Kitabı oku: «BSFF kompakt»
Dr. Susanne Marx
Vorbemerkung des Verlags
Inhalt
■I. Theorie: Der Hintergrund
■Einleitung
■Was ist Be Set Free Fast?
■Das Unbewusste – Problem und Lösung
■Ihr Unbewusstes bestimmt Ihre Welt(sicht)
■„Ja, aber …“ – der Mechanismus der psychischen Umkehrung
■Was ist für Sie ein Problem?
■Vorbereitungen für BSFF
■Das Code-Wort
■Die Anleitung für Ihr Unbewusstes
■Die BSFF-Routine
■Schritt 1: Die Einstimmung
■Schritt 2: Die Aspekte finden und codieren
■Schritt 3: Das Ergebnis überprüfen
■Schritt 4: Die Schlusssequenz
■Häufig gestellte Fragen zu BSFF
■Teil 2: Anwendungsbeispiele von A bis Z
■Vorbereitende Schritte
■Einwände gegen BSFF
■Angst vor Veränderung
■„Ich weiß nicht, was ich fühle“
■Negatives Selbstbild/Mangel an Selbstbewusstsein
■Negatives Weltbild
■Die Anwendung bei einzelnen Beschwerden
■Einsamkeit
■Finanzielle Sorgen
■Phobien
■Schlafprobleme
■Suchtdrang
■Trauer
■Übergewicht/Gewichtsprobleme
■Verzögern und Aufschieben
■Literatur
■Über die Autorin
Teil 1: Grundlagen
Einleitung
Dieses Buch bietet Ihnen auf der einen Seite eine kompakte Einführung in Be Set Free Fast. Auf der anderen Seite ist es so konzipiert, dass Sie direkt damit arbeiten und die Technik selbst ausprobieren können.
Im ersten Teil des Buches geht es darum, was Be Set Free Fast eigentlich ist, welche Theorie dieser Methode zugrunde liegt und was ihre Besonderheiten sind. Darüber hinaus wird die Technik selbst mit ihren einzelnen Behandlungsschritten vorgestellt und häufig gestellte Fragen zu BSFF werden beantwortet.
Im zweiten Teil finden Sie schließlich praktische Anleitungen für häufig vorkommende Beschwerden. So können Sie die Technik direkt selbst anwenden, auch wenn Sie vielleicht noch nicht so viel Erfahrung in dieser oder einer ähnlichen Methode haben.
Da Sprache bei BSFF, wie bei vielen Techniken der energetisch orientierten Psychologie, sehr wichtig ist, hier noch ein kurzer Hinweis dazu: Manche Begriffe aus dem Englischen, zum Beispiel mind, sind schwer ins Deutsche zu übersetzen. Ich habe mich in diesen Fällen für diejenigen entschieden, die meinem Empfinden nach dem Sinn am nächsten kommen. Da aber dennoch leichte Informationsveränderungen nicht zu vermeiden sind und einiges dadurch einen etwas anderen „Geschmack“ bekommt, kann ich Ihnen das Buch Be Set Free Fast von Larry Nims, dem Entwickler der Methode, sehr empfehlen. Es ist in gut verständlichem Englisch geschrieben und bietet einen sehr guten Überblick über die Methode. Für Therapeuten und Anwender, die tiefer in die Materie einsteigen möchten, gibt es auf Deutsch das Buch BSFF – Das Anti-Viren-Programm für die Psyche von Verena Stollnberger (beide Bücher finden Sie in der Literaturliste am Ende des Buches).
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude mit dieser äußerst effektiven Methode des emotionalen „Frühjahrsputzes“ und hoffe, dass Ihnen dieses Buch ein Werkzeug an die Hand gibt, mit dem Sie Ihre Wünsche und Träume in die Realität umsetzen können.
Was ist Be Set Free Fast?
Be Set Free Fast (BSFF) ist eine einfache, effektive Methode zur Lösung von emotionalen Problemen und Blockaden. Sie arbeitet direkt mit dem Unbewussten. Denn nach Larry P. Nims, dem Entwickler von Be Set Free Fast, liegen hier nicht nur die Wurzeln all unserer Probleme, sondern gleichzeitig auch ihre Lösungen. Er hat deshalb eine Technik entwickelt, mit deren Hilfe man blockierende Überzeugungen und die emotionalen Wurzeln von Problemen aus dem Unbewussten entfernen kann – sozusagen ein Anti-Viren-Programm für die Psyche.
BSFF ist dabei einfach zu lernen und anzuwenden und ist hilfreich bei einer Vielzahl von emotionalen und psychischen Problemen.
