Kitabı oku: «Roadtrips Deutschland»

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ROADTRIPS
Deutschland

100 unvergessliche Touren mit dem Auto

»Das Reisen ist auch solch ein Element, das sich jeder Definition entzieht.

Wie schnell ist man weit vom gestrigen Tag …« Hugo von Hofmannsthal



Inhalt

Quer durch Deutschland

1Deutsche Märchenstraße

2Deutsche Alleenstraße

3Immer die A7 entlang

4Deutsche Fachwerkstraße

5Deutsche Technik »erfahren«

6Deutsche Limesstraße

Im Norden von Deutschland

7UNESCO-Route: von Lübeck nach Bremen

8Immer an der Ostsee entlang

9Zurück in die Steinzeit

10Grüne Küstenstraße

11Industrieroute I

12Alte Salzstraße

13Deutsche Fährstraße

14LiteraTouren I

15100-Schlösser-Route durchs Münsterland

Im Osten und in der Mitte von Deutschland

16Hansische Ostseestraße

17Um Mecklenburgs Seenplatte

18Schlösser, Herrenhäuser, Parkanlagen

19Märkische Eiszeitstraße

20UNESCO-Route: Bad Muskau–Berlin–Stralsund–Rügen

21Sächsische Silberstraße

22Dem Himmel entgegen

23Auf den Spuren von Martin Luther

24Auf den Spuren von Johann Sebastian Bach

25Durch das Elbsandsteingebirge

26Straße der Romanik (Südroute)

27UNESCO-Route: von Dessau nach Kassel

28Auf dem Schottenring

29UNESCO-Route: Eisenach–Weimar–Dessau–Potsdam

30Auf den Spuren deutscher Dichter und Denker

31Klassikerstraße

32Sauerland-Tour

Im Westen von Deutschland

33Grüne Straße Eifel-Ardennen

34Deutsche Weinstraße

35Von der Künstlerkolonie zum Malerdorf

36UNESCO-Route: Maulbronn–Speyer–Trier

37Mittelrheintal

38Sauerland-Höhenstraße

39Niederrheinroute

40Burgenstraße

41Südwestfälische Eisenstraße

42Industrieroute II

43Deutschland-Holland-Connection

44Deutsche Vulkanstraße

45Deutsche Edelsteinstraße

46Hunsrückhöhenstraße

47Nibelungen-Siegfried-Straße

48Rheinischer Sagenweg

49Durchs Bergische Land

50Moselweinstraße

51Spessart-Höhenstraße

52Naheweinstraße

53Lahn-Ferienstraße

Im Süden von Deutschland

54Badische Weinstraße

55UNESCO-Route: Vom Bodensee in den Pfaffenwinkel

56Berta Benz Memorial Route

57Oberschwäbische Barockstraße

58Bis zur Quelle des Rheins

59Württemberger Weinstraße

60Rund um die bayerischen Königsschlösser

61Salve auf den Straßen der Römer

62Romantische Straße

63Auf den Spuren schwäbischer Dichter

64Schwarzwaldhochstraße

65UNESCO-Route: Von Regensburg nach Bad Homburg

66Von Bayern nach Böhmen

67Von Passau nach Südböhmen

68Deutsche Hopfenstraße

69Glasstraße

70LiteraTouren II

71Inn und Salzach entdecken: Von Passau zum Waginger See

72Kaiserpfad und Königsweg

73Fränkische und Aischgründer Bierstraße

74Auf den Spuren des »Blauen Reiter«

75Die Dientzenhofers – von Bamberg nach Prag

76Fünfseenland

77Durchs Altmühltal

78Die Klöster am oberbayerischen Inn

79Über den Achenpass

80Deutsche Alpenstraße

Register

Impressum



Quer durch Deutschland



1 Deutsche Märchenstraße
Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen

Die Lebensstationen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie die Orte, an denen sie vor 200 Jahren den Märchenerzählerinnen lauschten, die Märchen sammelten und aufschrieben, dazu sagenumwobene Schauplätze beliebter Märchen, tiefe Wälder, malerische Burgen und alte Städte – die Märchenstraße lädt ein zu einer erlebnisreichen Fahrt durch deutsche Natur- und Kulturlandschaften zwischen Main und Meer.

HIGHLIGHTS

Kassel. Bergpark Wilhelmshöhe, Schloss und Herkules; Brüder-Grimm-Museum in barockem Stadtpalais; Fachwerkhaus in Kassel-Niederzwehren: das einstige Wohnhaus der Märchenerzählerin Dorothea Viehmann

Hameln. Prachtvolle Fachwerk- und Weserrenaissance-Bauten, Rattenfängerbrunnen, -haus und -Festspielbühne

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Brüder-Grimm-Märchenfestspiele. Im Park und in der Orangerie von Schloss Philippsruhe in Hanau, Mai bis August

Marionettentheater. Das Theater im Marstall in Steinau bietet fast täglich Märchenaufführungen

Rotkäppchenwoche. Im Juli/August im Schwälmer Land

Wilhelmshöher Berg- und Lichterfest. Im September in Kassel

Rattenfänger-Festspiel. Mai bis September jeden Sonntag in Hameln

Musical Rats. Mai bis September jeden Mittwoch in Hameln

Stadtmusikanten-Märchenspiel. Mai bis September jeden Sonntag auf dem Domhof in Bremen

Historische Bürgerhäuser säumen den großartigen Marktplatz der Hansestadt Bremen.

Auf den Spuren der Brüder Grimm

An der Mündung der Kinzig in den Main liegt die einstige Residenzstadt Hanau, in der Jacob Grimm (1785–1863) und sein jüngerer Bruder Wilhelm (1786–1859) zur Welt kamen. Am Marktplatz, direkt vor dem barocken Rathaus, steht das Standbild der berühmten Brüder. Jahre ihrer Kindheit verbrachten sie in Steinau an der Straße im damaligen Amtshaus, einem prachtvollen Fachwerkgebäude, das heute als Gedenkstätte und Museum eingerichtet ist. Hübsch anzusehen ist der Brunnen mit den Märchenfiguren, und auch in der Marionettensammlung von Schloss Steinau findet man Schneewittchen, den Gestiefelten Kater und all die anderen. In Alsfeld, dem mauerumgürteten Fachwerkstädtchen mit dem mittelalterlichen Stadtbild, lädt das Märchenhaus zum Besuch ein. Nicht nur die Kinder dürfen hier der Märchenerzählerin lauschen und die Puppenstubensammlung bestaunen!

Nächste Station ist die alte Universitätsstadt Marburg, wo die Brüder Grimm Rechtswissenschaft studierten, aber mit bedeutend größerer Leidenschaft Privatstudien zur deutschen Sprache und Literatur betrieben. 1806 begannen sie mit ihrer Sammlung von deutschen Märchen und Sagen, die ihnen Weltruhm einbrachte. Die Grimmschen Handexemplare der beiden Bände Kinder- und Hausmärchen, erschienen 1812 und 1815, hat die UNESCO jüngst zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Verschlungene Wege nach Kassel

Zwischen Marburg und Fürstenberg teilt sich die Märchenstraße in mehrere Routen. Eine führt nach Schwalmstadt im Schwälmer Land, das sich auch Rotkäppchenland nennt, gehört doch die rot geschmückte Kappe zur hiesigen Frauentracht. Und weiter geht’s von Hessisch Lichtenau hinein in den Naturpark Meißner-Kaufunger Wald, die sagenhafte Heimat von Frau Holle. An einer anderen Route liegt am Rand des Naturparks Kellerwald Bad Wildungen mit seinen Villen aus der Gründerzeit.

Zum Stadtgebiet gehört das Schneewittchendorf Bergfreiheit mit Besucherbergwerk und Museum; es informiert über die historischen Hintergründe des Märchens und zeigt zur Freude der Kinder das zwergenhaft kleine Schneewittchenhaus. Auf beiden Reisewegen erreicht man Kassel, das drei Jahrzehnte lang der Lebensmittelpunkt der Brüder war. Im barocken Stadtpalais Bellevue, in dessen Nachbarschaft sie einst wohnten, ist das Brüder-Grimm-Museum mit einer Dauerausstellung zu Leben und Werk sowie Archiv und Forschungsinstitut eingerichtet. Eine Hauptquelle für die Grimmsche Märchensammlung war Dorothea Viehmann, deren Wohnhaus in Kassel-Niederzwehren noch steht.

Persönlicher Tipp

ZU FRAU HOLLE AUF DEM HOHEN MEISSNER

Nebel senkt sich im Reinhardswald, dem Schauplatz vieler Märchen und Sagen.

Es war einmal ein gutes Mädchen, das von seiner bösen Stiefmutter gezwungen wurde, in einen tiefen Brunnen zu springen. Doch es ertrank nicht etwa, sondern landete in Frau Holles Welt hoch über den Wolken. Das Mädchen diente Frau Holle artig, schüttelte die Betten aus, woraufhin es auf der Erde schneite, und wurde zum Lohn mit Gold überschüttet, sodass es als Goldmarie heimkehrte. Die Stiefmutter schickte nun ihre eigene Tochter zu Frau Holle, doch weil sie unartig und faul war, wurde sie zur Strafe mit Pech übergossen und kehrte als Pechmarie heim … Von Frau Holle erzählte man sich schon vor über 1000 Jahren – einer der ältesten, auch heute noch weithin bekannten Mythen. Der Sage nach wohnt sie auf dem Hohen Meißner (754 m) bei Hessisch Lichtenau im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. An der Ostflanke liegt mitten im Wald der idyllische Frau-Holle-Teich, der den Zugang zu Frau Holles Reich bilden soll und heute ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel mit Picknickplatz und Frau-Holle-Statue ist.

An der Weser zu den Bremer Stadtmusikanten

Wir passieren Hann. Münden, die schönste Fachwerkstadt im Weserbergland, und erreichen die mittelalterliche Sababurg. So märchenhaft erhebt sich das alte Gemäuer mitten im Reinhardswald, dass der Beiname »Dornröschenschloss« absolut passend ist. Ein kurzer Umweg führt von der Weser an die Diemel nach Trendelburg: Motive aus Grimms Märchen schmücken die Laternen des Fachwerkstädtchens, und in luftiger Höhe thront die Burg, von deren Turm einst Rapunzel ihr Haar herunterließ – so wenigstens erzählt man sich. In der Münchhausenstadt Bodenwerder dient das einstige Herrenhaus derer von Münchhausen, in dem der »Lügenbaron« 1720 geboren ist und auch seinen Lebensabend verbrachte, heute als Rathaus und Museum. Auf dem Brunnen davor zeigt eine Skulptur den fantasievollen Geschichtenerzähler, der als Offizier in russischen Diensten auch so manche reale Gefahr überstand, bei seinem Ritt auf einem halben Pferd.

Das Schweinedenkmal in der Bremer Sögestraße – Plattdeutsch für Sauenstraße

Persönlicher Tipp

ZU HASE UND IGEL NACH BUXTEHUDE


Der »Flethenkieker« am historischen Westfleth in der Märchenstadt Buxtehude

Eine Seitenstrecke der Märchenstraße führt vor die Tore Hamburgs, nach Buxtehude, wo sich einstmals der Wettlauf zwischen dem schnellen, aber dummen Hasen und dem listigen Igel zugetragen haben soll. Aufgeschrieben hat das alte niederdeutsche Märchen zuerst der Heimatdichter Wilhelm Schröder, danach nahmen es die Brüder Grimm in ihren Märchenschatz auf. Mehr darüber erfährt man im Buxtehude-Museum für Regionalgeschichte und Kunst, das seinen Sitz in einem aufwendig gestalteten Fachwerkhaus hat. Einen Ehrenplatz im Stadtzentrum nimmt die liebenswürdige Hase-und-Igel-Skulptur ein. Buxtehude, am Rand des Alten Landes gelegen, erlebte seine Blütezeit im Spätmittelalter als Mitglied der Hanse. Um 1300 entstand die gotische Backsteinkirche St. Petri, um die sich enge Gassen gruppieren. Ein Stadtbrand im Jahr 1911 hat viel wertvolle historische Bausubstanz zerstört, aber am Westfleth beispielsweise kann man noch die traditionelle giebelständige Bauweise der Fachwerk- und Backsteinhäuser sehen.

Nach einem Stopp bei Schloss Hämelschenburg, einem Glanzstück der Weserrenaissance, ist Hameln erreicht – mit seinen prachtvollen Fachwerk- und Steinbauten der Weserrenaissance und der bekannten Sage vom Rattenfänger ein Höhepunkt an der Märchenstraße. In der Altstadt begegnet man dem Rattenfänger allerorten, am Rathausbrunnen genauso wie im Rattenfängerhaus und beim Rattenfänger-Freilichtspiel. Es wird vor dem Hochzeitshaus aufgeführt, dessen Glockenspiel mehrmals täglich das Rattenfängerlied spielt. Dem Lauf der Weser folgend kommt man nach Bad Oeynhausen, wo in einer stilvollen Villa am Kurpark das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum seine umfangreichen Sammlungen zeigt. Letzte Station an der Märchenstraße ist die alte Hansestadt Bremen, deren tierische Stadtmusikanten als Skulptur vor dem grandiosen Rathaus (UNESCO-Welterbe) verewigt sind.

Deutsche Märchenstraße
Infos und Adressen

REISEROUTE

Hanau–Steinau an der Straße–Alsfeld–Marburg–Schwalmstadt–Hessisch Lichtenau/Hoher Meißner–Bad Wildungen mit Bergfreiheit–Kassel–Hann. Münden–Sababurg/Hofgeismar–Trendelburg–Fürstenberg–Bodenwerder–Hameln–Bad Oeynhausen–Bremen; ca. 800 km

BESTE REISEZEIT

ganzjährig

SEHENSWERT

Hanau. Geburtsstadt von Jacob und Wilhelm Grimm mit Nationaldenkmal der Brüder, imposantes Schloss Philippsruhe mit Parkanlage und Historischem Museum.

Steinau an der Straße. Museum Brüder-Grimm-Haus in prächtigem Fachwerkhaus; Märchenbrunnen; Marionettenmuseum im Schloss, Marionettenbühne im Marstall.

Alsfeld. Schöne Fachwerkstadt (Europäische Modellstadt für Denkmalschutz) mit großartigem Rathaus; im Märchenhaus Märchenerzählerin und Puppenstubensammlung.

Marburg. Universitätsstadt an der Lahn, Studienort der Brüder Grimm, auf dem Schlossberg das mächtige Landgrafenschloss (»Wiege Hessens«), Fachwerkaltstadt mit frühgotischer Elisabethkirche.

Schwalmstadt. Fachwerkstädtchen im Schwälmer Land, im Museum der Schwalm Trachtenabteilung (»Rotkäppchen«).

Hessisch Lichtenau. Fachwerkstädtchen am Fuß des Hohen Meißner, »Tor zum Frau-Holle-Land« mit Erlebnismuseum Holleum, Frau-Holle-Teich, Frau-Holle-Pfad.

Bergfreiheit. Ehemaliges Bergarbeiterdorf im Kellerwald, heute bekannt als Schneewittchendorf mit Besucherbergwerk und Schneewittchenhaus.

Hann. Münden. Schönste Fachwerkstadt im Weserbergland in einzigartiger Lage am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser.

Sababurg. Mittelalterliche Burg auf einem Basaltkegel im Reinhardswald, als Dornröschenschloss bekannt, viel besuchtes Ausflugsziel mit Tierpark.

Trendelburg. Fachwerkaltstadt und Höhenburg mit Rapunzelturm.

Bodenwerder. Münchhausen-Stadt mit Museum im Geburtshaus des »Lügenbarons«.

Bad Oeynhausen. Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum mit Sammlungen von historischen Märchenbüchern, -illustrationen, Spielsachen und vielem mehr.

Bremen. Geschichtsträchtige Hansestadt mit UNESCO-Weltkulturerbe-Rathaus und Roland; am Marktplatz auch die Bronzefiguren der Bremer Stadtmusikanten Esel, Hund, Katze, Hahn; Überseemuseum, eines der meistbesuchten Museen Deutschlands.

Buxtehude. Hansestadt vor den Toren Hamburgs, märchenhafter Schauplatz des Wettlaufs von Hase und Igel, in der Innenstadt Hase-und-Igel-Skulptur.

ESSEN UND TRINKEN

Druckhaus am Main, Hanau. Restaurant mit Biergarten. Illerstr. 2, www.druckhaus-hanau.de

Landgasthof Grüner Baum, Steinau. Traditionshaus mit regionaler Küche. Leipziger Str. 45, www.gruenerbaum-steinau.de

Roth’s Gasthof zur Linde, Alsfeld. Hessische Küche und Biergarten. Merschroder Str. 25

Ratsbrauhaus Hann. Münden, Markt 3, www.ratsbrauhaus.de

Bremer Ratskeller. 600 Jahre Tradition im Herzen der Hansestadt, www.ratskeller-bremen.de

ÜBERNACHTEN

Hotel Villa Stokkum, Hanau-Steinheim. Klassizistische Villa, www.villastokkum.de

Hotel Marburger Hof. Mitten in der Altstadt, Elisabethstr. 12, www.marburgerhof.de

Hotel Gude, Kassel. Modernes Haus mit »Märchen-Lobby«. Frankfurter Str. 299, www.hotel-gude.de

Göbel’s Hotel Quellenhof, Bad Wildungen. Traditionshaus. Brunnenallee 54, www.goebel-hotels.com

Hotel Stadt Hameln. Mitten in der »Rattenfängerstadt«. Münsterwall 2, www.hotel-stadthameln.de

WEITERE INFOS

Deutsche Märchenstraße: www.deutsche-maerchenstrasse.de

Die Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks zieren seit 1953 das Stadtbild.

2 Deutsche Alleenstraße
Deutschland

Immer gut behütet – oder »bedacht« – sind Autofahrer auf der Alleenstraße zwischen dem Bodensee im Südwesten des Landes und seiner nordöstlichsten Ecke auf der Insel Rügen. Schattiges Grün hält im Sommer die brennende Sonne ab, und die Bäume liefern den Rahmen für großartige Panoramablicke.

