Kitabı oku: «Baden-Württemberg mit dem Wohnmobil»

Vielerorts sind Teile der Stadtbefestigung erhalten, wie hier in Waiblingen.
Susi & Frank Reiser
BADEN-WÜRTTEMBERG
MIT DEM WOHNMOBIL
Die schönsten Routen vom Taubertal bis zum Bodensee

INHALT
WILLKOMMEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG
VORWORT
DIE ROUTEN
1FACHWERKSTÄDTE, WEINBERGE UND SANFT FLIESSENDES WASSER
Im Taubertal von Rothenburg ob der Tauber bis Wertheim
2STÄDTETRIP UND NECKARGLÜCK
Ab Mannheim über Heidelberg, an den Neckar nach Bad Wimpfen und über Karlsruhe zurück
3VOM DONAUTAL ÜBER DIE ALB IN MYSTISCHEN WALD
Streckentour von Sigmaringen nach Schwäbisch Hall
4DER KUCKUCKSUHR AUF DER SPUR DURCH WILDE NATUR
Rundtour durch den nördlichen und mittleren Schwarzwald ab Baden-Baden
5ZWISCHEN HÖCHSTEM PUNKT UND KÖSTLICHEM WEIN
Von Freiburg durch den Südschwarzwald und über den Kaiserstuhl zurück
6HÖHLEN, KULTURGESCHICHTE UND REGIONALE LECKEREIEN
Runde ab Ulm über die östliche und mittlere Schwäbische Alb
7SCHWÄBISCHES MEER, ALPENBLICK, MOORLANDSCHAFT UND THERMEN
Rundtour ab Salem am Bodensee entlang, durchs Allgäu und Oberschwaben
REISEINFOS VON A BIS Z
PACK- UND CHECKLISTEN
REGISTER
PS: DA FÄLLT UNS NOCH WAS EIN!
STRASSENATLAS

Zu jeder Tages- und Jahreszeit bietet der Federsee Naturschauspiele.
WILLKOMMEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG
Wer in Baden-Württembergs abwechslungsreichen Landschaften unterwegs ist, bekommt von allem »ebbes« (etwas) geboten. Hier wachsen Palmen, Buchen- und Nadelwälder, hier wandert man, fährt Rad und schnelle Autos, trifft auf Tradition und Innovation …
Das drittgrößte Bundesland

Im sonnigen Südwesten von Deutschland gelegen ist Baden-Württemberg, oder, wie man verkürzt sagt: BaWü, ein Land zum Leben und Urlaubmachen. Für Kurztrips oder längere Reisen gibt es Vielfalt für die ganze Familie. Flüsse, Seen, Mittelgebirge, Fachwerk- und moderne Städte formen das Landschaftsbild. Wanderer und Radfahrer finden ein immenses Wegenetz, Schlemmermäuler können ihre Gaumen verwöhnen und Freunden von Kunst und Kultur wird ein Leben nicht ausreichen, um alle Geheimnisse des Landes zu entdecken. Bei alldem wird großer Wert auf Naturschutz gelegt. Das ist auch nicht anders zu erwarten beim ersten grün regierten Bundesland Deutschlands.
1952

Die nach dem 2. Weltkrieg geformten Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern werden zu einem Bundesland vereinigt und Reinhold Maier wird der erste Ministerpräsident.
4 Städte > 200 000 Einwohner

In Summe leben ca. 1,5 Millionen Menschen in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg. Insgesamt zählt BaWü ca. 11,1 Millionen Einwohner.
Feldberg

Mit einer Höhe von 1493 m ist der Feldberg im Südschwarzwald der höchste Berg des Bundeslandes. Sein »Gipfel« ist jedoch keine Spitze, sondern ein Plateau.
Mittelpunkt

Je nach Berechnungsart (Schwerpunkt oder Schnittpunkt der Extreme) liegt der Mittelpunkt von BaWü bei Tübingen oder Böblingen.
Unzählige Dialekte

Viele meinen, in BaWü spreche man Schwäbisch oder Badisch, doch es gibt unzählige Nuancen beider Hauptdialekte, beeinflusst durch die Schweizer, die österreichische, die fränkische, die bayrische und die Pfälzer Sprache und von einer ordentlichen Durchmischung der Bevölkerung. Eines ist jedoch klar: Hier spricht man alles – außer Hochdeutsch.
Wein und Bier

Zwei der besten Weinbaugebiete liegen in Baden und Württemberg. Daneben liefern über 200 Brauereien, die kleinen Hausbrauereien nicht mitgezählt, den süffigen Gerstensaft.
7 Naturparks

Zum Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaft und für Umweltbildung erschaffen, erstrecken sich sieben verschieden große Naturparks über den Westen und die Mitte des Bundeslandes. Zusätzlich gibt es einen Nationalpark und zwei Biosphärengebiete.
Typische Gerichte

Maultaschen, Spätzle, Schwarzwälder Kirschtorte, Schneckensüpple, Zwiebelrostbraten, Wurstsalat, Kartoffelsalat, saure Kutteln, Gaisburger Marsch, Linsen, Brezel und Hefezopf …
Blick von der Ruine Rosenstein auf Heubach am Rande der Schwäbischen Alb
INFOS ZUM BUCHAUFBAU
Herzlich willkommen in Baden-Württemberg, unserem Bundesland mit vielen Gesichtern, Landschaftsformen, großen und kleinen Orten und 11,1 Millionen verschiedenen Menschen. Hier grenzen Weinberge an höchste Gipfel, bedeutende Flüsse wie Neckar, Rhein und Donau durchqueren das Land und formen Gebirge. Unzählige Schlösser und Burgen gilt es zu erkunden, in Thermalquellen zu entspannen, Rad- und Wanderwege und köstliche Spezialitäten zu probieren.
UNSERE ROUTEN
Mit diesem Reiseführer kommst du natürlich nicht an alle Orte, doch wir haben eine große Vielfalt zusammengestellt. Bei einigen Routen hast du die Wahl, ob du Ortschaften mit dem Womo durchquerst oder sie auf der Bundesstraße passierst, eben ganz, wie es Lust, Interesse und Zeitplan hergeben.
Häufig gibt es Möglichkeiten zum Abkürzen oder Aufteilen einer Route in mehrere. Schau dafür einfach auf die Karten im hinteren Teil des Buches. Und obwohl BaWü schon alles zu bieten hat, was das Reiseherz begehrt, haben wir ein paar kleine Schlenker in benachbarte (Bundes-)Länder eingebaut. Die Routen sind Strecken- oder Rundrouten, starten fast alle auf einem Camping- oder Stellplatz und halten unzählige Möglichkeiten für eine herrliche Reise durch BaWü bereit.
Am Ende einer jeden Route findest du eine Übersicht mit allen Camping- und Stellplatzadressen sowie über alle wesentlichen Touristeninformationen.
Bei deiner Anreise auf den Autobahnen oder bei einer Abkürzung nutze doch mal die App MAQNIFY Erlebnisguide. Sie hält Informationen zu Sehenswürdigkeiten, die auf den braunen Schildern angepriesen werden, parat und liefert Inspirationen für die Abfahrt.