Der Name Be Set Free Fast, abgekürzt BSFF, ist ein Akronym für Behavioral and Emotional Symptom Elimination Training For Resolving Excess Emotion, Fear, Anger, Sadness and Trauma und heißt übersetzt etwa: Training für das Entfernen von emotionalen und verhaltensbezogenen Symptomen für die Auflösung übermäßiger (negativer) Emotionen wie Angst, Wut, Traurigkeit und Trauma.
Eine kurze Geschichte von Be Set Free Fast
Larry P. Nims, ein klinischer Psychologe aus den USA, stellte sich im Laufe seiner 25 Jahre Berufserfahrung immer mehr die Frage, warum die Arbeit mit klassischer Psychotherapie seinen Klienten so wenig helfen konnte. Er begann, sich mit alternativen Verfahren zu beschäftigen und stieß im Laufe seiner Suche auf TFT von Roger Callahan, dessen Schüler er wurde.
TFT – Thought Field Therapy (Gedankenfeld-Therapie) – basiert auf den Erkenntnissen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Danach besitzt der Körper neben dem Lymph-, Blut- und Nervensystem zusätzlich ein System erhöhter elektromagnetischer Aktivität, das sogenannte Meridiansystem. Dieses spielt nach den Erfahrungen der Chinesischen Medizin eine zentrale Rolle bei der Entstehung, aber auch bei der Lösung von körperlichen oder emotionalen Problemen. Darauf aufbauend hatte der amerikanische Chiropraktiker George Goodheart ein System entwickelt, das er Applied Kinesiology (Angewandte Kinesiologie) nannte. Er kombinierte dabei das Wissen um die Rolle der Akupunkturpunkte mit eigenen Erfahrungen und konnte durch das leichte Beklopfen der Punkte Muskeln stärken und Schmerzen lindern. Das war die Basis für den Psychotherapeuten Roger Callahan, der die Angewandte Kinesiologie weiterentwickelte und sie mit großem Erfolg auf die emotionalen und psychischen Probleme seiner Klienten anwendete. Er entwickelte eine Technik, das TFT, das einen neuen Zweig der Psychologie begründete: die energetisch orientierte Psychologie. Diese arbeitet mit dem Klopfen oder Halten bestimmter Akupunkturpunkte und versteht Probleme als Störungen im elektrischen oder energetischen Fluss des Körpers, die auch dort behandelt werden müssen, um sie dauerhaft und tief greifend zu lösen.
BSFF gehört im weiteren Sinn zur energetisch orientierten Psychologie, da es zwar mittlerweile nicht mehr mit dem Meridiansystem arbeitet, aber auf der Basis von TFT entstanden ist. Larry Nims hatte im Laufe seiner Arbeit mit BSFF festgestellt, dass die Stimulation von Akupunkturpunkten für eine wirkungsvolle Anwendung seiner Technik nicht notwendig war. BSFF arbeitet jetzt weitgehend ohne Klopfen der Punkte und direkt mit Anweisungen an das Unbewusste. Auch wenn einige Aspekte gleich sind, etwa das Verständnis der sogenannten psychischen Umkehrung, die nachfolgend näher erklärt wird, so geht Larry Nims von einem grundsätzlich anderen Verständnis der Funktionsweise von Bewusstem und Unbewusstem aus. Dieses stimmt mit dem der Hypnotherapie nach Milton Erickson überein. Nach Larry Nims ist es wichtig, direkt mit der Kommando- und Kontrollzentrale – dem Unbewussten – zu arbeiten. Seiner Ansicht nach sind die Meridiane zwar von emotionalen und psychischen Problemen betroffen, sie sind aber nicht deren Auslöser.
Da sich BSFF im Laufe der Zeit zunehmend verbreitete und immer mehr begeisterte Anwender fand, erarbeitete Larry Nims zusammen mit der Persönlichkeitstrainerin Joan Sotkin ein Buch, das BSFF einem breiteren Leserkreis zugänglich machte. Dieses Buch finden Sie in der Literaturliste am Ende des Buches.
Seit einiger Zeit arbeitet Nims mit dem Psychologen Don Elium zusammen, mit dem Ziel, BSFF weiterzuentwickeln und die Anwendung noch effektiver zu machen.
Die Theorie dahinter
BSFF geht davon aus, dass alles psychologische und emotionale Leid von Glaubenssätzen oder Grundüberzeugungen verursacht wird. Diese sind unbewusst, also der bewussten Kontrolle und Veränderung entzogen, und bilden automatische Programme, die uns einschränken und dazu bringen, emotional, gedanklich und verhaltensbezogen immer gleich zu reagieren – ob wir das wollen oder nicht. Diese Programme hindern uns daran, uns zu entfalten und frei und selbstbestimmt unser Leben zu leben und auf Situationen zu reagieren.
