mike Lingenfelter war am Ende. Nach zwei Infarkten und einer riskanten Herzoperation hat der eben noch erfolgreiche Ingenieur mit seinem Leben abgeschlossen. Seine Ärzte versuchen ihn zu ermutigen und raten ihm, sich einen Therapiehund anzuschaffen. Doch Lingenfelter will keinen Hund mehr - er will sterben! Es passiert, was unvorstellbar schien: Dakota, ein rotgoldener Golden Retriever, selbst gerettet, tritt in sein Leben. "Cody" gewinnt Mikes Liebe und lernt schnell sein Herrchen zu warnen, wenn eine neue Herzattacke bevorsteht. "Cody" rettete vielen Menschen auf seine besondere Art das Leben und gab Mike seine Würde, seinen Stolz und sein Leben zurück. Er war sein persönlicher Schutzengel. Lingenfelters fesselnder Bericht machte in den USA nicht nur bei Tierfreunden, sondern auch bei Wissenschaftlern, Therapeuten und Medizinern Furore.

Die Autoren

Michael Lingenfelter ist Ingenieur und hat in seinen 40 Jahren Berufszeit an zahlreichen viel beachteten und wichtigen öffentlichen Bauprojekten gearbeitet. Er war für den Entwurf und die Bauleitung von Kommunikationssystemen für Flughäfen, Massentransitsystemen und anderen öffentlichen Transportsystemen in Dallas, Pittsburgh, Los Angeles, Buffalo und anderen Städten auf der ganzen Welt verantwortlich. Er war Mitglied des Institute of Electrical and Electronical Engineers und mehrerer Berufsverbände und besitzt 17 Patente auf seinem Gebiet weltweit. Mike Lingenfelter und seine Frau Nancy haben vier Kinder und sieben Enkel. Sie leben in Huntsville, Alabama, wo Lingenfelter eine beratende Funktion für die Parsons Transportation Group, eine Tochtergesellschaft der Parsons Engineering, ausübt. David Frei ist Millionen von Fernsehzuschauern als langjähriger Co- Moderator der beliebten jährlichen Hundeshow Westminster Kennel Club des Fernsehsenders USA Network bekannt. Auch wenn er in der Welt der Hundeausstellungen sehr erfolgreich ist, sind sein größter Stolz seine beiden Brittany-Hunde Teigh und Belle, die als registrierte Therapiehunde jede Woche Menschen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Altersheimen besuchen. Dave Frei lebt mit seiner Frau Cherilyn in Seattle. Der Golden Retriever Dakota war Mikes ganz besonderer Begleithund, der einzigartige lebensrettende Fähigkeiten besaß. Er wurde 1999 von der Delta Society zum Behindertenbegleithund des Jahres ernannt, in die Texas Veterinary Medical Foundation Animal Hall of Fame aufgenommen, vom National Sertoma Club of Dallas (als erster Nichtmensch in der Geschichte) zum Menschenfreund des Jahres gewählt und in die Alabama Animal Hall of Fame aufgenommen.

Mike Lingenfelter & David Frei

Der Engel an meiner Seite

Die wahre Geschichte eines Hundes, der einen Menschen rettete... und eines Menschen, der einen Hund rettete

Übersetzt von Johanna Ellsworth


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Die Autoren

Titel

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Vorwort

Danksagungen

Wütend auf die Welt

Genau wie ich

Der grüne Gummifrosch

Wir können etwas bewirken

Das Geschenk

Der Unterricht hat begonnen

Zurück in die reale Welt

Der Glaube an Dakota

Wenn er krank ist, bin ich es auch

Der Mann und die Festung

Das Band

Warnsignale aus der Ferne

Der Kampf

Hoffnung

Der Schüler

Das Hoffen auf ein neues Wunder

Dakotas Vermächtnis

Bilder

Interessante Webseiten

Impressum

Dieses Buch widme ich meiner Frau Nancy, die mich während meiner Genesung und des Schreibens unendlich unterstützt hat, und meinen Kindern, die unerschütterlich an Dakota und seine Fähigkeit, mich zu heilen, geglaubt haben.

M. L.

♦ ♦ ♦

Meinem verstorbenen Vater Jerry Frei gewidmet, der mir schon immer spirituell und mit Inspirationen zur Seite stand und es weiterhin tut.

D. F.

Vorwort

Was hinter uns liegt und vor uns liegt, sind winzige Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.

- Ralph Waldo Emerson


Dakota zu kennen und an seinem Leben teilzuhaben war ein echtes Geschenk für mich. Er setzte seine Zauberkräfte ein - für mich und für andere.

Schon seit über dreißig Jahren wird mein Leben durch Hunde bereichert. Meine eigenen Hunde haben Preise gewonnen und therapeutische Arbeit geleistet. Ich selbst habe seit 1990 das Privileg, bei der Westminster Kennel Club Dog Show im Fernsehsender USA Network als Moderator zu arbeiten.

Doch keine meiner Erfahrungen mit Hunden hatte einen so starken Einfluss auf mein Leben wie die Geschichte von Dakota und Mike. Vielleicht wird sie Ihr Leben verändern. Vielleicht auch nicht. Auf alle Fälle hoffe ich, dass die Geschichte Ihr Herz anspricht und Ihnen zeigt, wie herrlich unser Leben sein kann, wenn wir es auf sinnvolle Weise mit unseren geliebten Hunden teilen.

Ich lernte Mike und Dakota im Jahr 1999 kennen. Damals wurde ich von der Delta Society als PR-Berater angeheuert, um ein Video zu drehen und die Pressearbeit für ihre jährliche Preisverleihung zu machen, bei der die Therapietiere und Behinderten-Begleithunde des Jahres ernannt wurden. Mike und Dakota waren eins dieser preisgekrönten Hund-Mensch-Teams, und so flog ich nach Dallas, um einen Film und einen Bericht über sie zu machen. Damals hatte ihre Geschichte gerade erst begonnen - Dakota rettete Mike buchstäblich jeden Tag das Leben - und es wurde ein toller Bericht.

Ich ahnte damals noch nicht, dass ich selbst Teil einer ganz besonderen Reise werden sollte. Und bei jedem Schritt lernte ich, dass es nicht darauf ankommt, was man seinem Hund beibringt, sondern was man von ihm lernt. Dakota war ein ausgezeichneter Lehrer. Er inspiriert mich noch heute und ich bin sehr froh, ihn gekannt und erlebt zu haben.

David Frei

Danksagungen

Ich habe noch nie ein Buch geschrieben. Meine Ausbildung beschränkt sich auf Technik und Betriebswirtschaft. Doch in meinem Herzen weiß ich, dass mir höhere Energien geholfen haben, die Geschichte von Dakotas Aufgabe hier auf Erden zu erzählen. Hoffentlich konnten David Frei und ich die Stärke und Bedeutung von Dakotas Gegenwart zum Ausdruck bringen, damit der Leser erkennt, dass er ein göttlicher Engel war, der nicht von meiner Seite wich und der mein Leben tatsächlich in seinen »Händen« hielt. Er hat aber nicht nur mir geholfen - viele Menschen haben Dakotas Segen erlebt. Er hat auch ihr Leben für immer verändert. Dakota hat der Welt gezeigt, wie stark das Band zwischen Mensch und Tier sein kann, und ihr die Botschaft überbracht, dass Gottes vierbeinige Geschöpfe besondere Kräfte besitzen - wenn wir uns nur die Zeit nehmen, ihnen zuzuhören und sie zu verstehen.

Ja, während David und ich dieses Buch schrieben, war Dakota bei mir, in meinem Herzen und in meinem Geist - denn ohne ihn hätten wir es nie schreiben können.

Ich danke Karen Costello und dem Greater Houston Golden Retriever Club (GHGRC) für Dakotas Rettung. Mein Dank geht auch an Dr. Harold Krug und seine Mitarbeiter sowie an Dr. Gregory Ogilvie und die unzähligen Mitarbeiter der Colorado State University für ihre Hilfe bei der Behandlung von Dakotas Krebsleiden. Ich möchte Patty Neger, dem Moderator der ABC-Sendung Good Morning America und Dr. Marty Becker dafür danken, dass sie Dakota die Behandlung an der Colorado State University ermöglicht haben. Mein besonderer Dank gilt all den Menschen auf der ganzen Welt, die für Dakotas Genesung gebetet und uns E-Mails und Karten geschickt haben. Und ich danke Dick Tansill, dem Senior Vice President der Parsons Transportation Group, dafür, dass er mich (und Dakota) wieder arbeiten ließ.

Auch danke ich dem Verlag Hay House dafür, Dakotas Geschichte zu veröffentlichen. Mein größter Dank gilt jedoch meinen Lektorinnen Jill Kramer und Shannon Littrell, die mich durch diese Lebensaufgabe geführt haben.

Mike Lingenfelter


Als Allererstes danke ich Mike dafür, dass er Dakota mit mir geteilt und mich gebeten hat, ihm beim Schreiben ihrer gemeinsamen Geschichte helfen zu dürfen.

Auch ich muss mich bei vielen Leuten bedanken, doch zuerst will ich meinen eigenen Hunden Teigh und Belle danken, die mir jeden Tag das emotionale Band zwischen Mensch und Tier und ihre bedingungslose Liebe zeigen. Mein Leben ist schöner, weil ich es mit ihnen teilen darf.

Auch möchte ich den vielen Hundebesitzern danken, die mich inspiriert haben und die das Leben anderer erleichtern, indem sie mit ihren Tieren in Kliniken und an Unglücksstätten wie dem World Trade Center und der Columbine High School aushelfen. Susan Stone, Karen Lefrak, Cindy Ehlers, Teoti Anderson, Megan Wolf, Buddy Hayes, Maureen Fredericksen und all ihr anderen - ihr bringt mich dazu, noch mehr erreichen zu wollen. Ich hoffe, diese Geschichte über Dakota wird euch noch mehr Kraft geben und den Menschen die tollen Sachen nahebringen, die ihr mit euren Tieren und eurem Herzen macht.

Außerdem danke ich David Vigliano und Michael Harriott der Vigliano Associates dafür, dass sie an uns glauben, und all den Mitarbeitern bei Hay House, die uns geholfen haben, dieses Buch Wirklichkeit werden zu lassen.

Mein Dank gilt auch Ranny Green und Bob Clampett für ihre kreativen Ideen und ihr qualifiziertes Lektorat.

Und ich danke meiner Frau Cherilyn. Ihre Liebe zu mir und ihr Engagement für die Therapie mit Tieren hat mir eine ganz neue Sicht meiner eigenen Menschlichkeit und Spiritualität vermittelt.

Aber am allermeisten danke ich Gott für dieses Leben, denn er hat mir einen Hund als Lehrmeister geschickt.

David Frei

Kapitel Eins
Wütend auf die Welt

»Auf keinen Fall!«, protestierte ich. «Ich habe doch schon einen Hund.«

Meine Psychiaterin Dr. Attar war längst daran gewöhnt, dass ich jeden ihrer Vorschläge niederschmetterte. Auch diesmal war es nicht anders. Was sollte ich mit einem Hund? Schließlich wusste ich genau, dass mein Ende nahte, und das wollte ich sogar. Ich hatte mein Leben satt, und meine Wut und Gleichgültigkeit halfen mir, mit dem Unausweichlichen fertig zu werden.

Ich musste den Tatsachen ins Auge sehen: Ich war meinem geschwächten Herz hilflos ausgeliefert. Ohne Medikamente oder Zustimmung meines Herzspezialisten konnte ich nichts mehr tun. Ich konnte nichts Schweres mehr tragen und ich durfte nicht allein Auto fahren. Wie die Ärzte mir außerdem gesagt hatten, würde mein Gesundheitszustand nie mehr besser werden - nur noch schlechter.

Und in diesem Zustand sollte ich mir einen Hund anschaffen? Na toll.