BaWü ist das Land der Wandervereine

Regional Einkaufen
KLEINES WÖRTERBUCH

| SMALL TALK BEIM CAMPING | |
| Auf keinen Fall! | Ha noi! |
| Mädchen & Junge | Mädle & Bub |
| zusammen | zomme/zamme |
| Keine Eile! | Nit huddle/Nit pressieren! |
| anschauen | luege/anluege |
| Fliege | Mucke/Fliäg |
| Zaun | Hag |
| Decke | Teppich |
| halten | heben |
| Handfeger & Schaufel | Kehrwisch & Kutterschaufel/Schüppe |
| Holzsplitter | Spreißel/Spleißen |
| Auf Wiedersehen! | Ade(le)/Ala dann! |
| ALLGEMEINES | |
| Bürgermeister | Schultes/Schulz |
| Winzer | Wengert |
| Fastnacht | Faasnet/Faschenacht |
| Kleidung | Hääß |
| Dorffest | Hockete |
| GEOGRAFIE | |
| Stuttgart | Schduagard |
| Mannheim | Monnem |
| von der Schwäbischen Alb kommend | Von dr Alb ra |
| Neckar | Negger |
| ESSEN & EINKAUFEN | |
| stibitzen | schneiken |
| Brötchen | Wecken/Weckle |
| Quark | Luckeleskäs/Bibeleskäs/Klumpe |
| Kartoffel | Grundbirne/Erdapfel/Erdbirne |
| Karotten | Gelbe Rüben |
| Erdbeere | Brestling |
| Marmelade | Gsälz/Mus/Schleck |
| Lutscher, trinken (genießen) | Schlotzer/schlotzen |
| Bonbon | Gutsle(in)/Brocken/Zucker |
| Hahn | Gockel/Guller |
| Innereien | Kutteln |
| Tüte (aus Plastik oder Papier) | Gucke |
| UHRZEIT & WOCHENTAGE | |
| 9:15 Uhr | viertel zehn |
| 9:45 Uhr | dreiviertel zehn |
| Montag | Mäntig/Meendi/Mondich |
| Dienstag | Dinschtig/Daischtig/Zaischtig |
| Mittwoch | Mickte/Michte/Mitte |
Allgemein muss man sich daran gewöhnen, dass ein »s« in der Wortmitte gesprochen häufig zum »sch« wird und viele Substantive ein »le« angehängt bekommen, was nicht immer der Verniedlichung dient. Bei einer Reise längs oder quer durchs Land werden sich die Bezeichnungen ändern, daher lieber einmal mehr nachfragen!
Abendstimmung beim Aufstieg auf den Feldberg
1 FACHWERKSTÄDTE, WEINBERGE UND SANFT FLIESSENDES WASSER
Im Taubertal von Rothenburg ob der Tauber bis Wertheim

Rothenburg ist zu Recht ein Touristenmagnet dank Altstadt und Taubertal.
Unsere Reise beginnt in der wohl romantischsten Region Baden-Württembergs – im lieblichen Taubertal. Durch sanftes Hügelland schlängelt sich die Tauber parallel zur Romantischen Straße, vorbei an Weinbergen, Schlössern und Burgen und durch bezaubernde Fachwerkstädtchen. Die Region lädt zum Wandern, Radfahren und zu Kulturgenuss ein. Freunde bedeutender Kirchenkunst kommen ebenso auf ihre Kosten wie Weinliebhaber.


Der Verlauf dieser Route durch das Taubertal orientiert sich an der Ausschilderung der Romantischen Straße, und zwar an der Pkw-Variante. Eine Ausnahme bildet Röttingen, da folgen wir wegen der Enge der Straßen kurz der Bus-Variante, doch dazu später mehr.
DER URSPRUNG
Der Fluss Tauber ist ca. 130 km lang und entspringt südlich von Rothenburg ob der Tauber am Fuße der Frankenhöhe bei Weikersholz in Baden-Württemberg. Wir stoßen auf diesen Fluss in Rothenburg, die wohl bekannteste an ihm gelegene Stadt, wenn auch zu Bayern, Entschuldigung: zu Franken gehörend. Der mittelalterliche Stadtkern ist heute noch komplett von der Stadtmauer umgeben. Der Streifzug durch die Gassen bietet viel touristischen Kitsch, ebenso von kleinen Rothenburger Manufakturen produzierte Waren wie Schokolade oder Bonbons, Lichthäuser und Mode. Vom großen Marktplatz vor dem Rathaus aus kann man das Treiben herrlich beobachten und sich mit und ohne Stadtführer mitten hineinwagen. Ein Muss für alle Jakobswegpilger und -freunde ist ein Blick in die St.-Jakobs-Kirche mit ihren beiden Türmen und dem Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider aus dem Jahr 1505.
Wer sich für die Geschichte unserer Rechtsprechung interessiert, sollte einen Besuch im Mittelalterlichen Kriminalmuseum einplanen, denn dort warten über 2000 Exponate aus 1000 Jahren Geschichte. Sie reichen von Richterroben über Bücher bis hin zu Folterinstrumenten. Den süßen und köstlichen Gegensatz hierzu bieten in unzähligen Bäckereien die Schneebälle, ein typisches Mürbeteiggebäck, welches in Fett ausgebacken wird, in allen Variationen.
Radfahrer finden ein attraktives Radwegenetz mit dem hübschen Namen Radschmetterling vor. Vier Touren bieten 250 km Radvergnügen.
Tipp
TURMWEG
Auf ca. 4 km führt der Turmweg – zum Teil auf der Stadtmauer, zum Teil durch die Stadt – einmal um den Stadtkern Rothenburgs herum. Dabei kommt man an den 46 historischen Türmen vorbei, kann durch den herrlich bepflanzten Burggarten mit seinen Skulpturen schlendern, die ersten Aussichten auf das Taubertal genießen und einen Blick in die liebevoll gestalteten Gärten der Altstadthäuser werfen. An über 20 Stationen befinden sich ausführliche Informationstafeln. Vom Womo-Stellplatz aus gelangt man in wenigen Schritten an das zwischen 1537 und 1586 erbaute Spitaltor, eine beeindruckende Wehranlage, wo man den Rundweg starten kann.
Noch schnell ein Foto am Plönlein, dem wohl bekanntesten Fotomotiv Rothenburgs mit Brunnen, Fachwerkhäusern, Gässlein und Turm schießen und dann starten wir unsere erste Route vom Womo-Stellplatz P2 aus nach rechts in die Nördlinger Straße, um die Stadt außen herum zu passieren. Es folgt ein Kreisverkehr und bald eine Tankstelle, wo wir uns links halten. Am Bahnhof vorbei, an der kommenden Ampel nach links Richtung Detwang fahren wir auf das Galgentor zu, einen Turm der ehemaligen Stadtmauer. Davor biegen wir nach rechts ab und folgen dem Straßenverlauf bergabwärts, halten uns im Tal angekommen rechts und haben die Möglichkeit zum Campingplatz Tauberromantik im Ortsteil Detwang zu fahren. Dieser kann als Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren im Taubertal wunderbar genutzt werden. Von hier ab folgen wir dem Straßenverlauf parallel zur Tauber gen Norden.
VERSTECKTE GLANZLICHTER
Nach ca. 9 km bietet sich die Gelegenheit, auf dem Womo-Stellplatz Adelshofen zu parken und von dort aus zu Fuß das Keltische Oppidum zu erkunden. Der Fußweg ist nicht ausgeschildert, hier muss also eine Wanderkarte oder Outdoor-App helfen. An der ehemaligen Befestigungsanlage angekommen, kann man sich auf mehreren Tafeln über die Geschichte belesen und einem 2,5 km langen Lehrpfad mit weiteren Tafeln folgen. Besonders interessant ist ein restaurierter Abschnitt einer Pfostenschlitzmauer.
Weitere 7 km entlang der Tauber erreichen wir Creglingen und damit Baden-Württemberg. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher Richtung Münster, um die Herrgottskirche mit dem berühmten hölzernen Riemenschneider-Marienaltar zu bestaunen und das Fingerhutmuseum mit über 4000 Exponaten aus aller Welt anzusehen. Für einen Stopp eignet sich der Camping Romantische Straße, hier lässt es sich hervorragend entspannen.
Zwischenstopp in Creglingen

