Kitabı oku: «Orchideen - Verbundenheit des inneren Kindes»

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Orchideen - Verbundenheit des Inneren Kindes

Copyright © by heil+kunst Verlag 1. Auflage 2021

EBOOK ISBN 978-3-946812-21-0

Alle Rechte der Verbreitung in deutscher Sprache und der Übersetzung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Ton- und Datenträger jeder Art und auszugsweisen Nachdrucks sind vorbehalten.

Alle Informationen dienen der spielerischen Selbsterfahrung. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Diagnose und Behandlung von Erkrankungen gehören in die Hände eines Arztes/Therapeuten! Für Nachteile und Schäden, die durch die Benutzung des Buches und der Kartensets entstehen könnten, wird vom Verlag keine Haftung übernommen.

Inhalt

Einführung Was ist Seelenhomöopathie?

Ahnenmedizin und die neun Lebensfelder

Die 9 Lebensfelder im Überblick

Orchideen

Was bedeutet Verbundenheit?

Verbundenheit und das Innere Kind

Brassavola acaulis - Rattenschwanz-Orchidee Ausbeutung - Verbundenheit durch Selbstermächtigung

Calypso bulbosa - Norne Haltlosigkeit - Verbundenheit durch Geborgenheit

Cypripedium parviflorum - Kleinblütiger Frauenschuh Überanstrengung - Verbundenheit durch Loslassen

Dendrobium speciosum - Felsorchidee Gefangenschaft - Verbundenheit durch Wahlfreiheit

Disa uniflora - Stolz des Tafelbergs Weltverachtung - Verbundenheit durch Verbindung

Encyclia cochleata - Tintenfisch-Orchidee Unterdrückung - Verbundenheit durch Freiraum

Orchis mascula - Stattliches Knabenkraut Demütigung - Verbundenheit durch Annahme

Orchis simia - Affen-Knabenkraut Vernichtung - Verbundenheit durch Lebendigkeit

Phalaenopsis gigantea - Elefantenohr-Orchidee Verlust - Verbundenheit durch Gemeinschaft

Pleione bulbocodioidis - Segel-Orchidee Abspaltung - Verbundenheit durch Integration

Spiranthes spiralis - Herbst-Drehwurz Weltflucht - Verbundenheit durch Ankunft

Vanilla planifolia - Echte Vanille Exklusivität - Verbundenheit durch Kreativität


Einführung
Was ist Seelenhomöopathie?

In der Seelenhomöopathie gehen wir davon aus, dass unsere sichtbare und direkt erfahrbare Welt lediglich der feststoffliche Anteil der Wirklichkeit ist. Gleich einem hörbaren Ton enthält alles, was ist, auch noch Obertöne und Untertöne, die wir selbstverständlich auch wahrnehmen, die uns aber selten zu Bewusstsein kommen.

Die sogenannte westliche Welt, also unsere abendländische Kulturentwicklung, hat über die vergangenen Jahrhunderte hinweg einen Weg beschritten, der die Existenz feinstofflicher Energien immer mehr abgelehnt und negiert hat, bis wir heute vor dem Phänomen stehen, dass die „Allgemeinheit“ geneigt ist, alles für inexistent zu erklären, was nicht mit den derzeit zur Verfügung stehenden Methoden gemessen/bewiesen werden kann. Gleichzeitig entsteht aber sowohl in der Wissenschaft wie auch bei der suchenden Bevölkerung ein immer breiteres Verständnis für Energien und Phänomene, die jenseits der zur Zeit „beweisbaren“ Ergebnisse liegen.

Die Medizin hat sich in den letzten Jahren zu einem Schlachtfeld dieses Themas entwickelt. Über religiös-spirituell von einem Kirchendogma abweichende Meinungen, wie in den vergangenen Jahrhunderten geschehen, regt sich heutzutage niemand mehr auf.

Mit der Entwicklung der Medizin seit dem 19. Jahrhundert sind segenbringende Schritte zur Gesundung der Allgemeinheit geschehen. Bewusstsein für Hygiene spielte dabei eine wichtige Rolle. Heute sind uns Kanalisation und saubere Lebensmittel (meistens) selbstverständlich. Aber die Angst vor großen Seuchen nimmt wieder zu. Die Idee, dass man sogenannte „Erreger“ nur ausrotten muss, um bestimmte Krankheiten auszuschalten, hat sich nicht wirklich bewahrheitet. Diese Ansicht stammt aus kolonialistischen Zeiten mit einem Weltbild, dass uns bis heute Vernichtungskriege beschert, sowohl im menschlichen Körper wie im Erdkörper.

In allen Weltkulturen außer der abendländischen seit der „Aufklärung“ gibt es einen Zugang und Beschreibungen der anderen Seite der Wirklichkeit. Je nach Kultur unterscheiden sich die Darstellungen, aber der gemeinsame Nenner ist stets die Existenz geistiger Welten, mit denen man im Austausch steht. Dieser sogenannte Aberglaube wurde und wird bei uns verteufelt - und in der Medizin mit einer Vehemenz, die Erinnerungen an ganz alte Zeiten der Verfolgung wachwerden lässt. Hier ist viel Angst im Spiel, auf beiden Seiten.

Es hat auch bei uns immer Mediziner gegeben, die nach Zugang zur anderen Seite der Wirklichkeit gesucht haben - und auch gefunden haben. Die Erfahrung, dass niemand so genau sagen kann, wie Heilung zustande kommt und warum bestimmte Dinge beim einen heilend sind und beim anderen gar nicht, lässt einen Heiler/eine Heilerin nicht kalt! Der Drang zu helfen und zu verstehen lässt sie schon immer bestehende Grenzen/Dogmen suchend überschreiten.

Samuel Hahnemann war so ein Mediziner. Im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert entwickelte er unter großen persönlichen Opfern seine Einsichten in die Wirkkraft verschiedener Substanzen. Die entscheidende Erkenntnis war, dass eine Substanz umso stärker in einen Organismus eingreift, desto weniger man von ihr verwendet, wenn sie vorher unter rhythmischem Verreiben „entstofflicht“ wurde. Damit hat Hahnemann die unstoffliche Seite der Wirklichkeit greifbar gemacht. Seitdem gibt es diese Methode, die geistige Essenz aus einer beliebigen Substanz herauszuarbeiten. Die Obertöne wurden beschreibbar! Immer noch existiert allerdings das Phänomen, dass nicht alles bei jedem die gleiche Wirkung entfaltet. Ein weiterer Beweis dafür, dass es beim Thema Heilung um die Interaktion von Mensch und Substanz geht, nicht um Kochrezepte zur Beseitigung von Beschwerden.

Inzwischen wissen wir, dass bereits die Beschäftigung mit Informationen beim Lesenden/Wahrnehmenden eine Reaktion oder Resonanz im Organismus hervorruft. Die Selbstheilungskräfte einer Person sind in der Lage, entscheidende Veränderungen herbeizuführen, wenn die Kernkonflikte und Irrtümer erlöst und bewegt werden. Dadurch erübrigen sich andere heilkundliche Anwendungen nicht - im Gegenteil werden sie vielleicht erst jetzt ihre volle Wirkung entfalten können.