♦ ♦ ♦


Was war aus mir geworden? Noch zwei Jahre vorher hatte mir die Welt zu Füßen gelegen. Ich hatte eine glückliche Ehe und eine wunderbare, liebevolle Familie. Ich genoss das süße Leben in der sonnigen Idylle von Südkalifornien. Ich hatte einen Job, von dem jeder Ingenieur träumt; er war fordernd und befriedigend und brachte mir so viel Geld ein, wie ich jemals brauchen könnte.

Ich hatte mich auf den Entwurf und die Bauleitung von Kommunikations- und Kontrollsystemen für Flughäfen und öffentliche Transportmittel spezialisiert. Ich hatte an der Metro Rail Red Line, einem ultramodernen Massentransportprojekt in Los Angeles, gearbeitet. Das Projekt stand unter starkem Zeitdruck (wie die meisten solcher Projekte) und hatte ein Milliarden-Dollar-Budget. Obwohl ich in meinem Job gut war, war ich sehr ehrgeizig und schuftete. Ich war eben ein echter Alpha-Typ, der die Herausforderungen liebte, die mein Beruf mit sich bringt.

Ich konnte gar nicht hart genug arbeiten. Ich machte viele Überstunden und arbeitete dazu noch unzählige Stunden an den Abenden und Wochenenden zu Hause. Manchmal konnte ich mich von meinem Job losreißen, aber meistens war meine Arbeit mein Leben. So kam mein schwerer Herzinfarkt nicht unbedingt überraschend. Überraschend daran war die Tatsache, dass es nicht während der Arbeit passierte, sondern während ich an einem dieser paradiesischen kalifornischen Sonnentage mit dem Fahrrad unterwegs war.

Ich konnte von Glück sprechen, den Herzinfarkt zu überleben. Und ich hatte sogar das große Glück, einen zweiten Herzinfarkt zu überleben. Der ereignete sich eine knappe Woche später, während ich mich noch im Krankenhaus von meinem ersten erholte. Auch wenn ich eine Notoperation am Herzen gehabt hatte, blieben starke Herzschäden und eine chronische Angina pectoris zurück.

Laut dem amerikanischen Gesundheitsministerium ist Angina pectoris »ein wiederkehrender Schmerz und Unbehagen in der Brust als Resultat schlechter Durchblutung eines Teil des Herzens«. Bei manchen Menschen taucht Angina pectoris in einem vorhersehbaren Muster auf, das es ihnen ermöglicht, ihre Aktivitäten anzupassen und sich auf den richtigen Umgang mit den Attacken vorzubereiten. Das nennt man eine »stabile Angina pectoris«. Aber was ich hatte, war eine »instabile Angina pectoris«, die kaum vorauszusehen war. Es gibt keine Warnzeichen - instabile Angina-pectoris-Attacken brauchen weder Stress noch körperliche Belastung als Auslöser, und an ihrer Häufigkeit und Schwere lässt sich kein Muster erkennen. In beiden Fällen können sich die Attacken allmählich verschlimmern und irgendwann zu einem Herzinfarkt führen.

Mein Herz war zu schwach, um eine weitere Operation zu überstehen. Daher musste ich lernen, mit dem Schmerz zu leben, während meine instabilen Herzattacken mich weiterhin quälten. Für mich fühlte sich jeder Anfall so an, als wäre mein Brustkorb in einen Schraubstock eingeklemmt. Auch wenn der Schmerz variierte, strahlte er oft von der Brust bis in die Schultern, Arme und den Hals hinauf. Es tat sogar so weh, dass ich nicht immer genau sagen konnte, wo es am meisten schmerzte.

Ich musste meine Arbeit liegen lassen und zur Rehabilitierung zu Hause bleiben. Zwei Monate nach der Operation begann ich mit dem Rehabilitationsprogramm. Zu Anfang der Reha befand ich mich in einem schlimmen Zustand: Ich musste mir die Namen meiner Enkel neu einprägen und sogar das Schreiben wieder lernen. Ich glaubte, mein Herz durch Sport stärken zu können, und war sicher, je härter ich trainieren würde, desto schneller würde ich mich erholen und wieder arbeiten können. Ich war sicher, mich selbst heilen zu können, und wusste, dass ein gelegentlicher Schmerz Fortschritte bedeutete, und so betrieb ich die Reha genauso intensiv, wie ich gearbeitet hatte. Doch nachdem die Angina pectoris mich ein paar Mal flachgelegt hatte, verbot mein Kardiologe mir sämtliche Reha-Aktivitäten.

Ich ging zu meinem Arzt und wollte von ihm wissen, warum er meinen Zustand nicht verbessern konnte. Schließlich musste ich ja wieder zur Arbeit zurück! Doch wie er mir mitteilte, war das nicht mehr das Hauptproblem. Mein Hauptproblem war jetzt die Frage, wie lange ich noch leben würde. Wie mein Kardiologe mir eröffnete, würde ich nicht mehr gesünder werden. Am besten wäre es für mich, weiterhin die Medikamente einzunehmen, die gegen die Angina pectoris halfen. Eine Operation kam für mich immer noch nicht in Frage, da mein Herz nicht stark genug war, eine solche Strapaze zu überleben. Ich ging zu anderen Ärzten und bekam überall dieselbe düstere Diagnose zu hören.

Die Realität war unerträglich. Ich würde nie mehr in meinen Job zurückkehren und auch nie mehr gesünder werden. Ich war nicht mehr der Brötchenverdiener und ich war auch kein toller Ehemann oder Vater. Ich fühlte mich absolut wertlos und für alle Probleme meiner Familie verantwortlich. Mir war elend zumute und ich stellte sicher, dass sich auch mein ganzes Umfeld schlecht fühlte. Vor allem der Mensch, den ich am meisten liebte - meine Frau Nancy -, bekam das zu spüren. Ich versuchte ständig, irgendeinen Streit mit ihr anzufangen, damit sie das Leben ja nicht mehr genießen könnte.

Warum sollte sie glücklich sein, wenn ich es nicht war?

Das war im August 1992. Damals war ich 54 Jahre alt und glaubte, mein Leben sei vorbei. Ich hing zu Hause herum und wartete auf meinen Tod. So vegetierte ich die nächsten Monate vor mich hin. Die Tage zogen sich in die Länge. Ich nahm Pillen zum Aufstehen, Pillen zum Wachbleiben und Pillen zum Schlafengehen. Ich hatte keine Hoffnung und kein Leben mehr. Jeden Tag fuhr ich Nancy die wenigen Straßenblocks ins Büro und holte sie zur Mittagszeit und nach der Arbeit ab. Auch wenn ich eigentlich nicht Auto fahren sollte, wollte ich doch wenigstens meine Verzweiflung mit ihr teilen.

Nach einem Jahr dröger Routine - warum sie es so lange aushielt, ist mir schleierhaft - beschlossen wir, dass wir etwas ändern mussten. Nancy kündigte ihre Stelle und wir zogen im April 1993 nach Katy, Texas. Wir redeten uns ein, dann unseren Kindern und Enkeln näher zu sein. Doch tief in meinem Inneren spürte ich, dass Nancy einfach von Zeit zu Zeit meiner düsteren Stimmung entfliehen wollte. Ein Vorteil war unser neuer Wohnsitz in einem Vorort von Houston, das uns die beste medizinische Versorgung des Landes bot. Wenn ich nicht gerade zu Hause hockte und unausstehlich war, verbrachte ich die meiste Zeit im Methodist Hospital in Houston. Und als wären meine Herzprobleme nicht schon schlimm genug, komplizierten Kreislaufprobleme und stressbedingte Angstzustände meine Situation noch mehr. Alles zusammen ließ Selbstmordgedanken in mir hochsteigen. Und deswegen ging ich zu einem Psychiater.


Als ich Dr. Attar sagte, dass ich keinen Hund mehr wollte, ignorierte sie mich einfach. Das tat sie meistens. Sie machte mich ständig wütend. Ein Teil der Wut war die Nebenwirkung meiner Medikamente, doch der größte Teil kam daher, weil ich ein wütender, frustrierter Alpha-Typ-Macho-Idiot war. Da Wut der einzige Schutzmechanismus war, den ich hatte, ließ ich sie bei der Psychiaterin oft heraus. Ich wusste, ich würde sowieso sterben - dagegen konnte Dr. Attar genauso wenig tun wie ich selber. Und es war mir egal. Im Gegenteil: Ich hatte vor, den Prozess ein bisschen zu beschleunigen. Wenn ich die Sicherheit gehabt hätte, dass Nancy nach meinem Tod genügend Geld für ihren Lebensunterhalt haben würde und die Lebensversicherungsgesellschaften keine dummen Fragen stellen würden, dann hätte ich mein Leben sofort beendet und sie von ihrer Last befreit.

Das wusste auch Dr. Attar. Ich war seit meiner Ankunft in Houston wegen Depressionen und Angstzuständen bei ihr in Therapie und sie hörte sich jede Woche meine Wut, Drohungen, Depressionen und Lügen an. Während der jetzigen Sitzung wollte ich aufstehen, doch sie ließ mich nicht.

»Bleiben Sie sitzen und hören Sie mir gut zu«, sagte Dr. Attar. »Dr. Young und ich sind beide der Meinung, dass Sie keine Fortschritte machen. Sie haben eine Wut auf die ganze Welt, und Sie lassen Ihre Wut an allen Leuten um Sie herum aus - vor allem an ihrer Frau«, schimpfte sie mit mir. »Sie müssen etwas tun, das Sie aus dem Haus lockt - etwas, wodurch Sie sich körperlich betätigen.«

Ich hatte immer gedacht, meine Psychiaterin sei dazu da, mich abzuregen statt aufzuregen.

Bei einem meiner ersten Termine bei meinem Kardiologen Dr. Young hatte ich eine schwere Angina-pectoris-Attacke in seiner Sprechstunde gehabt. Er hatte mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Hinterher hatte ich ihm gesagt, dass ich mir wünschte, er hätte mich einfach sterben lassen. Ich konnte nicht begreifen, warum er seine Zeit mit mir verschwendete, während er einen anderen Patienten hätte retten können, der seiner Zeit und Mühe wert war.

Dr. Attar schien zu wissen, dass ich mich insgeheim so fühlte - trotz meiner aufrichtigen Bemühungen, ihr vorzugaukeln, es würde mir gut gehen.

»Mike, wir brauchen etwas, womit wir auch an Ihrer psychischen Heilung arbeiten können. Dr. Young und ich glauben, ein Therapiehund könnte die Lösung sein.«

»Warum kann ich dafür nicht einfach Abbey nehmen?«, fragte ich. Abbey war unser Golden Retriever.

»Ihre Frau hält Abbey für zu nervös. Sie brauchen einen ruhigeren Hund«, antwortete sie.

»Ich brauche gar keinen Hund«, widersprach ich. »Und mit Sicherheit brauche ich keinen Therapiehund, was immer das auch sein soll.«

Dr. Attar blieb beharrlich. »Sie brauchen eine Ablenkung. Sie haben zu viel Zeit und das gefällt mir gar nicht. Ich will nicht, dass Sie mir aufkündigen.«

»Ja logisch.« Ich hatte ihr längst aufgekündigt und sie wusste das. Sie wusste, dass jede Woche ihre letzte Chance bei mir sein konnte.

