Kitabı oku: «Fabian von Erich Kästner»
Erich Kästner
Fabian
Lektüreschlüssel XL
für Schülerinnen und Schüler
Von Kani Mam Rostami Boukani
Reclam
Dieser Lektüreschlüssel bezieht sich auf folgende Textausgabe:
Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Zürich: Atrium, 2017.
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unter www.reclam.de/e-book
Lektüreschlüssel XL | Nr. 15503
2019 Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen
Gesamtherstellung: Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen
Made in Germany 2019
RECLAM ist eine eingetragene Marke der Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart
ISBN 978-3-15-961450-2
ISBN der Buchausgabe 978-3-15-015503-5
www.reclam.de
Inhalt
1. Schnelleinstieg
2. Inhaltsangabe
3. Figuren Männerfiguren Frauenfiguren
4. Form und literarische TechnikAufbau und ErzähltechnikStilistische Mittel
5. Quellen und KontexteEntstehungsgeschichte und UrfassungNeue Sachlichkeit – Literatur der Weimarer RepublikBiographische Bezugspunkte zur Romanhandlung
6. InterpretationsansätzeGroßstadtdschungelMedien – Zeitung, Werbung, FilmTechnik – Professor KollreppNeusachliche LiebeDie apokalyptische TraumvisionDie politische Dimension des FabianMoralismus in Zeiten der Unmoral
7. Autor und ZeitDresdenLeipzigBerlinMünchen
8. RezeptionFabian als PublikumserfolgZur Verfilmung von Kästners Fabian
9. Wort- und Sacherläuterungen
10. Prüfungsaufgaben mit Lösungshinweisen Aufgabe 1: Zum Scheitern von Labude und Fabian Aufgabe 2: Fabian als Roman der Weltwirtschaftskrise Aufgabe 3: Neusachliche Liebe in Gedicht und Roman
11. Literaturhinweise/MedienempfehlungenZugrunde gelegte AusgabeLiteratur von Erich KästnerBiographien zu Erich KästnerLiteraturgeschichtliche EinordnungSekundärliteratur zu Erich Kästners FabianMedienempfehlungenWeiterführende Quellen
12. Zentrale Begriffe und Definitionen
1. Schnelleinstieg

Erich Kästner wollte seinen Roman als Satirische Entlarvung von Missständen Satire auf die großstädtischen Zustände seiner Zeit verstanden wissen: »Es [das Buch] beschreibt nicht, was war, sondern es übertreibt. Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. Die Karikatur, ein legitimes Kunstmittel, ist das Äußerste, was er vermag«, bemerkt der Autor in seinem 1950 geschriebenen Vorwort zum Fabian (S. 6 f.). Demnach hat Kästner nicht nur die Hauptfigur als Moralisten gestaltet, er versteht sich selbst als solchen: Die Aufgabe des Moralisten liegt nach Kästner darin, gesellschaftliche Missstände zu erkennen und durch satirisch-kritische Darstellung zu entlarven, um zu warnen und eine moralische Erziehung der Individuen zu verantwortlichem Denken und Handeln zu erzielen.
Dass dieses idealistische Ziel nicht einfach zu erreichen ist, dessen ist sich Kästner durchaus bewusst. Doch der Moralist auf verlorenem Posten Moralist lasse sich dadurch nicht entmutigen: »Sein angestammter Platz ist und bleibt der verlorene Posten. Ihn füllt er, so gut er kann, aus. Sein Wahlspruch hieß immer und heißt auch jetzt: Dennoch!« (S. 7) Dies wird auch an Fabians Leben und jähem Ende deutlich: In der Spätphase der Weimarer Republik, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 durch Not, Verzweiflung und moralischen Verfall gekennzeichnet ist, kämpft der Moralist Fabian auf verlorenem Posten. Er bleibt seinen moralischen Werten, so gut er kann, treu, erträgt persönliche Verluste und verharrt doch in der Beobachterposition, ohne etwas auszurichten. Es erscheint nur konsequent, dass er am Ende zugrunde geht. Und man glaubt leise sein »Dennoch!« zu vernehmen, wenn er zur Rettung des Jungen in den Fluss springt – obwohl er nicht schwimmen kann.
Nicht nur beim Protagonisten Fabian hinterlässt die Zeiterfahrung Spuren: Die Figuren sind allesamt Spiegel der Weimarer Republik Kinder ihrer Zeit, gehen jedoch unterschiedlich mit den Erfordernissen ihrer Lebenswirklichkeit um. Im Gegensatz zu Fabian handelt seine Freundin Cornelia Battenberg nach der Devise: »Man kommt nur aus dem Dreck heraus, wenn man sich dreckig macht« (S. 182). Und sein Freund Labude verfolgt politische Ziele, um die gesellschaftliche Situation aktiv zu verbessern. Der Grundton des Romans ist resignativ bis apokalyptisch, das Ende wirft Fragen auf. Doch trotz Übertreibung und satirischer Verzerrung zeichnet Kästner mit Fabian – ganz im Sinne des Zeitromans – ein authentisches Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Deutschland um 1930.
Die Aktualität der Themen Themen, die den Roman bestimmen, sind nach wie vor aktuell: So beschäftigen gesellschaftliche Probleme wie anhaltende Arbeitslosigkeit, Resignation, politische Radikalisierung und Moralverfall auch heute noch die Öffentlichkeit. Die Entfremdung des Menschen in einer vorwiegend medial vermittelten Wirklichkeit, die Veränderung der Lebenswirklichkeit durch technologischen Fortschritt sowie die sich zunehmend wandelnden Geschlechterverhältnisse bieten weitere Bezugspunkte zur heutigen Lebenswelt. Die Bedrohung von Arbeitsplätzen durch Rationalisierungsmaßnahmen ist zudem eine Problematik, die immer weiter an Brisanz zunimmt und uns auch zukünftig beschäftigen wird. Mit der Thematisierung der Funktion von Medien wie Zeitung und Werbung kann zudem eine kritische Reflexion angeregt und ein Beitrag zur Medienerziehung geleistet werden.
Obwohl Kästner der Zuordnung seines Romans zur literarischen Roman der »Neuen Sachlichkeit«Stilrichtung der »Neuen Sachlichkeit« widersprochen hat, gilt Fabian heute in der Forschung einhellig als neusachlicher Roman. Er stellt als Zeitroman das Leben in einer immer komplexer werdenden Großstadt in den Mittelpunkt, wobei die gesamtgesellschaftliche Situation eine zentrale Rolle erhält. Der Autor registriert aus der Beobachterperspektive die Ereignisse und nähert sich, um Objektivität und Authentizität bemüht, dem journalistischen und dokumentarischen Schreibstil an. Kästner verwendet eine Reihe von Themen und Motiven, die seinen Text als Dokument der »Neuen Sachlichkeit« ausweisen: Neben der Darstellung des Großstadtlebens durch filmische und journalistische Erzählmuster werden die Bereiche Technik, Wirtschaft, Arbeitsleben, Unterhaltungsindustrie und das sich wandelnde Frauenbild aufgegriffen.