Schloss Weikersheim mit herrlichem Garten
Zurück in Creglingen, können wir das Wohnmobil auf dem Taubertorplatz für einen Stadtbummel parken. Zu sehen gibt es das Jüdische Museum, welches über die »Wurzel und Wege« der jüdischen Gemeinde der Stadt informiert. Das Kleinstmuseum im Lindleinturm zeigt die einstigen Wohnräume einer Dienstmagd im Originalzustand. Einen Besuch wert ist auch der Rosengarten, angelegt im Jahr 1767 beim Romschlössle, in welchem heute das städtische Kulturzentrum untergebracht ist.
Weiter verläuft unsere Route auf der Romantischen Straße bis Röttingen, die Stadt der Sonnenuhren, was wieder einen kleinen Abstecher nach Bayern bedeutet. In Röttingen folgen wir der Vorfahrtsstraße nach rechts und halten uns an der kommenden Gabelung links, um wieder in Richtung Tauber zu fahren. Ab Schäftersheim, einem Stadtteil von Weikersheim, bleiben wir nun endgültig in Baden-Württemberg. Im Kreisverkehr direkt nach dem Ortseingang von Weikersheim haben wir die Wahl, ob wir mit der ersten Abfahrt unserer Route folgen, mit der zweiten Abfahrt auf dem Parkplatz unser Wohnmobil abstellen und die Stadt samt Schloss erkunden oder über die dritte Abfahrt 4 km weiter bis zum idyllischen Camping Schwabenmühle fahren.
PRUNKVOLLES RENAISSANCESCHLOSS

Ein Stopp in Weikersheim muss auf jeden Fall sein, es kann jedoch auch vom nächsten Womo-Stellplatz in Bad Mergentheim mit dem Rad entlang des Taubertalradwegs angefahren werden. Eine Stadtbesichtigung startet unweigerlich mit dem Betreten des Marktplatzes mit seinen stattlichen Häusern, dem Brunnen, dem Tauberländer Dorfmuseum, der Stadtkirche und dem Blick auf die Arkaden des Schlosses Weikersheim. Dieses wurde um 1600 vom Haus Hohenlohe erbaut und ab 1709 von Graf Carl Ludwig neu gestaltet. Im Schloss sind unter anderem der Rittersaal mit der farbenfrohen Kassettendecke und der Schlossgarten im Stil von Versailles zu besichtigen. Es lohnt sich, sich hierfür Zeit zu nehmen. Die alte Orangerie, die Bepflanzung und die eindrucksvolle Symmetrie des Gesamtkonzepts wollen erkundet werden, darüber hinaus unzählige Skulpturen, unter ihnen die 16-köpfige Zwergengalerie. Hierfür erhält man einen Übersichtsplan und kann somit jeder Skulptur ihre Bedeutung zuordnen. Die Zwerge stammen aus der Zeit von Graf Carl Ludwig, der hier einen Teil seines Hofstaats verewigt hat. Bänke laden zum Verweilen ein – einfach ein herrliches Plätzchen. Ohne Eintrittsgeld zugänglich und direkt angrenzend an den Schlossgarten befindet sich der Stadtpark mit Wiesen und Spielplatz.
Wandern oder spazieren durch die Weinberge von Beckstein
REISEZIEL FÜR DIE GANZE FAMILIE
Bei Igersheim geht die Romantische Straße fast unmerklich in die B 19 über, welche wir jedoch an der ersten Abfahrt wieder Richtung Bad Mergentheim verlassen. Um zum hiesigen Womo-Stellplatz zu gelangen, biegen wir an der ersten Ampel nach rechts und folgen der Ausschilderung Richtung Solymar Therme. Diese verbindet Wellness in einer großzügigen Saunalandschaft mit einem Familienbad, Wasserattraktionen und Sole-Mineralwasserbecken im Innen- sowie Außenbereich inklusive.
Dem Mineral- und Heilwasser auf die Spur kommt man ebenso im 134 000 m2 großen Kurpark von Bad Mergentheim, wo Wässerchen der drei Trinkquellen im Brunnentempel bei der Wandelhalle ausgeschenkt werden. Dabei gilt es, sich gut zu informieren, welche Wirkung die verschiedenen Mineralstoffzusammensetzungen auf den menschlichen Körper haben können. Außerdem lädt der Park dazu ein, in Ruhe zu schlendern, exotische Bäume zu entdecken, Wasserspielen zuzusehen, im Klanggarten zu entspannen und im Gradierpavillon den Atemwegen etwas Gutes zu tun.
Bad Mergentheim wartet außerdem mit einem eindrucksvollen Residenzschloss auf, welches heute das Deutschordensmuseum beheimatet. Das liegt auch auf der Hand, denn Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Bad Mergentheim zur Zentrale des 1190 gegründeten Deutschen Ordens.
Ausflugsziel in der nahen Umgebung ist zum einen Stuppach, wo man in der Dorfkirche das wohl berühmteste Marienbild der Welt – die Stuppacher Madonna – vom Künstler Matthias Grünewald bewundern kann. Zum anderen lockt der Wildpark Bad Mergentheim mit Braunbären, Greifvögeln, Luchsen, Elchen, Wölfen und Co. zu einem Besuch. Nach der Besichtigung der Tiere können Kinder auf riesigen Spielplätzen toben und alle anderen es sich im Biergarten gut gehen lassen.
Um Bad Mergentheim zu passieren, geht es weiter geradeaus, nach der Rechtskurve nach rechts Richtung Bahnhof, gleich wieder links und über den Kreisverkehr geradeaus (3. Ausfahrt) bis zur B 290, in welche wir nach rechts Richtung Tauberbischofsheim abbiegen. Nach ca. 7 km erreichen wir Königshofen, von wo aus man einen Abstecher in das Winzerörtchen Beckstein einplanen kann.
Wieder zurück im Tal, erreichen wir bald Lauda, wo wir direkt an der Tauber unser Wohnmobil für einen Stadtspaziergang parken dürfen. Für eine Übernachtung ist der Platz wegen des Straßenlärms nicht zu empfehlen. Durch den Ort kann man sich einfach treiben lassen oder man geht auf eine Art Schnitzeljagd mit der App Actionbound.
AUSFLUG
BECKSTEIN INMITTEN DER WEINBERGE
Bei der Becksteiner WeinWelt darf man auf dem Parkplatz im Womo übernachten, bekommt Strom und natürlich Wein. In einige gut ausgeschilderte Wanderwege, zum Beispiel den 8 km langen Becksteiner Höhenweg, kann man von hier einsteigen und die Aussicht von den Weinbergen aus ist atemberaubend. Wer sich für die Arbeit der Winzer interessiert, folgt dem Becksteiner Weinlehrpfad mit seinen 20 Infotafeln und auch Mountainbiker kommen auf ihre Kosten. Der Parcours bietet auf 13,3 km abwechslungsreiche Wege, vier Rampen und Aussichtspunkte.

Wilde Tiere bestaunen bei Bad Mergentheim

Dampflokdenkmal in Lauda

Der Türmersturm ist das Wahrzeichen von Tauberbischofsheim.

Hoch über dem Taubertal thront die Gamburg
Diese KulTOUR führt an alle wichtigen Orte der Stadt, doch nicht immer weist sie den Weg. Manchmal muss man ausprobieren, Fotos und Tonaufnahmen hinzufügen und Fragen beantworten. Auf diese spielerische Weise entdeckt man das Dampflokdenkmal, den Marktplatz, den Judenbrunnen, die Stadtkirche St. Jakobus der Ältere, die Badstube und vieles mehr. Die Tour startet am Rathaus und dauert ca. 45 Minuten.
BIER UND WEIN SEI DANK

