Kitabı oku: «Die nymphomane Ermittlerin»

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Emma Gold

Die nymphomane Ermittlerin

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

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Impressum neobooks

Vorwort

Ich habe wirklich studiert.

Der Doktortitel, der meinen Namen ziert, ist von mir hart erarbeitet worden. Meine Dissertation trägt den wundervollen Titel: Die Rolle von Neurokinin-Rezeptoren bei der Modulation von Lern- und Gedächtnisprozessen und deren Einfluss auf das cholinerge System im basalen Vorderhirn.

Klingt ziemlich geschwollen, oder? Da bin ich mit euch einer Meinung. Aber der Professor, der meine Dissertation begleitet hatte, fand, dass ein wichtig klingender Name der Arbeit mehr Bedeutung verleihen würde. Blödsinn. Ich habe diesen Mist geschrieben, meinen Doktortitel dafür erhalten und niemand interessiert sich noch für diese Arbeit. Ein cooler Name wäre vielleicht besser in Erinnerung geblieben.

Aber egal, ich sollte mich kurz vorstellen:

Mein Name lautet Dr. Emma Gold. Ich bin dreiunddreißig Jahre alt, unverheiratet, hübsch anzusehen, und schlank gewachsen. Die langen, naturblonden Haare und meine hellblauen Augen geben mir eine sehr feminine Ausstrahlung. Wer ein Foto von mir sehen möchte, kann dies auf meiner Autorenseite bei Amazon/Kindle tun.

Ich bin Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und praktizierte in einer eigenen Praxis in München-Schwabing, direkt am Englischen Garten gelegen. Die Lage finde ich wundervoll. Von meinem Arbeitszimmer habe ich einen freien Blick über den Englischen Garten.

Aber das war sicher kein Grund für meinen großen Erfolg. Und ich bin wirklich ziemlich erfolgreich, was sicher nicht an dem bescheuerten Titel meiner Dissertation liegt. Nein. Ich habe mich auf Frauen spezialisiert, egal welchen Alters, egal ob noch sehr jung, oder bereits reif und erfahren. Und das hat jetzt nichts mit einer sexuellen Neigung zu tun, sondern ausschließlich damit, dass ich zu Frauen ein besonders enges Vertrauensverhältnis aufbauen kann.

Ich höre regelmäßig von meinen Patientinnen, dass sie lieber mit einer Frau über ihre Probleme reden. Männliche Psychologen sind meistens oberflächlicher und häufig triebgesteuert.

Und damit sind wir bei meiner Kernarbeit angelangt: Ich spreche mit meinen weiblichen Patienten über deren Sexualität, und die vielfältigen Probleme, die damit begleitend entstehen können.

In der Psychologie gibt es viele Probleme, die mit der Sexualität zu tun haben. Das können Triebkonflikte, Beziehungsängste, Gewissensängste, Sexuelle Appetenzstörungen, oder die Störungen der Sexualpräferenz (Paraphilien) sein. Die Sexualpräferenz gilt auch dann als gestört, wenn Leiden oder Demütigung, Schmerz oder Erniedrigung des Partners (Sadismus) oder der eigenen Person (Masochismus) sexuelle Erregung hervorrufen oder nichtmenschliche Objekte wie Tiere (Sodomie) oder ein Ersatzobjekt (Fetischismus), wie z. B. bestimmte Körperpartien außerhalb der Genitalsphäre (Fuß, Haar) oder Gegenstände (Kleidungsstücke usw.). Bei Voyeurismus und Exhibitionismus richten sich die sexuellen Phantasien und Handlungen zwar an Personen, die mögliche Sexualpartner sein könnten.

Das alles kann zu einer psychischen Störung führen, die sich meistens in der sexuellen Untreue dem Partner gegenüber, oder in der Nymphomanie gipfelt.

Und Sie dürfen mir glauben, es gab und gibt sehr viele Frauen in München, die sich über ihre Probleme mit der Sexualität mit einer Psychologin unterhalten wollten! Hier wird nur selten eine Therapie nötig, meistens reicht schon das Zuhören.

Nun werdet ihr euch sicher fragen, warum die nette Frau das alles erzählt. Und das möchte ich gerne beantworten:

Ich habe mich dazu entschieden, über das Leben und die Gesprächsinhalte meiner weiblichen Patienten zu schreiben. Eigentlich unterliege ich der absoluten Schweigepflicht. Richtig. Daher verwende ich für meine Erzählungen erfundene Namen, um die wahre Identität der Damen nicht zu offenbaren. Hier sei angemerkt: Es handelt sich immer um wahre Ereignisse.

Nun zu meiner aktuellen Patientin:

Anna Boves arbeitet als Ermittlerin in einer bekannten Privatdetektei in München. Sie wird für die Fälle eingesetzt, bei denen sie ihren Körper und ihre Sexualität einsetzen kann. Denn Anna hat einiges zu bieten! Sie ist eine sehr attraktive Rothaarige mit einem perfekt gewachsenen Körper. Und diese Reize kann Anna perfekt zur Geltung bringen, wenn es darum geht, an wichtige Informationen zu gelangen.

Im Laufe der regelmäßigen Therapiesitzungen erhielt ich die Information, dass meine Patientin süchtig auf harten Analsex ist. Sie versucht durch die Schmerzen, die ihr bei dieser Form der Sexualität zugefügt werden, die psychischen Probleme zu lösen, die ihr gesamtes Verhalten prägt.

Anna fällt es schwer, sich zu öffnen und über ihre Ängste zu sprechen. Daher habe ich als Therapieansatz vorgeschlagen, dass meine Patientin über den aktuellen Fall erzählt, an dem sie arbeitet. Den Inhalt dieser Sitzungen habe ich in einem Roman zusammengefasst. Alles was sie nachfolgend zu lesen bekommen, entspricht der Wahrheit.

Und dieser Fall, über den ich ausführlich erzählen werde, besitzt eine sehr hohe Brisanz. In einem Münchner Hotel werden mitten im Liebesspiel drei Menschen erschossen. Drei Tote! Und einer davon ist ein Detektiv aus der Detektei, in der Anna beschäftigt ist. Meine Patientin wird im Laufe der Ermittlungen immer tiefer in einen Strudel aus Gier, Sex, Eifersucht und Boshaftigkeit gezogen.

Aber lest doch selbst! Ich habe kein Detail ausgelassen und alles so wiedergegeben, wie es wirklich geschehen ist.

Patientin 029/2017, Anna Boves

1

Hotel Andra, Goethestraße, München

Samstag, 20. August 2016, 22 Uhr

Marie saß am Bettrand und inspizierte im Licht einer Taschenlampe aufmerksam ihre Scham.

Claire Morel, die Eigentümerin vom Hotel Andra, konnte das hübsche Mädchen nicht leiden. Marie war für eine andere Dame eingesprungen, und es würde das letzte Mal sein, dass Madame Morel sie einsetzte. Die Hotelbesitzerin hielt nichts von Damen, denen es am nötigen Respekt fehlte.

„Verdammte Scheiße“, meinte Marie, während sie den Saum eines grünen Negligés befingerte. „Machen wir heute auf Fasching? Was für Affen haben Sie eingeladen?“

„Keine Sorge. Bei mir gibt´s keine Affen. Das Negligé gehört zum Dekor.“

Sie hatte das Wort Französisch ausgesprochen und wie mit einer ausladenden Handbewegung in den im Stil der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts eingerichteten Raum gedeutet. Marie betrachte mit einer emporgezogenen Augenbraue das altmodische Sofa, den Plüschsessel und den wuchtigen Holztisch.

Das Dachgeschoss im Hotel Andra hatte Madame Morel für ihre Damen freigehalten, die auf Abruf zur Verfügung standen. Benötigte sie ein Mädchen, so brauchte sie nur zu telefonieren. Ihre Kunden waren durchweg Herren mittleren Alters, leitende Angestellte, die zwischen montags und freitags in den Nachmittagsstunden aus den Betrieben der näheren Umgebung herüberkamen. Genau diesen Schlag Mann hatte Madame Morel im Sinn gehabt, als sie sich an die Einrichtung der Zimmer im Dachgeschoss gemacht und die Flohmärkte in München nach alten Möbeln durchkämmt hatte. Sie wollte ihre altmodischen Kunden für einhundert Euro die Stunde mit Fleisch und Nostalgie versorgen.

Ihr größter, ja geradezu leidenschaftlicher Stolz waren jedoch die altmodischen Gewänder, die sie einem Kostümverleih in Schwabing abgekauft hatte. Sie fand sie ganz außerordentlich geschmackvoll und pflegte diese Kostbarkeiten mit ihrem Herzblut.

Marie hatte eines dieser kostbaren Stücke lächerlich gemacht!

Claire Morels von langjähriger Erfahrung geschärftes Auge kam zu dem objektiven Schluss, dass Marie einen hervorragenden Körper ihr Eigen nannte. Hohe, kräftige Brüste und volle Schenkel. Ein sinnlicher Mund und dichtes blondes Haar. Sie wusste, dass Marie den höchsten Ansprüchen genügen würde. Aber die Hausherrin mochte ihre Art nicht leiden.

Die Badezimmertür tat sich auf, und Laura, eine von Madame Morels »festen« Damen, trat ins Schlafzimmer. Sie hatte eben geduscht und rieb sich mit einem Handtuch den Rücken trocken. Es gehörte zur Hausordnung, dass die Mädchen vor und nach jedem Termin stets duschten.

Laura war klein von Wuchs und hatte schwarzes Haar. Je nach Beleuchtung sah sie mal halb orientalisch, mal halb europäisch aus. In Wirklichkeit war sie in Nürnberg geboren und somit eine fränkische Bayerin. Sie durchschritt den Raum, öffnete einen Schrank und zog ein bodenlanges, mit zahlreichen Rüschen besetztes, rosarotes Gewand hervor. Sie hielt das Kleid vor ihren Körper und musterte sich im Spiegel an der Schranktür. Mit sich selbst zufrieden, warf sie das Handtuch in den Schrank und kam zurück, um sich in einem Lehnstuhl neben dem Bett niederzulassen. Sie sah Marie lächelnd an.

„Servus!“, sagte sie.

Marie, als habe sie nichts gehört, blickte demonstrativ in eine andere Richtung. Das missfiel Laura.

„Bisschen hochnäsig, wie? Oder hast du es darauf angelegt, dass ich dir einen Tritt in deinen fetten Arsch gebe?“

Madame Morel hatte denselben Impuls verspürt, wusste jedoch, dass sie sich im Interesse des Geschäfts zu beherrschen hatte. Der Kunde würde bald eintreffen, und sie wollte, dass alles glatt über die Bühne ging. Es passte ihr nicht, an einem Samstagabend einen Kunden bedienen zu müssen. Ihre Damen arbeiteten normalerweise nicht am Wochenende. Das übliche Montag-bis-Freitag-Geschäft genügte. Aber dann hatte Mario Madruzzo höchstpersönlich angerufen, der Mann, der ein hohes Familienmitglied der Münchner Mafia war und den sie für ihren Schutz bezahlen musste. Außerdem bewahrten sie diese Zahlungen vor unerwünschten Polizeibesuchen.

Mario Madruzzos Anruf war um neunzehn Uhr gekommen. Seine Stimme hatte wie ein verrosteter Benzinkanister geklungen.

„Ich schicke Ihnen einen Burschen rüber. Fred Chen heißt er“, hatte er gesagt. „Machen Sie´s ihm nett. Er soll bekommen, was er auch immer verlangen mag. Wichtig ist, dass er ein paar Stunden bei Ihnen bleibt. Was Sie für ihn tun, tun Sie für mich. Verstanden?“

„Ich verstehe. Wirklich lieb von Ihnen, dass Sie an mich gedacht haben. Und seien Sie unbesorgt – Ihr Freund wird in guten Händen sein.“

„Prächtig. Ich weiß, dass ich mich auf Sie verlassen kann. Ziehen Sie den Betrag von der Zahlung für die nächste Woche ab.“

„Aber ich bitte Sie, das kommt gar nicht in Frage. Für einen Freundschaftsdienst, den ich Ihnen erweise, würde ich Ihnen doch nie eine Gebühr abverlangen!“

„Sehr gut, wenn Sie es so sehen“, gluckste Madruzzo hochbefriedigt. „Ich werde mich bei nächster Gelegenheit mit dem größten Vergnügen revanchieren. Dann sind wir also klar?“

„Vollkommen klar, Signore Madruzzo.“

Madame Morel hatte kaum eingehängt, da wich das Lächeln in ihren Zügen einem Ausdruck nackten Zorns. Erstens würde sie zusehen müssen, dass sie mindestens zwei Mädchen für einen Samstagabend fand, was nicht einfach sein würde. Die meisten ihrer Damen verbrachten ihre Wochenenden nicht in München, und im August schon gar nicht. Zweitens würde sie die Mädchen aus eigener Tasche bezahlen müssen. So hatte sie es mit ihnen ausgemacht. Arbeiteten sie, so wurden sie auch bezahlt. Das war die Regel, in der Madame Morel keine Ausnahme zuließ. Der eine Haken an ihrem Geschäft war, dass jeder dritte Freier ein Polizist oder ein Mitglied der Mafia war, die ihren kleinen Spaß alle umsonst bekamen. Einmal hatte sie sich über diese Schmarotzer beschwert.

