Kitabı oku: «Die Wasserkur bei Übergewicht, Depression und Krebs»

Yazı tipi:

F. Batmanghelidj
Titel der amerikanischen Originalausgabe:

Inhalt

Zur Einführung

Teil I: Übergewicht

Kapitel 1: Übergewicht – direkte Folge chronischen Wassermangels

Warum lassen wir zu, dass durch Wassermangel Krankheiten entstehen?

Irrtum Nr. 1

Irrtum Nr. 2

Irrtum Nr. 3

Irrtum Nr. 4

Kapitel 2: Warum andere Getränke keine Alternativen sind

Alkoholische Getränke

Koffeinhaltige Getränke

Softdrinks (Limonaden)

Kapitel 3: Die Leben spendenden Eigenschaften des Wassers

Hydroelektrizität – die bevorzugte Energiequelle des Körpers

Kapitel 4: Wie Wassermangel zu Übergewicht führt

Sie essen zu viel, wenn Sie durstig sind

Das Wasser und die Fettspeicherung

Was Sie unbedingt beachten sollten

Erfahrungsberichte

Übergewicht – Vorbote von Diabetes

Teil II: Depression

Kapitel 5: Die Chemie der Depression

Anzeichen chronischen Wassermangels

Was ist Depression?

Wasser – das natürliche Antidepressivum

Erstaunliche Erfolge

Teil III: Krebs

Kapitel 6: Krebs – warum gerade ich?

Was ist Krebs und warum ist er früher oder später tödlich?

Schäden in der DNS – eine Voraussetzung für die Krebsentstehung

Rezeptoren und ihr Zusammenhang mit Krebs

Wassermangel und die Unterdrückung des Immunsystems

Wie man das Abklingen von Krebs unterstützen kann

Wie Wassertrinken bei einigen Arten von Krebs Hilfe brachte

Ein Beispiel für den Zusammenhang von Wassermangel und Brustkrebs

Kapitel 7: Stresshormone und Wassermangel

Prolaktin und Depression

Teil IV: Natürliche Heilung

Kapitel 8: Die ideale Ernährung bei allen durch Wassermangel bedingten Krankheiten

Wie viel Wasser und wann?

46 Gründe, täglich Wasser zu trinken

Unser Blut und das Wasser

Wasser – die primäre Energiequelle

Kapitel 9: Mineralien sind lebenswichtig

Die Bedeutung einiger Mineralien für die Körperfunktionen

Salz – ein uraltes Heilmittel

Verborgene Wunderwirkungen von Salz

Wie viel Salz?

Kapitel 10: Proteine (Eiweiß)

Eier

Milchprodukte

Fette

Obst, Gemüse und Sonnenlicht

Körperliche Bewegung

Über den Autor

Vorbemerkungen des Verlags

Die in diesem Buch vorgestellten Informationen und Empfehlungen zur Versorgung des Körpers mit Wasser beruhen auf persönlichen Erfahrungen und auf umfangreichen Untersuchungen des Autors zum Thema.

Der Autor erteilt hier keine individuellen medizinischen Ratschläge, er empfiehlt keine Medikamente und fordert nicht dazu auf, verordnete Medikamente gegen den Rat des behandelnden Arztes abzusetzen – weder direkt noch indirekt. Die Absicht des Autors besteht einzig darin, auf der Grundlage der neuesten Erkenntnisse der Mikroanatomie und der molekularen Physiologie über die Bedeutung des Wassers für die Gesundheit aufzuklären. Er möchte seinen Beitrag dazu leisten, dass die Öffentlichkeit über die gesundheitsschädlichen Wirkungen der chronischen Austrocknung informiert wird.

Dieses Buch ist kein Ersatz für fundierte medizinische Beratung durch einen Arzt. Es ist im Gegenteil sehr erwünscht, dass man mit seinem Arzt über die Aussagen des Buches spricht. Wer die hier gegebenen Empfehlungen anwendet, tut dies in eigener Verantwortung. Man sollte sich dabei genau an die Anweisungen halten. Ernstlich erkrankte Menschen mit einer längeren Krankengeschichte und Patienten in ärztlicher Behandlung, besonders solche mit schweren Nierenerkrankungen, sollten die hier angebotenen Informationen nur unter Aufsicht ihres Arztes anwenden. Verlag und Autor können für die Anwendung der in diesem Buch beschriebenen Verfahrensweisen und Empfehlungen keine Garantie und keine Haftung übernehmen.

In den Erfahrungsberichten amerikanischer Patienten werden Namen von Medikamenten erwähnt; die amerikanischen Bezeichnungen wurden beibehalten, da es im Zusammenhang mit der „Wasserkur“ kaum von Bedeutung ist, welche Medikamente es genau waren, die den Betroffenen nicht geholfen haben.

Neben dem vorliegenden gibt es fünf weitere Bücher von Dr. Batmanghelidj über die gesundheitliche Bedeutsamkeit des Wassertrinkens:

– Wasser – die gesunde Lösung

– Sie sind nicht krank, Sie sind durstig

– Wassertrinken wirkt Wunder

– Wasser hilft

– Rückenschmerzen und Arthritis

Jedes dieser Bücher steht für sich selbst und kann ohne Kenntnis der anderen gelesen werden. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte, kreisen aber alle um das gleiche Thema. Leserinnen und Lesern der früheren Bücher von Dr. Batmanghelidj wird hier daher einiges Bekannte begegnen, da die grundsätzlichen Aussagen zur Wichtigkeit des Wassertrinkens natürlich gleich bleiben. Das vorliegende Buch ist für Leser geschrieben, die von den im Titel genannten Themen betroffen sind. Wenn Sie bereits andere Bücher des Autors kennen und sich für die speziellen Themen dieses Buches interessieren, empfehlen wir Ihnen insbesondere die Kapitel 4 bis 7.

Weitere Informationen und Erfahrungsberichte aus dem deutschsprachigen Raum sind im Internet unter www.wassertrinken.de nachzulesen.

Zur Einführung

Als ich 1982 nach Amerika kam, hatte ich die Hoffnung, dass meine bahnbrechende Entdeckung der schmerzstillenden Wirkung von Wasser an einigen Hochschulen aufgegriffen und nach ihrer Überprüfung eine positive Wendung in das Leben der Betroffenen und aller Menschen bringen würde. Ich hatte mich leider getäuscht. Nichts dergleichen geschah, aber ich ließ mich nicht aufhalten. Zur Vertiefung meiner Forschungen gründete einer meiner Freunde die Foundation for the Simple in Medicine (zu Deutsch etwa: Stiftung für einfache Wege in der Medizin). Weitere Forschungsergebnisse zeigten, wo die Medizin des 20. Jahrhunderts sich geirrt hatte – bis hin zu der Tatsache, dass Folgeerscheinungen chronischen Wassermangels als „Krankheiten unbekannter Ursache“ definiert wurden. Diese „Krankheiten“ wurden und werden mit giftigen chemischen Substanzen behandelt – und das, obwohl nur der Durst eines ausgetrockneten Körpers gestillt werden müsste.

Trotzdem wurde meine Arbeit von wichtigen Institutionen des amerikanischen Gesundheitswesens weiterhin ignoriert. Auch dies hielt mich nicht auf. Ich gründete das Unternehmen Global Health Solutions und stellte meine Erkenntnisse der Öffentlichkeit in der Form von Videokassetten und Büchern vor. Über Radio-Talkshows begann ich damit, die Öffentlichkeit über die entscheidende Bedeutung einer ausreichenden Wasserversorgung des Körpers aufzuklären.

In kaum zehn Jahren stieg der Verkauf von Wasser in Flaschen rapide an. Die meisten Leute schienen eine Flasche Wasser mit sich zu tragen, wenn sie unterwegs waren. Diese Veränderung in den Trinkgewohnheiten junger Amerikaner muss das „Krankheitswesen“ in diesem Land alarmiert haben, das nur dann gedeihen kann, wenn die Menschen weiterhin durstig bleiben und „medikamentiert“ werden können.

Urplötzlich erschienen landesweit Berichte über einen Artikel, den Dr. Heinz Valtin, ehemals Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Dartmouth, in einer medizinischen Zeitschrift veröffentlicht hatte. Man hätte denken können, er habe eine bedeutende medizinische Entdeckung gemacht, die das Leben von Millionen Menschen retten würde. Sein Artikel riet aber nur dazu, dass man mit dem Wassertrinken warten solle, bis man durstig sei! Solch ein veralteter Ratschlag konnte nur darauf abzielen, die frühere, wissenschaftlich unhaltbare These über Durst erneut zu untermauern – eine These, die die Zukunft des „Krankheitswesens“ sichern und für ein erneutes und weiterhin beständiges Wachstum des Geschäfts mit der Medizin sorgen würde, aber zu Lasten der Gesundheit der gesamten Gesellschaft.

Ich konnte es nicht hinnehmen, dass all die vielen Jahre meiner Forschung zu Schmerzen und Wasser damit hinfällig gemacht werden sollten. Ich schrieb eine wissenschaftliche Gegendarstellung zum Artikel dieses Arztes und schickte sie an den Herausgeber der gleichen medizinischen Zeitschrift. Er zeigte ausgesprochen wenig Begeisterung, meine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Nachdem ich mit meiner Warnung an die Öffentlichkeit, eben nicht auf den Durst zu warten, bei den meisten Zeitungen und Zeitschriften erfolglos meine Runde gemacht hatte, veröffentlichte schließlich die Fachzeitschrift Townsend Letters for Doctors and Patients, die angesehenste alternativmedizinische Zeitschrift, meinen Beitrag (in der Januar-Ausgabe 2003).