Ungefähr 98 % unserer Gedanken, Emotionen und Handlungen basieren auf diesen automatischen Programmen und wiederholen sich deshalb ständig. Sie können das selbst einmal überprüfen, indem Sie sich das nächste Mal, wenn Ihnen ein Gedanke bewusst wird, fragen, ob dieser neu ist oder ob Sie ihn vielleicht schon kennen. Wenn Sie diese Übung öfters machen, werden Sie wahrscheinlich feststellen, wie erschreckend gleichförmig und vorbestimmt unsere innere Welt ist. Wir sind die meiste Zeit auf Autopilot eingestellt, auf den wir keinen bewussten Einfluss haben und daraus ergibt sich die Frage, wie frei wir wirklich sind.
An dieser Stelle, an dem Unbewussten mit all seinen automatischen Programmen und ungelösten Emotionen, setzt BSFF an. Es arbeitet mit der direkten Anweisung an das Unbewusste, alle Probleme auf dieser fundamentalen Ebene selbstständig zu lösen und alte, destruktive Programme zu deaktivieren.
Die Arbeit mit BSFF besteht aus zwei Teilen. Ihr bewusster Anteil besteht darin, Probleme zu benennen, die einzelnen Aspekte des Problems – seine Bestandteile – herauszuarbeiten und dann mithilfe eines Stich- bzw. Code-Worts einen Impuls an Ihr Unbewusstes zu geben. Dieses arbeitet dann selbstständig und löst blockierende und einschränkende Überzeugungen, Glaubenssätze und negative Emotionen auf der tiefsten Ebene auf.
Dabei können Sie in Ihrem eigenen Tempo vorgehen und müssen schmerzhafte Erlebnisse und Gefühle nicht noch einmal durchleben.
Zusammengefasst sind die wichtigsten Prinzipien von BSFF:
■Probleme und Themen werden von ungelösten negativen Emotionen und unbewussten Grundüberzeugungen verursacht.
■Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen werden von unbewussten Programmen kontrolliert und eingeschränkt.
■Diese laufen automatisch ab und sind dem bewussten Willen nicht oder kaum zugänglich und daher damit auch nicht veränderbar – der bewusste Wille wird von unbewussten Programmen blockiert.
■Die gesamte Lebenserfahrung (Erlebnisse, Interpretationen, Gefühle und Gedanken) eines Menschen ist im Unbewussten gespeichert.
■BSFF kann effektiv alle physischen, psychologischen oder spirituellen Probleme lösen, die eine emotionale Wurzel haben.
■BSFF programmiert dabei nicht um, sondern löst und deaktiviert alte, blockierende Programme.
Anwendungsgebiete von BSFF
BSFF hilft bei einer Vielzahl von psychischen, emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen und kann überall dort eingesetzt werden, wo Ihr Leben nicht so funktioniert, wie Sie es sich wünschen. Obwohl die Technik mehr auf gedankliche oder emotionale Probleme ausgerichtet ist, kann sie auch hilfreich bei körperlichen Problemen sein – nämlich dann, wenn sie eine emotionale Wurzel haben – und bei den emotionalen Begleiterscheinungen von Schmerzen oder Beschwerden angewendet werden.
Obwohl das Unbewusste die eigentliche Arbeit tut, ist Ihre aktive Teilnahme und Ihre Bereitschaft zur Veränderung die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg. Um ein Problem wirklich zu lösen, ist es notwendig, gründlich, fokussiert, präzise und ausdauernd bei einem Thema zu bleiben – so lange, bis alle Aspekte auch wirklich erkannt und bearbeitet sind.
Manche Probleme lassen sich in einer Sitzung lösen, andere, die komplexer und vielleicht mit anderen, verwandten Themen verbunden sind, brauchen möglicherweise mehrere Sitzungen.
Aber auch dann lohnt sich die Zeit und Arbeit, die Sie investieren. Sie leben Ihr Leben nicht mehr weitgehend auf Autopilot, sondern können frei entscheiden und bewusst neue Wege gehen. Damit ändert sich Ihr Leben nicht automatisch, aber die Blockaden und Hindernisse, die Sie bisher an Ihrer freien Entfaltung gehindert haben, sind nicht mehr da.
Gegenanzeige
Sie sollten BSFF, zumindest als Selbsthilfetechnik, nicht anwenden, wenn Sie unter schweren psychischen oder emotionalen Störungen leiden.