Nur ein einziges Mal!

Rückblickend betastete sie ihre Stirn. Obwohl nach all den Jahren kaum noch sichtbar, fand sich dort eine kleine Narbe – der Preis ihrer Klage.

Die Türglocke läutete. Madame Morel verließ das Zimmer, um den Gast einzulassen. Als sie die Tür öffnete, stand dort ein untersetzter Mann mit einem verkniffenen, lüsternen Wieselgesicht. Madam Morel rümpfte unwillkürlich die Nase.

„Ja, bitte?“

„Madruzzo hat mich hergeschickt. Mein Name ist Chen. Fred Chen.“

„Ja, richtig, Herr Chen. Kommen Sie rein.“

Sie führte ihn in einen kleinen Warteraum und nahm ihm den Mantel ab. Es war ein zweifellos seit Wochen nicht mehr gereinigter, zerknitterter alter Tweed. Sie hängte den Mantel in einen Schrank und bot dem Gast einen Drink an. Er benetzte nervös die Lippen und sah sich um.

„Wo sind die Schnallen?“

„Ich werde sie gleich reinbringen. Ich dachte nur, Sie trinken vielleicht erst gern ein Gläschen. Das entspannt. Sie haben doch keine Eile, oder?“

„Nicht doch. Zwei Stunden sind schon drin! Den blauen Pillen sein Dank“, sagte der Mann und kicherte. „Sie verstehen...“

„Ja, sicher.“

Madame Morel schenkte ihm einen doppelten Scotch ein, den sie auf einem silbernen Tablett servierte. Seine nervösen Wieselaugen strichen über ihr Gesicht und schwenkten ab. Er war ein hässlicher kleiner Zwerg, dachte Madame Morel. Abstoßend! Und sein ekelerregendes Äußeres freute sie. Marie, dieses eingebildete kleine Aas, würde ihn umarmen und in ihrem Körper aufnehmen müssen.

Fred Chen nahm einen Schluck Scotch und schnalzte mit der Zunge.

„Nun?“, fragte er.

„Ich werde die Damen jetzt holen, Herr Chen. Aber so setzen Sie sich doch. Ich bin gleich wieder da.“

Als die hübsche Marie eintrat und diesen ekelhaften Kerl sah, warf sie anschließend Madame Morel einen verächtlichen Blick zu. Die Hausherrin überging den Blick und stellte den späten Gast vor. Er musterte die beiden Mädchen argwöhnisch.

„Sagen Sie: Ich habe doch recht verstanden, dass Madruzzo den Spaß bezahlten wird, richtig?“

„Ja, Sie sind sein Gast.“

„Und ich bekomme alles, was ich verlange?“

„Was soll das heißen?“

„Ich kann diese zwei Hübschen zusammen haben, oder?“

„Aber gewiss.“

„Gut. Wo ist das Bett?“

„Folgen Sie den Damen“, antwortete die Hausherrin mit einem freundlichen Nicken. Sie blieb im Wartezimmer zurück.

Die beiden Mädchen geleiteten den Gast in eines der Zimmer. In der Mitte des Raumes stand ein großes, altmodisches Bett. Es war mit einem hellgrünen Laken bezogen und mit drei dickgebauschten Kissen bestückt. Auf dem Nachttisch neben dem Bett stand ein Tablett mit einer Flasche Wodka, Gläsern und Eis.

„Wollen Sie noch ein Glas?“, fragte Laura.

Fred gab einen Grunzlaut von sich, schüttelte den Kopf und setzte sich auf den Bettrand.

„Erst wird ein bisschen rumgevögelt. Volllaufen lassen können wir uns immer noch“, antwortete er und grinste lüstern.

Laura zuckte mit den Achseln.

Marie machte ein gelangweiltes Gesicht.

Freds Gesicht war auf den oberen Rand von Maries blondbehaarter Scham geheftet, die zwischen ihrem halb aufgeschlagenen Negligé zum Vorschein kam. Ohne den Blick von ihrem Unterleib zu wenden, sagte er barsch: „Du, Blondchen, komm her und zieh mir die Schuhe aus!“

Marie schlenderte lässig zum Bett und kniete sich vor ihm ihn. Sie begann seine lehmverkrusteten Schuhe zu öffnen. Ein Schnürsenkel war so durchgeschabt, dass er jeden Augenblick zu reißen drohte.

Laura trat hinzu, um dem Mann aus dem Hemd zu helfen. Während sie es aufknöpfte, zog Marie ihm die Socken von den Füßen, die sie voller Abscheu einen Augenblick zwischen Daumen und Zeigefinger hielt, ehe sie sie zu Boden fallen ließ.

„Eau de Parfum“, sagte sie erbost.

Fred runzelte die Stirn. „Was?“, fragte er.

Marie lächelte ihn Saccharin-süß zu. Die Falten auf seiner Stirn vertieften sich. Er langte herunter, griff in das Negligé und nahm eine Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger. Er zog, drehte und drückte den Nippel mit aller Kraft, die er aufbringen konnte. Statt zu schreien, quittierte sie seine Aggression mit einem höhnischen Grinsen.

Fred hätte ihr am liebsten die Zähne eingeschlagen. Sie erinnerte ihn an eine blasierte Pute, die in seiner frühen Jugend in derselben Straße gewohnt hatte wie er und die er und seine Freunde »Höschen-Leni« getauft hatten. Höschen-Leni war sich zu fein gewesen, mit irgendjemand zu sprechen, insbesondere mit Fred Chen. Diese Oberschlampe war von haargenau derselben Machart. Nun ja, er würde es diesem Miststück schon zeigen.

Fred stand auf und ließ seine Hose an seinen Beinen hinuntergleiten. In seine Unterhose war das Vereinslogo von 1860 München eingenäht. Als die dunkelhaarige Laura dies erspähte, kicherte sie. Marie schniefte.

Fred machte ein finsteres Gesicht. Die blöden Weiber würden sich noch wundern, diese billigen kleinen Nutten!

„Zieht die Nachthemden aus, damit ich euch angucken kann“, befahl er.

Laura war die erste, die sich entkleidete. Sie zog am Kragen ihres Morgenrocks eine große Seidenschleife auf, teilte das Gewand und bog die Oberarme in einer Weise zurück, dass ihre nackten Brüste voll zur Geltung kamen. Laura war Ende Zwanzig, hatte es dank Madame Morels ständigen Ermahnungen zu gesunder Kost und regelmäßigen Sport aber fertiggebracht, ihren Körper in einem nahezu vollkommenen Zustand zu erhalten. Eine gesunde Brustmuskulatur sorgte dafür, dass ihre prächtigen Brüste den Eindruck einer geradezu schwerelosen Fülle vermittelten. Ihre mit leichtem Rouge getönten Brustwarzen wirkten größer, als sie in Wirklichkeit waren. Die sich dunkel von dem Fleisch abhebenden Aureolen strebten in einer Weise auseinander, als schielten sie.

Laura warf ihren Morgenrock über eine Sessellehne und ging mit einer halben Körperwendung in Positur. Ein Bein durchgestreckt, das andere fotomodellartig angewinkelt, brachte sie ihre Brüste mit einem geübten Ruck in eine verführerisch bebende Bewegung, während sie gleichzeitig die Hände an die Stirn führte, um ihr dunkles Haar zurückzustreichen.

Fred blickte Marie an. Seine Zunge schnalzte zwischen seinen Lippen.

„Du auch, Blondie“, sagte er. „Zieh dich aus.“

Mit einer Gebärde geradezu schamloser Gleichgültigkeit schüttelte Marie ihr Negligé von den Schultern. Fred schnaubte.

Einen Augenblick dachte er daran, dieser frechen kleinen Fotze den Arsch zu versohlen, doch das wäre wohl zu weit gegangen. Schließlich war das Miststück vor sich, keine Zwanzig-Euro-Hure. Madruzzo zufolge verlangte Madame Morel einhundert Euro pro Stunde und pro Fotze. Das hieß, dass der Italiener für die geplanten zwei Stunden mindestens vierhundert Euro hüpfen ließ. War alles in allem doch nicht so übel, dieser Madruzzi, dachte Fred mit nachlassender Verbitterung. Sollte die Hure noch so patzig sein. Das Grinsen würde ihr schon vergehen. Und auch das Maul würde er ihr stopfen.

Mit seinem Schwanz!

Er streichelte selbstverliebt sein Geschlechtsorgan, während er Marie in aller Seelenruhe von oben bis unten musterte. Er stellte fest, dass sie schlanker war als Laura mit einer Haut wie Sahnebutter und vollkommenen Hüften, die aus ihren Cremeschenkeln gleichsam emporschäumten. Die wie nachträglich auf ihre Brustkuppen aufgesetzten, rosaroten Warzenhütchen wiesen neckisch nach oben. Das blonde Haar um ihre Möse war eine Spur dunkler als ihr Haupthaar, jedoch auf wenige Millimeter Länge gekürzt, wie der Drei-Tage-Bart eines Mannes. So konnte er die eng aneinander liegenden Schamlippen ausführlich betrachten.

Er verspürte in seiner Lendengegend einen leichten Spasmus.

„Du, Blondie“, befahl er dominant. „Geh auf die Knie und lutsch meinen Schwanz.“

Marie löste sich langsam vom Sessel, über dessen Lehne sie lässig ihr Negligé geworfen hatte, schritt durch den Raum und ging zwischen seinen gespreizten Beinen auf die Knie. Sie strich mit der Hand über seinen Schenkel, und ihre Finger griffen zwischen die drahtigen Haarkringel seiner Scham, aus der ihr ein schaler, an faulendes Laub erinnernder Schweißgeruch entgegenschlug.

Sie rückte sich auf ihren Knien zurecht, nahm seinen Hodensack in die Hand und neigte den Kopf, um an seinem Penis zu lecken. Er war weich und fiel zur Seite. Sie ließ ihre Finger von seinen Hoden zu seinem teigigen Glied gleiten und hielt es fest, während ihre Zunge über seine Eichel schnellte. Die Reaktion war ein einmaliges Klopfen. Sie bearbeitete ausschließlich seine Schwanzkuppe, indem sie das schwammartige Gewebe mit der Zungenfläche abstrich und mit behutsamen Zahnkanten seine Harnröhre reizte, bis sein Penis, sich straffend, langsam aufstand.

Sein Pint hatte die Form eines Säbels. Er war wie eine Banane oder ein Würstchen von seinem Ansatz an aufwärts geschwungen. Als die dunkelhaarige Laura der erigierten Mondsichel ansichtig wurde, beugte sie sich vor, um sich die Sache aus der Nähe anzuschauen. Das nächste war, dass sie voller Bewunderung zwischen den Zähnen pfiff. Sie wusste, dass Sichel-Penisse dieser Art, wenn richtig eingesetzt, einer Frau sehr viel Vergnügen bereiten können.

Oder Verdruss!

Und Fred Chen wusste das!

Er zückte seinen Pint wie eine Waffe. Nicht Keule, sondern Rapier. Richtig eingesetzt, konnte seine Sichelform der Schutzhaut über der Klitoris einen ständigen Reibeeffekt vermitteln. Sofern sie sich in Grenzen hielt, erzeugte diese Reibung ein lustvolles Prickeln. Boshaft verstärkt, konnte sie sich aber ebenso in einen schabenden Schmerz verwandeln.

Laura strich ihr dunkles Haar hinter die Ohren und betrachtete seinen Schwanz mit Entzücken. Ihr ging es wie fast allen Prostituierten: die meisten Freier ließen sie kalt. Angesichts von diesem Penis begann sie jedoch sichtlich aufzuleben. Sie war schon zweimal von Schwänzen dieser Art gefickt worden, und die Erinnerung an das Erlebnis löste in ihrer Fotze süße Schauer aus. Sie ließ sich neben den Mann auf der Bettkante nieder und legte einen Arm um seine Schulter.

Er schüttelte sie ab, wie eine lästige Fliege und konzentrierte sich auf den blondbehaarten, zwischen seinen Beinen auf und niederfahrenden Kopf. Ihre über seine Hoden fahrenden Lippen gaben seltsame Sauglaute von sich. Fred sah aufmerksam zu.