Ich hatte immer noch genügend Energie, ihr eine sarkastische Antwort zu verbraten: »Na toll, ich habe ja auch so viel, für das es sich zu leben lohnt, stimmt’s? Ich komm nicht mehr aus dem Bett raus und ich stehe 24 Stunden am Tag unter Drogen.«

Ich hatte mir schon genau überlegt, wie ich die Sache sauber beenden könnte. Ich hatte einen Flugschein und dachte daran, mir einen Flieger zu mieten und in den Sonnenuntergang zu fliegen. Auch hatte ich mir eine Pistole zugelegt. Und ich hatte zu Hause eine Menge Tabletten herumliegen. Wie ich wusste, brauchte ich bloß eine Handvoll meiner Antidepressiva zu schlucken oder auch einfach aufzuhören, die Herzpillen zu nehmen, die mich am Leben erhielten - beides würde das erwünschte Resultat bringen. Wofür lebte ich eigentlich noch? Meine Gesundheit war ruiniert, meine Medikamente brachten nichts, ich konnte nicht mehr arbeiten, ich war meiner Familie zur Last geworden, meine Ersparnisse schmolzen dahin, meine Ehe war durch den Stress ziemlich am Ende und ich fühlte mich total hilflos, irgendetwas dagegen tun zu können.

»Ich will keine Therapie mehr - weder von Ihnen noch von einem Hund. Warum lasst ihr mich nicht einfach alle in Ruhe?«, fragte ich bissig. In Wahrheit hegte ich den Verdacht, dass ein Hund meine schlauen Pläne durchkreuzen würde.

Anscheinend konnte Dr. Attar Gedanken lesen. »Sie haben die Wahl: Entweder kooperieren Sie und versuchen es mit einem Therapiehund - oder ich weise Sie gleich in ein Krankenhaus ein, wo man Sie vor sich selbst schützen kann. Die Entscheidung bleibt Ihnen überlassen.«

Auch wenn ich nicht gerade über mein Leben »draußen« vor Freude Purzelbäume schlug, war mir klar, dass ich in kein Krankenhaus wollte. Die vielen Stunden, die ich in Arztpraxen vergeuden musste, waren schlimm genug. Daher beschloss ich, das Spielchen eine Weile mitzuspielen.

»Also gut, ich werde mit Nancy darüber reden und wir überlegen uns, wie wir die Idee umsetzen können«, versprach ich Dr. Attar. Insgeheim dachte ich, ein zweiter Hund könnte mit Abbey spielen und mich verschonen.

Als ich die Praxis verließ, war ich stolz auf mich, weil ich Dr. Attar endlich einmal ausgetrickst hatte. Ich gebe zu, damals hatte ich eine Menge mieser Eigenschaften - mir fallen auf Anhieb Verbitterung, Fatalismus und Sturheit ein -, aber Dummheit hat noch nie dazugehört. Ich hatte meine Ärzte immer dazu gebracht, mir genau zu sagen, was mit meinem Körper los war. Und ich war intelligent genug zu verstehen, was die Ärzte mir sagten. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum ich so schlecht über mein restliches Leben dachte. Auf alle Fälle wollte ich wissen, was es mit diesem Therapiehundequatsch auf sich hatte - warum bestanden Dr. Attar und Dr. Young plötzlich darauf, dass ich mir einen Hund zulegte? Wie sie besser als alle anderen wussten, hatte ich genug mit mir selbst zu tun.

Noch am selben Abend suchten Nancy und ich im Internet nach Antworten auf unsere vielen Fragen, wie zum Beispiel: Was ist ein Therapiehund, was macht ein Therapiehund und wo findet man einen Therapiehund? Wir fanden mehrere Einträge über »Therapie mit Hilfe von Tieren« und »die emotionale Verbindung zwischen Mensch und Tier«. Es waren auch Berichte über Menschen dabei, die mit ihren Hunden Seniorenheime und Schulen besuchten, alte Menschen glücklich machten und Kinder mit ihren Tieren aufmunterten. Die Rolle der Tiere bei der Genesung von Menschen und der Verbesserung ihrer Lebensqualität war ein durchgehendes Thema. Die Delta Society hatte das Motto »Tiere, die Menschen helfen, und Menschen, die Tieren helfen«. Das Hauptanliegen von Therapy Dogs International war, »Trost und Gesellschaft zu schenken, indem der Hund mit Patienten in Krankenhäusern, Pflegeheimen und weiteren Institutionen geteilt wird ...«.

Die Mission einer anderen Therapiehundeorganisation namens The Good Dog Foundation war, »professionell ausgebildete und angeleitete Mensch-Tier-Teams einzusetzen ... um den Heilungsprozess von Menschen zu fördern und ihre Lebensqualität zu verbessern«. Ihr Motto lautete »Weil gute Hunde eine gute Medizin sind«. Doch die Worte, die mich wachrüttelten, standen auf der Webseite von Delta: »Menschen mit psychischen Krankheiten oder geringem Selbstwert konzentrieren sich auf sich selbst; Tiere können ihnen helfen, sich stattdessen auf ihre Umwelt zu konzentrieren. Statt über sich selbst und ihre eigenen Probleme nachzudenken und zu reden, beobachten sie die Tiere und reden mit ihnen und über sie.«

»Das sagt doch eigentlich alles, oder?«, fragte ich Nancy. »Vielleicht sind die Ärzte doch nicht so blöd.« Aber nur weil ich jetzt herausgefunden hatte, was sie mit mir im Sinn hatten, bedeutete das noch lange nicht, dass es mir auch gefallen musste. Trotzig und stur zu sein, Nancy zu quälen und meinen Selbstmord zu planen war schließlich anstrengend genug. Ein Hund würde die Sache nur komplizieren.

Doch meine Frau machte schon konkrete Pläne. Wie in den meisten Geschichten über kleine Jungs und ihre Hunde war ihr klar, dass die meisten Pflichten wie das Füttern, Waschen und Spazierengehen wahrscheinlich an ihr hängen bleiben würden. »Ich glaube, wir sollten uns einen zweiten Golden Retriever zulegen«, schlug sie vor. »Dann hat Abbey auch einen Spielkameraden.«

»Die Sache ist noch längst nicht entschieden«, widersprach ich. »Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich einen zweiten Hund will. Ich will nur herausfinden, was sich die Ärzte davon erhoffen.«

Genau wie Dr. Attar ignorierte auch Nancy mich. »Und ich finde, wir sollten uns einen geretteten Hund zulegen«, fügte sie hinzu.

Einen geretteten Hund?, dachte ich. Und der soll mich retten?

Wir waren seit ungefähr einem Jahr Mitglieder des Greater Houston Golden Retriever Club (GHGRC). Wir waren gleich nach unserem Umzug dem Hundeverband beigetreten, weil wir gedacht hatten, wir würden dort Leute kennen lernen, die unser Interesse an der Hunderasse teilten, oder dort »Freunde« für Abbey finden. Aber wie wir festgestellt hatten, lag der Schwerpunkt des Clubs auf Hundeausstellungen und Geländeveranstaltungen, und seine Mitglieder schienen kein großes Interesse an uns oder unserem Hund zu haben. Doch die Rettungsaktivitäten des Verbands interessierten uns. Es gibt auf dieser Welt sehr viele Golden Retriever, und oft enden sie aus den verschiedensten Gründen in Tierheimen: Weil ihre Besitzer umziehen oder sich scheiden lassen, weil ihr Lebensstil sich ändert und sie nicht mehr genug Zeit für den Hund haben oder weil sie den Hund nicht erziehen können, weil er schlecht behandelt wird oder er einfach nicht in ihr gegenwärtiges Umfeld passt.

In unserer Wegwerfgesellschaft ist es leider gängig, dass Menschen ihren Hund im örtlichen Tierheim entsorgen, um die Belastung los zu sein. In den meisten amerikanischen Tierasylen sind natürlich die Chancen groß, dass der Hund am Ende eingeschläfert wird. Es gibt einfach nicht genug Asyle. Viele Rassehundeverbände haben daher die Initiative ergriffen, die Verantwortung für ihre Hunderasse zu übernehmen. Wenn ein Hund ihrer Rasse in einem der örtlichen Tierasyle auftaucht, ausgesetzt oder misshandelt wird, wird er von den Mitgliedern des Verbands »gerettet«. Der Verband versucht dann, ein neues Zuhause für den Hund zu finden. Da es so viele Golden Retriever gibt, hatte der GHGRC eine Menge zu tun. Und weil wir uns nichts aus Hundeshows oder Geländewettbewerben machten, beteiligten wir (vor allem natürlich Nancy) uns ein bisschen an den Rettungsaktivitäten des Clubs und nahmen auch ein paar der Hunde bei uns auf, bis sie weiter vermittelt werden konnten.

»Komm, lass uns Karen Costello anrufen«, schlug Nancy vor. Ich wollte Einspruch erheben, doch sie war schon am Wählen.

Karen war die Leiterin der Rettungsabteilung des Hundeverbands. Ich hörte am anderen Apparat mit, da ich hoffte, Karen könnte uns etwas mehr über Therapiehunde sagen. Meine Frau erklärte Karen, dass meine Ärzte vorgeschlagen hätten, wir sollten uns einen Therapiehund anschaffen, und dass wir gerne einen geretteten Golden Retriever finden würden, der uns helfen könnte.

Karen kannte sich ein wenig mit Therapiehunden aus und konnte ein paar Lücken in unserem Wissen auffüllen. Wie sie uns sagte, werden Therapiehunde individuell von ihren Haltern ausgebildet. Der Trainingsprozess hängt davon ab, wofür der Hund eingesetzt werden soll. Karen kannte auch die Delta Society und schlug vor, wir sollten uns näher informieren, welche Ratschläge und Unterlagen sie zu dem Thema zu bieten hatte. Doch dann sagte sie auch, dass sie vielleicht schon einen Kandidaten für uns hätte.

»Ich will euch mehr über einen Hund namens Dakota erzählen.«

Kapitel Zwei
Genau wie ich

Wie kann ein Hund in der glühenden texanischen Hitze an einer Kette im Garten seines Besitzers enden? Hat er vielleicht einen Schuh angenagt oder ein Federkissen zerfetzt? War ihm etwa ein Malheur auf einem teuren neuen Teppich passiert? Oder war er plötzlich einfach zu teuer geworden? Was machte ihn von einem glücklichen, treuen, schwanzwedelnden Familienmitglied zu einem lästigen Nachgedanken?

Ich persönlich werde es nie begreifen, doch genau in so einer Lage fand Karen Costello den jungen rotgoldenen Hund an einem Frühlingstag im Jahr 1994 in Houston. Er war abgemagert und in schlechtem Zustand, und er sah aus, als wäre er schon eine ganze Weile ziemlich vernachlässigt worden.

Karen erfuhr durch einen Anruf von dem Hund. Die Anruferin behauptete, der Hund würde ihr nicht gehören und sie wüsste auch nicht, wem er gehörte, doch sie wollte ihn aus ihrem Garten weg haben. Wenn Karen ihn nicht abholen würde, dann müsste sie ihn einschläfern lassen. Es war die klassische »Rettungsgeschichte«, die Karen und andere schon so oft gehört haben - Leute, die jede Verantwortung ablehnten, waren plötzlich nicht mehr die Besitzer des Hundes; sie wussten auch nicht, wem der Hund gehörte, aber sie wollten angeblich nur helfen. Karen war schon lange genug in der Rettungsarbeit tätig, um zu wissen, dass sie oft Geschichten aufgetischt bekam, die nicht hundertprozentig den Tatsachen entsprachen. Auch wenn sie nicht überprüfen konnte, was stimmte und was nicht - ihre Aufgabe war es, den Hund zu retten und nicht, die Leute zu verurteilen.

Die Rettung eines Hundes muss nicht unbedingt das Happy End einer traurigen Geschichte sein. Manchmal können Hunde aus gesundheitlichen Gründen oder wegen ihres unverträglichen Temperaments nicht mehr gerettet werden. Karen befürchtete, der Hund vor ihr an der Kette könnte auf ein unglückliches Ende zusteuern. Von denen hatte sie über die Jahre genug erlebt. Da draußen waren so viele Hunde, die gerettet werden könnten - aber sie hatte nicht immer die Zeit oder Kraft dazu, und der Verband hatte auch nicht immer das Geld, um jedes Hundeschicksal zum Guten zu wenden.

