Kitabı oku: «Führung in der Technik»

Yazı tipi:

Dieter Brendt / Olaf Mackowiak

Führung in der Technik


Umschlagabbildung: © Dirk Heil

© 2021 • expert Verlag

Dischingerweg 5 • D-72070 Tübingen

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ISBN 978-3-8169-3467-7 (Print)

ISBN 978-3-8169-0064-1 (ePub)

Inhalt

  Vorwort der Autoren

  Wegweiser durch das Buch

  1 Einführende Überlegungen 1.1 Nichts in der Technik ist beständiger als der Wandel 1.2 Anforderungen an technische Führungskräfte 1.3 Potenzialanalyse technischer Führungskräfte 1.4 Potenzialeinschätzung durch Interviews

 2 (Gemeinsam) Ziele setzen2.1 Ziele im Mitarbeiter:innenjahresgespräch SMART formulieren2.2 Praxis des Mitarbeiter:innenjahresgesprächs2.2.1 Vorbereitung auf das Mitarbeiter:innenjahresgespräch2.2.2 Durchführung des Mitarbeiter:innenjahresgespräches

 3 (Miteinander) planen und entscheiden3.1 Das Entscheidungsbaum-Modell nach Vroom & Yetton3.2 Anforderungen an Führungskräfte als Moderator:innen3.3 Kreativ planen und entscheiden3.4 Planung im betrieblichen Umfeld3.4.1 Persönliche Zeitplanung3.4.2 Planung von betrieblichen Abläufen3.4.3 Terminplanung im Projekt3.4.4 Terminlicher Basisplan

  4 Ausführen (lassen) 4.1 Überlegungen zur Bedeutung des Delegierens 4.2 Das Reifegradmodell 4.3 Effektive Führung durch Anwendung des Reifegradmodells 4.4 Delegation in der betrieblichen Praxis 4.5 Delegierbare Tätigkeiten und Aufgaben finden 4.6 Führung durch Delegation mit Reifegraden 4.7 Ergebniskontrolle bei der Delegation von Tätigkeiten und Aufgaben

 5 (Gemeinsam) kontrollieren und bewerten5.1 Kontinuierliche Verbesserungsmöglichkeiten durch anonymisierte Befragungen der Mitarbeiter:innen5.2 Reflexion des Führungshandelns mittels 360°-Feedback5.3 Kontrolle und Steuern mittels Shopfloor Management5.3.1 Ansätze und Aufbau eines Shopfloor Managementsystems5.3.2 Schritte der Einführung eines Shopfloor Managementsystems5.3.3 Betrieblicher Nutzen durch Shopfloor Management

 6 Miteinander reden6.1 Basics zu Körpersprache, Sprechweise und sprachlichem Ausdruck6.2 Grundsätzliches zur Gesprächsführung6.3 Beispiele gelungener Kommunikation in der betrieblichen PraxisRegelverstöße gegen ArbeitssicherheitsvorschriftenBüro der offenen TürTeamrundenShopfloor-RundenJour-fixe-Termine

  7 Literaturliste

  8 Autorenkurzprofile

  Register

Vorwort der Autoren

Die Daten und Beispiele in diesem Band stammen aus der Arbeit der Autoren als Coaches.

Bei der Veröffentlichung von Zahlen und Daten ist stets darauf geachtet worden, unsere Verpflichtung, betriebliche Interna zu schützen, strikt einzuhalten. Soweit hier Beispiele von Einzelpersonen genannt werden, sehen wir uns in der Pflicht, deren Persönlichkeitsrechte durch diese Veröffentlichung nicht zu verletzen. Daher sind alle Beispiele in diesem Buch so verändert worden, dass Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig wären.

Der vorliegende Band ist in Dialogform aufgebaut, d.h., ein virtueller Teilnehmer steht in den Kapiteln jeweils zu Beginn mit dem externen und anschließend mit dem internen Coach im Dialog und stellt diesen durch seine Fragen vor immer wieder neue Herausforderungen. Leser:innen sollen damit einen Einblick in die zahlreichen Gespräche, die die beiden Autoren mit Mitarbeiter:innen und Führungskräften zum Thema führten, erhalten und beim Lesen den Eindruck gewinnen, unter den Diskutierenden mit dabei zu sein. Durch dieses aktivierende Element wird den Leser:innen der Einstieg in die Thematik besonders leicht gemacht und der abstrakt-theoretische Hintergrund wird beinahe spielerisch vermittelt.

Als externer Coach antwortet Dieter Brendt, als interner Olaf Mackowiak in gendergerechter Art und Weise. Für die Inhalte sind die beiden Autoren jeweils urheberrechtlich selbstverantwortlich. Falls es Fragen oder Anfragen zu den Autoren gibt, finden sich in den Kurzprofilen Kontaktdaten.

An dieser Stelle möchten wir nicht versäumen, uns bei unseren Kolleg:innen und Mitarbeitenden sowie unseren Auftraggebenden und Kund:innen, den Teilnehmenden an unseren Workshops, Seminaren und Coachings zu bedanken, die uns durch ihre Fragen, Beiträge und ihr persönliches Beispiel wichtige Hinweise und Anregungen zu diesem Buch gegeben haben. Wir bedanken uns besonders bei Johannes Brendt und den Mitarbeitenden des expert verlags für deren Unterstützung.

Wegweiser durch das Buch

Im vorliegenden Band werden einleitend grundsätzliche Überlegungen zu unserem speziellen Thema „Führung in der Technik“ behandelt (Kapitel 1). Im Hauptteil geht es dann um zielgruppenspezifische Überlegungen, Techniken und Methoden sowie Denkanstöße zum Transfer in die betriebliche Praxis, orientiert am Führungskreiszyklus (Kapitel 2 bis 5). Die abschließenden Ausführungen zum „Miteinander reden“ runden unser Buch ab (Kapitel 6).

Mit dem Inhaltsverzeichnis ist Ihnen bereits ermöglicht worden, sich einen ersten Überblick über die Themen zu verschaffen, die in den folgenden Kapiteln behandelt werden.

Unser „Wegweiser durch das Buch“ hilft Ihnen, ganz konkret Zeit zu sparen. Verschaffen Sie sich mit ihm einen Eindruck vom Inhalt der einzelnen Kapitel. Jedes ist in sich abgeschlossen. Entscheiden Sie selbst, ob Sie alles „in einem Rutsch“ oder besonders Interessantes zuerst bearbeiten wollen, oder nur die Abschnitte, die Ihnen wichtig sind.

In Kapitel 1 widmen sich die Autoren auf der Grundlage ihrer Erfahrungen als externe und interne Coaches der Frage, ob und inwieweit der beständige Wandel in der Technik sich auf die Anforderungsprofile von Führungskräften in unterschiedlichen Hierarchiestufen auswirkt. Im Anschluss werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich geeignete Kandidat:innen für eben diese neuen Anforderungsprofile finden lassen.

Die Kapitel 2 bis 5 orientieren sich an dem auf der Folgeseite dargestellten ManagementzyklusManagementzyklus mit den Stufen:

 (Gemeinsam) Ziele setzen

 (Mit-)Planen

 (Mit-)Entscheiden

 Ausführen (lassen)

 (Gemeinsam) Kontrollieren und Bewerten


Abb. 1: Managementzyklus

Den Stufen sind Kapitel zugeordnet, in denen Techniken und Methoden zur erfolgreichen Realisation der einzelnen Schritte dargestellt werden.

In Kapitel 2 werden zunächst Methoden und Techniken zur persönlichen Zielsetzung vorgestellt, die sich in der Praxis zur Optimierung des beruflichen Handelns bewährt haben. Hintergrund ist hier die „Zielsetzungstheorie“ nach Locke und Latham, die beschreibt, dass sich wohlgeformte Ziele durchaus motivierend auf das berufliche Handeln auswirken. Als besonders wirkungsvolle Methode, um gemeinsam mit Mitarbeiter:innen motivierende Ziele zu vereinbaren, wird das Führungsinstrument „Mitarbeiter:innenjahresgespräch“ eingehend erörtert.

Kapitel 3 fasst die Stufen „(Mit-)Planen“ und „(Mit-)Entscheiden“ zusammen. Zunächst wird anhand des „Entscheidungsbaummodells“ nach Vroom und Yetton aufgezeigt, wann Mitarbeiter:innen hinzugezogen werden sollten, um Changemanagement-Prozesse zu gestalten. Es werden Methoden und Techniken präsentiert, wie Führungskräfte als Moderator:innen ideenreich Maßnahmen und Aktionen sammeln und strukturiert Entscheidungen im Hinblick auf deren Umsetzung herbeiführen können. Beispiele zu Planungs- und Entscheidungsprozessen in einem produzierenden Betrieb runden das Kapitel ab.

In Kapitel 4 „Ausführen (lassen)“ wird zunächst die Bedeutung des Delegierens thematisiert. Die Leser:innen erhalten zudem Gelegenheit, ihre Einstellung zum Delegieren selbstkritisch zu analysieren. Sie lernen im Weiteren das „Reifegrad-Modell“ nach Hersey und Blanchard kennen und für ihre betriebliche Praxis zu nutzen.

In der letzten Station des Führungskreislaufs „(Gemeinsam) kontrollieren und bewerten“ werden in Kapitel 5 Möglichkeiten aufgezeigt, wie Führungskräfte ihr Führungshandeln reflektieren können, um sich Möglichkeiten zur Optimierung zu erschließen. Des Weiteren wird mit dem Shopfloor Management eine Methode zum Controlling von Prozessen sowie Erfahrungen aus der Praxis mit diesem Führungsinstrument vorgestellt.