Die Homöopathie hat also eine Beschreibung der feinstofflichen Wirkaspekte einer Substanz geschaffen. Zu Beginn ging es dabei um körperliche Symptome, schnell bekamen aber auch Stimmungen und seelische Konflikte Beachtung. Bestimmte Mittel sind aber so komplex, dass deren Beschreibungen auch von den unerlösten Projektionen der damaligen Prüfer überschattet wurden.

Es kann regelrecht peinlich sein, mit einer dieser Beschreibungen in Verbindung gebracht zu werden. Auch sind sie großenteils in einem patriarchalen Stil des 19./20. Jahrhunderts verfasst, geprägt von einem heute veralteten Menschenbild. Das befriedigte uns nicht!

Zutiefst davon überzeugt, dass alles, was hier existiert, einen unerlösten und einen erlösten Zustand darstellen kann, machten wir uns auf die Suche nach der Kernaussage, die in einer Substanz verborgen liegt. Welcher Lebensbereich wird von der Summe der Symptome dargestellt? Es gestaltete sich ein zeit-räumliches Bezugssystem, welches wir als Neunerfeld bezeichnen.

Eine weitere wichtige Erfahrung von uns ist, dass wir die ursprüngliche Vermutung Hahnemanns, mit genau einem Mittel alles auf einmal zu heilen, nicht teilen können. Es kann nach unserer Erfahrung erst in der Zusammenarbeit einiger Mittel die Komplexität eines Krankheitsgeschehens berührt werden.

Man kann - vor allem mit hohen Potenzen - den festgefahrenen Zuständen des Energiekörpers einer Person wichtige und entscheidende Hinweise geben. Das „Similia similibus curentur“, also das Heilen durch Ähnlichkeit muss sich den komplexen Zuständen unserer Gegenwart und dem modernen Menschen anpassen.

Bleibt nun noch die Frage, was wir unter Heilung verstehen. Der Mensch ist aus verschiedenen energetischen Schichten aufgebaut. Die physisch greifbare Schicht ist sehr gut erforscht und es gibt eine große Menge Heilmittel dafür.

Wäre diese Ebene unsere einzige Lebenswirklichkeit, kämen wir mit den vorhandenen Medikamenten bestens zurecht, die „Körpermaschine“ könnte gut repariert werden.

Aber in den vitalen Energiebahnen der Meridiane breiten sich die Gefühle aus, die wir geerbt haben oder mitgebracht haben oder die sich seit dem Beginn unserer jetzigen Existenz angehäuft haben. Dadurch werden die Körperstrukturen mit negativen Energien geflutet. Bevor diese Gefühle nicht erkannt/erlöst/befreit werden, können Medikamente jeder Art nicht dauerhaft helfen.

Indem wir Verhältnisse und Zustände verstehen, benennen und wieder fühlen können, immer wieder aufs Neue, begreifen wir destruktive Abhängigkeiten, Fehlschlüsse und Verhaltensweisen, die aus der Vermeidung von Schmerz resultieren. Diese Erklärungen können wir unbewusst in Form von Medizin/ homöopathischen Mitteln zu uns nehmen (was in Form einer Erstverschlimmerung durch den Erkenntnisschreck manchmal recht unbequem sein kann) oder aber durch Lesen und Gespräch in kontrolliertem Eigentempo.

Diese Form haben wir sehr zu schätzen gelernt. Jeder Mensch nimmt sich die zur Zeit für ihn passende Menge an Information. Die volle Fülle schwingt natürlich immer mit, alles Berührbare wird berührt werden.

Heilung gestaltet sich also für jeden Menschen in seinem eigenen Tempo und oft müssen sehr komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten dafür verstanden werden.

Es entstanden die seelenhomöopathischen Karten, auf denen die unerlösten Zustände einer Substanz schlagwortartig präsentiert werden - gefolgt von einem allgemein gehaltenen und die Seele inspirierenden Lösungsweg. Durch das Lesen und Bedenken dieser Beschreibungen im Kontext einer Frage oder Beschwerde bekommt man Hinweise auf Zusammenhänge, die im feinstofflichen Raum rund um das Thema verankert sind. Es entstehen sofort Anstöße zu einer neuartigen Auseinandersetzung mit dem Problem.

Jeder Mensch kann diese Karten benutzen, es braucht nicht zwangsläufig einen Therapeuten. Die Berührung durch das Wort findet in Eigenregie statt. Therapeutisches Gespräch ist dadurch nicht ausgeschlossen und selbstverständlich zusätzlich hilfreich.

Die Ausführungen in diesem Buch über die Orchideen bauen auf den Aussagen dieser Karten auf, stellen aber großräumige Erklärungen und ahnenmedizinische Herleitungen dar.

Die von der jeweiligen Orchidee berührten Emotionen und Verhältnisse werden stichpunktartig dem Text vorangestellt. Ein möglicher Lösungsweg beendet die Besprechung, es schließt sich ein botanischer Überblick an.

Die Zuordnung einer Orchidee in die unterschiedlichen Lebensfelder entsteht aus der Möglichkeit, mit den Karten des Kartensets verschiedene Legemöglichkeiten auszuführen.

Zum Verständnis des seelenhomöopathischen Ausdrucks ist es nicht notwendig, dies zu tun. Es ist lediglich ein weiteres Werkzeug zum Verstehen der verschiedenen Einflüsse, die bei einem Thema auf uns einwirken.


Ahnenmedizin und die neun Lebensfelder

Die Ahnenmedizin - so wie wir sie verstehen - beruht auf der Annahme, dass in unserem Erbgut prinzipiell alle Erfahrungen der beteiligten Menschen gespeichert sind. Jede sich inkarnierende Seele bedient sich aus diesem Erfahrungspool, um ihre Aufgaben und Themen zu gestalten. Dabei werden selbstverständlich auch die ungelösten Fragen und Themen gestaltet.

Diese wollen wir erleben, weil es eben diese sind, die uns in unserer Entwicklung bremsen.

In jeder schwierigen Lebenssituation, Krankheit oder Stagnation stecken Erfahrungen, die noch nicht wahrgenommen wurden.

„Wahr“-genommen, welch treffendes Wort.

Allerdings sind die Gründe für diese Nicht-Wahrnehmung extrem vielfältig und wahrscheinlich so individuell wie der Mensch selbst. Der gemeinsame Nenner ist aber oft Schmerz. Körperlicher Schmerz ist dabei nur eine von vielen Formen. In immer feineren Schwingungsgraden begleitet uns Schmerz bis in die subtilsten Sphären unserer Trennung von der Seelenheimat. Dazwischen gestalten sich Schicksale.

Um eine komplexe Situation verstehen zu können, reicht es nicht aus, eine einzige Ursache oder einen einzigen Anker in der Vergangenheit zu finden.