„Sieh zu, dass ich nicht zu schnell komme. Verstanden?“

Marie gab keine Antwort. Ihre Zunge – sie bearbeitete im Augenblick die geschwungene Oberseite von Freds Schwanz – bewegte sich in großzügigen Spiralen vom Ansatz bis zum geschwollenen Rand seiner Drüsen, wo sich unter der straff gespannten, transparenten Haut ein feines Geflecht klopfender Arterien und Venen zeigte. In seinem Bein zuckte ein Muskel. Seine Hoden zogen sich zusammen.

„Vorsichtig“, drohte er.

Marie nahm ihren Kopf von seinem Penis und lehnte sich zurück.

„Wie Sie meinen. Sie sind hier der Chef“, meinte das blonde Mädchen achselzuckend. Ihre Ergebenheit war blanker Hohn.

Er blickte sie finster an. Da sie diesen Blick jedoch unbeirrt erwiderte, wandte er sich Laura zu, die er rücklings aufs Bett drückte. Ihre Beine öffneten sich automatisch, ihre Arme streckten sich ihm entgegen. Er drückte ihre Handgelenke zu beiden Seiten ihres Kopfes gegen die Matratze, tauchte mit der Brust hinunter und senkte sein Becken, bis sein Pint gegen ihre Möse stieß. Sie zog die Beine hoch und stieß mit den Knien gegen seinen flachen Brustkorb. Sich zurückbiegend und ohne mit den Händen nachzuhelfen, brachte er seinen Penis vor ihren Schamlippen in Stellung. Mit einer ruckartigen Beckenbewegung schlurfte sie ihn feucht ein.

Genüsslich drang er in die Frau ein. Sein Pint schob sich in ihre Scheide, bis die Wurzel gegen ihre Klitoris drückte.

„Ja ... besorg es mir ... oh ... aaaahh ...“, stöhnte Laura.

Er begann, mit raschen, ruckartigen Stößen die schlanke Frau zu ficken. Laura zog die Vaginalmuskeln zusammen, um seinen geschwungenen Fleischschlauch zu drücken, während er sich vorbeugte, um von der Hüfte her zu rühren. In dem vergeblichen Bemühen, sich auf seinen unregelmäßigen Rhythmus einzustellen, begann sie mit dem Hintern zu rotieren.

Das passte Fred nicht. „Halt deinen Arsch gefälligst still, ja! Ich sage dir schon, wenn du dich zu bewegen hast!“

Er rieb und bohrte auf eine schmerzhafte Weise an ihrer Klitoris, und sie stöhnte nicht ihr übliches, gezwungenes flaches Prostituierten-Stöhnen, sondern aus vollem Halse. Sein gebogener Säbel rieb und drückte genau die richtige Stelle.

Marie, die im Schneidersitz auf dem Boden hockte, lachte vielsagend. „Eigentlich müsstest du ihn bezahlen“, sagte sie grinsend. „Er befriedigt deine Lust, obwohl es andersherum sein sollte.

Fred drehte sich zornig zu ihr um. „Du wirst gleich ebenso laut wimmern“, sagte er. „Hiev deinen Arsch mal hier rauf.“

Leise auflachend erhob sich Marie vom Boden, ging zum Bett, platzierte ihren Hintern neben Lauras Kopf und streckte ein Bein aus, sodass ihre Möse von Freds Arm nur eine Handbreit entfernt war. Er langte nach ihrer Vagina und schob seinen Daumen in ihr weiches Inneres. Marie spreizte die Beine ein Stück weiter und rieb ihre Scham mit einer eher ungeschickten Bewegung gegen seine Hand.

Fred hatte den Eindruck, dass sie sich mit Absicht und nur, um ihn zu verhöhnen, plumper gab, als sie in Wirklichkeit war und strafte sie, indem er einen Finger mit boshafter Wucht in ihre Analöffnung rammte. Marie stieß zwischen zusammengebissenen Zähnen einen spitzen Schrei aus. Nur in ihren Augen zuckte der Schmerz, während ihr übriges Gesicht keinerlei Bewegung zeigte.

Fred grinste schadenfroh und bohrte seinen Zeigefinger noch tiefer in ihren Anus.

Unter ihm hatte Laura sich an dem Sichelschwanz ergötzt und verlangte nach mehr Zuwendung. Mittels einer kurzen, ruckhaften Hüftbewegung versuchte sie, ihn auf sich aufmerksam zu machen.

Aber Fred war ganz auf die blonde Marie konzentriert.

Er zog seinen Finger aus Maries Anus, seinen Schwanz aus Lauras Vagina und rückte auf dem Bett nach oben, bis sich sein Unterleib direkt vor Maries Gesicht befand. In dieser Stellung zielte sein steifer Pint, der von Lauras Schleim glänzte, auf ihr Kinn. Er wollte ihn Marie in den Mund schieben, aber dazu hatte sie ein Wörtchen zu sagen.

„Ich habe keine Lust, den Saft von dieser Kuh zu schlucken“, wehrte sie ab. „Wasch dich und ich blas dich, bis sich dir Zehen kringeln. Aber den Saft von dem Weib will ich nicht im Mund haben.“

Lauras Nasenflügel bebten. Ihr Gesicht lief rot an. An ihrem Mundwinkel trat ein kleines Schaumbläschen hervor. „Wenn du mich noch einmal eine Kuh oder ein Weib nennst, schlage ich dir die Fresse ein, du blöde Drecksau!“ Ihre Brüste bebten vor Zorn.

Fred hieß Laura zu schweigen. Diese »Höschen-Leni Nr. 2« hat´s verdammt nochmal darauf angelegt, dachte er. Wenn sie Strafe will, dann soll sie diese auch haben!

Plötzlich und ohne jeden Übergang schlug Fred mit seiner freien Hand Maries Brüste – erst die eine, dann die andere. Sie fluchte und versuchte, sich ihm zu entwinden, was zur Folge hatte, dass er sie noch gnadenloser packte. Er schob den Daumen in ihre Spalte, den Mittelfinger in ihren Anus. Beide Finger presste er, nur durch die dünne Haut getrennt, aneinander. So hatte er die Frau gnadenlos mit zwei Fingern in seiner Gewalt.

Sie schrie vor Schmerz und wollte ihre Fingernägel in seine Beine bohren, aber der einzige Erfolg war, dass er noch fester zuschlug. Seine Hand klatschte an ihren Brüsten. Sie brach in ein lustvolles Stöhnen aus und drückte die Beine zusammen. Sie schloss die Augen, ihre Lippenmuskulatur erschlaffte. Ihre unter Freds Schlägen rot marmorierten Brüste bebten. Sie schob die Zunge zwischen die Lippen. Fred drückte sein Geschlecht nieder, und sie streckte ihm unter heißhungrigem Stöhnen die Zunge entgegen. Sie drückte das Kreuz durch und nahm ihn in ihrem Mund auf.

Marie war bezwungen und Lauras Zorn verflog. Sie robbte neben Fred, schob ihre Hand zwischen ihn und Maries Lippen, bildete zwischen Daumen und Zeigefinger einen Ring, sodass Fred von ihren eigenen Säften immer noch schlüpfrigen Schwanz zwischen ihren Fingern hindurch in Maries Mund fickte.

Fred schwitzte. Schweißperlen klatschten auf Maries Brust. Er erschauderte und wäre beinahe gekommen, doch er zog rechtzeitig seinen Pint aus ihrem Mund, um dies zu verhindern.

„Na, du kleines Ekel. So ein Schwanz in Fotzentunke schmeckt dir wohl, wie?“, sagte er, indem er auf Marie niederblickte. Sie antwortete, indem sie zwei Finger über Lauras Venushügel schob und einen Tropfen cremiger Flüssigkeit aus der Vagina drückte. Dann führte sie die Finger an den Mund und lutschte sie ab.

Als Fred das sah, hüpfte sein Herz, während es in seinem Pint gefährlich zuckte. Seine Eingeweide flammten. Als sei er ein Korken, mit dem es ihren Schlund zu verschließen gelte, stieß er seinen Phallus rasch in Maries Mund zurück. Seine Hoden zwickten und zogen sich zusammen. Sein Bauch bebte. Er ging mit seinem ganzen Gewicht über Maries Gesicht nieder und stieß seinen geschwollenen Penis noch tiefer in ihren Rachen. Er packte ihre Brüste und zwirbelte die harten Nippel. Und er ejakulierte. Der Samen strömte aus seinem Schwanz, spülte Maries Kehle hinunter.

Vergebens versuche sie ihn fortzudrücken. Sie glaubte sich dem Ersticken nahe. Sein schwerer Hintern drückte ihr die Nase zu. Sie bekam keine Luft mehr. Sie würgte kurz, dann rann Samenflüssigkeit aus ihrem Mundwinkel über ihr Kinn und ihren Hals. Sie keuchte und versuchte zu schreien, konnte aber nicht, weil sein Pint ihr wie ein Keil zwischen Zunge und Gaumen saß. Tränen traten ihr in die Augen, und der Raum begann zu verschwimmen.

Laura sah, was geschah und zog Fred von Marie herunter. Marie rollte würgend und keuchend auf den Bauch. Sie japste. Ihr Gesicht war fahl, und aus ihren Augen stürzten Tränen.

Fred blickte auf sie nieder und lächelte.

Kaum hatte sie sich ein wenig beruhigt, begann Marie ihn mit einer Stimme, die nach jahrzehntealtem Raucherhusten klang, zu verfluchen. Die Anstrengung hatte zur Folge, dass sie erneut zu würgen begann, bis zwischen ihren Lippen Schaumbläschen aus Samen und Speichel hervortraten.

Fred betrachtete sie immer noch mit unverminderter Feindseligkeit. Er kratzte sich am Hintern und sagte: „Hör auf zu winseln. Schließlich wirst du dafür bezahlt. So, und jetzt wollen wir mal Ernst machen. Aber pass diesmal gefälligst auf, dass du mir mit deinen Zähnen keinen Ärger machst.“

Marie maulte vor sich hin, taumelte ins Bad und schlug die Tür hinter sich zu.

„Keine Sorge, Schätzchen“, sagte Laura. „Die ist gleich wieder da. Sie ist nur ein bisschen empfindlich. Aber sie wird sich schon wieder fangen. Und pass auf – bis sie aus dem Bad zurückkommt, hat Klein-Laura dich wieder steifgekitzelt.“

Mit geübten Fingern nahm sie seinen zusammengefallenen Penis auf und begann, ihn zu herzen. Fred bauschte zwei Kissen auf und ließ sich mit über dem Kopf verschränkten Armen lässig zurücksinken. Er schloss die Augen und durchstöberte in Gedanken sein Repertoire nach einem neuen Lustspiel für »Höschen-Leni Nr. 2«.

Laura lutschte und saugte an seinem Schwanz. In dieser Hinsicht war das Mädchen spitze, das musste er zugeben. Er fühlte, wie alles in ihm erneut zum Aufstand drängte.

Eine Tür ging auf und schloss sich wieder.

Soso, dachte er. Da war die blonde Giftschleuder also wieder. Er hielt die Augen weiterhin geschlossen und bemühte sich, von nichts Notiz zu nehmen, außer von den Fingern an seinem Pint. Er würde es dieser kleinen Hexe schon noch einmal zeigen, und zwar so, dass ihr Hören und Sehen vergingen. Ihm war eben eine Technik eingefallen, wie er sie gleichzeitig anal und vaginal vernichten würde.

Die Finger an seinem Glied erstarrten.

„Hey? Wer sind Sie denn?“, fragte Laura mit banger Stimme. „Was wollen Sie hier?“

Fred schlug die Augen auf. Seine Kinnlade klappte herunter. Laura krümmte sich und versuchte, vom Bett abzurollen. Fred zog sie zurück, um sie sich wie ein Schutzschild vorzuhalten.

Da erklang ein dumpfes Geräusch, etwa mit dem Auspuff Geknatter eines kleinen Motorrads vergleichbar. Ein Gegenstand schlug gegen Lauras Bauch. Sie wollte schreien, aber ihr ging nur ein schwaches Aufstöhnen über die Lippen. Von einem Loch untermittelbar unterhalb ihres Nabels begann sich ein roter Fleck auszubreiten. Ihr Blick verschwamm und sie sackte gegen Fred.

„Bitte nicht!“, bettelte er. „Bitte nicht schießen!“

Er versuchte, sich hinter Lauras Körper zu schützen, doch seine schlaffen Arme waren ihrem toten Gewicht nicht gewachsen. Die Pistole krachte erneut. Zwischen Freds Augen wurde ein Cent großes Loch sichtbar. Er taumelte rücklings vom Bett. Sein Kopf schlug auf den Teppich. Lauras lebloser Körper blieb nach einer halben Rolle am Bettrand liegen.

