Kitabı oku: «Hoof wie es früher einmal war»

Yazı tipi:

Dieter Kremp

HOOF WIE ES FRÜHER

EINMAL WAR

Geschichte und Geschichten

von Hoof und vom Ostertal

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2017

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im

Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Copyright (2017) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte beim Autor

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

Das Buch ist gewidmet Erich Schneider, Arnold Merscher, Karl Heinrich, Emil Stamm, Bernhard Schreiner, meiner Urgroßmutter Magdalena Raber, dem Heimat- und Kulturverein Ostertal, dem Heimat- und Kulturverein Steinbach, dem Heimat- und Kulturverein Fürth, dem Dörrenbacher Heimatbund, dem Heimat- und Verkehrsverein Weiselberg, der protestantischen Kirchengemeinde Hoof, der protestantischen Kirchengemeinde Niederkirchen und der katholischen Kirchengemeinde Hoof.

Das Buch ist ein Andenken an unsere Ahnen und ein Vermächtnis für unsere Nachfahren.

„Und hättest du die ganze Welt besessen,

und sonntest dich in ihrem schönsten Licht,

du könntest viel Vergangenes vergessen,

jedoch die Heimat nicht.“

(Heinrich Wolf)

„Was ist Heimat? Ein Fleck Erde, auf dem und von dem wir leben; die räumliche Grundlage unseres Daseins, ein kleiner oder größerer Kreis engverbundener Menschen, mit denen und für die wir leben – ein Kreis von Vorstellungen, Begriffen und Denkweisen, in denen wir leben, die kulturellen Voraussetzungen unseres persönlichen Lebens – ein geographisch- geologischer und geschichtlich-geistiger Zusammenhang.“

(Theodor Storm)

„Wo’s Dörflein traut zu Ende geht,

wo’s Mühlenrad am Bach sich dreht,

dort steht in duftigem Blütenstrauß

mein liebes, altes Elternhaus.

Dahin, dahin verlangt mein Sehnen,

ich denke dein gar oft mit Tränen,

mein Elternhaus, so lieb und traut,

das ich schon lang’ nicht mehr geschaut!“

(Volkslied von Franz Wiedemann)

Weißt du noch, wie es früher auf dem Dorfe einmal war? Es gibt einen „Garten Eden“, ein Paradies auf Erden, aus dem wir nicht vertrieben werden. Es ist das Paradies der Erinnerungen an unsere Kindheit.

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Widmung

Vorspann: Die Entrümpelung des Speichers in der alten Schule in Hoof

„Die Heemer sind in Hoob daheim“ – Hoof ist unsere Heimat

Woher kommt die Hoofer Mundart?

Wer kennt noch die alten Flurnamen und Gewannbezeichnungen auf der Gemarkung Hoof

Die Gemarkung von Hoof (Gemeindebann)

Das Hoofer Wappen: Ein Leopard im Silberschild

Wer kennt noch die Bedeutung der alten Hausnamen in Hoof?

Die Straßennamen in Hoof – Herkunft und Bedeutung

Erklärung, Herkunft und Bedeutung der alten Gewässernamen auf der Gemarkung Hoof

Ostertaler Nachnamen

Beliebte alte Vornamen im Ostertal

Althergebrachte Begriffe aus den Gemarkungen der Dörfer im Ostertal

Viel Geschichtliches bei der Bannwanderung auf der Gemarkung Hoof zu erfahren (13. Mai 1980)

Bevölkerungsstatistik in Hoof

Hoof – unser Dorf im Wandel der Zeiten

Aus der Frühgeschichte von Hoof

Die Schöffenweistümer von Hoof und Leitersweiler

Kleine Funde erzählen von großen Zeiten – Erste Spuren reichen in die Steinzeit zurück

Orthofoto – Karte der UHG Hoof – Gemarkung Hoof mit Wanderwegen

Schon lange vor den Römern siedelten die Kelten in Hoof

Jakob Koch I. war der „reichste“ Bauer in Hoof – Vom „Weiberdingen“ und vom „Wannerschdaach“ im Ostertal

Aus der Chronik der Hoofer Bauernfamilie Koch

Aus der Geschichte von „Alt-Perersch-Haus“

Dorfbrunnen vor „Alt-Perersch-Haus“, ein Ort der Historie

Gernot Spengler ließ „Schreinerschjobs“ altes Bauernhaus restaurieren

Von der Bullenzucht früher in Hoof

Erinnerungen an Eugen Cloß

Drei Brandgräber 1975 „Im Quetterling“ entdeckt

Elisabeth Cloß aus Hoof wurde 100 Jahre alt

Der größte Kriegsjammer im Ostertal

Hoof war die Hochburg der Kommunisten

Die Hoofer hatten Angst vor dem Geist des „Kerschehoke“

Aus der Entwicklungsgeschichte der Schulen im Ostertal

Die Geschichte der Schule in Niederkirchen

Die Marther Kinder zogen in ihr eigenes Schulheim

Als es noch Winterschulen gab

Die zehn Gebote für den Lehrer von 1872

Das arme Dorfschulmeisterlein

Die Lehrer an der Volksschule Hoof von 1830 bis 1970/71

Albin Damian – Lehrer und Kulturträger in Hoof

Erwin Damian, der Sohn des Lehrers Albin Damian in Hoof, wurde Pfalzpreisträger in Literatur

Der Pfarrer war ein starker Trinker

Lehrer Peter Böll und die Bauern in Hoof

Vor Unterrichtsbeginn mussten die Kinder noch den Stall reinigen

Hunde mussten einen Maulkorb tragen

Die Erziehung der Kinder war befriedigend

Das Ostertal ist eine Verkehrswüste

Der Fleiß der Hoofer Schüler wurde betont – In der Sonntagsschule waren die Mädchen besser als die Knaben

Eine Grippewelle suchte die Hoofer Schule heim – Zwei Drittel der Schulkinder fehlten

Pfäffische Antisowjethetze durch Pfarrer Fauß

Der Aberglaube spielte im Ostertal eine große Rolle

Ortspolizeibeschlüsse der Gemeinde Hoof

Friedhofsordnung früher: Im Leichenzug gehen der Lehrer und die Schuljugend vor der Bahre

Als noch die Schüler die Kartoffelfelder nach Kartoffelkäfern absuchen mussten

Die Schule machte einen guten Eindruck

Ein großes Lob für Lehrer Peter Böll

Tanzveranstaltungen waren für Schüler verboten

Der Zweite Weltkrieg beginnt

Als es für die Kinder noch Kartoffel- und Bucheckerferien gab

Mit der Schulklasse beim Besenbinden

Als das Schneeballwerfen auf den Straßen noch verboten war

In der Hoofer Meistube im Jahre 1880

Als es im Ostertal noch Heuferien und schulfreie Markttage gab

100 000 Mann marschierten durchs Ostertal

Mit der Schulklasse beim Besenbinden

Im Ostertal ist kein Boden für die Mordpest

Als noch Fuhrleute und Kutscher auf den Dorfstraßen unterwegs waren

Weg mit dem Nazi-Bürgermeister König! Neue Frechheiten des Nazi-Königs in Niederkirchen gegen die Arbeiterschaft

Das leichtfertige Umgehen unbeaufsichtigter Kinder mit Feuer

Pfarrer Esselborn, ein beliebter Ostertaler Pfarrer

Die Lehrer hatten einen Drang zur Trunkenheit – Die Kinder „schwänzten“ die Schule

Als es noch Abtritte und Aborte im Dorf gab – Als es noch den Kehrtag auf dem Dorf gab

Von der „Gottlosigkeit“ der Menschen im Ostertal

Der Lehrer musste im Dorf die Viehzählung durchführen

Ostertaler Pfarrer im 16. Jahrhundert – „Der alte Gimsbachius“ wurde wegen Ehebruchs abgesetzt

Das Schlachtvieh ist vor der Tötung durch Stirnschlag mit Beil oder Keule zu betäuben

Hausschlachtungen früher in Hoof

Als das Leitungswasser noch kostenfrei war

Das Schneeballwerfen und das Schlittenfahren waren verboten

Gefäß mit Goldstücken aus dem 16./17. Jahrhundert in „Alt-Weyrichs-Haus“ gefunden

Die Metzgerbuden sind in größter Reinlichkeit zu erhalten

Faschistischer Monarchistentummel im Ostertal – Nazi-Frechheit im Ostertal

Streit zwischen Kommunisten und Nazis

Von der Notlage im Ostertal – Versammlungen der Kommunistischen Partei Saar

Übertretungen in Bezug auf Reisen- und Fremdenpolizei

Abortgruben sind luftdicht gedeckt zu halten

Auf den Hausfleiß der Schulkinder ist wenig zu bauen

Von der Grenznot der Ostertäler

Die Reinlichkeit in den Schulen ließ zu wünschen übrig

Das erste Kriegerdenkmal im Ostertal – Die Gefallenen im ersten und zweiten Weltkrieg

Jahrmarktsordnung der Gemeinde Hoof

Übertretung in Bezug auf öffentliche Verpflichtungen

Auch Erziehungslehre für die Schülerinnen stand auf dem Unterrichtsplan der Landwirtschaftlichen Haushaltungsschule

Auch Schüler aus dem Ostertal besuchten die Landwirtschaftsschule in Kusel

Als es in Hoof noch Kehrtage gab – Der Bürgersteig hieß noch Trottoir

Als die Geldkassette noch unterm Bett stand – 47 „bayrische Heemer“ gründeten 1922 den Sparkassenverein – Blick in die Chronik der Hoofer Raiffeisenkasse

„Fischerschs Wertschaft“ ist eine der ältesten Gastwirtschaften im Kreis St. Wendel

Erinnerungen an „Kleeje Wertschaft“

Bis zum 15. Mai jeden Jahres sind die Hecken und Bäume abzuraupen

Feierliche Schulhauseinweihung in Hoof 1964

Harte Sitten in Hoof

Zum Schmunzeln bestimmt: Lehrer Böll fand an Heiligabend 1901 auf dem Schulspeicher einen Gartenratgeber von 1870

Einblick in die Geschichte der protestantischen Kirche in Hoof

Pfarrer Kurt Wienold war über 40 Jahre Seelsorger der prot. Kirchengemeinde Niederkirchen

Die Luitpoldlinde, ein Denkmal urbayerischer Vergangenheit

Unterricht in Heimatkunde war in den Schulen Pflicht – Bannwanderungen der Schüler auf der Gemarkung waren vorgeschrieben

Der Zweite Weltkrieg beginnt

Wer kennt noch August Schneider, den legendären „Bienevadder vom Oschderdaal“?

Das Jahrhundertunwetter 1980 im Ostertal

Die Geschichte der Hoofer Laubensiedlung – Im „Achterheck“ entstand 1936 ein Wohngebiet

Blindgänger explodierten auf der „Schermeshöhe“

Das erste Hoofer Heimatfest 1963

Erstes Hoofer Heimatfest mit Luftballonwettbewerb am 22. Juni 1963

Arme Verhältnisse in Hoof – Die Hoofer wanderten 1840 nach Amerika und 1871 ins Saargebiet aus

In der Schule wurde der Geburtstag von Prinzregent Luitpold gefeiert – Abschied von Pfarrer Esselborn

Legendäre Hoofer Persönlichkeiten: Arnold Merscher, Karl Heinrich, Emil Stamm, Erich Schneider und Bernhard Schreiner

Am 25. Juli 1980 loderte das Jakobsfeuer die ganze Nacht hindurch

Als die Kommunisten im Ostertal als „Gesindel“ verschrien wurden

Auszüge aus der „Arbeiterzeitung“ der KPD von 1930 bis 1940

Der Chorgesang in Hoof geht bis zum Jahre 1880 zurück

Hoofer Heimatabend mit Folklore und viel Humor – Drei Jubiläumsvereine feierten gemeinsam im Juni 1977

Vom Fest der Jugend und der Verherrlichung des Führers im Unterricht

Die Geschichte der katholischen Kirche in Hoof

Feier des 50. Jahrestages des Kirchbaus der katholischen Kirche Christkönig in Hoof

Das katholische Pfarrheim in Hoof wurde feierlich eingeweiht

1963 gab es in Hoof 13 Vereine

Tödlicher Irrtum: Im Herbst 1945 kostete eine Pilzvergiftung drei Menschen in Osterbrücken das Leben

Silberne Amtskette für Ortsvorsteher Walter Cullmann – Empfang zum Auftakt der Hoofer 650-Jahr-Feier am 13. Januar 1994

Ein Blick zurück in die gemeinsame Geschichte von Hoof und Leitersweiler

Großer Heimatabend als Auftakt der Festlichkeiten zum 650-jährigen Dorfjubiläum

Fotos erweckten das alte Dorf wieder zum Leben

650 Jahre Hoofer Geschichte zogen vorbei – Festumzug aus Anlass der 650-Jahrfeier im August 1994

„Die Eltern trinken sehr stark“

Hoofer Heimatfest 1979 – Dörfliche Vergangenheit wurde im Festzug lebendig

Besiegelung der Partnerschaft Hoof – Elmstein im Juli 1980

Wäre Joseph Kratz nicht gewesen, hätte es keine Partnerschaft zwischen Hoof und Elmstein gegeben

Geschichtsträchtige Funde auf der Schermeshöhe

Sensendengeln beim Bartholomäusfest des Obst- und Gartenbauvereins Hoof

Chronik des Musikvereins Hoof

Die Angliederung durch die Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 an die Stadt

Das ehemalige Steinkohlenbergwerk in Hoof

Entwässerung der alten Grubenstollen auf dem Eltzenberg verlangt

Moderne Wünschelrutengänger auf dem Eltzenberg unterwegs

Von der alten Glashütte zu Hoof – Der „Manager“ war ein Betrüger

An Krätze, Thyphus und Diphtherie waren viele Schüler erkrankt

Der erste Spatenstich zum Bau der Ostertalbahn im Oktober 1934 auf der „Platte“ in Hoof

Einst wurde der „Gläserne Zug“ bejubelt – Das 50-jährige Jubiläum der Ostertalbahn wurde gefeiert

Mit „rollenden Weinstuben“ vom Ostertal an die Mosel – 950 Ostertäler auf Jubiläumsfahrt

Einst war Hoof die „Perle im Ostertal“

Hoof ist wieder die „Perle des Ostertals“ – Verleihung der Silberplakette im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ – 66 „Heemer“ waren diesmal in Berlin

Hoof gewinnt wieder Schönheitskonkurrenz des Kreises – Die „Perle des Ostertals“ zeigt eine vorbildliche Bürgerinitiative

Kreissieger im Dorfverschönerungswettbewerb wurde wieder Hoof – Die Note „ausgezeichnet“ für den schönsten Ort

„Hoof erblickt das Licht der Welt“

„Wir waren alle froh, dass wir Saarländer wurden“

Schmied Rudi schrieb Ostertaler Geschichte – Am 24. Juni 1947 kam das Ostertal zum Saarland

Mancher Zöllner drückte ein Auge zu – Mit vollem Rucksack über den Labach

Hoofer Baumpatriarchen trotzen der Zeit

Die Leitersweiler Buchen sind uralte Naturdenkmäler

Der Volkssturm sprengte die Osterbrücke

Chronik des DRK-Ortsvereins Hoof – Als die Kinder in der Schule noch „Menschenkunde“ hatten

Das DRK Hoof feierte sein 25-jähriges Bestehen

Der „Verein zur Förderung der Dorfentwicklung“ stellt sich vor

Im oberen Buchengraben treibt der Riesenbärenklau sein Unwesen

Auf den Spuren der Vorfahren in Hoof – Ein Brasilianer besuchte die Ostertaler Heimat seines Ururgroßvaters

Eine Heimstätte für die Jugend – Einweihung des Hoofer Sportheimes

Jakob Gerhart erbaute die alte Dorfschmiede in Hoof

Drei Vereine feierten gemeinsam ihr 40-jähriges Jubiläum

Festumzug aus Anlass der 650-Jahrfeier von Hoof – Ungarndeutsche erinnerten an die Vergangenheit

Uta Stamm siegte beim Sonnenblumen-Wettbewerb – Siegerehrung beim Erntedank

Alte Mühlen im mittleren Ostertal

Hoofer Heimatabend mit Folklore und viel Humor – Drei Jubiläumsvereine feierten gemeinsam

Auf den Spuren der Vorfahren im Ostertal

Wechselvolle Geschichte beim Gesangverein „Sängervereinigung“ Hoof

Dörfliche Vergangenheit wurde im Festzug lebendig – Historischer Umzug beim 3. Hoofer Heimatfest

Der Krauthobel wanderte von Haus zu Haus – Die Erntefeier wurde vorbereitet

Hauptlehrer Ernst Müns zu Grabe getragen

„Aawersch Lina“ und ihr Zimtwaffeleisen

Die UHG drückt dem Dorf ihren kulturellen Stempel auf

Gelogen, dass sich die Balken bogen – UHG Hoof präsentierte gelungenen Theaterabend

Die Kinder fehlten im Unterricht, weil sie bei der Ernte helfen mussten – Drei Lehrer sind im Krieg gefallen

Als es noch Kartoffelferien für die Schulkinder gab

Als die Bauern die Knechte und Mägde noch dingten

Drei Vereine – ein großes Fest. Sportler, Musiker und Gartenbauern feierten gemeinsam das 50jährige Vereinsjubiläum

Die Schulkinder ließen die Drachen steigen – Die Väter halfen beim Basteln in der Schule

Legendäre Pflanzaktion auf dem Rosenberg – 25 Patenbäume wurden gepflanzt

Ortspolizeibeschlüsse der Gemeinde Hoof

Im Gerberstall wurde eine Baumschule errichtet – An der Brücke über den Grügelborn wird eine Kelter errichtet

Erinnerungen an die landwirtschaftliche Winterschule im Ostertal

„Korekaschde mit Hut“ gebaut – Ernteromantik auf dem Hoofer Rosenberg

Auf einer Bannbegehung besucht die Schule die Stätte der ehemaligen Glashütte in Hoof

Geschichtliches vom Ostertal – Drei edle Ritter machten drei adeligen Schwestern den Hof

Aus der Chronik des Obst- und Gartenbauvereins Hoof

„Heemer“ feiern Jubiläumskirmes – 125 Jahre Kirmes in Hoof

Straußrede war der Höhepunkt der „Heemer Kerb“

Spielende Kinder durch Gift gefährdet – Rattenbekämpfungsaktion in Hoof

Der Hoofer Erlenhof hat seine Wurzeln in „Alt-Perersch-Bauernhaus“

Als das mittlere Ostertal noch seinen König hatte

Vereinsgeschehen früher und heute

Die „Heemer Kerb“ ist das einzige echte Kirchweihfest im Ostertal

Ein uralter Kirmesbrauch: Das „Brezel-Ausdanze“ an der „Heemer Kerb“

Die Hoofer „Kerweredd“ nach dem Zweiten Weltkrieg

Sitten und Bräuche bei der Hoofer Dorfkirmes

Treiben wie auf der Kirmes um die „Jungfrau vom Ostertal“ – Brunnenanlage im Dorfkern von Niederkirchen eingeweiht

Wegen Bombenangriffe der Amerikaner wurde die Schule geschlossen

Chronologische Auflistung der wichtigsten Ereignisse im Mittelalter im Ostertal

Der biblische Garten an der Margarethenkirche in Niederkirchen

Als es noch Ehelehre, Säuglingslehre und Erziehungslehre in der Hauswirtschaftsschule in Niederkirchen gab

Von den Wirren der Kriege von 1618 bis 1870/71 im Ostertal

Vom Wildfangstreit

140 Jahre evangelische Kirche in Hoof

Von der Prügelstrafe und der Backpfeife früher in der Schule

„Perersch Karl“ und sein Bauerhof in der Vorstadt

Am Friedhof um die Kirche in Niederkirchen fanden bis 1820 alle Ostertäler ihre letzte Ruhestätte

Alte Sitten und Bräuche in früheren Zeiten in Hoof, die heute fast alle ausgestorben sind

Aus der Chronik des Angelsportvereins Hoof

Die Geschichte der spätgotischen Margarethenkirche in Niederkirchen

Ein Blick zurück in die gemeinsame Geschichte von Hoof und Leitersweiler

Die Gemeinde Niederkirchen trat 1538 der Reformation bei

Die Anfänge der Pfarreien und Kirchen im Ostertal

Die Winterschullehrer wurden von der Gemeinde wie ein Knecht gedungen

Das Lied vom armen Dorfschulmeisterlein

Die Hoofer Bürger im Zweiten Weltkrieg

Vom „Hartz-Krämer“ im Ostertal

Als es früher noch eine Dämmerstunde gab

Aus der Chronik des Sportvereins Hoof

Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hoof

„Waldbrand im Hoofer Siedlungsgelände bekämpft“

Einweihung der zweiten Station des „Baum-Kreuz-Weges“ am Hoofer Bunker

Im „Priel“ („Brühl“) standen die Armenhäuser

Die Chronik des Heimat- und Kulturvereins Ostertal

Von Bauerntrachten in unserem Dorf

Spinn- und Strickabende in „Alt-Pererschs-Haus“

Riesensensation im Ostertal

Aus der Chronik des Landfrauenvereins Mittleres Ostertal

In Bibelkunde sehr gut – Bauernkinder waren im Unterricht schläfrig

Die Dorfbewohner waren früher Ackerer

Die meisten Hoofer wählten die Kommunistische Partei

Der Bund Naturschutz Ostertal ist der größte Naturschutzverein im Saarland

Der Kindersegen in Hoof war reichlich – Viele Familien waren bitterarm

Eine Sage vom Klingelwald – „Feuer hütet den Klingelwald“

Die Sage „vom geheimnisvollen Niesen“ im Wiesental zwischen Werschweiler und Niederkirchen

Karl Lang, eine legendäre Ostertaler Persönlichkeit

Hoof im Wandel der Zeit: Vom Ackerer zum Bergarbeiter

Die ältesten Untertanen in Hoof von 1606

Aus der Chronik des VdK Ostertal

Das Leben im Dorf im Kriegsjahr 1915 – Den Wert der „Bergmannskuh“, der Ziege, lernte man kennen

Die Bauern mussten Frondienste für die französische Herrschaft leisten

Von der Kapelle zum Gotteshaus

Peter Volz, eine besondere Ostertaler Persönlichkeit

Eingegangene Siedlungen (Wüstungen) in Hoof und in der Umgebung

Aus der Chronik des Bienenzuchtvereins Ostertal

Quellenverzeichnis

Vorspann: Die Entrümpelung des Speichers in der alten Schule in Hoof

Der „Herrgott“ in Leitersweiler war ein gebürtiger „Heemer“

Meine erste Stelle als Junglehrer trat ich am 15. April 1958 in der Evang. Volksschule in Brebach-Fechingen an, wo ich im ersten Jahr eine 8. Klasse mit „sage und schreibe“ 82 Schüler unterrichtete: für die heutige Zeit unvorstellbar. Schon in jener Zeit fuhren wir von meinem Geburtsort Steinbach aus an Samstagabenden und an Sonntagen mit dem Ostertal-Zug, dem „Ostertaler Lottchen“, bis nach Niederkirchen, Hoof und Osterbrücken. Nach Fürth, Dörrenbach und Werschweiler liefen wir zu Fuß.

Nach Ablegung meiner 2. Lehrerprüfung in Brebach am 24. Juni 1960 wurde ich an die Evang. Volksschule in Hoof versetzt, wo ich am 28. August 1960 meinen Dienst antrat. Damals bestand ja für die Lehrer eine Dienstpflicht, sie mussten in dem Ort wohnen, wo sie unterrichteten. So wohnte ich vorher auch 2 ½ Jahre in Brebach-Fechingen, wo ich u. a. auch im Haus von Herbert Binkert wohnte, der ja in den 50er Jahren Fußballspieler beim 1. FC Saarbrücken war, ein legendärer saarländischer Fußballnationalspieler.

Es war ein unendlicher Zufall, wie ich als gebürtiger Steinbacher letztendlich als junger Lehrer nach Hoof kam. Auf der Steinbacher „Quetschekerb“ (Septemberkirmes) lernte ich im September 1959 meine spätere Ehefrau Waltrud kennen. Sie war dort mit ihrer Schwester Marga zusammen auf der Kirmes. Ihre Cousine Irmtrud aus dem benachbarten Dörrenbach war nach Steinbach verheiratet. Irmtrud hatte Waltrud und Marga zur Kirmes eingeladen, wie das früher unter Verwandten so war. Beim Kirmestanz im Zelt lernten wir uns kennen. Es war meine erste Liebe. Von da ab fuhr ich fast jeden Samstagabend, wenn ich von Brebach nach Steinbach zurückkam, mit dem Ostertaler „Lottchen“ nach Hoof. Es war eine wunderschöne Zeit. Und die Hoofer Aprilkirmes, das erste Kirchweihfest im Jahr, zog hunderte von jungen Besuchern magisch an.

Doch drehe ich diese Zeit einige Jahre zurück, denn die ersten Erlebnisse in Hoof hatte ich schon Anfang und Mitte der 50er Jahre. Ich spielte in der Steinbacher Jugendmannschaft Fußball und da bekam ich die ersten Kontakte mit den Jugendfußballspielern in Hoof. Ich erinnere mich ganz besonders an zwei Jugendfußballspiele in Hoof und in Steinbach, das muss wohl 1952 und 1953 gewesen sein. Wir spielten im Hoofer „Gerberstall“, wo damals der erste Hoofer Sportplatz war. Es war ein recht kleines Spielfeld. Ich machte einen Abschlag von der Strafraumgrenze unseres Tores und der Ball flog ins Hoofer Tor. Ein anderes Jugendspiel in jener Zeit auf dem Sportplatz in Steinbach gegen Hoof ist in die Geschichte eingegangen, und noch heute erinnern sich die Hoofer an dieses legendäre Fußballspiel. Das Spiel in Steinbach stand unentschieden 1:1. Unsere Steinbacher Mannschaft brauchte aber einen Sieg, um Meister zu werden; auch Hoof brauchte zur Meisterschaft einen Sieg. Nun war aber aus unerklärlichen Gründen der Schiedsrichter ausgeblieben. Ein Einheimischer pfiff das entscheidende Spiel. Es war Erich Spettmann, kein gebürtiger Steinbacher, sondern ein im Krieg Vertriebener aus Ostpreußen. Das Spiel stand immer noch 1:1, doch Spettmann ließ weiterspielen, immer wieder, immer wieder. Er überzog die normale Spielzeit um wohl eine halbe Stunde, bis das Steinbacher Siegestor fiel. Das wäre für uns Steinbacher die Meisterschaft gewesen. Die Hoofer Jugendspieler ärgerten sich außerordentlich, wurden sie doch regelrecht beschissen. Auf Beschwerde des SV Hoof wurde dann das Spiel in St. Wendel wiederholt, wo Hoof dann verdient gewann und Meister wurde.

Ich erinnere mich auch, dass wir in dieser Zeit nach dem Fußballspiel im Gerberstall immer in „Alt-Kleeje – Wirtschaft“ in einer „Bütt“ (Wanne) im Flur uns waschen konnten. Duschgelegenheiten gab es noch nicht.

Und wie war es nun, als ich durch Zufall an die evang. Volksschule nach Hoof kam? Als ich dann 1959 meine spätere Ehefrau Waltrud kennenlernte, war ja ihre Mutter schon gestorben. Sie starb kurz nach ihrem 40. Geburtstag und hinterließ sechs Kinder. Von ihnen starb ihr jüngster Bruder Günter im Alter von 21 Jahren bei einem Autounfall auf der Straße zwischen Ruthweiler und Thalichtenberg. Es war schon ein Drama, wie Waltruds Mutter Hedwig starb. Sie war im 8. Monat schwanger und erwartete ihr 7. Kind. Sie hatte vorgezogene Wehen. Der legendäre Arzt Dr. Günther aus Niederkirchen kam und gab ihr eine Spritze. Wenige Minuten später starb sie an Embolie. Hedwig war so alt wie „Schule Friedche“ und Bertha Zimmer. Für die sechs hinterbliebenen Kinder war dann ihre Großmutter Lina, „Awersch Lina“, ihre „Mutter“.

Damals gab es im Dorf noch den „Plumpsklo“ auf dem Hof. Ich erinnere mich auch, wie ich im März 1960 in den Osterferien einen Wagen voll Mist aufladen musste, denn die Familie führte noch als Nebenerwerb eine Landwirtschaft.

Am 2. Juni 1960, kurz nach unserem 23. und 20. Geburtstag heirateten wir und wurden in der evangelischen Kirche in Steinbach getraut. Wie das damals noch vorgeschrieben war, wurde am Bürgermeisteramt in Steinbach das „Aufgebot“ ausgehängt. Als ich einige Tage später das „Aufgebot“ sah, hatte sich ein Steinbacher Schulkamerad einen Scherz erlaubt. „Vogels Fritz“ hatte neben dem Aushängekasten ein kleines Schild angebracht, auf dem stand: „Der Herr Lehrer muss mal!“ Vom 3. Juni 1960 bis zum 15. Juli 1960 wohnten wir beide noch in Brebach, bis ich dort meine 2. Lehrerprüfung ablegte.

In dieser kurzen Zeit geschah ein wahres Wunder. Ich hatte eine Klassenkameradin aus Ottweiler, Brigitte Müller, mit der ich zusammen das evangelische Lehrerseminar in Ottweiler besuchte. Ihre erste Lehrerstelle war in Hoof, die meine in Brebach-Fechingen. Brigitte hatte einen Freund aus Bübingen, der nur zwei Kilometer entfernt von Brebach wohnte. Wir beide mussten heiraten, doch ich wollte als Lehrer nicht in Brebach bleiben und sie nicht in Hoof. Also gingen wir beide gemeinsam zum Kultusministerium in Saarbrücken und stellten den Antrag auf Versetzung. Und so wurde ich mit Wirkung vom 28. August 1960 an die Volksschule in Hoof und Brigitte an die Volksschule in Brebach-Fechingen versetzt. Wir haben also miteinander „getauscht“. Wäre Brigitte Müller nicht Junglehrerin in Hoof gewesen, und ich nicht in Brebach, so wäre ich wohl nicht nach Hoof gekommen. Brigitte heiratete am gleichen Tag wie ich, zog nach Bübingen um, wo sie auch heute noch wohnt.

Waltrud und ich wohnten ab Ende Juli 1960 zuerst in Hoof im Haus von Kurt Stamm rechts unterhalb der alten Schule, später im Haus von Paul Alles direkt gegenüber der Schule. In Hoof kamen unsere beiden Kinder auf die Welt, Sohn Stefan (geb. am 5. 11. 1960) und Tochter Julia (geb. am 15. 7. 1963). Sohn Stefan wurde mit 18 Jahren Bundessieger in Mathematik und vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Carl Carstens in Bonn geehrt. Er studierte Mathematik an der Uni in Saarbrücken und wurde schon mit 22 Jahren der jüngste Doktor im Saarland.

Kurz vor meinem Dienstantritt an der Volksschule Hoof musste ich mich, wie das damals noch vorgeschrieben war, beim Bürgermeister vorstellen. Am 20. August 1960 besuchte ich Arnold Merscher, der damals über die „Freie Liste“ Bürgermeister von Hoof wurde. Schon bei der „Vorstellung“ wurden wir „per Du“. Arnold war einer meiner besten Freunde. Zweimal in der Woche trafen wir uns in seinem Büro: Arnold, Erhard Kraushaar und ich. Das waren immer schöne Stunden. Gute Kontakte bestanden auch zu Alfons Schneider, dem früheren Bürgermeister von Hoof, der mit mir und Albert Gerhardt („Balze Albert“) zusammen am 19. Mai Geburtstag hatte. Gute Freunde von mir waren auch Bernhard Schreiner, Arthur Schneider („de Momber“), Hans Kraushaar, Werner Kratz, Robert Kratz, Erich Schneider, Karl Heinrich und August Koch.

Nur wenige Tage nach meinem Einzug in Hoof war schon Erich Schneider bei mir und engagierte mich für den Obst- und Gartenbauverein Hoof, in dessen Vorstand ich später gewählt wurde. Das gleiche tat Bernhard Schreiner, der damalige Vorsitzende des Sportvereins Hoof. So wurde ich auch bald in den Vorstand des Sportvereins gewählt und übernahm das Amt des Theaterleiters. Damals hatte der Sportverein noch eine aktive Theaterabteilung.

In der Schule gründete ich eine Theatergruppe. Bei einem Theaterspiel mit meiner Schule in der Adventszeit 1962 in „Kleeje Saal“ war das Haus „proppevoll“. Hans Hoffmann spielte die Hauptrolle in dem Theaterstück „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal. Auch der damalige Landtagsabgeordnete Dr. Hans Maurer war unter den Besuchern. Das Theaterstück gefiel ihm so gut, dass mir das Kultusministerium in Saarbrücken einen Leitz- Dia-Projektor für meine Schule schenkte. Ein Dia-Projektor war damals in einer Schule sehr selten.

Jeden Freitagabend auf dem „Tippabend“ in Kleeje-Wirtschaft traf sich dort der Spielausschuss des SV Hoof, um die Mannschaften für die Sonntagsspiele der 1. und 2. Mannschaft aufzustellen. So war das damals noch üblich. Zum Spielausschuss gehörten Bernhard Schreiner, Otto Stuber und ich. Wenn dann Albert Gerhardt („Balze Albert“) und Karl Bayer („de Bayer-Karl“) anwesend waren, gab es auch hin und wieder Streitereien zwischen den beiden. Karl Bayer war der Vater der Wirtin „Kleeje“ Gertrud und stand selbst oft hinter der Theke. Als beide dann alt waren, sagte „Balze Albert“ immer wieder, wenn er einen zu viel getrunken hatte, zum „Bayer Karl“: „Du bischt jo gar kein Heemer. Ich benn de älteste Heemer, nett Du.“ Karl Bayer war ja in Seitzweiler geboren, wohnte dann in Osterbrücken, von wo aus er dann nach Hoof einheiratete.

1962 gründete ich den DRK –Ortsverein Hoof und wurde 2. Vorsitzender.

Die Gemeinderatssitzungen fanden abwechselnd im Gasthaus Holzapfel-Dell („Fischers“), in Schule beim Anni und beim Friedche, Im Gasthaus Gerhardt („Kleeje) und beim Aulenbacher am Hoofer Bahnhof statt. Die Sitzungen waren damals immer gut besucht. Ich erinnere mich an zwei Sitzungen des Gemeinderats beim Aulenbacher und in „Schule“. Im September 1961 fand eine Sitzung beim Aulenbacher statt. Hauptberatungspunkt war das zu erschließende Neubaugebiet am Puhl. Der Wirt Aulenbacher hatte an diesem Tag seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass gab er den damals so beliebten Schnaps „Ratzeputz“ an die Gemeinderatsmitglieder und die Zuhörer aus. Und einige von ihnen tranken wohl zu viel davon. Erst am frühen Sonntagmorgen kamen wir torkelnd nach Hause.

Einmal war eine Gemeinderatssitzung im Nebenzimmer in „Schule-Wirtschaft“. Auch hier stand ein Bericht über das Neubaugebiet auf der Tagesordnung. Ich hatte mich mit meiner Abschlussklasse zur Sitzung angemeldet, wollte ich doch den Jungen und Mädchen einmal zeigen, wie so eine Sitzung ablief. Nach gut einer Stunde mitten in der Beratung war ein Bauer, der Mitglied im Gemeinderat war, eingeschlafen. Die Kinder lachten darüber. Das kam übrigens öfters vor.

Ich war kaum vier Wochen an der Hoofer Schule – es war Mitte/Ende September 1960 – als Folgendes geschah: Ich stieg hinauf auf den alten Schulspeicher und schlug die Hände überm Kopf zusammen. Der ganze Speicher lag voll mit Gerümpel. Darunter waren uralte Schultagebücher, Schulreskripte-Bücher, Hefte und Broschüren von Gemeinderatssitzungen und andere Akten, auch uralten Karten von der Gemarkung Hoof aus den Jahren 1862 und 1880. Doch leider war fast alles, was da auf dem Boden lag, verschimmelt und verstaubt. Ich säuberte z. B. ein altes Protokollbuch der Schule aus dem Jahre 1906. Leider war manche Schrift nicht mehr zu entziffern. Nun wusste ich, dass alles was da oben im Speicher lag, wertvolle heimatkundliche Unterlagen waren, die nicht verloren gehen durften. Doch am anderen Tag geschah was Unglaubliches! Zwei Männer in Schaffanzügen vom Bauhof in Niederkirchen kamen – Hoof gehörte früher ja zur Bürgermeisterei Niederkirchen. Die Männer hatten vom Bürgermeisteramt in Niederkirchen den Auftrag, den Speicher in der alten schule zu entrümpeln und alles zu verbrennen. „Ach, Gott!“ sagte ich, „das darf nicht geschehen!“ Ich sagte ihnen, dass da oben uralte wertvolle Akten lagen, die ich vor dem Verbrennen retten wollte. Ich bat die Arbeiter, einige Tage zu warten. Am anderen Nachmittag machte ich mich selbst ans „Entrümpeln“. Vieles war allerdings nicht mehr brauchbar. Zusammen mit meinem Schüler Hans Kratz, der „Bibliothekar“ an meiner Schule war – damals gab es noch eine Schulbibliothek, die jeden Samstagnachmittag zur Ausleihe von Büchern an die Kinder und ihre Eltern geöffnet war – trugen wir beide die alten Schul- und Gemeindeakten zu mir in meine Mietwohnung, wo sie in meiner „Schatztruhe“ verwahrt wurden. Heute befinden sich diese Unterlagen im Museum im Mia Münster-Haus in der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel. Aus diesen alten Akten stammt auch eine Vielzahl von Artikeln, die ich im Laufe der Jahre in den Heimatbüchern des Landkreises St. Wendel und in der Saarbrücker Zeitung veröffentlichte, deren freier Mitarbeiter ich über 50 Jahre lang war. Mit die ersten Berichte waren schon Mitte der 60er Jahre: „Das ehemalige Steinkohlebergwerk in Hoof“ und „Die alte Glashütte zu Hoof“.

Beim Durchstöbern der alten Schul- und Gemeindeprotokolle hatte ich aber zunächst ein großes Problem, waren sie doch noch zum allergrößten Teil in altdeutscher Sütterlinschrift aufgezeichnet. (Sütterlinschrift: Nach dem Schulmann Ludwig Sütterlin, 1865 bis 1917, genannte deutsche Normalschrift bis 1945). Diese Schriftform hatte ich ja nicht mehr kennengelernt. Doch meine Mutter half mir da. Sie „übersetzte“ einige Unterlagen und ich schrieb sie auf. Und nach recht kurzer Zeit war ich selbst in der Lage, die alte deutsche Schrift zu entziffern und langsam zu lesen.

Am Kirmesmontag 1961 – das war Ende April – machte ich mit meiner Abschlussklasse eine Bannwanderung hinauf zur „Schermeshöhe“ an die Gemarkungsgrenze des Nachbarortes Haupersweiler. Ein Hoofer Bauer hatte mir erzählt, er habe beim Pflügen dort oben immer wieder Ziegelscherben entdeckt, was sogar heute noch der Fall ist. Wir sammelten einen Korb voll Ziegelscherben, die ich dann eine Woche später mit dem Zug zum Landeskonservatoramt in Saarbrücken brachte. Alfons Kolling, der Landeskonservator aus St. Wendel, war bass erstaunt. Er teilte mir dann später mit, dass es sich um Überreste eines römischen Gutshofes handelte. Damit war endlich bewiesen, was ich ja schon aus den alten gefundenen Akten schon wusste. Die „Schermeshöhe“ (Scherbenhöhe) war eine historische Siedlungsstätte aus keltischer, römischer und fränkischer Zeit. Leider waren für Ausgrabungen kein Geld vorhanden – und das bis heute nicht. Dort befindet sich auch noch ein Brunnen aus römischer Zeit, der im Rahmen der Feierlichkeiten des Hoofer Heimatfestes 1978 von einem in ganz Deutschland bekannten Wünschelrutengänger haargenau ausgependelt wurde.. Es war Wilhelm Mörsdorf, der Vater des ehemaligen saarländischen Umweltministers Stefan Mörsdorf.

Mitte der 1970er Jahre wurden dann auch beim Hausbau auf dem „Quetterling“ und beim Ausbau des Feldweges im oberen „Staffel“ in direkter Nähe des „Reiherswald“ keltische Brandgräber entdeckt. Auch der Name „Klingelwald“ dort zwischen Hoof und der Gemarkung Leitersweiler weist auf Fundstätten aus früherer Zeit zurück. Der Flurname „Klingelwald“ weist auf das Wort „Klinker“ hin, was ursprünglich ein hartgebrannter, „klingender“ Ziegel war. Auf eine frühe Besiedlung hier weisen im Klingelwald auch viele große Bodenflächen von Immergrün hin, die im Wald dort ganze Teppiche bilden. Immergrün wurde im frühen Mittelalter immer in unmittelbarer Nähe von Klöstern und Abteien angepflanzt.

Das wohl schönste und größte Fest in Hoof war das erste Heimatfest 1963, das auf der Wiese am „Bornacker“ in der Hoofer Vorstadt stattfand. Dort war ein großes Festzelt aufgebaut. Es war ein unvergängliches Ereignis in Vorbereitung und Gestaltung ein gemeinschaftliches Fest aller dörflicher Vereine mit Unterstützung der Volksschule Hoof. Schirmherr des Heimatfestes war der damalige Landrat Werner Zeyer. Zum Festausschuss gehörten Dieter Kremp, Bernhard Schreiner und Günther Oswald. Festausschussvorsitzender war Dieter Kremp. Mit ein Höhepunkt des Festes war die Aktion „Luftballon“ der Volksschule, bei dem Hans Jürgen Clohs den ersten Preis errang. Sein Luftballon landete in Lodz in Polen und legte – sage und schreibe – rund 900 Kilometer zurück. In seinem Grußwort sagte Bürgermeister Arnold Merscher: „Wollen Sie bitte das hier erlebte in ihren Herzen aufbewahren und gerne an die beiden Festtage in Hoof zurückdenken.“

Ich erinnere mich noch heute an ein tieftrauriges Ereignis im Frühjahr 1963. Es war ein wunderschöner warmer Frühlingstag, ein Samstag im April. Ich unterrichtete die Abschlussklasse und stellte die Fenster des Klassenzimmers auf, weil es draußen so angenehm warm war. Die Kinder waren gerade dabei, einen Aufsatz zu schreiben. Ich schaute das Fenster hinaus auf die Straße, als Heinz Kraushaar vorbeikam, im Volksmund „de Matz“ genannt. Mit der Motorsäge im Arm ging er hinauf in den „Puhle Wald“, wo gerade mit der Erschließung des Neubaugebietes begonnen wurde. Heinz Kraushaar war von Beruf Forstangestellter und gerade 28 Jahre alt. Er wollte an diesem Samstagmorgen da oben im Wald Bäume fällen. Der Wald musste ja gerodet werden. „De Matz“ war ein guter Freund von mir, ein guter Fußballspieler. Wir schwatzten kurz miteinander. Dann ging Heinz Kraushaar weiter hinauf in den Wald und fing an, Bäume zu fällen. Man hörte laut das Geräusch der Motorsäge. Doch plötzlich verstummte das Motorengeräusch. Das dauerte aber seltsam eine lange Zeit. Einem Anwohner nahe der Schule, Ferdinand Müller, war das auch aufgefallen. Er ging eilends an der Schule vorbei hinauf an den Wald und fand den „Matz“ tot unter einem Baumstamm liegen. Ein Baum hatte ihn beim Fällen erschlagen. Ich war wohl der Letzte, der ihn lebend gesehen hatte. Sein Tod war ganz besonders schlimm, denn seine Frau war schwanger und erwartete ein Kind. Das Mädchen hat also seinen Vater nicht erlebt. Manuela ist heute 54 Jahre alt, so alt wie meine Tochter Julia.

Ich erinnere mich auch an ein ganz anderes Ereignis, das mehr zum Schmunzeln geeignet ist. Im Spätsommer 1961 ging ich hinauf auf die „Fröhn“, um dort Brombeeren zu pflücken. Ich befand mich schon auf der Leitersweiler Gemarkung, als der legendäre, im Dorf eher unbeliebte, Leitersweiler „Feldschitz“ (Feldschütz) Spengler erschien, der im Volksmund den Spitznamen „de Herrgott“ hatte. „De Herrgott“ hatte wirklich zu bestimmen wie der liebe Gott. Spengler war in Hoof geboren und nach Leitersweiler verheiratet. Er kontrollierte jeden Tag die Gemarkung von Leitersweiler, im Frühherbst besonders oft, weil er auch Obstfrevler erwischen wollte. Spengler kam mir auf der Höhe entgegen und verwies mich von der Leitersweiler Gemarkung: „Ein Heemer (Hoofer) darf nicht auf unserer Gemarkung Brombeeren pflücken.“

Und wie kam Lehrer Werner Deller als Schulleiter nach Hoof? Eine Episode spielte sich da im Vorfeld ab – noch heute zum Schmunzeln geeignet. Schulleiter in Hoof war Anfang 1962 noch Lehrer Spengler, der Vater von Dr. Gernot Spengler, der Ende des Schuljahres zur Rektorstelle nach Niederkirchen wechselte. Die Hoofer Schulleiterstelle wurde nun ausgeschrieben und Lehrer Werner Deller erhielt die Rektorstelle. Nun wollte aber Bürgermeister Arnold Merscher unbedingt vorher wissen, wer denn Lehrer Werner Deller sei. Arnold hatte ja als Bürgermeister vorher auch die Unterlagen vom Schulamt in St. Wendel erhalten und fuhr mit mir am 7. Februar 1962 nach Otzenhausen bei Türkismühle, wo Deller angeblich Lehrer an der Volksschule in Otzenhausen sei. In Otzenhausen angekommen, gingen wir auf Spurensuche, doch niemand, den wir nach einem Lehrer Deller auf der Straße fragten, kannte ihn. Er war hier in Otzenhausen unbekannt. So gingen wir ins nächste Gasthaus, doch auch hier kannte keiner den Namen Deller. Seltsam war es im Gasthaus in Otzenhausen! Der Inhaber der Gastwirtschaft war der frühere saarländische Fußballnationalspieler in den 50er Jahren – Theo Puff vom 1. FC Saarbrücken. Als wir im Gasthaus saßen und der Wirt das Radio anmachte, erschien die unfassbare, unendlich traurige Meldung vom schweren Grubenunglück in der saarländischen Grube Luisenthal, wo 299 Bergleute starben. Wir fuhren nun zurück nach Hoof, wo Arnold noch einmal die Unterlagen vom Schulamt durchlas und plötzlich merkte, dass er sich geirrt hatte. Werner Deller war nicht Lehrer in Otzenhausen, sondern in Ottenhausen in der Nähe von Gersheim bei Saarbrücken. Merscher hatte also Otzenhausen und Ottenhausen miteinander verwechselt. Und so trat dann zum Schuljahresbeginn 1962/63 Werner Deller seinen Dienst als Schulleiter an der Volksschule in Hoof an. Ich selbst kam dann ja im Sommer 1964 als Schulleiter an die Volksschule in Leitersweiler.

Ein viel schlimmeres Erlebnis mit dem „Herrgott“ hatte ich im Spätherbst 1964 in Leitersweiler, wo ich im September meine Schulleiterstelle antrat. Ich wohnte in einer Lehrerdienstwohnung im ehemaligen Zollhaus an der Grenze zwischen Preußen und Bayern. Die Leitersweiler Kirche wurde renoviert. Auf Wunsch des Presbyteriums erklärte ich mich gerne bereit, beim Festgottesdienst ein Theaterstück mit meiner Schule aufzuführen. Spengler war der Vorsitzende des Presbyteriums. Die Hauptrolle in dem Theaterstück spielte Karin, ein Mädchen, dessen Familie neben uns im Zollhaus wohnte. Das Mädchen war katholisch, was dem Spengler gar nicht passte. Seine Mutter hatte im Dorf „keinen guten Ruf“, war sie doch geschieden und lebte mit einem jüngeren Partner zusammen. Als „de Herrgott“ hörte, dass Karin im Theaterstück in der Kirche mitspielen sollte, kam er wutentbrannt zu mir in die Schule und sagte: „Karin darf nicht mitspielen; sie ist katholisch und ihre Mutter ist geschieden.“ Und ich erwiderte: „Wenn Karin nicht mitspielen darf, wird meine Schule das Theaterstück nicht aufführen.“ Schließlich durfte Karin doch mitspielen und die Aufführung beim Festgottesdienst in der evangelischen Kirche war ein großer Erfolg.

Etwas anderes, von kirchlicher Seite kommend, ärgerte uns alle in dieser Zeit in Leitersweiler. Den Schulkindern war es von dem legendären, strengen Pfarrer Seynsche verboten, sich an Fastnacht zu verkleiden und in „Paffe Saal“ auf den Kindermaskenball zu gehen. Wenn es die Kinder trotzdem taten, schrie er die Eltern an. Auch mit den Beatles hatte der „altertümliche“ Pfarrer seine Probleme. Im Konfirmandengottesdienst zeigte er mit seinem Finger auf meinen Sohn, der als Konfirmand ganz vorne saß: „So, jetzt kommt der Fratz mit den langen Haaren dran!“ Die Beatles trugen damals lange Haare.

Mein erster Schulpraktikant an der evang. Volksschule in Leitersweiler war 1964 Armin Harth („de Asi“) aus Bubach. Als er sich bei mir vorstellte war ich bass erstaunt. Er hatte sich bei einem Fußballspiel die rechte Hand gebrochen und konnte nicht schreiben. So hielt er zwar den Unterricht in meiner Klasse, doch ich musste für ihn an die Tafel schreiben.