Doch als Karen sich dem Hund näherte, erkannte sie etwas in seiner Haltung und seinen Augen. Sie betete im Stillen: »Lieber Gott, bitte hilf mir, hier ein gutes Ende zu erreichen, bei dem alle glücklich werden.« Es war Karen wichtig, jedem geretteten Hund einen neuen Namen zu geben, der symbolisch für einen neuen Anfang stand. Für diesen jungen Hund hatte sie schon einen.

»Komm, Dakota, lass uns von hier verschwinden«, sagte sie sanft, während sie ihm die Kette abmachte und ihn auf den Arm nahm. Dakota ist das indianische Wort für »Freund«, und der Hund, der jetzt so hieß, wedelte mit dem Schwanz. Karen lächelte. Wenn es darum ging, einen Golden Retriever zu retten, freute sie sich oft schon über kleine Siege.

Sie setzte Dakota in eine Hundebox, die sie hinten ins Auto stellte, und fuhr mit ihm zu ihrem Tierarzt. Wie sich herausstellte, hatte Dakota einen Herzwurm, der sich durch Mücken ausbreitet. Mücken haben Parasiten, die Dirofilaria Immitis genannt werden und die Arterien und Herzkammern von Hunden befallen. Wenn sie sich vermehren, können sie in den Arterien und im Herzen des Hundes lebensbedrohliche Blockierungen verursachen. Angekettet in einem Garten, in dem es von Mücken wimmelte, war Dakota einem größeren Risiko des Parasitenbefalls ausgesetzt gewesen. Infizierte Hunde können zwar behandelt werden, doch die Behandlung ist schwierig und kann selbst tödliche Blockierungen auslösen, da jedes Mal ein paar der Würmer gleichzeitig abgetötet und aus dem Herzen entfernt werden.

Karens Tierarzt begann sofort mit Dakotas Behandlung. Am Anfang des Behandlungsprozesses blieb Dakotas Herz plötzlich stehen, was vermutlich durch eine Blockierung verursacht war. Nach ein paar bangen Momenten schlug sein Herz wieder und der Herzwurm konnte mit der Zeit entfernt werden. Der Hund schien auf dem besten Weg der Genesung und des Happy Ends zu sein, das Karen sich für ihn erhoffte.

Wegen seiner besonderen Persönlichkeit fanden die Hunderetter des Verbands, dass Dakota sich gut als Arbeitshund eignen würde. So vermittelten sie ihn an die Texas Service and Hearing Dogs Organization. Dakota bestand alle erforderlichen Charaktertests und begann mit dem Ausbildungsprogramm. Doch nach ein paar Monaten Training wurde er routinemäßig geröntgt. Dabei zeigte sich eine alte Verletzung, die anscheinend nie behandelt worden war. Auch wenn sich die genaue Ursache der Verletzung nicht mehr bestimmen ließ, ließ sich erkennen, dass der Oberschenkelknochen den Hüftknochen durchbohrte. Vielleicht war Dakota als Welpe von einem Auto angefahren worden oder hatte irgendein anderes Trauma erlebt. Die Ursache war unwichtig, doch der Hund fiel durch die physische Prüfung. Erstaunlicherweise hatte er fast das gesamte Ausbildungsprogramm durchlaufen, bevor sein Hüftbruch überhaupt bemerkt wurde.

Die Hundeschule schickte ihn zu Karen zurück, und die brachte ihn vorübergehend bei einem Mitglied des Hundeverbands unter, während der GHGRC den nächsten Schritt überlegte. Auch wenn Dakota unter der gebrochenen Hüfte nicht zu leiden schien, brauchte er eine Hüftoperation, um zukünftige Schmerzen und Arthritis zu verhindern. Es war eine aufwändige Operation, die sich der Verband nicht leisten konnte.

Als Karen mit meiner Frau und mir über den Hund sprach, meinte sie: »Der kleine Kerl war nur noch eine Röntgenaufnahme von seiner Qualifikation entfernt. Warum besucht ihr Dakota nicht in seinem vorübergehenden Zuhause? Wenn er euch gefällt und ihr ihn besser kennen lernen wollt, könnt ihr ihn übers Wochenende mit nach Hause nehmen. Wahrscheinlich kann aus ihm ein sehr fähiger Therapiehund für euch werden - aber er bringt eine ziemlich umfangreiche medizinische Vorgeschichte mit sich.«

Ich musste lächeln. »Na ja, das tu ich ja auch«, sagte ich trocken. »Und ich hatte auch schon einen Herzstillstand, genau wie er.« Ich war über mich selbst überrascht. Es klang beinahe so, als würde ich nach Gründen suchen, um Dakota aufzunehmen.

»Ich kann euch zwar nichts versprechen«, sagte Karen, »aber wenn es zwischen euch funkt, dann müsst ihr dafür sorgen, dass er die Hüftoperation erhält.«

Noch am selben Abend fuhren Nancy und ich in den Südwesten von Houston, um uns den Hund anzusehen. Wir nahmen Abbey mit. Schließlich betraf die Entscheidung ja auch sie und so hatte sie ein Mitspracherecht.

Es ist nicht immer einfach, eine Pflegestelle für einen Hund zu finden, und man weiß nie, ob jemand mit dem Herz am rechten Fleck sich dabei nicht übernimmt. Wir versuchten zwar, objektiv zu bleiben, doch die Tatsache, dass Dakota in einer Box in der Küche seiner Pflegeperson untergebracht war, enttäuschte uns etwas.

Nancy gefiel es kein bisschen, denn es wirkte eher, als wäre Dakota eingesperrt statt »untergebracht«, wie Hunderetter es gerne nennen. »Wahrscheinlich ist das hier immer noch besser als im Tierasyl«, sagte sie leise zu mir.

Dakotas »Pflegevater« öffnete die Tür der Box, um ihn herauszulassen. Anfangs wirkte der Hund ein wenig scheu und ängstlich. Das war ungewöhnlich, da die meisten Golden Retriever Fremde sofort wie alte Freunde begrüßen.

Dakota sah sich im Raum um. Dann ging er direkt auf Abbey zu und knurrte sie ein bisschen an. Danach ging er zu Nancy und fing an, langsam mit dem Schwanz zu wedeln. Mich begutachtete er ungefähr zwei Sekunden lang - er war schlau genug zu wissen, wen von uns er für sich einnehmen musste, und so ging er zu den Mädels zurück.

Mein erster Eindruck von ihm war nicht gerade umwerfend. Ich mochte ihn nicht besonders und irgendetwas an ihm störte mich. Er knurrte Abbey wieder leise an, doch sie ließ nicht von ihm ab, und nach kurzer Zeit tolerierten sie einander wie zwei Kinder, die sich um ein Spielzeug streiten.

Meinem Gefühl nach war Nancy auch nicht verrückt nach ihm, aber sie mochte ihn. Und es war eindeutig, dass Abbey nichts gegen Dakota hatte. Irgendwann kam er auch zu mir und brachte mir immer wieder einen grünen Gummifrosch. Jetzt, da ich ihn in Aktion sah, konnte ich verstehen, warum er in der Box gehalten worden war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Dakota der Hund für mich sein sollte, jener schicksalhafte Therapiehund, den Dr. Attar sich für mich vorstellte.

»Komm, wir bringen ihn nach Hause«, sagte Nancy. »Lass ihn uns hier rausholen - wir können ihm wenigstens für ein paar Tage ein schönes Leben bereiten.«

»Deswegen sind wir nicht hergekommen«, sagte ich. »Wir sind nicht hier, um ihn zu retten. Wir sind hier, um zu sehen, ob er der richtige Hund für uns ist.« Ich erhielt keine Antwort von ihr, und so gab ich widerstrebend nach und brachte ihn zum Auto.

Die Fahrt nach Hause war abenteuerlich. Dakota benahm sich unmöglich - er kabbelte sich die ganze Zeit über mit Abbey, um unsere Aufmerksamkeit zu erringen, und hielt jeden von seinem grünen Frosch fern.

»Wir behalten den Hund auf keinen Fall«, sagte ich zu Nancy. »Lass uns doch einfach umkehren und ihn gleich zurückbringen.«

»Darüber reden wir morgen«, gab sie in dem Ton zurück, den ich schon kannte. Er bedeutete, dass die Diskussion vorbei war. Ich glaube, der Hund tat ihr leid, während ich mir leidtat ... wie meistens. Ungeachtet dessen wurde eines in dem engen Innenraum unseres Autos klar: Dakota brauchte dringend ein Bad, bevor er unser Haus betreten könnte. Daher wuschen wir ihn trotz der Dunkelheit in der Auffahrt, sobald wir zu Hause angekommen waren - genau das, was ich schon immer abends um zehn hatte machen wollen. Das verpasste Dakota noch einen Minuspunkt auf meiner Anti-Hunde-Liste.

Schließlich brachten wir ihn ins Haus. Wie sogar ich zugeben musste, schien er sich dort wohl zu fühlen. Seine Augen schienen ein wenig aufzuleuchten und er taute etwas mehr auf als auf seiner Pflegestelle. Doch sein grüner Frosch war tödlich - jedes Mal, wenn Dakota etwas wollte, kam er zu mir und drückte mir den Frosch ins Gesicht. Und als er Abbeys zahlreiche Spielsachen sah, war das für ihn wie das Weihnachten der Golden Retriever. Er verbrachte den Rest des Abends damit, mir Abbeys Spielsachen zu bringen und sie mir auch aufs Auge zu drücken. Ich war müde, ich wollte schlafen gehen und er trieb mich in den Wahnsinn.

Nancy schien sich köstlich zu amüsieren. Schließlich nervte er sie auch nicht so sehr wie mich. Anscheinend peilte er jetzt mich an, weil er wusste, dass er meine Frau längst auf seiner Seite hatte.

Doch ich entschied, dass ich den Hund nicht ertragen konnte. »Das wird eine sehr kurze Probezeit«, sagte ich zu Nancy. »Er ist das ungezogenste Vieh, das mir je begegnet ist.« Meiner Meinung nach stimmte die Chemie nicht. »Wir bringen ihn zurück. Ich weiß zwar, dass er mich beschäftigen und bewegen soll, aber das hier ist einfach lächerlich. Er zwingt mir dauernd seinen blöden Frosch auf.«

»Gib ihm etwas Zeit, sich an dich zu gewöhnen«, sagte Nancy. »Wir haben schließlich keine Eile.«

Das überzeugte mich auch nicht. »Ich halte es nicht aus - lass ihn uns wegbringen. Er gibt mir sonst noch einen Herzinfarkt.«

Doch Nancy blieb beharrlich. »Der Hund hat eine Menge durchgemacht, Mike. Er hatte Herzprobleme, die Menschen haben ihn aufgegeben und dann kriegt er doch immer wieder eine Chance zu überleben. Klingt das nicht vertraut? Er ist wie du.«

Wie ich? Oh Gott, sie hatte Recht. Dakota war wirklich wie ich - kaputtes Herz und alles andere. Ich sah erst ihn und dann sie an. »Also gut«, sagte ich. »Einen Tag gebe ich ihm noch, aber dann ist Schluss.«

Kapitel Drei
Der grüne Gummifrosch

Der grüne Frosch lag immer noch auf dem Boden unseres Wohnzimmers. Demnach musste sein vierbeiniger Besitzer auch irgendwo in der Nähe sein. Als ich am Abend davor ins Bett gegangen war, war Dakota nicht in meinem Leben erwünscht gewesen. Doch beim Versuch einzuschlafen hatte ich die letzten Worte von Nancy nicht abschütteln können. »Er ist wie du.«

Vielleicht war das der Grund, weshalb Dakota am nächsten Morgen ein bisschen anders auf mich wirkte. Als ich in die Küche ging, um meinen Kaffee zu trinken, lag der Hund mitten im Wohnzimmer. Er hatte die meisten Spielsachen von Abbey vor sich aufgehäuft. Als er mich sah, wedelte er zwar mit dem Schwanz, doch er rührte sich nicht. Ich vermied seinen Blick, damit er mir nicht wieder den grünen Frosch ins Gesicht drückte.