Larry Nims schränkt die Anwendung der Technik auch bei bereits länger dauernder Abhängigkeit von Substanzen, bei chronischen Schmerzen sowie bei traumatischen Erlebnissen ein. Hier sollten Sie einen Therapeuten aufsuchen, der in BSFF geschult ist und über entsprechende Erfahrung in dem jeweiligen Bereich verfügt.
Ebenfalls schwierig ist die Selbstanwendung, wenn Sie nicht oder nur schwer in der Lage sind, Ihre Gefühle wahrzunehmen oder starke Angst vor ihnen haben. Auch hier kann ein Spezialist hilfreich sein.
Wenn BSFF bei Ihnen nicht wirkt, dann in den meisten Fällen deshalb, weil hinter dem angesprochenen Thema noch ein oder mehrere unbewusste Themen stehen. Hier sind auf der einen Seite Geduld und Ausdauer gefragt, auf der anderen Seite kann jemand, der in BSFF geschult ist, aufgrund seiner oder ihrer Erfahrung die Hintergründe eventuell schneller aufdecken.
Das Unbewusste – Problem und Lösung
Das Unbewusste ist die Instanz in uns, in der unsere Erlebnisse und Interpretationen gespeichert, Verdrängtes aufbewahrt und Programme entwickelt werden, die dann weitgehend unbemerkt, aber machtvoll unser Leben lenken. Und da viele dieser Programme, die ständig im Hintergrund mitlaufen, auf veralteten Grundlagen basieren und destruktiv sind, blockieren sie unsere freie Entfaltung und behindern ein auf die Gegenwart ausgerichtetes, erfülltes Leben.
Um zu verstehen, was diese Programme sind und wie sie sich entwickelt haben, müssen wir zeitlich weit zurückgehen.

Vom Zeitpunkt unserer Geburt an, wahrscheinlich sogar schon früher, nimmt unser Organismus Informationen und Eindrücke aus der Umgebung auf und speichert diese im Unbewussten. Über einen einfachen Rückkopplungsmechanismus bildet es daraus Strategien und Programme, die sich im Laufe der Zeit immer mehr vertiefen und irgendwann so selbstverständlich werden, dass wir sie überhaupt nicht mehr wahrnehmen können, geschweige denn kritisch hinterfragen.

Eigentlich ist diese Programmbildung ein hilfreicher Mechanismus: Ein normales Leben zu führen, wäre nicht möglich, wenn wir über jeden Schritt und jedes Zubinden unserer Schuhe nachdenken müssten. Es ist gut, dass Vieles automatisiert ist und nur darüber, dass wir einzelne Erlebnisse verallgemeinern, können wir lernen. Auf der anderen Seite hat dieser Mechanismus bei den meisten von uns irgendwann überhandgenommen und ist aus dem Ruder gelaufen.

Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass unsere moderne Zeit uns sehr viel mehr Reizen und Eindrücken aussetzt als noch vor 100 Jahren und wir deshalb auch sehr viel mehr Programme entwickeln, um mit diesen zurechtzukommen und angemessen zu reagieren.
Einige von diesen Programmen sind auch heute noch sinnvoll und nützlich, besonders bei mechanischen und motorischen Fähigkeiten wie Fahrradfahren. Im emotionalen und zwischenmenschlichen Bereich sind sie dagegen oft sehr hinderlich.
Wir können aufgrund der Programme nicht bewusst und angemessen auf eine individuelle Situation reagieren, sondern reagieren automatisch – und damit oft aus der Weltsicht eines/einer Vierjährigen heraus. Darüber hinaus haben einige unserer als erfolgreich abgespeicherten Programme und Strategien nur zufällig funktioniert und waren deshalb nie wirklich sinnvoll – weder als Kind noch heute als Erwachsener.
Da wir uns evolutionsbedingt Negatives wesentlich besser merken können als Positives, haben wir sehr viel mehr negative als positive Programme. Das hat ein oft negatives Selbstbild zur Folge, das sich in Form von kritischen Selbstgesprächen, Angst und Selbstbehinderung äußern kann. Ein weiteres Ergebnis der Programme ist eine unterschwellige Angst vor dem Leben und vor anderen Menschen.
Da diese Programme, wie gesagt, unbewusst sind, haben wir auf sie sehr wenig Einfluss, selbst wenn wir uns der negativen Auswirkungen bewusst sind. Wir können vielleicht unser Verhalten in einer bestimmten Situation verändern – die darunter liegenden Gefühle und Überzeugungen verändern wir dadurch aber leider nicht. Falls Sie zum Beispiel leicht unsicher werden, wenn Sie auf einer Geburtstagsfeier einer Gruppe Ihnen unbekannter Menschen gegenüberstehen, dann können Sie zwar bewusst selbstsicherer auftreten, die eigentliche Unsicherheit ist damit aber nicht wirklich gelöst.