Nur wenige Kilometer weiter kommen wir nach Distelhausen mit seiner Brauerei und dem Bierwanderweg. Dieser startet am Sudhaus und verläuft auf 8 km erst durch das Örtchen, dann entlang der Tauber, durch Wald, vorbei an Steinriegeln hinauf in die Weinberge. Zur Belohnung kann nach der Wanderung im Distelhäuser Brauhaus zünftig eingekehrt werden.
Unmittelbar nach Distelhausen liegt Tauberbischofsheim mit einigen Womo-Parkplätzen am Freibad. Hier im Sommer einen Platz zu ergattern ist wie ein Sechser im Lotto und eng ist es zudem. Für die Stadtbesichtigung empfiehlt es sich, auf dem angeschlossenen Parkplatz an der Vitryallee zu parken. Tauberbischofsheim ist nicht nur die älteste Stadt im »Lieblichen Taubertal«, sondern auch Olympiastützpunkt und wegen seiner erfolgreichen Fechter bekannt. Die Stadt lädt zum Bummeln ein, ein Plan der Touristinformation verzeichnet alle wichtigen Bauwerke auf einen Blick. Im Kurmainzischen Schloss kann man sich über die tauberfränkische Landschaftsgeschichte bilden und die ausgeschilderte 40 km lange Mountainbiketour »Links der Tauber« spornt sportliche Besucher zum Auspowern an. Das Wahrzeichen der Stadt, den Türmersturm, findet man direkt neben dem Schloss. Er wurde als Wehrturm im 13. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung errichtet. Wieder zurück auf der Route, folgen wir von Tauberbischofsheim aus dem Straßenverlauf bis Werbach, wo wir uns an der Gabelung links halten. Schon bald erreichen wir das Örtchen Gamburg mit der gleichnamigen, hoch oben über der Tauber thronenden Burg aus dem 12. Jahrhundert. Diese ist bewohnt und in Privatbesitz, kann dennoch besichtigt werden und ein liebevoll dekorierter Café-Garten lädt zum Verweilen und Kuchenessen ein. Zwischen Lavendelsträuchern, Olivenbäumchen und Palmen fühlt man sich augenblicklich in eine andere Welt versetzt. Zusätzlich führt der Hausherr seine Gäste sehr gern über das Anwesen. Etwa 7 km weiter der mäandrierenden Tauber folgend, passieren wir das imposante Kloster Bronnbach. Bereits im 12. Jahrhundert wurde hier mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Der Prälatenbau, der Kreuzgang, das Refektorium und die Orangerie kamen in den folgenden Jahrhunderten hinzu. Seit 1986 im Besitz des Main-Tauber-Kreises, steht der Komplex heute für Besucher offen. Der Abteigarten mit seinem Dreischalenbrunnen kann kostenfrei besichtigt werden. Klosterladen und Restaurant runden das Besuchserlebnis ab.
AUSFLUG
BRUNNENSTADT KÜLSHEIM
Für eine entspannte Auszeit lohnt sich ein Abstecher nach Külsheim. Der dortige Womo-Stellplatz liegt am Ortsrand im Grünen. Kinder werden ihre Freude an den Spielgeräten der nahen Schule haben, die frei zugänglich sind. Von hier aus lassen sich Wanderungen über die Höhen und Radtouren zurück ins Taubertal unternehmen. »Erlebnistour 2« ist einer von zwölf Radrundwegen und führt zur Burg Gamburg sowie zum Kloster Bronnbach. Beide liegen ebenso an unserer Fahrstrecke. Auf einem Rundgang durch den Ort sind das Schloss und unzählige Brunnen zu entdecken.

Erst Bierwanderweg, dann Einkehr
Taubermündung in Wertheim
TAUBERMÜNDUNG


Jetzt sind es noch ca. 10 km, bis die Tauber in der mittelalterlichen Residenzstadt Wertheim in den Main mündet und unsere Route am Womo-Stellplatz endet. Dieser befindet sich unter der Landstraßenbrücke auf der linken Tauberseite und ist idealer Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Stadt. Neben vielen Fachwerkhäusern lohnt der Aufstieg zur Burg Wertheim, denn der Ausblick über die Stadt ist wahnsinnig schön. Außerdem ist die Burg eine der größten Steinburgruinen Süddeutschlands.
Die nördlichste Stadt BaWüs bietet auch einige spannende Museen, wie das Glasmuseum, welches die über 3000 Jahre alte Geschichte des besonderen Werkstoffes zeigt, und das Grafschaftsmuseum. Shoppingfans kommen im außerhalb gelegenen Outlet Wertheim Village sicher auf ihre Kosten und Naturliebhaber werden ausreichende Möglichkeiten für Rad- und Wandertouren finden.

Kloster Bronnbach

In Wertheim am Main endet unsere erste Route.
PRAKTISCHE HINWEISE

TOURISTINFORMATIONEN
Rothenburg ob der Tauber
Marktplatz 2, 91541 Rothenburg ob der Tauber, Tel. 09861/40 48 00, rothenburg-tourismus.de
Weikersheim
Marktplatz 2, 97990 Weikersheim, Tel. 07934/102 55, weikersheim.de
Bad Mergentheim
Marktplatz 1, 97980 Bad Mergentheim, Tel. 07931/57 48 15, bad-mergentheim.de
Lauda
Marktplatz 1, 97922 Lauda-Königshofen, Tel. 09343/501 53 32, lauda-koenigshofen.de
Tauberbischofsheim
Marktplatz 8, 97941 Tauberbischofsheim, Tel. 09341/803 33, tauberbischofsheim.de
Wertheim
Gerbergasse 16, 97877 Wertheim, Tel. 09342/93 50 90, tourismus-wertheim.de
CAMPING- UND STELLPLÄTZE
S 100 Wohnmobilstellplatz P2 Rothenburg (S. 178 D5)
Nördlinger Str., 91541 Rothenburg ob der Tauber
GPS: 49.370681, 10.183033
Großer Stellplatz, aufgeteilt auf zwei Parkflächen. Strom an einigen Plätzen, Ver- und Entsorgung. Sehr kurzer Fußweg ins Zentrum.
C 101 Camping Tauberromantik (S. 178 D4)
Detwang 39, 91541 Rothenburg ob der Tauber, Tel. 09861/61 91, camping-tauberromantik.de
GPS: 49.388185, 10.167061
Wiesenstellplätze direkt am Taubertalradweg unter großen Bäumen. Ins Zentrum sind es zu Fuß knapp 30 Minuten.
S 102 Wohnmobilstellplatz Adelshofen (S. 178 D4)
Tauberzell 2, 91587 Adelshofen
GPS: 49.446594, 0.119967
Stellplatz am Ortsrand, naturnah, keine Versorgung. Schöner Ausgangspunkt für Taubertal-Touren.

Ruhiger Stellplatz bei Adelshofen

Großer Platz in Rothenburg
C 103 Camping Romantische Straße (S. 178 C4)
Münster 67, 97993 Creglingen, Tel. 07933/202 89, campingromantische-strasse.de
GPS: 49.438474, 10.042153
Der Platz liegt abseits der Route inmitten von Natur nahe dem Freizeitgebiet Münstersee. Hallenbad inklusive Sauna, Gaststätte.
C 104 Camping Schwabenmühle (S. 178 B4)
Weikersheimer Str. 21, 97990 Weikersheim, Tel. 07934/99 22 23, camping-schwabenmuehle.de
GPS: 49.456768, 9.926035
Idyllischer Platz abseits der Route bei Laudenbach, Wiesenstellplätze zwischen Vorbach und Mühlbach. Im ehemaligen Stallgebäude der Mühle befinden sich die Rezeption und Aufenthaltsmöglichkeiten, modern und rustikal zugleich.

Camping Tauberromantik bei Rothenburg

Camping Schwabenmühle bei Weikersheim

Großer Stellplatz in Bad Mergentheim
S 105 Wohnmobilstellplatz Bad Mergentheim (S. 178 B3)
Arkau 5, 97980 Bad Mergentheim
GPS: 49.493155, 9.793453
Großer geschotterter Platz in Kurpark- und Stadtnähe. Strom, Ver- und Entsorgung.
S 106 Wohnmobilstellplatz Tauberbischofsheim (S. 178 A2)
Vitryallee 7, 97941 Tauberbischofsheim
GPS: 49.621069, 9.666515
Am Eingang zum Freibad stehen vier Parkplätze ohne Versorgung oder Strom zur Verfügung. Nachts ist es ruhig, tagsüber sehr laut.
S 107 Wohnmobilstellplatz Külsheim (S. 177 H2)
Kirchbergweg 7, 97900 Külsheim
GPS: 49.671636, 9.522510
Zwischen Schule und Festhalle gelegener Platz etwas abseits der Route, an Wochenenden und in den Ferien idyllischer Ausgangspunkt für Ausflüge. Strom, Ver- und Entsorgung vorhanden.