Nancy stellte mir einen Becher Kaffee hin. »Ich glaube, er hat schon auf dich gewartet«, sagte sie. »Er hat den ganzen Morgen über den Flur im Auge behalten und auch jetzt wendet er den Blick nicht von dir ab.«

Oje! Schau ihn bloß nicht an, schau ihn bloß nicht an ... Aber ich konnte nicht anders. Ich blickte heimlich zu ihm herüber. Eine Sekunde später hatte ich ihn am Hals - wie wär’s mit ein bisschen Frosch zum Kaffee?

»Guten Morgen, Dakota«, seufzte ich und kraulte seine Ohren, während er den Frosch auf meinen Schoß legte und daran knabberte.

Beim Einschlafen hatte ich über seine Herzprobleme und das, was er durchgemacht hatte, nachgedacht. Was sagt man dazu? Gewöhnlich war ich zu sehr damit beschäftigt, wütend auf die Welt zu sein und in Selbstmitleid zu versinken, um einen Gedanken an die Probleme anderer zu verschwenden. Mir fiel wieder ein, was auf der Webseite der Delta Society stand: Tiere können Menschen mit geringem Selbstwert helfen, sich auf die Tiere statt auf sich selbst zu konzentrieren. Genau das passierte mit Dakota und mir: Statt über mich nachzudenken dachte ich nun über ihn nach.

Doch ich war noch nicht sicher, ob wir jemals ein emotionales Band herstellen könnten. Einer der Gründe, warum ich bis jetzt mitgemacht hatte, war, um Dr. Attar loszuwerden, um ihr zu zeigen, dass mir kein Hund auf der Welt helfen konnte. Der Gedanke, sie könnte Recht haben, war mir zuwider ... doch ich wollte den Hund auch nicht mehr zu seiner Pflegestelle zurückbringen.

»Wie verhält Abbey sich ihm gegenüber?«, fragte ich Nancy.

»Die beiden lieben sich schon«, sagte sie. »Sie hat ihm jedes ihrer Spielsachen gebracht, das er sich noch nicht geholt hatte. Ich glaube zwar, sie legen noch die Grenzen fest, aber wenn er bleibt, hat sie damit kein Problem.«

Ich warf den Frosch quer durchs Zimmer und Dakota brachte ihn sofort zurück. Den ganzen Morgen über hörte er nicht mehr auf, mit dem Schwanz zu wedeln. »Hast du schon mit Karen geredet?«, fragte ich Nancy.

»Nein, aber wir sollten sie wohl anrufen und wissen lassen, wie es läuft«, erwiderte sie. Es klang wie eine Frage, so als wollte sie von mir hören, wie es lief.

Dakota legte mir den Frosch auf den Schoß und stupste mich mit der Schnauze. Wieder warf ich das Plastikding und wieder brachte er es zurück. Ich war sicher, es würde ein endloses Spiel werden. Er sah mir direkt in die Augen und ich gab seinen Blick zurück. Hunde verwenden gern ihre Augen, um Dominanz zu etablieren, doch Dakotas Blick war einladend ... und ich sah etwas ganz Besonderes darin. Ich war zwar nicht sicher, was es war, aber ich fragte mich, ob ich es noch einmal sehen würde. Die Hundebox in der Küche, in der wir ihn vorgefunden hatten, fiel mir wieder ein. Ich betrachtete die Hundespielsachen, die Dakota in einem Haufen versammelt hatte, und dann sah ich ihn an.

»Und was ist mit dir?«, fragte ich meine Frau. »Bist du bereit, noch einen von uns zu versorgen?«

Nancy machte ein überraschtes Gesicht. Mich überraschten meine Worte genauso.

»Ich habe mit der Sache nichts zu tun«, sagte sie und grinste. »Du weißt, was Dr. Attar gesagt hat: Dakota ist ganz allein dein Hund, mein Lieber.« Doch ihr Blick verriet mir, dass sie mir helfen würde ... und dass sie diesen Augenblick in vollen Zügen genoss.

An diesem Morgen machten Dakota und ich unseren ersten Spaziergang. Als wir durch die Nachbarschaft gingen, betrachtete und beschnüffelte er alles genau und wedelte unablässig mit dem Schwanz. Es war ziemlich ruhig und wir gingen nur bis zum Ende des Straßenblocks und wieder zurück. Doch in der kurzen Zeit spürte ich deutlich, dass Dakota ein ganz besonderer Hund war.

Als wir wieder zurückkamen, sagte ich zu ihm: »Wir sind zu Hause.« So einfach hatte ich mich in Dakota verliebt und nun würde er für immer bei uns bleiben. Ich rief Karen an und teilte ihr mit, dass wir ihn behalten würden. Wie sie prompt sagte, hatte sie von Anfang an gewusst, dass unser Zuhause genau das Richtige für Dakota sei.

♦ ♦ ♦

Am Anfang war es einfach. Wie Dakota schnell herausfand, brauchte er nur den grünen Quiekfrosch anbringen und mir unter die Nase halten - und schon bekam er alles, was er wollte. Es wurde so schlimm, dass ich das alberne Ding noch nicht mal zu sehen brauchte - sobald ich es quieken hörte, griff ich nach der Leine und ging zur Haustür, wo Dakota schon auf mich wartete. Er benutzte auch den Frosch, wenn ich ihn füttern sollte, wenn er in den Garten hinaus gelassen werden wollte oder wenn ich unter die Couch kriechen sollte, um ein anderes Spielzeug für ihn zu holen. Er konnte sich ohne Vorankündigung von einer Nervensäge in einen treuen und liebevollen Hundekameraden verwandeln und genauso schnell wieder unausstehlich werden. Er hatte einen richtig guten Deal, und dabei hatte ich gedacht, er würde für mich arbeiten.

Aber um fair zu sein: Er kümmerte sich auch um mich. Wenn es mir nicht gut ging, spürte er das. Dann legte er sich zu mir ins Bett und tröstete mich. Er konnte stundenlang still neben mir liegen. Ich kämpfte immer noch mit Herzproblemen (vor allem mit Angina-pectoris-Attacken) und Dakota half mir durch den Schmerz hindurch. Er ließ mich nicht mehr über irgendetwas wütend oder besorgt werden - dann kam er zu mir, forderte meine Aufmerksamkeit und lenkte mich von meinen Problemen ab. Das war ein Segen für Nancy, die dadurch von meiner Wut verschont wurde.

Ich fing an, das Grundkonzept der Therapiehunde zu begreifen, das wir im Internet gefunden hatten. Jetzt verstand ich, dass Dakota mir half, mich zu entspannen und mich abzulenken - egal ob ich Schmerzen, Stress oder Depressionen hatte. Ich war zu sehr mit Dakota beschäftigt und hatte keine Zeit mehr für Selbstmitleid oder Pläne, wie ich mich am elegantesten umbringen konnte. Ein großer Teil der Therapie bestand aus körperlichen Aktivitäten: den Ball oder Frosch werfen, ihn streicheln, mich mit ihm auf dem Boden wälzen, ihn baden oder bürsten. All das waren Aktivitäten, die mir guttaten.

Obwohl ich nun zu Hause meinen eigenen vierbeinigen Physiotherapeuten und Psychotherapeuten hatte, ging ich weiterhin zu Dr. Attar. Doch die Sitzungen waren nun ganz anders. Statt mich auf meine Wut und Hoffnungslosigkeit zu konzentrieren, erzählte ich ihr von Dakota und mir, wie wir miteinander auskamen und was wir zusammen unternahmen. Ich begann, mich auf meine Therapiestunden bei Dr. Attar zu freuen und es machte mir Spaß, Dakota mit ihr und allen anderen zu teilen. Dakota zerrte mich aus meiner Höhle und brachte mich zu mir selbst zurück.

Unsere kurzen Spaziergänge bis ans Ende des Straßenblocks wurden ausgedehnter - bald stromerten wir durch das ganze Wohngebiet. Die Nachbarn fingen an, nach uns Ausschau zu halten. Wenn wir an einem Tag jemanden verpasst hatten, wartete er am nächsten Tag schon auf uns und wollte wissen, was passiert sei. Im August ließen Nancy und ich Dakota an der Hüfte operieren und deswegen fielen unsere Spaziergänge in der Nachbarschaft für ein paar Tage aus. Danach mussten wir tausend Mal aufs Neue erzählen, was der Grund für unser Ausbleiben war. Und dann wurde seine Rehabilitierung zu meiner Physio- und Psychotherapie. Immer wieder begegneten wir Leuten, denen ich von Dakota und der Rolle, die er in meinem Leben spielte, erzählte. Es war daher nicht überraschend, dass ich anfing, mehr über Dakota und weniger über mich zu sprechen.

Mein Leben hatte sich deutlich geändert. Innerhalb von sechs Monaten setzte Dr. Attar meine Medikamente gegen Angstzustände ab. Ich funktionierte wieder und genoss mein neues Leben mit »Cody«, wie ich ihn nannte. Wir lebten eine wahre Lebensweisheit: Geteilte Freude ist doppelte Freude - geteilter Schmerz ist halber Schmerz. Wenn ich jetzt zurückblicke, stelle ich fest, dass ich damals anfing zu ahnen, wer in Wirklichkeit wen gerettet hatte.

Es machte großen Spaß, Cody nur dabei zuzuschauen, wie er Hund war, und zu genießen, wie er im Hier und Jetzt lebte, ohne sich um die Vergangenheit zu scheren oder sich Sorgen über die Zukunft zu machen. Er lebte das Leben von Augenblick zu Augenblick und er war für jede Sekunde dankbar. Das liebte ich so an ihm und ich hoffte, von ihm lernen zu können, auch so zu sein.

♦ ♦ ♦

Es war im Frühjahr 1995. Seit meinem ersten Herzinfarkt waren mehr als drei Jahre vergangen. Vor Dakota hatte ich geglaubt, das Ziel meines nächsten Ausflugs würde meine eigene Beerdigung sein. Doch jetzt zwang er mich jeden Tag hinaus ins Freie und das genoss ich richtig. Ich liebte es, wie er seine Persönlichkeit überall hintrug, wohin wir auch gingen.

Irgendjemand hat einmal gesagt, wenn Hunde sprechen könnten, würden sie sagen: »Ich auch, ich auch!« Das ist exakt die Lebenseinstellung von Golden-Retriever-Hunden. Es scheint, als würden sie ständig sagen:

»Und was machen wir jetzt?«

»Wohin gehen wir heute?«

»Was isst du da?«

»Die Sonne fühlt sich toll an!«

»Hier, wirf den Ball!«

»Wer ist da?«

Cody hatte immer den Schimmer des Golden Retriever in seinen sanften, dunklen Augen. Er schien zu lächeln und mit sich im Reinen zu sein. Es war ein Blick, der jeden zum Lachen brachte und wenigstens für einen Augenblick vergessen ließ, welche Probleme man hatte oder noch kriegen könnte. Ich wünschte, ich hätte die Anzahl der Lächeln zählen können, die dieser Hund in anderen Menschen hervorgerufen hat.

Seine schimmernden rotgoldenen Haare waren wunderschön ... egal ob an ihm oder an unseren Kleidungsstücken oder Möbeln. Und sein Schwanz war ständig am Wedeln. Man sagt, ein Hund würde mit dem Schwanz lächeln. Dem würde ich nicht widersprechen. Cody bahnte sich mit dem Schwanz seinen Weg, und man musste sich gut überlegen, ob man einen zerbrechlichen oder mit einer Flüssigkeit gefüllten Gegenstand wirklich auf den Couchtisch stellen wollte.