HIGHLIGHTS

Stralsund. Mittelalter und faszinierende Museen; Blick vom Turm der Marienkirche

Museumsdorf Alt Schwerin. Historischen Alltag in Mecklenburgs Dörfern erleben

Silberbergwerk Goslar. Weltrekord: Bis 1998 war es mehr als 1000 Jahre in Betrieb

Fürstenallee bei Schlangen, Kreis Lippe. Vierreihige Eichenallee beim Jagdschloss Oesterholz

Ravensburg. Deutschlands größte Barockbasilika

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Kurt-Weill-Festival. Zwei Wochen im Februar und März Musik, Vorträge und Ausstellungen in Dessau

Internationales Dixieland-Festival Dresden. Seit 1971 Dixieland-Jazz im Mai

TFF Rudolstadt. Eines der größten Weltmusikfestivals Europas, im Juli

DomStufen-Festspiele Erfurt. Oper, Rock-Oper, Kinder-Oper, Juli bis August

Ruhr-Triennale. Welt-Kunstfestival von August bis Oktober rund um Dortmund

Knorrig ist kein Muss: schlanke Alleebäume zwischen Rapsfeldern bei Duderstadt

Zauber der grünen Tunnel

Die Franzosen haben’s erfunden: Das Wort »Allee«, vom französischen aller, gehen, soll zuerst schützende Wege für Soldaten benannt haben. Friedlich setzten sich Alleen als Prachtstraßen und regionale Schmucklinien durch. Doch im 20. Jahrhundert litten sie, konnten den wachsenden Verkehr kaum mehr bewältigen. Zudem waren Alleen manchen Stadtvätern lästig, brauchten sie doch Pflege. Schließlich war das Netz der »grünen Tunnel« stark ausgedünnt. Doch im Osten der wiedervereinten Republik hatten einige alte Baumreihen überlebt. Vor allem auf ihnen fußte die Initiative von Naturschutz- und Verkehrsverbänden, das »Kultur-Erbe Allee« neu erblühen zu lassen: 1993 wurde die erste Teilstrecke der »Deutschen Alleenstraße«, zwischen Rügen und der Mecklenburgischen Seenplatte, eröffnet. Braune Logo-Schilder kennzeichnen den Verlauf der Ferienroute: 2900 Kilometer in zehn Abschnitten.

Quer durch den Nordosten

Am Kap Arkona oder im Seebad Sellin auf Rügen beginnt Teilstrecke 1. Über Putbus geht es in die UNESCO-Welt-erbestadt Stralsund und dann strikt nach Süden: durch Grimmen mit drei Stadttoren nach Demmin, wo schon Karl der Große und Zar Peter I. residierten. Nach Malchin voller Tore und Türme folgt Malchow am Fleesensee, dann erreicht man die große Müritz und die Strelitzer Seenplatte sowie Wesenberg und Rheinsberg mit Rokokoschlösschen.

Abschnitt 2 führt durch Brandenburg und das Havelland, zunächst vorbei an der Fontane- und Schinkelstadt Neuruppin. In Hakenberg unterlagen 1675 die Schweden. Linum hingegen ist für seine Störche und Grünefeld als hübschestes Dorf der Region bekannt. Brandenburg an der Havel beeindruckt mit Kirchen, Mauern und einer einmaligen Sumpfzypressenallee. Dann streift der Weg in Belzig Norddeutschlands größte Höhenfestung, bevor es entweder in die Luther- und UNESCO-Stadt Wittenberg geht oder direkt ins Wörlitzer Gartenreich samt Bauhaushochburg Dessau.

Persönlicher Tipp

WASSERWANDERN UND ABSTECHER


Kunstwerke und Menschen an der Uferpromenade von Meersburg, Zielort am Bodensee

Von der Mecklenburgischen Schweiz bis ins Havelland: Auch abseits der Alleen liegen zahlreiche hübsche Zwischenstopps, die eine Erwähnung wert sind. Angesichts der vielen Wasserwege in der von Gletschern gekerbten Landschaft bietet sich auch das eine oder andere Mal an, für einen halben Tag ein Boot (oder das Rad für Nichtpaddler) zu mieten, sich treiben zu lassen oder den Orten vom Wasser aus zu nähern. Sehenswert beidseitig der Teilstrecken 1 und 2 sind etwa die 15-seitige Fachwerkkapelle am Schloss von Griebenow und die Hünengräber von Sassen. In Teterow warnt der Hechtbrunnen vor Schildbürgerdenken, in Stavenhagen hat Mecklenburgs Nationaldichter Fritz Reuter sein Museum und Denkmal. Die Schlösser Schlitz und Klink sind wieder prachtvoll renoviert, ebenso Schlosskirche und -garten in Neustrelitz. Dank seiner Altstadt gehört Gransee zu Brandenburgs schönsten Städten, während im nahen Lindow sowie in Lehnin bei Potsdam noch bemerkenswerte Klosterbauten oder -ruinen stehen.

Ab durch Deutschlands Mitte

Gleich sechs Abschnitte teilen sich den Weg durch den Bauch der Republik und bilden zusammen eine liegende, variabel befahrbare Acht zwischen Dresden und Dortmund. Ab Dessau führt Teilstrecke 3 quer durch den malerischen Harz nach Westen. Via Staßfurt, eine der weltweit ersten Salzbergbaustädte, geht es zum Bischofssitz Halberstadt und der Barock-pur-Klosterkirche Huysburg. Dann lockt Goslar mit Fach- und Silberbergwerk – und schließlich das mittelalterliche Duderstadt.

Dichtes Alleegrün rahmt auch den Englischen Pavillon von Schloss Pillnitz an der Elbe

Wer nun weiter westwärts fahren möchte, der folgt Abschnitt 4 vom Weserbergland über Münster- und Sauerland bis an die Ruhr. Von der Weserrenaissance in Höxter geht es nach Lippspringe mit Kuranlagen. Paderborn bietet Dom, Adam-und-Eva-Haus und Wewelsburg. Auf die Türmestadt Lippstadt folgt ein Schlenker am Möhnesee entlang nach Schwerte, Heimat der Kartoffelpuffer, in die Zechenstadt Dortmund.

Persönlicher Tipp

MÄRCHEN- UND SCHLÖSSERLAND

Malerisch ist das Schloss Lichtenstein (Schwäbische Alb) im Herbst.

Dicht bewaldete Mittelgebirge sind die passende Kulisse für trutzige Ritterburgen und romantische Märchenschlösser – viele davon hat die Alleenstraße zu bieten, hier sind nur einige der reizvollsten genannt. So winkt hoch über der Saale Schloss Bernburg und nahe Quedlinburg die schräge Roseburg. Wie aus dem Bilderbuch scheinen Schloss Wernigerode und Burg Eltz in der Eifel. Schloss Burg in Solingen ist voll rekonstruiert, bei Königswinter besticht die Burgruine Drachenfels. In Torgau prunkt das Renaissanceschloss Hartenfels, bei Dresden Schloss Moritzburg, in Schleusingen die siebentürmige Bertholdsburg und bei Meiningen Schloss Elisabethenburg. Nicht fehlen dürfen hier natürlich Eisenachs Wartburg, die Koblenzer Festung Ehrenbreitstein und das Hambacher Schloss. Diez, Schlitz und Bacharach sind gleich von mehreren Prachtbauten umstellt, während die Saalburg in Hessen schon von den Römern stammt. Die Krönung ist vielleicht Schloss Lichtenstein – erbaut nach einem Märchen von Wilhelm Hauff.

Die Route 5 führt nach Süden durchs Bergische Land. Neben Herdeckes hübscher Altstadt besticht der Eisenbahnviadukt, in Schwelm das alte Rittergut, in Altenberg der prächtige Dom. In der Papierstadt Bergisch-Gladbach steht das markante Bensberger Rathaus, das ländliche Lohmar hat viel Fachwerk, fünf Burgen und ein Schloss. Das historische Siegburg windet sich rund um den Michaelsberg, und in Bad Honnef steht Konrad Adenauers Geburtshaus.

Die südlichen drei Abschnitte durch Deutschlands Mitte beginnen mit Route 6 in Dessau und führen an der Elbe entlang durch Torgau und das gartenreiche Oschatz. Nach Meißen folgt die Karl-May-Stadt Radebeul mit der »Villa Shatterhand«. Nach Dresden geht die altwüchsige Alleenstraße in neu gepflanzte Bereiche über: am Erzgebirge entlang durch die Uhrenstadt Glashütte, das Spielzeugdorf Seiffen und die Silberstadt Marienberg. Aus Annaberg-Buchholz stammt Adam Riese, aus Morgenröthe-Rautenkranz der erste deutsche Astronaut, Sigmund Jähn, und aus Plauen die berühmte Tüllspitze.

Route 7 in Y-Form schließt die Lücke zwischen Plauen und Duderstadt und führt nach Hessen. Hinter Plauen locken bei Saalfeld die Feengrotten, in Rudolstadt Barockschloss und Freilichtmuseum und in Arnstadt das Erbe der Musikerfamilie Bach. Oberhof war schon in der DDR eine Hochburg des Wintersports und Meiningen eine des Theaters. Dann trifft die Strecke auf den Weg von Duderstadt, vom Sole-Heilbad Heiligenstadt, der Rosenstadt Bad Langensalza und Luthers Eisenach. Vereint geht es durch die Rhön zur barocken Domstadt Fulda.

Der 8. Abschnitt komplettiert die Mitte: vorbei an Vulkan-, Römer- und Ritterspuren, an der »Strumpfstadt« Lauterbach, Elvis Presleys Friedberg und dem Jugendstilkurort Bad Nauheim. Bei Weilburg lädt die Kristallhöhle zum Besuch, in Limburg der Dom, einige junge Alleen später das UNESCO-Römerkastell Holzhausen. Hier trifft auch die Weiterführung der Route 5 ein, von Bad Honnef via Koblenz am Deutschen Eck. Es folgen der Schinderhannes-Ort Simmern, das Freilichtmuseum Bad Sobernheim und die Wein- und Kurstadt Bad Kreuznach.

Persönlicher Tipp

ZEITREISE DURCH SÜDDEUTSCHLAND


Kunst an der Uferpromenade in Meersburg

Auch der Süden rund um Strecke 9 und 10 der Alleenstraße hat eigentlich viel zu viele Sehenswürdigkeiten, um allen gerecht zu werden. Warum nicht mal eine Zeitreise durch die Kulturen wagen? Ein Abstecher nach Worms am Rhein etwa führt zum Schauplatz des Nibelungenlieds – zum Dom, der in der Saga eine Kulisse bietet. Derselbe Dom, in dem Martin Luther sich 1521 weigerte zu widerrufen. Das Örtchen Meisenheim in der Nordpfalz ist mit Schlosskirche, Bürgerhäusern und Adelshöfen fast wie im 15. Jh. erhalten – während in Hechingen/Stein ein detailgetreuer Gutshof die Zeit der Römer in Deutschland lebendig macht. Das Freilichtmuseum Kürnbach zeigt den bäuerlichen Alltag im Bodenseeraum anschaulich in Häusern und Werkstätten. In der Bärenhöhle von Erpfingen lebten nicht nur Bären, Höhlenlöwen und Nashörner vor 20 000 Jahren, vor 8000 Jahren siedelten dort auch Menschen. Und in Unteruhldingen am Bodensee zeigt das Freilichtmuseum das Leben der Steinzeitmenschen in original rekonstruierten Pfahlbauten.

Bis ans »Schwäbische Meer«

Ziel der letzten zwei Teilstrecken ist der Bodensee. Route 9 führt von Rheinhessen nach Rheinland-Pfalz, zunächst in die Nibelungenstadt Alzey. Der Weinbau prägt Bad Dürckheim mit Riesenfass, Wachenheim mit Sektkellerei, Deidesheim mit »Eva« und Edenkoben mit Klosterwein. Klingenmünster hat Burg Landeck zu bieten und Bad Bergzabern eine hübsche Altstadt. Nach der Gartenstadt Karlsruhe folgt Ettlingen, »Tor zum Schwarzwald«, vor Bad Wildbad und dem Marktplatz von Freudenstadt.

Für die Tour 10 leiten junge Alleen durch Baden-Württemberg. Sehenswert in Dornstetten ist das Rundfachwerk, in Horb am Neckar die treppenreiche Altstadt, in Tübingen das Studentenflair. Auf Gotik und Fachwerk in Reutlingen folgen Riedlingen mit einem Acker-Bürgerhaus und Hundersingen mit Kelten- und Steinzeitspuren. Via Ravensburg geht es nach Meersburg und über den Bodensee ins prächtige Konstanz, bevor gleich zwei Alleen die Fahrt krönen: 300 Meter Urwaldmammutbäume auf der »Blumeninsel« Mainau und auf der UNESCO-Insel Reichenau 1300 Meter Pappeln.

Auf Rügen führt unter anderem diese Ahornallee zwischen üppigen Feldern hindurch.

Deutsche Alleenstraße
Infos und Adressen

REISEROUTE

Auf zehn Teilstrecken von Nordost bis Südwest: Rügen–Rheinsberg (270 km); Rheinsberg–Wittenberg bzw. Dessau (270 km); Dessau–Duderstadt (280 km); Höxter–Dortmund (220 km); Dortmund–Bad Honnef (190 km); Dresden–Wittenberg–Plauen (430 km); Plauen bzw. Duderstadt–Fulda (414 plus 60 km); Fulda–Bad Kreuznach (420 km); Bad Kreuznach–Freudenstadt (300 km); Freudenstadt–Konstanz (260 km)

BESTE REISEZEIT

vor allem Frühjahr–Herbst

SEHENSWERT

Mönchsguter Freilichtmuseen, Rügen. Gleich sieben kleine Museen bieten Information und Nostalgie, vom Heimat- übers Schul- bis zum Küstenfischermuseum.

Ivenacker Eichen. Nahe der Reuterstadt Stavenhagen stehen mehrere Stieleichen, mit bis zu 1000 Jahren einige der ältesten Europas – im Tiergarten des derzeit noch maroden Schlosses Ivenack.

Museum des Dreißigjährigen Kriegs, Wittstock. Der große Krieg im 17. Jh. wogte auch in dieser Region.

Ribbecks Birnbaum. »Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland« beginnt eine von Theodor Fontanes berühmtesten Balladen. Die Nachfolger des nämlichen Birnbaums sind heute Touristenmagneten.

Lutherstadt Wittenberg. Hier begann die Reformation, an die Schlosskirche nagelte Luther 1517 seine kühnen Thesen. Auch Wohnhaus, Grabmal und mehr sind erhalten.

Köthen. Kleiner Ort, große Geister – Johann Sebastian Bach war hier Hofkapellmeister und der Homöopath Samuel Hahnemann Fürstlicher Leibarzt.

Externsteine. Markante Felsformationen im Teutoburger Wald, Kultort wohl schon in der Steinzeit.

Schloss Corvey. Einstiges Benediktinerkloster, UNESCO-Weltkulturerbe, Abtei mit fürstlichen Räumen, barocke Abteikirche und Westwerk mit Wandmalereien.

Drachenfels am Rhein. Siebengebirgskuppe mit Ruine der Burg Drachenfels, Schloss Drachenburg und Zahnradbahn auf den »meistbestiegenen Berg Europas«.

Schleizer Dreieck. Deutschlands älteste Natur-Rennstrecke für Motorräder, heute auch für Oldtimer- und Bergrennen.

Wartburg, Eisenach. UNESCO-Welterbe hoch über der Stadt, wo Luther einst die Bibel ins Deutsche übersetzte. In Eisenach verbrachte Johann Sebastian Bach seine Kindheit.

Porzellanstadt Meißen. In der hoch thronenden Albrechtsburg erfand Alchimist Johann Friedrich Böttcher das »weiße Gold«.

Hermannsdenkmal. Mitten im Teutoburger Wald bezeugt es die legendäre, siegreiche Varusschlacht gegen die Römer.

Max-und-Moritz-Mühle und Museum Ebergötzen. Bei Göttingen liegt der Ort von Wilhelm Buschs Kindheit.

Wasserkuppe. Auf dem Gipfel der Rhön, der »Wiege des Segelflugs« mit Museum, auch heute ein Flieger-Eldorado.

Soest. Rund 600 Fachwerkhäuser stehen um den St. Patrokli-Dom. Die historische »Teichwippe« macht Büßer öffentlich nass.

Die Nibelungenstadt Worms am Rhein, mit St. Peter-Dom, ist den Kurzausflug wert.

ESSEN UND TRINKEN

Wulflamstuben, Stralsund. Rustikal und herzhaft originelle Kombinationen in Backsteingotik direkt beim Alten Rathaus, Alter Markt 5, www.wulflamstuben.de

Zum Alten Fritz, Rheinsberg. 100-jähriges Restaurant, exzellente Küche im gediegenen Ambiente. Besonders: historisches König-Friedrich-Menü, Schlossstr. 11, www.alterfritz-rheinsberg.de

Norddeutscher Bund, Heilbad Heiligenstadt. Gediegene regionale und saisonale Küche, hausgemachtes Bier, Göttinger Str. 25, www.hotelnorddeutscher-bund.de

Pferdestall, Bad Driburg. Deftig-Delikates im historischen Stall des Gräflichen Parks, Brunnenallee 1, www.graeflicher-park.de

Pfefferkorn, Dortmund, Steakhouse mit gehobenem Anspruch auch bei Fisch und Wein, nostalgisch-kunstvolles Ambiente. Markt 6, no1.pfefferkorn-restaurants.de

Anders auf dem Turmberg, Karlsruhe. Sterneküche kombiniert mit Bistro. Reichardtstr. 22, www.anders-turmberg.de

Café Guglhupf, Koblenz. Kuchen, tolles Frühstück und delikat Würziges am Abend. Emil-Schüller-Str. 31, Koblenz, www.cafe-guglhupf.dede

ess|bar. Klein, aber fein – sympathisches Konzeptrestaurant, Konstanz. Täglich wechselnde Kreationen. Bahnhofstr. 15, www.essbar-konstanz.de

SHOPPING

Rügenhof Arkona. Sanddornschnaps, Rügenhonig, Bernstein und andere typische Mitbringsel, www.kap-arkona.de

Harzer Baumkuchen, Wernigerode. Typisch in vielen Cafés. Neustadter Ring 17, www.harzerbaumkuchen.de

Die Porzellanmanufakturen, Rudolstadt. Gleich zwei der ältesten Manufakturen bieten hier Werksverkauf. Breitscheidstr. 7, www.dieporzellanmanufakturen.de

Zeche Zollern, Dortmund. Souvenirs von Bergbau- und Industriekultur führt der Museumsladen. Grubenweg 5, zeche-zollern.lwl.org

Traubenreich am Bodensee. Wein und Sekt, Gelee oder Essige direkt vom Hof – besonders die »Meersburger Essigpralinen«.