Der veröffentlichte Beitrag wurde dann an fast alle Zeitungen gesandt, die dafür gesorgt hatten, dass Dr. Valtins Ansichten die öffentliche Meinung beeinflussen konnten. Nicht eine davon wollte die Informationen abdrucken; sie wollten sich offensichtlich nicht mit der Pharmaindustrie anlegen. Jeder, der sich seine eigene Meinung dazu bilden möchte, findet meinen Beitrag auf der Homepage www.watercure.com oder in meinem Buch Sie sind nicht krank, Sie sind durstig! (S. 196 ff.).

Ich war der Meinung, dass es eine Grenze geben und dem Betrug Einhalt geboten werden müsse, dass durstige Menschen mit Medikamenten behandelt werden, durch die sie noch kränker werden und vorzeitig sterben. Die medizinische Praxis muss sich auf ihre früheren Säulen der Integrität, Empathie und Ehrlichkeit besinnen und von Grund auf neu aufgebaut werden. Dazu ist eine Institution erforderlich, die dies übewachen kann. Zu diesem Zweck wurde die National Association for Honesty in Medicine (zu Deutsch etwa: Nationale Vereinigung für Ehrlichkeit in der Medizin) gegründet, die jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat. (Weitere Information im Internet unter www.nafhim.org)

Während des Aufbaus dieser Vereinigung schloss sich der Ernährungsausschuss der amerikanischen Akademie der Wissenschaften den Ansichten Dr. Valtins an. Dieser wissenschaftliche Ausschuss wiederholte Dr. Valtins Ansichten in seinem Jahresbericht 2004. Wie konnten Mediziner, Akademiker eine so dumme Behauptung aufstellen? Ich schrieb den folgenden Brief an den Vorsitzenden, Dr. Appel, und sandte eine Kopie an die neun anderen Ausschussmitglieder.

Betr.: Artikel „Follow your Thirst, Report says.“ (Vertrauen Sie auf Ihren Durst) in der Washington Post vom 12. 2. 2004

Sehr geehrter Herr Dr. Appel,

Die von Ihrem Ausschuss dargestellte Ansicht, man solle auf ein Durstgefühl warten, ehe man Wasser trinkt, ist genau das, was an der Medizin in Amerika falsch ist, und möglicherweise der einzige Grund für die eskalierenden Kosten im „Krankheitswesen“ dieses Landes. Genau deshalb haben wir ein „Krankheitswesen“ anstelle eines „Gesundheitswesens“, das sich auf die Prävention von Krankheiten versteht, statt auf die Medikation der Menschen, bis sie millionenfach noch schwerer erkranken. Mindestens 200 000 dieser Menschen sterben jährlich an Problemen, die durch Medikamente verursacht werden. …

Keines der ehrenwerten Mitglieder Ihres Ausschusses, dessen Bericht für Nachrichten in allen wichtigen Medien sorgte, scheint sich der Tatsache bewusst zu sein, dass P. A. Phillips und Kollegen nachgewiesen haben, dass die Stärke der Durstwahrnehmung ab einem bestimmten Alter verloren geht, und zwar so weit, dass ältere Männer, die offensichtlich unter Wasserentzug leiden, nicht erkennen, dass sie Wasser trinken müssen, und daher auch nicht nach dem Wasser greifen, das direkt neben ihnen steht. (Phillips u.a.: „Reduced Thirst Water Deprivation in Healthy Elderly Men“, in: The New England Journal of Medicine 311, Nr. 12, 20. Sept. 1985, S. 753–759) Anderenfalls hätte Ihr Ausschuss in seinem Bericht andere Formulierungen benutzt. Die Älteren sind die schwerst kranken Mitglieder unserer Gesellschaft, und zwar deshalb, weil sie auf Durst warten, ehe sie etwas trinken – aber genau dieses empfiehlt Ihr Bericht den Menschen.

Noch schlimmer ist, dass der Ausschuss sich über die primäre Aufgabe des Neurotransmitters Histamin als Wasserregulator und Koordinator der Wassermangel-Managementprogramme des Körpers nicht bewusst zu sein scheint: Histamin wird umso stärker produziert, je ausgetrockneter der Körper ist. Dadurch entstehen starke lokale Schmerzen und schwere systemische Krankheiten wie Allergien, Asthma, entzündliche Krankheiten und mehr. Wasser ist das beste natürliche Antihistaminikum, das statt der chemischen Antihistaminika auf dem Markt verwendet werden sollte. Wasser ist das beste natürliche Diuretikum und sollte entsprechende Medikamente ersetzen. Wer mit einem drastisch beschränkten Wissen über die Regulationsvorgänge durch Wasser im Körper anderen Menschen diktiert, nur bei Durst Wasser zu trinken, wird zweifellos großen Schaden bei jenen anrichten, die vertrauensvoll dieser Anweisung folgen.

Ihr Ausschuss wiederholte die Veröffentlichung von Prof. Dr. Heinz Valtin, Emeritus der Medizinischen Fakultät der Universität Dartmouth. Meine beigefügte Gegendarstellung erklärt detailliert, warum die geschätzten Mitglieder Ihres Ausschusses das veröffentlichte Material über einen unbeabsichtigten Wassermangel noch einmal prüfen und schnellstmöglich einen anderen Akzent setzen müssen – die bisherige Betonung auf „ Warten, bis man Durst verspürt, ehe man trinkt“ ist falsch. Sie müssen erkennen, dass der Körper viele andere Notfallsignale für Durst hat, die dem „trockenen Mund“ als Indikator für Durst vorausgehen. Sie müssen die Menschen zwecks Vorbeugung zu einer minimalen Überhydratation anleiten, statt sie abwarten zu lassen, bis durch Wassermangel ein „trockener Mund“ entsteht. Ein Großteil der Menschen wird krank aufgrund eines lokalen, anhaltenden und unbeabsichtigten Wassermangels, der Entzündungen erzeugt, ohne dass diese Menschen das Gefühl des „Durstes“ verspürt haben.

Die Mitglieder Ihres Ausschusses müssen erkennen, dass Wasser ganz oben auf die Liste der Nährstoffe gehört. Schließlich ist Wasser das primäre Instrument zur Energiefreigabe – in Form der Hydrolyse – für alle Funktionen des menschlichen Körpers. Menschen, die Wasser trinken, um Durst zu vermeiden, tun genau das Richtige. Sie verhindern das Unwohlsein durch Wassermangel, das wir in der Medizin als diese oder jene Krankheit interpretiert und dann mit abenteuerlichen Cocktails toxischer Chemikalien behandelt haben. Dies ist die dunkle Seite der modernen Medizin …

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. F. Batmanghelidj

***

Ich habe diese Einführung geschrieben, um Ihnen meine Betroffenheit über die Zukunft der Medizin in Amerika zu zeigen. Ich hoffe, dass Dr. Valtin und Dr. Appel ihre Ansichten, dass Menschen mit dem Wassertrinken warten sollen, bis sie durstig sind, überdenken und öffentlich widerrufen, nachdem sie meine Veröffentlichungen gelesen haben. Sie sollten sich bewusst werden, dass dieser Irrtum bereits viele Menschen geschädigt hat. Es ist unannehmbar, wenn prominente Vertreter der Wissenschaft die Menschen erst in die Irre leiten und dann (bei Einsicht in den Irrtum) schweigen.

***

Dieses Buch ist unserem Schöpfer in Ehrfurcht,

Demut, Hingabe und Liebe gewidmet.

***

Teil I

Kapitel 1
Übergewicht – direkte Folge chronischen Wassermangels

Wenn mir jemand zu Beginn meiner medizinischen Studien erzählt hätte, dass Übergewicht die Folge eines anhaltenden Wassermangels sei, hätte ich ihn gefragt, ob er verrückt sei. Heute würde ich erst noch einmal darüber nachdenken, ehe ich den Gedanken zurückwiese, dass die Angewohnheit, nicht regelmäßig Wasser zu trinken, zu überschüssigen Fettablagerungen im Körper bis hin zu einer Verformung des Körpers führen könnte. Ich werde Ihnen den Zusammenhang zwischen dem unbeabsichtigten Wassermangel und der schrittweisen Veränderung der Fettzusammensetzung im Körper erklären, diesen auslösenden Prozess für die Entwicklung einer ganzen Reihe anderer Gesundheitsprobleme. Einigen von Ihnen mag es merkwürdig erscheinen, wenn ich drei so verschiedene Erkrankungen in einem Buch bespreche. Sie werden überrascht sein, welch enge Beziehung zwischen Übergewicht und Depression sowie zwischen Depression und Krebs besteht. Deprimierte Menschen neigen dazu, zu viel zu essen, und Depression ist das Tor zur Krebsentstehung – daher bespreche ich diese Krankheiten in einem Buch.

Um mein Ziel zu erreichen, Ihnen die Hintergründe für Übergewicht, Krebs, Depression und damit in Zusammenhang stehende Krankheiten zu erhellen, muss ich weiter ausholen und die wichtigsten Prinzipien der Physiologie, ihre Anwendung auf den menschlichen Stoffwechsel und die allem übergeordnete Funktion des Gehirns in allen Aspekten des individuellen Lebens erklären. Ich hoffe, dass Sie die Geduld aufbringen werden, damit ich Ihnen Schritt für Schritt die Essenz meiner 24 Jahre währenden Forschung zu den Auswirkungen des Wassermangels im Körper und zu daraus folgenden Gesundheitsproblemen vorstellen kann – in diesem Fall Übergewicht, Depression und Krebs. Ich verspreche Ihnen, mein Bestes zu tun, damit dieses Buch für Sie lesenswert und glaubwürdig ist, trotz der vielen Anleihen an die komplizierte und traditionell durch ihre Fachsprache schwer verständliche Wissenschaft. Ich werde Ihnen positive Rückmeldungen von Menschen mitteilen, die unter diesen Gesundheitsproblemen litten und sich davon wieder erholten, nachdem sie Wassertrinken und eine angemessene Ernährung als natürliche Richtlinien gewählt hatten.