Das Abschlusskapitel unseres Buches beschäftigt sich mit der betrieblichen Kommunikation. Grundlagen zur Rhetorik und zur Gesprächsführung werden ebenso thematisiert wie Beispiele aus der betrieblichen Praxis für ein überzeugendes „Miteinander reden“.

Literatur-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis sowie Hinweise zu den Autoren stehen am Ende unseres Buches.

Zusatzmaterial zu diesem Buch finden Sie zum Download unter: files.verlag.expert/9783816934677

1 Einführende Überlegungen

Im Vorwort zu seiner bezeichnenderweise „Beständiger Wandel“ betitelten Festschrift zur 175-jährigen Industrie- und Wirtschaftsgeschichte von Schweffel & Howaldt (seit 2012 Thyssen Krupp Marine Systems) stellt Dr. Jürgen Rohweder fest:

„Auf eine derart lange Geschichte kann man als Unternehmen nur dann zurückblicken, wenn man es verstanden hat, sich den jeweils veränderten Zeitläufen unternehmerisch anzupassen und notwendige strukturelle Entscheiden zu treffen, bevor einem die Kräfte des Marktes in eine Situation bringen, in der es keinen Ausweg mehr gibt.“

Und der langjährige Konzernsprecher kennt auch den Erfolgsfaktor im Hinblick auf die Umsetzung der überlebenswichtigen Entscheidungen:

„Am Ende waren es immer die Menschen, vom Auszubildenden bis zur Führungsspitze, die zu diesen Erfolgen verholfen haben.“

Angelehnt an diese Ausführungen beschreiben wir in unseren einführenden Überlegungen zunächst Faktoren, die den beständigen Wandel bis heute ausmachen, wo wir mit der Corona-Pandemie eine überaus herausfordernde Krise erleben. Daran anknüpfend zeigen wir, welchen Anforderungen sich technische Führungskräfte zu stellen haben.

Wir präsentieren mit der Potenzialanalyse ein Verfahren, mit dem sich systematisch Mitarbeitende aus den eigenen Reihen im Hinblick auf anforderungsgerechte Führungskompetenz auswählen lassen, damit auch künftig krisenhafte Zuspitzungen bewältigt werden können.

Praktische Erfahrungen bei der Auswahl externer Bewerber auf Linien- oder Stabsstellen durch zielorientierte Mitarbeiterauswahlgespräche bilden den Schlusspunkt unseres Eingangskapitels.

1.1 Nichts in der Technik ist beständiger als der Wandel

Vielen Quellen lässt sich entnehmen, dass Heraklit bereits 500 vor Christus feststellte: „Nichts ist beständiger als der Wandel!“ Lebte er heute, käme er wohl kaum umhin hinzuzufügen: „Und er kommt schneller als gedacht.“ Dies zeigt auf eindrucksvolle Weise eine Studie der Staufen AG und der Staufen Digital Neonex GmbH, die unter dem Titel „Erfolg im Wandel“ im Frühjahr 2019 in insgesamt 421 Unternehmen in Deutschland zum zweiten Mal nach 2017 durchgeführt wurde.

Wie Abb. 1.1. ausweist, wurden die teilnehmenden Unternehmen 2017 befragt, wie stark sich ihr Unternehmen innerhalb von 24 Monaten verändern würde. Im Vergleich zur Prognose wurde 2019 der IST-Zustand erhoben, sprich, es wurde gefragt, inwieweit sich das jeweilige Unternehmen in den letzten beiden Jahren verändert hatte.


Abb. 1.1.: Wie stark veränderte sich Ihr Unternehmen innerhalb von 24 Monaten

Es zeigt sich deutlich, dass der Wandel stärker ausgefallen ist als erwartet. Es ist anzunehmen, dass das Ergebnis bei einer ähnlichen Befragung heute in Zeiten von Corona noch deutlicher ausfallen würde.

Wie dem auch sei – das Ergebnis dieser Studie bekräftigt unsere Beobachtungen: Der Wandel vollzieht sich schneller und heftiger als es in den Unternehmen erwartet wird.

Obwohl Zahlen, Daten, Fakten eine eindeutige Sprache sprechen, besteht die Gefahr, dass erst dann reagiert wird, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Und das ist auch bereits vor der Pandemie so gewesen, wie ein Beispiel aus unserer Beratungspraxis verdeutlicht.

2009 wurden wir gebeten in einer Konzerntochter einen Demografie-CheckDemografie durchzuführen. Die GmbH agiert mit ca. 500 Mitarbeitenden wie ein selbstständiges mittelständisches Unternehmen auf dem Markt der Telekommunikations- und Informationstechnologie. Abb. 1.2. zeigt Chart Nr. 3 unserer damaligen Prognose.


Abb. 1.2.: Prognose der Altersstruktur

Das IST 2019 bestätigt unsere Prognose. Die Zahl der jüngeren Mitarbeitenden hat deutlich abgenommen und immer mehr ältere scheiden in absehbarer Zeit aus dem Unternehmen aus bzw. sind schon ausgeschieden. 2009 konnte dies noch durch Neueinstellungen kompensiert werden. In Zeiten des Fachkräftemangels sieht dies heute allerdings ganz anders aus. Obwohl es vor zehn Jahren bereits absehbar war, hat das Unternehmen weiter auf den Ausgleich des demografischen Wandels durch Neueinstellungen gesetzt – doch: woher nehmen, wenn nicht stehlen, sprich Headhunter einsetzen, die versprechen, die entstandenen Lücken zu schließen. Ob und inwieweit dies gelingt, sei dahingestellt. Sicher ist, es kostet …

Nun sind demografischer Wandel und Fachkräftemangel nicht die alleinigen Faktoren, die den beständigen Wandel in der TechnikWandel in der Technik schnell und heftig vorantreiben, wie sich aus der Tabelle zu den „Treibern des Wandels“ in Maschinen- und Anlagenbau (M), Automobil- (A) und Elektroindustrie (E) gemäß o.g. Studie entnehmen lässt:


Treiber des Wandels (Angaben in%) M A E
Technologischer Fortschritt (z.B. Digitalisierung, vernetzte Produktion) 80 80 81
Fortschreitende Individualisierung von Produktion und Services 52 41 48
Veränderung der Arbeitswelt (z.B. neue Arbeitszeitmodelle) 33 43 38
Globalisierung der Wirtschaft 44 43 33
Rechtliche Veränderungen (z.B. neue Regulierungsvorgaben) 13 39 14
Geopolitische Entwicklungen und Umbrüche 25 41 14
Demografischer Wandel 16 13 14

Tab. 1.1.: Treiber des Wandels

Während im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Elektrotechnik und Elektronik in erster Linie der technische Fortschritt, insbesondere die Digitalisierung und die fortschreitende Individualisierung als Treiber des Wandels ausgemacht werden, kommen in der Automobilindustrie noch Aspekte wie Geopolitik und Regulierungsvorgaben hinzu, was an der starken Exportorientierung dieser Branche liegen dürfte. Wie dem auch sei – in jeder technischen Branche sind in steigender Frequenz Anpassungsleistungen gefragt, die von ohnehin schon stark belasteten Mitarbeitenden erbracht werden müssen. Und genau das stellt Führungskräfte immer wieder aufs Neue vor besondere Herausforderungen. Schließlich sind nicht nur technische und organisatorische Lösungen gefragt, sondern diese sind auch an den Mann, respektive die Frau zu bringen.

In diesem Zusammenhang sei auf die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 2000 Beschäftigten in NRW hingewiesen, die 2012 vom Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen in dem Leitfaden für Personalverantwortliche und Führungskräfte „Den Wandel gesund gestalten – langfristig erfolgreich restrukturieren“ veröffentlicht wurde:


Abb. 1.3.: Wie stark fühlen Sie sich durch … belastet?

FRAGE: „Wenn ich den Ergebnissen aus der Abbildung folge, dann stellen Restrukturierungsmaßnahmen, also aufgrund des technologischen Fortschritts und der zunehmenden Individualisierung von Produktion und Services erforderliche Anpassungsleistungen einen hohen Belastungsfaktor für Mitarbeitende in der Technik dar?“

Externer Coach: „Aus unserer Sicht ist genau dies der Fall. Fast alle Unternehmen, in denen wir tätig waren, steckten in Restrukturierungsmaßnahmen bzw. hatten sie gerade abgeschlossen oder planten sie. Für uns stellt sich das so dar: ‚Ein Change jagt den anderen!‘

Überspitzt dargestellt, sollen sich Mitarbeitende permanent anpassen und weiterbilden. Kein Wunder, dass sie sich fragen, wie lange sie das Ganze noch aushalten. Das zunehmende Change-Tempo ist gefährlich, selbst für Mitarbeitende, die sich grundsätzlich flexibel und veränderungsbereit geben. Hinzu kommt, dass zumeist weder Führungs- noch Fachkräfte durch Veränderungsprozesse entlastet werden. Zudem: Mitarbeitende entscheiden sich nicht zu Veränderungsprozessen – diese werden vielmehr ‚verordnet‘. Es resultieren Kontrollverlust, Stress und Verunsicherung: ‚Werde ich die neuen Aufgaben bewältigen können?‘