2. Inhaltsangabe
1. Kapitel: Dr. Jakob Fabian sitzt in einem Café und liest die Schlagzeilen der Abendblätter. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Kellner schlendert er durch das nächtliche Berlin und sucht einen ihm empfohlenen Besuch im Sex-Klub Klub auf, der seinen Mitgliedern unverbindliche sexuelle Kontakte ermöglicht. Dort lernt er Irene Moll kennen, mit der er anschließend nach Hause fährt.
2. Kapitel: In ihrer Wohnung angekommen, führt Irene Molls Verführungsversuch Frau Moll Fabian ins Schlafzimmer und wirft sich auf ihn. Im gleichen Moment erscheint ihr Ehemann Dr. Felix Moll in der Tür. Er erklärt Fabian, dass er und seine Frau einen Vertrag geschlossen haben: Irene Moll darf sich Liebhaber einladen, muss diese jedoch zunächst ihrem Gatten vorstellen. Obwohl Herr Moll ihn bittet zu bleiben, flüchtet Fabian aus dem Haus und fährt zu seinem Stammcafé. Dort begegnet ihm ein arbeitsloser Bettler, dem er ein Essen spendieren will. Doch der Bettler verschwindet plötzlich. Anschließend trifft er auf Redakteur Münzer, der ihn zu seinem Nachtdienst in die Redaktion mitnimmt.
3. Kapitel: In der Zeitungsredaktion erlebt Fabian, dass die Manipulation durch die Presse Redakteure ihre Leser manipulieren. Pressemeldungen werden entweder frei erfunden, oder es werden wichtige Informationen unterschlagen, weil die Redakteure dazu angehalten sind, der Regierung nicht zu schaden – Ziel sei die öffentliche Meinungslosigkeit. Beim sich anschließenden Besuch einer Weinstube hält Handelsredakteur Malmy eine Rede, in der er die Wirtschaftspolitik des Staates kritisiert.
4. Kapitel: Fabian ist als Sinnlosigkeit des Jobs als Reklametexter Reklametexter einer Zigarettenfirma damit beschäftigt, Werbetexte für Plakate zu erstellen. Im Gespräch mit Kollege Fischer, der von bevorstehenden Kündigungen berichtet, wird deutlich, dass Fabian seinen Job lediglich zum Broterwerb verrichtet und ihn als sinnlos empfindet. Wieder in seine Wohnung zurückgekehrt, liest er einen Brief seiner Mutter und stellt sich die Frage, weshalb er den Untergang Europas nicht bei ihr zu Hause, sondern in Berlin abwarte. Nach einem kurzen Gespräch mit seiner Vermieterin Hohlfeld, die sich über den Damenbesuch des Mieters Tröger beschwert, besucht Fabian seinen Freund Labude, der auf die Beurteilung seiner eingereichten Habilitationsschrift zu Lessing wartet.
5. Kapitel: Fabians und Labudes Lebensansichten Fabian und Labude besuchen das Tanzbordell Haupts Säle und diskutieren über Moral, Macht und Geld, wobei ihre unterschiedlichen Lebensansichten deutlich werden. Fabian sieht keinen Sinn darin, im Leben vorwärtszukommen, da ihm Geld und Macht nichts bedeuten. Das einzige Ziel wäre, die Menschen anständiger und vernünftiger zu machen – derzeit begnüge er sich jedoch damit, sie auf ihre Eignung hin zu beobachten. Labude wirft Fabian vor, er habe keinen Ehrgeiz und gehe den bequemsten Weg, indem er von einem unerreichbaren, vollkommenen Ziel phantasiere, statt einem unvollkommenen zuzustreben. In einer Nische treffen sie auf die betrunkene Irene Moll, die Männerbordelle fordert.
6. Kapitel: Die beiden Freunde unterhalten sich an der Spree über den provisorischen Charakter ihrer Epoche, da die Krise kein Ende nehme und der Fortgang Deutschlands ungewiss sei. Labude wirft Fabian vor, nur zuzusehen statt zu handeln, dieser entgegnet pessimistisch, dass weder die Vernünftigen noch die Gerechten an die Macht kommen werden. Politisch motivierte Schießerei Kurz darauf werden sie Zeugen einer Schießerei zwischen einem Kommunisten und einem Nationalsozialisten und fahren die beiden Verwundeten in einem Taxi zum Krankenhaus.
7. Kapitel: Fabian und Labude besuchen das »Kabarett der Anonymen«, in dem sich Allgemeine Existenznöte bedürftige Verrückte zur Schau stellen und von einem reichen Publikum auslachen lassen. Dort treffen sie auf einen Badewannenfabrikanten mit gesicherter Existenz, der von seiner Familie und seinem Haus erzählt. Labude und Fabian stellen fest, dass es sich bei diesem Mann um einen Ausnahmefall handelt, da die allgemeine Wirtschaftssituation eine Familiengründung unmöglich mache.
8. Kapitel: Fabian besucht Labude in der Villa seiner Eltern im Grunewald und erfährt von dessen Erlebnissen in Hamburg: Labudes politischer Vortrag sei erfolgreich gewesen, es sei eine radikalbürgerliche studentische Initiativgruppe gebildet worden. Seiner Verlobten Ledas Betrug in Hamburg Leda habe er nichts von seinem Besuch an ihrem Wohnort erzählt, weil er ihr gegenüber seit längerem misstrauisch geworden sei. In der gleichen Nacht habe er vor ihrem Haus gewartet und herausgefunden, dass sie ihn betrügt; am nächsten Tag habe er die Beziehung beendet. Die Gewissheit, dass Leda ihn nie geliebt hat, trifft Labude am härtesten.
9. Kapitel: Fabian und Labude besuchen die lesbische Im Atelier der Künstlerin Reiter Künstlerin Reiter in deren Atelier, wo Sex und Erotik offen ausgelebt werden. Dort lernen sie einige junge Frauen kennen und gehen anschließend mit ihnen in die »Cousine«, einen Klub, in dem vor allem Lesben verkehren. Eines der Mädchen unterscheidet sich von den anderen: Cornelia Battenberg, eine Rechtsreferendarin, die Reiter aus der gemeinsamen Schulzeit kennt. Fabian und Cornelia kommen sich näher, als sie sich über die Problematik von Beziehungen zwischen Mann und Frau und über den Warencharakter der Liebe unterhalten.
10. Kapitel: Fabian begleitet Fabian und Cornelia verlieben sich Cornelia nach Hause, unterwegs sprechen sie über die verschiedenen Seiten Berlins – über die schönen, die an zu Hause erinnern, aber auch über diejenigen, die den sittlichen Verfall der Stadt aufzeigen. Fabian erfährt, dass Cornelia eine Dissertation zum internationalen Filmrecht eingereicht hat und nun ein Volontariat in der Vertragsabteilung einer großen Berliner Filmgesellschaft absolvieren wird. Erst vor ihrer Haustür bemerkt Fabian, dass sie beide bei Frau Hohlfeld zur Miete wohnen. Cornelia bittet ihn nach oben, dort schlafen sie miteinander und verlieben sich.