Ehe wir uns den Hauptthemen dieses Buches widmen, sollten Sie die Beziehung zwischen chronischem Wassermangel und Gewichtszunahme verstehen – aber auch die damit in Zusammenhang stehenden Komplikationen des Übergewichts und die zahlreichen Gesundheitsprobleme, von denen wir wissen, dass sie tödlich sind. Sie müssen die Tatsache verstehen lernen, dass die Komplikationen und Todesfälle, für die man normalerweise Übergewicht, Depression und Krebs verantwortlich macht, in Wirklichkeit durch anhaltenden unbeabsichtigten Wassermangel im Körper verursacht wurden.

Am 5. Mai 2003 berichtete die New York Times in ihrem Wissenschaftsteil ausführlich über einen in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlichten Artikel, in dem vor einem Zusammenhang zwischen verschiedenen Krebsarten und Übergewicht gewarnt wurde. Die Forscher hatten zwischen 1982 und 1998 rund 900 000 Frauen und Männer in einer Langzeitstudie beobachtet. Sie stellten fest, dass das Krebsrisiko proportional zum Übergewicht stieg.

In diesem Artikel heißt es, dass vielen Menschen zwar das durch Übergewicht erhöhte Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes, Schlaganfälle, Erkrankungen der Gallenblase, Arthritis und andere schwere und manchmal tödliche Gesundheitsprobleme bekannt sei, dass diese Liste jetzt aber auch noch um verschiedenste Krebsarten ergänzt werden könne. Damit sind nicht mehr nur Brust- und Gebärmutterkrebs gemeint. Auch Dickdarm- und Mastdarmkrebs, Karzinome der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, der Nieren, Gallenblase, Eierstöcke, Leber und Prostata sowie zahlreiche Myelome, Lymphome und weitere bösartige Tumore stehen mit Übergewicht in Verbindung. Wenn Sie dieses Buch zu Ende gelesen haben, werden Sie keinen Zweifel mehr daran hegen, dass eine Beziehung zwischen Übergewicht und Dehydration besteht. (Mit Dehydration meinen wir in diesem Buch Wassermangel, Austrocknung, Entwässerung des Körpers.) Da die Forschung von einem Zusammenhang zwischen Krebsentstehung im Körper und Übergewicht ausgeht, bin ich mir sicher, dass Sie wissen möchten, wie Wassermangel Krebs im Körper verursachen kann.

Die Antwort ist einfach. Wassermangel verursacht vielfältige Störungen in den normalen physiologischen Funktionen des Körpers, aus denen sich Krebs entwickeln kann.

Der Bericht der New York Times überraschte mich keineswegs. Diesen Zusammenhang hatte ich bereits 1987 als Gastredner auf einer internationalen Krebskonferenz dargestellt, als ich Schmerzen als eine Äußerungsform des chronischen Wassermangels identifizierte, der zu zahlreichen Krankheiten (einschließlich Krebs) führe. Ich werde die Physiologie, die zur Krebsbildung und Krankheitsentwicklung führt, im Kapitel über Wassermangel und Krebs beschreiben.

Warum lassen wir zu, dass durch Wassermangel Krankheiten entstehen?

Die Antwort ist einfach: Weil die wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen die moderne Medizin beruht, auf zahlreichen falschen Annahmen aufgebaut wurde. Außerdem hat vor mir noch niemand diese Annahmen in Frage gestellt – trotz all der teuren Forschungsarbeiten zu den Krankheiten des Menschen in den letzten hundert Jahren. In den nächsten Abschnitten werden Sie entdecken, warum wir Mediziner Dehydration bisher nicht verstanden haben. In all diesen Jahren haben wir verschiedene Ausprägungen eines lokalen oder regionalen Wassermangels im Körper als diese oder jene Krankheit bezeichnet. Wir haben unsere zungenbrecherische Fachsprache erfunden, um Komplikationen des Wassermangels im Körper als neue Entdeckungen in der Medizin auszugeben, und forderten sofort mehr Geld, um diese Praxis noch auszubauen.

Was Sie in diesem Buch lesen werden, sind neue Ansätze in der modernen Medizin, die ich entwickelte, nachdem ich selbst durch eigene bittere Erfahrung die falschen „Etiketten“ erkennen lernte. Meine Entdeckung ist ein medizinischer Durchbruch für die Wissenschaft der Physiologie. Sie wird die Medizin den Händen der pharmazeutischen Industrie entreißen. Ich habe die Fehler in den grundlegenden wissenschaftlichen Theorien erkannt, auf denen die gesamte Struktur der modernen Medizin errichtet wurde. In diesem Prozess wurden Millionen Menschen in Gefahr gebracht und erst recht krank gemacht, weil die Gesellschaft glaubte, wir Ärzte wüssten, was wir taten. Wir gefährdeten Menschen, weil wir übersahen, wie der menschliche Körper zeigt, dass er unter Wassermangel leidet, und die Pharmaindustrie konnte dank unserer Ignoranz viel Geld verdienen.

Wenn Sie an dieser Aussage Zweifel haben, so werden Sie sehen, dass folgende Schlagzeilen meine Aussagen bestätigen.

The Washington Post, 15.4.1998:
„Regulär verordnete Medikamente fordern hohen Tribut. Millionen Menschen von toxischen Reaktionen betroffen

Von Rick Weiss, Redakteur bei der Washington Post

Mehr als 2 Millionen Amerikaner werden jedes Jahr in Folge toxischer Reaktionen auf regulär verordnete und richtig eingenommene Medikamente schwer krank und 106 000 Menschen sterben an diesen Reaktionen, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Diese erstaunliche hohe Anzahl macht Arzneimittelnebenwirkungen mindestens zur sechsthäufigsten, wenn nicht vielleicht sogar zur vierthäufigsten Todesursache in diesem Land.“

The Washington Post, 21.11.2003:

„Berichte des Institute of Medicine, das zur staatlichen National Academy of Sciences gehört, haben zwar keine gesetzgebende Wirkung, können jedoch sehr einflussreich sein. Nach Schätzungen in einem vor vier Jahren veröffentlichten Bericht sterben mindestens 44 000 US-Amerikaner – möglicherweise sogar bis zu 98 000 – jährlich an medizinischen Fehlern. Diese Veröffentlichung sorgte dafür, dass dieses Thema in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet, nachdem akademische Forscher dies schon seit Jahren versucht hatten. Der neue Bericht zur Patientensicherheit als neuer Standard der medizinischen Versorgung sollte der erste große Schritt zur Lösung der Probleme sein, die bereits in einem früheren Dokument dargestellt worden waren.“

Wenn Sie die Zahlen in den beiden Artikeln addieren, sehen Sie, dass jährlich nicht weniger als 204 000 Menschen an der Einnahme von Medikamenten sterben und Millionen nach der Einnahme der verschriebenen Medikamente noch schwerer erkranken. Es handelt sich hier um sehr vorsichtige Schätzungen. Die Ironie dabei ist, dass die Pharmaindustrie genau weiß, dass ihre Medikamente in der Mehrzahl der Fälle keine Wirkung haben. Hier ist der Beweis. (The Independent ist eine sehr angesehene britische Zeitung.)

The Independent, 8.12.2003:
„Glaxo-Chef: Unsere Medikamente haben bei den meisten Patienten keine Wirkung

,Weitaus die meisten Medikamente – über 90 Prozent – wirken nur bei 30 bis 50 Prozent der Patienten‘, so Dr. Roses. Ich würde nicht sagen, dass die meisten Medikamente nicht wirksam sind. Ich würde sagen, die meisten Medikamente haben bei 30 bis 50 Prozent der Menschen eine Wirkung. Die Medikamente da draußen auf dem Markt haben schon eine Wirkung, aber eben nicht bei jedem.“

Nachfolgend nenne ich Ihnen die beschämenden falschen wissenschaftlichen Schlussfolgerungen, für die nicht nur die Gesellschaft einen hohen Preis bezahlt hat, sondern die auch die Menschen dahingehend beeinflusst haben, dass sie hilflos der Pharmaindustrie folgen.

Irrtum Nr. 1

„Ein trockener Mund ist das einzige Anzeichen von Wassermangel.“

In Wirklichkeit ist der „trockene Mund“ kein Anzeichen, auf das man sich verlassen sollte. Der Körper kann unter erheblicher Austrocknung in seinen Zellen leiden, ohne dass der Mund trocken wird. Bei Austrocknung werden dem Inneren der Zellen des ausgetrockneten Gebiets 66 Prozent des Wassers entzogen, 26 Prozent werden der äußeren Umgebung der Zellen entzogen und nur 8 Prozent dem Blutkreislauf. Das Kapillarbett zieht sich an den so „entleerten“ Stellen zusammen und korrigiert damit den Verlust von 8 Prozent. Die großen Blutgefäße sind nicht betroffen. Auch die Blutzusammensetzung wird nicht so stark messbar verändert, dass der Mangel offensichtlich wäre. Aus diesem Grund weisen routinemäßige Blutuntersuchungen bei den meisten symptomerzeugenden Zuständen von lokalem Wassermangel keine Abnormalität nach, obwohl der Patient sich so beeinträchtigt fühlt, dass er professionellen Rat sucht.

Einen weiteren Mechanismus, der den „trockenen Mund“ vermeiden hilft, finden wir in den Speicheldrüsen. Damit immer ausreichend Speichel zum Kauen und Schlucken der Nahrung vorhanden ist, wird die Blutzufuhr zu den Speicheldrüsen erhöht, während der Rest des Körpers bereits unter Wassermangel zu leiden beginnt.