Als ich 1964 als Rektor nach Leitersweiler kam und dort auch wohnte, rissen die engen Verbindungen mit meinen Hoofer Freunden nicht ab. Der Bürgermeister von Leitersweiler war Fritz Bittel, mit dem ich immer die besten Kontakte hatte. Schon im September 1964, kurz nach meinem Dienstantritt an der Leitersweiler Schule, trat ich in den Sportverein ein und wurde alsbald in den Vorstand gewählt, wo ich das Amt des Schriftführers übernahm. Der erste Vorsitzende war Ewald Theiß, ebenso ein guter Freund. In dieser Zeit war ich auch Schriftführer und Organisationsleiter des neu gegründeten Ostertaler Leichtathletik-Vereins. 1967 wurde ich als Biologielehrer ans Gymnasium Wendalinum versetzt, wo ich 18 Jahre lang Biologie unterrichtete. Mitte der 1960er Jahre begann auch meine Laufbahn, meine anderen Hobbys zu pflegen. Ich war 50 Jahre lang im ganzen Saarland und in der benachbarten Pfalz als Referent in Sachen Heilkräuter, Pilzkunde und biologischer Gartenbau tätig. Vorträge und Exkursionen standen das ganze Jahr über auf dem Programm. In der Zeit war ich auch in der saarländischen Lehrerfortbildung erfolgreich tätig.

Ein anderes schreckliches Ereignis, das sich in Leitersweiler zutrug, habe ich bis heute noch nicht vergessen. In meiner Abschlussklasse unterrichtete ich einen 14 Jahre alten Schüler namens Harald Müller. Es war April 1965. Harald und ein Klassenkamerad von ihm waren zusammen auf dem ehemaligen Munitionsdepot der Amerikaner oberhalb der „Schermeshöhe“ auf der Gemarkung Haupersweiler. Sie entrümpelten dort den Boden und nahmen Granaten mit nach Leitersweiler. Im Keller von Harald Müller hantierten sie an der Munition, ohne dass die Eltern dies merkten. Ein Blindgänger explodierte und der Junge wurde tödlich verletzt. Und dies geschah wenige Tage vor seiner Konfirmation. Einige Wochen später wurde das Munitionsdepot endlich entsorgt.

1975 wurde unser Haus in Hoof am Eltzenberg erbaut und im Dezember desselben Jahres zogen wir von Leitersweiler nach Hoof. Sofort übernahm ich im Obst- und Gartenbauverein das Amt des Schriftführers, das ich 35 Jahre lang ausübte. Etwa zur gleichen Zeit wurde ich Vorstandsmitglied im Bund Naturschutz Ostertal, einem der ersten Naturschutzvereine im Saarland. 1976 wurde ich in den Landesvorstand des Verbandes der Obst- und Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz gewählt, wo ich 25 Jahre lang als Schriftführer aktiv tätig war, ebenso als Mitgestalter der Verbandszeitschrift „Unser Garten“. Auch in den Vorstand des Kreisverbandes St. Wendel der Obst- und Gartenbauvereine trat ich damals ein – und das bis heute.

Ein echter „Heemer“ (Hoofer) bin ich wohl schon und stolz bin ich, ja gleich drei Heimatdörfer in meinem Herzen verankert zu haben: Hoof, Steinbach und Leitersweiler.

(Anmerkung: Sämtliche Schulreskriptenbücher, Schultagebücher und Gemeindeakten von 1860 bis 1945 befinden sich seit 1960 im Stadt Archiv im Dienstgebäude der Stadt St. Wendel, wo ich sie im Spätherbst 1960 abgab. Ich kann aber jederzeit dort, nach Anmeldung, Einsicht in die Akten nehmen, wozu ich eine Lupe brauche. Leider werden die dort verzeichneten Unterlagen nicht ausgeliehen. Man kann aber Schriften kopieren.)

„Die Heemer sind in Hoob daheim“ – Hoof ist unsere Heimat

Fürwahr, die „Heemer“ lieben ihre Heimat! Das Wort „Heemer“ kommt von „Heim“. Also sind die „Heemer in „Hoob“ „de häm“ (daheim). Sie sind hier „heimisch“ und fühlen sich in „Hoob“ pudelwohl. Das Wort „Heemer“ kommt vom althochdeutschen Wort „heim“, was so viel wie „Haus“ bedeutete. Im Gotischen heißt es „haims“ oder „hem“, was so viel wie „Dorf“ oder „Wohnort“ bedeutete. Im Angelsächsischen heißt es „ham“, im mittelhochdeutschen heißt es „heem“, was so viel wie „Dorf“ bedeutete. Das Wort „Heemer“ („Heim“) kommt aber auch vom altfranzösischen „hameau“, was eine „kleine Siedlung“, ein „Weiler“ bedeutete. Die Grundbedeutung des Wortes aber ist die „Herdstelle“, woraus auch die liebevolle Bezeichnung „ess Heimche am Herd“ zurückgeht, eben die Hausfrau, die „am Herd kocht“.

Das Wort „Heimat“ kommt aus dem mittelhochdeutschen „heimuoti“, was eben „Heimat“ bedeutet. Also ist Hoof „die Heimat der Heemer“, hier sind die „Heemer“ daheim (dahemm).

Was bedeutet nun das Wort „Hoof“? Das Wort kommt ursprünglich vom althochdeutschen und altfriesischen Wort „hof“, was ein „umfriedeter Raum oder Anhöhe“, ein Ort auf einem „hübel“ (Hügel) war. So war ja auch die keltische, römische, später fränkisch-alemannische Siedlung auf der „Schermeshöhe“ auf einer „Anhöhe“. Im Norwegischen heißt es „hov“ und im mittelhochdeutschen „hübel“, was „Hügel“ oder „Bergrücken“ bedeutet.

Auch das Wort „hoch“ ist damit sprachverwandt. „Hoch“ heißt im althochdeutschen „hoh“, im gotischen „hauhs“ („Haus“) und im altniederländischen „hoog“ („hügel“). Und das führt uns zurück auf die „Adelheid vom Hofe“, die unserem Dorf den Namen „Hoof“ gab. Urkunden und Funde bestätigen, dass auf der „Schermeshöhe“ („Scherbenhöhe“) ein römischer Gutshof stand. Und da sind wir auch wieder bei dem Wort „hoch“ („Höhe“), wurden doch solche Siedlungen in römischer und alemannischer Zeit nur auf „Anhöhen“ erbaut: Ein „Hof“ auf der „Höhe“. Die Dörfer mit der Endung „hofen“ sind sehr wahrscheinlich alle alemannischen Ursprungs. So ist es auch zu erklären, dass es vor allem in Süddeutschland über 500 Dörfer und Städte mit der Endung „hofen“ gibt (in der Schweiz „hoven“).

Dass die Adelheid vom Hofe eine Adelige war, besagt ihr Name. Denn Adelheid kommt aus dem althochdeutschen „adal“, was so viel wie „adlig“, „edel“ heißt. (Adele = Die Adlige; „heit“ = vornehmes Wesen, vornehme Art).

Wir „Heemer“ oder „Hoofer“ sind stolz darauf, stammen wir doch alle von einer „Adligen“ ab.

Wer ist nun aber ein „echter Heemer“? Nur der in Hoof geboren ist? Und wenn ein „eingezogener“ nach Hoof oder „Hoob“ kam und hier einheiratete, ist er dann auch nach 50 Jahren noch kein „Heemer“?

„Balze Albert“ wusste es einst – und „de Bayer Karl“ konnte ein Lied davon singen.

Woher kommt die Hoofer Mundart?

Die Hoofer Mundart ist eine Mischung aus alemannischen und

fränkischen Elementen

Das Wort „Hoof“ bedeutet „Hof“. Das Wort „Hof“ kommt aus dem althochdeutschen Wort „hof“. Seine Grundbedeutung ist ein „umfriedigter Raum oder Anhöhe“. Im Norwegischen heißt es auch „hov“ und im Mittelhochdeutschen „hübel“, was „Hügel“ oder „Bergrücken“ bedeutet. Auch das Wort „hoch“ ist damit sprachverwandt. „hoch“ heißt im althochdeutschen „hoh“, im gotischen „hauhs“ („Haus“) und im altniederländischen „hoog“ („Hügel“). Und das führt uns zurück auf die „Adelheid vom Hofe“, die unserem Dorf den Namen „Hoof“ gab. Urkunden und Funde bestätigen, dass auf der „Schermeshöhe“ („Scherbenhöhe“) ein römischer Gutshof stand. Und da sind wir auch wieder bei dem Wort „hoch“ („Höhe“), wurden doch solche Siedlungen in römischer und alemannischer Zeit nur auf „Anhöhen“ erbaut: Ein „Hof“ auf der „Höhe“. Die Dörfer auf „hofen“ sind sehr wahrscheinlich alle alemannischen Ursprungs. So ist es auch zu erklären, dass es in Deutschland über 500 Dörfer und Städte mit der Endung „hofen“ gibt (in der Schweiz „hoven“).

Für die Beurteilung der Hoofer Mundart ist wesentlich, dass im Niederdeutschen (Fränkischen-Rheinfränkischen) der aus germanischem „f“ hervorgegangene stimmhafte Reibelaut nicht in „b“ überging. Deswegen finden wir hier:

siwwe – sieben, owwe-oben, läwe- leben, hewe – heben, Raw – Rabe, Rawer – Raber (Nachname), awwer – aber, Owend – Abend, Gawwel – Gabel, Howwelspän – Hobelspäne, Säwel- Säbel, äwe – eben, Gewwel-Giebel, Buwe – Buben, Riew – Rübe (Gälriew – Gelbrübe).

Die westgermanische oder deutsche Sprache ist uns in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht bekannt, weil schon frühzeitig zwei Sprachzweige, das Hochdeutsche und das Niederdeutsche, an ihre Stelle getreten sind. Diese zweite hochdeutsche Lautverschiebung trat wohl nach Abschluss der Völkerwanderung infolge der Berührung mit anderen Sprachen ein und brachte eine neue Verschiebung des Konsonantenstandes (etwa 500 bis 800 n. Chr.) Sie begann bei den Alemannen, eroberte Bayern und Österreich und griff dann tief nach Mitteldeutschland hinein. Die Niedersachsen aber stemmten sich der andringenden Flut sprachlicher Umwandlung entgegen und bewahrten treu den alten germanischen Lautstand der Konsonanten. So blieb die zweite Lautverschiebung im Vergleich zur ersten in ihrer Ausdehnung ganz erheblich zurück, da sie nicht einmal in den ganzen deutschen Sprachgebieten durchdringen konnte und auf ihrem Wege von Süden nach Norden dauernd an Kraft verlor. Trotzdem dürfen wir ihre Bedeutung nicht unterschätzen; denn sie trennte nicht nur Nord und Süd, sondern wurde auch für die Mundartentwicklung von besonders einschneidender Bedeutung. Dem niederdeutschen Sprachgebiet gehören an: Die Franken am Niederrhein, die Niedersachsen und die Friesen. Das oberdeutsche Sprachgebiet umfasst die Alemannen, Schwaben und Bayern. Zum mitteldeutschen Sprachgebiet gehören die Oberfranken und die Thüringer.

Unsere Heimat gehört zur mitteldeutschen Sprachlandschaft. In dem Zeitraum dieses Umbruchs war sie von den Alemannen besetzt. Der größte Teil unseres mundartlichen Wortschatzes und die charakteristischen a- und o-Laute stammen aus jener Zeit. Neben einigen anderen sind uns besonders in den Flurnamen Reste von althochdeutschem Sprachgut erhalten geblieben: z. B. Brühl = sumpfige Wiese, Kaul – mhd. Kule = Vertiefung, Hunsbuckel – ahd. „Hag“ = lichter Wald mit Hagebutten auf Bergvorsprung, Puhl = Quellloch an Abhängen, Dell oder Delle = vertiefte Wiesenaue, Aacht = Ache = Bereich in der Nähe von Bächen, Besch = Böschung (siehe „Behmbesch“), Borresch = Born = Brunnen, Seiters = Sei = seicht (seichte, feuchte Wiesenau).

In den Zeiten der Merowinger kam das alte Keltenland an der Saar – Berg-, Fluss-, Siedlungs-, Orts- und Flurnamen sind ehrwürdige Zeugen dieser Zeit – dauernd in die Hände germanischer Landsmänner wesentlich fränkischen Stammes und bildete seitdem einen zwar viel umstrittenen, aber schließlich immer wieder behaupteten Teil der deutschen Westmark, des alten Westrichs. Wechselvoll wie seine Geschichte, vielgestaltig wie seine Topographie ist auch seine Mundart. Sie gehört mit den Nachbarmundarten ähnlichen Schicksals dem sogenannten mitteldeutschen Mischgebiete an. Sprachteile mehr oberdeutschen und solche mehr niederdeutschen Charakters berühren und vermischen sich vielfach auf unserem Gebiet. Es gibt z. B. sogar Nachbarorte mit Abweichungen ihrer Mundart. Bisweilen bestehen für dasselbe Wort beide Formen nebeneinander, z. B. „schläfe“ und „schläbbe“ = schleifen (schleppen), schlubbe und schlibbe = schlüpfen, Hoose und Bokse (Bukse) = Hosen, Kneisje, Knubbe, Knibbche = Auswuchs, Knoten.

Die deutschen Mundarten wurden ihrer geographischen Verbreitung entsprechend in drei Gruppen eingeteilt: Die oberdeutsche Gruppe umfasst das Bayrische und Schwäbische = Alemannische (auch Alemannische im Elsass). Die mitteldeutsche Gruppe umfasst die fränkischen Mundarten, die sich von Nordlothringen, Luxemburg und dem Mittelrheingebiet über das ganze mittlere Deutschland verteilen bis nach Sachsen und Schlesien. In der niederdeutschen Gruppe sind die Mundarten der Norddeutschen Tiefebene enthalten.

Die Mundart unserer engeren Heimat gehört der zweiten Gruppe, den fränkischen Mundarten an und zwar den westfränkischen.

Die westfränkischen Mundarten werden nun gewöhnlich, wenn man das Niederfränkische ausschließt, weiter eingeteilt in drei von Norden nach Süden ineinander übergehende Untergruppen, nämlich das Ripuarische, das Moselfränkische und das Rheinfränkische.

Diese drei Mundarten sind folgendermaßen verbreitet: Ripuarisch sind der größte Teil der Eifel, die Rheinufer von etwa Düsseldorf bis Königswinter und das Land um die untere Sieg. Moselfränkisch sind Luxemburg mit einem Teil von Lothringen, die südliche Eifel, das Moselland, der größte Teil des Hunsrücks, die nordwestliche Ecke von Nassau, der größte Teil des Westerwaldes und das westfälische Siegerland. Zum Rheinfränkischen gehören der südliche Teil von Lothringen, wo jedoch die Sprache stark alemannisch gemischt ist, der südliche Teil der Rheinprovinz, die Pfalz, Hessen und das mittlere und östliche Saargebiet. Das mittlere Ostertal hat also eine rheinfränkische Mundart.

Danach ist die gesamte Mundart unserer Heimat wesentlich Mitteldeutsch und zwar genauer gesagt westmitteldeutsch. Den mitteldeutschen Charakter erkennt man an Formen wie Zibbel= Zipfel, Zabbe = Zapfen, Abbel= Apfel, Gibbel = Gipfel, robbe = rupfen, hebbele = hüpfen, schlabb= schlaff, Schnubbe = Schnupfen, schlubbe = schlüpfe, stambe = stampfen u.s.w., die inlautendes „p“ in der Verdoppelung, jedoch zum weichen Verschlusslaut gemildert, erhalten haben. Westmitteldeutsch ist das unverschobene, verhauchte „p“ im Anlaut und im Endlaut, z. B. Poschde = Pfosten, Damp = Dampf, Stromp = Strumpf, stomp = stumpf, Parre = Pfarrer, Perch = Pferch, Peif = Pfeife, Poot = Pfote, Pool = Pfahl u. s. w. Mit den Pfälzern (Pälzer) dürfen wir also sagen: „Enn de Palz geht de Parre medd de Peif enn die Kerch!“

Im Saarland haben wir zwei Einzelmundarten zu unterscheiden. Die Grenze zwischen dem moselfränkischen „dat-wat-Gebiet“ und dem rheinfränkischen „das- was – Gebiet“ verläuft mitten durch das Saarland. Diese Grenze, die von Differten-Völklingen herkommt und über den Köllertaler Wald (Holz, Merchweiler, Wemmetsweiler, Hüttigweiler, Wustweiler, Urexweiler, Marpingen, Winterbach) nach St. Wendel verläuft, wobei die angegebenen Orte oft schon ein Gemisch von mosel- und rheinfränkisch haben.

Der Name Westrich erscheint zuerst in den karolingischen Urkunden. Er begriff damals jene Gebiete, welche durch den Vertrag zu Mersen als neue Erwerbungen Ludwigs im Westen an Deutschland gefallen waren. Später erstarrte der einstige politische Begriff zu einer Territorialbezeichnung des Saarflussgebietes. In unserer Zeit ist der alte Name fast verklungen und wie so mancher andere schöne Hausrat unserer Altvorderen dem Bauernmuseum zur Obhut überantwortet wurden, welcher unter Westrich den diesseits der Haardt gelegenen Teil der Pfalz, die Kreise Ottweiler-St. Wendel und ein Bruchstück des Meisenheimischen Bezirkes versteht.

Der Westrich war in vorgeschichtlicher Zeit bereits stark besiedelt. Die untrüglichsten Beweise dieser Tatsachen bilden nicht nur zahlreiche Steingeräte, welche allenthalben gefunden wurden, sondern vor allem auch die häufigen Grabeinschlüsse aus der Hallstatt – und La Täne – Zeit. Unter diesen legen wertvolle Gebrauchsgegenstände etruskischen Ursprungs ein breites Zeugnis für den fortgeschrittenen Kulturzustand unserer Heimat in jener frühen Zeit ab.

Die Anlagen unserer vorgeschichtlichen Hügelgräber längs der Höhenstraßen und die Übereinstimmung der aus ihnen erhobenen Totengaben mit denen aus Frankreich und dem Mittelrheingelände weisen mit aller Bestimmtheit darauf hin, dass schon damals das Volksleben sich an die Verkehrsbahnen zwischen Frankreich und Mitteldeutschland, die naturgemäß den Westrich kreuzen, angelehnt hat, eine Erscheinung, welche die geschichtliche und kulturelle Entwicklung unserer Heimat bis zur Gegenwart herab bedingte.

Als Träger der eben genannten beiden vorgeschichtlichen Kulturkreise müssen hier wie überhaupt in Süd- und Südwestdeutschland keltische Völker angesprochen werden.

Vor dem Erscheinen der Römer in den Nordwestländern befand sich unsere Gegend im Besitz der keltischen Mediomatriker und Treverer. Beide Völker waren bei Cäsars Ankunft durch germanische Wanderzüge arg in Bedrängnis geraten, und die Mediomatriker hatten das linke Rheinufer von Worms bis zur Nahe und Blies an die germanischen Vangionen verloren. Cäsar besiegte die Kelten und verleibte das ganze Gebiet der römischen Republik ein.

Zahlreiche mit dem Sonnenspross oder dem Eber gezierte Münzen, verhältnismäßig viele „Vorzeitburgen“, vor allem aber Fluss-, Flur- und Siedlungsnamen sind Erinnerungszeichen aus jener Zeit und an ein wichtiges Volk, das heute bis in die unwirtlichsten und unzugänglichsten Zipfel unseres Erdteiles zurückgedrängt ist.

Insbesondere haben die Flussnamen ihr keltisches Gepräge bewahrt:

Alb = weiß, glänzend (Dorf Albessen am Albessbach)

Blies = Klinge, Schlucht, Runse

Nahe = das Nasse, das Fließende

Quirn = das Wasser, kommt vor in Quierschied und in Kirn

Kosla = eingezwängter Bach

Krämel = steiniges Gebiet (ein Hoofer Flurname)

Im Jahre 27. v. Chr. kam Kaiser Augustus nach Gallien. Er ließ die Schätzung halten und gab dem Lande seine Verwaltungseinteilung. Hierbei wurden die Mediomatriker und Treverer zur belgischen, die Vangionen zur obergermanischen Provinz geschlagen. Nach der späteren Diözesanseinteilung zu schließen, hat die Grenze den Westrich in einer Linie geschnitten, die von Reitscheid aus nach Norden über Rohrbach, Heimbach und Hammerstein nach dem Idarbache lief. Nach Süden ist ein Nebenwasser der Oster, der Schneidsbach, und fernerhin eine Gerade von Hoof nach Krottelbach, Breitenbach, Höchen und Waldmohr die ungefähre Grenze.

Um die Rheingrenze gegen die germanischen Einbrüche zu sichern, gründeten die Römer längs des Rheins zahlreiche Festungen, zu denen aus dem Hinterland, von Trier, Metz und Straßburg aus, wohlgepflegte Heerstraßen führten. Eine dieser Straßen führte vom Straßenknotenpunkt Tholey über Oberthal, Namborn, Hofeld, Oberkirchen (Anmerkung: Oben auf der Höhe der Landstraße zwischen Leitersweiler nach Oberkirchen, unweit der „Schermeshöhe“ vorbei, wo eine römische Siedlung stand), Schwarzerden nach Kusel, folgend nach dem Glane, wo sie die Richtung der heutigen Glanstraße einschlug und über Ulmet, Offenbach, Lauterecken und Odernheim nach Sobernheim ging.

Längs der Römerstraße entstanden zahlreiche bürgerliche Niederlassungen, deren Bewohner sowohl vom Handel als auch vom Ackerbau lebten. Die römische Herrschaft nahm, den Münzfunden nach zu urteilen, sehr wahrscheinlich unter Konstanz ein Ende; die Alemannen drangen nämlich vom Elsass aus in den Westrich ein und besiedelten ihn dauernd. Ihre Niederlassungen erfolgten vornehmlich in dem alten Urbare der römischen Weilerorte, welche vordem die Siedlungen der Sklaven und Freigelassenen römischer Gutshöfe waren, (Anmerkung: Siehe auch die Geschichte von Hoof!) Die Dörfer auf „hofen“ sind wahrscheinlich alemannischen Ursprungs. Wenn auch Julian den alemannischen Volksbund bei Straßburg auf das Haupt schlug, so vermochten die Römer dennoch nicht mehr, den breiten Keil alemannischer Siedler aus dem Elsass, der Pfalz und den angrenzenden Gebieten, besonders auch nicht hier aus dem Westrich zu verdrängen.

Nachdem die Franken die Alemannen besiegt hatten, drang eine fränkische Bevölkerung, den Flusstälern folgend, in den Westrich vor. Die durchsetzte die alemannischen Gebiete mit Siedlungen, welche sie ihre aus der Heimat mitgebrachten Namen auf „bach“, „berg“, „dorf“ und „heim“ gab. Unser Ort Hoof verdankt seinen Namen höchstwahrscheinlich alemannischen Siedlern, doch ist das Sprachgut der heutigen Hoofer Mundart weitgehend vom Fränkischen bestimmt. Der Hoofer Lehrer Theiß erwähnte 1924 in der Schulchronik der Protestantischen Volksschule zu Hoof eine Urkunde, wonach ein fränkischer Edler namens Ruthard im Jahre 918 einen Herrenhof mit Gebäude im Ort und Bann von Osterna (Niederkirchen) an die Abtei des heiligen Remigius verlieh. Dieser Herrenhof kann nur das heutige Hoof gewesen sein, da keine andere Gemeinde in der Bürgermeisterei Niederkirchen einen Flurteil besitzt, dessen Namen auf den heiligen Remigius hindeutet. Im Hoofer Bann aber gibt es einen „Remmeswald“. Er erstreckt sich entlang der einstigen Heerstraße Leitersweiler – Oberkirchen und bedeckte früher den größten Teil des Krähenberges, der 1928 im Zuge der Arbeitsbeschaffung zum größten Teil gerodet wurde, wobei man, wie in alten Akten erwähnt ist, auf dem Gipfel des Berges eine Menge behauener Steine und auch solche mit Inschriften fand. Leider wurde wohl damals nichts gerettet. Aus dem Wenigen also, was wir sicher wissen, geht hervor:

Dass die Siedlung „Hoof“ auf einen römischen Gutshof zurückgeht, der seine Ländereien an der Heerstraße nach Oberkirchen hatte.

Dass das Gut, von den Alemannen als Speerbeute errungen, einen alemannischen Namen bekam.

Dass eine fränkische Adelsfamilie, wohl nach der Schlacht bei Zülpich, das Gut in Besitz nahm und es im Jahre 918 dem Bischof von Mainz schenkte.

Dass demzufolge die Hoofer Mundart galloromanische Sprachdenkmäler enthält und, wenn nicht alles trügt, einen größtenteils fränkischen Wortschatz aufweisen muss.

Die nächste Urkunde, die wir besitzen, berichtet, dass im Jahre 1128 der Bischof Adalbert von Mainz dem Kloster Disibodenberg die Kirche zu Osterna mit 20 Huben Zinsgütern nebst seinem dortigen Saalgut mit Waldung, Wiese, Wasser und Waid schenkt. In dieser Schenkung ist also wahrscheinlich Hoof nicht einbegriffen, da nur von Zinsgütern die Rede ist. Von 918 bis 1394, rund 500 Jahre lang, gehörte Hoof zwar in der Seelsorge, nicht aber in der Verwaltung zu Osterna (Niederkirchen). Diese Sonderstellung Hoofs hinsichtlich der Verwaltung wird noch deutlicher, wenn wir hören, dass Hoof zusammen mit Leitersweiler ein Wittum (Weistum) einer Frau Irmengard, Witwe Ullrichs vom Stein war und von ihr in dem genannten Jahr 1394 an Heinrich von Veldenz „um fünfzehn pont geltis und anderthalbhundert heller verpfändet“ wurde.

Nachdem das Grafengeschlecht derer von Veldenz mit Friedrich III. im Mannesstamme erloschen war, ging der ganze Besitz im Jahre 1444 an seine Tochter Anna, die Gemahlin des Herzogs Stephan von Zweibrücken, über. Bis zur französischen Revolution änderten sich die Besitzverhältnisse nicht mehr.

Bei der Betrachtung der Geschichte Hoofs ist auch schon der legendäre Hoofer Lehrer Peter Böll zur Überzeugung gelangt, dass die Hoofer Mundart eine Mischung aus alemannischen und fränkischen Elementen darstellt. Dies möchte ich hier im Einzelnen belegen:

Alemannische Elemente:

„s“ wird vor Dentalen stets als breiter Zischlaut gesprochen: z. B. Aschd = Ast, Mischd = Mist, Kischd = Kiste, Kaschde = Kasten, Laschd = Last, Koschd = Kost, de beschd = der Beste, Roschd = Rost, Poschd = Post, Froschd = Frost, Feschd = Fest, du gebschd = du gibst, luschdich = lustig, Rüschdung = Rüstung, Raschd = Rast, faschde = fasten, Frischd = Frist, Broschd = Brust, Maschd = Mast, Lischd = List, Moschd = Most, Gaschd = Gast, Käschde = Kastanien, du haschd = du hast, Forschd = Forst, Worschd = Wurst, Kroschd = Kruste, faschd = fast, Neschd = Nest.

„t“ wird überhaupt nicht gesprochen. Als Inlaut wird es von „d“ ersetzt, als Auslaut auch:

z. B.: Vadder = Vater, Modder = Mutter, gudd = gut, medd = mit, Hudd = Hut, Padd = Pate, Bidd = Bütte, Madde = Matte, Kiddel = Kittel, Ladd = Latte, rud = Rute, Meder = Meter, rod = rot, Ludder = Luther, Bodder = Butter, Baddrie = Batterie, Mied = Miete, Nied = Niete, Hedd = Hütte, redde = retten, Fedd = Fett, Modde = Motten.

„o“ wird meist wie „ô“ gesprochen: z. B.: Dôs = Dose, Hôs = Hose, Môôs = Moos, Sôß = Soße, Gôth (= Tante).

„a“ wird zum „ô“ hingesprochen: z. B.: da = dô, mal = môl, male = môle, raten = rôde oder rôre, braten = brôde oder brôre, Pfahl = Pôôl; der ess nedd klor emm Kopp = der ist nicht klar im Kopf, dass ess nedd wôhr = das ist nicht wahr.

„r“ tritt an die der Dentale:

z. B.: Werrer = Wetter, Karer = Kater, Furrer = Futter, hiere = hüten, Parre = Pater, Brerrer = Bretter, Gräre = Gräten, reire = reiten, Lotte = Lore, Blätter = Blärrer, Leiter = Lärer, Peter = Perer.

2. Fränkische Elemente:

„b“ wird im Inlaut als „w“ gesprochen. Im Niederdeutschen ist nämlich der aus germanischem „f“ hervorgegangene stimmhafte Reibelaut nicht in „b“ übergegangen:

z. B.: eriwwer = Herüber, eniwwer = hinüber, driwwe = drüben, iewe = üben, awwer = aber, Läwe = Leben, hewe = heben, Newwel = Nebel, Hewwel = Hebel, Gawwel = Gabel, reiwe = reiben, lieber = liewer, eben = äwe, oben = owe, owwe; lowe = loben, siewe = sieben, Raw = Rabe, Fabel = Fawel, Kübel = Kiwwel.

Dem Niederdeutschen eigentümlich sind ferner die Lautverbindungen „bb“, „dd“, „gg“. Diese treten auch in der Hoofer Mundart sehr häufig auf: „bb“: dabber = tapfer, wird aber in der Bedeutung „sehr schnell“ gebraucht. Kappes = Kabbes, Tappes = einer der tapsig ist; babbele = plappern, klobbe = klopfen, stobbe = stopfen, schäbbe = schöpfen, schäbb = schief, stubbe = stupsen, hebbele = hüpfen, Schipp = Schaufel, robbe = rupfen, strebbe = abstreifen, auch klauen; schlebbe = etwas Schweres tragen, Kobb = Kopf, zobbele = zupfen, Zibbel = Zipfel, Gibbel = Gipfel.

„dd“: Bodder = Butter, Modder = Mutter, Vadder = Vadder, Radde = Ratten, Schadde = Schatten, Ladde = Latten, Klädde = Klette, Modde = Motten, Wadd = Watte, bedder = bitter, redde = retten.

„gg“: bagge = backen, drigge = drücken, hugge = hocken, bigge = bücken, mugge = mucken, dugge = ducken, Sogge = Socken, dugge = ducken, stigge = sticken, strigge = stricken, Brigg oder Bregg = Brücke (auch „Breggemer“ = Osterbrücker); bligge = blicken, rigge = rücken ……… aber: Schlaach = Schlag, Daach = Tag, Trooch = Trog, Zuuch = Zug, kluuch = klug, genuuch = genug, Klaach = Klage, Fluuch = Flug.

Wir haben in geschichtlicher Zeit festgestellt, dass Hoof im 14. Jahrhundert zusammen mit Leitersweiler zu einer Herrschaft gehörte. Seit dieser Zeit rissen die freundschaftlichen und verwandtschaftlichen Bindungen zwischen beiden Dörfern nicht mehr ab, und heute besitzt fast ein Fünftel der Hoofer Einwohner nahe Verwandte in Leitersweiler. Sprachlich findet das seinen Niederschlag in einer engen Durchsetzung der ursprünglich rheinfränkischen Mundart mit moselfränkischem Sprachgut. Am stärksten aber ist das Moselfränkische mit der französischen Revolution eingedrungen. Der katholische Bevölkerungsteil begann damals, nachdem die Revolution allen Menschen die Freizügigkeit beschert hatte, von Grügelborn und Oberkirchen einzuwandern, und besonders das „Grie-elborrer“ Moselfränkisch drang stark durch. Zur Zeit finden wir in der hiesigen Mundart auch schon moselfränkische Ausdrücke:

Moselfränkisch: Rheinfränkisch:


Ärwet Arwet
dat dass
wat wass
et es (ess)
Korf Korb
Kerw Kerb (Kirmes)
meich mich
deich dich
dau du

In der Abgeschlossenheit des Leibeigenenseins genügte den Menschen ein kleiner Wortschatz. Es kam nichts vor, was zur Schaffung eines neuen Wortes Anlass geboten hätte. Erst mit der Freizügigkeit und der Industriearbeit wurde das Sprachleben mächtig angeregt. Die Neubildungen der Gegenwart sind zumeist Gemeingut der saarländischen Mundarten. Etliche kernige Bildungen der Vergangenheit sind:

„Ich gehn do anne“ – Ich gehe da vorbei.

„ich komme dabber iwwere“ – Ich komme gleich hinüber.

„Mier gehn alleweil awwere“ – Wir gehen jetzt hinunter.

„Gehn mier se zwätt“ – Gehen wir zu zweit?

„Ich war schon degg dort“ – Ich war schon oft dort.

„korschde“ = die Kruste mitessen (auch kleiner Junge)

„grommele“ = (grimmig), in den Bart brummen

„demmele“ = donnern.

Die Mundart zeigt in ihren Neubildungen das Bestreben nach Anschaulichkeit im Ausdruck, wie wir es eben sahen. Demselben Zwecke diesen viele Redewendungen, die freilich sehr schnell ins Gemeine abgleiten können:

„Ich schlaan der off de Dääz“ = Ich schlage dir auf den Kopf. („Dääz“ von französisch „tète“ = Kopf). „Du haschd se nedd all emm Kaschde“ = Dir fehlt was im Gehirn. „Du bischd domm wie Holler“. „Ich häwe da an de Gäwwel!“

Aber auch Nachbardörfer haben sich mit mundartlichen Wörtern immer auf die Schippe genommen. Die Hoofer nennen die Leitersweiler „die Waffelpänz“; die Steinbacher nennen die Ottweiler „Plaschderschesser“ (Pflasterscheißer); die Ottweiler nennen die Steinbacher „Stänbacher Kälwer“; die Steinbacher nennen die Fürther „Feerder Strawwler“ und „Feerder Gäße“.

Unsere Mundart kennt keine Schachtelsätze. Sie liebt nicht einmal den Nebensatz, wenigstens nicht im Satzgefüge. Alle im Hochdeutschen vorkommenden Nebensätze werden in der Mundart zu Hauptsätzen.

Die Schriftsprache ist die Trägerin des gesamten geistigen Lebens unseres Volkes, weil sie die Werke unserer Dichter und Denker aufbewahrt. Sie ist das einigende Band aller Menschen deutscher Zunge und von größter nationaler Bedeutung.

Die Mundart ist nicht weniger wichtig. Sie ist der Spiegel einer Landschaft und der Seele ihrer Bewohner. Beide Sprachen haben ihre Vorzüge und ihre Mängel. Wenn sie sich ergänzen, bedeutet dies für beide einen großen Nutzen. Die Mundart aber ist der unerschöpfliche Quell, aus dem die Schriftsprache immer wieder neue Lebenskräfte schöpfen kann. Ohne die Mundart würde die Schriftsprache entarten und erstarren.

Wer kennt noch die alten Flurnamen und Gewannbezeichnungen auf der Gemarkung Hoof

Die Gemarkungsfläche von Hoof beträgt 495 Hektar, davon entfallen 159 Hektar auf stadteigenes Land. Auf der alten Flurkarte von 1842 sind insgesamt 64 Flur- und Gewannbezeichnungen verzeichnet: „Pimbesch“ („Behmbesch“), „Puhl“, „Schanz“, „Fröhn“, „Hagegewann“, „Hollenwiesheck“, „Awerflur“, „Krameldell“, „Eltzenberg“, „Klamesgärten“, „Auf dem Ding“, „Vor dem Ding“, „Auf dem Gericht“, „Reiherswald“, „Bornacker“, „Hundsbuckel“, „Im Quetterling“, „Sandkaut“, „Hirtenwiese“, „Schermeshöhe“, „In der Liebsten Dell“, „Buchengraben“, „Bruchwiese“, „Erschrech“, „Feldwies“, „Kirchengewann“, „An der Augusteiche“, „Betzelbacher Wiese“, „Lochwies“, „Kurz Acht“, „Gerberstall“, „Vorderer Wald“, „Näweziwwel“, „In der Seiters“, „Amtsmannsheck“, „Steinige Gewann“, „Bahmbusch“, „Lange Steinheck“, „Seiterswäldchen“, „Zimmermannsheck“, „Aachter Heck“, „Hasselbach“, „Auleshöh“, „Römerswald“ („Remmeswald“), „Krähenberg“, „Sandkaut“, „Pferchgewann“, „Brommesberg“ (uralte Bezeichnung für „Fröhn“), „Kühunter“, „Engelsdell“, „Buchendell“, „Leienrech“, „Rödelwald“, „Waldwiesheck“, „Auf der Fledermaus“, „Bohnelsheck“, „Weidenbösch“, „Hinterm Kübel“, „Zwiebelsheck“, „Auf der Roth“, „Hirtenroth“, „Kübelskopf“, „Am Nebelberg“, „Auf Solch“, „Im Reinel“, „Tiefenbacher Roth“, „Hirschenroth“ = „Hirschacker“, „Auf Aalenwald“, „In der oberen Dombach“, „Am igelkopf“, „Hasemer Feld“, „Tietwies“, „Kehrberg“ (= Körberg“), „Moosrech“, „Taubenrech“, „Zwerchfeld“, „Em Repsrädchen“, „Auf der Leinkaut“, „Eferschwiese“, „Nassgewann“, „Vorderer Emrich“, „Höllenwies“, „Schladwald“, „Dietenrech“, „Am Keberwald“, „Im Thalbösch“, „Im Gehrn“, „Im Dreistimmchen“, „Auf dem Hofacker“, „In der Büttersweiler am Hofe“, „Steinhiwwel“, „Scherersfeld“, „Gehrenhecke“, „Rödelwald“, „Rosenberg“, „Auf der Holl“. (Leider sind einige uralte Flurnamen nicht mehr zu entziffern.)

Ich erwähne noch einige interessante Flurnamen auf der Gemarkung Steinbach bei Ottweiler, da wo ich geboren bin. Herkunft und Bedeutung der Flurnamen: „Hienerperch“ (= Hühnerpferch), „Kälwergaarde“ (Kälbergarten), „Krummfeld“ (Grummetfeld), „Trift“ (eine „Trift“ gab es in vielen Dorfgemarkungen. Es ist eine alte Bezeichnung für „Weide“ oder „Flur“. Da wurde das „Vieh getrieben“. „Trifte“ wurden dann später verbuschte Felder, die oft die Grenzen der Gemarkungen von Ortschaften angaben und waren als Ödländereien für die Beweidung freigegeben. Ein „Ruckert“ ist ein kleiner, steiler, krummer Berg, eben ein „Rücken“. Die Bezeichnung „Wäleberg“ kommt von „Wäle“. „Wäle“ sind im Volksmund Heidelbeeren. Der „Riedwinkel“ weist darauf hin, dass diese feuchte Auenlandschaft mit Schilfrohr (Ried) bewachsen war.

Der Flurname „Hagegewann“ kommt von den Hagebutten. Auf dieser Flur standen also früher viele Heckenrosen. Die Flurnamen „Auf der Holl“, „Höhlenbann“ und „Hollenwiesheck“ weisen auf den Holunder hin. Auf vielen Gemarkungen gibt es eine „Schanz“. Unter einer „Schanz“ verstanden unsere Ahnen eine Schutzvorrichtung, eine Befestigung, von deren Höhe aus das Tal überblickt werden konnte. Mag sein, dass eine „Schanz“ in früheren Kriegszeiten auch Zufluchtsstätte war. Der „Emmerich“ leitet sich ab von „Emmer“. „Emmer“ ist die alte Bezeichnung für Dinkel. Auf dem „Emmerich“ wurde früher also Dinkel angebaut. Die Bezeichnung „Klamesgärten“ geht wohl auf das niederdeutsche Wort „Klamm“ zurück, was soviel wie eine Felsspalte mit einem Bach (Quelle) bedeutet. „Pimbesch“, auch „Behmbesch“ genannt, geht zurück auf das althochdeutsche Wort „Pfriem“, was „Ginster“ oder „Bremme“ bedeutet und wohl auch auf „Brimma“, was Brombeeren bedeutet. „Quetterling“ kommt vom althochdeutschen Wort „Quaste“, womit ein kleiner Bergwald, auch Gebüsch und Gezweig, zu verstehen war. Der „Eltzenberg“, auch „Etzenberg“ genannt, kommt von „Elstern“, im Volksmund „Atzele“ genannt, so wie diese Krähenvögel genannt werden. Und auch heute noch tummeln sich auf dem Eltzenberg viele Elstern. „Schermeshöhe“ (Scherbenhöhe) ist eine historische Flur zwischen den Gemarkungen Hoof und Haupersweiler, auf der früher beim Pflügen immer wieder Ziegelscherben gefunden wurden. Hier stand einst ein römischer Gutshof. Ein beliebter Scherzname auf der Hoofer Gemarkung ist „In der Liebsten Dell“. Eine „Delle“ war ursprünglich ein kleines „Tälchen“. Haben sich die „Heemer“ früher in dieser idyllischen Wiesenaue mit ihrer „Liebsten“ zum Schäferstündchen getroffen?

Auf der „Fröhn“ mussten im Mittelalter die Bauern für die Adligen Frondienst leisten. Auf der „Awerflur“ wurde früher vor allem Hafer angebaut („Ewwer“ – „Ewer“ = Hafer („Hawwer“). Im „Krameldell“ („Kremel“) war früher schlechter Boden, der für die Landwirtschaft schlecht geeignet war. „Auf dem Ding“ am Eltzenberg war früher eine germanische Gerichtsstätte. Hier steht heute das Haus von Dieter Kremp. („Thiu“ = germanischer Kriegsgott, daraus wurde das Wort „Ding“.) Im „Bornacker“ sind Brunnen (Born, Bronnen). Die „Hirtenwiese“ war einst eine Schafweide. „Gerberstall“ kommt vom althochdeutschen „gerwe“ (= gerben). Hier wurde einst Lohrinde zum Gerben geholt. Der Flurname „Achter Heck“ („Aachter Heck“) kommt vom althochdeutschen „acchar“, was „Acker“ bedeutet. „Betzelbach“ kommt vom althochdeutschen „bet“, was soviel wie „Bachbett“ bedeutet. „Erschrech“ geht zurück auf das gotische Wort „erio“, was „alt“ oder „Vorfahr“ bedeutet. Vielleicht war es der erste bebaubare Acker auf der Gemarkung. Im „Zimmermannsheck“ wurde also früher Holz für den Hausbau geschlagen. In der „Hasselbach“ standen früher viele Haselsträucher. Urkunden beweisen, dass es früher auf der Gemarkung Hoof richtige Haselwälder gab. „Auleshöhe“: Ein „aul“ war früher die Bezeichnung für eine kleine Viehweide. Auf dem „Brommersberg“ standen einst viele Brombeersträucher. „Rödelwald“: Früher Abbau von Rötel. „Leienrech“: Früher Abbau von Lei (= Schiefer), „Rech“ = Böschung.

Die Gemarkung von Hoof (Gemeindebann)

Hoof im Ostertal hat heute (März 2017) noch rund 950 Einwohner. Um die Jahrtausendwende 2000 waren es noch rund 1120 Einwohner und Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren es noch 1220 Einwohner und damit der größte Ort im mittleren Ostertal. Inzwischen hat Niederkirchen mit etwa 1020 Einwohnern Hoof überholt. Schuld am Rückgang der Hoofer Bevölkerung ist im Vergleich zu Niederkirchen die schlechte Infrastruktur.

Hoof hat sich aus einer Hofstätte entwickelt und hat diesen schlichten Namen über Jahrhunderte hin beibehalten. In der urkundlichen Erwähnung aus dem Jahre 1344 heißt es „vom Hofe“.

In den fast sieben Jahrhunderten wandelte sich der Name mehrfach ab: 1387 „zum Hoff“, 1413 „vom Hobe“, 1538 „von dem Hobe“, 1585 „zum Hoff“, 1621 „zum Hoff im Osterthal“ und seit 1828 „Hoof“.

Die im 15. Und 16. Jahrhundert auch gebrauchte Form „vom Hobe“ lebt noch heute in der Dialektbezeichnung „Hoob“ weiter. Die Einwohner von Hoof sind überall als „Heemer“ bekannt.

Die Gemarkungsfläche von Hoof beträgt 495 Hektar, davon sind 159 Hektar stadteigenes Land. Die höchsten Erhebungen sind der „Eltzenberg“ mit 389,9 m, wobei der früher so genannte „St. Wendeler Weg“ über den Eltzenberg hinauf zur „Fröhn“ führt, der Rosenberg mit 400, 8 m, der Steinhübel dicht an der Gemarkungsgrenze zu Osterbrücken mit 410, 7 m und der Krähenberg dicht an der Gemarkungsgrenze zu Leitersweiler („Sandkaut“ und „Auf dem Gericht“) mit 438 m. Die Gemarkung grenzt im Norden an Haupersweiler, im Osten an Osterbrücken, im Südosten und Süden an Marth und Niederkirchen und auf der Westseite an Leitersweiler.

Die Hoofer Gemarkung hat die Form des Kontinentes Südamerika, wobei der langgestreckte und schmale Südzipfel („Feuerland“ und „Kap Horn“) mit seiner Spitze bis zum Wendalinushof reicht. Hier liegen die Gewanne „Amtmannsheck“, „Lange Steinheck“ und „Seiters Wäldchen“.

Auf einer Flurkarte aus dem Jahre 1879 (Steuergemeinde Hoof, Landescommissariat und Canton Cusel) sind insgesamt 64 Flurnamen verzeichnet, von denen heute viele gänzlich vergessen sind.

Das Hoofer Wappen: Ein Leopard im Silberschild

Das Gemeindewappen für Hoof wurde von dem bekannten Heimatforscher Kurt Hoppstätter aus Fürth entworfen.

Hoppstätter begründete den Entwurf mit der folgenden Vorgeschichte von Hoof: „Wie aus einem Schreiben Dietrichs, Herrn von Manderscheid und Johannes von Schwarzenberg an Johann Vogt von Hunolstein aus dem Jahre 1420 hervorgeht, gehörten die Dörfer Hoof und Leitersweiler mit aller hohen, mittleren Gerichtsbarkeit den drei Familien, die in Leitersweiler einen gemeinsamen Schultheißen hatten. Der Besitz von Johann, Vogt zu Hunolstein, kam von seiner Mutter Ida von Steinkallenfels (1341 – 1377).“ Die Steinkallenfelser sind also die ältesten Grundherren des Dorfes. Diese Beziehung verdichtet sich, wenn man die Verschwägerung der drei Grundherren von 1420 untersucht. Alle stammen nämlich über ihre Mütter von Ulrich von Steinkallenfels ab, von denen auch ihr Anteil an Hoof herkommt.

Ulrich von Steinkallenfels gehörte also zum Stamm II. dieses Geschlechtes, der wie die anderen Stämme den geteilten Schild, oben mit dem schreitenden Leoparden, unten leer, allerdings mit unbekannten Tinkturen führte. Daher wurde der Leopard in den Entwurf aufgenommen, und zwar silbern in Blau, um durch diese Farbengebung die Zugehörigkeit zu Pfalz-Zweibrücken und später zu Bayern anzudeuten. Das untere Feld enthält einen Dreiberg, um die drei höchsten Erhebungen des Hoofer Bannes (Eltzenberg oder Etzenberg (Atzelberg) 392 m, Baumbusch 398 m, und der Krähenberg mit 438 m) zu kennzeichnen. Der Dreiberg ist schwarz zur Erinnerung an den früher in Hoof betriebenen Kohlenbergbau.

Wer kennt noch die Bedeutung der alten Hausnamen in Hoof?

Ganz früher hatten unsere Vorfahren nur einen Vornamen. Sie hießen zum Beispiel Adam und August (was sehr häufig in Hoof war), Jakob, Johann, Joseph, Walter, Peter oder Bernhard. Als dann die Bevölkerung immer mehr zunahm, gesellte sich ein Nachname hinzu. In aller Regel stammte der Nachname vom Beruf der Vorfahren ab („Berufsname“), deshalb gibt es viele Nachnamen wie zum Beispiel Schneider, Schreiner, Spengler (Klempner), Müller, Schmidt, Wagner, Seiler (Seyler), Koch, Schumacher, Schumann, Fischer, Krämer, Sattler, Metzger, Schäfer, Forster, Zimmer, Zimmermann, Glöckner, Meier (Meyer), Schulz (Schulte, Schuld = Schultheiß), Gerber, Fuhr. Obwohl ja mindestens die Hälfte der Dorfbevölkerung früher von Beruf Bauern waren, findet man den Nachnamen „Bauer“ recht selten. Warum? Dann hätte es im Dorf viel zu häufig den Nachnamen „Bauer“ gegeben und unter Umständen wären im Ort mehrere Jakob, August oder Adam Bauer gewesen: Sie hießen dann z. B.: Jakob Müller I., Jakob Müller II., Jakob Müller III., Jakob Müller IV. etc. In aller Regel erhielt der erstgeborene Sohn den Vornamen seines Vaters: Adam Schneider Senior, Adam Schneider Junior. Den Namen Bauer gab es zudem ganz früher noch nicht, das waren von Beruf „Ackerer“. In den Bevölkerungsstatistiken von früher werden immer die „Ackerer“ genannt. Sehr häufig ist ja auch heute noch auf den Dörfern der Nachname Meier. Ein Meier war ursprünglich ein Gutsverwalter oder Gutspächter gewesen, dann ein Verwalter einer Milchwirtschaft (Meierei). Und Meiereien gab es in den Dörfern immer.