Anhand eines Beispiels aus der Praxis lässt sich dieser Gedankengang zumindest nachvollziehen. Die Bereichsleitung eines produzierenden Unternehmens hat permanent und kontinuierlich die Umsetzung ausgewählter Maßnahmen fokussiert, aktuell: die Einführung einer dritten Schicht. Die mittlere Führungsebene verweist auf Probleme bei der Arbeits- und Personalaufteilung sowie auf daraus resultierende Fehlerkosten. Sie und ihre Mitarbeitenden betrachten die angestrebte Umstrukturierungsmaßnahme als einen weiteren Change, der noch unsinniger ist als der vorherige. Selbst diejenigen, die zu Beginn noch motiviert waren, ziehen sich zurück. Als bei der Besprechung zur Einführung der Maßnahme ein Meister halblaut vor sich hin stöhnt ‚Ach, change mich doch am A …‘ löst das nicht nur in der Runde seiner Kollegen ein breites Grinsen aus, sondern wird in Windeseile zu einem geflügelten Wort im ganzen Bereich.“

1.2 Anforderungen an technische FührungskräfteBelastungsfaktoren von Führungskräften

FRAGE: „Aber sind es nicht die Meister:innen, die derartige Maßnahmen umzusetzen haben?“

Externer Coach: „Während Geschäftsführung, Vorstand und/oder Bereichsleitung unternehmerische Verantwortung tragen, Ziele und Vorgaben formulieren und Visionen entwickeln, ist das mittlere Management, wie Sie richtig hinterfragen, für die Umsetzung der Ziele und Vorgaben verantwortlich. Sie befinden sich in einer Sandwichposition zwischen dem höheren Management und den Mitarbeitenden, in der ihre Loyalität sowohl gegenüber dem Unternehmen als auch den Beschäftigten gefragt ist. Sie sind gefordert mit Veränderungsängsten, sozialen und materiellen Bedürfnissen sowie mit Widerständen und Selbstzweifeln ihrer Mitarbeitenden angemessen umzugehen. Ihr Erfolg hängt – nicht nur bei Restrukturierungen – maßgeblich davon ab, inwieweit es ihnen gelingt, sich vor dem Hintergrund eigener Bedürfnisse und Ängste eindeutig zu engagieren, offen und transparent im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu kommunizieren und klare Zielvorstellungen zu haben, sowie glaubwürdig zu sein und sich vorbildlich zu verhalten.

Auf den Punkt gebracht benötigen sie die Fähigkeit, ihren Mitarbeitenden die Notwendigkeit der angestrebten Zielsetzung zu vermitteln und sie aktiv in die Prozesse zur Zielerreichung einzubinden.

Als Meister:in führen heißt, Menschen dazu anzuleiten, dass sie innerhalb des Bereiches und darüber hinaus unter den Bedingungen wirtschaftlichen Handelns bestimmte Ziele erreichen, auf der inhaltlichen Ebene die Richtung bestimmen und auf der Beziehungsebene Menschen dafür in Bewegung setzen, komplexe Umweltfaktoren jonglieren und das gesamte Vorgehen ethisch vertretbar anpacken.“

FRAGE: „Welche Kompetenzen und Skills sind erforderlich, bzw. müssen erworben und ausgebaut werden, um diesem Bündel an Erwartungen an das mittlere Management zu entsprechen?“

Externer Coach: „Als wir vor etwa dreißig Jahren im Seminarprogramm eines Konzerns eine modulare Schulungsreihe für Meister:innen anboten, haben wir bereits postuliert, dass es früher genügte, ein guter Fachmann bzw. gute Fachfrau zu sein, welche(r) vermochte, administrative Vorgänge sauber abzuwickeln und seine/ihre Amtsautorität angemessen zu nutzen.

Heute (damals 1990) und künftig seien im mittleren Management strategische und soziale KompetenzSoziale Kompetenz sowie persönliche Autorität gefordert. Moderne Meister:innen schaffen Rahmenbedingungen, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, ihre Aufgaben selbstständig und effizient zu erfüllen. Abb. 1.4. zeigt, welche Anforderungen aus unserer Sicht nach und nach in den letzten dreißig Jahren an technische Führungskräfte herangetragen wurden und heute von ihnen erwartet werden.

Gerade in Zeiten von Corona, wo die Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitenden eine besondere Bedeutung erlangt, ist anforderungsgerechtes modernes Führungshandeln eine „sine qua non“, eine unbedingte Notwendigkeit.


Abb. 1.4.: Anforderungen an technische Führungskräfte im Zeitverlauf

Mit Management-Skills sind Fähigkeiten und Fertigkeiten gemeint, die es Führungskräften ermöglichen, Führungsinstrumente, Techniken und Methoden einzusetzen, um erfolgreiches Führungshandeln im Führungskreislauf zu gewährleisten.

(Vgl. diesbezüglich unsere Ausführungen zu Ziele setzen – Planen/Entscheiden – Ausführen – Kontrollieren in den Folgekapiteln 2 bis 5).

Soziale Kompetenz bezieht sich auf eine Reihe von Aspekten, die im Folgenden gelistet sind.


Soziale Kompetenz technischer Führungskräfte
Überzeugend sprechen (rhetorische Fähigkeiten und Fertigkeiten) Ich-Botschaften vermitteln Fragetechnik beherrschen Aktiv und passiv zuhören können Argumentationstechnik (z.B. dialektischer Fünfsatz) anwenden Begeisterungsfähigkeit = intrinsisch motivieren Authentisch auftreten Feedback geben und nehmen

Tab. 1.2.: Soziale Kompetenz technischer Führungskräfte

Der letztgenannte Aspekt „FeedbackFeedback geben und nehmen“ weist auf die in Abb. 1.4. genannte Selbstkontrollkompetenz. In diesem Zusammenhang sei auf das sogenannte JOHARI-FensterJOHARI-Fenster (nach Johannes Luft et al.) in Abb. 1.5. hingewiesen:


Abb. 1.5.: JOHARI-Fenster

Letztlich geht es darum, mithilfe von Feedback etwas über den im JOHARI-Fenster aufgezeigten blinden Fleck zu erfahren. Selbstkontrollkompetenz zeigt sich darin, dass das Feedback anderer über die eigene Wirkung dazu genutzt wird, sein (Führungs-)Verhalten zu justieren und sich so im kooperativen Miteinander in einem kontinuierlichen Selbstverbesserungsprozess zu optimieren.“

FRAGE: „Was ist im Hinblick auf Feedback geben und nehmen zu beachten, um mit Selbstkontrollkompetenz das (Führungs-)Handeln zu optimieren?“

Externer Coach: „In unseren Coachings vermitteln wir unseren Teilnehmenden:

 Wie andere mich wahrnehmen, bleibt mir selbst normalerweise verborgen.

 Ich bin bestrebt, mehr darüber zu erfahren, wie andere mich und mein Verhalten wahrnehmen.

 Wenn ich weiß, wie andere mich wahrnehmen, verstehe ich das Verhalten anderer mir gegenüber besser als bisher.

 Ich lerne und übe, mich selbst und mein Verhalten kritisch zu überprüfen.

 Wenn ich weiß, wie ich auf andere wirke, kann ich mich selbst besser steuern.

 Ich lerne und übe, anderen in konstruktiver Weise sowohl positive als auch kritische Rückmeldungen zu ihrem Verhalten zu geben.

 Als Führungskraft bin ich u.a. auch Coach – einer der wichtigsten Aufgaben eines Coachs besteht darin, offenes Feedback zu geben.

 Ich kann als Coach nur dann wirklich effektiv sein, wenn meine Mitarbeitenden mir mitteilen, wie sie mein Führungsverhalten erleben.

Um effektiv zu sein, bedarf es der Einhaltung von Regeln.


Regeln für persönliches Feedback
Ich bin OK – Du bist OK (gegenseitige Wertschätzung) Beschreiben – nicht bewerten Immer zuerst positive Rückmeldungen Möglichst konkrete Rückmeldungen geben Jeder spricht für sich selbst Bei Störungen „Signal“ geben Jeder ist für sich verantwortlich Strikte Vertraulichkeit

Tab. 1.3.: Regeln für persönliches Feedback

Wer seine Selbstwahrnehmung auf diese Weise schärft, schafft Voraussetzungen zur Optimierung seines Führungshandelns, um offen, ehrlich und vertrauensvoll in den direkten Arbeits-, Führungs- und Kooperationsbeziehungen zu wirken und mit ggf. vorhandenen Widerständen konstruktiv umzugehen.“

FRAGE: „Vor dem Hintergrund all dieser Erwartungen an mittlere Führungskräfte drängt sich die Frage auf, wie finde ich Mitarbeitende mit genügend Potenzial, um den Anforderungen gerecht zu werden?“

Externer Coach: „Wir haben in Kooperation mit einem Unternehmen der Telekommunikations- und Informationstechnologie mit der PotenzialanalysePotenzialanalyse ein Verfahren entwickelt, das sich, angelehnt an Methoden des Assessment-Centers, als geeignet erwiesen hat, die Eignung von High Potentials aus den eigenen Reihen für höhere Führungs- oder Stabsfunktionen festzustellen.“

1.3 Potenzialanalyse technischer Führungskräfte

Im ersten Schritt des Pilotprojekts für die Tochtergesellschaft eines Industriekonzerns, die am Markt wie ein mittelständiges Unternehmen operiert, haben wir in einem Workshop mit Teilnehmenden der höheren Führungsebene (Geschäftsführer:innen und Bereichsleiter:innen) herausgearbeitet, welche Kompetenzen für die Erfüllung der Aufgaben im mittleren Management erforderlich sind und dabei mit Problemlösungs-, sozialer und persönlicher Kompetenz drei Bereiche ausgemacht, denen wir Fähigkeiten und Fertigkeiten zugeordnet haben.