AUSGEHEN

Malzhaus, Plauen. Anspruchsvolle Konzerte, Kleinkunst, Vorträge und Ausstellungen in Thüringens Provinz, Alter Teich 7-9, www.malzhaus.de

Harzer Bergtheater, Thale. Deutschlands ältestes Freilichttheater, von Operette bis Kindertheater, grandioser Harzblick, www.harzer-bergtheater.de

Kühlschiff Unna. Herzstück der alten Lindenbrauerei, heute Ort für Konzerte, Lesungen und Disco. Rio-Reiser-Weg 1, www.lindenbrauerei.de

Jazzkeller Tübingen. Jahrzehntealte Institution, je nach Tag auch Hip-Hop, Reggae oder Mixed, www.jazzclub-tuebingen.de

ÜBERNACHTEN

Seeschloss Sellin. Drei Sterne, aber Wohlfühlatmosphäre für fünf, Ostseeblick beim Wellnessen, Am Hochufer 7, www.seeschloss-sellin.de

Schlosshotel Burg Schlitz, Hohen Demzin. Fünfsternehaus mit alter Alleenauffahrt und allen erwartbaren »Schikanen«, www.burg-schlitz.de

Hotel Alte Canzley, Wittenberg. Direkt an der Thesenkirche, früher logierten hier Kurfürsten, Biorestaurant, www.alte-canzley.com/de/

Ringhotel Niedersachsen, Höxter. Zentrales Vier-Sterne-Haus mit Wellnesstherme und Öko-Anspruch, www.hotelniedersachsen.de

Hotel Kasserolle, Siegburg. Originelles rundes Hotel im Ex-Kino, jeder Raum ist anders, Drei-Sterne-Familienbetrieb mit guter Küche. Seidenbergstr. 64, www.kasserolle.de/hotel.html

Hotel Ohm Patt, Boppard. Reizendes Familienhotel in Pastell, herzliches Flair, komfortable Räume. Steinstr. 30

WEITERE INFOS

Überblick mit exakten Streckenkarten als PDF: www.deutsche-alleenstrasse.de

Weitere Alleen in Deutschland: www.alleen-fan.de

Und natürlich nach Dresden führen Alleen. Prachtvoll hier der Hof des Zwingers

3 Immer die A7 entlang
Deutschland

Deutschlands längste Autobahn führt mitten durchs Land, durchquert Flach- und Hügelland, geht durch Tunnel und über Brücken, von der Grenze mit Dänemark bis nach Österreich. Doch wer nicht nur Kilometer »fressen« will, findet auf beiden Seiten schon unweit der Straße spannende Ziele – und das eine oder andere UNESCO-Weltkulturerbe.

HIGHLIGHTS

Wasserschloss Glücksburg. Nur zehn Kilometer östlich von Flensburg steht eins der bedeutendsten Renaissanceschlösser Nordeuropas.

Fasanerie. Bei Fulda steht Hessens schönstes Barockschloss: Zwischen Buchsbaum wandeln und dann edel im Restaurant eine kleine Mahlzeit einnehmen, toppt jede Autobahnraststätte.

Ulmer Münster. Sein Turm ist mit 161 Metern der höchste der Welt, zu erklettern für besten Ausblick über Ulm.

König-Ludwig-Brücke Kempten. Hoch über der Iller trug die Holzfachwerkbrücke einst ganze Eisenbahnzüge.

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Kemptener Jazz Frühling. Neun Tage Mai-Jazz im Allgäu mit internationalen Musikern

Kinderfest Giengen an der Brenz. Seit 300 Jahren zu Pfingsten auf dem Schießberg

Schützenfest Hannover. Weltgrößtes Schützenfest, im Juli

documenta Kassel. 100 Tage zeitgenössische Kunst alle fünf Jahre, wieder 2022

Wallensteinfestspiele Memmingen. Europas größtes Historienfestspiel, mit Bürgerbeteiligung, alle vier Jahre, wieder 2021

In der Flensburger Förde spiegeln sich Sonnenaufgang und Wasserschloss Glücksburg.

Vielfalt jenseits der Raststätten

Am Kilometer Null am Grenzübergang Ellund geht Dänemarks A10 über in die Bundesautobahn 7. Ab jetzt gehört der Asphalt unter den Reifen der längsten Straße der Republik, Europas zweitlängster nationaler Autobahn. Die A7 teilt Deutschland vertikal in zwei fast perfekte Hälften und wird erst nach 963 Kilometern an Österreichs Grenze enden.

Erstes Ziel am Wegesrand ist die alte Handelsstadt Flensburg. Von der Autobahn bis zur Innenstadt und zum Historischen Hafen sind es gerade mal fünf Minuten. Vorbei an Schleswig an der Schlei und dem Wikingererbe Haithabu fährt der Wagen dann hoch über den Nord-Ostsee-Kanal auf der elegant geschwungenen, 1498 Meter langen Rader Hochbrücke, an deren Stahl der Zahn der Zeit nagt.

Die »Pferdestadt« Neumünster ist die letzte größere Stadt an der A7 vor Hamburg – Indianerfreunde hingegen verlassen die Autobahn etwas weiter südlich beim Moorheilbad Bad Bramstedt. Eine halbe Stunde nach Osten lockt Bad Segeberg mit seinen Karl-May-Festspielen.

Heidschnucken, Heidekraut und spitze Wacholderbüsche – typisch Lüneburger Heide

Hamburg, Heide, Hannover und Hildesheim

40 Kilometer weiter führt die A7 mitten durch Hamburg, in den Röhren des Neuen Elbtunnels unter dem Fluss hindurch und dann auf der 4285 Meter langen Hochstraße Elbmarsch – Deutschlands längster Straßenbrücke – hoch über den Hamburger Hafen hinweg, schnelle Blicke auf Containerschiffe und Verladekräne inklusive.

Persönlicher Tipp

HANSESTADT NICHT NUR FÜR AUTOFAHRER


Beim Musicaltheater im Hamburger Hafen ankert das Museumsschiff »Rickmer Rickmers«.

Wer nicht im Stau steht, ist schnell hindurch durch Hamburg – doch das wäre zu schade, hat die Stadt an der Alster doch so viele Facetten, dass selbst eine Woche zum Erkunden eigentlich nicht ausreicht. Wer gerade mit Schwung durch den Elbtunnel kam, kann sich die Lage im Alten Elbtunnel zu Fuß genauer anschauen. Oder im Museum der Arbeit in Barmbek »TRUDE« besichtigen, das Tunnelmonster, das die Röhren einst gegraben hat. Eine Autobahn findet sich natürlich auch im Miniatur-Wunderland in der Speicherstadt, nur 87-mal kleiner – neben mehr als 13 Kilometern Eisenbahngleisen. Wenn auch die Reeperbahn irgendwie mit Verkehr zu tun hat, zeugt doch eher die Auswandererwelt Ballinstadt von richtig langen Reisen. In den kommenden Jahren bekommt die A7 in Hamburg übrigens drei Deckel verpasst: Um die steigende Lärmbelastung durch mehr Fahrspuren im Stadtgebiet aufzufangen, werden diese einfach überdacht. Große Parkanlagen und Kleingärten obendrauf bieten dann Grünflächen und Naherholungswert dank Autobahn.

Hinter der Hansestadt beginnen auch schon die Harburger Berge, de facto bis zu 150 Meter hohe Hügel: Im Wildpark Schwarze Berge leben Luchse, Steinböcke und mehr. Freunde der Landkultur lädt das Freilichtmuseum am Kiekeberg zum Picknickstopp.

Dann folgt die Lüneburger Heide, Spielort unzähliger Heimatfilme aus den Wirtschaftswunderjahren und im Herbst, zur Heidekrautblüte, violett überhaucht. Für Architekturfreunde lohnt ab Seevetal ein Abstecher von der A7 nach Lüneburg und Uelzen. Spaßsuchende finden bis Soltau Attraktionen von Skihalle über Barfußpfad bis Heide-Park. Ernsterer Natur ist die Gedenkstätte Bergen-Belsen, eine halbe Stunde östlich der Autobahn gelegen.

Rund 60 Kilometer später geht es an Hannover vorbei, Niedersachsens Landeshauptstadt, aus der Queen Elizabeths Vorfahren stammen. Die Herrenhäuser Gärten und das wieder aufgebaute Schloss waren ihr Zuhause. Wenig später liegt schon die Domstadt Hildesheim am Rand der Autobahn. In der Fachwerkaltstadt gehören die Michaeliskirche und der Mariendom zum UNESCO-Weltkulturerbe, samt dem »Tausendjährigen Rosenstock«.

Mitten durch Deutschland

Es folgen 300 Kilometer, die als die schönsten der ganzen A7 gelten – zumindest für Freunde von Kurvenfahrten: Vom Dreieck Salzgitter bis zum Kreuz Biebelried bei Würzburg geht es quer durch Mittelgebirgszüge. Ausläufer des Harz sind die ersten, Richtung Osten spannt sich der zugehörige Nationalpark. Je etwa 30 Minuten von der Autobahn entfernt liegt zunächst die Kaiserstadt Goslar, deren Altstadt samt nahem Erzbergwerk Rammelsberg ebenfalls zum UNESCO-Welterbe gehört. Dann lädt in der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld das Oberharzer Bergwerksmuseum samt Wasserwirtschaft, auch UNESCO-gelistet. Osterode schließlich ist Startpunkt für den zehn Kilometer langen »Harzer Hexenstieg«. Westlich der Autobahn ziehen derweil im Weserbergland der Solling, Wald des Jahres 2013, sowie die Bierstadt Einbeck mit mittelalterlichem Fachwerkkern vorüber.

Historisch bedeutend folgt der nächste Teil der A7: 1937 wurde zwischen Göttingen und Kassel der erste Autobahnabschnitt eröffnet. Die alte Universitätsstadt Göttingen bietet gotische Gewölbe, Glockenspiel und Gänselieselbrunnen. Eine halbe Stunde weiter folgt Hann. Münden – wo »Werra sich und Fulda küssen« und zur Weser werden. Die Strecke führt über das Jahrhundertbauwerk Werratalbrücke, knapp 60 Meter hoch und 1937 begonnen – und schont damit den westlich gelegenen, urtümlichen Reinhardtswald samt Sababurg.

Persönlicher Tipp

NATUR UND ACTION RUND UM DIE HEIDE

Wie aus dem Bilderbuch: Schäfer nahe Bispingen im Naturpark Lüneburger Heide

Heidschnucken mit urigem Schäfer findet man noch immer in der Lüneburger Heide, Heidschnuckenbraten mit Preiselbeeren gar in vielen hiesigen Gasthäusern. Doch wer die Natur lieber schauend genießt, findet ein dichtes Wander- und Radwegenetz durch Heidekraut und Wacholderbusch – und romantische Kutschfahrten rund um den 196 Meter hohen Wilseder Berg. Neben dem Heidemuseum bietet die Region ein attraktives Walderlebniszentrum und den Wildpark Lüneburger Heide. Entlang der A7 winkt ein ungewöhnlich dichtes Spaß- und Action-Angebot: Bei Egestorf lockt ein Barfußpark, bei Bispingen gleich drei Attraktionen: das Indoor-Skiparadies Snow Dome, die Ralf-Schumacher-Kartbahn sowie über Kopf das Verrückte Haus. Und weiter südlich wartet mehr: der Heide-Park Soltau mit Colossos, der weltgrößten Holzachterbahn. In Müden/Örtze ein Wild- und Abenteuerpark. In Walsrode der weltgrößte Vogelpark. Und in Hodenhagen der Serengeti-Park für Selbstfahrersafaris zwischen Löwen und Giraffen.

Eine halbe Stunde weiter kommt Kassel in Sicht, Stadt der Schlösser, Residenzen und Parks. Auch der Bergpark Wilhelmshöhe ist UNESCO-Welterbe, der aufragende Herkules und Schloss Wilhelmshöhe sind Wahrzeichen der Stadt. Zurück in die Natur führt das nahe Melsungen: Auf dem 70 Kilometer langen Kunstpfad Ars Natura wollen mehr als 100 Kunstwerke entdeckt werden. Kultur bietet bald wieder die Kurstadt Bad Hersfeld, auch für ihre Festspiele in der romanischen Stiftskirchenruine bekannt. Ebenso Fulda, 50 Kilometer südlich – eine Bischofsstadt voller Kirchen, Klöster und dem beeindruckenden Dom St. Salvator.

Durchs Allgäu den Alpen entgegen

Die Rosengartenstadt Bad Kissingen an der Rhön gilt als bekanntester Kurort Deutschlands. Wer stattdessen auf natürliche Fußmassage setzt, sollte 40 Minuten später an der Raststätte Gramschatzer Wald haltmachen: Dort beginnt ein drei Kilometer langer Barfußpfad. Erholt geht es dann nach Würzburg, mehr als 1300 Jahre alt. Gut erhaltene, ehrwürdige Gebäude wie die Residenz sind UNESCO-Weltkulturerbe. Bekanntestes Bauwerk ist aber wohl die trutzige Marienfeste hoch über der Stadt. Mittelalterlich ist auch Rothenburg ob der Tauber rund 40 Minuten weiter südlich mit seinem verschachtelten Bilderbuchfachwerk. Ab Würzburg führt die A7 nun durchs Grenzgebiet Baden-Württemberg/Bayern, von Aalen bis Ulm zudem über die Schwäbische Alb. An der Ausfahrt Aalen, das – wie das Limes-Freilichtmuseum zeigt – schon den Römern als Stützpunkt diente, lädt der Stausee Buch mit Tretbooten und Strandbad zur Pause ein.

Persönlicher Tipp

MITTELALTER ZWISCHEN KITSCH UND GRUSEL


Fein gearbeitete Sandsteinfiguren schmücken Kirchen und Dome schon seit Jahrhunderten.

Amerikaner und Japaner lieben das Flair von Rothenburg ob der Tauber: typisch Mittelalter und das ganze Jahr über Weihnachten. Wer in Stimmung ist, besucht nicht nur im Dezember den hübschen Weihnachtsmarkt der Kleinstadt. Auch im Hochsommer sind das »Weihnachtsdorf« mit Christbäumen, Nussknackern und Weihnachtspyramiden sowie das Deutsche Weihnachtsmuseum geöffnet. Doch auch ohne Lametta ist die gut erhaltene Altstadt zu erbummeln. So authentisch wirken die verschachtelten Gassen und Plätze, dass sie des Öfteren als Filmkulisse herhalten dürfen. Oben auf der Stadtmauer mit immer wieder schönen Ausblicken lässt sich der Ort fast komplett umrunden. Über das Leben im Mittelalter informiert das Historiengewölbe mit Staatsverlies im Rathauskeller. Und wer sich an die dunklen Seiten jener Zeit herantraut, wagt sich ins Mittelalterliche Kriminalmuseum – mit Schandmasken und Halsgeigen, Eisernen Jungfrauen und anderen Folterinstrumenten informativ, aber nichts für schwache Nerven.

Vorbei an der alten Reichsstadt Ulm, Heimat von Albert Einstein und Sophie Scholl, ist schließlich Illertal-Ost zu sehen, Deutschlands einzige Kunstraststätte: Poppig verspielt im Hundertwasserstil, stammt sie vom Österreicher Herbert Maierhofer. Die nächste Raststätte, Allgäuer Tor, gilt dann als erste mit gutem Fernblick auf die Gipfel der Alpen. Knapp zehn Kilometer weiter wartet Kempten, von den Römern Cambodunum genannt, eine der ältesten Städte der Republik. Und dann sind es nur noch 35 Kilometer bis Füssen, wo die A7 auf Österreichs Landesgrenze trifft. Für sein Barockkloster ist der Ort bekannt, in der nahen Schlucht stürzt der Lech in die Tiefe. Krönender Abschluss ist aber ein Bummel durch Füssens brunnenreiche Altstadt.

Wie ein großer Bilderrahmen fasst dieses documenta-Kunstwerk den Blick auf Kassel.

Immer die A7 entlang
Infos und Adressen


Ülzens Hundertwasser-Bahnhof, ein Schmuckstück mit Kurven, Kacheln und Goldkugeln

REISEROUTE

Mit dem Auto: immer der Autobahn nach, hier von Nord nach Süd.

SEHENSWERT

Historischer Hafen Flensburg. Schifffahrts-, Rum- und Werftmuseum rund um Hafenkran, Salondampfer und unzählige Segler in der Förde.

Schleswig & Haithabu. Am Ende des langen Ostseefjordes warten Schloss und Dom, Wikingturm, Bauhaus- und Altstadtarchitektur – und der Wikinger-Museumsort Haithabu.

Schwebefähre Rendsburg. Wer schon immer mal schweben wollte – unter der Eisenbahnbrücke befördert eine seltene Fähre an langen Stahlkabeln Autos und Fußgänger über den Kanal.

Pferdestadt Neumünster. Zucht- und Reiterhochburg im Norden, neue Heimat der ostpreußischen Trakehner, großer Hengstmarkt im August.

Kalkberghöhle Bad Segeberg. Die nördlichste Schauhöhle des Landes, wichtiges Winterquartier für zigtausend Fledermäuse und einzige Heimat des Segeberger Höhlenkäfers.

Hundertwasserbahnhof Ülzen. Friedensreich Hundertwasser machte den alten Backsteinbahnhof zum anarchisch bunten Kunstwerk, mit Café.

Hannover. Zu den Sehenswürdigkeiten der Leinestadt führt der »Rote Faden«, vom Alten und Neuen Rathaus über den verdrehten Gehry-Tower bis zu Niki de St. Phalles drallbunten »Nanas«. Der Flohmarkt am Leineufer ist der älteste Deutschlands, der Zoo einer der erlebnisreichsten.

Oberharzer Wasserregal. Die Rinnen, Teiche und Göpelanlagen dienten vom 16. bis 19. Jh. als »Motor« der Harzer Bergwerke. Führungen im Wald und unter Tage sind ein Muss. Seit 2010 UNESCO-Weltkulturerbe.

Sababurg Hofgeismar. Mitten im geschützten Urwald Reinhardtswald das Dornröschenschloss der Brüder Grimm. Mit dem »ältesten Thiergarten« Deutschlands, von 1571, sowie Restaurant und Hotel.

Marienfeste Würzburg. In den Weinbergen hoch über der Mainstadt – fast schöner als Museen und Kaffeepause in der Burg ist die Wanderung dorthin.

Steiff-Museum. In Giengen an der Brenz informieren Teddybären & Co. über ihre Geschichte mit Knopf im Ohr, samt Nähzimmer von Margarete Steiff.

Museum der Brotkultur Ulm. Einst das erste Brotmuseum der Welt, beherbergt es alles Wissenswerte über sechs Jahrtausende Laibe, Fladen, Zöpfe und das Drumherum.

ESSEN UND TRINKEN

Fischereihafen-Restaurant, Hamburg. Frischer Fisch, direkt am Altonaer Fischmarkt, www.fischereihafenrestaurant.de

El Erni, Kassel. Außen unscheinbar, innen »hui« – spanische Feinschmeckerküche in romantischem Ambiente, Parkstr. 42, www.el-erni.de

Zum Stachel, Würzburg. »Fränkische Gastronomie mit Pfiff«, Gressengasse 1, www.weinhaus-stachel.de

Wirtshaus zur Brezel, Ulm. Bier, Brezn und donnerstags Haxn – herzhaft Bayrisch-Schwäbisches in der Altstadt, Spezialität ist das »Ulmer Schnitzel«, www.wirtshaus-zur-brezel.de

Weinstube Weber Am Bach, Memmingen. Beste schwäbische Küche und Gourmethäppchen im urigen Wirtshaus – angeblich schon im Mittelalter, Untere Bachgasse 2, www.weber-am-bach.de

Madame Plüsch, Füssen. Wie bei Oma daheim – kleines Altstadlokal mit bestem Essen und charmantem Service, Drehergasse 48, www.madame-pluesch.de

SHOPPING

Hamburg früh bis spät. Sonntagfrüh ab fünf startet der Fischmarkt in Altona – mit Fisch und Bananen, Marktschreiern und viel Krimskrams. Alles andere bietet der Rest der Stadt, von edlen Boutiquen über die alternative »Schanze« bis zur breiten »Mö«.