Ich möchte Ihnen zunächst einen wichtigen Aspekt der Dehydration erklären. Es gibt zwei verschiedene Arten von Wasser im Körper. Die eine ist an der Osmose beteiligt, also bereits mit der Durchführung verschiedener Funktionen beschäftigt. (Osmose = Übergang des Lösungsmittels, z.B. Wasser, einer Lösung in eine stärker konzentrierte Lösung durch eine feinporige Scheidewand oder Membran, die zwar für das Lösungsmittel, nicht aber für den darin gelösten Stoff durchlässig ist) Dieses Wasser ist nicht „frei“, das heißt, es steht nicht für neue Aktivitäten zur Verfügung. Die zweite Wasserart ist nicht an der Osmose beteiligt. Dieses ist das freie Wasser, das für neue chemische Reaktionen und wichtige Körperfunktionen genutzt werden kann. So kann freies Wasser in das Innere der Zellen eindringen und Wassermangel beheben, ehe es zu permanenten Schäden kommen kann. Wenn ich von Dehydration oder Wassermangel spreche, bedeutet dies, dass der Körper nicht ausreichend freies Wasser zur Verfügung hat, um neue wasserabhängige Funktionen auszuführen. So hat beispielsweise ein Diabetiker, der 100 Kilogramm wiegt, reichlich Wasser in seinen Körpergeweben, aber im Zellinneren ist viel zu wenig freies Wasser. Der Anstieg des Blutzuckerspiegels trägt nicht nur dazu bei zu verhindern, dass gemeinsam mit dem Zucker, der in die Zellen gelangen sollte, auch Wasser hineingelangt, sondern trägt ganz im Gegenteil dazu bei, dass durch Osmose Wasser aus den Zellen gezogen wird. So entsteht die intrazelluläre Dehydration, der tödliche Vorgang bei Diabetes mellitus.

Die Farbe des Urins ist gegebenenfalls ein eindeutiger Hinweis auf Wassermangel. Wenn der Urin ständig hell und klar bis fast farblos ist, hat der Körper reichlich Wasser zur Verfügung und kann seine giftigen Abfallprodukte ohne größere Anstrengungen ausscheiden. Wird der Urin ohne äußeren Anlass gelb, so bedeutet dies, dass der Vorrat an freiem Wasser im Körper nach und nach zur Neige geht. (Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist es, wenn sich der Urin aufgrund bestimmter Nahrungsmittel, deren Pigmente den Urin verfärben, dunkler färbt. Dies können Vitamine, Rote Beete, Kurkuma (Gelbwurz) und Ähnliches sein.) Die Nieren müssen dann härter arbeiten, damit sie die Giftstoffe aus dem Stoffwechsel ausscheiden können. Ist der Urin aber gar ständig orangefarben, dann lässt dies auf ernsthafte Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit starker Dehydration schließen. Diese Gesundheitsprobleme mögen noch nicht offensichtlich sein, werden sich aber früher oder später mehr als deutlich zeigen, möglicherweise als Angina pectoris, Schlaganfall oder plötzlicher Tod durch einen schweren Herzinfarkt.

Die Reserve an freiem Wasser im Körper kann nur dann aufrechterhalten werden, wenn dem Körper regelmäßig Wasser zugeführt wird, am besten als natürliches, reines Wasser. Industriell hergestellte Getränke bleiben nicht lange genug im Körper, um die gleichen Aufgaben wie freies Wasser zu erfüllen. Bei der Herstellung von Getränken werden dem Wasser hauptsächlich entwässernde Substanzen zugesetzt.

Unglücklicherweise hat die Macht der Werbung in Kombination mit der Sucht erzeugenden Wirkung einiger dieser Getränke dazu geführt, dass Kinder und Jugendliche verstärkt zu diesen Getränken greifen. Dazu trägt auch bei, dass die Verkaufspreise ganz offensichtlich zugunsten der Softdrinks gestaltet wurden. Das Ergebnis ist erschreckend. Viele Kinder und Jugendliche werden immer dicker und leiden bereits unter gesundheitlichen Komplikationen der Dehydration, noch bevor sie zehn Jahre alt sind. 60 Prozent der übergewichtigen Kinder zwischen fünf und zehn Jahren haben (in den USA) mindestens einen der Risikofaktoren einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Heute leiden sogar schon Fünfzehnjährige an Diabetes mellitus Typ II oder Bluthochdruck.

Ein ständiger Wassermangel im Zellinneren erzeugt schwere Symptome, bis hin zu lebensbedrohlichen Krisen, ohne dass der „trockene Mund“ als Anzeichen der Dehydration in Erscheinung tritt. Die moderne Medizin hat diese Symptome einer inneren örtlichen „Dürre“ falsch verstanden und als „Krankheiten“ definiert.

Irrtum Nr. 2

„Wasser ist eine einfache inaktive Substanz, die verschiedene Stoffe löst, durch den Körper transportiert und Leerräume auffüllt. Wasser bewirkt keine eigenen chemischen Prozesse in der Körperphysiologie. Alle chemischen Reaktionen im Körper werden durch die Feststoffe vollzogen, die im Wasser gelöst sind.“

Nein, Wasser ist keine einfache inaktive Substanz. Es ist eine der komplexesten Substanzen in der Natur. Es besteht aus zwei Gasen, Sauerstoff und Wasserstoff, hat jedoch eine flüssige Form. Bei 100 Grad Celsius wechselt es in den gasförmigen Zustand. Bei 4 Grad Celsius hat es die höchste Dichte und bei 0 Grad Celsius wechselt es in seine leichteste Zustandsform. Warum, glauben Sie, wird es (in Form von Eis) so leicht? Damit das Eis auf der Wasseroberfläche schwimmen kann und so das Leben unter Wasser weiterhin ermöglicht. Wenn Flüsse und Seen nicht nur an ihrer Oberfläche, sondern auch bis in die Tiefe zu Eis erstarrten, würde kein Lebewesen unter Wasser einen kalten Winter überstehen. Sie sehen also: Von Natur aus soll Wasser alles Leben unterstützen.

Wasser erfüllt zwei vorrangige Aufgaben im Körper. Erstens ist es lebenserhaltend: Es ist ein Lösungsmittel; ein Packmaterial, das alle Leeräume zwischen den Körperzellen auffüllt; ein Transportsystem im Blutkreislauf und in den mikroskopisch kleinen Bahnen in Nerven und Muskeln.

Die zweite, wesentlich wichtigere Aufgabe des Wassers ist die Tatsache, dass es Leben spendet oder Energie erzeugt. Wasser erzeugt Hydroelektrizität an den Zellmembranen. Durch seine Beteiligung am Abbau von Nahrung und an chemischen Reaktionen, also durch die so genannte Hydrolyse, wird bei diesen Funktionen Energie erzeugt. Die vielleicht lebenswichtigsten Funktionen von Wasser sind seine adhäsiven oder „klebrigen“ Eigenschaften, durch die die festen Strukturen der Zellmembranen gebunden werden und das Leben in den Körperzellen geschützt wird.

Die moderne Medizin erkennt nur die lebenserhaltenden Funktionen von Wasser an. Daher ist chronischer Wassermangel, wird er nicht erkannt, letztlich lebensbedrohlich. Mit einer reduzierten Wasseraufnahme beschränken wir Lebensprozesse im Körper so lange, bis es zum Verfall kommt. Deshalb müssen Sie den Prozess, der Ihre Gesundheit und Ihr Leben ganz natürlich schützt, erkennen und verstehen. Erwarten Sie nicht, dass die Medikamente der Pharmaindustrie dies für Sie übernehmen. Alles, was Ihr Körper verlangt, ist Wasser – und zwar rechtzeitig.

Irrtum Nr. 3
„Der menschliche Körper kann die Wasserzufuhr im Laufe seines Lebens effizient regulieren.“

Auch dies ist ein Irrtum. Mit zunehmendem Alter verlieren wir unser Durstgefühl und trinken zu wenig, bis die Zellen in vitalen Organen dörrpflaumenartig schrumpfen und ihre Vitalität verlieren. Sie müssen wissen, wie Wassermangel beginnt und wie er sich manifestiert, um verhindern zu können, dass dieser Prozess irreversibel wird. Wie tragisch der Irrtum ist, darauf zu warten, dass das Durstgefühl sich einstellt, sehen Sie daran, dass wir unser Durstgefühl mit dem Alter zunehmend verlieren.

Der Forscher P. A. Phillips und seine Kollegen (vgl. Einführung) haben gezeigt, dass ältere Menschen nach 24 Stunden Wasserentzug immer noch nicht erkannten, dass sie durstig waren: „Das wichtigste Ergebnis ist, dass trotz ihres offensichtlichen physiologischen Bedarfs die älteren Studienteilnehmer nicht besonders durstig waren.“ Mit anderen Worten, sie empfanden keinerlei Durst, trotz ihrer offensichtlich dehydrierten Körper.

Eine weitere Forschergruppe (Bruce und Kollegen) konnte nachweisen, dass sich zwischen dem 20. und 70. Lebensjahr das Verhältnis zwischen der Wassermenge im Zellinneren und der Wassermenge in der Zellumgebung drastisch verändert – und zwar von 1,1 auf 0,8. Dies bedeutet, dass schließlich in der Zellumgebung mehr Wasser ist als im Zellinneren. Bildlich kann man sich das so vorstellen: Die Zellen, die ursprünglich saftigen Pflaumen ähnelten, trocknen zunehmend aus und ähneln bis zum 70. Lebensjahr Dörrpflaumen. Zweifellos würde diese deutliche symptom- und krankheitserzeugende Veränderung des Wassergleichgewichts nicht stattfinden, wenn dem Körper regelmäßig Wasser zugeführt würde. Dann könnte Wasser nämlich frei durch die Zellmembranen im gesamten Körper diffundieren (= hindurchtreten). Die Diffusionsgeschwindigkeit von Wasser durch die Zellmembranen beträgt normalerweise circa 0,03 Zentimeter pro Sekunde. Das ist wirklich sehr schnell! Dazu wird „freies Wasser“ benötigt, das nicht für andere Körperfunktionen abgezogen wurde. Wasser, das bereits osmotisch an andere Elemente gebunden ist, kann nicht mehr durch die Zellmembran dringen.