Um ein einheitliches Verständnis zu schaffen, sind diese stichwortartig definiert worden:

Problemlösungskompetenz:

 Organisation und Planung: Prioritäten setzen, Umgang mit Komplexität, Arbeitsabläufe koordinieren

 Analysevermögen: Problemanalyse, schlussfolgerndes Denken, Analyse von Abläufen

 Unternehmerisches Selbstverständnis: Kostenorientierung, bereichsübergreifendes Denken, Identifikation, Servicedenken

 Strategisches Denken: Markt-/ Wettbewerbsdenken, Zielsetzung, Denken in Gesamtzusammenhängen

Soziale Kompetenz:

 Führungsverhalten: Selbstverständnis, Delegation, Ziele setzen, Motivation, Steuerung, Direktivität, Informations- und Kommunikationsverhalten

 Durchsetzungsvermögen: Umgang mit Widerstand

 Partnerschaftlichkeit: Kooperation, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Konfliktmanagement

 Begeisterungsfähigkeit: Überzeugungskraft, Verhandlungsgeschick, Rhetorik, Präsentieren

Persönliche Kompetenz:

 Leistungsmotivation: Initiative, Dynamik, Power, Leistungswille

 Belastbarkeit: Ausdauer, Stressresistenz

 Flexibilität: Veränderungsbereitschaft, Kritikfähigkeit, Offenheit, Lernflexibilität

 Entscheidungsverhalten: Risikobereitschaft, Verantwortungsbereitschaft, Umsetzungsorientierung

 Im Weiteren sind zu den benannten Fähigkeiten und Fertigkeiten sog. „Verhaltensanker“Verhaltensanker herausgearbeitet worden, indem jeweils festgelegt worden ist, worauf sich die Interviewenden und Beobachtenden während der Potenzialanalyse fokussieren sollten.

 Zu jedem Kompetenzbereich sei hier ein Beispiel vorgestellt:

Organisation und Planung (aus: Problemlösungskompetenz)

 Setzt Prioritäten sinnvoll

 Verfügt über effiziente Techniken der Planung u. Arbeitsorganisation

 und setzt sie sinnvoll ein

 Geht organisiert und strukturiert an die Lösung neuer Probleme heran

 Hat jederzeit einen guten Überblick über Probleme im Arbeitsbereich

 Stimmt die Tagesplanung mit betroffenen Personen ab

 Steuert systematisch die zur Zielerreichung notwendigen Mittel

Führungsverhalten (aus: Soziale Kompetenz)

 Ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst

 Hat Interesse an Führungsaufgaben und kann sie begründen

 Hat ein eigenes Führungsverständnis, das über die Fachverantwortung hinausgeht

 Gibt Informationen weiter und sorgt für Transparenz

 Delegiert Aufgaben sinnvoll

 Motiviert die Mitarbeitenden (z.B. Lob und Kritik, Einbeziehung in Entscheidungen, Delegation)

 Sieht sich für die Entwicklung seiner Mitarbeitenden verantwortlich (fachlich und persönlich)

 Bearbeitet Probleme mit Mitarbeitenden konstruktiv und offensiv

 Möchte seine Mitarbeitenden unterstützen

 Ist sich bewusst, dass Führung zeitintensiv ist

 Führt Gespräche effizient und reflektiert

Entscheidungsverhalten (aus: persönliche Kompetenz)

 Prüft die Fakten und geht planvoll vor

 Schätzt die Risiken seines Vorgehens ab

 Geht begrenzte Risiken ein

 Übernimmt Verantwortung für sein Verhalten

Schließlich haben sich die Teilnehmenden auf eine Skala zur Beurteilung der Fähigkeiten und Fertigkeiten geeinigt, wobei einfache Zeichen zur Beschreibung der Ausprägung (siehe zweite Zeile) dienen:


Im Hinblick auf … erfüllt die teilnehmende Person die Anforderungen zu
0-20% 21-40% 41-60% 61-80% 81-100%
- ! > + ++

Tab. 1.4.: Skala zur Beurteilung der Fähigkeiten und Fertigkeiten

An Ende des Workshops ist von den teilnehmenden oberen Führungskräften zu jeder Anforderung das SOLL für unterschiedliche berufliche Profile (Technik, Projektmanagement, Vertrieb etc.) festgelegt worden. Dementsprechend lässt sich jeweils ableiten, ob und wo die an der Potenzialanalyse teilnehmenden High Potentials Bedarf haben:


Im Hinblick … zeigt sich für die teilnehmende Person
Entwicklungsfeld Entspricht den Anforderungen Stärke

Wir sind dann damit beauftragt worden an den Verhaltensankern, orientiert an allen Einzelkompetenzen, Methoden zu deren Beurteilung vorzuschlagen. Zur Disposition stehen:

 Testverfahren

 Übungen: Präsentation, Rollenspiel

 Geleitetes Interview

Im Hinblick auf die Testverfahren haben wir uns für zwei bewährte Fragebögen entschieden: BIP-6FBIP 6-F: Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung – 6 Faktoren:

 Engagement

 Disziplin

 Sozialkompetenz

 Kooperation

 Dominanz

 Stabilität

TOPTOP: Deutsche Fassung des Dark Triad of Personality at Work mit den Skalen:

 Selbstbezogene Arbeitshaltung

 Durchsetzungsbezogene Arbeitshaltung

 Ungebunden impulsiver Arbeitsstil

Anhand der Beschreibung der Faktoren, bzw. Skalen haben wir eben diese den Einzelkompetenzen so zugeordnet, wie es in der Übersicht auf der Folgeseite dargestellt ist. Wie dort ersichtlich, stimmen die in Klammern aufgeführten Merkmale der jeweiligen Kompetenz mit den stichwortartigen Beschreibungen der Faktoren bzw. Skalen zum Teil sogar 1:1 überein.

Werden unsere „Verhaltensanker“ zum Vergleich mit der zugeordneten Skala hinzugezogen, zeigen sich in den dortigen Kurzbeschreibungen weitere Entsprechungen. So entspricht unserem Verhaltensanker zu Leistungsmotivation:

 Bezieht aus seinen beruflichen Aufgaben Befriedigung,

 lässt sich vor allem durch schwierige und herausfordernde Aufgaben motivieren,

 hat begründete und ehrgeizige berufliche Ziele,

 bringt Beispiele für interne Wettbewerbsorientierung,

 ist bereit, viel Zeit und Energie in seine berufliche Tätigkeit zu investieren.

Die Beschreibung zum BIP-Faktor Engagement:

 „Sieht sich als Triebfeder von Fortschritt und Veränderung,

 wird durch Wettbewerb motiviert,

 ist ausgesprochen ehrgeizig und leistungsorientiert.“


Kompetenzen Zugeordnete Skala
Führungsverhalten (Selbstverständnis, Delegation, Ziele setzen, Motivation, Steuerung, Direktivität, Informations- und Kommunikationsverhalten) TOP: Selbstbezogene Arbeitshaltung (Führungsanspruch, Überzeugungsglaube, Autoritätsbedürfnis, Risikofreude, Überlegenheitsgefühl)
Durchsetzungsvermögen (Umgang mit Widerstand) TOP: Durchsetzungsbezogene Arbeitshaltung (Unsentimentalität, Skepsis, Durchsetzungsglaube) BIP: Dominanz (Durchsetzungsfähigkeit, Unabhängigkeit, Konfliktbereitschaft)
Partnerschaftlichkeit (Kooperation, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Konfliktmanagement) BIP: Kooperation (Teamorientierung, Kompromissbereitschaft, Integrationsfähigkeit)
Begeisterungsfähigkeit (Überzeugungskraft, Verhandlungsgeschick, Rhetorik, Präsentieren) BIP: Sozialkompetenz (Kontaktstärke, Einfühlungsvermögen, Begeisterungsfähigkeit)
Leistungsmotivation (Initiative, Dynamik, Power, Leistungswille) BIP: Engagement (Karriereorientierung, Leistungsanspruch, Wettbewerbsorientierung)
Belastbarkeit (Ausdauer, Stressresistenz) BIP: Stabilität (Gelassenheit, Selbstbewusstsein, Stress-/Frustrationstoleranz)
Flexibilität (Offenheit, Lernflexibilität, Veränderungsbereitschaft) TOP: ungebunden impulsiver Arbeitsstil (Flexibilität, Impulsivität, Beschönigung)
Entscheidungsverhalten (Risikobereitschaft, Problemlösetechniken, Verantwortungsbewusstsein) BIP: Disziplin (Planungs-/Strukturorientierung, Sorgfalt, Analyseorientierung)

Die Testergebnisse haben wir dann jeweils in unsere fünfteilige Beurteilungsskala für die entsprechende Kompetenz übersetzt.