Früh am Morgen in Tauberbischofsheim

AZUR Camping Wertheim am Main
S 108 Wohnmobilstellpatz Wertheim (S. 177 H1)
Ende Tauberparkplatz, 97877 Wertheim
GPS: 49.764375, 9.512613
Unter der Straßenbrücke direkt an der Taubermündung, wenige Gehminuten ins Zentrum. Strom, Ver- und Entsorgung vorhanden.
C 109 AZUR Camping Wertheim (S. 177 H1)
An den Christwiesen 35, 97877 Wertheim, Tel. 0711/409 35 10, azur-camping.com
GPS: 49.778011, 9.509616
Am Main gelegener Platz mit Wiesenplätzen, Ausgangspunkt für Radtouren und Ausflüge. Spielplätze, Fitnessanlage und Restaurant, das Freibad ist fußläufig zu erreichen.

Stellplatz an der Schule in Külsheim

Stellplatz an der Tauber in Wertheim
2 STÄDTETRIP UND NECKARGLÜCK
Ab Mannheim über Heidelberg, an den Neckar, nach Bad Wimpfen und über Karlsruhe zurück

Der Wasserturm – Mannheims Wahrzeichen
Wie wäre es mit einem Ausflug in die bedeutenden Städte Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe? Zwischendurch ist Entspannung am Neckar und im Naturpark Stromberg-Heuchelberg angesagt. »Wander3Klänge«, herrliche Radwege, UNESCO-Welterbestätten und ein kleiner Abstecher nach Rheinland-Pfalz runden das Erlebnis ab. Los geht unsere Entdeckungsreise an der Mündung des Neckars in den Rhein.


Wir starten unsere Route direkt am Rhein auf dem Campingplatz Mannheim Strandbad. Hier ist der perfekte Ort für einen entspannten Einstieg in die Reise. Man kann den Schiffen zusehen, in der Strandbar sitzen, spazieren und auf Erkundungstour in die Mannheimer Innenstadt gehen. Dafür nutzt man am besten das Rad oder den ÖPNV und bringt ganz viel Offenheit mit. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt mit dem zweitgrößten Barockschloss Europas (in einem Teil befindet sich heute die Uni) zeigt sich zum einen von dieser historischen Seite. Dazu zählen auch der 60 m hohe Wasserturm am Friedrichsplatz und all die prunkvollen Häuser dort.
MODERN, URBAN UND GRÜN
Ausgehend vom Schloss, hat man im 17. und 18. Jahrhundert die Stadt in Quadrate eingeteilt, was ihr den Beinamen Quadratestadt einbrachte. Schnell versteht man das System.
Die einzelnen Häuserblöcke sind mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination versehen. Für die Orientierung muss man wissen, dass diese nicht die Straßen dazwischen bezeichnen, sondern eben die Häuserblöcke.
In diesem Bereich der Stadt trifft man auf das zweite Gesicht mit verschiedenen Baustilen, Kulturen, Nationen und vielen Murals. Das sind Wandmalereien an Häuserfronten, die im Rahmen des Projektes Stadt.Wand. Kunst von internationalen Künstlern angebracht wurden. Sie sind schrill, bunt, groß, klein, schwarz-weiß und regen alle auf ihre Weise zum Nachdenken an. Einen Plan findet man online oder erhält ihn in der Touristeninformation. Mehr Kunst gibt es in der Kunsthalle zu sehen.
Von hier aus fahren wir zur Rheingoldhalle, geradeaus über den Kreisverkehr bis zum Rheingoldplatz, wo wir uns links halten. Der Steubenstraße folgen wir, bis nach rechts die Speyerer Straße abbiegt. An der kommenden T-Kreuzung biegen wir links ab und passieren mit dem Neckarauer Übergang die Bahngleise. Geradeaus, vorbei an der Abbiegung der B 37 nach rechts, kommen wir in die Straße Theodor-Heuss-Anlage. Jetzt fahren wir zwischen Luisenpark zu unserer Linken und Park beim Technoseum (ein Mitmach-Museum für Groß und Klein) rechts hinaus aus Mannheim Richtung Seckenheim. Hier sollten wir das Womo noch einmal parken, denn der Besuch im 42 ha großen Stadtpark, dem Luisenpark, lohnt sich. Spielplätze, verschiedene Pflanzen- und Tieranlagen, der Kutzweiher, auf welchem man mit Gondolettas fahren kann, Grillplätze, ein Barfußpfad, der Chinesische Garten mit Teehaus und viel Platz zum Spazieren und Relaxen ziehen die ganze Familie an. Am Neckarufer gegenüber kann man vom Fernmeldeturm noch einmal einen wunderbaren Rundumblick auf die Stadt werfen, bevor es dann endlich auf die Route geht.

Strandbad am Rhein
ROMANTIKSTADT HEIDELBERG
In Seckenheim befinden sich einige ansprechende Boutiquen und Manufakturen und am Ortsende orientieren wir uns an der Ausschilderung Richtung Neckarhausen (Nord). Neckarhausen liegt am Neckar, verfügt über eine Fähre nach Ladenburg, die wir per Rad oder zu Fuß nutzen können, und ein Schloss, welches die Stadtverwaltung beherbergt, direkt an der Straße.
Im Luisenpark serviert man stilvoll chinesischen Tee.
Weiter geht es am Neckar entlang bis zum Karlstor von Heidelberg. Dabei fahren wir durch Edingen und Wieblingen und bekommen einen ersten Eindruck von der Universitätsstadt. Wir sehen die Alte Brücke links und das Schloss rechts. Am Neckartor biegen wir scharf nach rechts ab und fahren durch den Schlossbergtunnel. Am Kreisverkehr Kurfürstenanlage halten wir uns links und folgen der Ringstraße Richtung Schwetzingen. Mit einer großen Brücke passieren wir die Bahngleise und fahren weiter Richtung Schwetzingen. Zum Womo-Stellplatz demnächst links abbiegen und sonst weiter Richtung Schwetzingen. Vom Stellplatz neben der Sprungbude aus nutzt man am besten das Fahrrad oder den ÖPNV, um die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt zu erkunden.
Einmal in der Innenstadt angekommen, kann man vieles zu Fuß entdecken. Dafür empfiehlt sich ein Stadtplan aus der Touristeninformation, der einen Altstadtrundgang begleitet. Dieser führt zur berühmten Heiliggeistkirche mit ihren rätselhaften Brezelverzierungen im Stein und an den kleinen Lädchen vorbei zur Universität, zum Rathaus und zum Kurpfälzischen Museum. Außerdem trifft man immer wieder auf den Neckar, zum Beispiel an der Alten Brücke. Wer Lust hat, kann die Stadt auch vom Schiff aus betrachten. Dafür gibt es einige Anbieter. Kulinarische Highlights findet man unter anderem in der »Kulturbrauerei«, im Gasthaus Zum Roten Ochsen und im »Zuckerladen«.