Es ist stets ein Geflecht - zieht man an einer Stelle, zwickt es an einer ganz unerwartet anderen.

Ein Weg, mit dieser Komplexität umzugehen, ist in der Ahnenmedizin folgender:

Ein aktuelles Problem, die derzeitige Frage, stellt den Kernkonflikt dar. Es gibt hier ein Thema, dass sich als Grundton aller übrigen Aspekte benennen lässt.

Diese Kernkonflikte werden in der Ahnenmedizin von den Schlangen (Makrokosmos) und den Giftpflanzen (Mikrokosmos) repräsentiert.

Rund um diesen Kernkonflikt gruppieren sich nun Aspekte der menschlichen Persönlichkeit.

Manche von diesen Aspekten sind in der Gegenwart entstanden, manche bringt man individuell aus seiner Seelenvergangenheit mit und manche entstehen aus dem Erbgut mit den Informationen der Ahnen.

-Die Seelenebene stellt den (mitgebrachten) Erfahrungshorizont der jetzt lebenden Person dar.

-Die Ahnenebene stellt die Einflüsse aus dem männlichen und weiblichen Ahnenfeld dar.

-Die persönliche Ebene ist der Ausdruck im Hier und Jetzt, die Art, wie man sich im Leben bewegt.

Ein Kernkonflikt wird also von allen Seiten „gestaltet“ und beeinflusst.

In diesem Buch befassen wir uns mit Orchideen und der Verbundenheit zu verdrängten Gefühlen, die in einem Konflikt verpackt sein können.

Die Persönliche Ebene ist das Feld der Gegenwart. Hier handle ich mit den Gefühlen und dem Wissen, die mir aktuell zur Verfügung stehen. Ich beurteile Situationen aufgrund der Meinungen, die ich darauf aufbaue.

Es wird für jede Orchidee eine Leitlinie gegeben, anhand derer die aufgezählten Themen und Gefühle entschlüsselt werden können. Der gemeinsame Nenner verweist auf die Art der Verbundenheit.

Es ist ein Thema, welches bisher wahrscheinlich gar nicht in eigene Überlegungen einfließt. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht - hier passt dieses Sprichwort tatsächlich. Sei es, dass man ein eigenes Erlebnis oder eine dauerhafte Belastung ausblendet, weil keine Lösung zu spüren ist. Oder sei es eine weitergereichte Erfahrung, die sich im epigenetischen Erbgut eingeprägt hat und dem Bewusstsein als Realität „verkauft“ wird. Oder sei es die wiederholte Aufgabe des eigenen Seelenwegs, an der man gerne vorbeigehen würde. Im Thema der Orchidee sind verborgene Verbundenheiten zu finden.

Eine befreite Form der Verbundenheit wird bereits in der Überschrift angedeutet.

Wenn man mit dem Kartenset Makrokosmos arbeitet, besteht die Möglichkeit, alle neun Felder mit verschiedenen Karten zu belegen. In diesem Fall ist es möglich, dass eine Orchideenkarte in einem anderen Lebensfeld zu liegen kommt. Das verändert die Auslegung natürlich ein wenig. Es macht einen Unterschied, ob die persönliche Ebene mit Verbundenheiten beschäftigt ist oder ob aus der Ahnenebene oder der Seelenebene ein Bedürfnis nach Darstellung (zum Thema der Frage) besteht.

Wenn man ohne Kenntnis des Kartensets dieses Buch liest, kann man sich von den Erklärungen an die Hand nehmen lassen und die eigene Lebensgeschichte auf alte Seelenthemen untersuchen. Wie ist man zu dem geworden, was man jetzt ist? Welche Heilkraft steckt in einer seelenhomöopathischen Orchidee?

Die 9 Lebensfelder im Überblick


Orchideen

Der Name „Orchidee“ leitet sich aus dem griechischen Wort „Orchis“ her, was deutsch „Hoden“ heißt.

Diese Bezeichnung wurde im griechischen Altertum für die Knabenkräuter gewählt, deren paarige eirunde Überdauerungsorgane durchaus äußerliche Ähnlichkeiten mit dem männlichen Samenspeicher haben.

Im Mittelmeerraum werden bis heute die verschrumpelten, abgestorbenen Knollen in ein Pulver namens Salep verwandelt. Es wird als stärkendes Getränk oder zur Aromatisierung von Speiseeis verwendet.

In Westeuropa ist die Verwendung verboten aufgrund der allgemeinen Gefährdung der wildwachsenden Orchideenbestände. Viele andere Arten der Verwendung verschiedener Orchideen sind in der ganzen Welt verbreitet.

Später fand man sehr viel mehr Verwandte in dieser Pflanzengattung, die ohne solche Speicher auskommen.

Mit über tausend Gattungen und weit mehr als 30.000 Arten sind Orchideen die zweitgrößte Pflanzenart nach den Korbblütern. Sie können millimeter-klein oder einige Meter groß sein und wachsen außer in der Antarktis und in Wüsten überall auf der Erde. Immer noch werden bisher unbekannte Arten gefunden.

Man verbindet mit Orchideen gern das Exklusive, Außergewöhnliche. Tatsächlich verhalten sich Orchideen insgesamt durchaus so:

-Keine andere Pflanzengruppe hat eine solche Vielfalt und Individualisierung von Blütenformen hervorgebracht. Sie erscheinen oft mehrfarbig und imitieren auch Gestalten des Tierreichs. Im Gegensatz zu den Nachtschat tengewächsen, die diese Fähigkeit auch beherrschen, sind Orchideen niemals giftig. Außer wenigen Arten sind sie zwittrig und können in manchen Regionen sogar eine Selbstbestäubung praktizieren (wenn entsprechende Insekten fehlen). Sie produzieren sehr kleine und sehr viele Pollen, die aber nicht als Insektennahrung dienen. Häufig wird den Bestäubern keine Belohnung in Form von Nahrung angeboten, sondern lediglich ein Duftstoff abgegeben, der als Sexuallockstoff fungiert. Viele Blütenformen stellen eine Falle dar, in denen ein Insekt sich lange aufhalten muss. Andere räuberische Insekten sitzen hier oft auf der Lauer und die wunderschöne verlockende Blüte wird zur Todesfalle für den Besucher. Ein besonderer Trick ist die Bildung sogenannter Alarmstoffblüten: pflanzeneigene Bedrohungssignalstoffe, die eine Besetzung durch Schädlinge anzeigen, werden produziert. Wespen und Hornissen stürzen sich in der Hoffnung auf eiweißreiche Beute darauf und werden enttäuscht.

-Orchideen haben sich ihrer jeweiligen Umgebung äußerst gut angepasst. Sie leben auf dem Erdboden (terrestrisch), auf Felsen (lithophytisch) oder auf anderen Pflanzen (epiphytisch). Dabei sind sie niemals Schmarotzer. Leider führt diese Spezialisierung auch dazu, dass sie sich veränderten Bedingungen nur wenig anpassen können und schnell verschwinden, wenn nicht alles so bleibt wie gewohnt.