Nur wenn die Körperphysiologie ständig gezwungen ist, sich auf ihre Wassermangel-Managementprogramme zu verlassen, kann es zu einer solchen drastischen Veränderung im Wassergleichgewicht zwischen dem Zellinneren und der Zellumgebung kommen. Die pflaumenähnlichen Zellen werden dörrpflaumenähnlich und die normale Körperphysiologie ist gestört. Dieses Thema wird weiter unten noch ausführlich behandelt werden.

Irrtum Nr. 4

„Jede beliebige Flüssigkeit kann den Wasserbedarf des Körpers stillen.”

Dies ist wahrscheinlich der schwerwiegendste Fehler hinsichtlich des Flüssigkeitshaushalts des Körpers. Diese Sichtweise stellt momentan eines der größten Probleme im Hinblick auf die Gesundheit unserer Bevölkerung dar. Allein durch ihre Werbekampagnen konnte die Getränkeindustrie die Lebensgewohnheiten eines jeden, vom Säugling bis zum Greis, manipulieren.

Viele industriell produzierten und gern konsumierten Getränke wirken im Körper anders als natürliches Wasser. Wenn Sie verstehen, warum einige Pflanzen selbst Koffein oder gar Kokain herstellen, werden Sie das Problem erkennen. Nicht einmal Milch oder Obstsäfte können den täglichen Wasserbedarf des Körpers decken. Ob Sie es mögen oder nicht, Sie werden sich an den Geschmack von Wasser gewöhnen müssen – gleich ob „Marken“-Wasser oder einfaches Leitungswasser. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Sie Wassermangel gewohnheitsmäßig vermeiden und nicht darauf warten, bis man Ihnen vielleicht ein Wasser serviert, das Ihnen besser schmeckt.

Kapitel 2
Warum andere Getränke keine Alternativen sind
Alkoholische Getränke

•Alkohol unterbindet die Notversorgung des Gehirns mit Wasser. Es hemmt die Aktivität des die Blutgefäße verengenden Hormons Vasopressin und entwässert die Gehirnzellen. Der Wasserentzug im Gehirn äußert sich als „Kater“.

•Alkohol kann abhängig und depressiv machen. Die Persönlichkeitsentwicklung kann sich so weit von den Verhaltensnormen entfernen, dass der Betroffene zum sozialen Außenseiter wird.

•Alkohol kann zur Impotenz führen.

•Alkohol verursacht Leberschäden.

•Alkohol unterdrückt das Immunsystem.

•Alkoholkonsum erhöht das Krebsrisiko.

•Alkohol bildet so genannte freie Radikale, die empfindliche Körpergewebe angreifen und schädigen, wenn sie frei zirkulieren. Zur Beseitigung freier Radikale wird unter anderem das Hormon Melatonin benötigt. Alkoholkonsum senkt somit den Melatoninspiegel im Körper.

Alkohol schaltet den Prozess ab, durch den bei Dehydration Wasser in die wichtigsten Zellen filtriert und injiziert wird, wenn nicht ausreichend freies Wasser zur Verfügung steht, das durch die Membranen in die Zellen gelangt. Dieser Wasserinjektionsprozess wird als Umkehrosmose bezeichnet. Bei Wassermangel wird Wasser aus den Zellen gezogen und zirkuliert im Blut. Bei Wassermangel ist die Osmosewirkung des Blutes stärker als die Osmosewirkung im Zellinnern. Der Grund ist einfach: Kalium, das sich im Zellinneren an Wasser bindet, dringt nach außen und nimmt das Wasser mit. Das gleiche Wasser wird nun an lebenswichtige Zellen neu verteilt, über ein Filtersystem, das dafür sorgt, dass jeweils nur ein Wassermolekül unter Kraftaufwand durch eine Ansammlung von Perforationen gedrückt wird. Diese Perforationen sind gerade groß genug, um Wasser eindringen zu lassen, aber zu klein für andere Elemente. Mit zunehmender Austrocknung des Körpers steigt der Injektionsdruck langsam aber sicher an. Diesen Druckanstieg bezeichnet man als Bluthochdruck.

Das Gehirn ist von dieser Wasserlieferung an seine Zellen abhängig – bei normalem Blutdruck. Schaltet nun Alkohol diesen Prozess ab, trocknen die Gehirnzellen aus und signalisieren ihren Durst durch die typischen Kopfschmerzen bei einem „Kater“. Trinkt man vor dem Alkoholkonsum ein bis zwei Gläser Wasser, lassen sich diese „Kater“-Kopfschmerzen vermeiden.

Alkohol ist ein Diuretikum – er entzieht dem Körper Wasser. Er erzeugt Durst. „Mehr desselben“ ist die Devise, wenn man nicht bevorzugt Wasser zum Durststillen trinkt. Da Alkohol zu Wassermangel führt, verursacht er auch Stress. Länger anhaltender Stress fördert die Produktion und Ausschüttung körpereigener morphiumähnlicher Substanzen: der Endorphine und Enzephaline. Diese „Körperopiate“ sollen vermeiden, dass es durch Angst zur plötzlichen Unterbrechung einer Handlung kommt. Davon hing einmal das Überleben ab: bei der Entscheidung zwischen Kampf oder Flucht angesichts einer Gefahr. Auch heute noch sorgen diese „Opiate“ für das erforderliche Durchhaltevermögen. Marathonläufer könnten ohne eine rechtzeitige Ausschüttung dieser Substanzen ihre Läufe kaum bis zum Ende durchhalten. Eine erhöhte Produktion und Ausschüttung dieser Opiate führt zur Sucht oder Abhängigkeit. Marathonläufer werden „high“, je mehr sie laufen, und Alkoholiker werden „high“, je mehr sie trinken. Dadurch entsteht ein konditionierter Reflex zur Verstärkung der Endorphinausschüttung im Körper.

Die Mechanismen der Endorphinproduktion und -ausschüttung werden bei Frauen leichter stimuliert (aktiviert), da Endorphine helfen, Geburten und monatliche Menstruation besser zu überstehen. Wird diese natürliche Neigung nun durch Alkohol verstärkt, kommt es bei Frauen schneller zu suchterzeugenden „Highs“ als bei Männern, deren Körper nicht so bereitwillig natürliche Opiate erzeugen. Daher können Frauen bereits ein bis drei Jahre nach ihrer ersten Erfahrung mit der „Stimmungsaufhellung“ durch Alkohol körperlich abhängig werden. Bei Männern kann es dagegen mehrere Jahre dauern, bis sie zu süchtigen Trinkern werden.

Die gute Neuigkeit für Alkoholiker und sogar für Anwender „harter“ Drogen ist: Wasser regt auch die Zentren an, welche die Endorphinwirkungen registrieren. Wasser hat eine direktere stimulierende (anregende) Wirkung als Alkohol. Ein Glas Wasser stimuliert innerhalb weniger Minuten das sympathische Nervensystem und die serotonergen Zentren des Rückenmarks und des Gehirns – und das bis zu zwei Stunden lang. Diese Nervenzentren des Körpers verstärken die Ausdauer und erhöhen die Schmerzschwelle. Genau dies versuchen auch Alkoholiker und Drogenabhängige durch ihren Substanzenmissbrauch zu erreichen. Deshalb ist Wasser auch ein natürliches Schmerzmittel. Es ist ein wesentlich wirkungsvolleres Schmerzmedikament als alles andere im Arsenal der Pharmaindustrie und hat keinerlei Nebenwirkungen. Mit Sicherheit wird Wasser Sie nicht durch seine Nebenwirkungen töten, während die Einnahme von Schmerzmitteln ein gewagtes Spiel ist. Jedes Jahr verbluten ungefähr 8 000 Menschen als Folge der Einnahme einer der herkömmlichen Schmerztabletten. Die anderen Schmerzmedikamente verursachen Leberschäden und können leicht zum Tod führen.

Wasser sollte das Medikament der Wahl für Menschen sein, die unter Schmerzen leiden. Wasser sollte das Mittel der Wahl werden für all jene, die etwas gegen ihre Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen unternehmen wollen. Es erhöht die Erfolgschancen enorm, wenn Sie entschlossen sind, sich von ihrer Sucht zu lösen und sich wieder den verlorenen Respekt von Familie und Freunden zurückzuverdienen. Lesen Sie folgende Erfolgsgeschichte.

D. R. L. war 35 Jahre alt, als sie 1997 diesen Brief schrieb. Sie hat einen Sohn. Sie wurde in ihren Zwanzigern zur Alkoholikerin. Hier nun ihre Geschichte:

Ich bin 35 Jahre alt und war seit meinen Zwanzigern von Alkohol abhängig. Wie bei den meisten Menschen mit diesem Problem waren meine persönlichen Beziehungen steinig und unbeständig und ich hatte eine gescheiterte Ehe hinter mir. Ich stand gerade am Ende einer längeren Beziehung, und zwar in einer Art und Weise, die sowohl schockierend als auch belastend war, da ich mich mittellos in einer für mich fremden Stadt befand. Ich schloss mich den Anonymen Alkoholikern (AA) an, entschlossen, das alles nicht noch einmal durchzumachen.