Heidelberger Blick auf die Alte Brücke
Typisches Bild von Heidelberg: Neckar und Schloss
Wer ein paar Schritte mehr laufen möchte, passiert den Neckar und gelangt zum Botanischen Garten, zum Zoo, auf den Philosophenweg mit herrlicher Aussicht auf den Königstuhl und die Stadtkulisse und weiter hinauf auf den Heiligenberg. Schon die Kelten ließen sich hier nieder. Heute laden zahlreiche Wanderwege zum Entspannen in der Natur ein, man kann die Klosterruinen St. Michael und St. Stephan besichtigen sowie die Thingstätte. Zur Zeit der Nationalsozialisten wurde diese große Freilichtbühne von Studenten und dem Reichsarbeitsdienst erbaut. 8000 Sitz- und 20 000 Stehplätze standen für Propagandaveranstaltungen zur Verfügung. Heute steht die Anlage unter Denkmalschutz.
KULTUR
SCHLOSS AM KÖNIGSTUHL
Zum Heidelberger Schloss gelangt man mit der Standseilbahn vom Kornmarkt aus. Korrekter wäre es, von einer Schlossruine zu sprechen, denn im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden große Teile zerstört. Im erhaltenen Ottheinrichsbau kann man in die Pharmaziegeschichte eintauchen. Außerdem gibt es im Schlosskeller ein riesiges Weinfass mit einem Fassungsvermögen von über 200 000 Litern zu bewundern. Noch weiter hinauf auf den Königstuhl, Heidelbergs 568 m hohen Hausberg, gelangt man mit der historischen Bergbahn oder vom Schloss aus über die steile Himmelsleiter. Oben ist die Aussicht fantastisch, Kinder erfreut das Märchenparadies und die ganze Familie kann den Walderlebnispfad (2 km) erkunden.
AUSFLUG
TOUR DE SPARGEL
Auch Schwetzingen ist sehenswert und wer zwischen April und Juni vorbeikommt und gern Spargel isst, sollte die »Tour de Spargel« radeln. Die Rundtour ohne nennenswerte Höhenunterschiede ist gut 100 km lang, kann aber abgekürzt werden. Sie führt direkt dorthin, wo der Spargel wächst. Der Ausschilderung folgend gelangt man durch den Hardtwald, über St. Leon-Rot und Kronau nach Bruchsal, wo ebenfalls ein prächtiges Schloss zu besichtigen ist. Weiter geht es über Graben-Neudorf nach Philippsburg und Waghäusel, durch das Naturschutzgebiet Hockenheimer Rheinbogen, vorbei an Ketsch und zurück nach Schwetzingen.
BAROCKE SOMMERRESIDENZ

Wir fahren auf die B 535 und folgen ihr bis zur Abfahrt Schwetzingen Zentrum direkt nach dem Tunnel. In Schwetzingen ist unser Ziel das prunkvolle Schloss, welches einst die Sommerresidenz der Kurfürsten von der Pfalz war. Dementsprechend nehmen wir im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt und fahren direkt auf das Schloss zu. Am Schloss halten wir uns links und biegen nach ca. 400 m wieder rechts in die Zähringerstraße ab. Der 72 ha große Schlossgarten befindet sich jetzt auf unserer rechten Seite. Eingezäunt und nur mit einem Ticket erreichbar, kommen hier die Liebhaber von Geometrie und stilvoller Landschaftsgestaltung auf ihre Kosten. Besonders sehenswert sind die eingegliederte Moschee, der Tempel der Minerva, das Naturtheater sowie der Merkur- und der Apollotempel.
An der kommenden Ampel geht es schräg rechts zum Womo-Stellplatz, von wo unsere Route geradeaus weiterführt auf die B 291 und B 39 bis zur Abfahrt Hockenheim Mitte.

Schloss Schwetzingen samt Garten laden zum Lustwandeln ein.
Haus Stammer in der Ziegelgasse in Sinsheim

Burg Steinsberg mit herrlichem Biergarten

Spielerisch über unser Klima lernen in der Klima Arena
WO TABAK UND SPARGEL WACHSEN

Für die Ortsdurchfahrt der Rennstadt Hockenheim biegen wir links auf die Untere Hauptstraße ab. Wir folgen ihr bis zur B 39, fahren erst links, dann rechts und erreichen Reilingen, wo Tabak und Spargel angebaut werden. Nähere Informationen hierzu bekommt man auf dem Spargel- und Tabaklehrpfad sowie im Heimatmuseum im historischen Dorfgemeinschaftshaus.
Am Ende der Hockenheimer Straße biegen wir nach rechts ab, verlassen Reilingen und nehmen im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nach links in die L 546 nach St. Leon-Rot. Nicht weit ist es von hier zum Camping Sankt Leoner See in der Erholungsanlage mit Minigolf, Badesee, Wasserski-Seilbahn und vielen weiteren Freizeitmöglichkeiten. Auch von hier kann man in die beschriebene »Tour de Spargel« einsteigen (siehe Kasten). Wir folgen der Hauptstraße, biegen nach links in die Roter Straße ab und orientieren uns an allen kommenden Kreisverkehren Richtung Rot bzw. Rot West. Nach dem Ortsausgang kommen wir an einen weiteren Kreisverkehr und treffen wieder auf die L 546, in welche wir nach rechts Richtung Wein- und Wallfahrtsort Malsch fahren. Dort angekommen geht es nach links in die Rotenberger Straße weiter, unter der B 39 durch und geradeaus nach Mühlhausen. Wir fahren durch den Ort, biegen danach links auf die K 4271 ab, passieren Tairnbach und mit schöner Aussicht führt unsere Route bergab bis nach Balzfeld, wo wir an der T-Kreuzung rechts abbiegen und parallel zum Bettelbach fahren. Am Ende der Straße nehmen wir die Abbiegung nach links Richtung Hoffenheim. Von dort aus geht es an der Volksbank nach rechts auf der B 45 weiter ins Zentrum des Kraichgaus, nach Sinsheim.

alla hopp!-Anlage in Sinsheim
IM ZENTRUM DES KRAICHGAUS

Wir fahren bis zum Alten Rathaus von Sinsheim, in welchem heute das Stadt- und Freiheitsmuseum untergebracht ist, und biegen hier links ab Richtung Waibstadt. Zum Womo-Stellplatz geht es weiter auf der B 45 und nach wenigen Metern nach rechts in die Friedrichstraße. Der Stellplatz befindet sich neben dem Freibad, ins Zentrum sind es nur wenige Schritte. Kinder werden im Postgarten mit seiner alla hopp!-Anlage der Stiftung von Dietmar Hopp, Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP, ihre Freude haben. Dort ist Spielen und Toben angesagt.
Burg Hornberg oberhalb von Neckarzimmern
Außerdem locken weitere spannende Freizeiteinrichtungen wie das Technikmuseum mit IMAX 3-D-Filmtheater für Filme zum Anfassen, die Thermen & Badewelt mit Südseefeeling sowie die Klima Arena.
Etwas außerhalb, doch mit dem Wohnmobil gut zu erreichen, befindet sich die Burg Steinsberg inmitten von Weinbergen. Sie wird auch Kompass des Kraichgaus genannt und ihre Wurzeln gehen auf den Beginn des 12. Jahrhunderts zurück. Seit 1973 ist sie im Besitz der Stadt Sinsheim, wird instand gehalten und dient nicht nur als beliebtes Ausflugsziel mit Rundumsicht und Gastronomie, sondern auch als Austragungsort für Kulturveranstaltungen.
Nachdem wir ein Stück bergauf gefahren sind, kommen wir auf die B 292, an welcher wir uns rechts halten und nach Waibstadt-Bernau und Helmstadt-Bargen gelangen. Dort biegen wir an der Ampel links, um nach Aglasterhausen zu gelangen. Im Kreisverkehr nehmen wir die erste Ausfahrt Richtung Neckargerach. Wir passieren Schwarzach, wo wir einen Zwischenstopp am Wildpark und einer weiteren alla hopp!-Anlage einlegen können. In Neunkirchen biegen wir rechts Richtung Neckargerach ab und folgen der Hauptstraße bergab durch Neckarkatzenbach, über die Neckarbrücke und nach Neckargerach. Nach der Querung des Neckars können wir zum Campingplatz Odenwald River Camp oder neckaraufwärts Richtung Heilbronn auf die B 27 fahren.
AUSFLUG
MARGARETENSCHLUCHT-RUNDE
Vom Campingplatz River Camp ist es nicht weit bis zum Einstieg in die 8,4 km lange Tour. Zuerst geht es in den Ort Neckargerach, dann zum Bahnhof und auf dem Neckarsteig hinaus mit Blick auf die Minneburg auf der anderen Neckarseite Richtung Margaretenschlucht. Diese ist als Klettersteig ausgeschrieben, wobei festes Schuhwerk und Trittsicherheit für den Aufstieg ausreichen. Nach der Schlucht wandern wir auf dem NG5 bis zum Rotenberg, ein Stück auf dem Neckarrandweg, über die Bahngleise und den Neckar bis hin nach Guttenbach. Dieses Örtchen passieren wir, queren den Neckar und sehen schon den Campingplatz zu unserer Linken.
Der Campingplatz ist ein wunderbarer Ort, um am Neckar sitzend die Seele baumeln zu lassen – oder um aktiv zu werden. Zur Auswahl stehen Radtouren zum Beispiel auf dem Neckartalradweg bis Heidelberg oder Heilbronn oder die Rundtour »Drei-Täler-Radweg«. Darüber hinaus gibt es Touren mit dem Kanu oder dem SUP auf dem Neckar und natürlich Wanderungen. Im Naturpark Neckartal-Odenwald findet man viele spannende Routen.
KURS RICHTUNG SÜDEN

