Kitabı oku: «Превращение / Die Verwandlung. Уровень 3», sayfa 6
«Nun«, sagte Gregor,»ich werde mich gleich anziehen, die Kollektion zusammenpacken und wegfahren. Wollt Ihr, wollt Ihr mich wegfahren lassen? Nun, Herr Prokurist, Sie sehen, ich bin nicht starrköpfig. Ich arbeite gern. Das Reisen ist beschwerlich, aber ich könnte ohne das Reisen nicht leben. Wohin gehen Sie denn, Herr Prokurist? Ins Geschäft? Ja? Werden Sie alles wahrheitsgetreu berichten? Man kann jetzt nicht arbeiten, aber dann ist gerade der richtige Zeitpunkt, sich an die früheren Leistungen zu erinnern. Ich bin ja dem Herrn Chef so sehr verpflichtet. Das wissen Sie doch recht gut. Andererseits habe ich die Sorge um meine Eltern und die Schwester. Ich binin der Klemme47. Ich werde mich aber auch wieder herausarbeiten. Machen Sie es mir aber nicht schwieriger, als es schon ist. Halten Sie im Geschäft meine Partei! Man liebt den Reisenden nicht, ich weiß. Man denkt, er verdient ein Heidengeld48 und führt dabei ein schönes Leben. Sie aber, Herr Prokurist, Sie haben einen besseren Überblick über die Verhältnisse als das sonstige Personal, ja sogar einen besseren Überblick als der Herr Chef selbst. Sie wissen auch sehr wohl, dass der Reisende, der fast das ganze Jahr außerhalb des Geschäfts ist, so leicht ein Opfer von Klatschereien, Zufälligkeiten und grundlosen Beschwerden werden kann. Nur dann, wenn er eine Reise beendet hat, zu Hause die schlimmen. Herr Prokurist, gehen Sie nicht weg, sagen Sie mir bitte ein Wort!«
VI
Aber der Prokurist hatte sich abgewendet, und nur sah er mit aufgeworfenen Lippen nach Gregor zurück. Während Gregors Rede stand er keinen Augenblick still, sondern verzog sich, gegen die Tür, aber ganz allmählich. Schon war er im Vorzimmer. Dann zog er den Fuß aus dem Wohnzimmer. Im Vorzimmer aber streckte er die rechte Hand weit von sich zur Treppe hin.
Gregor dachte, dass er den Prokuristen in dieser Stimmung auf keinen Fall weggehen lassen kann. Seine Stellung im Geschäft war wackelig. Die Eltern verstanden das alles nicht so gut. Sie denken, dass Gregor in diesem Geschäft für sein Leben versorgt ist. Sie hatten außerdem jetzt mit den augenblicklichen Sorgen so viel zu tun. Sie haben keine Voraussicht. Aber Gregor hatte diese Voraussicht. Er muss den Prokurist halten. Der Prokurist muss beruhigt, überzeugt und schließlich sein. Die Zukunft Gregors und seiner Familiehing doch davon ab49! Aber wo ist die Schwester? Sie war klug. Sie hatte schon geweint, als Gregor noch ruhig auf dem Rücken lag. Und gewiss wird der Prokurist, dieser Damenfreund50, mit her sprechen. Sie wird die Wohnungstür zugemacht und ihm im Vorzimmer den Schrecken ausreden. Aber die Schwester war eben nicht da. Gregor selbst musste handeln.
Und ohne daran zu denken, dass seine Rede nicht klar war, verließ er den Türflügel. Er schob sich durch die Öffnung. Er wollte zum Prokuristen hingehen, der sich schon am Geländer des Vorplatzes mit beiden Händen festhielt. Er fiel aber sofort, mit einem kleinen Schrei auf seine vielen Beinchen nieder. Kaum war das geschehen, fühlte er zum ersten Mal an diesem Morgenein körperliches Wohlbehagen51. Die Beinchen hatten festen Boden unter sich. Sie gehorchten vollkommen, wie er zu seiner Freude merkte. Sie werden ihn fortzutragen, wohin er wollte! Schon glaubte er, die endgültige Besserung alles Leidens stehe unmittelbar bevor. Aber im gleichen Augenblick, als er nicht weit von seiner Mutter auf dem Boden lag, sprang sie und rief:
«Hilfe, um Gottes willen Hilfe!«
Sie hielt den Kopf geneigt. Sie wollte Gregor besser sehen. Dann lief sie sinnlos zurück. Aber hatte sie vergessen, dass hinter ihr der gedeckte Tisch stand. Sie setzte sich, als sie bei ihm angekommen war, eilig auf ihn. Sie wollte nichts merken. Und aus der umgeworfenen großen Kanne, neben ihr, ergoss sich der Kaffee in vollem Strome auf den Teppich.
«Mutter, Mutter«, sagte Gregor leise, und sah zu ihr hinauf.
Der Prokurist war ihm ganz aus dem Sinn gekommen. Gregor wollte mit den Kiefern ins Leere schnappen. Darüber schrie die Mutter auf. Sie flüchtete vom Tisch und fiel dem Vater in die Arme. Aber Gregor hatte jetzt keine Zeit für seine Eltern. Der Prokurist war schon auf der Treppe. Sein Kinn war auf dem Geländer. Er sah noch zum letzten Male zurück. Gregor nahm einen Anlauf, um ihn sicher einzuholen. Der Prokurist sah alles. Er machte einen Sprung über mehrere Stufen und verschwand.