Zu diesem Zeitpunkt gab mir mein Vater Ihr Buch und drängte mich, Ihre Empfehlungen umzusetzen. Das tat ich und ich wurde damit belohnt, dass ich die Macht des Wassertrinkens gegen die Sucht nach Alkohol entdeckte. Bald wurde mir klar, dass Alkoholismus in Wirklichkeit ein Durstsignal ist und dass ich mir angewöhnt hatte, darauf mit Alkohol zu reagieren, der seinerseits eine stark austrocknende Substanz ist.

Ich schaffte es, täglich die angemessene Menge Wasser zu trinken und austrocknende, koffeinhaltige Getränke zu vermeiden. … Während ich dies schreibe, bin ich seit zehn Monaten „trocken“ und ich konnte mein Leben vernünftig neu organisieren. Ich war in der Lage, mein Hab und Gut und meine Möbel zusammenzupacken, einen LKW zu mieten und mit meinem Sohn von Las Vegas zurück nach Kalifornien umzuziehen. Ich ließ mich in Kalifornien nieder, nahm erfolgreich meine Arbeit als Kosmetikerin wieder auf und machte mich mit Eifer daran, meinen Sohn großzuziehen. Eine ausreichende tägliche Wasseraufnahme ist das Fundament, auf dem man ein durch Alkohol zerstörtes Leben wieder aufbauen und anderen helfen kann, das Gleiche zu tun.

Es gibt noch mehr Vorteile, die vor allem für alkoholabhängige Frauen einen großen Reiz haben dürften. Aufgrund meines suchthaften Alkoholkonsums verlor ich allmählich mein jugendliches Aussehen. Ständige Selbstvergiftung und Austrocknung durch Alkohol führten dazu, dass meine Haut stumpf und alt aussah. In den letzten Jahren hatte ich immer mehr zugenommen. Ich sah aufgeschwemmt und blass aus. Deshalb war ich vor Freude außer mir, als die neue „Wasserversorgung“ für meinen Körper mein Übergewicht einfach verschwinden ließ. Ich konnte es nicht glauben (und meine Freunde auch nicht), als ich wieder meine Idealfigur bekam, die ich als junge Frau gehabt hatte. Meine Gesichtsfarbe ist wieder wunderbar jugendlich und strahlend. Mit diesen Veränderungen stellten sich ein neues Leben und neue Perspektiven ein.

D. R. L.

***

Die Informationen zu Wasser ermöglichten es D. R. L., sich von ihrer Sucht zu lösen, was normalerweise wesentlich schwieriger wäre, als in diesem ermutigenden Brief beschrieben. Dieses Buch soll Ihnen das Wissen vermitteln, das Sie benötigen, um Dehydration zu vermeiden. Damit können Sie all den Krankheiten vorbeugen, die durch einen unbeabsichtigten chronischen Wassermangel verursacht werden, vor allem Übergewicht, Depression und Krebs. Sie wissen jetzt, dass Wasser den „Durst“ nach Alkohol vertreiben kann. Alkohol kann kein Ersatz sein für das Wasser, das der Körper in Wirklichkeit braucht.

Koffeinhaltige Getränke

Meiner Meinung nach ist dies das wichtigste Kapitel dieses Buches. Ich hoffe darauf, dass die nachfolgenden Informationen Sie zum Umdenken bewegen können. Deshalb erkläre ich alles detailliert, statt nur einige Absätze mit allgemeinen Informationen zu schreiben. Mein Ziel ist es, dass Sie zu neuen Ansichten über die problematischen Flüssigkeiten gelangen, die Sie trinken – Flüssigkeiten, mit denen Ihr Körper nicht umgehen kann, ohne geschädigt zu werden. Wenn Sie dieses Kapitel gelesen haben, müssen Sie die Wahl treffen: Klugheit walten zu lassen und eine bessere Gesundheit zu erlangen oder dem Lebensstil der großen Mehrheit unserer Gesellschaft zu folgen, die sich durch Unwissenheit selbst vergiftet: mit den falschen Getränken.

Der Teestrauch wurde vor Tausenden Jahren in China entdeckt und wächst heute in vielen Gebieten der Erde. Der Wirkstoff im Tee ist das Koffein; seine Farbe stammt aus der Gerbsäure, die auch zum Gerben von Leder verwendet wird.

Die Kaffeebohne wurde auf der arabischen Halbinsel entdeckt. Die Schäfer der Gegend erkannten die anregende Wirkung der Beeren auf die Ziegen. Ziegen klettern auf Bäume und fressen alles, was sich kauen lässt, selbst Papier. Sie schädigen kleine Pflanzen, weil sie auch deren Wurzeln anknabbern. Einer Legende zufolge konnten Ziegen, die Kaffeebeeren gefressen hatten, nachts nicht schlafen und wurden lebhaft und ausgelassen. Die Schäfer berichteten ihren Herren von dieser Entdeckung. Einer von ihnen wollte die Beeren selbst nutzen, um zu sehen, ob er wach bleiben und beten könne ohne einzuschlafen. So kam die Kaffeebohne in unsere Welt.

Guru-Nüsse (Cola acuminata), aus denen Cola hergestellt wird, wurden im Sudan viele Jahrhunderte lang gerne gekaut. Die ersten Cola-Sorten erhielten ihren Geschmack von diesen Guru-Nüssen. Der Wirkstoff in diesen Nüssen ist Koffein. Wird diese Nuss zur Herstellung von Cola verwendet, so wird der Rezeptur zur Standardisierung der anregenden Wirkung noch zusätzlich Koffein zugesetzt.

1850 wurden in Amerika pro Kopf jährlich nur 1,6 Viertelliterflaschen Limonade (Softdrinks) getrunken (0,4 Liter insgesamt). In den späten Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts waren es mehr als 500 Dosen mit 0,33 Liter Inhalt pro Person und Jahr (165 Liter). Der Jahresbericht der Getränkeindustrie von 1994 weist einen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 186 Litern Softdrinks aus. 28,2 Prozent davon entfallen auf die kalorienarmen. 84 Prozent des gesamten Konsums an Softdrinks entfällt auf zwei Marken, Coca-Cola mit 48,2 Prozent und Pepsi-Cola mit 35,9 Prozent. Von diesen 84 Prozent Marktanteil sind nur 5,5 Prozent koffeinfrei. Diese Zahlen zeigen, dass sehr viele Menschen koffeinhaltige Softdrinks konsumieren.

Die Getränkeindustrie wächst und gedeiht aufgrund der Sucht fördernden Eigenschaften von Koffein. Nachfolgend ein Zitat aus einem Bericht der amerikanischen Zeitschrift The Nation vom 27.4.1998: „Nach vorsichtigsten Schätzungen geht man davon aus, dass Kinder und Jugendliche in den USA mehr als 242 Liter Softdrinks jährlich konsumieren – der Verbrauch hat sich bei Jugendlichen seit 1978 verdreifacht, bei Sechs- bis Elfjährigen verdoppelt und ist bei Kindern unter 5 Jahren um 25 Prozent gestiegen (aus einer Untersuchung des Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahre 1994).“ Die Washington Post schreibt am 30.5.2004, dass sich die Fälle von Übergewicht bei Erwachsenen und Kindern zwischen 8 und 11 Jahren verdoppelt und bei Jugendlichen verdreifacht haben. Dies bestätigt, was ich vor einigen Jahren in meinem Buch Wasser – die gesunde Lösung veröffentlicht habe. Es ist auch eine interessante Feststellung, dass der gestiegene Konsum an Softdrinks durch Kinder unter fünf Jahren sehr wahrscheinlich mit dafür verantwortlich ist, dass sich die Zahl der Asthmaerkrankungen in dieser Altersgruppe zwischen 1980 und 1994 verdreifacht hat.

Die Einführung neuer Marken mit hohem Koffeingehalt und dem anregenden Guarana, das eine vielfach stärkere Wirkung als Koffein hat, soll Kinder und Jugendliche zu einem noch stärkeren Konsum von Softdrinks verführen. In der Schule trinken Kinder oft Softdrinks statt Milch. Schulen profitieren vom Verkauf dieser Sucht erzeugenden Getränke. Der Koffeingehalt einer 330-ml-Dose beträgt bei Coca-Cola etwa 45 mg, bei Sunkist etwa 40 mg und bei Pepsi etwa 37 mg. Zum Vergleich: Es heißt, ein 330-ml-Kännchen Kaffee enthalte ungefähr 190 mg Koffein. Erwachsene trinken in den USA so viel Kaffee, dass Coffee Bars wie Pilze aus dem Boden schießen.

Als Arzt bin ich davon überzeugt, dass Koffein für sich genommen all die schädigenden Auswirkungen auf die Gehirnphysiologie hat, durch die Reize von außen nicht mehr richtig zu den Gehirnzellen gelangen. Darüber hinaus erzeugt die Dehydration durch übermäßige Koffeinaufnahme die unterschiedlichsten schwerwiegenden und frühzeitigen Gesundheitsprobleme. Asthma und Allergien sind solche Symptome. Daher schließt meine Behandlungsempfehlung bei Asthma ausdrücklich jeden Konsum koffeinhaltiger Getränke aus, bis der Körper sich von den ungesunden Nebenwirkungen des Koffeins insbesondere auf das Gehirn und das Nervensystem erholt hat. Danach sollte man sich auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen.

Eine Befragung an der Pennsylvania State University ergab, dass manche Studenten bis zu 14 Dosen Softdrinks am Tag tranken. Ein Mädchen brachte es in zwei Tagen auf 37 Dosen Cola. Manche gestanden ein, dass sie ohne diese Softdrinks nicht leben könnten. Mussten sie darauf verzichten, zeigten sie Entzugserscheinungen, ähnlich denen bei anderen Drogen. Boys Life Magazine befragte seine Leser und fand heraus, dass 8 Prozent von ihnen acht oder mehr Dosen Softdrinks täglich tranken. Die Veranstalter eines Pfadfindertreffens sammelten 200 000 Dosen zur Wiederverwertung. Der Verband für Softdrinks unternahm in Krankenhäusern eine Befragung nach dem Verbrauch von Softdrinks und es zeigte sich, dass 85 Prozent der Krankenhäuser ihren Patienten diese zu den Mahlzeiten servieren.