11. Kapitel: Bereits vor Bürobeginn arbeitet Fabian motiviert an einem Entwurf für ein Preisausschreiben, erhält jedoch kurz darauf seine Fabian wird arbeitslos Kündigung, da der Aufsichtsrat das Reklamebudget gesenkt hat. Fabian spaziert deprimiert durch Berlin. Noch in der Nacht zuvor hatte er durch seine Beziehung zu Cornelia Ehrgeiz entwickelt, etwas in seinem Leben erreichen zu wollen. Nun ist er arbeitslos. Er lernt einen alten obdachlosen Herrn kennen, der sich vorwirft, mit seiner Erfindung von Textilmaschinen zur Entlassung etlicher Arbeiter beigetragen zu haben. Zu Hause erwartet ihn Labude, dem er seine Entlassung verschweigt. Als er anschließend Cornelia trifft und von seiner Kündigung erzählen möchte, steht der obdachlose Erfinder, Professor Kollrepp, vor der Tür, der das Angebot, bei ihm übernachten zu dürfen, annehmen möchte. Cornelia erzählt von ihrem Jobantritt am kommenden Tag und ist trotz Fabians Entlassung heiter und optimistisch.
12. Kapitel: Morgens versteckt Fabian den Erfinder vor seiner Vermieterin im Schrank und gibt ihn anschließend als seinen Onkel aus. Anschließend sucht er das Arbeitsamt seines Bezirks auf und wird von einer Stelle zur nächsten geschickt, bis er erfährt, dass er gewissermaßen unbezahlten Urlaub hat und sich erst in 14 Tagen melden darf. Neben bürokratischem Wahnsinn erlebt er das Leid der Arbeitslosen auf den Ämtern. Seine Überraschungsbesuch von Fabians Mutter Mutter überrascht ihn mit einem Besuch, worüber sich Fabian sehr freut, seine Entlassung verheimlicht er ihr. Der Erfinder sucht Fabian erneut auf und bittet ihn, ein Kuvert mit seiner neuesten Erfindung zu verwahren, da ihn seine Familie in eine Anstalt einweisen lassen wolle. Kurz darauf klingeln zwei Herren und Professor Kollrepp wird abtransportiert.
13. Kapitel: Fabian verlässt morgens sein Zimmer, um seiner Mutter vorzutäuschen, er gehe ins Büro. Er schlendert durch das Kaufhaus des Westens, liest sich in der Buchabteilung in einem Werk von Schopenhauer fest und hilft einem kleinen Mädchen, das wegen eines Diebstahls festgehalten wird. Am Straßenrand begegnet ihm Irene Molls Jobangebot Irene Moll, die ihm einen Job als Sekretär in ihrem neu eröffneten Männerbordell anbietet, was Fabian jedoch ablehnt. Er trifft seine Mutter am Eingang seiner ehemaligen Arbeitsstätte und bringt sie zur Bahn, dort steckt er ihr einen Zwanzigmarkschein in die Tasche und entdeckt zu Hause, dass sie ihm ebenfalls zwanzig Mark dagelassen hat. Cornelia bittet ihn am gleichen Abend um hundert Mark, da der Filmproduzent Makart eine Filmrolle besetzen möchte und sie für den Termin neue Kleider benötigt.
14. Kapitel: In der Nacht hat Fabian einen Fabians Albtraum: Bündelung der Motive Albtraum, in dem sich alle Motive und Themen des Romans bündeln: Der Traum nimmt bisherige Geschehnisse auf und verdeutlicht Fabians Ängste und Vorahnungen. In seinem Traum führt Professor Kollrepp Fabian seine neueste Erfindung vor, eine riesige Maschine, die Menschen als ihre eigenen Klone reproduziert. Unter einer Glasplatte beobachtet Fabian die ihm grotesk erscheinenden Menschen, die sich verkaufen, lüstern amüsieren, prostituieren, bekämpfen und bestehlen. Neben ihm erscheint Irene Moll und kommentiert die Szenerie, in der neben anderen Figuren auch Cornelia, Makart und Labude auftauchen; am Ende gipfelt der Traum in einer apokalyptischen Kriegsvision. Im Schlaf ruft er nach Labude und weckt damit Cornelia, die ihn wachrüttelt. Obwohl beide noch lange wach nebeneinanderliegen, schweigen sie.
15. Kapitel: Fabian sieht Cornelia nach, als sie das Haus verlässt, und möchte sie am liebsten zurückrufen. In der Hoffnung, eine neue Anstellung zu erhalten, besucht er einen Bekannten im Büro, bleibt jedoch erfolglos. Anschließend streift Fabian durch die Stadt, in Gedanken bei Cornelia. Zu Hause schläft er auf dem Sofa ein und erwacht, als er die Tür des Vorsaales zuschlagen hört. Er bemerkt, dass Cornelia verlässt Fabian für die Karriere Cornelia ihr Zimmer geräumt hat und findet einen Brief: Sie müsse ihn verlassen, da der Filmproduzent Makart sie im nächsten Film spielen lasse und ihr eine Zweizimmerwohnung angemietet habe. Sie gehe fort und verkaufe sich an Makart, damit Fabian und sie zusammen sein und eine Zukunft haben können. Sie werde morgen Nachmittag ab vier Uhr im Café Schottenhaml auf ihn warten und hoffe, dass er sie weiterhin liebhabe.
16. Kapitel: Fabian Fabian sucht Ablenkung fährt noch am selben Abend verzweifelt Richtung Norden durch Berlin, in Gedanken ständig das Bild von Cornelia und Makart vor Augen. Durch Cornelia hatten Arbeit und Leben für ihn an Sinn gewonnen, und nun hatte er sie durch seine Entlassung verloren. In Wedding beobachtet er zunächst eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Arbeitern und der Polizei und geht anschließend auf einen Rummelplatz. Dort lernt er eine Kunstreiterin kennen, mit der er eine kurze Affäre beginnt, wobei er jedoch weiterhin an Cornelia denkt.
17. Kapitel: Die Kunstreiterin bittet Fabian, einige Tage bei ihr zu bleiben, da ihr Mann auf Geschäftsreise sei. Nach dem Mittagessen verlässt Fabian das Haus und trifft Cornelia im Café. Sein Verhalten gegenüber der in Tränen aufgelösten Cornelia ist kalt und sachlich, er kränkt sie absichtlich. Sie werde auf eigenen Füßen stehen und Karriere machen, indem sie ihren Körper immer wieder an einflussreiche Männer verkaufe. Zudem wirft er ihr vor, falsch gehandelt zu haben, und Cornelia stimmt resigniert zu. Fabians und Cornelias scheinbare Versöhnung Bevor sie sich trennen, gibt es eine scheinbare Versöhnung, doch ihr Abschiedskuss ekelt ihn. Fabian kehrt aus Angst vor Einsamkeit zu der Kunstreiterin zurück. Nach dem Abendessen findet eine handgreifliche Auseinandersetzung mit dem Ehemann statt, der unerwartet früh von seiner Geschäftsreise zurückkehrt.