In Hoof haben sich bis heute u. a. noch folgende uralte Hausnamen erhalten: „Kleeje“, „Schreinerschjobs“, „Wänersch“, „Hannesjobs“, „Schumachersch“, „Fischerarms“, „Arms“, „Fischerschs“, „Hertjobs“, „Schilpe“, „Daube“, „Krere“, „Balze“, „Barze“, „Matze“, „Schreinerschs“, „Spenglerschs“, „Pererschs“, „Neiwels“ („Neidiwwels“), „Hampererschs“, „Krerekarls“, „Kochjobs“, „Milljäbs“ und „Awerschs“. Ich nehme meinen „Wasserzieher“ (uraltes Lexikon) zur Hilfe und versuche die Namen zu ergründen. „Awersch“ (altes Bauernhaus vor dem Behmbesch – jetzt abgerissen): Kommt vom althochdeutschen Wort „Ewwer“ und vom mittelhochdeutschen „ewer“, woraus „Hafer“ wurde. Die Vorfahren haben also viel Hafer angebaut. Auch „Hawwer“ („Ich genn dir Hawwer“ = „ich dresche dich“ = ich schlage dich) (vom Dreschen des Getreides) bedeutet Hafer. „Schilpe“ („Schilpe Rudi“ = „Schumacherschs Rudi) kommt von dem althochdeutschen Wort „sciluf“, was soviel wie „Schilf“ bedeutet oder „Wasserrohr“. Dort auf dem Nebenhügel („Näweziwwel“) muss also früher einmal eine Quelle, ein Brunnen und ein kleiner Bachlauf gewesen sein, wo Schilf wuchs. „Matze“ kommt vom althochdeutschen Wort „mazeah“ und vom mittelhochdeutschen „Matzen“, was soviel wie „ungesäuertes Brot“ bedeutet. Dort muss also ganz früher einmal ein Brotbäcker gewesen sein. „Matze-Haus“ ist in der Bruchwiese. „Neiwäls“ kommt vom „Nebenhügel“ („Näweziwwel“). „Schmitte“ ist klar, die Vorfahren waren immer Schmiede. „Krere“ kann vom althochdeutschen „kreml“ kommen, was soviel wie „harter Stein“ bedeutet, also „Steinhaus“. In der Bruchwiese gibt es „Krere-Haus“. „Hertjobs“ („Hertejobs“) kommt vom althochdeutschen Wort „hirti“ und vom mittelhochdeutschen Wort „hirde“, was soviel wie „Hirte“ bedeutet. Die Vorfahren waren also Schafhirten oder Schweinehirten. Das Haus steht hinten am Rosenberg. „Fischerschs“ („Fischerschs Wertschaft“): Schon in alten Zeiten muss wohl in der „Aacht“ eine Wirtschaft betrieben worden sein. Das Wort „Fischerschs“ kommt vom althochdeutschen Wort „fisc“ oder „fisks“, was eben „Fisch“ bedeutet. Die Vorfahren waren also Fischer. „Fischerschs Wertschaft“ (Gasthaus Dell) ist wohl die älteste noch existierende Wirtschaft im Kreis St. Wendel. „Arms“: Das Wort kommt wohl vom althochdeutschen „aram“ oder „arms“ (gotisch), was eben „arm“ bedeutet. Die Vorfahren waren also wohl „arme“ Bauern in Hoof, die zu wenig Land zum Bewirtschaften hatten, vielleicht auch „Tagelöhner“ waren, die „Ärmsten“ im Dorf, die oft in den „Armenhäusern“ wohnten. „Wänerschs“ (heute „Schillingerschs Haus“) kommt vom althochdeutschen Wort „wagan“ und vom mittelhochdeutschen „waegn“, was soviel wie „Wagen“ bedeutet. Die Vorfahren waren also von Beruf Wagner. „Alt- Pererschs- Haus“ in der Dorfmitte am Brunnen (heute das protestantische Gemeindehaus) ist wohl das älteste Bauernhaus in Hoof. Es ist benannt nach dem Vornamen „Peter“ (im Volksmund „Perer“). Die Vorfahren hießen also Peter. „Fischerarms“ (in der „Aacht“ vor der Kirche): Genau die gleiche Bedeutung wie „Fischerschs“ und „Arms“. „Schumacherschs“ (Haus von Anita Stromreder): Das Wort kommt aus dem althochdeutschen „schuoch“ und „scuoh“, was eben „Schuh“ bedeutet. Hier waren einst Schumacher am Werk. (In „Schumacherschs Haus“ in der Dorfmitte wohnte der legendäre Lehrer Albin Damian, dessen Sohn Erwin hier geboren wurde, der über 50 Jahre später Literaturpreisträger der Pfalz wurde.) „Spenglerschs“ (mehrfach in Hoof): Das Wort kommt vom althochdeutschen Wort „speneler“ (Spange), was ein „Spengler“, ein „Flaschner“ oder ein „Klempner“ war. „Barze“ („Barze Willi) kommt vom althochdeutschen Wort „barta!, was eigentlich die „Bärtige“ heißt. Es kann sein, dass die Vorfahren Barbier waren. „Balze“ („Balze Albert“): Das Wort kommt aus dem althochdeutschen „balez“, was „Balz“ bedeutet (Balz bei Fasanen und Auerhühner). Es kann also sein, dass die Vorfahren Jäger waren. „Kleeje“: Das Wort kommt aus dem althochdeutschen „kle“ (mittelhochdeutsch „chleo“) und bedeutet „Klee“. Hier müssen also einst hinterm Haus „Kleewiesen“ gewesen sein. Auf einer uralten Karte der Flurnamen der Gemarkung Hoof ist auch noch eine solche Flurbezeichnung zu finden: „Kleewiese“. Aber es gibt im Ostertal auch noch den Nachnamen „Klee“. „Daube“ („Daube Hans“) kommt vom althochdeutschen „duge“ und war ein Seitenbrett eines Fasses (Fassdaube). Haben die Vorfahren vielleicht Fässer hergestellt? Das Wort „Millerschs“ ist leicht zu erklären. Es kommt vom mittelhochdeutschen Wort „mulin“, was „Mühle“ bedeutet. Die Vorfahren waren also Müller. So ist auch „Milljäbs“ zu erklären, wobei „Jäbs“ im Bauerndorf der Scherzname für „Jakob“ war. So ist auch „Kochjobs“ (Haus auf dem Rosenberg) zu erklären. „Jobs“ heißt auch hier „Jakob“ und die Vorfahren waren von Beruf Koch. „Hampererschs“: Das Wort kommt vom althochdeutschen Wort „hamar“ und vom mittelhochdeutschen „hamer“, was eben „Hammer“ bedeutet. Die Vorfahren können also nur Steinhauer gewesen sein. „Hampererschs Haus“ steht in der Bruchwiese. „Hannsjobs“ oder „Hannessejobs“ („Hannesse Erhard und Herbert“): Das Wort stammt wahrscheinlich vom althochdeutschen Wort „hantalon“ ab, was „Handel“ bedeutet. Die Vorfahren waren wohl Händler von Beruf. „Schreinerschsjobs“: Das Wort kommt vom althochdeutschen Wort „schrin“, mittelhochdeutsch „scrini“, was eigentlich ein „Kasten“ („Schrein“) war. Die Vorfahren waren also wohl Schreiner (Tischler). „Fohre“: Das Wort kommt vom althochdeutschen Wort „fuoren“, was „führen“ oder „fahren“ bedeutet. Daraus wurde das Wort „Fuhre“. Die Vorfahren waren also Fuhrwerker. Der Nachname „Fuhr“ stammt auch von diesem Wort. „Fohre-Haus“ steht in der Vorstadt. „Häsels“ geht vielleicht zurück auf das althochdeutsche Wort „hasala“, was „Hasel“ (im Volksmund „Hassele“) bedeutet. Vielleicht standen dort in der Dorfmitte früher einmal besonders viele Haselsträucher. „Millcherschs“ (Haus ehemals in der Vorstadt, wo Willi Cullmann wohnte): Das Wort kommt aus dem althochdeutschen „miluh“, was „Milch“ bedeutet. Vielleicht war hier einst einmal eine Molkerei. „Liese-Haus“ in der Vorstadt (neben „Liese-Dick“) kann nur vom Vornamen „Liesel“ („Lies“) kommen. Da wohnten also früher Generationen von „Liesel“ („Liesbeth“).

Die Straßennamen in Hoof – Herkunft und Bedeutung

In Hoof gibt es heute 16 Straßennamen: Vorstadtstraße, Bornacker, Zum Staffel, Nebenhügel, Neue Straße, Leitersweilerstraße mit der „Aacht“, Bruchwiesstraße, Eltzenberg, Laubenstraße, Am Puhl, Behmbesch, Rundstraße, Am Hiemes, Am Rosenberg, Zum Sportheim und Quetterling.

Wir erklären, woher die Straßennamen kommen:

Am Puhl: Das Wort kommt aus dem althochdeutschen „pfuol“ und aus dem mittelhochdeutschen „pol“ und bedeutet so viel wie „Sumpf“. Ein „Puhl“ war also ursprünglich ein Sumpfgebiet mit einer Quelle. Das war in Hoof einst auch der Fall. Auf einem ehemaligen Wiesengrundstück meines Schwiegervaters war früher eine Quelle mit einem kleinen Rinnsal. Im mundartlichen Sprachgebrauch kennen wir auch den Ausdruck „Purl“, „Purrel“ oder „Puddel“. Das war früher auf dem Bauernhof die stinkende Jauchegrube („Purlloch“). Auch das Wort „Purl“ ist mit „Puhl“ verwandt.

Am Rosenberg: es ist anzunehmen, dass früher einmal auf dem Rosenberg ganze Gestrüppe von Heckenrosen waren. Heckenrosen waren früher auf vielen Fluren der Gemarkung Hoof weit verbreitet. Daher rühren auch die Flurnamen „Im Hagedell“ und „hageacker“. Die Heckenrose heißt auch „Hagerose“ und ihre Frucht „Hagebutte“. Das Wort „Rose“ kommt aus dem althochdeutschen „rosa“ und bedeutet „Dornstrauch“. Das wort „Hage“ kommt vom althochdeutschen Wort „hac“ oder „hahd“, was so viel wie „Gebüsch“ oder „Hecke“ bedeutet.

Vorstadtstraße: Sehr wahrscheinlich war die vordere Vorstadtstraße die erste Stätte der Besiedlung von Hoof, was Urkunden bestätigen, als Adelheid vom Hofe von der „Schermeshöhe“, wo der Gutshof abbrannte, hinunter an den Grügelbach (Betzelbach) kam und den Ort Hoof gründete. Aus „Stätte“ hat sich später das Wort „Stadt“ entwickelt.

Bornacker: Das Wort bedeutet eigentlich „Brunnenacker“ oder „Bronnenacker“ („Bronnen“, „Born“ = poetische Namen für „Brunnen“). Im Bornacker ist auch heute noch eine Quelle. Das Wort „Brunnen“ kommt aus dem mittelhochdeutschen „brunne“ und dem althochdeutschen „brunno“, was „sprudelnde Quelle“ bedeutet.

„Aacht“ („In der Aacht“): Es ist der obere Teil der Leitersweilerstraße an „Fischerschs Wertschaft“ und der katholischen Kirche vorbei. Es gibt womöglich zwei verschiedene Deutungen. Das Wort „Aacht“ ist eigentlich eine „Ache“, woraus später das Wort „Aue“ („Au“) wurde, lateinisch „aqua“ (= Wasser). Unterhalb der „Aacht“ ist ja die Wiesenaue des Betzelbaches. Es gibt unter Umständen eine zweite Deutung des Wortes. Das Wort „Acht“ bedeutet „Bann“, „kirchliche Ausschließung“. Es kommt vom mittelhochdeutschen „ahte“, was „Verfolgung“ oder „ächten“ bedeutet. Schrifturkunden im Schultagebuch der Hoofer Schule besagen folgendes: Noch in den 1850er Jahren gab es in der „Aacht“ Frauen, die den uralten Brauch des „Brauchens“ (Handauflegen) pflegten. Marther Eltern kamen mit ihren fieberkranken Kindern zum „Brauchen“ in die „Aacht“. Sie wurden aus der Kirche ausgeschlossen.

Betzelbach: Das Wort kommt vom mittelhochdeutschen „bet“ und vom althochdeutschen „beet“, was eigentlich „Bachbett“ bedeutet.

Bruchwiese: „Bruch“ kommt aus dem mittelhochdeutschen „bruoh“, was „Sumpfboden“ oder „feuchte Wiese“ bedeutet. Hier fließt ja der Bruchwiesbach.

Nebenhügel: (im Dorfmund „Näweziwwel“): Ein „Hügel“ ist in der Mundart ein „Hiwwel“ und „näwe“ („neben“) ist eben „daneben“. Als auf dem Nebenhügel die ersten Häuser gebaut wurden, lagen diese Häuser „auf dem Hügel neben dem Dorfkern“.

Neue Straße: Die „Neue Straße“ hieß ganz früher „Neumeyerstraße, nach dem Bau des Hoofer Bahnhofs hieß sie „Bahnhofstraße“. Seit der Gebietsreform heißt sie „Neue Straße“, etwa in Anlehnung an „Neumeyerstraße“. War hier ganz früher einmal ein „Meier“, eine „Meierei“ (Milchwirtschaft)?

Zum Staffel: „Staffel“ kommt aus dem mittelhochdeutschen „stafel“, was eigentlich „Stapel“, „Stapse“ oder „Stufe“ bedeutet. Es war auch eine „Steige“ oder „Steg“, der wahrscheinlich über den Grügelbach dort unten führte.

Laubensiedlung: Siehe den Artikel über die „Geschichte der Laubensiedlung“!

Eltzenberg: Bis 1976 hieß der Weg hinauf zur Fröhn „St. Wendeler Weg“. Hier hinauf führte der Weg dann durch das Tiefenbachtal nach St. Wendel, den ganz früher vor der Ostertalbahn die Berg- und Hüttenarbeiter nach St. Wendel zum Zug gingen. Der Weg führte aber auch früher zum St. Wendeler Markt, der von den Hoofern oft besucht wurde. Der Name „Eltzenberg“ (auf alten Flurkarten auch „Etzenberg“) bedeutet eigentlich „Berg der Elstern“. „Elstern“ sind im Volksmund „Atzele“. Auch heute gibt es hier noch viele Elstern.

Behmbesch (auf alten Flurkarten noch „Pimbesch“ genannt: Der „Behmbesch“ ist ein Neubaugebiet, wo Mitte der 70er Jahre beim Ausbaggern keltische Brandgräber entdeckt wurden. Das Wort „Pimbesch“ kommt vom althochdeutschen Wort „pfrieme“ und vom mittelhochdeutschen „pfrimma“ und „brimma“, was ursprünglich „Ginster“ („Bremme“) und „Brombeere“ bedeutete. Der „Behmbesch“ war also früher ein mit Brombeersträuchern und Ginster bewachsene Stelle, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden konnte. Unten im „Behmbesch“ ist ein alter zugeschütteter Grubenstollen, dessen Schlackenhalde ist dort, wo das Haus von „Kleeje Marga“ ist. „Besch“ bedeutet „Böschung“.

„Im Quetterling“: Das Wort „Quetterling“ kommt von „Quaste“, mittelhochdeutsch „quast“, althochdeutsch „kvast“, was soviel wie „Gezweig“ oder „Bergwald“ bedeutet. Der „Quetterling“ war früher also einmal bewaldet. Und hier war einst eine keltische Siedlung, deren Brandgräber Mitte der 70er Jahre beim Bau eines Hauses entdeckt wurden.

Ein Blick zurück: Bis im Oktober 1971 gab es in Hoof, wie auch in den anderen Dörfern im Ostertal, nur eine Straße mit Namen und durchnummerierten Häusern, die „Dorfstraße“, die auch mal Bahnhofstraße und ganz früher „Neumeyerstraße“ hieß. Heute heißt sie „Neue Straße“. Im Zuge des Ausbaues dieser Straße wurde leider 1964 die alte Lindenallee abgeholzt. (Auch die von Lehrer Böll Ende der 1890er Jahren gepflanzte Lindenallee in der Vorstadt wurde 1959 abgeholzt. In einen uralten Kastanienbaum vor „Awersch-Alt-Bauernhaus“ (seit 2013 abgerissen) in der damaligen Bahnhofstraße schlug 1963 ein Blitz ein, der den Baum fällte. Die frühere Nummerierung der einzelnen Häuser im Ort begann bei der Nummer 1 und setzte sich ringförmig durch den gesamten Ort fort bis zur Nummer des letzten Hauses. Im Oktober 1964 wurden alle Straßen mit den unterschiedlichen Straßennamen versehen.

Erklärung, Herkunft und Bedeutung der alten Gewässernamen auf der Gemarkung Hoof

Betzelbach: Mittelhochdeutsch „bet“, althochdeutsch „betti“ (= Bett, Beet), gotisch „bedi“, angelsächsisch „beet“. Noch im 18. Jahrhundert wird Bett und Beet oft nicht unterschieden. „Betzelbach“ oder auch „Betzenbach“ bedeutet also „Bachbett“. (Siehe auch „Betzenberg“ in Kaiserslautern und „Betzelhübel“ zwischen Steinbach und Ottweiler = Berge, wo Bäche entspringen).

Bruchwiesbach: „Bruch“ = feuchte Wiese, Sumpfboden; siehe auch „Brühl“ = feuchte Quellflächen auf einem Hügel. Auch in Hoof gibt es eine Gewann „Im Brühl“. Im Volksmund heißt die Bruchwiesbach auch „Klamesbach“. Der Name „Klamesbach“ ist aber auf keiner Karte verzeichnet. „Klamesbach“ kommt von „Klamm“. Eine „Klamm“ ist eine Schlucht, eine Felsspalte (auch Bruch, Graben).

Waldwieserfloß: Floß: althochdeutsch, mittelhochdeutsch „fleot“, „vloz“; bedeutet eigentlich „schwimmend“, also „fließend“, „Fluss“, der durch die Waldwiese fließt.

Grügelbach: Althochdeutsch „gruobe“, mittelhochdeutsch „gruoba“, woraus im Nordhochdeutschen „Graben“, auch „Grube“ wird.

Oster: 2 Deutungen: a) benannt nach der germanischen Frühlingsgöttin „Ostara“ oder „der Bach, der von Osten kommt“).

„Hümes- oder Hiemesbach“: „Humus“ = fruchtbare Erde.

Mühlquelle: Mühle: althochdeutsch „muli“, mittelhochdeutsch „mül“, eigentlich „mahlen“.

Bornbach: Born = poetisch „Brunnen“ oder „Bronnen“. Ursprünglich „börnen“ = Viehtränke.

Hasselbach (Haselbach): „Hasel“ = althochdeutsch „hasala“, mittelhochdeutsch „hasl“, angelsächsisch „hazel“; dort also Haselwald.

Gerberbach: Althochdeutsch „garawen“, mittelhochdeutsch „garawo“ = „gerben“; eigentlich „gar“ = fertigmachen. (schon im 12. Jahrhundert „ledargarawo“ = Ledergerber.

Neumühlenbach: Benannt nach der „Neumühle“, auf alten Karten „Naumühle“ (z. B. „Naumillersch Ilse“)

Klingelbach: Hat mit dem Wort „klingeln“ auch etwas zu tun. Bedeutet aber „Klinker“ = „klinger“. Bedeutete früher „ein hartgebrannter, „klingender“ Ziegel. Im Klingelwald (also „Klinkerwald“) wurden früher Ziegelscherben gefunden, ein Beweis, dass hier früher ein römischer Gutshof stand.

Achterbach: = „Bach in der Ache“. „Ache“ = poetisch „Au“ = „Aue“ (Wiesenaue). Eventuell auch andere Bedeutung! Siehe auch Flurname „In der Acht“ oder Straße „In der Aacht“! (Acht = ursprünglich „Bann“, „bannen“ = „ächten“)

Kleebach in den „Kleewiesen“, braucht nicht erklärt zu werden.

Aulesbach: Au = wasserumfassendes feuchtes Wiesenland. Oder es kommt von „aule“, ursprünglich nächtliche Viehhürde rund ums Haus.

Triftwiesbach: „Trift“ kommt von „triff“ und „drift“ und „trieft“ = Weideplatz.

Hasemerbach: „Hasenplatz“; Flur, wo früher viele Feldhasen waren. „Hase“: althochdeutsch „haso“, mittelhochdeutsch „hasas“, angelsächsisch „hasem“.

Eltzenbach: Der Eltzenberg ist der „Berg der Elstern“. Elstern = im Volksmund „Atzele“.

Auf der Flurkarte überhaupt nicht gekennzeichnet sind drei Quellrinnsale, die nun die Namen „Hümesbach“, „Eltzenbach“ und „Mühlbach“ erhielten. Die Quelle des Mühlbachs befand sich dort, wo früher die alte Hoofer Glashütte war.

Ostertaler Nachnamen

Ursprünglich gab es nur einen Vornamen. Für die Zeit zwischen 750 und 1080 lassen Urkunden bereits etwa 1000 Vornamen schließen, die in unserem Sprachraum gebräuchlich waren. Die ständig wachsende Bevölkerung machte es etwa ab dem 12. Jahrhundert notwendig, den einzelnen Personen einen Beinamen (Nachnamen) zur besseren Unterscheidung zuzuordnen. Dabei griff man zunächst vor allem auf Berufsbezeichnungen zurück, von denen sich bis heute auch viele erhalten haben: Müller, Meier (Meyer), Richter, Schulz, Schreiner, Schneider, Bauer, Seiler (Seyler), Schmidt (Schmitt, Schmied), Sattler, Decker (Dachdecker), Becker (Bäcker), Schulte, (Schuld), Zimmer, Zimmermann, Keller, Schäfer, Hüther, Fuhr, Fuhrmann, Metzger (Metzler), Schultheiß, Scherer, Vogt, Klöckner (Glöckner), Koch, Krüger, Schlosser, Schumacher, Schumann, Rauber, Wagner, Gerber, Spengler, Maurer.

Viele dieser Nachnamen wurden im Laufe der Zeit auch zu Hausnamen (z. B. Schreinersch, Schneirersch, Millersch, Seilersch, Zimmersch, Klöcknersch, Schlossersch, Schäfersch, Milljoobs, Pererschs, Wagnersch, Spenglersch …) Diese Hausnamen wurden von Generation zu Generation weitervererbt.

Erklärung der Berufsnamen:

Schultheiß – Schuld – Schulz – Schulte (ein Schultheiß war im Mittelalter ein Vogt (auch Bürgermeister); das Wort kommt aus dem althochdeutschen „sculdheizo“, was eigentlich heißt „eine Verpflichtung (schuld) anordnen“. Decker (kommt vom althochdeutschen Wort „deckan“ („deccan“), was so viel heißt wie „schützen“). Zimmer (kommt vom althochdeutschen „zimber“ und vom mittelhochdeutschen „timber“, was so viel heißt wie „Bauholz schlagen“). Schreiner (kommt vom althochdeutschen „schrin“ und vom mittelhochdeutschen „scrian“, was so viel wie „Kasten“ oder „Kiste“ bedeutet. In Norddeutschland gebraucht man das Wort „Tischler“. Schneider kommt vom mittelhochdeutschen „sniden“ und vom althochdeutschen „snidan“, was „schneiden“ bedeutet. Schmidt kommt von „smid“ und vom mittelhochdeutschen „smit“, was so viel wie „Erz“ bedeutet oder „Geschmeide“. (Ursprünglich bezeichnete man einen Kunstarbeiter als „Schmied“. Sattler kommt vom althochdeutschen „satal“, was so viel wie „Sessel“ bedeutet. Seiler kommt vom althochdeutschen „sel“, was so viel wie „Riemen“ oder „Band“ bedeutet. Becker kommt vom althochdeutschen „bacchan“ und vom mittelhochdeutschen „bachen“, was so viel wie „Topf“ bedeutet. Bauer kommt vom althochdeutschen Wort „bur“ und vom mittelhochdeutschen Wort „gebure“, was so viel wie „Landmann“ bedeutet. Später hat man den „Bauer“ auch „Buurman“ genannt. Schäfer kommt vom althochdeutschen Wort „scal“, was ein „Schafhirte“ war. Fuhr = Fuhrmann kommt vom althochdeutschen Wort „fuoren“, was so viel wie „führen“ bedeutet. Schumacher = Schumann kommt vom althochdeutschen Wort „scuoh“, was „bedeckt“ oder „Fuß“ bedeutet. Keller kommt vom althochdeutschen Wort „chellari“ und vom mittelhochdeutschen „kelleri“, was so viel wie „Vorrat“ bedeutet. Früher gab es einen eigenen Kellermeister. Glöckner = Klöckner kommt vom althochdeutschen „glocca“ und vom mittelhochdeutschen „clocce“, was eben „Glocke“ bedeutet. Der Glöckner hatte früher im Dorf ein hohes Ansehen, er kam gleich nach dem Pfarrer. Scherer kommt vom althochdeutschen „schaere“ und vom mittelhochdeutschen „scari“, was so viel wie „zerschneiden“ bedeutet. Schlosser kommt vom althochdeutschen Wort „sloz“, was so viel wie „schließen“ bedeutet. Koch kommt vom althochdeutschen Wort „kok“, was so viel wie „kochen“ bedeutet. Auch der Koch hatte im Mittelalter ein hohes Ansehen, musste er doch für seine Obrigen (Adlige) das Essen kochen. Krüger kommt vom althochdeutschen „kruog“, was so viel wie „Krug“, später „Wirtshaus“ bedeutet. Deshalb gab es früher viele Wirtshäuser, die „Wirtshaus zum Krug“ hießen. Ein Spengler war ein Klempner, auch Flaschner genannt, der Spangen und Flaschen herstellte. Ein Wagner war ein „Stellmacher“, der Wagen herstellte. Ein Gerber war ein Ledermacher.

Es gibt auch Nachnamen, die aus dem Rufnamen des Vaters entstanden sind. Im Ostertal gibt es z. B. die Familiennamen Gerhard (Gerhart), Heinrich, Peter, Michel, Hans (=Johann), Mathias, Theiß (= Mattheis, Mathias), Weirich, Weyrich (vom althochdeutschen Winni-rihhi = reich an Wiesen und Weidengelände), Bernhard, Thomas und Wolf (= Wolfram), Stephan, Seibert, Seifert (= Siegfried). Am meisten in Hoof und im Ostertal verbreitet ist dabei der Nachname Gerhart (Gerhard).

Es gibt im Ostertal auch Nachnamen, die „Übernamen“ sind, das heißt „auffallende körperliche und geistige Merkmale“ wurden im Nachnamen übernommen: Klein, Groß, Jung, Neu, Lang, Braun, Schwarz, Roth, Kraushaar …

Auch Spitznamen (auch Schalk – und Spottnamen) wurden im Nachnamen übernommen: Haßdenteufel, Scharf, Knapp, Schreier, Grausam, Nix, Schwarm. Schließlich wurden auch Pflanzennamen als Nachnamen übernommen: Holzapfel, Kohl.

Beliebte alte Vornamen im Ostertal

Folgende alte männliche Vornamen sind auch heute noch im Ostertal weit verbreitet: Dieter, Jakob, Johann (Johannes), Adam, August, Theobald, Erhard, Gerhard, Walter, Willi (Wilhelm), Karl, Hans, Hannes, Michel, Werner, Robert, Ludwig, Adelbert, Arthur, Bernhard, Emil, Erwin, Friedrich, Herbert, Hermann, Josef, Adolf und Winfried. Der Vorname Adam war ganz früher sehr stark in Hoof verbreitet, heute fast „ausgestorben“.

Ich erkläre hier die Herkunft und Bedeutung der Namen: Dieter (abgeleitet vom germanischen Kriegsgott „thiu“; daraus wurde im althochdeutschen das Wort „thiudisk“, woraus das Wort „deutsch“ wurde. Dieter ist also der „Deutsche“ (volksdeutsche), weshalb der Name auch im Dritten Reich so oft gewählt wurde.

Jakob kommt aus dem hebräischen „ja aqob“, was so viel wie „Fersenhalter“ bedeutet. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Name oft gewählt, geht er doch auf den Apostel Jakob (Jakobus) zurück. Johann – Johannes (biblischer Vorname von hebr. „joschanan“ = der Herr ist gnädig). August (kommt aus dem lateinischen und heißt „der Erhabene“). Emil (kommt aus dem französischen, lateinischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „der Sippenhafte“). Erhard (kommt aus dem althochdeutschen „era“, was so viel wie „Ehre“, „Ruhm“, „Ansehen“ bedeutet). Gerhard 8 aus dem althochdeutschen „ger“ (Speer) und „harti“ (hart). Ein „Ger“ war der Wurfspieß der Germanen). Arthur (kommt aus dem englischen, wahrscheinlich keltischen Ursprungs. Er geht auf den keltischen Sagenkönig Artus zurück). Ludwig (kommt aus dem althochdeutschen Wort „hlut“ (berühmt) und „wig“ (Kampf). Ludwig ist also der „berühmte Kämpfer“). Adelbert. Adalbert (aus dem althochdeutschen „adal“ (edel, vornehm) und „beraht“ (glänzend). Adam (aus der Bibel übernommener Vorname, was eigentlich „Mann aus der roten Erde“ heißt). Robert (kommt von „Rupert“ aus dem niederdeutschen und heißt so viel eine „Rute“ („Gerte“). Werner 8 aus dem althochdeutschen „warjan“ (wehren) und „heri“ (Heer). Herbert (aus dem althochdeutschen „heri“ (Heer) und „beraht“ (glänzend). Hermann (aus dem althochdeutschen „heri“ (Heer) und „man“ (Mann). Erwin (aus dem althochdeutschen „heri“ (Herr, Kriegsvolk) und „wini“ (Freund). Friedrich (aus dem althochdeutschen „fridu“ (Frieden) und „rihhi“ (reich, mächtig). Adolf (aus dem althochdeutschen „adal2 (edel, vornehm) und „wolf“ (Wolf). Winfried (aus dem althochdeutschen „wini“ (Freund) und „fridu“ (Friede). Johannes (aus dem biblischen vom hebräischen „jochanan“ (der Herr ist gnädig). Josef (aus der Bibel übernommener Vorname hebräischen Ursprungs, eigentlich „Gott möge vermehren). Bernhard (aus dem althochdeutschen „bero“ (Bär) und „harti“ (hart). Karl (aus dem althochdeutschen „karal“ (Mann, Ehemann) und dem niederdeutschen „kerle“ (Mann nicht ritterlichen Standes). Michael, Michel (aus der Bibel übernommener Vorname hebräischen Ursprungs („Wer ist wie Gott“). Walter (aus dem althochdeutschen „waltan“ (herrschen, walten) und „heri“ (Heer). Wilhelm (aus dem althochdeutschen „willo“ (Wille) und „helm“ (Helm, Schutz). Adam (aus der Bibel übernommener Vorname, eigentlich „Mann aus roter Erde“. In der Bibel ist Adam der Stammvater aller Menschen. Der Vorname war im Mittelalter sehr stark verbreitet, wird aber heute nur noch sehr selten gewählt. Theobald (aus dem griechischen „theos“, was „Gott“ bedeutet.

Althergebrachte Begriffe aus den Gemarkungen der Dörfer im Ostertal

Von Bannen und Gewannen – Herkunft, Entstehung und Bedeutung der Namen

Die Flurnamenforschung bildet eine wichtige Grundlage für die Heimatforschung. Der Bann oder die Gemarkung spielte für die ersten Siedler eine große Rolle, denn hier wurden die ersten Namen verliehen, wobei Berge, Auen, Täler, Wälder, Wiesen, Äcker, Quellen, Brunnen, Bäche und Ortsteile einen besonderen Anhaltspunkt lieferten. Oft haben die Flurnamen eine enge Beziehung zur Sache. Die meisten Flurnamen kann ich noch ihrer Herkunft, Entstehung und Bedeutung nach bis ins Althochdeutsche hinein verfolgen. Es kommt auch vor, dass eine Flur gleich zwei Bezeichnungen hat, nämlich eine katasteramtliche und eine im Volksmund noch heute gebräuchliche.

Die Äcker wurden früher nach Morgen, die Wiesen nach Mannsmahd oder Mannesgemahden, d. h., was ein Mann, ein Leibeigener oder Untertan an einem Tage mähen konnte, gemessen.

Nachfolgend habe ich versucht, althergebrachte Namen zu erklären (erforscht aus meinem „Wasserzieher“ – „Woher“, einem uralten Lexikon von 1947).

Bann, Bannen: die Gesamtheit der Flur eines Dorfes. Das Dorf wurde früher von Bannzäunen umgeben. Im Bannen befand sich früher die Bannmühle, in der alle Hörigen und Leibeigenen ihr Getreide mahlen lassen mussten.

Erklärung des Wortes „Bann“: Kommt vom althochdeutschen „ban“, was soviel wie „sagen“, „Gebot“ oder „Verbot unter Strafandrohung“ heißt. Auswärtige wurden im Mittelalter vom Bann eines Dorfes „verjagt“, „verbannt“. Daher kommt auch das Wort „Bannmeile“.

Flur: Das Wort kommt aus dem mittelhochdeutschen „vluor“, was ursprünglich „ebenes Land“, „Grundboden“, dann „Ackerland“ bedeutete. Gewann: Gotisch „wandjan“, althochdeutsch „wenten“, bedeutete ursprünglich „wenden“. An der Dorfgemarkungsgrenze musste der Bauer „wenden“ und durfte nicht auf die Gemarkung des Nachbardorfes fahren. Gemarkung: Das Wort kommt aus dem althochdeutschen „marke“ (Grenze) und vom mittelhochdeutschen „marka“, was „Rand“ oder „Wald“ bedeutete. Wälder bildeten oft Völkergrenzen. Allmend: Gemeindeland, Gemeindeweide. Das Wort „Gemeinde“ kommt vom mittelhochdeutschen „gemeine“, was „zusammengehörig“, „gemeinsam“, „allgemein“ bedeutete. Althochdeutsch „gimeini“, altnordisch „gimêne“, angelsächsisch „gamaene“.

Allwiese: Alte Wiese, aufgegebene Kultur. Aue: Gute, nasse, fette Wiese in Tälern. Mittelhochdeutsch „ouwe“, althochdeutsch „ouwa“, was auch „Wasser“ bedeutete. Behäng: Waldteil, der mit Strohwischen behängt ist, in den kein Vieh hineingetrieben werden durfte. Bitzen: Gutes Feld; gute, fette Wiese am Haus, am Dorf, meist eingegrenzt. Borresch: Quellbrunnen an einem Abhang (Siehe auch „Born“). Born, Bornacker: Born, poetisch für Brunnen (Bronnen). Kommt vom althochdeutschen „brunno“, gotisch „brunna“, angelsächsisch „burna“. Bleiche: Platz, wo die Wäsche gebleicht wurde. Brache: Zustand des Feldes, wenn es ruht; Acker, der nach der Ernte umgebrochen ruht, nicht bestellt wird. Althochdeutsch „bracha“, umgepflügtes Land.

Bremmenhügel: ein mit Ginstern bewachsener Hügel, der nicht ackerbar war. „Bremme“, mundartlich noch heute für den Ginster verwandt, geht zurück auf das althochdeutsche Wort „Pfriem“, was „Ginster“ oder „Bremme“ bedeutet und wohl auch „Brimma“, was Brombeeren bedeutet. Bruch: sumpfland, Moorland, feuchte Wiese, Sumpfboden. Mittelhochdeutsch „bruoch“, althochdeutsch „bruoh“. Bruchwald: Sumpfiger Wald mit Wasserstellen. Bruchwiese: Sumpfige Wiese mit Quellen und Bach. Buckel: Bodenerhebung, Rücken (auch „Ruckert“). Bungert: Wiese in Dorfnähe, meist eingezäunt, die mit Obstbäumen bestanden war (heute: Baumstück); Bungert, auch Bangert: Baumgarten. Bühl: Eigentlich „Biegung der Erde“, ein Stück Land, das „buckelig“ ist. Bütt: Land oder Wiese, die dem Gemeindediener, dem Büttel, zugeteilt war.

Dachslöcher: Gelände mit Dachs- oder Fuchsbauten. Delle, Dell: Kleine Talmulde. Das Wort kommt vom althochdeutschen „telili“, vom mittelhochdeutschen „telle“, was eigentlich „Tälchen“ bedeutet. Dorfanger: Wiese in der Nähe des Dorfes, wo später auch Dorffeste abgehalten wurden (Gemeindeanger). „Anger“, eigentlich Grasland, althochdeutsch „angar“, was eine „enge“ Wiese war. Dörrwies: Trockene, dürre Wiese, zum Ackern wenig geeignet. Driesch: Brachliegendes, minderwertiges Ackerland. Farrenwiese: Wiese für den Gemeindestier. Fischgrätchen: Kleiner Dorfbach. Fröhn: Hier mussten im Mittelalter die Bauern für die Adligen Frondienst leisten.

Fuhr: Ackerfurche mit Pflug gezogen. Furt: Bach – oder Flussüberquerung ohne Brücke, gang- und fahrbare Stelle über einen Bach; seichte, untiefe Stelle im Bach. (Siehe auch den Dorfnamen „Fürth“ im Ostertal). Gatter: Umzäunung, Wildgatter. Kommt vom althochdeutschen „gataro“, was auch „Tor“ bedeutete. Grummet, Grummeter: Gute Wiesen mit zwei Grasschnitten. Grummet: Zweiter Heuschnitt. Kommt vom mittelhochdeutschen „grüenmât“, von „grün“ und „Mahd“ („Mahd“ = „mähen“).

Hardt (auch Hart’, Haardt): Wald, Bergwald. Hassel: Haselgebüsch, Gelände, Waldhag mit viel Haselsträuchern (z. B. „Hasselbach“, „Hasselwald“). Hargarten: Flachsgarten (Flachs = Lein). „Harg“, „Hark“ kommt von „Harke“, gleich „Rechen“. Acker wo Flachs angebaut wurde. Heide: Unfruchtbare, mit Heidekraut und Ginster bewachsene Fläche; waldloses wildgrünendes Land. Hag: Hecke, Waldgrundstück; poetischer Ausdruck für Hecke; „Hag“ kommt vom althochdeutschen „hac“, was ursprünglich „Gebüsch“, „Einfriedigung“, „Umzäunung“ bedeutete; angelsächsisch „hagi“ = Weideplatz. Hube: Waldgrundstück nahe an einem Hof gelegen. Hirtenland, Hirtenwiese: Land, das dem Hirten der Gemeinde gehörte. Hohl: Kleine, enge Schlucht. Humes, Hiemes: Feuchte Wiese mit Quellen und gutem Boden.

Joch: Feldmaß und Kuhgeschirr; althochdeutsch „joh“, auch „Gespann“. Kanzel: Hervorstehender Geländeteil, meist Felsen. Kamm: Langgestreckter Berggipfel. Kaul: Grube oder Senke in der Flur. Kuhschwanz: Langgezogenes Flurstück am Ende von Gemarkungen. Kehlwiese: Enges feuchtes Tal, auf dem früher „Kehl“ gesammelt wurde („Kehl“ = „Kohl“, Wiesenknöterich als erstes Frühjahrsgemüse). Kessel, Becken: Talkessel. Klamm: Bergschlucht, Felsspalte mit Bach (eigentlich „Eingeklemmtes“). Klopp: Fels, steile Anhöhe. Koppel: Gemeinschaftliche weide (Pferdekoppel), eingezäuntes Weideland. Lach: Sumpfige, nasse Wiese. Linn, Lenn: Dorflinde, Gerichts- und Dingplatz der Germanen; Linde = Schicksalsbaum der Germanen, der Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht. Linnen: Stelle, wo früher gewebtes Linnen (Leinen) gewaschen und getrocknet wurde. Mann: Berge heißen oft Mann. Mark: Grenze, Grenzstein. Mühlenwald: Wald am Mühlental. Nachtweide: Platz, wo das Vieh im Freien übernachtete.

Pferch: Eingezäuntes Feld für Haustiere, z. B. „Hühnerpferch“. Pütz: Zieh- und Schöpfbrunnen. Röth: Gerodetes Feld. Rute: Längen- und Flächenmaß; althochdeutsch „ruota“ (Messrute). Rutsch: Gleitweg für Holztransport, steiler Hang. Rech: Steile Böschung, Abhang. Schanze: Um 1500 Befestigungsanlage, um sich vor Feinden zu schützen (lag immer auf einer Anhöhe); auch „Reisigbündel“. Sang: Abgeleitet von „sengen“, abbrennen; abgebrannte Fläche. Rassel: Steintrümmerhaufen.

Schützenwiese: Wiese, die früher dem Feldschitz gehörte. Sträng: Wilderung mit Feldbau, Rodung. Stich: Steiler Hang. Trift: Weideplatz meist auf Anhöhen an Gemarkungsgrenzen, wo das Vieh „getrieben“ wurde. Warth: Hochgelegener Punkt, Spähort, Ausschauplatz; kommt von „Warte“, althochdeutsch „wards“ = warten, lauern, schützen, hüten (Z. B. Leitersweiler Buchen.) Welschland: Land außerhalb der Gemarkung; „welsh“, „waalsch“, „welsch“ = eigentlich „fremd“. Wüstung: Untergegangene Siedlung. Zenn: Herrschaftliche Wiese, von der der Zehnte bezahlt werden musste. Zimmermannswald: Ursprünglich Wald, in dem die Zimmerleute das Bauholz herrichteten. Zollstock: Ehemalige Zollstation, Wegschrank, Schlagbaum.

Viel Geschichtliches bei der Bannwanderung auf der Gemarkung Hoof zu erfahren (13. Mai 1980)

Ein voller Erfolg wurde die erste Bannwanderung des Obst- und Gartenbauvereins Hoof, die bei sommerlichem Wetter unter der Führung von Dieter Kremp, Günter Harth und des Hoofer Heimatkundlers Erich Schneider über vier Stunden entlang der Gemarkungsgrenzen zu den Nachbarorten Marth, Osterbrücken, Haupersweiler und Leitersweiler führte.

Treffpunkt der Bannwanderer war auf dem Kirmesplatz, der „An der Augusteiche“ hinter den „Glammesgärten“ liegt, wie Dieter Kremp erklärte. Kremp erklärte hier die ursprüngliche Bedeutung der beiden Flurnamen. „An der Augusteiche“ stand bis Mitte der 50er Jahre des 18. Jahrhunderts ein ausgedehnter Eichenwald, der wahrscheinlich als Lohwald diente. Das Wort „Glammes“ kommt vom althochdeutschen Wort „glames“ oder „glam“, was soviel wie „eingeklemmter Bach“ (Grügelbach = Betzelbach), bedeutet.

Aber wer kennt schon von den Jung- und Neubürgern diese alten Flurnamen, die teilweise längst vergessen sind und die bei der Bannwanderung wieder „lebendig“ wurden? Über den Brunnenpfad (ganz früher stand hier einmal ein Brunnen) führte die Route durch die Vorstadt am Bornacker vorbei („Brunnenacker“; hier ist heute noch eine große Quelle) zu den Centerswiesen, den Pfaffenwiesen zum „Roten Winkel““, jener ehemaligen Schleife des Grügelbaches. Der Name „Centerswiesen“ kommt von dem Wort „Zehntel“, mussten doch die Bauern früher den Zehntel ihrer Ernte an den Adligen abtreten. Der Name „Hängewinkel“ kommt von dem altdeutschen Wort „winkan“ oder „winkel“, was eine „Biegung“ am „Hang“ bedeutet. Die „Pfaffenwiesen“ waren ganz früher dem Pfarrer („Pfaffe“) zugeeignet. Die Wanderung ging weiter zum „Rothemer“, wo früher einmal Rötel (kommt aus dem althochdeutschen Wort „rode“ oder „rods“) gegraben wurde. Von dort aus ging es zum Marthemer Grenzweg an der „Liebsten Dell“ vorbei in die „Träutgeswiesen“. Eine „Delle“ ist eine „Bachaue“, eben ein Tälchen (mittelhochdeutsch „telili“). Haben in der „Liebsten Dell“ früher die Hoofer Burschen mit ihrer Liebsten geschmust? „Träutges“ bedeutet „traut“, also „trut“, was ja „lieb“ bedeutet. Über den „Krämel“ vorbei ging die Wanderung über den untergegangenen Hof „Wörresweiler“ und „Warthweiler“, wo jetzt die heutige Neumühle ist. „Krämel“ kommt vom althochdeutschen Wort „kräm“, was soviel wie „Kram“ (Kramladen) bedeutet. Über die „Höllenwiesen-Hecke“ am Osterbrücker „Schladwald“ vorbei erreichte man den „Puhl“, das „Steinigte Gewann“, die „Laienrech-Höhe“ am „Steinhübel“, wo 1792 der letzte Wolf auf Osterbrücker und Hoofer Gemarkung geschossen wurde. „Laienrech-Höhe“ ist leicht zu erklären, wurde doch früher hier wohl „Lei“ (Schiefer) abgebaut. Ein „Pfuhl“ war früher ein „Puhl“, eine seichte Stelle. Hier war ja auch mal eine starke Quelle. „Schladwald“ bedeutet soviel wie „Schlammwald“. Das Wort „schlad“ kommt aus dem mittelhochdeutschen Wort „slam“. „Slam“ war eine minderwertige Mahlfrucht, die also früher hier wohl angebaut wurde. Jenseits vom „Engeldell“ untersuchte man am Grenzweg zu Haupersweiler den 1899 gesetzten Grenzstein, auf dem noch deutlich die Buchstaben „KB“ und „KP“ (Königreich Bayern und Königreich Preußen) zu lesen sind.

In der Schutzhütte im „Buchendell“ auf geschichtsträchtigem Ur-Hoofer Boden, wurde eine Rast eingelegt. Karl Heinrich kredenzte eine preisgekrönte Williams-Christ-Birne.

Hier, am Südhang der „Schermeshöhe“ („Scherbenhöhe“), wo in der „Hirtenwiese“ das Quellloch des Bruchwiesbaches ist, stand vor über 2000 Jahren ein römischer Gutshof in der Nähe der westlich vorbeiführenden römischen Heerstraße. Noch heute findet man auf den angrenzenden Äckern römische Ziegelscherben, teilweise mit angebranntem Mörtel, ein Zeichen, dass das Gebäude durch Brand zerstört wurde. Den römischen Herren folgte wahrscheinlich zuerst ein alemannischer und nach der Schlacht bei Zülpich (496) ein fränkischer Herr. In der Pfarrchronik zu Niederkirchen heißt es: „Im Jahre 918 verlieh ein Edler namens Ruthard einen Herrenhof mit Gebäuden im Ort und Bann Osterna an die Abtei des hl. Remigius in Reims.“ Es kann nur „Hoof“ gewesen sein, weil in nächster Nähe des römischen Hofrestes die Flurbezeichnung „Römerswald“ oder „Remmeswald“ existiert.

Am „Remmeswald“ vorbei erreichte die Wandergruppe den „Krähenberg“ mit der aufschlussreichen Flurbezeichnung „Auf dem Gericht“. Auch hier führte Dieter Kremp weiter in die Vorgeschichte von Hoof ein. Er sprach von einer erstkundlichen Erwähnung der Orte Leitersweiler und Hoof vom 13. 1. 1344, in der auch erstmals vom Namen die Rede war, so ist auch eine „Adelheid vom Hofe“, „Ulrich vom Steine“ und seine Gemahlin Irmgard von Heinenzenberg genannt, die damals die Grundherren von Leitersweiler und Hoof waren. Die nachfolgenden Grundherren hatten zur Wahrung ihres Besitzes und ihrer Rechte einen gemeinsamen Schultheißen bestellt. Hoof und Leitersweiler bildeten eine Schultheißerei und einen Gerichtsbezirk. In Hoof befand sich ein Halseisen und auf dem „Krähenberg“ („Auf dem Gericht“) ein Galgen. Hier war schon in frühester Zeit eine Gerichtsstätte der Germanen. Eine andere Gerichtsstätte befand sich zur alten Germanenzeit auch auf dem vorderen Eltzenberg. Dort gibt es links und rechts der bergaufführenden Straße die Gewannbezeichnungen „Auf dem Ding“ und „Vor dem Ding“. Dort wohnen übrigens Dieter Kremp und Otfried Gerhart. Das Wort „Ding“ oder „Thing“ kommt vom germanischen Kriegsgott „Thiu“ (später der Donnergott). Daraus entstand übrigens auch der deutsche Vorname „Dieter“: germanisch „thiu“, „thiudisk“, woraus der „Volksdeutsche“ wurde. Es ist der älteste deutsche Vorname. „Auf dem Ding“ am Hoofer Eltzenberg stand also früher eine germanische Gerichtsstätte.

Am Leitersweiler Grenzweg vorbei führte die Bannwanderung über die „Pferchgewanne“ zur Kirschenanlage hinunter zum Betzelbachtal in den „Brühl“ an der alten Mühle vorbei. Ein „Pferch“ ist ein eingefriedeter Teil des Bauernhofes, wo früher Hühner gehalten wurden (Hühnerpferch).

Hans Hoffmann hatte das entsprechende Kartenmaterial angefertigt.

Bevölkerungsstatistik in Hoof

Im Jahre 1639 blieb nur ein einziger Einwohner übrig

Das Wachstum eines Ortes wird im Wesentlichen von seiner sozialen Struktur bestimmt. Auf ein konstantes Wachstum konnte Hoof, wie auch die übrigen Ostertalorte, nicht zurückblicken. Bedingt auch wohl durch die abseitige Lage des Dorfes und die früher fehlende Verkehrsverbindung war die Entwicklung der Bevölkerungszahl früher nur mäßig. Erst die Errichtung der Ostertalbahn und die spätere allerdings mangelhafte Erschließung des Ortes durch den Omnibuslinienverkehr brachte eine kleine Änderung. Dank der Erschließung von neuem Baugelände in den letzten Jahrzehnten war die Einwohnerzahl von Hoof im Wachstum begriffen.