Die Zunahme des Softdrink-Konsums von Kindern unter fünf Jahren ist alarmierend. Meiner Meinung nach besteht hier ein direkter Zusammenhang zur Häufigkeit von Übergewicht und Asthma bei Kindern. Das Auftreten von Asthma bei Kindern verdreifachte sich zwischen 1980 und 1994. Übergewicht bei Kindern ist zu einem nationalen Problem geworden – eine weitere negative Auswirkung des übermäßigen Konsums von Softdrinks in diesem Teil der Gesellschaft.

Koffein ist eine Droge

Koffein, einer der Hauptbestandteile der meisten Softdrinks, ist eine Droge. Es hat süchtig machende Eigenschaften, da es direkt auf das Gehirn einwirkt. Außerdem regt es die Nieren an und führt zu erhöhter Urinausscheidung – es wirkt also entwässernd. Physiologisch betrachtet ist Koffein ein dehydrierender Stoff. Das ist der Hauptgrund dafür, dass manche Menschen täglich so viele Dosen Softdrinks trinken „müssen“ und dennoch nie genug bekommen: Das Wasser bleibt nicht lange genug im Körper. Gleichzeitig interpretieren viele Menschen ihren Durst auf Wasser falsch. Da sie annehmen, dass sie mit den Softdrinks genug Wasser bekommen haben, glauben sie, dass sie hungrig sind, und essen mehr, als ihr Körper braucht – obwohl der Körper nur natürliches Wasser benötigt. So führt die durch koffeinhaltige Limonaden verursachte Dehydration nach einer bestimmten Zeit zur Gewichtszunahme; die Menschen haben zu viel gegessen, weil sie ihre Empfindungen von Durst und Hunger verwechselten.

Koffein appelliert an den Verbraucher: „Nimm mich!“ Es stimuliert das Gehirn und den Körper, auch wenn man erschöpft ist! Koffein scheint die strikten Kontrollmechanismen für die Verwendung der in den Zellen, insbesondere den Gehirnzellen, gespeicherten Energiereserven zu unterbrechen. Unter dem Einfluss von Koffein müssen dann die Energiereserven, die eigentlich für wichtigere Aufgaben benötigt würden, für Nebensächlichkeiten aufgebraucht werden. Koffein senkt die Reizschwelle, so dass Zellen schneller aktiv werden, die andernfalls in Ruhe verharren würden, bis tatsächlich ein ernsthafteres Engagement notwendig wäre. Das hört sich vielleicht gut an, ist vielleicht in einem Notfall auch von Vorteil. Aber Koffein erschöpft bei regelmäßigem Konsum die Energie im Gehirn. Wenn man tagtäglich die Energiereserven lebenswichtiger Körperzellen bis zur Erschöpfung ausnutzt, ist der Grundstein für zahlreiche Gesundheitsprobleme unserer „Koffein-Konsumgesellschaft“ gelegt.

Koffein ist ein Pflanzengift

Pflanzen, die Koffein oder sogar Morphium und Kokain produzieren, haben diese Fähigkeit zu einem ganz bestimmten Zweck herausgebildet: zur Schaffung von Nervengiften gegen ihre Feinde. Warum, glauben Sie, werden Menschen, die Kokain und Morphium nehmen, davon abhängig und sterben oft? Die Ursache liegt im Einfluss dieser Chemikalien auf das Nervensystem. Seit ewigen Zeiten nutzen Pflanzen diese Gifte, um jedes grasende Tier zu beseitigen, das sich an ihrem Blattwerk zu schaffen macht. Es ist eine Frage von Leben und Tod für die Pflanze. Ohne solche Verteidigungsmechanismen würden Pflanzen in kürzester Zeit aussterben.

Tiere haben gelernt, diese Pflanzen zu meiden. Grasende Schafe verzichten auf die farbenprächtige Pflanze zugunsten harmloserer Blätter. Es ist interessant, dass einige Tierarten die gleiche Methode zur Giftherstellung für ihr eigenes Überleben nutzen. Frösche sind eine Delikatesse für Reptilien. Jedoch können einige Froscharten in ihrem Körper sehr starke Gifte herstellen. Diese Gifte werden auf ihrer Haut als exotisch gefärbte Pigmentflecke abgelagert. So können Frösche auch bei einer sehr großen Reptiliendichte pro Quadratkilometer im Amazonas-Regenwald überleben. Diese Art der Giftproduktion ist in der Natur sehr ausgefeilt. Selbst Pilze sind Meister darin.

Koffein in den Blättern der Teepflanze und in den Beeren der Kaffeepflanze fällt in die gleiche Kategorie: Es ist ein Nervengift, das das Überleben der Pflanzen auf diesem Planeten sichern soll. Koffein beeinflusst das Nervensystem jedes Lebewesens, das es zu sich nimmt, indem es das Enzym PDE (Phosphor-di-esterase) in den Nervenzellen hemmt.

Die PDE-Aktivität ist für den Lernprozess und den Aufbau des Gedächtnisses im Gehirn lebenswichtig. Durch Hemmung dieses Enzyms entsteht bei den Schädlingen, die sich am Kaffee- oder Teestrauch zu schaffen machen, eine Art Euphorie. Sie verlieren ihren „Grips“ und verlernen ihre Kunst der Tarnung. Sie werden weniger wachsam und reagieren langsamer und sind damit immer weniger in der Lage, sich selbst zu verteidigen. So werden sie zu einer viel leichteren Beute für ihre eigenen Feinde in der Nahrungskette.

Die Existenz natürlicher Feinde in der Nahrungskette ist nicht auf Insekten beschränkt, sondern gilt auch für höhere Tiergattungen. Beim Menschen ist der Kampf um das Überleben bei der wilden Jagd um Geld und Ansehen in unserer Gesellschaft keine leichtere Aufgabe als der Kampf um das Überleben bei den primitiveren Lebensformen.

Beispielsweise hat man mittlerweile erkannt, dass Kinder, die koffeinhaltige Softdrinks statt Wasser zu sich nehmen, in der Schule im Durchschnitt wesentlich schlechter abschneiden als Kinder, die Wasser trinken. Der häufige Konsum koffeinhaltiger Softdrinks kann bei jungen Menschen zur Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) führen. Aber der eigentliche Ursprung dieses Problems wird nicht erkannt. Das Leiden der jungen Opfer dieser Störung ist ein weiteres erschreckendes Resultat des übermäßigen Koffeinkonsums in unserer Gesellschaft. Haben diese Kinder die gleiche Überlebens- und Erfolgschance in ihrer Zukunft wie diejenigen, die kein Koffein konsumieren? Definitiv nicht! Diese Koffeinabhängigkeit kann Kinder und Jugendliche dazu verleiten, mit härteren Drogen zu experimentieren, wodurch sie zu einer ständigen Quelle von Sorgen und Ängsten für ihre Eltern und Lehrer werden können.

Die meisten Bücher zu Drogen weisen zwar auf die sofortigen Auswirkungen von Koffein auf das Gehirn hin, aber keines von ihnen beschreibt den langfristigen Einfluss auf die Gehirnphysiologie, die sich an die Dehydration und PDE-Hemmung durch Koffein anpassen muss.

Softdrinks (Limonaden)

Meiner Beobachtung nach können die industriell hergestellten Limonaden mit Zuckerersatzstoffen (häufig koffeinhaltige Softdrinks) – obwohl sie keine nennenswerte Menge an Kalorien enthalten – zur Gewichtszunahme führen, und dabei werden sie hauptsächlich von den Leuten gewählt, die ihr Gewicht unter Kontrolle halten wollen. Dieser Widerspruch verlangt nach einer Erklärung. Nachfolgend biete ich Ihnen das Ergebnis meiner Forschung zu diesem Rätsel an.

Die meisten Menschen nehmen an, dass die industriell hergestellten Getränke die Bedürfnisse des Körpers genauso wie Wasser befriedigen können. Man glaubt, der Körper würde angemessen versorgt, da die Getränke Wasser enthalten. Das ist jedoch falsch. Der auf breiter Basis steigende Verbrauch überwiegend koffeinhaltiger Softdrinks bildet den Hintergrund für viele Gesundheitsprobleme in unserer Gesellschaft.

Das Missverständnis, dass alle Fertiggetränke den Körper mit dem täglich benötigten Wasser versorgen, ist mehr als jede andere Ursache für einige Krankheiten verantwortlich. Eine Verunstaltung des Körpers durch Fettansammlungen ist der erste Schritt zum Verfall des menschlichen Körpers, und diese wird meiner Meinung nach durch die falsche Auswahl an Getränken verursacht. Manche dieser Getränke sind dabei schädlicher als andere. Softdrinks mit Zucker befriedigen wenigstens das Bedürfnis des Gehirns nach Zucker. Wenn Koffein für bestimmte Tätigkeiten ATP-Energie (Adenosintriphosphat) freisetzt, füllt der enthaltene Zucker wenigstens einen Teil des verlorenen ATPs auf, wenngleich im Endeffekt der ATP-Speicher durch das Gehirn zu weit abgebaut wird.

Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts führte die Getränkeindustrie jedoch einen neuen Süßstoff ein – statt Saccharin wurde Aspartam verwendet. Aspartam ist hundertachtzig Mal so süß wie Zucker, aber es hat keine Kalorien. Es wird nun allgemein verwendet, da die FDA (Food and Drug Administration, US-amerikanische Arzneimittelbehörde) keine Bedenken hat, es als Zuckerersatz zu empfehlen. In sehr kurzer Zeit hat es in über 5000 Rezepturen Eingang gefunden.