18. Kapitel: Frau Hohlfeld empfängt Fabian im Korridor mit einem Zettel der Kriminalpolizei. Er fährt mit dem Taxi in Labudes Selbstmord Labudes Wohnung, wo er bereits von den Beamten erwartet wird, und sieht seinen Freund mit einem Schuss in der Schläfe auf dem Sofa liegen. Aus einem Abschiedsbrief für Fabian geht hervor, dass Labude sich das Leben genommen hat, während im Nebenzimmer ein Streit zwischen den Künstlerinnen tobte. Grund hierfür sei sein derzeitiger Zustand: Die Enttäuschung über Leda, seine Resignation in politischer Hinsicht und insbesondere die Tatsache, dass seine Habilitationsschrift, der er fünf Jahre seines Lebens gewidmet habe, als ungenügend betitelt und abgelehnt worden sei. Er hinterlässt Fabian zweitausend Mark, dieser begleitet die Leiche des Freundes in die Villa von dessen Eltern.
19. Kapitel: Fabian führt ein stummes Gespräch mit seinem toten Freund, als dessen Das Gespräch mit Labudes Vater Vater, der Justizrat, eintrifft. Nachdem er kurz zu seinem Sohn gegangen ist, spricht er sehr gefasst mit Fabian. Fabian verschweigt den Brief und erzählt, dass er den Grund des Selbstmords – nämlich die Ablehnung der Habilitationsschrift – lediglich durch eine kurze Notiz erfahren habe. Der Justizrat versucht den Geheimrat, der die Habilitationsschrift seines Sohnes bewertet hat, zu erreichen und kündigt bei dessen Frau einen morgigen Besuch an. Er erfährt, dass die Arbeit des Sohnes gelobt geworden sei und zerschlägt daraufhin emotionslos das Lessingporträt am Schreibtisch. Er bleibt bei seinem toten Sohn und liest erstmals dessen Habilitationsschrift, während Fabian nach Hause fährt. Dort erwarten ihn rückgesendete Bewerbungsschreiben, und eine innere Leere ergreift ihn.
20. Kapitel: Cornelia fährt am nächsten Morgen mit einem Privatwagen vor, als Fabian sich auf den Weg zur Universität macht, um den Geheimrat aufzusuchen. Sie bringt ihn mit dem Wagen hin, erzählt von ihrer Rolle und verspricht, nachmittags wiederzukommen. Fabian gibt ihr die Hälfte des Geldes, das ihm der Freund vermacht hat. In der Universität trifft er auf Labudes Eltern. Gemeinsam sprechen sie mit dem Geheimrat und erfahren, dass Labude eine ausgezeichnete Arbeit eingereicht hat. Selbstmord basiert auf einem Scherz Es stellt sich heraus, dass der Assistent Dr. Weckherlin sich mit der Nachricht von der Ablehnung einen Scherz erlaubt hat – einen tödlichen Scherz. Fabian will Weckherlin totprügeln, er wird von Studenten davon abgehalten.
21. Kapitel: Fabian fühlt sich nach dem Verlust von Cornelia und Labude einsam in Berlin und beschließt zu seiner Mutter nach Rückkehr in die Heimatstadt Dresden Dresden zu fahren. Er reflektiert über Menschheit, Politik und Moral und entdeckt in den Zeitungen, dass Cornelia als der neue Stern der Filmindustrie gefeiert wird. Im Zug trifft er auf Irene Moll, deren Etablissement angezeigt worden ist. Sie bittet ihn, sie ins Ausland zu begleiten, bietet ihm ein letztes Mal ihre Liebe und ihr Geld an, doch Fabian lehnt ab. Bei seiner Mutter angekommen, bricht er zusammen und ist nach dem Erlebten erstmals fähig zu weinen.
22. Kapitel: Kindheits- und Jugenderinnerungen Fabian streift durch Dresden an den Kasernen vorbei bis zu seiner alten Schule, der er einen Besuch abstattet. Er ergeht sich in Kindheitserinnerungen und trifft auf den Direktor, der ihm selbstgefällig sein Versagen vorwirft. Anschließend begegnet ihm seine dick gewordene Jugendliebe Eva, die nun als zweifache Mutter mit einem Arzt verheiratet ist. Seine Mutter bietet ihm an, in der Heimatstadt zu bleiben und nach einer Anstellung zu suchen. Fabian schlägt die Möglichkeit nicht aus – er wolle arbeiten und ein Ziel vor Augen haben.
23. Kapitel: Gegen Abend schlendert Fabian durch die Altstadt und trifft dort auf den ehemaligen Schulkameraden Wenzkat, der ihn auf ein paar Bier einlädt. Im Gespräch vertritt Wenzkat rechte politische Ansichten, Fabian hält dagegen. Anschließend gehen die beiden in ein Kostenfreier Bordellbesuch Bordell. Eines der Mädchen nimmt Fabian mit auf ihr Zimmer und schläft mit ihm, obwohl sie weiß, dass er kein Geld hat. Die letzten zwei Mark, die er in seiner Tasche findet und dem Mädchen gibt, steckt sie ihm heimlich wieder zu. Bei dem sich anschließenden Spaziergang stellt Fabian fest, dass Deutschland im provinziellen Dresden nicht Fieber, sondern Untertemperatur habe.
24. Kapitel: Fabian besucht tags darauf Holzapfel, der als Redakteur bei der »Tagespost« arbeitet und darf beim Direktor vorsprechen. Dieser bietet ihm zunächst an, als freier Mitarbeiter für das Feuilleton zu schreiben, lässt sich jedoch davon überzeugen, dass zielgerichtete Propaganda zur Erhöhung der Auflage führen kann, und lädt ihn für den nächsten Tag ein. In einem Café denkt Fabian über das Stellenangebot nach und kommt zu dem Schluss, dass er nicht bereit ist, seine Werte für zweihundert Mark im Monat zu verkaufen und einer rechtsorientierten Zeitung zur weiteren Ausbreitung zu verhelfen. Er beschließt, mit dem restlichen Geld für sechs bis zwölf Monate ins Erzgebirge zu gehen, um dort zu wandern und die Entwicklung der Dinge abzuwarten. Fabians tragisches Ende Seinen Weg fortsetzend sieht er, wie ein kleiner Junge vom Brückengeländer in den Fluss stürzt. Fabian springt sofort hinterher, um den Jungen zu retten. Doch während das Kind heulend ans Ufer schwimmt, ertrinkt Fabian, der nicht schwimmen kann.
3. Figuren

Abb. 1: Figurenkonstellation
Männerfiguren
Der Protagonist Fabian und sein bester Freund Labude sind die beiden wichtigsten männlichen Figuren des Romans. Die beiden Zwei Typen Intellektueller Freunde können als Kontrastfiguren sowie als sich gegenseitig ergänzende Figuren gedeutet werden, da sie verschiedene Typen zeitgenössischer Intellektueller repräsentieren: Trotz Ähnlichkeiten in ihrem Werdegang – beide haben studiert und sind promovierte Literaturwissenschaftler – gibt es charakterliche und soziale Unterschiede, die ihre weitere Entwicklung, ihr Denken und Handeln in Bezug auf gesellschaftliche Probleme und persönliche Schicksalsschläge beeinflussen.