Es fielen zwei weitere Schüsse. Die eine Kugel traf Laura hinter dem rechten Ohr, das zweite Geschoss drang in Freds rechtes Auge ein.

Die Tür ging abermals auf und schloss sich wieder. Im Raum herrschte absolute Stille.

Als Marie zehn Minuten später frisch gewaschen und gepudert aus dem Bad kam, fand sie zwei Leichen. Der traumatische Anblick der zwei leblosen Körper setzte ihr derart zu, dass sich in ihrer stehenden Position ihre Blase entleerte. Der Urin rann an ihren Beinen hinunter und bildete zu ihren Füßen eine Lache. Sie riss ihr Negligé von der Sessellehne und stürzte, hysterisch nach Madame Morel schreiend, in der Flur des Dachgeschosses und riss die Tür zum Wartezimmer auf.

Die eine Hand lässig auf die Rückenlehne gelegt, die andere züchtig im Schoß, lag Claire Morel auf dem Plüschsofa. Ihr Körper wies zwei Einschusslöcher auf. Die Augen waren offen.

Madame Morels teure Chanel-Handtasche lag auf dem Tisch. Marie packte die Tasche, wühlte die Schlüssel heraus und stürzte, nichts als ihr Negligé am Leib, wieder in die Diele hinaus. Sie ließ eine Spur uringetränkter Fußabdrücke zurück.

2

München, Arnulfstraße

Samstagnacht

Anna Boves entdeckte den Fernfahrer gegen Mitternacht in einer Bar.

Kurz überlegte sie, ob sie Dr. Emma Gold, ihre Psychiaterin, anrufen sollte, bevor sie erneut diesen Weg beschritt. Bei der letzten Sitzung hatte die Psychiaterin ihr geraten, nicht ihren Trieben nachzugeben. Sie wäre jederzeit für ihre Patienten telefonisch erreichbar. Ach was! Pah. Was wusste schon die blöde Psychiaterin von Trieben? Die Frau saß in ihrer Praxis am Englischen Garten und hielt kluge Vorträge. Nein. Ein Telefonat brauchte sie jetzt nicht, sondern einen harten Schwanz im Arsch. Ja, genau! Nun das konnte helfen, diese Bilder aus dem Kopf zu verjagen.

Nachdem Anna ein gewinnendes Lächeln aufgesetzt hatte, bat sie den Fernfahrer um eine Zigarette. Als er ihr Feuer geben wollte, rieb sie ihre Brust gegen seinen Arm. Er hatte ein eckiges Gesicht mit kleinen grauen Augen und lud sie zu einem Drink ein. Sie ließ es zu, dass er seine Hand auf ihr Knie legte. Während er aus seinem langweiligen Leben erzählte, ließ er seine Finger zwischen ihre Schenkel gleiten.

Er sagte, dass sein Name Rainer sei, dass er aus Hamburg komme und bei der Spedition Kühne + Nagel als Fernfahrer arbeitet. Er verbrachte seinen Ruhetag in München und würde morgen weiter in Richtung Spanien fahren. Zwischen den einzelnen Informationen pfiff er mit demonstrativer Lässigkeit zwischen den Zähnen.

Mittlerweile hatte er seine Hand komplett unter ihren Rock geschoben und strich mit den Fingerkuppen über ihren Slip. Er spürte, wie der Stoff bereits feucht auf den Lippen ihrer Vagina klebte. Anna wusste, dass er kurz vor der Explosion stand. Sie brauchte ihre Hand nur auf seinen Schenkel zu legen, und schon wäre die weit geschnittene Jeans innerlich mit Sperma verschmiert.

Die Bar, in der sie ihn aufgabelte, war eine Nullachtfünfzehn Pinte in der Arnulfstraße, weit genug vom noblen Münchner Innenstadtbezirk entfernt um schäbige Kundschaft anzulocken.

Anna Boves allerdings war alles andere als schäbig. Sie war äußerlich ein prachtvolles Weibsbild mit feuerrotem Haar. Sie hatte üppige Brüste und pralle Gesäßbacken; trug teure Kleidung, die in Material und Schnitt kunstvoll darauf abgestellt waren, die Vorzüge ihrer Figur voll zur Geltung zu bringen. Annas Probleme lagen nicht in ihrem Äußeren, sondern tief in ihrem Kopf verborgen. Das wusste sie, und dass wusste auch Dr. Emma Gold, die Psychiaterin.

Als Anna die Bar betrat, hatten sich alle Blicke gierig auf sie geheftet. Sie setzte sich neben den Fernfahrer, weil er ihr unter allen Gästen der hartgesottenste Bursche schien.

„Wohnst du hier in der Gegend, Puppe?“, fragte der Fernfahrer.

„Nein.“

Sie saßen auf ausgefransten, mit schwarzem Isolier-Klebeband geflickten Barhockern. Unter den herabgeblätterten Farbkrusten war die Decke blank wie eine Glatze. An der Wand über dem unvermeidlichen Barspiegel ging das unvermeidliche Bargemälde: die Kopie eines Renaissancegemäldes, eine üppige Jungfrau, die von einem muskulösen Krieger auf einem schnaubenden Ross entführt wurde. Die Holzregale hinter dem Barkeeper füllten billige Spirituosenflaschen mit den exotischsten Etiketten.

Rainer, der hartgesottene Bursche, sagte: „Ich habe um die Ecke ein Hotelzimmer für diese Nacht angemietet. Wie wär´s?“

Er drückte seinen Mittelfinger gegen den Stoff ihres Slips, genau auf die Stelle, unter der er ihre Klitoris vermutete. Der Stoff schien mittlerweile noch feuchter geworden sein.

„Warum nicht“, antwortete Anna.

Die Rothaarige zeigte keinerlei Regung, als der Finger des Mannes das Höschen in ihre Spalte drückte. Sie schloss kurz die Augen und genoss die Blitze, die durch ihren Körper schossen und ihre sexuelle Lust anhob. Ja, es war soweit, sie brauchte jetzt dringend einen harten Schwanz im Arsch. Hoffentlich hatte der blöde Fernfahrer einen ordentlichen Riemen in der Hose. Sie hasste nichts mehr als kurze Schwänze. Der bescheuerte Satz: Auf die Länge kommt es nicht an, war die größte Lüge der Menschheitsgeschichte. Natürlich kam es auf die Länge und die Dicke an! Nur ein ordentliches Teil konnte ihre Triebe einigermaßen befriedigen.

Der Fernfahrer winkte den Barkeeper heran und tuschelte mit ihm. Der Mann nickte, verschwand und kehrte kurz darauf mit einer Plastiktüte zurück, die sechs Flaschen Bier enthielt. Er gab dem Barkeeper eine gefaltete Banknote und zwinkerte ihm zu.

Dann verließen er und Anna das Lokal. Er wohnte in einem Hotel, das ebenso trostlos war wie die Bar. Das Linoleum in der Eingangshalle war so abgetreten, dass das Muster kaum noch erkennbar war. Ein alter Mann in einer zerknitterten Hose saß in einem verschlissenen Sessel und schnarchte. Ein Nachtportier mit einem übermüdeten Gesicht fummelte hinter einem baufälligen Tresen an einem uralten Radiogerät herum.

Das ungleiche Paar betrat einen Fahrstuhl, der quietschte und ratterte. Der Fernfahrer führte das Mädchen zu einer Tür, die sich mittels einer Schlüsselkarte öffnete. Gemeinsam betraten sie ein schäbiges Zimmer mit einem Eisengestell-Bett, auf dem eine zerbeulte Matratze mit einer verknautschten Decke und zwei Kissen lagen.

Das Zimmer roch nach Schweiß und nach alten, nassen Schuhen...

Fragte man Anna Boves, wer sie eigentlich war, so antwortete sie gewöhnlich wahrheitsgemäß: »Nobody« – niemand.

No body. Kein Körper.

Der Körper war nicht Anna.

Der Körper war ein dicker Handschuh, eine Hülse, ein Panzer aus Knochen und Fleisch, aus Sehnen und Muskeln, der Anna Boves wahres »Ich« schützte. Wie sie es sah, war sie selbst eine Sache, und ihr Körper – eine völlig andere, völlig fremde Sache.

Anna Boves nannte ihren Körper: »Das Ding«.

Das Ding war ein vergänglicher Gegenstand in Raum und Zeit. Sie konnte es zum Lächeln bewegen, indem sie gewisse Gesichtsmuskeln zusammenzog. Sie konnte es von einem Ort zum anderen bewegen. Anna hasste den Körper, hasste ihn, wie eine alternde Frau eifersüchtig junge Mädchen hasst. Sie wusste, dass der Körper sie gegen die prüfenden Blicke ihrer Mitmenschen absicherte. Gleichzeitig fand sie sich in diesem Körper jedoch gefangen. Es hatte Anna viel Mühe gekostet, die nötigen Gegenmaßnahmen gegen die Gefahr zu erlernen, dass sie von ihrem Körper überwältigt wurde. Eine dieser Maßnahmen bestand darin, das Ding regelmäßig von fremden, schäbigen Männern ficken zu lassen. Das war eine gerechte Strafe für das Ding!

Ließ Anna das Ding nicht ficken, dann passierte etwas!

Ihr Körper wurde verspannt und nervös wie ein Parasit, der nicht genug zu fressen bekam. Als nächstes wurde er gewöhnlich zornig, und Zorn war eine Art Kraft, eine Anatomie, die Annas Bewegungsfreiheit bedrohte. Folglich ließ sie ihren Körper ficken und sorgte dafür, dass auch seine übrigen Bedürfnisse befriedigt wurden. Sie gab ihm das Fleisch, das er brauchte, sowohl frisches als auch gekochtes. Das Menu jedoch stellte Anna zusammen.

Das hatte sie versucht, der Psychiaterin zu erklären. Aber Dr. Gold wollte nichts von einem Ding wissen, das gefickt werden wollte. Vielleicht sollte sie bei der nächsten Sitzung von ihrer Lust auf analen Sex erzählen? Mal schauen, was die verklemmte Psychiaterin dazu sagen würde. Hm.

„Fick mich in den Arsch!“, wies sie mit schwerer, sexgeräucherter Stimme den Fernfahrer an.

Die gerechte Strafe für das Ding war harter Analsex, am besten so brutal, dass sie einige Tage nicht mehr schmerzfrei sitzen konnte. Ja, so stellte sich Anna die Bestrafung für das Ding vor.

Aber der Mann war bereits seit einer Woche auf den Straßen unterwegs und musste die gesammelte Samenproduktion loswerden. Er hatte nicht die Ruhe, sich so kurz vor dem Ziel mit einer rückwärtigen Ouvertüre noch groß aufzuhalten. Er hatte sich kaum die Kleidung vom Leib gerissen, da zog er Anna, die in BH, Nylons und Slip vor ihm stand, auch schon das Höschen runter und drückte sie rücklings aufs Bett, um ihr seinen Ständer in die feuchte Vagina zu schieben.

Annas Körper drehte und krümmte sich. Das Ding bekam seine Strafe!

Der Fernfahrer kam unverzüglich. Annas Körper hatte seine erste Klimax schon hinter sich, als der Samenerguss des Fernfahrers ihre Vagina überschwemmte, und wollte schon wieder kommen, ja, konnte es kaum abwarten, einem neuerlichen Orgasmus entgegenzusteuern.

Das Ding war ungeduldig, ersehnte die Bestrafung. Nicht so der Kopf.

Stoisch und gefasst wartete der Kopf in aller Seelenruhe ab, bis der schmuddelige Bursche erneut zu Kräfte gekommen war, bis sich sein Glied wieder mit Blut füllte uns sich aufrichtete. Dann wies der Kopf das Ding an, auf den Bauch zu rollen und sich rektal anzubieten.

„Fick mich endlich in den Arsch! Ich brauche deinen harten Schwanz in meinem Darm. Du kannst mich richtig hart rannehmen, das habe ich verdient. Schieb den Riemen ordentlich tief rein.“

Der Fernfahrer packte ihre Hüften und versuchte, seinen Pint in ihre enge, rosarote Afteröffnung zu stoßen. Er konnte seinen Ständer nicht gleich unterbringen. Aber eine schmale Hand langte zurück und platzierte seinen Schwanz mit geübtem Griff an die goldrichtige Stelle des geringsten Widerstands. Noch schlüpfrig von seinem ersten Streifzug und mit unverminderter Spannkraft zwängte sein Pint sich den schmalen Kanal hoch, bis er auf halber Strecke stecken blieb.

Aus Annas Kehle stieg ein tiefes Stöhnen. Das Geräusch veranlasste den Mann, sich mit einem langgezogenen Grunzlaut noch tiefer zu bohren. Annas Körper erbebte lustvoll, das Ding erhielt seine Strafe!