Allerdings gab es in Hoof in den letzten Jahren wieder einen starken Rückgang der Einwohnerzahl, bedingt wohl durch die fehlende Infrastruktur. Im Gegensatz dazu hat die ausgezeichnete Infrastruktur in Niederkirchen dazu beigetragen, dass sich dort die Einwohnerzahl leicht erhöhte. Im Jahre 2004 zählte Hoof noch 1201 Einwohner, heute sind es noch 950 (2017). Und Niederkirchen zählte 2004 rund 920 Einwohner, heute sind es 1050 (2017).

Die erste Quellenangabe über die Bevölkerungsstatistik in Hoof liegt aus dem Jahre 1609 vor. Damals zählte Hoof (man schrieb es noch bis etwa 1850 mit einem „o“, also „Hof“) 91 Personen, 39 Eheleute und Verwitwete, 48 Kinder und vier Knechte. Die Zahl der Haushalte betrug 28. Von 1635 bis 1938 war im Ostertal die Zeit seines größten Kriegsjammers. So lebte 1639 in Hoof nur noch 1 Mann, „welcher Jahr und Tag im Keller sich aufgehalten und sich mit Kräutern, Wurzeln, Holzäpfeln und Fröschen ernährte“. Davon mag man sich ein Bild von der Verwüstung und Verödung unserer Gegend machen. Der Westfälische Frieden 1648 fand dann wieder drei Personen vor, besagten Mann und zwei Frauen. Diese hatten in der heutigen Vorstadt von Hoof nahe der Brücke über den Grügelbach (Betzelbach) ein armseliges Häuschen. Auf irgendeine Weise kamen sie zu einem Pflug und fingen an, die verwüsteten Felder zu bestellen, „also, dass der Mann den Pflug führte und die Frauen sich vorspannten“. Das erwähnte Haus stand bis etwa 1900.

Nach David Königs Beschreibung des Herzogtums Zweibrücken im Jahre 1677 befanden sich in Hoof wieder fünf Familien, also kaum ein Fünftel der früheren Bevölkerungszahl. Das Dorf wird noch ausdrücklich als „verbrannt“ bezeichnet.

Aus dem 18. Jahrhundert liegen uns keine Angaben über die Seelenzahl vor. Die lückenhafte Chronik erzählt weiter, dass 1818 schon 191 Einwohner in Hoof lebten, 40 katholische, 149 reformierte und 2 lutherische Bewohner. 1823 waren es 232 Seelen, 162 Protestanten und 71 Katholiken, 1833 nur noch 32 Familien mit 161 Personen in 36 Häusern. 1843 lebten in 51 Häusern 49 Familien mit 261 Personen. Aus der Aufstellung vom 10. Dezember 1858 nehmen wir einen interessanten Einblick in die soziale und wirtschaftliche Struktur des Dorfes. Damals zählte Hoof 80 Familien mit 379 Seelen, die in 64 Gebäuden wohnten. 277 waren protestantisch und 102 katholisch. Von den 65 männlichen Familienhäuptern waren von Beruf: 15 Bergleute, 26 Ackerer (Bauern, davon waren drei gleichzeitig noch Gastwirt), 5 Tagelöhner, 5 Musikanten, 3 Maurer, 2 Schmiede, 2 Schuster, je ein Nachtwächter, Schreiner, Zimmermann, Müller, Schweinehirt, Schneider und Lehrer. Heute hat Hoof (2017) noch zwei hauptberufliche Landwirte, aber nicht mehr lange, denn die beiden landwirtschaftlichen Betriebe (Cullmann/Ziegler und Hinkelmann) werden die Landwirtschaft aufgeben.

Im Jahre 1865 zählte man 451 Seelen. Bis 1886 (439 Einwohner) hatte sich die Einwohnerzahl wieder verringert. 1833 zählte der Ort weniger Seelen als 1823 und 1895 (439 Seelen) weniger als 1860. Die Gründe liegen in der rapiden Auswanderung von Hoofern im Jahre 1840 nach Amerika und 1870/71 ins industrialisierte Saargebiet und ins Elsass. Der Kindersegen war bei den einzelnen Familien reichlich. Von einer Familie wird berichtet, dass sie 16 Kinder hatte. Auf eine Familie fielen durchschnittlich 7 Kinder. Die Landwirtschaft allein konnte nicht alle ernähren. So herrschte großes Elend. Viele Familien wohnten in armseligen Hütten um die alte Schule und in der Vorstadt.“ In der „Aacht“ („Acht“) standen zwei Häuser von Tagelöhnern, deren Dächer noch mit Besenginster gedeckt waren. Die Wohnräume waren in den Berg hineingegraben, der Fußboden war die nackte Erde und die Türen ebenfalls mit Ginster verflochten. So ist es also nicht verwunderlich, dass viele Menschen im 19. Jahrhundert auswanderten. Viele dieser Auswanderer haben in der Fremde ihr Glück gefunden, wurden reich und angesehen. Es dürfte interessieren, wer und wie viele Hoofer damals auswanderten. Viele dieser Familiennamen gibt es heute im Ort nicht mehr.

Um 1840 wanderten nach Amerika aus: 2 Brüder Schick, 2 Brüder Müller, 1 Familie Höh, 1 Familie Seyler, 1 Familie Becker, 5 Geschwister Koch, 2 Frauen Wagner, 1 Mann Kunz, 2 Brüder Schmidt, 1 Frau Persch und Jakob Becker. Um 1871 wanderten ins industrialisierte Saargebiet und ins Elsass aus: 7 Geschwister Lang, 2 Familien Kraushaar, 2 Familien Müller, 1 Familie Ecker, 1 Mann Wolfskeil, mehrere Geschwister Fell, je 1 Familie Fischer, Spieß, Krämer, Schmidt, Mathias, Schäfer und Mai, 5 Brüder Konrad, 2 Brüder Stamm, 2 Brüder Schneider, 4 Geschwister Wobedo und Stoll und 1 Frau Gerhart.

Die soziale Besserstellung der Arbeiter im Anfang des 20. Jahrhunderts brachte wieder ein Anwachsen der Bevölkerung: 1903 hatte Hoof 450 Personen, 1905 bereits 529, 228 männliche und 265 weibliche, wovon 493 im Ort wohnten und 36 im Saargebiet beschäftigte Berg- und Hüttenarbeiter als abwesend bezeichnet werden. Im ersten Weltkrieg mussten 21 Hoofer ihr Leben an der Front lassen. 1929 wohnten in 94 Gebäuden 632 Personen, wovon 515 evangelisch und 117 katholisch waren. 1938 zählte der Ort 726 Seelen. Der Einwohnerstand am 29. Oktober 1946 betrug 767 Personen (225 Haushalte, 144 Wohnhäuser, 13 Kleinwohnungsbauten) und am 13. Juli 1947 hatte Hoof 758 Einwohner. Der Bevölkerungsstand am 1. Januar 1960 betrug 887 und am 1. Januar 1961 893 Personen. Mit Stichtag vom 15. April 1963 hatte Hoof insgesamt 910 Einwohner, wovon 441 männlichen und 469 weiblichen Geschlechtes waren. In der konfessionellen Zusammensetzung wurden 741 evangelische, 160 katholische Einwohner registriert. Neun wurden unter sonstiger Religionszugehörigkeit geführt. Die Zahl der Wohngebäude betrug 205, die Zahl der Haushalte 242. Nach der Einwohnerstatistik vom 1. Januar 1964 hatte Hoof 935 Einwohner, 567 davon waren berufstätig. Hiervon entfallen rund 31 Prozent auf die Bergarbeiter, 39 Prozent auf die Fabrik- und sonstigen Arbeiter, 11 Prozent auf Angestellte und Beamte, 11 Prozent auf freiberuflich Tätige und 8 Prozent auf die Landwirte. Die Gemeinde zählte damals 151 volksschulpflichtige Kinder. 2005 hatte Hoof knapp 1200 Einwohner, am 24. August 2015 hatte Hoof mit Nebenwohnsitz 959 Einwohner, ohne Nebenwohnsitz waren es 923 Einwohner und im März 2017 noch rund 950 Einwohner.

Die Gesamtfläche der Gemarkung beträgt 495 Hektar. Davon entfallen 349 ha auf landwirtschaftliche Nutzflächen und 105 ha auf Wald.

Hier nun noch ein Auszug aus der Broschüre „Drittes Hoofer Heimatfest“ vom 29. Juni bis 2. Juli 1979: „Unser Stadtteil Hoof in Zahlen“:

Einwohnerzahl:

1939: 747 Einwohner; 1961: 887 Einwohner; 1970: 1029 Einwohner (starker Anstieg der Einwohnerzahl in den 60er Jahren bedingt durch die Ausweisung eines Neubaugebietes „Auf dem Puhl“. So bauten z. B. allein in dieser Zeit 48 auswärtige Personen dort oben ein Haus).

1974: 1082 Einwohner.

Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform wurden die einzelnen Stadtteile nicht mehr getrennt geführt. Auch das Statistische Amt des Saarlandes konnte keine Angaben machen. Die Einwohnerzahl von Hoof lag im Juni/Juli 1979 bei ca. 1120.

Bemerkung: Die Einwohnerzahl von Hoof stieg auch noch in den 80er Jahren weiter an: 1982: ca. 1150; 1985: ca. 1180; 1990: ca. 1244. Sie hatte ihren Höchststand 1992/93 mit ca. 1260 Einwohnern. Nach 1995/96 nahm dann die Einwohnerzahl von Jahr zu Jahr immer mehr ab. Es fehlte schließlich ein neues Neubaugebiet. Auch fehlt es in Hoof an einer entsprechenden Infrastruktur. Auch junge „Heemer“ Bürger bauten in Nachbarorten. Im Januar 2004 hatte Hoof nur noch ca. 1194 Einwohner, zum ersten Mal seit vielen Jahren weniger Einwohner als Niederkirchen. Auch 2005 ist die Einwohnerzahl gesunken. Gründe sind die fehlende Infrastruktur und die immer mehr sinkende Geburtenrat. Gottlob, wurde jetzt im Jahre 2006 ein neues Bebauungsgelände ausgewiesen.

Schülerzahl:

Schülerzahl im Schuljahr 1978/79: Schüler insgesamt: 136. Grundschule: 74; Hauptschule: 62. Schüler an Gymnasien und Realschulen: 26.

Kindergarten Hoof:

Mai 1979: 45 Kinder; Mai 2005: 24 Kinder.

Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen:

1979: Erwerbstätige insgesamt: 392, hiervon 6 % Bergarbeiter, 56 Prozent Fabrik- und sonstige Arbeiter; 19 Prozent Beamte und Angestellte; 8 Prozent Landwirte; 11 Prozent Freie Berufe.

Banngröße: 495 Hektar, davon Ortslage, bebaute Fläche einschließlich Hofraum und Hausgärten: 100 Hektar. Landwirtschaftliche Nutzfläche: 240 Hektar. Wald: 110 Hektar. Wege und Gewässer: 25 Hektar. Sonstige Flächen: 20 Hektar. Gemeindeland nach Abschluss der Flurbereinigung: 163 Hektar.

Bevölkerungsstand im Ostertal: Volkszählung im Mai 1970:

Nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 27. Mai 1970 hatten die Dörfer im Amt Niederkirchen folgenden Bevölkerungsstand: Bevölkerungsstand in Hoof: 1006 Einwohner; Niederkirchen: 1001 Einwohner; Bubach: 365 Einwohner; Marth: 441 Einwohner; Saal: 376 Einwohner; Osterbrücken: 553 Einwohner. Das waren für das Amt Niederkirchen insgesamt 3787 Einwohner. (Vergleich: Einwohnerzahl vom 30. Juni 1971: Hoof: 1034; Niederkirchen: 1037; Bubach: 359; Marth: 443; Osterbrücken: 568; Saal: 390.

Die Flächen der Gemarkungen betrugen: Hoof: 495 Hektar; Bubach: 464 Hektar; Marth: 593 Hektar; Niederkirchen: 427 Hektar; Osterbrücken: 468 Hektar; Saal: 342 Hektar.

Weitere bevölkerungsstatistische Zahlen: Einwohnerstand am 1. 1. 1960: 887, am 1. 1. 1961 waren es 893 Einwohner. Zahl der Geburten 1961: 21. Zahl der Sterbefälle 1962: 6. Zahl der Eheschließungen 1962: 5.

Bevölkerungszahl 1843: 261 Personen, 124 männlich und 137 weiblich; davon sind 183 evangelisch und 78 katholisch. Die Bewohner wohnten in 51 Häusern; es waren 49 Familien.

Weitere Bevölkerungsstatistiken: Einwohnerzahl 1939: 747 Einwohner; 1961: 887 Einwohner; 1970: 1029 Einwohner; 1974: 1082 Einwohner. 1978: 1120 Einwohner.

Schülerzahl im Schuljahr 1978/79: Schülerzahl insgesamt: 136. Grundschule: 74. Hauptschule: 62. Schüler an Gymnasien und auf Realschulen: 26. Kindergarten Hoof: 1. Mai 1979: 45 Kinder.

Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen 1979: Erwerbstätige insgesamt: 392. Hiervon Bergarbeiter: 6 Prozent; Fabrik- und sonstige Arbeiter: 56 Prozent; Beamte und Angestellte: 19 Prozent; Landwirte: 8 Prozent; Freie Berufe: 11 Prozent.

Banngröße: 495 Hektar; davon Ortslage, bebaute Fläche einschließlich Hofraum und Hausgärten: 100 ha.; Landwirtschaftliche Nutzfläche: 240 ha.; Wald: 110 ha.; Wege und Gewässer: 25 ha.; sonstige Flächen: 20 ha.; Gemeindeland nach Abschluss der Flurbereinigung: 163,135 Hektar.

(Quellenangabe: Statistische Berichte des staatl. Amtes des Saarlandes)

Familienhäupter in Hoof (1858, 1928/29, 1961)

Aus den Hoofer Schultagebüchern entnehmen wir Aufzeichnungen über die Familienhäupter und den Viehbestand. Demnach zählte Hoof im Jahre 1858 insgesamt 379 Einwohner, 277 waren protestantisch und 102 waren katholisch. Im Vergleich zu den anderen Orten im mittleren Ostertal waren in Hoof die meisten Katholiken.

Danach gab es 80 Familien, die in 64 Wohnhäusern lebten. Danach gab es 15 weibliche Familienhäupter und 65 männliche Familienhäupter. Von den 65 männlichen Familienhäuptern waren von Beruf: 15 Bergleute, 26 Ackerer (Bauern), 5 Musikanten, 5 Tagelöhner, 3 Maurer, 2 Schmiede, 2 Schuster, 1 Schweinehirt, 1 Müller, 1 Schneider, 1 Lehrer, 1 Schreiner, 1 Zimmermann und 1 Nachtwächter.

Aufzählung nach den Hausnummern: Nr. 1: Jakob Gerhart, Ackerer, 2 Familien, 3 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 2: Daniel Koch, Ackerer, 2 männliche und 2 weibliche über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 3: Johannes Müller, Ackerer: 1 Familie, 1 männlich und 3 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 4: Jakob Weyrich, Ackerer: 2 Familien, 2 männlich und 4 weiblich über 14 Jahre, 3 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 9 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 5: Jakob Altenhofer, Maurer: 1 Familie, 3 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 7 Einwohner, alle katholisch. Nr. 6: Adam Schneider, Ackerer: 1 Familie, 4 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, 2 katholisch und 4 protestantisch. Nr. 7: Ludwig Schmidt, Musikant: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, alle katholisch. Nr. 8: Georg Fischer, Zimmermann: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 5 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 8 Einwohner, alle katholisch (Fischer Georg führt eine Gastwirtschaft). Nr. 9: Adam Schmidt, Ackerer: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, alle katholisch. Nr. 10: Peter Schäfer, Tagelöhner: 1 Familie, 4 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 7 Einwohner, alle katholisch. Nr. 11: Jakob Schreiner, Maurer: 1 Familie, 2 männlich und 4 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 8 Einwohner, alle katholisch. Nr. 12: Peter Fuhr, Tagelöhner: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 13: Adam Persch, Schweinehirt: 2 Familien, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, alle katholisch. Nr. 14: Heinrich Conrad, Schneider: 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 4 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 10 Einwohner, alle protestantisch. Nr.: 15: Adam Kunz, Müller: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 16: Valentin Höh, Steiger: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, alle protestantisch. Haus Nr. 17: Theobald Gerhart, Ackerer: 2 Familien, 3 männlich und 3 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 10 Einwohner, alle protestantisch. Haus Nr. 18: Carl Stoll, Ackerer: 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle katholisch. Haus Nr. 19: Jakob Schneider, Ackerer: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, alle protestantisch. Haus Nr. 20: Daniel Koch II., Ackerer: 2 Familien, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahren, insgesamt 7 Einwohner, alle protestantisch. Haus Nr. 21: Adam Cullmann der Jüngere, Ackerer: 1 Familie, 1 männlich und 5 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 10 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 22: Theobald Koch, Ackerer: 2 Familien, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, alle protestantisch. Nr. 23: Norbert Wagner, Lehrer: 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 3 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 9 Einwohner, protestantisch. Nr. 24: Adam Müller II:, Ackerer,: 2 Familien, 3 männlich und 6 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 11 Einwohner, fünf katholisch und sechs protestantisch. Nr. 25: Theobald Ecker, Tagelöhner: 2 Familien, 3 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 8 Einwohner, 1 katholisch und 7 protestantisch. Nr. 26: Johannes Müller, Bergmann: 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 8 Einwohner, 4 katholisch und 4 protestantisch. Nr. 27: Jakob Kraushaar, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, protestantisch. Nr. 28: Adam Lang, Bergmann: 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, protestantisch. Nr. 29: Adam May, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 2 Einwohner, katholisch. Nr. 30: Peter Scherschel, Tagelöhner. 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, 2 katholisch und 2 protestantisch. Nr. 31: Jakob Ecker, Tagelöhner: 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, 2 katholisch und 2 protestantisch. Nr. 32: Theobald Wagner, Schreiner: 1 Familie, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 4 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 10 Einwohner, protestantisch. Nr. 33: Jakob Bäcker, Musikant: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, protestantisch. Nr. 34: Peter Müller, Bergmann: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, protestantisch. Nr. 35: Jakob Koch II., Ackerer: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, protestantisch. Nr. 36: Theobald Koch Junior, Ackerer: 1 Familie, 3 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 7 Einwohner, protestantisch. Nr. 37: Theobald Weyrich, Ackerer: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 7 Einwohner, protestantisch. Nr. 38: Jakob Cullmann IV., Ackerer: 1 Familie, 3 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 4 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 10 Einwohner, protestantisch. Nr. 39: Adam Cullmann V., Ackerer: 1 Familie, 3 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, protestantisch. Nr. 40: Adam Geiß, Ackerer: 1 Familie, 3 männlich und 5 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 8 Einwohner, protestantisch. Nr. 41: Ludwig Wild, Schuster: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, protestantisch. Nr. 42: Theobald Fell, Musikant: 2 Familien, 2 männlich und 3 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 43: Theobald Müller, Schuster: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 44: Jakob Stamm, Maurer: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 3 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, 4 katholisch und 2 protestantisch. Nr. 45: Peter Wolfskeil, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich und 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, 3 katholisch und 3 protestantisch. Nr. 46: Jakob Hanauer, Ackerer: 2 Familien, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle katholisch. Nr.47: Theobald Müller, Ackerer: 2 Familien, 2 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 48: Ludwig Barz, Schmied: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, 1 katholisch und 3 protestantisch. (Anmerkung: Von dem Nachnamen „Barz“ stammt dann ja auch der im Volksmund gebräuchliche Name „Barze Willi“ ab). Nr. 49: Peter Heß, Bergmann: 2 Familien, 1 männlich und drei weiblich, insgesamt 4 Einwohner, protestantisch. Nr. 50: Peter Knorr, Bergmann: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, protestantisch. Nr. 51: Johannes Johann, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, protestantisch. Nr. 52: Georg Fell, Nachtwächter: 1 Familie, 3 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, protestantisch. Nr. 53: Jakob Schmidt, Musikant: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 3 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, katholisch. Nr. 54: Peter Schuk, Musikant: 1 Familie, 3 männlich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, protestantisch. Nr. 55: Theobald Daub, Ackerer (Witwer): 1 Familie, 1 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 2 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, protestantisch (Anmerkung: Von dem Nachnamen „Daub“ stammt ja dann auch der im Volksmund gebräuchliche Name „Daube Hans“ ab). Nr. 56: Peter Therre, Bergmann: 1 Familie, 2 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 4 Einwohner, protestantisch. Nr. 57: Peter Spies, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 3 Einwohner, protestantisch. Nr. 58: Mathias Thesen, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 3 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, 1 katholisch und 4 protestantisch. Nr. 59: Valentin Mathias, Bergmann: 1 Familie, 2 männlich und 3 weiblich über 14 Jahre, insgesamt 5 Einwohner, 3 katholisch und 2 protestantisch. Nr. 60: Theobald Wobedo, Bergmann: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 3 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle katholisch. Nr. 61: Jakob Cullmann, Ackerer: 1 Familie, 1 männlich und 3 weiblich über 14 Jahre, 2 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 62: Jakob Müller III:, Ackerer: 2 Familien, 2 männlich und 5 weiblich über 14 Jahre, 3 männlich und 3 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 13 Einwohner, alle protestantisch. Nr. 63: Jakob Klicker, Ackerer: 1 Familie, 1 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 2 weiblich unter 14 Jahre, protestantisch. Nr. 64: Jakob Cullmann II:, Ackerer, Witwer: 2 Familien, 3 männlich und 2 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, protestantisch. Nr. 65: Karl Schramm, Bergmann, Witwer: 1 Familie, 3 männlich und 1 weiblich über 14 Jahre, 1 männlich und 1 weiblich unter 14 Jahre, insgesamt 6 Einwohner, protestantisch.

(Anmerkung: Demnach gab es 1858 in Hoof 133 Kinder unter 14 Jahre. Die damaligen Nachnamen Thesen, Klicker, Daub, Schramm, Spies, Mathias, Wild, Wolfskeil, Hanauer, Barz, Heß, Knorr, Therre, Conrad, Höh, May und Scherschel gibt es heute nicht mehr in Hoof, auch nicht mehr im Ostertal.

Die häufigsten Vornamen waren damals Jakob, Adam und Theobald und der Nachname Koch.

Die Berufe der 65 männlichen Familienoberhäupter waren – Aufstellung am 10. Dezember 1858: 26 Ackerer (Bauern), 15 Bergleute, 5 Musikanten, 5 Tagelöhner, 3 Maurer, 2 Schmied, 2 Schuster, 1 Schreiner, 1 Zimmerer, 1 Schweinehirt, 1 Müller, 1 Schneider und 1 Lehrer.)

Viehbesitz in Hoof 1928 und 1961

Viehzählung vom 1. Dezember 1928 (1927 im Vergleich):

Pferde: 29 (29), Rindvieh: 375 (384), Schafe: keine, Schweine 232 (303), Ziegen 75 (103), Federvieh 969 (968), Bienenvölker: 7 (30).

Viehzählung vom 4. Dezember 1961:

166 viehbesitzende Haushalte, denen eine 237, 15 Hektar große Bodenfläche zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung steht (70 % der Bevölkerung besitzt Vieh).

46 Schweinehalter, 8 Pferdehalter, 12 Rindviehhalter, 166 Stallhasenhalter und 160 Hühnerhalter.

Es gab 159 Schweine, 173 Rindvieh, 8 Pferde, 15 Ziegen, 418 Stallhasen, 1 569 Hühner, 18 Gänse, 26 Enten, 5 Truthähne, 68 Bienenvölker. (Anmerkung: Die Viehzählung wurde früher jeweils vom Lehrer vorgenommen, der Unterricht fiel dann aus).

Statistik Fernsehen: Oktober 1961: 45 gemeldete Fernsehapparate.

Größe der Gemarkung: 495 Hektar.

Einwohner: 632 (protestantisch 515, katholisch 117).

Wohngebäude: 94

(Anmerkung1: Die Viehzählungen in Hoof wurden früher in der Regel immer vom Lehrer durchgeführt, der am Tag der Viehzählung vom Bezirksschulamt in Kusel dienstfrei hatte. Die Kinder hatten schulfrei. Die Viehzählung im Jahre 1928 wurde vom Lehrer Karl Jausel durchgeführt, der von 1925 bis 1931 Lehrer in Hoof war.)

(Anmerkung 2: Im jahre 1892 wurde in Hoof ein „Viehversicherungsverein“ gegründet. Er war ein bäuerlicher Zusammenschluss auf Gegenseitigkeit, der den Vieheigentümern für das versicherte Rindvieh und für Pferde bei unverschuldeten Verlusten durch Krankheit oder Unglücksfälle Entschädigung leistete. Im ersten Jahr gehörten dem Verein 22 Mitglieder an. 1905 waren es schon 55. 70 Jahre nach seiner Gründung, im Februar 1962, löste sich der Verein aufgrund seiner stark zurückgegangenen Mitgliederzahl auf.)

Hoof – unser Dorf im Wandel der Zeiten

Vor etwa 100 Jahren (2017 verfasst) gab es in Hoof reine Agrarbetriebe und die Bauern wurden oft noch wie ganz früher als „Ackerer“ bezeichnet. Damals wurde die Landwirtschaft in Hoof mit ca. 40 Kuhgespannen und zehn Pferdegespannen betrieben. Deshalb herrschte vor allem bei der Einsaat auf den Gewannen reger Betrieb. Erst 1955 kam der erste Traktor in den Ort. Diese neue Technik löste nach und nach das Tier als Arbeitskraft ab. Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden so die letzten Tiergespanne abgelöst. Mit der Flurbereinigung in jenen Jahren kam es fast zu einer Monokultur. Mit der Motorisierung in der Landwirtschaft war es erforderlich geworden, dass die Wege zu den einzelnen Parzellen befahrbar wurden, so dass zumeist im Rahmen der Flurbereinigung alle Wege geteert oder auch gepflastert wurden.

Wie sehr sich die Landwirtschaft verändert hat, zeigt, dass es heute (März 2017) in Hoof nur noch drei Bauernbetriebe gibt, zwei reine Landwirtschaftsbetriebe und ein Nebenerwerbslandwirt. Die reinen Landwirtschaftsbetriebe sind der Bauernhof von Hinkelmann oberhalb der „Lang-Fahrt“ und der Bauernhof von Rudi Ziegler (Elfi Cullmann) in der hinteren Vorstadt. Der „Hinkelmann-Hof“ wurde Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts als Aussiedlerhof gegründet. Der Nebenerwerbsbauernhof wird von Bernd Kunz („Arms“) in der Dorfmitte noch bewirtschaftet.

Doch die Zeichen stehen schlecht, sollen doch im nächsten Jahr (2018) die beiden Bauernhöfe von Hinkelmann und Ziegler geschlossen werden.

Was geschieht dann mit unserer Kulturlandschaft? Stehen wir in Zukunft vor einer Monokulturlandschaft mit reinem Maisanbau?

Die ersten Windräder auf der „Fröhn“ wurden 2006 aufgestellt und oberhalb der geschichtsträchtigen „Schermeshöhe“ im Jahre 2009.

Während in früheren Zeiten (vor 1970) in Hoof noch vier Gaststätten bestanden, ist es heute (2017) nur noch eine Wirtschaft, das Gasthaus Dell („Fischers Wertschaft“). Es ist die älteste Wirtschaft im Kreis St. Wendel, die heute von Irmtrud und Reimund Dell noch an drei Tagen in der Woche geführt wird. Vor 1965 gab es noch vier Gaststätten in Hoof: „Fischerschs Wirtschaft“ in der „Aacht“, „Schule Wirtschaft“ links gegenüber des alten Schulhauses, „Kleeje Wirtschaft“ in der Dorfmitte und die Wirtschaft Aulenbacher gegenüber dem alten Hoofer Bahnhof.

Auch gab es früher einmal zwei Lebensmittelgeschäfte und einen Konsumladen, eine Bäckerei und sogar zwei Metzgereien, eine in der Bruchwiese („de Metzcher Hermann“) und eine zu „Schule Wertschaft“ gehörend. Das Gleiche gilt für das Allgemeingewerbe. Heute (2017) gibt es noch einen Dachdeckerbetrieb, eine Schreinerei, ein Bauunternehmen, eine Steinbildhauerei, ein Friseur und eine Massagepraxis. Zwei Vereinsheime gibt es in Hoof, das Sportheim und das Fischerheim in der oberen Bruchwiese.

Das neue Schulhaus in Hoof wurde 1964 eingeweiht. Der Bau war damals erforderlich gewesen, da die Räume des alten Schulhauses zu klein geworden waren. Bis März 1966 hieß die Schule „Evangelische Volksschule Hoof“. Da in Hoof viele katholische Mitbürger wohnen und schon immer mit den evangelischen Kindern eine Schule besuchten und die Klassen teilten, wurde eine Umbenennung angestrebt, was dann auch durch den Gemeinderatsbeschluss geschah. Zukünftig hieß dann die Schule „Christliche Gemeinschaftsschule Hoof“. Seit der Schulreform 1970/71 steht die Schule in Hoof leer. Die Schulkinder aus Hoof benutzen seither die Bildungseinrichtungen in Niederkirchen. Das „neue“ Schulhaus in Hoof steht praktisch leer, es wird mal hin und wieder vom DRK Hoof genutzt, auch an Halloween von der UHG.

Der Kirmesplatz (Dorfplatz) in Hoof wurde 1965 in Betrieb genommen. Dem gingen natürlich umfangreiche Arbeiten voraus. Begonnen wurde mit dem Erdaushub und der Trockenlegung, da der Platz im Bereich des Wiesentales errichtet wurde. Zum Zwecke der Anlage wurde auch der Bruchwiesbach verrohrt. 1975 wurde dann auf dem Festplatz ein Haus mit Toilettenanlage und einem integrierten Schulungsraum für das Rote Kreuz und die Feuerwehr errichtet – zur damaligen Zeit einzigartig im Bereich des Ostertales und für andere Ostertalgemeinden richtungweisend und vorbildlich. Ende 1998 wurde auf dem Kirmesplatz vom Obst- und Gartenbauverein ein Kelterhaus gebaut, das heute aber allgemein als „Bistro“ vielfältig genutzt wird. Vor allem sind es zwei große Veranstaltungen, die auf dem Kirmesplatz alljährlich stattfinden. Es ist Ende April die Hoofer Kirmes, die erste Kirmes im Kreis St. Wendel, und in der Adventszeit der Hoofer Weihnachtsmarkt, der von den Vereinen und vom Ortsrat ausgerichtet wird.

1965 wurde in der oberen Bruchwiese ein neuer Friedhof mit Leichenhalle seiner Bestimmung übergeben. Am 3. Oktober 1965 war die Einweihungsfeier. Inzwischen aber war auch dieser Friedhof zu klein geworden und musste erweitert werden. Im Jahr 1997 wurden die ersten Gräberfelder auf dem erweiterten Friedhofsteil errichtet. Der alte Friedhof in der Leitersweilerstraße in unmittelbarer Nähe der katholischen Kirche wurde 1965 stillgelegt. Hier steht aber noch das alte Kriegerdenkmal.

Der kommunale Kindergarten in Hoof wurde in den Räumen des alten Schulhauses errichtet. Dazu bedurfte es einiger Umbaumaßnahmen, um die alten Schulräume sachgerecht ausstatten zu können. Es wurden Wände versetzt, Treppenaufgänge verändert und kindergerechte Toilettenanlagen installiert. Die Einweihung des Hoofer Kindergartens war am 17. Juli 1971. Im Jahre 1999 wurden dann der Hoofer Kindergarten geschlossen. Seitdem gehen die Hoofer Kinder in den Kindergarten in Niederkirchen.

Der Bebauungsplan für das Neubaugebiet im „Puhlwald“ wurde 1962 erstellt. Die ersten neuen Häuser wurden schon 1963 errichtet, damals war noch alles im Gemeindebesitz der Gemeinde Hoof innerhalb des Amtsbezirkes Niederkirchen. Im April 1963 ereignete sich im „Puhlwald“ ein tödlicher Unfall. Heinz Kraushaar von der Hoofer Laubensiedlung, im Volksmund liebevoll „de Matz“ genannt, fällte dort oben Bäume. Dabei geschah ein Unfall. Ein dicker Ast fiel herunter und verletzte ihn tödlich. Ich selbst habe ihn zum letzten Mal lebend gesehen. Ich unterrichtete an einem wunderschönen Frühlingsmorgen im Klassenzimmer, als das vorher laute Geräusch der Motorsäge verstummte. Irgendetwas musste also geschehen sein, dachte ich mir. Da kam Ferdinand Müller am Schulhaus vorbei und eilte hinauf in den „Puhlwald“. Er fand als erster den toten „Matz“.

Bereits 1964 musste das Neubaugebiet wegen starker Nachfragen Bauwilliger erweitert werden. Die Flächenparzellen „Am Hümes“ wurden als Baugebiet erschlossen. Heute nach über 50 Jahren kann man nach Erweiterungen bis fast zum Sportplatz hin sagen, dass dort ein geschlossener, eigener Ortsteil am Südhang des „Behmbesches“ bis hin zum „Puhlwald“ entstanden ist. Ursprünglich wollte man Anfang/Mitte der 1960er Jahren ein Neubaugebiet am „Eltzenberg“ hinauf erschließen, doch die dort sich befindlichen unterirdischen Grubenstollen ließen das nicht zu.

Der neue Sportplatz „Auf dem Puhl“ wurde 1951 eingeweiht. Vorher gab es im oberen Gerberstall einen Sportplatz, der viel zu klein war. Alle „Auf dem Puhl“ zu verrichtenden Arbeiten wurden damals in Eigenleistung erbracht. Nachdem die erste aufgetragene Decke auf dem Sportplatz als Rohmaterial sehr grobkörnig war, wurde mittels einer beschaffenen Sandmühle das gesamte Material gemahlen und 1953 neu aufgebracht. Im August 1973 fand im Rahmen eines Jugendturniers die feierliche Einweihung des neuen Sportheimes statt.

Auch im Jahr 1951 wurde die Durchgangsstraße vom Kreuz bei Osterbrücken bis zur Betzelbach erneuert und mit einer Teerdecke versehen. Alle zu dieser Straße führenden Dorfstraßen waren noch mit einer Schotterdecke versehen, die einfach festgewalzt war. Im Laufe der Jahre wurden auch diese Dorfstraßen mit Teerdecken versehen und mit Gehwegen rechts und links der jeweiligen Straßen erweitert.

Bis Oktober 1965 gab es in Hoof, wie auch in vielen anderen kleinen Gemeinden des Ostertales, nur eine Straße mit Namen und durchnummerierten Häusern, die Dorfstraße. Die Nummerierung der einzelnen Häuser im Ort begann bei der Nummer 1 und setzte sich ringförmig durch den gesamten Ort fort bis zur Nummer des letzten Hauses. Im Oktober 1965 wurden alle Straßen mit unterschiedlichen Straßennamen ausgestattet. Das Prinzip der geraden Zahlen auf der einen und der ungeraden Zahlen auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde eingeführt. Damit war die Orientierung von Anlieferern und der Post bezüglich der Wohnungen übersichtlicher geworden.

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts hatte Hoof 650 Einwohner. Die Mehrzahl der Einwohner waren Bergleute und Hüttenarbeiter, die im Saargebiet ihren Arbeitsplatz hatten. Die Familien waren verhältnismäßig groß, im Durchschnitt gab es noch pro Familie vier Kinder. Oft waren es damals noch drei Generationen, die zusammen unter einem Dach wohnten: Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Fast jede Familie betrieb für die Deckung des Lebensunterhaltes noch Landwirtschaft. Man hielt sich zwei bis drei Kühe oder vor allem Ziegen. Derartige Familien wurden „Bergmannsbauern“ genannt. Die Ziege war die „Kuh des armen Mannes“, auch „Bergmannskuh“ genannt. Um die täglichen Arbeiten in den Familien bewältigen zu können, musste die schulpflichtigen Kinder kräftig mitarbeiten.

„Wenn der Sturm kräftig kräftig geblasen hat, ist Tag im Klingelwald“, so ein Ausspruch unter den Bergmannsbauern. Hochbetrieb herrschte dann in dem Waldgebiet „Klingelwald“, weil alles was Beine hatte, zum Holzeinsammeln ging. Jeder wollte als erster in dem Waldgebiet sein, um das beste Holz zu bekommen. Hin und wieder gab es hier auch mal Streitigkeiten mit Leitersweiler Bürgern, die im Klingelwald auch ihr Holz sammeln wollten, war doch der Klingelwald ein Grenzgebiet zwischen Hoof und Leitersweiler.

Aus der Frühgeschichte von Hoof

„Adelheid vom Hofe“ gab Hoof ihren Namen

Das Jahr 1344 ist das Jahr der „Ersterwähnung von Leitersweiler und Hoof“. In der entsprechenden Urkunde, datiert vom 13. Januar 1344, werden auch erstmals „Namen“ (damals nur Vornamen) aus den beiden Orten genannt und zwar: Wylche, Hennechin und Herbord aus Luterswilre und Adelheid vom Hofe. Die spätere Namensgebung des Dorfes geht mit Sicherheit auf die „Adelheid vom Hofe“ zurück. Alte Namensregister der Einwohner von Hoof aus den Jahren von 1750 bis 1790 belegen, dass der Vorname „Adelheid“ („Adelheyd“) im Ort sehr beliebt war. Auch der männliche Vorname Adelbert (Adalbert) wurde in jenen Jahren öfters in alten Namensregistern gefunden. Da beide Orte, Leitersweiler und Hoof, die jahrhundertelang von der gleichen geschichtlichen Vergangenheit geprägt wurden, 1344 ihre urkundliche Ersterwähnung haben, feierten die beiden Nachbardörfer im Jahre 1994 ihre 650-Jahrfeier.

Ritter Ulrich vom Steine und seine Gemahlin Irmgard von Heinzenberg waren die Grundherren von Leitersweiler und Hoof. Ulrich vom Steine ist 1348 verstorben, seine Frau Irmgard erst viel später. Durch ihre Tochter Ida vom Steine kam eine Hälfte des noch ungeteilten Besitzes und der Rechte von Leitersweiler und Hoof an die Vögte von Hunolstein. Die andere Hälfte befand sich im Besitz der Herren Dietrich von Manderscheid und des Johann von Schwartzenberg. Alle zusammen hatten zur Wahrung ihres Besitzes und ihrer Rechte einen gemeinsamen Schultheißen bestellt, der in Leitersweiler wohnte. Der Schultheiß hieß Johann Jakob vom Berge. Hoof und Leitersweiler bildeten eine Schultheißerei und einen Gerichtsbezirk. Sieben für diesen Bezirk bestellte Schöffen, vier aus Leitersweiler und drei aus Hoof, wiesen auf dem Gerichtstag das Recht, das in den Weistümern festgehalten wurde. Im Ort Hoof befand sich ein Halseisen (Henkereisen) und auf dem Krähenberg nahe der Lotharingischen Grenze und den dort vorbeiführenden Höhenstraßen ein Galgen. (Früher hat man im Volksmund den Krähenberg auch „Galgenberg“ genannt.)

Gehen wir noch weiter in die geschichtliche Vergangenheit des Ortes Hoof zurück – was sich aber urkundlich nicht belegen lässt – so taucht immer wieder der Flurname „Schermeshöhe“ (auch „Scharmeshöhe) auf, wo einst eine römische Siedlung gewesen sein muss, sehr wahrscheinlich schon vorher eine keltische Siedlung. Im 23. Bericht der Staatlichen Denkmalpflege im Saarland (Sonderdruck 1976) heißt es auf Seite 15: „Siedlung, Römisch – am südlichen Abhang der Schermeshöhe (410 m) befand sich in einer versumpften Senke ein Brunnen. Im Brunnenloch wurde, wie Hauptlehrer Friedrich Herrig (1945- 1955 Lehrer in Hoof) mitteilt, vor Zeiten ein grob behauener Sandstein entdeckt. (Gemeint ist das Fundjahr 1949; der Verfasser Dieter Kremp). Es dürfte sich um eine von zwei Quellen handeln, die unmittelbar an der Gemarkungsgrenze Haupersweiler/Hoof entspringen, die eine an einem Grenzstein (Hoof), die andere 30 m östlich (Haupersweiler) davon. Das benachbarte Ackergelände ist übersät von römischen Ziegelscherben. (Etwa 200 m von hier weg steht auch noch der Grenzstein zwischen Bayern und Preußen: „KP“ und „KB“.)

100 Meter nordöstlich des Brunnens sind vor über 80 Jahren acht Krüge zum Vorschein gekommen. Am westlich anschließenden Krähenberg (Gemarkung Hoof) sollen im Jahre 1928 Steine mit Inschriften gefunden und in einem Feldweg verbaut worden sein. (Fundort des grob bearbeiteten Sandsteins war wohl das Quellloch des Bruchwiesbaches (im Volksmund „Klamesbach“ genannt) in der Farrwiese (Hirtenwiese).

Mit Sicherheit stand auf der Schermeshöhe ein römischer Gutshof. Auch die Natur der Örtlichkeit deutet daraufhin: Südhang, im Norden (einst) geschützt durch Wald, in der Nähe der römischen Heerstraße Tholey-Weiselberg – Schwarzerden – Pfeffelbach, Überlaufquelle. Dass das Gebäude durch Brand zerstört wurde bewiesen viele ausgebrannte Mörtelreste an den Ziegelstücken.

Auch auf dem ehemaligen Schuttplatz auf dem hinteren Rosenberg – etwa 400 m von der Schermeshöhe entfernt – fand ich (der Autor) 1960 ein paar zerstückelte Ziegelscherben.

Als ich 1959/60 als junger Lehrer nach Hoof kam, machte ich an der „Heemer“ Kirmes (Kirmesmontag) mit meiner 8. Klasse einen Wandertag zur Schermeshöhe, nachdem mir ein Hoofer Bauer gesagt hatte, er habe beim Pflügen wieder Ziegelscherben entdeckt. Wir sammelten einen ganzen Korb voller zerstückelter Ziegelscherben, die ich nach Saarbrücken zum Konservatoramt brachte. Damals hieß es: „Wir haben für Ausgrabungen kein Geld.“

Eindeutig bestätigt, dass auf der Schermeshöhe (Scherbenhöhe) zumindest eine römische Siedlungsstätte war, hat der weithin bekannte Wünschelrutengänger Hermann Mörsdorf (der Vater des späteren saarländischen Umweltministers Stefan Mörsdorf), der auf dem Hoofer Heimatfest 1994 den Gutshof haargenau auspendelte. Er pendelte auch zwei Brunnen aus. Das war damals ein Riesenspektakel. Über 200 Besucher waren anwesend, unter ihnen auch Lehrer Friedrich Herrig aus Haupersweiler.

Unwahrscheinlich, was damals passierte! Vier Wochen vor dem Heimatfest waren ich und Werner Kratz mit Mörsdorf dort, wo er den Hof haargenau auspendelte und mit Stecken absteckte. Die Stecken wurden wieder entfernt und am Heimatfest pendelte er genau die gleiche Größe an derselben Stelle wieder aus. (Mörsdorf war in ganz Südwestdeutschland als Wünschelrutengänger bekannt, so pendelte er auch viele ehemalige Grubenstollen in der Pfalz aus.)

Dass auf der Gemarkung Hoof eine sehr frühe Besiedlung war, beweisen auch alte Flurnamen. So gibt es z. B. am Hoofer Eltzenberg die beiden Gewannbezeichnungen „Auf dem Ding“ und „Vor dem Ding“. „Auf dem Ding“ habe ich 1974 gebaut und beim Umgraben des Gartens in späteren Jahren immer wieder Scherben gefunden. Hier müssen wohl schon germanische Siedlungen gewesen sein, denn das Wort „Ding“ kommt aus dem germanischen Wort „Thing“ („Thius“ = germanischer Kriegsgott). Auf dem „Ding“ (Thing) stand immer eine germanische Gerichtsstätte.

Noch etwas zur keltischen und römischen Besiedlung der Gemarkung Hoof: 1970 wurde beim Ausbau des Feldwirtschaftsweges vor dem „Reiherswald“ in direkter Nähe des „Klingelwaldes“ („Klinkerwald“) ein keltisches Grab entdeckt. Etwas ganz anderes bestätigt die römische Besiedlung. Im Laubwald oberhalb des Keltengrabes im oberen Gerberstall (in unmittelbarer Nähe des „Klingelwaldes“) fand ich schon 1960 beim Pilzesuchen riesige bodenbedeckende Teppiche von immergrün (Vinca minor). Das Immergrün war ursprünglich nur im Mittelmeerraum vorhanden. Die Pflanzen wurden von den Römern nach Deutschland gebracht. Sie haben ihre Siedlungsstätten, z. B. ihre Gutshöfe und später auch die Klöster, mit Immergrün umpflanzt, sollte die Pflanze doch im heidnischen Glauben Geister vom Hof abwehren. Dies alles ist in der geschichtlichen Literatur bestätigt. Auch hier muss also eine römische Siedlungsstätte gewesen sein.

Dem römischen Herrn auf der Schermeshöhe folgte wahrscheinlich zuerst ein alemannischer und nach der Schlacht bei Zülpich (496) ein fränkischer Herr. In der Pfarrchronik zu Niederkirchen heißt es: „Im Jahre 918 verlieh in Edler namens Ruthard einen Herrenhof mit Gebäuden im Ort und Bann von Osterna an die Abtei des Heiligen Remigius in Rheims“. Es besteht die Annahme, dass dieser Herrenhof nur „Hoof“ gewesen sein kann, weil keine andere Gemeinde in diesem Raum einen Flurteil besitzt, dessen Namen auf den Hl. Remigius hindeutet. Auf Hoofer Gemarkung aber gibt es einen „Remmeswald“ und ausgerechnet in nächster Nähe des römischen Gutshofes auf der Schermeshöhe. Dass Ruthard ein Franke war, beweist die Tatsache, dass er den Hof an Reims verschenkte. (Der „Remmeswald“ heiß im Volksmund auch „Henkerswald“ und „Hängerswald“.) Die Bezeichnungen „Henkerswald“ und „Krähenberg“ geben wieder zu denken; denn wir wissen, dass die eroberten römischen Güter als Sperrgut an die germanischen Edlen fielen oder zum „Königsland“ erklärt wurden. Als solches war es dazu bestimmt, das Ansehen des Herrschers zu festigen. Eine Gerichtsstätte mit Galgen („Krähenberg“ auch „Galgenberg“ genannt) erfüllte diesen Zweck. Und somit führt die Frühgeschichte des Ortes Hoof bis hin in das Jahr 1344, wo eben die „Adelheid vom Hofe“ wohl erste Namensträgerin des Dorfes war. Wann und wie nun die „Leute vom Hofe“ durch das Bruchwiestal hinunter in das Tal des Grügelbaches (Betzelbach) zogen, ist wohl unbekannt. (Übrigens sprechen Ausgrabungen in der oberen Bruchwiese – beginnend an der oberen Quelle im Wald – dass von dort aus einst eine unterirdische Wasserröhre aus Eichenholz ins Dorf hinunter führte und wohl den ersten Dorfbrunnen an der Kirche mit Wasser speiste.) Auch andere alte Flurnamen deuten auf eine frühmittelalterliche Besiedlung hin. Es ist die „Fröhn“ zwischen Hoof und Leitersweiler. Der Flurname „Fröhn“ kommt vom mittelhochdeutschen Wort „vron“, was so viel heißt wie „den Herrn betreffend, ihm gehörig sein“. Frondienst war im Mittelalter der „Dienst der Unfreien für den Herrn“.

Seit 1975 aber wissen wir, dass eine „Erstbesiedlung von Südhängen über dem Grügelbachtal“ schon um Christi Geburt stattgefunden hat. Ich verweise auf das Schreiben des Staatlichen Konservatoramtes vom 17. Juli 1976 an den Verfasser Dieter Kremp: „Es wurden im Mai 1975 in der Flur „Im Quetterling“ in der Ausschachtung zum Bau von Wohnhäusern mehrere Gräber aufgeschnitten. Davon blieb eines intakt, eines wurde teilweise zerstört, eines zum großen Teil zerstört. Die Reste sind nach Meldung durch Bildhauer Herbert Kraushaar vom Konservatoramt geborgen worden. Es handelt sich um keltische Brandgräber mit Beigaben von jeweils mehreren Tongefäßen, dazu Eisenreste und eine Bronze-Fibel. Die Bestattungen fanden in der frühen römischen Kaiserzeit, d. h. im 1. Jahrhundert nach Christus statt.“

Die früheren Hoofer Lehrer Albin Damian, Peter Böll, Johann Theiß, Karl Jausel und Friedrich Herrig waren die ersten, die den Spuren Hoofer Vergangenheit nachgingen. Ihnen folgten Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre Erich Schneider und Dieter Kremp und die heutigen Heimatforscher Hans Kirsch und Klaus Zimmer, wobei wohl letzterer das Geheimnis um die Geburtsstunde von Hoof lüftete. Auch Berthold Stoll aus Leitersweiler sei hier genannt.

Hoof heißt im Volksmund „Hoob“, die Bewohner nennen sich die „Heemer“. „Heemer“ kommt von „Heim“. Die „Heemer“ lieben also ihre Heimat ganz besonders.