Der Beurteilungsbogen für die Präsentationsübung zeigt, wie die Verhaltensanker den Beobachtern helfen, sich bei der Beurteilung der Übung auf die wesentlichen Aspekte zu fokussieren:


Verhaltensanker zur Beurteilung der Präsentationsübung ++ + ✔ ! -
Organisation und Planung Setzt Prioritäten sinnvoll Verfügt über effiziente Techniken der Planung und Arbeitsorganisation und setzt sie sinnvoll ein Geht organisiert und strukturiert an die Lösung neuer Probleme heran Hat jederzeit einen guten Überblick über Probleme im Arbeitsbereich Stimmt die Tagesplanung mit betroffenen Personen ab Steuert systematisch die zur Zielerreichung notwendigen Mittel Strategisches Denken Stellt übergreifenden Blickwinkel her Verliert sich nicht in Details, hat den Blick für Wesentliches Stellt Bezüge zu Unternehmenszielen her Stimmt sein Verhalten auf Ziele und taktische Schritte ab Durchsetzungsvermögen Behält durchgängig die Gesprächsführung Strebt eine gute Problemlösung an, geht keine ‚faulen‘ Kompromisse ein Vertritt seine Meinung, auch bei Widerstand, selbstsicher und prägnant Spricht klar und deutlich Äußert klar die Erwartungen an seinen Gesprächspartner Setzt seine Ziele wesentlich durch Begeisterungsfähigkeit Kann Ideen und Gedanken gut vermitteln Nutzt fundierte Argumente Die Fragen werden gezielt beantwortet Hat insgesamt fundierte und reflektierte Konzepte Wirkt authentisch und lebhaft Kann zu den Zuhörern Kontakt herstellen Belastbarkeit Verfolgt Ziele mit Ehrgeiz und Ausdauer Reagiert bei Belastung angemessen Will den Gesprächspartner deutlich beeinflussen Versucht auch Einstellungsänderungen herbeizuführen Vertritt Missionen und Botschaften mit Überzeugung Flexibilität/Kritikfähigkeit Ist offen für Kritik (passive Kritikfähigkeit) und Setzt sie in aktives Handeln um/zeigt sich lernfähig Widerlegt oder ergänzt Kritikpunkte oder Fakten Kritisiert ohne zu verletzen (aktive Kritikfähigkeit) Behält das Gesamtziel der Unterredung im Blick (reagiert emotional angemessen) Kann sich in den anderen hineinversetzen (bleibt aber im Sinne des Oberziels konsequent)

Dementsprechend gibt es auch einen Beurteilungsbogen für das Rollenspiel und das geleitete InterviewInterview, dass von zwei Interviewenden geführt wird. Fragt der eine, nutzt der andere den Bogen für seine Beobachtungen:


Verhaltensanker im Interview und deren Beurteilung ++ + ✔ ! -
Analysevermögen Verfügt über eine schnelle gedankliche Auffassungsgabe Analysiert Vorgänge konkret, zügig und effizient Erkennt inhaltliche Zusammenhänge u. Vernetzungen Nimmt logische Ableitungen vor und erarbeitet Lösungen Gewichtet die Informationsvielfalt und macht seine Prioritäten deutlich Unternehmerisches Selbstverständnis Identifiziert sich klar mit seinem Unternehmen Unterbreitet aktiv Vorschläge zur Verbesserung/kann Beispiel nennen (Interview) Sieht sich selbst verantwortlich für die Lösung auftretender Probleme Ist sich der Schnittstellen bewusst und bewältigt diese Sorgt für einen bereichsübergreifenden Informationsaustausch Verfügt über ein gutes Unternehmenswissen/aktualisiert dieses aus verschiedenen Quellen (Interview) Betrachtet das Unternehmen auch aus einer übergeordneten Perspektive und kann Verbesserungsfelder benennen Sieht sein eigenes Handeln auch unter unternehmerischen Perspektiven/Kostenperspektive Partnerschaftlichkeit Verfügt über eine freundliche Ausstrahlung Hört seinem Gesprächspartner (aktiv) zu Nimmt die Argumente seines Gegenübers auf und geht auf sie ein Zeigt sich kooperativ und teamfähig Versetzt sich in die Situation des anderen Bewältigt Konflikte auf der Grundlage beiderseitiger Akzeptanz Begeisterungsfähigkeit Kann Ideen und Gedanken gut vermitteln Nutzt fundierte Argumente Die Fragen werden gezielt beantwortet Hat insgesamt fundierte und reflektierte Konzepte Wirkt authentisch und lebhaft Kann zu den Zuhörern Kontakt herstellen

Um eine Vergleichbarkeit aller High Potentials zu gewährleisten, ist den Interviewern zudem ein Leitfaden mit Beispielfragen an die Hand gegeben worden, an dem sie sich orientieren können. Sie müssen jedoch nicht unbedingt die Fragen genauso stellen, sondern sollen sich bei ihren Fragen jeweils an den jeweiligen Bewertungskriterien orientieren.

Es resultiert ein halbstandardisiertes Interview mit Einschätzungen zu allen Kompetenzen. Beispielhaft sei hier ein Auszug des Interviewleitfadens dargestellt.


Auszug aus dem Interviewleitfaden
Organisation und Planung (Prioritäten setzen, Umgang mit Komplexität, Arbeitsabläufe koordinieren)
Organisieren und Planen sind Kernaufgaben. Das Erkennen und Setzen von Prioritäten und das Koordinieren von Arbeitsabläufen ist hierbei von besonderer Bedeutung: Welche Methoden/Instrumente der Planung und Organisation nutzen Sie? Nutzen Sie auch Methoden des Projektmanagements? Wie kontrollieren Sie hier den Erfolg und den Verlauf von Projekten? Nach welchen Kriterien beurteilen Sie den Erfolg von Projekten? Welche Methoden des Projektmanagements nutzen Sie? Wie kontrollieren Sie den Erfolg und den Verlauf von Projekten? Nach welchen Kriterien beurteilen Sie den Erfolg von Projekten? Was ist Ihre Vorgehensweise bei der Planung und Durchführung von Projekten? Setzen Sie Hilfsmittel ein? Welche sind Ihnen bekannt? Wie steuern Sie die zur Zielerreichung notwendigen Mittel (Verfahren und Personen)? Wie koordinieren Sie Arbeitsabläufe in Ihrem Bereich? Welche Organisations- und Planungstechniken sind Ihnen bekannt? Wie nutzen Sie sie? Wie strukturieren Sie Ihren persönlichen Tagesablauf? Welche Hilfsmittel nutzen Sie bei Ihrer persönlichen Arbeitsplanung? Wie stellen Sie sicher, dass Sie nichts vergessen? Nach welchen Gesichtspunkten setzen Sie Prioritäten?
Bewertungskriterien ++ + ✔ ! -
Setzt Prioritäten sinnvoll Verfügt über effiziente Techniken der Planung und Arbeitsorganisation und setzt sie sinnvoll ein Geht organisiert und strukturiert an die Lösung neuer Probleme heran Hat jederzeit einen guten Überblick über Probleme im Arbeitsbereich Stimmt die Tagesplanung mit betroffenen Personen ab Steuert systematisch die zur Zielerreichung notwendigen Mittel

Die Einschätzungen aus den Quellen Interview (ITW), Rollenspiel (ROS), Präsentation (PRÄ) und Testverfahren (BIP und TOP) zur Eignungsbeurteilung fließen in der Ergebnismatrix zusammen und werden als IST dem SOLL gegenübergestellt:


Problemlösungskompetenz ITW ROS PRÄ BIP TOP IST SOLL
Organisation und Planung
Analysevermögen
Unternehmerisches Selbstverständnis
Strategisches Denken
Soziale Kompetenz ITW ROS PRÄ BIP TOP IST SOLL
Führungsverhalten
Durchsetzungsvermögen
Partnerschaftlichkeit
Begeisterungsfähigkeit
Persönliche Kompetenz ITW ROS PRÄ BIP TOP IST SOLL
Leistungsmotivation
Belastbarkeit
Flexibilität
Entscheidungsverhalten

Tab. 1.5.: Ergebnismatrix

Nach Abstimmung aller Dokumentationsbögen mit der oberen Führungsebene sind „gestandene“ mittlere Führungskräfte in deren Handhabung, d.h. als Beobachtende/Interviewende geschult worden. Die Potenzialanalysen sind dann mit jeweils sechs High Potentials an einem Tag realisiert worden, die im Wechsel einstündige Interviews und die Übungen durchführten und in den Warteschleifen die Tests bearbeiteten. Nach der Abschlusskonferenz ist der umseitige Bogen für das Feedback (inklusive Hinweisen zur eigenen Verhaltensoptimierung) für alle High Potentials genutzt worden.


Selbst-/Fremdbild-Vergleich Name:
Selbstbild Bewertung der Kompetenzen Rot: Entwicklungsfeld Orange: Entspricht den Anforderungen Grün: Stärke Fremdbild
Problemlösungskompetenz:
Organisation und Planung (Prioritäten setzen, Umgang mit Komplexität, Arbeitsabläufe koordinieren)
Analysevermögen (Umgang mit Zahlen, Problemanalyse, Schlussfolgerndes Denken)
Unternehmerisches Selbstverständnis (Kostenorientierung, Servicedenken, Prozessmanagement, Identifikation)
Strategisches Denken (Marktorientierung, Ziel setzen, Kenntnis der Vertriebsstruktur, übergreifendes Denken)
Soziale Kompetenz:
Führungsverhalten (Motivation, Qualifikation, Direktivität, Ziele setzen, Informationsverhalten, Delegation)
Durchsetzungsvermögen (Umgang mit Widerstand)
Partnerschaftlichkeit (Kooperation, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Konfliktmanagement)
Begeisterungsfähigkeit (Überzeugungskraft, Verhandlungsgeschick, Rhetorik, Präsentieren)
Motive und Einstellungen:
Leistungsmotivation (Initiative, Dynamik, Power, Leistungswille)
Belastbarkeit (Ausdauer, Stressresistenz)
Flexibilität (Offenheit, Lernflexibilität, Veränderungsbereitschaft)
Entscheidungsverhalten (Risikobereitschaft, Problemlösungstechniken, Verantwortungsbewusstsein)
Bewertung der Teilnahme an den Bestandteilen des AC Rot: „Geht besser!“ Orange: „Passt schon!“ Grün: „Gut gelungen!“
Präsentation
Interview
Rollenspiel
Fazit (auf den Punkt gebracht)
aus Sicht der teilnehmenden Person: aus Sicht der Beobachter:innen:

Abb. 1.6.: Feedbackbogen zur Potenzialanalyse

FRAGE: „Wenn ich es recht verstehe, erfordern Potenzialanalysen nach diesem Muster eine erhebliche Manpower. Welche weniger aufwändige Alternativen zu diesen sicher sehr aussagekräftigen Verfahren im Hinblick auf die Eignungsfeststellung von High Potentials kommen in Frage?“

Externer Coach: „Eine Alternative wäre das von uns angebotene Individualcoaching, eine andere ein gut geführtes, zielorientiertes Interview.“

FRAGE: „Wie genau wird in einem Individualcoaching verfahren?“

Externer Coach: „Auch hier werden Elemente aus der Potenzialanalyse genutzt, die Verwendung psychometrischer Verfahren, das Interview und In-Sensu-Übungen, sowie Rollenspiele mit dem Coach:

Die Teilnehmer:innen erhalten eine Auswahl psychometrischer Verfahren per Post zugesandt. Die Ergebnisse dienen der Entwicklung erster Hypothesen zum Persönlichkeitsbild der Teilnehmer:innen. Die Auswahl der Verfahren leitet sich aus der Aufgabenstellung und/oder dem Anforderungsprofil der Stelleninhaber:innen ab.