Im Magen-Darm-Trakt verwandelt sich Aspartam in zwei Aminosäuren, Aspartat (Salz der Asparaginsäure) und Phenylanalin (lebenswichtige Aminosäure in Eiweißkörpern) – beide sind hoch erregbare Neurotransmitter. Außerdem entsteht Methanol/ Formaldehyd – Holzalkohol. Ungefähr 10 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen Aspartams wird in Formaldehyd und Methylalkohol umgewandelt. Man behauptet, dass die Leber Methylalkohol entgiftet. Ich persönlich glaube, dass dies nur behauptet wird, um die Einwände zu beschwichtigen, die sich gegen den Verkauf industriell gefertigter „Nahrung“ wenden, die bekanntermaßen toxische Zusätze enthält.

In medizinischen Fachveröffentlichungen wurde berichtet, dass Formaldehyd und Methylalkohol Nervenschäden am Auge bis hin zur Blindheit erzeugen. Der aktuelle Anstieg von Makuladegeneration (eine schwer behandelbare Erkrankung, die zur Erblindung führen kann) und Retinopathie (Netzhauterkrankungen) selbst bei vergleichsweise jüngeren Menschen wird auf den übermäßigen Konsum künstlicher Süßstoffe zurückgeführt.

Weitere sekundäre Komplikationen des Süßstoffs Aspartam sind die Bildung von Gehirntumoren und sekundäre neurologische Erkrankungen. Der renommierte amerikanische Arzt und Chirurg Dr. H. J. Roberts entdeckte als Ursache bestimmter Gesundheitsprobleme Aspartam; zusammenfassend nannte er sie „Aspartam-Krankheit“. In einem Artikel, der im Juni 2002 im Townsend Letter for Doctors and Patients veröffentlicht wurde, nannte Dr. Roberts zahlreiche durch Aspartam verursachte neurologische Probleme, die er bei 1 200 Fällen in seiner Datenbank über Aspartam-Toxizität beobachtet hatte: 43 Prozent litten unter Kopfschmerzen; 31 Prozent unter Schwindel und unsicherem Stehen; 31 Prozent unter Verwirrung und Gedächtnisverlust; 13 Prozent unter Müdigkeit und Schläfrigkeit; 11 Prozent unter schweren epileptischen Krämpfen; 3 Prozent unter kleineren epileptischen Anfällen und Absencen; 10 Prozent unter Sprachstörungen (sehr undeutliche Sprache); 8 Prozent unter starkem Zittern (Tremor); 6 Prozent unter schwerer „Hyperaktivität“ und „unruhigen Beinen“ (Restless-Legs-Syndrom); 6 Prozent unter atypischen Gesichtsschmerzen. Seinen Berichten zufolge ging es den Betroffenen besser, nachdem Aspartam abgesetzt wurde. Sie wissen vielleicht, dass die Schädigungen der Gehirnzellen und des Sehnervs durch Methylalkohol und Formaldehyd nicht mehr rückgängig zu machen sind. Unglücklicherweise sind die neurotoxischen Wirkungen von Formaldehyd und Methylalkohol im Körper kumulativ, das heißt, diese Stoffe reichern sich im Körper an.

Wie das Koffein greift auch Aspartam den Energiespeicher im Gehirn an. So wie Koffein das ATP in AMP umwandelt, so wandelt Aspartat den GTP-Energiespeicher in GMP um. Beides, AMP und GMP, sind verbrauchte Brennstoffe, die Hunger verursachen, damit die verlorenen Energievorräte in den Gehirnzellen wieder aufgefüllt werden. Es ist wissenschaftlich anerkannt, dass der verbrannte Brennstoff AMP Hunger verursacht. So ist klar: Der Genuss von Limonaden führt dazu, dass die Energiereserven der Gehirnzellen wahllos eingesetzt und überbeansprucht werden, so dass Hungergefühle entstehen, die zu übermäßigem Essen verleiten.

Koffein macht süchtig und Menschen, die es regelmäßig konsumieren, sollten auch als „Abhängige“ betrachtet werden. Es ist klar, dass Menschen mit einer „sitzenden Tätigkeit“ durch den Konsum koffeinhaltiger Limonaden zunehmen; häufigere Nahrungsaufnahme wird indirekt angeregt, da das Gehirn seine Energiereserven verstärkt freisetzt. Nur zwanzig Prozent des Energiewerts der aufgenommenen Nahrung wird vom Gehirn genutzt. Der Rest der Energie wird in Form von Fett gespeichert, wenn er nicht durch Muskelaktivität aufgebraucht wird. Diese Gewichtszunahme ist einer von vielen Aspekten im Zusammenhang mit dem Konsum von Softdrinks.

Wichtiger jedoch ist die Tatsache, dass damit im Gehirn ein Reflex entsteht, der auf süßen Geschmack reagiert. Gewöhnlich wird dieser als „Phasenreaktion des Gehirns“ bezeichnet. Die lebenslange Erfahrung, dass der Körper mit dem süßen Geschmack neue Energie zugeführt bekommt, wird zu einem konditionierten Reflex. Wird die Zunge durch einen süßen Geschmack angeregt, erhält die Leber vom Gehirn die Botschaft, sich auf die Aufnahme neuer Energie – Zucker – von außerhalb vorzubereiten. Daraufhin stellt die Leber die Produktion von Zucker aus den Protein- und Stärkereserven des Körpers ein und speichert stattdessen die Stoffwechselbrennstoffe, die im Blut zirkulieren. Wie Michael Tardoff, Mark Friedman und andere Wissenschaftler gezeigt haben, verändert die Phasenreaktion des Gehirns die Stoffwechseltätigkeiten zugunsten einer Speicherung von Nährstoffen; der zur Umwandlung nötige Brennstoff wird weniger und das führt zu Hungergefühlen.

Wenn diese Reaktion auch tatsächlich durch Zucker ausgelöst wird, dann wird die Leber den aufgenommenen Zucker verarbeiten. Ist jedoch mit dem süßen Geschmack keine Zuckeraufnahme verbunden, entsteht im Körper der Drang nach Essen. Die Leber produziert diese Signale und das Hungergefühl. Je stärker die Geschmacksknospen stimuliert werden, ohne dass auch die entsprechenden Kalorien aufgenommen werden, desto stärker ist der Drang zu essen.

Die Wirkung dieser Phasenreaktion des Gehirns auf süßen Geschmack wurde in Tierversuchen klar bewiesen. Mehrere Wissenschaftler unternahmen Versuche mit Aspartam und haben gezeigt, dass beim Menschen ein ähnlicher Drang entsteht, zu viel zu essen. Blundel und Hill haben nachgewiesen, dass kalorienfreie Süßungsmittel – Aspartam in einer Lösung – den Appetit vergrößern und zu kurzfristiger Nahrungsaufnahme führen. Sie berichten, dass „die Freiwilligen nach der Aufnahme von Aspartam einen deutlich stärkeren Resthunger verspürten als nach der Aufnahme von Glukose. Dieser Resthunger hat Auswirkungen, er führt zu erhöhter Nahrungsaufnahme.“

Tardoff und Friedman haben bewiesen, dass dieser Zwang zur erhöhten Nahrungsaufnahme durch Süßstoffe bis zu 90 Minuten nach dem Trinken eines süßen Getränks anhalten kann, auch wenn alle Bluttests bereits wieder normale Werte aufweisen. Sie zeigten, dass sogar nach Erreichen eines normalen Insulinspiegels im Blut – Insulin wird für das Hungergefühl verantwortlich gemacht – die Tiere mehr Nahrung zu sich nahmen als die Kontrollgruppe. Das bedeutet, dass das Gehirn den Wunsch nach Essen lange Zeit beibehält, nachdem die Geschmacksknospen durch süß schmeckende Substanzen stimuliert wurden, ohne dass auch wirklich Zucker aufgenommen wurde. Der süße Geschmack führt dazu, dass das Gehirn die Leber so programmiert, dass sie Vorräte anlegt, anstatt die gespeicherten Reserven abzugeben.

Im Grunde wird der Mensch durch diese physiologische Reaktion auf die Süßstoffe (bei denen die durch den Geschmack angekündigten Kalorien fehlen) gezwungen, Ersatz für die angekündigte Energie zu finden. Diese physiologische Reaktion ist der Grund dafür, dass Menschen, die abnehmen wollen und kalorienarme Limonaden zu sich nehmen, stattdessen zunehmen. Ich könnte Ihnen hierfür viele Beispiele nennen. Ein Fall macht diesen Zusammenhang besonders deutlich: ein junger Mann, Mitte zwanzig, 1,65 Meter groß. Wie bei den meisten Collegestudenten üblich, die unter Prüfungsstress leiden, trank er häufig Softdrinks. Schon bei seinem Abschluss hatte er Übergewicht. Danach trank er, um abzunehmen, nur noch kalorienarme Softdrinks, acht Dosen am Tag. Nach etwa zwei Jahren hatte er weitere 14 Kilogramm zugenommen. Es fehlte nicht mehr viel und er war fast so breit wie groß. Er hatte Schwierigkeiten beim Laufen und es sah aus, als müsse er mit seiner Hüfte Schwung holen, um sich einen Schritt weiterzubewegen. Er trank die Diätgetränke auch zu den Mahlzeiten und aß mehr, als sein Körper brauchte.

Ich freue mich darüber, Ihnen mitteilen zu können, dass dieser junge Mann vor drei Jahren aufgehört hat, Softdrinks zu konsumieren, und schlank und gesund geworden ist. Allerdings hat er auch sehr ernsthaft damit begonnen, regelmäßig Sport zu treiben.

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