Die gute Nachricht ist, dass es Methoden wie BSFF gibt, die genau an dieser Stelle ansetzen und einschränkende Programme auf der Ebene ihrer Entstehung lösen – im Unbewussten.
Ihr Unbewusstes bestimmt Ihre Welt(sicht)
Unsere Programme sorgen dafür, dass sie sich, einmal entstanden, immer wieder selbst bestätigen. Aus einem Erlebnis („Du kannst das nicht, gib schon her, ich mach das.“) bildet sich ein Programm als Strategie, um besser in der Welt zurechtzukommen und dieses Erlebnis nicht noch einmal zu haben. Das Programm in diesem Fall könnte – abhängig von Ihrer mitgebrachten Veranlagung und der emotionalen Atmosphäre in Ihrer Kindheit – etwa folgendes sein:

– „Ich kann das nicht, ich kann nichts richtig machen.“
– „Ich bin zu dumm.“, oder:
– „Mama/Papa hat mich nicht lieb, ich bin völlig alleine.“
Dieses – Ihnen nicht bewusste – Programm sorgt dann durch die Filterung von Erfahrungen, aber auch durch die Steuerung Ihres Verhaltens, Fühlens und Denkens dafür, dass sich diese Überzeugung immer wieder bestätigt und sich dadurch immer tiefer eingräbt. Das heißt, Ihre unbewussten Programme erschaffen und bestimmen tatsächlich Ihre Welt.
Um sich einige dieser Programme bewusster zu machen, können Sie sich folgende Fragen stellen:
Wie ist Ihre Sicht der Welt? Wer oder was sind Sie? Was können Sie gut, was nicht? Welchen Platz haben Sie in der Welt? Müssen Sie sich diesen Platz erarbeiten oder verdienen? Oder haben Sie ihn ganz selbstverständlich? Wie stehen das Leben und die Welt zu Ihnen? Wie ist Ihre Einstellung zu (Ihrer) Gesundheit? Was bedeutet für Sie Beziehung? Und was Erfolg?
Bei den Antworten geht es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, ob Ihre Überzeugungen Sie unterstützen oder hemmen, stärken oder ängstigen. Sollten Sie dabei auf etwas stoßen, das Ihnen nicht mehr guttut oder veraltet ist, schreiben Sie es auf – und arbeiten später im praktischen Teil direkt damit.
„Ja, aber …“ – der Mechanismus der psychischen Umkehrung
Der Begriff der psychischen Umkehrung (PU) wurde von Roger Callahan geprägt, der viel zu diesem Mechanismus geforscht hat, und ist einer der wichtigsten Aspekte der energetisch orientierten Psychologie.
Wir alle kennen diesen Mechanismus aus unserem täglichen Leben. Haben Sie schon einmal versucht, etwas bei sich oder in Ihrem Leben zu verändern? Beispielsweise mit dem Rauchen aufzuhören, nicht mehr an den Nägeln zu kauen, zweimal in der Woche in das teure Fitnessstudio zu gehen, endlich abzunehmen, nicht mehr so viel zu kaufen oder sich mehr Zeit für die Kinder zu nehmen?
Wie ist Ihre Erfahrung – wie oft hat es wirklich geklappt? Immer, oft, manchmal oder nie? Bei den meisten Menschen lautet die Antwort „manchmal“. Warum klappt es nicht „immer“? Weil Sie zu willensschwach waren oder nicht konsequent genug? Der innere Schweinehund? Oder weil Sie doch nicht so viel Interesse daran hatten?
Im Allgemeinen hat das nichts mit Ihrem Charakter oder Willen zu tun, sondern mit dem Mechanismus der psychischen Umkehrung. Psychische Umkehrung bedeutet, etwas bewusst zu wollen, unbewusst aber genau das Gegenteil davon zu tun. Sie haben sozusagen zwei Seelen in der Brust, von denen die eine „ja“ und die andere „nein“ sagt, wobei die unbewusste „Nein-Stimme“ im Zweifelsfall stärker ist. Denn wenn wirklich alles in Ihnen „ja“ zu etwas sagt, dann gibt es auch nichts, was Sie davon abhalten könnte.
Den Mechanismus der psychischen Umkehrung oder PU kann man sich bildlich so vorstellen, als würden Sie bewusst das Gaspedal beim Auto treten, während gleichzeitig ein unbewusster Teil von Ihnen mit aller Kraft die Handbremse anzieht – Sie kommen auf diese Weise nicht weit und es kostet obendrein viel Kraft.