Seine täglichen Bauchlandungen und Paddelkünste in unserem Swimmingpool hätten ihm den Stolz eines jeden olympischen Tierschwimmteams eingebracht. Klar befanden sich auch immer ein paar rote Hundehaare im Poolfilter. Wenn ich ihn säuberte, sagte ich mir einfach, dass Cody mir damit noch mehr Physiotherapie für mein Herz verabreichte und dass es mir guttat.

Zwar besaß er nur den einen grünen Frosch, aber es schien, als hätte er ein ganzes Dutzend davon - ich fand »sie« dauernd in meinem Sessel, auf dem Sofa, im Flur, auf unserem Bett und im Badezimmer. Und wenn ich nicht gerade auf den Frosch trat oder ihn von einem Möbelstück pflückte, hielt Dakota ihn mir unter die Nase und wollte spielen.

Jeden Tag sah ich, was Dakota nicht nur für mich tat, sondern auch für alle anderen, denen wir auf unseren täglichen Abenteuern begegneten. Die Wirkung, die er erzielte, faszinierte mich und ich wollte noch mehr erreichen. An dieser Tiertherapie war wirklich was dran, wie ich merkte. Ich suchte mir im Internet Informationen zusammen und telefonierte ein wenig herum, um mehr darüber zu erfahren.

Karen Costello hatte mir vorgeschlagen, ich sollte mit Dakota den Eignungstest, Canine Good Citizen (CGC) genannt, machen, der vom amerikanischen Rassehundeverband (AKC) durchgeführt wird. Das Prüfungsprojekt hat sich die verantwortungsbewusste Hundehaltung und anständige Verhaltensweisen von Hunden in der Öffentlichkeit zum Ziel gesetzt. Ich schöpfte den Verdacht, dass das - wie viele unserer Aktivitäten - etwas war, was angeblich für den Hund gedacht war, in Wirklichkeit jedoch mir guttun würde.

Ich rief den Rassehundverband AKC an und bekam die Anleitungen für die Prüfungsvorbereitung, und dann übten Cody und ich jeden Tag zu Hause und auf unseren Spaziergängen. Es war eine gute Therapie für mich und half uns, eine funktionierende Beziehung aufzubauen. Dakota ließ alles so leicht aussehen, dass ich mir nicht sicher war, ob wir wirklich alles richtig machten. Sollte das Ganze nicht schwieriger sein?, fragte ich mich.

Wir beschlossen, den Test bei der Hundeshow des Houston Kennel Clubs im Sommer zu absolvieren. Am Abend vor der Ausstellung konnte ich nicht schlafen. Ich war sehr nervös. Abgesehen von den Arztbesuchen und Spaziergängen in der Nachbarschaft war es buchstäblich das erste Mal in vier Jahren, dass ich mich aus dem Haus wagte.

Wahrscheinlich war es gut für uns, dass unsere Prüfung schon um neun Uhr stattfinden sollte. Ich hatte zwar keine Zuschauer erwartet, doch als wir ankamen, standen sie um den Ring herum. Dakota nahm es gelassen. Er war der Erste im Ring und zog die Prüfung durch, als hätte er in seinem Leben nie etwas anderes gemacht. Er nahm sämtliche Hürden mit Bravour: Fremde begrüßen? Er war noch nie einem Fremden begegnet und würde es wohl auch nie. Komische Geräusche? Er rührte keinen Muskel. Fremde Hunde? Er zuckte nicht mit der Wimper. Er hätte ein Poster-Hund sein können. Dakota bekam perfekte Noten - so etwas war den Prüfern noch nie untergekommen.

Als ich unsere Unterlagen einsammelte, kam eine Frau auf mich zu und sagte: »Hallo, ich bin Jan Hassler, die Geschäftsführerin von Paws for Caring (›Pflegedienst auf Pfoten‹). Unser Stand ist da drüben. Würden Sie bitte vorbeikommen, bevor Sie gehen?«

»Ja, sicher«, sagte ich. »Was ist Paws for Caring?«

»Wir arbeiten mit Tiertherapie.«

»Wir kommen gleich rüber.«

Jan hatte Dakota im Ring beobachtet. Sie sagte mir, sein Temperament würde sich perfekt für die Tiertherapie eignen und sie würde uns gerne helfen, bei dem Programm mitzumachen. Ich sagte ihr, dass ich überall Informationen über die Tiertherapie gesammelt hatte und wir unser eigenes kleines Therapieprogramm in der Nachbarschaft laufen hatten, doch dass es an der Zeit sei, sich wirklich mit einem anderen Menschen darüber auszutauschen.

Sie lächelte wissend. »Nun, Sie haben nur ein kleines bisschen von dem gesehen, was Sie damit erreichen können. Ich glaube, wenn Sie bei uns mitmachen, können Sie viele Menschen auf sehr sinnvolle Weise erreichen«, sagte sie.

Es war der perfekte Zeitpunkt für unsere Begegnung und wir hatten eine sehr interessante Unterhaltung. Jan berichtete mir von den Erfolgen der Menschen und Tiere, die bei der Organisation mitmachten, und von den Orten, an denen ihre Mitglieder wöchentlich eingesetzt wurden. Sie überzeugte mich restlos. Dakota war ein Naturtalent und ich konnte es kaum erwarten, mein Leben mit einer solchen Aktivität zu bereichern. Der nächste Schritt würde die AAT-Prüfung sein, die wir nach den Richtlinien des Haustierpartnerprogramms der Delta Society bei Paws for Caring machen konnten.

Ich hatte mich telefonisch mit Susan Duncan von der Delta Society angefreundet, und sie ermutigte jeden Schritt, den Dakota und ich machten. Es war gut zu wissen, dass Susan und die Mitarbeiter der Delta Society uns auf unserer neuen Reise zur Seite stehen würden. Der Qualifikationsprozess von Delta beinhaltete außerdem die Richtlinien und Regeln, die beachtet werden müssen, wenn man Tiere in Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen bringt, und bietet eine Haftpflichtversicherung über eine Million Dollar.

Die Prüfung an sich war im Grunde eine erweiterte Version der CGC-Prüfung; es wurden die Situationen nachgestellt, mit denen ein ehrenamtlicher Mitarbeiter und sein Tierpartner in einer Gesundheitseinrichtung rechnen mussten. Es näherte sich uns zum Beispiel jemand von hinten und ließ einen Nachttopf fallen. Ich zuckte zusammen, doch Dakota reagierte kaum. Oder ehrenamtliche Mitarbeiter, die in die Rollen von »Patienten« in Rollstühlen und Gehhilfen schlüpften, umzingelten uns. Cody blieb ruhig sitzen und zählte seine neuen Freunde. Andere Rollenspieler wurden zu neugierigen oder desorientierten Erwachsenen und groben Kindern, die uns zu nahe kamen und an Dakota zerrten. Ich wollte ihn wegziehen, doch er blieb sitzen und nahm es hin - oft wedelte er dabei sogar mit dem Schwanz.

Immer wieder sah Cody mich an, als wollte er fragen: »Sind wir endlich fertig?« Er war stabil und zuverlässig und verlor nie die Fassung. Auch diese Prüfung stellte für ihn keine große Herausforderung dar und ich war sicher weitaus nervöser als er. Anscheinend behinderte ich ihn jedoch nicht zu sehr, denn wir bestanden die Prüfung mit Auszeichnung. Wir waren bereit, mit unseren Besuchen zu beginnen. Doch bevor wir uns an die Arbeit machten, wollte ich noch mehr über Tiertherapie wissen. Daher recherchierte ich ein wenig. Wie ich dabei herausfand, basiert sie auf der simplen Tatsache, dass Tiere unser Leben verbessern.

Vor zehntausenden von Jahren tauchten Wölfe an den Lagerfeuern der Menschen auf, um nach Futter zu suchen. Das war der Anfang einer Beziehung, die seither anhält und gedeiht. Mit der Zeit entwickelten sich die wilden Wölfe zu zahmen Hunden (Katzen stießen erst später hinzu) und wurden dazu benutzt, für die Menschen zu arbeiten - vom Wachhund über den Schlittenhund bis hin zum Rattenfänger. Manchmal leisten Tiere sogar außergewöhnliche Heldentaten, wie zum Beispiel ihre Familie aufwecken und sie so vor einem Feuer zu bewahren oder sie vor wilden Tieren oder Kriminellen zu beschützen.

Und als zusätzlicher Vorteil dieser liebevollen Beziehung wurde das emotionale Band zwischen Mensch und Tier gestärkt. Einfach ausgedrückt ist es eine »Wohlfühlbeziehung«: Wir streicheln unseren Hund oder unsere Katze, wir sprechen mit unserem Vogel oder wir reiten unser Pferd und fühlen uns besser. All die Jahre hindurch haben diese scheinbar simplen Handlungen mit unseren Tierkameraden uns dazu gebracht, zu lächeln, unsere Probleme zu vergessen und uns ein bisschen besser zu fühlen. So war es ganz einfach und niemand suchte nach einer tieferen Erklärung.

Vor ungefähr 200 Jahren benutzte eine Gruppe von Quäkern in England Tiere, um Patienten in Heimen zu helfen, ihren Alltag zu meistern. Doch Tiertherapie wurde erst ab dem Zweiten Weltkrieg richtig dokumentiert, als Krankenhäuser Tiere zur Heilung der körperlichen und psychischen Verletzungen und Traumata einsetzten, die die Mitglieder der Streitkräfte erlitten hatten. Die Dokumentation basierte jedoch nicht auf wissenschaftlichen Berichten. Es wurde ganz einfach beobachtet, dass Tiere den Menschen halfen, sich wieder besser zu fühlen, egal ob zu Hause oder in einem Krankenhaus.

Die ersten Behindertenbegleithunde wurden vor ungefähr 70 Jahren als Blindenhunde eingesetzt. Später wurden Begleithunde auch für andere Funktionen ausgebildet, wie zum Beispiel zur Frühwarnung vor Anfällen, als Hörstützen, als Bewegungshilfe und als körperliche Unterstützung. Die Rolle und Vorteile der Begleithunde liegen auf der Hand: Die Tiere ermöglichen es ihren Menschen, wieder zu arbeiten und ein normales Leben zu führen, was ihnen die emotionale Unterstützung und Würde zurückgibt, die sie bisher vermissten. Doch Behindertenbegleithunde brauchen eine intensive Ausbildung und ihr Einsatz beschränkt sich auf eine spezielle Funktion und auf Menschen mit spezifischen Behinderungen.

Erst vor ungefähr 25 Jahren fing man an, die Tiertherapie ernst zu nehmen. Der Heilprozess von Patienten konnte häufig durch Interaktionen mit Tieren gefördert werden, und Therapeuten sowie medizinische Fachleute fingen an, dies zu dokumentieren. Tiere halfen Patienten, sich von Schlaganfällen zu erholen oder mit Behinderungen zurechtzukommen - Patienten lernten, sich wieder zu bewegen, indem sie eine Katze streichelten, einem Hund einen Ball zuwarfen, oder auf ein Tier zuzugehen, um ihm ein Leckerchen zu geben.

Die Motivation, sich mit einem Tier zu befassen, ist oft größer, als nur die Anleitungen des Therapeuten zu befolgen - das trifft vor allem auf Kinder zu. Unter den psychischen und spirituellen Vorteilen findet man verbale Interaktion, Aufmerksamkeit schenken, ein stärkeres Selbstbewusstsein, Abbau von Angstzuständen und Verringerung der Einsamkeit. Wenn ein Haustier in die Behandlung mit einbezogen wird, befassen sich Patienten tendenziell auch mehr mit anderen Menschen. Und Tiere können als Grundlage für das Erlernen von Vokabular, Gedächtnistraining und Konzepten wie Größe und Farbe dienen. Einfache Untersuchungen ergaben, dass ein Haustier den Blutdruck senken kann und dass Senioren, die sich einen Hund halten, seltener zum Arzt gehen als Senioren, die keinen Hund haben.