„Fester. Reiß mir den Arsch auf. Fester! Ich fühl dich nicht. Hast du überhaupt einen Pint?“

Der Fernfahrer donnerte mit seinem Becken gegen ihre Gesäßbacken. Sein Hodensack schlug gegen ihre Oberschenkel.

Unter den aufgewühlten Wellen ihres feuerroten Haars war Annas Gesicht ausdruckslos. Ihr Blick verriet nichts. Nur ihre Lippen zeigten eine gewisse Teilnahme an den Zuckungen ihres Körpers. Sie hatten zu zittern begonnen und verzogen sich zu einem lasziven Lächeln. Aber der Kopf, der glaubte, das Ding zu beherrschen, erwischte das Lächeln und sonderte es aus, um das Gesicht erneut zu einer gefühllosen Maske zu glätten.

„Fester. Schieb deinen Schwanz tiefer rein. Was ist denn mit dir los? Ich kann dich nicht fühlen!“

„Halts Maul, du Kröte.“

„Stopf mir das Maul, du schwanzloses Weichei.“

Wäre der Fernfahrer auf der Höhe gewesen, dann hätte er begriffen, dass sie mit ihren Worten weder Wut noch Enttäuschung zum Ausdruck brachte. Die Worte waren lediglich Instrumente zu dem Zweck, im Ablauf ihres Ficks eine gewisse Veränderung zu bewirken. Und sie wirkten!

Er packte einige der roten Haare, zog ihren Kopf zurück, nutzte seinen Griff als Anker und rammte seinen Pint bis zum Anschlag in ihren heißen Darm. Ihre Analmuskeln kontrahierten, worauf er prompt ejakulierte. Sein Samen strömte in ihren Hintern.

Das Ding erschauderte, zuckte und bebte. Anna war mit der Strafe zufrieden.

Sie kehrte um kurz nach zwei Uhr morgens in ihre Wohnung zurück. Marvin, der Sicherheitsmann der exklusiven Wohnanlage, hatte sie mit einem Taxi vorfahren sehen und war ihr beim Aussteigen behilflich. Anna bedankte sich mit einem Lächeln und schritt durch eine mit Teppich ausgelegte Eingangshalle zum Fahrstuhl.

Das Gebäude, in dem sie wohnte, war ein typisches Luxus-Wohnhaus im Münchner Stadtteil Herzogpark. Es hatte eine reich ausgestattete Eingangshalle mit Designmöbel von Jacques-Émile Ruhlmann. Eine Reihe großer Spiegelglasfenster ließen den Blick auf einen Innenhof fallen, in dessen Mitte sich ein niedriges mit Kieseln gefülltes und von farbigen Scheinwerfern angestrahltes Zierbecken befand und der von drei Seiten mit künstlichen Büschen und Gipsstatuen im griechischen Stil eingefasst war.

Der Fahrstuhl war mit einer Holz/Granit Mischung eingefasst, die Beschläge aus blankem Messing. Anna ließ sich in das oberste Stockwerk fahren. Ihre Wohnung war mit der gleichen peinlichen Sorgfalt ausgestattet, die sie auf die Wahl ihrer Kleidung zu verwenden pflegte. Da gab es exklusive Designer Möbel, einen Esstisch aus Aluminium und Glas. Da gab es zu beiden Seiten eines dicken, weißen Teppichs zwei große, lederne Sessel.

An der Wand hinter der Couch hing das Gemälde »Akt mit grünen Blättern und Büste« von Pablo Picasso. Jeder nahm natürlich an, dass es sich um einen perfekten Nachdruck handelte. Wer konnte schon ahnen, dass sich ein Original Picasso in der Münchner Wohnung einer kleinen Angestellten befand? Aber Anna war reich, sehr reich sogar. Sie stammte in direkter Linie aus dem Rothschild Clan, hatte von den verstorbenen Eltern einen Betrag geerbt, mit dem sie Problemlos einen ganzen Straßenzug in München kaufen könnte. Aber daran hatte sie kein Interesse! Das Ding sollte bestraft werden. Und am besten gelang das mit einem einfachen Angestellten Job und mit hartem Analsex. Keiner sollte je erfahren, wie vermögend sie wirklich war. Daher konnte auch niemand ahnen, dass Anna Boves, geborene Rothschild, am 4. Mai 2010 im Auktionshaus „Christie’s“ das Gemälde »Akt mit grünen Blättern und Büste« von Pablo Picasso für 106,5 Millionen US Dollar erworben hatte. Es war nur eine langweilige Transaktion mit dem Handy gewesen.

Der Raum, an dessen Wand das Gemälde hing, war so geometrisch, so sauber und so ausgewogen wie eine technische Zeichnung. Es gab weder unglückliche Ecken noch lose Enden. Kein schmutziges Geschirr im Spülbecken. Keine abgelegten Kleider oder Strümpfe über den Sessellehnen. Ein Raum, und nur dieser eine, zeigte Spuren von Unordnung: das Bad. Und auch in seiner sonst makellosen Sinfonie nützlicher Gegenstand fand sich nur ein einziger Missklang: die Badewanne. Sie war bis an den Rand mit alten Zeitungen, Illustrierten und Werbebroschüren gefüllt.

Anna benutzte die Badewanne nie!

Sie duschte in einer separaten Kabine, einem geräumigen Brauseraum mit drei verschiedenen, individuell nach Druck und Temperatur einstellbaren Wasserquellen.

Anna nahm nie ein Bad und ging nie schwimmen. Einmal hatte das Ding versucht, sie zu ersäufen. Soweit sollte es nicht ein zweites Mal kommen. Nicht im Wasser. Wenn das Ding sie umbringen wollte, und Anna wusste, dass es das vorhatte, dann würde es jedenfalls kein Tod durch Ertrinken sein. Anna hatte vor dem Tod keine Angst – notfalls würde sie zu ihrem eigenen Tod sogar ihren Anteil beitragen -, aber sie hatte eine entsetzliche Angst davor, zu ertrinken.

Das weiße iPhone 7 läutete. Sie nahm das Gespräch an.

„Hallo? Wer ist da? Oh ... Hallo, Dennis ... Was? Erschossen? Wo?... Möchtest du, dass ich komme? Okay, ich kann in zwanzig Minuten da sein, gib mir die Adresse.“

Der einfache Job als Angestellte hatte sie eingeholt. Sie arbeitete als Ermittlerin für eine Privat-Detektei. Es war ein schlechtbezahlter Job mit katastrophalen Arbeitszeiten, einem bescheuerten Chef und dämlichen Kollegen. Genau richtig, um das Ding zu bestrafen!

3

Hotel Andra

Goethestraße, München

Sonntag, vier Uhr morgens

Dennis Oppenheim war der Dienstälteste Mitarbeiter der Tudor Detektei München. Er war ein Quadratschädel, verschwiegen wie Granit und hatte ein scharfes, an Großstadtarchitektur erinnerndes Profil, nichts als Struktur und Schnitt. Sein Haar war alabasterfarben und kurz geschnitten, der Schnauzbart perlgrau. Seine Nase saß ihm wie ein Degen im Gesicht, und seine straff zurückgezogenen Nasenflügel wirkten wie zwei horizontale Ausrufezeichen. Sein Gesicht war ein einziges großes Zeichen des Sturms, der Entbehrung und des Leidens. Alkohol und Drogenkonsum hatten es ein für alle Mal gezeichnet, was nicht etwa hieß, dass sie seine Psyche verschont hätten. Er war ein Monument der Standhaftigkeit und Ausdauer. Ein Monument, das den Sturm, statt ihn zu fürchten, aufgrund seiner Gewalt, seines Donnerns und Blitzens schätzte.

Zu Gregor meinte er: „Hier geschieht mehr, als das Auge wahrnimmt.“

Gregor Janisch, ein weiterer Mitarbeiter der Tudor Detektei, war ein gebildet aussehender Mann Anfang Fünfzig. Er trug ein sportliches Sakko und hatte eine Pfeife in den rechten Mundwinkel geklemmt.

„Haben Sie je einen Mord gesehen, der nicht so schal wie eine Bahnhofstoilette gerochen hätte?“

„Ich spreche nicht von den Morden. Ich spreche von der Ermittlung“, sagte Dennis Oppenheim in einem vertraulichen Tonfall in der Stimme.

Sie standen im Flur des Dachgeschosses vom Andra Hotel. Hinter den Türen herrschte reges Treiben. Kriminalbeamte in Uniform und Zivil, mit Kameras und Messgeräten, notierten Daten und markierten Beweisstücke.

„Was wollen Sie damit sagen?“, fragte Gregor.

„Die Ermittlungen werden von Kriminalkommissar Justin Brimeu vom Kommissariat K 11 geführt. Der Kommissar hat den alten Tudor angerufen und versucht, ihn zum Rüberkommen zu bewegen. Der Alte hat dem Kommissar was gehustet und gesagt, er denke nicht daran, mitten in der Nacht rüberzufahren und eine Leiche zu identifizieren, und schon gar nicht, wenn ich zur Stelle sei. Das hat Brimeu in Rage versetzt. Und deshalb sind Sie hier, Gregor. Der Kommissar will das gesamte feste Personal der Detektei befragen. Er bekommt wohl politischen Druck wegen dem Fall. Ich habe mit Anna gesprochen, sie ist schon auf dem Weg hierher. Und ich habe Karls Mutter gebeten, ihm Bescheid zu sagen. Aber Timo habe ich nicht erreicht.“

„Was, zum Teufel, hat ein Kriminalkommissar bei einer Mordermittlung dieser Kategorie zu suchen?“, fragte Gregor ungläubig. „Warum ist nicht Schubert, der Leiter vom K 11 hier? Nur einen normalen Kommissar haben die geschickt? Das ist doch genau, als würde man eine Keksdose von einer Dogge bewachen lassen.“

„Genau!“, meinte Dennis und lachte grimmig. „Wobei mich nur mal interessieren würde, was in der Keksdose drin ist.“

„Der Name Brimeu kommt mir irgendwie bekannt vor.“

„Er ist einer von der knallharten Sorte. Vor einer Weile war er in eine Affäre verwickelt. Die Münchner Presse hat ihn und noch einen anderen Beamten beschuldigt, Kompetenzen überschritten zu haben. Es hieß, Brimeu und sein Kumpel hätten zwei Leute zusammengeschlagen, die unter Verdacht standen, einen Streifenpolizisten angeschossen zu haben.“

„Wie ist das für Brimeu ausgegangen?“

„Als das passierte, war er Kriminaloberkommissar. Heute ist er nur noch Kriminalkommissar.“

Die Tür zu einem Zimmer öffnete sich und zwei Männer in weißen Kitteln schoben eine Bahre zum Fahrstuhl. Unter dem Tuch lag eine Leiche.

„Wen haben Sie da?“ fragte Dennis.

„Das ist Claire Morel, ich glaube, ihr gehörte das Hotel“, sagte einer der weiß bekleideten Männer und schlug das Tuch ein Stück zurück, sodass Dennis einen Blick auf das Gesicht werfen konnte. Die zwei anderen Leichen, sagte der Mann, seien noch drinnen.

Dennis zupfte nachdenklich an seinem Ohrläppchen und wollte eben etwas sagen, als die Tür sich abermals öffnete und drei Herren auf den Flur hinaustraten.

„Das ist Justin Brimeu“, sagte Dennis und deutete auf den mittleren Mann.

„Genauso habe ich ihn mir vorgestellte“, sagte Gregor.

Die Miene von Kriminalkommissar Justin Brimeu war von einer geradezu bedrohlichen Düsternis. Er war ein untersetzter Mann von ungefähr fünfundvierzig Jahren und hatte eine entnervend raue Stimme. Er trug einen maßgeschneiderten Anzug und eine exklusive Armbanduhr.

Dennis kannte die beiden Männer, mit denen Brimeu sprachen: Kriminalmeister Peter Bach und Kriminalmeister Martin Horn. Sie begleiteten die Ausführungen von Brimeu mit emsigem Kopfnicken und machten sich in kleinen, ledergebundenen Büchern Notizen.

Die Fahrstuhltür öffnete sich und Anna Boves trat heraus. Dennis winkte sie herüber.

„Entschuldigen Sie, dass ich Sie so spät noch stören musste, Anna“, sagte er.

„Was ist passiert?“, fragte Anna, wobei ihr auffiel, dass ihre Stimme irgendwie widerhallte.

„Schaut nach einem Dreifachmord aus. Zwei Frauen und Fred Chen. Wie ich von einem der Beamten hörte, soll diese Etage ein Bordell sein. Bei dem Mörder kann es sich nur um einen Profi gehandelt haben. Kein Schuss ist danebengegangen, alles Volltreffer!“

Justin Brimeu und seine beiden Assistenten traten zu ihnen.