Designer-Outlet-Center Soltau. Direkt an der Abfahrt Soltau-Ost in hübschen Reetdachhäusern, rund 60 Markenhersteller von Asics bis Versace nehmen hier reduzierte Preise. www.designeroutletsoltau.com

Trigema-Outlet. Am Kirchheimer Dreieck Günstiges von Trigema, der als wohl einzigen komplett in Deutschland produzierenden Bekleidungsfirma. www.trigema.de

Wertheim Village. 110 Luxushersteller bestücken das Outlet, mit Personal Shopper-Service und gratis »Hundebehausung«. Rund 40 Minuten westlich der A7, www.wertheimvillage.com

Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf. Krippen, Sterne, Engel, Lametta und mehr gibt es in Rothenburg ganzjährig – von Kitsch bis zu traditioneller Handarbeit. Herrngasse 1, www.wohlfahrt.com

AUSGEHEN

Orpheus-Theater, Flensburg. Edle Klubatmosphäre für nur 60 Gäste, feine Bühnenshows und Jazzmusik. Marienstr. 1, www.orpheustheater.de

GOP Hannover. Varieté im hannoverschen Georgspalast, wie in den Goldenen Zwanzigern, www.variete.de

Das Boot, Würzburg. Schwimmende Kultdiskothek am Main, auf drei Etagen eines früheren Kohledampfers. Veitshöchheimer Str. 14, www.das-boot.com

Theater Ulm. Deutschlands ältestes städtisches Theater seit 1641, Schauspiel, Ballett und Oper. Einsame nutzen die »Mitgehbörse«, www.theater.ulm.de

ÜBERNACHTEN

Schäferdorf Lüneburger Heide. Rustikal im Schäferwagen in »Deutschlands erstem Schäferdorf«. Nindorf-Hanstedt, www.schaeferdorf.de

Bergström Lüneburg. Vier-Sterne-Romantikhotel in der Altstadt, besonders beliebt bei Fans der TV-Serie »Rote Rosen«. Bei der Lüner Mühle, www.bergstroem.de

Van der Valk-Hotel, Hildesheim. Direkt am historischen Marktplatz, hinter Rokoko- und Fachwerkfassade, mit Vier-Sterne-Flair und gutem Restaurant, www.hildesheim.vandervalk.de

Safari Lodges. Übernachten mit Löwengebrüll und Afrika-Feeling in den neuen Masai-Mara-Lodges – samt WLAN und Blick auf die Wildtiere. Im Serengeti-Park Hodenhagen, www.serengeti-park.de/uebernachten

Hotel Herrnschlösschen. Moderner Vier-Sterne-Service in einem der ältesten Häuser Rothenburgs, www.hotel-rothenburg.de

Schmales Haus, Ulm. Charmantes Bed & Breakfast-Hotel. Fischergasse 27, www.hotelschmaleshaus.de

WEITERE INFOS

Kilometrierung und Details: www.autobahnatlas-online.de/A7.htm

Das aufstrebende Kunstwerk Himmelsstürmer ziert die documenta-Stadt Kassel seit 1992.


Kempten, das bereits in der Antike erwähnt wurde, soll eine der ältesten Städte Deutschlands sein.

4 Deutsche Fachwerkstraße
Deutschland

Von der Elbmündung an der Nordsee bis zum Bodensee an der Grenze zur Schweiz und Österreich: Gut erhaltene Fachwerkhäuser aus den vergangenen Jahrhunderten findet man allerorten in Deutschland. Auf rund 3000 Kilometern – von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durch Hessen und Thüringen bis Baden-Württemberg und Bayern – sind sie bestens zu erkunden.

HIGHLIGHTS

Burg Hornberg, Neckarzimmern. Originalgemäuer des Ritters Götz von Berlichingen

Faguswerk Alfeld. Schuhfabrik von Gropius, heute UNESCO-Welterbe

Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel. Bücherschätze vieler Jahrhunderte

Blautopf Blaubeuren. Tiefste und größte Quelle Deutschlands

Adventskalenderhaus Gengenbach. Jeden Dezember wird das Rathaus zum weltgrößten Adventskalender

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Fasend. Gengenbach ist die Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Bad Hersfelder Festspiele. Oper, Theater und Musicals, Juni bis August

Uracher Schäferlauf. Alle zwei Jahre zeigen Schäfer im Juli ihr Können – seit 1723.

Schmalkalder Hirschessen. Alter Brauch von 1379 – heute Ende August als kulinarisches Stadtfest gefeiert

Christkindchenwiegen. Fackeln und Choralgesang an Heiligabend in Korbach

Ein Kopfsteinpflasterbummel wie hier in Hann. Münden gefällt Jung und Alt.

Holz, Stein und Lehm zum Kunstwerk

Wenn Häuser erzählen könnten! Gerade Fachwerkhäuser hätten viel zu berichten über den Lauf der Geschichte – sind die meisten doch viele Hundert Jahre alt und stehen mitten im Ortszentrum oder stattlich in der Landschaft als Heim eines Grundbesitzers. Oft sind ganze Ortskerne denkmalgeschützt, ist das nicht irgendwann immer gleich? Nie, sagen Fans: Neben diversen Stilrichtungen ist jedes einzelne Haus anders. Beschnitzt, bemalt oder mit »Neidköpfen« gegen böse Blicke: echte Handwerkskunst. Um dieses kulturelle Erbe zu betonen, haben sich rund 100 Fachwerkorte zusammengetan – in mehreren Teilen zieht sich die »Deutsche Fachwerkstraße« mitten durch die Republik.

Norden: Zwischen Meer und Harz

Sie beginnt mit der Qual der Wahl zwischen West- und Ostroute – oder dem Entschluss zur Rundtour, von der Elbmündung über Weserbergland und Harz und anschließend durchs Wendland zurück.

Im Westen beginnt die Strecke zum Weserbergland in Stade, wo die Elbe die Nordsee küsst: im historischen Zentrum rund um den Hansehafen. In Nienburg mit Stockturm locken Giebelhaus und Rathaus, in Bad Essen Kirchplatz und Alte Wassermühle, in Stadthagen das viele Fachwerk rund um den Markt. In Alfeld besticht die »Lateinschule«, in der Hanse- und Bierstadt Einbeck die Häusermenge. Und in Northeim steht ein ganzes Ensemble innerhalb alter Stadtmauern.

Die östliche Route beginnt in der Elbtalaue: In Bleckede sind die Gefache meist mit Backstein ausgemauert, in Hitzacker hingegen oft verputzt. Viele nordische Fachwerkhäuser bieten auch Lüchow und Dannenberg im Wendland sowie die Hansestadt Salzwedel, übertrumpft nur von der Residenzstadt Celle mit Welfenschloss. Königslutter lockt mit zwei Rathäusern und Kaiserdom. Wolfenbüttel gehört mit Schloss und »Klein-Venedig« zu Niedersachsens schönsten Städten, kurz vor Hornburg und Osterwieck, »Perle von Sachsen-Anhalt«. Im alten Bischofssitz Halberstadt sticht die Fachwerkkirche St. Johannis hervor, in Wernigerode das Rathaus und das »Kleinste Haus«. Der bunte Zielort Duderstadt gehört zu den beliebtesten der ganzen Straße.

Persönlicher Tipp

FACHWERK AUF NIEDERDEUTSCH


Typisch niedersächsisch sind die großen Tore der Fachwerkhöfe, hier im Wendland.

Geradlinig, schlicht und fast streng, aber mit reichem Schnitzwerk: Quer durch den Norden, von Holland bis Ostpreußen, findet man meist den niederdeutschen oder (nieder-)sächsischen Baustil – die Balken in sehr regelmäßigen Abständen, die Zwischenräume mit Ziegeln ausgemauert. Typisch sind große Hallenhäuser mit mittiger Diele und Vieh in den Seitenschiffen, besonders schön zu sehen im Freilichtmuseum Hitzacker. In den Orten und Städtchen hingegen rückten die Häuser als Bürgerhäuser enger zusammen. Große Ställe waren weniger wichtig, doch »Utluchten« und andere Erker schmücken viel häufiger die Fassaden – etwa in Lüchow, Worbis, Einbeck oder Wernigerode. Auch vorkragende Giebel waren mehr eine Sache der Städter, etwa in Stade oder Bothfeld. Ganze Kirchen aus Fachwerk stehen in Groß Vielen oder Pinnow (Breesen), einzelne Türme beispielsweise im Kloster Loccum und in Detzel (Haldensleben), der Taubenturm im Kloster Marienrode und der Glockenturm der Brandenburger Dorfkirche Prenden.

Mitte: Hessen, Thüringer Wald und Odenwald

Der mittlere Teil der Fachwerkstraße gliedert sich in drei parallele Strecken durch Hessen und Thüringen, bevor die vierte bis an den Odenwald führt. Im Osten geht’s los in der ersten »Historischen Europastadt«, Stolberg, über Bleicherode mit Bergbauanlagen bis Worbis im Eichsfeld. Die Hansestadt Mühlhausen genoss schon Johann Sebastian Bach, in Wanfried lockt der historische Werrahafen und in Treffurt die knuffige Burg Normannstein. Vacha mit herrlichem Rathaus ist das »Tor zur Rhön«, und in Schmalkalden bietet das Fachwerkerlebnishaus alte Baukunst zum Anfassen.

Neben Fachwerk stehen frühklassizistische Bauten, wie das Rathaus von Gengenbach.


Auf vielen Markplätzen locken lauschige Cafés am Brunnen, hier in Bad Camberg.

Persönlicher Tipp

MITTELDEUTSCH VERZAPFT

Frankfurts Rathausplatz, der Römerberg, ist seit dem Mittelalter Zentrum der Stadt.

Lebhafter und ein wenig rebellisch wirkt das mitteldeutsche oder fränkische Fachwerk: Die Balken stehen in unregelmäßigen Abständen, mal weiter, mal enger, gern mit diversen Ziervarianten wie dem Andreaskreuz oder dem »Wilden Mann«. Aber immer sicher verzapft. Meist stehen die Häuser mit dem Giebel zur Straße hin – in den Mittelgebirgen bis an den Neckar und Odenwald, vom Elsass im Westen bis nach Polen, aber auch in Franken. Deutlicher als im Norden scheint das Haus in die Höhe zu streben, der Giebel ragt eher steil auf – ideal für dicht besiedelte, wachsende Orte. Vorn lag die »gute Stube«, hinten waren die Schlafräume, für Stall und Erntelager gab es eigene Bauten. Draußen auf dem Land herrschte das Ernhaus vor, ebenfalls von vorn nach hinten gegliedert. Als Beispiele für fränkisches Fachwerk stehen viele zwischen Harz und Odenwald, so auch im Hessenpark und in Michelstadt. Besonders prächtig wurden oft die Rathäuser errichtet, dazu gehörte auch der Frankfurter Römer.

Im Weserbergland startet die zweite Teiltour in der »Fachwerkmetropole« Hann. Münden und mäandert über Eschwege – mit mehr als 1000 Fachwerkhäusern – via Melsungen und die Brüder-Grimm-Stadt Wolfhagen nach Korbach. Im fürstlichen Bad Arolsen entschied sich die Zukunft der Niederlande, in Korbach schmückt ein Pranger den Markt, während Fritzlar von alter Größe als Dom- und Kaiserstadt träumt. Hoch über Homberg/Efze bietet die Hohenburg einen schönen Altstadtblick, während Rotenburg an der Fulda von mittelalterlichen Mauern und Türmen gerahmt ist. In Bad Hersfeld steht die größte romanische Kirchenruine von Europa, Schwalmstadt hat gleich zwei Fachwerkkerne und Schlitz mehrere Burgruinen. Zum Schluss geht es rund um den erloschenen Vulkan Vogelsberg über Lauterbach, Grünberg, Lich, Butzbach und das wehrhafte Büdingen bis nach Steinau an der Straße – kurz hinter der Domstadt Gelnhausen, von Barbarossa als Kaiserpfalz gegründet.

Die dritte Tour beginnt im Oranierort Dillenburg und führt über Herborn, Wetzlar, Braunfels und Hadamar bis zur Bischofsstadt Limburg an der Lahn. Sehenswert neben Dom und Schloss ist auch das »Haus der sieben Laster«. Kneippen kann man in Bad Camberg, während Idstein mit Burg und Hexenturm im Zentrum lockt. Die Sekt- und Gutenbergstadt Eltville kombiniert Fachwerk mit prunkvollen Patrizierhäusern.

Von hier geht es aufs letzte Teilstück nach Südhessen: Trebur, Dreieich und Dieburg, wichtig im mittelalterlichen Kaiserreich. Malerisch ist die Brüder-Grimm-Stadt Hanau mit Steinheim, beeindruckend Seligenstadt mit Papstbasilika und Kloster. Es folgen die Residenzstadt Babenhausen und die Schlösserstadt Groß-Umstadt, kurz vor dem Odenwald – Heimat der Glas- und Elfenbeinkunst. Wertheim und Miltenberg, Walldürn, Erbach und Reichelsheim erzählen von vergangenem Reichtum.

Persönlicher Tipp

SÜDDEUTSCH VERNAGELT

Das Gotische Haus von Gelnhausen ist eines der ältesten Fachwerkhäuser Hessens.

Am breiten Abstand zwischen den Ständerbalken und den sogenannten doppelten Rähmhölzern ist das oberdeutsche oder alemannische Fachwerk zu erkennen. Zwischen Neckar und Bodensee bis hinunter in die Schweiz und nach Österreich war es verbreitet, vom Schwarzwald bis zum Böhmerwald. Diese Fachwerkbauten gehören zu den ältesten Deutschlands, sie datieren bis zurück ins 14. Jh. und wurden im 16. Jh. sogar verboten. Denn die Balken wurden »verblattet« und mit Holznägeln verbunden, was sich mit der Zeit als weniger stabil herausstellte, besonders wenn ein Haus brannte. Spätestens nach drei Jahrhunderten hatte sich deshalb auch im Süden das fränkische Fachwerk durchgesetzt. Gut erhaltene Beispiele sind selten, etwa das »Nonnenhaus« in Rottenburg am Neckar, das »Gotische Haus« in Gelnhausen, die Rathäuser in Besigheim und Markgröningen, Teile der Altstadt von Esslingen/Neckar, das Frechshaus in Forchheim sowie das prächtige Palmsche Haus im ohnehin sehenswerten Marktplatzensemble in Mosbach.

Süden: zum Schwarzwald und zum Bodensee

Die südlichste Route beginnt am Neckar, im Fachwerkstädtchen Mosbach mit dem Palmschen Haus. Durch Eppingen führt gar ein Fachwerklehrpfad, durch Besigheim ein Skulpturenpfad, in Bietigheim-Bissingen locken Eisenbahnviadukt und Hornmoldhaus. In Vaihingen wacht Schloss Kaltenstein über das Fachwerkensemble, in Markgröningen die trutzige St.-Bartholomäus-Kirche. In Marbach am Neckar steht Schillers Geburtshaus, in Schorndorf das von Gottlieb Daimler und die prächtige Palmsche Apotheke, und Esslingen punktet mit der ältesten Fachwerkzeile Deutschlands. Kirchheim unter Teck gilt auch als Fliegerstadt. In Bad Urach – mit Wasserfall und Fachwerkschloss – teilt sich die Strecke.

Richtung Schwarzwald geht es nach Herrenberg mit Fachwerkpfad, über Calw – mit Hermann Hesses Geburtshaus, Klosterruine und Wasserrad – bis in die Flößerstadt Altensteig. Dornstetten bietet einmaliges Rundfachwerk, Schiltach ein Apothekermuseum am Bilderbuchmarktplatz. Nach Haslach mit dem Schwarzwälder Trachtenmuseum folgen Gengenbachs Türmesilhouette und das Blumen- und Weindorf Sasbachwalden.

Ostwärts führt der Weg ab Bad Urach zunächst durch Blaubeuren mit Fachwerkkloster, gefolgt von Riedlingen, Biberach – Station der »Schwäb’schen Eisenbahne« – und Pfullendorf. Ziel ist Meersburg am Bodensee, »Juwel europäischen Städtebaus«.

Deutsche Fachwerkstraße
Infos und Adressen


Tübingens »Nonnenhaus« von 1488 war bis Mitte des 16. Jh. Heimstatt von Ordensfrauen.

REISEROUTE

Zusammen rund 3000 km, wird noch erweitert. Nordstrecken: von Stade bzw. Bleckede nach Duderstadt. Mittelstrecken: von Stolberg nach Schmalkalden, von Hann. Münden nach Steinau, von Dillenburg nach Frankfurt-Höchst und von Trebur nach Wertheim. Südstrecken: von Mosbach nach Bad Urach, ab dort westlich bis Sasbachwalden, östlich bis Meersburg

BESTE REISEZEIT

ganzjährig, besonders schön im Frühjahr und Sommer

SEHENSWERT

Rundlingsmuseum Lubeln. Das Freilichtmuseum im Wendland zeigt die uralte Siedlungsform, mit noch 13 historischen Höfen – im Sommer mit Aktionstagen.

Wolfcenter Dörverden. Ziel ist, dass Wölfe nicht als Bestien behandelt werden. Hier erlebt man sie artgerecht. Auch Übernachten und Speisen möglich.

Natur- und Geopark TERRA. vita, Bad Essen. UNESCO-gelisteter Geopark mit 300 Millionen Jahren Erdgeschichte.

Bockbier in Einbeck. Im 13. Jh. kreierten hiesige Brauer das Bockbier – heute führt ein Bierpfad durch den Ort, samt Stadtmuseum mit Bockbierabteilung.

Alte Posthalterei, Stolberg. Mit der historischen Postkutsche durch den Südharz, rund um den Erlebnishof mit Café, Bioscheune und Deutschlands einzigem Holzwurmmuseum.

Hessenpark, Neu-Anspach. Rund 100 Baudenkmäler aus ganz Hessen sind hier original wieder aufgebaut. Mit altem Handwerk und Freilichttheater.

Mikwe, Rotenburg. Informatives jüdisches Museum rund um ein rituelles Tauchbad im kleinen Fachwerkhaus.

Märchenbrunnen Wolfhagen. Verkörpert das Stadtmärchen vom Wolf und den sieben Geißlein. Lesungen in »Grimms Märchenkeller« sind ein Erlebnis.

Weltgrößte Weihnachtskerze, Schlitz. Weihnachtsmarkt der hessischen Kleinstadt rund um den als 42 m hohe rote Kerze verkleideten Turm.

»Teufelshöhle«, Steinau. Hessens älteste Tropfsteingrotte mit Stalaktiten, Fledermäusen und Dom.

Burgruine Eppstein. Hoch überm Taunusstädtchen, beherbergt sehenswertes Rittermuseum, Spielort jährlicher Burgfestspiele.