Der Erfolg der Therapie durch Tiere basiert auf dem Gedanken, dass unsere Tiere frei von Werturteilen sind und großartige Zuhörer abgeben, und dass sie uns bedingungslose, schwanzwedelnde Liebe schenken. Anders ausgedrückt: Lächeln, Unterhaltungen und Erinnerungen, die von unseren Tieren ausgelöst werden, bieten wahrhaftig heilende Momente.

Kapitel Vier
Wir können etwas bewirken

Mir war klar, dass Dakota und ich bei Menschen in Not etwas bewirken konnten. Allmählich kehrte mein Selbstvertrauen zurück und meine Ängste wurden weniger - langsam dämmerte mir, dass ich wieder nützlich und unabhängig sein konnte. Es war die erste große Aufgabe, die ich seit meinen Herzinfarkten und der Operation anging. Während Dr. Attar und Nancy mich begeistert unterstützten, mussten sie mich daran erinnern, auf Erschöpfungsanzeichen und meine Gesundheit zu achten. Da ich immer noch mit Herzattacken und anderen Problemen zu kämpfen hatte, musste ich sämtliche Aktivitäten gelassen angehen.

Einer der ersten Orte, die Dakota und ich besuchten, war das Shriners Kinderkrankenhaus. Es wurde für mich das beeindruckendste Erlebnis von allen. Die bedingungslose Liebe eines Hundes trug deutlich zur emotionalen und körperlichen Heilung der kleinen Patienten und ihrer Familien nach lebensbedrohenden Krankheiten und Radikaloperationen bei.

Wenn es darum ging, mit solchen Kindern umzugehen, zeigte Cody mehr Stärke als ich. Für mich war es fast unerträglich, an ein Kind zu denken, das solche Herausforderungen meistern sollte. Die eigenen Probleme seiner Familie, angefangen beim Kampf gegen die Schmerzen des Kindes über ihre eigenen Schuldgefühle, weil sie nicht mehr für ihr Kind tun konnten, bis hin zu der unsicheren Zukunft, der sie alle ausgesetzt waren, konnte ich noch nicht einmal anfangen zu verstehen. Doch Cody und ich taten, was wir konnten, um den Kindern und ihren Familien zu helfen.

Der technische Begriff für das, was Dakota und ich taten, ist »Aktivitäten und Therapie unterstützt durch Tiere«. Bei den »Aktivitäten« besuchen die Tiere Patienten und Familien und versuchen, sie aufzuheitern und von ihren Problemen abzulenken. Die Theorie ist einfach: Ein Tier zu streicheln und sich mit ihm zu befassen hilft, die Nöte und Sorgen des Menschen zu erleichtern, und senkt seinen Blutdruck. Dies beschleunigt oftmals den Heilungsprozess.

Bei der Tiertherapie arbeiten die Tiere und ihre Halter unter der Anleitung eines Arztes, einer Krankenschwester oder eines Therapeuten (Physio-, Sprach-, Beschäftigungstherapie und ähnliches) in einem für den einzelnen Patienten ausgearbeiteten individuellen Programm. Das kann in Wesen und Zielsetzung körperlich, emotional oder spirituell sein. Die Zielsetzung kann zum Beispiel sein, einen Patienten dazu zu bringen, ein bestimmtes Körperteil zu bewegen - den Arm zu bewegen, um ein Spielzeug zu werfen, das der Hund wiederbringen soll, oder um eine Katze zu bürsten oder ein Tier zu streicheln. Patienten können auch dazu gebracht werden, einen Schritt zu machen oder auf ein Tier zuzugehen, um ihm ein Leckerchen zu geben. Das Tier kann auch einen Menschen motivieren, zu sprechen oder etwas zu lernen - zum Beispiel Lesen oder Zeichnen. Und all diese Aktivitäten können zur emotionalen und seelischen Heilung des Patienten beitragen, was genauso wichtig wie ihre physische Rehabilitation ist.

Im Shriners Hospital war es immer eine Mischung von allem und Dakota meisterte alles. Da war zum Beispiel die kleine siebenjährige Linda. Sie hatte Krebs und ihr rechtes Bein war amputiert worden. Wie die Stationsschwester mir sagte, hatte Linda starke Schmerzen, war verwirrt und psychisch am Ende.

Ich holte tief Luft und ließ mich von Cody ins Krankenzimmer führen. Lindas Eltern saßen am Bett ihrer Tochter. Sie standen auf, um uns zu begrüßen. Ich sah, dass Linda lächelte, und das reichte mir schon - ich war sowieso schon den Tränen nahe.

»Schau mal, Linda - ein Hund!«, sagte ihre Mutter. »Ist der nicht schön?«

Linda nickte.

»Möchtest du ihn streicheln?«, fragte ich, während ich immer noch gegen meine Tränen ankämpfte.

Wieder nickte sie.

Ich führte Dakota neben ihr Bett, so dass sie ihn streicheln konnte. »Er heißt Dakota«, erzählte ich ihr.

»Hi, Dakota.«

»Er kommt sehr gerne hierher«, sagte ich ihr. »Er liebt es, wenn die Kinder ihn anlächeln.«

Lindas Eltern lächelten und auch Dakota schien zu lächeln, während er sanft mit dem Schwanz wedelte. Wie ich merkte, spürte er Lindas Schmerzen.

»Hast du zu Hause auch einen Hund, Linda?«, fragte ich.

»Nein, wir haben eine Katze.«

»Wie wär’s, wenn wir uns Dakota teilen, solange du hier bist?«

»Okay«, sagte sie und strahlte.

Dakota stellte sich auf die Hinterbeine und legte die Vorderpfoten auf Lindas Bett. Für mich war das Ganze noch neu und so war ich nicht sicher, was ich tun sollte. Ich nahm ihn etwas fester an der Leine, damit er ihr nicht zu nahe kommen konnte.

Jetzt übernahm Lindas Vater die Führung. »Schau mal, Linny, er will zu dir aufs Bett klettern«, sagte er.

»Manchmal legt er sich zu mir ins Bett, wenn es mir nicht gut geht«, sagte ich. »Aber mein Bett ist ein bisschen größer als deins. Wie wär’s, wenn wir ihn auf einen Stuhl neben dein Bett setzen?«

»Okay.« Linda lächelte immer noch und ihre Augen wurden größer und strahlender. Wenn Augen wirklich das Fenster zur Seele sind, dann zeigte uns Linda, dass ihre Seele ein Stück verdiente Zufriedenheit empfand.

Ich zog einen Stuhl an ihr Bett und setzte Cody mit dem Hinterteil darauf. Dann legte ich ein Handtuch aufs Bett, und er legte die Vorderpfoten und den Oberkörper neben Linda auf die Matratze. Es war zwar nicht gerade ein Kunstwerk, aber es funktionierte einwandfrei. Während sie ihn eifrig streichelte, blieb er ruhig liegen.

»So hat sie nicht mehr gelächelt, seit sie hier ist«, sagte ihre Mutter mit brüchiger Stimme.

»Und uns ist das Lächeln auch vergangen«, fügte ihr Vater hinzu. »Sie bekommt die maximale Stärke an Schmerzmitteln, die ihr System vertragen kann, und die Ärzte geben ihr nicht mehr. Ich glaube, das hier könnte fast so gut wirken wie Schmerzmittel.«

Danach sagten wir nicht mehr viel. Wir standen still da und schauten zu, während Linda Cody streichelte, bis sie irgendwann einschlummerte. Ich hob ihn sanft vom Stuhl und wir gingen hinaus in den Flur, wo ich ihn lange umarmte. Dann vergrub ich das Gesicht tief in sein weiches rotblondes Fell und weinte.

♦ ♦ ♦

Physiotherapie kann ein langer, mühsamer Prozess sein, der von Wiederholungen und Schmerzen dominiert wird. Manchmal lässt sich der Patient nur schwer dazu bringen, die vielen Bewegungen immer wieder auszuführen und durchzuhalten.

Wie viele medizinische Fachleute bestätigen, haben sie es leichter, ihre Patienten - vor allem Kinder - zu motivieren, wenn ein Tier dabei ist. Eine Physiotherapeutin berichtete mir, dass ihre Patienten in Dakotas Anwesenheit ihre Aufgaben sofort bewältigten, statt wie gewöhnlich zwei bis drei Tage zu brauchen, bis sich ein Erfolg bei ihnen einstellte. Ein Hund wie Dakota kann die Alltagsroutine lebendiger machen: Wenn er sich um seine Patienten kümmerte, wedelte er mit dem Schwanz, gab ihnen feuchte Küsse, und dann war der Raum von Gelächter erfüllt. Es war keine Arbeit für den Patienten, sondern ein glückliches Erlebnis.

Statt jemanden dazu zu bringen zu laufen, sagte der Therapeut zum Beispiel: »Bring Dakota den Hundekuchen.« Um einen Patienten dazu zu bringen, den Arm zu bewegen, forderte der Therapeut ihn auf: »Wirf den Ball für Dakota«, und so fort.

Und die Reaktion der Patienten änderte sich von »Das will ich nicht tun« in »Ja, das kann ich«.

Ich habe Kinder gesehen, die nur wegen Cody ihre ersten Schritte des Reha-Prozesses machten. Ich habe gehört, wie Schlaganfallpatienten ihren ersten vollständigen Satz als Antwort auf eine Frage über meinen Hund sagten - und das nach vielen Wochen einsilbiger Antworten. Ich habe Kinder lächeln gesehen, die nichts mehr hatten, worüber sie lächeln konnten, bevor Dakota schwanzwedelnd in ihr Leben trat. Glauben Sie mir: Die gehobene Stimmung ist für den Heilungsprozess genauso wichtig wie jeder körperliche Fortschritt.

Die Motivierung funktioniert auch für Schulkinder. Cody und ich besuchten zum Beispiel die T. H. Rogers Schule in Houston, in der Kinder mit schweren geistigen Behinderungen unterrichtet wurden.

Jan fragte mich, ob wir Interesse hätten, dort zu arbeiten. »Sie brauchen einen besonderen Hund, und so habe ich ihnen gesagt, wir hätten einen für sie.«

Ohne zu zögern, stimmte ich zu.

Cody hatte eine besondere Art, mit Kindern umzugehen, die möglicherweise von unseren Spaziergängen in der Nachbarschaft herrührte. Und obwohl er bei Kindern in seinem Element war, würde dieses Projekt nicht ganz einfach werden. Das merkte ich an der Begrüßung, die wir an unserem ersten Schultag erhielten. Es gab sechs Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren und die meisten von ihnen hatten große Angst vor ihm. Ein paar weinten sogar bei seinem Anblick. Doch Cody zuckte nicht mit der Wimper, und das half uns Erwachsenen, dieselbe richtige Einstellung zu bekommen.

Lehrer, die behinderte Schüler unterrichten, sind selbst etwas Besonderes. Die Lehrer der T. H. Rogers Schule nahmen Dakota sehr herzlich in Empfang. Vielleicht war das aus demselben Grund, aus dem Physiotherapeuten ihn so gern sahen: Er lieferte ihnen den Vorteil, ihnen bei der Motivierung der Kinder zu helfen, ihre Aufmerksamkeit zu fördern und sie dazu zu bringen, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren. Eine der von den Lehrern entwickelten Aufgaben war eine lustige Übung, die den Kindern die Grundfarben beibringen sollte. Dafür brachten wir Dakota hinter eine Leinwand und steckten einen von verschiedenen bunten Schals in den Rucksack, den er trug. Dann führten wir Dakota zu den Kindern, und eins von ihnen öffnete seinen Rucksack und zog den Schal heraus.