(Anmerkung: In Hoof gibt es zwei Flurbezeichnungen mit dem Namen „Ding“: „Vor dem „Ding“ und „Auf dem Ding“. Diese beiden Fluren liegen am Eltzenberg, rechts und links von der Straße, wenn man den Berg hinaufgeht. „Auf dem Ding“ steht das Wohnhaus von Dieter Kremp, „Vor dem Ding“ das Wohnhaus von Otfried Gerhart. Das bedeutet: Schon in germanischer Zeit war hier eine Gerichtsstätte. Woher kommt nun das Wort „Ding“? Aus dem mittelhochdeutschen „dine“ und dem althochdeutschen „thing“, was eine „öffentliche Versammlung (Volksversammlung) vor der Volksgemeinde war, eine rechtliche und gerichtliche Verhandlung, eine Gerichtsverhandlung.“ „Dingfest“ machen bedeutet, einen Verurteilten festzunehmen. „Aller guten Dinge sind drei“ heißt es. Der Angeklagte wurde dreimal vor die Volksversammlung geladen. Auch das Wort „dingen“ und „Diensttag“ gehen auf das Wort „thing“ oder „Ding“ zurück. Althochdeutsch „Dingsdag“, mittelhochdeutsch „dinxendach“. Letztendlich geht das Wort „ding“ oder „thing“ zurück auf den altgermanischen Kriegsgott „Thiu“ oder „Tiu“, wie Zeus bei den alten Griechen, der oberste Gott der Germanen. Früher wurden die Mägde auf den Bauerndörfern „gedingt“. Sie wechselten die Stelle, was ursprünglich wohl am Dienstag nach Weihnachten geschah. Und heute noch ist der Dienstag nach Weihnachten im Ostertal der „Wannerschdaach“. Seltsam! Auch der Vorname „Dieter“ kommt vom germanischen Wort des Kriegsgottes „Thiu“ („Tiu“). Daraus wurde im Laufe der Zeit das Wort „tiudisk“, was also „deutsch“ (eigentlich „der Volksdeutsche“ heißt.

Im Jahre 1994 feierten die „Heemer“ aus Anlass der Ersterwähnung des Dorfes Hoof ihr Heimatfest „650 Jahre Hoof“. Zu einem „Geburtstagsempfang“ lud damals der Hoofer Ortsvorsteher Walter Cullmann die Bevölkerung ein – genau am Tag der Ersterwähnung vor 650 Jahren: am Donnerstag, 13. Januar 1994, in den Saalbau Robert Gerhart. Der erste Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Ostertal, Hans Kirsch, hielt in einem geschichtlichen Abriss die Geburtstagslaudatio. Höhepunkt der Veranstaltung war die Überreichung einer historischen Amtskette an Ortsvorsteher Walter Cullmann durch den St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon und Staatssekretär Dr. Richard Dewes. Nach einer Idee von Rudi Gerhart und einer Vorlage von Hans Kirsch wurde die Amtskette von einem Künstler in Rotenburg ob der Tauber angefertigt. In Winfried Bayer, einem ehemaligen „Heemer“, fand der Ortsvorsteher einen Sponsor.

(Quellen: Schulchronikalische Aufzeichnungen von 1862 bis 1882 in Hoof, Pfarrchronik Niederkirchen, eigene Recherchen und Zeitungsberichte von Dieter Kremp 1994, Staatsarchiv Speyer, Bodendenkmalpflege des Staatl. Konservatoramtes).

Die Schöffenweistümer von Hoof und Leitersweiler

Im Gerichtsbezirk der Vögte von Hunolstein und der Herren von Schwartzenberg, der die Dörfer von Hoof und Leitersweiler sowie einen Teil des Dorfes Grügelborn umfasste, gab es Weistümer, datiert aus den Jahren 1529, 1538, 1542, 1550 und 1563, die in dem Aktenstück Nr. 963 L/2 des Staatsarchives Speyer, Bestand Zweibrücken I, verwahrt werden.

Hier ein Auszug aus den Weistümern, deren Inhalte eine besondere Bedeutung im damaligen Rechts- und Wirtschaftsleben spielten.

„Der Scheffen zum Hoiff undt Lauterßweyler Weyßthumb, uff Samstag de 5ten Junij Anno 1563 gewießen worden. Im Beyseyn der Edlen undt Vesten Johannes von Schwarzenburg, undt Valentin Schlägels Hunolsteinischen Dhieners: Erstlich weißen sie an Bonnetz Eich ahn, hinauß in den Jung Waldt (Anmerkung: Ein „Jungwald“ gibt es als Flurname heute noch in Leitersweiler), da stehet ein Gemarckstein, von Schneiß oben Lautersweyler hin (Anmerkung: Die „Schneiß“ gibt es heute noch als Flurname in Leitersweiler), bißß auff Birck, do hatt auch ein stein gestanden, ist aber kürzlich umgefallen. Von dannen an dem Trierischen Gerichte hin, biß bey Krüelborrnn, der Straß hin biß an den Schwarzen Kirschbaum, von demselben herein biß in Weydenbornn, von dannen das Floß herein, bis in die Betzelbach, so durch das Dorff lauffet, von dannen daselb Bächlein herein biß zu der Rungenden Bietz, von dannen uff Häwelswaßem, davon die Grießbach Glam hinein biß in Gaßenborrn, furthers biß in Kellers glom, von dannen hinauf uff Steinluck, von dannen den Forst hinein, biß an Schleidtwald, von Schleidtwald biß uff Gremel bey den Noßbaum, von demselben biß in Enderßforth, von dannen an Eltzenberg, bey das BuchenRiß, davon außen zu dreyen Eichen zu. Von denselben hinauß, über die Tresch, biß an Wehners weiger, von dannen biß wieder zu Bonnatz Eich, aldo finden undt laßen Sie es, darin aber niemand seiner Gerechtigkeit verlustig wie von alters daruff sein die Scheffen durch Vorbemelden Junkern undt Dhiener befragt worden, wen sie vor Ober- undt Hochgerichtsherren, in solche Bezirck sie jetzo gewießen, erkennen. Daruff haben Sie geantwortet, Sie erkennen kein andere Vor Ober- undt Hochgerichtsherren des Orths, dann die Edlen und Vesten Johannen von Schwartzenberg und Johann Voigten zu Hunolstein. Fürters sein sie befragt worden, wem Bruch und Frevel, wo sich dero eines des Orths begeben, zuständig, auch wo ein Mißthätiger, in dem Bezirck sie gewießen, begriffen würde, wie es damit gehalten werden soll. Daruff Sie geantwortet, Sie erkennen Beyde von Bemeldten Junckern alle Bruch und Frevel, so sich in bemeldten Bezirck zutragen würde, allein undt keinem andern zu. Auch so ein Mißthätiger ergriffen würde, soll der Schultheiß, so von Beyden Junckern des Orths gesetzt, denselben Mißthäter nehmen, undt ihne in den Stock schlagen eine Stundt, Zwo oder Drey, danach soll er denselben Verwarlich starck genug, gehen Kallenfels, lieffern undt führen, aldo haben Beyde Bemeldete Junckern eine Gefängnuß. Darin soll mann ihnen Sechs Wochen lang undt Zwen Tag gefänglich einhalten, undt wo er seine Begangenen Mißthat nichts Bekennet, soll er peinlich befragt werden, und so er bekennet, des das Toits, oder sunst strafwürdig sey, soll er wiedder in das Hochgericht Zum Hoiff (Anmerkung: Hof = Hoof) gefüret, undt aldo nach seinem Verdienst gesträft werden.

Undt sein dies die Scheffen, so solches erkennt, nemlich: Wendel Scheffeler, Schwartt Hannß, Schleegs Simont, Alt Hannß Nicolaß, alle Vier von Lauterßweiler. Chuns Garab, Hillenhannß und Brein Thibault, alle Gerichtscheffen zum Hoiff undt Lauterßweiler.

Es folgen nun die Auszüge der Weistümer zum Hoiff und Lauterßweiler:

Anno 1538, Freytags nach Ashumptionis (= 16. 8. 1538) haben die eigenen Angehörigen Juncker Johannes von Schwartzenberg, undt Veltin Schlegeln, an Stadt Juncker Adams, Voigts zu Hunolstein gelobt, geschwohren und Huldigung gethsn, ist ihnen dargegen Versprochen worden, sie Zuhalten wie von alters … Darnach ist den Schultheißen befohlen, dass er kein Besthaupt Verthetigen lassen, sunder Vorwißen der Herrschaft oder wen sie dazu Verordnen werde, bey Pein und Straff Sie daruff geben oder legen. Zum Andern sollen die Güter so verkauft werden, mit ihnen Beschwehrten undt Gülten Verkauft, undt vor dem Gericht zum Hoiff, undt niregends anderswo uffgetragen werden, bey Straff der Herren, undt sollen eigentlich ins ZinßRegister verzeichnet werden. Die Eckerbaume undt Brennholtz, so biß hierher gehauen worden, dieweil der Waldt klein und gar ins abnehmen komen, wie vor Augen, so soll firohin kein Bäume oder Holtz darin, sunder erlaubnuß undt Verwilligung der Herrschaft gefällt oder gehauen werden, bey straff derselbig.

Dergleichen soll der Schultheiß keines weegs Holtz fellen noch hinweg lassen, sonder wißen der Herrschaft, bey obbmeldter Straff, doch sindt ihme die Windfäll erlaubt.

Item die Bäch, die sollen Verspotten und Zugethan seyn von der Düfwießen an biß Lauterßweiler Viehtrift oder Fhurt, und die ganze Dommelbach, sunst sollen die Unthertanen außenwendig diesem Bezirck, vor Kindtbetterin, und krancke Leuth Fischen nach Notdurft, und wo einer vom Schultheiß oder einem Scheffen gesehen oder funden, undt nicht angezeigt würde, sollen der oder derselbig gleich dem Thäter gestrafft werden.

Dieweil auch der Schultheiß als die wirth die Nachpauern über gebührliche Zeit sitzen läßt, dardurch sie das ihrige Verschwenden und Muthwillig Verthun, auch viel Unraths darauß entstanden.

Anno 1542, Montags den 21igsten Augusti:

Ist denen Nachpauern verbotten worden, dieweilen etliche mit Uffsatz undt Nachtheil das Ihrig muthwillig Verkauffen, daß hinführo keiner Nichts sonder Vorwissen der Herrschaft verkauffen soll, bey Straff deroselbigen.

Dergleichen dermahls auch gebotten worden, keiner seine Kinder, ehelichen sunder Vorwißen der Herrschaft, bey gleicher Straff, zu versprechen.

ITEM: Die Herrschaft haben zu Brücken ein eigen Hauß, Stücken, Hube und Gerechtigkeit, nun hatt Gerlach Kulp ein mannbahre Tochter und seine besten Güter daselbst liegen, wehr guth, da sie daselbst Bestallt undt daselbig uffbauet.

Anno 1550, Montags, den 3ten Mertz:

Huben Juncker Johann von Schwartzenberg undt Veltin Schlegel, Hunolsteinischer Dhiener, den Scheffenstuhl daselbst besetzt, nemlich Kulpen Gerlach, Scheffen Wendell, Bongin Schultheiß.“

(Anmerkungen und Ergänzungen: Die Grenze des Hunolsteinisch-Schwartzenbergischen Gerichts zu Leitersweiler und Hoof wendet sich der gemeinsamen Banngrenze Hoof-Haupersweiler bzw. Hoof-Osterbrücken zu. Vom Schleidwald (heute: Schladwald) und zwar etwa von der Hoofer Eisenbahnunterführung ab zog die Grenze in einer Schlangenlinie am früheren Bahnhof in Hoof vorbei über den Kremel (Bauernhof Hinkelmann), dann am östlichen Rand des Bremmenrechs, der Enterswiese und der Leimkaut vorbei zu dem den Eltzenberg hinauf führenden Feldweg. Der Feldweg über den Eltzenberg führte fast geradlinig bis zur Fröhn und von der Fröhn hinab durch die „Seiters“ in die „St. Wendeler Straß“, die den Mühlenwald hinab über den dort aufgeworfenen Weiherdamm an der ehemaligen „Hunolsteinischen Lorenzen-Mühle“ vorbei und über den Tiefenbach zur Höhe und schließlich zum Ausgangspunkt, der Bonnetzeiche (Budelmannseiche) führte, wo sie beim Langenfelder- oder Wendalinushof in die von Niederkirchen her kommende Straße nach St. Wendel einbog.

Die vom Bremmenrech bei Hoof bis zur Budelmannseiche führende „Leitersweiler bzw. St. Wendeler Straß“ war noch um 1738 die Banngrenze zwischen Hoof und Leitersweiler einerseits und die von Marth und Niederkirchen andererseits.

Die Vögte von Hunolstein und die Herren von Schwartzenberg als Grund- und Hochgerichtsherren hatten ihre Güter und Rechte in Leitersweiler und Hoof, teils auch in Grügelborn, als Erben des Ritters Ulrich vom Steine und seiner Gemahlin Irmgard von Heinzenberg in Besitz. Ritter Ulrich vom Steine und seine Gemahlin Irmgard tauchen erstmals im Jahre 1344 in der genannten Gemeinde auf. Dieses Jahr 1344 ist auch das Jahr der Ersterwähnung von Leitersweiler und Hoof. In der entsprechenden Urkunde, datiert am 13. Januar 1344, werden erstmals „Namen“ (damals nur Vornamen) aus den beiden Orten genannt und zwar: Wylche, Hennechin und Herbord aus Luterswilre und Adelheid vom Hofe. Sie waren die Verkäufer ihres Erbwaldes und Leute der ritterlichen Grundherren vom Steine. Ulrich vom Steine ist 1348 verstorben, seine Frau erst viel später. Durch ihre Tochter Ida vom Steine kam eine Hälfte des noch ungeteilten Besitzes und der Rechte von Leitersweiler und Hoof an die Vögte von Hunolstein. Die andere Hälfte befand sich im Besitz der Herren Dietrich von Manderscheid und des Johann von Schwartzenberg. Alle zusammen hatten zur Wahrung ihres Besitzes und ihrer Rechte einen gemeinsamen Schultheißen bestellt, der in Leitersweiler wohnte. Hoof und Leitersweiler bildeten eine Schultheißerei und einen Gerichtsbezirk. Sieben für diesen Bezirk bestellte Schöffen, 4 aus Leitersweiler und 3 aus Hoof, wiesen auf dem Gerichtstag das Recht, das in den Weistümern festgehalten wurde. Im Ort Hoof befand sich ein Halseisen und außerhalb desselben auf dem Krähenberg nahe der Lotharingischen Grenze und den dort vorbeiführenden Höhenstraßen ein Galgen (Galgenberg). Wegen des Hochgerichts kam es mit dem Herzog zu Pfalz-Zweibrücken öfters zu schweren Auseinandersetzungen, weil dieser, zum absoluten Territorialherren aufgestiegen und im Bewusstsein seiner Macht, die hohe Gerichtsbarkeit der genannten Grundherren nicht anerkennen, sondern ihnen nur die niedere, die Grundgerichtsbarkeit, zugestehen wollte. Deshalb hatten die Beamten des pfalz-zweibrückischen Oberamtes Lichtenberg das Galgengericht in Hoof zerstören lassen. Am 8. März 1543 kam es zum Abschluss eines Vertrages zwischen dem Pfalzgraf Ruprecht als Vormund der Kinder des Adam, Vogt von Hunolstein andererseits, wonach dem Herzog von Pfalz-Zweibrücken als dem Landesherrn für alle Zukunft „die Hohe Gerichtsbarkeit und das Bergregal (über Silber-, Erz- und Metallvorkommen), ferner die Appellation und andere der Hohen Obrigkeit anhängigen Regalien vorbehalten, den Junkern „aus Gnaden gestattet wurde, innerhalb des Gerichtsbezirks und zwar in dem Ort H o o f ein Halseisen und außerhalb desselben einen Galgen wieder aufzurichten“. Die Grundherren kämpften Jahrhunderte lang um die Wiedererlangung ihrer „althergebrachten und auch ausgeübten Hoheitsrechte.“ Das Kaiserliche Kammergericht war mehrere Jahrzehnte mit der Untersuchung der Rechtslage befasst, aber die Entscheidung hatte sich, bedingt durch die verschiedenen Kriege und Nachkriegsereignisse immer hinausgezögert. Als sich endlich ein Erfolg für betroffene und schwer verschuldeten Grundherren abzeichnete, suchte die herzogliche Regierung rechtzeitig in ständigen Verhandlungen die Prozessgegner dazu zu bewegen, die Dörfer Hoof und Leitersweiler mit ihren Untertanen und ihren Rechten und Gerechtigkeiten an den Herzog von Pfalz-Zweibrücken zu verkaufen, was schließlich durch den Abschluss von Kauf- und Tauschverträgen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelang. Damit war der Herzog auch der wichtigste Grundherr in den beiden Dörfern geworden.

Kleine Funde erzählen von großen Zeiten – Erste Spuren reichen in die Steinzeit zurück

(Bericht vom Autor in der Saarbrücker Zeitung anlässlich der 650-Jahrfeier in Hoof im August 1994)

Die Geschichte von Hoof beginnt lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung am 13. Januar 1344. Erste Spuren einer spärlichen Besiedlung stammen aus der Jüngeren Steinzeit (3000 – 2000 v. Chr.). 1948 wurde am Krähenberg im Abraum des dortigen Steinbruches ein Steinbeil gefunden. Als Folge der Einwanderung urkeltischer Völkerschaften war die Gemarkung Hoof während der Eisenzeit (750 – 200 v. Chr.) allerdings relativ dicht besiedelt, was zahlreiche Bodenfunde bestätigen. Im Mai 1975 wurden im „Quetterling“ auf dem neuen Siedlungsgelände bei der Ausschachtung zum Bau von Wohnhäusern (beim Aushub der Baustelle Helmut Schneider) mehrere keltische Brandgräber durch Baggerbetrieb zerstört. Drei keltische Brandgräber mit mehreren Tongefäßen, Tonscherben, Eisenresten und einer Bronze-Fibel wurden angeschnitten. Die Fundmeldung ist Bildhauer Herbert Kraushaar zu verdanken. Das Staatliche Konservatoramt in Saarbrücken (damals war Alfons Kolling aus St. Wendel Landeskonservator) untersuchte die Funde. (Die schriftliche Mitteilung hierzu befindet sich heute noch im Besitz von Dieter Kremp, der im Mai 1975 die Funde zum Konservatoramt nach Saarbrücken brachte.)

Ähnliche Funde keltischer Brandgräber wurden beim Ausbau des Feldweges „Am Staffel“ und auch am „Eltzenberg“ entdeckt. Sie sprechen von Bestattungen in der frühen römischen Kaiserzeit, im 1. Jahrhundert n. Chr.

Das geschichtsträchtigste Hoofer Gebiet ist aber die „Hirtenwiese“ vor der „Schrermeshöhe“ („Scharmeshöhe“), unweit der Gemarkungsgrenze von Haupersweiler. Am südlichen Abhang auf der „Schermeshöhe“ (410 m) befand sich in einer versumpften Senke ein Brunnen. Im Brunnenloch wurde vor Zeiten ein grob behauener Sandstein entdeckt. Es dürfte sich um eine von zwei Quellen handeln, die unmittelbar an der Gemarkungsgrenze Hoof-Haupersweiler entspringen, die eine an einem Grenzstein (Hoof), die andere 30 Meter östlich (Haupersweiler) davon. Das benachbarte Ackergelände war überall von römischen Ziegelscherben übersät, teilweise noch heute beim Pflügen des Feldes zu finden. Hundert Meter nordöstlich des Brunnens sind vor Jahrzehnten acht Krüge zum Vorschein gekommen. Am westlich anschließenden „Krähenberg“ auf der Gemarkung Hoof wurden im Jahre 1928 Steine mit Inschriften gefunden, die damals in einem Feldweg verbaut wurden.

Hier auf der „Hirtenwiese“ vor der „Schermeshöhe“ stand einst ein römisches Landhaus (villa rustica), das wohl Ende des 3. Jahrhunderts während der Germaneneinfälle zerstört und abgebrannt wurde. Noch heute sind an den Ziegelscherben Brandspuren zu finden. Die früheren Hoofer Lehrer Peter Böll, Albin Damian, Johann Theiß, Karl Jausel und Friedrich Herrig waren der Meinung, dass diese römische Hofstätte später wieder aufgebaut wurde. Danach kamen ein alemannischer und später ein fränkischer Herr. Von hier aus sollen die „Leute vom Hofe“ durch das Bruchwiestal in das Tal des Grügelbaches gezogen sein.

Die heutigen Heimatforscher Klaus Zimmer und Hans Kirsch hingegen schließen diese „Legende“ aus. Wann der Ort Hoof genau gegründet wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls entwickelte sich das Dorf Hoof aus einer bäuerlichen Hofstätte, die entweder im Auftrag des Königs oder durch einen vom König beschenkten Adligen errichtet wurde. Hoof erscheint urkundlich zusammen mit Leitersweiler am 13. Januar 1344. In der Urkunde wird eine Frau, Adelheid vom Hofe, genannt. Sie ist die erste namentlich genannte Einwohnerin des Ostertalortes. Ritter Ulrich vom Steine und seine Gemahlin Irmgard von Heinzenberg waren die Grundherren von Leitersweiler und Hoof. Durch ihre Tochter Ida vom Steine kam eine Hälfte des noch ungeteilten Besitzes und der Rechte von Leitersweiler und Hoof an die Vögte von Hunolstein. Die andere Hälfte befand ich im Besitz der Herren Dietrich von Manderscheid und des Johann von Schwartzenberg. Alle zusammen hatten zur Wahrung ihres Besitzes und ihrer Rechte einen gemeinsamen Schultheißen bestellt, der in Leitersweiler wohnte. Hoof und Leitersweiler bildeten eine Schultheißerei und einen Gerichtsbezirk. Sieben für diesen Bezirk bestellte Schöffen, vier aus Leitersweiler und drei aus Hoof, sprachen auf dem Gerichtstag das Recht, das in den Weistümern festgehalten wurde. im Ort Hoof wartete ein Halseisen, auf dem Krähenberg („Galgenberg“) ein Galgen auf die Verurteilten. Der Platz, wo das Hoof-Leitersweiler Gericht tagte, lag am Fuße des Eltzenberges in der Flur „Im Ding“ (germanisch „Thing“). Noch heute gibt es hier zwei Flurnamen „Auf dem Ding“ und „Vor dem Ding“. (Anmerkung: „Auf dem Ding“ steht das Haus von Dieter Kremp, „Vor dem Ding“ das Haus von Otfried Gerhart.)

Für Hoof wird 1720 erstmals eine Schule erwähnt, die nur im Winter existierte, um in der kalten Jahreszeit den Kindern den beschwerlichen Weg nach Niederkirchen und Leitersweiler zu ersparen.

Um 1550 gab es schon einer Hoofer Mühle. Steinkohle wurde 1766 durch den Breitenbacher Steiger Konrad Diehl auf der Gemarkung Hoof entdeckt und bis ins Ende des 19. Jahrhunderts im und um den Ort abgebaut. Gegenüber der Mühle am „Hommersrech“ wurde 1770 durch den Staat eine Glashütte, später Ziegelei, errichtet, die schon nach wenigen Jahren einging.

(Anmerkung: Auf der 650-Jahrfeier von Hoof im August 1994 war der Grubenforscher und weithin bekannte Rutengänger Wilhelm Mörsdorf aus Stennweiler zu Gast und pendelte vor über 400 Zuschauern den genauen Standort der „villa rustica“ in der „Hirtenwiese“ aus.)

Orthofoto – Karte der UHG Hoof – Gemarkung Hoof mit Wanderwegen

Im Jahre 1999 gab die Unterhaltungsgruppe Hoof (UHG) eine Orthofoto – Karte mit der Hoofer Gemarkung heraus. Die UHG ist der kulturelle Mittelpunkt des Hoofer Dorfgeschehens. Die Karte ist mit 24 Bildern der Gemarkung ausgestattet. Dazu kommt ein Foto des Dorfes und der Gemarkung.

Die Karte wurde von Dieter Kremp, Reiner Becker, Hans Hoffmann, Bernd Kunz, Udo Ritter und Karl-Martin Wagner erstellt.

Steindenkmal:

Ein „Bildhauersymposium“, bestehend aus drei behauenen Steinen, gibt es im nördlichen Teil der Gemarkung Hoof. Die drei Steindenkmäler, errichtet vom einheimischen Bildhauermeister Herbert Kraushaar, stehen am Rundweg, der an der „Hirtenwiese“ vorbeiführt.

Der kleinere Stein erinnert die Wanderer an die Reaktorkatastrophe 1986 in Tschernobyl. Das zweite Denkmal beinhaltet die Worte von Rainer Maria Rilke: „Der Tod ist groß, wir sind die Seinen, wenn wir uns meinen mitten im Leben, wagt er zu weinen mitten in uns.“

Das dritte Denkmal ähnelt einem Grenzstein. Es führt u. a. die Inschrift: „Gemarkung Hoof, Flur 1, Nr. 18. 49 Grad nördlicher Breite. Höhe: 399,5 m über NN.“

Fischweiher des ASV Hoof:

Die idyllisch gelegene Weiheranlage des Angelsportvereins Hoof in der oberen Bruchwiese lädt den Wanderer zum Verweilen ein. Der ASV Hoof wurde 1959 von Ludwig Schillinger gegründet. Der obere Weiher wurde 1962 erbaut, der untere Weiher 1967 errichtet. Beim Stammtisch im Fischerheim, 1969 erbaut, ist es mittwochs abends urgemütlich, wenn beim Petri Heil „Anglerlatein“ geredet wird. Im Weiherwettbewerb auf Kreisebene erhielt der ASV Hoof 1978 einen zweiten Platz. Das traditionelle Weiherfest im August zieht alljährlich viele „Heemer“ an.

Luitpoldlinde:

Die Luitpoldlinde in der vorderen Vorstadt ist das historische Naturdenkmal in Hoof, das Wahrzeichen des alten Ortskerns. Die Luitpoldlinde wurde anlässlich des Geburtstages des bayerischen Prinzregenten Luitpold im Jahre 1891 vom damaligen Lehrer Peter Böll gepflanzt, der auch für die Pflanzung der ehemaligen Lindenallee in der Vorstadt verantwortlich war. Er pflanzte auch oberhalb des neuen Friedhofs das „Böllsche Wäldchen“. Luitpold war von 1886 bis 1912 Prinzregent des Königreichs Bayern, zu dem damals das Ostertal gehörte.

Naturdenkmal Hainbuche:

Die uralte Hainbuche, im Volksmund auch „Hornbuche“ genannt, im oberen Buchengraben ist mehr als 420 Jahre alt, genauso alt wie die Leitersweiler Buchen. Das einzige Naturdenkmal auf der Gemarkung Hoof macht demnach den alten Baumpatriarchen auf den Leitersweiler Buchen Konkurrenz. Im Jahre 1962 wurde der ausgehöhlte Stamm der Hainbuche restauriert, um den Baum für die Nachwelt zu erhalten.

Bienenstände:

Zwischen dem „Böllschen Wäldchen“ oberhalb des neuen Friedhofs und dem Panoramaweg am Rosenberg entlang stehen die Bienenstände des Hoofer Imkers Heinz Strauch. Die Gemarkung Hoof ist mit Bienenständen reichlich bestückt. Es waren die Imker Walter Cullmann, Heinz Strauch, Erhard Geis, Herbert Kraushaar und August Schneider („de Bienevadder vom Oschderdaal“), die auf dem „Heemer Bann“ 1999 insgesamt 84 Bienenvölker hatten, die für die Befruchtung der Obstbäume sorgten.

Auf der Fröhn:

Seitlich vom Hochbehälter auf der „Fröhn“ wütete im Februar 1980 der Wirbelsturm Wiebke und entwurzelte den gesamten 80jährigen Fichtenwald. Nur 800 m weit weg von hier ist die „Schanz“, das Wahrzeichen des mittleren Ostertales. Die „Heemer“ oder „Marthemer Schanz“ befindet sich auf der Gemarkung Niederkirchen und ist die höchste Erhebung des Kehrberges (438, 8 m). Die einst stark bewaldete Schanz ist heute nur noch schütter bewachsen. Der Name „Schanz“ erscheint in keiner Flurkarte, geht wohl auf die mundartliche Namensgebung der Bewohner von Hoof, Marth und Niederkirchen zurück, wonach früher eine „Schanz“ eine befestigte, erhöhte Stelle über dem Tal war, die in Kriegszeiten als Zufluchtsort für die Dorfbewohner diente; das war wohl im 30jährigen Krieg der Fall.

Katholische Kirche:

Ein lang gehegter Wunsch der Katholiken in Hoof, die bisher nach Breitenbach gepfarrt und von Oberkirchen aus betreut wurden, ging am 22. Juli 1934 mit der Einweihung der katholischen Kirche in der „Aacht“ in Erfüllung. Die Glocke dazu kam von der katholischen Kirche in Kusel. 1988 wurde das Pfarrheim eingeweiht, das heute Pater-Emil-Künzle-Haus heißt. Zwischen der Kirche und dem alten Friedhof wurde 1926 das alte Kriegerehrenmal eingeweiht.

Die „Alt Miehl“ in Hoof:

Der erste Hinweis über eine Mühle stammt von 1550, als Theobald, des Müllers Sohn von Hoof, als Huber auf dem Königreich genannt wird. Weitere Hinweise auf Mühlenbetriebe in der Gegend von Hoof finden wir im Jahre 1587 in Flurbezeichnungen: „Bey der alten Mülenn“, „Unden an den Mülen“ und „Obwendig der Mühle“. Im Jahre 1606 wohnte in Hoof der hunolsteinisch-schwartzenbergische Leibeigene Müll (Muhl) Simon, seines Zeichens Müller von Beruf. Wahrscheinlich stand damals der Hoofer Mühlenbetrieb schon am Grügelbach (Betzelbach), und zwar dort, wo sich heute noch die ehemalige Hoofer „Miehl“ befindet. Dieser Hoofer Müller taucht heute auch im Einwohnervberzeichnis von 1609 auf. Auch die Flurbezeichnung „Im Mühlengraben“ („Im Miehlegrawe“) erinnert an die alte Hoofer Mühle, die als Bauernhof von Ottfried (gestorben) und Elisabeth Kunz bis in die 1990er Jahre geführt wurde.

Bauernhaus Spengler

In einem völlig verwahrlosten Zustand war „Alt-Schreinerjobs-Haus“, das Dr. Gernot Spengler 1976 bis 1985 restauriert hat. Dafür erhielt Gernot Spengler eine Anerkennung in dem Wettbewerb „Alte Bauernhäuser im Saarland“. Das Bauernhaus ist wohl eines der ältesten Häuser in Hoof. Im Haus befindet sich ein zwölf Meter tiefer, gut erhaltener Brunnen, in dem Spengler eine Münze von 1768 fand. Es ist ein „Preußisch Drittel-Taler“. Also muss das Haus mindestens 260 Jahre alt sein. Spengler hat ein altes Foto, auf dem Emil Cullmann, Adolf Cullmann und deren Eltern abgebildet sind.

Bauernhaus Stromereder

Die Familie von Anita und Ingo Stromereder wohnt in diesem alten Bauernhaus in der Hoofer Dorfmitte. Warum das Haus „Schumachersch“ heißt, weiß heute keiner mehr. Ein zweiter Name bezeichnete später das Haus „Koch Daniels“. Erbaut wurde es 1851 von Daniel Koch und Margaretha Müller aus Leitersweiler. „Thue recht und scheue niemand“ steht als Hausspruch auf dem Türbogen eingemeißelt. Lehrer Erwin Damian war 1972 Literaturpreisträger der Pfalz. Er wurde im sogenannten „alten Schulhaus“ neben der evangelischen Kirche geboren. Seine Großmutter stammte aus „Koch-Daniels-Haus“.

Evangelische Kirche und altes Schulhaus:

Die protestantische Kirche wurde 1852/53 erbaut, wobei die Kosten von 1 761 Gulden fast ganz aus Gemeindemitteln aufgebracht wurden. Die Bauarbeiten erfolgten unter tatkräftiger Mitarbeit und Mithilfe der Gemeindeglieder, die durch freiwillige Gespannstellungen und durch Übernahme von Beifuhren nach besten Kräften mitarbeiteten. Am 24. April 1853 wurde das Gotteshaus eingeweiht. Beim 100jährigen Jubiläum der Kirche 1953 weilte der damalige Ministerpräsident des Saargebietes, Johannes Hoffmann (Joho) in Hoof. Seit der Einweihung der Kirche feiern die „Heemer“ am letzten Aprilsonntag das einzige echte Kirchweihfest in der Pfarrei Niederkirchen, die „Heemer Kerb“. Vorher gab es hier eine Kapelle, die in den Wirren des 30jährigen Krieges zerstört und 1717 neu aufgebaut wurde. 1841 wurde die Kapelle baufällig.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Müller aus Saal ordnete das Landeskommissariat Kusel 1824 den Bau eines Schulhauses an, das 1826 oberhalb der ehemaligen Kapelle (heute Kirche) erbaut wurde. Ab 1720 gab es in Hoof schon eine sogenannte „Winterschule“. „Schule Wertschaft“ auf der anderen Seite schräg gegenüber erinnert wohl daran. Wie schön waren noch für die „Heemer“ die Zeiten, als es in „Schule“ noch eine „Wertschaft“ gab. Und die einstigen Wirtinnen „Schule Anni“ und „Schule Friedche“ sind auch noch heute bei den Älteren im Dorf bekannt.

Dorfbrunnen in der Ortsmitte:

„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum. Ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum…“ Durch Sponsoren und die finanzielle Rücklage aus der 650-Jahrfeier konnte Hoof 1997 einen Traum verwirklichen: In der Ortsmitte vor der damaligen Sparkasse errichtete der einheimische Bildhauermeister Gerd Kraushaar einen historischen Dorfbrunnen. Auf der „Schermeshöhe“ stand der Überlieferung nach der Hof, der dem Dorf Hoof seinen Namen gab. Von dort aus lief einst das Wasser über die Bruchwiese zum Brunnen, der früher vor der evangelischen Kirche stand. Der aus Dolomit gefertigte Dorfbrunnen zeigt die Inschrift: „Zwischen Kusel und St. Wendel, zwischen Schermeshöh und Fröhn, zwischen Schollen und Stollen.“ Damit wird an den Bergbau und an die Landwirtschaft erinnert.

Das alte Feuerwehrgerätehaus in der Dorfmitte:

Das alte Feuerwehrhaus in der Ortsmitte, im Volksmund auch „Spritzenhaus“ genannt, wurde 1950/51 erbaut. Es wurde dort an die gemeindeeigene Viehwaage angebaut.

Zu dieser Zeit gab es in Hoof noch eine Pflichtwehr. Die Freiwillige Feuerwehr wurde dann im Juli 1952 gegründet. Erster Wehrführer war Artur Knoop. In den 50er Jahren wurde vor dem alten Feuerwehrhaus die „Heemer Kerb“ gefeiert, später fand hier dann seit 1988 alljährlich der Weihnachtsmarkt statt. Im Mai 1990 zog die Feuerwehr in ihr neues Feuerwehrhaus auf dem Dorfplatz am Dorfgemeinschaftshaus ein.

Dorf- und Festplatz:

Auf dem inmitten im Dorf gelegenen Festplatz steht das Anfang der 70er Jahre erbaute kleine Dorfgemeinschaftshaus, an das ein neues Feuerwehrgerätehaus angebaut wurde. Am Rande des Dorfplatzes befindet sich auch das Kelterhaus des Obst- und Gartenbauvereins sowie eine Grillhütte, die der Jugend des Dorfes zur Verfügung steht. Das frühere Kelterhaus wurde dann nach der Auflösung des Gartenbauvereins als Bistroladen genutzt, und das bis heute.

Der Fest- oder Kirmesplatz wurde im Jahre 1999 völlig neu gestaltet. Weiterhin dient der Platz für Vereinsfeste und für die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes.

Unterhaltungsgruppe Hoof:

Die Unterhaltungsgruppe Hoof (UHG) wurde Mitte der 70er Jahre als Interessengemeinschaft Hoofer Vereine gegründet zur Intensivierung des kulturellen Geschehens im Dorf, was ihr auch trefflich gelungen ist. Seit 1994 ist die UHG ein eingetragener Verein und über die Grenzen von Hoof hinaus bekannt durch Kappensitzungen, Theateraufführungen, Scheunenfeste, Kinderferienprogramme, bunte Abende und abenteuerliche Wanderungen, natürlich auch für ihre kulinarischen Spezialitäten, insbesondere die „Echten Heemer Gefilde“. Einen weiteren Höhepunkt in ihrer Vereinsgeschichte erreichte die UHG durch den Entwurf und die Herausgabe dieser Wanderkarte, mit der die UHG allen „Heemern“ und auch den Gästen von außerhalb ein paar gemütliche Stunden auf dem „Heemer Bann“ wünscht.

Die Gemarkung von Hoof (Gemeindebann):

Hoof im Ostertal hatte 1999 rund 1220 Einwohner und war damit damals der größte Ort im mittleren Ostertal. (2017 sind es nur noch 950 Einwohner, während Niederkirchen rund 1020 Einwohner hat.) Der Ort hat sich aus einer Hofstätte entwickelt und hat diesen schlichten Namen über Jahrhunderte hin beibehalten. In der urkundlichen Ersterwähnung aus dem Jahre 1344 heißt es „vom Hofe“.

In den fast sieben Jahrhunderten wandelte sich der Name mehrfach ab: 1387 „zum Hoff“, 1413 „vom Hobe“, 1538 „von dem Hobe“, 1585 „zum Hoff“, 1621 „zum Hoff im Osterthal“ und seit 1828 „Hoof“.

Die im 15. und 16. Jahrhundert auch gebrauchte Form „vom Hobe“ lebt noch heute in der Dialektbezeichnung „Hoob“ weiter. Die Einwohner von Hoof sind überall als „Heemer“ bekannt.

Die Gemarkungsfläche von Hoof beträgt 495 Hektar, davon sind 159 Hektar stadteigenes Land. Die höchsten Erhebungen sind der „Eltzenberg“ mit 389, 9 m, wobei der „St. Wendeler Weg“ über den Eltzenberg hinauf zur „Fröhn“ führt, der Rosenberg mit 400, 8 m, der Steinhübel dicht an der Gemarkungsgrenze zu Osterbrücken mit 410, 7 m und der Krähenberg dicht an der Gemarkungsgrenze zu Leitersweiler („Sandkaut“ und „Auf dem Gericht“) mit 438 m. Die Gemarkung grenzt im Norden an Haupersweiler, im Osten an Osterbrücken, im Südosten und Süden an Marth und Niederkirchen und auf der Westseite an Leitersweiler.

Die Hoofer Gemarkung hat die Form des Kontinentes Südamerika, wobei der langgestreckte und schmale Südzipfel („Feuerland“ und „Kap Horn“) mit seiner Spitze bis zum Wendalinushof reicht. Hier liegen die Gewanne „Amtmannsheck“, „Lange Steinheck“ und „Seiters Wäldchen“.

Auf einer Flurkarte aus dem Jahre 1879 (Steuergemeinde Hoof, Landescommissariat und Canton Cusel, sind insgesamt 67 Flurnamen verzeichnet, von denen heute viele gänzlich vergessen sind.

Schon lange vor den Römern siedelten die Kelten in Hoof

Die Ausgrabungen 2010 im Vorfeld der Errichtungen der

Windkraftanlagen an der Gemarkungsgrenze Hoof/Haupersweiler

brachte Erstaunliches zutage

Erneuerbare Energien, gerade Windkraftanlagen sind ein vieldiskutiertes und höchst kontrovers gesehenes Thema. Für Archäologen kann sich der Bau solcher Anlagen aber auch als besonderer Glücksfall erweisen. Denn so warfen archäologische Untersuchungen im Vorfeld der Errichtung einer Windkraftanlage zwischen den Gemarkungen Hoof und Haupersweiler im Jahr 2010 ein völlig neues Bild auf die Geschichte der Gemeinden und förderten unerwartete Ergebnisse zutage: Vor den Römern besiedelten bereits die Kelten die sanften, leicht bewaldeten Südhänge von Hoof, was sich nunmehr durch die Ausgrabungen zweifelsfrei beweisen lässt.

Gemeinhin blickt die Gemeinde Hoof auf eine lange Vergangenheit zurück. So ist es bekannt, dass außerhalb des heutigen Dorfes, nahe der Gemarkung Haupersweiler auf der „Schermeshöhe“ römische Gebäudereste zu finden sind. In der gesamten Region haben Römer zahlreiche Spuren hinterlassen. Vielerorts anzutreffende Flurnamen wie z. B. „Römerswald“ („Remmeswald“), „Römertal“, „Heidenhübel“ oder Ähnliches weisen ganz allgemein auf Funde aus der Römerzeit hin. Fundmeldungen besagen, dass die Fluren im Nordosten von Hoof gelegen, unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zwischen Hoof und Haupersweiler in römischer Zeit besiedelt waren und es dort eine sogenannte „villa rustica“ gelegen haben könnte. „Villa rustica“ nennt kleinere abgeschlossene römische Landgüter mit großem Herrenhaus und mehreren Neben- und Wirtschaftsgebäuden, die sich über die Landwirtschaft und Viehzucht selbst versorgten. Als Standort solcher Anlagen wählten die Römer bevorzugt grüne, leicht bewaldete Gelände in Südhanglage.

Und eben um ein solches Gebäude handelt es sich bei der Flur „Die Seer“, die – noch zum Gewann Haupersweiler gehörend – direkt an der Gemarkungsgrenze von Hoof liegt. Mit zwei Quellen in unmittelbarer Nähe und weiten Äckern bot sie beste Voraussetzungen für ein solches römisches Landgut oder gar eine kleinere Ansiedlung. Zudem liegen weitere Fundnachrichten über „wie an einer Schnur aufgereiht stehender Tongefäße“ vor, die in einem Wasserriss beobachtet worden waren und mit höchster Wahrscheinlichkeit als Urnengräber eines römischen Friedhofs gedeutet werden können. Die römischen Wurzeln von Hoof sind somit hinlänglich bekannt.

Nicht schlecht staunten hingegen die Archäologen, als sie bald nach Beginn der Ausgrabungen im Frühjahr 2010 auf kleine Scherben von Tongefäßen stießen, die zweifelsfrei aus der Zeit vor den Römern stammen. Wegen der bekannten Fundmeldungen wurden im Vorfeld des Baus einer Windkraftanlage die umgebende Fläche mit archäologischen Suchgräben durchforstet, um sicherzustellen, dass mit dem Bau der massiven Anlage keine historisch und archäologisch relevanten Funde, oder gar wertvolle Teile der Geschichte Hoofs unwiederbringlich zerstört würden. Hierbei wurden mit einem rückwärts auf der heutigen Erdoberfläche fahrenden Bagger lange Suchschürfen quer über den Bauplatz gezogen und die Erde jeweils bis auf den natürlichen Boden abgetieft. Beobachtet der fortwährend vor dem Bagger stehende Archäologe dabei archäologische Funde, Erdverfärbungen oder sonstige auffällige Strukturen oder Anomalien, wird die Untersuchungsfläche vergrößert, das Beobachtete überprüft und ausgegraben.

Durch diese Methode der archäologischen Sondierung wurden auf dem Gelände der Flur „Die Seer“ neben Keramikscherben schließlich auch Verfärbungen beobachtet, welche die Herkunft des vorrömischen Fundmaterials erklären konnten: Im lehmigen Boden hatten sich als rötlichbraune Verfärbungen zu erkennen, die Gruben von massiven Holzpfosten eines großen aus Holz gebauten Gebäudes erhalten. Zwar ist das Holz der Pfosten z. T. vollständig vergangen und nicht selten wurden die massiven Hölzer nach der Aufgabe des Hauses wieder aus dem Boden gezogen, denn Holz stellte ein kostbares Gut dar, doch hinterlassen die zugehörigen Gruben deutliche Spuren. Die Holz- oder Leichtbauweise war in der Zeit vor den Römern die übliche Art und Weise Häuser zu errichten und erst mit den Römern hielt die Steinbauweise im Verlauf des ersten Jahrhunderts nach Christus Einzug in unsere Region. Erst dann fingen die Menschen an ihre Häuser mit Steinmauern zu bauen. Zuvor trugen mächtige Holzpfosten die Häuser, die Zwischenräume wurden je nach Größe des Hauses mit Flechtwerkwänden aus biegsamen Ästen oder Holz geschlossen und mit Hüttenlehm bestrichen bzw. grob verputzt. Die Dächer, einfache Satteldächer, deckte man meist mit Stroh oder Reet. Ähnlich muss auch das zwischen Hoof und Haupersweiler gefundene Gebäude ausgesehen haben, von welchem sich insgesamt 20 sichere Pfostengruben, eine große Silogrube zur Aufbewahrung von Vorräten und ein kleiner Graben erhalten haben. Zwar ist der südliche Teil des Bauwerks durch Geländeerosion verloren, doch lässt sich ein durchaus überzeugender Grundriss rekonstruieren. Das Bauwerk besaß eine Grundfläche von mindestens 41,05 Quadratmeter und eine Länge von 8,55 Meter. Die Pfosten, auf denen das Gebäude ruhte, waren sehr regelmäßig angeordnet, je in einem Abstand von rund 1 Meter zueinander. Möglicherweise war dem Hauptraum des „Hauses“, der wohl als Schlaf- und Wohnstätte gedient hatte, ein kleinerer Bereich vorgelagert, vielleicht für handwerkliche Tätigkeiten.

Höchstwahrscheinlich war das Gebäude, das „Haus 1“ genannt wird, Teil eines kleinen keltischen Gehöfts oder Weilers mit einem Haupthaus, kleineren Wirtschafts- oder Speichergebäuden und eingezäunten Bereichen für das Vieh.

Weitere im Randbereich der Grabung entdeckte Pfostengruben legen zudem die Vermutung nahe, dass es mehrere Bauwerke von noch unbekannter Funktion und Zeitstellung in der Nähe des Hauses gegeben hat.

Und schließlich gibt es noch konkrete Hinweise, die eine deutliche Sprache vom Untergang des Hauses oder gar des ganzen Gehöfts sprechen, denn sämtliche im Haus gefundene Keramik ist stark verbrannt und zerscherbt. Zwar lässt sich die das entdeckte Fundmaterial, Keramik, eine eiserne Fibel und eine Messerklinge mit ziemlicher Sicherheit in keltische Zeit (ca. 800 bis 50 v. Chr.) datieren, doch bereitet eine nähere chronologische Einordnung des Fundguts einige Schwierigkeiten, da die Keramik stark verbrannt und ihre Oberfläche abgeplatzt ist.

Als Kelten werden eisenzeitliche Bevölkerungsgruppen bezeichnet, die zwar nie eine geschlossene Ethnie, ein Volk bildeten, sich aber aufgrund von Gemeinsamkeiten in der materiellen Kultur, den Glaubensvorstellungen, Sitten und Gebräuchen und nicht zuletzt der Sprache zu einer Kulturgruppe zusammenfassen lassen. Sie besiedelten weite Teile Europas und waren somit auch im Saarland in der Zeit vor den Römern heimisch.

Durch diese Ausgrabungen im Frühjahr 2010 konnte ein keltischer Siedlungsplatz zwischen Hoof und Haupersweiler, und dadurch eine keltische Vergangenheit Hoofs nachgewiesen werden.

(Bericht vom Archäologenteam Ines Berwanger und Isabel Jung aus der Festschrift „666-Jahr-Feier“ von Hoof im Jahre 2010.)

Jakob Koch I. war der „reichste“ Bauer in Hoof – Vom „Weiberdingen“ und vom „Wannerschdaach“ im Ostertal

Die wohl ältesten schriftlichen Unterlagen aus Hoof, in Sytterlin-Schrift (altdeutscher Schrift) geschrieben, stammen aus dem Jahre 1862, vom damaligen Schulverweser Ludwig Burgh in seiner Schulchronik niedergeschrieben. Bauer Jakob der I. war der reichste Bauer in Hoof, er hatte vier Mägde, einen Großknecht und einen Kleinknecht. Hoof hatte damals insgesamt 388 Einwohner, unter ihnen waren allein 29 Ackerer. Alle Einwohner, die den Namen „Koch“ trugen, waren von Beruf Bauern (Ackerer). Es waren dies Jakob Koch I., Jakob Koch II., Daniel Koch I., Daniel Koch II:, Theobald Koch, Theobald Koch Junior. Es wird berichtet, dass die Bauern im Winter gerne in der Wirtschaft von Georg Fischer Stammgäste waren. Im Ort gab es auch 14 Bergmänner von Beruf.

Die Mägde und Knechte wurden in der Regel in den Nachbardörfern gedingt, wohl, „um das Blut im Dorf aufzufrischen“, denn Inzucht war damals auch in den Bauerndörfern noch verbreitet.

Der „Wannerschdaach“ („Wandertag“) ist der 27. Dezember, der Tag nach Weihnachten, also der Tag des Apostels und Evangelisten Johannes. An seinem Tag wechselten früher mit viel Trara die Mägde und die Knechte ihre Stellung und verabschiedeten sich mit einem Tanzabend. Es war der Johannisball im Dorf.

Doch der größte Festtag der Knechte und Mägde war früher wohl in Hoof und in den Dörfern im Ostertal der „Jokkobsball“ (Jakobsball) am Tag des heiligen Jakobus (25. Juli), der mit einem Tanzfest in der Dorfmitte gefeiert wurde – am Abend versteht sich, denn am Tag waren ja die Knechte und Mägde im Feld; es war ja mitten in der Erntezeit.