„Wissen Sie irgendetwas über diese Geschichte“, fragte der Kommissar.

„Ich habe sie nicht umgebracht“, meinte Anna mit einem direkten Blick in die Augen von Brimeu, die schiefergrau und unangenehm waren. Sie spürte ein Brennen an ihrem Anus, dass ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Noch immer waren die Bilder von diesem geilen Sex präsent. Hm. Dieser blöde Fernfahrer hatte ihren Arsch schön zum Brennen gebracht. Genauso, wie es das Ding brauchte.

„Wer hat das behauptet!“, knurrte Brimeu. „Und warum grinsen Sie so dämlich?“

„Ich spürte ein unangenehmes Kribbeln, aber das werde ich mit meinem Arzt besprechen. Ansonsten weiß ich nichts über den Fall. Oder sollte ich etwas wissen?“, fragte Anna.

Sie registrierte, dass nur ihre eigene Stimme dieses Echo hatte. Die Stimme von Brimeu klang klar und scharf.

„Sie könnten wissen, warum Fred Chen ermordet wurde! Er arbeitet doch mit Ihnen für die Tudor Detektei. Also, wer hat ihm nach dem Leben getrachtet? Hat er vielleicht an einem Fall gearbeitet, für den er möglichweise sein Leben lassen musste?“

„Was die Fälle von Fred anbelangt, so dürfte Anna Ihnen darüber kaum mehr erzählen können, als ich Ihnen schon gesagt habe, Kommissar“, sagte Dennis. Sein Ton war gelassen und sein Gesicht seelenruhig. „Fred war nur ein Gelegenheitsarbeiter ohne Lizenz. Er hat nur Routinearbeiten ausgeführt, war ein kleiner Fisch.“

Die Augen von Justin Brimeu sahen aus wie Knöpfe, die von einer zu engen Weste jeden Augenblick abspringen konnten.

„Jetzt hören Sie mal zu“, sagte der Kommissar mit kalter, harter Stimme. „Wenn ich die Dame etwas frage, dann möchte ich von ihr die Antwort haben, nicht von Ihnen. Und hier wird außerdem gemacht, was ich sage – nicht Sie!“

„Über Fred weiß ich nichts“, erklärte Anna mit dem melancholischen Anflug eines matten Lächelns. Sie legte eine Hand auf ihre Gesäßbacken in der Hoffnung, das Brennen im Anus so beenden zu können. Bei jeder Bewegung spürte sie ein Kribbeln und Ziehen an ihrem After. Hm. Geil. Das geschah dem Ding recht!

Der Kriminalkommissar rieb sich mit dem Handrücken ungeduldig über die Nase. Er blickte Dennis Oppenheim an.

„Ich werde Ihnen einen von unseren Leuten ins Büro schicken. Ich will Ihre Akten sehen – alles, was dieser Fred Chen im Laufe des letzten Jahres in der Hand gehabt hat. Verstanden? Und es handelt sich um keine Bitte, sondern um einen Befehl!“

Dennis zog ein Taschentuch aus der Innentasche seiner Jacke und begann, mit penibler Genauigkeit seine Brille zu putzen. Im Augenblick wollte er etwas Zeit gewinnen. Nachdem er genau überlegt hatte, was er sagen wollte, klang seine Stimme geradezu apologetisch.

„Es tut mir außerordentlich leid, Kommissar. Aber Sie wissen, dass unsere Akten geheim sind. Sie werden sich mit meinem Boss auseinandersetzen müssen. Ich kann Ihnen die Genehmigung nicht erteilen.“

„Ich habe Sie, verdammt nochmal, nicht um Ihre Genehmigung gebeten. Ich will die Akten sehen, und ob die Dinger geheim sind oder nicht ist mir scheißegal!“

Dennis setzte sich die Brille wieder auf die Nase und rückte die Bügel behutsam zurecht. Er blinzelte trübe und verzog den Mund zu einem störrischen Lächeln. Die Augen von Brimeu zogen sich zu schmalen, bösen Schlitzen zusammen. Er wollte diesem Kerl eben gehörig Bescheid sagen, als die Fahrstuhltür sich öffnete und Karl Auer heraustrat.

Karl war ein kleiner stämmiger Kerl mit Bürstenhaarschnitt und Habichtsgesicht. Er trug einen zerbeulten Filzhut, einen sandfarbenen, um die Taille gegürteten Leinenmantel und sah wie die Karikatur jenes hartgesottenen Detektivtyps aus, den das Kinopublikum aus der Mitte des letzten Jahrhunderts kannte. Er ballte die Hand und ließ sie als Faust in die andere Hand fahren.

„Ich hab´s eben erst erfahren, sonst wäre ich längst hier“, sagte Karl Auer.

Kriminalkommissar Brimeu unterbrach Karl mit der gleichen Frage, die er den anderen schon gestellt hatte: Ob er eine Ahnung hätte, wer Fred Chen erschossen haben könnte?

„Nein“, erklärte Karl erregt, während seine Faust erneut in den Handteller fuhr. „Aber eines kann ich Ihnen sagen: Wer ihn umgelegt hat, ist mir egal, aber diesen Dreckskerl werde ich mir vorknöpfen. Fred war ein prima Kerl. Für einen Freund gab er sein letztes Hemd. Den Scheißer, der das gemacht hat, werde ich mir kaufen!“

Der Kommissar kaute an der Oberlippe und dachte über Karl Auers Ausführungen einen Augenblick nach.

„Heilige Scheiße hier! Die Nacht hat so gut begonnen und jetzt habe ich es mit bekloppten Kaufhausdetektiven zu tun. Was glauben denn sie elender Wicht, womit wir es hier zu tun haben? Mit einer Fernsehshow? Sie werden sich überhaupt niemanden vorknöpfen, sondern die Ermittlungsarbeit den Fachleuten überlassen. Außerdem werden Sie schön den Mund halten und nur etwas sagen, wenn ich etwas von Ihnen wissen möchte, verstanden?“

Das Gesicht von Karl wurde aschgrau, seine Lippen schlossen sich zu einer blutlosen Horizontale. Er ballte die Hände und sah so aus, als würde er dem Kommissar im nächsten Augenblick einen Faustschlag verpassen wollen.

„Wir wollen ja gern helfen, Kommissar“, mischte sich Dennis ein. „Aber Sie machen es uns nicht leicht. Karl und Fred waren Freunde. Sie können ihm nicht übelnehmen, dass er außer sich ist. Wir sind alle stark betroffen.“

Die Blicke von Dennis und Brimeu verkeilten sich einen Augenblick, ohne dass einer nachgegeben hätte.

„Was hat Fred Chen diese Woche erledigen müssen?“, wollte Brimeu wissen.

„Routinekram, wie ich schon sagte. Ein Auftrag der Munich Life Versicherung. Er beobachtete einen Mann, der behauptet hatte, sich bei einem Autounfall die Wirbelsäule verletzt zu haben. Ganz banal. Überwachungen dieser Art haben wir monatlich mindestens ein Dutzend.“

Brimeu lachte gefällig. Anna, eine scharfe Beobachterin von Ausdruck und Gebärde, sah sein Gesicht als eine Maske mit Lippen, Augenbrauen und Nase, die einen guten Zentimeter vor seinem eigentlichen Gesicht lag. Die Maske war gefällig, aber das Gesicht darunter zeigte einen Ausdruck selbstgefälliger Ungehaltenheit.

Der Kommissar wandte sich an einen seinen Assistenten. „Wie viel Geld befand sich im Geldbeutel von diesem Fred Chen?“

„Dreitausendfünfhundert Euro, Kommissar“, antwortete Peter Bach.

Dennis und Gregor wechselten verwunderte Blicke.

„Vielleicht hatte er Glück bei Sportwetten“, meinte Karl Auer.

Anna sagte nichts. Sie beobachtete, wie die Selbstgefälligkeit aus Justin Brimeus Gesicht wich, um einem Ausdruck eisigen Spotts Platz zu machen. In Sachen Masken kannte Anna sich aus. Ihr ganzer Körper war eine einzige Maske. Sie hatte zahlreiche Posen eingeübt, Prototypen, die sie als Masken trug. Der Typ, als der sie in ihrer Eigenschaft als einfache Angestellte in einer Privatdetektei auftrat, war schlicht und wirksam, derjenige einer tüchtigen und fähigen Ermittlerin. Diese Rolle hatte sie erlernt, indem sie die höheren weiblichen Angestellten bei ihrem ersten Job in einer Versicherungsgesellschaft genau beobachtet hatte. Es war ein Typ, den darzustellen ihr recht leichtfiel. Wie die meisten Schizophrenen hatte sie einen außergewöhnlich beweglichen und rasch zupackenden Verstand. Manchmal war ihr, als vollzögen die Ereignisse rundum sich im trägen Tempo eines Zeitlupenfilms, und wenn sie wirklich in Form war, arbeitete ihr Gedankenapparat sogar gelegentlich mit einer derartigen Rapidität, dass die Zeit praktisch zum Stillstand zu kommen schien. Diese Fähigkeit war ihre große Stärke, denn auf diese Weise hatte sie immer reichlich Zeit zu denken und zu planen und alle Überlegungen doppelt und dreifach zu überprüfen – jede Geste, die sie machte, jeden Gesichtsausdruck, den sie zeigte, jedes Wort, das sie aussprach. Dank dieser Fähigkeit konnte sie jede unerwünschte Spontaneität vermeiden. Spontaneität war eine Gefahr, die ihre Sicherheit bedrohte. Spontaneität hätte die Koordinaten ihres eigentlichen, ihres wahren »Ichs« bloßlegen können. Keiner sollte etwas über ihre wahre Persönlichkeit erfahren. Keiner sollte ihren wahren Namen oder etwas über das gewaltige Vermögen erfahren, das ihr gehörte. Sie wollte ein unbedeutendes Nichts sein und bleiben, so wie es das Ding verdient!

Das Handy von Brimeu klingelte und der Kommissar entfernte sich. Seine beiden Assistenten folgten in unterwürfiger Haltung.

Dennis blickte den abziehenden Männern mit finsterer Miene nach. Sein Blick hinter der Brille war leicht verstört.

„Hier geht etwas vor, das ich nicht ganz begreife“, sagte er, ohne aus seinem Unbehagen ein Hehl zu machen. „Wir müssen herauskriegen, warum Justin Brimeu hier ermittelt und nicht Hauptkommissar Schubert selbst. Und wir müssen dem Zeugen auf die Spur kommen.“

Gregor und Karl platzten gleichzeitig mit derselben Frage heraus.

„Was für einen Zeugen?“

Anna zog ihr wahres »Ich« zurück, als blicke sie durch das falsche Ende eines Fernrohres. Alles schrumpfte in weite Ferne. Warum das alles? fragte sie sich. Sie spürte, dass etwas nicht in Ordnung war, hätte aber nicht zu sagen vermocht, was es war.

„Der Nachtportier hat mir gesagt, zusammen mit der Hoteleigentümerin und Fred seien zwei Damen in dieser Etage gewesen“, erklärte Dennis. „Eine der Damen war eine Blondine und diese ist Hals über Kopf zur Tür rausgestürzt. Dem Portier zufolge war sie halb nackt. Er versuchte sie aufzuhalten, aber sie war schneller. Er sagte, sie sei um die Ecke gelaufen. Er sei ihr sofort nachgestürzt, aber da sei sie schon verschwunden gewesen. Er meint, sie sei mit einem Taxi auf und davon. Wenn das zutrifft, sind die Polizisten ihr wahrscheinlich schon auf der Spur. Es könnte eine Zeugin der Tat sein! Wir müssen diese Frau unbedingt finden.“

Zwei Augen durchdrangen Anna wie Laserstrahlen und verliehen ihrem Körper eine gläserne Transparenz. Sie wagte nicht zu schauen, wem das Augenpaar gehörte. Ihre Lippen zuckten. Stumm verfluchte sie ihr Gesicht: Scheusal, was hast du mich verraten? Sie biss sich auf die Zähne und grub die Fingernägel in ihre Handflächen. Langsam schrumpfte ihr Fernblick zu normaler Einstellung zurück, und ihr Körper wurde wieder kompakt und undurchdringlich. Irgendjemand redete auf sie ein. Sie jagte hinter den Wörtern her und holte sie ein.

„Anna?“, erklang eine Stimme.

Sie blickte erschrocken auf. Es war Dennis.