»Welche Farbe ist das?«, fragten die Lehrer dann die Kinder. Das Kind, das die richtige Antwort wusste, durfte Dakota umarmen und ihm ein Leckerchen geben. In den ersten Wochen wussten die Kinder nur selten die richtige Antwort. Doch wenn sie kam, war die Freude so groß, dass das Feiern fast in ein Chaos mündete.

Ein Junge namens Brett war der erste Schüler, der die Farbe ohne hilfreiche Hinweise richtig benennen konnte. Er war darüber so aus dem Häuschen, dass er sie ein Dutzend Mal wiederholte: »Rot, rot, rot, rot ...« Er rannte zu Cody, umarmte ihn und gab ihm ein Leckerchen, während die anderen Kinder jubelten und die Farbe wiederholten.

Die Kinder waren grob, laut und kräftig, und es war nicht einfach, sie zu bändigen. Cody half dabei. Mehr als einmal sah ich ein Kind, das ein Büschel von Dakotas rotgoldenen Haaren in der Hand hielt. Das muss ihm wehgetan haben, doch er rührte sich nicht und knurrte auch nie.

Wir gingen zweimal in der Woche für jeweils zwei Stunden in die Schule. Manchmal schien es, als sei jeder Tag dort unser erster. Natürlich erinnerten die Kinder sich an den Hund, doch die Farben waren für sie immer noch ein Rätsel. Die Nachmittage waren lang und voller Wiederholungen einfacher Übungen und die Kinder ermüdeten rasch. Die Lehrer machten häufig eine Pause, damit die Kinder sich hinlegen und ausruhen konnten. Cody legte sich zu ihnen. Er richtete seine ganze Energie und Konzentration auf die Kinder, und ich tat es ihm gleich. Es wurde mein persönliches Projekt - ich wollte unbedingt, dass diese Kinder einen Lernerfolg hatten.

Wir übten zu Hause. Dafür holten wir jedes seiner Spielzeuge aus dem Rucksack, machten Lärm und tanzten um ihn herum, damit er auf alles vorbereitet war. Wie ich sehr schnell merkte, lenkte ich die Energie, die ich früher darauf verschwendet hatte, mir Sorgen um mich zu machen, auf die Vorbereitung unserer wöchentlichen Besuche.

»Komm, wir gehen in die Schule, Cody«, war alles, was er hören musste, um zur Haustür zu gehen. Und wenn wir dort ankamen, ging er schnurstracks zur Tür des Klassenzimmers. Er liebte die Kinder, und ich glaube, er wusste auch, dass er ihnen half. Über die nächsten paar Monate hinweg machten wir allmählich Fortschritte: Nacheinander begannen die Kinder, die Farben korrekt zu benennen. Wenn sie merkten, dass sie es richtig machten, strahlten ihre Gesichter. Ich sah ihr wachsendes Selbstvertrauen und die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen. Nichts auf der Welt würde ich gegen den Ausdruck auf ihren kleinen Gesichtern eintauschen, den sie bekamen, wenn sie eine Farbe richtig erkannten und zu Dakota rannten, um ihn zu umarmen.

Bald fingen die Lehrer damit an, Buchstaben in Dakotas Rucksack zu packen, und wir begannen, die Namen der Kinder zu buchstabieren. Für mich war das ein unglaubliches Erlebnis. Sobald die Kinder gemerkt hatten, dass sie mit Dakota lernen konnten, wollten sie mehr davon. Auch sah ich die Begeisterung ihrer Lehrer über die Lernerfolge der Kinder. Ein wichtiger Aspekt von Dakotas Rolle war, den Lehrern dabei zu helfen, in ihrem äußerst schwierigen täglichen Job etwas Lohn und Erfolg zu erfahren.

Cody war nach den zwei Stunden erschöpft, doch die Kinder wollten ihn nie mehr gehen lassen. Sie bettelten ihn an, zu bleiben und noch weiter mit ihnen zu spielen. Und auch wenn ich die Arbeit stressig, doch befriedigend fand, musste ich sie nur zwei Mal in der Woche leisten. Für die Lehrer der Kinder - und für ihre Eltern - war es eine tägliche Herausforderung.

Um die Fortschritte zu feiern, die wir an der T. H. Rogers Schule machten, kaufte ich vor Weihnachten einen großen roten Sack und füllte ihn mit Teddybären für jeden der Schüler. Cody und ich saßen im Klassenzimmer, und jedes Kind kam zu uns, um seinen Bären abzuholen. Ich ließ es mir seinen Namen sagen, bevor es den Teddy überreicht bekam. Jedes Kind schaffte es. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk aller Zeiten war eine Sammlung von Karten, die die Kinder für uns gemacht hatten - selbst geschrieben!

Auch eine andere Schule für Kinder mit ähnlichen Behinderungen besuchten Dakota und ich. Die behinderten Schüler waren in die normale Schule »integriert«, was jedoch leider zur Folge hatte, dass sie beinahe täglich von Mitschülern gemobbt wurden. Als diese Mitschüler herausfanden, dass Dakota ihre behinderten Klassenkameraden einmal in der Woche besuchte, wollten auch sie sich mit ihm anfreunden. Cody kümmerte sich um alle, da er alle Kinder gleich liebte. Hunde machen keinen Unterschied, ob jemand behindert oder anders ist. Ich glaube, seine bedingungslose Akzeptanz der Kinder, die anders waren, war für die anderen Kinder eine lehrreiche Erfahrung.

Ich brauchte nicht viele Besuche im Krankenhaus und den Schulen, bevor ich feststellte, dass auch ich eine lehrreiche Erfahrung machte: Jetzt, da ich es freiwillig tat, konnte ich plötzlich meine Probleme bewältigen und mein Leben leben. Im Gegensatz dazu mussten diese Kinder jeden einzelnen Tag gegen ihre Behinderungen ankämpfen. Ich lernte viele Kinder kennen, die nur wenig Hoffnung auf eine schmerzfreie Zukunft oder ein einfaches Leben hatten. Und trotzdem konnten sie lächeln, vor allem wenn Cody auftauchte. Bei unserer Ankunft wollten die Kinder immer wissen, was wir an dem Tag mit ihnen anstellen würden. Und sie arbeiteten daran. Sie schienen bei jedem Schritt auf Dakotas Zustimmung zu warten und teilten ihre Erfolge mit ihm. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, das ich fast täglich machte.

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Wir haben auch viele Senioren besucht. Das war natürlich ein ganz anderes Szenario als das mit den Kindern. Hier erlebten wir Reaktionen, die von reiner Freude über Codys Gegenwart bis hin zu therapeutischen Wirkungen reichten, die durch Streicheln und Umarmungen erzielt wurden.

Alle Senioren wollten sich mitteilen. Manchmal waren sie melancholisch und manchmal wollten sie glückliche Erinnerungen mit uns teilen. Cody erinnerte James an den Hund aus seiner Kindheit, doch für Sylvia war er wie der Hund ihrer Kinder, was sie daran erinnerte, dass sie von den Kindern nicht oft genug besucht wurde.

»Schwimmt er gern?«, wollte Donald wissen und dachte an seine Jagdzeiten zurück. »Kann er Vögel apportieren?«

»Klar, er ist ein ausgezeichneter Jagdhund«, erzählte ich ihm. Soweit ich wusste, hatte Cody zwar noch keinen Tag in seinem Leben gejagt, aber was machte das schon? Meine Antwort brachte Donald dazu, sich ausführlich mit mir über Jagdhunde, Vögel und die Jagd zu unterhalten.

Das Wichtigste war nicht das, was sie sagten, sondern dass sie überhaupt etwas sagten. Dakota lockte sie aus ihrer Innenwelt heraus und brachte sie dazu, ihre Gefühle auszudrücken - etwas, was ein Therapeut nicht immer schafft. Viele Fachleute und Pflegekräfte sahen verblüfft zu, während einige der Heimbewohner die ersten vollständigen Sätze aussprachen, die sie je von ihnen gehört hatten ... und diese Sätze sagten sie zu einem Hund.

Viele Senioren umarmten Cody auch einfach nur und alle hielten irgendein Leckerchen für ihn bereit. Manche von ihnen kauften sogar eine Schachtel Hundekuchen nur für seine Besuche. Sie machten auf der Couch oder in ihrem Bett Platz für ihn. Sie redeten mit ihm, als wäre niemand sonst im Zimmer. Einige von ihnen, die unter Altersdemenz oder Alzheimer litten, hielten ihn für ihren eigenen Hund. »Bitte sorgen Sie gut für ihn. Ich vermisse ihn so«, hörte ich mehr als einmal. Ich versprach den Leuten jedes Mal, mich so um ihn zu kümmern, als wäre er mein eigener Hund.

An einem glühheißen, schwülen Sommertag erlebte ich zum ersten Mal, wie Dakota mit Sterben und Tod umging. Annette war über neunzig, und sogar in der unerträglichen Hitze lag sie unter der Decke, weil sie ständig fröstelte. Zum Glück hatte ich einen 45 Kilo schweren Bettwärmer dabei. Cody beschnüffelte sie kurz und dann kletterte er ohne Aufforderung vorsichtig neben ihr aufs Bett. Da er so sanft vorging, ließ ich ihn machen. Er kuschelte sich an sie.

Annette legte die Hand auf ihn und lächelte. Ich beugte mich hinunter, um ihre leise Stimme zu verstehen. »Er ist so warm«, sagte sie. »Er fühlt sich so gut an.«

Ich lächelte ihr zu und legte meine Hand auf ihren Arm, um ihr zu zeigen, dass ich sie verstanden hatte. Wie ihr Gesichtsausdruck und ihre Stimme mir sagten, hatte sie ihren Frieden gefunden und wusste, dass jetzt alles in Ordnung war. Sie lächelte ein letztes Mal und schloss die Augen. Innerhalb von wenigen Minuten war Annette von uns gegangen - Dakota hatte ihr geholfen, ihre letzte Ruhe zu finden.

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Wir machten im Namen der Paws for Caring eine Menge Besuche. Da ich mich um keinen Job mehr zu kümmern brauchte, hatte ich viel Zeit. Mir war klar, dass der wahre Star unseres Teams Dakota war und ich nur dazu da war, ihm die Besuche zu ermöglichen. Und es war mir eine Ehre.

Als Cody in mein Leben trat, hatte ich mich aufs Sterben vorbereitet. Nun war alles anders. So wurde ich im Sommer 1996 von Paws for Caring dank Dakota zum Ehrenamtlichen Mitarbeiter des Jahres im Raum Houston ernannt. Ich hatte von Anfang an gespürt, dass Jan und die anderen Mitarbeiter bei Paws for Caring verstanden, wie stark ich von diesen Aktivitäten profitierte, und sie sorgten dafür, dass auch ich einen Vorteil hatte. Es funktionierte wunderbar für mich. Dakota war mein Lehrer und ich war sein Schüler. Er brachte mir bei, im Augenblick zu leben und jeden Tag, so wie er war, zu genießen. Allmählich verstand ich die Lebenseinstellung der Golden Retriever. Er lehrte mich bedingungslose Liebe, und das war die stärkste Medizin, die ich nehmen konnte. Und er erfüllte mein geschundenes Herz jeden Tag mit Freude.

Ich hatte einen neuen Lebenssinn und ich war glücklich und produktiv. Es war noch gar nicht so lange her, dass ich überlegt hatte, wie ich mein Leben beenden könnte. Jetzt konnte ich morgens gar nicht erwarten, aufzustehen und mein Leben mit Dakota zu teilen - und ihn mit allen zu teilen, die ihn brauchten. Es war der Zeitpunkt, an dem ich anfing zu merken, dass Cody wirklich ein Schutzengel war, der keine Stunde von meiner Seite wich.

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Litres'teki yayın tarihi:
22 aralık 2023
Hacim:
223 s. 6 illüstrasyon
ISBN:
9783941435827
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