-Jede Generation neuer Triebe entsteht aus dem letztjährigen Trieb, indem entweder ein Neutrieb erscheint oder der Sproß weiterwächst. Theoretisch könnte die Pflanze also unbegrenzt weiterwachsen.

-Sie bildet keine Primärwurzel aus, sondern treibt aus dem Spross heraus Wurzeltriebe, die durchaus auch als Halteorgan oder Haftorgan dienen müssen. Diese Wurzeln verzweigen sich auch selten. Sie sind bei vielen Arten von einem Velamen umgeben, ein schwammartiger Überzug mit der Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen.

-Die Sproßachse verdickt sich bei einigen Arten zu sogenannten Bulben, die als Speicher für Wasser und Nährstoffe dienen. Sie verholzt niemals.

-Die Blätter sind bei allen Orchideen erstaunlich simpel gebaut. Ähnlich wie viele andere Dickblattgewächse praktizieren manche Orchideen einen CAM-Stoffwechsel (Crassulaceae-Acid-Metabolism). Die Aufnahme und Verstoffwechselung von Kohlendioxid sind zeitlich voneinander getrennt. Dadurch können große Trockenheiten und Hitze bewältigt werden.

-Die Samen der Orchideen sind auf die Anwesenheit einer Mykorrhiza (Symbiose von Pflanze und Pilz, bei der dieser in Kontakt mit dem Feinwurzelsystem der Pflanze lebt) angewiesen, um auskeimen zu können. Auch in anderen Aspekten sind viele Arten auf diese Symbiose angewiesen, um überleben zu können.

Man kann also die Orchideen durchaus als außergewöhnliche Pflanzen bezeichnen.

Wie steht es nun mit dem seelenhomöopathischen Ausdruck?

Anders gefragt:

Was macht Orchideen zu Vertretern der Verbundenheit?

In der körperlich-medizinisch orientierten Homöopathie werden Orchideenmittel unter anderem bei Entzündungs- und Erregungszuständen des Gehirns sowie den Folgen von übermäßigem Gebrauch elektronischer Geräte verwendet. Gleichzeitig stehen Hände und Füße mit allen möglichen Verletzungen auf der Liste der Indikationen.

Man sieht also den Bezug zu physisch nicht greifbaren Gedankenwelten einerseits und den Werkzeugen zum Eingreifen und Betreten dieser Erde andererseits.

Grundsätzlich ist Widersprüchlichkeit, Wechsel von Extremen ein Hinweis für die Resonanz zu Orchideenmitteln. Die Personen sind niemals völlig verbunden, es ist für sie sofort möglich, ins andere Extrem zu fallen.

Ein weiterer Hinweis ist der ausgeprägte Hang zu exquisitem Verhalten, das sich von der Menge abhebt. Alles, nur nicht gewöhnlich, scheint die typischste Beschreibung zu sein. Dieser Umstand kann sich in jedem Lebensbereich zeigen, egal wie „normal“ dieser Bereich eigentlich ist.

Die Ahnenmedizin sucht nicht nach den körperlichen Resonanzen, die natürlich trotzdem wertvolle Hinweise auf die Verknüpfungen von Gefühlen mit körperlichen Entgleisungen geben. In jedem einzelnen Mittel, ja, in jedem „Etwas“ dieser Welt steckt ein Schlüssel, eine Überschrift, eine Kernaussage, die mit menschlichen Gefühlszuständen resonieren kann.

Bei Resonanz zu einer Orchidee ist - bei einem bestimmten Thema - eine Erfahrung so sehr ins Unterbewusstsein verdrängt, dass es keinen Kontakt mehr zum auslösenden Erlebnis gibt.

Viele im Unterbewusstsein arbeitende Gefühle liegen relativ nahe an der „Wasseroberfläche“ und nehmen immer wieder Kontakt zum Tagesbewusstsein auf.

In spontanen Intuitionen oder Träumen, gerne auch in den Augenblicken nach dem morgendlichen Aufwachen vermitteln sie ein Gefühlsbild, dem man Aufmerksamkeit schenken kann - oder auch nicht.

Aber wir erleben auch Situationen und Gefühle, die man NIEMALS wieder fühlen möchte. Diese Abspaltung geschieht spontan, nicht nach einer Entscheidung oder gar Überlegung. Verstärkt wird diese spontane Abspaltung, wenn bereits Erfahrungen ähnlicher Art in Zellerinnerungen der Ahnen oder dem eigenen Seelenweg vorhanden sind.

Die Gesamtpersönlichkeit, also Tagesbewusstsein („Ich“) und Seele („Höheres Selbst“), beide sind sich quasi einig, dass die Beschäftigung damit die Möglichkeiten des Erträglichen überschreitet.

Also wird das Erlebnis und alle dazugehörigen Gefühle in den Keller des Unterbewusstseins verräumt. Alle Wege dorthin, also Ereignisse und Verhaltensweisen im Alltag, werden möglichst gemieden.

Das geschieht nicht absichtlich. Natürlich gibt es Bereiche, die im Folgenden beschrieben werden, die man nicht meiden kann.

Überanstrengung, Demütigung, Verlust oder Unterdrückung begegnet wahrscheinlich jedem Menschen irgendwann einmal. Es macht aber einen Unterschied, ob man in der aktuellen Situation handeln kann und seine Bewegungsfreiheit behält, oder ob man beinahe hypnotisch dabei stehen bleibt und nicht weiter weiß.

Immer, wenn ein „Orchideengefühl“ im Giftschrank des Unterbewusstseins liegt, hat man Mühe damit, im täglichen Leben die Begegnung mit ähnlichen Situationen zu meistern. Also vermeidet man sie nach Möglichkeit. Bestimmte Themen „mag man nicht“ oder werden geächtet. Andere Themen, wie zum Beispiel Ausbeutung, werden klaglos hingenommen. Das gemeinsame Merkmal ist bei all dem die stark eingeschränkte Lebenskraft im jeweiligen Thema. Die Unterdrückung der verbotenen Erinnerungen kostet nämlich einige Kraft.

Gemeinsames Merkmal aller Orchideenmittel ist die mangelnde Verwurzelung mit den thematischen Zusammenhängen. Eine Ehe kann spontan verlassen werden, eine Freundschaft ist plötzlich beendet, ein Hobby wird nie wieder ausgeübt, eine Religionsgemeinschaft wird sang- und klanglos verlassen trotz intensivem Kontakt. Und viele andere Beispiele mehr.

Bedenkt man die obigen Beschreibungen des „Giftschranks“, wird wohl etwas vorgefallen sein, das an ein solches Gefühl angeknüpft hat. Wohlgemerkt finden solche spontanen Abbrüche nicht nach reiflicher Überlegung statt, sondern mehr oder weniger plötzlich.