Weiter geht es für uns am Neckar entlang gen Süden. Dabei passieren wir Binau und Neckarzimmern, wo wir auf dem Campingplatz Cimbria einchecken können. Von hier aus empfiehlt sich eine Wanderung auf dem Neckarsteig bis nach Gundelsheim. Unterwegs kann man neben wunderbarer Landschaft die Burg Hornberg (die Burg des Götz von Berlichingen) und das Schloss Horneck besichtigen. Zurück geht es mit der Bahn. So kann man das Wohnmobil stehen lassen und muss an den Sehenswürdigkeiten keinen Parkplatz suchen. Die Strecke ist vom Platz aus ca. 8 km lang.
Wer Wein vom Weingut der Burg Hornberg kaufen möchte, kann das im weiteren Streckenverlauf im Verkauf direkt an der B 27 machen. Auch Freunde von Glasdekorationen kommen hier auf ihre Kosten. Gleich zwei Verkaufsstellen befinden sich nebeneinander und bieten Produkte der Glashütte sowie weitere Accessoires für Wohnung und Garten an.
Durch die Orte Gundelsheim und Offenau fahren wir noch hindurch und biegen dann rechts ab Richtung Bad Wimpfen. Von hier aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Altstadt der größten staufischen Kaiserpfalz nördlich der Alpen mit ihrem markanten Blauen Turm.
Nach der Neckarüberquerung biegen wir an der Tankstelle rechts ab und orientieren uns beim Durchfahren von Bad Wimpfen rechts und folgen dann der abbiegenden Vorfahrtsstraße nach links Richtung Bad Rappenau.
Nach wenigen Metern können wir nach rechts abbiegen, um zum Womo-Stellplatz am Kurpark von Bad Wimpfen zu gelangen, oder wir fahren geradeaus und halten uns nach ca. 3,5 km rechts, um durch Bad Rappenau zu fahren. Der Womo-Stellplatz von Bad Rappenau befindet sich nach der Gabelung wieder rechts.

Typisches Fachwerkhaus in Bad Wimpfen
Wasserschloss von Bad Rappenau
HEILBADEN AM NECKAR
Um 1160 ließ Friedrich I. die Kaiserpfalz Wimpfen erbauen. Sie diente als Ort der Rechtsprechung, zum Tagen, Regieren und Genießen. Heute sind im östlichen Teil der Altstadt Bad Wimpfens noch Bauwerke davon erhalten, zum Beispiel der Blaue Turm. Über 650 Jahre hinweg war der Turm sogar bewohnt. Seit 2017 wird er jedoch saniert, soll danach wieder bewohnt werden und auch für Besucher zugänglich sein. Bis dahin darf man durch die schmalen Gassen des Städtchens mit den vielen romantischen Fachwerkhäusern schlendern, Museen und das Kloster besuchen, auf Entdecker- oder Lauschtour gehen oder im Solebad oder Mineralfreibad entspannen.
In Bad Rappenau treffen wir auf das nächste Soleheilbad. Besonders schön ist ein Spaziergang durch den Salinenpark. Neben einem Gradierwerk, einem Lavendel-Labyrinth und verschiedenen Lehrpfaden kann man auch einfach mal nur sein und alle Eindrücke auf sich wirken lassen. Kunst und Kultur genießt man im Wasserschloss und wer sich gern aufs Rad schwingt, der kann dem ausgeschilderten Salz & Sole Radweg von Bad Rappenau nach Bad Wimpfen folgen und unterwegs diverse Highlights der Region entdecken. Er führt über Bad Friedrichshall (hier kann man ins Salzbergwerk einfahren) und Gundelsheim, ist gut 37 km lang und überwindet 250 Hm. Zur Erholung wartet das Sole- und Saunaparadies RappSoDie auf seine Gäste. Informationen zu ausgeschilderten Wanderwegen gibt es in der Bad Wimpfener Touristeninformation.
Unser Weg durch Bad Rappenau führt im Kreisverkehr mit Springbrunnen geradeaus und am nächsten nach links (2. Ausfahrt).
Wir folgen der Babstadter Straße bis zur L 549, biegen dann links ab Richtung A 6 und Fürfeld und gelangen so auf die L 1107. Auf ihr fahren wir unter der A 6 durch, dann nach rechts auf die B 39 und schließlich nach links durch Fürfeld. In Fürfeld orientieren wir uns links Richtung Massenbachhausen. Dort angekommen geht es weiter Richtung Gemmingen, wo wir nach links in die Schwaigerner Straße abbiegen. Wir passieren die B 293, folgen der L 1107 bis zur T-Kreuzung bei Stetten am Heuchelberg und biegen dort rechts ab in Richtung Zaberfeld. An dieser Ausschilderung orientieren wir uns in den folgenden Orten auch und biegen schließlich in Zaberfeld nach rechts ab Richtung Leonbronn.
IM NATURPARK STROMBERG-HEUCHELBERG

Gleich nach der Abbiegung geht es schräg links zum Stausee Ehmetsklinge mit Womo-Stellplatz. Der See wurde einst zum Hochwasserschutz angelegt und ist heute zusätzlich ein beliebtes Freizeitgebiet. Man kann baden, ca. 3 km weit drum herum spazieren und wandern. Unter dem Netz Wander3Klang (W3K) sind hier drei Wanderwege mit unterschiedlichen Längen ausgeschildert. Die längste Wanderung des W3K Zaberfeld ist 9,2 km lang und verbindet die drei Seen Ehmetsklinge, Katzenbachsee und Michelbachsee. Ganz in der Nähe befinden sich weitere Wander3Klänge. Und natürlich wurde auch an Radfahrer gedacht. Die ausgeschilderten Touren Heuchelberg-Runde (59 km) und Naturpark-Tour (40 km) können von Zaberfeld aus gestartet werden. Weitere Tourenvorschläge hält der Neckar-Zaber-Tourismus e. V. bereit.
In Leonbronn angekommen, fahren wir nach links auf der abbiegenden Vorfahrtsstraße bis zur Pizzeria in Sternenfels. Dort biegen wir nach links ab Richtung Maulbronn, wo wir im Kreisverkehr die erste Ausfahrt Richtung Kloster nehmen. Hier befindet sich auch der Womo-Stellplatz in einer Parallelstraße auf der rechten Seite. Maulbronn ist bekannt für sein Kloster, wo, schenkt man der Überlieferung Glauben, die Maultasche erfunden wurde. Die Anlage gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Seit 1993 ist sie UNESCO-Weltkulturerbe und wegen ihres spätromanischen-frühgotischen Baustils eine Besichtigung wert.
Tipp
WILDKATZEN UND MEHR
Zaberfeld liegt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg und das dazugehörige Naturparkzentrum befindet sich am Stausee. Dort kann man auf unterhaltsame Weise viele Details über die Region lernen und sich über Ausflugsmöglichkeiten informieren. Interessant ist die Wildkatzenausstellung, die als interaktive Lernplattform gestaltet ist. Die Katzen selbst leben in freier Wildbahn und kaum jemand bekommt sie je zu Gesicht. Im Gartenbereich warten ein Kletterparadies sowie die WildkräuterWelt. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich der 150 m lange HirschkäferPfad, der diesen besonderen Käfer näher vorstellt.