Ob eine PU in bestimmten Lebensbereichen bei Ihnen vorhanden ist, können Sie an folgenden Punkten erkennen:
■An einem Gefühl von Stagnation
■Wenn Sie genau das tun, was Sie nicht wollen, oder etwas nicht tun, obwohl Sie es wollen.
■Wenn Sie sich selbst blockieren und im Weg stehen.
Das fühlt sich zwar wie Selbstsabotage an, es sind aber eigentlich (wohlgemeinte) Einwände gegen eine Veränderung oder Verbesserung der Situation. PUs sind in ihren Auswirkungen oft lästig oder manchmal sogar wirklich schädlich, haben im Grunde aber immer eine positive Intention. Es sind Teile von uns, die uns vor etwas schützen oder etwas für uns erreichen möchten.
Diese Einwände können etwa sein:
■Es ist nicht sicher für mich (dieses Problem zu überwinden).
■Es ist nicht sicher für andere …
■Es ist nicht gut für mich …
■Es ist nicht gut für andere (Verrat, Loyalität etc.) …
■Ich verdiene es nicht …
■Ich bin es nicht wert …
■Ich habe große Angst, einen Teil meiner Identität zu verlieren …
Ein praktisches Beispiel für eine PU ist zum Beispiel die folgende Aussage einer meiner Klientinnen: „Ich möchte gerne einen besser bezahlten Job haben.“ Bislang hatten auch mehrere Versuche und Anläufe nicht dazu geführt, sich beruflich zu verbessern und sie hatte langsam das Gefühl, dass mehr dahintersteckte als einfach nur die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Wir stellten fest, dass hinter diesem Wunsch eine Reihe von Einwänden verborgen waren, unter anderem:
■Wenn ich mehr Geld bekomme, muss ich auch mehr leisten.
■Ich bin nicht gut genug für mehr Leistung.
■Ich kann das bestimmt nicht.
■Dann muss ich viel mehr Steuern zahlen und habe am Ende überhaupt nichts mehr.
■Dann muss ich vielleicht viel länger arbeiten.
■Dann passe ich nicht mehr zu meinen Freunden.
■Ich habe keine Zeit mehr für meine Eltern.
■Der Weg zur Arbeit ist dann vielleicht wesentlich länger.
Nachdem wir mit jedem dieser Einwände gearbeitet hatten, stellte sie fest, dass sie gerne in ihrer alten Stelle weiterarbeiten, aber besser dafür bezahlt werden wollte. Programme, und dazu gehören PUs, schränken uns in unserer Wahlmöglichkeit ein und verhindern, dass wir uns frei und ohne Angst für oder gegen etwas entscheiden können.
Anders als bei den Techniken der Klopfakupressur arbeiten wir beim BSFF nicht direkt mit einer PU, sondern behandeln diese Einwände ganz normal wie ein Problem (also denken/sagen es und geben dem Unbewussten die Anweisung zur Lösung).
Was ist für Sie ein Problem?
Da wir mit BSFF Probleme und Gruppen von Problemen behandeln – hier „Themen“ genannt –, ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, was ein Problem eigentlich genau ist.
Was ist ein Problem?
Was ist ein Problem? Das ist eine gute Frage und Sie werden vielleicht feststellen, dass es viel einfacher ist, zu wissen, dass man ein Problem hat, statt es zu definieren. Da wir dem Unbewussten aber genaue Handlungsanweisungen in Bezug auf Probleme geben müssen, ist es wichtig, herauszufinden, woraus unser Problem genau besteht und welche verschiedenen Bestandteile oder Aspekte es hat. Und das ist die eigentliche Kunst beim BSFF (wie auch bei allen anderen Techniken der energetisch orientierten Psychologie).
Als Problem können wir generell all das definieren, was nicht so ist, wie wir es gerne möchten, zum Beispiel:
■Wenn wir uns körperlich, emotional oder geistig unwohl fühlen.
■Wenn das Leben in einem oder mehreren Bereichen nicht so ist, wie wir es uns wünschen.
■Wenn wir mit unseren eigenen Gefühlen, Verhaltensweisen oder Eigenschaften nicht glücklich sind.
Fast jedes Problem kann mit BSFF angesprochen und gelindert oder gelöst werden – sollten daran andere Personen oder äußere Umstände beteiligt sein, können Sie allerdings nur Ihren eigenen Anteil daran bearbeiten.
Wie entsteht ein Problem?