Ebenso wie im homöopathischen Mittelbild sind auch die Orchideenpflanzen nicht wirklich mit der Erde verwurzelt. Sie sind ja teilweise noch nicht mal auf Erdboden angewiesen. Die nötigen Nährstoffe können auch „über die Luft“ (durch Velamen auf den Luftwurzeln) aufgenommen werden. Auch der Umstand, dass die Lebensbedingungen passend sein müssen, verweist auf die mangelnde Verbundenheit mit dem Lebensort. Sind sie es nicht, verschwindet die Orchidee schnell. Sie passt sich nicht an. Interessant ist auch die Fähigkeit mancher Orchideen zur Insektenmimikry. Die Blüte spielt etwas vor, hat aber nur den eigenen Fortbestand im Sinn. Andere Blütenpflanzen spenden Nektar für die Befruchtungsmühen, Orchideen sind nicht zwangsläufig mit ihren Insekten verbunden. Natürlich sind manche Orchideentypen auch ganz anders organisiert.

Indem man sich mit den Aussagen einer Orchideenkarte wirklich verbindet und ehrlich in sich nach der Resonanz sucht, wird ein Prozess in Gang gesetzt. Allein schon die Vermutung, solche Gefühle könnten - bei der gestellten Frage - anwesend sein, wird manchmal als absurd empfunden. Gleichzeitig rütteln die Aussagen aber am „Giftschrank“. Wenn die Zeit reif ist, werden zuerst das Seelenbewusstsein und anschließend auch die Tagespersönlichkeit ihr Okay geben.

Nun dürfen ganz vorsichtig Gefühlsbruchstücke an die Wasseroberfläche kommen. Vielleicht entstehen Erinnerungen an erlebte Situationen. Entscheidend ist aber nur, dass sie mit den entsprechenden Gefühlen verbunden sind. Geschichten allein reichen nicht aus für eine Veränderung.

Eine „negative“, also anstrengende Verbundenheit kann sich in eine „positive“, also bereichernde Verbundenheit verwandeln, wenn man sie einfach nur anschauen und alle damit verbundenen Gefühle wahrnehmen kann.

Das klingt ganz einfach, oder?

Wir erinnern uns aber an dieser Stelle daran, dass sie ursprünglich im „Giftschrank“ verschwanden, weil sie zu unerträglich waren.

Und jetzt kommt die Magie der Seelenhomöopathie ins Spiel. Magie bitte nur als Ausdruck noch nicht wissenschaftlich erklärbarer Phänomene verstehen!

Die Resonanz zu einer Orchidee (oder all den anderen Mitteln) trägt ein Heilungspotential in sich. Jemand versteht dich! Und hat obendrein den Lösungsweg schon in sich. Wenn ich diese Berührung zulasse, habe ich eine Begleitung bei der Wahrnehmung alter Schrecken. Ich kann ertragen, was ich erlebt habe. Ich kann hinsehen und verstehen, was sich daraus entwickelt hat. Es muss nicht mehr unterdrückt oder verleugnet werden. Es darf dazugehören.

Das Außen ist stets der Spiegel des eigenen Innern. Verändert sich mein Inneres, wird es auch das Außen tun. Auch die Ahnen dürfen an meinen Erkenntnissen teil haben. Alle jene, die immer noch fassungslos nach Antworten suchen, dürfen ins große Loslassen sinken und zu gegebener Zeit neu beginnen. Alle jene, die noch beschützen wollten, dürfen nun erleichtert „aufatmen“. Die eigenen Zellen werden ihre epigenetischen Eiweißstrukturen neu ordnen und alle Verhältnisse anders beurteilen.

Ich darf mit all meinen Verbundenheiten neue Wege beschreiten.

Was bedeutet Verbundenheit?

Verbundenheit beschreibt eine Zugehörigkeit zu Etwas oder Jemandem. Dabei ist nicht wichtig, sich dieser Verbundenheit bewusst zu sein. Wir sind zum Beispiel alle zutiefst mit dieser Erde verbunden, weil unsere Körper aus irdischen Bausteinen aufgebaut sind: Mineralien, Wasser, Eiweißverbindungen.

Trotzdem ist uns diese Verbundenheit nicht unbedingt im Bewusstsein und es gibt wahrscheinlich auch keine ausgeprägten Gefühle dazu. Es ist eben einfach so.

Ereignisse und Zustände, die das Leben unserer Vorfahren prägten, bilden sich in verschiedener Form in unserer Gegenwart ab. Mit diesen besteht für jeden von uns eine Verbundenheit, die größtenteils ebenso unbewusst bleibt. Mit diesen „Gefühlsbildern“, die jeder Mensch in sein Leben mitbringt, wird aus diesen Verbindungen ein Leben gestaltet.

Die wichtigsten Verbindungen zu unserer Herkunftsfamilie gestalten sich in den frühesten Momenten unserer Existenz: Zeugung, Schwangerschaft und frühe Kindheit prägen uns vollständig in unsere Familie ein. Zur Lebensaufgabe eines jeden Menschen gehört auch die Emanzipation des Individuums aus diesen Bindungen - anders ausgedrückt: „Werde Du selbst mit den Bausteinen, die Dir in dieser Existenz gegeben wurden“.

Verbundenheit ist also durchaus auch ein unbewusster Zustand. Natürlich treffen wir bewusste Entscheidungen, mit wem oder was wir verbunden sein möchten, aber es existieren parallel und gleichzeitig Verbindungen, die, weil sie komplett unbewusst bleiben, umso stärker wirken.

Aus der Aufstellungsarbeit mit den ahnenmedizinischen Karten ist uns ein erstaunliches Phänomen bekannt:

Werden die Stellvertreter im Neunerfeld stehend gruppiert, ist es meistens die Person, welche für die Verbundenheit steht, die ihre Position nicht halten kann. Sie kippt um oder erträgt den Kontakt zu den übrigen Stellvertretern nicht und es ist ihr auf irgendeine Art nicht möglich, in diesem Verbund zu bleiben. Es zeigt sich eine Verbundenheit zu Gefühlen, die vollkommen verdrängt werden konnten, solange kein „Kontakt“ stattfand. Nimmt aber die aufstellende Person zu all ihren Anteilen - und eben auch zu ihrer Verbundenheit - Kontakt auf, berichtet diese von Gefühlen, mit denen die aufstellende Person oft so gar nichts anfangen kann. Alles andere kann man verstehen, anerkennen, zu sich nehmen, aber die Gefühle der Verbundenheit haben irgendwie gar nichts mit der ganzen Sache zu tun. Liegt hier ein Fehler vor? „Spinnt“ dieser Stellvertreter einfach?

Nein! Hier liegt der Schlüssel zur Lösung des Kernkonflikts.