Deutsches Elfenbeinmuseum, Erbach. Fürsten und Könige bezogen feinste Elfenbeinschnitzereien aus den Odenwälder Werkstätten, das einmalige Museum zeigt Jahrhunderte dieser Handwerkskunst.

»Schöne Eiche« von Harreshausen. Markanter 550 Jahre alter Baum, Mutter aller Stieleichen Europas.

Flößerführung Altensteig. Hier wird das alte Handwerk wieder lebendig, im September geht’s zum Flößerfest gar aufs Wasser.

Blutwunder von Walldürn. Wallfahrtskirche rund um das Ereignis von 1330 – heute größter eucharistischer Wallfahrtsort Deutschlands.

ESSEN UND TRINKEN

Knechthausen, Stade. Beste junge Küche, natürlich im rustikalen Fachwerkhaus. www.restaurant-knechthausen.de

Torschreiberhaus, Stadthagen. Feine frische Küche mit rustikaler Note, freundliches Ambiente mit Sommerterrasse, www.torschreiberhaus.de

Brodhaus Einbeck. Niedersachsens ältestes Wirtshaus, seit 1333 am Marktplatz – frische, urige Regionalküche mit gezapftem Einbecker Bockbier, www.brodhaus-einbeck.de

Löwenherz, Wehrheim. Überraschend Kreatives im hessischen Landgasthof, Eventgastronomie mit Ebbelwoi und Selbstgebranntem, www.löwen-herz.com

Pflasterschisser, Eppstein. Uriges Traditionslokal im Schatten der Burg, leckere Kombinationen, im Sommer auch auf dem Kopfsteinpflaster.

Farmerhaus, Groß-Umstadt. Ein Hauch von Afrika in den hessischen Weinbergen, Leckeres auf hohem Niveau, www.farmerhaus.de

Michelstädter Rathausbräu. Frisch gebraut – und gebrannt – mitten im Odenwald, Deftiges in gemütlicher Gaststube, www.rathausbraeu.de

Pedi Restaurant & Vinothek, Biberach. Familiäres Restaurant mitten in der Altstadt, gehobene Weinkarte und Biergarten, www.pedi-bc.com

SHOPPING

Handwerk im Harz. Für Glaskunst, Porzellan, Baumkuchen und Schmiedehandwerk ist der Harz bekannt – hier findet man auch Europas kleinste Porzellanmanufaktur.

Biohof Gensler, Rhön. Kulinarisches direkt vom Hersteller – vom Bio- und Erlebnis-Bauernhof in Poppenhausen, samt Frischem aus dem Holzbackofen, www.bio-hof-gensler.de

Schmuck im Odenwald. Die Elfenbeinschnitzer begründeten die Tradition, fein gearbeiteten Schmuck vom Juwelier bieten Erbach und Wertheim.

Outletcity Metzingen. Gehobene Marken von Armani bis WMF versammelt, www.outletcity.com/de/metzingen/

Schmuckwelten Pforzheim. Erlebniswelt, Shoppingcenter und Museum rund um Uhren, Mineralien und Schmuck auf rund 4000 m2, www.schmuckwelten.de

AUSGEHEN

Schlosstheater Celle. Ältestes Barocktheater Europas, bunter Spielplan, www.schlosstheater-celle.de

Kunstmühle in Veckenstedt/Harz. Musik und Theater, Literatur und Tanz nahe Wernigerode, www.kunstmuehleveckenstedt.com

Buchcafé Bad Hersfeld. Kleinkunst, Kabarett, Konzerte – rund 100 Events pro Jahr im Kulturzentrum, www.buchcafe-badhersfeld.de

Lilli Chapeau, Miltenberg. Kleinstes Theater der Welt, 31 Sitzplätze und vielfältiges Programm, www.lilli-chapeau.de

ÜBERNACHTEN

Hotel Union, Salzwedel. Hübsches familiäres Viersternehaus in der Altstadt, mit Restaurant und Biergarten, www.hotel-union-salzwedel.de

Hotel Schifferkrug, Celle. Charmantes Fachwerkhotel in der Altstadt von Celle, rustikal und herzlich, mit großem Gartenlokal, www.schifferkrug.de

Herberge im Kleegarten, Heldra. Im historischen Fachwerkgutshof im Werratal kann man im Himmelbett nächtigen, auf dem Strohsacklager oder im Zigeunerwagen, www.herberge-im-kleegarten.de

Hotel Kloster Haydau, Morschen. Modern behaglich am alten Kloster, mit gutem Restaurant, klosterhaydau.de

Die Reichsstadt, Gengenbach. Vier-Sterne-Boutiquehotel in der Altstadt, www.die-reichsstadt.de

Hotel Villa Seeschau. Feines Familienhotel mit Fernblick hoch überm Bodensee, mit Liebe zum Detail. In Meersburg, www.hotel-seeschau.de

WEITERE INFOS

Deutsche Fachwerkstraße: www.deutsche-fachwerkstrasse.de

Seinem Namen treu ist das »Kleinste Haus« in Wernigerode, tatsächlich ist es nur 2,95 m breit.

5 Deutsche Technik »erfahren«
Deutschland

Langweilig und theoretisch? Im Gegenteil: Tief eintauchen und selbst erforschen ist quasi das Motto der »Deutschen Technikstraße«. Zwar ist sie keine Straße im eigentlichen Sinne, weil die Orte verstreut liegen am Straßennetz der Republik. Doch unter dem Namen sind zahlreich jene Plätze im ganzen Land versammelt, wo sich die spannenden Seiten von Naturwissenschaft und Technik direkt erleben lassen.

HIGHLIGHTS

Gutenberg-Museum Mainz. Wie schrieben die Ägypter, wie die Mönche? Spielerisch zu erforschen

BASF Ludwigshafen. Die spannende Welt der Chemie im Alltag erkunden, auf dem größten Chemieareal der Welt

Museumsschiff-Raddampfer Kaiser Wilhelm. Dieses Museum, mit 110 Jahren Deutschlands ältester noch arbeitender Raddampfer, bewegt sich über Lauenburgs Gewässer.

Gläserne Manufaktur Dresden. Vor aller Augen fertigt VW seinen Phaeton.

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Movimentos. Internationale Kulturwochen rund um den Tanz, von April bis Juni in Wolfsburg

Kieler Woche. Das größte Segelsportevent der Welt, im Juni

Heidelberger Schlossfestspiele. Theater, Oper und Konzerte von Juni bis August

UFA Filmnächte. Stummfilmszenen unterm Sternenhimmel, mit Live-Klaviermusik, im August mitten in Berlin

Oktoberfest. Ende September bis Anfang Oktober in München

Tief unterm Harz geht’s im Besucherbergwerk Rammelsberg an mächtigen Rädern vorbei.

Innovation und Achterbahn

Autostadt oder Zeppeline? Seifenblase oder freundlicher Algorithmus? Schnittige Segelschiffe, riesige Bergbaubagger oder Mini-Modellbahnwelt? Es gibt eigentlich nur zwei Empfehlungen für Besucher der »Deutschen Technikstraße«: erstens hinfahren, zweitens mitmachen. Im Uhrzeigersinn startet der Überblick im Westen.

»Tief im Westen, wo die Sonne versinkt«, sang Herbert Grönemeyer über Bochum. Genau dort zeigt das Deutsche Bergbau-Museum, wie die Arbeit der Kumpels unter Tage ihr Leben und die ganze Region prägte. Die Zeche Zollverein in Essen ist heute gar Kulturzentrum und ebenso Teil des UNESCO-Welterbes wie die Völklinger Hütte. Mit Helm und Lampe können Besucher mancherorts selbst Stollen erforschen, etwa in Witten in der Zeche Nachtigall, in der Bergbau-Erlebniswelt in Imsbach, im Besucherbergwerk Rischbachstollen in St. Ingbert oder im Saarländischen Bergbaumuseum in Bexbach. Für Kinder besonders spannend ist die »Zeche Knirps« in der Bochumer Zeche Hannover.

Um Elektrizität im Alltag geht es beim ersten Elektrizitätswerk Deutschlands in Engelskirchen und im Museum Strom und Leben in Recklinghausen. Transportgeschichte spiegelt sich im Deutschen Straßenmuseum Germersheim und dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen wider.

Der Norden in Bewegung

Wasser, Schiffe, mehr? Tatsächlich lockt marine Technik in den Norden der Republik, allen voran das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Varianten zeigen die Maritimen oder Schiffsmuseen in Hamburg, Lauenburg, Husum und Kiel – während in den Nordseewerken Emden und der Meyer Werft Papenburg tatsächlich noch gebaut wird.

In und um die Luft geht es vielmehr bei Airbus und bei Lufthansa in Hamburg, hier wird Technik konstruiert und gewartet. Historisches zeigen das Hubschraubermuseum Bückeburg, das Luftfahrtmuseum Laatzen – und nicht zuletzt Henrich Fockes erstaunlicher Windkanal in Bremen. Schiffe, Flieger, Bahnen und Autos kombiniert grandios das Miniatur-Wunderland Hamburg, die weltgrößte Modelleisenbahnanlage der Welt.

Naturwissenschaft allgemein? Interaktive Antworten liefern die Science Centers Universum in Bremen, Phänomenta in Flensburg und Phaeno in Wolfsburg, während das Elektromuseum in Rendsburg, das Historische Sägewerk in Kappeln und das Landwirtschaftsmuseum in Meldorf voll auf handfeste historische Technik setzen. Rund ums weiße Körnige geht es etwa im Deutschen Salzmuseum an der Lüneburger Saline und am Museum für Kali- und Salzbergbau in Ronnenberg, während es bei Nordwolle in Delmenhorst flauschiger wird. Und schließlich bieten das Besucherbergwerk Rammelsberg als UNESCO-Welterbe in Goslar und das Oberharzer Bergwerkmuseum in Clausthal-Zellerfeld Einblicke in den Bergbau im Harz.

Persönlicher Tipp

GRÖSSTES TECHNIKMUSEUM DER WELT

Das altehrwürdige Gebäude des Deutschen Museums steht mitten auf einer Isarinsel.

Gaaaanz langsam schwingt es, mehrere Stockwerke höher an der Decke befestigt, das Foucaultsche Pendel. Mit Umberto Eco ist es auch in die Literaturgeschichte eingezogen, eigentlich zeigt es aber ganz anschaulich, dass sich die Erde dreht. Unter der Spitze des riesigen Pendels hinweg. Kinder stehen meist mit offenem Mund davor – Erwachsene ebenso. Und dies ist nur eins der vielen Exponate im Deutschen Museum in München. Hier sind die real gewordenen Träume von Tüftlern und Forschern ausgestellt, vom mittelalterlichen Alchimistenlabor bis zum Teilchenbeschleuniger. Künstliche Blitze kann man erleben, ein enges kaiserliches U-Boot durchklettern oder tief in den künstlichen Bergbaustollen unter dem Museum eintauchen. Aber auch DNA-Technik, Raumfahrt oder Neue Energien kommen nicht zu kurz, Sonderausstellungen liefern zusätzliche Aspekte – sodass ein Tag den meisten Besuchern hier zu kurz ist. Selbst den Kleinen: Die vergnügen sich bei Spiel und Experiment im »Kinderreich«.

Der Osten brummte

Wassertransporte dokumentiert das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum, ebenso das Schiffshebewerk Niederfinow und das Wasserstraßenkreuz Magdeburg, das größte Europas. Das Historisch-Technische Informationszentrum Peenemünde informiert derweil über Raketentechnik. Auch Schienentechnik bietet der Osten, vom Eisenbahn- und Technikmuseum in Schwerin bis zum Berliner S-Bahn-Museum in Potsdam. Luftfahrt hingegen zeigen das Technikmuseum Hugo Junkers Dessau-Roßlau und das Otto-Lilienthal-Museum Anklam. In Zwickau locken das August Horch Museum und auf Schloss Augustusburg das Motorrad-Museum.

Während das Feuerwehr- und Technikmuseum Eisenhüttenstadt sich auf historische Löschtechnik konzentriert, lässt das Ferropolis in Gräfenhainichen gigantische Schaufelrad- und Eimerkettenbagger bestaunen. Und auch im Museum Eisenhüttenwerk in Peitz gibt es Schwerindustrie zum Berühren.

Tagebau war nicht selten in Sachsen und Thüringen, wie auch die Brikettfabrik Louise in Domsdorf und das Museum Saigerhütte in Olbernhau zeigen. In Großräschen jedoch wurden Tagebaugruben wieder geflutet und beherbergen jetzt schwimmende Häuser, Jachthäfen und eine neue alte Burganlage der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land.

Persönlicher Tipp

KLIMAHAUS BREMERHAVEN

Das Bremerhavener Klimahaus, abends schön erleuchtet, gehört zum erneuerten Hafen.

Wüste, Eismeer, Trockensteppe: Immer am 8. Längengrad entlang führt das Haus spielerisch und eindrucksvoll einmal rund um die Welt. Mitten hindurch durch die verschiedensten Klimazonen. Auf fast 19 000 m2 sind viele detaillierte Szenerien möglich, die Besucher queren fast lebensechte Naturlandschaften – in der »Antarktis« ist es wirklich unter 0 °C, in »Afrika« tropisch heiß. Natürlich stehen dabei auch Probleme im Fokus: aufgehängt an vergangenen Klimaveränderungen der Erdgeschichte, die Tiere und später auch Menschen auf dem Erdball umherziehen ließen. Vulkane können ausbrechen, Gewitterstürme loslegen bei den Besucherexperimenten im Klimahaus. Moderne Erkenntnisse der Klimaforschung unterfüttern die Erlebnisse anschaulich, zusammen mit Ideen zum Umgang mit Energie und Klimawandel. Wer tiefer in die Materie eindringen will, findet hier Material für Tage. Doch auch das schnelle Herumspielen im Bereich Chancen könnte den CO2-Ausstoß senken helfen.


In Volkswagens Gläserner Manufaktur Dresden ist fast jeder Produktionsschritt mitzuerleben.

Berühmt ist der Osten Deutschlands aber wohl für seine Feinindustrie – von der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen samt Schauwerkstätten bis zum Historischen Glasapparatemuseum in Cursdorf, wo technische Röhren noch aktiv gezeigt werden. Da darf natürlich auch das Optik Industrie Museum Rathenow nicht fehlen, aus deren Werken das erste Weitwinkelobjektiv der Welt stammt. Auch das Optische Museum Jena, das mit Mikroskopen, Ferngläsern und -rohren sowie Kameraobjektiven Ernst Abbés Erbe weiterführt. In Königs Wusterhausen zeigt das Sender- und Funktechnikmuseum die Wiege des Rundfunks in Deutschland.

Tüftler im Süden

Die Arbeit von Glasmachern ist auch in der Glashütte Eisch in Frauenau erlebbar, während die Fraunhofer-Glashütte in Benediktbeuern und der Optikparcours in der Leica-Stadt Wetzlar auf optische Instrumente setzen. Das Deutsche Uhrenmuseum steht in Furtwangen und das Uhren-industriemuseum in Villingen-Schwenningen. Und das Elztalmuseum Waldkirch bietet 200 Jahre Orgelbau- und Orgelspieltradition.

Einzelne Tüftler waren so herausragend, dass sie ihr eigenes Museum bekamen, allen voran das Konrad-Zuse-Haus in Hünfeld, dem Konstrukteur des 1938 ersten Computers Z1 gewidmet. Das Liebig-Museum in Gießen ehrt den Vater der modernen Chemie in seinem Originallabor, das Carl-Bosch-Museum in Heidelberg den Chemie-Nobelpreisträger und das Philipp-Reis-Haus in Friedrichsdorf den Telefonie-Erfinder.

Verschiedene Bergbaumuseen oder Stollen hat auch der Süden zu bieten, etwa in Solms-Oberbiel, Heringen, Aalen-Wasseralfingen, Schriesheim und Berchtesgaden. Und selbstverständlich geben auch hier die Autobauer Einblicke in Werk und Geschichte: im Mercedes-Benz-Museum Stuttgart, im Porsche-Museum Stuttgart-Zuffenhausen und in der BMW Welt München – ergänzt vom Auto- und Technik-Museum in Sinsheim.

Persönlicher Tipp

GROSSE PÖTTE FÜR DIE WELT

Das Trockendock der Papenburger Meyer Werft – Geburtsort vieler Kreuzfahrtschiffe

Mitten im platten Emsland weiden Kühe auf saftig grünen Wiesen, Vögel zwitschern, idyllisches Landleben – während sich hinter ihnen plötzlich langsam ein riesiges weißes Kreuzfahrtschiff durch die Landschaft schiebt. Keine Fata Morgana, sondern eine Erfolgsgeschichte »Made in Germany«: Die Schiffe der Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg sind so begehrt in der Welt, dass sie mit denen großer Schiffsbaukonzerne in Asien mithalten können. Immer größer werden sie dabei: Mehr als 300 Meter Länge und 120 000 Bruttoregistertonnen sind keine Seltenheit. Bei einer Werftführung hinter die Kulissen lässt sich anschaulich erleben, wie solch eine »schwimmende Stadt« entsteht und Formen annimmt. Und auf den Deichen entlang der Ems ist alle paar Monate Spektakel angesagt, Volksfeststimmung mit Schaulustigen und Currywurst: Dann verlässt wieder ein großer Pott das Werk – da das aber 36 Kilometer im Inland liegt, ist Millimeterarbeit gefragt. Über die Ems ans Meer, mitten durch grüne Wiesen.

www.meyerwerft.de

Wer sich nun in die Luft erheben möchte, sollte an den Bodensee fahren, zu Werft und Museum der Zeppeline. In der Flugwerft Schleißheim in Oberschleißheim dreht sich alles um Flieger: von Lilienthals Segler bis zu Überschalljets. Wenigstens etwas über die Erde geht es mit den Heidelberger Bergbahnen, ebenfalls im Rahmen der Technikstraße. Und noch rasanter, vielleicht zum Abschluss, sind im Europa-Park Rust hautnah zu erleben: die technischen Leistungen der Achterbahnkonstrukteure.

Deutsche Technik »erfahren«
Infos und Adressen

REISEROUTE

beliebige Route

BESTE REISEZEIT

ganzjährig

SEHENSWERT

Freudenthaler Sensenhammer, Leverkusen. Industriemuseum rund um Sensenfabrik aus dem 19. Jh., mit Wasserkraft und Schmiede-Show.

Schwebebahn Wuppertal. Fast 14 km über der Wupper hängend, seit 1901 ein Erlebnis – nicht nur für Elefanten.

Schiffshebewerk Henrichenburg. Frachter bis 750 Tonnen hievte das Bauwerk seit 1899 problemlos empor, am Dortmund-Ems-Kanal.

Heinz Nixdorf Forum, Paderborn. Fünf Jahrtausende Informations- und Kommunikationstechnik im weltgrößten Computermuseum.

Radioteleskop Effelsberg, Bad Münstereifel-Effelsberg. Den Klängen des Alls lauschen, mit einem der größten vollbeweglichen Radioteleskope überhaupt.