Die zu einem ersten Gesamtbild verdichteten Ergebnisse der psychometrischen Verfahren werden präsentiert und erläutert. Sie bilden den „roten Faden“ für die Exploration. Im Focus der Exploration steht die Persönlichkeit der Teilnehmer:innen, ihre Fähigkeit zum unternehmerischen, konzeptionellen Denken und Handeln sowie auch Führungskompetenz und bedingt Fachkompetenz. Besondere Bedeutung kommt der Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmer:innen zu. Sie reflektieren wichtige Schritte ihrer Lebensgeschichte und präzisieren die Fragestellungen, die sich aus ihrer augenblicklichen Situation ergeben.

Der Coach hört aufmerksam zu und fragt, wenn ihm für das langsam wachsende Gesamtbild der ihm gegenübersitzenden Persönlichkeit noch wichtige Informationen fehlen. Ziel ist, wiederkehrende Muster aus der Biografie der Teilnehmer:innen zu erkennen, die hinsichtlich ihrer Aufgabenstellung bedeutsam sind.

Den Teilnehmer:innen wird ein Szenario geboten, zukünftige Herausforderungen zu durchdenken und ggf. zu simulieren und zu üben. Im Lerndialog mit dem Coach schließen die Teilnehmer:innen Wissenslücken, überprüfen ihre Einstellung und lernen neue Handlungsstrategien kennen und anwenden. Der Coach verdeutlicht Stärken und ermutigt zum kreativen Ausprobieren neuer Denk- und Handlungsmodelle.

Es ist das übergeordnete Ziel des Coachings, den Teilnehmer:innen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zur individuellen, konstruktiven Gestaltung ihrer beruflichen Handlungskompetenz zu vermitteln.

Das Training endet mit einem vom Coach und den Teilnehmer:innen gemeinsam verfassten Kommuniqué über die wesentlichen Erkenntnisse des Compact-Coachings für den Auftraggeber. Auf Wunsch der Teilnehmer:innen sind Follow-ups möglich.“

1.4 Potenzialeinschätzung durch Interviews

FRAGE: „Bleibt noch als Alternative das Interview, um die Eignung eines Kandidaten für eine in Frage kommende Stelle zu klären. Was ist hierbei zu beachten?“

Interner Coach: „Die von mir angewendeten Interviews verfolgen immer das Ziel: Ich möchte die persönlichen Motivationsfaktoren und die persönlichen Zielvorstellungen zur beruflichen Entwicklung ermitteln. Weiterhin möchte ich von Potenzialträger:innen eine eigene Einschätzung bekommen, wo er/sie sich in den nächsten 5–10 Jahren beruflich sieht.

Doch, bevor man ein persönliches Interview führen kann, steht die Auswahl von möglichen Potenzialträger:innen an. Generell ist aus meiner Erfahrung zu sagen, Mitarbeiter:innen, die aus Eigenmotivation eine Weiterbildung angestrebt haben oder anstreben, sei es eine Meisterausbildung, Technikerausbildung oder ähnliches, haben sich für mich häufig als mögliche Potenzialträger:innen gezeigt. Ein anderer Weg ist die Empfehlung einer Führungskraft der unteren Führungsebene, die durch das Delegieren von Aufgaben auf den möglichen Potenzialtragenden aufmerksam geworden ist.

Bevor ich jedoch auf den sich für mich in der Praxis bewährten Ablauf eines Interviews eingehe, sollte man sich im Vorhinein Gedanken machen, welche Möglichkeiten für perspektivische personelle Weiterbildung, unabhängig vom Zielbild, im Unternehmen möglich sindPotenzialeinschätzung.

Hierzu gehören:

 Bereichsinterne Fortbildung,

 bereichsübergreifende Fortbildung,

 Übertragung weiterer Aufgaben und Verantwortung,

 Einsatz in anderen Bereichen,

 interne Trainings,

 externe Coachings,

 externe Fortbildung,

 Unterstützungsmöglichkeiten für externe Fortbildung.

Nachdem man sich Klarheit über sinnvolle und zur Verfügung stehenden Möglichkeiten geschaffen hat, kann man mit den Vorbereitungen eines Interviews beginnen.

Folgender Ablauf eines Interviews hat sich für mich bewährt:

1 Einladung zum GesprächHier ist zu beachten, dass die möglichen Potenzialträger:innen über den Wunsch des Gespräches mit Gesprächsgrund rechtzeitig informiert werden. Keinesfalls sollte man kurzfristig anberaumte oder spontane Gespräche durchführen. Diese überfordern viele mögliche Potenzialträger:innen und sind nicht zielführend. Häufig kommen von Potenzialträger:innen aus Angst etwas Falsches zu sagen Antworten wie: „Ja, würde ich gern machen“, „ja, sehe ich auch so“, „ja, könnte ich mir vorstellen“.

2 Schaffen einer lockeren GesprächsatmosphäreHier heißt es die Potenzialträger:innen willkommen heißen und ihnen einen Platz am Gesprächstisch anbieten, vorzugsweise in einer 90-Grad-Sitzordnung. Keinesfalls sollten diese Gespräche über den Schreibtisch der Führungskraft erfolgen. Nach einem kleinen ‚warm up‘ ist den möglichen Potenzialträger:innen mitzuteilen, warum sie schon länger positiv aufgefallen sind und wie man zu dieser Einschätzung gelangt ist. Ziel ist es, den Mitarbeitenden darzustellen, warum aus Sicht der Führungskraft Potenzial bei ihnen besteht.

3 GesprächsführungZur Ermittlung der möglichen Potenziale sollten Fragetechniken mittels W-Fragen oder offenen Fragestellungen zu folgenden Themenstellungen angewendet werden.Wo sehen Sie sich in 5–10 Jahren?Wo sind aus Ihrer Sicht Ihre Stärken und Schwächen?Was für Tätigkeiten und Aufgaben reizen Sie mehr: Fach-/Sachaufgaben, organisatorische Aufgaben, Projektaufgaben oder Führungsaufgaben?Wichtig ist hierbei, den möglichen Potenzialträger:innen genug Redezeit einzuräumen, sie nicht zu unterbrechen und sie nicht in die Richtung zu drängen, in der das Potenzial vermutet wird. Die Führungskraft sollte den Potenzialträger:innen vielmehr Möglichkeiten und Wege aufzeigen, wobei aus meiner Sicht zu Anfang immer folgende Richtungsfrage zu berücksichtigen ist: „Sehen sie sich in 5–10 Jahren eher im Bereich der Mitarbeiter:innenführung oder in einem Bereich mit Fach- und Sachaufgaben bzw. Projektaufgaben?“

4 Beenden des Gespräches und FolgeterminAm Ende sollte den Mitarbeitenden, unabhängig vom Ergebnis des Gespräches für die Gesprächsbereitschaft gedankt werden. Bei einem positiven Ergebnis hinsichtlich der Einschätzung von vorhandenen Potenzialen und der Einwilligung der Mitarbeitenden diese weiter zu entwickeln, ist ein weiterer Gesprächstermin in frühestens einem Monat zu vereinbaren. Sowohl Potenzialträger:innen als auch Führungskraft benötigen Zeit, um über die besprochenen Themen nochmals nachzudenken, diese zu verarbeiten und um ein mögliches Zielbild zu entwickeln. Weiterentwicklung von Potenzial bedarf ‚Willens und Bereitschaft‘ von beiden Seiten.

Mit den im Interview gewonnenen Erkenntnissen lassen sich bei Mitarbeitenden vorhandene, vielleicht auch unbekannte Potenziale weiterentwickeln. Es ist eine gezielte Mitarbeiter:innenentwicklung oder auch eine Entwicklung hinsichtlich der Nachfolgeregelung kontinuierlich und aufbauend möglich.

Es bieten sich für mich hier die bekannten Personalentwicklungsmethoden an:

 On the Job Training

 Near the Job Training

 Internes Coaching

 Externes Coaching

 Externe Weiterbildung

Diese Methoden sind entsprechend der Ausprägung der vorhandenen Potenziale einzeln oder teilweise auch zusammen anzuwenden. Grundlage zur Ermittlung der anzuwendenden Methode sowie die Ermittlung von Trainingsinhalten ist hier das Mitarbeiter:innen- oder in diesem Fall das Personal-Entwicklungsgespräch. Dieses sollte mit den Potenzialträger:innen zwei- oder dreimal im Jahr geführt werden.