(Zur Erinnerung: rund um den Kernkonflikt gruppieren sich die verschiedenen Aspekte eines Themas, Einflüsse aus dem Ahnenfeld, der persönlichen oder der Seelenebene)

Die Verbundenheit (als Teil der persönlichen Ebene) ist mit Kindheitserlebnissen oder Anteilen des Ahnenfeldes verbunden, die unbedingt nie wieder gefühlt werden sollen. Sie wurden verborgen aus Scham oder Angst, aus Schuldgefühlen oder Verzweiflung. Man hat sie „weggesteckt“, weil das Leben weitergehen musste, weil man nicht mit ihnen umgehen konnte, weil es keine Worte für sie gab und viele andere Gründe mehr. Das fand auch nicht als bewusster Akt statt: „Ab jetzt werden diese Gefühle nicht mehr gefühlt“ - meistens ist selbst die Verdrängung ein schleichender Prozess. Das Leben wird so organisiert, dass möglichst wenig Berührung mit dem schwierigen Thema stattfindet. Man geht im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Kontakt“ mit diesen Erfahrungen und organisiert sein Leben darum herum.

In den nachfolgenden Lebensjahren oder auch Generationen besteht dann für dieses Thema eine Art „upload-Filter“.

Damit bezeichnet man in der Informatik eine Maßnahme zur Vorabprüfung hochzuladender Inhalte. Manche Inhalte können dann gar nicht auf dem Bildschirm - in unserem Fall dem Bewusstsein - erscheinen. Was nun nicht bedeuten soll, dass wir alle voller blinder Flecken durch die Welt laufen. Es ist aber so, dass man davon überzeugt ist, mit diesem Thema, von dem man schon mal gehört hat, persönlich überhaupt nichts zu tun zu haben. Es gibt vor allem kein Gefühl dafür.

Lösung, Heilung oder Weiterentwicklung ist immer nur möglich, wenn wir alle Aspekte einer Sache in unser Bewusstsein bringen. Bleiben Reste der „kränkenden“ Ursache bestehen, wird der erreichte Frieden niemals von Dauer sein können. Natürlich ist das ein hoher Anspruch, der selten vollständig erreicht wird. Man hat eben doch sein Leben lang Arbeit mit dem Leben. Aber wenn wir uns darin üben, verdrängte - abgespaltene, kontaktlose - Anteile zu erahnen, zu suchen oder zu finden (!), verlängert sich die Zeit des Friedens nach einer Erkenntnis.

Die Inhalte der Karten zur Verbundenheit - im Kartenset Makrokosmos also die Orchideen - sind häufig von der Art, dass man nichts mit ihnen anfangen kann. Was, bitteschön, haben diese Worte mit meiner Frage zu tun? Alles, wahrscheinlich. Die Schwierigkeit liegt darin, abgespaltene Inhalte nicht als eigene wahrnehmen zu können.

Die Verbundenheit verbindet mit Aspekten der eigenen Geschichte oder des Ahnenfelds, ohne sich um unser Tagesbewusstsein zu kümmern. Es ist diesen Gefühlsanteilen auch völlig egal, ob sie verstanden werden.

Sie fühlen sich wohl dabei, unerkannt und ausgegrenzt zu sein, denn genauso war es ja „damals“ auch. Eine blinde Solidarität mit Erlebnissen und vor allem den Gefühlen dieser Erlebnisse findet hier statt.

Selbstverständlich ist auch möglich, dass man von den Aussagen einer Orchideen-Karte sofort tief berührt wird. Schließlich hat sich manch einer schon länger mit Gefühlen und Geschehnissen des jeweiligen Themas beschäftigt.

Die Individualität, die jeder Mensch entwickelt hat, erzählt von den Verbundenheiten, die wir in uns tragen. Nicht immer tragen sie zu einem glücklichen Leben bei, im Gegenteil sind es genau diese Punkte, an denen wir uns reiben, die Probleme verursachen und uns vorwärts treiben. Alle glückbringenden Verbundenheiten der Vergangenheit sind uns völlig selbstverständlich, dazu sagen wir gerne „Ich“. Und sie sind wohl auch das Kapital, mit dem wir „den unbedeutenden kleinen Rest, der sich Schicksal nennt“, bewältigen.

Verbindlichkeiten lösen sich durch Vertragserfüllung auf. Bis dass der Tod euch scheidet ist ein schönes Beispiel für altmodische Eheschließungen, die ja durchaus ohne innere Verbundenheit zur Existenzsicherung ganzer Völker jahrhundertelang funktionierten. Heute setzt man in unserer Kultur an diese Stelle einen Ehevertrag, der die gleiche Funktion hat.

Aber wie löst man eine Verbundenheit auf?

Abschied ist das Werkzeug der Auflösung. Es steht jedem Wesen frei zur Verfügung. Abschied geschieht immer im Herzen und ist mit tiefem Gefühl verbunden. Nicht zwangsläufig mit traurigem oder schwierigem Gefühl, aber immer mit einem deutlichen Gefühl.

Schwieriger als ein trauriger Abschied wäre zum Beispiel ein Gefühl der Erleichterung. Sich selbst einzugestehen, dass man erleichtert über eine beendete Verbundenheit ist, gehört zu den fortgeschrittenen Abschieden. Es ist auch gesellschaftlich nicht so anerkannt.

Kann es auch einen freudigen Abschied geben?

Selbstverständlich, aber dann existieren wahrscheinlich bereits andere Verbundenheiten, auf die man sich freut.

Erster Schritt im Prozess der Beendigung einer ungewünschten Verbundenheit ist die Erkenntnis und das Wahrnehmen der Existenz einer solchen Bindung.

Die meisten negativen Verbundenheiten sind uns ja, wie gesagt, gar nicht bewusst. Die Wahl einer Orchideen-Karte zu einer bestimmten Frage weist die Richtung, in der man nach einer - den Fortschritt begrenzenden - Verbundenheit suchen sollte.

Wenn dann zum Beispiel der Kleinblütige Frauenschuh von Überanstrengung spricht, obwohl ich eigentlich etwas über meinen beruflichen Weg erfahren möchte, geht es nicht einfach nur um die Wahrnehmung einer - vielleicht vorhandenen - beruflichen Überlastung. Vielmehr erzählt diese Orchidee von einer inneren Verbundenheit zu Erlebnissen und Erfahrungen meiner Vorfahren mit diesem Thema des beruflichen Wegs.

Sei es über die genetische/epigenetische Vererbung, sei es als Erfahrung in der eigenen Kindheit, jedenfalls existiert eine Verbundenheit zu einem Verlust der Zugehörigkeit, im Falle einer beruflichen Frage wahrscheinlich ein Arbeitsplatzverlust, den ein Mitglied der Familie erfahren hat und der sich tief in das Gefühlsleben eingeprägt hat. Sobald ich nun mit meinem Leben einen ähnlichen Weg anstrebe, werden sich die „alten“ Gefühle als Geschehnisse rund um mich herum präsentieren. Es hängt einzig von mir als lebendiger Person ab, wie ich Ereignisse meines Lebens beurteile. Kann ich gelassen reagieren und löst sich eine Situation wieder auf? Oder „triggert“ meine Umgebung die unbewussten Verbundenheiten und in mir bauen sich ganz ähnliche Gefühle auf - wobei die äußeren Situationen natürlich der Gegenwart angepasst sind.