Grundsätzlich entstehen Probleme, indem ein Impuls von außen kommt und unser Unbewusstes daraufhin automatisch ein schon vorinstalliertes Programm aktiviert. Dieses Programm sorgt dann dafür, dass wir – innerlich und äußerlich – weitgehend automatisch auf diesen Reiz reagieren.
Nehmen wir etwa die Situation, dass Sie an der Kasse im Supermarkt stehen und sich jemand unter dem Vorwand vordrängelt, die Kassiererin nur etwas fragen zu wollen (Impuls von außen). Je nachdem, welche Programme aufgrund Ihrer Lebenserfahrung, ihrer persönlichen Einstellung und ihrem übernommenem Wertesystem vorinstalliert sind, wird Ihre Reaktion darauf ausfallen. Die innerliche Reaktion könnte Ärger sein („Das gibt’s doch nicht, das ist ja eine Unverschämtheit“), Neid („Ich wünschte, ich könnte das auch“), Gelassenheit („Aha“), Interesse („Er/Sie hat bestimmt irgendeinen Grund dafür – ich möchte wissen, was das ist“) oder Gleichgültigkeit („…“). Die äußere Reaktion ist meistens eine Folge der inneren, es kann aber auch sein, dass Sie sich innerlich ärgern, äußerlich aber gelassen wirken oder reagieren. Wir haben sehr wenig bewussten Einfluss auf diese Programme und unsere Reaktion. Und selbst wenn wir unser Verhalten verändern, so können wir an der inneren, gefühlten „Großwetterlage“ nichts ändern.
Diese Programme laufen auch dann ab, wenn Sie wissen, dass das keine gute, angemessene oder sinnvolle Reaktion ist und Sie bewusst gerne anders reagieren würden. Deshalb ist es so wichtig, einen Weg zu finden, direkt mit diesen unbewussten Programmen und Voreinstellungen zu arbeiten, denn sie sind für die meisten unserer Probleme verantwortlich.
Die verschiedenen Ebenen eines Problems
Ein Problem besteht aus mehreren Aspekten und mehrere Probleme bilden ein größeres Thema. So ist etwa die Tatsache, dass Sie sehr unglücklich darüber sind, dass Ihr Partner Sie oft kritisiert, ein Problem. Dieses besteht aus einzelnen Aspekten, zum Beispiel Ihrem Ärger darüber und dem belastenden Gefühl, ihm nicht zu genügen, Ihrer Hilflosigkeit und einer ganzen Reihe von unterschwelligen Überzeugungen darüber, was das über Ihren Wert und Ihre Position innerhalb der Beziehung bedeutet. Das übergeordnete Thema, das mehrere verwandte Probleme zusammenfasst, ist in diesem Fall Beziehungsprobleme oder Meine Beziehung.

Probleme
Jedes Problem ist eine Kombination aus einer Reihe von ungelösten negativen Emotionen und einem Glauben darüber, was das Ergebnis in diesem Lebensbereich sein wird.
Stellen Sie sich zum Beispiel eine Situation vor, in der Sie vor einer großen Menge von (fachlich versierten und eventuell kritisch eingestellten) Menschen einen Vortrag zur Geschäftsbilanz 2007 halten müssen. Das Problem dabei könnte sein:
- „Ich habe Angst davor, bei dieser Versammlung zu sprechen.“
Ihre ungelösten negativen Emotionen, die zum größten Teil aus noch nicht verarbeiteten früheren Erlebnissen und Erinnerungen zu diesem Thema bestehen, können Angst, Aufregung, Überforderung, Widerwillen, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten oder Panik sein. Darunter liegt vielleicht die Erwartung:
- „Sie werden mich angreifen, ich werde es nicht schaffen und es wird ganz furchtbar.“
Und da das Unbewusste, wie gesagt, dafür sorgt, dass sich Ihre Erwartungen auch erfüllen, ist die Chance, dass der Vortrag zumindest nicht optimal und schon gar nicht entspannt verläuft, relativ groß. Deshalb ist es sehr wichtig, an diesem Punkt anzusetzen, und nicht alleine an den Symptomen oder Begleiterscheinungen.