In Hoof und im Ostertal bestand früher eine alte Ehesitte, das Weiberdingen. Der Mann dingte seine Frau am Johannistag fürs kommende Jahr, führte sie formvollendet ins Wirtshaus und lud sie zu einem Festessen ein. Sie musste dabei den Wein bezahlen, wobei sie dem Handel zustimmte und sich für weitere zwölf Monate verpflichtete.

Im Ostertal spielte früher der „Wannerschdaach“ („Wandertag“) eine große Rolle im ländlichen Brauchtum. Wenn ein Bauer eine neue Magd oder einen neuen Knecht dingte, so begann das Dienstverhältnis am Tag nach Weihnachten und dauerte in der Regel bis zum 27. Dezember des folgenden Jahres. Wenn beiderseits keine Kündigung erfolgte, so verlängerte sich das Arbeitsverhältnis noch einmal um ein Jahr.

Die Ostertaler Bauern gingen wohl beizeiten auf die Suche, um einen neuen Knecht und eine neue Magd zu dingen. Mit Pferdefuhrwerk, Kutsche, Ochsengespann oder in strengen Wintern mit dem Pferdeschlitten holte der Bauer die neu gedingte Arbeitskraft an deren Wohnort ab. Verkehrsverbindungen gab es ja noch keine. Die gedingten Knechte und Mägde packten ihre Habseligkeiten in eine große Holzkiste.

Die Tage vor dem „Wannerschdaach“ warteten die Bewohner der zehn Ostertaler Ortschaften gespannt auf die Neuankömmlinge, die ins Dorf kommen sollten. Mägde und Knechte, die bei ihren Bauern bleiben konnten, kamen nicht ungeschoren davon. Sie mussten der „heimischen“ Dorfjugend Schnaps, Bier und Wein spendieren, wobei gerade der Wein am Johannistag im Hinblick auf das kommende Jahr als segensreich galt. Die neu gedingten Knechte und Mägde brachten frisches Blut in die Dörfer, fanden doch manche ihren späteren Ehepartner im Ort.

Ganz besonders viele neu gedingte Knechte und Mägde kamen von Leitersweiler nach Hoof und umgekehrt. Immerhin waren Hoof und Leitersweiler „Zwillingsdörfer“. So ist es nicht verwunderlich, dass z. B. im 19. Jahrhundert jeder fünfte Einwohner von Leitersweiler nach Hoof heiratete und umgekehrt von Hoof nach Leitersweiler.

Den „Wannerschdaach“ feiert man aber auch heute noch im Ostertal durch ausgedehnte Wanderungen von Vereinen und Gruppen über die Gemarkungen der Dörfer. In Hoof ist z. B. an diesem Tag der „Stadel – Gaudi“ im Innenbereich der Dachdeckerei und Zimmerei Walter Harth, zu dem Leitersweiler Wandergruppen gern gesehene Gäste sind.

Der Großknecht war die erste Kraft und der Vertreter der „Herren“ auf dem Bauernhof. Wenn er gemietet wurde, dann musste er ein „gesetztes“ Alter haben, nicht unter 24 Jahre alt, und schon länger als Kleinknecht oder Mittelknecht auf Höfen gedient haben. Beim Großknecht war es sehr wichtig, dass er morgens in aller Frühe wach wurde, denn Weckuhren gab es damals ja noch nicht. Er wartete auf den ersten Hahnenschrei am frühen Morgen, der ihn weckte. Streichhölzer waren damals auf dem Dorf noch recht selten. Der Großknecht hatte beim Erwachen für Licht und Feuer zu sorgen. In der Regel benutzte er noch Zunder, um Feuer zu machen. Karbid-, Petroleum- oder Öllampen brachten Licht. Der Kleinknecht war der Sündenbock auf dem Hofe, denn nicht nur der Bauer, der noch mit „Herr“ angesprochen wurde, sondern auch der Großknecht hatten ihm zu befehlen. War beim Fahren mal etwas in Unordnung oder passierte mal ein Malheur, so hatte der Kleinknecht schuld daran, obwohl er in manchen Fällen unschuldig war.

Aus der Chronik der Hoofer Bauernfamilie Koch

„Alt-Perersch-Haus“ erzählt eine 350-jährige Geschichte

Am 4. Juli 1980 weihte die Kreissparkasse St. Wendel ihre Filiale im restaurierten Bauernhaus in der Hoofer Ortsmitte ein. Es war „Alt – Perersch – Haus“, das eine 350-jährige Geschichte der Hoofer Bauernfamilie Koch erzählen kann. Auch die früheren Besitzer und Bewohner von „Alt-Perersch-Haus“, Erna und Adolf Kuntschke und die Familie Karl Hinkelmann und Hilde geborene Koch vom Erlenhof konnten keine Angaben über das „Geburtsjahr“ des alten Bauernhauses in der Dorfmitte gegenüber der Prot. Kirche machen; wie sollten sie auch, denn die Ahnen der Ur-Hoofer Bauernfamilie Koch, die das Haus über viele Generationen bewohnten, lassen sich anhand von Sippschaftstafeln „nur“ bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen; um 1820 zählte Hoof etwa 350 Einwohner.

Aus chronikalischen Aufzeichnungen aber ist zu erkunden, dass dieses ehemalige Bauernhaus – heute das Prot. Gemeindehaus: 2017 – wohl nach der völligen Zerstörung des Ortes im 30-jährigen Krieg mit einigen wenigen anderen Gebäuden im Bereich der heutigen Dorfmitte und der vorderen Vorstadt als erstes Haus wieder aufgebaut wurde. Die Grundmauern und Kellergewölbe von „Alt- Perersch- Haus“ – das haben die Renovierungsarbeiten in den Jahren 1978/79 und die Aussagen des Staatlichen Konservatoramtes in Saarbrücken ergeben – haben ein Alter von über 330 Jahren. Der Platz um die heutige evangelische Kirche, die 1852/53 erbaut wurde, ist „geschichtsträchtiges“ Hoofer Land. Denn immerhin stand hier schon vor der Reformation ein „gottesdienstlicher Versammlungsraum“, eine Kapelle, die im 30-jährigen Krieg zerstört und nach 1717 wieder aufgebaut wurde. Damals hat „Alt-Perersch-Haus“ schon gestanden und die Chronik weiß später zu berichten, dass auch die Landwirtsfamilie Koch „durch freiwillige Gespannstellung und durch Übernahme der Beifuhren nach besten Kräften beim Bau der Kirche mitarbeitete“. Hoof zählte vor den Wirren des 30-jährigen Krieges 91 Personen (1609); so berichtet die Chronik aus dem Jahre 1648 von „einem Überlebenden“: „In Hoof war damals nur ein Mann, welcher Jahr und Tag im Keller sich aufgehalten und mit Kräutern, Holzäpfeln und Fröschen sich ernährte“. Nach David Königs Beschreibung des Herzogtums Zweibrücken aus dem Jahre 1677 befanden sich in Hoof wieder fünf Familien. Unter ihnen ist auch von einem „Ackerer Koch“ die Rede. Ob jener „Ackerer Koch“ um 1677 der Erbauer von „Alt-Perersch-Haus“ ist, dessen Grundmauern und Kellergewölbe heute noch stehen, und die im Zuge der großzügigen Restaurierung des Bauernhauses 1978/79 mit saniert wurden, ist im Dunkel der Geschichte verborgen. (Jener Koch müsste demnach wohl auch „Pate“ gestanden haben für die anderen Hoofer „Kochs“).

Irgendwann um die Jahrhundertwende 1900 oder auch etwas früher muss das Haus abgebrannt sein: Der etwas über 100-jährige Anbau, Scheune und Stallungen, bewies das. Diese baufälligen Teile wurden nach dem Kauf des Hauses durch die Kreissparkasse (1978) abgerissen. Reste der Außenwände, die nach dem Brand neu aufgebaut wurden, zeigten noch Brandspuren. Das Bauernhaus selbst, „ein schutzwürdiges historisches Bauensemble“, wurde von der Kreissparkasse nach den Plänen des Landeskonservators in seinen Kellergewölben und in seiner Außenansicht restauriert und ist in seinem ursprünglichen altbäuerlichen Charakter erhalten geblieben. Jahre vor der Restaurierung hatte man in Hoof über die „Ruine“ als Dorfverschandler geschimpft – und nach der Restaurierung sah jeder, dass durch diese Arbeit ein wichtiger Beitrag zur Ortskernsanierung geleistet wurde.

Der letzte Träger des Namens Koch aus dieser Ur-Heemer Bauerndynastie war Rudolf Koch I., geb. am 21. 11. 1900 in eben diesem Haus, verheiratet am 22. 12. 1921 mit Martha Koch, geb. am 10. 4. 1900, die im März 1980 auf dem Erlenhof verstarb. Das Ehepaar Rudolf und Martha Koch hatte drei Kinder: Erna verheiratete Kuntschke, Hilde verheiratete Hinkelmann und Kurt. Der einzige Sohn Kurt, am 3. 10. 1923 geboren, verstarb als Schüler am 2. September 1937 in Saarbrücken, wo er bei seinem Onkel Karl, der dort als Obereichmeister am Landeseichamt tätig war, die Sommerferien verbrachte. (Badeunfall im Schwimmbad).

Karl Koch, der Bruder von Rudolf, 1899 geboren, kam bei einem Verkehrsunfall 1968 in Kusel ums Leben. Da Karl Koch kinderlos blieb und mit Kurt Koch der einzige männliche Erbe in jungen Jahren verstarb, starb mit dem Tode des in Hoof noch unvergesslichen Rudolf Koch der Familienname Koch aus der direkten Linie von „Alt – Perersch“ aus.

Ein Wort noch zu Rudolf Koch, dem bekanntesten Koch’schen Namensträger im 20. Jahrhundert. „Perersch“ Rudolf war neben seinem Beruf als Landwirt in vielfältiger Weise im Gemeinde – und im Vereinsleben engagiert. So war er insgesamt 12 Jahre lang Mitglied des Gemeinderates von Hoof, war viele Jahre Vorstandsmitglied der Molkereigenossenschaft Saar, Mitglied im Aufsichtsrat der St. Wendeler Volksbank, Gründungsmitglied des „Spar- und Darlehenskassenvereins Hoof bei Kusel“ 1922, dem Vorläufer der Raiffeisengenossenschaft Hoof, die Rudolf Koch I. als erster Rendant jahrzehntelang in diesem Hause betreute. Rudolf Koch betrieb in seinem Hause sowohl das Waren- wie auch das Geldgeschäft.

Woher kommt nun der Hausname „Perersch“? Natürlich von Peter. Weitere zwei Generationen zurückgehend, stoßen wir auf einen Peter Koch. Die Eltern von Rudolf waren der Landwirt Jakob Koch, geb. am 31.10.1855, verstorben am 15.2.1926 und Karoline Ulrich aus Niederkirchen, geb. am 15.9.1876. Und als Großvater von Rudolf taucht in der Sippschaftstafel 1820 ein Peter Koch auf, der beim Bau der evangelischen Kirche gegenüber seinem Hause Gespanndienste verrichtete.

Aus der Geschichte von „Alt-Perersch-Haus“

Am 14. Juni 1980 wurde die neue Zweigstelle der Kreissparkasse in Hoof in der Dorfmitte eingeweiht. Heute aber ziert dort das Protestantische Gemeindehaus den Ortskern. Es war die Zeit, in der Hoof als „Perle des Ostertales“ bezeichnet wurde, war doch das Dorf in den Wettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ ganz vorne. Große Anerkennung fanden in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Bemühungen der Gemeinde Hoof auf dem Gebiet der Dorfverschönerung. Siebenmal wurde Hoof in dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ Kreissieger, auf Landesebene errang das Dorf eine Gold- und eine Silbermedaille, auf Bundesebene eine Silber – und eine Bronzemedaille.

Und so hieß es in einem wunderschönen Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 16. Juni 1980, der vom SZ-Mitarbeiter Dieter Kremp geschrieben wurde. Darin heißt es:

„Die neue Zweigstelle der Kreissparkasse in Hoof gilt als ein Lehrbeispiel dafür, wie gut ein landwirtschaftliches Anwesen renoviert werden kann, wenn Hausbesitzer und Konservatoramt eng zusammenarbeiten. Vor Jahren hat man in Hoof über die „Hausruine“ als Dorfverschändler geschimpft, heute sieht jeder, dass durch diese Arbeit ein wichtiger Beitrag zur Ortskernsanierung geleistet wurde.

Aus uralten Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass dieses ehemalige alte Bauernhaus gegenüber der Kirche wohl nach der völligen Zerstörung des Ortes im 30jährigen Krieg mit einigen wenigen anderen Gebäuden im Bereich der heutigen Dorfmitte als erstes Haus wieder aufgebaut wurde. Die Grundmauern und Kellergewölbe von „Alt-Perersch-Haus“ – das haben die Renovierungsarbeiten in den letzten beiden Jahren und die Aussagen des staatlichen Konservatoramtes ergeben – haben ein Alter von etwa 350 Jahren.

Der Platz um die heutige evangelische Kirche, die 1852/53 erbaut wurde, ist „geschichtsträchtiges“ Hoofer Land. Denn immerhin stand hier schon vor der Reformation eine Kapelle, die im 30jährigen Krieg zerstört und nach 1717 wieder aufgebaut wurde. Damals hat „Alt-Perersch-Haus“ schon gestanden und die Chronik weiß weiter zu berichten, dass auch die Bauernfamilie Koch „durch freiwillige Gespannstellung und durch Übernahme der Beifuhren nach besten Kräften beim Bau der Kirche mitarbeitete“.

Nach David Königs Beschreibung des Herzogtums Zweibrücken aus dem Jahre 1677 befanden sich in Hoof wieder fünf Familien. Unter ihnen ist auch von einem „Ackerer Koch“ die Rede. Ob jener „Ackerer Koch“ der Erbauer von „Alt-Perersch-Haus“ ist, dessen Grundmauern und Kellergewölbe heute noch stehen, und im Zuge der großzügigen Restaurierung mitsaniert wurden, ist im Dunkel der Geschichte verborgen.

Irgendwann um die Jahrhundertwende 1898/1900 oder auch etwas früher muss das Haus abgebrannt sein: Der etwa 140jährige Anbau, Scheune und Stallungen, bewiesen das: Diese baufälligen Teile wurden nach dem Kauf des Hauses durch die Kreissparkasse abgerissen. Reste der Außenwände, die nach dem Brand neu aufgebaut wurden, zeigten noch Brandspuren. Das Bauernhaus selbst, ein schutzwürdiges historisches Bauernensemble, wurde von der Kreissparkasse nach den Plänen des Landeskonservators restauriert und ist in seinem ursprünglichen altbäuerlichen Charakter erhalten geblieben.

Mit der Einweihung der KSK-Filiale in „Alt-Perersch-Haus“ am 14. Juni 1980 begann für dieses Gebäude ein neuer Abschnitt in seiner Jahrhunderte langen Geschichte.“

Wenige Tage nach der Einweihung der KSK-Filiale pflanzten Karl Heinrich und Dieter Kremp vom Obst- und Gartenbauverein Hoof vor dem Bauernhaus eine Dorflinde.

Ausgrabungen im Jahre 1986 bestätigen, dass in der Hoofer Dorfmitte und in der vorderen Vorstadt schon vor über 350 Jahren ein Hausbrunnen im Garten von „Alt-Weyrichs-Haus“ vorhanden war. Diese Ausgrabung weist auch auf die ältesten Häuer in Hoof hin.

Zur Ergänzung: Hoof hat sich aus einer Hofstätte entwickelt und hat diesen schlichten Namen durch die Jahrhunderte beibehalten: 1344: vom Hofe – 1349: zu dem Hove – 1387: zum Hoff – 1413: vom Hobe – 1480: das Gut vom Hof – 1485: von Hofe – 1538: von dem Hobe – 1575: vom Houv – 1585: zum Hoff – 1609: Hoff – 1621: zum Hoff im Osterthal – 1747: Hof – 1828: Hoof – Dialekt: Hoob – Einwohner: die Heemer.

Dorfbrunnen vor „Alt-Perersch-Haus“, ein Ort der Historie

„Nicht nur das Wasser, auch die Zeit fließt“

Der Hoofer Dorfbrunnen im Bereich der Kirche vor „Alt-Perersch-Haus“, heute das protestantische Gemeindehaus, wurde erstmals 1951 erwähnt. Bildhauermeister Gerd Kraushaar gestaltete diesen symbolträchtigen Brunnen, eine Art Ortsbestimmung des Dorfes in seiner Geschichte. Der Dorfbrunnen wurde im Juli 1997 eingeweiht, als der Schöpfer des Brunnens 40 Jahre alt war.

Der Brunnen hat eine historische Stätte, fließt er doch vor „Alt-Pererschs-Bauernhaus“, dem wohl ältesten Haus in Hoof, was alte Urkunden beweisen.

Bei der Einweihung des „Brunnens der Historie“ im Juli 1997 sprach der damalige Ortsvorsteher Rudi Gerhart „von einer einzigartigen Bereicherung des Ortskerns“, als der Bildhauer erstmals das Wasser in Gang setzte. Der Schatten der Sonnenuhr auf dem Brunnen zeigte genau die zwölfte Stunde an. „Die Sonnenuhr verdeutlicht den Unterschied zwischen der wahren Ortszeit und der mitteleuropäischen Sommerzeit, der auf unserem Längengrad (sieben Grad und 14 Minuten Ost) eine Stunde und 32 Minuten beträgt“, erklärte Gerd Kraushaar bei der Einweihung des Brunnens.

Anhand von Karten und seiner genauen Kenntnis von Topographie, Geschichte und Landschaft, hat der Bildhauer zwei Hauptachsen für den Brunnen festgelegt.

Die Ost-West-Achse wird gebildet von Kusel und St. Wendel, beziehungsweise vom Potzberg und dem Schaumberg. Zwischen diesen beiden Städten liegt Hoof nicht nur geographisch, sondern auch geschichtlich und politisch: Bis 1948 gehörte Hoof zum pfälzischen Kreis Kusel, danach zum Kreis St. Wendel. Seit der Gebietsreform 1974 ist Hoof ein Stadtteil von St. Wendel. Auch verlief zwischen Hoof und dem westlich angrenzenden „Zwillingsdorf“ Leitersweiler früher die Grenze zwischen Bayern und Preußen. Das Grenzgebiet zwischen dem St. Wendeler Land (Kur-Trier) und dem Pfälzer Westrich (Herzogtum Pfalz-Zweibrücken) war auch eine Konfessionsgrenze. An die bayerische Vergangenheit erinnern auf dem Brunnen Rautenmuster, vier französische Lilien an das Wappen der Stadt St. Wendel. Das Hoofer Wappen – Ersterwähnung von Hoof 1344 – ziert die Nordseite des Brunnens. Eine rotierende Erdkugel versinnbildlicht ebenfalls die Zeit.

Die zweite Achse verläuft vom Weiselberg über die geschichtsträchtige „Schermeshöhe“ zur Dorfmitte und zur Fröhn in genau nord-südlicher Richtung. Auf der Schermeshöh stand der Überlieferung nach der Hof, der dem Dorf seinen Namen gab. Von dort lief einst das Wasser über die Bruchwiese zum ersten Brunnen, der vor der evangelischen Kirche stand. Heute dagegen fließt das Wasser aus südlicher Richtung vom Wasserbehälter auf der fröhn in den Ort hinein.

Die drei Becken ermöglichen ein Umfließen des Brunnenstockes von Nord nach Süd, das heißt von der Kirche in Richtung Betzelbachtal. Das soll daran erinnern, woher das Hoofer Wasser ehemals kam. Die genaue Orientierung an den Himmelsrichtungen macht den Brunnen zudem zu einer Sonnenuhr. Der Drehbewegung der Erde steht der Wasserkreislauf von Verdunstung und Regen entgegen. Die Zeit als Dimension ist mit einbezogen.

Der Brunnen wurde aus Jura-Travertin-Kalkstein aus Sohnhofen gefertigt, der besonders wetterbeständig ist. Ökonomisch war einst unser Dorf von Landwirtschaft und Bergbau geprägt. Deshalb hat Kraushaar folgende Inschrift auf dem Brunnenstock gewählt: „Zwischen Kusel und St. Wendel, zwischen Schermeshöh und Fröhn, zwischen Schollen und Stollen.“

Auf dem Brunnenhof vor dem heutigen Gemeindehaus veranstaltet seit einigen Jahren die Protestantische Kirchengemeinde Hoof alljährlich im Sommer ihr Brunnenfest.

Der Vater von Gerd Kraushaar, der Bildhauermeister Herbert Kraushaar, errichtete 1980 in der oberen Bruchwiese einen behauenen Sandstein mit der Inschrift: „Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen, wenn wir uns mitten im Leben meinen, müssen wir weinen.“

Gernot Spengler ließ „Schreinerschjobs“ altes Bauernhaus restaurieren

Bei der Restaurierung des Bauernhauses kam sogar ein Geheimgang ans Tageslicht

In die Schlagzeilen geriet „Schreinerschjobs altes Bauernhaus“ in der Leitersweiler Straße 3 im September 1975, als die Polizei aufgrund eines Vorführungsbefehles in das halb verfallene Bauernhaus eindrang, um die in erbärmlichen Verhältnissen lebenden drei Insassen ins Krankenhaus und ins Altersheim zu bringen. Hinter den Mauern des einst stattlichen Bauernhauses spielte sich über 20 Jahre lang eine menschliche Tragödie ab.

Die Gemeinde Hoof, in den 1970er Jahren im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mit Medaillen gesegnet, schämte sich des Hauses und ließ an der schmalen Zufahrt eine Eternitblende anbringen, um der Besichtigungskommission den Blick auf den Urwald von Brennnesseln und das zerfallene Dach zu verwehren. Zur Überraschung aller aber fand sich plötzlich ein Interessent, der das Gebäude kaufen und wieder bewohnbar machen wollte: Der aus Saal stammende Dr. Gernot Spengler hatte die Einmaligkeit der Lage mitten im Ort in der Nähe der Kirche erkannt. „Auf Kopfschütteln und Unverständnis stieß ich bei der Hoofer Bevölkerung“, sagte Gernot Spengler. „Da hat doch ein Verrückter das zerfallene Bauernhaus gekauft!“ hieß es im Ort.

Gernot Spengler wagte trotzdem den Schritt, das Bauernhaus stilvoll zu restaurieren. Er beschreibt das ehemalige Hauptgebäude als „Südwestdeutsches Einhaus“ mit Pferdestall, Schweinestall, einem Innenhof, einer Scheune, Schuppen und Dreschplatz. Unter dem Gebäude befand sich ein gewölbter Keller. Bei der Restaurierung entdeckte man in der ehemaligen Küche einen zwölf Meter tiefen Brunnen und einen Geheimkeller, der nur durch eine winzige Öffnung zugänglich war. „Das gänzliche Fehlen von Kellergauben ließ darauf schließen“, so Spengler, „dass der Keller als Geheimkeller in Kriegs- und Krisenzeiten gedacht war“. Den erhofften Schatz konnte der Besitzer leider nicht finden, aber immerhin einen preußischen Dritteltaler von 1768.

Spengler hat das über 250 Jahre alte Bauernhaus vor dem Abriss bewahrt, sollte es doch einem Straßenprojekt zum Opfer fallen. In Zusammenarbeit mit dem Landeskonservatoramt baute Spengler „Stück für Stück“ wieder auf. Die Fassade des Hauses als ein Beispiel des „Südwestdeutschen Einhauses“ wurde erhalten. Ergänzungen wurden stilgerecht vorgenommen und mit Materialien aus verschiedenen Abbruchhäusern aus der näheren und weiteren Umgebung nachgebaut. Die Eternitblende am Hofeingang wurde durch ein schmiedeeisernes Tor von einem Antiquitätenhändler ersetzt, die Haustür stammt vom Sperrmüll. Spenglers Eigenleistungen – auch mit Freunden und Bekannten des Hoofer Männergesangvereins – erstreckten sich auf alle anfallenden Arbeiten.

Am Rosenmontag 1986 zogen dann die „Spenglerschs“ ein. Aus dem ehemaligen Schandfleck war ein Schmuckstück geworden – innen und außen stilvoll restauriert. Das Haus erfuhr in den Jahren 1984 bis 1986 beim Landeswettbewerb „Saarländische Bauernhäuser“ bereits höchste Anerkennung.

Von der Bullenzucht früher in Hoof

Als es im Dorf noch einen „Stierstall“ gab

Noch heute erinnern sich die ältesten Hoofer Bürger an die Zeit zurück, als der Landwirt Reinhard Koch, der Vater von Kurt Koch, als Bullenzüchter weithin bekannt war. Der „Stierstall“, im Dorfmund auch „Bockstall“ genannt, befand sich an seinem Bauernhaus auf dem „Nebenhügel“, wo Reinhard Koch bis Ende der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts die Bullenzucht betrieb. Und sein Sohn Kurt, 2017 77 Jahre alt, muss heute noch schmunzeln, wenn er an diese Zeit zurückdenkt: „Natürlich waren wir kleine Jungen auch neugierig, was sich dort im Stierstall abspielte. Wir haben immer wieder „gespitzt“, doch verjagte man uns. Und bestialisch hat es dort gestunken.“

Am 2. April 1935 schloss das Bürgermeisteramt Niederkirchen mit dem Landwirt Reinhard Koch einen „Zuchtstierhaltungsvertrag“ (Faselhaltungsvertrag; Fasel = junger Zuchtstier) ab. Unterschrieben wurde der Vertrag von dem legendären Bürgermeister König in Niederkirchen, dem Tierhalter Reinhard Koch und den Mitgliedern des Gemeinderates Hoof: Adjunkt Ludwig Koch I. (Großvater von Kurt Koch), Adjunkt Geis, Herrmann Schneider, Adjunkt Hinkelmann, August Müller II., R. Gerhart, Albin Seyler und Jakob Müller I. Der Vertrag wurde vom Bezirksamt Kusel staatsaufsichtlich genehmigt: „Der Landwirt Reinhard Koch in Hoof beschafft und hält auf eigene Kosten zwei Zuchtbullen für die Gemeinde Hoof.“

So wurde unter anderem genau vorgeschrieben: „Der Bulle muss in einem hellen, gut gelüfteten, geräumigen, reinlichen Stall aufgestellt, sauber gehalten und seiner Zweckbestimmung als Zuchttier entsprechend in der Hauptsache mit gutem Heu und Hafer unter Beigabe von Salz (ein Esslöffel voll auf drei Mahlzeiten) kräftig gefüttert werden. Mastige, aufschwemmende und sonst ungeeignete Futtermittel (Schlempe, Treber, Kartoffeln u. dgl.) dürfen dem Bullen nicht verabreicht werden; ausschließliche Grünfütterung ist unstatthaft.“ In Paragraph 3 des Vertrages heißt es: „Der Tierhalter hat die Einrichtungen zu treffen, die für die Vornahme des Deckgeschäftes notwendig sind. Insbesondere ist ein geeigneter Sprungplatz (mit Sprungstand) bereitzustellen. Auch ist Sorge zu tragen, dass bei dem Sprunggeschäft eine Gefährdung des Wärters und der Zuchttiere sowie eine Verletzung der Sittlichkeit vermieden wird.“ Eine übermäßige Verwendung des Zuchttieres zum Deckgeschäft war verboten. In der Regel sollte es an einem Tage nicht öfter als zweimal zum Sprung zugelassen werden. Bei jeder Bedeckung durfte nur ein Sprung stattfinden; die sofortige Wiederholung des Sprunges, der so genannte Nachsprung, wurde nicht zugelassen. Oder es heißt weiter: „Bei mehrmaliger Benutzung des Zuchttieres an einem Tage ist nach jedem Sprung eine mindestens zweistündige Pause einzuschalten. Zum Belegen sichtbar kranker, auffällig hustender oder mit Scheidenausfluss behafteter Tiere darf das Zuchttier nicht verwendet werden, ebenso zum Belegen von Tieren, die nicht 15 Monate alt sind. Der Tierhalter braucht das Zuchttier in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März nur früh von 7 ½ Uhr bis 9 Uhr, mittags von 12 bis 1 Uhr und abends von 4 bis 6 Uhr; in der Zeit vom 1. April bis 30. September nur früh von 5 bis 7 Uhr, mittags von 12 bis 1 Uhr und abends von 7 bis 9 Uhr zum Sprung vorzuführen und darf außerhalb dieser Stunden das Belegen versagen. An Sonn- und Feiertagen kann er die Vorführung des Zuchttieres zum Sprung außer in den erwähnten Morgen- und Abendstunden ablehnen.“

„Durch Weidegang, mäßige Verwendung im Zuge bei Bullen, Aufenthalt in einem Tummelplatz oder durch Führen soll das Zuchttier womöglich täglich Gelegenheit erhalten, sich mindestens eine Stunde im Freien zu bewegen. Dagegen darf das Zuchttier ohne ausdrückliche Genehmigung des Gemeinderates mit weiblichen Tieren nicht gemeinsam geweidet oder auf Tummelplätze gebracht werden. Der Bullenhalter ist verpflichtet, jede Kuh vor dem Deckakte auf das Vorhandensein von ansteckendem Scheidenkatarrh zu untersuchen und jede kranke oder krankheitsverdächtige Kuh bis zu ihrer Heilung vom Deckakte auszuschließen.“

Der Tierhalter wurde aber auch verpflichtet, das Zuchttier an den Körort zu bringen und es auf Verlangen des Gemeinderates bei Tierschauen oder ähnlichen Veranstaltungen auszustellen. (Kören = küren; männliche Haustiere zur Zucht auswählen).

Ferner war der Tierhalter verpflichtet, den Mitgliedern des Gemeinderates und des Körausschusses jederzeit die Prüfung der Haltung und der Verwendung des Zuchttieres zu gestatten, das Deckverzeichnis vorzulegen und alle erforderlichen Aufschlüsse zu geben.

Die Gemeinde Hoof gewährte dem Zuchttierhalter Reinhard Koch für die Erfüllung seiner Verpflichtungen folgende Vergütungen: 1.) Eine jährliche Barentschädigung von 800 Reichsmark; 2.) Den Nutzgenuss folgender Grundstücke auf der Gemarkung Hoof: Wiese in der Hirtenwiese, Wiese und Acker zwischen den Gärten und 3.) Endlich 30 Zentner Hafer pro Jahr. Vorstehende Naturalleistungen entsprechen einem normalen jährlichen Anschlagwerte von 700 Reichsmark.“

In dem Vertrag wurde ausdrücklich betont, dass der Zuchttierhalter keine Sprunggelder erheben durfte. Die Zuchtstiere wurden auf Gemeindekosten bei der Versicherungskammer, Abteilung Tierversicherung, in München versichert.

Erinnerungen an Eugen Cloß

Als der „Schitz“ in Hoof noch mit der Schelle unterwegs war

Bis Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts war der Gemeindediener Eugen Cloß auch noch als „Dorfschitz“ mit der Schelle im Dorf unterwegs, um die Bekanntmachungen auszurufen: „Es wird bekannt gemacht, dass morgen der Weg durch die Vorstadt gesperrt werden muss, da dringende Reparaturarbeiten durchgeführt werden.“ In der Regel war die Ansage immer am frühen Morgen. Da wir in der Schule immer die Fenster offen hatten, hörten wir immer den Schellenklang und die Bekanntmachung.

Eugen Cloß war ein sehr beliebter Mensch im Dorf. Leider ist er recht früh verstorben.

Lesen wir heute die Verordnungen aus den Ortspolizeibeschlüssen aus dem Jahre 1906, so werden die Älteren unter uns auch noch an die Zeit des „Feldschitzen“ erinnert.

„Es wird bekannt gemacht, dass Hausschlachtungen nur dann vorgenommen werden dürfen, wenn der Besitzer das Tier mindestens drei Monate im eigenen Stall gehalten und gefüttert hat.“ So wanderte der Dorfschitz mit der Schelle von Straße zu Straße im Dorf und rief seine Bekanntmachungen an die Bevölkerung aus. Die öffneten die Fenster und Türen, um jedes Wort richtig zu verstehen.

Oder der „Schitz“ rief aus: „Das Trinkwasser ist ab heute wieder hygienisch einwandfrei. Die bisherige Anordnung, das Wasser vor dem Genuss abzukochen, ist damit hinfällig.“ Der Dorfschitz von Hoof machte im Herbst 1906 noch den Tag der Obstversteigerung bekannt, der immer ein besonderes Ereignis war. Man traf sich in der Regel am Eltzenbergerweg in der Nähe des alten Grubenstollens, wo dann Baum für Baum an den Meistbietenden versteigert wurde. Natürlich war der Feldschitz dabei, der über den sachgemäßen Ablauf der Versteigerung achten musste. Am Abend wurde dann Einkehr in der Wirtschaft gehalten.

Vor dem „Schitz“ hatten die Dorfbuben auch Angst und einen Heidenrespekt. Mit dem „Schitzestecke“ (Stock) in der Hand, die Schirmmütze auf dem Kopf und dem Hund hinterdrein durchwanderte er Tag für Tag die Fluren und achtete peinlich genau auf das, was sich auf Feldern, Wiesen und Äckern abspielte. „Pass off, de Schitz kommt mit dem Stecke“, wurden die Jungen früher von ihren Eltern bedroht, wenn sie was angestellt hatten. „Schitz“ kommt von „schützen“. Er war damals als Ortspolizeidiener auch zuständig für den Schutz der Felder, Wälder, Bachauen und Obstpflanzungen, eben der Gemeindefeldhüter. Feldfrevel wurde von ihm streng geahndet.

Immer waren die Buben Ende Mai am „Stranzen“, wenn die Maikirschen als erste Kirschen reif waren. Es wird in der Hoofer Schulchronik berichtet, dass sich ein Junge, der gerade auf einem Kirschbaum war, beim Wegrennen im Stacheldrahtzaun verfing und eine stark blutende Wunde erhielt.

Der Dorfschitz machte vor dem 1. April immer bekannt, dass die „Wiesen ab 1. April zu waren“. Dann durften die Jungen auf der Wiese mit dem Stoffball („der Quetsch“) keinen Fußball mehr spielen.

Ich fand auch noch uralte Aufzeichnungen über einen Hoofer Schitz namens Jakob Cullmann, der bei der jährlichen Bachschau am Grügelbach als Feldhüter anwesend war. Jeder Anlieger musste nach der Heuernte den Bach von Gestrüpp frei machen. Der Schitz kannte die Parzellen genau. Wehe, wenn der Bachsaum nicht in Ordnung war! Der wurde gemaßregelt und musste binnen weniger Tage für eine Nachbesserung sorgen.

Damals hatte der Feldhüter auch noch eine weitere Aufgabe: Tag für Tag kloppte er die Kartoffeläcker ab und passte auf, dass keine „Grombiere“ geklaut wurden. Im ersten und zweiten Weltkrieg musste der Schitz auch das Getreide nach dem Dreschen abwiegen, weil ein bestimmter Prozentsatz abgeliefert werden musste. Bei den Hausschlachtungen wog er das Fleisch. Pro Person war e in bestimmtes Kontingent für den eigenen Hausgebrauch erlaubt. Was darüber ging, musste abgeliefert werden. Und am frühen Morgen ging der Schitz durch das Dorf und schellte lauthals: „Heute Mittag gibt es in der Wirtschaft die Lebensmittel- und Kleiderkarten.“ Immer gab es für ihn einen Trunk Wein dazu, wenn er im Dorf ausschellte, zum Beispiel sein Getreide gegen Hagel versichern zu lassen. Am Dorfende stand er dann oft auf wackeligen Füßen.

Anfang des 20. Jahrhunderts heiratete Ludwig Cloß aus Marth, der von Beruf Bergmann war, die Hooferin Elisabeth Wagner in der „Aacht“. Ludwig Cloß war dann später der Feldschitz in Hoof, der Vorgänger von Eugen Cloß, der ab 1944 das Amt des Gemeinde-Feldhüters ausübte.

Auch bei der Aufteilung der „Rothecke“ war früher der Schitz der wichtigste Mann im Dorf. Er teilte sie in Schneisen auf, die er mit Stangen abmaß und kennzeichnete die Schneisen mit Nummern. Der Schitz achtete darauf, dass bis zum Johannistag (24. Juni) die eingeteilten Parzellen in der „Rotheck“ als Stangenholz und „Fäche“ (Reisigbündel) abgefahren wurde. Dann ging der Förster mit dem Feldhüter durch die „Rotheck“, ob auch die Wurzelstöcke ordnungsgemäß herausgeschlagen waren.

Ganz früher hatte der Dorfschütz auch die Aufgabe, darauf zu achten, dass bei der Bekanntmachung im Dorf die Fuhrwerke mindestens 60 Meter vor ihm anhalten, damit der Lärm nicht störte.

Anmerkung: Auch Josef Kratz, der aus Elmstein kam und in Hoof einheiratete, war eine Zeitlang in den 40er Jahren Dorfschitz in Hoof, der mit der „Klingel“ im Dorf unterwegs war. Und so wurde er im Volksmund „de Klingelsepp“ genannt.

Drei Brandgräber 1975 „Im Quetterling“ entdeckt

Am 17. Juli 1975 schrieb auf Anfrage das Staatliche Konservatoramt in Saarbrücken, Abteilung Denkmalpflege, an Schuldirektor Dieter Kremp einen Brief: „Sehr geehrter Herr Kremp, ich darf Ihren Brief vom 14. Mai 1975 an Dr. Kolling erwidern. Die Verspätung wollen Sie bitte entschuldigen, da die Hoofer Grabunterlagen noch beim damaligen Ausgräber lagen, der nur selten hier im Hause ist. In Beantwortung Ihrer Anfrage verweise ich auf die kurze Mitteilung in unserer Fundchronik 1975. Die Konservierung ist inzwischen abgeschlossen.

Es wurden also im Mai 1975 in der Flur „Im Quetterling“ in der Ausschachtung zum Bau von Wohnhäusern drei Gräber angeschnitten. Davon blieb eins intakt, eines wurde teilweise zerstört, eines zum größten Teil zerstört. Die Reste sind nach Meldung von Bildhauermeister Herbert Kraushaar durch das Konservatoramt geborgen worden.

Es handelt sich um Brandgräber mit Beigaben von jeweils mehreren Tongefäßen, dazu Eisenreste und eine Bronze-Fibel. Die Bestattungen fanden statt, in der frühen römischen Kaiserzeit, das heißt im 1. Jahrhundert nach Christus. Das bedeutet, dass diese Örtlichkeit von Kelten besiedelt war.“

Mit freundlichen Grüßen: Dr. Schähle.

Anmerkung: Im gleichen Jahr 1975 wurde beim Ausbau des Feldweges links zum Klingelwald hinein dort ebenfalls ein keltisches Brandgrab ausgeschachtet, mit Beigaben von Tongefäßen, Eisenresten und einer Bronze-Fibel. Diese Bestattung fand ebenfalls statt, in der frühen römischen Kaiserzeit, das heißt im 1. Jahrhundert nach Christus. Das bedeutet, dass auch diese Örtlichkeit von Kelten besiedelt war.

Dazu kommen noch die Ausgrabungen auf der „Schermeshöhe“, die ebenfalls auf eine keltische Siedlung hinweisen. Hoof war also ringsum von Kelten besiedelt.

Elisabeth Cloß aus Hoof wurde 100 Jahre alt

Zum ersten Mal in der Geschichte des Ortes Hoof feierte eine „Heemerin“ am 11. Juni 1982 ihren 100. Geburtstag. Die damals älteste Bürgerin in Stadt und Kreis St. Wendel, Elisabeth Cloß geborene Wagner, in der „Hoofer Aacht“, Leitersweilerstraße 19, feierte in körperlicher und geistiger Frische ihren 100. Geburtstag. Die hochbetagte Jubilarin, im Volksmund „Schreinersch Lies“ genannt, wurde am 11. Juni 1882 in Hoof als Älteste von drei Geschwistern geboren, in demselben „Aachter“ Haus, in dem sie auch heute noch bei ihrem Enkel Ortwin wohnte.

Als die Jubilarin geboren wurde zählte Hoof 439 Einwohner. Als „Urheemerin“ wuchs „Cloße Modder“ in der Schreinerei ihres Vaters Daniel Wagner auf und erinnerte sich an die wunderschönen Schränke aus Kirschbaumholz, die ihr Vater anfertigte. Am 20. Februar 1903 heiratete Elisabeth den Bergmann Ludwig Cloß aus Marth, der später „Feldschitz“ der Gemeinde Hoof war. Ihr Ehemann verstarb im August 1952, wenige Monate vor der goldenen Hochzeit. Die Jubilarin hatte sieben Kinder zur Welt gebracht, vier Töchter und drei Söhne. Vier ihrer Kinder lebten noch, drei Töchter in Hoof und ein Sohn, der in Freiburg in Sachsen in der DDR wohnte. Zum 100. Geburtstag seiner Mutter kam ihr Sohn zur Gratulation aus der DDR nach Hoof.

In ihrer Kindheit, so wusste die Jubilarin zu berichten, standen in der „Aacht“ noch mehrere Häuser, deren tiefgehende Dächer bis zur Erde reichten und noch mit Strob gedeckt waren. Sie erinnert sich auch daran, dass in ihrer frühen Kindheit in der Nachbarschaft in der „Aacht“ eine alte Frau wohnte, die an kranken Kindern noch das „Brauchen“ pflegte. Auch an ihren Lehrer Peter Böll erinnert sie sich, der in der Hoofer Vorstadt die einstige Lindenallee pflanzte, die leider Mitte der 50er Jahre dem Straßenbau zum Opfer fiel. Sie erinnerte sich auch an ihren Konfirmationspfarrer Schmitt und daran, dass sie mit siebzehn Jahren erstmals anlässlich der Hoofer Kirmes 1899 zum Tanzen gehen durfte. Sie dachte zurück an Feste und Tanzveranstaltungen, an den in Hoof einst so beliebten „Jokkobsball“, den „Neujahrsball“ und an den „Mörderball“ 1903. Wie früher auf dem Land üblich, führte sie mit ihrem Mann zusammen eine Landwirtschaft, da sie ja sieben Kinder zu ernähren hatte. Während ihr Mann in der Grube arbeitete, führt Elisabeth Cloß auf dem Felde den Pflug. Doch „die ganze Lebensart in der guten alten Zeit war gesünder als heute“, bemerkte die 100Jährige. Sie wartete um sieben Uhr morgens ungeduldig auf ihre Zeitung: der Lokalteil wurde immer noch (mit einer Leselupe) gelesen. Täglich trank die „Cloße Modder“ – und das seit Kriegsende – ihren Rotwein mit Ei und Traubenzucker.

Zu ihrem 100. Geburtstag gratulierten herzlich drei Töchter, ein Sohn, drei Schwiegertöchter, ein Schwiegersohn, 16 Enkel, 36 Urenkel und sieben Ururenkel. Die Landesregierung, Stadtbürgermeister Jakob Feller, Landrat Dr. Marner, Ortsvorsteher Walter Cullmann, Stadt- und Ortsrat, die Hoofer Vereine und die ganze Dorfbevölkerung entboten ihre Glückwünsche. MGV „Eintracht“ und „Sängervereinigung“ Hoof brachten der Jubilarin ein Ständchen. Der Obst- und Gartenbauverein Hoof pflanzte der Jubilarin zu Ehren auf dem Kirmesplatz die „Elisabethlinde“. Bei der Pflanzung war auch ein französisches Lehrerehepaar aus der St. Wendeler Partnerschaftsstadt Rezé les Nantes anwesend, die bei Lehrer Dieter Kremp einige Tage zu Gast waren.

Elisabeth Cloß starb wenige Wochen nach ihrem 100. Geburtstag. Eine zweite Hooferin wurde am 30. Juni 2006 100 Jahre alt. Es war Gertrud Ecker., im Volksmund „ess Treidche“ genannt. Auch ihr zu Ehren wurde am Hang des Kirmesplatzes auf der Flur „An der Augusteiche“ eine Jubiläumslinde gepflanzt. Gertrud Ecker, geborene Gerhart, wurde 1906 in „Schmitze – Haus“ in der Hoofer Vorstadt als Tochter des Ehepaares Jakob und Elisabeth Gerhart geboren. Dort, wo sie geboren wurde, war früher die alte Dorfschmiede.

Der größte Kriegsjammer im Ostertal

Plündernde Marodeure durchzogen unsere Heimat – Aus den Stürmen

des Dreißigjährigen Krieges

Von Holzäpfeln und Fröschen könnte sich heute bei uns kein Mensch mehr ernähren, er müsste vor Hunger sterben. Im Jahre 1639 aber in den Wirren des 30jährigen Krieges retteten Kräuter, Holzäpfel und Frösche dem einzigen Überlebenden in Hoof das Leben. Von 1635 bis 1637 war im Ostertal die „Zeit seines größten Kriegsjammers“. Es waren die Stürme des 30jährigen Krieges (1618 – 1648), die auch über das vom eigentlichen Kriegsschauplatz und der großen Heerstraße entlegene Ostertal hinwegbrausten.

Das Ostertal erlebte die wechselnde Geschichte und das Elend des Zweibrückischen Landes mit. Es blieb nicht verschont, als die Kroaten 1622 in den Westrich einfielen und diesen zum Schauplatz ihrer Grausamkeit machten. Von Brandstiftung, Krankheiten, Vertreibung von Vieh, Verwüstung der Felder und Verlusten von Menschenleben ist es nicht verschont geblieben.

Nach der Schlacht bei Nördlingen (1634) fielen die Kaiserlichen unter Gallas über das Zweibrückische Gebiet her. Die Greuel vollständiger Verwüstung verbreiteten sich auch über das Ostertal. Dazu brach 1635 in Süddeutschland die Pest und eine Hungersnot aus. Als damals Kusel seine Kühnheit, den Kaiserlichen die Tore zu schließen, so grausam büßen musste – die Stadt wurde niedergebrannt – bereiteten die Kroaten mit „Sengen und Brennen, Morden und Plündern der Umgebung das gleiche Schicksal“. Von 1635 bis 1637 war im Ostertal die Zeit seines größten Kriegsjammers. In Hoof lebte damals nur ein Mann, „welcher Jahr und Tag im Keller sich aufgehalten und mit Kräutern, Holzäpfeln und Fröschen sich ernährt hatte“. Das Jahr 1648 fand in Hoof wieder drei Personen vor, besagten Mann und zwei Frauen. Diese bauten in der heutigen Hoofer Vorstadt nahe der Brücke ein armseliges Häuschen. Auf irgendeine Weise kamen sie auch zu einem Pflug und fingen an, die verwüsteten Felder zu bestellen, also, „dass der Mann den Pflug führte und die Frauen sich vorspannten“. Das erwähnte Haus soll bis etwa 1890 gestanden haben. Die Jahre von 1677 bis 1697 brachten dem Ostertal ähnliche Zustände wie im 30jährigen Krieg. Im Sterberegister der Pfarrei Niederkirchen heißt es: „Anno 1678 sind viele Personen teils im Elend (Anmerkung: das ist in der „Fremde“), teils an der hitzigen Krankheit gestorben.“ Pfarrer, Schullehrer und der größte Teil der Gemeinde war 1677 bis 1678 geflohen.

1680 – 1697, zur Zeit der Réunionskriege, wurde das Ostertal von den Franzosen okkupiert (besetzt). Auch dieser Krieg brachte wieder Not und Elend. Bereits zu Beginn des Krieges war das Ostertal so verarmt, dass sich die Bewohner ihr Brot größtenteils erbetteln mussten. 1679 schon musste der als sehr wackerer Mann geltende Müller von Osterbrücken mit seiner Steuer im Rückstand bleiben, was sonst nie vorgekommen war. Es scheint auch so, dass die in Norddeutschland schon seit 1650 eingeführte Kartoffel im Ostertal damals noch nicht angebaut wurde. Der von 1710 – 1745 in Niederkirchen tätige Pfarrer Heintz führte sorgfältig Buch über die Ernte in „satten und mageren Jahren und qualifizierte dabei den Ertrag jeder Frucht“. Die „Grundbirnen“ erscheinen erst in seiner Notiz von 1731.

Der Réunionskrieg brachte zu den Missernten in den Jahren 1680 und 1681 auch noch Einquartierungen von französischen Soldaten, wozu sich „Marodeure plündernd und mordend zugesellten“. Am 4. Mai 1694 wollten Marodeure in Niederkirchen Vieh stehlen, wobei sie den Gemeindehüter Hans Adam Weisgerber erschossen.

In der Zeit des polnischen Erbfolgekrieges (1735 – 1740) wurde das Ostertal wiederum hart mitgenommen. Nach einer in der Pfarrchronik vorhandenen Notiz sind Ende Oktober 1735 einhunderttausend Mann Franzosen durch Dörrenbach marschiert. Von der Armee des Comte de Bally seien viele Marodeure abgegangen, „welche in dortiger Gegend plünderten und mordeten und dabei zwanzig Menschen totgeschlagen haben“. Hoof, Niederkirchen, Saal und Marth sind verschont geblieben, „weil sie mit Glocken gestürmt haben, was den Marodeuren Furcht einflößte“.