Ein guter Indikator für eine ungesunde Verbundenheit ist immer das Gefühl von fehlender Wahlmöglichkeit. Eigentlich gibt es nämlich immer eine Wahlmöglichkeit, sie dringt nur nicht bis zu unserem Bewusstsein durch. Wir sind im wahrsten Wortsinn „gefangen“ in der Verbundenheit.

Wenn ich als lebende Person in der Lage bin, die damals verdrängten Gefühle heute zu verstehen und mitzufühlen, ohne Urteil!, werden sie sich verabschieden. Freiwillig. Dann entsteht automatisch eine neue Verbundenheit, im Fall des Frauenschuhs eine Verbundenheit im Loslassen. Loslassen der Anstrengung und der Vorspiegelung falscher Verhältnisse zum Beispiel. Das Unterbewusstsein registriert die entstandene Ruhe und sortiert alle vergangenen Erfahrungen im Archiv ein. Sie müssen nicht mehr wiederholt werden.

Verbundenheit und das Innere Kind

Mit dem „Inneren Kind“ werden gespeicherte Gefühle der eigenen Kindheit bezeichnet, die nicht genug Spielraum für eine Entwicklung ins erwachsene Sein hatten. Diese sind in verschiedenen Bereichen des Gedächtnisses abgelegt. Manche sind der Erinnerung frei zugänglich, andere werden kontrolliert und verborgen gehalten, wieder andere sind frei umgedeutet anhand von Erzählungen der damals Erwachsenen. Immer aber sind die kindlichen Erinnerungen intensiv. Das liegt auch am ganz anderen Zeiterleben von Kindern. Ein einzelner Tag war gefühlte Ewigkeiten lang, ganz im Gegensatz zum heute erlebten „Durchrauschen“ durch die Wochen. Jedenfalls sind für Kinder alle Gefühle noch frisch und neu - und wahr. Ein Kind durchschaut keine Lügen oder Verdrehungen, alles, was Erwachsene tun, ist „wahr“.

Dieses Innere Kind - also diese starken Gefühle und Überzeugungen - haben die Kraft, den Alltag und die Ansichten des Erwachsenen zu bestimmen.

Neben eventuell vorhandenen vergrabenen Erinnerungen existieren diese vielen kleinen Überzeugungen, die sich durch kein gegenteiliges Erlebnis erschüttern lassen:

-Dazu bin ich zu doof, das kann ich nicht.

-Ich bin anstrengend.

-Ich muss lieb sein, bin aber trotzdem nicht liebenswert.

-Das darf man nicht.

Es gibt eine Menge unnützer Überzeugungen, die aus den vielen, auch unbedachten Äußerungen der uns damals umgebenden Erwachsenen geworden sind. Es ist nicht wirklich schwierig, sich als jetzt erwachsener Mensch innerlich an die Hand zu nehmen und endlich sich selbst alles zu geben, was man damals vermisst hat.

Schwieriger ist es mit verstörenden Erlebnissen oder gar Traumatisierungen. Hier braucht man manchmal regelrecht detektivischen Spürsinn, um den gut verborgenen Gefühlen auf die Spur zu kommen. Die Arbeit mit den Karten der Seelenhomöopathie ist dabei ein zuverlässiger Begleiter.

Ein Inneres Kind, das sich bei bestimmten Themen versteckt, an keinem Erkenntnisprozess teil hat und einfach „gar nicht da ist“ - braucht vor allen Dingen die Sicherheit, dass seine Gefühle, wenn es sie denn zeigen sollte, ernst genommen werden. Also darf man auf gar keinen Fall sich selbst gegenüber die typischen Erwachsenensprüche anbringen: Jetzt stell dich doch bitte nicht so an, so schlimm ist das doch gar nicht. Du übertreibst mal wieder. Also das sehe ich ganz anders. Du bist doch auch selbst schuld.

Was tut ein Inneres Kind bei solchen Kommentaren, auch, wenn sie nur gedacht werden? Es zieht sich selbstverständlich noch tiefer in sein Versteck zurück. Wirklich ernst nehmen bedeutet zuallererst, ohne Wertung einfach empathisch mitfühlen. Ohne Wertung, ohne Kommentar.

Es braucht immer einen Zeugen, der bestätigt, dass es wirklich schlimm ist, was man da fühlt. Dann entsteht die Sicherheit, die es nun mal braucht, um sich wirklich zu öffnen. Im Grunde genommen also das, was man von einem liebenden Elternteil erwarten würde.

Warum geben uns die Eltern nicht einfach genau das? Eine typische Frage eines Inneren Kindes. Weil sie wahrscheinlich auch niemals solche Zuwendung erlebt haben - wäre eine sinnvolle Antwort des empathischen Erwachsenen. Weil sie auch in die Verbundenheiten der Generationen eingebunden waren - wäre die Antwort der Ahnenmedizin.

Und die Lösung?

Egal, wie alt eine Wunde ist. Egal, von wem sie ursprünglich stammt. Jedes unangenehme oder schreckliche Gefühl hat eine Ursache und dadurch seine Seinsberechtigung. Aber jedes Gefühl, das die Lebendigkeit schmälert, sollte auch erlöst werden, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Jede Lösung braucht Kontakt. Diesen können wir selbst herstellen durch Einsicht und Mitgefühl. Diesen Kontakt kann man aber auch herstellen durch die potenzierte Essenz anderer Wesen. Das leistet die Homöopathie, in unserem speziellen Fall die Seelenhomöopathie.

Das Unterbewusstsein wählt eine Karte, die genau die jetzt gebrauchten Worte hat. Es stellt eine Verbindung zum versteckten Inneren Kind her - oder ist es das Kind, welches die Karte wählt? Wer kann das wissen.

Die erwachsene Persönlichkeit leistet nun das, was früher nicht geschehen ist. Siehe oben: Einsicht und Mitgefühl. Wenn das ehrlich geschieht, wird auch ein trotziges Inneres Kind sich dem Strom der Lebendigkeit nicht entziehen können.

Heilung geschieht durch Wahrnehmung!



Brassavola acaulis - Rattenschwanz-Orchidee Ausbeutung - Verbundenheit durch Selbstermächtigung


-Kampf um Anerkennung

-Leben in Anderen

-Empörung und Auflehnung im Untergrund

-Hat viele untergründige Gefühle

-Befindet sich nur in abhängigen Beziehungen

-Untergründige Wut und Hass auf Abhängigkeiten

-Sehnsucht nach Eigen-Macht

-Fühlt sich stark schläfrig, wie betäubt

Wie entsteht Wohlstand? Durch Harmonie zwischen Arbeitskraft und Umgebung, Familie eingeschlossen. Wirklicher Wohlstand lässt es allen Beteiligten gut gehen. Leidet ein Mitglied, hat es Auswirkungen auf alle.

Einen einmal erreichten Wohlstand gibt man nicht freiwillig wieder auf. Also werden sich Teile der Gemeinschaft dafür hergeben, den Wohlstand scheinbar aufrecht zu erhalten. Damit ist der echte Wohlstand aber bereits vorbei.