In meiner Praxis hat sich für die Weiterentwicklung von Potenzialträger:innen die Verbindung von ‚On the Job Training‘On the Job Training und ‚Externes Coaching‘ als erfolgversprechendste Entwicklungsmethode erwiesen.“

FRAGE: „Wie beeinflussen Change-Prozesse oder andere aktuelle Ereignisse das Erkennen und Weiterentwickeln von Potenzialträger:innen?“

Interner Coach: „Change-Prozesse aus Eigenmotivation und kontinuierlicher Weiterentwicklung wirken motivierend auf Mitarbeitende und Führungskräfte. Ein verordneter Change-Prozess verändert alles und kann schlimmstenfalls das Gegenteil bewirken, eine Abteilung oder einen Bereich lähmen, sowie auf Mitarbeitende demotivierend wirken. Jede Veränderung wirkt auf Mitarbeitende und Führungskräfte und kann, je nachdem wie der Change-Prozess durchgeführt wird, zur starken Belastung werden. Es sollen zusätzliche Aufgaben durch die mittleren und unteren Führungsebenen geleistet werden. Durch diese Mehrbelastung, besonders bei verordneten Change-Prozessen, bleibt die kontinuierliche Weiterentwicklung meist auf der Strecke. Somit kann diese Art der Veränderung in harmonischen Führungsteams zu Unruhe und Demotivation führen. Die Motivation zur eigenen Weiterentwicklung und Förderung von Potenzialträger:innen gerät in den Hintergrund oder findet aufgrund der durch den Change-Prozess erforderlichen Mehrbelastung ungenügend oder gar nicht mehr statt. Es werden erwartete Aufgaben erledigt und zeitweise ‚Dienst nach Vorschrift‘ gemacht.“

FRAGE: „Welche Erfahrungen haben Sie in Change-Prozessen hinsichtlich Mitarbeiter:innenentwicklungMitarbeiter:innenentwicklungen und Veränderungen gemacht?“

Interner Coach: „Viele erfahrene Führungskräfte der mittleren Führungsebene, etwa Meister, Gruppenleiter oder Teamleiter, neigen dazu, Veränderungen auf ‚Nicht-Machbarkeit‘ zu prüfen. Hierzu zählen Veränderungen zur Mitarbeiter:innenförderung und Mitarbeiter:innenentwicklung genauso wie Veränderungen in Fertigungsprozessen und Fertigungsabläufen. Es wird an Bewährtem festgehalten. Neuerungen, die aus verordneten Veränderungen resultieren, oder neue Methoden werden nur schwer, mit Nachdruck oder gar nicht angenommen.

Veränderungen sind für die Weiterentwicklung von Unternehmensbereichen und Abteilungen aber kontinuierlich erforderlich. Die Veränderungen und die Weiterentwicklung von Potenzialträger:innen erfordern klare Zielsetzungen. Nur wenn ich als Führungskraft klare und eindeutige Zielsetzungen entwickelt habe, ist eine effektive und personelle Weiterentwicklung der Potenzialträger:innen und des Verantwortungsbereiches möglich.

Das Durchführen von Interviews hilft hierbei die oft gegebene Kluft zwischen der jungen und alten Generation von Führungskräften zu überbrücken. Es ermöglicht eine kreative Kommunikation, in der neue Sichtweisen und Ideen entwickelt werden können.“

FRAGE: „Wie kann man Führungskräften begegnen, die Veränderungen nur unwillig begleiten, aktuelle Methoden der Mitarbeiter:innenentwicklung nicht annehmen oder diesen entgegenarbeiten?“

Interner Coach: „Führungskräfte, die sich mit Veränderungen schwertun, kann man nicht mit Zielvorgaben oder der Anwendung von anderen (als den gelebten) Führungsstilen und Führungstechniken zu Veränderungen zwingen. Hier ist vielmehr Geduld, Training und Ausdauer erforderlich. Die höhere Führungskraft sollte die Notwendigkeit der Veränderung immer wieder erklären und darstellen. Es ist zu verdeutlichen, aufgrund welcher Zwänge die angestrebte Veränderung durchgeführt werden muss. Man könnte dieser Art der Führungstechnik auch mit ‚jeder Tropfen höhlt den Stein‘ bezeichnen. Aus meiner Erfahrung ist dieses aber der einzige Weg, Mitarbeitende mit ablehnender Haltung und Skepsis mitzunehmen.

Veränderungsprozesse und Mitarbeiter:innenentwicklung brauchen Zeit, Zeit, die in aktuellen Phasen häufig nicht verfügbar ist.

Veränderungsprozesse und Mitarbeiter:innenentwicklung brauchen aber auch willige Mitarbeitende und Führungskräfte der unteren und mittleren Führungsebene. Diese müssen bereit sein, die zusätzlichen Aufgaben freiwillig neben ihren Kernaufgaben im Tagesgeschäft anzunehmen und die Entwicklung im Verantwortungsbereich voranzutreiben.

Veränderungen und Mitarbeiter:innenentwicklung sind aufgrund meiner Erfahrung nur erfolgreich, wenn folgende Kriterien berücksichtigt werden:

 Es muss ausreichend Zeit vorhanden sein.

 Mitarbeitende und Führungskräfte müssen die Veränderungen verstehen.

 Die nächsthöhere Führungskraft muss die Bedeutung von Veränderung und Personalentwicklung immer wieder in den Vordergrund stellen.

 Führungskräfte müssen freiwillig die zusätzlichen Aufgaben für die Dauer des Veränderungsprozesses annehmen wollen.

 Führungskräfte müssen die Bedeutung und Vorteile erkennen, die sich aus der Förderung von Potenzialträger:innen für ihr eigenes Arbeitsumfeld ergeben.

 Die Veränderung sollte von innen herauskommen (Impulse können durchaus von außen gesetzt werden).

 Führungskräfte müssen für sich die Vorteile einer eigenen Weiterentwicklung erkennen.

Herausforderungen, Krisen und die Weiterentwicklung von Technologien fordern kontinuierliche Personalentwicklung. Hier hat sich für mich eine kontinuierliche und schrittweise aufeinander aufbauende personelle Weiterentwicklung, mit externem Coaching, als die erfolgversprechendste Möglichkeit gezeigt. Weiterentwicklungen, die schubweise durchgeführt werden, habe ich bisher nicht als nachhaltig und zielführend erlebt.

2 (Gemeinsam) Ziele setzenZiele

Getreu dem Motto „Nur wer sich selbst gut führt, kann auch andere gut führen“, stellen wir in diesem Kapitel zunächst Methoden und Techniken zur persönlichen Zielsetzung vor, die sich in der Praxis zur Optimierung des beruflichen Handelns bewährt haben. Übereinstimmend zu einer der am besten bestätigten Theorien in der Personalpsychologie, der „Zielsetzungstheorie“ nach Locke und Latham (2002), zeigen auch meine Erfahrungen bei der Begleitung von Fach- und Führungskräften in sozialen Einrichtungen, dass sich wohlgeformte Ziele durchaus motivierend auf das berufliche Handeln auswirken. Wer erfolgreiches Selbst-Coaching nicht nur in allen Belangen des beruflichen, sondern auch des privaten Lebens betreiben möchte, sollte fähig sein, sich spezifische, d.h. konkret beschriebene und schwierige, aber realistisch zu erreichende Ziele zu setzen. Die Ausrichtung des eigenen Handelns an prägnanten Zielen gibt dem Handeln die erforderliche Richtung und Orientierung. Hierdurch entsteht Klarheit, die nicht nur die tagtägliche Planung vereinfacht. Die Zielformulierung setzt einen Orientierungs- und Energiebereitstellungsprozess im Organismus in Gang, welcher zwar noch kein Garant für den Erfolg darstellt, doch lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass die Zielformulierung der Anlasser ist, der unseren Motor in Gang bringt. Wer an der Optimierung seines und des Verhaltens anderer arbeiten möchte, muss ein Gefühl für den Sinn von Veränderungen entwickeln.

Ziele sind keine Absichtserklärungen, wie wir sie zu Silvester äußern, wenn wir uns dies und das im neuen Jahr vornehmen. Klare eigene Ziele unterscheiden sich grundsätzlich von solchen guten Vorsätzen. Sie sind weder unreflektiert übernommen noch stellen sie fromme Wünsche dar. Wohlgeformte Ziele werden bewusst definiert und erschließen uns konkrete Möglichkeiten, unser Verhalten konsequent und systematisch zu optimieren. Unser Leben erhält Richtung und Sinn.

Wer seine Ziele definiert hat, behält auch in der Hektik des Tagesgeschäftes den Überblick. Selbst unter größter Arbeitsbelastung setzen Sie und die von Ihnen angeleiteten Mitarbeitenden die richtigen Prioritäten und verstehen es, ihre berufliche Handlungskompetenz optimal einzusetzen. Das Mitarbeiter:innenjahresgespräch ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Bei der Verfolgung wohlgeformter Ziele werden Sie und Ihre Mitarbeitenden erleben, wie sich emotionale Kräfte positiv auf das Handeln auswirken. Jedes erreichte Teilziel, jeder Schritt in die vorgegebene Richtung, jeder Meilenstein bestätigt Sie und Ihre Mitarbeitenden in ihrem Tun. Mit zunehmender Selbstbestätigung steigt die Eigenmotivation und zusätzliche Energien werden freigesetzt.