Hoof war die Hochburg der Kommunisten

Streit zwischen Nazis und Kommunisten im Ostertal

Von Mitte der 20er bis Ende der 30er Jahre im vorigen Jahrhundert waren die Kommunisten im Ostertal die treibende politische Kraft. Die KPD erhielt bei den Reichstags-, Landtags- und Kreistagswahlen den weitaus höchsten Stimmenanteil in den Ostertalortschaften. KPD-Hochburg war dabei Hoof, wo die KPD im Mai 1924 sage und schreibe 106 Stimmen erhielt, was 70,7 Prozent der Stimmenzahl war. Es war der höchste Stimmenanteil der KPD im Ostertal. Bei der Reichstagswahl am 29. Mai 1928 sah das Wahlergebnis in Hoof wie folgt aus: KPD 39, 6 Prozent, SPD 29,6 Prozent, DVP (Deutsche Volkspartei) 8,4 Prozent und die NSDAP nur 3,6 Prozent. Bei der nächsten Wahl im September 1930 war dann der Stimmenanteil der NSDAP schon gewaltig angestiegen. Die KPD in Hoof erhielt 42,0 Prozent, die NSDAP 29,5 Prozent. Der Stimmenanteil der NSDAP stieg weiter bei den Reichspräsidentenwahlen 1932. Hitler (NSDAP) und Thälmann (KPD) erhielten 578 (42,7 Prozent) und 579 Stimmen (42,8 Prozent) in den Ostertalorten. In Hoof aber erhielt Hitler nur 26,79 Prozent und Thälmann 53,8 Prozent. Hoof war also in dieser Zeit noch hochkommunistisch. In Hoof blieb auch bei der Reichstagswahl am 6. 11. 1932 die KPD mit 135 Stimmen gegenüber der der NSDAP mit nur 87 Stimmen weit vor den Nationalsozialisten. Umgekehrt war es in Niederkirchen, wo die NSDAP 183 Stimmen, die KPD aber nur noch 150 Stimmen erhielt.

Auszüge aus der „Arbeiterzeitung“ der KPD von 1930 bis 1940 zeigen den erbitterten Kampf zwischen der NSDAP und der KPD im Ostertal. KPD-Versammlungen wurden verboten.

Natürlich fanden in dieser Zeit auch Schlägereien statt, wie z. B. in der Neujahrsnacht in der Wirtschaft Spengler in Niederkirchen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Wirtschaft Spengler war die so genannte „Hitler-Wirtschaft“, in der Bürgermeister Ludwig König Stammgast war.

Es gibt auch einen Tagesbericht des Bezirksamtes Kusel vom 30. 11. 1935: „Am 9. 11. 1935 wurde in der Ortschaft Hoof an der Stelle, an der in der Nacht vom 7. auf den 8. August 1930 der SA-Mann Gustav Müller von Hoof durch den Arbeiter und Kommunisten Karl Stamm von dort erstochen wurde, durch eine Abordnung der SA ein Kranz niedergelegt und von vormittags 8 Uhr bis Nachmittag 5 Uhr ein Doppelposten aufgestellt. Hierbei wurde festgestellt, dass die Hoofer Bevölkerung, besonders die früher kommunistisch eingestellten Bergarbeiter, es nicht der Mühe wert hielten, im Vorübergehen den Deutschen Gruß zu erweisen.“

„Neue Frechheiten des Nazi-Königs (gemeint ist Bürgermeister Ludwig König in Niederkirchen) gegen die Arbeiterschaft“, so heißt es in der „Arbeiterzeitung“ vom 16. 6. 1937, die einen Bericht über die Machenschaften des „Nazi-Königs“ in Niederkirchen gegen die kommunistische Arbeiterschaft veröffentlicht. So heißt es darin: „Am vergangenen Montag saß der „Alte Chef des Ostertales“ in der Hitlerwirtschaft Spengler. Der Bürgermeister übte sich, wie so oft, im Bierglasheben, worin er wahrer Weltmeister ist.“ In der Wirtschaft war ein Genosse anwesend. Nazi-Bürgermeister König beschimpfte Angehörige dieses Genossen, die schon jahrzehntelang im Grab liegen, als Lumpen und Gesindel.

Auch die Pfarrer im Ostertal waren in dieser Zeit Nazis. Aus der kommunistischen Arbeiterzeitung in der Ausgabe vom 6. Januar 1938 entnehmen wir einen Bericht über Pfarrer Fauß. Darin heißt es: „Der Pfarrer Fauß ist ein weithin bekannter Kommunistenfresser. Seinen Namen „Fauß“ trägt er zu unrecht. Eigentlich müsste er „Faust“ heißen, schlägt er doch gegen die Kommunisten wild um sich. Im Mittelalter gab es „Hexen“, heute gibt es einen „Hexer“.

Anmerkung: Es ist heute noch allbekannt, dass Pfarrer Fauß die Konfirmanden im Konfirmationsunterricht schlug.

Die Hoofer hatten Angst vor dem Geist des „Kerschehoke“

Beim Rückzug Napoleons von Russland her, im Winter 1813/1814, als Reste seiner Truppen auch durch unsere Gegend kamen, vergruben französische Soldaten ihre Kriegskasse an einer einsamen Stelle des Tiefenbachtales. Zu dieser Zeit stand im Dienste des Gutsbesitzers Cetto vom Langenfelderhof ein weit und breit gefürchteter Jägerbursche, dem die Leute von Hoof und Leitersweiler den Spottnamen „Kerschehoke“ gegeben hatten. Der Jägerbursche beobachtete auf einem Reviergang, wie die Soldaten hastig die Kriegskasse verscharrten, um dann eiligst westwärts zu marschieren, damit sie den nachdrängenden preußischen und russischen Truppen nicht in die Hände fallen sollte. Als ein zurückgebliebener Franzose dann allein die Kriegskasse für sich ausgraben wollte, kam der „Kerschehoke“ herzu und erschoss den Soldaten, um sich selbst in den Besitz des wertvollen Schatzes zu bringen. Den umgebrachten Soldaten begrub er an Ort und Stelle. Seitdem ist es im Tiefenbachtal nicht geheuer, denn der „Kerschehoke“ geht dort als Gespenst um und bewacht seine Beute. Zwei Männer aus Hoof, Jakob Persch und Johann Koch, die auf dem Langenfelderhof im Tagelohn arbeiteten, fürchteten sich vor dem umgehenden Geist des Jägerburschen, wenn sie um die Abendzeit den einsamen Waldweg zurück durch das Tiefenbachtal nach Hoof gehen mussten. Übrigens haben Leitersweiler Leute später an der Stelle nach dem angeblichen Schatz gegraben haben, wo einst der Stollenausgang der Kohlengrube war, in der Nähe des „Bergmannsbrünnlein“.

Das war die sagenhafte Erzählung, die man sich ganz früher einmal in Leitersweiler und in Hoof erzählte. – Doch in den Jahren 1960/1965 wurde im städtischen Archiv St. Wendel ein Bericht gefunden, nach welchem die grausige Tat wirklich geschehen ist. Man erkennt daraus, dass Sagen sich oft als eine Mischung geschichtlicher Tatsachen und freier Erfindung erweisen. Der Volksmund erzählt solche Begebenheiten meist nach Gefühl und Wunsch.

Aus dem erwähnten Bericht des Archivs in St. Wendel ergab sich, dass sich das wirkliche Ereignis eines Mordes im Tiefenbachtal bereits im Jahre 1804 zugetragen hat. So mischt sich Begreifliches mit Unbegreiflichem. Das geschichtliche Ereignis ist längst vergessen, aber die lebendig gebliebene Sage lässt den Geist des Jägerburschen für die frevelhafte Tat im Tiefenbachtal umherirren. Nach dem gefundenen Bericht lautet der wirkliche Name des Jägerburschen „Kerschhock“.

Aus der Entwicklungsgeschichte der Schulen im Ostertal

Die Pfarrchronik von Hoof vermeldet ein bemerkenswertes Ereignis: „Im Winter 1823/24 dingten sich die Hoofer einen jungen Menschen, der aber nichts taugte. Er wurde vermutlich auf Betreiben des Pfarrers von der Regierung abgesetzt und ein Lehramtskandidat sollte ihn ersetzen. Als der neue Lehrer eingeführt werden sollte, erklärten die Gemeindeleut, ihr Schullehrer sei gedingt, wie’s lebenslang gewesen. Der neue sei zu teuer, wer ihn eingesetzt, solle ihn auch bezahlen. Weil die Hoofer anzüglich wurden, musste der Pfarrer mit dem Lehrer ohne Erfolg abziehen.“

Über die Entlohnung der Lehrer ist nach dieser Pfarrchronik zu sagen, „dass sie schlecht, die der Winterschullehrer erbärmlich war“.

Über solche Entlohnung des ersten Schuldieners (Lehrers) berichtet die Chronik von Leitersweiler 1738: Der Lehrer erhielt: „Von den geistlichen Gefällen: 6 Fladen Geld und 3 Malter Korn. – Von der Gemeinde: 1 Malter und 3 Fass Korn, 3 Malter und 3 Fass Hafer. – Schulgeld von jedem Schulkind: 1 Ortsgulden und 1 Karch Holz – Güter: 1 Wiese (rund 2 Ztr. Heu).“ „Zur Aufbesserung des Einkommens betreibt er Seidenraupenzucht“.

Werfen wir heute einmal einen Blick zurück in die Entwicklungsgeschichte der Schulen im Ostertal.

Die seit dem 1.1.1974 durchgeführte Gebietsreform hatte auch ihre Auswirkungen auf die schulische Entwicklung im Ostertal.

Bis zum 1.8.1974 bestanden noch die zweiklassige Volksschule Hoof, die zweiklassige Volksschule Leitersweiler und die Grund- und Hauptschule Niederkirchen mit 18 Klassen und zwei Vorschulklassen.

Die Zentralschule „Ostertal“ in Niederkirchen wurde am 1.8.1969 um die Schulpflichtigen der einklassigen Volksschule Bubach erweitert, am 1.8.1971 folgten diesem Beispiel die Volksschulen Osterbrücken, Werschweiler und Dörrenbach. Die Grund- und Hauptschule „Ostertal“ in Niederkirchen hatte sich zu einer zweizügigen Grund- und Hauptschule entwickelt. Zielgerichtet entsprechend einer durchdachten Bildungsplanung entstand hier für 7 Dörfer, jetzt Ortsteile der Stadt St. Wendel, ein durchgegliedertes, mustergültig ausgebautes und ausgestattetes Bildungszentrum für die 3 – bis 15-jährigen mit Kindergarten, Vorschulklassen, Grund- und Hauptschule. In Auswirkung des Schulordnungsgesetzes nach der Gebietsreform wurden mit Wirkung vom 1.8.1974 die Volksschulen in den Ortsteilen Hoof und Leitersweiler aufgelöst.

Von der Gegenwart bis zu den Anfängen dieser Schulen will ich einen Bogen schlagen, und Wesentliches aus der Entstehungsgeschichte, für uns heute kaum vorstellbar, soll hier festgehalten werden.

Bis ins Mittelalter zurück reichen die Anfänge des Volksschulwesens im Ostertal. Die ältesten Schulen sind die von Niederkirchen und Oberkirchen. 1558 erfolgte in einem „Visitationsprotokoll“ die erste Erwähnung der protestantischen Dorfschule in Niederkirchen, als einziger Schule im Oberamt Lichtenberg mit mehr als 100 Dörfern. 1491 ließ der Abt des Klosters Wörschweiler ein Haus in Niederkirchen bauen. Dieses Abtshaus diente zum Empfang des Zehnten. Später, nach der Einführung der Reformation, fand es Verwendung als Schulhaus. 1734 wurde zum ersten Mal urkundlich ein Lehrer, damit zugleich die Dorfschule in Dörrenbach, erwähnt. Die Dorfschule in Leitersweiler wurde gemäß der Chronik 1738 gegründet. Bis 1883 besuchten die Kinder aus Werschweiler die Dorfschule in Dörrenbach. Dann erfolgte in Werschweiler die Errichtung einer eigenen Schule. 1887 ist der Bau eines eigenen Schulhauses in Marth verzeichnet. Von Osterbrücken ist nachweislich nur bekannt, dass im 16. – 18. Jahrhundert die Unterweisung der Kinder nur durch Winterschullehrer erfolgte.

Erstmals 1720 wird für Hoof eine Schule genannt, die allerdings nur im Winter existierte und so zunächst in der kalten Jahreszeit den Kindern den beschwerlichen Weg nach Niederkirchen oder Leitersweiler ersparte. Unklar ist das Gründungsjahr der Schule in Bubach. Wahrscheinlich erfolgte die Gründung Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Kinder aus Leitersweiler besuchten zunächst nur die „Christenlehre“ in der Hauptkirche in Niederkirchen. Daraus entwickelte sich 1558 die „Gemeine Schul“ für das gesamte Kirchspiel. Von den „Läudersweiler“ Kindern besuchen diese nur die Knaben. Die Mädchen mussten sich mit der Christenlehre begnügen. Nach 1738 erfolgte in Leitersweiler der Unterricht abwechselnd in verschiedenen Elternhäuser der Schulkinder. Später wurde ein kleines Haus, die „Schulstubb“, gemietet und gekauft. Sie war gleichzeitig Wohn- und Schlafraum der Lehrerfamilie.

Erstaunlich früh bei solchen Schulverhältnissen erfolgte die Einführung des „Schulzwanges“. Von Leitersweiler ist er bekannt ab 6.10.1706 für die Wintermonate.

In Niederkirchen war infolge der Kriegswirren 1634 der Schulbetrieb eingestellt worden. 1660 erfolgte die Wiedereröffnung der Dorfschule und Einführung des Schulzwanges durch Herzog Christian IV. von Zweibrücken.

Die Pfarrchronik in Hoof vermeldet ein bemerkenswertes Ereignis: „Im Winter 1823/24 dingten sich die Hoofer einen jungen Menschen, der aber nichts taugte. Er wurde vermutlich auf Betreiben des Pfarrers von der Regierung abgesetzt und ein Lehramtskandidat sollte ihn ersetzen. Als der neue Lehrer eingeführt werden sollte, erklärten die Gemeindeglieder, ihr Schullehrer sei gedingt, wie’s lebenslang gewesen. Der neue sei zu teuer, wer ihn eingesetzt, solle ihn auch bezahlen. Weil die Hoofer anzüglich wurden, musste der Pfarrer mit dem Lehrer ohne Erfolg abziehen.“

Aufzeichnungen von 1760 bis 1772 geben Auskunft über die Besoldung des Lehrers: „Für jedes Kind erhielt er wöchentlich 1 alb (Weißpfennig). Darüber hinaus bezog er auch Naturalien wie Korn und Hafer. Jedes Kind musste morgens ein Stück Holz mit in die Schule bringen.“ Als Küster erhielt der Lehrer eine Reihe weiterer Vergütungen. Unter anderem hatte er das Weiderecht auf allen Gemeindewiesen. Aus der Kirchenchronik von Niederkirchen entnehmen wir: „… und es solle ihm aus den Glocken- und Kirchengefällen eine ziemliche Unterhaltung werden.“

Im Visitationsprotokoll von 1566 wird hier vermerkt: „Der Schulmeister hat um Addition (Gehaltserhöhung) angesucht und ist ihm zu seinen 7 Gulden und 2 Wagen Heu noch aus den Kirchengefällen 2 Gulden, 2 Malter Korn und 1 Wagen Heu verwilligt worden.“ 1575 aber heißt es dann kurz und bündig: „Der Schulmeister und Glöckner sollte nicht mehr um Zulage anfallen, da er genug habe.“

Aus den Aufzeichnungen entnehmen wir: „Die Lehrer sollen die Kinder in allen geistlichen Dingen unterrichten. Dies zu fördern, war die Pflicht des Pfarrers.“

Der erste nachweisliche Lehrplan aus dieser Zeit stammt von dem protestantischen Pfarrer Bonnet aus Niederkirchen aus dem Jahre 1768:

„1. Klasse (6 – 8-jährige) lernt ABC, buchstabiert im Katechismus, lernt Gebete.

2.Klasse (9 – 10-jährige) liest im Testament, schreibt Namen, singt Noten, lernt im Katechismus Sprüche.

3. Klasse (11 – 12-jährige) liest im Psalter, buchstabiert auch, schreibt ABC; fängt an, Noten zu lesen.

4. Klasse (13 – 15-jährige) liest in der Bibel und Geschriebenes, schreibt nach Vorschrift, rechnet, singt Noten auswendig.“

Gemäß Überlieferung waren die Lehrgegenstände im 18. Jahrhundert: „Katechismus, Lesen, Schreiben, Singen.“ Das Gelernte wurde schon sehr früh und mit Strenge überprüft. In der Schulchronik von Niederkirchen ist 1744 auf die Anordnung der pfälzischen Kirchenbehörde hingewiesen, „regelmäßige Prüfungen des Bildungsstandes der Schüler durchzuführen“.

1764 erfolgte die Einführung einer „Versäumnisliste“ an der Dorfschule Niederkirchen. Von 1767 an wird die Prüfung des Bildungsstandes als „mit Sicherheit nachweisbar“ erwähnt.

Zurück ins Jahr 1970: Am 1. August 1970 kamen die Klassen5 bis 8 aus Hoof in die Schule nach Niederkirchen. Eine Vorschulklasse wurde dort in Zusammenarbeit mit dem protestantischen Kindergarten eingerichtet. Im Sommer 1971 wurden die letzten Grundschulen im Ostertal aufgelöst. Die Klassenstufen 1 bis 4 aus Osterbrücken, Werschweiler und Dörrenbach gingen nun auch nach Niederkirchen. Im Zuge dieser Maßnahmen bekam der Schulzweckverband Ostertal Zuwachs. Im Jahr 1970 traten auch die Gemeinden Bubach, Dörrenbach, Osterbrücken und Werschweiler bei. Hoof sträubte sich auch weiterhin. Vier Jahre lang existierte dieser Zustand, dann kam die Gebiets- und Verwaltungsreform und brachte grundlegende Änderungen. Von nun an übernahm die Stadt St. Wendel die Niederkircher Schule als Sachkostenträger, der Zweckverband wurde aufgelöst. Auch die Hoofer Schule wurde damals – 1974 – der Schule in Niederkirchen angeschlossen. Diese hieß nun „Grund- und Hauptschule Niederkirchen der Stadt St. Wendel“. Durch das Schulordnungsgesetz von 1986 war der Bestand der Hauptschule gefährdet, doch wegen besonderer siedlungsstrukturellen Gründen machte der Kultusminister eine Ausnahme, die allerdings nur von begrenzter Dauer war, und zwar bis zum Jahr 1992. Damals wurden alle Hauptschulen der Stadt in der Hauptschule St. Anna in St. Wendel zusammengefasst, nur die Grundschule konnte in Niederkirchen verbleiben. Allerdings bevorzugen es viele Ostertaler Eltern seit dieser Zeit, ihre Kinder ab Klasse 5 nicht nach St. Wendel, sondern nach Freisen zur Schule zu schicken, wo Aufnahmen erfolgen können, solange noch Plätze frei sind.

Im Jahre 1911 wurde an der heutigen Rundstraße in Hoof mit dem Bau des Schulhauses begonnen, nachdem die alte Schule in der Mitte des Dorfes neben der damaligen Kapelle zu klein geworden war. 1930 wurde das alte Schulhaus ganz aufgegeben, nachdem das neue noch einmal erweitert wurde.

Der katholische Religionsunterricht fand in dem preußischen Oberkirchen statt. Zweimal in der Woche mussten die katholischen Kinder von Hoof zu Fuß den beschwerlichen Weg auf sich nehmen. Erst nach vielen und jahrelangen Bemühungen wurde in Hoof dann eine Lehrstelle mit einer katholischen Lehrperson besetzt.

Im Jahre 1963 wurde die Schule unter Bürgermeister Arnold Merscher noch einmal großzügig erweitert. Drei neue Klassenräume und eine Gymnastikhalle wurden errichtet. Der Altbau und der Neubau wurden durch eine Pausenhalle miteinander verbunden. Im Keller des Altbaues wurden Duschkabinen gebaut, so dass die Bevölkerung des Ortes die Möglichkeit hatte, samstags ein Duschbad zu nehmen. Auch nach den Fußballspielen auf dem Sportplatz duschten sich die Spieler der Heimmannschaft und der auswärtigen Mannschaft in der Duschkabine im Schulhaus-Altbau.

Die Geschichte der Schule in Niederkirchen

Die ältesten Nachrichten über die Schule in Niederkirchen stammen aus dem Jahre 1572, als ein aus dem trierischen Land vertriebener junger Mann als Lehrer angenommen worden war. Ob damals schon ein Schulhaus vorhanden war, was kaum anzunehmen ist, wissen wir nicht. Zum ersten Male hören wir von einem solchen 1623 in Zusammenhang mit dem Pfarrer Johann Metzler aus Steinselz im Elsass, der seinen Ort wegen des Krieges hatte verlassen müssen und dann die Schule in Niederkirchen gehalten hatte. Es geht hier aber nicht darum, die Geschichte der Niederkircher Schule zu schreiben, sondern um die Geschichte des alten Niederkircher Schulhauses, das bis zum Bau und der Übernahme des jetzigen Schulhauses im Jahre 1931 als Schulhaus diente. Bei der Beschäftigung mit dieser Frage stellte sich heraus, dass der Plan dieses Hauses auf einen Mann zurückgeht, der damals als Baumeister einen guten Ruf gehabt hatte. Es war der 1747 in Annweiler geborene und in Odenbach groß gewordene Pfarrerssohn Friedrich Gerhard Wahl. Er war von 1782 bis 1791 Leiter des gesamten Land- und Hofbauwesens des Herzogtums Zweibrücken. Nach 1793 war er im Dienst der Grafen von Erbach-Fürstenau und der Erbauer des neuen Schlosses in Fürstenau. Nach 1814 war Wahl wieder bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahre 1818 in pfälzischen Diensten. Er starb 1826 in Kaiserslautern.

Dem Schulhaus, von dem hier geredet werden soll, ging ein anderes, 1796 erwähntes Schulhaus voraus, nämlich „ein Gemein Hauß, dienet zur Schul und Rathauß“. Dieses alte Schulhaus war 1817 dem Einsturz nahe, so dass man dem Lehrer Zimmer ein anderes Lokal mietete und versuchte, durch eine Sammlung den Grundstock für einen Neubau aufzubringen. Es wurden aber nur 60 Franken zusammengebracht. Auch die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde ließen wenig erwarten. Zu den auf 1.000 Gulden geschätzten Baukosten konnten nur 141 Franken beigetragen werden, weil aus der Gemeindekasse noch ein Restbetrag von 141 Franken zur Vergütung von Vieh aufzubringen waren, das von preußischen Truppen 1814 geschlachtet worden war. Dazu kamen noch andere Ausgaben, die während der Kriegszeit entstanden waren. Mit diesen Hinweisen hoffte die Gemeinde den Bau bis auf bessere Zeiten hinauszuschieben. Die Regierung aber war anderer Meinung. Sie stellte aus dem Kreisbaufonds einen Zuschuss von 300 Gulden bereit und ordnete am 20. November 1818 an, die übrigen Kosten aus den Überschüssen der Gemeindekasse und durch die Beitreibung der durch Bürgermeister Schneider veruntreuten Gelder aufzubringen. Der Termin zur Fertigstellung wurde auf das Ende des Jahres 1819 festgesetzt.

Am Beginn des Jahres 1820 war aber noch nichts geschehen. Das Kuseler Landkommissariat warf am 25. Februar 1820 in einem Schreiben an die Regierung der Gemeinde Saumseligkeit und Nachlässigkeit vor, obwohl es sich bei dem Schulhausbau um eine Sache handelte, die dem Unterricht und der Erziehung diente. „Jetzt muss ernstlich Hand an das Werk gelegt werden“, hieß es unmissverständlich in dem Schreiben, dem ein Gutachten des geistlichen Schulinspektors in Einöllen beigegeben war, das die Schulverhältnisse in Niederkirchen in den düstersten Farben schilderte. Unter diesem Druck und der schlechten Zensur, die der Gemeinde zuteil geworden war, wurde im Frühjahr 1820 mit den Arbeiten begonnen, und als sie bis zum Mai schon gute Fortschritte gemacht hatte, trat eine Stockung ein. Die zum Kirchspiel gehörenden Gemeinden rebellierten, weil sie verpflichtet wurden, an dem Bau mitzuhelfen. Das wurde damit begründet, dass der Lehrer im Nebenamt auch Kirchendiener gewesen war und als solcher mehrere, der Pfarrei gehörende Grundstücke im Genuss hatte. Bubach lehnte die Beteiligung ab, weil es zu eben der Zeit mit einem Schulhausbau beschäftigt war, und auch Selchenbach hatte mit eigener Kraft selbst für ein zweckmäßiges Schulhaus gesorgt. Beschwerden kamen auch aus Marth und Saal.

Am 30. September 1820 wurde das inzwischen überflüssig gewordene und an der Hauptstraße gelegene alte Schulhaus mit Scheuer, Stall, Keller und Hof bei einer Versteigerung dem Niederkirchener Schulmeister Christian Zimmer um 150 Gulden zugeschlagen. Mit dem neuen Schulhaus hatte sich die Gemeinde eine Last aufgeladen, der sie sich so leicht nicht zu entledigen vermochte, weil auch in anderer Hinsicht bedeutende Opfer gebracht worden waren. 1822 waren für den Schulhausbau noch etwa 200 Gulden abzutragen.

1830 war von notwendigen Reparaturen am Schulhaus die Rede, welche die Inneneinrichtung betrafen. Der vorhandene Schulsaal konnte die Kinder aus Niederkirchen, Saal und Marth, die von einem Lehrer unterrichtet wurden, nicht mehr aufnehmen. Es wurde daher 1836 im zweiten Stock durch die Wegnahme eines Zimmers des Lehrers ein zweiter Lehrsaal eingerichtet, in dem von nun an ein Schulgehilfe für die unteren Klassen Unterricht erteilte. 1870 hatte sich die durch die hohe Schülerzahl – es stellten Niederkirchen 70, Marth 40 und Saal 30 Schüler – die Schulverhältnisse so verschlechtert, dass das Bezirksamt dringend eine Verbesserung der Schulräume forderte. Die Gemeinde Niederkirchen verlangte daher die Auflösung des von allem Anfang bestandenen Schulverbandes Niederkirchen-Marth-Saal. Niederkirchen hoffte, dass dann die Räume „für alle Zeiten“ reichen würden. Halte man aber, so gab Niederkirchen zu bedenken, an dem Schulverband fest, so könnte ein Neubau nicht erstellt werden, weil kein Bauplatz vorhanden sei. Die Gemeinden Marth und Saal wollten an dem alten Herkommen nichts geändert haben, obwohl die Lokalinspektion in der gemeinschaftlichen Schule einen in der Pfalz vielleicht nicht mehr vorhandenen Missstand sah, der nicht verewigt werden sollte.

Nach monatelangen Verhandlungen stellte die Regierung am 12. Oktober 1871 die Gemeinde vor die folgenden Möglichkeiten: 1. Bau eines dritten Stockwerkes, 2. Verwendung der Ökonomiegebäude des Lehrers und die Einrichtung eines dritten Schulsaales, 3. Neubau eines neuen Schulhauses. Die Gemeinde Niederkirchen hielt an ihrem Standpunkt fest: Auflösung des Schulverbandes, so dass eine Erweiterung des Schulhauses nicht mehr notwendig sei. Als Marth und Saal einem Neubau und nicht einer Erweiterung das Wort redeten, gab Niederkirchen zu einem Neubau seine Zustimmung. Während der Verhandlungen war vorgeschlagen worden, das an der Ostertalstraße gelegene, 1840 erbaute Gasthaus Lang gegen das alte Schulhaus und ein Aufgeld von 7.000 Gulden zu vertauschen, was aber nicht zustande kam, weil sich die Räume nicht eigneten. Darauf wurde für die oberen Klassen in einer Wirtschaft ein Saal gemietet.

1876 nahm der Landbaureferent der Regierung eine Besichtigung vor. Er empfahl, unter Verwendung der im Erdgeschoss vorhandenen Scheune im zweiten Stock einen größeren zweiten Lehrsaal einzurichten. Im folgenden Jahr wurde mit den Änderungen begonnen und im Oktober 1877 der neue Lehrsaal zum ersten Male benutzt. Eine wesentliche Verbesserung der Verhältnisse war aber dadurch nicht eingetreten. 1889 erwies sich der zweite Saal als unzureichend, trotzdem sich Marth von Niederkirchen getrennt und ein eigenes Schulhaus gebaut hatte. Das Bezirksamt schlug als einzigen Ausweg, aus der Notlage herauszukommen, die Vergrößerung des zweiten Saales durch die Hinzunahme der Wohnung des Schulverwesers vor und bemerkte, dass die Gemeinde sich dessen nicht weigern solle, weil sie dann zu einer besseren, aber kostspieligeren Erweiterung des Hauses gezwungen werde. So kam es, dass Niederkirchen sich mit dem alten Schulhaus bis zum Jahr 1931 behelfen musste.

(Saarbrücker Zeitung, 26. Februar 1962: Aus „Niederkirchen im Spiegel der Presse“ von 1863 – 1973, von Hans Kirsch)

Die Marther Kinder zogen in ihr eigenes Schulheim

Bisher waren Niederkirchen, Saal und Marth zu einem Schulsprengel vereinigt. Jedoch Platzmangel nötigte die Gemeinde Marth auszutreten. Ein neues Schulhaus wurde deshalb im vorigen Jahre (1886) in Marth erbaut und sollte nun im Frühjahr bezogen werden. Am 3. Mai 1987 versammelten sich daher der Bürgermeister mit Adjunkt und dem Gemeinderate von Marth, einigen Gemeinderäten von Niederkirchen und Saal in dem Schulhause zu Niederkirchen zum Abschiede von Marth aus dem Schulverbande. Die versammelte Schuljugend sang einige Lieder daselbst, worauf Bürgermeister Harth von Marth eine kurze Ansprache hielt, in der er bemerkte, warum sie gekommen und weshalb dieses Fest heute gefeiert werden solle. Sodann nahm Schulverweser Unkrich das Wort und an der Hand des Liedes „Nun zuguter Letzt“ hielt er eine mit Beifall aufgenommene Abschiedsrede. Alsdann gingen die Kinder in Begleitung der anwesenden Herren nach Marth, wo der Zug mit Böllerschüssen und dem Geläute der Glocke empfangen wurde ….

(Pfälzer Anzeiger, 8. Mai 1887: Aus „Niederkirchen im Spiegel der Presse“ von 1863 – 1973; von Hans Kirsch)

Als es noch Winterschulen gab

Die Lehrer waren damals Bauern und Handwerker

Das Lied vom armen Dorfschulmeisterlein ist auch heute noch auf den Dörfern vielfach bekannt. Mancher Schüler hat es früher gesungen, wenn er damit seinen Lehrer ärgern wollte. Aber auch die Erwachsenen bei uns im Ostertal sangen früher dieses Lied, wenn sie irgendwo im Ort lustig feierten: „Und wird im Dorf ne Wutz geschlacht, dann sollt ihr sehen wie er lacht; die größte Wurst ist ihm zu klein, dem armen Dorfschulmeisterlein.“ Und doch hat dieses Lied für die Anfänge des Schulwesens einen ernsten, realen Hintergrund. Ohne Nebeneinnahmen konnte ein Lehrer nicht leben. Vor allem alte Lehrer und Lehrerwitwen waren sehr schlecht dran, da es ja keine Altersversorgung gab.

Aus einer Schulchronik mit Aufzeichnungen aus dem Jahre 1830 ersehen wir, dass es damals nur eine Winterschule gab und die Lehrer Handwerker oder Bauern waren, die vom Tage Allerheiligen bis Gertrudi (17. März) Schule hielten. Damals wird von einem Ackerer, einem Schieferdecker und einem Schneidermeister berichtet. Diese Winterschullehrer wurden von der Gemeinde im Herbst gedungen für 15 Gulden Gehalt nebst Reihentisch und Schlafstätte, welche häufig nur aus einem Strohlager hinter dem Ofen bestand. Jedes Schulkind musste „den Lehrer einen Tag halten“, d. h. ihm für einen Tag Kost und Logis geben.

In Hoof wissen die älteren Bürger, dass direkt neben der evangelischen Kirche das alte Schulhaus steht, in dem früher die Winterschule war. Schräg gegenüber der alten Schule war früher eine Gastwirtschaft, die im Volksmund bis heute den Namen „Schule Wertschaft“ trägt. Und die Wirtin, „Schule Friedche“ genannt, war in Hoof sehr beliebt. Woher nun im Volksmund der Name „Schule Wertschaft“ kommt, geht auf das alte Schulhaus neben der Kirche zurück. Es ist anzunehmen, dass früher Winterschullehrer gegenüber im Gasthaus ihre Schlafstätte hatten. Im Zweiten Weltkrieg hauste im alten Schulhaus die Hitlerjugend. Und später ging das alte Schulhaus in den Besitz der Familie Holzapfel über.

An Lehrbüchern gab es nur Katechismus und biblische Geschichte. Vormittags wurden gewöhnlich nur Katechismus und Bibel abgehört. Nachmittags kam das Lesen und Schreiben an die Reihe. Das Lesen wurde im Katechismus und in der Bibel geübt. Kein Wunder, dass in der Zeit die Lehrer immer ein gutes Verhältnis mit dem Pfarrer hatten.

Die Stubentür musste nicht selten als Rechen- oder Schreibtafel dienen. Die Schulpflicht begann nicht für alle Kinder gleichmäßig mit einem festgesetzten Lebensalter. Die Willkür der Eltern entschied darüber, ob das Kind mit sieben, acht oder neun Jahren die Schule besuchte. Die Entlassung erfolgte meist mit dem 12. Lebensjahr. Die Reife der Kinder wurde in einer zu Ostern abgehaltenen Prüfung vom Pfarrer ermittelt.

In der Schulchronik aus dem Jahre 1830 ist zu lesen: „Die Lehrer waren Ackerbauer oder Handwerker. Der Lehrer enthielt eine Entlohnung (Jahreslohn) von 13 Gulden nebst Kost und Logis“. In Kirchdörfern waren die Lehrer etwas besser gestellt. Hier war der Lehrer in erster Linie Kirchendiener, Organist und Vorsänger, und seine Einnahmen aus dem Kirchenamt waren größer als das Lehrergehalt.

Ein entscheidender Wandel im schulischen Leben trat um etwa 1840 ein. Das Dingen des Lehrers von Seiten der Gemeinde hörte auf, auch erstreckte sich von jetzt ab der Unterricht auch auf die Sommermonate. Dass sich die Schularbeit nach den Terminen der Landwirtschaft richten musste, ist klar. Die Kartoffelferien, die Heuferien oder die Bucheckerferien konnten nicht kalendermäßig festgelegt werden. Sie richteten sich nach dem Wetter, denn die Kinder mussten zu Hause fleißig mithelfen. Die größeren Kinder wurden morgens in der ersten Stunde, aber auch von dem Lehrer in seiner Landwirtschaft eingesetzt.

Bei allen kirchlichen Festen (Taufe, Konfirmation, Kommunion, Hochzeit und Beerdigung) wurde der Lehrer eingeladen. Ferner war es üblich, dass bei Hausschlachtungen der Lehrer eine Blut- und eine Leberwurst sowie einen Kessel Wurstbrühe bekam. Oft „verbrüderte“ sich der arme Dorfschulmeister mit dem „reichsten“ Bauern im Dorf, um „von dessen Brosamen zu leben“.

Trotz dieser Eingliederung in den Bauernstand nahm der Lehrer auf dem Dorf eine Sonderstellung ein. Er war kein Einheimischer und wurde als einziger mit „Sie“ und „Herr“ angeredet. Dafür aber hatte der Lehrer über das sittliche Betragen der Schüler innerhalb und außerhalb der Schule zu wachen. Wenn man Beschwerden über Kinder anderer Leute hatte, dann ging man zum Lehrer. Er war auch verantwortlich dafür, dass der Gottesdienst besucht wurde und die Kinder sich in der Kirche ordentlich betrugen. Nach dem Abendläuten (Betglocke) hatten alle Kinder zu Hause zu sein. Die Lehrer gingen durch das Dorf und machten Kontrolle. Oft folgte dann am nächsten Morgen ein Strafgericht. Er war also ein billiger Dorfpolizist und wurde von der Bevölkerung danach beurteilt, wie er die Kinder in Zucht hielt. Ganz schlimm war es, wenn ein Junge gegen Abend noch in der Wirtschaft angetroffen wurde, was im Winter hin und wieder der Fall war, wenn er mit seinem Vater die Wirtschaft besuchte. Dass der Lehrer im Dorf wohnen musste, war selbstverständlich.

Der Lehrer war aber auch der einzige Kulturträger im Dorf, er war Dirigent eines Musik- oder Gesangvereins, als Schriftführer in anderen Vereinen war er begehrt. So haben Lehrer um 1900 auch die ersten Obst- und Gartenbauvereine gegründet.

Um 1830 durfte die Schülerzahl einer Klasse in der Regel 110 Schüler nicht übersteigen, 1861 in der Regel 80 Schüler nicht übersteigen.

Aus einer Schule sind die „Gebote für Lehrer“ aus dem Jahre 1872 überliefert. Kaum zu glauben, was damals einem Lehrer alles aufgebürdet wurde: „Lehrer haben täglich die Lampen aufzufüllen und die Kamine zu säubern.“ „Lehrer haben im Winter dafür zu sorgen, dass eine Stunde vor Unterrichtsbeginn der Ofen geschürt wird und genügend Scheitholz vorhanden ist.“ Ein „Hausmeister“ gab es auf dem Dorfe noch nicht, wohl aber eine Putzfrau, die auch ihre Anweisungen vom Bürgermeisteramt genauestens einhalten musste. Tat sie das nicht und beschwerte sich der Lehrer über Unsauberkeit in der Schule, wurde sie durch eine andere ersetzt. Einmal im Jahr gab es eine Schulvisitation durch die Distriktsbehörde, wo die Sauberkeit der Schulräumlichkeiten untersucht wurden. Wenn es im Winter schneite oder Glatteis war, mussten die Schulbuben unter Anleitung des Lehrers den Schulhof von Schnee und Eis befreien. Schulunterrichtsausfälle durch Schnee oder Glatteis bedingt, gab es nicht. Häufig aber fiel im Winter der Unterricht aus, wenn eine Grippewelle mehr als ein Drittel der Schüler erfasste. Je nach Schwere der Epidemie, konnte dann auch mal der Unterricht wochenlang ausfallen. Es wird in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts auch immer wieder von Kindern berichtet, die an Infektionskrankheiten starben.

Weiter heißt es in den „Geboten für Lehrer“: „Solange die Lehrer nicht Hauptlehrer sind, dürfen sie sich nur mit Genehmigung der Regierung verheiraten. Eine Heirat ohne diese Genehmigung ist als Dienstkündigung anzusehen.“ „Die Annahme einer Lehrerin hat zur Voraussetzung, dass sie unverheiratet ist.“ „Verheiratet sich eine Lehrerin, so scheidet sie damit aus dem Schuldienst aus; ist sie bereits im Ruhestand, so fällt der Bezug des Ruhegehaltes weg.“

Die zehn Gebote für den Lehrer von 1872

Dass der Lehrer im 19. Jahrhundert „ein armer Schlucker“ war, beweisen die „10 Gebote für den Lehrer“ von 1872, die im „Rescriptenbuch der protestantischen Schule zu Hoof von 1844 bis 1903“ vorhanden sind. Heute kann man darüber schmunzeln. Darin sind die „zehn Gebote für den Lehrer“ aufgelistet:

Gebot: „Lehrer haben täglich die Lampen aufzufüllen und die Kamine zu säubern.“

Gebot: „Jeder Lehrer hat einen Eimer Wasser und eine Schütte Kohlen für den täglichen Unterricht mitzubringen.“

Gebot: „Präparieren Sie die Federkiele sorgfältig! Sie können die Spitzen auf die individuellen Schreibgewohnheiten der Schüler abstimmen.“

Gebot: „Lehrer dürfen einen Abend pro Woche auf Brautschau gehen oder an zwei Abenden, wenn sie regelmäßig zur Kirche gehen.“

Gebot: „Nach 10 Stunden Schule dürfen Lehrer die restliche Tageszeit damit verbringen, die Bibel oder andere gute Bücher zu lesen.“

Gebot: „Lehrerinnen, die heiraten oder sich unschicklich verhalten, werden entlassen.“

Gebot: „Jeder Lehrer sollte von seinem täglichen Lohn eine schöne Summe beiseite legen, damit er davon in seinem Alter leben kann und so der Gesellschaft nicht zur Last wird.“

Gebot: „Jeder Lehrer, der raucht oder Alkohol – welcher Art auch immer – trinkt, der Spielhöllen oder Wirtschaften aufsucht oder sich beim Frisör rasieren lässt, gibt zu der Vermutung Anlass, dass seine Integrität und seine Ehrlichkeit in Frage gestellt werden müssen.“

Gebot: „Der Lehrer, der seine Arbeit treu und ohne Fehler fünf Jahre lang verrichtet, wird eine Gehaltsaufbesserung von 25 Cent pro Woche erhalten, vorbehaltlich der Zustimmung der Schulaufsichtsbehörde.“

Gebot: „Um das Schulzimmer immer sauber zu halten, müssen Sie den Fußboden mindestens einmal am Tag kehren; den Fußboden mindestens einmal die Woche mit heißem Seifenwasser schrubben; die Tafel mindestens einmal am Tag abwischen; um 7 Uhr früh Feuer machen, damit das Schulzimmer um 8 Uhr früh warm ist.“

Das arme Dorfschulmeisterlein

Der Lehrer war ein armer Schlucker

In alten Aufzeichnungen im Schultagebuch von Hoof vom November 1804 ist zu ersehen, wie arm der Dorfschullehrer war. Die schönste Zeit für den Lehrer waren die Wintermonate von Ende November bis Mitte Februar, wenn im Dorf die Hausschlachtungen waren. Es war üblich, dass der Lehrer bei Hausschlachtungen eine Blut- und Leberwurst und einen Kessel Wurstbrühe erhielt. Da die Dorfschullehrer noch bettelarm waren, hatten sie im Gegensatz zur bäuerlichen Dorfbevölkerung auch viel weniger Kinder. Und oft waren sie auch nicht verheiratet.

Aber trotz der geringen Bezahlung war der Lehrer eine „Respektperson“, der einzige im Dorf, der mit „Herr“ angeredet wurde. Er war „Dorfpolizist“ und „Richter“ zugleich, der über das sittliche Betragen der Kinder innerhalb und außerhalb der Schule zu wachen hatte. Beschwerden über Kinder anderer Leute wurden ihm vorgetragen. So ist es wohl auch verständlich, dass auch die körperliche Zucht in der Schule von den Eltern geduldet wurde. Nicht der Pfarrer, der Lehrer war verantwortlich für den Gottesdienstbesuch der Kinder. Nach der Abendglocke kontrollierte der Schulmeister auf den Dorfstraßen, ob alle Schüler zu Hause war en. In Hoof war früher einmal gerne an der „Milchkich“ an der Brücke über den Betzelbach im Winter über ein Stelldichein der älteren Schulbuben. Doch wenn es zu dämmern anfing, verschwanden die Jungen schnell, ehe der Schulmeister kam. Ganz schlimm war ex, wenn ein Junge gegen Abend noch in der Wirtschaft angetroffen wurde, was im Winter hin und wieder der Fall war, wenn er mit seinem Vater die Wirtschaft besuchte. „Fischerschs Wertschaft“ in der Hoofer „Aacht“ bestand schon in den Anfängen des Schulwesens im Ostertal, wurde sie doch schon 1786 von Peter Fischer gegründet.

Ein „Hausmeister“ für die Schule gab es damals auf dem Dorfe noch nicht, wohl aber eine Putzfrau, die auch ihre Anweisungen vom Bürgermeisteramt genauestens einhalten musste. Tat sie das nicht und beschwerte sich der Lehrer über Unsauberkeit in der Schule, wurde sie durch eine andere ersetzt, wie zum Beispiel 1842, als Else Schneider entlassen wurde und Lisbeth Koch Putzfrau in der Schule wurde. Einmal im Jahr gab es eine Schulvisitation durch die Distriktsbehörde in Konken, wo die Sauberkeit der Schulräumlichkeiten untersucht wurde.

Im Winter fiel recht häufig der Unterricht aus, wenn eine Grippewelle mehr als ein Drittel der Schüler erfasste. Je nach Schwere der Epidemie, konnte dann auch mal der Unterricht wochenlang ausfallen. Es wird in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts auch immer wieder von Kindern berichtet, die an Infektionskrankheiten starben. So starben bei einer schweren Grippewelle allein im Januar 1842 neun Schüler. Es gab ja noch keine Impfungen und pharmazeutische Medikamente dagegen. So ist es auch verständlich, dass es in der Hoofer „Aacht“ Großmütter gab, die an kranken Kindern das Brauchen pflegten.

Am 2. Januar 1840 zählte die Hoofer Werktagsschule 67 Kinder, von denen 26 erkrankt waren. Häufig musste dann der ausgefallene Unterricht später nachgeholt werden. Fiel der Lehrer krankheitsbedingt aus, fiel entweder der Unterricht aus oder ein Lehrer aus Marth oder Niederkirchen musste am Nachmittag zusätzlich den Unterricht in Hoof nachholen. Umgekehrt war es auch so, dass der Hoofer Lehrer in Marth oder Niederkirchen noch zusätzlich am Nachmittag den Unterricht halten musste. Übrigens war das Verhältnis der Hoofer Lehrer zu den Pfarrern in Niederkirchen immer ausgezeichnet. So z. B. war der Hoofer Lehrer Böll eng befreundet mit Pfarrer Dr. Esselborn, der einer der beliebtesten Pfarrer im Ostertal war. Hin und wieder haben die Lehrer im Ostertal auch gerne mit dem Pfarrer einen getrunken, was besonders häufig Anfang des 19. Jahrhunderts der Fall war.

„Die Annahme einer Lehrerin in den Schuldienst hat zur Voraussetzung, dass sie unverheiratet ist. Verheiratet sich eine Lehrerin, so scheidet sie damit aus dem Schuldienst aus, ist sie bereits im Ruhestand, so fällt der Bezug des Ruhegehaltes weg“, so heißt es im Reskriptenbuch der Hoofer Schule aus dem Jahr 1848. So ist es wohl auch verständlich, dass in jenen Jahren fast keine Lehrerinnen im Schuldienst waren. Von der Schule in Albessen wird in jener Zeit berichtet, dass „Fräulein“ Schlichter ein Verhältnis mit dem Lehrer Wagner hatte, worauf sie vom Schuldienst suspendiert wurde. An der Hoofer Schule zum Beispiel wird nur einmal von einer Lehrerin berichtet, von Fräulein Walle in den Vor- und Kriegsjahren des 2. Weltkrieges. Die Anrede für eine Lehrerin war „Fräulein“, weil sie eben nicht verheiratet war.

Die Lehrer an der Volksschule Hoof von 1830 bis 1970/71

(zum ersten Mal von Dieter Kremp 1961 in einer Lehrerzeitschrift veröffentlicht)

Das erste Schulgebäude in Hoof wurde 1843 erbaut. Es handelt sich um das alte Schulhaus neben der evangelischen Kirche (gegenüber „Schule Wertschaft“, wo früher auch die Lehrer Domizil hatten und beköstigt wurden), die zehn Jahre später im Jahre 1853 eingeweiht wurde. Um 1850 wurde das alte Schulhaus zum ersten Male durch die Gemeinde schon aufgestockt. Später stand es einige Jahre bis 1937 leer. (Die HJ, Hitlerjugend, hauste darin). 1937 ging es zum Preise von 3000 Reichsmark in Privatbesitz der Familie Holzapfel über. Der Vertrag trägt die Unterschrift des damaligen Bürgermeisters König. In den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts stand das Haus leer. Heute ist es wieder bewohnt.

Im Jahre 1843 standen in Hoof 51 Häuser mit 49 Familien und 261 Personen.

Der letzte Winterschullehrer hieß Kullmann aus Niederkirchen. Ihm folgte Wagner, erst gedingter Winterschullehrer, dann ordentlicher Lehrer von 1830 bis 1874. Sein Nachfolger Lehrer Konrad Kohl von 1874 bis 1882. Schulverweser Jakob Adam Geib, kurze Zeit bis November 1882. Lehrer Peter Böll vom November 1882 bis Juli 1905 (Böll pflanzte die urbayerische Luitpoldlinde in der Vorstadt, auch das „Böllsche Wäldchen“ linker Hand vom neuen Friedhof). Carl Steuer, Hilfslehrer, kurze Zeit im Herbst 1905. Wilhelm Göddel aus Adenbach, Lehrer bis 1906 (versetzt nach Steckweiler). Ludwig Barbey aus Queichheim, Lehrer ab 16.8.1906 bis 1. 8. 1907 nach Weilerbach versetzt. Lehrer Wilhelm Göhring aus Salzwoog ab 1.8.1907 bis 14. 8. 1908, nach Darstein bei Annweiler versetzt. Karl Ludwig, Aushilfslehrer aus Oberhausen, vom 1. November 1908 bis 17. März 1909 (versetzt nach Kleinbockenheim). Lehrer Albin Damian aus Oberwiesen seit dem 1.5.1909 bis zum 23. 12. 1916 (in Rumänien gefallen). Sein Sohn Erwin Damian, in Hoof 1912 geboren, wurde im Mai 1981 Pfalzpreisträger der Literatur.

Zweite Lehrstelle ab 10. Januar 1911: Teilung in obere und untere Schule in Hoof. Erste zweite Lehrerkraft (neben Damian) war Hilfslehrer Gustav Becker ab 10.1.1911. Aushilfslehrer Niebergall, 1911, nach Gustav Becker. Hilfslehrer Oswald Damian (Bruder von Albin Damian) von 1912 bis 1913. Hilfslehrer Theodor Groß ab 3.7.1914, gefallen am 4.9.1916 an der Somme. Hilfslehrer Trautmann ab 15. 10. 1914 bis 15. 1. 1915, wurde freiwillig Soldat, wohnte in Miesau. Hilfslehrerin Katharina Jung aus Morschheim, ab 1.11.1915 bis 6.9.1916. Jakob Theiß vom 6.9.1916 bis 1.8.1924: Hilfslehrer ab 6.9.1916, Schulverweser ab 3.9.1918 nach der Entlassung aus dem Heeresdienst, ab 6. 2. 1919 Leitung der oberen Schule, ab 1.5.1920 nach dreimonatiger Beurlaubung bis 1.8.1924 Lehrer, dann nach Rammelsbach versetzt.