Jakob Fabian: Dr. Jakob Fabian ist ein 32-jähriger promovierter Germanist, der aus Kleinbürgertum kleinbürgerlichen Verhältnissen stammt. Seine Mutter, zu der er ein inniges Verhältnis pflegt, besitzt ein kleines Seifengeschäft in Dresden und lebt dort mit Fabians Vater zusammen. In seiner Jugend hat Fabian ein Internat besucht und anschließend im Ersten Weltkrieg als Soldat gedient. Er hält sich mit wechselnden Jobs über Wasser und findet in Zeiten der Krise keine seinen Fähigkeiten gemäße Anstellung.
Zu Beginn des Romans arbeitet Fabian als Werbetexter in der Reklameabteilung einer Zigarettenfirma, später wird er arbeitslos und findet trotz zahlreicher Bemühungen keine neue Stelle. Seinen Job empfindet er als sinnlos: »Er tat seine Pflicht, obwohl er nicht einsah, wozu« (S. 45), heißt es von seiner Tätigkeit im Büro. Fabian legt keinen Wert auf Karriere, er sieht seinen Beruf lediglich als Broterwerb an. Von Kollege Fischer auf eine mögliche Kündigung angesprochen, antwortet er: »Denken Sie, ich habe mein Leben seit der Konfirmation damit verbracht, gute Propaganda für schlechte Zigaretten zu machen? Wenn ich hier fliege, suche ich mir einen neuen Beruf« (S. 45). Seinen Mitmenschen gegenüber tritt Fabian Selbstsicher und redegewandt selbstsicher und redegewandt auf. Er weiß um seine Fähigkeiten, ist sich aber ebenfalls bewusst, dass sie ihm in Zeiten der Krise nicht hilfreich sind: »Was nützt es mir, dass ich begabter bin?«, fragt er und fügt hinzu: »Ich bin auf meine Talente nicht eingebildet, sie reichen glatt zum Verhungern« (S. 179).
Es ist der fehlende Sinn- und Ziellosigkeit Sinn, der bei Fabian zu Resignation führt und ihn davon abhält, etwas in seinem Leben erreichen zu wollen. Er fühlt sich desorientiert und deplatziert in einem Berlin, das ihm den Sittenverfall der Menschen vor Augen führt. Fabian sehnt sich mitunter nach einem Ort, an dem die Welt noch in Ordnung ist, und weiß doch, dass sich der nahende Untergang nicht aufhalten lässt: »Was hatte er in dieser Stadt, in diesem verrückt gewordenen Steinbaukasten, zu suchen? […] Den Untergang Europas konnte er auch dort abwarten, wo er geboren worden war« (S. 50).
Pessimismus und negatives Menschenbild Fabian kennt kein Ziel und keinen Ehrgeiz, wie Labude traurig bemerkt, der ihm am liebsten »ein Lebensziel einpflanzen« (S. 58) möchte. Geld und Macht interessieren ihn nicht, zugleich fehlt ihm der Glaube an eine positive Veränderung der Zustände. Fabians Pessimismus wurzelt in seinem negativen Menschenbild. Er glaubt nicht daran, dass die Verbesserung der wirtschaftlichen Zustände eine Verbesserung des Menschen nach sich zieht: »Was nützt das göttliche System, solange der Mensch ein Schwein ist?« (S. 90)
Das einzige Ziel, das Fabian einfällt und das er zugleich als nicht realisierbar einschätzt, bezieht sich auf die Kein Glaube an den Sieg der Anständigkeit Moral der Menschen: »Ich möchte helfen, die Menschen anständig und vernünftig zu machen. Vorläufig bin ich damit beschäftigt, sie auf ihre diesbezügliche Eignung hin anzuschauen« (S. 59). Fabian beschränkt sich auf die Beobachterrolle und wartet passiv ab, ohne sich aktiv für eine Veränderung der Zustände einzusetzen: »Ich sehe zu und warte. Ich warte auf den Sieg der Anständigkeit, dann könnte ich mich zur Verfügung stellen. Aber ich warte darauf wie ein Ungläubiger auf Wunder« (S. 112).
Um die Menschen auf ihre diesbezügliche Eignung hin zu prüfen, erhält Fabian zahlreiche Gelegenheiten. Bei seinen ziellosen Streifzügen durch die Stadt studiert er aus der Passive Beobachterrolle Beobachterrolle heraus Menschen aus allen sozialen Schichten. Er diskutiert mit Redakteuren, wird Zeuge politischer Ausschreitungen und erlebt verschiedene Facetten des nächtlichen Berlins. Es sind vor allem Neugierde und Zeitvertreib, die ihn in erotische Etablissements und Sex-Klubs führen. Gegenüber Frauen hat Fabian ein ambivalentes Verhältnis: Er wirkt attraktiv und anziehend auf das weibliche Geschlecht und hat eine Reihe von erotischen Beziehungen, doch bedeuten ihm diese nicht viel. Seinem Naturell entsprechend verhält er sich auch hier vor allem passiv und lässt sich von außen leiten – so ist es meist das weibliche Gegenüber, das die Initiative ergreift und versucht, Fabian zu verführen.
Erst durch Cornelia Battenberg erfährt er wahre Liebe und erkennt einen Sinn im Leben. Er möchte Verantwortung übernehmen und denkt an eine gemeinsame Zukunft. Doch hierzu erhält er keine Gelegenheit: Kurz nachdem er Cornelia kennenlernt, wird Fabian entlassen. Seine Freundin hingegen erhält das Angebot, eine Schauspielkarriere zu beginnen und verlässt Fabian für den Filmproduzenten Makart: »In dem Augenblick, wo die Arbeit Sinn erhielt, weil er Cornelia fand, verlor er die Arbeit. Und weil er die Arbeit verlor, verlor er Cornelia« (S. 184). Fabian sucht zunächst Trost und Ablenkung bei einer anderen Frau, kurz darauf nimmt sich sein Freund Labude das Leben. Fabian verliert alles. Fabians dreifacher Verlust Durch den dreifachen Verlust erstarrt er zunächst innerlich, geht anschließend jedoch Labudes Motiven der Selbsttötung nach. Nur um am Ende festzustellen, dass der Tod seines Freundes hierdurch zu einem »tragische[n] Witz« (S. 235) verkommt.
Einsam und resigniert fährt er zu seiner Mutter in die alte Heimat, durchlebt Kindheitserinnerungen und versucht, sich eine neue Existenz aufzubauen, was ihm jedoch nicht gelingt. Seinen moralischen Werten bleibt Fabian fast durchgängig treu: In Berlin Hilfsbereitschaft hilft er einzelnen Menschen, immer wenn es ihm möglich ist. So möchte er einem Bettler ein Essen spendieren, lässt den Erfinder bei sich übernachten und hilft einem kleinen Mädchen aus der Patsche, das beim Stehlen eines Aschenbechers erwischt wird.
In Dresden lehnt er das Stellenangebot einer rechtsorientierten Zeitung ab, obwohl er zuvor den Entschluss gefasst hat, sich betätigen und ein Ziel vor Augen haben zu wollen. Stattdessen bleibt Fabian bis zum Warteposition bis zum Ende Ende in seiner Passivität gefangen und schmiedet den Plan, ins Erzgebirge zu gehen, um dort auf eine Veränderung der Lage zu warten, so lange, »bis er den Startschuss vernahm, der ihm galt und denen, die ihm glichen« (S. 267). Den Startschuss für sein Handeln wird der Moralist Fabian nicht mehr vernehmen, stattdessen stirbt er einen sinnlosen Tod, denn der Junge, der in den Fluss gefallen ist, kann sich selbst retten.