Auf Wander3Klang im Naturpark Stromberg-Heuchelberg
Auch von hier aus gibt es einen Wander-3Klang. Auf der kürzesten Runde mit 5,7 km – dem Klosterseenweg – wandert man entspannt ohne Höhenunterschiede. Dafür sollte man die Badesachen einpacken, denn der Tiefe See ist ein Badesee mit Gastronomie. Angelegt wurde er vermutlich schon im 12. Jahrhundert von den Zisterziensermönchen als Wasserspeicher und zur Fischzucht. Maulbronn passieren wir und gelangen auf die B 35 Richtung Knittlingen. Bretten streifen wir, wechseln an der Ampel auf die B 293 nach links und verlassen die B 35. Der B 293 folgen wir durch Jöhlingen, bis wir in Berghausen auf die B 10 stoßen. In diese biegen wir nach rechts ab Richtung Karlsruhe. Nach knapp 3 km können wir die Abfahrt zum Camping Durlach nehmen. Der Ort Durlach ist mit seinen schmalen Gassen, der Karlsburg sowie dem Turmberg mit Bahn und herrlicher Aussicht einen Spaziergang wert. Ins Karlsruher Zentrum gelangt man bequem mit der Straßenbahn.
DIE FÄCHERSTADT KARLSRUHE

1715 gründete Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679–1738) die Stadt Karlsruhe im Nordwesten des heutigen Baden-Württembergs. Er ließ zuerst den Schlossturm errichten, südlich davon dann das Schloss und von ihm aus sollten 32 Wege wie Strahlen der Sonne verlaufen. Da das Stadtbild auf diese Weise sehr an einen Fächer erinnert, erhielt Karlsruhe den Beinnamen Fächerstadt. Der Markgraf lockte mit vielen Vergünstigungen neue Bürger an, er erlegte ihnen nur auf, wie sie ihre Häuser zu errichten hatten – eben nach seinem ästhetischen Geschmack. Heute ist Karlsruhe mit ca.
310 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Baden-Württembergs, UNESCO City of Media Arts mit dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) und die Zentrale der deutschen Demokratie mit den drei höchsten deutschen Rechtsinstituten: Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof und Bundesanwaltschaft. Ein Museum der besonderen Art, wo man mit Exponaten chatten oder sie sogar anfassen kann, ist das Badische Landesmuseum. Hier wird sehr viel Wert auf moderne Didaktik gelegt und das Ambiente im Schlossgebäude rundet das Erlebnis ab. Man könnte meinen, in Karlsruhe ginge es immer sehr ernst zu, doch die Bewohner wissen auch zu feiern. Ein paar Highlights seien genannt: das Fest der Sinne, DAS FEST, die KAMUNA – Karlsruher Museumsnacht, das Stadtfest und die Schlosslichtspiele. Alle sind eine Reise wert.

Kloster Maulbronn …

… lädt zum Erkunden ein.
Der Majolika Linie folgen zum Karlsruher Schloss
Wer es ruhiger mag, der kann sich auf das Rad schwingen. Wegen der wenigen Steigungen muss es kein E-Bike sein. Auf der knapp 50 km langen NaturRADtour, die man auch am Campingplatz beginnen kann, kommt man rund um die Stadt: durch den Hardtwald – das größte Waldgebiet der Stadt –, zum Alten Flugplatz, wo einst die Zeppeline landeten, an den Rhein und durch die Rheinauen, am Flüsschen Alb entlang zur Günther-Klotz-Anlage mit Modellboot- und Ruderbootsee, Spielplätzen, Wiesen, Feucht- und Trockenbiotopen und im Oberwald kann man einen Stopp im kostenfreien Tierpark einlegen.
Am Energieversorger EnBW biegen wir nach links ab und folgen weiterhin der B 10 Richtung Karlsruhe Zentrum. Nach dem Passieren der Günther-Klotz-Anlage biegt die B 10 nach rechts ab und wir folgen ihr bis zum Kraftwerk, wo wir uns rechts halten und auf die B 36 Richtung Mannheim wechseln. Jetzt geht es durch die Nordweststadt, auf der B 36 bis Graben-Neudorf und von dort mit der B 35 über den Rhein.

Grabmal von Karl Wilhelm von Baden-Durlach

Weißenburger Tor der Festung Germersheim

Historisches Museum der Pfalz in Speyer
ABSTECHER NACH RHEINLAND-PFALZ

An der Abfahrt Germersheim Nord verlassen wir die B 35, um Germersheim zu besichtigen. Ein zentraler Stellplatz ist perfekter Ausgangspunkt für einen Spaziergang an die Rheinpromenade, einen Besuch im Deutschen Straßenmuseum und zur Erkundung der Germersheimer Festung auf dem Festungsrundweg, der direkt am Stellplatz vorbeiführt. Auf der ausgeschilderten 3,6 km langen Runde kommt man an das Weißenburger Tor – eines der beiden ehemaligen Stadttore – und kann die sehr gut erhaltene Anlage erkunden. Im Stadt- und Festungsmuseum am Ludwigstor bekommt man anhand eines Modells einen Überblick über die einstige Festung.
KULTUR
SPEYER ALS TEIL DER SCHUM-STÄTTEN
Ganz in der Nähe des Doms befindet sich der Judenhof. Er war einst der Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde von Speyer und Ort des religiösen und geistigen Austauschs. Heute befinden sich hier die Überreste der 1104 geweihten mittelalterlichen Synagoge mit angrenzender Frauenschul, ein Ritualbad und im benachbarten Haus wurde das Museum Schpira eingerichtet. Die SCHUM-Stätten sind ein Zusammenschluss der jüdischen Gemeinden von Speyer, Worms und Mainz. Der Name SCHUM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen hebräischen Städtenamen zusammen.
Unsere Route führt von der B 35 auf die B 9, bis wir kurz vor Speyer die Abfahrt auf die B 39 nehmen. Zum Womo-Stellplatz fahren wir auf ihr bis zum Technikmuseum. Andernfalls folgen wir der Landauer Straße geradeaus nach Speyer hinein. Die Domstadt mit ihrem fast 1000 Jahre alten Kaiserdom, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und in dessen Krypta acht deutsche Kaiser und Könige begraben sind, besticht zusätzlich durch Technik und Geschichte. Im Technik Museum geht es um Weltall und Unterwasserwelt, um Lokomotiven, Motorräder und Oldtimer. Zum Teil im Freien, zum Teil in Hallen können die Schmuckstücke bestaunt und betreten werden. Angrenzend kann man im IMAX DOME auf einer riesigen Kuppelleinwand Dokumentationen anschauen. Das Erlebnisbad bademaxx und die Unterwasserwelt SEA LIFE Speyer runden die Liste der besonderen Attraktionen ab. Zur Kulturgeschichte der Stadt kann man sich im Historischen Museum der Pfalz bilden.

Technik Museum Speyer
Dom von Speyer am Morgen
Es geht geradeaus weiter bis zu McDonald’s, wo wir uns schräg rechts in die Waldseer Straße orientieren. In Waldsee folgen wir der Ausschilderung nach Neuhofen, in Rheingönheim geht es Richtung B 44/B 9 nach Ludwigshafen und dort angekommen Richtung Mannheim. Wir fahren wieder über den Rhein zurück nach Baden-Württemberg und weiter nach rechts Richtung Heidelberg. Beim John Deere Center biegen wir rechts und in die Lindenhofstraße nach links ab. Am Rheingoldplatz nehmen wir die Abbiegung nach rechts, fahren immer geradeaus und kommen zurück an den Campingplatz Strandbad in Mannheim.

Das Technik Museum bietet für jeden etwas.
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