Am 4. und 6.11.1916 war der Umzug der Lehrer ins neue Schulhaus. Hilfslehrer Mathias aus Tiefenbach ab 1.7.1918. Hilfslehrer Albert Braun aus Lohnweiler ab 1.11.1919 bis 5.2.1919 die obere Lehrerstelle, versetzt nach Odenbach. Hilfslehrerin Fräulein Weber ab 24. Okt. 1918 aus Kassel, untere Schule bis 8.2.1919 (Entlassung aus dem Schuldienst wegen Heirat). Hilfslehrer Rudolf Klein aus Olsbrücken, untere Schule ab 1.5.1919 bis 6.11.1919. Ernst Leppla aus Föckelberg, untere Schule, Hilfslehrer ab 16.11.1919, ab 26.4.1920 Lehrer, am 1. Sept. 1921 als Lehrer nach Burgalben versetzt. Schulamtsbewerber Friedrich Kunz, ab 23.2.1920 in der oberen Schule bis 1.5.1920, nach Altstadt bei Homburg versetzt. Schulamtsbewerber Fritz Kleinschmidt aus Kusel, vom 1.9.1921 bis 30.4.1922 in der unteren Schule. Hilfslehrerin Helene Dick, vom 1.5.1922 bis April 1925 in der unteren Schule, verheiratete Frau Zinn ab 10.6.1924, aus dem Schuldienst entlassen. Schulamtsbewerber Ludwig Wilking aus Herschweiler ab 11.6.1924 in der unteren Schule. Schulamtsbewerber Lahr aus Dreisau ab 1.8.1924 Nachfolger von Jakob Theiß bis April 1925. Lehrer Karl Jausel, obere Schule ab 23.4.1925, untere Schule ab 16.4.1931, am 29.4.1931 nach Zeiskam versetzt. Hilfslehrer Ristelhuber vom 29.6.1926 bis 10.7.1926. Aushilfslehrer G. Lieberich ab 16.4.1931 in der unteren Schule bis 30.4.1931. Schulamtsbewerber Karl Braun aus Patersbach, 1.5.1931 bis 8.1.1933 Führung der oberen Schule. Schulamtsbewerber Ernst Biedinger obere Schule vom 8.1.1933 bis 16.6.1934, versetzt nach Blaubach. Hilfslehrer Dinhof, obere Schule vom 1.11.1933 bis 30.11.1933. Schulamtsbewerber Alois Becker (Religionslehrer) ab 7.5.1934 (Nachfolger von Religionslehrer Nöther). Lehrerin Maria Trinkel aus Edigheim ab 16.6.1934 obere Schule. Schulamtsbewerber E. Schnauber als Aushilfslehrer aus Kaiserslautern ab 16.6.1934: Schulamtsbewerber, Hilfslehrer, dann übernimmt Lehrer Gilcher ab 31.1.1935 die Oberklasse, bis 4.10.1940. Schulamtsbewerber Hans Bößler, vom 2.7.1934 bis 30.3.1935 (Einziehung in den Arbeitsdienst). Schulamtsbewerber Kurt Cappel, ab 22.10.1934. Schulamtsbewerber Kurt Bohlender, vom 1.4.1935 bis 26.10.1935 (versetzt nach Speyer). Schulamtsbewerber, dann Hilfslehrer und Lehrer Edmund Henrich, vom Oktober 1935 bis April 1940, nach Rieschweiler versetzt, am 11.12.1941 im Osten gefallen. Ab 1937 wurde in Hoof der 8. Schülerjahrgang eingeführt. Dadurch erfolgte eine Drei-Teilung der Schule: Schulamtsbewerber K. Huber vom 1.6.1937 bis 1.12.1940: vom 1.6.1937 bis 1.6.1938 Schulamtsbewerber, vom 1.6.1938 bis 1.12.1940 Hilfslehrer, ab 1.12.1940 Lehrer. Schulamtsbewerber H. Wagner bis 1.6.1937. Schulamtsbewerberin Fräulein Geißler vom 4.2.1939 bis 8.9.1941. Schulamtsanwärter, dann Hilfslehrer Erich Busch vom 9.1.1941 bis 1.5.1942, versetzt nach Hochdorf.

Klassenverteilung ab 9.1.1941: Frl. Geißler: Klasse 1 – 2; Frl. Bauer: Klasse 3 – 5; Hilfslehrer Busch: Klasse 6 – 8 (Schulleitung). Schülerzahl: Klasse 1 – 2: 44 Schüler; Klasse 3-5: 64 Schüler; Klasse 6-8: 62 Schüler. Gesamtzahl: 170 Schüler.

Schulamtsanwärterin Frl. Bauer ab 9.1.1941 Apl. Lehrerin. Hilda Walle, zuletzt in Großbockenheim, vom 8.9.1941 bis 21.7.1944.

Am 8.9.1941: Kinderlandverschickung, Kinder aus Ludwigshafen/Rheingönnheim kommen mit Oberlehrer Blaß.

Klassenverteilung am 8.9.1941: Apl. Lehrerin Frl. Walle: Klasse 1-3, 65 Schüler. Oberlehrer Blaß: Klasse 4-6, 63 Schüler. Lehrer E. Busch: Klasse 7- 8, 43 Schüler.

Oberlehrer Blaß aus Ludwigshafen vom 8.9.1941 bis 10.11.1941. Lehramtsanwärter Josef Conter aus Lothringen ab 15.5.1942. Lehramtsanwärterin Amalie Barthel vom 1.11.1943 bis 18.4.1944, versetzt nach Haschbach. Lehrer Franz Anna aus Kusel ab 19.4.1944.

Leider sind keinerlei Aufzeichnungen nach 1944 bis Anfang der 50er Jahre vorhanden. Die Namen dieser Lehrer sind nicht aufgezeichnet.

Die Lehrer von Anfang der 50er Jahre bis Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in Hoof: Lehrer Friedrich Herrig, wohnhaft in Haupersweiler; Lehrer Ernst Müns von 1949 bis 1959, wohnte zuerst im Schulhaus oben, dann im Haus gegenüber bei der Familie Paul Alles; verstarb 1969 in Werschweiler; Lehrer Ludwig Spengler (Vater von Dr. Gernot Spengler, 1963 versetzt nach Niederkirchen), Brigitte Müller aus Ottweiler vom 15.4.1958 bis 13.7.1960. Dieter Kremp aus Steinbach bei Ottweiler vom 24.8.1960 bis 14.7.1964. Dieter Kremp war vom 15.4.1958 bis 13.4.1960 Junglehrer in Brebach-Fechingen, in dergleichen Zeit, wo Brigiitte Müller in Hoof Junglehrerin war. Beide waren Klassenkameraden im Evang. Lehrerseminar in Ottweiler, wo sie Anfang April 1958 ihre erste Lehrerprüfung ablegten. Brigitte Müller hatte einen Lehrerfreund aus Scheidt, Bruno Kappel, direkt in der Nähe von Brebach-Fechingen. Dieter Kremp hatte Waltrud Mannbar aus Hoof zur Freundin. Als beide am 2. Juni 1960 heirateten und kurz danach ihre zweite Lehrerprüfung ablegten, gab es einen „Lehrertausch“: Brigitte und Dieter stellten auf dem Kultusministerium in Saarbrücken den Antrag auf Versetzung nach Brebach-Fechingen und nach Hoof. Das klappte und so kam Dieter Kremp als Lehrer nach Hoof und Brigitte Müller, verheiratete Kappel, als Lehrerin nach Brebach-Fechingen. Beide haben heute noch gute Kontakte und sehen sich jedes Jahr beim Klassentreffen. Dieter Kremp war 1963/64 kommissarischer Schulleiter in Hoof, dann Schulleiter in Leitersweiler von 1964 bis 1967. Von hier aus wechselte der Schulrektor 1967 als Biologielehrer an das Gymnasium Wendalinum in St. Wendel. Sein Sohn Dr. Stefan Kremp, in Hoof 1960 geboren, war mit 17 Jahren Bundessieger in Mathematik.

Die weiteren Lehrer in den 50er Jahren bis 1971 waren Robert Fischer aus Urweiler bis 1958, Ingrid Müller aus Ottweiler, Günter Oswald aus Zwalbach, der hier in Hoof natürlich auch wohnte und von 1958 bis 1971 Lehrer in Hoof war, danach Lehrer in Niederkirchen bis 1975 und schließlich Lehrer bis zu seiner Pensionierung in Wadern und in Losheim; Lehrer Günter Stenzhorn (leider sehr früh verstorben), Lehrer Karl Müller aus Hoof, Lehrer Hartmut Schiffler und Schulleiter Werner Deller, der in Hoof in seinem eigenen Haus in der „Rundstraße“ wohnte, und 2012 verstarb; Lehrerin Ursula Burger bis 1958; Lehrer Armin Harth; Lehrerin Margit Jochum; Lehrer Jürgen Martin.

Ab 1970/71 besuchten alle Kinder aus Hoof, Osterbrücken, Saal, Bubach und Marth sowie Werschweiler und Dörrenbach die Grund – und Hauptschule Niederkirchen. Das erst 1964 eingeweihte neue Schulhaus in Hoof wurde also nur 7 Jahre als Schulhaus genutzt.

Heute wissen wir, dass die erste Schule 1561/62 in Niederkirchen entstand. Schuldiener war zu jener Zeit ein „Lehrer“ Itzel, der zunächst wohl ein Assistent des Pfarrers in Niederkirchen war. Die Mädchen besuchten damals diese Schule noch nicht. Das erste Schulhaus war das so genannte „Abtshaus“ am Rande des Kirchhofs. Im 18. Jahrhundert dann entstanden in mehreren Dörfern so genannte „Winterschulen“. Auch das weibliche Geschlecht nahm mittlerweile am Unterricht teil. Die armen Schulmeister hatten in den Gemeinden allen Grund, sowohl über die karge Bezahlung wie auch über die oft fehlenden Unterrichtsmöglichkeiten zu klagen. Erst im 19. Jahrhundert nahmen die Schulen einen Aufschwung, indem die Gemeinden jetzt auch Schulhäuser errichteten. Auch die Lehrer hatten nun eine bessere Besoldung und wurden in den Dörfern zu Respektspersonen, die im örtlichen Ansehen gleich hinter dem Pfarrer rangierte. Der Schulmeister war der Einzige im Dorf, der mit „Herr“ und „Sie“ angeredet wurde.

Albin Damian – Lehrer und Kulturträger in Hoof

Legendär ist die Person von Albin Damian aus Oberwiesen, der am 1. Mai 1909 seinen Dienst an der evangelischen Volksschule in Hoof antrat, doch leider schon allzu früh am 23. Dezember 1916 im Alter von 32 Jahren im Krieg in Rumänien fiel, als sein Sohn Erwin erst vier Jahre alt war. Albin Damian war sieben Jahre lang Lehrer in Hoof. Für kurze Zeit von 1912 bis 1913 war auch sein Bruder Oswald Damian Hilfslehrer in Hoof. In der Schulchronik finden wir dazu: „Die Schule – 118 Schüler – wird seit dem 1. Mai 1909 von Lehrer Albin Damian geführt.“ Noch im gleichen Jahr veröffentlichte der Junglehrer „Ethnographisches über die Westpfalz“ und beschäftigte sich in der Folgezeit auch mit der Vorgeschichte von Hoof, was er im Schultagebuch dokumentiert hat. Weiter heißt es in der Schulchronik: „Lehrer Damian, 27. Infanterie-Regiment, verheiratet, zwei Kinder, fiel am 23. Dezember 1916 in Rumänien.“ Während seiner Lehrerzeit in Hoof wurde sein Sohn Erwin geboren, der erst vier Jahre alt war, als sein Vater im Krieg starb. Erwin Damian wurde 1974 „Pfalzpreisträger in Literatur“.

Lehrer Albin Damian wohnte mit seiner Familie im Alten Schulhaus neben der evangelischen Kirche, wo auch sein Sohn Erwin geboren wurde. erwin Damian wohnte dann nach dem Krieg in Neustadt an der Weinstraße. Dort haben ihn die Hoofer Anita und Ingo Stromereder aus „Schumacherschs Haus“ („Koch Daniels Haus“) in der Dorfmitte öfters besucht. Dieses Haus ist ja gegenüber der Kirche rechts, also nur wenige Meter vom Alten Schulhaus entfernt. Der legendäre Lehrer Peter Böll, von 1882 bis 1905 Lehrer in Hoof, aß fast täglich in „Schumacherschs Haus“ zu Mittag. Angeblich hat ihm das Essen so gut geschmeckt, dass er die „Köchin“ dann später heiratete. Und das war die „Bölle Tante“, wie Anita heute noch ihre Ahnin nennt.

So gingen dann die Beziehungen der einstigen Bewohner von „Schumacherschs Haus“ zu Lehrer Peter Böll dann später auch zu Lehrer Damian über.

Albin Damian wurde am 8. Oktober 1884 als Sohn eines Bauernehepaares in Böbingen bei Landau geboren. 1903/1904 besuchte er das protestantische Lehrerseminar in Kaiserslautern. Gute Noten verdiente er sich in Religionslehre, in der Wahlfremdsprache Französisch, in Zeichnen, in Erziehungs- und Unterrichtslehre und in Musik. Am 1. August 1904 trat Damian seine erste Stelle an der Volksschule in Erlenbrunn im Kreis Pirmasens an. Schon nach zwei Monaten erhielt er die Einberufung zu Ableistung des einjährigen Militärdienstes. Danach wurde er zum 1. Oktober 1905 als Hilfslehrer an die Volksschule in Oberwiesen versetzt. Ab 1. Mai 1908 wurde ihm als festangestellter Lehrer die Führung der protestantischen Volksschule in Hoof übertragen. Während er vorher nur 940 Mark im Jahr verdiente, waren es jetzt immerhin 1 790 Mark. Nebenher erhielt er noch 25 Mark im Jahr als Organist der Hoofer Kirche, außerdem dirigierte er die Hoofer Sänger. Die Gesangvereine Hoof, Bubach, Marth, Saal und Selchenbach schlossen sich im Jahr 1909 zum „Ostertaler Sängerbund“ zusammen. Die Initiative dazu war von Albin Damian ausgegangen, der auch den Sängerbund bei den alljährlich stattfindenden Sängerbundsfesten dirigierte.

1910 schloss Damian mit Elise Böll, der Tochter des früheren Hoofer Lehrers Peter Böll den Bund der Ehe. Hierzu hatte er auf entsprechenden Antrag von der Schulbehörde am 4. August 1910 die „dienstliche Bewilligung“ erhalten.

In der Schule zeigte Damians Wirken gute Erfolge. Zwar stellte der Distriktsschulinspektor nach einer Visitation im Juli 1913 fest, in den unteren Klassen bleibe noch manches zu wünschen, was auf die frühere Überfüllung und den damals praktizierten Abteilungsunterricht zurückzuführen sei. Insgesamt aber nehme die Schule unter der Führung und dem Einfluss des treuen und fleißigen Lehrers einen nach oben sich bessernden und mehr befriedigenden Stand an.

Ab Herbst 1913 war Albin Damian auch für den Konsumverein Ostertal tätig. Er überwachte die Warenlieferungen und die Lagerhaltung und führte die Korrespondenz des Vereins.

Da seine Ehefrau Elise, geborene Böll, aus der Zweibrücker Gegend stammte, versuchte Damian mehrfach, sich an eine Schule in der dortigen Gegend versetzen zu lassen. So beantragte er Ende 1913, allerdings vergeblich, seine Versetzung an die Volksschule in Schwarzenacker. Auch nachdem im August 1914 der Weltkrieg ausgebrochen war und Damian zum Militär eingezogen wurde, verlor er sein Ziel nicht aus den Augen. Im Oktober 1916 bat er, der inzwischen schon Vizefeldwebel der 7. Kompanie des 27. Bayerischen Infanterie-Regiments geworden war, um Versetzung an eine Schule in Bexbach oder in Homburg. Doch die Schulbehörde brauchte keine Entscheidung mehr zu treffen, denn Albin Damian fiel am 23. Dezember 1916 in Rumänien im Alter von 32 Jahren.

(Aufzeichnungen aus der Schulchronik von 1910 bis 1916 der Lehrer Albin Damian, Hilfslehrer Theodor Groß und Hilfslehrerin Katharina Jung.)

Erwin Damian, der Sohn des Lehrers Albin Damian in Hoof, wurde Pfalzpreisträger in Literatur

Seine Wiege stand in Hoof

„Taurisches Tagebuch“ war der Titel des Buches aus der Feder von Erwin Damian. Der damalige Studiendirektor i. R., wohnhaft in Neustadt an der Weinstraße, wurde 1974 mit dem Pfalzpreis für Literatur ausgezeichnet. Er war Mit-Initiator bei der Neugründung des Literarischen Vereins der Pfalz und wurde 1912 in Hoof geboren. Seine Lyrik und große und starke Erzählungen wie „Schneetage“ und „Ländliches Fest“ nehmen auch heute noch einen besonderen Raum im pfälzischen Literaturschaffen ein. Sein „Taurisches Tagebuch“ erschien damals im „Autoren-Forum“, einer pfälzischen Buchreihe aus der „Pfälzischen Verlagsanstalt“.

Bis Mai 1974 kannte wohl kein Hoofer den Namen des Schriftstellers Erwin Damian. Wohl aber mochten sich damals die Älteesten im Dorf an seinen Vater Albin Damian erinnern, der sieben Jahre lang Lehrer in Hoof war. In der Schulchronik finden wir dazu: „Die Schule – 118 Schüler – wird seit dem 1. Mai 1909 von Lehrer Albin Damian geführt.“ Noch im selben Jahr veröffentlichte der Junglehrer „Ethnographisches über die Westpfalz“ und beschäftigte sich in der Folgezeit auch mit der Vorgeschichte von Hoof. Weiter heißt es in der Schulchronik: „Lehrer Damian, 27. Infanterie-Regiment, verheiratet, zwei Kinder, fiel am 23. Dezember 1916 in Rumänien.“ Während seiner Lehrerzeit in Hoof wurde sein Sohn Erwin geboren, der erst vier Jahre alt war, als sein Vater im Krieg starb.

Erwin Damians „Taurisches Tagebuch“ entstand während des 2. Weltkrieges auf der Halbinsel Krim. Es ist ein Kriegstagebuch und wurde nach Notizen – die ersten handschriftlichen Aufzeichnungen gingen 1944 beim Untergang eines Minenräumbootes bei Sewastopol verloren – neu geschrieben. Erwin Damian gelang es, den Leser zu fesseln.

Lehrer Albin Damian wohnte mit seiner Familie im Alten Schulhaus neben der evangelischen Kirche, wo auch sein Sohn Erwin geboren wurde. Erwin Damian wohnte dann nach dem Krieg in Neustadt an der Weinstraße. Dort haben ihn die Hoofer Anita und Ingo Stromereder aus „Schumacherschs Haus“ („Koch Daniels Haus“) in der Dorfmitte öfters besucht. Dieses Haus ist ja gegenüber der Kirche rechts, also nur wenige Meter vom Alten Schulhaus entfernt. Der legendäre Lehrer Peter Böll, von 1882 bis 1905 Lehrer in Hoof, aß fast täglich in „Schumacherschs Haus“ zu Mittag. Angeblich hat ihm das Essen so gut geschmeckt, dass er die „Köchin“ dann später heiratete. Und das war die „Bölle Tante“, wie Anita heute noch ihre Ahnin nennt.

So gingen dann die Beziehungen der einstigen Bewohner von „Schumacherschs Haus“ zu Lehrer Peter Böll dann später auch zu Lehrer Damian über.

Erwin Damian wurde über 90 Jahre alt. Und auch im hohen Alter bei Besuchen der Familie Stromereder konnte er sich auch Jahrzehnte noch nach dem Geschehen auf der Krim – sich zurückerinnern an seine Zeit voller Gefahren, der inneren und äußeren, die zu ertragen und zu überwinden waren.

Der Pfarrer war ein starker Trinker

(Aufzeichnungen des Hoofer Lehrers Albin Damian aus dem Jahre 1910

über Wolfgang Herter, der von 1574 bis 1629 Pfarrer in Niederkirchen war).

Von den Pfarrern aus katholischer Zeit zu Niederkirchen ist nur der letzte bekannt: Gerhard Trarbach. Er wurde nachweislich 1538 beim Übertritt der Ostertalgemeinden in den Protestantismus seines Dienstes enthoben. Sichere Nachrichten über ihn fehlen. Nun war das mittlere Ostertal evangelisch.

Der erste evangelische Pfarrer war sehr wahrscheinlich Jakob Gisberti von Birkenfeld, früher römischer Priester „rite ordinatus“. Auf ihn folgte Nikolaus Enkerich von 1551 bis 1574, der an der Pest starb. Wolfgang Herter von Zweibrücken wirkte von 1574 bis 1629 sage und schreibe 55 Jahre ununterbrochen als Pfarrer in Niederkirchen. Er hatte „nur“ in Hornbach studiert. In jener Zeit kam es selten vor, dass ein Kandidat, welcher wie Herter keine Universität besucht hatte, ins Pfarramt kam. Herter war in seinen religiösen Ansichten sehr wankelmütig: einmal bekannte er sich als Lutheraner und dann wieder als Reformierter. Sein Lebenswandel war auch nicht einwandfrei. Er war ein starker Trinker, worüber in Kusel und Zweibrücken geklagt wurde. Am meisten verklagte man ihn, dass er sehr häufig nach St. Wendel ging, um mit dem dortigen Jesuiten zu zechen, der ihn dann von der Kanzel herab verlästerte und verspottete. Am 20. März 1591 berichtet die Kanzlei: „Wenn es sich befinde, dass die vom Schullehrer von Niederkirchen vorgebrachten Klagen begründet seien, was das so viel überflüssige Weintrinken betrifft, woran man nicht im geringsten zweifelt, so würde alledem von Nöten sein, ihn??? die weil er mit solchem verwerflichen Leben und Wandel Herrn Pansterlos anzeige nach Attacken zu St. Wendel, da es sich dann vielmals finden lässt und bei den Jesuiten daselbst gute Kundschaft hat??? die christliche Religion zu verraten und ihn schriftlich anzuzeigen. Sollte man erkunden, dass obengesagter Jesuit offtmals uff de Canzel zu seinen Predigten den Pfarrer Herter verleumdet haben soll???“ Selbst auf der Synode von 1593 kam das ausschweifende Leben Herters zur Sprache, „weil er sich oft mit dem Wein überladen und keine Achtung uff Jesu hat.“

„Damit es aber nicht scheine, als ob die Ostertaler mit Herter übler versorgt gewesen seien als andere Gemeinden mit ihrem Pfarrer, sei zu einem kleinen kulturgeschichtlichen Spaziergang eingeladen:??? Hätte sich Herter nach Odenbach gemacht, so hätte er dort eine skandalöse Wirtschaft angetroffen, ob schon ihr Pfarrer Meinkammer anno 1597 zwei Tage in den Fluren gelegen und danach „alsbald abgeschafft“ wurde. Auch sein Nachfolger Armbruster wäre für Herter noch lange keine richtige Gesellschaft gewesen. Er wurde anfangs 1608 abgesetzt, weil sich befand, dass er prompt seinen Hausfrauen mit dem Wein sich ergeben??? und mit denen sich fast ersäuft. Hätte Herter seinen Weg nach??? fortgesetzt, so hätte er dort auch seinen süchtigen Zupfbruder gefunden, den Pfarrer Gossenberger. Er war am 13. November 1592 in Pfeffelbach abgesetzt, inzwischen begnadigt worden. Anno 1597 klagt die Canzlei: „Man vernimmt, dass er nämlich im Hirnziehen von Sinnen, der er eben „translation“ (Versetzung von Pfeffelbach nach Konken) allhier betrunken sich unterwegs mit Wein überladen, dass er groß Ärgernis ergeben.“

„In Kusel hat er weithin in Fabricius nicht den Mann gefunden, der befähigt war, Acht auf ihn zu geben“, wie die Generalsynode von 1593 wollte. Er war selbst ein starker Trinker. 1597 klagte die Canzlei, „dass ihr Pfarrer zu Cusel, ein fahrlässiger Mann, auch den Wein lieb hat.“

Nach Altenglan ins Pfarrhaus zu kommen und dort einzukehren, das wäre für Herter bedenklich gewesen; denn der Pfarrer dort war nicht nur ein starker Säufer, sondern auch ein starker Krakeler. Am 19. Oktober 1591 erschien er mit dem Schullehrer Dörfner von Kusel vor der Canzlei. Der Schullehrer erklärte, dass er sich mit dem Pfarrer von Altenglan geschlagen habe, weil er ihm ein Glas ins Angesicht geworfen habe.

Schon im Jahre zuvor bei der Kirchenvisitation hatten die Censoren geklagt: „… dass ihr Pfarrer von Wein trunken worden und sich mit unsittlichen Zeichen und Gebärden kindisch angestellt habe.“

So wäre es weiter gegangen bis Ulmet, wo ihr Pfarrer, der alte Gimsbachius, 1609 wegen Ehebruchs abgesetzt, in St. Julian, auf dessen Pfarrer laut Aufschreiben der Amtsleute zu Lichtenberg vom 22. März 1592 gefahndet wurde.

Außer den angeführten Pfarrern gab es um die damalige Zeit noch eine Reihe von Pfarrern, die wie Herter in ihrem schlaffen Lebenswandel kein Vorbild sein konnten.

Lehrer Peter Böll und die Bauern in Hoof

Der legendäre Peter Böll, von 1882 bis 1905 23 Jahre lang Lehrer in Hoof, war nicht nur ein sehr mit der Natur verbundener Mensch. Er pflanzte zum Beispiel die Luitpoldlinde und das „Böllsche Wäldchen“ im Buchengraben. Böll, dessen Vorfahren in der Südpfalz Weinbauern waren, legte auch großen Wert auf die Pflege altbäuerlichen Brauchtums. Mit den Hoofer Bauern hatte Böll rege Kontakte. Außerdem pflanzte er die Lindenallee in der Hoofer Vorstadt, die 1959 gefällt wurde. Auch war er Dirigent des Gesangvereins „Eintracht“ von 1886 bis 1890. Peter Böll gründete im Jahre 1901 auch einen Obstbauverein, dem damals 60 Mitglieder aus allen Orten der Bürgermeisterei Niederkirchen angehörten. Seinen Sitz hatte der Verein in Hoof, weil der Hoofer Lehrer Peter Böll Vorsitzender war.

Am 3. Januar 1888 lud Böll die Hoofer Bauern zu einer „Unterrichtsstunde“ in die Schule ein. Thema der Veranstaltung war: „Bauernregeln unserer Vorfahren“. Kaum zu glauben: Es erschienen 54 Einwohner von Hoof, darunter 19 Bauern. „Der Schulsaal quoll aus allen Nähten“, wie Böll in seinen Aufzeichnungen schrieb. (Leider ist manches nicht mehr zu entziffern.)

Peter Böll glaubte an die alten Bauernregeln, die das Wetter des ganzen Jahres voraussagen. Er bat die Bauern, darauf zu achten, wie viele dieser Regeln im Jahr 1888 zutreffen. Böll erklärte seinen Zuhörern zunächst, dass die Bauernregeln sogenannte Lostagsregeln sind, die sich in der Regel an Heiligentage halten.

Hier einen kleinen Auszug aus seinem Repertoire: „Strahlt Neujahr im Sonnenschein, wird das Jahr wohl fruchtbar sein.“ „Ist’s um Dreikönig (6. Januar) hell und klar, gibt’s viel Brot in diesem Jahr.“ (gemeint ist eine gute Ernte). „Januar, je kälter und heller – Scheuer und Fass desto völler.“ „Januar Schnne zuhauf, Bauer halt die Säcke auf!“ „Im Januar recht hoher Schnee heißt für den Sommer hohen Klee.“ „Januar klar bringt ein gutes Erntejahr.“ „Knarrt im Januar Eis und Schnee, gibt’s zur Ernt viel Korn und Klee.“ „Ist der Januar trüb und nass, dann bleibet leer Scheuer und Fass.“ „Den Bauern bringt es keinen Segen, hat’s im Januar viel Regen.“ „Ist der Januar nass und warm, wird der Bauersmann gern arm.“ „Ist es Ende Januar kalt, kommt der Frühling diesmal bald.“

So mancher Bauer hat an diesem Abend über die Bauernsprüche gelacht. Als dann das Jahr um war, stellte man erstaunt fest, dass die Januarregeln das Wetter richtig voraussagten.

Der Januar 1888 war wirklich kalt und – wie vorausgesagt – bescherte der Sommer den Bauern eine gute Ernte.

Anmerkung: Der spätere Lehrer Albin Damian heiratete 1910 Elise Böll, die Tochter des früheren Lehrers Peter Böll aus Bubenhausen bei Zweibrücken. Hierzu hatte Albin Damian auf entsprechenden Antrag hin von der Schulbehörde am 4. August 1910 die „dienstliche Bewilligung“ erhalten. Die „Böllsche Tante“, wie Elise Böll, verheiratete Damian, von den Hausbesitzern in „Alt-Schumacherschs-Haus“ in der Dorfmitte liebevoll genannt wurde, wohnte mit Damian in diesem Haus, wo ihr gemeinsames Kind Erwin Damian auf die Welt kam, doch Albin Damian fiel im Krieg in Rumänien 1918, als sein Sohn erst vier Jahre alt wurde. Sein Sohn wurde Jahrzehnte später Literaturpreisträger der Pfalz.

Vor Unterrichtsbeginn mussten die Kinder noch den Stall reinigen

(Aufzeichnungen von Lehrer Göhring im Schultagebuch von 1906)

Am 3. Juli 1905 wurde der Schulverweser Wilhelm Göhring aus Salzwoog, Bürgermeisteramt Lemberg, zum Volksschullehrer an der Hoofer Schule ernannt. Göhring war der Nachfolger von Ludwig Barbey, der vom 16. August 1906 bis zum Juli 1907 in Hoof unterrichtete. Das Schuljahr 1905/1906 begann am 1. Mai mit einer Gesamtschülerzahl von 111 Schülern. Am Schluss des Schuljahres berichtete Lehrer Göhring über seine einjährigen Erfahrungen mit den Hoofer Schülern und der Elternschaft. Seinen Aufzeichnungen entnehmen wir u. a.:

„Da die häusliche Mitwirkung bei den meisten Eltern zu wünschen übrig lässt, ist auf den Hausfleiß der Kinder wenig zu bauen. Die Kinder müssen vielmehr den Eltern in der Haus- und Landwirtschaft sehr behilflich sein, und es bedurfte der äußersten Energie des Lehrers, dass Schulversäumnisse wegen dieser Angelegenheiten nur selten vorkamen. Was überhaupt die häusliche Zucht anbelangt, so ist diese in vielen Haushalten sehr locker, ist doch der Vater des Tages in der Grube und die Mutter, die den landwirtschaftlichen Arbeiten nachgeht, kann sich wenig um die Kinder kümmern. Dieselben sind vielmehr auf sich selbst angewiesen – wenn sie nicht gerade in der Landwirtschaft mitarbeiten müssen. Auch machen viele Kinder ihre Hausaufgaben nicht, kommen morgens zu spät zur Schule oder auch gar nicht zum Singunterricht am Nachmittag. Auch häufen sich von Tag zu Tag die Beschwerden des Feldschitz Cullmann, der die Jungen immer sonntags im Wald erwischt, wenn sie dort was anstellen. Die Kinder hören einfach nicht auf ihren Lehrer, nicht auf ihre Eltern und schon gar nicht auf den Schitz. Ich mahne hiermit die Eltern an, ihre Kinder strenger zu erziehen. … So darf es auch nicht verhehlt werden, dass die Kinder schon früh, sogar vor Eintritt in das erste Schuljahr, zum Biertrinken von ihren Eltern verleitet werden. Die Eltern in hiesiger Gemeinde – mit wenig lobenswerten Ausnahmen von Bauersleuten – trinken sehr stark, man darf schon „saufen“ sagen. Sie lassen sich durch keine Belehrung von dem übermäßigen Genuss des Alkohols abbringen. Ja, sie sehen den Lehrer, der nicht in ihrer Gesellschaft verweilen will und ihren Saufgelagen abhold ist, als hochmütig und unfreundlich an; besonders dann noch, wenn der Vorgänger sich recht munter in ihrer Gesellschaft zeigte und in vertraulichem Verkehr mit ihnen gestanden hat. Auch achten die Eltern nicht darauf, dass ihre Kinder rechtzeitig am Abend vor Einbruch der Dämmerung zu Hause sind. Ist das nicht der Fall, muss ich strenge Maßnahmen ergreifen.

Was das sittliche Betragen der Schüler anbelangt, so ist dieses in vielem auch kein Gutes! Sehen und hören sie doch – wenn sie bei ihren Eltern im Wirtshaus sind – nichts Besseres! … Vor allem dürfte auch die Reinlichkeit und das Aussehen der Kinder ein Schicklicheres sein. Aber wenn die Kinder noch kurz vor dem Unterrichtsbeginn den Stall reinigen müssen, so können sie nicht sauber zur Schule kommen und manche stinken noch bestialisch nach Mist und Vieh.“

Bei einer Überprüfung des Tagebuches am 30. April 1906 durch den Königlichen Bezirks-Schulinspektor vermerkte dieser, dass „die Bemerkungen über Schüler und Eltern keineswegs taktvoll“ wären.

Hunde mussten einen Maulkorb tragen

(Ortspolizeibeschluss der Gemeinde Hoof vom 29. November 1908:

Übertretung in Bezug auf öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit.)

§ 2: Es ist verboten, Hunde in öffentliche Wirtschaften, Fleischbänke, auf Märkten oder zu öffentlichen Feierlichkeiten mitzunehmen oder dieselben zur Nachtzeit auf öffentlichen Straßen und Plätzen frei herumlaufen zu lassen.

Das Mitnehmen von Hunden in öffentliche Wirtslokale und auf Märkte ist ausnahmsweise nur dann gestattet, wenn dieselben mit einem Maulkorbe versehen sind und an einer Leine geführt bzw. gehalten werden. Läufige Hündinnen hat der Eigentümer gehörig zu verwahren.

§ 3: freilaufende Hunde größerer Gattung mit Ausnahme der Jagdhunde, während sie sich auf der Jagd befinden, und der Hirten- und Schäferhunde, wenn sie bei der Herde sind, müssen mit einem wohlbefestigten, das Beißen verhinderten Maulkorbe versehen sein.

§ 4: Musikalische Aufführungen, Kegelspiele oder sonstige geräuschvolle Unterhaltungen (Reitschule, Zirkus und Schießbuden inbegriffen), welche im Innern des Ortes in Wirtschafts- oder Privatgärten oder sonstigen nicht geschlossenen Räumlichkeiten abgehalten werden, sind um 11 Uhr abends einzustellen, vorbehaltlich der Befugnis der Ortspolizeibehörde in besonderen Fällen Ausnahmen zu gestatten oder beschränkende Anordnungen zu erlassen.

§ 5: Ankündigungen oder Bekanntmachungen auf öffentlichen Straßen oder Plätzen dürfen nur mit Erlaubnis der Ortspolizeibehörde, das Anheften von Privatankündigungen an fremdem Eigentum überdies nur mit Zustimmung des Eigentümers oder seines Stellvertreters geschehen.

§ 6: Die Polizeistunde ist gemäß § 1 der königlichen Allerhöchsten Verordnung vom 6. Februar 1908 auf nachts 11 Uhr (Mitteleuropäische Einheitszeit) festgesetzt.

§ 7: Bei Übertretungen dieser Verordnungen wird eine Geldstrafe bis zu 15 Mark festgesetzt.

Die Erziehung der Kinder war befriedigend

(Distriktschulinspektion in der Hoofer Schule im April 1890)

Königliche protestantische Distriktschulinspektion für den Kanton Kusel: Hoof, den 17. April 1890.

Betreff: Die Jahresabschlussprüfungen an den Volksschule pro 1889/90:

Die Resultate der am 17. April 1890 an der protestantischen Werktags- und Sonntagsschule zu Hoof stattgehabten Prüfung geben zu nachstehenden Bescheiden Anlass:

Die Schule ist in gutem Stande. Die Schüler sind gewöhnt, im Satze zu sprechen.

Aufsatz: Insbesondere ist die Nennform in allen Klassen nicht geübt. Die Zeitform muss besondere Beachtung finden. In der Religion haben die Schüler gute Kenntnisse. In der Geografie sind alle Klassen sehr gut unterrichtet. – Das Lesen ist in den oberen Klassen noch zu dürftig, es muss noch besser geübt werden.

An die Königliche prot. Lokalschulinspektion Niederkirchen

Ferner ergaben sich folgende Wahrnehmungen:

1. Lehrmethode: Anregend

2. Lehrbücher und Tafeln der Schulkinder: Viele Lehrbücher sind zerrissen, auch einzelne Tafeln zerbrochen

3. Schulhefte und Probeschriften: sind reinlich gehalten; Schriften besonders gepflegt.

4. Allgemeiner Stand des Unterrichts:

In der Werktagsschule: Note II – In der Sonntagsschule: Note III

5. Stand der Erziehung und Schulzucht: befriedigend

6. Sonstige Bemerkungen: keine

Vorrücken, Überweisung und Entlassung: 1. Klasse: Wobedo Hermann. 2. Klasse: Spengler Margarethe, Müller Amalie. 3. Klasse: Schneider Rudolf. 4. Klasse: keine. 5. Klasse: Stuber Emil, Müller Karolina, Altenhofer Karl.

Die Königliche Lokalschulinspektion wolle dem Lehrer Peter Böll diese Abschrift des Protokolls zur Kenntnisnahme und Nachachtung und behufs Verwahrung in der Schulregistratur übermitteln.

Königliche prot. Distriktschulinspektion

Das Ostertal ist eine Verkehrswüste

(Aus dem Hoofer Schultagebuch von 1910 und 1920)

„Die Verkehrsverhältnisse in unserer Gegend sind die denkbar ungünstigsten“, so schreibt Lehrer Albin Damian in seinem Schultagebuch am 15. Februar 1910. „Der Landtagsabgeordnete Bühler erklärte am 13. Februar 1910 in einer Versammlung zu Niederkirchen zwecks Errichtung einer Motor- oder Eisenbahnlinie durch das Ostertal, man habe in München den Ausdruck geprägt, unsere Gegend sei eine „Verkehrswüste“. Es soll aber nun eine Straße über Albessen nach Kusel gebaut werden. Doch wehren sich Osterbrücken und Albessen energisch dagegen, da sie zu viel Geld kosten. Osterbrücken soll ungefähr 80 000 Reichsmark zahlen müssen. Ein Baumeister erklärte mir, dass er schon seit 1875 an diesem Projekt arbeite und schon manchen Widerstand wegen Geldschwierigkeiten erlebt habe. So glaubt er heute kaum mehr, die Durchführung des Straßenbaues zu erleben.

Im Herbst 1910 wurde der Bau einer neuen Distriktstraße nach Kusel von sämtlichen Gemeinden genehmigt. Im Winter 1910/11 wurde bereits mit den ersten Arbeiten an der neuen Straße begonnen (Fällen des Waldes). Unsere Umlagen steigen deshalb auf 1000 Prozent.“ (15. 2. 1911).

„Seit Oktober 1919 ist eine Motorpostlinie zwischen Niederkirchen und Kusel im Gange, so dass man täglich zweimal nach Kusel und zurück fahren kann. Da nun aber der Bau einer Wagenhalle im Ostertal nicht genehmigt wurde, wurden die Fahrten dafür abgeändert, dass die Wagen von Kusel aus laufen und wir nur einmal mehr Gelegenheit haben nach Kusel zu fahren.“ (Lehrer Theiß am 16. 2. 1920).

„Nach Beendigung des Krieges 1939/45 wurde eine Kraftpostlinie von St. Wendel über Werschweiler, Niederkirchen, Osterbrücken, Oberkirchen nach Freisen und eine Linie von St. Wendel über Leitersweiler noch in Betrieb genommen.“ (Lehrer Friedrich Herrig im Februar 1949).

Über schlechte Verkehrsverbindungen haben die Ostertäler immer geklagt. Die ältere Generation erinnert sich mit Schrecken an frühere Zeiten, in denen die Verkehrsverbindungen zur damaligen Kreisstadt Kusel, zu der die Bürgermeisterei Ostertal mit den Orten Bubach, Hoof, Marth, Niederkirchen, Osterbrücken, Saal und Selchenbach von 1816 bis 1947 gehörte, katastrophal waren.

Die Verkehrserschließung des Ostertals – nicht aber von Hoof – mit der Stadt St. Wendel wurde erst nach Beendigung des 2. Weltkrieges begonnen. Eine Kraftpostlinie von St. Wendel über Werschweiler, Niederkirchen, Osterbrücken, Oberkirchen nach Freisen und eine Linie von St. Wendel über Leitersweiler nach Freisen wurden in Betrieb genommen.

Und dabei ist es wohl im Grunde jahrelang geblieben; denn bedingt durch die abseitige Lage zu den beiden genannten Durchgangsstrecken, waren vor allem Bubach und Hoof Stiefkinder in der Verkehrsplanung und Verkehrsversorgung geblieben.

Ein Meilenstein in der Verkehrserschließung des bis 1937 „schlafenden“ Ostertales war die festliche Einweihung der ersten Teilstrecke der Ostertalbahn am 26. September 1937. Als der „Gläserne Zug“, wie er damals im Ostertal liebevoll genannt wurde, das weiße über die Gleise gespannte Band zerriss, kannte der Jubel keine Grenzen. Bürgermeister Ludwig König, der Pionier des Projekts, ließ sich bei der feierlichen Eröffnung auf dem Bahnhof in Niederkirchen feiern. Die Verkehrserschließung des bis dahin „schlafenden“ Ostertales zum Industriegebiet Saarland war erfolgt. Dies kam nicht zuletzt den Berg- und Hüttenarbeitern der Ostertalorte zugute.

Der Fleiß der Hoofer Schüler wurde betont – In der Sonntagsschule waren die Mädchen besser als die Knaben

(Aus dem Schultagebuch von 1905)

Königliche prot. Distriktsschulinspektion für den Kanton Kusel: Konken, den 4. Juli 1905.

Betreff: Die Jahresabschlussprüfungen an den Volksschulen für das Schuljahr 1904/05.

Die Resultate der am 28. März 1905 an der protestantischen Werk- und Sonntagsschule stattgefundenen Prüfung geben zu folgenden Bescheiden Anlass: Die Werktagsschule zählt 89, die Sonntagsschule 29 Kinder.

Auf den ersten Blick zeigt sich in der überfüllten Schule die gute Zucht und Ordnung, auf die der Lehrer viel hält. Aber auch der große Fleiß des Lehrers an der großen Kinderzahl verdient volle Anerkennung. Die Erfolge des Unterrichts sprechen in ihrem ganzen Umfang dafür. Die meisten Gegenstände sind gut, die Leistungen besonders im Rechnen, recht gut. Die Leistungen der 6. Klasse sind überdurchschnittlich gut. Der Unterrichtsstoff ist gut behandelt und zum Verständnis gebracht, was sich an der lebhaften Anteilnahme der Schüler zeigt. Fertigkeiten sind recht gut geübt. Turnen wurde auch im Winter betrieben. Handarbeiten liegen in ziemlich guten Ausführungen auf; die Lehrerin hat sich aber mehr an dem vorgeschriebenen Unterrichtsgang zu halten.

Der Fleiß der Kinder ist allesamt zu loben.

Die Sonntagsschule zeigt auch befriedigende, teilweise sogar noch gute Kenntnisse, bei den Mädchen noch besser als bei den Knaben.

Ferner ergaben sich folgende Wahrnehmungen:

1. Lehrmethode: Gradlinig, bestimmt, anregend, belebend, erfolgreich.

2. Lehrbücher und Tafeln der Kinder: In gutem Stande.

3. Schulhefte: In guter Ordnung; die Aufsatzhefte sind korrigiert.

4. Allgemeiner Stand des Unterrichts: a) in der Werktagsschule: Note II plus. B) in der Sonntagsschule: Note II bis III.

5. Stand der Erziehung und Schulzucht: Sehr gut.

6. Sonstige Bemerkungen: Die Kinder hören dem Lehrer aufs Wort.

Vorrücken, Überweisung und Entlassung: Aus der 4. Klasse der Werktagsschule wird Berta Klöckner als nicht weiterbildungsfähig entlassen.

Die Königliche Lokalschulinspektion wolle dem Lehrer Peter Böll diese Abschrift des Protokolls zur Kenntnisnahme und Darnachachtung und behufs Verwahrung in der Schulregistratur übermitteln.

Königliche prot. Distriktsschulinspektion – gez. Bäcker

Eine Grippewelle suchte die Hoofer Schule heim – Zwei Drittel der Schulkinder fehlten

(Aus dem Hoofer Schultagebuch von 1918)

Lehrer Göhring berichtet im Januar 1918 in der Schulchronik in Hoof, dass zwei Drittel der Schulkinder fehlten, da sie unter einer starken Grippewelle litten. Damals gab es noch keine Grippeimpfung.

„Eine Erkältungswelle, wie es sie bisher noch nicht in Hoof gab, grassiert zur Zeit in unserer Schule. Seit vierzehn Tagen fehlen im Durchschnitt in jeder Klasse im Durchschnitt acht bis zehn Kinder. In manchen Klassen sind es noch mehr. Die übrigen Schüler sind oft „stark angeschlagen, husten im Unterricht und niesen, leiden unter Schüttelfrost oder unter erhöhter Temperatur. Hochgradig ansteckend ist der Infekt, was ganze „Klassen-Epidemien“ beweisen. In der 8. Klasse muss der Unterricht ausfallen, da fast alle Kinder erkrankt sind. Doch kann man die übrigen Kinder nicht ohne weiteres nach Hause schicken, denn man weiß nicht, ob die Eltern auch daheim sind. Bisher sind bereits sechs Kinder gestorben.

Paradox ist es, dass diese Infektwelle gerade bei diesem sonnigen, trockenkalten Winterwetter ihren Höhepunkt hat. Womöglich wäre es bei nasskaltem Wetter noch schlimmer.

Die Symptome sind bei allen kranken Kindern gleich: Schnupfen, Husten, Bronchitis, Halsentzündung und Heiserkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, und oft hohes Fieber. Ob es wirklich eine echte Grippe ist, weiß man nicht. Ich halte die Eltern an, mit Erkältungstee die Erkältung zu bekämpfen; die Eltern und Großeltern halten sich auch daran.

Das Bezirksschulamt Kusel hat leider bisher auf die Grippewelle nicht reagiert. Ich würde gerne den Unterricht für ein paar Tage ausfallen lassen, doch es wurde mir untersagt.“

Pfäffische Antisowjethetze durch Pfarrer Fauß

Aus der kommunistischen Arbeiterzeitung in der Ausgabe vom 6. Januar 1938 entnehmen wir einen Bericht über Pfarrer Fauß in Niederkirchen. Darin heißt es: „Der Pfarrer Fauß ist ein weithin bekannter Kommunistenfresser. Er trägt seinen Namen „Fauß“ zu unrecht. Eigentlich müsste er „Faust“ heißen, schlägt er doch mit den Fäusten gegen die Kommunisten wild um sich. Am Silvesterabend hielt er wieder in der Kirche eine seiner gemeinen Hetzreden gegen den Bolschewismus. In ganz niederträchtiger Weise hetzte er gegen den einzigen Arbeiterstaat, die Sowjetunion.

Seine zügellose Hetze gegen die Sowjetunion und gegen die Kommunisten im Ostertal zeigt jedoch ganz deutlich die heillose Angst vor dem Bolschewismus. Er sagte u. a., dass Europa in zehn Jahren ohne Religion sei, wenn der Fünfjahresplan gelinge. Den Arbeitslosen in Deutschland empfiehlt er, sich in ihrer Not an Gott zu wenden und ja nicht zu den Kommunisten zu gehen. In der Kirche ließ er außerdem ein Kirchenblättchen verteilen, das einen langen Schmähartikel gegen die Sowjetunion enthält.

Die niederträchtige Hetze, die die Kirche gegen die Sowjetunion und die Kommunisten entfaltet, enthüllt ihre Rolle als ein Instrument der herrschenden Klassen. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Arbeiter vom Kampf um ihre Lebensforderungen abzuhalten. Sie sieht ihre Aufgabe auch darin, die Kriegsvorbereitungen der Imperialisten gegen die Sowjetunion durch ihre Hetze ideologisch zu unterstützen. Wenn es schon soweit ist, dass die Namen von Ostertaler Kommunisten auf einem großen Blatt in der Kirche ausgehängt werden und ihnen das Betreten des Gotteshauses untersagt wird, dann lebt der „Herr Pfarrer Fauß“ noch im tiefen Mittelalter. Damals gab es „Hexen“, heute gibt es einen „Hexer“.

Die Arbeiter im Ostertal werden sich nicht beirren lassen. Sie hoffen nicht auf das Jenseits, sondern kämpfen um ihre Forderungen für Arbeit und Brot! Gleichzeitig stehen sie jederzeit bereit, mit ihren Leibern die sozialistische Sowjetunion gegen alle Angriffe der Imperialisten zu verteidigen.“

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Litres'teki yayın tarihi:
22 aralık 2023
Hacim:
851 s. 2 illüstrasyon
ISBN:
9783961451814
Telif hakkı:
Автор
İndirme biçimi:

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