Aspekte
Jedes Problem besteht aus einem oder mehreren Aspekten. Aspekte können Emotionen, Erfahrungen, Überzeugungen, Einstellungen, Handlungen, Verhaltensweisen und körperliche Symptome sein. Bei BSFF ist es wichtig, möglichst präzise zu sein, also alle oder so viele Aspekte wie möglich, zu Ihrem Problem zu erkennen. In der Praxis hat sich hier sehr bewährt, sich zu fragen, „Was wäre in dieser Situation das Allerschlimmste?“, und sich daraus bewusst eine Art mentale Geisterbahn zu konstruieren. Versuchen Sie bei jedem Aspekt Ihres Schreckensszenarios zu fragen, ob es nicht noch etwas Schlimmeres in Bezug auf diesen Aspekt gibt. Wenn Sie etwa Angst davor haben, dass ein (wichtiger) Teilnehmer während Ihres Vortrages den Saal verlässt, dann überlegen Sie, ob es vielleicht noch schlimmer wäre, wenn alle aufstehen und gehen. So paradox es klingt, diese Übung ist so bizarr, dass sie sowohl mir als auch meinen Klienten ab einem gewissen Punkt wirklich Spaß macht und wir oft herzlich dabei lachen. Es hilft, die Situation und unsere negativen Erwartungen aus der Technicolor-Welt unseres Kopfes wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.
In unserem Beispiel mit dem Vortrag des Geschäftsberichts könnten die Aspekte des Problems etwa sein:
■Ich habe Angst, dass ich plötzlich nicht mehr weiß, was ich sagen wollte.
■Was passiert, wenn mein Vortrag eine echte Katastrophe wird?
■Was tue ich, wenn die anderen aufstehen und hinausgehen?
■Ich habe Angst, dass … mich angreift.
■Ich habe Angst davor, dass jemand aufsteht und sagt, ich sei völlig inkompetent und eine absolute Fehlbesetzung für diese Position.
■Ich habe Angst, dass mir die Stimme wegbleibt.
■Ich blende ja nur, und dann merken es alle.
■Ich kann das überhaupt nicht.
Jeder dieser Aspekte wird beim BSFF dann zur Lösung an das Unbewusste übergeben.
Themen
Mehrere verwandte Probleme bilden ein Thema. Sie können sich das Thema als Dateiordner im Computer vorstellen – nur, dass der Titel des Ordners nicht Meine Musik, sondern Meine Beziehungsprobleme heißt. Die einzelnen Dateien, die sich in diesem Ordner befinden, entsprechen den Problemen und der Inhalt der einzelnen Dateien entspricht den Aspekten.
In unserem Beispiel wäre der Dateiordner:
- „Ich habe immer Zweifel an dem, was ich tue, und kann es den anderen und mir nie recht machen – egal, wie erfolgreich ich bin.“
Das Problem wäre hier:
- „Ich habe Angst davor, bei dieser Versammlung zu sprechen.“
Und die Aspekte wären:
- „Ich habe Angst, dass ich plötzlich nicht mehr weiß, was ich sagen wollte“, oder:
- „Was passiert, wenn mein Vortrag eine echte Katastrophe wird?“ usw.
Unterschwellige Überzeugungen
Hinter jedem Problem steckt eine Reihe von unterschwelligen Überzeugungen darüber, wer oder was Sie sind, wie die Welt auf Sie reagiert, wie Sie auf die Welt reagieren (müssen) und ob bzw. welchen Platz in dieser Welt Sie haben.
Diese Überzeugungen wiederum setzen sich meistens zusammen aus dem, was Sie von anderen erwarten und Ihren eigenen Reaktionen, zum Beispiel:
- „Die Spinne hat es auf mich abgesehen“, oder:
- „Immer, wenn ich Spinnen sehe, kriege ich Panik.“
Dieser Glaube sendet Ihrem Unbewussten die Botschaft, diesen Glauben dadurch zu bestätigen, dass es bestimmte Erfahrungen und Ereignisse für Sie hervorruft. Ihr loyales Unbewusstes macht sich dann an die Arbeit, um Ihre Überzeugung zu bestätigen. Sie haben die Erfahrung wahrscheinlich auch schon einmal gemacht, dass, wenn Sie sich vor etwas gefürchtet oder etwas abgelehnt haben, die Wahrscheinlichkeit, diesem zu begegnen, deutlich höher war als normalerweise.
Die meisten und prägendsten dieser unbewussten Überzeugungen entstehen in den ersten sieben Lebensjahren. Sie sind stark von unserem familiären Umfeld geprägt und wir übernehmen dessen Werte, Überzeugungen und Interpretationen in allen wichtigen Bereichen des Lebens. Später kommen nur noch sehr wenige neue Überzeugungen dazu und es dauert erfahrungsgemäß sehr lange, bis alte Überzeugungen überschrieben werden (und dann auch meist nicht vollständig).
Wichtig für eine vollständige Lösung von Problemen ist deshalb nicht nur das akute Problem, sondern auch alle Emotionen und vor allem die darunter liegenden Überzeugungen zu erkennen und zu bearbeiten.
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