Wohlgeformte Ziele stehen selbstverständlich im Einklang mit Ihrem persönlichen LeitbildLeitbild, Ihrer persönlichen Philosophie. Damit werden Randbedingungen für Ziele aufgrund von individuellen Wertvorstellungen und persönlichen Stärken beschrieben.

Das persönliche Leitbild beantwortet die Fragen:

 Wer will ich sein?

 Wo will ich was leisten?

 Wer ist/wird Empfänger:in meiner Leistungen?

 Was sind meine zentralen Wertvorstellungen?

 Was ist für mich gut?

 Wie will ich leben?

Sowohl längerfristige als auch kurzfristige Ziele sind positiv formuliert, konkret, beobachtbar und messbar und aus eigener Kraft erreichbar.

Klare Ziele beantworten die Frage:

 Was will ich bis wann erreicht haben?

Mit längerfristigen Zielen werden Strategien festgeschrieben. Es geht um längerfristige Verhaltensmuster zum Erreichen übergeordneter Ziele. Kurzfristige Ziele sind eher taktischer Natur. Es werden Maßnahmen/Aktivitäten mit konkreten Terminen, Ablaufplan, Budget und Kapazitäten festgelegt.

Sowohl Strategien als auch Maßnahmen beantworten die Frage:

 Wie, auf welchem Weg will ich die gesetzten Ziele erreichen?

Wir unterscheiden – wie in der Tabelle auf der Folgeseite dargestellt – prinzipiell drei Zielbereiche, die unterschiedliche Facetten aufweisen:


Zielbereiche mit ihren Facetten
Ziele der Einrichtung Berufliche Ziele Persönliche Ziele
Mitarbeitende Stellenziele Personalauswahl und -entwicklung Teamentwicklung Betriebsklima Termineinhaltung Qualität Investitionen Projekte Innovationen … Arbeitsplatzsicherheit Selbstverwirklichung Arbeit selbst Gehalt Kollegialität Wertschätzung … Familie Gesundheit Sport Hobbys Verein …

Tab. 2.1.: Zielbereiche mit ihren Facetten

Bei der Zielauswahl und Koordination ist auf Harmonie zu achten. Ziele aus unterschiedlichen Bereichen sollten sich ergänzen und nicht gegenseitig ausschließen.

Einmal pro Jahr sollten Sie und Ihre Mitarbeitenden die ausgewählten Ziele neu überdenken. Doch, bevor Sie sich daran machen, Ziele auszuwählen, sollten Sie:

1 Kriterien für wohlgeformte ZieleWohlgeformte Ziele kennen und anwenden lernen und

2 sich damit auseinandersetzen, auf welche Art und Weise Sie Ihre Ziele erreichen – erfolgsmethodisch Maßnahmen/Aktionen formulieren.

Sie werden nur dann in der Hektik des betrieblichen Alltags den Überblick behalten, wenn Sie Ihre Ziele schriftlich fixieren. Mit einem wohlgeformten Ziel schaffen Sie die Voraussetzung dafür, Ihre Prioritäten richtig zu setzen und Ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen. So gewährleisten Sie, dass Sie schnell und sicher Ihr Ziel erreichen.

FRAGE: „Was sind wohlgeformte Ziele?“

Externer Coach: „Der Begriff ‚wohlgeformte Ziele‘ stammt aus einem Modell des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP), welches ich in meinen Einzelcoachings sehr erfolgreich eingesetzt habe. Demnach sind ‚wohlgeformte Ziele‘ aus gutem Grund keine Verbote, sondern Gebote. Denn Elfmeterschießende, die sich vornehmen nicht zu scheitern, werden verschießen, weil sie nicht ‚nicht‘ denken können. Im Angesicht des Torhüters haben sie ihr Scheitern und nicht ihren Erfolg vor Augen.

Wir benötigen Zielbilder, die uns eine realistische Vorstellung vom Erfolg vermitteln. So, und nur so werden wir von innen motiviert. Wir handeln nicht, weil wir von außen dazu ermuntert, aufgefordert oder gar gezwungen werden, sondern weil wir es wollen, können und dürfen. Und das gilt sowohl für die Führungskraft in der Technik als auch für ihre Mitarbeitenden.

Die Charakteristika wohlgeformter Ziele sind im ‚SPECI‘-Format in Abb. 2.1. dargestellt.


Abb. 2.1.: Wohlgeformte Ziele im ‚SPECI'-Format

Die fett gedruckten Leitfragen werden in der Checkliste auf der Folgeseite aufgegriffen und bieten Ihnen die Möglichkeit, die Leitfragen auf Ziele anzuwenden, die mir in Coachings genannt worden sind.

Prüfen Sie anhand der Fragen, ob die angeführten Ziele wohlgeformt sind und formulieren Sie dann richtig!


Checkliste: Übung zu „wohlgeformten Zielen“
Beispiel Checkup mit Leitfragen: Ja ? / Nein ? Wohlgeformtes Ziel
Was genau? Wer? Wo? Wieviel? Wann? Wann nicht?
Ich möchte schnellstens mein Corona-Management verbessern.
Ab nächster Woche versuche ich mehr Zeit für meine Familie zu erübrigen.
Ab Montag nehme ich nicht mehr an überflüssigen Meetings teil.
Bis zum 31.12. telefoniere ich statt im Durchschnitt drei Stunden maximal zwei Stunden.
Ich versetze meinen Bereichsleiter in die Lage das Projekt X eigenverantwortlich zu leiten. Das erfordert Aufwendungen in Höhe von € …

Tab. 2.2.: Checkliste: Übung zu „wohlgeformten Zielen“

Ziele richtig zu formulieren ist das eine, Maßnahmen abzuleiten das andere. Wohlgeformte Ziele klären, was Sie anstreben, Maßnahmen zeigen, wie Sie dahin kommen, welche Mittel Sie dazu brauchen, was Sie tun müssen, um das Ziel zu erreichen, kurz: Maßnahmen sollen zum Ziel führen!

Je konkreter Sie Ihren Weg zum Ziel beschreiben, umso sicherer werden Sie Ihr Ziel auch erreichen. Sie verfügen über eine gute Wegebeschreibung, wenn Sie

 sich vorstellen können, dass Sie Ihr Ziel schon erreicht hätten. Deutliche Zielbilder und klare Vorstellungen über die Vorgehensweise motivieren Sie Ihr Ziel anzustreben und sichern, dass Sie sich genau darauf konzentrieren.

 Mittel, Maßnahmen und Zeitpunkte festlegen, um die richtigen Dinge in der richtigen Reihenfolge zum richtigen Zeitpunkt zu tun.

 in einem schriftlich fixierten Aktionsplan den inhaltlichen und zeitlichen Aufgabenumfang übersehen können und einzelne konkrete Schritte detailliert geplant haben.

Genug der allgemeinen Überlegungen zur Zielsetzung! Nehmen Sie sich jetzt ein wenig Zeit und legen Sie Ihre Ziele im Arbeitsblatt ‚Ziele‘ auf der nächsten Seite fest.

 Fixieren Sie Ihre Ziele schriftlich.

 Verschaffen Sie sich Klarheit über alle drei Zielbereiche.

 Setzen Sie Prioritäten und achten Sie auf harmonische Zielabstimmung.

 Formulieren Sie eigene spezifische, d.h. konkrete und schwierige, aber erreichbare Ziele, statt Ziele unbewusst oder unreflektiert zu übernehmen.

1 Bestimmen Sie für jeden Zielbereich wohlgeformte Ziele (wenigstens eins pro Zeile), und zwar jeweils:kurzfristig (mehrere Tage bis Wochen)mittelfristig (mehrere Wochen bis Monate)langfristig (mehrere Monate bis Jahre)

2 Legen Sie fest, wie sie vorgehen werden, um Ihre klaren Zielvorstellungen zu verwirklichen.


Arbeitsblatt: „Ziele“
Welche Ziele für die Einrichtung will ich erreichen?
Ziele für die Einrichtung Aktionsschritte zur Realisierung
Kurzfristig
Mittelfristig
Langfristig
Welche beruflichen Ziele will ich erreichen?
Berufliche Ziele Aktionsschritte zur Realisierung
Kurzfristig
Mittelfristig
Langfristig
Welche persönlichen Ziele möchte ich erreichen?
Persönliche Ziele Aktionsschritte zur Realisierung
Kurzfristig
Mittelfristig
Langfristig

Tab. 2.3.: Arbeitsblatt: „Ziele“

Das Denken in Zielen fördert das Bewusstsein für das eigene Handeln und ist ein wichtiger Baustein im Selbstcoaching. Der bereits erwähnten ‚Zielsetzungstheorie‘ von Locke und Lathman (2002) folgend sei allerdings darauf hingewiesen, dass es mehr bedarf als konkrete und herausfordernde Ziele wohlgeformt zu formulieren.

Damit Ziele sich motivierend auf das Leistungsverhalten auswirken, muss die Person, die das Ziel formuliert hat, sich verpflichtet fühlen, es erreichen zu wollen, sich an das Ziel gebunden fühlen, es als wichtig und bedeutsam betrachten und es im Einklang mit dem stehen, was selbstwirksam erreicht werden kann. Zudem sollte die Aufgabenkomplexität nicht allzu hoch und zwischenzeitliches Feedback bei längerfristigen Zielen ausreichend vorhanden sein. Eine gute Möglichkeit im beruflichen Bereich all dies zu beachten und mit hohen und spezifischen Zielen dann auch die gewünschten Leistungsergebnisse zu erzielen, erschließt sich, wenn im Mitarbeiter:innenjahresgespräch Ziele SMART zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden vereinbart werden.“

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