Er existiert nur noch zum Schein und für Einzelne.

Andere Mitglieder der Gemeinschaft müssen ihre Kräfte dafür hergeben. Sie werden „ausgebeutet“, ihre Kräfte - ob nun körperlich oder seelisch - werden verbraucht.

Dieses Muster findet sich in allen menschlichen Beziehungen, weltweit oder im kleinsten Familienkreis.

Hier geht es nicht um eine Bewertung des Vorgangs der Ausbeutung. Sie findet statt, egal, ob wir es mögen oder nicht. Ihre endgültige Beseitigung wäre ein Aufstieg der Menschheit in einen paradiesischen Zustand.

Bis dahin werden es immer nur Einzelne sein, die sich von ihrer persönlichen Ausbeutung freimachen können.

Es gibt unfreiwillige und freiwillige Ausbeutung. Hier soll es um die freiwillige gehen. Das klingt paradox, oder? Wer lässt sich denn freiwillig ausbeuten? Jeder, der einen übergeordneten Wohlstand verfolgt. Das kann die (scheinbare) Harmonie in einer Familie sein, das Verhältnis von Partnern miteinander oder auch das Wohl der Gesellschaft, der Glaubensgemeinschaft oder gar der Schöpfung. Jeder Mensch, der sich freiwillig ausbeuten lässt oder sogar sich selbst ausbeutet, hat solch einen übergeordneten Wohlstand im Sinn. In religiösen Zusammenhängen wird solches Verhalten sogar mystisch überhöht.

Es gibt also durchaus einen Gewinn für solche Entscheidungen. Trotzdem werden bei einer ausgebeuteten Person zwangsläufig viele persönliche Eigenschaften und Wünsche nicht zur Entfaltung kommen können - einfach weil es an Zeit und Kraft dafür fehlt.

Ein allgegenwärtiges Beispiel dafür ist die Elternschaft. Solange die Kinder klein sind, haben die Eltern keinen großen Spielraum für ihre persönlichen Wünsche. Und obwohl die Liebe zu den Kindern diese Mühen meistens aufwiegt, sind selbst hier die typischen Brassavola-Zustände zu finden:

-Man lebt in den Kindern, spricht und denkt nur noch über sie.

-Trotzdem gibt es so einige mehr oder weniger bewusste Gefühle von Wut, wenn zum wiederholten Mal der Nachtschlaf ausgefallen ist, die Trotzphase ihre Blüten treibt usw.

-Es wird selten ausgesprochen, aber es gibt nicht immer nur Liebe, es ist auch Auflehnung gegen die persönlichen Einschränkungen vorhanden.

Übertragen auf jede andere Art von freiwilliger Ausbeutung sieht man stets dieses Doppelbild: einerseits den (nicht immer real vorhandenen) angestrebten Gewinn, andererseits die dafür unterdrückten Gefühle von Auflehnung,

Empörung oder Wut. Denn in jedem Menschen (und vielleicht sogar in jedem Lebewesen?) lebt das Bedürfnis nach Selbstausdruck, nach Eigenmacht.

Im negativen Brassavola acaulis-Zustand empfindet man Verbundenheit, indem man die Ausbeutung auf sich nimmt. Lösung für ein Problem entsteht aber nur durch Anerkennung auch der untergründigen Gefühle. Dann endlich dürfen auch die anderen Qualitäten der Person zum Tragen kommen.

Im positiven Brassavola acaulis-Verbundenheitsgefühl kann man die eigenen Interessen gegenüber seiner Umgebung verteidigen und durchsetzen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Die Verbundenheit zur Gruppe/Familie bleibt erhalten, aber die Gruppe/Familie wird sich verändern müssen, weil eines ihrer Mitglieder andere Wege gehen möchte.

In der persönlichen Ebene:

Du möchtest dich gerne befreien, um dein Thema zufriedenstellend lösen zu können. Aber viele Erwartungen, die hierbei an dich gestellt werden, hängen an dir. Du möchtest auch gerne alle zufrieden stellen. Und entweder sind die Menschen, die von deiner Frage mitbetroffen sind, von dir abhängig oder du von ihnen. Eine Seite wird also enttäuscht werden. Aber du entscheidest, welche es sein wird.

Dieser Zustand ist dir nicht neu?

Unser Verhalten gegenüber Menschen - und auch allen anderen abhängigen Lebewesen wie Tieren und Pflanzen - wird in der frühen Kindheit geprägt. Man „lernt“ manchmal regelrecht, dass man sich zuerst um die Bedürfnisse der Umgebung kümmern muss, um anschließend - hoffentlich - mit dem versorgt zu werden, was man selber braucht.

Gerne wird als Liebe bezeichnet, was eigentlich Ausbeutung ist. Wahre Liebe lässt Freiheit und freut sich an der Selbstverwirklichung des Gegenübers. Ausbeuterische Verhältnisse nehmen gern und geben nur Ausgewähltes zurück.

Prüfe also, wieviel Freiheit zur Selbstverwirklichung du dir in deinem Thema nehmen darfst und entscheide dich vielleicht sogar dafür, dir noch viel mehr Freiheit zu nehmen. Man muss vorsichtig abwägen, wie weit das eigene Gewissen mit einem Ausbruch aus Abhängigkeiten einverstanden ist. Auf jeden Fall musst du dir aber Gedanken über Ausbeutung machen. Wenn nicht, werden dich die unterdrückten Gefühle eines Tages gewiss einholen. Wach auf!

In der Ahnenebene:

„Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen“ - ist das ein Satz, der im Zusammenhang mit deinem Thema zu dem passt, was du aus deiner Ahnenebene kennst?

Mit deinem Thema berührst du die vielen Bemühungen um Erfolg und besonders um Anerkennung, die von deinen Vorfahren geleistet wurden. Sie hatten nicht den Spielraum, den du jetzt vielleicht bereits hast. Es gab klare Hierarchien und der Weg eines Lebens war mehr oder weniger vorgezeichnet. Selbstverwirklichung, was soll das bitteschön sein?

Aus Angst vor Repressionen oder dem Verlust der Lebensgrundlagen verzichtete man auf den eigenen Weg, das deutliche Aussprechen von Erfahrungen oder die Korrektur von Fehlern.

Diese bitteren Gefühle sind dir - mindestens im Zusammenhang mit deiner Frage - weitergereicht worden. Wenn du nun also dein Projekt zum Erfolg führen willst, musst du die überlieferten Erfahrungen klar abgrenzen gegen die tatsächlichen gegenwärtigen Verhältnisse.

Was ist dir bekannt von den Abhängigkeiten, in denen deine Vorfahren lebten? Und wie sehen die Verhältnisse bei diesem Thema heute aus?

Wiederhole niemals blind die Meinungen der Ahnen. Prüfe, ob sie noch in die Gegenwart passen. Wenn ja - schöpfe daraus Kraft.

Wenn nein - beginne etwas Neues aus deiner eigenen Kraft.

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