Stephan Labude: Dr. Großbürgertum Stephan Labude ist ebenfalls promovierter Germanist und hat wie Fabian im Ersten Weltkrieg als Soldat gedient. Die letzten fünf Jahre hat er mit seiner Habilitationsschrift über Lessing verbracht, auf deren Beurteilung er zu Beginn des Romans wartet. Im Gegensatz zu Fabian gehört Labude dem Großbürgertum an und verkörpert den Typus des Intellektuellen aus der Berliner Oberschicht.
Labude stammt aus einer wohlhabenden, jedoch Kühles familiäres Verhältnis zerrütteten Familie. Er wächst zwar im Luxus auf, die Eltern haben sich jedoch schon seit Längerem entfremdet und sind scheinbar nur noch auf dem Papier verheiratet. Sein Vater, erfolgreicher Justizrat, vertreibt sich die Nächte in Spielklubs und mit wechselnden Geliebten; seine Mutter ist kaum anwesend und verbringt die meiste Zeit in ihrem Ferienhaus in Italien. Labudes Verhältnis zu seinen Eltern, denen er »nur noch aus Versehen« (S. 87) begegnet, ist unterkühlt.
Die Familie Labude besitzt eine Keine existenziellen Sorgen Villa in bester Lage in Grunewald, Stephan Labude selbst nennt eine Zweitwohnung im Berliner Zentrum sein eigen. Dorthin zieht er sich zurück, »wenn ihm der Westen, die noble Verwandtschaft, die Damen der guten Gesellschaft und das Telefon auf die Nerven gingen. Und hier hing er seinen wissenschaftlichen und sozialen Neigungen nach« (S. 53). Labudes wissenschaftliche und soziale Neigungen werden bewusst in den Kontext des Privaten gestellt. Geldsorgen oder Existenzängste kennt er keine, auffällig ist vielmehr sein unaufgeregt spendabler Umgang mit Geld. Mehrfach steckt er Fabian kleinere oder größere Geldbeträge zu. Und als sich dieser für das Geld bedankt, winkt der andere nur ab: »Du weißt, dass ich mehr davon habe, als notwendig ist. Lassen wir das« (S. 88).
Fabian und Labude unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer sozialen Herkunft, sondern auch hinsichtlich ihres Politische Ziele und aktives Engagement politischen Engagements. Beide empfinden die anhaltende Krise und den »provisorischen Charakter der Epoche« (S. 68), doch Labude versucht aktiv eine Verbesserung der gesellschaftlichen Situation herbeizuführen. Er hat Ideale und konkrete politische Ziele und ist davon überzeugt, die Besserung der Menschen über eine Besserung der gesellschaftlichen Zustände erreichen zu können: Man müsse »das System vernünftig gestalten, dann werden sich die Menschen anpassen« (S. 59). Labude hält politische Vorträge und ist an der Bildung einer radikalbürgerlichen studentischen Initiativgruppe beteiligt, deren Aufgabe er darin sieht, »den Kontinent zu reformieren« (S. 89).
Labude organsiert gerne – im politischen wie im privaten Bereich –, so dass sogar »sein Sinn für Moral« als »eine Konsequenz der Ordnungsliebe« (S. 129) erscheint. Er hat vor, seine in Hamburg lebende Verlobte Leda nach erfolgreicher Habilitation zu heiraten. »Seine Zukunft war, nach der familiären Seite, bis auf die fünfte Stelle nach dem Komma ausgerechnet« (S. 109), erklärt Fabian. Scheitern der privaten Zukunftsplanung Doch Labudes Rechnung geht nicht auf. Als er erfährt, dass Leda ihn mit einem anderen betrügt, gerät sein »privates Ordnungssystem« (S. 129) durcheinander. Ledas Verrat trifft Labude so schwer, dass er die Beziehung noch in Hamburg beendet: »Der Fall ist erledigt. Ich habe fünf Jahre damit zugebracht, unter einer falschen Voraussetzung zu leben, das reicht« (S. 96).
Ebenso impulsiv und konsequent reagiert Labude auf die Nachricht von der Ablehnung seiner Habilitationsschrift. Obwohl er fünf Jahre intensiv an der Schrift zu Lessing gearbeitet hat und auch Fabian sie als »meisterhaft« (S. 228) einschätzt, glaubt er der Lüge des Assistenten Weckherlin, ohne das Gespräch mit dem Geheimrat zu suchen und die Gründe für die Ablehnung seiner Arbeit zu hinterfragen. Ordnungsliebend wie er ist, legt er in einem Abschiedsbrief die Gründe für seine Selbsttötung dar: »Die Berufliches Scheitern führt zur Selbsttötung Ablehnung meiner Arbeit ist, faktisch und psychologisch, mein Ruin, vor allem psychologisch. Leda wies mich zurück, die Universität weist mich zurück, von allen Seiten erhalte ich die Zensur Ungenügend. Das hält mein Ehrgeiz nicht aus, das bricht meinem Kopf das Herz und meinem Herzen das Genick, Jakob« (S. 209).
Labude, der sein Leben bis ins Kleinste geplant und große Ziele gehabt hat, hält das doppelte Scheitern in privater und beruflicher Hinsicht nicht aus. Sein Tod basiert auf einem schlechten Scherz, auf einer falschen Annahme. Und zugleich zerbricht er an dem Realität vs. Selbstbild Widerspruch von Realität und Selbstbild, wie Fabian traurig an seinem Totenbett bemerkt: »Du warst ein guter Mensch, du warst ein anständiger Kerl, du warst mein Freund, aber das, was du vor allem sein wolltest, das warst du nicht. Dein Charakter existierte in deiner Vorstellung, und als die zerstört wurde, blieb nichts mehr übrig als ein Schießeisen und das, was hier auf dem Sofa liegt« (S. 217).
Frauenfiguren
Im Roman werden vornehmlich Drei Frauentypen drei Frauentypen unterschieden: Die Femme fatale, der Inbegriff von Verführung und Extravaganz, welche hier am reinsten von Irene Moll repräsentiert wird; die moderne, selbstbewusste und unabhängige Frau, sozusagen der Prototyp der Neuen Frau, die Cornelia Battenberg darstellt; sowie die liebende, selbstlose Mutter. Bis auf die Mutterfigur zeichnet Kästner ein negatives Bild der emanzipierten, unabhängigen Frau, wie sie in ihren unterschiedlichen Akzentuierungen von Irene Moll und Cornelia Battenberg repräsentiert werden.
Irene Moll: Irene Moll ist eine attraktive, »große, programmmäßig gewachsene […] Blondine« (S. 15), die weiß, was sie will und unter allen Umständen dazu bereit ist, ihren Willen durchzusetzen. Sie Durchbricht und verkehrt Rollenbilder unterläuft und durchbricht die konventionellen Rollenbilder und verkehrt sie zum Teil sogar in ihr Gegenteil. Irene Moll ist mit einem wohlhabenden Rechtsanwalt verheiratet, der ihre stark ausgeprägten sexuellen Bedürfnisse nicht befriedigen kann und ihr daher gestattet, sich Liebhaber zu halten. Diese muss sie ihm – wie vertraglich vereinbart – jedoch zunächst vorstellen, bevor sie sie nach Hause mitbringen darf.