„Äh. Ja?“

„Du kennst doch Peter Bach, den Assistenten vom Kommissar, oder?“

„Ja. Er hat mir mal bei den Ermittlungen in einem Scheidungsfall geholfen.“

„Ist dir aufgefallen, wie er dich angestarrt hat?“

„Äh. Angestarrt? Nein.“

„Der hat dich förmlich ausgezogen. Der Kerl scheint scharf auf dich zu sein. Das solltest du ausnutzen. Versuche doch etwas mehr über den Fall und die fehlende Zeugin zu erfahren.“

„Wie sollte ich das machen?“, erkundigte sich Anna verwundert.

„Geh mit dem Assistenten einen Kaffee trinken, frage ihn aus, mach ihm schöne Augen, so wie es Frauen halt tun, wenn sie etwas erreichen möchten. Du weißt schon, was ich meine.“

Anna sagte, sie wolle versuchen, sich von Peter Bach nach Hause fahren zu lassen. Als er wenig später zu ihnen trat, fragte sie, ob er sie mitnehmen könne. Er sagte, er würde sie in der Eingangshalle treffen, sobald die letzte Leiche aus dem Zimmer getragen war.

Als Anna in Peter Bachs Wagen stieg, war es kurz vor fünf Uhr morgens, und im Osten begann es bereits zu dämmern. Der Assistent, ein vierschrötiger Kerl mit hagerem Gesicht und unruhigem Blick raste mit jenem launigen Draufgängertum durch München.

Während der Fahrt zwang Anna sich, ganz still zu sitzen. Im Zustand innerer Erregung konnte jede überflüssige Bewegung ihre Konzentration beeinträchtigen. Hingegen gab es gewisse ritualisierte und sinnvolle Bewegungen, die einer inneren Sammlung eher entgegenkamen. So konnte Anna etwa stundenlang dasitzen und nichts anderes tun als ihre Finger krümmen, einen nach dem anderen, vom Daumen bis zum Ringfinger und wieder zurück in geradezu peinlich regelmäßiger Abfolge. Oder sie ließ sich in einer bestimmten Haltung »einfrieren«. Ohne einen Muskel zu regen, saß sie dann da wie ein Stein. Das waren die Augenblicke, in denen sie sich selbst am deutlichsten wahrnahm – eine Anna aus nichts als Kopf, bis ihr Körper sich mit irgendeiner Forderung meldete und sie in die Bewegung zurückführte.

Peter Bach deutete ihr Schweigen irrtümlicherweise als eine Art müder Resignation – ein Zustand, in dem er sie nicht brauchen konnte. Aber Peter war scharf auf Anna, er wollte sie ficken. Sie stach ihm schon eine ganze Weile in die Augen. Bei dem gemeinsamen Fall vor wenigen Wochen, hatte er ständig versucht, die attraktive Rothaarige für sich zu gewinnen. Aber sie war auf keinen Flirtversuch eingegangen, hatte die Zusammenarbeit rein geschäftlich behandelt. Heute sah er zum ersten Mal eine Gelegenheit, sie für seine Ziele zu gewinnen, und so versuchte er, sie aufzuheitern.

„Jeder Mord ist ein Schock“, sagte er. „Aber glauben Sie mir, das ist kein Grund zur Aufregung. Ich bin ja bei Ihnen, und schließlich habe ich Sie noch nie enttäuscht, oder? Lassen Sie mich nur machen. Und ich habe einen guten Tipp für so eine Situation: ein, zwei Gläschen Rotwein und alles sieht wieder besser aus.“

Als sie das Haus im Herzogpark erreichten, stellte er den Wagen am Seitenstreifen ab.

„Sie wohnen wirklich hier?“

„Äh. Ja.“

„Wie können Sie sich hier eine Wohnung leisten?“

„Hm. Die Miete bezahlen meine Eltern“, log Anna. Das war die Erklärung, die sie immer gebrauchte, wenn jemand bezüglich ihrem Lebensstil nachfragte.

„Meine Eltern schenken mir zu Weihnachten eine Krawatte“, sagte Peter Bach mit einer Spur Neid in der Stimme.

„Ich kann mich nicht mehr an das letzte Geschenk meiner Eltern erinnern“, meinte Anna, und es entsprach diesmal der Wahrheit, denn ihre Eltern waren schon seit Jahren tot.

„Und wie wäre es, wenn Sie mich auf ein Glas Rotwein einladen würden, und mir Ihre tolle Wohnung zeigen?“, fragte Peter Bach.

Anna hatte eigentlich keine Lust auf ein weiteres Date mit einem Mann. Ihr Arsch brannte noch von dem harten Sex mit dem Fernfahrer. Sie wollte ihre Ruhe haben und ein paar Stunden schlafen. Aber die Kollegen erwarteten Informationen von ihr, sie sollte den Assistenten ausfragen.

Also zuckte sie gleichgültig mit den Schultern und antwortete: „Okay. Kommen Sie mit rauf.“

Sie steuerten auf den Fahrstuhl zu. Marvin, der Sicherheitsmann, saß auf einem Klappstuhl und las Zeitung. Anna sah, wie hinter dem Blatt etwas Gläsernes aufblitzte. Er hatte dort eine Schnapsflasche versteckt.

Während sie mit dem Fahrstuhl hochschwebten, hatte Anna eine Halluzination. Peter Bach verwandelte sich in einen Baum. Seine Finger sahen wie Äste aus und seine Haut wie Rinde. Er steckte immer noch in seiner Uniform, aber der Körper darunter war nicht Fleisch, sondern Holz. Das Gesicht beunruhigte Anna. Es war eine ganze Weile her, dass sie zum letzten Mal halluziniert hatte. Gewöhnlich gingen solche Erscheinungen einer haarigen Phase mit ihrem Körper voraus. Da sie stets einer Sinnesverwirrung entsprangen, ob diese nun Augen, Ohren oder Tastsinn betraf, machte sie ihren Körper dafür verantwortlich.

Das Ding machte sich wichtig, indem es die physische Welt verzerrte.

Das Ding wollte sie durcheinanderbringen.

Aber wie war das möglich? Sie hatte das Ding doch mit dem harten Analsex besänftigt. Es sollte schlafen! Aber warum kratzte es wieder an der Oberfläche. Scheiße. Das war ein schlechter Zeitpunkt, wenn es sich nochmals regte.

Als sie ihre Wohnung erreichten, hatte Peter Bach sich wieder in Fleisch und Blut zurückverwandelt. Sie kredenzte ihm ein Glas Rotwein und stellte den DVD Player an. Da sie einiges von ihm zu erfahren beabsichtigte, spielte sie den Typ Frau, der ihren Berechnungen zufolge nach seinem Geschmack sein musste: eine Kreuzung zwischen Vamp und Schlampe.

Er saß auf der Ledercouch. Sie ließ sich lasziv neben ihm nieder und sah ihn erwartungsvoll an. Er legte einen Arm um ihre Schultern, zog sie heran und küsste sie auf den Mund.

Sie befahl dem Ding, den Mann mit den Armen zu umgreifen, dirigierte ihre Zunge über und unter seine Zähne und brach den Kuss dann ab, indem sie sich an seine Seite kuschelte.

Sie wollte einiges von ihm wissen. Der Kopf musste die Kontrolle übernehmen. Sie drängte das Ding zurück.

„Was für eine grässliche Nacht!“, sagte sie. Da war das Echo wieder, das in ihren Worten leise widerhallte.

„So etwas kommt vor. Kein Grund zur Aufregung“, sagte er. Er nahm ihre Hände und drückte sie begütigend.

„Ja, aber wenn jemand, den man gut kennt, umgebracht wird, ist das trotzdem ein Schock.“

Jetzt sah sie ihre Worte. Sie sahen wie dreidimensionale Schlagzeilen aus, die sich wie Trickfilmsätze aus ihrem Mund ergossen. Was versprichst du dir davon? fragte sie das Ding. Hör auf damit! Ich muss arbeiten!

„Und dieser Kommissar Brimeu. Mein Gott, war der grantig. Er tat gerade so, als sei einer von uns der Mörder.“

„Du brauchst dir wegen Brimeu keine Sorgen zu machen. Er ist nur ein Großmaul, der sich einen Namen im K 11 machen will.“

„Was soll das heißen?“

Peter Bach wurde nachdenklich und musterte seine Schuhe. „Ich werde es dir sagen, Anna. Aber das muss unter uns bleiben, okay?“

Anna nickte. „Ja, natürlich.“

„Hast du je von einem Burschen namens Mario Madruzzo gehört?“

„Nein.“

„Er ist ein führender Kopf der Münchner Mafia Familie. Sein Bereich sind die Sportwetten. Er besitzt ein paar Bars im Glockenbachviertel und kassiert Schutzgelder von Leuten wie der Hotelbesitzerin, die heute Nacht umgelegt wurde.“

Das war Anna bereits bekannt, aber sie wollte Peter Bach am Reden halten. Er erklärte ihr, dass man einen wöchentlichen Tribut an die Mafia zu zahlen hat, wenn man in München ein Bordell betreiben möchte oder im Glücksspiel oder dem Drogenhandel aktiv war. Mario Madruzzo war in der Stadt der entscheidende Kontaktmann. Er kassierte die fälligen Gelder und gab sie weiter. Natürlich gehörte auch die Bestechung der Polizei und der Staatsanwaltschaft dazu. Madruzzo verteilte das Geld. Peter Bach erklärte, auch die Frau, die das Bordell im Andra Hotel betrieben hatte, habe für Madruzzo gearbeitet und nun versuche das Kommissariat K 11 dem Italiener das Handwerk zu legen.

Peter Bach lachte verächtlich.

„Für Brimeu ist es das Höchste, seine Visage in den Nachrichten zu sehen. Er muss dauernd vor irgendwelchen Kameras herumhampeln. Für all die Sendeminuten, die er füllt, müssten sie ihm eigentlich mal einen Preis verleihen. Diese Schießerei, wenn sie irgendetwas mit Mario Madruzzo zu tun hat, könnte Brimeu weiterhelfen. Das ist der Grund, warum er sich so ins Zeug legt. Wie dem auch sei – Madruzzo interessiert mich nicht. Was mich interessiert, ist, den Burschen aufzuspüren, der Fred Chen und die beiden Frauen umgelegt hat. Brimeu sitzt auf dem falschen Dampfer wenn er glaubt, dieser Madruzzo habe etwas mit den Morden zu tun.“

„Wer hat sie erschossen?“, fragte Anna, und ihr war, als habe jemand ihre Stimme aufgedreht, sodass sie fast schrie. Peter Bachs Verhalten nach zu urteilen war ihm jedoch nichts Ungewöhnliches aufgefallen.

„Wer sie erschossen hat?“, sagte er, langsam den Kopf schüttelnd. „Was weiß ich? Ein Auftragskiller? Ein Psychopath? Wenn wir die andere Frau gefunden haben, werden wir vielleicht mehr wissen.“

Anna stellte ihre Stimme ein, um sicher zu gehen, dass sie nicht zu laut wurde und fragte: „Was für eine andere Frau?“

„Da war noch eine Dame anwesend, die etwas gesehen haben könnte. Sie ist mit einem Taxi auf und davon. Wir haben schon die Fahndung begonnen und werden sie bald haben. Du kannst ganz ruhig bleiben, Anna. Ich werde die Sache in die Hand nehmen und dafür sorgen, dass Brimeu dir keine Scherereien macht.“

Mit dieser Versicherung zog er sie an sich und schob seine Zunge in ihren Mund. Dann lehnte er sich zurück, führte eine Hand unter ihre Bluse und tastete nach ihrer Brust.

„Drück fester ...“, kam ihre Stimme mechanisch.

Das Ding übernahm erneut die Kontrolle!

Scheiße. Ich habe doch die Informationen erhalten, die von mir erwartet wurden. Nun könnte ich den Kerl rauswerfen. Aber was tue ich? Ich lasse mich befummeln und stöhne wie ein läufiger Pavian. Mist!

Peter Bach knöpfte genüsslich die Bluse auf und zog das Kleidungsstück aus. Als nächstes öffnete der den BH und befreite ihre festen, wundervoll gewachsenen Brüste. Er starrte diese Perfektion voller Lust und Erregung an. Was für eine Frau!

Dann rieb er ihre erigierten Nippel mit der einen Hand, während er mit anderen ihren Rock hochschob.

Ihre Hand machte sich am Reißverschluss seiner Hose zu schaffen. Sie öffnete ihn und fand sein Glied. Peter ließ sich rücklings auf die Couch sinken, während Anna vor ihm auf die Knie ging. Sie leckte mit der Zungenspitze sanft über die geschwollene Eichel seines Pints.

Er schmeckt salzig, sagte eine dunkel-rauchige Stimme in ihrem Kopf, und sie erschauderte, denn diese seltsame Stimme hatte sie schon jahrelang nicht mehr gehört.