Talentarium, Bielefeld. Das Berufserlebnishaus lässt »normale« und unbekannte Jobs fühlen, testen, begreifen.

Dynamikum, Pirmasens. Selber experimentieren an 160 Stationen rund um Bewegung in Natur und Technik.

Luftfahrtmuseum Laatzen. Zu Ehren des hannoverschen Flugpioniers Karl Jatho sind hier 36 Flieger und fast 700 Modelle zu sehen.

Autostadt Wolfsburg. Autos, nichts als Autos … Künstlerisch und spielerisch lässt sich hier ihre Bedeutung erleben.

Wind- und Wassermühlen-Museum Gifhorn. Mit 15 originalen Mühlen aus zwölf Ländern, rund um die Müllerei.

Deutsches Technikmuseum, Berlin. Raumfahrt oder Textilindustrie, Druck-, Bier und Filmtechnik oder Schifffahrt – anschaulich.

Museumsdorf Baruther Glashütte. Ein Glasmacher-ort, originalgetreu erhalten, zeigt Technikgeschichte – und den Erfinder der Thermoskanne.

Feengrotten Saalfeld. Einst thüringisches Bergwerk, heute voller Tropfsteine und farbiger Sedimente.

Technologiezentrum Garage, Leipzig. Verdeutlicht Kindern die Zusammenhänge zwischen Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft.

Mathematikum Gießen. Knobeln, Algorithmen zum Anfassen und spielerische Mathematik zuhauf.

Viseum Wetzlar. Ein Laserstrahl führt Raum für Raum durch die Welt des Lichts.

Siemens-Forum München. Innovationen im Hause Siemens verbreitet das Forum schon seit 1816.

ESSEN UND TRINKEN

Aqua, Wolfsburg. Gourmettempel mit Ausblick, raffinierte Küche direkt an der Autostadt, www.restaurant-aqua.com

Blick über die Elbe, von Hamburg-Blankenese auf das Airbus-Werk am anderen Ufer

Haveli, Berlin. Vielfältige indische Küche in herzlichem Ambiente, im Sommer mit Biergarten, www.haveliberlin.de

Schmidt’s, Dresden. Slow Food und Fusion-Ideen auf hohem Niveau in frisch-mediterranem Lokal, auch mit Kochkursen, www.koenig-albert.de

Das Dog, Dortmund. Hotdogs für Genussesser im Stehlokal – bis zu zwölf Varianten der heißen Würstchen, auch vegetarisch.

Kreuzblume, Freiburg. Frische Kreativküche, spannende Kombinationen für den Gaumen, www.hotel-kreuzblume.de

red – die grüne küche, Heidelberg. Vegetarisch und vegan auf hohem Niveau, natürlich mit regionalen Biozutaten. Gaumenfreuden mit Stil, www.reddiegruenekueche.com

Zeppelin Hangar, Friedrichshafen. Chic mit bestem Blick auf die »fliegenden Zigarren« bei Start und Landung.

Der Verrückte Eismacher, München. Sogar im Winter ein Muss – neben den klassischen Sorten auch Grünkohl-, Bier- oder Weißwursteis, überraschend lecker.

SHOPPING

Kreatives gibt es zuhauf rund um die Hackeschen Höfe und die Shoppingmeile Kurfürstendamm.

KaDeWe. Ein Klassiker, das Berliner Kaufhaus des Westens. www.kadewe.de

CentrO. In Oberhausen im Herzen des Ruhrgebiets ein Erlebnis für sich – Europas größtes Einkaufs- und Freizeitzentrum, www.centro.de

Viktualienmarkt München. Echtes Marktflair seit 1807, Freigelände und Hallen – hohe Preise, aber ein Erlebnis, www.muenchen.de

AUSGEHEN

Cotton Club, Hamburg. Legendär, der älteste und beste Jazzclub der Hansestadt. Herrlich altmodische Atmosphäre, www.cotton-club.de

Bars in Berlin. Schicke Etablissements und rauchige Tresen – die Barszene hat hier Spannendes zu bieten.

Semperoper, Dresden. Weltberühmt mit wechselvoller Geschichte, Symphonie, Ballett und Oper, www.semperoper.de

Bermuda3Eck, Bochum. Versacken zwischen Bars und Tanzpalästen, Kino und Currywurstbuden, www.bermuda3eck.de

ÜBERNACHTEN

Ringhotel Birke, Kiel. Wo Business auf Wellness trifft: Helles, freundliches Vier-Sterne-Haus mit kleinen und großen Räumen am Ortsrand, www.hotel-birke.de

Palacina, Berlin. Großzügige, gut ausgestattete Apartments zentral im gediegenen Alt-Berliner Stil, www.palacina.com/berlin/

Max Hotel Garni, Düsseldorf. Mittendrin, aber anders – das Motto passt zum kleinen, aber feinen Haus an der Kö, www.max-hotelgarni.de

Holländischer Hof, Heidelberg. Hotel für Romantiker, direkt an einer historischen Brücke. Jeder Raum ist anders geschnitten, www.hollaender-hof.de

Waldhotel Stuttgart. Im Grünen am Fernsehturm, dennoch nah am Zentrum – geräumig, großer Innenhof, mit historischem und modernem Teil, freundlicher Service, www.waldhotel-stuttgart.de

Hotel Laimer Hof, München. Hübsches Familienhotel in alter Stadtvilla, romantisch freundlich.

WEITERE INFOS

Technikstraße: www.deutsche-technikstrasse.de

Überblickskarte und -liste als PDF: www.sachen-machen.org

Ausflugsboote auf dem Bodensee legen auch in Friedrichshafen an, nahe dem Zeppelinwerk.

6 Deutsche Limesstraße
Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern

Im 2. bzw. 3. Jahrhundert n. Chr. bildete der Limes die Außengrenze des Römischen Reiches zwischen Rhein und Donau. Über 550 Kilometer zog sich die Grenzbefestigung gegen die »barbarischen« Germanen hin. Heute ist sie eines der weltweit größten Bodendenkmäler und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ferienstraße folgt dem Verlauf des Limes, begleitet von archäologischen Parks und Römermuseen sowie von rekonstruierten Kastellen, Wachtürmen, Palisaden und Mauern.

HIGHLIGHTS

Saalburg/Bad Homburg. Das einzige vollständig rekonstruierte Römerkastell

Limesmuseum Aalen. Größtes Reiterkastell nördlich der Alpen, teilweise freigelegt

Limesmuseum Osterburken. Meisterwerke antiker Bildhauerkunst, Gegenstände des römischen Alltags

RömerMuseum Weißenburg. Spektakulärer Schatzfund mit silbernen Weihegaben und Bronzestatuetten

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Feste, Aktionstage und Workshops in der RömerWelt in Rheinbrol, März bis Oktober

Römerfest. Am Limesturm in Taunusstein, im Oktober

Thementage, Aktionswochen, Archäologo-Camp, Römische Abende. Jahresprogramm der Saalburg

Römertage. Ende Mai/Anfang Juni in Welzheim

Internationale Römertage. Alle zwei Jahre im September, in Aalen

Römerfest mit Gladiatorenzug. Im August in Kipfenberg

Salve Abusina! Bayerns größtes Römerfest, im August in Bad Gögging/Eining


Durch das prächtige Ellinger Tor geht es hinein in die alte Reichsstadt Weißenburg.

Reise in die Römerzeit

Am rechten Rheinufer, wo heute die Winzer von Rheinbrol ihren Wein anbauen, lag einst das Caput Limitis: der Beginn des Obergermanischen Limes zum Schutz der römischen Provinz Germania superior. Heute erwartet hier die Römer-Welt mit einem Erlebnismuseum und einem rekonstruierten Wachturm ihre Besucher. Ob der erste der 900 Türme, die den Limes einst bewachten, tatsächlich an dieser Stelle stand, ist nicht nachgewiesen, aber zumindest begegnen wir in Rheinbrol dem ersten der vielen modernen Nachbauten an der Limesstraße. In Hillscheid zum Beispiel hat man einen dreistöckigen Wachturm rekonstruiert und als Museum eingerichtet.

Von den rund 100 Kastellen der Limes-Grenztruppen sicherten zwei den wichtigen Lahnübergang bei Bad Ems. Zu besichtigen sind die Nachbauten der Palisaden und des Turms auf dem Winterberg und antike Funde im Museum. Als Bodendenkmal ist der Limes unseren Blicken ja weitgehend entzogen, verdeckt von Erde und Vegetation oder auch in nachrömischer Zeit überbaut. Doch immer einmal wieder kann man seinen Verlauf im Gelände anhand von Gräben und Wällen gut nachvollziehen, etwa im westlichen Taunus auf dem Limeswanderweg zum Kastell Holzhausen am Grauen Kopf.

Wie hier bei Lorch wurden an der Limesstraße zahlreiche Wachtürme rekonstruiert.

Persönlicher Tipp

RÖMERWELT RHEINBROL


Ein römischer Prunkhelm, kostbarer Fund aus dem Limeskastell Abusina/Eining

Wo sich das Kleinkastell genau befand, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Aber nachdem es die Aufgabe hatte, das Caput Limitis (Haupt des Limes) zu bewachen, also den nordwestlichsten Punkt des Obergermanischen Limes, dürfte der Platz für die RömerWelt am Rand des Winzerdorfes Rheinbrol treffend gewählt sein. Zwei Wachtürme wurden rekonstruiert, der eine massiv aus Bruchsteinen, der andere in einiger Entfernung als hölzerner Aussichtsturm auf dem Beulenberg. Interaktiv und multimedial entführt das Erlebnismuseum zurück in die Römerzeit, eine Soldatenstube ist nachgebaut, eine Waffenkammer, die Werkstätten von Schmied und Steinmetz, im Außenbereich Palisaden und eine Pfahlramme. Hier wird antike Geschichte auf eine Weise lebendig, die auch Kinder und Jugendliche anspricht. »Anfassen und Ausprobieren erlaubt«, heißt es in der RömerWelt. So können die Besucher am eigenen Leib erfahren, wie schwer ein römisches Kettenhemd ist.

Vom Leben der Grenztruppen

Ein echtes Highlight an der Ferienstraße ist die Saalburg bei Bad Homburg, das einzige komplett rekonstruierte römische Militärlager. Wie die meisten anderen Kastelle am Obergermanischen Limes entstand es um das Jahr 90 n. Chr., wurde Mitte des 3. Jahrhunderts in der Krise des Römischen Reiches aufgegeben und verfiel danach. Nach sorgfältiger wissenschaftlicher Erforschung wurde die Saalburg inzwischen originalgetreu wiederaufgebaut, mit Wehrmauer, Toren, Kommandantur, Getreidespeicher, Mannschaftsunterkünften, Straßen und Brunnen. Auch der Laie kann sich hier lebhaft vorstellen, wie so ein römisches Kastell einst aussah. Informationstafeln erläutern die Lebenswelt der römischen Grenztruppen, archäologische Funde zeigt das Museum. Ein Zeichen der römischen Zivilisation war das öffentliche Bad, auch bei den Militärlagern; in Hanau-Kesselstadt sind die Grundmauern der Kastellthermen freigelegt.

Oft genug wurden die aufgegebenen Römerkastelle im Mittelalter komplett überbaut, ein Beispiel ist Niedernberg am Main, wo nur noch Repliken von Funden, eine eindrucksvolle Brunnenmaske und ein Grabstein, an die antike Vergangenheit erinnern; eine Skulptur zeigt einen römischen Soldaten in voller Montur.

Im Fachwerkstädtchen Buchen am Westrand des Odenwalds präsentiert das Bezirksmuseum den Limes als Meisterwerk der antiken Bau- und Vermessungstechnik. Einen Eindruck von der Monumentalität der römischen Grenzbefestigung vermittelt im Limespark Osterburken die Rekonstruktion von Limesmauer und Wachturm. Eine weitere Attraktion ist hier das Römermuseum mit antiken Kunstwerken und Badehaus.

Am Raetischen Limes

Über den sehenswerten Archäologischen Park von Welzheim erreicht man die Grenze zwischen den römischen Provinzen Obergermanien und Raetien bei Schwäbisch-Gmünd. Die Route folgt nun also dem Raetischen Limes, zunächst nach Aalen, einst größtes Reiterkastell nördlich der Alpen, heute ein Höhepunkt an der Limesstraße. Mit nachgebautem Wachturm und Museum erinnert Gunzenhausen an die Römerzeit.

Persönlicher Tipp

KASTELL AALEN MIT LIMESMUSEUM

Gut erhaltenes Stück Römerstraße bei Klais.

Mit einer Ausdehnung von über sechs Hektar und einer Besatzung von 1000 Elitereitern und ihren Pferdeknechten war Aalen das größte und bedeutendste Militärlager am Limes. Es wurde um 150 n. Chr. errichtet und spätestens 260 n. Chr., in der Krise des Römischen Reiches, aufgegeben. Obwohl das Areal im 20. Jh. weitgehend mit Wohnhäusern bebaut wurde, konnte der Mittelteil des antiken Kastells als Archäologischer Park eingerichtet werden. Zu sehen sind etwa die freigelegten Grundmauern des Stabsgebäudes, die Nachbildung eines römischen Baukrans sowie Kopien von steinernen Statuen, Grabsteinen, Weihesteinen und Inschriften. So manches antike Prachtstück kann man dann im Limesmuseum im Original bewundern. Es ist das größte archäologische Museum am Limes, seine hervorragende Sammlung umfasst restaurierte Funde aus Aalen, Waffen, Schmuck, Keramik, Werkzeuge, aber auch antike Meisterwerke aus dem gesamten baden-württembergischen Limesgebiet, etwa die 6,50 Meter hohe Jupitergigantensäule aus Walheim.


Ein Glasdach schützt das Limestor in Dalklingen vor Umwelteinflüssen.

Erstaunliches zu sehen gibt es in Weißenburg: den originalgetreuen Nachbau des wuchtigen Eingangstors zum Reiterkastell Biriciana, das teilrekonstruierte Militär- und Zivilbad, nicht zuletzt den grandiosen 165-teiligen Römerschatz im Museum. Ebenfalls sehr sehenswert ist die römische Abteilung im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Eichstätt mit Grabungsfunden aus dem nahen Kastell Pfünz, das auf dem Pfünzer Kirchberg teilrekonstruiert ist. Ein ungewöhnlich gut erhaltenes Stück Limes, als Damm erkennbar, entdeckt man bei Kipfenberg. Mit den Ausgrabungen einer römischen Badeanlage und dem Römischen Bademuseum verweist Bad Gögging auf seine antiken Wurzeln. Im Ortsteil Eining sind die Grundmauern des Kastells Abusina vollständig konserviert, sodass man sich ein gutes Bild von diesem letzten Kastell am Limes machen kann. Die Grenze des Imperium Romanum Richtung Osten bildete nun die Donau. Wir folgen ihr nach Regensburg, wo die mächtige Porta Praetoria an das einzige Legionslager der Provinz Raetien erinnert.

Deutsche Limesstraße
Infos und Adressen

REISEROUTE

Rheinbrol/Bad Hönningen–Hillscheid–Bad Ems–Holzhausen an der Haide/VG Nastätten–Saalburg/Bad Homburg–Hanau-Kesselstadt–Niedernberg–Buchen–Osterburken–Welzheim–Schwäbisch-Gmünd–Aalen–Gunzenhausen–Weißenburg–Eichstätt–Pfünz–Kipfenberg–Bad Gögging–Eining–Regensburg; ca. 700 km

BESTE REISEZEIT

Frühjahr bis Herbst

SEHENSWERT

Rheinbrol. RömerWelt mit interaktivem, auch für Kinder gut geeignetem Erlebnismuseum, Nachbau des ersten steinernen Wachturms am Limes, Rundwanderweg.

Bad Ems. Wichtiger Lahnübergang mit zwei Kastellen (überbaut), Funde in der Limesabteilung des Kur- und Stadtmuseums, Palisadennachbauten und Informationstafeln markieren den Verlauf des Limes.

Hanau-Kesselstadt. Freigelegte Fundamentmauern des Römerbades, das Kastell überbaut.

Buchen. Im Bezirksmuseum wissenschaftlich fundierte und anschauliche Darstellung des Limes als Meisterwerk römischer Bau- und Vermessungstechnik.

Welzheim. Wichtiger römischer Truppenstandort mit zwei Kastellen, Archäologischer Park mit restaurierten Grundmauern, einigen Rekonstruktionen, Erläuterungstafeln; im Stadtmuseum römische Funde.

Eichstätt. Funde aus dem Kastell Pfünz im Museum für Urund Frühgeschichte in der Willibaldsburg.

Pfünz. Römisches Kohortenkastell in exponierter Lage über dem Altmühltal, teilweise freigelegt, Nordtor, Ummauerung und Ecktürme rekonstruiert.

Kipfenberg. Rekonstruierter Wachturm, deutlich erkennbarer Limesabschnitt als Damm, spannendes Römer- und Bajuwarenmuseum.

Bad Gögging. Römisches Museum für Kur- und Badewesen mit Ausgrabungen der römischen Badeanlagen.

Eining. Römischer Militärstützpunkt und Zivilsiedlung am Ende des Limes, Grundmauern des Kastells freigelegt.

Regensburg. Faszinierende mittelalterliche Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe), erbaut über dem römischen Legionslager Castra Regina mit großer Zivilsiedlung, Heiligtümern und Tempeln; bauliches Relikt der Römerzeit: das Nordtor Porta Praetoria (2. Jh. n. Chr.), integriert in die Außenmauern des Bischofshofs.

ESSEN UND TRINKEN

Landhaus Arienheller, Rheinbrol nahe RömerWelt, landhaus-arienheller.de

Restaurant Druckhaus am Main, Hanau. Gutbürgerlichhessische Küche, www.druckhaus-hanau.de

Restaurant Fuggerei, Schwäbisch Gmünd. In historischem Ambiente, www.restaurant-fuggerei.de

Gasthof Adlerbräu, Gunzenhausen: Traditionshaus, www.hotel-adlerbraeu.de

Araunerskeller, Weißenburg. Waldgaststätte mit Biergarten.

ÜBERNACHTEN

Hotel St. Pierre, Bad Hönningen. Hotel Garni, www.hotelpierre.de

Parkhotel Bad Homburg. Zentral mit Parkblick, www.parkhotel-bad-homburg.de

Hotel-Restaurant Märchenwald, Osterburken. Ländlichruhig, www.hotelmaerchenwald.de

Aalener Römerhotel. Modernes Haus nahe Limesmuseum, www.aalener-roemerhotel.de

Hotel-Restaurant Bischofshof. Regensburger Traditionshaus nahe Porta Praetoria, www.hotel-bischofshof.de

WEITERE INFOS

Limesinformationszentrum RömerWelt am Caput Limitis: www.roemer-welt.de

Limesinformationszentrum auf der Saalburg: www.saalburgmuseum.de

Limesinformationszentrum Baden-Württemberg: www.liz-bw.de

Bayerisches Limes-Informationszentrum: www.limesinformationszentrum.de

Verein Deutsche Limesstraße: www.limesstrasse.de

Die Römerzeit wird im Archäologischen Park von Welzheim wieder lebendig.