Im Sex-Klub von Frau Sommer begegnet sie Fabian, dem sie nach einem kurzen Gespräch auf der Tanzfläche anbietet, sie nach Hause zu begleiten. Bereits im Taxi wird deutlich, dass Irene Moll äußerst Selbstbewusst und dominant selbstbewusst und dominant ist, gerne die Führung übernimmt und sexuelle Vorlieben hat, die mit dem Zufügen von Schmerz einhergehen. Sie fällt über Fabian her und beißt ihm derart in die Lippe, dass dieser sich den Kopf stößt. »Sei nicht so empfindlich« (S. 16), befiehlt sie, und je mehr sich Fabian gegen ihre aggressiven, sexuellen Annäherungsversuche wehrt, desto stürmischer wird sie: »Seine Bemühung, sich der Frau zu erwehren, wurde zusehends falsch ausgelegt« (S. 16). Vor ihrem Haus angekommen, lässt Irene Moll Fabians »Nein« nicht gelten und bestimmt über dessen Verbleib, obwohl dieser sich mit der Begründung, frühmorgens im Büro sein zu müssen, absetzen möchte: »Mach mich nicht wütend. Du bleibst bei mir. Das Mädchen wird dich wecken« (S. 17).
Irene Molls Entschlossen und kämpferisch Entschlossenheit wird auch im Gespräch mit ihrem Gatten deutlich, dem sie bei Einspruch mit Vertragsbruch droht: »Wenn er dir nicht gefällt, brech ich den Kontrakt« (S. 20). Fabian ist empört und fühlt sich durch dieses Gespräch zum Objekt degradiert: »Sie reden über mich, als wäre ich ein Stück Streuselkuchen oder ein Rodelschlitten« (S. 20), was Irene Moll in der Folge ironisch bestätigt. Es entspricht ihrem Charakter, dass sie Fabian bei jeder Begegnung erneut Avancen macht und sich der Reiz, ihn zu besitzen, sogar zunehmend steigert, weil sie nicht akzeptieren kann und will, dass er sich ihr entzieht.
Irene Moll ist jedoch nicht nur sexlüstern und dominant, sondern auch Selbständigkeit und Pragmatismus selbständig und äußerst pragmatisch veranlagt. Hatte sie noch in Haupts Sälen nach Männerbordellen verlangt, setzt sie diese Forderung kurz darauf selbst um und eröffnet ein entsprechendes Etablissement, als ihr Mann wegen Unterschlagung fliehen muss. Sie bietet Fabian eine Stelle als Sekretär an, welche er jedoch ablehnt. Im Zug begegnet sie Fabian ein letztes Mal. Sie ist auf der Flucht ins Ausland, weil ihr illegal betriebenes Männerbordell angezeigt wurde, und bittet ihn, sie zu begleiten – doch dieser lehnt erneut ab.
Cornelia Battenberg: Cornelia Battenberg ist eine 25-jährige Rechtsreferendarin, die eine Dissertation zum internationalen Filmrecht geschrieben hat und nun nach Berlin gekommen ist, um ein Volontariat in der Vertragsabteilung einer großen Berliner Filmgesellschaft zu absolvieren. Cornelia ist intelligent, selbständig und stellt den Prototyp der Neuen Frau Prototyp der Neuen Frau dar. Sie begegnet Fabian im Atelier der lesbischen Künstlerin Reiter, aus deren Kreis sie seiner Ansicht nach herausfällt. »Wie kommen sie eigentlich in diesen Saustall?« (S. 100), fragt er sie daher verwundert und ist zufrieden, als er erfährt, dass sie Reiter aus der gemeinsamen Schulzeit kennt und zum ersten und letzten Mal hier gewesen sei.
Die beiden wirken schon bei ihrer ersten Begegnung sehr Respekt und Vertrautheit vertraut und sprechen offen und respektvoll miteinander über ihre Vorstellungen von Liebe. Cornelia erzählt von vergangenen Enttäuschungen und macht deutlich, dass sie den Vorsatz gefasst hat, sich nicht erneut emotional an einen Mann zu binden: »Ich bin kein Engel, mein Herr. Unsere Zeit ist mit den Engeln böse. Was sollen wir anfangen? Wenn wir einen Mann liebhaben, liefern wir uns ihm aus. […] Und wir sind allein wie nie zuvor« (S. 101). Sie ist mit Fabians Darstellung der ausweglosen männlichen Lage nicht einverstanden, da er die wirtschaftliche Situation für die Problematik von Beziehungen verantwortlich macht.
Obwohl sie emotional berührt ist und ihr Tränen übers Gesicht laufen, bringt sie ihre – und somit die weibliche – Vertritt ihre Ansichten Sicht der Dinge unmissverständlich zum Ausdruck: »Ihr wollt den Warencharakter der Liebe, aber die Ware soll verliebt sein. Ihr zu allem berechtigt und zu nichts verpflichtet, wir zu allem verpflichtet und zu nichts berechtigt, so sieht euer Paradies aus. Doch das geht zu weit!« (S. 103) Trotz des Vorsatzes, sich nicht verlieben zu wollen, kommen sich die beiden schnell näher. Cornelia gesteht Fabian ihre Gefühle, geht aber nicht von einer festen Bindung aus und verlangt auch nicht von ihm, Verantwortung für sie zu übernehmen: »Ich habe geweint, weil ich dich liebhabe. Aber dass ich dich liebhabe, das ist meine Sache, hörst du? Und es geht dich nichts an« (S. 116).
Die Emotionale und finanzielle Unabhängigkeit Unabhängigkeit, die sie Fabian zugesteht, beansprucht Cornelia auch für sich selbst. Gerade in dem Moment, in dem Fabian bereit ist, eine ernsthafte Beziehung einzugehen und Verantwortung zu übernehmen, verliert er seinen Job. Cornelia geht ein Verhältnis mit dem Filmproduzenten Makart ein, um als Schauspielerin Karriere machen zu können. In ihrem Brief an Fabian sondiert sie sachlich ihre Gefühle: »Mir ist, als hätte ich mich an die Anatomie verkauft. […] Ich werde nicht zugrunde gehen. Ich werde mir einbilden, der Arzt untersucht mich. Er mag sich mit mir beschäftigen, es muss sein. Man kommt nur aus dem Dreck heraus, wenn man sich dreckig macht. Und wir wollen doch heraus! Ich schreibe: wir. Verstehst du mich? Ich gehe jetzt von Dir fort, um mit Dir zusammenzubleiben« (S. 182).
Cornelia signalisiert, dass sie bereit ist, ihren Körper zu verkaufen, sich dreckig zu machen, ein Tauschgeschäft einzugehen – jedoch nicht nur für ihr eigenes Glück, sondern auch für das Fabians und für eine gemeinsame Zukunft ohne Geldsorgen. Sie nimmt aber zugleich das Risiko in Kauf, dass sich Fabian aufgrund dieser Entscheidung von ihr abwendet und zieht demnach ihre Karriere vor Liebe berufliche Karriere und finanzielle Absicherung der Liebe vor: »Wirst du mich liebbehalten? Wirst du mich noch anschauen wollen und umarmen können, trotz dem anderen?« (S. 182) Diese Fragen machen deutlich, dass Cornelia Zweifel daran hegt, dass Fabian ihr verzeihen und sie weiterhin lieben kann.