Seine Finger hatten sich in ihrem dichten roten Haar festgezwirbelt. Mist, dachte sie, wer hätte gedacht, dass es so einfach sein würde.

Er schmeckt nach vermodertem Holz, dieser Pint, hörte sie wie aus weiter Ferne die Stimme in ihrem Kopf sagen. Geh weg, schrie Anna aus den Verliesen ihrer inneren Festung. Geh weg, du Mistviech, du Teufelsbraten.

Überall vor ihren Augen sah sie, wie sein Penis sich zwischen ihren Lippen in einen uralten, halb vermoderten und von Schimmel überzogenen Baumstumpf verwandelte.

Dieser Pint ist wie ein Baum, schorfig wie Borke und voller Borsten.

Halt den Mund, du Scheusal. Untersteh dich und sag noch einen Ton!

So ein Pint ist eine Delikatesse.

Peters Becken rotierte im dumpfen Rhythmus seines Verlangens. Seine Wangen waren schlaff, seine Augen geschlossen, sein Mund halb geöffnet. Sein Bauch bebte und er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen. Die Zunge in Annas Mund glitt mit schlangenhafter Behändigkeit unter seine Eichel, sein Bein zuckte.

Sie halluzinierte: Der Mann vor ihr war wieder ein Baum. Plötzlich geriet sie in Panik. Er war ein Baum, der auf dem Meer entlangtrieb. Sie war rundherum von Wasser umgeben ...

Wasser!

Der Schlimmste von all ihren Alpträumen.

Wasser!

Das Gesicht löste sich auf. Sie griff nach seinen Gesäßbacken und schloss ihren Mund fester um seinen harten Phallus. Er stöhnte und keuchte. Sie registrierte sein pulsierendes Blut an ihrer Zunge, und ihr war, als würde sein Schwanz immer größer, mächtiger, bis sie das Gefühl hatte, dass er ihr im nächsten Augenblick den ganzen Mund zersprengen würde.

„Genug, Anna! Hör auf. Ich will noch nicht kommen, ich will dich ficken!“

Seine Stimme war ihr wie ein Donnerschlag ins Ohr gefahren, so nah und so fordernd, dass sie die panische Angst packte, seine Entladung könne sie absaufen lassen wie ein Schlauchboot, aus dem die Luft entweicht.

Komm, gehen wir baden ...

Ich bring dich um, schrie sie die Stimme an, indem sie stumm mit der Zunge die Worte formte und Peter damit das Zeichen gab, das sie mit ihren oralen Zauberkünsten aufhörte.

„Fick mich, bitte ... aber in den Arsch ... ich brauche deinen Schwanz tief in meinem Darm … bitte, ganz hart … ich brauche die Schmerzen!“, flehte Anna.

Sie drehte sich herum und kniete sich auf den weichen Wohnzimmerteppich. Schnell zog sie den Rock und den Slip herunter und präsentierten dem Mann ihr nacktes Gesäß. Der Anus war noch leicht geöffnet und gedehnt. Der letzte Analsex lag erst wenige Stunden zurück. Aber das Ding brauchte es noch einmal!

„Du willst es hart?“, fragte er und kroch hinter das kniende Mädchen.

„Ja … oh, ja, ich brauche es so richtig hart und brutal ...“

„Okay! Kopf runter auf den Boden. Sofort!“, donnerte er.

Sie nickte ergeben, schlug die Augen nach unten und legte das Gesicht auf den Teppichboden. Die köstlichen Halbkugeln ihres Mädchen Popos ragten verführerisch in die Luft. Ihr makelloses Weiß ließ nicht erkennen, dass sie erst vor wenigen Stunden anal genommen worden war.

Peter schlug mit der flachen Hand zu!

Das Klatschen war so laut, dass er befürchtete, man müsste es außerhalb der Wohnung hören.

„Aua!“, wimmerte Anna. „Das ist gut … du tust mir weh ... das brauche ich … ich habe die Schmerzen verdient …“

Sie freute sich. So würde das Ding erneut eine verdiente Strafe empfangen. Das Ding hatte jeden Schmerz verdient!

Er schlug abermals hart zu.

Diesmal ließ er nach dem Treffer seine Hand auf der glatten, erotischen Rundung liegen. Er schob seine Finger in die Kerbe und dann durch die sich öffnenden Beine, bis er ihre klatschnasse Vagina berührte.

„Nein, bitte nicht“, wimmerte Anna, aber da sie nichts tat, um sich ernsthaft gegen ihn zur Wehr zu setzen, war ihm klar, dass ihre Proteste zum Spiel gehörten.

Er schlug erneut auf ihre mittlerweile geröteten Pobacken.

Als sie noch vor Schmerz zuckte, schob er zwei Finger in ihre Scheide und fingerte sie in einem schnellen und harten Rhythmus. Nach dem nächsten Schlag konnte er erkennen, dass zwischen ihren Schamlippen Feuchtigkeit heraustropfte. Sie lief wirklich aus! Und es war nicht nur Scheidensekret, sondern auch Urin. Er konnte es riechen. Das Mädchen bekam den Arsch versohlt und urinierte leicht.

Was für ein geiles Miststück! Er entdeckte, dass ihm das Ganze Spaß machte. Das wunderschöne rothaarige Mädchen zuckte und stöhnte immer heftiger. Erneut rammte er zwei Finger in ihre Scheide und fingerte ihr Lustzentrum.

Sein Penis ragte steil in die Höhe und zuckte erwartungsvoll. Er wollte jetzt ebenfalls Lust verspüren, daher richtete er sich auf und brachte sich direkt hinter ihren zuckenden Körper in Stellung.

Dann spürte Anna Druck gegen ihren Anus. Großen Druck!

Sie atmete tief ein. Ja, bestrafe das Ding!

Im gleichen Moment, als seine Eichel sich durch ihren Schließmuskel zwängte, schlug er wieder hart auf ihre Gesäßbacken. Dann pfählte er sie bis zu seiner halben Länge. Anna schrie vor Schmerz und Lust laut auf. Der dicke Schwanz in ihrem Darm fühlte sich wie eine heiße Lanze an. Es brannte wie Feuer.

Vor Lust atmete sie laut aus, und ihr Anus öffnete seinen Schlund. Peter nutzte diesen Moment und schob seinen harten Pfahl noch tiefer in ihre anale Öffnung. Anna stöhnte laut, gab kurze schluchzende Laute von sich, während seine flache Hand erneut auf ihre Gesäßbacken schlug.

Dann begann er in langsamen und regelmäßigen Bewegungen seinen Schwanz zu bewegen. Sie schnappte nach Luft und bekam keinen Laut mehr raus. Mit jedem Stoß glitt sein Prügel besser rein und raus.

Und dann war er ganz drin!

Bis zum Anschlag!

Keuchend hielt er inne und genoss das Gefühl mit einem tiefen Knurren. Dann beugte er sich über die schlanke Frau und begann sie zu ficken. Es folgten tiefe, lange und kräftige Stöße. Er rammte sich in ihren Darm, seine Lenden klatschen gegen ihren Leib.

Sie trieben sich immer weiter, fast in den Wahnsinn. Ihre Vagina, die Brüste, der attraktive schlanke Körper ... alles war vergessen.

Nur noch ihr Arsch existierte auf der Welt!

Peter fickte sie wie ein wilder Stier und sie spürte, wie ein Orgasmus durch ihren zuckenden Körper raste. Dann begann er zu bocken und rammte sich wieder tief in ihren Darm. Er krümmte sich über sie, klammerte sich mit einem Arm an sie und stöhnte lange und rau.

Aber so wollte er nicht kommen!

Er wünschte sich die volle Unterwürfigkeit und zog seinen steifen Pint aus ihrem After.

„Dreh dich um!“, befahl er.

Anna gehorchte.

„Öffne deinen Mund!“

Das Ding gehorchte!

Er schob seinen harten Penis in ihren geöffneten Mund, immer tiefer, bis seine Eichel gegen ihr Rachenbändchen stieß. Dann konnte er sich nicht länger beherrschen. Sein Höhepunkt ließ seinen gesamten Körper erzittern. Sein Saft schoss wie Wasser aus einer geplatzten Rohrleitung, ein zähflüssiger Strom, an dem sie zu ersticken drohte.

Ich ertrinke! schrie sie stumm, ein ohrenbetäubender innerer Schrei, der wie eine mörderische Welle an den Felsen ihres Verstandes zerbarst.

Sein Erguss spülte ihre Gurgel hinunter, aber sie behielt seinen Pint im Mund und saugte ihn wie eine Brustwarze ab, bis er schrumpfte und hinausgezogen wurde.

„Mensch, Anna! Du hast Talent“, sagte er mit einem freundschaftlichen Klaps auf ihren Kopf. „Du weißt, wie du es einem Mann besorgen kannst!“

Seine Stimme klang in ihren Ohren wie Watte – nichtssagend, zerfasert.

Etwas später, als Peter Bach schon gegangen war, saß Anna starr vor Angst mit offenen Augen im Sessel und hatte einen Traum!

In diesem Traum war ihr Körper mit einem Strick an einem Tisch gefesselt. Sie selbst stand etwas abseits und schaute zu. Irgendwo rasselten schwere Ketten, und als sie aufschaute, sah sie einen Ritter in einer verrosteten Rüstung. In ihrer morbid silbrigen Tönung spiegelte sich mattes Mondlicht. Das Gesicht des Ritters war hinter einem Visier verborgen, und er trug einen blitzenden Speer. Sie hörte brechende Wellen und wusste, dass unmittelbar hinter ihr das Meer begann. Ihr an den Tisch gebundener Körper war leblos wie Stein. Da sie das aus irgendeinem Grunde ärgerte, begann Anna, ihren Körper laut zu verfluchen. Auf einem Felsblock vor dem Tisch lag ein Bündel Stroh. Anna zündete es an. Das Meeresrauschen hinter ihr schwoll zu einem lauten Donnern an. Der Ritter rasselte mit seiner Rüstung. Anna blickte auf ihren gefesselten Körper nieder und führte die brennende Strohfackel an die rotbehaarte Scham. Die Haare begannen zu brennen, und eine grüne Rauchfahne stieg aus ihr auf. Als nächstes setzte sie die langen, vom Kopf über die Tischkante fallenden Locken in Brand. Flammen züngelten hoch und höher. Anna warf die Fackel fort. Sie packte mit zwei energischen Händen den Tisch und schob ihn dem Ritter hin. „Da, für dich!“, sagte sie. Der Ritter riss den Speer über seinen Kopf, bereit, den lichterloh brennenden Körper aufzuspießen. Die allseits züngelnden Flammen hatten den Strick erfasst, mit dem der Körper festgebunden war. Der Strick zerfiel zu Asche. Die Asche verwehte und der Körper richtete sich auf. Er war umgeben von einem hufeisenförmigen Flammenkranz.

„Was machst du da?“, fragte der Körper. „Sag, was machst du da? Sag es! So sag es doch!“

Nachdem der Traum gewichen war und sie sich wieder stark genug fühlte, um aus dem Sessel aufzustehen, nahm Anna ihr Handy und stellte eine Verbindung her.

„Psychiatrische Praxis Doktor Emma Gold. Sie wünschen bitte?“, erklang eine weibliche Stimme.

„Ich möchte gern mit der Frau Doktor sprechen“, sagte Anna.

„Doktor Gold ist nicht zu sprechen. Kann ich ihr etwas ausrichten?“

„Ich möchte mit Doktor Gold sprechen!“

„Ich habe Ihnen doch gesagt, meine Chefin ist nicht zu sprechen! Ist Ihnen bewusst, dass es sieben Uhr morgens am Sonntag ist?“

„Ich möchte mit Doktor Gold sprechen!“

„Nun ... äh, wenn es dringend ist ... Ihr Name bitte?“

„Anna.“

„Und der Nachname bitte?“

„Boves. Anna Boves.“

„Um was geht es denn, Frau Boves?“

„Sie weiß schon Bescheid.“

Die Stimme am anderen Ende bat sie, sich einen Augenblick zu gedulden. Er dauerte fast fünf Minuten. Anna hörte, wie der Anruf an eine andere Nummer weitergeleitet wurde.

„Guten Tag, Anna. Hier ist Dr. Gold. Wie geht´s Ihnen?“

„Sie ist wieder da!“

„Wer ist wieder da, Anna?“

„Das habe ich Ihnen nie erzählt. Aber ich habe sie vor Ewigkeiten weggeschickt, und jetzt ist sie wieder da. Sie hat mit mir gesprochen. Das kann ich nicht zulassen. Das kleine Miststück muss weg. Und zwar ein für alle Mal!“

„Soso. Ich verstehe. Wollen Sie heute noch kommen? Sagen wir heute Mittag gegen ein Uhr?“

„Ja. Abgemacht. Ein Uhr.“

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