Im Norden von Deutschland



7 UNESCO-Route: von Lübeck nach Bremen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen

Auf dieser Tour stehen drei historisch bedeutende Hansestädte auf dem Programm: Lübeck, einst »Königin der Hanse«, die Freie und Hansestadt Hamburg mit Deutschlands größtem Seehafen sowie die Freie Hansestadt Bremen mit Symbolen städtischer Freiheit.

HIGHLIGHTS

Altstadt von Lübeck. Wegen der geschlossenen historischen Bausubstanz und des exemplarischen Charakters für die hansische Städtefamilie im Ostseeraum in ihrer Gesamtheit UNESCO-Weltkulturerbe.

Hamburg. Speicherstadt und Chilehaus mit Kontorhausviertel (auf der UNESCO-Vorschlagsliste), Speicherstadtmuseum

Bremen. Rathaus und Roland auf dem Marktplatz als authentische Zeugnisse für die Entwicklung von städtischer Autonomie und Marktrechten im Heiligen Römischen Reich; auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Lübeck. Travemünder Woche mit Segelregatten Ende Juli, Schleswig-Holstein Musikfestival im Juli/August

Hamburg. Hafengeburtstag im Mai und Alstervergnügen im August; Sommerfestival auf Kampnagel für zeitgenössische Musik, Theater, Tanz, Performance im August

Bremen. Kirchenkonzerte im Dom; Bremer Freimarkt im Oktober, eines der ältesten Volksfeste Deutschlands

Dem Ostseehandel verdankte die »Königin der Hanse«, Lübeck, ihren Reichtum.

Von Hansestadt zu Hansestadt

Mitte des 12. Jahrhunderts als erste deutsche Hafenstadt an der Ostsee gegründet, gedieh Lübeck zu einem lebhaften Handelsplatz, zur Vormacht im Ostseehandel und ab dem 14. Jahrhundert zur führenden Stadt der Hanse – jener Vereinigung niederdeutscher Kaufleute, die sich zum einflussreichen Städtebund und zum ökonomischen und politischen Machtfaktor entwickelte. Das Spätmittelalter, Blütezeit der Hanse, war auch die Blütezeit Lübecks. Auf eine Zeitreise zurück in jene ruhmreiche Epoche lädt die Altstadtinsel ein. Mit rund 100 denkmalgeschützten Bauten auf engstem Raum ist sie seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe. Prägender Stil ist die Backsteingotik. Neben mittelalterlichen Giebelhäusern, z. B. am Museumshafen, verdienen die beiden romanisch-gotischen Kirchen, das Rathaus mit der grandiosen Schauwand und das berühmte Holstentor besondere Aufmerksamkeit.

Hamburg, eines der ersten Hansemitglieder, kann bislang kein UNESCO-Welterbe vorweisen, auf der Vorschlagsliste stehen aber die Speicherstadt und das Chilehaus mit Kontorhausviertel: Sehenswürdigkeiten, die sich, neben der obligatorischen Hafenrundfahrt, kaum ein Besucher entgehen lässt. Für Bremen, seit Karl dem Großen Bischofssitz und Handelszentrum, begann mit dem Beitritt zur Hanse 1358 ein sensationeller wirtschaftlicher Aufschwung. Für Reichtum und Bürgerstolz steht insbesondere das Rathaus, das um 1400 im Stil der Backsteingotik errichtet und um 1600 mit der prachtvollen Fassade im Stil der Weserrenaissance versehen wurde. Zusammen mit dem Rathaus wurde das davor stehende Bremer Wahrzeichen in die UNESCO-Liste aufgenommen: die steinerne Statue des Roland von 1404, altes Symbol für städtische Freiheit und Marktrecht. In direkter Nachbarschaft erhebt sich die gotische Marienkirche. Auf dem Weg zum romanisch-gotischen Dom kommt man am Haus Schütting vorbei, dem traditionellen Sitz der bremischen Kaufmannschaft im repräsentativen Renaissancestil.

Persönlicher Tipp

DIE BÖTTCHERSTRASSE IN BREMEN

Aufbruch in die Moderne: Bremens Paula Modersohn-Becker Museum von 1927

Wie die großen Baudenkmäler gehören zur Bremer Altstadt auch malerische Winkel. Man findet sie in den Gassen des Schnoor, so heißt Bremens ältestes Stadtviertel. Und man findet sie in der Böttcherstraße, der autofreien Gasse zwischen Marktplatz und Martinianleger der Fahrgastschifffahrt. Backsteinhäuserzeilen mit Läden und Galerien, Werkstätten und Lokalen begleiten die Böttcherstraße, und das Besondere ist, dass sich im Stil der Bebauung mittelalterliche Formen mit Elementen des Art déco mischen. Dieses außergewöhnliche Straßenbild entstand in den 1920er-Jahren, als der Bremer Kaffeekaufmann und Mäzen Ludwig Roselius beschloss, die damals völlig heruntergekommene Altstadtgasse komplett aufzukaufen, zu sanieren und ihr ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Es ist ihm gelungen! Auch die beiden Museen Böttcherstraße empfehlen sich zum Besuch: das Ludwig Roselius Museum in einem altbremischen Patrizierhaus und das Paula Modersohn-Becker Museum in einem expressionistischen Backsteinbau.

Infos und Adressen

REISEROUTE

Lübeck–Hamburg–Bremen; 180 km

BESTE REISEZEIT

ganzjährig

SEHENSWERT

Lübeck. Buddenbrookhaus mit Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum.

Hamburg. Hafen und Hafenrundfahrt, Fischauktionshalle, Kunsthalle, BallinStadt Auswanderermuseum.

Bremen. Übersee-Museum, eines der meistbesuchten Museen Deutschlands.

ESSEN UND TRINKEN

Café Niederegger, Lübeck. Marzipanfabrikation am Rathaus, www.niederegger.de

Bremer Ratskeller. Traditionsgaststätte im historischen Rathaus, www.ratskeller-bremen.de

ÜBERNACHTEN

Klassik Altstadt Hotel, Lübeck. Zentral und ruhig schlafen, www.klassik-altstadt-hotel.de

Swissôtel Bremen. Zentrale Lage, www.swissotel.de

WEITERE INFOS

Schleswig-Holstein Tourismus: www.sh-tourismus.de

Hamburg Tourismus: www.hamburg-tourism.de

Bremer Touristik-Zentrale: www.bremen-tourismus.de

UNESCO-Welterbestätten: www.unesco.de

8 Immer an der Ostsee entlang
Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern

Historische Seebäder und verträumte Buchten, alte Segelreviere und bizarre Strandwälder, kreative Künstler und raue Seebären – oder tiefe Blicke in die Unterwasserwelt? Zwischen Flensburg und Rügen winken vielfältige Urlaubsmöglichkeiten. Viele Zwischenstopps zum Baden sind auf jeden Fall ein Muss.

HIGHLIGHTS

Rum- und Zucker-Tour. Die Geheimnisse von Flensburgs Altstadt und historischem Hafen lüften

Viermastbark Passat. Museumsschiff und Wahrzeichen von Travemünde

Künstlerisches Ahrenshoop. Standort von Kunstkaten und Künstlerhaus Lukas

Zeesenboote auf Darß/Zingst. Besonders flach fürs Fischen im Haff, heute für besondere Rundfahrten

Hiddensee. Kleine Schwester Rügens, seit jeher Ziel von Künstlern und Literaten

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Rund 130 klassische Konzerte in Wismar, Juni bis September

Störtebeker Festspiele. Seeräubersaga auf einer Freilichtbühne in Ralswiek auf Rügen, Juni bis September, seit 1959

Zappanale. Vier Tage Rock im Juli seit 1990, in Gedenken an Frank Zappa. In Bad Doberan

JazzBaltica. Im Juli in der Ostseewerft, Timmendorfer Strand

Travemünder Woche. Immer Ende Juli, die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt

Der Farbenzauber beginnt früh, wenn über der Seebrücke von Sellin die Sonne aufgeht.

Wasser, Dünen, Hafenstädte

Am Anfang können sich Dänen und Deutsche übers Wasser zuwinken: Deutschlands Ostseeküste beginnt tief in der Flensburger Förde, jener Meeresbucht, die sich 40 Kilometer weit ins flache Land hineinschlängelt und hohen Seegang abhält. Kein Wunder, dass sich hier bald eine florierende Handelsstadt entwickelte: Flensburg. Der historische Hafen verführt zum Sitzen und Schauen, rund um den Alten Kran, den Salondampfer »Alexandra« und unzählige Segelboote.

Zehn Kilometer östlich steht an der Förde das Wasserschloss Glücksburg, ein bedeutendes Renaissanceschloss. Knapp eine halbe Stunde weiter markiert eine Halbinsel den Übergang der Förde zur offenen Ostsee: Im Naturschutzgebiet Geltinger Birk leben sogar Wildpferde. Der Fischerort Kappeln mit seinem mittelalterlichen Heringszaun liegt am Eingang der Schlei – einer noch längeren, schmaleren Förde: An ihrem Ende florierte vor 1000 Jahren die Wikingersiedlung Haithabu, heute ein Museumsdorf.

Drachenfans und Kitesurfer setzen vielerorts bunte Tupfer in den Ostseehimmel.

Dann folgt Eckernförde, die wahre Heimat der »Kieler Sprotten«, und über Raps- und Kornfelder des hügeligen Dänischen Wohld geht es nach Kiel. Die Ostsee lässt sich in der Hafen- und Hansestadt entlang der Flaniermeile »Kiellinie« genießen. Am schmucken Seeheilbad Heiligenhafen vorbei geht es dann zu einer Stippvisite auf die Insel Fehmarn, als Wassersport-Eldorado auch »Hawaii Deutschlands« genannt. Am Westufer der Lübecker Bucht führt der Weg zu den einstigen Ostseebädern Westdeutschlands wie Grömitz, Scharbeutz und Timmendorfer Strand. Und in die Hansestadt und Heilbad Travemünde, literarisch verewigt in Thomas Manns Buddenbrooks.

Persönlicher Tipp

RÜGEN, DIE GROSSE SCHÖNE


Der Leuchtturm an der Strandpromenade ist ein Wahrzeichen des Seebads Warnemünde.

Buchten und Steilküsten, feinste Sandstrände und grüne Wälder – wer über den Strelasund auf Deutschlands größte Insel kommt, einst »Rugia« genannt, dem steht eine Vielfalt an Urlaubsmöglichkeiten offen. Ganz edel wie zu Kaisers Zeiten lässt sich in den vornehmen Ostseebädern Staat halten – in Binz und Sellin, Baabe, Breege und anderen, in klassischer Architektur, mit beeindruckenden Seebrücken hinaus aufs Meer. Der Wellness huldigen und vielleicht abends ins Casino? Oder einen Radurlaub, an der Küste entlang, und immer wieder baden gehen an den vielen Stränden? Den UNESCO-geadelten Nationalpark Jasmund durchwandern, an den steilen Kreideklippen oder oben durch Buchenwald auf den Felsen Königsstuhl? Den Leuchtturm Kap Arkona erklimmen. Per Hängebrücke den Hafen von Saßnitz erobern. Den »Koloss von Prora« bestaunen oder das Jagdschloss Granitz. Die klassischen Bauten und den Schlossgarten von Putbus erforschen. Natürlich nicht fehlen darf eine Fahrt im »Rasenden Roland« …

In den Osten hinein

Einen Steinwurf übers Wasser entfernt liegt der Priwall, eine Halbinsel mit beliebtem FKK-Strand, die weit in die Bucht Pötenitzer Wiek hineinreicht. Nicht weit hinterm Strand begann das DDR-Grenzgebiet, ein Gedenkstein markiert die einstige Teilung. Heute bringt die Priwallfähre Menschen und Autos über das schmale Gewässer. Möglich ist aber auch die Fahrt rund um den Wiek, mit einem Abstecher in die Marzipan- und Holstentorstadt Lübeck. Ab Dassow geht es ins Ostseebad Boltenhagen mit Kurpark und Seebrücke.

Nur eine halbe Stunde entfernt liegt die Hanse- und UNESCO-Welterbestadt Wismar mit sehenswerter Backsteingotik und Altem Hafen. Mit purer Landidylle und hübschen Stränden lockt nur 15 Kilometer entfernt die flache Insel Poel. Kühlungsborn ist das nächste historische Seebad, mit drei Kilometer langer Strandpromenade, Seebrücke und einem erhaltenen Ostseegrenzturm. Von hier fährt die Schmalspurbahn »Molli« via Heiligendamm nach Bad Doberan.

Die weißen Villen des Fürstenbads Heiligendamm entstanden schon bald nach Gründung 1793. Sie beherbergten die russische Zarenfamilie, aber auch den G8-Gipfel 2007. Das hübsche Seebad Warnemünde gilt als »Strand von Rostock«. Manche der hier anlandenden Kreuzfahrtpassagiere aus aller Welt halten es auch für einen Vorort von Berlin.

Persönlicher Tipp

RUNDHERUM UMS MARE BALTICUM

Auf Fischland, dem Darß und Zingst stehen Reetdachhäuser oft nah am Strand.

Fehmarn bis Rügen – die deutsche Ostseeküste ist nur ein kleiner Abschnitt der gesamten Strecke rund ums Meer, etwa 7000 Kilometer. Wer auch die Nachbarländer erleben möchte, auf Estnisch heißt das Meer übrigens »Westsee«, kann mit dem Auto einmal rundherum fahren. Erst via Polen und die baltischen Staaten bis nach Tallinn – oder gar St. Petersburg. Dann durch Finnland zurück, mit der Fähre – und Zwischenstopp auf den Åland-Inseln – nach Stockholm. Dann durch Südschweden via Helsingborg oder Malmö und durch Dänemark zurück. Für alle mit noch etwas mehr Zeit und Abenteuerlust ist sogar die Fahrt rund um den Bottnischen Meerbusen reizvoll, bis hoch ins finnisch-schwedische Lappland. Doch auch eine Kurzfassung ums Mare Balticum ist gut machbar: Nehmen Sie nach der deutschen Ostseeküste ab Rügen die Fähre ins dänische Trelleborg: Warum nicht von dort an Schwedens Südküste entlang bis Stockholm, via Åland-Inseln nach Helsinki und per Schiff zurück nach Travemünde?

Von Inseln und Halbinseln

Eine halbe Stunde weiter liegt das Heilbad Graal-Müritz, gesäumt vom Waldgebiet »Rostocker Heide« und dem »Ribnitzer Großen Moor«. Zugleich ist es das Tor zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die im 19. Jahrhundert durch ihre Künstlerkolonie in Ahrenshoop weltweit Bekanntheit erlangte. Zum Seebad Prerow mit Seebrücke und breiter Strandpromenade geht es vorbei am Darßer »Geisterwald« und an malerischen Dörfern wie Born und Wieck.

Die nördlichste Spitze markiert der Leuchtturm im Naturschutzgebiet Darßer Ort, der nur zu Fuß, per Rad oder Pferdekutsche zu erreichen ist. Ebenfalls zu einem autofreien Ausflug lockt die Halbinsel Zingst, vorbei am Zingster Hafen und Osterwald bis zum naturgeschützten Großen Werder. Im Herbst, von August bis Oktober, rasten hier Zehntausende Kraniche und andere Zugvögel. Rund 20 Kilometer entfernt lädt das Backsteinstädtchen Barth mit Kirchen, Technikmuseum und »Barther Küstenbier« zum Bummeln ein.

Nun ist es nur noch eine halbe Stunde bis nach Stralsund, Hansestadt, »Tor zur Insel Rügen« und Teil des UNESCO-Welterbes. Wer den Strelasund nicht über Rügenbrücke oder Rügendamm queren möchte, kann die Fähre nehmen oder am jährlichen Sundschwimmen teilnehmen. Hat man die Museen und Sehenswürdigkeiten erforscht – hier ankert auch die »Gorch Fock« –, sollte man im Fischrestaurant pausieren: Stralsund ist die Heimat des Original-Bismarck-Herings.

Immer an der Ostsee entlang
Infos und Adressen


Planschen, schwimmen, baden: Gerade Familien bietet die ruhige Ostsee idealen Urlaub.

REISEROUTE

Rund 620 km lang geht die Strecke von Flensburg nach Rügen, vor allem an der Küste entlang – über die Hauptorte Kiel–Fehmarn–Lübeck–Wismar/Poel–Warnemünde–Darß/Zingst–Stralsund.

BESTE REISEZEIT

ganzjährig reizvoll

SEHENSWERT

Themenstrände Scharbeutz. Das Strandmekka bietet eigene Bereiche für Wellness, Aktion, Kinder, Kultur und Theater sowie Hunde.

Naturschutzgebiet Graswarder. Nahe Heiligenhafen, kammartige Nehrungsküste mit Lagunen, Salzwiesen und Sandwällen par excellence – am besten mit Führung.

Der Molli. Wie in der »guten alten Zeit« tuckert die knuffige Dampflok von Bad Doberan nach Kühlungsborn, mitten durch den Ort, den Wald und an den Strand – nimmt auch Fahrräder mit.

Klarissenkloster Ribnitz & Deutsches Bernsteinmuseum. Beeindruckende Klosterbauten mit Kirche aus dem 14. Jh. und goldgelbe Schätze.

Darßer Weststrand und Geisterwald. Wo der Wald bis ans Meer reicht und Wind und Wetter mächtige Bäume zu pittoresken hölzernen Skulpturen skelettieren. Im Hochsommer voller Badestrand.

Ozeaneum, Nautineum und Meeresmuseum in Stralsund. Der perfekte Dreiklang der Marine-Museen, alles über Meeresbewohner, Schiffe, Fischfang und mehr über die Ozeane der Welt.