Ihr aufgrund dessen vorzuwerfen, sie habe keine echten Gefühle für Fabian, greift angesichts der Situation jedoch zu kurz. Cornelias Vertrauen ist erschüttert, sie wurde bereits zweimal »[s]tehengelassen wie ein Schirm, den man absichtlich irgendwo vergisst« (S. 101), und ist nach Fabians Entlassung nun finanziell völlig auf sich selbst angewiesen. In Zeiten ökonomischer Not sind viele dazu bereit, ihr Tauschgeschäft: Glück gegen Wohlstand Glück einzutauschen, wie auch Fabian bemerkt: »Wer haben will, muss hingeben, was er hat« – und so wird durch das Tauschgeschäft aus Cornelia »[e]ine unglückliche Frau, der es gutgeht« (S. 199). Mit ihrem Aufstieg zur Filmikone erscheint sie nun vollends als Inkarnation der modernen Neuen Frau.
Fabians Mutter: Fabians Selbstlose, liebende Mutter Mutter lebt in Dresden und führt dort ein kleines Seifengeschäft. Sie hat ein enges Verhältnis zu ihrem Sohn, was unter anderem durch ihren regen Briefverkehr deutlich wird. Sie stellt als selbstlose, liebende Mutter die einzige ausschließlich positive Frauenfigur des Romans dar. Im vierten Kapitel, als Fabian von der Arbeit aus der Zigarettenfabrik zurückkehrt, erwartet ihn ein liebevoller Brief, in dem mütterliche Fürsorge und Sehnsucht nach dem Sohn deutlich werden: »Mein lieber Junge, wenn du doch bald mal wieder nach Hause kommen könntest. Ostern warst Du da. Wie die Zeit vergeht. Da hat man nun ein Kind und hat eigentlich keins. Die paar Tage im Jahr, wo wir uns sehen. Am liebsten setzte ich mich gleich auf die Eisenbahn und käme hinüber« (S. 49).
Sie macht sich Sorge um Fabian Sorgen um Fabians finanzielle Lage und seine beruflichen Perspektiven. Sie bittet ihn, kein Geld mehr zu schicken, da er dieses selbst nötig habe und nimmt ihn hinsichtlich seines Jobs als Werbetexter für eine Zigarettenfirma vor anderen in Schutz: »Frau Thomas meinte, es ist doch ein Jammer, dass Du solches Zeug schreibst. Aber ich sagte, das ist nicht seine Schuld. Wer heute nicht verhungern will, und wer will das schon, der kann nicht warten, bis ihm der richtige Beruf durch den Schornstein fällt. Und dann habe ich noch gesagt, es ist ja nur ein Übergang« (S. 49). Sorgen macht sie sich nicht nur um Fabians berufliche Perspektiven und sein Einkommen, sondern auch um sein Privatleben und will ihn schützen: »Was machen die Mädchen?«, fragt sie und schickt eine Warnung hinterher: »Sieh dich vor« (S. 50).
Kurz nach Fabians Entlassung stattet seine Mutter ihm einen Überraschungsbesuch ab, um sich selbst davon zu überzeugen, dass es ihrem Sohn gut geht: »Ich musste nachsehen, was du machst. […] Ich hatte Sorgen um dich. Du beantwortest meine Briefe nicht mehr. Zehn Tage hast du nicht geschrieben. Es ließ mir keine Ruhe, Jakob« (S. 143). Ihre Mütterliche Fürsorge und Ordnungsliebe mütterliche Fürsorge, ihr Fleiß und ihre Ordnungsliebe werden auf verschiedenen Ebenen deutlich: Sie wäscht Fabians Wäsche, räumt sein Zimmer auf und umsorgt ihn, indem sie ihn mit verschiedenen mitgebrachten Lebensmitteln verwöhnt.
Mutter und Sohn Unbeschwerter Spaß und zärtlicher Umgang genießen ihre gemeinsame Zeit, sie schwelgen in Erinnerungen und gehen ins Kino. Der Umgang zwischen ihnen ist sehr innig und zärtlich: Im Kino lacht Fabian nur, weil er sich über das Lachen seiner Mutter freut, und zu Hause gibt er ihr einen Gutenachtkuss. Cornelia erwähnt Fabian nur kurz, seine Entlassung verschweigt er völlig – vermutlich aus Rücksichtnahme, damit seine Mutter sich keine Sorgen machen muss. Dass er sie belügen muss, tut Fabian leid, umso mehr, als ihm bewusst ist, was ihr die gemeinsame Zeit mit ihrem Sohn bedeutet: »Ein hübsches Versteckspiel trieb er da mit der alten Frau! Rannte auf und davon, obwohl er nichts zu tun hatte. Ließ sie da oben allein in dem fremden, hässlichen Zimmer, obwohl er wusste, dass sie jede Stunde, die sie mit ihm zusammensein durfte, bereit war, gegen ein ganzes Jahr ihres Lebens einzutauschen« (S. 151 f.).
Beim Abschied wird die mütterliche Sorge um Fabians finanzielle Situation erneut deutlich, zugleich aber auch, wie sehr sich Mutter und Sohn ähneln. Tausch der Zwanzigmarkscheine Sie hinterlässt ihm einen Brief mit etwas Geld und auch Fabian steckt ihr am Bahnhof heimlich Geld in die Tasche: »Er steckte den Zwanzigmarkschein ein. Jetzt saß die Mutter im Zug, und bald musste sie den anderen Zwanzigmarkschein finden, den er ihr in die Handtasche gelegt hatte. Mathematisch gesehen war das Ergebnis gleich Null. Denn nun besaßen beide dieselbe Summe wie vorher. Aber gute Taten lassen sich nicht stornieren. Die moralische Gleichung verläuft anders als die arithmetische« (S. 163).
Nach dem Tod Labudes kehrt Fabian zu seiner Mutter in seine Heimatstadt Dresden zurück. Bei ihr kann er seine Trauer endlich zulassen, wie bei seiner Ankunft deutlich wird: »Er ging auf sie zu und sagte mit zitternder Stimme: ›Mutter, Labude hat sich erschossen.‹ Und plötzlich liefen ihm die Tränen aus den Augen« (S. 243). Fabian berichtet von seiner Entlassung und der unglücklichen Liebe zu Cornelia. Seine Mutter Wunsch nach bürgerlicher Existenz wünscht sich für Fabian eine bürgerliche, geregelte Existenz und ermutigt ihn dazu, in Dresden zu bleiben: »Wäre es nicht besser, wenn du hier nach einer Stellung suchtest?«, fragt sie. »Gefällt es dir gar nicht mehr bei uns? Du könntest in die Wohnstube ziehen. Hier sind auch die Mädchen netter und nicht so verrückt. Vielleicht findest du doch eine Frau« (S. 253).
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