ESSEN UND TRINKEN

Fischdeel, Eckernförde. Frische Fischgerichte delikat verfeinert, natürlich auch die Kieler Sprotte, www.fischdeel.de

Buddenbrooks, Travemünde. Zwei Michelin-Sterne für das Restaurant im mondänen Wellnesshotel, www.buddenbrooks-travemuende.de

Brauhaus am Lohberg, Wismar. Uriges Fachwerkhaus am Hafen, mit besten eigenen Bieren und des Öfteren Livemusik, www.brauhaus-wismar.de

Teeschale, Prerow. Friesentee oder delikater Oolong – im 150-jährigen Holzhaus-Café, liebevoll dekoriert und mit Wintergarten, www.teeschale.de

Café Buhne 12, Ahrenshoop. Kreative Küche und leckerer Kuchen im Skulpturengarten hoch über dem Ostseestrand, auf facebook

Weltenbummler, Binz. Beste kreative Küche mit Holzkunst und Wandmalereien aus aller Welt, mit Terrasse und Biergarten, www.weltenbummler-ruegen.de

ÜBERNACHTEN

Strandhotel Glücksburg. »Weißes Schloss am Meer« von 1872, wo schon Kaiser Wilhelm II. speiste – gekonnt modernisiert, www.strandhotelgluecksburg.de

KurparkHotel Warnemünde. Vier-Sterne-Romantik in zentral gelegener Villa, mit Wellnessbereich, www.kurparkhotelwarnemuende.de

Landhaus Morgensünn, Ahrenshoop. Gemütlich und schick im Reetdachhaus, mit Wellnessbereich und Boddenblick, www.landhaus-morgensuenn.de

Hotel Scheelehof, Stralsund. Mitten in der Altstadt ein Vier-Sterne-Hotel, teils mittelalterliche Gebäude. Charmant und chic, mit Restaurant und eigener Kaffeerösterei, www.scheelehof.de

WEITERE INFOS

Ostseeküste West: www.ostsee-schleswig-holstein.de

Ostseeküste Ost: www.tourismuszentrum-ostseekueste.de

9 Zurück in die Steinzeit
Niedersachsen

Über 70 jungsteinzeitliche Hünengräber liegen an der Straße der Megalithkultur zwischen Osnabrück und Oldenburg. Die rund 5000 Jahre alten Großsteingräber stammen aus jener fernen Epoche, als Menschen in Nordwestdeutschland als Bauern sesshaft wurden.

HIGHLIGHTS

Visbecker Bräutigam. Eine der eindrucksvollsten Megalithanlagen Norddeutschlands, auf dem Gemeindegebiet Großenkneten

Visbecker Braut. Die zweitgrößte Megalithanlage Niedersachsens nahe der Autobahnabfahrt Wildeshausen-West ist durch einen Weg mit dem »Bräutigam« verbunden

Kleinenkneter Steine. Von den drei Steingräbern im Wald südlich von Wildeshausen ist eines original rekonstruiert

Teufelssteine. Gut erhaltenes Großsteingrab an der Dorfstraße von Vrees bei Werlte

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Handgiftentag. Historisches Fest in Osnabrück am ersten Werktag nach Neujahr

Steckenpferdreiten mit Kinderfest. Im Gedenken an den Westfälischen Frieden 1648; Ende Oktober in Osnabrück

Osterspaziergang, Gartenpartie Ende Mai, Dorfkirmes Mitte Juli, Mühlentag und Pferdetag im August, Nikolausmarkt im Dezember; alle Veranstaltungen im Museumsdorf Cloppenburg

Gildefest. An Pfingsten in Wildeshausen

Volksfest Kramermarkt. September/Oktober, Lambertimarkt im Advent; Oldenburg

Ländliche Idylle im niedersächsischen Museumsdorf Cloppenburg

Archäologie zum Anfassen

Zwischen Ems und Weser, in den Ankumer Bergen und in der Wildeshauser Geest, haben unsere Urahnen eindrucksvolle Spuren hinterlassen: Begräbnisstätten aus einer rechteckigen Grabkammer, eingefasst und bedeckt mit mächtigen Findlingen. Den Bau dieser Großsteingräber traute man einst nur Riesen zu; daher die volkstümliche Bezeichnung Hünengräber oder auch Hünenbetten. Allerdings dienten sie nicht Riesen zur ewigen Ruhe, sondern, je nach Größe, bis zu 150 Männern, Frauen und Kindern.

Man geht davon aus, dass es im niedersächsischen Raum ursprünglich an die 400 solcher Großsteingräber gab, erhalten sind rund 40. Eine Auswahl bieten die 33 Stationen an der Straße der Megalithkultur. Sie beginnt in Osnabrück-Gretesch mit den Greteschen Steinen. Berühmtheit erlangten der Visbecker Bräutigam und seine Braut, mit 104 beziehungsweise 82 Metern Länge die größten Megalithanlagen Niedersachsens. Um die beiden Großsteingräber rankt sich eine Sage: Als die Tochter eines reichen Bauern gegen ihren Willen verheiratet werden sollte, flehte sie zu Gott, er möge sie zu Stein erstarren lassen. Ihr Gebet wurde erhört, aber nicht nur sie, sondern auch der Bräutigam sowie die gesamte Hochzeitsgesellschaft versteinerten.

Öfter als den lieben Gott glaubte man früher den Teufel am Werk. Im Wald bei Vehrte soll er nicht nur seinen Teigtrog und seinen Backofen – die flachen Decksteine zweier Gräber – hinterlassen haben, sondern auch den vier Meter hohen Süntelstein, mit dem er die Kirchentür versperren wollte. Aber der Monolith war selbst dem Teufel zu schwer.

Persönlicher Tipp

AUF DEM STEINGRÄBERWEG GIESFELD

Imposante Schöpfung unserer steinzeitlichen Ahnen: der Visbecker Bräutigam

Mehrere archäologische Stätten in malerischer Lage erschließt ein kurzer Rundwanderweg (2,5 km), der bei Westerholte südlich von Ankum durch Heide und Kiefernwäldchen führt. Der gut ausgeschilderte prähistorische Lehrpfad ist auch für Kinder geeignet: Auf die »Hinkelsteine« zu klettern ist durchaus erlaubt, das ist sozusagen Geschichte zum Anfassen. Am Weg liegen sechs jungsteinzeitliche Großsteingräber, einige davon so zerstört, dass nur noch ein paar Felsbrocken herumstehen, andere noch so weit intakt, dass sie durchaus als Grabstätten der Megalithkultur erkennbar sind. Wesentlich jünger, dennoch vorgeschichtlich sind die Grabhügel aus der Bronzezeit (ca. 2000 bis 1200 v. Chr.), denen man auf dem Rundwanderweg ebenfalls begegnet. Als archäologische Sensation wurde vor einigen Jahren die Entdeckung einer »Steinkiste« gewertet: eine aus sechs Findlingen gebildete Grabkammer, die mit drei Steinen bedeckt war. Als Rekonstruktion vermittelt sie nun einen lebhaften Eindruck von der Bauweise der Großsteingräber.

Infos und Adressen

REISEROUTE

Osnabrück–Ankum–Lingen (Ems)–Meppen–Sögel–Werlte–Cloppenburg–Visbeck–Großenkneten–Wildeshausen–Oldenburg; 330 km

BESTE REISEZEIT

Frühjahr–Herbst

SEHENSWERT

Dom St. Peter. Von Karl dem Großen gegründete Bischofskirche von Osnabrück.

Eisenzeithaus, Venne. Rekonstruiertes Bauerngehöft aus der vorrömischen Eisenzeit mit Museumsgarten bei Ostercappeln, www.eisenzeithaus.de

Emslandmuseum, bei Sögel. Einzige erhaltene Alleesternanlage mit acht Lindenalleen und Park im Barockschloss Clemenswerth (18. Jh.), www.clemenswerth.de

Museumsdorf Cloppenburg. Das größte Freilichtmuseum Niedersachsens mit über 50 historischen Gebäuden und regionaltypischen Gärten, www.museumsdorf.de

Residenzschloss Oldenburg. (17.–19. Jh.) mit Repräsentationsräumen und Landesmuseum Oldenburg.

ESSEN UND TRINKEN

Kartoffelhaus, Ankum. Rustikale Einkehr.

Dorfkrug im Museumsdorf Cloppenburg. Mit Biergarten, www.dorfkrugimmuseumsdorf.de

ÜBERNACHTEN

Romantikhotel Walhalla, Osnabrück. www.hotel-walhalla.de

Hotel Sprenz, Oldenburg Modernes, freundliches Haus, www.hotel-sprenz.de

WEITERE INFOS

Arbeitsgemeinschaft Straße der Megalithkultur: c/o Tourismusverband Osnabrücker Land, Herrenteichstraße, 49074 Osnabrück. www.strassedermegalithkutur.de

10 Grüne Küstenstraße
Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein

Der erste Abschnitt der Tour durch das Land der Friesen deckt sich im deutschen Abschnitt ungefähr mit dem Verlauf einer ehemaligen internationalen Ferienstraße, die von Belgien entlang der Nordseeküste bis nach Norwegen verlief. Sie hieß und heißt bei uns noch immer »Grüne Küstenstraße«, weil sie hinter den Seedeichen oft durch grasgrünes Moor- und Marschenland führt.

HIGHLIGHTS

Leer. Alte Handelsstadt, prächtige Backsteinbauten in niederländischem Stil

Emden. Kulturelles Zentrum Ostfrieslands mit bedeutenden Museen

Greetsiel. Der schönste unter den für die ostfriesische Küste typischen Sielhäfen

Cuxhaven. Zweitältestes Seebad Deutschlands (1816) und wichtiger Fischereihafen

Friedrichstadt. Ein Hauch von Holland mit Grachten und Giebelhäusern

Husum. Geburtsort Theodor Storms mit noblem Schloss mit großem Park

Niebüll. Ver- und Entladestation des Autoreisezugs, der nach Sylt fährt; Friesenmuseum

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Biikebrennen. Traditionelles Volksfest mit großen Feuern am 21. Februar auf den Nordfriesischen Inseln

Rummelpottlaufen. Kinder ziehen mit Rummelpötten von Haus zu Haus, Silvesterabend

Klootschießen. In ganz Norddeutschland, besonders jedoch an der Küste, populärer Sport mit militärischen Wurzeln

Der alte Husumer Binnenhafen. Er besteht schon seit dem Ausgang des Mittelalters.

Waterkant und Wattenmeer

Die wohl im frühen Mittelalter von Nordosten her eingewanderten Friesen und ihre niederdeutschen Nachbarn haben den fruchtbaren Boden der Seemarschen in einem jahrhundertelangen Kampf mit vielen dramatischen Rückschlägen, vor allem bei den verheerenden Sturmfluten des »Blanken Hans«, der Nordsee, abgerungen. So wurde unter anderem Ostfriesland, das topfebene, ehemals von »Häuptlingen« beherrschte Land zwischen dem Dollart, der Mündungsbucht der Ems und der Trichtermündung der Weser, geformt. Jenseits der breiten, von zahllosen Ozeanriesen durchfahrenen Mündungen der Weser und Elbe folgen nach Norden hin die alte, stolze Bauernrepublik Dithmarschen, die Halbinsel Eiderstedt mit den größten Bauernhäusern der Welt und schließlich nordwärts der Eider Nordfriesland, das landschaftlich und kulturell nahtlos ins dänische Jütland übergeht.

Vor den Deichen erstreckt sich eines der ausgedehntesten Wattenmeere der Erde. Es ist in der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes verzeichnet und umfasst im bundesdeutschen Anteil die drei Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Hamburgisches Wattenmeer und Niedersächsisches Wattenmeer. In allen drei Schutzgebieten liegen große bewohnte Inseln wie Sylt, Amrum, Föhr, Borkum, Juist oder Langeoog und nicht dauerhaft von Menschen, aber von Robben und Geschwadern von Seevögeln besiedelte Sände verstreut. Vor der ostfriesischen Küste ordnen sich die Düneninseln perlschnurartig an, in Nordfriesland bilden sie Gruppen kleinerer und größerer Eilande. Eine weltweite Rarität dieser Region sind die zehn deutschen Halligen, meist Reste von mittelalterlichem Marschenland, die nicht selten bei Sturmfluten »Land unter« melden.

Persönlicher Tipp

BOOTSFAHRT NACH HELGOLAND

Das Wahrzeichen von Helgoland: Die lange Anna ist weithin sichtbar.

Ein spannendes Abenteuer und deshalb hier als besonderer Tipp angeführt ist ein Ausflug zur einzigen echten ozeanischen Insel Deutschlands, dem rund 40 Kilometer vom Festland entfernt gelegenen Helgoland mit seiner Nebeninsel, der Düne. Von einer ganzen Reihe kleiner Häfen fahren Seebäderschiffe und Boote hinüber zur Inselgruppe mit ihrer bewegten Geschichte. Am spannendsten ist das Ausbooten der mehr oder weniger seekranken Passagiere vor Helgoland, das man in dieser Form an der deutschen Küste nur hier erleben kann. Einzigartig ist ebenso die seltene Vogelwelt der sandsteinroten Insel, die die Masse der Tagestouristen allerdings weniger interessiert, umso mehr das Einkaufen in den Duty-free-Shops. Erst seit 1890 gehört der markante Felsklotz zu Deutschland, heute verwaltungstechnisch zum schleswig-holsteinischen Landkreis Pinneberg. Jahrhundertelang war das Eiland im Besitz der Briten, denen es in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg fast gelungen wäre, die in der nationalsozialistischen Zeit zu einer starken Seefestung ausgebaute Insel mit einer gewaltigen Sprengung völlig von den Seekarten zu tilgen.

Infos und Adressen

REISEROUTE

Leer–Emden–Greetsiel–Cuxhaven–Friedrichstadt–Husum–Niebüll; 750 km

BESTE REISEZEIT

Frühjahr und Spätsommer, wenn die Zugvögel an der deutschen Nordseeküste Station machen

SEHENSWERT

Stolberg. Grandiose Aussicht von der Anhöhe, unweit von Bredstedt. Von hier schaut man auf die Halligen und Geestkerninseln. Dahinter liegen die Außensände, auf denen sich Kegelrobben und Seehunde aalen.

SPEZIALITÄTEN

Nordseegarnelen. Granat, Porren oder einfach Krabben genannt, und möglichst direkt am Kutter gekauft und selbst »gepult«.

Schwarzer Tee. Sahne und Kandis gehören unbedingt dazu.

ÜBERNACHTEN

Goldener Adler, Emden. Hotel mit Restaurant, Blick auf den alten Hafen, www.goldener-adler-emden.de

Zum Krug, Husum. Historisches Gasthaus (seit 1707), www.zum-krug.de

Morsum Kliff. Unterkunft für ruhebedürftige Gäste auf Sylt, www.hotel-morsum-kliff.de

WEITERE INFOS

Nordfriesland Tourismus: www.nordfrieslandtourismus.de

Ostfriesland Tourismus: www.ostfriesland.de

Nationalpark Wattenmeer: www.nationalpark.wattenmeer.de

11 Industrieroute I
Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Von Celle über Hannover auf der A2 ins Ruhrgebiet: eine Fahrt entlang deutscher Industriehistorie mit ihren Geschichten am Wegesrand, wie etwa der vom Türmer in Celle oder der ersten Erdölbohrung weltweit. Ein kleiner Umweg führt auch nach Münster und ins Weserbergland nach Hameln ins Rattenfängerhaus.

HIGHLIGHTS

Messegelände, Jugendstilfabrik Bahlsen, Maschsee und Herrenhäuser Gärten. Alles in Hannover

Innenstadt mit 500 Fachwerkhäusern. In Celle

Neues Theater. Güterslohs futuristischer Kulturtempel

Laubengänge, Giebelhäuser, Rathaus, Dom und Prinzipalmarkt. Münster liegt etwas abseits der Route, lohnt aber mit diesen Attraktionen den Umweg.

FESTE UND VERANSTALTUNGEN

Altstadtparty. Im Juni in Hamm

Nachtreise durch Bielefeld. Für wenig Geld zu den neun Bühnen der freien Theater der Stadt zu jeweils 20-minütigen Aufführungen. Im Juni

Sparrenburg-Fest. Dreitägiges Mittelalterspektakel im Juli in Bielefeld

Hannoversches Schützenfest. Im Juli in der niedersächsischen Hauptstadt

Maschseefest. Im Juli/August in Hannover, mit Ständen am Ufer und Dampferfahrten

Theater im Park. Jeden Sommer in Bad Oeynhausen

Eine Stadt im Überblick: Hannover mit der Eilenriede und dem Zoo von oben.

Turmbläser, Manager und Studenten

Kann ein Knöllchen-Schreiber beliebt sein? Einer, der fürs Ordnungsamt im Außendienst den sogenannten ruhenden Verkehr überwacht? In Celle ist das so. Helmut-Dieter Lorchheim heißt der Schrecken der Parksünder und der lieb gewonnene Turmbläser der Stadt. Jeden Tag um 8.15 und 17.15 Uhr haben Falschparker gute Chancen, ohne Strafzettel davonzukommen, denn dann besteigt Lorchheim den 75 Meter hohen Turm der Stadtkirche und bläst kirchliche Choräle. Celle ist eine Art Vorstadt von Hannover: 80 000 Einwohner, 500 Fachwerkhäuser und Sitz einiger Industriegiganten. Rund 20 Erdölfirmen haben hier ihre Deutschland-Repräsentanz. Historischer Hintergrund: 1858 fand in Wietze vor den Toren von Celle die erste Erdölbohrung der Welt statt.

Hannover, die Landeshauptstadt Niedersachsens, ist das Wirtschaftszentrum des Bundeslandes. Heimat eines der weltgrößten Touristikunternehmen, der TUI, Expo-Gastgeber 2000, europaweit bedeutende Messestadt mit CeBIT und Hannover Messe sowie auch ein Standort süßer Verführung: In der charmanten Jugendstilfabrik von Bahlsen aus dem Jahr 1911 wurden einige Millionen der berühmten gezackten Kekse gebacken.

Die A2 führt von Hannover in Richtung Ruhrgebiet, dem Herz der deutschen Industriekultur und zu einem weiteren Riesen der deutschen Wirtschaft. In Gütersloh sitzt einer der größten Medienkonzerne der Welt: das Verlagshaus Bertelsmann, mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro. Und in Münster warten 70 Kirchen – darunter der im Jahr 1090 eingeweihte Dom – und 700 Kneipen auf Besucher. Die Universität, eine der größten in Deutschland mit Hauptsitz im Schloss, und ihre 50 000 Studenten bestimmen das Bild der Stadt. Keine Autostunde weiter kocht der Pott.

Persönlicher Tipp

VON MUFF KEINE SPUR

Grünes Hannover: Die niedersächsische Hauptstadt hat drei große grüne Lungen.

Jeder Besucher wird überrascht sein, wie grün Hannover ist. Das für eine Stadt mit 500 000 Einwohnern kleine Zentrum liegt eingebettet zwischen drei grünen Lungen: dem Georgengarten mit der Universität, der Eilenriede mit dem Zoo und dem Maschsee mit Spielcasino und Stadion, wo die 96er Erstliga-Fußball spielen. Für nächtliche Aktivitäten bietet das Szeneblatt Schädelspalter die besten Adressen. Langweilig wird’s kaum werden. Selbst die weltbekannte und im Feiern bestens geübte Rockband Scorpions hält es in Hannover schon seit rund 40 Jahren aus: »Hier kommen wir her, warum sollen wir weggehen?«, fragt Gitarrist Rolf Schenker. Also auf ins nur vermeintlich muffige Hannover, wo es Europas einzigen Schrägaufzug gibt, mit dem es im Neuen Rathaus bis in die Spitze der Rathauskuppel geht, und wo im Museum Wilhelm Busch das Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst untergebracht ist. Um mit Grün zu enden: Die Herrenhäuser Gärten haben die größte Orchideensammlung des Kontinents.

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Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
09 kasım 2024
Hacim:
491 s. 252 illüstrasyon
ISBN:
9783734322181
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi:

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